ARCHIV
FUE
SATUR&ESCHICHTE.
GEGRÜNDET VON A. F. A. WIEGMANN,
FORTGESETZT VON
W. F. E R I C H S 0 N , F. H. T R 0 S C H E L
UND E. VON M ARTENS.
HERAUSGEGEBEN
VON
Prof. Dr. F. HILGENDORP,
CUSTOS DES K. ZOOLOG. MUSEUMS ZU BERLIN.
NErNLNDFUXFZlGSTER JAHKOANG.
U. BAND.
Berlin 1893.
NICOLAISCHE VERLAGS-BUCHHANDLUNG
ß. STKICKEK.
Inhalt des zweiten Bandes.
Erstes Heft.
(Ausgegeben im December 1898.)
Seite
Aiitou Reichenow. Bericht über die Leistungen in der Naturgeschichte
der Vögel während des Jahres 1892.
I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxidermie .... 1
IL Anatomie, Physiologie, Entwicklung 4
III. Abänderungen, Bastarde 6
IV. Palaeontologie 7
V. Geographische Verbreitung, Wanderung, Faunistik ... 9
VI. Lebensweise 33
VII. Jagd, Schutz, Pflege, Hausgeflügel 39
VIII. Systematik, Nomenclatur 44
Prof. Dr. Oskar Boettg'er. Bericht über die Leistungen in der Her-
petologie während des Jahres 1892.
Reptilia. Allgemeines .... 65
Anatomie, Ontogenie, Biologie, Palaeontologie (vergl.
hierüber auch bei den einzelnen systematischen
Abtheilungen) 67
Faunistik (desgleichen) 83
Systematik (Lacertiha, Rhiptoglossa, Dolichosauria,
Pythonomorpha, Ophidia, Ornithosauria, Dinosauria,
Crocodilia, Chelonia, Ichthyopterygia, Sauropterygia,
Thecodontia, Acrosauria, Rhynchocephalia, Anomo-
dontia [Theromora]) .97
Batrachia. Allgemeines 138
Anatomie, Ontogenie, Biologie (vergl. auch die ein-
zelnen systematische Abtheilungen) 139
Faunistik (desgleichen) 146
Systematik (Ecaudata, Caudata, Apoda, Stepocephala) 151
F. Hilgendorf und Fr. Kopsch. Bericht über die Leistungen in der
Ichthyologie während des Jahres 1890.
I. Bericht über Anatomie, Physiologie und Entwicklung von
Fr. Kopsch.
IV
Seite
Anatomie und Physiologie*) 173
Entwicklung, Jugendformen 199
Pliylogenie 212
II. Bericht über Allgemeines, Biologie, Faunistik, Systematik und
Palaeontologie von F. Hilgendorf.
Allgemeines 213
Biologie 213
Nutzen und Schaden, Fischerei und Fischzucht . . . 218
Faunen 219
Systematik (Allgemeines, Acanthopteri, Pharyngognathi,
Anacanthini , Physostomi , Lophobranchii , Plecto-
gnathi, Ganoidei, Dipnoi, Elasmobranchii, Cyclostomi,
Leptocardii) 231
Fossile Fische (alphabetisch nach den Autoren) . . . 261
Dr. W. Kobelt. Bericht über die geographische Verbreitung, die
Systematik und die Biologie etc. der Mollusken für das
Jahr 1892.
Verzeichniss der Publicationen 267
I. Geographische Verbreitung » . 281
II. Systematik 289
III. Biologie, Verwendung etc 307
Dr. J. F. Babor. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im
Gebiete der lEalakoxoologie im Jahre 1S91. — Bericht über
Anatomie, Physiologie und Entwicklung der Weichthiere.
A. Allgemeine Morphologie und Physiologie 309
B. Bionomie und Parasiten 314
C. Verwendung 315
D. Specieller Theil
I. Cephalopoden 316
IL Scaphopoda 319
III. Lamellibranchiata 320
IV. Gastropoda (Prosobranchiata, Opisthobranchiata, Pul-
monata) 325
V. Amphineura 327
Zweites Heft.
(Ausgegeben im December 1893.)
Ph. Bertkau. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete
der fntomologie während des Jahres 1892.
AUg'emeiues 1
Arachnoidea 32
*) Auf Seite 185 ist hinter Zeile 13 die Ueberschrift „Gefässsystem"
ausgefallen.
Seite
Linguatulidae 34
Acarina 35
Tardigrada, Pantopoda, Opiliones 41
Chernetina 45
Scorpiones 46
Pedipalpi 48
Araneae 51
Tetrasticta 58
Tristicta 65
Solifugae 75
Myriapoda 76
Peripatina, Diplopoda 78
Chilopoda 79
lusecta 79
Thysanura 79
Rhynchota 80
Parasitica, Phytophthires 86
Homoptera 89
Heteroptera 93
Orthoptera 103
Genuina 110
Pseudoneuroptera 117
Neuroptera 119
Diptera 120
Orthorrhapha 125
Cyclorhapha 135
Pupipara, Aphaniptera 144
Lepidoptera 144
Microlepidoptera 161
Macrolepidoptera 170
Hymenoptera 211
Coleoptera 251
Dr. F. Hilg-eudorf unter Mitwirkung von W. Müller, H. Stadelmanu,
J. Vosseier, W. Weltner, Bericht über die Leistungen in der
Carcinologie während des Jahres 1S90.
I. Verzeichniss der Pubhkationen (mit Bericht über Anatomie,
Entwicklung und Verbreitung) 349
IL Uebersicht nach dem Stoff 379
III. Systematik 382
Drittes Heft.
(Ausgegeben im October 1897.;
Dr. Carl Matzdorff. Jahresbericht über die Tiinikaten für 1892
und 1893.
A. Allgemeines und Vermischtes
VI
Seite
B. Anatomie und Entwicklung 2
C. Physiologie und Biologie 25
D. Systematik 28
E. Faunistik 32
Autorenverzeichniss 40
Dr. Maximilian Meissner. Bericht über die Brachiopoden-Litte-
ratur des Jahres 1892.
I. Verzeichniss der Publikationen 41
II— IV. üebersicht nach dem Stoff, Faunistik, Systematik . . 44
Dr. Carl Matzdorff. Jahresbericht über die Bryozoen für 1892
und 1893.
A. Allgemeines 45
B. Anatomie und Entwicklung 45
C. Physiologie und Biologie 57
D. Systematik 59
E. Faunistik 64
Autorenverzeichniss 76
Dr. Anton CoUin. Bericht über die Rotatorien-Litteratur im
Jahre 1892.
I. Verzeichniss der Publicationen mit Inhaltsangabe .... 77
II. üebersicht nach dem Stoff 85
III. Faunistik 85
IV. Systematik 91
Dr. Ton Linstow. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen in
der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892.
Allgemeines 97
Nematoden 100
Gordius und Mermis 119
Acanthocephalen 122
Trematoden 126
Cestodaria (Trematoden und Cestoden) 146
Dr. Carl Matzdorff. Bericht über die wissenschal'tlichen Leistungen
in der Naturgeschichte der freilebenden Würmer während
des Jahres 1891.
I. Verzeichniss der Publikationen 163
II. üebersicht nach dem Stoff 228
m. Faunistik 230
IV. Systematik 236
Dr. E. Vanhöffen. Jahresbericht für 1891 und 1892 über die Coe-
lenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen
Verzeichniss der Publikationen 243
Allgemeines 249
Hydromedusen 251
VII
Seite
Hydrocorallinae 268
Siphonophoreu 270
Scyphomeduseu 278
Ctenophoren 284
Fossilia 290
Dr. W. Weltner. Bericht über die Leistungen in der S^pong^iologfie
während der Jahre 1895 und 1896.
Litteraturverzeichniss 291
Allgemeines, Methode, Schwammzucht und Schwammgewinnung 297
Anatomie und Histiologie, Nadelnomenclatur, Physiologie, Onto-
genie, Phylogenie 302
Systematik und Faunistik 315
Litteratur über fossile Spongien 328
Bericht
über
die Leistungen in der Naturgeschichte der Vögel
während des Jcahres 1892.
Von
Ant. Reiehenow^.
I. Allgemeines, Geschichte, Museologie, Taxitlennie.
0. V. Aplin, Reise nacli Uruguay; Ibis (G). IV. S. 350.
J. E. Bedclard, Animal Coloratiou, an Account of tne Principal
Facts and Theories relatino- to the Colors and Markinos of Animals.
London 1892. — Allgemeines über die Farben der Vogelfedern;
Einfluss der Umgebung auf die Färbung; Schutz- und Schreckfarben;
Mimicry ; Geschlechtsfärbung.
Th. W. Blakiston. Nachruf; Auk. IX. S. 75—76; Ibis (6) IV.
S. 190—191.
P. Blasius Hanf. Todesanzeige; Ornith. Jahrb. III. S. 37. —
Nachruf; ebenda S. 87 — 97 — Nachruf; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. XVII. S. 45—46. — [s. auch Wild].
J. Branky, Eulennamen. Ein kleiner Beitrag zur deutschen
Cultur- und Sittengeschichte; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 68—70,
78—81, 89—90, 102—103, 115-116, 127—128.
Brehm's Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Mit
1800 Abbildungen im Text, 9 Karten und 180 Tafeln in Farbendruck
und Holzschnitt. Dritte, gänzlich vermehrte Auflage. Von Prof.
Dr. Pechuel - Lösche (unter Mitwirkung von Dr. W. Haacke).
Die Vögel, 3 Bände. Leipzig und Wien 1892. — Der Herausgeber
hat es meisterhaft verstanden, die bewährte Eigenai'tigkeit des
Werkes, welche demselben bei seinem ersten Erscheinen vor nun-
mehr 28 Jahren ungeteilten Beifall erworben, zu erhalten und doch
demfgegenwärtigen Stande der während der letztverflossenen vierzehn
Jahre riesenhaft fortgeschrittenen Wissenschaft gerecht zu w^erden.
Mit ausserordentlichem Geschick sind die umgearbeiteten oder neu
verfassten Abschnitte mit dem übernommenen älteren Text zu einem
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Hd.U. H. 1. 1
2 Ant. Reich e HO w: Bericht über die Leistuiigeu
einheitliolien Ganzen verschmolzen. Eine gänzliche Umwandlung
hat die systematische Anordnung des Stoffes erfahren. Es ist hierin
die gegenwärtig vorherrschende, die anatomischen Verhältnisse be-
vorzugende Anschauung zum Ausdruck gebracht worden. Die Ab-
bikhmgen sind durch zahlreiche neue Holzschnitte vermehrt worden.
Ch. L. Brehm, s. Olphe-Galliard.
Brehm-Schlegel Denkmal; Ornith. Jahrb. III. S. 37; Mntsschr.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 46.
E. Büchner, Rapport sur le deiixieme congres Ornithologicjue
Internationale de Budapest, St. Petersbourg. 8*^. 50 S.
J. Büttikofer, J. P. van Wickevoort Crommelin; Ornith.
Jahrb. III. S. 76—79.
Bulletin of the British Ornithologists' Club. — Monatliche
Sitzungsberichte. Begonnen im November 1892, 4Nummern erschienen.
H': C. Burmeister. Nachruf; Ibis (6) IV. S. 581— 58'2; Auk. IX.
S. 399—400.
W. E. Clarke, On the Ptudimentary Hallux of the Kittiwake
{Rlssa tridactylu)] Ibis (6.) IV. S. 442— 447. — Die Hinterzehe ist
bald als Stummel, bald nur als eine knopfförmige Erhöhung vor-
handen, die Kralle fehlt in der Regel immer, in einzelnen Fällen
kommt jedoch auch Krallenrudiment vor.
R. Eder, Der Kukuk in Dichtung und Glauben der Völker;
Nordböhm. Vogel- u. Geflügel-Zeit. V. 1892.
D. G. Elliot, The Inheritance of acquired Characters; Auk. IX.
S. 77—104.
C. Fabani, La teoria delle somiglianze nei colori degli uccelli,
ORsia studio sul mimetismo nel colorito degli uccelli; Boll. Natural.
Coli. (Riv. It. Sc. N.) Ann. XII. S. 90— 91, 105—106, 122—124.
L. S. Foster, The Published Writings of George Newbold
Lawrence 1844—1891 ; Bull. Un. St. Nat. Mus. No. 40. Bibliographies
of American Naturalists No. IV. Washington 1892.
E. Harter t. Reise nach Cura^ao und Venezuela; Ibis (6.) IV.
S. 472, 576.
Nach W. Hartwig wurde der Eisvogel früher Eisenvogel ge-
nannt, vermuthlich wegen seiner stahlblauen Ober- und rostrothen
Unterseite; Journ. Orn. XL. S. 129.
A. H. Holland. Reise nach Argentinien; Ibis (6.) IV. S. 472.
J. A. Jeffries. Nachruf; Auk. IX. S. 311—312.
P. L. Jouy's Sammlung japanischer Vögel; Ibis (6.) IV. S. 577.
G. V. Koch, Ueber naturgeschichtliche Sammlungen. Mit 2 Zink-
ätzungen und 1 Tafel in Lichtdruck. Darmstadt 1892.
Lawrence, siehe Foster.
P. Leverkühn, Auf ornithologischen Streifzügen; Mitt. Orn.
Ver. Wien XVI. S. 99—101, 116— h7, 128—130.
Derselbe, Bibliographisches über die „Schwalbe", (Mittheilungen
des Ornithologischen Vereins in Wien); ebenda S. 177 — 179.
Derselbe, Ornithologisches aus Schiltberger's Reise; ebenda
S. 6. — Nachtrag, s. Ber. 1891 S. 3.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 3
F. A. Lucas, Animals recently extinct or threatened witli ex-
termination, as represented in the collections of tlie U. S. National
xMuseum: Rep. Nat. Mns. 1888—89 s. GOO— G49 T. 95—105. —
Auf S. 627 — 643 werden behandelt: Drepanis pacipca^ Pseudogryphus
californiamis^ welcher zur Zeit nur nocli im südlichen Californien
vorkommt und dem Aussterben entgegen geht, Didus i7ieptus^ Pezo-
pJtaps solitaria, Camptolaemus Idhradorms^ Alca impennis und Phala-
crocorax peiiicülatus^ nebst photographischen Abbildungen und Karten-
skizzen über die einstige Verbreitung der ausgestorbenen Arten.
F. W. Meves. Nachruf; Ibis (6.) IV. S. 191—192.
A. B. Meyer berichtet über ein Stück von (kmiptolaimus
lahradoriiis \m Dresdener Museum; Auk. IX. S. 389.
St. G. Mivart, Birds: The Elements of Ornithology. With
174Illustrations, whereofl40are original Drawings. London 1892. 330S.
W. Nauwerck [über mittelalterliche Vögelnamen]; Journ.
Orn. XL. S. 128.
S. Olphe-Galliard, Christian Ludwig Brehm's ornithologische
Briefe. Mit Porträt von Ch. L. Brelim ; Ornith. Jahrb. III. S. 1 27—162.
A. V. Pelzein: Todesanzeige; Auk. IX. S. 74—75. — Nachruf;
Ibis (6.) IV. S. 188—190. — [s. auch v. Tschusi].
R. C. L. Perkins' Reise nach den Hawaischen Inseln; Auk.
IX. S. 208; Ibis (6.) IV. S. 351.
The Potomac Valley Ornithological Club of Washington, D. C;
Auk. IX. S. 400.
0. Reiser, Die Vogelsammlung des bosnisch-hercegovinischen
Landesmuseums in Sarajewo. Enthält die während der Jahre 1887
bis 1891 gesammelte Avifauna desOccupations-Gebietes. Mit 20rigin.-
Skizzen. Berlin 1892. 148 S.
S. N. Rhoads's Reise nach British Columbia; Auk. IX. S. 208.
W. L. Sclater, On the Indian Museum and its Collection of
Birds; Ibis (6.) IV. S. 65— 87. — Geschichte des Indian Museums
in Calcutta und eine Liste der in der Sammlung befindlichen Typen.
W. E. D. Sc Ott 's Reise nach Florida; Auk. IX. S. 208.
R. B. Sharpe, Record of Zoological Literature. Aves 1891;
Zool. Record. XXVIII. London 1892.
J. Sibree über Bezeichnungen, Sprichwörter u.a. madagassischer
Vögel; s. unter Madagassische Region.
W. Stafford's Sammlung englischer Vögel; Ibis (6.) IV. S. 577.
V. V. Tschusi,. Ueber die Anlegung von Privat-Sammlungen;
Ornith. Jahrb. III. S. 71-73.
Derselbe, August von Pelzein. Ein Nachruf; Ornith. Jahr-
buch in. s. 1—11.
A. Whyto. Reise in Nyassaland; Ibis (6.) IV. S. 472.
J. P. van Wickevoort-Crommelin, Nachruf; Ibis (6.) IV.
S. 352. - [s. auch Büttikofer.].
R. Wild, P. Blasius Hanf. Ein Nachruf; Mitt. Orn. Ver. Wien
XVI. S. 15.
1*
4 Ant. Reich eiiow: Bericht über die Leistungen
The Bird-Collections in the Oxford University Museum; Ibis
(G.) IV. S. LS6-187.
XVII. Jahresversammlung der Deutschen Ornithologischen Ge-
sellschaft; Journ. Orn. XL. S. 443-456.
Mnth Congress of the American Ornithologists' Union; Auk.
IX. S. 56—59.
Jahresversammlung der British Ornithologists' Union 1892;
Ibis (6.) IV. S. 474—476.
Zweiter Internationaler Ornithologischer Congress. Hauptbericht.
Budapest 1892.
II. Anatomie, Physiologie, Eutwicklmig.
J. E. Beddard, Notes on the Anatomy and Osteology of the
Indian Darter (^Plotus mehmogaster); Proc. Zool. Soc. S. 291 — 296. —
Ueber Muskulatur und Verdauungsorgane, Vergleichung einzelner
Scelettheile von Plotus melanogaster und anhinga.
Th. Beer, Studien über die Accomodation des Vogelauges;
Arch. ges. Pliys. 53 Bd. S. 175—237,
L. Blanc, Note zur Influence de ia lumiere sur l'orientation
de l'embryon dans l'oeuf de poule; Travail du laborat. d'anat. de
l'ecole veter. de Lyon; C. R. hebd. Soc. biol. S. 9 T. 4 S. 774—776.
G. Buchet, Recherches sur un faisceau musculaire de l'aile des
oiseaux, muscle omo-brachial; Journ. anat. phys. XXVIII. S.282 — 291.
N. Cholodkow sky, Zur Kenntnis der Speicheldrüsen der Vögel;
Zool. Anz. XV. S. 250—254.
A. H. Church, Researches on Turacin, an animal pigment con-
taining copper; Phil. Trans. CLXXXIII. S. 511—530.
E. Couvreur, Sur le pnemno-gastrique des oiseaux. Paris.
104 p. 3 pl. These; Ann. Univ. Lyon S. 51—104 T. I— III.
Derselbe, Influence du Pneumogastrique sur les fonctions
circulatoires (coeur, pression sanguine, effets vasonioteurs) chez les
Oiseaux et comparaison avec les Mammiferes; Ann. Soc. L. Lyon
(n. S.) XXXIX. S. 11—24.
Derselbe, Influence du Pneumogastrique sur la secretion uri-
naire chez les Oiseaux et comparaison avec les Mammiferes ; ebenda
S. 25—40.
C. Dareste, Note sur l'evolution de l'embryon de la poule
soumis pendant l'incubation ä un mouvement de rotation continu;
C. R. CXV. S. 137-138.
F. Proben, Zur Entwicklung der Vogelleber; Aus dem vergl.
anat. Inst. Dorpat. Anat. Hefte Bd. I. S. 354—373.
R. Fusari, Contribuzione allo studio dello sviluppo delle cap-
sule surrenali e del simpatico nel pollo e nei raammiferi; Arch.
Sc. Med. Vol. 16 Torino S. 249—301.
H. Gadow, Crop and Sternum of OpiMhocomvs cristafus: a
contribution to the question of the correlation of organs and the
inheiitance of acquired characters; Proc. R. Irish Acad. Ser. 3 IL
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 5
S. 147. — Die Missbildiing der Furcula und die Einbiegung des
vorderen Randes des Brustbeinkanimes werden auf den Druck
zurückgeführt, welchen der ungewöhnlich grosse Kropf des Vogels
auf beide Theile ausgeübt hat, und als Vererbung angenommener
Eigenschaften gekennzeichnet,
A. van Gebuchten, La structure des lobes optiques chez
l'embryon de Foulet; La Cellule T. 8 Fase. 1 S. 5—43.
N. Gor ono witsch, Die axiale und die laterale Kopfmetamerie
der Vogelembryonen. — Die Rolle der sog. „Ganglienleisten" im
Aufbaue der Nervenstämme; Anat. Anz. VIL S. 454 — 464.
C. Hess, Missbildungen am Auge eines Hühnerembryos; Ber.
XXI. Vers. Ophthalm. Ges.; Beilage zu Klin. Monatsbl. f. Augen-
heilk. XXIX. 1802 S. 259.
C. K. Hoffmann, Etüde sur le developperaent de l'appareil
uro-genital des oiseaux; Verb. Ak. v. Wetensch. te Amsterdam
2. Sect. Deel 1. No. 4.
G. B. and J. P. H. Howes, Pedal skeleton of the Dorking
Fowl, with remarks on hexadactylism and phalangeal Variation in
the Amniota: Journ. Anat. Phys. 26. P. III. S. 395 — 403.
H. Hoyer, Ueber den feineren Bau der Milz von Fischen,
Amphibien und Vögeln. Inaug.-Diss. Strassburg 1892.
A. Klinkowström, Untersuchungen über den Scheitelfleck
bei Embryonen einiger Schwimmvögel; Zool. Jahrb. Abt. Ontog.
u. Anat. 5. Bd. 2. Hft. S. 177—183.
F. Klug, Beiträge zur Kenntniss der Verdauung der Vögel,
insbesondere der Gänse; Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest.
Hauptbericht IL S. 43—58 T. 1.
A. B. Meyer, Abbildungen von Vogelskeletten. Hrsg. mit
Unterstützung der Generaldirekt, d. Kgl. Samml. f. Kunst und
Wissenschaft. Dresden. Lief. 14 — 18.
T. J. Parker, Observations on the Anatomy and Development
of Apteryx; Philos. Trans. R. Soc. London Vol. 182 1892 S. 25—134.
S. Preobraschenskij, Beiträge zur Lehre über die Ent-
wickelung des Geruchsorgans des Huhnes; Mitt. Embryol. Inst. Univ.
Wien 1892. S. 1—19.
R. W. Shufeldt, The Taxonomy of the North American Py-
gopodes based upon their Osteology; Journ. Anat. Phys. XXVI.
S. 199—203.
Derselbe, Ridgway on the Anatomy of Humming-birds and
Swifts; Amer. Nat. XXVL S. 869—870. — Ueber die anatomischen
Verschiedenheiten der Kolibris und Segler.
A. Smiechowski, Ueber das erste Auftreten des Hämaglobins
bei Hühnerembryonen. Inaug.-Diss. Dorpat. 1892.
W. B. Spencer, The Nomenclature of Chicken Embryos for
Teaching Purposes; Proc. Roy. Soc. Victoria III 1891 p. 23—26
T. 4—7. — Das Entwicklungsstadium des Hühnerembryos nach der
Zahl der Stunden und Tage der Bebrütung anzugeben, ist un-
zweckmässig, weil die Entwicklung der Zeit nach ungleichmässig
6 Aiit. Reicheuow: Bericht über die lieistungen
vor sich geht, Verf. bezeichnet deshalb bestimmte Entwicklungs-
zustände mit den Buchstaben des Alphabets von A bis W.
L. Vialleton, Snr l'origine des germes vasculaires dans
l'embryon du poulet; Anat. Anz. VII. S. 624—627.
III. Abäiideruiigen, Bastarde.
Abänderungen, Missbildungen: 0. V. Aplin, Albinos and
White Varieties; Zoolog. XVI. S. IUI.
E. Cannaviello, Casi d'Albinismo nella Provincia di Napoli;
Boll. Ital. Sc. Nat. XII. S. 72.
C. Fabani, Nota intorno ad alcuni casi di anomalie nel colore
degli uccelli; Riv. It. Sc. Nat. XII. (Boll). S. 2—3.
Derselbe, Monstruosita; ebenda S. 116. — Passer montanus
mit 4 Füssen.
W. Farren, Variety of the King Duck; Zoolog. XVI. S. 269.
H. Fischer-Siegwart, L'albinisme chez les Oiseaux; Arch.
Sc. Nat. (3.) XXVIIL S. 555—559.
K. G. Henke, Auch Einiges über Rackelwild und Hahnen-
fedrigkeit: Journ. Orn. XL. S. 170 — 177. — Gegen Angaben von
Th. Lorenz in dessen Behandlung desselben Gegenstandes [s. Be-
richt 1891 S. 11].
E. P. Larken, Varieties in the Jackdaw; Zool. XVI. S. 361.
L. V. Lazarini, Entgegnung auf Herrn Th. Lorenz: „Einiges
über den von Herrn v. Tschusi beschriebenen seltenen Rackelhahn;"
Ornith. Jahrb. III S. 162—166.
G. Lopri, Sopra due casi die albinismo ed isabellismo in una
Scolopax rustiada e in una Pica ruMica; Boll. Soc. rom. st. zool. I.
S. 58—59.
P. Leverkühn, Ueber eine abnorm gefärbte Ente; Zeitschr.
f. Orn. u. prakt. Geflügelz. XVI. 1892.
Th. Lorenz, s. Henke u. Lazarini.
R. A. Macpherson, Albinism in Birds and Mammals; Zoolog.
XVL S. 191.
R. A. Philippi, Albinismen unter den Vögeln Chiles; Zool.
Gart, 33. S. 181—184.
F. de Schaeck, Les Varietes d'Oiseaux du Museum de Paris;
Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest. Hau})tbericht IL S. 81- — 91.
Staats V. Wacquant-Geozelles, Verwundungen und Miss-
bildungen; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 72—75.
Derselbe, Aus dem Tierleben der Heimat; Zool. Gart. 33.
S. 362 — 366. — Albinos der Haubenlerche.
V. V. Tschusi, Aber-ration des Wasserpiepers [Anthus spipoletta);
Ornith. Jahrb. III. S. 121—122.
Derselbe, Eine interessante Aberration des Mäusebussards;
ebenda S 260— 2(1!.
E. R. Waite, Albinos and White Varieties; Zool. XVI. S. 25.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 7
J. J. Weil-, Albinism in Birds and Mammals; Zool. XVI.
S. 141-143.
Bastarde: 0. V. Aplin, Snpposed Hybrid between Song TLrush
and Bkckbird; Zool. XVI. S. 145—146.
E. Arrigoni degli Oddi, Un ibrido nuovo nella famiglia delle
anitre {Mareca penelope X Querquedula creccci)] Atti Soc. Ital. Sc.
N. Vol. 33. Fase. 1 S. 17—19.
W. Chamberlain, On the Occurrence of Hybrids between the
Red Grouse and Ptarmigan; Zoolog. XVI. S. 41 — 51.
D. Gr. Elliot, Hybridism, and a Description of a Hybrid
between Anas boschas and A7ias americana] Auk. IX. S. 160 — 166,-
J. A. Harvie Brown, Hybrid Teal and ^M Duck; Zool. XVI.
S. 148—149.
G. Kolthoff, Lagopus bonasiofetria; Bastard mellan Orre och
Hjerpe funnen i Sverige; Bih. K. Sv. Akad. Handl. 13. Afl. IV. Nr. 2.
Derselbe, Lagopus bonasioides, Bastard mellan Dalripa och
Hjerpe; ebenda No. 6.
H. Kreye, Bastard von Galli7iula chloropus (L.) und Fulica
atra L. ; Ornith. Jahrb. III. S. 172.
Sauermann, Mischlinge vom Textor und dottergelben Weber-
vogel, Hyplumtor7iis textor und H. vitellinus; Mitt. Orn. Ver. V^ien
XVL S. 91— 92.
A. Such et et, Les oiseaux hybrides, rencontres ä l'etat sauvage.
3. Partie. Les Passereaux; Mem. Soc. Zool. France V. S. 179—451.
— Den mit unermüdhcher Ausdauer fortgesetzten Bemühungen des
Verfassers ist es gelungen, ein ungemein reiches Material zu sammeln.
Gegen 100 Bastardformen aus den Gruppen der Singvögel, Raken
und Spechte sind in dem vorliegenden dritten Teil der Arbeit be-
sprochen. Für die Mehrzahl der Formen sind nur einzelne,
für manche aber eine grössere Anzahl von Fällen nachgewiesen.
So führt Verf. 7 Beispiele der Hybridation von Hirundo urbica und
rustica auf. Am Schlüsse wird noch zweier Curiosa gedacht, deren
thatsächliches Vorkommnis dem Verf. von Correspondenten versichert
wurde, nämlich der Hybridation von Saxicola ruhicola )\ Carduelis
elegans und Ruticilla sp. X Carduelis. Beide gehören offenbar in
das Reich der Fabeln. Unter den authentischen Fällen der Hy-
bridation einander ferner stehender Arten dürfte der von Einberiza
citrinella X Cynchramus schoeniclus einer der beachtenswertesten sein.
Vergl. auch F. G. Millais unter Jagd u. s.w.
IT. Palaeontologie.
F. Ameghino, Enumeracion de las Aves fösiles de la Republico
Argentina; Revista Argent. Hist. Nat. T. I. Entr. 6. S. 441 — 456.
— Beschreibung einer Reihe neuer Formen: rrotibis, Pseudolurus^
Paraptenodytes., Felecyoniis nom. n. pro Psäoptents, Lop/dornis^
Anisolornis^ Opisthodactylvs, n. fam. Pelccyomidae. [Dem Bericht-
erstatter nicht zugänglich geworden!].
g Ant. Reiclieuow: Bericht über die Leistungen
E. D. Cope, Occurrence of Bird remains in Pueres Series, New
JNIexico; Trans. Amer. Phil. Soc. XVI. S. HO'J.
C. Deperot, Sur la faune d'Oiseanx pliocenes du Roussillon;
C, R. CXIV. S. 690 — 692. — Neu: Corviis praecorax, Palaeocryptonyx
donnezuni, Anser anatoides.
H. C. Field, Discoveries of Moa Bones; Trans. N. Z. Inst.
XXIV. S. 558-561.
H. 0. Forbes beschreibt eine fossile Ralle von den Chatham
Inseln, Aphanapteryx hawkinsi; Nature 3 March. S. 416 ii. 21. April
1802 S. 580, Ibis (6.) IV. S. 47:3—474.
Derselbe, Evidence of a Wing in Di?ior7iis; Nature 45.
No. 1159 S. 257.
Derselbe, [On osteological remains of birds from the
Chatham Islands]; Bull. Brit. Orn. Club No. IV 31. Dec. 1892. —
Diaphorapteryx n. g. für Aphanapteryx haivkinsi, Palaeocorax n. g.
für Corous moriorum.
Derselbe, Preliminary notice of additions to the extinct Avi-
fauna of New Zealand; Trans. N. Zeal. Inst. XXIV S. 185—189. —
Neu: Circus hamiltonl n. teuutensis^ Notornis parkeri, Ocydromiis
insif/nis, ApJianapteryx hnivkinsi^ Tludacrocorax novaezealandiae var.
maior^ Palacocasuarius (n. g.) eler/an.s^ Cnemiomis grucüis u. minor,
Bizmra lautouri.
F. W. Hutton, On the Moas of New Zealand; Trans. N. Z.
Inst. XXIV. S. 93—172 T. XV— XVII. — Neu: Dinornis potens,
Tylopteryx (n. g.) torosus^ PalapUryx plenus^ Ano7nalopteryx antiquus^
Mesopteryx n. g., Eurijapieryx ponderostis u. pygmaeus.
W. F. Hutton and R. Lydekker, The History of the Moas, or
Extinct Flightless Birds of New Zealand; Nat. Science I. S. 588 — 595.
F. A. Lucas, s. oben S. 3.
R. Lydekker, Recent Researches in Fossil Birds; Nat. Science 1.
S. 266—271.
Derselbe, Remarks on some recently described Extinct Birds
of Queensland; Ibis (6.) IV S. 530 — 533. — Besonders über Ne-
crasfur, Dromaeus patricüis und Mctapteryx.
A. Milne-Edwards, Sur les Oiseaux fossiles des depots
eocenes de Phosphate de Chaux du Sud de la France; Zweiter
Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 60—80. —
Folgende zum grösseren Theil neue Formen werden beschrieben:
Aquila hypogea^ Necrohyas Jiarpax, Otu.s henrici^ Bubo mcerttis, iJy-
namoptenis velox, Archaeotrogon ve7iusius, (jeranopterus alatus, Tachy-
ornis hirundo, Filholornis paradoxa, gravis u. debilis, Pterocles validus
u. larvatus, Palaeortyx ocyptera u. cayh/xcnsis, Geranopsis elatus^
Ardea amissa^ Rallns dasypnsu. arenariv!^, Orthocnemvs gallicus^ Cursor^
tnaior u. minor^ ElapJirocnemus phasiatins, gracilis u. crex^ Tapiiiopits
eJlloti.
E. Newton and H. Gadow, On some bones of Dodo and
other extinct Birds of Mauritius; Proc. Z. S. Lond. S. 543—545.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 9
P. L. Sclater 1:)ei'ichtet über ein Ei von Aepyornis medius;
Proc. Z. S. London S. 299.
R. W. Shufeldt, A Study of tho Fossil Avifauna of the Equus
Beds of the Oregon Desert; Jonrn. Ac. Nat. Sc. Philad. XL S. 889
bis 425. — Mehrere hundert Fossih-este von Vögeln wurden von
Th. Condon und E. D. Cope in den Tertiärschichten von Silver
Lake in Oregon gesammelt. Verf. führt diese Reste auf 50 Arten
zurück und zwar 27 noch jetzt lebende, 5 zweifelhafte und 17 aus-
gestorbene, unter letzteren 14 neue, welche bereits im Vorjahre
beschrieben worden sind (vergl. Ber. 1891 S. 13): Larus robustus
u. oregonus, Anser condoni, Branta propinqua, Phoenicopterus copei,
Ardea paloccidentalis^ Ftdica niinor^ Pediocaetes hfcasi u. nanus^
Palaeotetrix (n. g.) güli^ Aquila pliogryps u. sodali>i, Scolecophagus
affinis^ Corvtis annectens.
C. W. De Vis, Residue of the Extinct Birds of Queensland as
yet detected; Proc. Linn. Soc. NS. Wales (2) VI. S. 437— 45G.
T. XXIIL u. XXIV. — Neu: Necrastur^ Tribonyx effluxus, Por-
phyrio mackintoshiy Gallitiula peralata, Palaeopclargus, Platalca sith-
tenuis, Pelicanus pjroavus^ Dromaius gracilipei^^ Metapteryx bifrons.
Am Schlüsse der Arbeit ein Verzeichniss der bisher aus dem Post-
pliocen von Queensland bekannten Arten. Auf Taf. XXIV Reste
von Necrustur^ Porphyrio^ Gallinula^ Palaeopclargus^ Platalea u.
Pelicanns, auf Tafel XXIII solche von Dromaius u. Metapteryx.
Derselbe, on the Trail of an extinct Bird; Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2.) VI. S. 117 — 122. — Litkophaps uhiarisn. g. otsp.foss.
Derselbe, Note on an extinct Eagle; ebenda S. 123 — 125. —
Ueber Taphaetus (n. g.) hrachialis.
V. Geographische Verhreitung, Wauderung, Faunistik.
Wander^ing, Verbreitung im aUfjemeinen,
J. Cordeaux, On the Migration of Birds as observed on the
East Coast of Great ßritain; Zweiter Intern. Orn. Congress Buda-
pest. Hauptbericht IL S. 165 — 171.
Ch. Dixon, The Migration of Birds, an Attempt to Reduce
Avian Season-Flight to Law. London 1892. — ■ Der Inhalt des
Werkes zerfällt in folgende Abschnitte: Alte und neue Ansichten
über die Wanderung; Eiszeit und warme Polarklimate; Die
Wanderung vom philosophischen Standpunkt; Zugstrassen; Aus-
wanderung und Abänderung; Streichen; Nomadisieren; Gefahren
der Wanderung; Zweck der Wanderung; Frühjahrs- und Herbst-
wanderung; Vogelzug auf den Britischen Inseln.
E. H. Giglioli, L'avigeografia. Rassegna introduttiva. Zweiter
Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht IL S. 159—164.
G. Martorelli, Le mute regressive degli uccelli migranti, e il
loro scambrio tra gii Emisferi Nord e Sud; Atti Soc. Ital. XXXIV.
S. 36—97.
G. Roger on über Vogelzug am Nordpol s. unter Arktis che Region.
10 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
EtirojmisrJi-SiOii'iscIie (OesUivhe gemässigte) ßef/ioii.
J. Büttiküfer, Europäische Zugvögel als Gäste in Liberia;
Zweiter Intern. Orn, Congress Budapest. Haiiptbericlit IL S. 172-176.
Em in Pascha, Europäische Vögel in Afrika; Zool. Jahrb. VI.
S. 145 —151. — Ueber europäische Wanderer in der Aequatorial-
Provinz.
V. V. Tschusi, Sicheres und unsicheres über das Vorkommen
des Steppenhuhnes {Syrrhaptes parddoxiis) im Jahre 18*)1; Ornith.
Jahrb. IIL S. 118 — 121. — Ueber Vorkommen in Europa.
Deutschland: C. Bolle, Der Schwan in der Mark; Monatsbl.
d. Ges. f. Heimatk. d. Prov. Brandenburg 1892 S. 42 — 60.
L. Buxbaum, Der Hausrothschwanz (^Rvticüla tithi/s); Mntsschr.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 278—279. [s. Kleinschmidt].
Derselbe, Ornithologische Beobachtungen. Die Ueberwinterung
der Vögel in 1891/92 und der Vogelzug im Frühjahr 1892; ebenda
S. 307—309.
V. Capek, Zur ornithologischen Durchforschung des mährisch-
schlesischen Gesenkes; Mitt. Orn. Ver. Wien XVL S. 171 — 172,
183—185, 196—199.
V. Einsiedet, Beobachtungen über das Eintreffen der Zugvögel
im Frühjahi: gemacht auf dem Pohlitzer Revier bei Greiz in Ost-
thüringen; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 258 — 259.
B. A. V. E., Aus H. Gätke's „Vogelwarte Helgoland"; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVL S. 22, 32—33, 45—46, 55—56, 65—67, 82
bis 84, 90—91, 130, 141—143, 164-165, 189-191, 200-202,
212—213, 224-^225, 238—239, 272—273, 281—283.
C. Flöricke, Zur Charakteristik der schlesischen Vogelwelt;
Journ. Orn. XL. S. 151 — 167.
Derselbe, Ornithologische Jahresberichte aus den Regierungs-
bezirken* Breslau und Liegnitz; ebenda S. 167 — 170.
Derselbe, XII. Jahresbericht (1887) des Ausschusses für Bo-
obachtungsstationen der Vögel Deutschlands; ebenda S. 237 — 253.
Derselbe, Winterbeobachtungen 1891/92; Ornith. Jahrb. III.
S. 182 — 189. — Beobachtungen aus Marburg.
Derselbe, Wildgänse in Schlesien; Mitt. Om. Ver. Wien XVI.
S. 257.
Derselbe, Aus meinen Sommerferien. Blätter aus dem Orni-
thologischen Tagebuche; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw.
XVII. S. 103—107, 165—169. — Beobachtungen aus Schlesien.
Derselbe, Der Zwergfliegenfänger (Ahiscicapa parva) Brut-
vogel bei Berlin; ebenda S. 425 — 426.
Derselbe, Versuch einer Avifauna der Provinz Schlesien.
Lief. 1. 8. Marburg- 1892.
H. Gätke, Ornithologisches aus Helgoland; Ornith. Jahrb. III.
S. 201 — 202. — Plutalea kucorodia, AUmda yeÜoniensis u. Pmicola
emicleator auf Helgoland erlegt.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 1 1
E. Hartert, Trivialnamon und Notizen aus Schlesien; Ornitli.
Jalub. III. S. 32 33.
Derselbe, On the Birds of East Prussia. Part. I; Ibis (6.)
IV. S. 353—372, 504—522.
Herber berichtet über Vorkommen von Sen?ms berimis bei
Posen; Journ. Orn. XL. S. 436.
0. Kleinschmidt, Vögel des Grossherzogthums Hessen, ins-
besondere der Rheinebene bei Nierstein; Journ. Orn. XL. S. 195 — 212.
Derselbe, Einige bemermerkenswerthe Notizen aus der Um-
gebung von Marburg a. d. Lahn (Sommer 1891 und Winter 1891/92);
Ornith. Jahrb. III. S. 166—167.
Derselbe, Giebt es in Deutschland nur eine Art des Haus-
röthels?; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 202 bis
204. — [s. auch Buxbaum S. 10, Schlegel S. 12, Michel S. 14 und
unter Systematik Sylviidae; Ruticüla tithys].
Derselbe, Ornithologische Beobachtungen bei Marburg an der
Lahn; ebenda S. 445 — 455.
F. König-Warthausen, Ueber späte Vogelbruten; Jahresb.
Ver. Vat.-Naturk. Württ. XLVIII. S. 64—65.
Derselbe, Naturwissenschaftlicher Jahresbericht 1890; ebenda
S. 179—223.
P. Kollibay, Ornithologisches aus Schlesien; Journ. Orn. XL.
S. 317 — 328. — Beobachtungen über die Vogelfauna Schlesiens
nach Aufzeichnungen aus den Jahren 1887 — 91.
E. F. Kretschmer, Nachtrag zu den Mittheilungen über die
Vögel der Provinz Posen; Mntschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw.
XVIL S. 171-172.
Derselbe, Eine ornithologische Reise nach Sylt; „Die Heimath"
2. Jahrg. No. 9 u. 10.
K. Lampe rt, Beiträge zur Fauna Württembergs; Jahresb.
Ver. vaterl. Naturk. Württemberg 1892 S. 265—268. — Zum ersten
Mal sind für Württemberg nachgewiesen: Glaucidium passerinum^
Totanus fuscus^ Fuffijius kuhli.
0. Leege, Einige Bemerkungen über den diesjährigen Beginn
des Vogelzuges; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII.
S. 236—238.^
Derselbe, Zum Zuge des Mauerseglers. Nach Beobachtungen
auf der Insel Juist; ebenda S. 252 — 254.
Derselbe, Zum Vogelzuge im Mai 1892 nach Beobachtungen
auf der Insel Juist; ebenda S. 295 — 299.
F. Lindner, Ornithologisches und Anderes von der Preussischen
Wüste IL; ebenda S. 40—42.
Marke rt fand im Nitzschehammerthal bei Scheibenberg in
Sachsen ein S von Fringilla codehs mit einem $ von F. moutifringilla
gepaart; ebenda S. 476— 477.
A.B. Meyer und F. Helm, Verzoichniss der bis jetzt im
Königreich Sachsen beobachteten Vögel, nebst Angaben über ihre
sonstige geographische Verbreitung. Mit einer Vegetationskarte
12 Ant. Reich euow: Bericht über die Leistungen
der Erde. (VI. Jahresber. 1<S*)0 der ornith. ßeobachtungsst. im Kngr.
Sachsen.) Berlin 1892.
W. Peiter, Ornithologisches ans dem Ei'zgebirge; Mitt. Orn.
Ver, Wien XVI. S. 31—32!
E. Pfannenschmid, Ornitliologische Mittheilungen aus Ost-
friesland; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 135—137.
A. Reichenow berichtet über Erlegen einer Otts tetr((,v Anfang
Januar im Spreewald; Journ. Orn. XL. S. 225.
0. V. Riesen thal, Nach dem Darss'er Ort; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 183-191.
C. Sachse, Ticlcodroma muraria, Petrocincla saxalilis und
Emherizacia in der Rheinprovinz; ebenda S. 260 — 261.
H. Schalow berichtet über Vorkommen von Mergulvs alle bei
Frankfurt a. 0. im Januar und Februar 1891; Journ. Orn. XL. S. 133.
Derselbe, Ueber das Vorkommen von Fratincola ruhicola (L.)
im östlichen Norddeutschland; Stzb. Ges. naturf. Fr. Berlin 1892
No. 8 S. 141—145.
R. Schlegel, Meine Beobachtungen über Ruticüla tithys und
R. tithys cairii; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII.
S. 302- — 305. — [s. oben Kleinschmidt S. 11.]
H. Seebohm, List of the Birds of Heligoland as recorded by
Herr Gätke; Ibis (6.) IV. S. 1—32. — Eine Liste der Vögel Helgo-
lands nebst Bemerkungen über die Zeit des Vorkommens nach
Gätke's „Vogelwarte Helgoland" zusammengestellt.
Staats V. Wacquant-Geocelles, Vorkommen des Wespen-
bussards {Pernis apivorus) im Kreise Hameln; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. XVH. S. 473-476.
V. V. Tschusi, Vermeinthches Vorkommen von Steppenhühnern
in Deutschland; Ornith. Jahrb. III. S. 33. — Auf GaUimila chlorojms
zurückzuführen.
Derselbe, Parus palustris montanus Bld. inBaiern; ebenda S.261.
C. Vielitz berichtet über Vorkommen des Cinclvs merula bei
Rheinsberg; Journ. Orn. XL. S. 232.
Wiepken berichtet über einen am 6. XI. 91 auf der Hunte
in Oldenburg erlegten Endytes glacialü; Journ. Orn. XL. S. 218.
V. Winterfeldt, Notiz über Brenta hernicla (L.); Journ. Orn.
XL. S. 328. — B. heniicla in der Mark.
AV. Wurm, Zum Vorkommen des Birkwildes im Schwarzwald;
Jahresber. Ver. vat. Naturk. Württemb. 48. Jahrg. S. 263.
J. Ziegler, Thierphänologische Beobachtungen zu Frankfuit
am Main; Ber. Senckenb. naturf. Ges. 1892 S. 47-69.
Oesterreich-Ungani : J. Biering, Circaetus gaüiais (Gm.) in
Böhmen erlegt; Ornith. Jahrb. III. S."205.
S. Brusina, Croato-Serbische Vögel mit Berücksichtigung des
übrigen slavischen Südens; Abh. Serb. Kgl. Akad. 1892, — I'ehandelt
408 Arten in Kroatischer Spi'ache.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 13
A. V. Buda, Unsere seltenen Gäste im Comitate Huyad; Zweiter
Intern. Congress Budapest. Hauptbericht II, S. 145—148.
C. Bunker, Lestris pomatorhinus Tem. in Kärnten; Ornith.
Jahrb. IIL S. 258- 259.
V. Capek, Aus einem mährischen Forsthause; Älitt. Orn. Ver.
Wien XVI. S. 267—268.
J. V. Csato, Die Verbreitung und Lebensweise der Tagraub-
vögel in Siebenbürgen; Zweiter Intern. Orn. Congress in Budapest.
Hauptbericht II. S. 118—128.
Derselbe, Die Verbreitung und Lebensweise der Tagraubvögel
in Siebenbürgen; Mitt. Orn. Ver. Wien XVL S. 210—212, 223—224,
236—238, 247—249, 259—260.
E. V. Czynk, Seltene Gäste; ebenda S. 147—149.
Derselbe, Der Herbstzug 1891 im Fogarascher Comitat
(Siebenbürgen); Ornith. Jahrb. IH. S. 191 — 195.
Derselbe, Singschwäne in Siebenbürgen; ebenda S. 206.
F. V. Dalberg, Schneeammer {Calcariiis nivaUslj.) in Mähren;
ebenda S. 79.
F. V. Fiskali, Schlangenadler {Circaetus gallicus) in Böhmen;
ebenda S. 173—174.
A. Fritsch, Die Vogelwelt am Gatterschlager Teiche bei
Neuhaus in Böhmen; ebenda S. 19 — 23.
Derselbe, Die Vogelwelt am Unter-Pocernitzer Teiche bei
Prag; ebenda S. 30 — 32.
F. V. Grebmer, Rackelhähne in Kärnten erlegt; ebenda S. 258.
Gredler, Cicaetus gallicns in Süd-Tirol; Mitt. Orn. Vei-. Wien
XVL S.277.
R. Hänisch, Aus Dahnatien; Ornith. Jahrb. III. S. 27 — 30.
— Massen-Durchzug von Scolopax riisticula.
Derselbe, Ornithologische Mittheilungen aus dem unteren
Narentathale ; ebenda S. 55 — 60.
Derselbe, Aus Nord-Dalmatien; ebenda S. 112 — 113. —
Häufiges Vorkommen von Otis tetrax L. u. Anzeichen von Albinismus
bei Colmnba livia L.
Derselbe, Aus Dalmatien; ebenda S. 189 — 191. — Zug von
Scolopax rusticula L.
A. Hauptvogel, Ornithologische Beobachtungen aus dem
Aussiger Jagd- und Vogelschutzvereine 1890; IVIitt. Orn. Ver. Wien
XVI. S. 51—52, 63—65, 77—78.
C. Heyrowsky, Aytliia marila und Querquedula angvstirostris
in Böhmen; Mitt. Orn. Ver. Wien XVL S. 193.
A. V. Homeyer, Nach Ungarn und Siebenbürgen. Eine Studien-
und Sammelreise vom 3. Mai bis 26. Juni 1892; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. XVH. S. 400-417, 429—441, 462—469.
L. Kenessey v. Kenese, Vorläufige Uebersicht der Ornis des
Weissenburger Comitates in Ungarn; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI.
S. 3—4, 30—31, 43—45, 53-54. — Fortsetzung, s. Ber. 1891 S. 18.
14 Ant. ßeiclieiio w: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Ornitholoo-isclie Beobachtungen am Velenczeer See
in Ungarn während des Sommers 1891; ebenda S. 111 — 11;».
K. Knezourek, Emberiza horüdana L. im östlichen Bölinien;
Ornith. Jahrb. III. S. 64—66.
Derselbe, (iniH cinerea L. in Böhmen erlegt; Ornith. Jahrb. III.
S. 205.
J. Knotek, Ornith ologische Beobachtungen im Weitraer Gebiet
(Niederösterreich); Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 1—3, 18.
A. Koller, Steinadler (vi, fvliHi) in Oberösterreicli geschossen;
Ornith. Jahrb. III. S. 205.
F. Kralert, Seidenschwänze und Star- Aberration; ebenda S.206.
P. Leverkühn, Bericht über eine Reise nach Ungarn im Früh-
jahre 1891; Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht IL
's. 210-238.
L. Lorenz von Liburnau, Die Ornis von Oesterreich-Ungarn
und den Occupationsländern im K. K. Naturhist. Hofmuseum zu
Wien; Ann. Hofmus. Wien VIL S. 306— 372.
0. J. Luzecki, Zur Ornis der südöstlichen Bukowina; Ornith.
Jahrb. in. S. 199—201.
J.Michel, Beobachtungen über den Hausrotschwanz (Ruticilla
tithijs)] Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVIL S. 276—278.
— [vergl. 0. Kleinschmidt S. 11].
Derselbe, Einige ornithologische Reise-Erinnerungen; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVL\S. 149—151^ 163—164, 176-177, 187-188,
199—200, 209—210.
Derselbe, Ornithologische Excursionen im Isergebirge; ebenda
S. 245—246, 257—259, 271—272.
A. v.Mojsisovics, Otistetraxin Steiermark; Orn., Jahrb. III. S. 34.
Derselbe, Zippammer (Emberiza na L.) in Obersteiermark;
ebenda S. 79.
Panzed, Circactus gallicus in Südtirol; Mitt. Orn. Ver. Wien
XVL S. 243—245.
Peiter, Ornithologisches vom Hocherzgebirge; ebenda S. 205.
E. Perzina, Wiener Trivialnamen; Ornith. Jahrb. III, S. 66 — 69.
A. Pich 1er, Der Zug der Vögel durch Varasdin im Jahre 1892;
Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 20>— 208, 222—223.
J, Pfaz, Ueber einige um Freudenau bei Radkersburg in
Steiermark vorkommende Vögel; Ornith. Jahrb. III. S. 69 — 71.
Riha, Anas anqvstirostris Menetr. und Fuligula marila (L.) in
Böhmen erlegt; Ornith. Jahrb. III. S. 259—260.
C. F. Rzehak, Systematisches Verzeichniss der bisher in
Oesterr. - Schlesien beobachteten Vögel, nebst Bemerkungen über
Zug. Brut und andere bemerkenswerthe Erscheinungen; Mitt. Orn.
Ver.' Wien XVI. S. 4—6, 19. — Fortsetzung, s. Per. 1891 S. 19.
Derselbe, Die Raubvögel Oesterr. Schlesiens; ebenda S, 75 — 77,
87—89, 101—102, 113—115, 125—127.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 15
Derselbe, Oesterreichisch-sclilesiscLes Vogel-Idiotikon; Ornitli.
Jahrb. III. S. 114 — 118. — Landesübliche Vogelnamen aus Oester-
reichiscli-Schlesien.
F. Schall er, Otis tetrux in Mähren; Ornith. Jahrb. III. S. 84.
Schollmayer, Beiträge zur Ornis Krains; ebenda S. GO — (54.
¥. Schulz, Polartaucher {Coli/mbns arcticus) in Krain; ebenda
S. 34—35.
Derselbe, Bienenfresser [Merops apiaster) und weissrückiger
Specht {Picus leuconotus) in Krain; ebenda S. 203.
J. Talsky, Zum Vorkommen des Bienenfressers [Merops
apiaster L.) in Mähren; ebenda S. 195 — 199.
V. V. Tschusi, Am Velenczeer und Kleinen Balatonsee; Ber.
IL intern. Orn. Congress Budapest. S. 202 — 209. — Schilderung
der im Anschluss an den Congress unternommenen Excursion.
Lvsciniola melanopoc/on wurde vielfach nistend gefunden.
Derselbe, Acredula irhii. Graurückige Schwanzmeise; Ornitli.
Jahrb. III. S. 122. — In Süd Tirol erlegt.
Derselbe, Karmingimpel (Carpodacus erytlirinus Fall.) und
Zwergfliegenfänger (Mnscicapa parva Bchst.) bei Prag; ebenda
S. 205—206.
Derselbe, Ornithologische Miscellen; ebenda S. 254 — 250.
E, Urban, Otis tetrax in Schlesien; Ornith. Jahrb. III. S. 34.
Derselbe, Die Sperbereule (Ni/ctea uliila) in Oesterreichisch-
Schlesien; ebenda S. 122.
D. V. Varecka, Zeit der Ankunft einiger Zugvogel im Piseker
Gebiete; ebenda S. 257.
Derselbe, einige Notizen zur Ornithologie Böhmens; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVI. S. 161—163, 173—176, 185—186.
Derselbe, Ueber das Vorkommen der Zwergohreule (Srops
zorca Sav.) in Böhmen, Mähren und Oesterr.-Schlesien; ebenda
S. 219—221, 231—232.
J. Zahradnik, Notizen aus Mähren; Ornith. Jahrb. III. S. 204.
— Aquüa pennata u. Oklemia fusca in Mähren erlegt.
Griechenland: G. N. Douglass, Zur Fauna Santorins. Aves;
Zool. Anz. XV. S. 454.
H. E. Dresser [On a new Species of Acrednla from Macedonia];
Bull. Brit. Orn. Club No.IV. Dec. 31 1892. — Acredula macedo?uca n.sp.
Europ. - Russland: C. Greve, Zoologische Beobachtungen
während einer Kaukasusreise; Zool. Gart. 33. S. 145 — 151.
0. V. Löwis, Lokalornis zweier engbegrenzter Plätze im
mittleren Livland; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII.
S. 119—135.
Derselbe, Das Haselhuhn in Livland; Zool. Gart. 33, S. 65
bis 76, 102—111, 133—145.
T. Lorenz, Die Vögel des Moskauer Gouvernements; Bull.
Soc. Mose. 1892 S. 263—321.
\(j Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen
Schweden, Norwegen: R. Collett, Das Leben der Vögel im
arktischen Norwegen; Zweiter Intern. Orn. Congress. Budapest.
Hauptbericht II S. 19—39.
S. A. DavieSjA Naturalist's Ramble inSwedish Lapland; Zoolog.
XVI. S. 81— 87.
Dänemark: H, Winge, Fuglene ved de danske Fyr i 1890.
8 de Aarsberetning om danske Fugle. Med 1 Kort; Vidensk. Meddel.
Naturh. Foren. Kjobenhavn (5.) 3. Aarg. S. 61 — 132.
England: 0. V. Aplin, On the Distribution of the Cirl Bunting
in Great Britain; Zoolog. XVI. S. 121-128, 174—181.
Derselbe, Supplementary Notes on The Birds of Oxfordshire;
Zoolog. XVI. S. 241—258.
Derselbe, The Status of the Woodchat, Lanius rufus^ in Great
Britain; Zoolog. XVI. S. 345—352.
M. Bird, Bird Life in the Norfolk Broads; Field Club III.
S. 1—4, 20—24, 36—00, 52—55, 65-69, 86—88, 104—108, 116
bis 120, 133—138, 151—154, 164—167, 177—180.
T. E. Buckley, Contributions of the Vertebrate Fauna of
Sutherland and Caithness: Ann. Scott. N. H. I. S. 156—168.
W. E. Clarke, Report on the Great Skua {Slercorarhis catar-
rhactes) in Shetland during the season 1891; Ann. Scott. N. H. I.
S. 87—92.
Derselbe bemerkt bezüglich des auf den Hebriden erlegten
Grns leucogeranus [s. Ber. 1891 S. 22], dass der erlegte Vogel
vermuthlich derselbe gewesen ist, welcher im August desselben
Jahres Hrn. E. W. Marshall in Marlow (England) entflogen war;
Ibis (6.) IV. S. 181.
J. Cordeaux, On the Migration of the Yellow Wagtail; Zoolog.
XVL S. 389-391.
Derselbe, Migration in the Humber District in the Autumn
of 1892; Zoolog. XVL S. 417— 420.
J. S. Elliott, Additional Notes on the Birds of Donegal;
Zoolog. XVI. S. 128—131.
H. W. Feil den, Introduction of Ptai-migan into the Faeroe
Islands; Zoolog. XVL S. 413—414.
W. W. Fowler, The Marsh Warbier, Äcrocephahis palustris,
in Oxfordshire; Zoolog. XVL S. 303— 309.
W. J. Gordon, Our Country's Birds, and how to know them;
a Guide to all Species, and niany original Diagrams. London 1892.
J. H. Gurney, Ornithological Notes from Norfolk; Zool. XVL
S. 56—61.
Derselbe, Ornithological Notes from Norfolk; Zoologist XVL
S. 398—401.
W. Harvey, The Shoveller {Spatnla clypeata) nesting in Sandey,
Orkney; Ann. Scott N. H. I. S. 138.
J. A. Harvie Brown, The Great Spotted Woodpecker [Pictis
maior) in Scotland; Ann. Scott. N. H. I. S. 4 — 17.
in der Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1892.
17
Derselbe, Great Shearwater (^Pufßmm mm'or) in Tiree; Ann.
Scott. N. H. I. S. 74.
L. H. Irby, British Birds: Key List. Second edition, revised
and enlarged. London LS92.
Klein, The Cause of Grouse-Disease; Zool. XVL S. 337 — 341.
H. Lewis, Notes on Birds observed in Heitfordshire during
the year 1891; Trans. Hertf. Soc. VII. S. 62— (58.
Lilford, Coloured Figures of the Birds of the British Islands.
London. — T. XXI u. X:XII.
Derselbe, Notes on the Birds of Northamptonshire ; Journ.
Northampt. Soc. V. S. 41— 53, 85 92, 131-141, 161—171, 178
bis 186, 207—222, 293— 302; VL S. 1—7, 41—49, 69—76, 116
bis 125, 162—171, 196-207, 262—266, 269—277; VIL S. 3— 12,
58—63, 140—146
Derselbe, Notes on the Ornithology of Northamptonshire for
1891; Zoolog. XVL S. 201—210.
H. A. Macpherson, A Vertebrate Fauna of Lakeland; in-
cluding Cumberland and Westmorland, with Lancashire north of
the Sands. Edinburgh. 1892.
J. Mac Rury, The Gi"aj Phalarope [PhaJaropns fulicarivs) in
Barra; Ann. Scott. N. H. I. S. 139.
Derselbe, Ruff [Machetes pugnax) in the Outer Hebrides;
ebenda S. 139.
A. G. More, The alleged former Nesting of the Osprey in the
English Lake District; Zoolog. XVI. S. 1 — 3.
Derselbe, Recent Additions to the List of Irish Birds; Irisli
Nat. L S. 3 - 4.
F. M. Ogilvie, On the recent Occurrence in the British Islands
of the Ruddy Sheldrakc; Zoolog. XVL S. 392—398. — Ueber Ta-
dorna casarca in England.
J. E. Palmer, Birds of Lambay Island; Irish Nat. I. S. 1 14— 1 17.
R. L. Patterson, Birds of Rathlin Island, Antrim; Irish Nat. I.
S. 50—53, 70—73, 85—86.
Derselbe berichtet über seltene Gäste an der Nordküste
Irlands, Ibis (6.) IV. S. 180—181.
T. S. Peace, Great Bustard (Otis tarchi) in Orkney; Ann.
Scott. N. H. I. S. 138.
H. Raeburn, Some further Notes on Summer Birds of Shet-
land; Proc. Phys. Soc. Edinb. XL S. 67—73.
P. Ralfe, Birds of the Isle of Man; Zoolog. XVL S. 93—100.
H. Saunders berichtet über seltene Gäste an den englischen
Küsten infolge von Herbststürinen ; Ibis (6.) IV. S. 182 — 185.
H. Schalow berichtet über eine kleine Sammlung von der
Insel Jona; Journ. Orn. XL S. 229—230.
11. Seebohm [On two examples of l'ringa ücnminata obtained
on the Norfolk coast]; Bull. Brit. Orn. Club No. III 1. Dec. 1892.
R. Service, Buffon's Skua {Stercorariu>i parasitinin) in the
Solway District; Ann. Scott. N. H. 1. S. 73—74.
Avch. f. Natuigesch. Jaliig. 1893. Itd. H. H. 1. 2
Jg Aiit. Reich enow: Bericht über die Leistungen
R. S. Skirving-, The Gray Phalarope {Phalarojms fulicariiis)
in Islay; ebenda S. 72.
J. E. Tinkler, The Avifauna of Arkengarthdale, Swaledale,
and the New Forest; Nat. 1892 S. 309—325.
W. S. M. d'Urban and M. A. Mathew, The Birds of Devon.
London 1892.
C. A. Witchell and AV. B. Strugnell, The Fauna and Flora
of Gloucestershire. Stroud: 1892 300 p.
Aufzeichnungen über Verbreitung und Lebensweise englischer
Vögel; Zoolog. XVL S. 21— 35, 75—77, 108-115, 144—152, 191
bis 196, 224-232, 265—272, 310-311, 330—336, 356-367, 405
bis 414, 423-430.
Vergl. auch J. G. Millais unter Jagd u. s. w.
Niederlande: H. Albarda, Ueber das Vorkommen seltener
Vögel in den Niederlanden; Journ. Orn. XL. S. 417 — 431.
Derselbe, Ornithologie van Nederland. Waarnemingen in
1891; Tijdschr. Nedorl. Dierk. Vereen. (2.) D. TIT. Afl. 3/4. S. 191
bis 205.
F. E. Blaauw berichtet über Auftreten von Ampelis qarrvlvs
in Holland im Dezember 1891; Ibis (6.) IV. S. 346.
Derselbe berichtet über die Brutplätze von Plafalea letico/'odia
in Holland; Ibis (6.) IV. S. 468.
Belgien: E. de Selys-Longchamps, Migration; Zweiterintern.
Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 177 — 178. — Ueber
Loxiu bifasciata., (larrulus gUmdarivs und Farns plcskei in Belgien.
Frankreich: E. Dey rolle, Histoire Naturelle de la France.
3'"'' Partie. Oiseaux. Paris 8 vo.
P. E. Dubaleu. Monographie raisonnee des Oiseaux, observes
dans les departements des Landes, de la Gironde, du Gers, des
Basses-Pyrenees, des Hautes-Pyrenees et sur le Golfe de Gascogne;
Bull. Süc. Bord. XVIL S. 173—191.
H. Duchassoy, De l'arrivee et du depart des Hirondolles;
Bull. Soc. L. Nord France I. 1891 S. 85—92.
L. d'Hamonville, L'Outarde canepetiere en Meurthe-Moselle;
Bull. Soc. Zool.Fr. XVII. S. 67 68. — Otis teirax in Meurthe-Moselle;
H. G. de Kerville, Faune de la Normandie. Fase. III.
Columbidae, Gallinaceae, Grallae, Palmipedes; Bull. Soc. Rouen 1892
S. 201—382 T. 1.
Rabe, Observations sur les passages d'oiseaux dans le departe-
hient de l'Yonne; Bull. Soc. Tonne XLVI. S. 1—44.
F. V. Schaeck, Drei Wochen in der Nähe von Fontainebleau ;
Ornith. Jahrb. III S. 24—27.
Schweiz: 0. V. Aplin, Notes on Birds seen in Switzerland;
Zoolog. XVL S. 3— 14, 65-73.
V. Fatio und Th. Studer, Catalogue distributif des oiseaux
de la Suisse. Elabore sur le catalogue questionnaire de la commission
föderale. III. edition. Avec une carte. Berne et Geneve 1892.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 19
A. H. Macpherson, Winter Notes from Switzerland and Nortli
Italy; Zool. XVI. S. 258—263.
Italien: G. Angelini, Avifauna Sicula. — Nota sulla Quaglia
tridattila {Turnix sylvatica)] Boll. Soc. Rom. St. zool. Vol. I No 3/5
S. 95-99.
Falconieri di Carpegna, Süll' Avifauna della provinzia di
Pesaro ed ürbino. Note ed osservazioni; Boll. Soc. Rom. St zool I.
No. 3/5 S. 100—153.
Derselbe, Cronaca di caccia; ebenda S. 109—201.
A, Carruccio, Snll' esistenza del Pyrrhocorax alpinns Vieill.
e P. firacuhis Linn. iiella provincia di Roma; Boll. Soc. Rom Studi
zool. Vol. I. No. 3/5 S. 158- 1G5.
H. Giglioli u. A. Manzella, Iconographia della Avifauna
Italica, ovvero Tavole illustranti le specie di Uccelli che trovansi
in Italia con brevi descrizione e note. Prato (Toscano) 1892
T. XLVII -L.
G. Martorelli, Nota ornitologica sopra alcuni osemplari del
gen. liimosa, appartenenti alle specie Limosa lapponica Linn. e
Limosa uropyqiulis Gould; Atti Soc. Ital. Sc. Nat. Vol 33 Fase I.
S. 21—40.
C. Massa, Gli Uccelli della Sicilia; Natural. Sicil. X. No. 8/10
S. 172-205.
E. Silvestri, Contribuzione allo studio dell' avifauna umbra;
Atti Ac. Med. Chirurg. Perugia Vol. 4 Fase, 1 .
G. Vallon, Seltenheiten der italienischen Ornis: Ornith. Jahrb. III
S. 97-108.
Derselbe, Excursioni ornitologiche nel Trentino; Boll. Soc.
Adr. sc. natur. Trieste XIII. P. II 1892.
Spanien: Lilford, Variety of Grus cinerea in Spain; Zoolog. XVI.
S. 265- 26G.
A. Reich enow beschreibt Perdix hispcmiensis n. sp. von Galizien
in Spanien; Journ. Orn. XL. S. 226.
Madeira: J. Dalgleish, Notes on the Petrels of Madeira and
the adjoining Seas; Proc. R. Phys. Soc. Edinb. 11. S. 27 — 30.
W. Hartwig berichtet über Brüten von Sylvia conspicillata
auf Madeira; Journ. Orn. XL. S. 442.
Nord-Afrika: S. Alessi, Briefliches aus Tunesien; Journ.
Orn. XL. S. 314 — 317. — Beschreibung der Eier von Alaemon
margaritae und Liste gesammelter Arten.
A. Kaiser, Zur Ornis der Sinaihalbinsel; Ornith. Jahrb. III.
S. 207—248.
A. Koenig, Zweiter Beitrag zur Avifauna von Tunis; Journ.
Orn. XL. S. 266 — 312, 329 — 416. — Bericht über eine Sammlung,
welche bei Monastir und auf einer Wüstenreise von dort nach
Gabes zusammen gebracht wurde. Die Reise ist im allgemeinen
Theil der Arbeit geschildert. Der besondei-e 'J'heil führt 228 ge-
sammelte Vogelarteii auf, unter welchen 28 zum ei'sten Mal iür
2*
20 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistungen
Tunis nachgewiesen sind. Die vorliegenden beiden Tlieile behandeln
die Raubvögel und den grössten Theil der Singvögel. Besonders
reich ist die Arbeit an Beobachtungen und Mittheilungen über die
Lebensweise der tunesischen Vögel, Nestbau und Eier.
Magaudd'Aubusson, Les echassiers d'Egypte. Liste raisonnee
des especes qui ont ete observees dans ce pays; Rev. Sc. Nat.
Appl. 39. S. 49- 62, 108—126.
C. A. Payton, Bird-notes from Mogador; Ibis (6.)IV. S. 471— 472.
P. Spatz über Nisten der Felsentaube in Tunis s. unter Jagd u.s.w.
Eleinasien : G. Schi-ader, Ornithologische Beobachtungen auf
meinen Sanimelreisen; Ornith. Jahrb. III. S. 11 — 19, 41 — 54. —
Listen der in Syrien, Palaestina und Aegypten vom Verf. gesammelten
und beobachteten Arten.
Mittelasien: G. Bonvalot, De Paris au Tonkin ä travers le
Tibet inconnu. Ouvrage contenant une carte en couleur et cent
huit illustrations gravees d'apres les photographies prises par le
Prince Henri d'Orleans. Roy. 8. Paris 1892. — In einem Anhang
Liste der in Ost-Turkestan und Tibet gesammelten Vögel, darunter
eine Anzahl neue, welche aber nicht beschrieben sind [s. Oustalet].
E. Oustalet, Contributions ä la Faune de la Chine et du
Tibet: descriptions d'especes et de races nouvelles d'oiseaux donnees
recemment au Museum d'Histoire Naturelle par le Prince Henri
d'Orleans; Ann. Sc. Nat. Ser. 7. XH. 1891—92 S. 271— 318. —
Beschreibung der vom Prinzen von Orleans und Pater Dedekens
während ihrer Reise durch Ost Turkestan, Tibet und West China
bis Saigon gesammelten Vögel. — Neu werden beschrieben: Bahax
honvaloti, Trochalopteron Jienrici, T. honcaloti^ Fomatorhinus dede-
kensi, P. armandi, Akipj)e bieti, Acredula bo7ivaloti, Leptopoecile
henrici^ Zosterops mt/ssoti, Uragus hcnrici^ Eurhinospiza (g. n.) henrici.,
TetraoguUus henrici., Cindus pallasi souliei. Abgebildet sind: Acre-
dula bonvaloti^ Alcippe bieti, Leptopoecile henrici., üragus henrici und
Etirh inof^piza henrici.
Th. Pleske, Die ornithologische Ausbeute der Expedition der
Gebrüder G. und M. Grum-Grzimailo nach Centralasien (1889 — 90);
BuU. Ac. Imp. St. Petersbourg T. 12 S. 273—301. — Die Expedition,
welche namentlich den östlichen Tjan-schan, das Gebirgsland Bei-
schan, das Njan-schan-Gebirge 'sowie das Gebirgsland Amdo und
Kuku-nor genauer erforschte, ergänzt in vorzüglicher Weise die
Przewalski'schen Forschungen. Die Ei-forschung des Njan-schan
hat das wichtige Ergebnis geliefert, dass die Nordgrenze vieler
central-chinesischer Arten, die bisher nur bis Amdo nachgewiesen
waren, bedeutend nördlicher an den Nordabhang des Njan-schan
versetzt werden muss. Die gesammelten 1048 Vogelbälge vertreten
191 Arten.
A. E. Pratt, To the Snows of Tibet through China. Longmans
1892 8. — Vorzugsweise entomologisch, enthält jedo(;h auch Be-
merkungen über Vögel. Ueber die Vogelsammlung ist bereits von
H. Seebohm berichtet worden, [s. Ber.'l891 S. 30].
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 21
H. Seebohm, On an apparently undescribed Pheasant from
the Province of Zarafshan in Central Asia; Proc. Z. S. Lond. S. 270.
— Neu: Phasianus tarnovskii.
Derselbe [On an undescribed species of Crossoptüori]; Bull.
Brit. Orn. Club No. IV. 31. Dec. 1892. — Crossoptüon leucwumn. sp.
Nordost-Asien: J. Palacky, lieber die nordostasiatischie Ornis;
Verh. Zool. bot. Ges. Wien XLII. S. 43—46.
Korea: C. W. Campbell, A List of Birds collected in Corea;
Ibis (6.) IV. S. 230—248. T. V. — Liste von 112 Arten, von welchen
14 zum ersten Mal für Korea nachgewiesen werden, darunter zwei
neue: Suthora fulvicauda und longicauda. Thriponax kalinowskii
wird auf T. V abgebildet.
A. Fauvel, La Faune du Chan-toung; Revue des Questions
Scientifiques publiees par la Soc. Sc. Bruxelles IL (1) S. 455 — 492.
— Vögel auf S. 466—476.
Japan: J. Jjima, Notes on a Collection of Birds from Tru-
shima; Journ. of Coli, of Sc. Japan Vol. 5. S. 105—128 T. XIL —
Thriponax kalinowskii abgebildet.
H. Seebohm, On the Birds of Tsu-sima, Japan; Ibis (6.) IV.
S. 87—99. — Ueber eine Sammlung des Hrn. Holst. 59 Arten
werden aufgeführt und besprochen.
Derselbe, Further Notes on the Birds of Tsu-sima, Japan;
ebenda S. 248— 250, 399—400. — Nachtrag zur vorhergehenden
Arbeit.
L. Stejneger, Notes on a collection of Birds made by Mr.
Harry V. Henson in the Island of Yezo, Japan; Proc. ün. St. Nat.
Mus. XV. S. 289 — 359. — Kritische Bemerkungen über viele der
aufgeführten Arten. 2 Species werden neu beschrieben: Parus
hensoni, Hypsipetes amaurotis hensoni.
Derselbe, Two Additions to the Japanese Avifauna, including
description of a new species; ebenda S. 371 — 373. — Neu: Aca7i-
thopneuste ijimae.
Afrikanische (^AetJiiopische) Region.
CR. Hennicke, Reisebilder von der West- und Südwestküste
Afrikas. Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 137
bis 141, 196—198, 232—236, 283—288. — Skizzen des Vogellebens
von Gabun, Cap Lopez, Kamerun, Kongo, Sklaven- u. Goldküsto.
Derselbe, Reisebilder von der West- und Süd Westküste
Afrikas. Vogel- und Geflügelhandel an Bord des Dampfers; ebenda
S. 254—257.
A. Reichenow [über neue afrikanische Arten]; Journ. Orn. XL.
S. 126. — [s. Ber. 1891 S. 28].
Derselbe [über neue afrikanische Arten]; ebenda S. 218 — 222.
— Nilaus 7iigritemporalis, Alseonax ptmiila, Estrilda roseicrissa,
Colins nigriscapalis ^ Barhatula coryphaea, Symplectes tephronotus,
22 Aiit. Reich enow: Bericht über die Leistungen
S. ci'ocoiiotusj OnychognathnH 'preus.n, Tto'dimif^ monuchus^ (iraucalus
2}reusn, Xenocichia poliocephnla ^ Atidropachis montunus^ Burnesia
epichlora, Callene hi/polevca, llaplopelia inornata^ Cryptospiza saloa-
dorii'^ Hyphantospiza n. g.
Derselbe [über neue afrikanische Arten] ; ebenda S. 441 — 442.
— Laniarms gladiator, Sympledes prevssi, Psalidoprocne chcdyhea.
G. E. Shelley, [On new S^jecies of African Birds]; Bull. Brit.
Orn. Club No. II Nov. 1 1892. — Neu: Cinnyris nesophilus^ Zosterops
anderssoni, Parus xanthostomus, Parus romtmae.
Vergl. auch Büttikofer und Emin oben S. 10. und Grant unter
Phasianidae bei Francolinus.
Ost- und Süd-Afrika: W. L. Distant, A Naturalist in Trans-
A-aal. London 1892. 8. — Enthält auch Notizen über die Vogelwelt.
E. Harter t, On a little-known Species of Lark, of the Genus
Otocorys; Ibis (6.) IV. S. 522 — 523 T. XIII. — Otocorys berkpschi
wieder beschrieben und abgebildet.
A. R e i c h e n 0 w , Zur Vogelfauna des VictoriaNiansa. Sammlungen
Dr. Emin's und Dr. Stuhlmann's 1890/91; Journ. Orn. XL. S. 1—60
T. I. — Behandelt 221 Arten, welche von den Reisenden auf dem
Marsche von Tabora bis Bukoba sowie auf einer Expedition nach
Uganda gesammelt worden sind. Die neu entdeckten Arten sind
an anderer Stelle beschrieben worden. Die Sammlung bestätigt,
dass die Länder im Westen und Norden des Niansa vorwiegend
das Gepräge des westafrikanischen Faunengebiets tragen; doch giebt
ihnen die Beimischung rein östlicher und nordöstlicher Formen und
das Vorhandensein eigenthümlicher Arten eine solche Eigenartigkeit,
dass man sie als besonderes Faunengebiet unterscheiden kann,
welches passend als „mittelafrikanisches" Gebiet zu bezeichnen ist.
Auf Taf. I sind Peddorhynchns stuldmanni^ Apalis mystacalis und
Coüirnix emini abgebildet. Neu beschrieben: Eurystomus afer ncfo-
buccalis, Ilypochera purpnrascens, Cisticola emini.
R, B. Sharpe, On the Birds collected by Mr. F. J. Jackson
during bis recent Expedition to Uganda through the Territory of
the Imperial British East-African Company. With Notes by the
CoUector. Part. III; Ibis (6.) IV. S. 152 -164, T. IV, 299—322,
T. VII, 534—555 T. XIV. — Fortsetzung und Schluss der im Vor-
jahre begonnenen Arbeit [s. Ber. 1891 S. 29], 299 Arten werden
im ganzen besprochen. Eine Anzahl neuer Arten beschrieben:
Cryptolopha niackenziana, Cisticola cMihbi, Camaroptera griseigula^
Barhatula leitcomystax., Melittophtgus oreohaies. Abgebildet sind:
Apalis ptdehra.^ Dryodromas Jacksoni^ Trochocerctfs albonotati/Sj
Platystira jacksoni und Francolinus gedgii.
West -Afrika: J. V. Barboza du Bocage, Aves do Sertäo de
Benguella; Jörn. Sc. Math. Phys. Nat. Lisboa (2.) VIL S. 157—172.
— Bespricht eine Sammlung des bekannten Reisenden Anchieta
von Quindumbo, Quibula und Cahata in Benguella, 71 Arten, daruntei'
in der Naturgeschichte der "Vögel während des Jahres 1892. 23
Buteo auguralis, Telepkonus tissheri (ein auffallend südlicher Ver-
breitungspunkt dieser Art), hingegen die südliche Thumyiolaea shelleyi.
Derselbe, Subsidios para a Fauna da Guine Portugueza;
ebenda S. 179—183.
Derselbe, Aves de Dahome; ebenda S. 185 — ^187. — 16 Arten,
gesammelt von F. Newton, werden aus dem bisher noch wenig er-
forschten Gebiet aufgezählt.
Derselbe, Additions et Corrections a l'Ornithologie d'Angola;
ebenda VIII. S. 248 — 264. — Ergänzungen zu des Verfassers Werk
„Ornithologie d'Angola."
J. Büttikofer, On the CoUections of Birds sent by the late
A. T. Demery from the Sulymah River (W. Africa); Not. Leyden
Mus. XIV. S. 19—30. — 96 Arten, von welchen 10 bisher in Liberia
nicht gefunden waren.
Derselbe, s. oben S. 10.
G. Hartlaub, On a new Species of Flycatcher of the Genus
Ilyliota; Ibis (6.) IV. S. 373 — 374. — Hyliota neltrkorni n. sp. von
der Goldküste.
A. V. Homeyer, üeber das Leben der Vögel in Central-
Westafrika. DenkMäirdigkeiten meiner Reise nach und durch Angola
1875; Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht IL
S. 3—17.
A. F. Mochler-Ferryman, Up the Niger: Narrative of Major
Claude Macdonald's Mission to the Niger and Benue Rivers, W. Africa.
London 1892. — Appendix S. 310 Liste der beobachteten Vögel.
A. Reich enow, [über neue Arten von Togo und Mittel- Afrika];
Journ. Orn. XL. S. 131-133. — [s. Ber. 1891 S. 28.]
Derselbe, Zur Vogelfauna von Kamerun. Erster Nachtrag;
Journ. Orn. XL. S. 177—195 T. IL — Ueber Sammlungen des
Dr. Preuss in Buea am Ostabhange des Kamerungebirges in 950 m
Höhe. 65 Arten, davon 29 für Kamerun zum ersten Male nach-
gewiesen und 17 neue. Damit sind 216 Arten für Kamerun nach-
gewiesen. Die in Uganda entdeckten Arten Pcdüorhynchus stuhl-
Tnanni und Lajiius viackinnoni wurden auf dem Kamerun gefunden,
von ersterer dürfte eine neue Subspecies camerunensis zu unterscheiden
sein, ebenso eine dem Symplectes itwignis von Uganda sehr ähnliche
Form S. croconotus. Ferner wurden die Männchen von Cryptospiza
reichenowi und Symplectes melcmogaster entdeckt. Biirnesia epichlo?'a,
ßarhatula coryphaea und Ccdlene hypoleuca sind abgebildet.
Derselbe, [über neue Arten von Mittel- Afrika]; ebenda S. 215.
— Pogonorhynchus nihrifucies^ Barhatula ugandae, Caprimidgus
clarus, Ilinindo emini.
Derselbe, [über neue Arten vom Kamerungebirge]; ebenda
S. 225. — Cinnyris preussi., C. oritis, Turdus nigi'üorum^ Zosterops
stenocricota.
Derselbe, [über Pratincola pallidigula n. sp. von Kamerun];
ebenda S. 232.
24 A iit. Reich euow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Zur Vogelfauna von Togoland. Nachtrag; Joiirn.
Orn. XL, S. ^SS — 236. — Ueber weitere von Dr. Büttner gesammelte
Arten [s. Ber. 1891 S. 30], darunter Poeocephalus pacliyrhynchiis Hartl.
P. Rendall, Notes on tlie Ornithology of the Gambia: Ibis
(6.) IV. S. '215 — 230. — Uebersicht von 170 Arten mit einigen
Bemerkungen über Lebensweise.
R. B. Sliarpe. Descriptions of some new Species of Timeliine
Birds from W^est Africa; Proc. Z. S. Lond. S. 227— 228 T. XX. —
Neu: Ammirocichla bocagei u. Tunlinus moloneyaims.
Y. Sjöstedt, Neue Vogelarten von Kamerun; Journ. Orn. XL.
S. 313 — 314. — Cuculus aurivillii, Campothera tuUhergi, Mallmhus
racheliae ?.
Madagassische Heyion.
J. Sibree, On the Birds of Madagascar, and their connection
with Native Folk-lore, Proverbs, and Superstitions, Pt. IV; Ibis (6.)
IV. S. 103—111), 261—274. — Fortsetzung und Schluss der im
Vorjahre begonnenen Arbeit [s. Ber. 1891 S. 30].
S. auch Shelley S. 22.
Indische (Malayische) Hef/ion.
E. C. Stewart Baker, Description of a new Species of Wren
from Northeast India, together with an Account of its Nests and
eggs: Ibis (6.) IV. S. 62 — 64 T. IL — Elachura huplonota n. sp.
Diese Art und E. pimctata abgebildet.
AV. E. Brooks, A few Remarks on Mr. Oates' .,Birds of
British India"; Ibis (6.) IV. S. 58-62.
D. Prain. Fauna of Narcondam and Barren Island; Journ. As.
S. Beng. 1892 S. 111-114.
W. L. Sclater s. oben S. 3.
Süd-China: G. Hartlaub, Ein Beitrag zur Ornithologie Chinas;
Abh. naturw. Ver. Bremen XII. 2. Heft. S. 295—335. — Behandelt
45 Arten von Tientsin, 23 von Shanghai, 9 von Ningkuofu, 28 von
Formosa, 92 von Hainan und 11 von Paklioi am Golf von Tonkin.
R. B. Sharpe [On the species of Hainan birds described by
Mr. Styan]; Bull. Brit. Orn. Club No. IV 31. Dec. 1892.
J. D. de la Touche, On Birds collected or observed in the
Vicinitv of Foochow and Swatow in Southeastern China. (Com-
municated by H. H. Slater); Ibis (6.) IV. S. 400—430, 477—503
T. XII. — 325 Arten werden besprochen. Gallinula coccineipcs ist
abgebildet.
Verg-l. auch Oustalet oben S. 20.
Sunda-Inseln : J. Büttikofer, On a Chestnut- and Black
Weaver Finch from Sumatra; Not. Leyden Mus. XIV. S. 132.
W. R. Davison, Descriptions of some new Species of Birds
from the Eastern Coast of the Malayan Peniusula; Ibis (6.) IV.
S. 99 — 103. — Neu beschrieben: Campopkaga minor ^ Gerygone
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 25
pectoi'alisj PtilocichJu levcogastra^ Malucoptennn tnelanocephahim,
Acridotheres torquatus.
D. G. Elliot, Pitta granatina Temm. et Auetores; Auk. IX.
S. 218—221.
W. R, Ogilvie Grant [Od new sj)ecies of Caloperdi.i']; Bull.
Brit. Orn. Club No. II Nov. 1. 1892. — Neu: Culoperdix horneensis
u. sumatrana.
E. Hartert, On a new Species of Batrachostomtts; Not. Leyden
Mus. XIV. S. 63 — 64. — Batrachostomtis polioloplms von Padang
in Sumatra.
R. B. Sharp e [On collections of birds recently received from
Mr. A. H. Everett and Mr. Ch. Hose]; Bull. Brit. Orn. Club No. IL
Nov. 1. 1892. — Neu: Scops mantanoMeiisis u. brookii, Oriolus hosii,
BatrachostomKS mioctus.
Derselbe [On some species of Birds lately described by ]\Ir.
W. R. Davison from the eastern eoast of the Malayan Peninsula;
Bull. Brit. Orn. Club No. II 1. Nov. 1892. — Kritisclies über einige
Arten, neu: StucJiyris davisoni.
E. Oustalet, Catalogue des oiseaux rapportes de File Nias
par M. J. Claine, en 1891; Bull. Soc. Philom. Paris (8.) T. IV.
S. 107 — 122! — Bespricht 35 Arten. Für die Insel sind bisher
104 Arten nachgewiesen.
T. Salvadori, Uccelli di Engano raccolti dal Dott. E. Modigliani ;
Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XU. S. 123—142. — Behandelt 23 Arten
von der Insel Engano an der Westküste von Sumatra. Neu werden
beschrieben: Grmicalus enganetisis^ Pericrocotus modiglianii^ Zosferops
incerta, Geocichla leucolaema, Calornis enganensis, Gracula enga?iend-s,
Carpophaga oenothoroXj Mucropygia cinnamomea.
Derselbe, Catalogo di una collezione di uccelli di Sumatra
fatta dal Dott. Eho Modigliani: ebenda S. 40— 78. — 117 Arten
werden besprochen, 3 neue beschrieben: Niltava decipiens, Gerygone
tnodiglianii, Phyllergates sumatranus.
R. B. Sharpe, Descriptions of new Species of Birds discovered
by Mr. C. Hose on ^lount Dulit in N.W. Borneo: Ibis (6.) IV.
S. 322 — 328. — Neu: Batrachostomits hartoii, Zosterops squamifroiis,
Geocichla everetti, Mesohucco eximiiis.
Derselbe, Description of a new Species of Calyptomena from
North-western Borneo; Ann. Mag. N. H. (6.) IX. S. 249.
Derselbe, On a CoUection of Birds from Mount Dulit. in
North-western Borneo; Ibis (6.) IV. S. 430 T. X. u. XL — Behandelt
eine Sammlung von A. H. Everett, 51 Arten. Auch Eier sind be-
schrieben. Cfdyptomena hosii und AJesohicco eximitis sind abgebildet.
A. G. Vorderman, Java Vogels 1.: Nat. Tijdschr. Ned. Indie
LL S. 373-416.
Derselbe, Bijdrage tot de Kennis der Avifauna van het Eiland
Bawean: ebenda S. 417 —422.
26 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Australische Kegion.
Australien: A. Newton, Note on the occurrence of the Sander-
ling {Calidris arenaria) in New South Wales; Records of the
Australian Museum 1892.
A. J. North, Sui^plement to the Descriptive Catalogne of
Nests and Eggs of Birds found Breeding in Australia and Tasmania;
Rec. Austr. Mus. IL S. 11—22.
Derselbe, Additions to the Avifauna of Tasmania, and Norfolk
and Lord Howe's Islands; ebenda S. 36 — 38.
J. Walker, The Bird-life of Adele Island, North-west Australia I
Ibis (6.) IV. S. 254 261. — Die kleine Insel Adele, deren Vogel-
leben Verf. in allgemeinen Zügen bespricht, liegt nördlich des
Einganges des King Sound in Nordwest Australien.
Neu Guinea, Molukken: J. Büttikofer, On a Collection of
Birds from the Islands of Flores, Sumba and Rotti; Notes Leyden
Mus. XIV. S. 193—206. — Bespricht eine von H. ten Kate auf
den genannten Inseln der Timorgruppe zusammengebrachte
Sammlung. Von Flores wird Acanthiza tenhatei n. sp. beschrieben.
Von der noch wenig bekannten Insel Sumba führt Verf. 32 Arten
auf, welche deren faunistische Uebereinstimmung mit Flores beweisen,
darunter Dicaeum wilhelminae n. sp. ; eingehender werden die Kenn-
zeichen von Munia nisoria (Teni.) und deren verwandte Formen
besprochen. Von der Insel Rotti, einem kleinen Eiland am Westende
von Timor, sind 5 Arten aufgeführt, darunter Rhiindura tenkatei n. sp.
A. B. Meyer, Beitrag zur Kenntniss der Vogelfauna von
Kaiser Wilhelms Land; Journ. Orn. XL. S. 254 — 266. — Behandelt
Sammlungen der Gebrüder Geisler, 33 Arten, darunter neu: Eupetes
geisler orum, Diphyllodes chrysoptera septe?itrio)ialis und Ptilopus
coronulatus hiionensis.
Derselbe, The Birds of Sumba; Not. Leyden Mus. XIV.
S. 265 — 268. — Verf. weist darauf hin, dass Dr. Riedel bereits
vor mehr als einem Jahrzehnt auf der Insel Sumba ornithologisch
gesammelt hat, worüber in den Verh. Zool. Bot. Ges. Wien 1881
S. 759 — 767 berichtet worden ist. Von den daselbst aufgeführten
40 Arten decken sich nur 8 mit den von ten Kate auf Sumba ge-
fundenen Species, so dass bis jetzt 64 Arten für die Insel nach-
gewiesen sind. Die subspecifische Sonderung des 1. c. beschriebenen
Tanygnathus megalorhynchus sumbensis hält Verf. aufrecht und unter-
scheidet noch den früher als Geoffroyus jukesii aufgeführten Papagei
als besondere Art: Geoffroyus tjindanae n. sp. An Stelle des in
der angezogenen Arbeit S. 767 irrthümlich aufgeführten Ilerodias
nigripes ist Buhulciis coromandns zu setzen. Unter den 64 bekannten
Sumba- Ai'ten befinden sich 5 der Insel eigenthümliche: Ninox rudolfi^
Graucalus sumbe^isis, Dicaeum wilhelminae, Tanygnathus sumbensis
und Geoffroyus tjindanae.
W. V. Rothschild [On a new Pigeon of the genus Ptilopus];
Bull. Brit. Orn. Club IIL 1. Dec. 1892. — Neu: Ptilopus salvadorii ,
iu der Natui'geschichte der Vögel während des Jahres 1892. 27
R. B. Sharpe [On a new Species oi Rhipidtiva from the Island
of Darnmar in the Banda Sea]; Bull. Brit. Orn. Club No. IV. 31. Dec.
1892. — Rhipidura hvettikoferi n. sp.
H. B. Tristram, On two small Collections of Birds from
Bugotu and Florida, two of the smaller Solomon Islands; Ibis (6.)
IV. S. 293-299. — Uebersicht von 30 Arten, darunter zwei neue;
Graucalus nigrijrons und ij. welclimani.
C. W. De Vis, Report on the Zoological Gleanings of the
Administration during the year 1890 — 91; Ann. (Parlamentary)
Report on British New-Guinea Brisbane 1892 App. cc. S. 93 — 97.
Mit Taf. — Neu: Gerygone insperata^ Poecilodryas vicaria, Melipotes
maculata^ AmalocicMa sclatericmu^ Malvrvs mortoni, Kopsaltria
sudestiensis^ Puramythia montmm.
Derselbe, Zoology of British New-Guinea ; Ann. Queens!. Mus.
II. S. 4 — 11. — Wiederbeschreibung der in der vorhergehenden
Arbeit benannten neuen Arten.
Polynesien: T, Salvadori, Descrizione di una nuova specie
die Colombo del genere Ptilopns; Boll. Mus. Zool. Anat. Torino VII.
21. Dec. 1892. — Ptüopvs tristrami n. sp. von den Marquesas Inseln.
Sandwichs-Inseln: F. W. Frohawk, Description of a new
Species of Rail from Laysan Island (North Pacific); Ann. N. H.
((i.) IX. S. 247 — 249. — Porzanula pahneri n. sp.
A. Newton, Ornithology of the Sandwich Isles; Nature 1892
S. 465 u. ff. — Eine Uebersicht der Geschichte der Erforschung
der Inseln mit Angaben über die Verbreitung der Sperlingsvögel auf
den einzelnen Inseln der Gruppe.
W. V. Rothschild, Descriptions of Seven new Species of Birds
from the Sandwich Islands; x\nn. Mag. N. H (6.) X. S. 108-112.
— Neu: Ber?iicla munroii^ Tatare familiaris^ Himatione fraithiiy
Telesjjyza flavissima, Rhodaca7if/ns palmeri, Rh. flaviceps, Viridnnia
sagittirostris.
Derselbe, [On a new Duck from the Island of Laysan]; Bull.
Brit. Orn. Club No. IV. 31. Dec. 1892. — Anas laysanensis n. sp.
S. B. Wilson and A, H. Evans, Aves Hawaienses: The Birds
of the Sandwich Islands. Part III. 1892. — Enthält Abbildungen
von Hemignathus obscurus, oUvaceus^ procerus und hanapepe, Himatione
parva, montana und stejnegeri, Totanus incanus.
Neuseeländische Hegion.
W. L. Bull er, Notes and Observations of New Zealand Birds;
Trans. N. Z. Inst. XXIV. S. 64-74 T. XIV.
Derselbe, Further Notes and Observations on certain species
of New Zealand Birds; ebenda S. 7.5 — 92.
J. C. Mc. Lean, Ornithological Notes from New Zealand; Ibis
(6.) IV. S. 250 — 254. — Bemerkungen über Verbreitung und Lebens-
weise einiger Arten.
A. J. North s. oben S. 26.
A. Reischek, Beobachtung Neu-Seeländischer Vögel; Mitt. Orn.
Ver. Wien XVI. S. 255—257.
28 Ant. Reiclienow: Bericht über die Leistungen
Nordamerikanische (Westliche gemässigte) Region.
J. A. Allen, The North American Species of the Genus
Colaptes, considered with special Reference to the Relationships of
C. auratus und C. cafer; Bull. Amer. Mus. N. H. New York IV.
S. 21—44.
Derselbe, Description of a new Gallinule, from Cough Island:
ebenda S. 57—58.
A. W. Anthony, Birds of Southwestern New Mexiko; Auk. IX.
S. 357—369.
H. P. Att water, List of Birds observed in the Vicinity of
San Antonio, Bexar County, Texas; Auk. IX. S. 229.
C. K. Averill jr., List of Birds found in the vicinity of Bridge-
port, Connecticut. Bridgeport 1892.
Ch. Bendire, Life histories of North American Birds with
special reference to their breeding habits and eggs. Smiths. Inst.,
Un. St. Nat. Mus. Special Bulletin No. 1. Washington. — Der vor-
liegende erste Band des Werkes behandelt die Ordnungen der
Hühner, Tauben und Raubvögel. Im Ganzen werden 146 Arten
abgehandelt. Der Text gliedert sich in Nomenklatur, geographische
Verbreitung, Darstellung der Lebensweise, Brutgeschäft, Nest und
Eier. Von 94 Arten werden 182 Stücke auf den beigegebenen
12 Tafeln abgebildet.
W. E. Bryant, A Check-list of the Water Birds of Cahfornia;
Zoe III. S. 135—140.
A. W. Butler, Notes on the Range and Habits of the Carolina
Parrakeet; Auk. IX. S. 49—56.
Derselbe, Some notes concerning the Evening Groshawk;
Indiana Acad. Sc. Brookville 1892 S. 138-247.
Derselbe, Some Notes concerning the Evening Grosbeak;
Auk. IX. S. 238 — 247. — Betrifft die Verbreitung der Hesperiphona
vespeHhia.
F. M. Chapman, A Preliminary Study of the Grackles of the
Subgenus Quiscalus; Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. IV. S. 1—20.
J. Dwight ir., Summer Birds of the Crest of the Pennsylvania
Alleghanies; Auk. IX. S. 129—141.
P. L. Hatch, The Geological and Natural Ilistory Survey of
Minnesota. First Report of the State Zoologist accompanied with
Notes on the Birds of Minnesota. Minneapolis 1892.
A. Koch, West Florida; Mitt. ürn. Ver. Wien XVI. S. 27—29,
41—43.
R. H. Lawrence, A PreUminary List of the Gray's Harbor
Region, Washington; Auk. IX. S. 39—47.
Derselbe, Further Notes on Birds of the Gray's Harbor
Region, Washington; Auk. IX. S. 352—357.
S. Lockwood, Wliy the Mocking Birds loft New Jersey. —
A Geological reason; Amer. Nat. XXVI. S. 635 — 641.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 29
L. M. Looiuis, A fnrther Review of the Avian Fauna of
ehester County, South Carolina; Auk. IX. S. "28 — 39. — Fortsetzung,
vergl. Ber. 1891 S. 36.
G. H. Mackay, Habits of the Eskimo Curlew [NumeniiishoreaUs)
in New Engiand; Auk. IX, S. 16—21.
Derselbe, Habits of the Black-bellied Plover (Charadnus
squutarola) in Massachusetts; Auk. IX. S. 143 — 152.
Derselbe, Habits of the American Ilerring Gull {Larns argen-
tatus smithsonianus) in New England; Auk. IX. S. 221 — 228.
E. A. Mearns, A Study of the Sparrow Hawks (Subgenus
Tinnunculus) of America, witli especial Reference to the Continental
Species [Falco sparverius Linn.); Auk. IX. S. 252-270.
C. H. Merriam, The geographica! distribution of life in North-
America with s})ecial Reference to the mammalia; Proc. biol. ser.
Washington VII. S. 1-64.
Derselbe, The Dwarf Screech Owl {Megascops flamme obis ida-
hoensis Merr.); Auk. XI. S. 169—171 T. II. — Beschreibung und
Abbildung der Art.
H. Nehrling, Die nordamei'ikanische Vogelwelt. Unter
künstlerischer Mitwirkung von R. Ridgway, A. Goering und G. Mützel.
Milwaukee. 1889—92.
S. N. Rhoads, The Breeding Habits of the Florida Burrowing
Owl {Speotyto cvnindaria flor{dana)\ Auk. IX. S. 1 — 8.
Derselbe, The Birds of South-eastern Texas and Southern
Arizona observed during May, June and July 1891; Pr. Ac. Philad.
1892 S. 98— 126.
W. E. D. Scott, A Description of the adult male of Botavrus
neoxenvs (Cory), with additional notes on the Species; Auk. IX.
141—142.
Derselbe, Notes on the Birds of the Caloosahatchie Region
of Florida; Auk. IX. S. 209—218.
G. B. Sennett, Description of a new Turkey; Auk. IX. S. 1(57
bis 169. — Mehagris gallopavo ellioti n. subsp.
G. Trumbuli, Quer Scoters; Auk. IX. S. 153—160. — Ueber
Oidemiu nmericana. deglmidi u. perspiciUata.
S. W. Willard, Migration and Distribution to North American
Birds in Brown and Outagamie counties; Trans. Wiscons. Ac. 6.
S. 177—196.
Aufzeichnungen über nordamerikanische Vögel; Auk. IX. S. 71
bis 74, 198—206, 292—310, 388 397.
Fourth Supplement to the American Ornithologists' Union
Check-List of North American Birds; Auk. IX. S. 105—108.
Uebersicht über kleinere Veröffentlichungen über nord-ameri-
kanische Vögel; Auk. IX. S. 66—71, 187—197, 282—290, 383- 388.
Proceedings cf the Ornitliological Sub-section of the Biological
Section of the Canadian Institut for 1890 — 91; Proc. Canad. Inst.
III. S. 27 — 89. — Gesammelte Beobachtungsnotizen aus Ontario.
30 Aiit. Reich enow: Bericbt über die Leistnngen
Südamerikanische Hegion,
H, V. Berlepsch beschreibt neue südamerikanische Vogelarten ;
Joiirn. Orn. XL. S. 451 — 456. — Upucerfhia harterti, CyanoJefihia
emmae^ Cycmoleshia caudata, Crypturus garJeppi^ N othoprocta moebiusi.
E. Hartert [On new species of South American Birds]; Bull.
Brit. Om. Club No. III. l.Dec. 1892. — Neu: Myiarclnis brevipennis,
Chrysoiis rothschi/di, Sfria: flammea bargei.
Mittel- Amerika: A. Alfaro, Resena de las principales Aves
que inhabitan la parte superior del Volcan de Pöas; Ann. Mus.
Costa Rica 111. S. 160—161.
A. Boucard, Aves colectadas en Costarica; ebenda S. 141— 159.
G. K. Cherrie, Descripcion de tres Epecies nuevas para la
Avifauna Costaricense ; ebenda S. 135 — 137. — Neu: Rhamphocehis
costaricensis, Myrmeciza occidentaUs u. (irallana Uzanoi.
Derselbe, A Preliminary List of the Birds of San Jose, Costa
Rica; Auk. IX. S. -21-27, 247—251, 322—329. — Fortsetzung und
;Schluss, vergl. Ber. 1891 S. 39.
Derselbe, Description of two apparently new Flycatchers from
Costa Rica; Proc. Un. St. N. Mus. XV. S. 27—28. — Neu: Mnio-
neetcs semischistaceus und Ornithion pusillum si(bflaini.m.
F. D. Godman and 0. Salvin, Biologia Centrali Americana.
London. — Von Vol. II ist während des Jahres 1892 Bogen 25
bis 46, S. 193—368 T. 40, 52 — 57 erschienen, enthaltend Formican-
■idae, Conopophagidae^ Trocliilidae und Cypselidae. Neu sind be-
schrieben: lliamnophilns atri?ivcha u. Cyanoinyia gvcrrereyisk. Ab-
gebildet sind: Grallaria princeps T. 52; (irallaria dives u. perspicülata
T. 53; Myiobiiis capitcdis, Empidoiiax albigvlaris u. africeps T. 40;
Oreopyra calolacma u. Dckdtria licmileucd T. 54; Hemisteplumia
vercupuensls u. Qudyhvru melanorrlioa T. 55; Delnttria margarefhae
u. aybillae T. 54a, Sehifiphorifs ardens u, torridus T. 56; Lophornis
adorabdis w. Euphernsa nigrlventris T. 57.
A. Kennedy, Sporting Sketches in South America. London
j892. 8, — Eingestreute Beobachtungen des Vogellebens.
C. Lehl, Vogelleben in Süd- Amerika; Mitt. Orn. Ver. Wien
XVI. S. 138—139, 153—154.
P. Mangels clor ff, Am Teiche auf der Fazenda Saö Manoelo;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 241—251, 271
bis 276. Mit Buntbild.
E. Whymper, Travels amongst the Great Andes of the Equator.
London 1892. — Eingestreute Beobachtungen über Vögel.
Westindieii: F. M. Chapman, Notes on Birds and Mammals
■observed near Trinidad, Cuba, with remarks on the Origin of West
Indian Bird Life; Bull. Amer. Mus. VI. S. 279 330. — Neu be-
schrieben: Ralhfs lofigirostris cubanv^^ Pita7igi(sjamaicensis^ De^idroica
petechia flaviceps^ Ptiloxena n. g., CohwibigaUina passerina terredris.
T. Cockerell, The West Indian fauna, in South Florida: Nature
XLVL (6.) S. 458—459.
in der Naturgeschichte der Vogel während des Jahres 1892. 31
Ch, B. Cory, Catalogue of West Indian Birds. Containing
a list of all species known to occiir in tlie Bahama Islands, tlie
Greater Antilles, the Caynians, and the Lesser Antilles, excepting
the Islands of Tobago and Trinidad. Boston 1892. — Liste nebst
Angabe der Verbreitung, am Schlüsse kritische Bemerkungen über
einige Arten. Zwei neue Unterarten sind beschrieben: Pyvrlmlagra
noctis gretiadensis u. ridgwayi.
Derselbe, A List of Birds taken on Maraguana, Watling's
Island, and Inagua, Bahamas, during July, August, September, and
October 1891; Auk. IX S. 48—49.
Derselbe, Remarks on a Collection of Birds made by Wilmot
W. Brown ir. on Mona and Porto Rico during February and a Part
of March 1892; Auk. IX. S. 228—229.
Derselbe, Description of an apparently new Centurns from
Great Bahama Island, Bahamas; Auk. IX. S. 270.
Derselbe, In Cuba with Dr. Gundlach; Auk. IX. S. 271 -278.
— Aufzeichnungen über die Vögel Kuba's.
P. L. Sclater, On a Collection of Birds from the Island of
Anguilla, West Indies; Proc. Zool. Soc. Lond. S. 498—500. — Ueber
IG von W. R. Elliott gesammelte Arten.
W. E. D. Scott, Observations on the Birds of Jamaica, West
Indies; Auk. IX S. 9—15, 120—129, 273—277, 309-375. — Fort-
setzung, vergl. Ber. 1891 S. 38.
R. Ridgway, Descriptions of two new Forms of Basileyterns
rufifro7is from Mexico; Proc. U. St. Nat. Mus. XV. S. 119.— Basi-
levfems rvfifrons jouyi und dugesi.
0. Salvin and F. Du Cane Godman, On a Collection of
Birds from Central Nicaragua; Ibis (ß.) IV. S. 324—328. — Ueber
eine Sammlung von Matagalpa in Nicaragua, eine neue Art:
Delattna syhillue.
Peru, Columbia: H. v. Berlepsch et J. Stolzmann, Resultats
des recherches ornithologiques faites au Perou par M. Jean Kali-
nowski; Proc. Z. S. Lond. S. 371 — 411. — Liste der von J. Kalinowski
bei Lima und Ica an der peruvianischen Küste gesammelten Arten
(80), üebersicht der über die Vogelwelt des Gebiets erschienenen
Arbeiten, Liste der aus dem Gebiet bekannten, aber von dem
Reisenden nicht gesammelten Arten, allgemeine Betrachtungen
über die Vogelfauna von Lima. Neu werden beschrieben: Pyrangu
testacea tschudn, Saltator immaculatus , Dives kalinoioskii., Pyroce-
phahis nibineus lieterurus, Cindodes taczanowskii, Moloihrus occidentaHf;.
A. Boucard, A complete list up to date of the Humming
Birds found in Columbia, with descriptions of several supposed new
species; The Humm. Bird IL S. 73 — 87. — Neu sind beschrieben:
Heliodo.vu berlepschi, lleliotryplia simoni^ Heliangehis rotlischildi, Erio-
cnemis alhogularis, Chlorostilbon speciosa, SauceroUia nunesi, Urano-
mitra colombiana^ Pliaethornis panamensis^ Homoplumiu lawrencii.
32 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Galapagos: G. ßaur, Besuch der Galapagos-Inseln ; Biol.
Centralbl. XII. S. 2'2 1—250. — lieber Entstehung der Insehi und
ihres Thierlebens, auch einiges besondere über Vögel.
Venezuela, Guiana, Curacao: J, A. Allen, Notice of some
Venezuelan Birds, collected by Mrs. H. H. Smith; Bull. Amer. Mus.
Nat. Hist. IV. No. 1 S. 51 — 56. — Neu beschrieben: Rhamphocelus
atrosericens capifalis^ Lophotricctts siibcristafus, PicKmnus ohsolehis.
H. V. Berlepsch, Die Vögel der Insel Curacao, nach einer
von Herrn cand. theol. Ernst Peters daselbst angelegten Sammlung;
Journ. Orn. XL. S. 61 — 122. — 18 verschiedene Arten sind ge-
sammelt worden, von welchen 7 für die Insel noch nicht nach-
gewiesen waren. Für die Thierverbreitung ergiebt sich, dass der
grössere Theil der bisher für Curacao nachgewiesenen Arten süd-
amerikanisclien Ursprungs ist, einige sind aber westindischen Ur-
sprungs, mehrere festländische Arten haben sich auf Curacao zu
verschiedenen insularen Formen herausgebildet, am auffallendsten
aber sind zwei Arten, welche ihre einzigen näheren Verwandten
in Formen haben, welche auf der sehr entfernten und durch das
Dazwischenliegen anderer Inseln ganz abgeschiedenen Insel Barbadoes
haben. Neu werden beschrieben: Coereba vropygialis^ Tinyiuncidns
sparverhis hrevipejinis, ferner Bvteo albicaudatvs colofws und Eupsij-
chortyx goiddi unter Vorbehalt. Am Schlüsse der Arbeit giebt der
Sammler eine Schilderung des Vogellebens der Insel und Beob-
achtungen über die Lebensweise der von ihm gesammelten und
gesehenen Arten.
E. Hartert, [On a new Conurus from the Island of Aruba];
Bull. Brit. Orn. Club No. IV, Dec. 31. 1892. — Com/ms an/bensisn. sp.
J. Qu eich, Avifauna of Georgetown [Brit. Guiana]; Journ.
Agr. Comm. Soc. Brit. Guiana (2.) VI. S. 182 — 183.
Derselbe, Additions to the Avifauna of British Guiana;
ebenda S. 186.
Derselbe, Our Birds of Frey; ebenda S. 117 — 162.
Süd-Brasilien, Argentinien: J. A. Allen, On a collection of
Birds from Chapada, Matto Grosso, Bi-azil, made by Mr. H. H. Smith.
Part 11. Tyrannidae; Bull. Amer. Mus. N. H. IV. S. 331-350. —
Behandelt 45 Arten, mit kritischen Bemerkungen über die Beziehungen
zu verwandten Arten wie Angaben über die geographische Verbreitung.
J. Cabanis, [über Prospoietus albintichus von Argentinien];
Journ. Orn. XL. S. 125—126.
A. H. Holland, Short Notes on the Birds of the Estancia
Espartilla, Argentine Republic; Ibis (6.) IV. S. 193—214. — Es-
partilla liegt zwischen Ranchos and Chascomus an der grossen Süd-
bahn von Buenos Ayres. Verf. führt 127 Arten auf mit Bemerkungen
über Zeit des Vorkommens und Brütens und einigen Aufzeichnungen
über Lebensweise. Für Argentinien neu nachgewiesen sind: TacJiy-
cineta meyeni^ Procnias tersa^ ISpermopJnla obsTuru und Sterna anglicu.
W. H. Hudson, The Naturalist in La Plata. London 1S92. —
Enthält auch Schilderuno-en des Vou'ellebens.
in der Natui'geschichte der Vögel wälireiui des Jahres 1892. 33
J. Graham Kerr, On the Avifauna of the Lower Pilcomajo;
Ibis (G.) IV. S. 120-152 T. III. — Aufzählung von 174 Arten,
unter welchen 29 für Argentinien bisher nicht nachgewiesen waren.
Auch einige Beobachtungen über Lebensweise. Ceieus kerri ist
auf T. III abgebildet.
Chile: H. B. James, A New List of Chilian Bircls. With a
Preface by P. L. Sclater. London 1892. — Die Liste zählt
255 Arten auf. Bei vielen werden die einheimischen Namen an-
gegeben, bei allen nähere Bezeichnungen über das Vorkommen, ob
Standvogel, Sommer-, Winter-, odei' unregelmässiger Besucher des
Landes.
R. A. Philippi, Bemerkungen über chilenische Reiher; Zool.
Gart. 33. S. 155. — Vergl. auch oben S. 6.
Arhtische Megion.
R. Collett, Zur Ornis von Spitzbergen; Ornith. Jahrb. III.
S. 174. — Saxicola oenanthe, Cypselus apiis und Ntrmcnws phaeoints
auf Spitzbergen erlegt.
G. Rogeron, Les migrations des canards et inductions ä en
tirer sur la mer libre du pole Nord; Rev. Sc. Nat. Appl. 39. 2.,
S. 15—20.
W. Stone, Birds collected by the West Greenland Expedition;
Proc. Ac. N. Sc. Philad. 1892 S. 145—152. — 26 Arten, gesammelt
auf der Disco Insel, Duck Island, Melville Bucht, Kap York, Mc-
Cormick Bucht. Im Anhang Arten von Sydney, Neu-Schottland
und dem Golf von St. Lawrence, welche auf der Hinfahrt gesammelt
wurden.
Antai'ktische Ref/ion.
J. A. Allen, Description of a new Gallinule from Gough
Island (Porphyriornis comeri n. g. et sp.); Bull. Amer. Mus. N. H.
IV. S. 57—58.
Atlantischer Ocean.
Bolau, Ein grönländischer Edelfalk, Falco candicans, auf dem
atlantischen Ocean gefangen; Zool. Gart. 33. S, 93. — Falco candi-
cans unter 49 ^n. B. und 20*^ W. L. Gr. gefangen. Der Punkt hegt
500 Seemeilen von der irländischen Küste, 900 von den Faröer, 1000
von der Südspitzo Grönlands und 1300 Seemeilen von der Labrador-
küste entfernt.
Tl. Lebensweise.
Lebensweise im Allgemeinen: A. Abraham jun., Der graue
Fliegenfänger {Mvscicapa (pisola)] Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 232
bis 234.
Ch. S. Allen, Breeding Habits of the Fish Ilawk on Plum
Island, New York; Auk. IX. S. 31 3- 32 L
Arcb. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Ud. U. H.l. 3
34 Ant. Reiche 110 w: Bericht üher die Leistungen
G. V. Bikkessy, Die Vogelfamilie der Ramphastiden, Tukane
oder Pfefferfresser; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 70—71.
0. Büttger, Der Rohrsänger, Acrocephalus streperus, der
Frankfurter Promenaden und Wallgärten; Zool. Gart. 33. S. 119 — 124.
H. Brezol, Une Heronniere aux Etats-Unis et ses Habitants;
Rev. Sc. Nat. Appl. 39. S, 162—165.
L. Buxbaum, Meine Schwalben; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 328—330.
E. V. Czynk, Frühlingsboten?: Mitt. Orn. Ver. Wien XVI.
S. 39 — 40. — Schwalben im Winter beobachtet.
E. Hartert, Carpodacvs crytlirlmis (Fall.), Der Karmingimpel;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 1 1 — 16. Mit Buntbild.
0. Kleinschmidt, Giebt es in Deutschland nur eine Art des
Hausrötels?; ebenda S. 424 — 425. — Vergl. auch RtdiciUa tithys
unter Systematik: Sylviidae.
C. Koepert s. S. 40.
A. V. Krüdener, Auffallendes Benehmen des Seidenschwanzes
{Bornhycilla garrnla); Ornith. Jahrb. III. S. 259.
Derselbe, Aphorismen über Tetraonen; Zool. Gart. 33. S. 279
bis 284.
K. Th. Liebe, Bei Schnabelmissbildungen noch gute Gesundheit;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 49—53.
Derselbe, Zur Naturgeschichte der Rohrdommel; ebenda
S. 321—328.
Th. zur Linde, Einiges über den Fischadler (Pandion haliaetus);
ebenda S. 317—321.
0. V. Loewis, Das Haselhuhn in Livland; Zool. Gart. 33.
S. 65 -76, 102.
Derselbe, Zur Geschichte des Haselhuhns und zur Monographie
desselben von Prof. S. Valentinitsch ; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 191—196.
G. H. Mackay, Habits of the Oldsquaw {Clangula hyemalis)
in New England; Auk. IX. S. 330—337.
Derselbe, Habits of the Hudsonian Curlew in Massachusetts;
Auk. IX. S. 345—352.
A. Meyer, Der Lerchenfalke {F. subbuteo) als Schmarotzer;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 305-307.
J. Michel, Weitere Beobachtungen über den Zwergfliegenfänger;
ebenda S. 145-152.
J. Moesmang, Beobachtungen an Schwalben; ebenda S. 299
bis 302.
A. Niederreiter, Ueber die Gelehrsamkeit eines Eichelhehers ;
Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 130—131.
E. Oustalet, Rapport sur la Biologie des Oiseaux; Zweiter
Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 95 — 117.
A. Reischek, Die Lappenkrähen; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 17.
Derselbe, Die Neuseeländischen Lappenstaare, CreacUon\
ebenda S. 159—161.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 35
Derselbe, Turnagra crassirostris^ Nen Seeland-Drossel. Die
Pio-pio der Maori; ebenda S. 195 — \S)(S.
R. Service, Lapwings carrying their young; Zool. XVI. S. 360
bis 361.
P. Spatz s. S. 40.
Staats V. Wacquant Geocelles, Aus dem Thierleben der
Heimat; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 234—236, 260—261.
Derselbe, Der Sekretär, Gypogeranus serpentarius, des zoo-
logischen Gartens zu Köln; Zool. Gart. 33. S. 307 — 309. — Art
und Weise des Schlangentötens.
Derselbe, Sturm-Beobachtungen; Mntsschr. D, Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 309—310.
Derselbe, Todes- und Unglücksfälle; ebenda S. 330— 336.
V. V. Tschusi, Ueber das Niederlassen des Seeadlers (Halmetus
alhiciUa L.) auf das Wasser; Ornith. Jahrb. III. S. 74—76.
Ph. C. D. V. Varecka, Der problematische Winterschlaf im
Vogelleben. I. Ueberwinternde Rauch- und Stadtschwalben; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVI. S. 123—125. — II. Ueberwinternde Feldlerchen;
ebenda S. 137 — 138.
R. W. Western, The tactics adopted by certain Birds when
flying in the wind; Proc. R. S. Edinb. S. 76—80 T. XVIII.
Stimme: S. P. Cheney, Wood Notes Wild. Notations of Bird
Music. Collected and arranged with Appendix, Notes, Bibliography
and General Index by J. V. Cheney. Boston 1892.
C. Fabani, Epoche, mutazioni et varieta nel Canto degli uccelli;
Riv. Ital. Sc. Nat. XII. S. 35—39.
Derselbe, Teoria delle somiglianze nel Canto degli uccelli;
ebenda S. 90-91.
C. Flor icke, Ueber den Gesang des Karmingimpels; Mntsschr
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 117—119.
M. A. Laws, Sky Lark Singing- at Night; Zool. XVI. S. 362.
V. Linstow, Beobachtungen an Vogeltänien; Centralbl. f. Bakter.
u. Parasitenk. XII. S. 501—504.
E. Perzina, Europa's befiederte Imitatoren; Mntsschr. D Ver.
z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 53—62, 87—103.
A. Voigt, Anleitung zum Studium der Vogelstimmen; Beilage
zum Jahresber. d. 1. St. Realsch. Leipzig 1892.
C. A. Witchell, Bird-song and its Scientific Value; P. Cottesw.
Nat. F. C. X. S. 238—257.
J. Young, Song of the Redpoll; Zoolog. XVI. S. 149-150.
Nahrung: Hocke beobachtete, dass Turteltauben Wolfsmilch-
samen als Nahrung aufsuchten; Journ. Orn. XL. S. 215.
H, Loens, Vogel und Binnenmollusken; Zool. Gart. 33. S. 49
bis 51. — Molluskennahrung der Vögel.
K. Loos, Welche Vogelai-ten betheiligten sicli an dei- Vertilgung
der im Schluckenauer Domainengebiete epidemisch auftretenden
3*
36 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Larven der Coleopliora laricella Hbn. und in welchem Grade thaten
sie dies?; Ornitli. Jahrb. III. S. 168—171.
Moser, Der Staar als Oivenfresser; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d .Vogelw. XVII. S. 77.
E. Pfannenschmid, Zur Nahrung der Ringeltaube; ebenda
S. 21 — 22. — Im Dezember erlegte Holztauben hatten die unförmig
aufgetriebenen Kröpfe mit Stangenkohl angefüllt.
J. Talsky, lieber das Verhalten der Vogelwelt gegenüber den
Insekten, namentlich der Nonne {Psilura monacha L.); Deutsche
Volksz. f. d. Neutitscheiner Kreis XIX. No. 46.
Nisten, Eier: A. C. E. Baldamus, Das Leben der europäischen
Kuckucke. Nebst Beiträgen zur Lebenskunde der übrigen para-
sitischen Kuckucke und Stärlinge. Mit 8 Farbendrucktafeln. Berlin
1892. — Eine zusammenfassende Darstellung der Lebensgewohnheiten
des Kuckucks. Als Einleitung wird (im Anschluss an Reichenow's
System) eine Uebersicht der Familie Cnculidae gegeben, welche
Verf. nach der Fortpflanzungsweise in Schmarotzer „Anepostae",
und Selbstbrüter „Epostae" sondert. Zur ersten GrujDpe gehören
Cuculinae^ Coccystinae und die vom Verf. als selbstständige Unter-
familie betrachteten Coccyginae^ zur anderen Zandostominae und
Geococcyginae. Es folgt eine Uebersicht der Anepostae und hierauf
der Haupttheil des Werkes, eine Schilderung des Lebens unseres
Kuckucks in allen Einzelheiten. Gewissenhaft ist die umfangreiche
diesbezügliche Litteratur bis auf die Gegenwart benutzt und nach
diesen Ergebnissen in Verbindung mit des Verfassers eigenen reichen,
von Jugendzeit an gesammelten Beobachtungen, welche eine über-
raschende Fülle anziehender Thatsachen enthalten, ein Lebensbild des
Kuckucks geliefert, wie es vollständiger nicht gewünscht werden
kann. Den Standpunkt des Verfassers in einigen bis auf die
Neuzeit umstrittenen oder noch immer nicht einheitlich aufgefassten
Punkten der Fortpfianzungsgeschichte kennzeichnen die Kapitel:
„Jedes Weibchen legt gleiche (ähnliche) Eier"; „aber nur ein
Ei in jedes Nest"; „das Kuckucksweibchen bekümmert sich um
seine Eier". Das Kapitel „Eierstock etc." giebt eine knappe,
aber sehr klare Darstellung der Entwickelung des Vogeleies im
Allgemeinen. Die folgende Abtheilung behandelt die nicht euro-
päischen Schmarotzerkuckucke in Beziehung auf Verbreitung, Lebens-
weise, insbesondere Fortpflanzung und Aussehen der Eier, die dritte
in o'leicher Weise die Honiganzeiger und schmarotzenden Stärlinge
{Molohrinae). Zum Schluss wird die Frage behandelt, warum der
Kuckuck nicht selbst brütet, und mit der langsamen Entwicklung
der Eier beantwortet [?]. Auf 8 Farbendrucktafeln sind 13 Varietäten
der Eier unseres Kuckucks nebst diesen entsprechenden Eiern der
Pflegeeltern abgebildet, ferner die Eier von Cumlus indicus^ C. gvlaris^
Lamprococcyx lucidua^ Eudynamis nigra, Scythrops novaekoUandiae,
Coccystes glandarivs, Coccygvs americanus und erythrophthalmus,
Molobn/s pecon's, aenens, sericeus und hrevirostris.
Ch. Bendire s. oben S. 28.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 37
R. Blasius, Zur Ooologie. Einleitender Vortrag, gehalten in
der Sitzung der II. Sect. des Intern. Orn. Congr. Budapest am
19. Mai 1891; Hauptbericht IL S. 149—152.
A. J. Campbell, Notes on West Austraban Oology, with
Description of New Eggs; Proc. Roy. Soc. Victoria III. 1891 p. 1 — 7
T. 1 — 2. — Abgebildet sind die Eier von Eopsaltria georgeana, Sterna
dougallij (ierygmie cuUcivora, Pachycephala occidentalis^ Astur cntetitus,
Synoiciis sordidus, Strepera j^htmbea.
Derselbe, Notizen über „Australische Oologie"; zweiter Intern.
Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 155 — 158.
J. W. Campbell-Orde, The Nesting of tlie Woodcock {Scolopax
rusticolu) in North Uist; Ann. Scott. N. H. I. S. 73.
V. Capek, Zwei Kuckuckseier im Neste; Ornith. Jahrb. III.
S. 248—254.
St. V. Chernel, Beobachtungen über das Brüten und den Zug
des Phalaropus hyperboreus L.; Zweiter Intern. Orn. Congress
Budapest. Hauptbericht IL S. 137—144. Mit Tafel (Dunenjunge).
W. H. M. Duthie, Oystercatcher (Haematopus ostralegus) in-
cubating under Difficulties; Ann. Scott. N. H. I. S. 139.
W. Evans, Some further Notes on the Periods occupied by
Birds in the Incubation of their Eggs; Ibis (6.) IV. S. 55 — 69. —
Eine Ergänzung zu der früheren Arbeit des Verf. [s. Ber. 1891
S. 43]. Brutzeiten von 11 Arten.
E. Golt ermann. Besonderer Nistplatz eines Waldkauzes;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 294—295.
A. Grunack, Der Tamarisken-Rohrsänger, Lt/scmiola melano-
pogon Gr.; Journ. Orn. XL. S. 213 — 214. — Ueber Nest und Eier
der Art.
H. G. Hall, Odd colored eggs; Zweiter Intern. Orn. Congress
Budapest. Hauptbericht IL S. 153 — 154,
M. Höpfner, Ungewöhnlicher Standort von Nestern der Rauch-
schwalbe; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 279—282.
F. Koenig-Warthausen, Färbung der Vogeleier; Jahresb.
Ver. Vat. Naturk. Württ. XLVHI. S. LXIII— IV.
Krüger -Velthusen, Einige Beobachtungen hinsichtlich des
Fortpflanzungsgeschäftes des Kuckucks ; Journ. Orn. XL. S, 449 — 450.
Kühne beobachtete, dass Ficus ■maior zuweilen alte Bruthöhlen
wieder benutzt, nachdem er dieselben um einige Zoll vertieft hat;
ebenda S. 127.
K. Th. Liebe, Vei-lorene oder weggelegte Eier; Mntsschr. D.
Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 266— 271.
F. A. Lucas berichtet über ein kürzlich in einer Sammlung
aufgefundenes Ei von AIca impennis; Auk. IX. S. 198 — 206.
F. C. Noll, Ueber das Blumeneintragen des Stares; Zool. Gart.
30. S. 95.
Derselbe, Ueber das Ei von Aepyornis maxitnus; Zool. Gart.
33. S. 220—221.
38 Aiit. Reich e 110 w: Bericht über die Leistungen
A. J. North, Oological Notes; Proc. Linn. Soc. N. S. Wales
VII. S. 395 — 398. — Uober die Eier und das Nisten von llcdcyon
sordidits und Cyanorhamphus ray^icri.
X. Raspail, Note sur une Incubation continuee par un male
Pinson {Fringilla caelebs); Bull. Soc. Zool. Fr. XVII. S. 133—136.
E. Rey, Altes und Neues aus dem Haushalte des Kuckucks.
(W. Marschall's Zoologische Vorträge II. Heft.) Leipzig 1892. —
Enthält wichtige neue Beobachtungen über die Fortpflanzung des
Cuculus canorus. Im ersten Kapitel: „imitative Anpassung der
Kuckuckseier an Eier der Nestvögel" wird nachgewiesen, dass mit
Ausnahme des in den Nestern von Ruticilla phoenicui'us und Fringilla
montifringilla gelegten Kuckuckseier, welche auffallender Weise eine
viel grössere Anpassung aufweisen, nur 3,6 7o der Kuckuckeier
denen der Nesteigenthümer ähnlich gefärbt sind, so dass die engere
Anpassung nicht die Regel, sondern eine Ausnahme bedeutet. Im
zweiten Kapitel: „die Kennzeichen der Kuckuckseier" hat Verf.
neben Färbung, Zeichnung, Form, Grösse und Gewicht noch ein
neues characteristisches Kennzeichen besprochen, welches Grösse
und Gewicht zu einem Ausdruck bringt, nämlich einen „Quotienten",
welcher das Produkt der Grössen beider Achsen getheilt durch das
Gewicht wiedergiebt und der „als praktisches Hilfsmittel vielleicht
einer allgemeineren Verwendung in der Oologie empfohlen werden
könnte, weil er bei den Eiern jeder Vogelart (welche Verf. unter-
suchte) recht beständige Ergebnisse liefert." Auch über die Festigkeit
der Schale der Kuckuckseier hat Verf. vermittelst eines von ihm
eigens für den Zweck erfundenen Apparats eingehende Untersuchungen
angestellt. Er fand die Festigkeit bei Cuatlus zwischen 13,7 und
17,6 gegenüber 9,1 (mittlere Festigkeit) bei Sylvia cinerea^ 9,6
(mittl. Fest.) bei Sylvia nisoria und 10,2 (m. F.) bei Lanius collurio.
Das Entfernen von Nesteiern betreffend, gelangt Verf. zu dem Er-
gebniss, dass der Kuckuck bei Ablage seiner Eier ein oder mehrere
Nesteier entfernt, manchmal bereits einen Tag vor dem Legen,
dagegen später nicht mehr um die Brut sich kümmert. Den
wichtigsten Theil der Arbeit bildet Kapitel 6, welches dieFruchtbarkeit,
Entwicklung der Eier und Legezeit behandelt, und worin Verf. in-
sonderheit der bisher herrschenden Anschauung entgegentritt, dass
die Kuckuckeier längere Zeit zu ihrer Entwickluno; bedürfen als
diejenigen anderer Vögel. In letzterer Annahme wurde bekanntlich
bisher auch die Ursache des Nichtbrütens vermutet. Nachdem dar-
gelegt ist, dass weder der Eierstock, noch die Entwicklung der
Eier des Kuckucks irgend welche Abweichung im Vergleich mit
anderen Vögeln aufweise, führt Verf. durch schlagende Beweise den
Nachweis, dass die Ablage der Eier beim Kuckuck einen Tag um
den anderen erfolgt, und dass das einzelne Weibchen im Jahre
einige zwanzig Eier legt. Neu und der oologischen Forschung im
allgemeinen zur Nachahmung angelegentlichst zu empfehlen ist die
Darstellung der Legezeit des Kuckucks und einiger anderer Vögel
in Diagrammen. Es ergiebt sich aus diesen Untersuchungen, dass
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 39
die FortpflanzTingszeit des Kuckucks nach der Brutzeit der betreiTenden
Nestvögel sich richtet und örtlich sowohl in Bezug auf die Dauer,
als auch in Bezug auf frühes oder spätes Eintreten derselben oft
wesentlich verschieden ist. Am Schlüsse der Arbeit findet sich ein
ausführlicher Nachweis des zu den Untersuchungen benutzten
Materials, welches über 1200 Kuckuckseier umfasst.
S. N. Rhoads s. oben S. 29.
Schollmayer, Weit vom Wasser abgelegenes Nest der Stock-
ente; Ornith. Jahrb. III. S. 203—204.
P. L. Sclater berichtet über ein Ei von Aepyornis medius;
Proc. Z. S. Lond. S. 299.
D. Le Souef [über Nest und Ei von Ptilorhis victoHae]; Ibis
(6.) IV. S. 350.
N. V. Ssomow, Zweiter Beitrag zur Kenntniss des Zwerg-
habichts {Astu7' brevipes SeY.): Ornith. Jahrb. III. S. 179 — 181. —
Ueber den Horst und die Nahrung des A. brevipes.
R. Thielemann, Ein Wanderfalkenhorst; Mntsschr. D. Ver.
z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 198—202.
C. W. De Vis [Beschreibung der Laube von Amblyornis sub-
alaris]; Ann. Rep. Brit. New Guineal890— 91 App. cc. S.95 mitAbbild.
A. Walter, Eigenthümliche Verwendung der gewöhnlichsten
wie einiger ungewöhnlichen Niststoffe beim Bau durch einheimische
Vögel, nebst daran sich knüpfenden Betrachtungen; ebenda S. 153
bis 165.
Ch. WoUey-Dod, On a case of a Cuckoo and a Swallow
being reared in the same Nest; Ibis (6.) IV. S. 524 — 530.
VII. Jagd, Schutz, Pflege, Hausgeflügel.
Vogelschutz, Jagd, Nutzen: G. v. ßekkessy. Einiges über
den Schutz und die Abnahme unserer einheimischen Kleinvögel;
Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 140—141.
H. V. Berlepsch, Die Vernichtung unserer Vögel im Süden
und der daraus resultierende Schaden; Zweiter Intern. Orn. Congress
Budapest. Hauptbericht IL S. 179—189.
H.Brezol, Extinction de differentes especes d'oiseaux americains;
Rev. Sc. Nat. Appl. 39. S. 362—368.
A. Bruttini, Appunti storici sulla Falconeria; Riv. Ital. Sc.
Nat. Ann. XII. S. 89—90, 100—102, 107—109, 121—122.
J. Clarte, Les oiseaux insectivores, causes et consequences
de leur disparition; Rev. Sc. Nat. Appl. 39. S. 80 — 85.
B. Farwick, Nützliche Vogelarten nebst ihren Eiern, deren
Schutz behördlich angeordnet ist, nebst erläuterndem Text. Herausg.
V. H. Buscher. Düsseldorf 1892.
J. E. Harting, Hawks and Hawking; Proc. Roy. Inst. Gr.
Brit. London XIII. S. 357—361.
J, Kiefer, Zum Amsel-Streit; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVn. S. 282—283.
40 Aiit. Reich eiiüw: BericLt über die Leistungen
K. Knauthe, Zur Frage betreffend Nutzen und Schaden der
Vögel; ebenda S. 71— 72.
E. P. Knubley, Is Legislative Protection required for Wild
Birds Eggs?; Ann. Scott. N. H. I. S. 213—218.
0. Koepert, Der Star (Stnnu/s vulf/aris L.) in volkswirth-
schaftlicher und biologischer Beziehung. Ein Beitrag zur Vogel-
schutzfrage. Altenburg 1892.
0. Leege, Ueber das Fangergebniss in Pfahleisen auf der
Insel Juist; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 114
bis 117.
K. Th. Liebe, Mandelkrähen im Nistkasten; ebenda S. 25 — 27.
Derselbe, Der Schwarzspecht und die Kulturen; ebenda
S. 209—218.
Zur Linde, Ad vocem Eichelheher; ebenda S. 66 — 71.
0. V. Loewis, Das Haselhuhn in Livland; Zool. Gart. 33.
S. 65 — 76, 102 — 111, 133 — 145. — Vorkommen, Lebensweise, Ab-
änderungen, Jagd.
A. Meyer, Der Wendehals und die Nistkästen; Mntsschr. D.
Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 136—137. — Der AVendehals
als Nestzerstörer.
J. G. Millais, Game-Birds and Shooting Sketches; illustrating
the Habits, Modes of Capture, Stages of Plumage, and the Hybrids
and Varieties which occur amongst them. London 1892. Folio. —
U. a. beachtenswertho Schilderungen des Lebens und der Verbreitung
des Schneehuhns in Gross-Britannien.
R. Müller, Erfolge mit Nistkästen; Mntsschr. D. Ver.' z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 27— 29.
E. Oustalet, Rapport ä M. le Ministre de l'Instruction Publique
et des Beaux-Arts sur le Congres Ornithologique International de
Budapest en 1891; Arch. Miss. Sc. 1891 S. 441-473.
P. Spatz, Mittheilung über die Felsentaube, Columba livia;
Zool. Gart. 33. S. 97- 102. — Nisten der Felsentauben in Brunnen,
Fang derselben.
Staats von Wacquant-Geozelles, Ein Monstre-Futterplatz ;
Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 3—10.
Derselbe, Salzlecken für Tauben; ebenda S. 25) — 30.
Derselbe, Künstliche Nistanlagen für Eisvogel, Wasserstar.
Uferschwalbe; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 151-153.
Derselbe, Auf frischer That ertappt; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. XVII. S. 218 — 232. — Ueber Nutzen und
Schaden des Bussards.
F. Valentinitsch, Das Haselhuhn [Tetrao honasia). Dessen
Naturgeschichte und Jagd. Eine ornithologische und jagdliche
Monographie. Mit zwei Chromobildern und zwei lithographirten
Tafeln. Wien 1892.
An Eider-Duck Farm; Zoologist XVI. S. 364—366.
Ueber das Einsammeln der essbaren Vogelnester auf den An-
damanen; Ibis (6.) IV. S. 578—579.
in der Naturgescliichte der Vögel während des Jahies 1892. 41
Einbürgerung-, Pflege, Zucht: F. Arnold, Die Papageien.
Eine Anleitung zur Pflege, Behandlung, Abrichtung und Zucht dieser
Vögel, insbesondere des Graui^apagei, der Amazonen, der Sittiche,
des Wellensittichs und der Kakadus. 2. Aufl. Köln 1802.
F. E. Blaauw, Die Aufzucht der mantschurischen Kraniche,
Grus viridirodris; Zool. Gart. 33. S. 225 — 228.
Derselbe, Educations d'animaux faites ä S'Graveland (Hollande)
en 1891) Rev. Sc. Nat. Appl. 39. S. 449—458.
F. ßolles, Young Sapsuckers in Captivity; Auk. IX. S. 111 — 119.
de Brisay, L'aviculture chez l'eleveur; Rev. Sc. Nat. AppL 39.
S. 520—531, 498—513.
A. Delaurier, L' Argus Geant et le Psephote multicolore;
ebenda S. 461—465.
Fore, Educations de Lophophores faites a Montrevel (Ain);
ebenda S. 350—355.
A, Frenz el, Aus meiner Vogelstube; Mntsschr. D. Ver. z.
Schutze d. Vogelw. XVII. S. 37—39, 169-171. — Ueber Enjthrura
trichoa^ Domiceila reticulatä, Bolhorliynclms lineolatus, Prosthemadera
novaezeelandiae.
Derselbe, Vogelausstellungen und Vogelpflege in Sachsen;
ebenda S. 62—66.
J. Hu et, Education des Cigognes Blanches en captivitc; Rev.
Sc. Nat. Appl. 39.^ S. 293—298.
C. Krantz, Elevage d'oiseaux chanteurs; ebenda S. 415 — 419.
C. Langheinz, Die Züchtung des Wüstengimpels {Bucanefes
gitliaghieus) in der Gefangenschaft; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze d.
Vogelw. XVII. S. 456—460.
Lilford, Notes onBirds in the Lilford Aviaries ; Journ.Northampt.
See. V. S. 258-269.
Marvis, Visites faites aux etablissements d'aviculture. Eta-
blissement de M. Pointelet, aviculteur a Louveciennes (Seine et
Oise); Rev. Sc. Nat. Appl. 39. S. 21—26.
Derselbe, Visites faites aux etablissements d'aviculture. Ele-
vage du Pin, par Moyaux (Calvados); ebenda S. 313—319.
Derselbe, Visites faites aux etablissements d'aviculture. Ele-
vage de Trouville (Calvados); ebenda S. 466—471.
Derselbe, Elevage de M. Gere, Parc de Montretout, a Saint-
Cloud (Seine et Oise); ebenda S. 549 — 552.
B. N., Der Dorndreher in der Gefangenschaft; Mitt. Orn. Ver.
Wien S. 47.
E. Perzina, Der Wasserstar, Cinclus aquaticus, in seinem
Gefangenleben; Zool. Gart. 33. S. 12 — 20.
Derselbe, Die Vögel des Zool. Gartens in Frankfurt a. M. ;
Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 56—58.
Derselbe, Aus dem Gefangenschaft-Leben des Alpenseglers;
ebenda S. 134.
Derselbe, Selten im Käfig gepflegte europäische Vögel; ebenda
S. 154—155, 165—166, 179—180. — Ueber Locustella naevia.
42 Ant. Reich euow: Bericht über die Leistungen
Derselbe, Alpen- und Mauersegler, Ci/psehts melha und njms^
in ihrem Gefangenleben; Zool. Gart. 33. S. 202—209, 232—240.
Derselbe, Die Kalanderlerche [Alauda calandra) und die
Kalandrelle {Alanda calandreUa) in ihrem Gefangenleben; Mitt. Orn.
Ver. Wien XVI. S. 213—214, 225—227.
E. Rüdiger, lieber den Nesterbau gefangener Vögel; Zool.
Gart. 33. S. 273—278.
K. Russ, Handbuch für Vogelliebhaber, Züchter und Händler.
Band H. Die einheimischen Stubenvögel. Dritte völlig umgearbeitete
Auflage. Kreuz 1892.
Derselbe, Ueber die Nest- und Jugendkleider in der Ge-
fangenschaft gezüchteter fremdländischer Vögel, nebst Angaben
über Nestbau, Gelege, Verfärbung und Geschlechts-Verschiedenheiten;
Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 129 — 136.
Sauermann, Untersuchung von Mehlwürmern auf ihren Nähr-
stoffgehalt; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 7.
Derselbe, Seidenraupen-Kokons als Vogelfutter; ebenda S. 34
bis 35.
Derselbe, Eine Vorrichtung zum Anlegen der Nester für
Webervögel; ebenda S. 71 — 72.
E. Schaff, Ueber einige seltene Thiere des Berliner zoologischen
Gartens; Zool. Gart. 33. S. 193 — 202. — Ueber Lebensweise des
Kiwi in Gefangenschaft.
Derselbe berichtet über das Betragen des Kiwis in Gefangen-
schaft; Journ. Orn. XL. S. 230—231.
M. J. Schuster, Die Weber-Vögel. Leipzig 1892.
P. L. Sclater, On the additions to the Society's Menagerie; Proc.
Zool. Soc. London S. 1, 76, 299, 470, 541, 579, 709—730.
Sharland, Notes sur quelques animaux exotiques ayant existe
au Parc de la Fontaine (pres Tours); Rev. Sc. Nat. Appl. 39.
S. 307—312.
Staats V. W^acquant-Geozelles, Lebendes Winterfutter für
die insektenfressenden Stubenvögel; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 225.
L. Stella, Zur Züchtung der Gürtelamandine; ebenda S. 7—8, 23.
Derselbe, Der olivengrüne Astrild {Äegintha formosa); ebenda
S. 203—204.
0. Stein, Gestalt- und Farbencanarien; ebenda S. 239 — 240.
R. L. Wallace, The Canary Book. Illustr, 3. ed. enl. and
revis. London 1892.
A.Walter, Beitrag zur Aufzucht junger Dompfaffen; Mntsschr,
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 16-21.
K. Wernher, Wie soll man den Graupapagei füttern?; ebenda
S. 310—311.
H. Winge, On the Breeding of the Sand Grouse in captivity
in Denmark; Vid. Medd. Naturh. For. Kjobenh. (5.) 3. Aarg. S. 126
bis 130. — Uebersetzung ins Englische: H. Raeburn Zool. 1892
S. 341 - 345.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 43
L. Wunderlich, Die Fortpflanzung des Ararauna, Sittace
coerula, in der Gefangenschaft; Zool. Gart. 33. S. 257 — 259.
Derselbe, Die Fortpflanzung des Ararauna (Sifface coerula)
in der Gefangenschaft; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 280—281.
Canary-breeding in Germany; Zoolog. XVI, S. 366 — 367.
Schmarotzer, Krankheiten: A. V. Curry, Unsichtbare Feinde;
Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 283—289.
E. Klein, The Etiology and Pathology of Grouse Disease,
Fowl Enteritis and some other Diseases affecting Birds. With
53 Illustr. London 1892.
G. Neumann, Sur les poux des oiseaux; Rev. Sc. Nat. Appl.
39. S. 459—465.
Zur Diphtheritis; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 169.
Hausgeflügel: D. B. Bruszkay, Das Paduaner Huhn; Mitt.
Orn. Ver. Wien XVI. S. 8—10.
A. V. Curry, Der kurzschnäblige Weisskopftümmler; ebenda
S. 10-12.
Derselbe, Für Taubenzüchter; ebenda S. 47 — 48, 59 — 60.
Derselbe, Der einfarbige Wiener Tümmler; ebenda S. 168
bis 169, 181—182, 191—192.
W. Dackweiler, Winke über Bezug und Versand von Brut-
eiern; ebenda S. 85—86.
Derselbe, Allerlei vom Geflügelhofe; ebenda S. 131 — 133,
144-145, 156—157, 180—181.
S. Exner, Das Rätsel der Brieftauben. Mit 6 Abbild, im Text,
u. Schrift. Ver. z. Verbr. naturw. Kenntn. Wien 32. Bd. S. 77—118.
Ferry, Harmlose Betrachtungen eines Idealisten über Rasse-
geflügelzucht; ebenda S, 24.
Finckler, Goldphönix-Hühner wilder Aufzucht, ebenda S. 167
bis 168.
0. Finsch, Erfahrungen über meine „Selecta-Hühner" (Creve-
coeur-Brahma); ebenda S. 261—264, 273—276.
J. C. Lyell, Pigeon-Keeping for Amateurs: a Complete Guide
to the Amateur Breeder of Domestic and Fancy Pigeons. Illustr.
London 1892.
J. Mantzell, Der Brünner Kröpfer; ebenda S. 264 — 266.
G. Marois, Visites faites aux etablissements d'aviculture, ecole
d'aviculture et etablissement d'elevage de Mm. Roullier et Arnout
ä Gambais, pres Houdan (Seine et Oise); Rev. Sc. Nat. Appl. 39.
S. 254-263.
C. Pallisch, Der neue Brutofen von F. Sartorius; Mitt. Orn.
Ver. Wien XVL S. 35—37, 48—49.
B. V, Pleyel, Die Brieftaube. Mit 5 Abbild. Leipzig 1892.
F. Rindt, Hamburger als Sport- und Nutz-Rasse. Mit 4 Abbild.:
Univers. Bibl. f. Thierfreunde 7 Hft. Leipzig 1892.
Derselbe, Spanier. Mit 12 Abbild.; ebenda 22. Heft.
E. V. Rodiczky, Volkswirthschaftliche Bedeutung der Geflügel-
44 Au t. Reiche 110 w: Bericht über die Leistungen
ziicht in Ungarn; Zweiter Intern. Orn. Congress Budapest. Haiipt-
berichtll. S. 190-201.
Derselbe, Volks wirthschaftliche Bedeutung der Geflügelzucht
in Ungarn; Mitt. Orn. Ver. Wien XVI. S. 214—215, 227—228,
240—241, 250—252.
R. Schlegel, Ein ornithologisches Bild aus den Wildhandlungen
einer Grossstadt; ebenda 8. 188 — 189.
W, B. Tegetmeier, Poultry for the Table and Market versus
Fancy Fowls. With an Exposition of the Fallacies of Poultry
Farming. London 1892.
Derselbe, Canards de table en Angleterre; Rev. Sc. Nat.
Appl. 39. S. 532 - 534.
G. Trevisani, Pollicoltura. Milano 1892.
D. Werner, Mehr Selbstständigkeit bei der Zucht; Mitt. Orn.
Ver. Wien XVI. S. 58.
Oesterreich-Ungarns Aus- und Einfuhr von Geflügel und Pro-
ducten der Geflügelzucht im Jahre 1891; ebenda S. 276 — 277.
Till. Systematik, Nomenclatur.
A. Dubois, Etablissement d'xme Classification international; Zweiter Intern.
Orn. Congress Budapest. Hauptbericht II. S. 92—94. — Entwurf einer syste-
matischen Anordnung der Vögel. Nur Aufführung der Namen von Ordnungen
und Familien, ohne Erläuterungen.
M. Fürbringer, L. Stejneger's Vogelsystem und Th. Studer's Unter-
suchungen über die Embryonalentwicklung der antarktischen Vögel; Journ. Orn.
XL. S. 136—151. — Bericht über Stejneger's System und eine Uebersicht der
darin aufgestellten Gruppen, ebenso ein Bericht über die Studer'sche Arbeit
[s. Ber. 1886 S. 58.]
H. Gadow, On the Classification of Birds; Proc. Z. S. Lond. S. 229 -256.
— Bemerkungen über Untersuchungsmethoden zur Klassificieruug der Vögel
und Entwurf eines Systems:
I. Subcl. Archornithes
1. Achaeopterygiformes. Archaeopterygidae.
II. Subcl. Neornithes.
1. Division Neornithes Ratitae.
1. Struthiones. 2. Rheae. 3. Casuarii. 4 Apteryges. 5. Dinoniithes.
6. Aepyornithes.
2. Div. Neornithes Carinatae.
7. Colymbiformes. 8. Sphenisciformes. 9. Procellariiformes. 10. Ardei-
formes (Steganopodes, Herodii, Pelargi). 11. Falconiformes (Cathartae,
Accipitres). 12, Anseriformes. 13. Crypturiformes. 14. Galliformes.
15. Gruiförmes (Eurypygae, Ralli, Grues, Dicholophi, Otides).
16. Charadriifoimes (Limicolae mit Chionididae, Cbaradriidae, Glareo-
lidae, Thinocoridae, Oedicnemidae, Parridae, und Gaviae mit Alcidae
und Laridae). 17. Columbifoimes (Pterocletes, Columbae). 18. Cuculi-
formes mit Coccyges (Cuculidae, Musophagidae) und Psittaci.
19. Coraciiformes (Striges, Macrochires, Colli, Trogoues, Coraciae).
20. Passeriformes (Pici, Passeres).
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 45
L. V. Lorenz, Referat über die Berathung eines Entwurfes von Regeln
für die zoologische Nomenclatur; Verh. K. K. zool. bot. Ges. Wien. XLII. Stzb.
S. 12-28.
E. Oustalet, Notice snr quelques especes iiouvelles ou peu connues de la
Collection ornithologique du Museum d'Histoire Naturelle; Nouv. Ai'cb. Mus.
Paris (2) VI. S. 211-220 T. XIV— XV. — Beschrieben: Halcyon (Cijanalcyon)
quadricolor, abgebildet T. XIV., Ampelis macsi n. sp., Elminia schivehischi n. sp.,
Anueretes sclateri n. sp., Craspedophora mantoui, abgebildet T. XV.
Dinomithidae,
Vergj. Field, Eorbes, Hütten und Lydekker oben S. 8.
Palaeocasuarius n. g. foss. Typus: P. elegans von Neu Seeland; H. O. Forbes,
Trans. N. Z. Inst. XXIV, S. 189.
Brevipennes.
Hutton, The Origin of the Struthious Birds of Austi'alasia; Nature 45.
No. 1166 S. 425. — Verf. glaubt, dass die Emus und Kasuare von den Tina-
miden herstammen, während die afrikanischen und amerikanischen Strausse eine
andere Entwicklungsi'eihe darstellen.
Aptcryx vergl. Parker oben S. 5.
Dromaius gracüipes n. sp. foss. aus dem Postpliocen von Queensland;
C. W. De Vis, Proc. Liun. Soc. N. S.-Wales VI. S. 445.
Metapteryx n. g. foss. Typus: M. bifrons aus dem Pliocen von Queensland;
C. W. De Vis, Proc. Linn. Soc. N S.-AVales VI. S. 453 T. XXIII.
Pi/fyojiOfles.
R. W. Shufeldt fasst auf Grund osteologischer Merkmale die Gruppe als
Ordnung auf und theilt sie in zwei Superfamilien : Podicipoidea und Urinutoroideii.
Vei'f. leitet die Gruppe von demselben Stamm her, von welchem die Zahuvögel,
wie Hesperornis, abstammten; Journ. Anat. Phys. XXVI. S. 199.
Laridae.
Rissa tridadyla, s. W. E. Clarke S. 2.
JPelecanidne,
Pelicanus p^-oavufi n. sp. foss. aus dem Pliocen von Queensland; C. W. De Vis.
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI. S. 444.
P?ialacroeoi'acidae.
Phalacrocorax novaezealandiae var. muior w. vay. foss.; H. O. Forbes, Trans.
M. Z. Inst. XXIV. S. 189. — P/i. yutfuraUs von Bukoba wieder beschrieben;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 133.
Plotus s. Beddard oben S. 4.
Anatidae,
Anas laysanensis n. sp. von Laysan; W. v. Rothschild, Bnll. Brit. Orn.
Club IV. 31. Dec. 1892.
46 An t. Reich enow: Bericht üher die Leistiingen
Anser anatoides n. sp. foss. ans dem Pliocen Frankreichs; C. Deperet,
C. R. CXIV. S. 690.
Bernida munroii u. sp. von Kauai {Sandwich-CTru])pe); W. v. Rotlischild,
Ann. Mag. N. H. (6.) X. S. 108.
Biziura lautouri, n. sp. foss. von Nen Seeland; H. 0. Forbes, Trans. N. Z.
Inst. XXIV. S. 188.
Gamptölaimus labradorius in Dresden; A. B. Meyer, Ank. IX. 389.
Cuemiornis graciUs wk} miiior n. ssp. foss. von Neu Seeland; H. 0. Forbes,
Trans. N. Z. Inst. XXIV. S. 187—188.
Scoloi)aci(lae.
Phalaropus Jiypei-horeus pull, abgebildet; St. v. Chernel, Zweiter Intern.
Orn. Congr. Budapest. Hanptbericht II. S. 140 Tafel.
CrTuidae.
Bcdedrica gihhericeps von Deutsch - Ost - Afrika wiederbeschrieben;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 126.
Geranopsis elatus n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-
Edwards, Zweit. Intern. Orn. Congr, Budapest. Hauptb. II. S. 72.
Rallidae.
Aphanapteryx Jiaivkinsi n. sp. foss. von den Chatham Inseln; H. 0. Forbes,
Nature 1892 3. March S. 416 u. 21. April S. 580. Trans. N. Z. Inst. XXIV.
S. 189 [s. Diaphwapteryx],
Aphanolimnas nom. nov. pro Kittlitzia Hartl. nee Hart.; R. B. Sliarpe,
Bull. Brit. Orn. Club IV. 32. Dec. 1892.
Cabalus modesUis iuv. von C. dieffenhachi ; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Orn.
Chib IV. 31. Dec. 1892.
Biaphorapteryx n. g. foss. Typus: Aphanapiteryx hawkinsi; H. 0. Forbes,
Bull. Brit. Orn. Club IV. 81. Dec. 1892.
Elaphrocyiemus phasianus, gracüis u. crex n. g. et ssp. foss. aus dem Eocen
Süd-Frankreichs; A. Milne-Edwards, Zweit. Intern. Congr. Budapest. Hauptber.
II. S. 77-78.
Fulica 7ninor n. sp. foss. aus dem Tertiär von Oregon; R. W. Shufeldt,
Journ. Ac. N. Sc. Philad. IX. S. 412.
Gallinula coccineipes abgebildet Ibis (6.) IV. T. XII. — G. peralata n. sp.
foss. aus dem Postpliocen von Queensland; C. W. de Vis, Proc. Linn. See. N. S.
Wales VI. S. 440,
Kittlitzia n. g. Typus: Ballus monasa Kittl.; Gr. Hartlaub, Abhandl. Naturw
Ver. Bremen XII. S. 391. [s. Aphanolimnas.]
Notornis parl'eri n. sp. foss. von Neu-Seeland; H. 0. Forbes, Trans. N. Z.
Inst. XXIV. S 187.
Ocydromus insignis n. sp. foss. von den Chatham-Ins. ; H. 0. Forbes, Trans.
N. Z. Inst. XXIV. S. 188.
Orthocnemus gallicus n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-
Edwards, Zweit. Intern. Congr. Budapest. Hauptber. II. S. 74—77.
Pen nula palmcri {Froh.): Beschreibung, Geschichtliches; Gr. Haitlaub, Abb.
Naturw. Ver. Bremen XII. S. 399.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 47
Porphyr io mackintoshi n. sp. foss. aus dem Postpliocen von Queensland;
C. W. De Vis, Pioc. Linn. Soc. N. S. Wales VI. S. 440.
Porphyrionns comeri n. g. et sp. von den Gougb-Inseln; Amer. Mus. Nat.
VI. S. 57-58.
Porzanula n. g. Typus: P. pahneri n. sp. von Laysan; F. W, Frohawk,
Ann. N. H. (6.) IX. S. 247—249.
Rallus dasypus n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-
Edwards, Zweit. Oni. Congr. Budapest. Hauptber. II. S. 73. — B. ecaiidutus
King: Bescliieibung, gehört zur Gattung Pennula; G. Hartlaub, Abh. Naturw.
Ver. Bremen XII. S. 395. — li. longiroatris euhanus n. subsp. von Kuba;
F. M. Chapnian, Bull. Anier. Mixs. IV. S. 288. — H. monasa Kittl.: Beschreibung,
Kritische Bemerkungen; G. Hartlaub, ebenda S. 389. — B. sandvichensis Gm.;
ebenda S 397; wahrscheinlich eine Pennula und gleichbedeutend mit B. ecaudatus;
R. B. Sharpe, Bull Br. 0. Club IV. 31. Dec. 1892.
Tribomjx eftluxiis n. sp. foss. aus dem Postpliocen von Queensland ; C. W.
De Vis. Proc. Linn. Soc. N. S.-Wales VI. S. 439.
Turnicidae.
Turnix nigricoüis. Unterschiede der Geschlechter; W. R. Ogilvie Grant,
Ibis (6.) IV. S. 346.
Pteroclidae.
Pterocles larvatus u. validus u. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs;
A. Milne-Edwards, Zweiter Inteni. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. II. S. 71 u. 70.
Syrrhaptes paradoxus: P. Leverkühu, Litterarisches, nebst Original-
Mittheiluiigen über die 1888er Invasion. Nachtrag; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 30-37. - Vorkommen in Europa im Jahre 1891 ; V. v. Tschnsi,
Ornith. Jahrb. III. S. 118—121.
Ibiflae,
Plutalea subtenuis n. sp. foss. aus den Postpliocen von Queensland;
C. W. De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI. S. 443.
Tapinojn,
Tapinopus cllioti n. g. et sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-
Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptb. II. S. 79.
Ciconiidae,
Palaeopelanjas n. g. foss. Typus: P. nohilis aus dem Postpliocen von Queens-
land; C. W. De Vis, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales VI. S. 441.
Ardeidae.
Ardea amissa n. sp. foss. aus dem Eocen Süd - Frankreiciis; A. Milne-
Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptb. 11. S. 73.
Botaurus neoxeniis: Beschreibung des alten (^\ W. E D. Scott, Auk IX.
S. 141-142.
48 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Columbidae.
Carpophaga oenothorax n. sp. von Engauo, zur Gruppe C. aenca gehörig;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIII. S. 139.
Colamhigallina passerina tcrrestris n. subsp. von den östl. Verein Staaten;
F. M. Chapnian, Bull. Amer. Mus. N. H. IV. S. 293.
llaplopelia inornata n. sp. vom Kamerungebi)-ge, ähnlich H. larvata;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 22L
Lithophaps ulnaris n. g. et sp. foss. aus Australien; C. W. De Vis, Proc.
Linn. S. N. S. Wales (2.) VI S. 117.
Macropygia cinnamomea n. sp. von Engano; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ.
Genova (2.) XIII. S. 140.
Fhlogoenas albieolUs n. sp. von der Bow Ins., ähnlich 1%. erythroptera;
T. Salvadori, Bull. Brit. Orn. Club III 1. Dec. 1892. — Ph. himaeulata n. sp. von
S. Celebes, ähnlich Ph. tristigmata; T. Salvadori, Bull. Brit. Orn. Club III.
1. Dec. 1892.
Ptilopus eoronnlatas Jnionensis u. subsp. von Butaneng, Deutsch Neu-Guinea;
A. B. Meyer, Journ. Orn. XL. S. 263. — P. fasciatus. Bemeikung über die Färbung;
L. W. Wiglesworth, Ibis (6.) IV. S. 345. — P. salvadorü n. sp. von Jobi, ähnlich
P. pectoralis; W. v. Rothschild, Bull. Brit. Orn. Club III. 1. Dec. 1892. —
P. tristrami n. sp. von den Marquesas Inseln, ähnlich P. mercieri; T. Salvadori,
Boll. Mus. Zool. Auat. Torino VII. 21. Dec. 1892.
Treron calva und nudirostris. Unterschiede; Reichenow, Jouin. Orn. XL.
S. 15—16.
Turttir amhiguus, decipiens, perspicillatus , damarensis \\. semitoi-quatus.
Unterschiede der Arten; Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 12—15.
Crt/j)ttiridae.
Crypturus garleppi n. sp. von Bolivin, ähnlich C. noctivagus; H. v. Berlepsch,
Journ. Orn. XL. S. 454.
Nothoprocta moebiusi n. sp. von Bolivia; H. v. Berlepsch, Journ. Orn. XL. S. 456.
Oinsthoconiidae,
Vergl. Gadow oben S. 4.
FllholorniH p)ai-adoxu, gravis u. debilis n. g. et ssp. foss. aus dem Eocen
Süd-Fiankieichs; A. Milne-Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptb II.
S. 67 69.
JPhasianidae.
Arhorlcola (s. Bambusicola) — A. gingica abgebildet Ibis (6.) IV T. IX.
Bambu.iicola und Arboricola. Uebersicht der Arten, Schlüssel, Synouymie
und Verbreitung; W. R. Ogilvie Grant, Ibis (6.) IV. S. 387—399 T. IX.
Caloperdic borucends n. sp. von Sarawak, ähnlich C. oculea; R. B. Sharpe,
Bull. Brit. Orn. Club II. 1. Nov. 1892. — C. sumatrana n. sp. von Sumatra
u. Java, ähnlich C. oculea; ebenda.
Coturnix: Uebersicht der Arten, Unterschiede von C coi«?-«/./;, capensis xmä
japnmca; W. R. Ogilvie Grant, Ann Mag. N. H. (6.) X. S. 166-173. — C emivi
von Bukoha, wiederbeschrieben; A. Reichenow, Journ Orn. XL. S. 131 [fällt
in der Naturgeschichte rier Vögel während des Jahres 1892. 49
vermiithlich mit C. adansoni zusammen, wenngleicli die Ursprungsbeschreibung
der letzteren Art durchaus abweichend ist]. — Abbildung Journ. Orn. XL. T. 1.
Crossoptilon leucicrum n. sp. von Ost-Tibet, ähnlich C. tihetanuni: H. See-
bohm, Bull. Brit. Orn. Club IV. 31. Dec. 1892.
Eupsychortyx gouldi vemuithlich n. sp. von Cura^-ao, ähnlich E. cristatus;
H. V. Berlepsch, J. 0. XL. S. 100
Francolinus: W. R. Ogilvie Graut, A short Review of the Francolins
belonging to the Genera Francolinus und Fternistes; Ibis (6.) IV. S. 32—55. T. 1.
— Schlüssel und Uebersicht der Arten nebst Synonyniie und Verbreitung. Auf
Taf. I Francolinus jacksoni abgebildet. Neu: F. uluensis u. sharpei. — F. gedcjü
abgebildet Ibis (6.) IV. T. XIV. — F. jacksoni abgebildet Ibis (G.) IV. T. I. —
F. sharpei n. sp. von Bogos, Abessinieu und Schoa, ähnlich F. cluppertoni;
0. Graut, Ibis (6.) IV. S. 47. — F. uluensis n. sp. von Ulu, Brit.-Ostafrika,
ähnlich F. gutturalis; O. Grant, ebenda S. 44. — F. vulgaris: Synon3'mie, Ver-
breitung, Lebensweise; F. de Schaeck; Ornith. Jahrb. III, S. 108 — 112.
Meleagris gallopavo ellioti n. subsp. von Texas; G. B. Senuett, Auk IX.
S. 167—169. Taf. IIL
Orynx apjjroximans, capensis, xanthomelas wnä phoenicomera. Unterschiede ;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 186—187.
Palaeocryptonyx donnezani n. sp. foss. aus dem Pliocen Frankreichs;
C. Deperet, C. R. CVI. S. 690.
Palaeortyx ocijpdera n. sp. foss. aus dem Eocen Frankreichs. A. Milne-
Edwards, Hauptber. Intern. Ornith. Congr. Budapest. IL S. 71 — 72,
Perdix hispaniensis n. sp. von Galizien in Spanien; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 226.
Phasianus tarnowsl'ii n. sp. von Zerafshan in Central-Asien, nahe Ph.p)rinci-
palis; H. Seebohm, Proc. Z. S. Loud. S. 270. — PIi. zerafshanicus (Mossovslcii)
n. sp. von Zerafshan in Central-Asien; Tarnowski, Field 1891 21. März S. 409
(Proc. Z. S. Lond. S. 270).
Rheinhardixis Phoenix nom. nov. pro B. ocellatus ; A. Boucard, Humming
Bird IL S. 10—12.
Tetraogallus henrici n. sp. von Südwest-China, ähnlich T. altaicus; E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat, (7.) XII. S. 296,
Tatraonidae.
Lagopus bonasioides beschrieben; G. Kolthoff, Bih. K. Sv. Vet. Akad.
Handl. 13. Afl. IV. No. 6. — L.honasiotetrix beschrieben; G. Kolthoff, Bih. K.
Sv. Akad. Handl. 17. Art. IV. No. 2.
Tetrao bonasia: Biologisches s. oben Loewis S. 15 — s. Valentinitsch S. 40.
Falconidae.
Afjuila hypogea n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-
Edwards, Zweit. Intern. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. IL S. 60.
Astur brevipies: Masse; N. v. Ssomow, Ornith. Jahrb. III. S. 179 — 181.
Buteo albicaudatus colonus vermuthl. u. subsp. von Cnragao; H. v. Berlepsch,
Journ. Orn. XL. S. 91.
Circus hamiltoni u. teautensis nn. spp. foss. von Neu-Seeland; H. 0. Forbes,
Trans. N. Z. Inst. XXIV. S. 186.
Aldi. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.II. H. 1. 4
50 All t. Reich enow: Bericht über die Leistungen
Falcu sparveiius deserticolus n. subsp. von den südwestlichen Vereinigten
Staaten, F. s. peninsularis n. subsp. von Unter- Kalifornien, F. s. australis
Ridgvk^ivy von Argentinien, F. n. aequatorialis n. subsp. von Ecuador; E. A. Mearns,
Auk IX. S. 263, 267, 269.
Necrastur u. g. foss., T3'pus : N. alacer aus dem Postpliocen von Queens-
land; C. W. De Vis, Proc. Liun. S. K-S.-Wales VI. S. 437.
Taphaetiis n. g. foss. Typus- Uroaetus hrachialis; Ders. ebenda S. 123,
Tinnuncidus: Uebersicht der anierikanisclien Arten; E. A. Mearns, Auk IX.
S. 252—270. — T. sparverius hrevipennis n. subsp. von Curagao; H. v. Berlepsch,
Journ. Orn. XL. S. 91.
Strigidae.
Biibo incertus \\. sp. foss. aus dem Eocen Süd -Frankreichs; A. Milue-
Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. IL S. 63.
Megascops flammeolus idahoensis abgebildet; Auk IX. T. IL
Necrobyas harpax u. rossignoU n. g. et ssp. foss. aus dem Eocen Süd-
Frankreichs; A. Mi Ine- Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. IL
S. 61-63.
Scojjs brookii 11. sp. von Saravvak, ähnlich S. hourouensis, R. B. Sharpe,
Bull. Biit. Oru. Club li. 1. Nov. 1892. — S. muntananensls n. sp. von Mantananani
bei Borneo, ähnlich S. elegans; ebenda.
Otus henrici n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs; A. Milne-Edwards,
Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. IL S. 63.
StrLc flammea bärget n. subsp. von Curagao; E. Hartert, Bull. ßrit. Orn.
Club III. 1. Dec. 1892.
Psittacidae.
Chrysotil hecki (Rchw.) mit C. lilacina (Less.) zusammenfallend nach T. Sal-
vador!, Ibis (6.) IV. S. 467 — 468. — Ch. rothschildi n. sp. von Bouaire, ähnlich
Ch. ochroptem- E. Hartert, Bull. Brit. Oru. Club IIL 1. Dec. 1892.
Connrus aniheusis n. sp. von Aruba, ähnlich C. aeruginosus; E. Hartert,
Bull. Brit. Orn. Club IV. 31. Dec. 1892. — C. holochlorus u. ruhritorques ver-
schiedene Arten; T. Salvadori, Bull. Brit. Orn. Club III. 1. Dec. 1892. —
C. carolinensis: Verbreitung und Lebensw^eise ; A. W. Butler, Auk IX. S. 49 — 56.
— C. gutnUacld von Mona nicht verschieden von C. chloroptenis von S. Domingo;
C. Cory. Auk IX. S. 228.
Geoffroyus tjindanae u. sp. von Snmba, ähnlich G. personatus; A. B. Meyer,
Not. Leyden Mus. XIV. S. 207.
Nestor norfolcensis. Bemerkungen über ein Stück im Besitz von H. ß.Tiistram,
Ibis (6.) W. S. 557- 558.
Foeocephalus pachyrhynchus Hartl. in Togo gefunden. Unterschiede von
P. robustus von Süd-Afrika m\A fuscicollis \o\\ Angola und Ostafrika; A. Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 234.
Tanygnatlms sumbensis von T. meyalor/iynchus wenigstens als Abart zu
trennen; A. B. Meyer, Not. Leyden Mus. XIV. S. 266.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jalires 1892. 51
Coliidae.
R. B. Sharpe, Catalogue of the Birds in the British Museum Vol. XVII.
S. 338—346. — 1 Gattung mit 9 Arten. Abgebildet sind Cullus leucotis und
afßnis T. XII.
Colins nigriscapalis n. sp. vom Kamenjngebirge, ähnlich C. nigricollis;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 218.
Cuculidae.
Cuculus aurieillü n. sp. von Kamerun; Y. Sjüstedt, Journ. Oru. XL. S. 313.
Dynamopterus velox n. g. et sp. foss. aus dem Eocen Süd -Frankreichs;
A. Milne-Edwards, Zweit. Intern. Oru, Congr. Budapest, Hauptber. IL 8 64.
Indieaforidae.
Indicator pygmaeiis von Bukoba wiederbeschriebeu; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 132.
Capitonidae.
Barhatiila coryphaea u. sp. vom Kamerungebirge; A. Reichenow, Journ.
Oru. XL. S. 218. — B. coryphaea abgebildet Journ. Orn. XL. T, IL — B. leuco-
mystax n. sp von Sotik, Brit. -Ost- Afrika, ähnlich B. simplex; R. B. Sharpe,
Ibis (6.) IV. S. 310. — B. ugandae n. sp. von Uganda, nahe B. duchaülui;
A. Reichenow. Journ. Orn. XL. S. 215.
Mesobucco cximius n. sp. vom Berg Dulit in Noi'dwest-Borneo; R. B. Sharpe,
Ibis (6.) IV. S, 324. — M. eximius abgebildet ebenda T. XI.
Pogonorhynchiis ruhrifacies u. sp. von Kimoani, Mittel-Afrika, am nächsten
P. abyssinicus; A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 215. —
Trachylnemus togoensis von Togo wiederbeschrieben; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 131.
Picidae.
Catnpothera tuUheryi n. sp. von Kamerun ; Y. Sjüstedt, Journ. Orn. XL. S. 313.
Celeus kerri abgebildet Ibis (6.) IV. T. III.
Centurus buhamensis u. sp. von den Grossen Bahama-Inselu, ähnlich C. hlakei;
Auk IX. S. 270.
Colaptes auratus^ cafer, chrysoides und mexicanoides. Verbreitung dieser
Arten bespi'ochen und auf einer Karte abgebildet. Au der Grenze der Ver-
breitung des nordöstlicheu C. auratus und des südwestlichen C. cafea- findet ein
Zwischenbrüten dieser beiden nahe verwandten Arten statt; J. A. Allen, Bull.
Amer. Mus. N. H. 4. S. 21-44.
Picumnus obsoletus n. sp. von Venezuela; J. A. Allen, Bull. Amer. Mus.
N. H. IV. Art. V. S. 55.
Picus Tcalinowskii synonym mit P. richardsi; H. Seebohm, Proc. Z. S.
Lond. S. 195.
Thriponax kalinowskü abgebildet Ibis (6.) IV. T. V.
Trogontidae.
W. R. Og i 1 vi e- Graut, Catalogue of the Birds in the British Museum
Vol. XVII. S. 429-497. Die Familie umfasst 8 Gattungen mit 47 Arten.
Neu sind beschrieben: Trogon boUvianus, Harpactes vklua und dulitensis, ab-
4*
52 Ant. Reich enow: Bericht über die Leistungen
gebildet: Trogon boUvianus T. XV, Hapalodenna vittatum T. XVI, Harpactes
duUtensis T. XV] I.
Archaeotrogon vennstus n. g. et sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs;
A. Milne-Edwards, Zweit. Intern. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. II. S. 64.
Harpactes duUtensis n. sp. von N. W.-Borneo, ähnlich H. oreskios; Cat.
Brit. Mus. XVII. S. 502. — H. vidua u. sp. von N. W.-Borneo, ähnlich H. orrho-
phaeus; W. R. 0. Grant, Cat. Brit, Mus. XVII. S 501.
Trogon 6o/tOTa»«.9n, sp. von Ecuadoi-, ähnlich T.rariegatus; W. R. O. Grant,
Cat. Brit. Mus. XVII. S. 470.
Coraciidae.
R. B. Sharpe, Catalogue of the Birds in the Briti.sh Museum. Vol. XVII.
Leptosomatidae, Coraciidae, Momotidae und Todidael— 40,313 — 337. — Von den
Coraciidae werden 25 Arten unterschieden, die in zwei Untergruppen, Brachyp-
teraciinae (Gatt. Brachypterncias, Geohiastes u. Atelornis) und Coraciinae (Gatt.
Coracias und Eurystomiis) gesondert sind. Der Name Coracias olivaceiceps ist
angewendet für den älteren C. mosambica Dress. Abgebildet sind: Eurystomus
Orientalis und calonyx T. II, Eurystomus solomonensis u. azureus T, III. — Die
Momotidae umfassen 18 Arten mit 7 Gattungen. Neu : Momotus bartletti und
Aspatha. Abgebildet sind: Momotus bartletti T. IX, M. subrufescens u. micro-
step)haniis T. X, M. aeqiiatorialis T. XI. — Die Todidae umfassen eine Gattung
mit 5 Arten.
Aspatha u. g., Typus: Prionües gularis Lafr.; R. B. Sharpe, Cat. Brit.
Mus. XVII. S. 331.
Coracias olivaceicepis nom, nov. pro. C. mosambica; R. B. Sharpe, Cat. Brit.
Mus. XVII. S. 25.
Eurystomus afer var. rufobuccalis n. var, von Uganda; Reicheuow, J. 0.
XL. S. 27.
Geranopterus alatus n. g. et sp. foss. aus dem Eocen Süd-Frankreichs;
A. Milue-Edwards, Zweit. Int. Orn. Congr. Budapest. Hauptber. II. S. C6.
Momotus bartletti n. sp. von Colombia, ähnlich M. momota; R. B. Sharpe, Cat.
Brit. Mus. XVIL S. 320. — M. parensis n. sp. von Para; ebenda S. 320. —
M. venezuelae vermuthlich n. sp. ; ebenda S. 321.
Bucerotidae.
W. R. Ogilvie Grant, Catalogue of the Birds in the British Museum
Vol. XVII. S. 347-428. — 68 Arten sind imterschieden; die in 19 Gattungen
gesondert werden. Neu sind die Gattungen Gymnolaemus, Ortholophus und
Ptilolaemus. Abgebildet sind: Lophoceros jacksoni T. XIII u. L. damarensis T. XIV.
Gymnolaemus n. g. Typus : Anthracoceros marchii ; W. R. O. Grant, Cat.
Brit. Mus. XVII. S. 370.
Ortholophus n. g. Typus : Buceros albocristatus Cass. ; ebenda S. 424.
Ptilolaemus u. g. Typus: Buceros ticJcelU Blyth; ebenda S. 392.
Alcedinidae.
R. B. Sharpe, Catalogue of the Birds in the British Museum Vol. XVII.
S. 93 — 312. — 183 Arten werden unterschieden. Die Familie ist in zwei Unter-
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 53
grujipen zerlegt: Alccdininae mit 5 Gattungen und Daceloninae mit 15 Gattungen.
19 neue Arten und Unterarten sind beschrieben: Ceryle septentrionalis, C. aequa-
torialis, Alcedo floresiana, A. guentheri, Ceyx steerii, C, euerythra, Halcyon
forbesi, H. admiralitatis, H. rufigularis, H. mediocris, H. tutuilae, H. tannensis
H. armstrongi, H. vidali, H. suvensis, H. humii, H. meycri, H. davisoni, Todi-
rhamphus youngi. Abgebildet sind : Alcedo quadribrachys u. guentheri T. IV,
Ceryle aequatorialis u. stictoptcra T. V, Halcyon torquatus, forbesi u. malimbicus
T. VI, Halcyon armstrongi^ solomonensis u. cJdcn-is T. VII, Halcyon humii T. VIII.
Alcedo guentheri n. sj). von Unter -Guinea, ähnlich A. quadribrachys;
R. B. Sharpe, Cat. Brit, Mus. XVII. S. 157. — A. floresiana n. subsp. von
Flores, ähnlich A. ispida, ebenda S. 151.
Ceryle aequatorialis u. sp. von Ecuador, ähnlich C. superciliosa; ß. B. Sliarpe,
ebenda S. 140. — C. septentrionalis n. subsp. von Unter-Kalifornien und südl.
Ver. Staaten, ähnlich C. americana; ehenda S. 134.
Ceyx euerythra n. sp. von Malacca und Sunda-Iuseln, nahe C. diUivynni;
R. B. Sharpe. ebenda S. 179. — C. steerii n. sp. von Mindoro, ähnlich C. cyani-
pectus; ebenda S. 187.
Halcyon admiralitatis u. sp. von den Admiralitätsinseln, ähnlich H. albicillus;
R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. XVII. S. 251. — H. armstrongi n. subsp. von
Malacca, Hinterindien und Sunda-Inselu, ähnlich H. chloris; ebenda S, 277. —
H. davisoni n. subsp. von den Andamauen, ähnlich H. humii; ebenda S. 282. —
H. forbesi n. subsp. von Oberguinea, ähnlich H. torquatus; ebenda S. 247. —
H. humii n. sp. von Hinterindieu und Sumatra; ebenda S. 291. — H. mediocris
n. subsp. von Ponape, ähnlich H. cinnamominus ; ebenda S. 260. -- H. meyeri
n. subsp. von den Togian-Inselu , ähnlich H. davisoni; ebenda S. 282. —
H. rufigularis n. subsp. von zweifelhaftem Herkommen, ähnlich H. cinnamominus;
ebenda S. 260. — H. suvensis n. sp. von den Fidschi-Iuseln, ähnlich H. solomonis,
ebenda S. 281. — H. tutuilae n. sp. von Tutuila (Samoa-Gruppe); ebenda S. 266.
— H. vidali n. subsp. von West-Indien, ähnlich H. chloris; ebenda S. 278. —
H. (Cyancdcyon) quadricolor beschrieben u. abgebildet; E. Oustalet, Nouv. Arch.
Mus. Paris (3.) IV. S. 211 T. XIV.
Todirhamphus youngi n. sp. von den Gesellschafts-Inseln, ähnlich T. veneraius;
R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. XVII. S. 289.
Meropidae,
R. B. Sharpe, Catalogue of Birds in the British Museum. Vol. XVI.
S. 41 — 92. — 36 Arten sind unterschieden in 5 Gattungen. Melittophagus meri-
dionalis ist als neue Form unterschieden. Auf T. I. sind die Köpfe von Dicro-
cercus Jiirundineus u. furcatus, Melittophagus cyanostictus, meridioncdis und
pusillus abgebildet.
Melittophagus meridionalis n. sp, von Südost-Afrika, sehr ähnlich M. cya-
nostictus; R. B. Sharpe, Cat. Brit. Mus. XVII. S. 45. — 31. oreobates n. sp.
vom Elgon in Uganda; R. B. Sharpe, Ibis (6 ) IV. S. 320.
Upupülae.
0. Salvin, Catalogue of the Birds in the British Museum Vol. XVI.
S. 3 — 26. — 15 Arten sind unterschieden und in vier Gattungen: Upupa, Irrisor,
54 Ant. Reicheuow: Bericht über die Leistungen
Scoptelus und Ehinopomastus gesondert. Upiqm somalensis ist Taf. I, Irrisor
bollei Taf. II, Irrisor jacksoni und Scoptelus castamkeps Taf. III abgebildet.
Scoptelus anchietae n. sp. von Caconda, ähnlich S. notatus, Bocage, Journ.
Lisboa (2.) Vlil. S. 254.
Upupa somalensis n. sp., ähnlich U. epops; 0. Salvin, Cat. Brit. Mus. XVI S. 13.
Steafonnthidae,
E. Harte rt, Catalogue of the Birds in the British Museum XVI. S. 653— 654.
Fodarffiflae.
E. Hartert, Catalogue of the Birds in the British Museum XVI. S. 629
bis 652. — 24 Arten, welche in zwei Unterfamilien gesondert sind: Podarginae
mit den Gattungen Podargus und Batrachostomus und Aegothelinae mit der
einen Gattung Äegothcles. Aegotheles salvaäorii ist neu beschrieben, Batrachos-
tomus harterti auf Taf. XIV. abgebildet.
Aegotheles salvadorii n. sp. von S. 0. Neu-Guiuea; E. Hartert, Cat. Brit.
Mus. XVI. S. 649.
Batrachostomus harterti n. sp. vom Berg Dulit in Nordwest-Borneo, ähnlich
B. auritus\ R. B. Sharpe, Ibis (6.) IV. S. 323. — B. ptoliolophus n. sp. von
Padang in Sumatra ; E. Hartert, Not. Leyden Mus. XIV. S. 63—64. — B. mixtus
n. sp. von Sarawak, ähnlich B. stellatus; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Orn. Club II.
1. Nov. 1892.
Capinmulgidae.
E. Hartert, Catalogue of the Birds in the British Museum XVI. S. 519
bis 628. — 86 Arten werden unterschieden. Die Familie ist in 2 Untergruppen
gesondert, Capriviulginac mit 18 Gattungen und Nyctibiinae mit einer Gattung.
Neu ist beschrieben: Caprimukjas yucatanicus \mä Eurostopus argus. Abgebildet
sind : Caprimulgus griscatus T. XI., C. lohitelyi T. XII., Lyncornis mindanensis T.XIII.
Derselbe, Notes on the Caprinnügidae; Ibis (6.) IV. S. 274— 288. T. VI.
— Kritische Bemerkungen über verschiedene Gattungen und Arten der Gruppe.
C. eximius ist auf T. VI. abgebildet.
Caprimulgus clarus n. sp. von Uganda und Bukoba, ähnlich C. fossei;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 215. — C. yucatanicus n. sp. von Yucatan,
ähnlich C. macuUcaudus ; E. Hartert, Cat. Brit. Mus. XVI. S. 575.
Eurostopus argus (Rosenb.) zum ersten Male beschrieben; E. Hartert, Cat.
Brit. Mus. XVI. S. 608.
Macropterygida e.
E. Hartert, Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. XVI.
S. 434—518. — 78 Arten sind unterschieden. Die Familie wird in 3 Unter-
gruppen getrennt: Cypselinae mit 5 Gattungen: Micropus, Aeronautcs^ Panyptila,
TacJiornis u. Claudia n. g.; Chaeturi)iac mit 3 Gattungen: Chaetura, Cypselnides,
Collocalia; Macropteryginae mit einer G.attung 3Iacropteryx. Zwei neue Sub-
species werden beschrieben: Ghaetura guianensis und Collocalia merguiensis. Ab-
gebildet ist Chaetura msheri T. X.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 55
Aeronautes a. g., Typus: Cypseliis melanoleucus Baird; E. Hartert, Cat.
Brit. Mus. XVI S. 459.
Chuetura guianensis 11. suhsp. von Guiana, Venezuela, Trinidad und Grenada,
sehr ähnlich C. einer ewentris; E. Hartert, Cat. ßi'it. Mus. XVI. S. 486.
Claudia n. g. Typus: Cypselus squamat/is Cass. ; E. Hartert, Cat. Brit.
Mus. XVI. S. 469.
Collocalia merguiensis n. subsp. von Süd-Tenasserim und Mergui-Iuselgruppe,
sehr ähnlich C. innominata; E Hartert, Cat. Brit. Mus. XVI. S. 506.
Tnchgornis hirimdo n. sp. foss. aus dem Eocen Süd-Fiankreich.s; A Milne-
Edwards, Zweiter Intern. Orn. Congr. Budapest. Hauptb. II. S. 66; ist Aegia-
lornis gallicus Lyd. ; ebenda S. 80.
Trochilidae.
O. Salvin, Catalogue of the Birds in tbe British Museuui. Vol. XVI.
S. 27—433. — 482 Arten werden unterschieden und in 127 Gattungen gesondert.
Neue Gattung ist: Neolcsbia. Ferner werden 8 neue Arten beschrieben: Helian-
gelus latidavius u. violicoUis, Heliotrypha speciosa, Amasilia sumichrasti, Polyerata
decora, Oreopyra pectoraUs, Phacolaema cervinigularis , Eriocnemis ventralis.
Abgebildet sind: Panychlora micans und Chlorostilbon peruanus T. IV., Hell-
ungclus latidavius u. violicollis T. V., Heliotrypha speciosa u. harrali T. VI.,
Agyrtria caeruleiceps n. Amazilia sumichrasti T. VII., lolacnia luminosa u.
Phaeolaema cervinigularis T. VIII., Eriocnemis dyselius u. E. ventralis T. IX.
A.Boucard, Genera ofHumming Birds S. 1 — 54; TheHumniing Bird 11.1892.
Vergl. Shufeldt S. 5.
Amazilia sumichrasti n. sp. von Süd-Mexiko, ähnlich A. ocai; O. Salviu,
Cat. Brit. Mus. XVI., S. 213.
Chalybura melanurrhoa abgebildet; Godnian u. Salvin, Biol. C. Anier. II. T. 55.
Chlorostilbon speciosus n. sp. von Colombia; A. Boucard, Hurani. B. II. S. 79.
Cyanolesbia caudata n. sp. von Venezuela, ähnlich C. gorgo; H. v. Berlepsch,
Journ. Orn. XL. S. 454. — C. emmae n. sp. von Bogota, ähnlich C. mocoa;
H. V. Berlepsch, ebenda S. 452.
Cyanomyia guerrerensis n. sp. von Mexiko, ähnlich C. viridi frans; Godman
and Salvin, Biol. C. Amer. H. S. 290.
Delattria hemileuca abgebildet; Godman u. Salvin Biol. C. Amer. II. T. 54.
— D. margarethae u. sybillae abgeb. ebenda T. 54 a. — D. sybillae n. sp. von
Matagalpa in Nicaragua, ähnlich D. viridipallens; R. B. Sharpe, Ibis (6.) IV. S. 327.
Eriocnemis albogularis n. sp. von Colombia; A. Boucard, Humiu. ß. II,
S. 18. — E. ventralis n. sp. von Colombia; O. Salvin, Cat. Brit. Mus. XVI. S. 364.
Eupherusa nigriventris abgebildet; Godman u. Salvin, Biol. C. Amer. II. T. 57.
Heliangelus latidavius n. sp. von Ecuador, äünlich H. clarissae; O. Salvin,
Cat. Brit. Mus. XVI. S, 160. — H. rothschildi u. sp. von Colombia; A. Boucard,
Humm. B. II. S. 77. — H. violicollis n. sp. von Ecuador, ähnlich H. strophianus;
ebenda S. 162.
Heliodoxa berlepschi n. sp. von Colombia; A. Boucard, Humm. B. II. S. 75.
Heliotrypha simoni n. sp. von Colombia; A. Boucard, Humm. B. II. S. 76.
— H. speciosa n. sp. von Colombia?, ähnlich H. barrali; O. Salvin, Cat. Brit.
Mus. XVI. S. 167.
Hemistephaniaveraguensisahgeh]h\et;Go(\man\\ Salvin Biol.C. Amer.ll T.55.
56 Ant. Reiche now: Bericht über die Leistungen
Homophania lawrencei n. sp. von Colombia ; A. Boncard, Humm. B. II. S. 287.
Lophornis adorabilis abgebildet; Godman n. Salvin Biol. C. Amer. II. T. 57.
— L. hauxweUi n. sp. vom oberen Amazoneustrom, ähnlich L. verreauxi; A. Bou-
card, Greu. Humming B. S. 37.
Neolesbia n. g. Typus: Cyanolesbia nehvTiorni Berl.; 0. Salviu, Cat. Brit.
Mus. XVI. S. 145.
Oreopyra calolaema abgebildet; Grodman u. Salviu Biol. C. Amer. 11. T. 54.
— 0. pcctoralis n. sp. von Costa Bica, ähulich 0. calolaema; O. Salviu, Cat.
Brit. Mus. XVI. S. 308.
Panychlora micans n. sp. von nnbekauutem Herkommen, ähulich P. aliciae;
O. Salvin, Cat. Brit. Mus. XVI. S. 71.
Phaethoi-nis panamenais n. sp. von Colombia; A. Boucard, Humm. B. 11.
S. 83. — Ph. rupurumii u. sp. von Brit.-Guiana ; A. Boucard, ebenda S. 1.
Phaenölaema cervinir/ularis n. sp. von Ecuador, ähnlich P. rubinoides;
O. Salvin, Cat. Brit. Mus. XVI. S. 325.
Polyerata decora u. sp. von Chiriqui, ähnlicli P. amabiUs; 0. Salvin, Cat.
Brit. Mus. XVI. S. 238.
Saucerottia nunezi u. sp. von Colombia; A. Boucard, Humm. B. II. S. 81.
Selasphorus ardens u. torridus abgebildet; Godman u. Salvin Biol. C.
Amer. II. T. 56
Uranomitra colombiana n. sp. von Colombia; A. Boucard, Humm. B. II. S. 82.
Enryla emiclae.
Calyptomena hosii n. sp. von Nordwest-Borneo; R. B. Sharpe, Ann. Mag.
N. H. (6.) IX. S. 249; abgebildet Ibis (6.) IV. T. X.
Tyran/nidae.
Vergl. J. A. Allen oben S. 32.
Anaeretes sclateri n. sp. von Chile; E. Oustalet, Nouv. Arch. Mus. Paris
(3.) IV. S. 217.
Empidonax albigularis u. atriceps abgebildet; Godman u. Salvin, Biol. C.
Amer. U. T. 40.
Lophotriccus subcristatus n. sp. von Venezuela; J. A. Allen, Bull. Am.
Mus. N. H. IV. S. 53.
Mnionectes semischistaceus n. sp. von Costa Rica; G. K. Cherrie, Pr. U.
St. Nat. Mus. XV. S. 25.
Myiarchus brevipennis n. sp, von Aruba, Cura^ao und Bouaire, ähnlich
M. tyrannulus; E. Hartert, Bull. Brit. Orn. Club III. 1. Dec. 1892.
Myiobius capitalis abgebildet; Godman n. Salvin Biol. C. Amer. IL T. 40.
Ornithion piisillum subflavuni n. subsp. von Costa Rica; G. K. Cherrie,
Pr. U. St. N. M. XV. S. 28.
Pitangus jamaicensis n. sp. von Jamaica, ähnlich P. eaudifasciatus;
F. M. Chapman, Bull. Amer. Mus. IV. S. 303.
Prospjoietus n. g. Typus: Packyrhynchus albinuchus Burm.; J. Cabanis,
Journ. Orn. XL. S. 126.
Pyrocephalus ruhineus heterurus n. subsp. von Lima; H. v. Berlepsch u.
J. Stolzmann. Proc. Z. S. Loud. S. 381.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 57
Anabatidae.
Cinclodes taczanowskü ii. sp. von Lima, nahe C. nigrofmnosus; H. v. Berlepsch
und J. Stolzmaun, Proc. Z. S. Lond. S. 382.
Upucertkia harterti n. sp. von Bolivia, ähnlich U. luscinia; H. v. Berlepsch,
Journ. Oru. XL. S. 452.
Eriofloridae.
Formieivora stictocorypha n. sp. von Porto Real, Brasilien; A. Boucard u.
H. V. Berlepsch, Humm. Bird II. S. 44.
Grallaria lizanoi n. sp. von Costa Rica; G. K. Cherrie, Am. Mus. Costa
Rica III. S. 137. — G. princeps abgebildet; Godman u. Salviu, Biol. C. Am er. IL
T. 52. — G. dives u. perspicillata abgeb. ebenda T. 53.
Gymnopithys ruficeps n. sp. von Colombia, nahe G. olivascens; O. Salvin u.
D. Godman, Biol. Centr. Amer. II. S. 222.
Mynneciza nigricauda n. sp. von Ecuador; 0. Salvin u. D. Godman, Biol.
Centr. Amer. S. 230. — M. oceidentalis n. sp. von Costa Rica; G. K. Cherrie,
An. Mus. Costa Rica III. S. 135. — M. laemosticta u. immaculata abgebildet;
Salviu u. Godman, Centr. Amer. T. 51.
Myrmelastes laivrencü n. sp. von Panama; Salvin u. Godman, Biol. Centr.
Amer. S. 226.
Pitta granatina Temm. u. P. coccinea Eyt. synonym; P. g. borneensis n.
subsp.; D. G. EUiot, Auk IX. S. 218— 221.
Thamnophiliis atrinucha n. sp. von Mittel- Amerika, ähnlich Th. naevius;
Godman and Salvin, Biol. C. Amer. II. S. 200. — Th. punctatus u. bridgesi ab-
gebildet ebenda T. XLIX. — Th. immacidatus gehört zur Gattung Myrmelastes;
ebenda S. 225.
Hiruiidiniflae.
R. ß. Sharpe and C. W. Wyatt, A Monograph of the Hirundinidae or
Family of Swallows. London. — T. XV erschienen. — Abgebildet sind : Ätticora
cinerea, Hirundo javanica, tahitica, arcticincta, Cotile rupestris, Tachycineta
thalassinus. Hirundo namiyei nur beschrieben.
Hirundo emini n. sp. von Bussisi u. Bukoba, D.-0,-Afr., ähnlich H. melano-
crissa; A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 215.
Psalidoprocne chalybea n. sp. von Victoria in Kamerun; A. Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 442.
MiLscicapidae.
Alseonax pumila n. sp. von Bukoba, D. -O.-Afr. , ähnlich A. adusta;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 218.
Ampelis maesi n. sp. von Japan, ähnlich A. japonica; E. Oustalet, Nouv.
Arch. Mus. Paris (3.) IV. S. 213.
Oryptolopha mackenziana n. sp. von Kikuyu, Brit. Ost-Afrika, ähnlich
C. umbrovirens; R. B. Sharpe, Ibis (6.) IV. S. 153.
Cryptolopha bicolor n. sp. von Hainan; F. W. Styan, Bull. Br. Orn. Cl.
No. II S. VI; ist gleich Herpornis tyrannulus Swinh.; R. B. Sharpe, ebenda
No. IV. S. XIX.
58 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Elminia schwehiscJii \\. sp. vom Kongo; E. Oiistalet, Nouv. Arch. Mus.
Paris (3.) IV. S. 216.
Gerygone inspcrata w. sp. von SO. Neu-Guinea; C. W. De Vis, Ann. Rep.
Brit. N.-Giiinea 1890—91 App. cc. 594 ; Ann Queens). Mus. No. 2 S. 4. —
G. modiglianii n. sp. von Sumatra; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.)
XII. S. 52. — G. yectoralis n. sp. von Malakka, ähnlich G. flaneola; W. R. Davison,
Ibis (6.) IV. S. 99. — G. pectoralis identisch mit G. modiglianii; R. B. Sharpe,
Bull. Brit. Orn Club II. 1. Nov. 1892.
Hyliüta Hchrkvrni n sp. von Accra; G. Hartlaub, Ibis (6.) IV. S. 373.
Musciaqxt jolinstoni ist Dio^ytrornis fischeri; R. B. Sharpe, Ibis 1892 S. 300.
Niltava decipicns n. sp. von Sumatra, ähnlich iV^. grandis, T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XII. S. 49.
Parisoma Itigcns: Beschreibung; R. B. Sharpe, Ibis (6.) IV. S. 302.
Pedilorhynchus stuhlmanni von Uganda, wiederbeschrieben; A. Reichenow,
Jouru. Orn. XL. S. 132; abgebildet; ebenda T. I. — P. stuhlmanni cameriinensis
n. subsp. von Kameiim; Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 183,
Flatystira jacksoni abgebildet Ibis (6.) IV. T. VII.
Poecilodryas vicaria n, sp. von S.O. NeuGuinea (Suckling Geb.) ; C. W. De Vis,
Ann. Rep. Brit. N.-Guinea 1890—91 App. cc. S. 94; Ann. Queensl. Mus. No. 2 S. 4.
Wüpidura buettikofcri n. sp. von Dammar, ähnlich R. setosn; R. B. Sharpe,
Bull. Brit. Oin. Club IV. 31. Dec. 1892. — Bh. tenkatei n. sp. von Rotti bei
Timor, ähnlich B. buruensis; J. Büttikofei', Not. Leyden Mus. XII. S. 205.
Bubecola tytlcri bezieht sich auf ein altes Männchen von Muscicapa parva;
W. E. Clarke, Ibis (6.) IV. S. 558-559.
Trochocercus albonotatus abgebildet Ibis (6.) IV. T. VII.
€a^n2ioi)hagidae.
Campop>haga minor n. sp. von Malakka; W. R. Davison, Ibis (6.) IV. S. 99;
iAtwihoh. \mt Lalage culminata; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Orn. Club II. 1. Nov. 1892.
Graucalus enganensis n. sp. von Eugano, ähnlich G. siimatrensis; T. Sal-
vadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XII. S. 129. — G. nigrifrons n. sp. von
Bugotu (Salomonen), ähnlich G. axillaris, und G. [Artamules) loelchmani n. sp.
ebendaher, ähnlich G. caledotiicus ; H. B. Tristrara, Ibis (6.) IV. S. 294. —
G. preussi n. sp. vom Kameruugebirge ; A. Reichenow, Jouru. Orn. XL. S. 220.
Pericrocutus mudiglianii n. sp. von Engauo, ähnlich P. andamanensis und
flammifer; T Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIll. S. 130.
Tjaniidae,
Dryoscopus fanebris und lugiibris nicht artlich zu sondern; Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 38
Eopsaltria sudesticnsis n. sp. von der Sudest Ins.; Louisiade Archipel;
C. W. De Vis, Ann. Rep. Brit. N.-Guinea 1890 91; S. 96; Ann. Queensl. Mus.
No. 2 S. 8.
Hypocolius ampelinus abgebildet; Proc. Zool. Soc. Lond. S. 470.
Laniarius gladiator n. sp. vom Kameiungebirge; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 441.
Lantus excubitor und Verwandte; H. E. Dresser, Ibis (6.) IV. S. 374 — 380.
in der ^Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 59
— L. lahtora, algeriensis, meridionalis, fallax und elegans. Unterschiede dieser
Arten; H. E. Dresser, Ibis (6.) IV. S. 288-293.
Nilaus nigritcmporalis n. sp. von Deutsch - Ostafrika, ähnlich N. afer;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 218.
Corvidae.
Corvus moriorum n. sp. foss. von den Chatham Ins. ; H. 0. Forbes, Nature
XLVI. S. 252. [s. Palacocnrax], — C. praccorax n. sp. foss. aus dem Pliocen
Frankreichs; C. Deperet, C. R. CXIV. S. 690.
Grypsirhina nigra n. sp. von Hainan; F. W. Styan, Bull. Br. 0. Cl. II.
S. VI.; ist Temnurtis truncatus, R. B. Sharpe, ebenda No. IV. 31. Dec. 1892.
Palacnamtx n. g. foss. Typus: Corvus moriorum; H. 0. Forbes, Bull. Brit.
Orn. Club IV. 31. Dec. 1892. ^
Paratliseidae.
R. B. Sharpe, Monograph of the Paradiseidae, or Birds of Paradise, and
Ptilonorhynchidae, or Bowel' Birds. Pait. I. London 1892.
CraspedopJiora mantoui beschrieben, abgebildet; Nouv. Arch. Mus. Paris
(3.) IV. S. 218. T. 15.
Diphijllodes chrysoptera septentrionalis u. subsp. von Ost - Neu -Guinea;
A. B. Meyen Journ Orn. XL. S. 260.
Paratnythiidae.
Paramythia montium n. g. et sp. von Südost-Neu-Guinea (Suckling Geb.);
C. W. De Vis, Ann. Rep. Brit. N.-Guinea 1890-91 App. cc. S. 95.
Oriolidae.
Oriolus Jiosii n. sp. von Sarawak; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Orn. Club IL
1. Nov. 1892.
Stm'uidae.
Acridotheres torquatus n. sp. von Malakka; W. R. Davison, Ibis (6.) IV. S. 102.
— A. torquatus Dnv. gehört zur Gattung Aethiopsar; R. B. Shaipe, Bull. Brit.
Orn. Club II. 1. Nov. 1892.
Calornis enganensis n. sp. von Eugano, ähnlich C. chalybea; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIII. S. 137.
Gracula enganensis n. sp. von Engano, ähnlich G. javanica; T. Salvadori,
Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIII. S. 137.
Onychognathus preussi n. sp. vom Kamerungebirge; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 219.
Sturnus vulgaris vergl. Koepert S. 40.
letet'idae.
Dives kalinoivskii n. sp. von Ica, ähnlich D. warszewiczi; H. v. Berlepsch
und J. Stolzmann, Proc. Z. S. Lond. S. 378.
Molothrus occidentalis n. sp. von Peru; H. v. Berlepsch u. J. Stolzmann,
P. Z. S. Lond. 1892 S. 378.
60 Ant. Reichenow: Bericht über die Leistungen
Ptiloxena w. g. Typus: Scolecophagus atroviolaceus; F. M. Chapman, Bull.
Amer. Mus. IV. S. 307.
Quiscnlus: Uebersicht der Arten, Kennzeiclien, Verbreitung; F. M. Chap-
man, Bull. Amer. Mus. Nat. Hist. IV. S. 180-182.
Ploceiclae.
Cryptospiza rcichenoivi. Beschreibung des ^•, A. Reichenow, Journ. Orn.
XL. S. 221. — C. salvadorii n. sp. von Schoa, sehr nahe C. reichenowi;
A. Reichenow, ebenda S. 221.
Estrilda roseicrissa n. sp. von Bukoba, D. -O. -Afr., ähnlich paludicola;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 218.
Hypoehera purpurascens n. sp. von Ost- Afrika, nahe H. icUramarina;
Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 49.
Malimbus racheliae. Beschreibung des $; Y. Sjöstedt, Jouru. Orn. XL. S. 313.
Munia utricapilla: Beschreibung des ^ und vermuthl. §; J. Büttikofer,
Not. Leydeu Mus. XIV. S. 132.
Niyrlta sparsimguttata von Bukoba wiederbeschrieben; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 132.
Penthetria asynimetrura von Südwestafrika wiederbeschrieben; A. Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 126.
Spermestes stigmatophorus von Bukoba wiederbeschrieben; A. Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 132.
Symplectes croconotus n. sp. vom Kamerungebirge, ähnlich S. insignis;
A. Reiclienow, Journ. Orn. XL. S. 219. — S. preussi n. sp. von Victoria in
Kamerun: ebenda S.442. — S.tephronotiis n.sp. vom Kanierungebirge ; ebenda S.219.
Fringillidae.
Carpodacus erythrinns: Monographie mit Abbildiing; E. Hartert, Mntsschr.
D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVin. S. 11-16.
Eurhinospiza henrici n. g. et sp. von Tibet; E. Oustalet, Ann. Sc. Nat.
(7.) XII. S. 293 T. XL
Hyphantospiza n. g. Typus: Coccothraustes olivaceus Gr.; A. Reichenow,
Journ. Orn. XL. S. 221.
Linaria Bebst, als Gattungsname für die Hänflinge anstatt Acanthis an-
zuwenden, Acanthis ist gleich Carduelis; P. L. Sclater, Ibis (6.) IV. S. 555—557.
Pyrrhula erythrina Fall, auf der Insel Sylt; Mntsschr. D. Ver. z. Schutze
d. Vogelw. XVII. S. 78. — Pyrrhulagra nom. nov. pro Loxigilla; L. Stejneger
in: Cory Cat. W. Ind. B. S. 148. — P. noctis grenadensis n. subsp. von Grenada;
Cb. B. Cory, Cat. West-Ind. Birds S. 150. — P. noctis ridgioayi von Dominica
und den kleinen Antillen; ebenda.
Bhodacanthis pjalmeri n. g. et sp. von Kona (Hawai); W. v. Rothschild,
Ann. Mag. N. H. (6.) X. S. 110—111. — Bh. flaviceps n. sp. ebendaher; ebenda S.lll.
Telespyza flavissima n. sp. von Laysan (Sandwich- Gruppe), ähnlich T. cantans ;
W. V. Rothschild, Ann. Mag. N. H. (6.) X. S. 110.
Uragus henrici n. sp. von Südwest-China; E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (7.)
XII. S. 291 T. X.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. ßl
Tanagridae.
Euphonia: Schlüssel der in Costa Rica heimischen Arten der Gattung;
G. K. Cherrie, Ank IX. S. 23-24.
Pyranga testacea tschudii n. subsp. von Lima; H. v. Berlepsch u. J. Stolz-
mann, Proc. Z. S. Lond. S. 375.
Bhampliocelus afrosericeus capitalis u. subsp. von Venezuela; J. A. Allen,
Bull. Amer. Mus. N. H. IV. S. 51. — B. costaricensis n. sp, von Costa Rica;
G. K. Cherrie, An. Mus. Costa Rica III. S. 135.
Saltator immactdatiis n. sp. von Lima, ähnlich S. albicollis; H. v. Berlepsch
u. J. Stolzmann, Proc. Z. S. Lond. S. 375.
MniotiUidae,
Basüeuterus rufifrons jouyi n. subsp. von Nordost-Mexiko; R. Ridgway,
Proc. Un. St. Nat. Mus. XV. S. 119. — B. r. dugesi n. subsp. von West-Mexiko,
ebenda.
Dendroica nigrifrons ^ u. $ abgebildet; Ank IX, T. I. — D. petecfiia
flaviceps n. .subsp. von den Bahama-Inselu; F. M. Chapman, Bull. Amer. Mus.
IV. S. 310.
Alatididae,
Otocorys berlepschi abgebildet Ibis (6.) IV. T. XIII.
Pycnonotidae.
Andropadus cameronensis von Kamerun wiederbeschrieben; A. Reichenow,
Journ.Orn.XL. S. 126. — A.eugeniics von ßukoba wiederbeschrieben; A. Reichenow,
ebenda S. 133. — A. montanus n. sp. vom Kamerungebirge, ähnlich A. virens:
A. Reichenow, ebenda S. 220.
Hypsipetes amaurotis hensoni von Yesso; L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat.
Mus. XV. S. 347.
Pinarocichla schmackeri n. sp. von Hainau; F. M. Styan, Bull. Brit. Orn.
Club II. S. 17; ist Criniger pallidus Swinh.; R. B. Sharpe, ebenda. 31. Dec. 1892.
Xenodehla poliocephala n. sp. vom Kamerungebirge, ähnlich X. canicapilla;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 220.
Melijihagidae.
Melipotes macidata n. sp. von S.-O.-Neu-Guinea (Suckling Geb.); C. W. De
Vis, Ann. Rep. Brit. N.-Guinea 1890—91 App. cc S. 94; Ann. Queeusl. Mus
No. 2 S. 5.
V'iridonia sagittirostris n. g. et sp. von Mauna Kea (Hawai), W. v. Roth-
schild, Ann. Mag. N. H. (6.) X. S. 112.
Zosterops anderssoni n. sp. von Damara, ähnlich Z. senegalensis; G. E. Shelley,
Bull. Brit. Orn. Club II. 1. Nov. 1892. — Z. flavilateralis n. sp. von Ostafrika,
Z. superciUosa n. sp. von Wadelai, Z. stuhlmanni n. sp. vom Victoria Nyansa;
Reichenow, Jouni. Orn. XL. S. 192 u. 193. — Z. incerta u. sp. von Engano,
ähnlich Z. ceylonensis; T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIII. S. 133. —
Z. mussoti n. sp. von Setchuan; E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (7.) XU. S. 289. —
Z. senegalensis und Verwandte. Unterschiede der 8 nahe verwandten Arten;
62 Ant, Reich enow: Bericht über die Leistungen
A. Reicheuow, Journ. Orn. XL. S. 192-193. — Z. scjuamifrons n. sp. vom Berg
Dulit in Nordwest-Borneo; R. B. Sharpe, Ibis (6.) IV. S. 323. — Z. stenocricota
n sp. vom Kamerungebirge, nahe Z. virens; A. Reichenow, Journ Orn. XL. S. 225.
Nectariniidae.
Cinnyris chloropygia und Verwandte. Unterschiede; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 190 — 191. — C. nesophilus n. sp. von Gross- Comoro, ähnlich C. notatus;
G. E. Shelley, Bull. Brit. Orn. Club II. 1. Nov. 1892. — C. oritis n. sp. vom
Kamerungebirge, ähnlich C. reiclienbachi; A. Reichenow, ebenda S. 225. —
C. preussi u. .sp. vom Kamerungebirge, ähnlich C. ((/'er; A. Reicbenow, ebenda
S. 225. — C. viridisplendens von Bukoba wiederbeschrieben; ebenda S. 132.
Nectarinea gadowi n. sp. vorr Gralanga, ähnlich N. tacazze; Bocage, Jonru.
Lisboa (2.) VIII. S. 256. — N. oseae. Verbreitung; W. T. van Dyck, Ibis (G.)
IV. S. 469.
Dactiididae.
Coereba wopygialis \\. sp, von Curagao, ähnlich C. barbadensis; H. v. Berlepsch,
Journ. Orn. XL. S. 77.
Dicaeum willielminae n. sp. von Sumlja; J. Büttikofer", Not. Leyden Mus.
XIV. S. 199.
Himatione frcnthii n. sp. von Laysan (Sarrdwich Gruppe), ähnlich H. san-
guinea; W. v. Rothschild, Ann. Mag. N. H. (ü.) X. S. 109. — H. parva, montana,
stejnegeri abgebildet; Wilson u. Evans, Av. Haw. Lief. 111.
Hemignathus obscurus, olivaceus, procerus, hanepjepe abgebildet; Wilson u.
Evans, Av. Haw. Lief. III.
Paridae,
Acredula bonvaloti n. sp. von Setschnan, ähnlich A. jouschistos; E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat. 7. XII. S. 286 T. IX. — A. macedonica n. sp. von Macedouien,
ähnlich A. rosea; H. E. Dresser, Bull. Brit. Orn. Club IV. 31. Dec. 1892.
Lexjtopoedle henrici n. sp. von Tibet; E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (7.) XII.
S. 287 T. X.
Parus cinereus vtontanus u. communis Baldenstein als Bezeichnung für
P. fruticeti Wallengr. und alpestris Bailly anzuwenden; V. v. Tschusi, Ornith.
Jahrb. III. S. 175 — 178. — P. hensoni n. sp. von Yesso, ähnlich P. seebohmi;
L. Stejneger', Proc. Un. St. Nat. Mus. XV. S. 342. — P. rovumae n. sp. vom
Rovuma, ähnlich P. albiventris; G. E. Shelley, Bull. Brit. Orn. Club IL 1. Nov. 1892.
— P. xanthostomus n. sp. vom Sambesi, ähnlich P. niger G. E. Shelley, Bull.
Brit. Orn. Club II 1. Nov. 1892,
Suthora fulvicauda n. sp. von Chemulpo in Korea, ähnlicli S. webbiana u.
suffusa; S. longicauda n. sp. ebendaher, ähnlich P. niger; S. bulomachus;
C. W. Campbell, Ibis (6.) IV. S. 237.
Titneliidae.
Acanthiza terikatei n. sp. von Flor'es, ähnlich A. tiropygialis ; J. Büttikofer",
Not. Leyd. Mus. XIV. S. 195.
Alcippe bieti von Setchuan, ähnlich A. vinipedus; E. Oustalet, Ann. Sc.
Nat. (7.) XII. S. 284 T. IX.
in der Naturgeschichte der Vögel während des Jahres 1892. 63
Amalocichla sclatei-iana n. g. et sp. von S.O. Neu-Giünea (Suckling Geb.);
C. W. De Vis, Ann. Rep. Brit. New-Guinea App. cc. 1890—91 S. 95; Ann.
Queens]. Mus. No. 2 S. 5—6.
Amaurocichla hocagei n. g. et sp. von St. Thomas; R. B. Sharpe, Proc.
Z. S. Lond. S. 228.
Apalis mystacalis von Bukoba, wiederbeschrieben; A. Reicheuow, J. 0. XL.
S. 133; abgebildet; ebenda T. I. — A. pulchra aboebildet Ibis (6.) IV. T. IV.
Bubax honvaloti \\. sp. von Südwest-China, nahe B. lanceolatus, E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat. (7 ) XII. S. 273.
Burnesia epichlora n. sp. vom Kameruugebirge; A, Reichenow, Joui'n.
Orn. XL. S. 221 ; abgebildet ebenda T. II.
Callene hypoleuca n. sp. vom Kamerungebirge; A. Reichenow, Journ. Orn.
XL. S. 221 ; al)gebildet ebenda T. IL
Camaroptera griseigula n. sp. von Teita, Brit. Ost-Afrika; ähnlich C. hrevi-
caudata; R. B. Sharpe Ibis (6.) IV. S. 158.
Cisticola chuhbi n. sp. vom Elgon, ähnlich C. ruftcapUla\ R. B. Sharpe,
Ibis (6.) IV. S. 157. - C. emini n. sp. vom Victoria Njansa, ähnlich C. riifo-
pileata; Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 56.
Cossypha poUoptera von Bukoba wiederbeschrieben; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 133.
Ih-yodromas jacksoni abgebildet Ibis (6.) IV. T. IV.
Drymueca saharae abgebildet; Journ. Orn. XL. T. III.
Elachura haplonota n. sp. von Nord-Cachai', ähnlich E. punctata- St. Baker,
Ibis (6.) IV. S. 62 T. II. - E. punctata abgebildet Ibis (6.) IV. T. IL
Eupetes geislerorum n. sp. von Butaneng, D. N. Guinea, ähnlich K. caeru-
lescens; A. B. Meyer, Journ. Orn. XL. S 259.
Oiaminicola striata n.sp. von Hainan; F. W. Styan, Bull. Brit. O. Gl. IL S. VI.
HypocoUus ampelinus ^ ^, Holzschnitt; Proc. Zool. Soc. Lond. S. 470.
Malacopterum melunoceplialum n. sp. von Malakka, nahe M. alhigulare;
W. R. Davison Ibis (6.) IV. S. 101.
3Ialurus mortoni n. sp. von der Sudest L, Loui.siade Aich.; B. W. De Vis,
Ann. Rep. Brit. New Guinea 1890 91 App. cc. S. 97 ; Ann. Queensl. Mus. No.2 S.9.
Phyllergates aumatranus n. sp. von Sumatra; T. Salviidori, Ann. Mus. Civ.
Genova (2.) XII. S. 67.
PomatorJiinus armandi n. sp, von Tibet; E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (7.)
XII. S. 277. — P. dedekensi n. .sp. von Tiungiu; E. Oustalet, ebenda S. 276.
Ptilocichla leucogastra n. sp. von Malakka; W. R. Davison, Ibis (6.) IV.
S. 100; identisch mit Trichostoma rostratum; R. B. Sharpe, Bull. Brit. Orn.
Club II. 1. Nov. 1892.
Stachyris davisoni n. sp. von Padang, ähnlich St. horneensis; R. B Sharpe,
Bull. Brit. Orn. Club II. 1. Nov. 1892.
Troehalopteron bonvaloti n. sp. von Tiungiu (China), ähnlich T. ellioti;
E. Oustalet, Ann. Sc. Nat. (7.) XII. S. 275. — T. henrici n. sp. von Südwest-
China; E. Oustalet, ebenda S. 274.
Turdinas moloneyanus n. sp. von der Goldkiiste; R. B. Sharpe. Pioc. Z.
S. Lond. S. 228. — T. monnchus n. sp. vom Kanierungebirge; A. Reicheuow,
Journ. Orn. XL. S. 220.
ß4 Ant. Reicheiiow: Bericht über die Leistungen etc.
Si/lviiclae.
Acanthoimcuste ijimae n. sp. von Seven Island (Japan), ähnlich A. coronatus ;
L. Stejneger, Proc. Un. St. Nat. Mus. XV. S. 372.
Cettia canturiens septentrionalis n. snbsp. von der russischen l^Iandschurei
u. C. minuta borealis n. snbsp. von Corea; C.W. Campbell, Ibis (6.) IV. S. 235.
Cinclus. lieber die palaearktischen Ginchis-Arten ; H. E. Dresser, Ibis (6.)
IV. S. 380 — 387. — C. pallasi souliei n. si\bsp. von Südwest-China; E. Oustalet,
Ann. Sc. Nat. (7.) XII. S. 299.
Geocichla everetti n. sp. vom Berg Dulit in Nordwest-Borneo; R. B. Sharpe,
Ibis (6.) IV. S. 323. — G. leucolaema n. sp. von Engano, ähnlich G. interpres;
T. Salvadori, Ann. Mus. Civ. Genova (2.) XIII. S 135.
Pratincola pallidigiila n. sp. vom Kameningebirge; A. Reichenow, Journ.
Orn. XL. S. 232.
Regulas: Uebersicht der Gattung, Bestinnnungsschlüssel. Neu beschrieben:
Begulus tristis Plsk. von Orenburg, Transkaspien, Turkestan, ähnlich B. cristatus;
Tb. Pleske, Bull. Ac. Imp. Sc. St. Petersbourg n. s. III. (XXXV.) S. 143-147.
Btiticilla tithys u. cairü s. Kleinschmidt, Michel, Buxbaum u. Schlegel
S. 10, 11, 12, 14; Mntschr. D. Ver. z. Schutze d. Vogelw. XVII. S. 202, 276, 278,
302, 424. — B. cairü ist das einjährige Männchen.
Sylvia bidehensis wird zu deuten versucht von A. Newton, Proc. Z. S.
Lond. S. 542.
Tatare: Beschreibung der im Leydener Museum befindlichen Arten,
T. longirostris, viendanae u. luscinia; J. Büttikofer, Not. Leyden Mus. XIV.
S. 13 — 16. — T. familiaris n. sp. von Laysan (Sandwich Gruppe); W. v. Roth-
schild, Ann. Mag. N. H. (6.) X. S. 109.
Thamnolaea nigra: Synonymie; J. Büttikofer, Not. Leyden Mus. XIV.
S. 17—18.
Turdus nigrilorum n. sp. vom Kameruugebirge, nahe T. chigtiancoides;
A. Reichenow, Journ. Orn. XL. S. 225.
Bericht
über
die Leistungen in der Herpetologie während des Jahres 1892.
Von
Prof. Dr. Oskar Boettger
m Frankfurt am Main.
Reptilia.
Litteratur. Den Bericht über Wirbelthiere im „Zool. Jahres-
bericht für 1890, herausgegeben von der Zool. Station in Neapel,
redig. von P. Mayer. Berlin 1892, R. Friedländer & Sohn. 205 pgg."
lieferten, wie im Vorjahre, M. v. Davidoff, C. Emery und
N. Löwenthal, den für „1891. Beiiml893.221pgg." M.v. Davidoff,
L. Döderlein, C, Emery, M. v. Lenhossek, E. Schöbel und
R. Fr. V. Seiller und den für „1892. Berlin 1893. 248 pgg."
M. V. Davidoff, C. Emery, E. Schöbel und R. Fr. v. Seiller.
Alle drei Arbeiten konnten in unserem letzten und in dem vor-
liegenden Berichte benutzt werden. — Den Bericht für „S. Sharp's
Zool. Record for 1891. London, 8«: Bd. 28 des Record of Zool.
Literature (Reptilia p. 1 — 17, Batrachia p. 18 — 24)" und den für
„1892, Bd. 29 (Reptilia and Batrachia p. 1 — 41)" erstattete, wie seit
Jahren, G. A. Boulenger. Dieser giebt darin zahlreiche wichtige
synonymische Bemerkungen, die Ref. z. Th. schon im letzten Be-
richte benutzen konnte. — Den Bericht für 1892 über Physiologie
brachte L. Hermann in seinem „Jahresbericht über die Fortschritte
der Physiologie Bd. 1, Bonn (1894)". Seine Mitarbeiter über einzelne
Gebiete waren A. Groenouw, K. Hürthle und R. Cohn. —
J. S. Kingsley hat wieder in einem „Record of American Zoology"
eine Aufzählung von in Nordamerika 1889 — 91 erschienenen Arbeiten.
Die Batrachier finden sich auf p. 316, die Reptilien auf p. 317 ver-
zeichnet. Amer. Naturalist Bd. 26. — Ueber ungarische Litteratur
s. Z. Daday, Literatura Zoologica Hungarica 1881 — 1890 in Ber.
K. Ungar. Nat. Ges. Budapest Bd. 9. Sep.-Abdr. 309 pgg.
(xeschicMe, Sage. G. Riggio bezeichnet die in Cupani's
Pamphyton Siculum abgebildeten Reptilien mit ihren wissenschaft-
lichen Namen. Es sind Testudo graecu L. und ihera Pall., Emys
Arch f. NatuvgeHch. Jahrg. 1893. Bd. II. H.l 5
QQ Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
orhicvlaris L., Tarentola mauritanica L., Äeps chalcides L., Gongylus
ocellatus Forsk. und Zamenis qemonensis Laur. Naturalista Siciliano
11. Jg. p. 163—164.
E. Forste mann, Zur Entzifferung der Mayahandschriften III:
Scliildkröte imd Schnecke in der Maya-Litteratur. Dresden 1892,
R. ßertling, S^. 8 pgg.
A. C. Oudemans, The great Sea-Serpent. An historical and
critical treatise; with the reports of 187 appearances (including those
of the Appendix), the suppositions and suggestions of scientific and
non-scientific persons, and the author's conclusions. Leiden and
London, Luyac & Co., 1892, 8^. 82 Figg. — Ref. in Natural Science
Bd. 2 (1893) p. 219— 221.
A. Schiöttz bemerkt, dass Laceiia oceUata Daud. in Südspanien
als Glücksprophetin gilt, um günstige Lotterieloose anzuzeigen. Zool.
Garten 33. Jg. p. 377.
Volkstliümliche Beuenuuugeu. Notizen über Namen für die
Eideclise und verwandte Reptilien in der italienischen und neu-
griechischen Volkssprache bringt C. J. Forsyth Major. [Zu be-
richtigen ist, dass „jco:>2öö«i'()oe" nicht Tropülausaura ah/ira Fitz,
ist, sondern Laeerta viridis Laur. — Ref.] Die Arten, auf die sich
die zahlreichen hier aufgeführten Namen beziehen, sind Laeerta
viridis^ muralis [agilis)^ viviparu wnü iJcloponnesiaca (taurica)^ Cknlcides
ocdlaüts, S&ps chaLcides^ Ablepharus pantionicus^ Gymnodactylufi
kotschyi^ l'arentola mauritanica, He^nidactylus turcicus, Agama stellio^
Chamaeleon vtdgaris und Coluher lorigissimus. Ebenda p. 172 — 181,
209—214 u. 242—248.
Museen, Zoologisclie Gärten. F. Müller giebt einen Siebenten
Nachtrag zum Katalog der herpetologischen Sammlung des Museums
in Basel [vergl. Ber. f. 1887 p. 158 u. 1889 p. 160]. Die Sammlung
umfasst jetzt 577 Eidechsen, 604 Schlangen, 11 Krokodile und
77 Schildkröten. Festschr. z. Feier d. 75jähr. Best. d. Naturf. Ges.
Basel, in: Verh. Naturf. Ges. Basel Bd. 10 p. 195—215, Taf. 3— 4.
Im Zoologischen Garten zu Hamburg befanden sich im Jahre
1891 nach H. Bolau 184 Reptilien und Batrachier in 42 Arten,
nämlich 20 Species Schildkröten, je 6 Arten Krokodile und Schlangen,
7 Eidechsen und 3 Batrachier. Zool. Garten 33. Jg. p. 125.
Der Vorstand des Zoolog. Gartens in Calcutta lässt aus Privat-
beiträgen ein Haus bauen, in dem Giftschlangen gehalten werden
sollen. Reichen die Mittel, so soll damit ein Arbeitsraum verbunden
werden zur Anstellung von Versuchen über die Natur und Wirkung
von Schlangengiften; ebenso sollen alle bekannten Gegenmittel er-
probt werden. Natura v. 5. Mai 1892. — Ref. in Zool. Garten 33. Jg.
p. 220.
Fr. Werner nennt als Bewohner des Vivariums in Wien
Heloderma suspectuin^ Varatms grineus, hengalensis und varius, Python
sehae und molurus^ Macroscincus coctei, Heterodon platyrhimis und
Proteus unguinus. Ebenda p. 25.
in der Herpetologie währenrt des Jahres 1892. 67
Technische Hilfsmittel, Methoden. Fr. Werner theilt eine
Fangmethode für Eidechsen der Gattung Acanthodactylus mit. Zool.
Garten 33. Jg. p. 264—273.
Anleitung zur Herstellung und Verwendung der Wickers-
heimer'schen Flüssigkeit für anatomische Präparate bringt Biol.
Centr.-Bl. Bd. 12 p. 316—317.
Zum Verschlusse von Sammlungsgläsern empfiehlt F. Lataste
einen Cement „Emzed", den er aus 2 — 3 Theilen Paraffin mit einem
Theil Para-Kautschuk herstellt, und giebt eingehende Beschreibung
von dessen Benutzung. Act. Soc. Scientif. Chili 2. Jg. p. 190-195.
Eine bewährte Methode, Abdrücke von Fossilien von geiinger
Reliefhöhe herzustellen, beschreibt J. G. Goodchild. Sie besteht
darin, einen Bürstenabzug des Fossils mit Zinnfolie zu machen und
dann die Rückseite des Metallblattes mit Schellackfirniss zu fixieren.
Ist die Reliefhöhe grösser, so muss vorher auf die Oberfläche der
Zinnfolie, ehe sie abgenommen wird, ein Guss von geschmolzenem
Paraffin gegeben werden, der, nachdem der Schellackfirniss der
Unterseite fest geworden ist, in heissem Wasser wieder entfernt
wird. Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 206—207.
Werke allgemeineren Inhalts. Von „Brehm's Thierleben"
erschien der 7. Band: Kriechthiere und Lurche in der III. Aufl.,
neu bearbeitet von 0. Boettger und Pechuel-Loesche. Leipzig
u. Wien, Bibliograph. Institut, 1892, 8«. 14, 825 pgg., 167 Figg.,
Karte, 16Taf. (s. Ranidae). — Ref. in Biol. Centr.-Bl. Bd. 12 p. 699
bis 700, Natural Science Bd. 1 p. 387—390, 2 Figg. u. Amer. Naturalist
Bd. 26 p. 1023—1024.
S. Schlitzberger, Dio einheimischen Schlangen, Echsen und
Lurche, mit besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für die
Landwirthschaft, nach der Lebensweise dargestellt. Cassel 1892.
Text in 8» mit 4 Taf. Fol.
C. Vogt & E, Yung, Traite d'Anatomie comparee pratique.
Paris 1892. Livr. 20 p. 641 — 720, Fig. 264— 289 behandelt speciell
die Reptihen.
Die deutsche Ausgabe derselben Verfasser „Lehrbuch der
praktischen vergleichenden Anatomie. Braunschweig 1892, Vieweg &
Sohn" bespricht in Bd. 2, Lief. 9 -10 p. 513 -640, Fig. 163— 267
Batrachier und Reptilien.
Allgemein Anatomisches. In einer vorläufigen Mittheilung
berichtet A. Kolossow sehr ausführlich über den Bau des Endothels
der Pleuroperitonealhöhle und der Blut- und Lymphgefässe, das er
an Lacerta agilis und viridis^ Anguis^ Emi/s, Rana esculenta und
temporaria, Bufo, Molge cristata und vulgaris, Salamandra und
Siredon untersucht hat. Er kommt zu dem Schlüsse, dass das
Endothel den echten Epithelien zugerechnet werden muss, dass kein
Grund vorliegt, beide einander gegenüberzustellen und dass sowohl
der Archiblast als auch der Parablast echte Epithelien producieren.
Davon, dass die Endothelien von BindegewebszeUen herrühren,
5*
68 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
konnte Verf. sich nicht üherzeiigen. Biol. Centr.-Bl. Bd. 12 p. 87 — 94
u. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 42 (1893) p. 318—383, Taf. 22.
Eine Notiz über Pigmentation des Knochenmarks bei den
Reptilien bringt A. Pilliet. Bull. Soc. Anat. Paris (5) Bd. 6 p. 247
bis 249.
Hautsystem. F. Maurer hat die epidermoidalen Gebilde der
Wirbelthiere und ihre gegenseitigen Beziehungen untersucht. Die
Anlagen der Schuppen von Lacerta und Tarentola verhalten sich
wie die der Federn. Die von Leydig beschriebenen becherförmigen
Gebilde unter den Schuppen von A^iguis sind zwar Sinnesorgane,
aber sicher keine Tastzellen. Die nämlichen Gebilde kennt Verf.
vom Kopfe von Coronella. Er vergleicht dann Anlage von Schuppe,
Feder und Haar. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf uie
Anlage der Endhügel in der Cutis der Baü'achier, namentlich bei
SaUmiandrina ., Molge und Amhlystoma] bei Salamandra sind im
erwachsenen Zustande keine Nervenendhügel mehr nachweisbar.
Specieller werden schliesslich die Hautsinnesorgane von Molge und
Cryptohranchus geschildert und diese Gebilde mit den Haargebilden
der Säugethiere verglichen. Morph. Jahrb. Bd. 18 p. 717—804,
2 Figg., Taf. 24—26.
Fr. Werner bringt den IL Theil seiner Untersuchungen über
die Zeichnung der Wirbelthiere [vgl. Ber. f. 1890 p. 103 u. 1891 p.81],
indem er zugleich Ergänzungen und Berichtigungen zum I. Theüe
bietet. Er vermuthet, dass durch die Häutung die Ausscheidung
von Pigment gefördert wird. Der epidermalen Zeichnung bei Schlangen
und Eidechsen entspricht eine solche der Cutis. Die Ansicht, dass
die Flecken der Schlangen ursprünglich auf die Grösse einer Schuppe
beschränkt gewesen seien, lässt sich nicht halten; dagegen ist die
Lage der Fleckenreihen konstant. Kompliciertere , gradlinige
geometrische Figuren kommen bei phylogenetisch alten Familien
kaum vor, wohl aber bei den jüngsten [Viperiden und Crotaliden.
— ?Ref.]. Sekundäre Kopfzeichnungen sind bei Schlangen nicht
bekannt. Sodann bespricht Verf die muthmassliche phylogenetische
Entstehung der Kopfzeichnungen bei den Schlangen; er unter-
scheidet 6 Gruppen. Bei den Colubriden ist der Infraocularstreifen
an ganz bestimmte Oberlippenschildränder gebunden. An der Hand
von Beispielen aus der Lacertidenfamilie zeigt Verf. eingehend, wie
sekundäre Zeichnungen als solche erkannt und andrerseits eine be-
stimmte ursprüngliche Zeichnung durch eine ganze Familie hindurch
in ihren Spuren verfolgt werden kann. Es giebt keine Art, bei der
sich nachweisen Hesse, dass sich ihre Längsstreifung durch Ver-
schmelzung von Flecken gebildet habe, die in Längsreihen standen.
Dagegen lässt sich von den zeitlich alten Geckoniden nachweisen,
dass ihre Längsstreifung aus der Verschmelzung von ursprünglichen
Fleckenreihen entstanden ist. In einem speciellen Theil bespricht
der Verf. sodann zahlreiche Schlangen in Bezug auf Färbung und
Zeichnung, die er inzwischen untersuchen konnte. Betreffs der
Eidechsen glaubt er, dass früher auch bei ihnen eine grössere Ent-
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 69
Wickelung und Mannigfaltigkeit der Kopfzeichnung geherrscht habe,
was er an den Geckoniden nachzuweisen versucht. Die Quer-
streifung der Krokodile und Yaraniden wird für eine primäre
Zeichnung erklärt. Zool. Jahrb., Syst. Abth., Bd. 6 p. 155—200,
Taf. 6—7 u. 9.
Derselbe macht weitere Mittheilungen zur Zeichnungsfrage,
indem er den Nachweis zu führen sucht, dass der Interorbitalstreifen
phylogenetisch älter ist als der Längsstreifen hinter dem Auge, und
dass die Bauchseite mancher Thiere, insbesondere von Schlangen,
die diese Unterseite niemals sehen lassen, eine ganz deutliche
Zeichnung trägt. Sodann versucht er eine neue Erklärung der
sekundären Ocellenzeichnungen bei Eidechsen ohne Zuhilfenahme
der Zerreissung der sekundären Längsstreifen und spricht sich
schliesslich gegen die Ansicht aus, dass Streifung den Wirbelthieren
überhaupt Schutz gewähre. Biol. Centr.-Bl. Bd. 12 p. 272—277.
Skelettsystera. E. D. Cope nimmt auf Grund der Ansicht
Baur's, dass das durchlöcherte Schädeldach der Kriechthiere von
einer ursprünglich continuirlichen Knochendecke, wie bei den
Stegocephalen und Anomodontiern, abzuleiten sei, eine Vergleichung
der verschiedenen Schädelformen der Reptilien vor. Das Quadrato-
jugale nennt er Zygomaticum, das Mastoid Cuvier's Supramastoid.
Vom vollständig bedachten Schädel der Cotylosaurier ausgehend,
vertheilt er die verschiedenen Modifikationen in folgender Weise.
1. Dach nur vom Hinterrand aus reduciert, ohne Löcher: Chelonia.
2. Nur eine Durchlöcherung, und zwar: oben, die Verbindung
zwischen Postfrontale und Supramastoid nicht unterbrechend:
Ichthyopterygia ; oben, aber die Verbindung imterbrechend: Pseudo-
suchia; unten, die Verbindung des Postfrontale und des Postor-
bitale nicht unterbrechend: Pelycosauria; Durchlöcherung sehr weit,
nur die Brücke zwischen Jugale und Zygomaticum erhalten: Sauro-
pterygia. S.ZweiOeffnnngen: Rhynchocephalia, Crocodilia, Dinosauria,
Pterosauria. 4. Ein Loch und Reduktion des Arcus zygomaticus,
Quadratum fest: Anomodontia; ebenso, aber Quadratum beweglich:
Squamata. Amer. Naturalist Bd. 26 p. 407—408, Taf. 15—17.
In einer Notiz über die Morphologie der Wirbelsäule wendet
sich L. Dollo gegen die Aviffassung Boulenger's, dass bei den
Reptilien Intercentra und Haemapophysen homod3'nam seien, und
sucht zu beweisen, dass sie bei allen Wirbelthieren als heterodjmame
Gebilde anzusehen sind. Bull. Scientif. France et Belg. Bd. 24,
15pgg. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 1 p. 374.
V. V. Ebner untersuchte die Beziehungen der Wirbel zu den
Urwirbeln und behauptet gegen Corning [vergl. Ber. f. 1891 p. 91]
und Kollmann seine früheren Anschauungen über die sogenannte
Neugliederung der Wirbelsäule. Dass die Wirbelbögen, z. B. bei
den Schlangen, nicht aus je zwei Anlagen entstehen, ist eine Folge
davon, dass die Verwachsung der Urwirbel und die Anlage der
knorpeligen Wirbelkörper älter ist und früher vor sich geht als die
70 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Bildung der Knorpelbögen. Sitz.-Ber. Akad. Wien Bd. 101, Abth. 3
p. 235— 260, Taf.
Gegenüber der Ansicht Baur's hält L. Dollo daran fest, dass
die Haemapophysen in der ganzen Klasse der Wirbelthiere ebenso
homologe Gebilde sind wie die Rippen [eine Anschauung, die auch
Boulenger entschieden bestreitet. — Ref.], dass nur die dorsalen
Rippen wahre Rippen sind, dass die ventralen Rippen aus der
Spaltung der Haemapophysen entstehen und dass letztere den
Neurapophysen humononi sind, und sucht diese Sätze zu vertheidigen.
Bull. Scientif. France et Belg. Bd. 24 p. 113-129.
In seiner „Phylogenie der Beutelknochen bei den Säugethieren"
theilt R. Wiedersheim auch Einzelheiten mit über die Morphologie
des Beckens von Reptilien und Batrachiern. Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 53, Suppl. p. 1 20, Taf. 1—3.
Derselbe behandelt die Entwicklung des Gliedmassenskeletts
der Wirbelthiere. Bei der übergrossen Menge interessanten Details
sei hier nur auf Aveniges besonders wichtige hingewiesen. Das
schon bei den Batrachiern mit dem Coracoid in Verbindung stehende
Epicoracoid ist eine verknorpelte Bauchrippe. Solche Bauchrippen
müssen, wie durch Menohra7ichus bewiesen wird, bei den Vorfahi'en
der Caudaten in grösserer Zahl vorhanden gewesen sein. Genetisch
ist das Omosternum der Anuren ebenfalls costalen Ursprungs. Die
Phylogenese des Episternums ist noch unklar, und es ist zweifel-
haft, ob sich die Claviculae daran betheiligen. Sehr wahrscheinlich
hat auch dieses Gebilde seinen Ursprung in der ventralen Leibes-
wand, bei Ct'ocodüvs, wie es scheint, wenigstens z. Th. in der Linea
alba abdominis. „Das Gliedmassenskelett der Wirbelthiere. Mit
besonderer Berücksichtigung des Schulter- und Beckengtirtels bei
Fischen, Amphibien und Reptilien. Jena 1892, G. Fischer. 8^. 5,
266 pgg., 40Figg., 17 Taf. 4«."
A. Perrin kommt durch die Untersuchung der Muskulatur zu
dem Schlüsse, dass die Endphalangen der Finger bei den Lacer-
tiliern und den Batrachiern unter einander homolog sind. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 885—887.
Nach G. B. Howes ist die Phalangenzahl der Ahnen der Land-
wirbelthiere wahrscheinlich 2. 3. 4. 5. 4, und die nämliche Formel
besteht für die Sauropsiden. Die Batrachierformel ist reduciert und
lautet 2. 2. 3. 4. 3 oder weniger. Journ. Anat. Phys. London Bd. 26
p. 395— 403, Fig.
Vergl. auch E. D. Cope und J. W, Hulke unter „Palaeonto-
logisches".
Muskel System. Betr. der allgemeinen Entwdckelung der Rumpf-
und Schwanzmuskulatur auch bei den Reptilien und Batrachiern
vergl. S. Kaestner. Arch. f. Anat. u. Phys., Anat. Abth. p. 153 — 222,
Taf. 9— 12.
Im Gewebe der glatten Muskelfasern, u. a. von Angids und
Rana^ fand C. De Bruyne in den verschiedensten Organen ein
bindegewebiges Gerüst, das er eingehend beschreibt und dessen
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 71
Nutzen für die Bewegung des Lymphstromes er hervorhebt. Arch.
f. Biol. Bd. 12 p. 345—380, Taf. i3.
In seiner Arbeit über das Ligamentum teres bemerkt E. Moser,
dass das mehr als Ginglymus arbeitende Hüftgelenk von Alligator^
Emys und Sphenodon ein lateral-dorsales und ein medial-ventrales
accessorisches Ligament als Verstärkung der Gelenkkapsel besitze.
Anat. Anzeig. 7. Jg. p. 82—87 u. Morph. Arb. v. G. Schwalbe Bd. 2
p. 36—92, 2 Taf.
Nerveusystem. Ad. Meyer giebt die Beschreibung des Vorder-
hirns von Coluber longissimus Laur., das er mit dem von Uroniastix^
Igiiana, Anguis^ Lacerta und Cha7naeleo7i vergleicht. Zeitschr. f.
wiss. Zool. Bd. 55 p. 63 133, Taf. 4—5. — Auch separ. : „Ueber
das Vorderhirn einiger Reptilien. Züricher Diss. Leipzig, W. Engel-
mann 1892, 8". 73pgg., 2 Taf."
Nach den Untersuchungen von G. Saint-Remy findet sich im
Drüsenparenchym der Hypophyse von Lacerta, Testudo, Rana und
Salaniandva nur eine einzige Art von Zellen, die aber oft in zwei ver-
schiedenen Entwicklungszuständen angetroffen werden. Arch. Biol.
Bd. 12 p. 425^-434, Taf. 14 u. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 114
p. 770—771.
In einer Notiz über Regeneration des Rückenmarks bei den
Wirbelthieren, von denen u. a. Eidechsen, Frösche, Froschlarven
und Molche zur Untersuchung kamen, zeigt F. Sgobbo, dass bei
den Molchen die Reflexcentren in der ganzen Spinalaxe mit Ein-
schluss des Caudaltheiles liegen und sich in den wiedergewachsenen
Schwänzen regenerieren. Die Integrität der ganzen Medulla ist für
die Regeneration des Schwanzes nicht anbedingt nöthig ; sie erfolgt
jedoch nach Verletzung des Rückenmarks langsamer und weniger
ausgiebig. Die Regeneration fies Nervengewebes geht vom Epithel
des Centralkanales aus. La Psychiatria 1890, Heft 344. — Ref. in
Biol. Centr.-Bl. Bd. Li p. 476-477.
P. J. Mitrophanow's „Untersuchungen über die Entwicklung
der Wirbeltbiere. Warschau 1892, 8". 251 pgg., 7 Taf." (russ.) be-
schäftigen sich im wesentlichen mit dem Ursprung der Nerven
[vergl. ßer. f. 1891 p. 91] und der ersten Anlage der Seitenorgane.
UeberNervenendigungen an quergestreiftenMuskelfasern und über
deren Re- und Degeneration im lebenden Körper hat L. v. Than-
h off er Beobachtungen und Versuche bei Lacerta. und Hyla arhorea
angestellt. Anat. Anzeig. 7. Jg. p. 635 — 638 u. Ungar. Akad. Med.
1. Jg. p. 235—251, Taf.
G. Retzius weist nach, dass in den Unterzungendrüsen von
Lacerta agüis und in den Parotiden von Salamandra macnlosa die
reichlich vorhandenen Nervenfasern den Drüsenzellen direkt anliegen
und wenigstens hier und da zwischen den Zellen gegen das Lumen
hin vordringen, um früher oder später, zuweilen ganz in der Nähe
des Lumens frei zu eiidigen. Biol. Unters. Retzius (2) Bd. 3 p. 57
bis 66, 3 Figg., Taf. 17—19.
72 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Sinnesorgane. G. Retzius hat die sensibeln Nervenendigungen
in den Epithelien von Lacerta^ Rana^ SaUmumdra und Molge einer
erneuten Prüfung unterzogen. Die Nervenendfasern sind sehr fein,
varicös und enden oft mit einem Knötchen, das jedoch die nämliche
Beschaffenheit wie die Viscositäten zu haben scheint. Ebenda (2)
Bd. 4 p. 37—44, Taf. 11-14.
H. Ayers giebt einen Beitrag zur Morphologie und zur Kenntniss
der Funktion des Gehöi'organs in der Wirbelthierreihe. Von Reptilien
untersuchte er Aäifjator, Chelydra und Chrijsemys. Er fasst das Ohr
als einen unter die Oberfläche gesunkenen Komplex von Sinnes-
kanälen auf und findet, dass zwischen den Sinnes oi-ganen des inneren
Ohres der höheren Wirbelthiere und den oberflächlichen Sinnes-
kanälen der Ichthj'opsiden kein wesentlicher Unterschied besteht.
Die halbzirkelförmigen Kanäle sind nach dem Verf. Ueberbleibsel
des Kanalsystems an der Oberfläche und nehmen nicht aktiv am
Gehörakt Theil. Die Schnecke unterliegt einer Reihe von Ver-
änderungen, und bei den Crocodiliden findet sich daiin beim er-
wachsenen Thiere ein Organ, das zwar beim Säugethierembryo auf-
tritt, aber mit seinen Nerven späterhin wieder verschwindet. Bei
Alligator difi'erenzirt sich das Corti'sche Organ in Gestalt von
einer Reihe von Organen oder Zellgruppen, die alle morphologisch
mit den andern einfachen Sinnesorganen des Ohres, z. B. den Cristae
acusticae, gleichwerthig sind. Die Funktion der Sinnesorgane der
Ampullen wird in Qualität kaum von der der Organe der Seiten-
linie verschieden sein, und eine Differenz kann wohl nur in dem
Grade der Feinheil bestehen. Auch die noch weiter differenzirten
Cochlearsinnesorgane dürften keine specifisch verschiedene Funktion
haben, ebensowenig wie die halbzirkelförmigen Kanäle, die nicht
zur Orientierung im Räume zv. dienen scheinen. Journ. Morph.
Boston Bd. 6 p. 1—360, 26 Figg., Ta£ 1_12.
In seinen „Rudimentären Wirbelthiei äugen, I. Theil" beschäftigt
sich C. Kohl vornehmlich auch mit dem Auge von J'i/phlop.t ver-
miadaris und hraminus, Proteus anguineus [vergl. Ber. f. 1891 p. 1831
und Siphonops unnvlatiis (s. Typhlopidae, Caeciliidab) Bibl Zool
(Chun & Leuckart) Bd. 3, Heft 13. 7, 141, 9 pgg., 9 Taf.
Fr. Kopsch beschreibt Cornea, Sclera, Corpus ciliare, Gewebe
des Fontana'schen Raumes, CanaHs Schlemmii und Zapfen des
Auges mehrerer Reptilien. Der circuläre Ciliarmuskel Angelucci's
hat sich als die ciliare Portion des Sphincter pupillae ergeben. „Iris
und Corpus ciliare des Reptilienauges nebst Bemerkungen über
einige andre Augentheile. Diss. Berlin, G. Schade, 8*^. 52, 1 pgg., Taf."
J. H. Chievitz berichtet über das Vorkommen der Area centralis
retinae in den vier höheren Wirbelthierklassen. Bei den Reptilien
wird sie überhaupt nicht vermisst, dagegen giebt es Gruppen von
Batrachiern, denen sie fehlt, so den beiden untersuchten Caudaten
Salamandra maculosa und Molge vulgaris. Sie zeigt in ihrer Aus-
bildung, im Vorhandensein oder Fehlen einer Fovea, sowie in der
grösseren oder geringeren Tiefe der letzteren grosse Unterschiede,
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 73
aber nicht nach der Verwandtschaft der Thiere. Die Form der Area
ist nicht bei allen gleich, am häufigsten ist die runde. Zwischen
Form und Stellung der Pupille einerseits und Gestalt und Lage der
Area andrerseits besteht ebenfalls kein konstantes Verhältniss. Arch.
f. Anat. u. Phys., Anat. Abth. f 1891 p. 311—334, Taf 18 u. Ov.
Danske Vid. Selsk. Forh. f. 1891 p. 239—253 (dän.).
Nach E. Beraneck [vergl. auch Ber. f. 1890 p. 69 n. 1891
p. 86] kann das Parietalauge nicht als einfaches Divertikel der
Zirbeldrüse aufgefasst werden. Bei Lucerfa und namentlich Anguis
(Fig. 1 — 6j ist es ein sich von der Epiphyse unabhängig, aber
parallel entwickelndes Organ, nämhch eine unpaare Aussackung
der dorsalen Wand des Mittelhirns. Für die Duplicität in der
Anlage des Parietalorganes spricht nichts; auch die gelegentbche
bilaterale Trennung der Linse von der Ketina kann nicht in diesem
Sinne gedeutet wei-den. Die Epiphyse ist nicht der Augenblasen-
stiel, sondern ein Organ sui generis, dessen Funktionen noch un-
bekannt sind. Parietalorgan und Epiphyse gehören dem Mittelhim
an, die Paraphyse aber dem Vorderhirn. Letztere zeigt keinen
sensorischen Charakter. Anat. Anzeig. 7. Jg. p. 674 — 689, 6 Figg.
u. Compt. Rend. Trav. 74. Sess. Soc. Helvet. Sc. Nat. p. 68—73.
Terdammgssystem. C. Böse fand bei Chelone midas eine
Zahnleiste (Fig. 8). Die Eischwiele, die den Schildkröten (Fig. 13)
und Krokodilen (Fig. 14) — wie bei den Vögeln — zum Durch-
stossen der Eischale dient, ist vom Eizahn andrer Reptilien durch-
aus verschieden. Sie ist eine rein epitheliale Hornbildung, und
ihre Härte hängt nicht von Mineralsubstanzen ab. Anat. Anzeig.
7. Jg. p. 748—758, 14 Figg. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London
1893 p. 21—22.
Ueber die Zahnentwickelung der Reptilien und Batrachier
macht derselbe weitere Mittheilungen. Die primitive Form der
Zahnentwicklung aus oberflächlichen Hautpapillen, wie sie sich beim
Krokodilembryo nachweisen lässt, findet sich auch bei der ersten
Zahnanlage der Caudaten. Bei den Anuren sind die ersten Zahn-
generationen durch die Bildung von Hornzähnen unterdrückt. Der
Zahnwechsel der Krokodile bezeichnet den andern Reptilien gegen-
über einen Fortschritt, indem der thecodonte Zahn vom Kiefer-
knochen unabhängiger geworden ist und nur der Zahn, nicht auch
der Zahnsockel beim Wechsel resorbiert werden muss. Deutsch.
Monatsschr. f. Zahnheilk. 10. Jg. p. 127—149.
Nach W. Küken thal sind die Zähne der Säugethiere den
Zähnen der Reptilien nicht homolog. Die Annahme von Cope und
Osborne, dass gewisse fossile Säugethierzähne durch Aussprossen
eines vorderen und eines hinteren Höckers aus dem einhöckerigen
Reptilzahn entstanden seien, hält Verf. für unwahrscheinlich, da in-
folge von stärkerem Gebrauche wohl eine Vergrösserung des Zahnes
eintreten, nicht aber die Bildung neuer Höcker erfolgen könne. So
vermag er auch in den Theromoren nicht die Vorfahren der Säuge-
thiere anzuerkennen, sondern glaubt, dass die letzteren von sehr
74 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
alten, wahrscheinlich der palaeozoischen Zeit angehörigen Reptilien
nait gleichmässigen, konischen Zähnen abstammen, von denen auch
die Theromoren sich abgezweigt haben mögen. ßiol. Centr.-Bl.
Bd. 12 p. 400—413 u. Jena. Zeitschr. f. Naturw. Bd. 26 p. 469—489.
— Ref. in Natnrw. Rnndsch. 7. Jg. p. 496.
In seiner Studie über die Epiglottis schliesst sich C. Gegen-
baui' für die Batrachier im allgemeinen an Howes [vergl, Ber. f.
1887 p. 239] an, bemerkt jedoch, dass bei den Caudaten die
P]piglottis überhaupt fehle und bei den Anuren ihr jedes Stütz-
gebilde mangele. Für die Reptilien greift er auf die Arbeit von
Henle (1839) zurück. Er stellt die Hypothese auf, dass der Epiglottis-
knorjDel aus dem viei'ten Kiemenbogen der Batrachier hervorgegangen
sei, beschreibt eingehend das Skelett der Luftwege, namentlich bei
den Reptilien, Siren und Proteus, bemerkt, dass alle solche Skelett-
bildungen auf die Cartüago lateralis der Batrachier zurückzuführen
seien, und erörtert die reiche Betheiligung des Kiemenskelettes am
Aufbau des Skelettes der Luftwege bei den höheren Wirbelthieren
überhaupt. Festschr. Kölliker, Leipzig. 69pgg., 15 Figg., 2 Taf.
Einen Beitrag zur Morphologie der Mesenterialbildungen am
Darmkanal der Reptilien und Batrachier bringt H. Klaatsch. Mit
dem ersten Auftreten des Herzens und der Sonderung einer Pericardial-
höhle vom Coelom vollzogen sich tiefgreifende Veränderungen in
den Gefässen, die ihrerseits das ventrale Mesenterium beeinflussten.
Von den mannigfaltigen Zuständen, die sich hierbei herausbilden,
sind von Interesse namentlich die, die durch die Batrachier zu den
höheren Wirbelthieren hinführen und die der Verf., von Sireyi an-
fangend, bis zu den Reptilien eingehend schildert. Morph. Jahrb.
Bd. 18 p. 385—450, 21 Figg., Taf. 12.
G. Retzius veröffentlicht Untersuchungen über die Gallen-
kapillaren und den Bau der Leber bei Lacerta ^ Änguis^ Cohfber,
Ra?ia^ Salamandru und Molgc. Danach bilden die Gallenkapillaren
keine eigentlichen Netze, sondern es tritt nur eine dichotome Ver-
ästelung der central in den Zellen ballen verlaufenden Kapillaren
ein, von denen mehr oder weniger lange und verästelte Seitenzweige
und Endäste ausgehen; wenn Anastomosen vorkommen, so sind sie
verhältnissmässig selten. Biol. Unters. Retzius (2) Bd. 3 p. 67 — 70,
Taf. 20—22.
Athmungssystem. Betr. der Epiglottis s. oben Gegenbaur.
Eine Studie über die neueren Arbeiten in der vergleichenden
Physiologie der Athmung, die namentlich auch auf Amt/da mtdica^
Aspidonectes, Runa catesbimm, fJi/Ia pickeringi^ Arnhlystoma jnmctattim
und Molge Bezug nimmt, bringt S. H. Gage. Amer. Naturalist
Bd. 26 p. 817—832.
Ueber den Mechanismus des Larynxschlusses auch bei den
Eidechsen, Schildkröten und Fröschen macht T. P. A. Stuart vor-
läufige Mittheilungen. Proc. Roy. Soc. London Bd. 50 p. 323 — 339.
Gefässsystem. Nach H. Junglöw ist die Herzanlage bei
Lacerta doppelseitig. Beim Längenwachsthum des Herzens treten
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 75
dann Unterschiede in den beiden Theilen insofern auf, als mit der
Drehung des Kopfendes auf die linke Seite ein Ueberwiegen der
rechten Falte an Grösse einhergeht. Ein Vergleich junger Ent-
wicklungsstadien von Säuger- und Reptil-Embryonen lehrt, dass in
vieler Beziehung bei den Reptilien die Grenzblätter, namentlich das
Ectoderm, rascher vorschreiten, als das mittlere Blatt. Das Vor-
wiegen der Mitosen an der freien inneren Fläche des Rückenmark-
rohres kann man für das hintere Ende des Rückenmarkes bei Reptil-
Embryonen als eine sekundäre Erscheinung bezeichnen. Anat.
Hefte 1. Abth., Bd. 1 p. 187—204, Taf 21.
A. Klinckowström hat morphologische Studien über die
Hirnarterien auch an Lacerfa^ Angtii^^ Alligator^ Vipera^ Emys^ Rana
und Moh/e gemacht und gefunden, dass sich in dem Masse, wie die
Hemisphären in der Reihe der Wirbelthiere wachsen, die Arterien
vergrössern und an Zahl zunehmen. Die Reptilien haben drei
Gehirnarterien. Der primitivste Zustand fand sich bei den Batrachiern.
Unter Eidechsen, Krokodilen und Vögeln besteht in Bezug auf die
Hirnarterien enge Verwandtschaft, während bei den Schlangen ab-
weichende Verhältnisse bestehen, die sich mehr denen der Säuge-
thiere anschliessen. Bih. Svenska Vet. Akad. Handl. Bd. 15, Abth. 4.
No. 10 (1890). 26i)gg., 2 Taf.
Bei Varamis^ Lacerta und Alligator setzt sich nach E. Zucker-
kandl die Arteria brachialis am Unterarme direkt in ein brachiales
Gefäss fort, das im Bereiche des Ellenbogengelenkes zwischen Radius
und Ulna auf die dorsale Seite übertritt und gegen den Handrücken
herabzieht. Verh. Anat. Ges. 6. Vers. p. 264 — 265. — Diskussion
von Kadyi, Kölliker, His, Hochstetter und Thane. Ebenda p. 265 — 266.
Weitere eingehende Untersuchungen über die Entwicklung des
Venensystems bei den Reptihen [vergl. Ber. f. 1891 p. 87] hat
F. Hochstetter an Uromastix spinipes^ Phrynosoma ^ Angnis^
Ophisaurus cqnis, Vnranus griseus, Lacerta viridis und ocellata^
Chamaeleon vulgaris^ Crocodilus, namentlich aber an Lacerta agilis
und Tropidonotus natrix gemacht. Der Vergleich des Venensystems
von Lacerta und Tropidonotus im ausgewachsenen Zustande führt
zu dem Schlüsse, dass Lacerta hierin primitivere Zustände bietet
als Tropidonotus. Die Entwicklung des venösen Kreislaufs der
Leber ist bei den Reptilien sehr verschieden von der der Vögel.
Topographisch stimmt die Abdominalvene der Reptihen dort, wo
sie einfach ist, vollkommen mit der der Batrachier überein, und es
kann wohl kaum einem Zweifel unterliegen, dass hier gleiche
Bildungen vorliegen. Die Abdominalvene der Reptilien ist jeden-,
falls nicht als Rest der Umbilicalvene aufzufassen oder gar direkt
als Umbihcalvene selbst. Morph. Jahrb. Bd. 19 p. 428—501, Taf. 15
bis 17.
Bemerkungen über die embryonale Anlage des Blutes bei den
Wirbelthieren, in Berücksichtigung auch der Reptilien und Batrachier,
hat H. E. Ziegler veröffentlicht. Er ist der Ansicht, dass die Blut-
anlagen, wo sie auch gelegen sein mögen, stets dem Mesoderm zu
76 Pi'of. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
gerechnet werden können und also als mesencliymatische Organ-
anlagen aufzufassen sind; die Batrachier könnten zwar zu Gunsten
einer entodermalen Ableitung der ersten Blutanlagen angeführt
werden, doch dürfe man bei ihnen eine Verschiebung der Anlagen
vom Mesoderm zum Entoderm annehmen. Verh. Deutsch. Zool.
Ges., 2. Vers. (Berlin). Leipzig, W. Engelmann p. 18—30.
0. V. d. S tri cht' s sehr ausführliche Arbeit über die Genese des
Blutes berücksichtigt auch die Verhältnisse bei den Reptilien und
Batrachiern. Die embryonalen Blutzellen vermehren sich bei Alytes^
Salamandra und Siredon in der embryonalen Leber, bei den Schlangen
und auch bei Salamandra und Siredon in der Milz. Ist die Milz,
wie bei der Larve von Salama?idra^ noch nicht in Pulpa und
Malpighi'sche Körperchen differenzirt, so vermehren sich die Erythro-
blasten und Leucoblasten in den Maschen eines gleichmässig ver-
breiteten adenoiden Gewebes. Ai'ch. Biol. Bd. 12 p. 199—344,
Taf. 7—12.
Den feineren Bau der Milz hat H. Hoyer bei Reptilien und
Batrachiern geprüft. Die von den Venen durchzogene und mehr
oder weniger von rothen Blutkörperchen erfüllte rothe Pulpa über-
wiegt ursprünglich über die aus weissen Blutkörperchen und Arterien
bestehende weisse Pulpa {hei Rana temporaria^ Biifo und Hi/la). Weiter-
hin sind rothe und weisse Pulpa etwa zu gleichen Theilen vorhanden
(bei Bombinator^ Salamandra^ Molge undEmi/s). Schliesslich findet sich
bei den Squamaten (bei Lacerta und Tropidonotus) fast nur weisse
Pulpa. Ueber weitere Einzelheiten muss auf die Arbeit selbst ver-
wiesen werden. „Ueber den feineren Bau der Milz von Fischen,
Amphibien und Vögeln. Diss. Strassburg 1892, S''. 42 pgg."
Ueber Blutschmarotzer bei Reptilien und Batrachiern vergl.
A. Labbe in Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 617—620.
Urogenitalsystem. Ueber Form der paarigen und unpaaren
männlichen Kopulationsorgane bei den verschiedenen Gruppen der
Reptilien und Batrachier, ihre Beziehungen zu einander und ihre
Homologien bringt R. Saint-Loup eine Notiz. Compt. Rend. Soc.
Biol. Paris (9) Bd. 4 p. 176—179.
A. T. Arnold bringt „Beiträge zur Kenntniss des Reptilien-
Ovariums. Erlanger Diss. Waldshut 1892, 8°. 39 pgg."
Von L. Auerbach's Arbeit über einen sexuellen Gegensatz in
der Chromatophilie der männlichen und der weiblichen Geschlechts-
produkte [vergl. Ber. f. 1891 p. 89] erschien ein Auszug auch im
Arch. f. Anat. u. Phys., Phys. Abth. f. 1891 p. 533—535.
Notizen über die Entstehung des Spitzenknopfes beim Sperma-
tozoon auch der Reptilien und Batrachier und seine Bedeutung
bringt C. Ben da in seiner Mittheilung über Entwicklung der Genital-
drüsen und Metamorphose der Samenzellen. Ebenda p. 549 — 552.
L. F. Henneguy theilt die Eier der Thiere in Kategorieen.
Die der Anuren werden im „epoocyten" Zustande befruchtet, die
der Reptilien „amictolecythisch", die der Batrachier „mixolecythisch"
genannt. Bull. Soc. Philomath. Paris (8) Bd. 4 p. 37—44.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 77
Ontogenie. Ein kritisches Referat über die Litteratur haupt-
sächlich vom Jahre 1891 betreffs der ersten Entwicklungsvorgänge
der Furchung, der Gastrulation und der sich daran anschliessenden
Processe auch am Ei der Reptilien und Batrachier bringt G. Born.
Anat. Hefte, 2. Abth., Bd. 1 p. 486—532, 5 Figg.
In seiner Mittheilung über die physiologische Polyspermie bei
meroblastischen Wirbelthiereiern bestätigt J. Rückert die Be-
obachtungen Oppel's [vergi. Ber. f. 1891 p. 90] und weist nach, dass
alle Merocytenkerne der jungen Furchuogsstadien von Reptilieneiern,
die eine reducirte Anzahl von Chromosomen aufweisen, Abkömm-
linge von Spermaköpfen sind. Die Merocyten seien zweifacher
Natur; die einen stammten von den in grösserer Anzahl eingewanderten
Spermatozoen her, während andre weiter nichts als zurückgebliebene
Furchungszellen wären. Anat. Anzeig. 7. Jg. p. 320 — 333, 2 Figg.
— Ref. in Amer. Naturalist Bd. 28 p. 967—968 und in Naturw.
Rundsch. 8. Jg. (1893) p. 60^62, Fig. 1—2.
E. Giacomini giebt in seinen vorläufigen Mittheilungen an,
dass bei Lacerta, Tropidonotus und Vipera die Dottersackgefässe
mit den Allantoisgefässen in Verbindung treten, wodurch schliesslich
am distalen Pole des Dottersacks wahre Anastomosen zwischen
beiderlei Gefässen entstehen. Dies steht wohl mit der Bildung der
peripheren Wandanhänge des Dottersacks und der Thätigkeit der
Dotterzellen und der die Kapillaren dieser Anhänge umgebenden
epithelialen Zellen in Zusammenhang. Die Verbindungen der
Allantois mit dem Lecythoderm deuten jedenfalls auch auf Placentar-
bildungen des Dottersacks hin. zu denen wohl auch die Anastomosen
der Allantois und der Dottersackgefässe in Beziehimg stehen. Monit.
Zool. Ital. 3. Jg. p. 126—128, 157—163 u. 185—196 u. Arch. Ital.
Biol. Bd. 18 p. 336—349.
H. Virchow setzt seine Untersuchungen über den Dottersack
der Wirbelthiere fort. Eingehend behandelt er die Zellen des fertigen
Dottersackepithels bei Ängtiis^ Lacerta^ Boa und Coluher, das Früh-
epithel der Dottersackwand, den primären Dotterkreislauf und die
Entwicklung des Dotterorgans und vergleicht seine Befunde mit
den bei Vögeln und Batrachiern bekannten. Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 53, Suppl. p. 161—206, Taf. 10 u. (Forts.) in Arch. f. mikr. Anat.
Bd. 40 p. 39—101, Taf. 3—4. — Vergl. auch dessen Arbeit über
Dotterzellen und Dotterfurchung in Verh. Anat. Ges., 6. Vers. p. 209
bis 219 und Diskussion von Roux. Ebenda p. 219 — 220. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 154.
L. Guinard, Precis de Teratologie. Anomalies et monstruosites
chez l'homme et chez les animaux. Preface par C. Dareste. Paris
1892. 553 pgg., 272 Figg.
Ueber eine zweiköpfige junge Lacerta viridis Laur. macht
F. Silvestri Mittheilungen. Boll. Natural. Coli, in Riv. Ital. Sc. Nat.
12. Jg. p. 116.
F. Mazza berichtet über eine Zwilliugsbildung \o\\Anguis fragilis
L. mit zwei Köpfen, zwei Tracheen, vier Lungen, zwei Herzen,
78 Prof. Dr. Oskar Boettger: Beriebt über die Leistungen
zwei Mägen, aber vom zehnten Wirbel an mit gemeinsamer Wirbel-
säule, vom Ilium an mit gemeinsamem Darmkanal und mit einem
After. Boll. Mus. Zool. Anat. Comp. Genova Bd. 1, No. 3. 6 pgg.,
Taf. u. Atti Soc. Ligust. Sc. Nat. e Geogr. Genova Bd. 3 p. 256—261,
Taf. 2.
C. Girard bringt eine weitere Notiz über seine zweiköpfige
Chrysemys [vergi. Ber. f. 1891 p. 92], die aber nichts neues bietet.
Le Naturaliste (Deyrolle) 14. Jg. p. 174.
0. Boettger macht Mittheilung über ein Stück von Hydms
platums L. mit vier Nasenöffnungen. 29./32. Ber. Offenbach. Ver.
f. Naturk. p. 88.
Biologisches. Fr. Werner berichtet über das Leben einiger
Kriechthiere Ost-Algeriens. Am Mt. Edough bei Bona beobachtete
er Lacerta pater^ Psanimodronms algincs, Tarentola tnauritanica^
Zamenis hippocrepis^ die in Bezug auf Bissigkeit wie alle übrigen
Nattern grosse Temperamentverschiedenheiten zeigt und ihre Nahrung,
Mäuse, bei Nacht erbeutet, Tropidonohis viperinus, der so arglos
ist wie Ir. fe.^sellnti/s. und endlich Chulcides ocellatus tiligvgn. Von
Batna und Lambesa erwähnt Verf. ausserdem noch Testudo ibera,
Ophiops occidcntalis und Psammodronius bland, aus der Wüste bei
Biscra Acanthodactyliis boskianus und pardalis^ Tropidonotiis viperinus
var. aurolineafa, die durch bunte Färbung gegen ihre Umgebung
absticht, sowie Uromastix ucanthinurus^ der namentlich gern Blüthen
von Papilionaceen frisst, und Varanus griseus, der sich von Eidechsen,
Skorpionen und kleinen Nagern ernährt. Zool. Garten 33. Jg. p. 264
bis 273.
Derselbe macht darauf aufmerksam, dass die Anguiden ihre
Beute auffallend bedächtig ergreifen und verzehren, während die
Scinciden schnell zugreifen und rasch fressen. Alle drei europäischen
Tropidonottis-Arten pflegen den Wasserfrosch als Nahrung zu ver-
schmähen. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf die Nahrung
von Coronella aicstriaca, Cohiber longissimus und cpiaterr ad latus,
Coelopeltis, Tropidonotus viperinns, RJmiechis scalarls^ Zamenis
hippocrepis und gemonensis und Tarbophis fallaa;^ auf die Grösse
und Zahl der Eier einiger europäischer Schlangen und Schildkröten
und auf die Lebensgewohnheiten von Morelia argus-spüotes in der
Gefangenschaft. Auch eine Notiz über ihre Färbung im Leben ist
von Interesse. Den Schluss bilden Bemerkungen über die Nahrung
von Uromastix acanthinnrns^ den Farbenwechsel von Tarentola
mauritanica und die Mimicrv von Dasypeltis nach Vipera atropos.
Ebenda p. 367—372.
L. v. Mehely erwähnt p. 12, dass Lacerta ugilis und vidpara
bei Kronstadt an einzelnen Stellen neben einander vorkommen, be-
schreibt p. 14 die Paarung von L. agüis, bemerkt p. 17, dass L.
vivipara in Siebenbürgen an feuchten wie an trockenen Orten ge-
deihe, erwähnt p. 24 eine dort häufige blaugefleckte Abart von
Angvis, p. 25 ihre Fähigkeit Regen vorherzufühlen, bespricht p. 32
die Nahrung von Coluber longissimus (nur Mäuse), p. 38 die Färbung
in der Hevpetologie während des Jahres 1892. 79
und p. 42 if. Bissfälle von Vipera berus und p. 48 die geistigen
Fähigkeiten von Eviys. Herpetol. Verliältn. d. Siebenbürg. Burzen-
landes, Kronstadt 1892.
Fr. Finn bringt Notizen, namentlich auch über Nahrung und
Feinde von Mahuia striata, Hemidadyhis mahuia aus Sansibar und
Mombasa und von Chamaeleon und Gerrhosawnis major aus Sansibar.
Natural Science Bd. 1 p. 746—748.
In seiner Arbeit über Mimicry berührt E. Haase auch die
mimetischen Anpassungen bei den Reptilien. Neu dürfte der Hinweis
sein auf die Aehnlichkeit von Xenopeltis mit Naja bitnc/arus Schlg.,
von Dasypeltls an gewisse afrikanische Viperinen und die Bemerkung
0. Boettger's über Färbungs- und ZeichnungsähnUchkeit von
Fhrymscus varius Stann. aus Costa Rica mit Elaps. Bibl. Zool.
(Leuckart & Chun) 1892/93 p. 78—80.
Eine briefliche Notiz J. v. Bedriaga's über neuere Einführungen
und Kreuzungen von fremdländischen Reptilien und Batrachiern
bringen die Compt. Rend. Congres Internat. ZooL, 2. Sess. (Moscou),
Th. 1 p. 244—245.
Verschiedene neue Sporozoen beschreibt P. Mingazzini als
Schmarotzer aus dem Hoden und den Leitungswegen von Zamenis
gemonensis Laur. und aus dem reifen und Ovarialei von LaceHa
viridis Laur, Atti Accad. Lincei Roma, Rendic. (5) Bd. 1, Sem. 1
p. 396—402, 4 Figg.
Palaeontologisclies. Ch. Deperet, Revue de Paleontologie
pour l'annee 1890: Oiseaux, Reptiles et Amphibiens. 72 pgg. in:
Carez & Douville, Annuaire Geologique Universelle. Bd. 7 (1890).
Dagincourt & Cie., Paris 1892, 8».
J. Eye r man, Bibliography of North American Vertebrate
Palaeontology for the years 1890 — 91. 2 Parts, in Amer. Geolog.
Minneapolis 1891—92, 8^. 18 pgg.
W. Theobald, Index to the genera and species described in
the Palaeontologia Indica up to the year 1891. Calcutta 1892, Fol.
186 pgg.
R. L. Jack & R. Etheridge jun. verzeichnen p. 648 — 653 die
bis jetzt bekannten fossilen Reptilien und Batrachier von Queensland
und Neuguinea. „The Geology and Palaeontology of Queensland
and New Guinea. Brisbane & London 1892, 8". 768 pgg."
R. Lydekker's „Phases of animal life, past and present.
London, Longmans, Green & Co., 1892, 12*^. 248 pgg., Figg." geben
anschauliche Kapitel über fossile Reptilien, berühren aber auch die
lebende Fauna, insbesondere die Schildkröten.
H. N. Hutchinson macht in seinem Buche „Extinct Monsters.
A populär account of some of the larger forms of ancient animal
life. London, Chapman & Hall, 1892. 20, 254 pgg., Figg." den Ver-
such, mehrere der grösseren ausgestorbenen Reptilie'n zu restauriren.
Ein Theil der Restaurationen scheint gelungen, ein andrer aber
unterliegt in Einzelheiten schweren Bedenken. — Vergl. auch die
gO Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Kritik in Natural Science Bd. 2 (1893) p. 135—140, 2 Figg., wonach
z. B. Triceratops Fig. 1 ganz säugethierartig erscheint.
Mittheilungen über die Phylogenie der Wirbelthiere, und speciell
über die Entwicklung der Säugethiere aus den Anomodonten,
der Batrachier aus den Stegocephalen des Permsystems bringi
E. D. Cope. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 278—281, 2 Figg.
Im Jahre 1892 erschien das Referat eines Vortrages mit der
Jahreszahl 1888, den A. Gaudry 1885 gehalten hat. Er betrifft
die Aehnlichkeit, die mehrere fossile Reptilien in den verschiedensten
Theilen der Erde gegen Ende der Primärzeit gehabt haben. Compt.
Rend. Congres Geol. Intern., 3. Sess. (Berlin) 1885 (1888). Theil 3
p. Iff.
In seinem Beitrage zur Fauna der fossilen Wirbelthiere von
Texas zählt E. D. Cope p. 127 eine Schildkröte aus dem Jung-
tertiär der Stalkes Plains auf (s. Testudinidae), Aus den triassischen
Bokum-Schichten, die durch Stegocephalen und Parasuchier charak-
terisirt sind, erhielt er Zähne ähnlich denen von ClepsyscmrKs und
Zatomus. Zu einer neuen Art von Episcoposaurus rechnet er einen
Rücken- und zwei Schwanzwirbel, eine rechte Scapula, Rippen-
fragmente und Hautschilder. Der Unterschied zwischen diesem£'.Äa/>/o-
cenis (n.) und E. horridus Cope, der typischen Art aus Neu-Mexico,
beruht auf der Verschiedenheit in der Form der Höcker und
Stacheln auf den Hautknochen (s. Thecodontia). Proc. Amer. Phil.
Soc. Bd. 30 p. 129—131. ~ Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1
p. 378—379.
Eingehende Untersuchungen über die Homologien der hinteren
Schädelbögen bei den Reptilien aus dem Perm Nordamerikas hat
derselbe angestellt. Er analysirt die Schädelcharaktere der
einzelnen Gattungen, und zwar besonders von Pariotlchus, Puntylus
und Chüonyx^ die zu den Cotylosauria Cope (= Pariosauria Seeley)
gehören, von Edaphosaurus^ Clepsydropf! und Naosca/ri/s, Gattungen
der Pelycosauria Cope (? — Theriodonta Owen) und von Diopeus
n. gen. p. 15, begründet auf Clepsydrops leptoccphahis Cope, den
der Verf. für einen Rhynchocephalen aus der Verwandtschaft von
Palaeohatteria Credn. hält. Bei den Cotylosauriern sind die Schläfen-
gruben mit Knochenmasse überdeckt, so dass dei" Schädel dem dei'
stegocephalen Batrachier ähnlich wird, mit denen sie auch in den
Hauptabschnitten des Schädels übereinstimmen, was bei Chilonyx
besonders schön zu sehen ist. Eine Hypothese G. Baur's setzt vor-
aus, dass die seitlichen Bögen sich von dem Cotylosauriis-^Qhdidiel
in der Weise ableiten lassen, dass durch eine natürliche Trepanation
Höhlungen entstanden sind, deren Lage die Bildung und Stellung
der Seitenbrücken bedingte. Verf. wendet nun diese Hypothese
auf die Entstehung der Seitenbögen des Reptilschädels an [vergl.
oben p. 69]. Das Auftreten von Cotylosauriergattungen im Perm
Amerikas und Südafrikas {Pariostmrus Ow.) macht diese Theorie
noch wahrscheinlicher, und Verf. wählte die Gattung Pantyhis^
einen am wenigsten modificirten Typus, als Grundlage für die Ver-
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 81
gleichung aller andern lebenden und fossilen Reptilordniingen. Die
hauptsächlichsten hier in Frage kommenden Schädelabschnitte sind
das Postfrontale, Postorbitale und Jugale als die vorderen und das
Supramastoid, Supratemporale und Zygomaticum als die hinteren
Elemente der Schläfenwölbung und der an ihr entstehenden Bögen.
Trans. Amer. Phil. Soc. (2) Bd. 17 p. 11—26, 3 Figg., Taf. 1—5.
— Auszug in American Naturalist Bd. 26 p. 407—408. Taf. 15—17.
— Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1 p. 392—394.
Kurze Notizen über Reptilreste aus dem Kupfersandstein des
Gouv. Orenburg im Frankfurter Museum und über einen ganz voll-
ständigen Luriosaurus aus der Trias von Perledo der nämlichen
Sammlung bringt Fr. Kinkelin. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 90.
H. G. Seeley behandelt die geologischen Horizonte, in denen
die südafrikanischen Reptilien vorkommen. Er unterscheidet fünf
Zonen, von unten nach oben die Mesosmirus-^ die Parioscntrus-^ die
Dicynodonten-Zone, die Aliwal North-Zone mit neuen Theriodonten-
gattungen und die Zanclodon-Zone. Diese Reihe repräsentirt eine
Schichtenfolge vom Unter-Perm bis zur Ober -Trias. Phil. Trans.
Roy. Soc. London Bd. 183 B p. 311—370, 7 Figg., Taf. 17—23.
Fr. Bassani verzeichnet Reste von Placodus gigas Ag. und
von Psephoderma cf. alpinum v. Myr., die eingehender beschrieben
und abgebildet werdenj aus den triassischen Mergelkalken von Dogna
im Friaul. Atti Accad. Lincei Roma, Rendic, (5) Bd. 1, Sem. 1
p. 284—287, Fig. - Ref. in Boll. R. Com. Geol. Ital. Bd. 24 (1893) p.80.
Nach E. Fr aas schliesst sich die schwäbische Lettenkohle mit
ihren Labyrinthodonten vom Typus des Mustodonsaurus giganteus
und mit ihren Nothosaunis- und iSimosaurus- Arten an den Muschel-
kalk, nicht an den Keuper an und ist als oberes Glied des Muschel-
kalkes zu betrachten. Zeitschr. Deutsch. Geol, Ges. Berlin Bd. 44
p. 568—569.
J. W. Hulke vertheidigt gegen Seeley's damals noch nicht
erschienene Arbeit seine Ansicht, dass dem Schultergürtel der
Sauropterygier, der dem der Schildkröten ähnlich gebaut ist, ein
echtes Praeeoracoid zukommt, und unterstützt seine Behauptung durch
Vergleichung mit anderen Formen. Dagegen scheinen ihm die von
Seeley angeführten Beweise für die Existenz eines knorpeligen
Praecoracoids bei der Gattung Ichthyosaums nicht auszureichen.
Im übrigen discutirt er eingehend die Homologieen der verschiedenen
Elemente in dem Schultergürtel der einzelnen Reptilgruppen. Proc.
Roy. Soc. London Bd. 51 p. 471 u. Bd. 52 p. 233-255, 9 Figg.
lieber die Fundstätte der Iguanodonten von Bernissart hat
E. Dupont berichtet. Die Schichten sind Thone, die fraglos zum
Wealden gehören. Gefunden wurden von Iguanodonten Igimnodon
muDtelli und bernissartensis, von Krokodilen (ionlopholis simtts, von
Schildkröten Peltochelys duchastdi und Chitrocephdus dumonti, von
Anuren llylaeohatraclius croyi. Bull. Soc. Belg. Geol., Pal. et Hydr.
Bd. 6 p. 86—92, Fig. - Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 449.
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. ßd.U. H. 1. 6
82 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Ausführliche Mittheilungen über die Reptilien von Cerin im
Rhonebecken bringt L. Lortet. Es ist eine Aestuarienfauna des
oberen Juras (s. Lacertilia, Ornithosauria, Crocodilia, Chelonia, Acro-
sauria, Saphaeosauridae, Homoeosauridae). Angeschlossen ist die
Beschreibung von zwei Fussspuren des Chirotlierium aus dem Unter-
keuper von Vincelle, Ct. Semercy-le-Grand (Saone-et-Loire) und von
Mont d'Or Lyonnais (Rhone). Arch. Mus. Hist. Nat. Bd. 5. 139 pgg.,
12 Taf.
W. Dam es theilt mit, dass die histologische Beschaffenheit des
Panzers von Psephoderma aJpinum v. Myr. aus dem Dachsteinkalk
von Ruhpolding in Oberbayein so erheblich von der von Psepho-
phorus abweicht, dass jede Zugehörigkeit zu den Schildkröten aus-
geschlossen erscheine. Damit fällt auch die Ansicht, dass die
Lederschildkröten ein primitiver Typus der Chelonier seien. Zeitschr.
Deutsch. Geol. Ges. Berlin Bd. 44 p. 843.
0. C. Marsh macht Mittheilungen über neue Reptilien aus der
Laramiekreide von Wyoming (s. Lacertilia; Ophidia; Ornithomimidae,
Hadrosauridae). Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 43 p. 449 — 453, 4 Figg. —
Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 2 p. 191.
Eine auch die wichtigen Ablagerungen fossiler Reptilien im
amerikanischen Westen behandelnde Untersuchung über die Stellung
und das Alter der Laramieschichten und speciell über die Post-
laramie-Bildungen von Colorado bringt W. Gross. Amer. Journ.
Sc. (2) Bd. 43 p. 19—42.
Eine Notiz über ein neues Reptil, ScapJiosaunfs marcotisianus
n. gen. et sp., aus dem Eocän von Patagonien hat A. Mercerat
in Rev. Scientif. Bd. 50 p. 380.
Kurze Notizen über die fossilen Reptilien des samländischen
Unteroligocäns bringt E. Koken. Es sind Alligator hastingsiue^
Wirbel von Palaeophis horussiciis (n.) aus der Bernsteinerde von
Palmnicken, der wohl einer neuen, wahrscheinlich im Meere lebenden
Schlangenfamilie zugewiesen werden muss, und schlechte Reste
von Pseudotrionyx und Psephophorus. Schrift. Phys. - ökon. Ges.
Königsberg i. Pr. Jg. 33, Sitz.-Ber. p. 42—43.
C. F. Fynje, El Saharosauro. Datos para el mayor conoci-
miento de la fauna africana antediluviana recogidos en una ex-
ploracion de las cavernas del Ruwenzori en el centro del todavia
tenebroso continente. Malaga 1892, 4^,
E. Dubois bringt einen vorläufigen Bericht über eine in
Kendeng auf Java gefundene Pleistocänfauna, die u. a. Testudiniden,
Trionychiden, Crocodilus poronts Schnd. und (iavialis gangeticus
Gmel. enthält. Die Reste liegen unter einer Decke von vulkanischen
Tuffen. Naturk. Tijdschr. v. Nederl.-Indie Bd. 51 p. 93—100 (1891).
— Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1 p. 377—378.
E. Newton und H. Gadow bringen vorläufige Notizen über
Reste von JJidosaanis mauntiamis und von Teshido indica^ trisernda.,
inepta und zwei neuen fossilen Testudo - Arten aus dem Marc aux
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 83
Songes auf Mauritius. Proc. Zool. Soc. London p. 543 u. 665 — 666.
— Ref. in Zool. Garten Jg. 34 (1893) p. 59.
H. Pohlig beschreibt als Icliniotherlum cottae (n.) Saurierfährten
aus den altpermischen Schichten von Friedrichroda. Das Thier
hatte salamandroides Gepräge mit fünf keulenförmigen, krallenlosen
Zehen und war etwa sechs Fuss lang. Kleinere Fussspuren auf
den nämlichen Platten werden Frotritoniclmiles lacertoides (n.) ge-
nannt. Festschr. Leuckart, Leipzig 1892 p. 59 — 64, 2 Figg., Taf. 7.
— Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 1 p. 372—373.
G. Steinmann macht Mittheilung über das Vorkommen von
Chi/ot/iern<7n-Fähvten in den Zwischenschichten des Buntsandsteins
der Umgegend von Kandern im Badischen Oberland. Zeitschr.
Deutsch. Geol. Ges. Berlin Bd. 44 p. 546.
Faunistisches. In seiner „Geographischen Verbreitung der
Thiere" giebt E. L. Trouessart kurze, aber im allgemeinen auf der
Höhe der Systematik stehende Kapitel über Reptilien und Batrachier,
und zwar p. 68 — 69 u. 85 — 87 der paläarktischen, p. 93 — 95 der
nearktischen, p. 106 — 107 u. 110 der indischen, p. 120 — 121, 124 u.
127 — 128 der afrikanischen, p. 135 — 137 u. 139 — 141 der tropisch-
amerikanischen und p. 152 u. 157 — 159 der australischen Region.
Es schliessen sich p. 164 — 165, 172—173 u. 176 daran Notizen über
die Verbreitungsmittel der Kriechthiere und Lurche, p. 121 — 126
über die Verbreitung der Reptilien und p. 227 — 231 speciell der
Eidechsen, p. 231 — 235 speciell der Schlangen und p. 259 — 266 der
Batrachier, diese grösseren Kapitel im wesentlichen nach den
Forschungen Boulenger's. Den Schluss bilden p. 339 — 342 Be-
merkungen über die Vorfahren der jetzigen Lurche und Kriechthiere.
Weber's Naturw. Bibliothek No. 5, übers, v. W. Marshall, Leipzig,
J. J. Weber. 371 pgg., 2 Karten.
Die Notizen F. Dahl's in den Kapiteln 1. Die auf der Plankton-
Expedition beobachteten Meeresschildkröten, 2. Die Landfauna von
Bermuda, der Kapverden (auf p. 170 Aufzählung der Reptilfauna
dieser Inseln), von Ascension und der Azoren, und 3. Die Fauna
von Parä bringen für uns nichts neues. Ergebn. d. Plankton-Exped.
Bd. lA. Kiel 1892, 4". p. 71, 107, 170, 195, 234 u. 332. '
Aufgezählt werden Tareyitolu mauritanicu^ Ilemidaetylus tiircicus,
Lacerta muralis tiJiguerta und Chalcides ocellatus von Malta p. 728,
Boa constridor von Sta. Lucia und Trinidad p. 725 u. 727, Spilotes
vuriahUis und corais, Coh/ber boddaerfi) Liophis reginae und Tnelanotvs
und Scytale corondtum von Trinidad p. 722, Bothvops atrox von
Britisch-Guayana p. 729, Crocodilus acutus von Habana (Cuba) und
Jamaica p. 712 u. 713, Cr. frotitatus von Lagos (West-Afr.) p. 719
und IJomopus femoralis von Craddock (Kapland) p. 718. Proc. Zool.
Soc. London 1892.
Palaearktische Region. Fr. Werner macht Bemerkungen
über seine herpetologische Ausbeute in Ost - Algerien. Vom
Mt. Edough bei Bona werden 5 Eidechsen und 2 Schlangen, von
6*
84 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Batna 2 Eidechsen und 1 Schlange, von Lambessa 3 Eidechsen und
I Schildkröte und von Biscra 4 Eidechsen und 1 Schlange auf-
gezählt. Eingehender behandelt werden die Jugendtracht von
Zamenis hippocrepis L. und die Varietäten von Lacerta pater Lat.
Verh. k. k. Zool-Bot. Ges. Wien Bd. 42, Abh. p. 350—355.
J.Anderson giebt eine Liste von Reptilien aus Algerien,
Tunis, Tripolis und den südlich davon gelegenen Theilen der
Sahara. Er zählt 2 Schildkröten, 20 Eidechsen, 1 Chamaeleon
und 10 Schlangen von dort auf. Interessant und neu ist die weite
Verbreitung von Lacerta ocellata var. tangitana bis in die Prov.
Oran; neu beschrieben werden 1 Chalcides und eine Varietät von
Vipera (s. Lacertidae, Scincidae; Colubrinae, Dipsadomorphinae,
Viperinae). Proc. Zool. Soc. London p. 3 -23, Taf. 1.
A. Koenig bringt eine ausführliche Schilderung der Kriech-
thierfauna Tunesiens. Nach einer Einleitung über den Charakter
des Landes und dessen Bodenverhältnisse gruppirt er die Kriech-
tiere in vier gesonderte Faunen, in die der fruchtbaren Ebene (Teil),
die der Hochlandsteppe, die der Höhenzüge und Gebirge und die
der eigenthchen Wüste. Charakterthiere der Hochlandsteppe sind
Testudo ibera PalL, Tropidosaura algira L., Opldops occidentalis
Blgr., Eremias guttulata Licht., Coelopeltis monspessidana Herrn, und
allenfalls noch Bufo viridis Laur., der Berggegenden dagegen Tro-
pidosaura algira, Lacerta ocellata pater Lat., Tarentola maurita7iica
L., Chamaeleon^ Arten von Zamenis^ Coelopeltis, Coronella und Tro-
pidonotus und Rana esculenta ridibunda Pall. Die Ebene beleben
R. esculenta ridibunda, Discoglossus pictus Otth, Bufo mauritanicus
Schlg., Molge hagenmuelleri Lat., Clemmys, Tropidonotus dperinus
Latr. , Chalcides tridactylus Laur. (dieser namentlich häufig an
feuchten Gräben und in Niederungen, auch in der Nähe von bra-
kischem oder salzigem Wasser), Acanthodactylus vulgaris D. B.,
Zamenis hippocrepis L., Geckonen und Perleidechsen und an trocknen
Orten Chalcides ocdlatus Forsk. und Acatitltodactylus pardalis Licht.,
boskianus Daud. und scutellatus Aud., Uromastix acanthinums Bell,
Fsa^nmophis sibilans punctatus D. B. und Naja haje L., und im
tiefen Sande Agama inermis Rss., Scificus ofßcinalis L., Varanus
griseus Daud. und Vipera cerastes L. Die Aufzählung der vom
Verf. gesammelten Arten umfasst 2 Schildkröten, 18 Eidechsen,
II Schlangen und 5 Lurche. Sitz. -Her. Niederrhein. Ges. Nat. u.
Heilk. Bonn 1892 p. 3-26. Sep.-Abdr. 24 pgg.
Derselbe nennt aus Tunesien p. 276 Zamenis algims Jan
von El Djem, p. 277 Coelopeltis m.ompessuJana var. neumayeri Fitz,
(die Hunäsch der Araber) von Oglet Hamoud, p. 279 Acanthodactylus
boskianus vom Bir Triaga, p. 283 Scincu-^; officinalis und Eumeces
schneiden, aus dem Süden des Oued el Rann, Uromastix acanthinurus
(auch p. 363) und Psammophis sibilans var. punctata vom Djebel el
Meda, p. 288 u. 308 Rana esculenta ridibunda vom Djebel Batteria
und von Enfida, p. 295 Ophiops occidentalis und Eremias guttulata
von den Hügeln bei Sousse und p. 312 Tropidosaura algira vom
in der Herpetologie während des Jahres 1892. g5
Djebel Batteria. Cabanis' Journ. f. Ornith. 40. Jg. p. 266-312
u. 329—416.
J. Bettencourt Ferreira giebt eine Revision der Reptilien
von Portugal. Er verzeichnet, nachdem er in einem Vorwort
einige der streitigen Arten besprochen hat, von Schlangen Coelopeltis
laceHina Wgl., Tropidonotns natrix L. und viperinus Latr., Zamenis
hippocrepis L., Coluber scaJaris Schinz, Coronella girondica Daud.,
Macropi'otodon cucullatus Geofir. und Vipera aTrimodytes L. (= la-
tastei Boscä. — Ref.] Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa (2) Bd. 2
p. 268—290.
R. Martin & R. Rollinat zählen in ihrem Kataloge der Rep-
tilien des Departements Indre (Frankreich) 12 Reptilien von dort
auf. Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 30—38.
F. Minä-Palumbo setzt seine Aufzählung der Kriech thiere
der Madonien fort [vergl. Ber. f. 1889 p. 179, 1890 p. 82, 1891
p. 97]. Auf p. 52 — 56 werden Coluber quaterradiatus Gmel. (fehlt
den Madonien) und Zamenis gemonensis Laur., auf p. 75 — 80 deren
var. cai-bonaria Fitz, und Zamenis hippocrepis Wgl. (nur von Sar-
degna und Pantelleria), auf p. 115 — 120 die Viperiden behandelt.
Vipera ammodytes L. und bertis L. fehlen in Sicilien. Verf. nennt
p. 239 — 252 F. aspis L. var. hugyi Schinz häufig in Sicilien, führt
sie speciell von Modica, Trapani, Palermo und der Umgebung des
Aetnas an und bespricht sodann Coelopeltis lacertina Wgl., die in
den Madonien fehlt, Tropidonotvs natrix L. mit den vars. albotor-
quata Cam., nigroturquata Ninni und einer neuen Varietät, Tr. tes-
sellutus Laur. (fehlt auf Sicilien) und Tr. viperinus Latr. (fehlt den
Madonien). Naturalista Siciliano IL Jg. p. 114—120 u. 239—252
u. 12. Jg. p. 52—56, 75—80 u. 148—150.
J. Blum verzeichnet von der Insel Capri Lacerta muralis var.
tiliguerta Gmel., Hemidactylus htrcicus L., Zamenis gemonensis Laur.
typ. und (?) ihre var. carbonariu Fitz. Nachr.-Blatt d. d. Malakozool.
(jes. Jg. 24 p. 27. — Vergl. auch 0. Boettger in Ber. Senckenberg.
Nat. Ges., Ber. p. 46.
Notizen über Reptilien und Batrachier aus den Abruzzen
sollen sich in der Arbeit von „C. Lopez, Cenni sulla Fauna dell'
Abruzzo Teramano. Teramo 1892, 8*^. 60pgg." finden.
H. A. Macpherson verzeichnet p. 461 — 465 die Reptilien und
Batrachier von Lakeland (Schottland). „Vertebrate Fauna of
Lakeland. Edinburgh 1892, 8»."
J. A. Harvie-Brown & T. E. Buckley zählen in ihrer „A
Vertebrate Fauna of Argyll and the Inner Hebrides. Edinburgh
1892, 80. 252 pgg." auf p. 216— 218 die von Argyll und von den
inneren Hebriden auf.
„C. A. Witchell & W. B. Strugnell, The Fauna and Flora
of Gloucestershire. Stroud, G. H. James 1892, 8». 24, 301 pgg."
bringen p. 124 — 148, Figg. eine Aufzählung und Mittheilungen über
die Reptilien und Batrachier von Gloucestershire.
86 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Von Br. Dürigen's „Deutschlands Reptilien und Amphibien",
Magdeburg;-, Creutz'scher Verlag [vergl. Ber. f. 1890 p. 83 u. 1891
p. 97] erschienen die Hefte 3—8, p. 81—272, Taf. 1—3, 6—7, 12.
Auch diese Hefte sind mit Sachkenntniss ausgearbeitet und bieten
manche gute Beobachtung. Die Tafeln sind sehr schön ausgeführt.
Verf. behandelt eingehend das Leben der deutschen und kurz das
der südeuropäischen Eidechsen. Neue Beobachtungen über Ge-
schmacks- und Geruchssinn werden p. 81 ff. mitgetheilt, p. 102 das
Verschlingen von Kriechthiereiern bezweifelt, p. 104 Mittheilungen
über das Trinken der Eidechsen gemacht. Von Laceiia viridis
Laur. kennt er als deutsche Varietäten var. concolor Dug. und var.
pundata Daud. und giebt p. 134 sorgfältig geprüfte Notizen über
das frühere und jetzige Vorkommen dieser Art in Brandenburg.
Ausnahmsweise legte nach dem Verf. L. viridis noch am 10. August
ein Ei. Von L. agilis L. unterscheidet er p. 153 die vars. rmnia-
cidata.j alboli/ieata, nigricans, melanota und erythronota^ von L. vivipara
Jacq. p. 172 die vars. nigra Wolf, montana Mik. und pallida Fat.
Dem Ref. neu waren sodann p. 182 Notizen über das erste Er-
scheinen der L. vivipara im Frühjahr bei Berlin, Zittau und Ham-
burg, sowie interessante Beobachtungen über die geographische
Verbreitung von L, mitralis Laur. Den Schluss macht Angiäs [den
Verf. noch zu den Scincoiden rechnet. Ref.] mit seinen vars. pmictata,
striolata^ vittata, occllata, caervleomaculata Jeitt. , ventrimacidata^
caerideoventris^ nigra und graeca Bedr., sowie die Besprechung der
Organisation und Lebensweise der Schlangen. Er fand p. 250 bei
Tropyidonotns natrix eine fünfmalige, bei Cohiher longissimvs eine
dreimalige Häutung im Jahre nnd erzählt p. 259 von dem letzteren,
dass ein Stück fast 22 Monate lang freiwillig hungerte, bis es zum
ersten Male frass (s. Laeertidae, Anguidae; Colubrinae; Testudinidae;
Ranidae, Bufonidae, Pelobatidae, Discoglossidae; Salamandrinae).
Mittheilungen über Batrachier und Reptilien einiger Nordsee-
inseln bringt C. Verhoeff. Auf Norderney fand er Lacerta vivi-
para^ die dort von Phalangien, Poduriden und Arachniden lebt.
Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 30 — 36.
In „Westfalens Thierleben Bd. 3: Die Reptilien, Amphibien
und Fische. Paderborn, F. Schöningh 1892, 8*^. 446 pgg. lllFigg.,
20 Taf." behandelt W. v. d. Marck in einer Einleitung die vorzeit-
lichen Reptilien von Westfalen. Bei den von H. Landois u. a.
bearbeiteten Reptilien der Jetztzeit kommen Emys, Lacerta agilis,
viridis, vivipara und muralis, sowie Angvi:< zur Besprechung, wenn
auch das Vorkommen einiger von diesen Arten noch nicht mit
Sicherheit in der Provinz ermittelt ist. Sodann Tropidonotus natrix
und tesi-eUatus, Coronella und Vipcra hervs. — Ref. in Zool. Garten
33. Jg. p. 255—256.
C. Loos macht Mittheilungen über das Vorkommen von Lacerta
agilis und vivipara, Anguis (im Magen wurden Nacktschnecken und
Afterraupen gefunden), Tropidonotus iiatrix, Coro7iella und Vipera
bei Sohland-Schluckenau, Kgr. Sachsen. 6. Jahr.-Ber. 1890 Ornith.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 87
Beob.-Stat. Kgr. Sachsen (A. B. Meyer & F. Helm). Berlin, 4«.
p. 54—63.
0. Boettger verzeiclinet Vipera herus L. von 22 Fundorten
aus der Schweiz und Deutschland, V. aspis L. von Leinegg im
Schwarzathal (Süd-Schwarzwald), sowie deutsche Fundplätze für
Tropidonoiiis iiairix L. und deutsche und schweizerische für Coro7ieUa
avstriaca Laur. Ber. Senckenberg. Nat. Ges., Ber. p. 46.
J. Glowacki nennt aus Steiermark p. 8 Emyn orhicularis
L. von Reichenburg (Save), p. 9 Tropidonotus tessellatus Laur. von
überall in Obersteier, speciell von Leoben in der Mur und auch
von der Drau und Save, Coluher longissitmis Laur. vom Windisch-
berg und Kaltenbrunnen bei Leoben und Vipera herus L. typ. aus
der Krumpen, am obern Zelzboden und in Tragöss, A. v. Mojsisovics
ebenda Trop)ldonotus natrix L. var. atra aus Steiermark. Mitth. Nat.
Ver. i. Steiermark Jg. 1891, Sect.-Ber. f. Zool. Sep.-Abdr. 9 pgg.
In seinen „Herpetologischen Lokalfaunen der österreichischen
Erzherzogthümer" berücksichtigt Fr. Werner namentlich die
Gegend vun Wien, Vöslau, Payerbach-Reichenau, das Mondseegebiet
und Ischl und stellt diese fünf Faunen vergleichend einander gegen-
über. Allen fünf Gebieten gemeinsam sind Bombinator pachypus,
Bufo vulgaris^ ?]yla, Angids und Tropidonotvs natrix; nur in einem
der genannten Faunengebiete kommen vor Bomhinator igneus, Rana
esculenta ridibt/nda, Pelobutes^ Tropidonotus tessellatus^ Colvber lon-
gissimus und Zamenis geuionensis (welche letztere aber, wie Ophi-
saurus, nicht ursprünglich einheimisch zu sein scheint). Aus allen
fünf Gebieten werden zusammen 5 Caudaten, 10 Anuren, 5 Eidechsen
und 6 Schlangen aufgezählt. Jahrb. Nat. Ver. Magdeburg f. 1891
p. 115—123.
Sehr eingehend und anschaulich schildert L. v. Mehely die
herpetologischen Verhältnisse des Burzenlandes in Siebenbürgen.
In der Höhe wie in der Tiefe leben Lucerta agilis L., Anguis,
Trojjidonotvs natrix L. und Vipera herus L. Als reine Bergformen
dürfen für Kronstadt gelten Lacerta dvipara Jacq. und Coronella
austriaca Laur. Tieflandsformen fehlen. Als Einwanderer von Osten
oder Süden verzeichnet der Verf. Lacerta muralis Laur. und oiridis
L. und Coluber longissimus Laur. Im ganzen hat die Fauna 5 Ei-
dechsen, 5 Schlangen und 1 Schildkröte. Es sei noch angeführt,
dass Form und Färbung der gefundenen Arten und Varietäten ein-
gehend geschildert werden, und dass vielfache biolotiische Be-
merkungen die Arbeit besonders werthvoll machen (s. Lacertidae).
Beiträge z. einer Monogr. d. K. fr. Stadt Kronstadt. Festschr. 26.
Wandervers, ungar. Aerzte u. Naturf. — Auch separ. : Die herpetolog.
Verhältn. d. Siebenbürg. Burzenlandes. Kronstadt, J. Goett & Sohn
1892. 91 pgg.
Eine hübsche Schilderung des Reptillebens im Busche von
Boccagnazza bei Zara in Dalmatien bringt Fr. Werner. Allgem.
Zeit. (München) 1892, No. 362 p. 1—2.
88 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
G.N. Douglnss verzeichnet von derSantorin-Gnippe, Griechen-
land, Lucerta mural is von Santo rin und Palaeo Kaimeni, von
letzterer Insel allein Gymnodactylvs kotschyi '^idichx. und von Santorin
allein Coh/ber qvadrilineaUis und Tarbophis fallax. Batrachier
fehlen der Inselgruppe. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 455.
0. Boettger zählt die A^on der Radde-Valentin'schen Expedition
nach dem Karabagh und die von J. Valentin und P. Reibisch in
den Kaukasusländern gesammelten Batrachier und Reptilien auf.
Es sind p. 137^ — 150 von Reptilien: 11 Eidechsen, 7 Schlangen und
1 Schildkröte (s. Agamidae, Anguidae, Lacertidae, Scincidae;
Colubrinae, Viperinae; Testudinidae). Ber. Senckenberg. Nat. Ges.,
Abh. p. 131—150.
Nordamerikanisclie Regiou. Mittheilungen über Reptilien
und Batrachier in Neu-Schottland soll H. Piers veröffentlicht
haben. Proc. N. Scotia Inst. (2) Bd. 1 p. 175—184.
E D. Cope zählt von Franklin, Venango Co., West-Pennsyl-
vania, auf Ophibolus doliatiis triangvlvs und eine neue Evtaenia
(s. Colubrinae). Amer. Naturalist Bdl 26 p. 964—965, Fig.
0. P. Hay, The Batrachians and Reptiles of the State of
Indiana. Indianopolis 1892, 8^. 194 pgg., 3 Taf. — Auch in:
17. Ann. Report Departm. Geology and Nat. Resources of Indiana
for 1891. Indianopolis 1892, 8^. 705 pgg., Tafn.
H. Gar man bringt eine Synopsis der Reptilien von Illinois.
Er behandelt als Einwohner des Staates mehr oder weniger ein-
gehend die Schildkröten Cistvdo Carolina L. typ. mit var. trmnguis
Ag. und C. ornata k.^.^ Emys meleac/ris Shaw, (.'hrysemys belli Gra^j,
marginata Ag. und picta Herm., Psevdemys elegans Wied, troosti
Holbr., hicroglyphica Holbr. und concinna Lee, Malacoclemmys
lesueuri Gray und geographica Les., Cinosternum pennsylvanicum
Gmel,, Aromochelys carinata Gray und odorata Latr\, Macroclemmys
lacertina Schwg., Chelydra serpentina L., Äspidonectes spinifer Les.
und Amyda mutica Les., die Eidechsen Sceloporus undxdatus Bosc,
Ophisaiirvs ventralis L., Cnemidopiiorvs sexlineatus L., Eumeces
fasciatvs L. und Oligosoma laterale Say, und die Schlangen Eutaenia
saurita L. typ. mit den vars. faireyi B. G. und proxima Say, Eu.
radix B. G., Eu. sirtalis L. typ. mit var. parietalis Say, Eu. vagraiis
B. G., Nerodia sipedon L. typ. mit den vars. fasciata L., erythrogastra
Shaw und r/iombifera Hallow., A^. cyclopium B. G., Regina leberis
L., grahanii B. G. und kirtlandi Hallow., Tropidocloniwtn lineatum
Hallow., Storeria occipitomacidata Stör., Hydrops eryihrogra77imus
Daud. und abucurus Holbr,, Cyclop/ns vernalis Harl., Fhyllophdophis
aestiims L., Coluber coiistrictor L., Pityophis catenifer Blv. typ. mit
den vars. sayi Schlg. und bellona B. G., Elaphis obsolefus Say typ.
mit var. Iindhei7neri B. G. und E. guttatus L. mit var. vulpina B. G.,
Ophibolus calligaster Holbr., 0. triangulum Boie typ. mit var. doliata
B. G., 0. rhomhomaculatus Holbr., 0. getulus L. typ. mit den vars.
sayi Holbr. und 7iigra L., 0. doliatus L. und elapsoideus Holbr.,
Diadophis punctatiis L. typ. mit den vars. amabilis B. G. und arnyi
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 89
Kenn., tieterodon platyrhinvft L. typ. mit var. nigra Troost und //.
simus L. typ. mit var. nanca B. G., Haldea siriatula L., Virginia
elegu7is Kenn, und valeriae B. G., Carphophis helenae Kenn, und
amoenus Say typ. mit var. vermis Kenn.. Crotalus horridus L.,
Sistrurus catenatus Raf., Ancistrodon contoHrix L. und piscivorvs
Lac. Vielfach sind eigene Beobachtungen über Färbung, Fund-
plätze, Lebensweise u. s. w. eingeschaltet (s. Chelydridae, Testudinidae,
Trionychidae: Scincidae; Colubrinae). Bull. Illinois State Labor,
N. R Champaign, 111. Bd. 3 p. 215—316, Taf. 9—13.
W. E. Taylor bringt einen Katalog der Schlangen von
Nebraska und giebt Notizen über ihre Lebensgewohnheiten und
geographische Verbreitung. Er verzeichnet von dort p. 742 Carpho-
phiops vermis Kenn., Ophibohis doliatus coccineus Schlg., p. 743 0.
calligaster Say, 0. getidus sayi Holbr., Diadoplds ptinctatus L., p. 744
Liopeltis veriialis Dek., Bascanivm constrictor L., p. 745 B. flagelli-
forme Catesb. (von dem Autor nicht beobachtet), Coh/ber vi/lpinus
B. G., p. 746 C. ohsoletvs ohsoletus Say, Pityophis sayi sayi Schlg.,
p. 747 Heterodon platyrhinus Latr., p. 748 H. nasicus nasicus B. G.,
Evtaenia proxima Say, Eu. radix B. G., Eu. elegans vagrans B. G.,
p. 749 Eu. sirtalis var. sirtalis L., var. dorsalis B. G., var. ohscura
Cope und var. parietalis Say, p. 750 Natriv leberis L., p. 751 N.
fasciata sipedon L., Storeria dekayi Holbr., p. 751 Crotalophorus
catenatus catenatus Raf. und Crotalus confluentus confluentus Say.
Amer. Naturalist Bd. 26 p. 742 — 752.
Bei der Untersuchung von Montana und Wyoming in Bezug
auf ihren Fischreichthum wurden auch Kriechthiere und Lurche
gesammelt. F. C. Test giebt eine Liste der gefundenen Reptilien.
Bull. U. S. Fish Comm. f. 1891 p. 57—59 (1892).
Als häufige Bewohner der Snake Plains von Idaho nennt
C. H. Merriam p. 221 Crotalus lucifer^ Phrynosoma dovglad und
Sceloporus gratiosus; Pityophis catenifer wurde bei Big Butte und
Arco, Bascanium vetudum nur an ersterem Orte erbeutet. Amer.
Naturalist Bd. 26.
S. Garman giebt eine Liste der von F. W. Wamsley bei
Deming's Bridge, Co. Matagorda, Texas, gesammelten Reptilien.
Es sind 4 Schildkröten, 3 Eidechsen und 21 Schlangen. Keine neue
Art (s. Testudinidae; Iguanidae, Anguidae, Scincidae; Colubrinae,
Elapinae, Crotalinae). Bull. Essex Inst. Bd. 24 p. 98—109. Sep.-
Abdr. 12 pgg.
E. D. Cope zählt aus Nordwest-Texas auf von Schildkröten
Cistudo ornata Ag., Chrysemys elegans Wied, Chelydra serpeniina
L., Cinosternum flavescenx Ag. und Trionyx emoryi Ag., von Ei-
dechsen Euineces obsoletus B. G., Cnemidophorus guluris gularisB. G.
und Cn. grahami B. G. (mit Notiz über Zeichnung), flolbrookia
maculata B. G. und te.cana Trosch., Crotaphytus collaris Say, Phryno-
soma cornutum Harl. und modestum Gir., und von Schlangen Contia
episcopa episcopa Kenn, und episcopa isozona Cope, Ophibolus getutus
sayi Holbr., Pityophis sayi sayi Schlg., Zainenis flagelliformis
90 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Catesb., Ileterodun nasicus nuslcns B. G. nnd plati/rhinus Latr., Eutaenia
■proximn Say und degans maniana B. G., Natrix fasciatu transversa
Hallow., Crotalopliorvs catenatus edwardsi B. G., Crofahis conß,ventus
conßuentvs Say und 6V. adamantevs atrox B. G. Verf. giebt bei
vielen der genannten Arten biologische Notizen. Von 8 gefundenen
Lurchen und 25 Kriechthieren sind nur 4 Arten und 4 Unterarten
für Texas eigenthümlich, 4, resp. 2 gehören der Centralprovinz an,
6, resp. 7 sind Texas und einer zweiten Provinz gemeinsam und
6 haben eine noch weitere Verbreitung. Nordwest-Texas ist nach
seiner Mischfauna also als ein VereinigungsiDunkt verschiedener
Thierprovinzen zu betrachten (s. Cinosternidae). Proc. Acad. Nat.
Sc. Philadelphia 1892 p. 333—337.
Indische Region. 0. Boettger giebt eine Liste von Reptihen
Britisch-Indiens und Ceylons. Es sind 1 Krokodil, 4 Schild-
kröten, 27 Eidechsen, 1 Chamaeleon und 51 Schlangen. Eine neue
Varietät von Lygosoma (s. Geckonidae, Agamidae, Laeertidae,
Scincidae; Boinae, Ilysiidae, Uropeltidae, Colubrinae, Acrochordinae,
Dipsadomorphinae, Homalopsinae, Elapinae, Hydrophiinae, Viperinae^
Crotalinae). 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 66—93.
Derselbe fügt der Fauna der Lisel Salanga bei Siam die
4 Arten Geoemyda grandin Gray, Draco hlanfordi Blgr., Zumeni-s
kprros Schlg. und ChrysopeJea ornata Shaw zu. Von dort sind jetzt
1 Krokodil, 3 Schildkröten, 11 Eidechsen und 12 Schlangen bekannt,
die aufgezählt werden. Ebenda p. 100 — -101.
Derselbe giebt eine Aufzählung von 5 Schildkröten, 11 Ei-
dechsen und 1 Schlange aus Kambodja (s. Testudinidae ; Scincidae;
Typhlopidae). Ebenda p. 101— 102.
Derselbe verzeichnet aus China Ocudia Kinensis Gray von
Takao (Süd-Forraosa), Damonia reevesi Gray von Shanghai; Tacliy-
dromus septemtrionalis Gthr. von Ningpo; Coluher dione Pall. von
Tschifu, C. taenivrvs Cope von Formosa und l'ropido/iottfs figri?ius
Boie von Tschifu und Weiheiwei (Nord-China). Ber. Senckenberg.
Nat. Ges., Ber. p. 48.
G. A. Boulenger kennt von Okinawa, Liukiu-Inseln, Nicoria
spengleri Gmel.; Eumeces Tnarginufvs Hallow.; Dinodon semicarinatus
Cope, CaUophis ja^^onict/s Gthr. und einen neuen Bothrops (s.
Colubrinae, Crotalinae). Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 302.
0. Boettger verzeichnet Ber. p. 48 aus Atschin in Nord-
Sumatra Pluturus laticaudutvs Ij. und p. 49 aus Batu Bahra, Ost-
Sumatra Crocodilus porosus Schnd.; Cylindrophis rifpus Laur.,
Tropidonotus jlamceps D. B., Simotes octolinedtvs Schnd., Dendrop/ns
pictvs Gmel., Dendrdapliix candolineatnx Gray, Calamaria vermiformis
D. B., iHpsadomorphus dendrophik/s Wgl., Psamniodynastes pulveru-
lentifs Boie, Chrysopelea ornata Shaw und Naja tripiidians var.
nigra Cant. Ber. Senckenberg. Nat. Ges. 1892.
Aus Deli in Nordost-Sumatra nennt derselbe 3 Arten von
Schildkröten, 8 Eidechsen und 32 Schlangen. Neu ein Gonyocephalus
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 91
(s. Testudinidae ; Aganndae; Colubrinae, Dipsadomorphinae, Elapinae,
Crotalinae). 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 104—112.
F. Müller verzeichnet von Gadok, Ost-Sumatra Hemidactylvs
frenatiis D. B., (Jecko verticUlatns Laur., Ptychazoian homulocephalum
Crev., Calotes jnbatus D. B., Mahnia mvlfifasciata Blgr., Lygosoma
sanctum D. B. und olivaceum Gray; Typldops bramimis Cuv. und
Imeatus Reinw., Xenopeltis unicolor Reinw., Calamaria linnei Boie
var., Oiigodon svhquadralu^ D. B., Cohtber radiaius Schlg. und oxy-
cephuhia Boie, Zarncnis korros Schlg., Tropld.onotus quhirvnciatus
Schlg. var. melanozosta Grav., Tr. siibminiatvs Reinw. und vittatus
Schlg., DendropJiis pictns Schlg. (frisst Frösche!), Psannnodynastes
pulverulentus Boie, JJipsadomorphus flavescens D. B., Adeniophü
intestirudis Laur. var. furcata und Bungams fasciatns Schnd., und
vonTandjong Morawa in Deli, Nordost-Sumatra, Psammodynastes
pictu, Gthr. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 200-213.
Aus der Ausbeute von E. Modigliani zählt D. Vinciguerra
von der Insel Engano bei Sumatra auf Cydemys amboinensis
Daud.; (iyiimodactylus marmorcdus Fitz., Gonatodes kandianus Kel.,
Gehyra mutilata Wgm., Lepidodactylvs ceylonensis Blgr., Ptychozoum
homalocephalvm Crev„, Varanvs salvator Laur., Mabida multifasciata
Kühl; Psdnimodynustes pulmritUntiix Boie, Cerbervs rhy?ichop,s Schnd.,
Platurns cohtbrimis Schnd. und je eine neue Art von Draco,
Lygosoma und Cob/ber (s. Agamidae, Scincidae ; Cohibrinae). Ann.
Mus. Civ St. Nat. Genova (2)^Bd. 12 p. 517—526.
0. Boettger bringt eine Liste von 3 Schildkröten, 19 Eidechsen
und 47 Schlangen aus Java. Speciell aus dem Tenggergebirge
Ost- Javas in 1200 m Höhe nennt er Cydemys platynota Gray;
Ptychozoum homalocepliulum Crev., Draco voJcms L., fimhnatus Kühl
und haematopogon Gray, Gonyocephalvs kuhli Schlg., Calotes jvbatus
D. B., Varanvs dumerili Schlg. (neu für Java) und salvator Laur.,
Tachydromus sexlineatus Daud., Mabuia. rugifera Stol. und multi-
fasciata Kühl, Lygosoma sanctum D. B., oliva,ccum Gray und temmincki
D. B. ; Python reticul atus ^chnd., Cylindrophis rufus haxw.^ Xenopeltis
unicolor Reinw., Calamaria linnei Boie typ. und vcrsicolor Ranz.,
Elapoides fuscus Boie, Lycodon subcinctus Boie, Polyodontophis
melanocephalus Gray typ. und yar. geminata Schlg., Äblabes baliodirus
Schlg. und tricolor Schlg., Simotes purpurascens Schlg., Oiigodon
bitorqtiafus Boie, Dendrophis pictus Gmel., Tropidonotus chrysargus
Schlg., trianguligerus Boie und vittatus L., Dipsadomorphus multi-
maculat7is Schlg., Psammodynastes pidvendentus Boie, DryophiS
prasinus Boie typ. und var. xanthczonia Russ., Chrysopelca ornata
Shaw, Adeniophis bioirgatus Boie und intestinalis Laur., ßungarus
fasciatus Schnd. und scmifasciatus Kühl, Haplopeltura bua Boie,
Amblycephalus carinatus Schlg., Bothrops puniceus Reinw. und die
neue Colubridengattung Tefralepis; von Kediri Zamenis korros Schlg.
(s. Trionychidae, Testudinidae; Geckonidae, Agamidae, Varanidae,
Lacertidae, Scincidae; Typhlopidae, Ilysiidae,Xenopeltidae, Colubrinae,
92 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Dipsadomorphinae , Homalopsinae , Elapinae, Amblycephalidae,
Crotalinae). 29./32. Ber. Offenbacli. Ver. f. Naturk. p. 113—136.
F. Mocqnard zählt die Ausbeute M. Chaper's in West-Borneo
auf. Es sind 3 Schildkröten, 1 Krokodil, 4 Eidechsen und 11 Schlangen.
Von Sebruang stammen Cyclemys dhor und platynota Gray, Trionyx
cartilagineus Bodd. ; Crocodihis porosus Schnd. ; Gymnodactylus
marmorati(s^\x\\\ Varanus salvator l^iiwr.] Pseudorhabdium torquatum
D. B., Zaocys cavinatus Gthr., Xetielaphiv hexagonotufi Cant., Tropi-
donotus flavifrons Blgr., Amphiesma flaviceps D. B., De7idrophis
jnctus Gmel., Psammodynastes pidvendcntus Boie, Dipsadomorphus
cynodon Cuv., Bothrops wagJeri Schlg. und eine neue Colubrinen-
gattung; von Sintang Geliyra mtdilata Wgm.; von Sebruang und
Sintang Tachydromus sexlineatys Daud., Python retiadatus Schnd.
und Dipsadomorphus dcndrophüus Reinw. ; von Sebruang und
Pontianak Flomalopsis huccata L. und Dryophis prasi/ws Reinw.
und von Pontianak Chrysopelea ovjiata Shaw und Callopliis hivirgatus
var. tetraiaenia Bleek. (s. Colubrinae). Mem. Soc. Zool. France Bd. 5
p. 190—193, Taf. 7.
H. Lenz verzeichnet aus Banjermasin, Südost-Borneo,
Fordoina hucohalia Schlg., Calamaria benjaminsi Edel, und Calotes
cristatelJus Kühl, von der Malayischen Halbinsel Si)aotes taeniatus
Gthr. Jahr.-Ber.Nat. Mus. Lübeck f. 1891 (1892) p. 9.
Mittheilungen über die am Mt. Dulit in Sarawak, Nord-
Borneo, von C. Hose gesammelten Reptilien bringt G.A. Boulenger.
Es sind di-e Eidechsen (h/nmodactylus inarmoratus Kühl, ihcko
stentor Cant. und monarchus Schlg., Ptychozoum horsfieldi Gra}',
Draco quiiiquefasciatus Gray, Gonyoaphalus grandis Gray, Varanus
salvator Laur. und Tropidophorvs hrookei Gray, und die Schlangen
Cylindropliis rvfvs Laur., Simotes octolineatus Schnd., Gonyophis
margaritatus Pts. (mit systematischer Notiz), Tropidonoti/s conspicil-
latus Gthr., saravacensis Gthr. (mit Färbungsnotiz), chrysargus Boie,
maculatvs Edel, und rhodomelas Boie, Psummodynastes pictus Gthr.,
Dryophis prasinus Boie, Chrysopelea ornata Shaw, Adeniophis
intestinalis Daud. var. nigrotaeniata Pts., Amblyeephalus malaccanus
Pts. (mit syst. Notiz), Atropophis horneensis Pts., Bothrops gramineus
Shaw und suhanmdatus Gray. Neu ein Varanus (s. Varanidae).
Proc. Zool. Soc. London p. 505-507, Taf. 29.
0. Boettger nennt von den Philippinen Dipsadomorphus
angulatvs Pts. von der Insel Catanduanes, Tropidophorus grayi
Gthr. aus Sampaloc, Prov. Tayabas, Luzon, Draco spilopterus Wgm.
und or?iatus Gray, Mahuia multifasciata Kühl und multicarinata
Gthr., Lygosoma cumingi Gray und fasciatum Gray von Manila,
Luzon, und L. i^maragdinum Less., Lycodon auJicus var. tessellata
Jan, Simotes aphatiospihts Cope, Cohiber erythrurus D. B. und
Bothrops flavom,acv latus Gray aus Luzon. Ber. Senckenberg. Nat.
Ges., Ber. p. 49.
Afrikanische Region. 0. Boettger verzeichnet von Odumase,
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 93
Ost-Goldktiste, Agama colonomm Daud., Varanus niloticus L.,
Mubuia raddoni Graj^; Chai/tae/eo?i gracilis Hallo \v.; Hormonotiis
modestvs D. B., Boodon lineahis D. B., Ilapsidophri/s fimaragdiims Boie,
Fhilothumnus heterodcrmus Hallow., Psummophis elegans Shaw und
sibdans var. ir regulär is Fisch., Dendraspis und Vipera gahonica
D. B. Ber. Senck.'Nat. Ges., Ber. p. 49.
H. Lenz nennt aus Peki in Togoland, West-Afrika, Chamaeleon
graciUsj Typldops eschrichti und Causus rhombeatus. Jahresber. Nat.
Mus. Lübeck f. 1891 (1892) p. 9.
J. V. Bedriaga bringt Notizen über die von A. F. Moller auf
den Guinea-Inseln gesammelten Keptilien und giebt eingehende
Beschreibung von Hemidacfylys greeffi Boc, von einer neuen Varietät
von H. mabuia Mor. de Jonn., von Lygosoma africanum Gray,
Mobilia maculilabris Gray, Fhilothamnua tliomensis Boc, Boodon
lineatus D. B., Naja huje L. var. mclanoleuca Hallow. und Dendraspis
angusticeps Smith, sämmtlich von St. Thome. Im übrigen ver-
zeichnet er noch Ilemidact t/U/s mabttia typ. und Mabuia raddoni
Gray von St. Thome, Lygosoma thovietisis Pts., Mabuia maculilabris^
Lygosoma africanum, Typldops caecus A. Dum. und Boodon lineatvs
von Rolas und Lygoiioma africanum und Feylinia currori Gray
von Principe (s. Geckonidae). 0 Istituto (Coimbra) Bd. 39 p. 498
bis 508, 642—649, 736—743, 814—821 u. 901-908. — Sep.-Abdr.
p. 16 — 48. — Kritik von J. V. Barboza du Bocage in Jörn. Sc.
Math., Phys. e Nat. (2) Bd. 2 p. 229—232.
J. V. Barboza du Bocage zählt aus Portugiesisch-Guinea
auf Varanus exanthematicus Bosc; Chamaeleon senegalensis Daud.;
Typldops sp., Lycophidium horstochi D. B. var. gambensis Rochebr.,
Pkilothamnus irregularis Fisch, var. lagoensis Gthr., Psammophis
elegans Shaw und sibilans Schlg., JSIaja nigricollis Reinh. und
Dendraspis jamesoni Traill. Ebenda (2) Bd. 2 p. 183 — 184.
0. Boettger verzeichnet aus Gross-Namaland Homopus
signatu^s Walb. ; CJwndrodactylus angulifer Pts., Nucras tessellata
Smith, Eremias ptdchella Gray typ. und var., E. namaquends Smith,
Mabuia sulcata Pts., striata Pts_. und occidentalis Pts.; Glauconia
scutifrons Pts., und aus Damaraland Ägama planiceps Pts. und
Mabuia acutilabris Pts. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 48.
Die Reptilien und Batrachier in „W. L. Distant's A naturalist
in the Transvaal. With appendix: Enumeration and description
of the . . zoological objects. London, R. H. Porter 1892, 8''. 16,
277 pg., 1 Plan, 29 Figg., 5 Taf.'^ hat G. A. Boulenger p. 174-176,
Fig. bearbeitet (s. Glauconiidae).
M. G. Peracca beschreibt zwei neue Schlangen und einen
neuen Rhacophorus aus dem Unibithal (Andrangoloka) in Mada-
gaskar (s. Colubrinae, Dipsadomoi"phinae; Ranidae). Boll. Mus.
Zoöl. Anat. Comp. Torino Bd. 7, No. 112. 5 pgg., Taf. 1.
P. Matschie nennt von Derema in Usambara, Deutsch-Ost-
afrika, aus 850 m Hohe sechs Chamaeleons — Chamaeleon fischeri
Rchw., 3 neue Chamaeleon und 2 neue Brookesia — , drei Eidechsen
94 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
— Holaspis (jueiitheri Gray. Muhuia striata Pts. und einen neuen
Lygudactylus — und vier Schlangen — Typhlops eschr/ehti Schlg.,
Philothairmus negledns Pts., Thelotoniis kirtlandi Hallow. und Boodon
capensis D. B. (s. Geckonidae; Chamaeleontidae). Sitz.-Ber. Ges. Nat.
Fr. Berlin p. 109—110.
A. Guenther beschreibt die Reptilien der H. H. Johnston'schen
Ausbeute im Hocliland von Shire im Süden des Nyassasees. Es
sind die 8 Eidechsen Lygodactyhis ca.pemis Smith, Agama kirki
Blgr., mossamhica Pts. u. atricollis Smith, Mahna varia Pts. und
qui?iquetae7iia(a Licht., Sepsina tetradactyla Pts., sowie ein neuer
Lygodactylu)<\ die 4 Chamaeleons Chamacleon parvilohts Blgr., so-
wie ein neues CJiamaeleon und 2 neue Rhampholeon, und die
10 Schlangen Typhlops obtusus Pts., Uriechis capensis Smith (? =
nigriceps Pts.), llomalosoma lutrix L., Ahaetidla irregularis Leach,
Leptodira ri/fesce?is Gmel., Lycophidnim hontocki Schlg., Boodon
Imeatus D. B., Caimis rostratus Gthr., Clotho arietans Merr. und ein
neuer Psammophylax (s. Geckonidae; Chamaeleontidae; Dipsado-
morphinae). Proc. Zool. Soc. London p. 555 — 558, Taf. 33 — 35.
0. Boettger nennt von Aden in Süd-Arabien Hemidadylus
scuher Rüpp. und coctaei D. B., Scinevs hemprichi Wgm. (neu für
Arabien), Chalcides ocellatus Forsk., Zamenis ladacefisis Anders, und
Echis carinata Schnd. 29. /32. Ber. üffenbach. Ver. f. Naturk.p. 61 — (33.
Tropisch-amerikauisclie Region. In Notizen zur Fauna der
Insel Dominica, West-Indien, bringt G. E. Verrill p. 350 — 352
u. 355 Listen der von ihm und A. H. Verrill dort gesammelten und
beobachteten Reptilien und Batraehier. Trans. Connecticut Acad.
Bd. 8 p. 315-355.
R. R. Mole berichtet über eine interessante und erfolgreiche
Exkursion zum Fange von Cuiman sclerops, llerpetodryas carinatus^
Iqua7ia, Tejus und Corallus nach dem Caronifluss, Trinidad. Journ.
Trinidad Field Nat. Club Bd. 1 p. 93—102.
F. Müller verzeichnet von Maracaibo, Venezuela, Phyllo-
dactylus veiitralis O'Shgn., Thecadactylus rapicavda tloutt., Igvana
tnberculata Laur., Ameiva hifrontata Cope und CnemidopJiorus espeusti
Blgr.; Boa comtrlctor L., Epicrates cuprevs Fisch., Coryphodon
mentovarmsD. B., Helicops scalaris Jan^ Liopeltis uestivtish., Dryophis
acuminatus Gthr., Rhinostoma nasuum Wgl., Leptodira annulata L.
(mit Beschreibung der Färbung im Leben), Thamnodynastes nattereri
Mik., Elaps marcqravii D. D. und Crotalus horridus L. Verh. Nat.
Ges. Basel Bd. lO' p. 201—212.
Bei seinem im Jahre 1891 ausgeführten Besuche [vergl. Ber. f.
1891 p. 102] der Galapagos-Inseln fand G. Baur Riesenschild-
kröten nur noch auf Albemarle (hier u. a. ein Stück von 1,4 m
Länge, fast 1 m Breite und 0,63 m Höhe des Rückenschildes) und
anf Duncan (hier eine n. sp.); sie fehlen jetzt auf Chatham, Charles,
Hood, Barrington, Indefatigable, Jervis, James und Tower. See-
schildkröten wurden um Barrington, Schlangen auf Hood und
Barriugton angetroffen. Geckonen lebten auf Albemarle, Conolophtis
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 95
auf Barrington, Amblyrhynchus auf Charles, Gardner, Albemarle,
Indefatigable, Brattle und Tower und Tropüh/ n/s- Arten endlich auf
Chathani, Charles, Hood (hier häufig und gross), Barrington, Inde-
fatigable, Albemarle und Bindloe; nur auf Tower fehlte IVopidvrus.
Früher wohnten Landschildkröten auf Charles, Hood, Chatham,
Barrington, Indefatigable, James, Duncan, Jervis, Albemarle und
Abiugdon; auf Tower, Bindloe und Narborough fehlten sie immer.
Auf Charles, Hood, Chatham, Barrington und Jervis scheinen sie
heute vollkommen ausgerottet zu sein; vereinzelte Stücke mögen
noch auf James, Indefatigable und Abingdon leben; auf Duncan sind
sie sehr reducirt, 'während sie im Innern von Albemarle noch
ziemlich häufig sind. Von den sieben bekannten Arten sind nur
fünf dem Fundort nach bekannt (auf Albemarle, James, Charles,
Duncan und Abingdon); die beiden andern mögen wohl von Hood
und Indefatigable stammen. Jede Insel hat auch ihre eigene
Tropichtrus-Form] die von Albemarle, Indefatigable, James, Jervis,
Charles, Barrington, Bindloe, Hood und Gardner bilden eine gemein-
same Gruppe, in der die Formen von Hood und Gardner. die sich
kaum unterscheiden, und von Bindloe wieder eine mehr isolirte
Stellung einnehmen. München. Allgem. Zeitung, Beilage 1892 No. 32
bis 35 u. Biol. Centr.-Blatt Bd. 12 p. 221—250. — Kef. in Amer.
Naturalist Bd. 26 p. 41—43.
S. Gar man bringt, abgesehen von den Testvdo- und Tropidurus-
Arten, eine Uebersicht der von G. Baur auf den Galäpagos ge-
sammelten Reptilien. Es finden sich nur Vertreter der Familien
Testudinidae, Geckonidae, Iguanidae und Colubrinae. Specifisch
übereinstimmend mit Arten des nächsten Festlandes ist nur Phyllo-
dactyhis tiiherculosus Wgm. (s. Geckonidae, Iguanidae; Colubrinae).
Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 73— 87. — Sep.-Abdr. 15pg-g.
Derselbe giebt eine Liste der von G. Baur bei Guayaquil in
Ecuador gesammelten Reptilien. Es sind Ilydrus plaiurus L.,
Leptodiru unnulata L., Ileipetodryas hrinineus Gthr. und reticulatus
Pts., O.vybelis aheneus Wgl.; Ameiva edracantha Boct., Iguana tuher-
culuta Laur., Tropidurus occipitalis Pts. und PhyllodactyJus tiihercidosus
Wgm., sowie je ein neuer Coniophanes und Cnemidoplionis (s.
Iguanidae, Tejidae; Colubrinae, Dipsadomorphinae , Hydrophiinae).
Ebenda p. 88—95. — Sep.-Abdr. 8 pgg.
F. Lataste behandelt in einer Studie die Eidechsenfauna
Chiles. Abgesehen von den Liolaemus- Arten, die einer spätem
Arbeit vorbehalten bleiben sollen, erkennt er als vorkommend nur
9 Gattungen mit 9 Arten an, wovon 1. Urostrophus torquahis Phil.,
2. Ctejiohlepharis aspersns Tsch. und 3. Phyniuturus palhcmu Mol.
die Hochgebirgsregion , 4. Ccdlopistes macvlatvs Grav. die mittlere
Region und 5. Gonatodes gaudichavdl D. B., 6. Phyllodactylus ger-
rhopygi/s Wgm. und 7. Tt'opiduvKs uraucanus Less. die Küstenregion
bewohnen, während zugleich 2, 5 — 7, 8. Gymnodactylus dorhignyi
D. B. und 9. Hemiductylus jyeruvianus Wgm. für Nord-Chile und
1, 3 und 4 für Mittel-Chile charakteristisch sind. Ihmidactylus
96 Prof. Dr. Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
turcicus L., Anolis fvscomiratus d'Orb. und tiyrinus Pts., Saccodeira
pectinata D.B. und Cophias dorbignyi D.B. werden aus der chilenischen
Liste gestrichen. Weitere Bemerkungen beziehen sich auf Nahrung
und Fortpflanzung; Fhymahirvs ist ausschliesslich, Ctenohlepharis
wesentlich phytophag; Tro/nchiriis araucamis aber nährt sich nur
von Meeresthieren und -Pflanzen. Phymaturus und Ctenohlepharis
sind ovovivipar (s. Geckonidae, Uroplatidae, Iguanidae). Actes Soc.
Scient. Chili (Santiago) Bd. 1, Notes et Mem. p. 7 — 40 u. Berichtigung
dazu von G. A. Boulenger, 1. c. Bd. 2 (1893), Proc.-Verb. p. 71.
Australische Region. 0. Boettger bringt eine Aufzählung
von 2 Schildkröten, 16 Eidechsen und 15 Schlangen von Ceram,
der Amboina- und Banda-Gruppe und von Neuguinea. Neu
für Amboina sind dabei Chelone mydas L., Lygosoma novaegnineae
Mey. und Acanthophis antarcticus Shaw, für die Banda-Inseln
Python reticulatus Schnd., Liasis a77iethystinus Schnd., Enygrus
carmatiis Schnd., Brachyorrlnis albus\j. und Chrysopelea rJiodopIeuron
Reinw., für C er Sim Acanthophis antarcticus^ für Mansinam 7VZ/^?/a
gigas Schnd. und TypJdops flaviventer Pts. und für Neuguinea
selbst Varayius kalaheck Less., Diemenia sp. und Hydrophis fasciatus
Schnd. (s. Agamidae, Varanidae, Scincidae; Typhlopidae, Pythoninae,
Boinae, Colubrinae, Dipsadomorphinae, Hydrophiinae, Elapinae).
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 146—155.
C. W. De Vis zählt aus Englisch-Neuguinea 15 Arten von
Reptilien auf, darunter zwei neue (s. Geckonidae, Scincidae). Ann.
Queensland Mus. Brisbane Bd. 1, No. 2 p. 11 — 12.
In J. P. Thomson's „British New Guinea. London 1892, S«.
18, 336 pgg., Karte, 40 Figg., STaf." hat derselbe eine Aufzählung
der bis jetzt aus Englisch-Neuguinea bekannten Reptilien ge-
geben.
Palmer nennt Tiliqua gigas Schnd. und Hoplocephalus nigrescens
Gthr. von den Blue Mts. in ISFeusüdwales. Proc. Linn. Soc. N.-S.
Wales (2) Bd. 7 p. 20.
F. Müller ^verzeichnet HopIocephal.Ks maculafus Blgr. und
Lyqosoma moro D. B. und grande Gray aus dem Hooker Valley in
Neuseeland. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 209 u. 213.
Systematisches. F. Mocquard macht Bemerkungen zu einigen
Reptilien von Borneo. Die Gattung Peltagonura will er aufrecht
erhalten, dagegen stimmt P. ccphalum mit Japalura nigrilabris Blgr.
überein; ob mit J. iiigrilahris Pts., lässt er unentschieden. Heli-
copsoides [besser Ilelico2)oides. — Ref.] Mocq. habe unzweifelhaft
Priorität vor Lepidognathus. Weitere Notizen beziehen sich auf
Tropid onotus chrysargvs Boie und Hydrahlahes praefrontalis Mocq.
(s. Colubrinae). Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 197—205.
Mittheilungen über die Synonymie einiger ostafrikanischer
Chamaeleonten und andrer von Steindachner beschriebener Reptilien
und Batrachier, die z. Th, schon im vorigen Berichte benutzt werden
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 97
konnten, bringt G. A. Boulenger (s. Chamaeleontidae). Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 9 p. 72—74.
J. D. Ogilby beschreibt 3 neue Eidechsen und 2 Schlangen
aus Australien (s. Geckonidae; Typhlopidae, Elapinae). Rec. Austral.
Mus. Sydney Bd. 2 p. 6— 11 u. 28—24.
Lacertilia.
Hautsystem. Notizen über den Bau der Schenkelporen bei Lacerta ocellata
bringt F. Leydig. Er vergleicht sie nach Bau und Entstehung den Dorn-
bildungen in der Epidermis brünstiger Fische. Biol. Centr.-Blatt Bd. 12 p. 217—218.
Skelettsystem. E. D. Cope behandelt eingehend die Osteologie der
Lacertilier. und namentlich die der Eidechsen der uordamerikauischen Region.
Der Hyoidapparat ist überall besonders berücksichtigt. Da die fleissige Arbeit
überreich an Einzelheiten ist, können wir hier nur auf das allernothwendigste
eingehen. Vergleichend betrachtet wird zuerst der Schädel, dann wird p. 192
eine Zusammenstellung der Charaktere des Hyoidapparates der Lacertilier ge-
geben, weiter werden Wi)bel.5äule und Brustgürtel und p. 195 der Beckengürtel
behandelt, sodann Vorder- und Hintergliedmassen besprochen und schliesslich
ausfühi'licli die Osteologie von Phyllodactylus und Euhlepharis Gray, Anolis Daud.,
Dipsosaurus Hallow., Crotaphytus Holbr., Sauromalus A. Dum., Sceloporus, P/try-
nosoma, Gerrhonotus und Cncmidox)honis Wgm., der Xantusiiden und speciell
der Gattung Xantusia Baird, sodann von Eumeces Wgm., Änniella Gray (Schädel
Taf. 2, Fig. 4) und Bhineura Cope (Schädel Taf. 2, Fig. 5) gegeben. Die Figg.
1 — 3 auf Taf. 2 bringen den Schädel und die Brust- und Beckengegend von
Feylinia currori Gray aus Gabun; die übrigen Tafeln illustiiren den Hyoid-
apparat zahlreicher Lacertilier. Fi'oc. Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 185 — 221,
Taf. 2-6.
Eingebende Mittheilungen über das Kopfskelett der Scinciden, Anguiden
und Gerrhosauriden macht Fr. Siebenrock. Bei den Scinciden ist die Mannig-
faltigkeit in der Anordnung und dem Bau der Kopfknochen besonders gross.
Das Supraorbitale ist vorhanden; im Alter verwachsen häufig gewisse Unter-
kieferbestandtheile miteinander, sodass die typische Zahl 6 der Stücke auf 5 und
sogar auf 4 vermindert werden kann. Besonders ausführlich berichtet Verf.
über die morphologischen Verschiedenheiten des Gaumendaches bei Lygosomn,
wobei namentlich L. smaragdinum Less., quoyi D. B., australe Gray und lesueuri
D. B. zu Grunde gelegt werden. Die Arten des australischen Kontinentes, die
Gray zu HinuUa und nomolep>ida gestellt hat, haben zwei Postfrontalia, während
die Lyyosoma- Arten der australischen Inseln und Asiens ganz andere Gaumen-
verhältnisse und stets nur ein Postfrontale besitzen. Bei Mahuia rmdtifasciata
Kühl und Eumeces schneiderl Daud. wird ein knoipelig bleibendes Supraorbitale
nachgewiesen, bei Gerrhonotus imbricatus Wgm. auf das sehr grosse Supraorbitale
aufmerksam gemacht, bei Gerrhosaurns nigrolineatus Hallow. auf die ausgedehnte
Verwachsung der Knochenschilder mit den Kopfknocheu und die beiden Parietal-
fortsätze hingewiesen, die von der Mitte des hintern Parietalrandes nach rückwärts
ragen und sich nur bei den Gerrhosauriden finden. Untersucht wurden von
Scinciden 9 Arten von Lygosoma, je 5 Mahuia und Chalcides, 2 Tiliqua und je
ein Eumeces, Eyernia, Trachysaurus, Scincus und Ablephürus, von xiuguiden je
Arch f. Natuige,sch. Jahrg. 1893. Bd. 11. H.l. 7
98 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
eine Art von Ophisaurus, Anyuis und Gerrhonotus und von Gerrhosauriden
2 Zonosawus und ein Gerrhosrmrus. Ausser den Schädeln der genannten Arten
wii'd noch der von Chalcides simonyi Stdchr. in musterhafter Weise abgebildet
(s. Scincidae). Ann. Naturh. Hofmus. Wien Bd. 7 p. 163—196, Taf. 11-12.
Derselbe macht auch Mittheilungen über verschiedene Fälle von Wirbel-
assimilation bei Lacertiliem. Statt dass normal sich zwei Sakralwirbel mit dem
Becken verbinden, beobachtete Verf. in mehreren Fällen, dass drei Wirbel, und
zwar entweder der erste Oaudalwiibel oder aber der letzte Lendenwirbel mit
dem Becken gelenkig verbunden waren. In allen Fällen aber, wo das Becken
von drei Wirbeln getragen wird, stehen dennoch nur vier und nicht sechs seit-
liche Fortsätze damit in Yerbindung. Einige von den beobachteten Fällen
können auch als Beleg für die Rippennatur der seitlichen Fortsätze an den
Sakralwirbeln dienen. Die Bemerkungen des Verf.'s beziehen sich auf Iguana
tuberculata Laur., Lacerta agilis L., Hoplocercus spinosus Fitz., Tropidurus tor-
guatus Wgm., Uromastix spinipes Merr. (Fig. 1), Phrynosoma douglasi Gray, Moloch
horridus Gray imd Lacerta simonyi Stdclir. (Fig. 2). Ebenda p. 373—378, 2 Fi gg.
Bemerkungen über degenerirte Typen des Schulter- und Beckengürtels bei
Lacertiliern macht E.D.Cope. Behandelt werden Vertreter derDiploglossen,Lepto-
glossen, Annielliden und Amphisbaeniden. Von sonstigen degenerirten Typen kamen
nicht zur Untersuchung nur gewisse Vertreter der Gerrhosauriden und Dibamiden.
Er giebt Tabellen für alle bekannten Eidechsengattnngen mit fehlenden Glied-
massen oder Zehen und beschreibt sodann Schulter- und Beckengürtel des Zo-
nuriden Mancus macrolepis Cope aus Natal, des Pygopodiden Pygopus lepidopus
Lacep., der Angniden Ophtodes striatus Spix, Ophisaurus ventrcdis L. und
apus Pall., Dopasia gracilis Gray (mit fehlender Interclavikel), Anguis fragilis L.
und des Tejiden Propus vermiformis Cope. Betr. der Scinciden weicht Verf.
erbeblich von Boulenger ab und will die auf die Zehenzahl begründeten Ab-
theilungen doch als Gattungen gelten lassen. Er giebt deshalb p. 233—236
einen Schlüssel für die von ihm anerkannten Scincidengattungeu, von denen
er nicht weniger als 78 adoptirt. Von Scinciden beschreibt er nach Schulter-
und Beckengürtel Chalcides Uneatus Leuck., von Acontiiden Evesia monodactyla
Gray, die er für eine osteologisch von Acontias scharf verschiedene Gattung
erklärt, von Anelytropiden Anelytropsis papillosus Cope und Feylinia curroi-i
Gray, von Annielliden AnnicUa pulchra Gray, von Chirotiden Chirotes canali-
culatus Bonat. und von Amphisbaeniden Amphishaena occidentalis Cope und
Bhineura floridana Baird. Als allgemeine Gesichtspunkte stellt Verf. auf, dass
die Vordergliedmassen bei den Diploglossen häufiger zuerst verschwinden als
die Hintergliedmas.sen; bei den Tejiden und Amphisbaeniden scheint das Gegen-
theil stattzufinden; bei den Scinciden degeneriren beide gleichzeitig Schritt
für Schritt. Der Schultergürtel beginnt erst spät nach dem Verluste der Vorder-
gliedmassen zu degeneriren, während das Schwinden des Beckengürtels dem
der Hiutergliedmassen vorangeht. Die Reihenfolge, in der der Schwund eintritt,
ist bei den Vordergliedmassen: 1. Gliedinassen, 2. Interclavikel, 3. Rippen-
befestigung, 4. Brustbein; bei den Hintei'gliedmassen: 1. Pubis u. Ischium zu-
sammen, 2. Gliedmassen und 3. Ilium. Journ. of Morph. (Boston) Bd. 7 p. 223
bis 244, Taf. 13.
Muskelsystem. A. Perrin beschreibt eingehend die Muskeln der Hinter-
extremität von Uromastix spinipes, Varanus griseus, Lacerta ocellata und viridis
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 99
lind Chalcides ocellatus und beleuchtet ihre mechanische Kolle. Bull. Soc. Philoiu.
Paris (8) Bd. 4 p. 56—62, 2 Figg.
Derselbe vergleicht die Musculatur der Hinterextremität der Lacertilier
mit der der Batrachier. Die Beuger der Metatarsalen und Finger bilden zwei
Schichten. Die tiefere Schicht der Lacertilier entspricht der oberflächlichen der
Batrachier. Die tiefere Schicht der letzteren hat bei den Lacertiliern kein
Homologon; ebenso ist die oberflächliche Schicht der Lacertilier bei den Ba-
trachiern nicht vertreten. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 885 - 887
u. Bull. Scientif. France Belg. (4) Bd. 3 p. 373—552.
Nervensystem. In Beiträgen zur vergleichenden Anatomie des Central-
nervensystems der Wirbelthiere macht M. Koppen Mittheilungeu über das
Eidechsengehirn. Morph. Arbeit, v. G. Schwalbe Bd. 1 p. 496—515, 3 Tat'.
K. Mays studirte die Entwicklung der motorischen Nervenendigungen
auch an der neugeborenen Lacerta. Zeitschr. f. Biol. (2) Bd. 11 p. 41—85, Taf. 1—2.
G. Retzius stellt bei Lacerta ayüis die Nerveuverästelungen in den
Zähnen nach Golgi dar. Die Nervenfasern dringen durch die Odontoblasten-
schicht hindurch bis dicht unter das Zahnbein, um hier frei zu enden. Biol.
Unters. Retzius (2) Rl. 3 p. 57-66, 3 Figg., Taf. 17—19.
Sinnesorgane. G. Chiarugi bemerkt in einer vorläufigen Mittheilung,
dass die Entwickelung des Nervus olfactorius von Lacerta im wesentlichen nicht
von der andrer Kopfnerven abweicht. Monit. Zool. Ital. 3. Jg. p. 211—212 u.
Arch. Ital. Biol. Bd. 18 (1893) p. 363-364.
Verdauungssystem. R. v. Seil 1er hat weitere Untersuchungen über
die Zungendrüsen von Lacerta [vergl. Ber. f. 1891 p. 105] angestellt Die
Drüsenzellen sind Becherzellen, in Bau und Funktion ganz ähnlich den \t&i Anguis
und Ophisanrus gefiindenen. Verf. spricht sich für Entstehung der Becherzelleu
aus Epithelzellen u. füi' die Anschammg aus, dass die Unterzungendrüsen der
Lacertilier den Zungendrüsen der Batrachier homolog sind. Der grosse Drüsen-
reichthum der Zunge von Lacerta steht nach dem Verf. in Beziehung zu der
voluminösen Beute, die zur Erleichterung des Schlingaktes stark eingespeichelt
merden muss. Während des Winterschlafes scheint infolge herabgesetzten Stoff-
wechsels die Zahl der Becherzellen zurückzugehen. Festschr. Leuckart, Leipzig
p. 250-258, Taf. 25—26.
Nach G. Bizzozero regenerirt sich das Darmepithel bei Lacerta durch
Mitosen, die hauptsächlich in den tiefsten Zellenschichten ablaufen; es fehlen
die suhepithelialen Zapfen, die bei Molge so deutlich sind. Atti Accad. Sc.
Torino Bd. 27 p. 891-903, Taf. und Arch. f. mikr. Anat. Bd. 40 p. 325— 375,
Taf. 18-19.
Urogenitalsystem. Ueber die Rückbildung reifer Eierstockseier im Ovarium
von Lacerta agilis macht H. Strahl Mittheilungen. Verh. Anat. Ges. 6. Vers.
p. 190—195. - Diskussion von Born. Ebenda p. 195, — Ref. in Jouru. Roy.
Micr. Soc. London 1893 p. 155.
Ontogenie. Die Arbeit von L. Will über die Anlage der Keimblätter
bei Tarentola mauritaniea L. ist in ihren Hauptpunkten schon im Ber. f. 1889
p. 187 u. 1890 p. 94 nach vorläufigen Mittheilungen des Verf.'s referirt worden.
Die Gastrulation beim Gecko vollzieht sich von Anfang bis zu Ende unter einer
innigen Verquickung von Epibolie und Embolie. Zool. Jahrb., Abth. f. Anat.,
Bd. 6 p. 1-160, 14 Figg., Taf. 1-11.
7*
100 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Biologisches. Auch Fr. AVerner fand [vergl. Ber. f. 1890 p. 93]. dass
durch Hunger geschwächte oder aber winterschlafende Eidechsen den Schwanz
viel schwiei'iger abbrechen lassen als gesunde. Nachgewachsene Schwänze
brechen ebenfalls schwer ab. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 60.
Palaeontologisches. L. Lortet errichtet für kleine Eidechsen ohne
Bauchrippen und mit geschlossenen Schläfengi'uben aus dem oberen Jura von
Cerin im Rhonebecken die Gattung Evposaurus (ja.), beschreibt davon als Typen
E. thiollierei (n.) p. 73, Taf. 6, Fig. 7—10 und E. cerinensis (n.) p. 75, Figg. und
stellt sie zu den Rhynchocepbalen. [Boulenger wies 1893 nach, dass es echte
Lacertilier sind. — Ref.] Arch. Mus. H. N. Lyon Bd. 5.
0. C. Marsh beschreibt p. 450 und bildet Fig. 2— 3 ab den Oberkiefer
eines Lacertiliers, den er Chamnp.s segnis (n. gen. et sp.) nennt [nach Boulenger
augenscheinlich nächstverwandt den Tejiden. — Ref.] und p. 451 Wirbel von
Iguanavus ttres (n.) aus der Laramiekreide von Wyoming. Amer. Journ. Sc.
(2) Bd. 43.
Geekonidae. Faunistisches. A. Koenig nennt Hemidactylus turcicus
L. von ßordj-ibum in Tunesien. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. Nat. u. Heilk. Bonn.
Separat- Abdruck p. 14.
0. Boettger kennt Hoplodactylas annamale nsis Gthr. aus den Palni Hills
in Südindien. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f Naturk. p. 68.
S G arm an zählt von den Galäpagos .xwi ^hyllodactylus tnberculosiis 'Wgm.
und Ph. leei Cope von Chatham, Ph. gulapayensis Pts. von Albemarle und je eine
neue Art von Phyllodactylus und Gonutodes und macht Mittheiluugen über ihre
Pholidose und Färbung. Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 81— 82.
O. Boettger verzeichnet Gymnodactylus kotschyi Stdr. von der griechischen
Insel Cerigotto. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 56.
W. W. Froggatt kennt Gymnodactylus miliiisi Gray von ßendigo in
Victoria und stellt sein Vorkommen von Sydney bis Champion - Bai in West-
Australien fest. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2j Bd. 7 p. 314.
Systematisches. Notizen über Gonatodes Indiens Gray von den Nilgiris
und über G.jerdoni Theob. bringt 0. Boettger. 29./32. Ber. Offenbach. Ve)'. f.
Naturk. p. 67— 68.
Bemerkungen über Pholidose und Färbung javanischer Stücke von Gymno-
dactylus marmoratus Kuh!, Hemidactylus frenatus D. B., Gehyra mutilata Wgm.,
Gecko verticillatus Laur. und Ptychozoum homalocephalum Crev. macht derselbe.
Ebenda p. 115—116.
J. de ßedriaga beschreibt eine neue Varietät von Hemidactylus mabuia
Mor. de Jonn. und macht Bemerkungen über H. greeffi Boc. 0 Istituto (Coimbra)
Bd. 39 p. 736 u. 739. — J. V. Barboza du Bocage macht Mittheilungen über
die Variabilität der Zahl der Praeanal- und Femoralpoien bei Hemidactylus
mabuia und greeffi von St. Thome. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. (2) Bd. 2 p.221.
F. Müller beschreibt das ^ von Gunatodes? vittatus (VI gm.} aus Brasilien
und einen fraglichen Sphaerodaetylus richardsoni Gray von Port au Prince,
Haiti. Verb Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 209—210.
Diplodactylus intermedius n. sp., verw. spinigerus. Inneres von N.-S.-Wales;
J. D. Ogilby, Rec. Austral. Mus. Sydney Bd. 2 p. 10.
Gonatodes collaris n. sp., verw. ocellatus Gray. Chatham, Galäpagos;
Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 11.
in der Heipetologie während des Jahres 1892. 101
Gymnodactylus cornutus n. &\)., verw. platurus. Bellender Ker - Gebirge,
Nonlost-f^ueensland ; J. D. Ogilby, Rec. Austral. Mus. Sydney Bd. 2 p. 8. —
G.louisiadensis n. sp. Südost - Insel, Engl. Neuguinea; De Vis, Ann. Queensl.
Mus Bd. 1 p. 11. — G. signatus Phil. := Gonatodes gaudichaudi D. B. ; F. Lataste,
Act. Sog. Sc Chili (Santiago) Bd. 1 p. 13. — G. sphyrunts n. sp., verw. miliusi
Gray. Inneres von Neusüdwales; J. D. Ogilby, Reo. Austral. Mus. Sydney
Bd. 2 p. 6.
Hemidactylus mabuia Mor. de Jonn. var. molleri n. St. Tbonie, W.- Afrika;
Bediiaga, Istituto (Coimbra) Bd. 39 p. 739 = mnbuia typ. Barboza du Bocage,
Jörn. Sc. Math , Phys. e Nat. (2) Bd. 2 p.221.
Lyijcdactylus angularis n. sp. Nyassaland; A Günther. Proc. Zool Soc.
London p. 555, Tat. 33, Fig. 1. — L. conradti n. sp. Derema in Usambara, Utsch.-
Ostafrika; Matschie, Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p 109.
Phyllodactylus banri n. sp., verw. reissi Pts. Charles, Galäpagos; Garnian.
Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 82.
Ptychozoum horsfieldi Gray, gute Art neben homalocephalum Crev. Pinang
[und Deli, Nordost -Sumatra. — Ref.]; F Müller, Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10
p. 209, Taf. 4.
Ptyodactyhis lacazei n. sp. [nach Boulenger = lobatus L.] Bäder des Pharao
bei Suez, Nordwest-Arabien; L. Boutan, Arch. Zool. Exper. (2) Ed. 10 p. 17.
Eublepharidae. Systematisches. Coleonyx Gray ^= Eubleiiharis Gray;
Cope, Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 198, Anm.
ÜPOplatidae. Systematisches. Uroplates caudiverbera L. = Calyptu-
cep/ialus gayi D. B. Larve (Leptodactylidae;; F. Lataste, Act. Soc. Sc. Chili
(Santiago) Bd. 1 p. 7.
Agamidae. Faunistisches. A. König sammelte Agama inermis Rss.
bei Sidi bou Ali und bei Monastir und Uromastix acanthinurus Bell nächst der
Oase Ouderef in Tunesien. Sitz. - Ber. Niederrhein. Ges. Nat. u. Heilk. Bonu.
Sep ' Abdr. p. 14—15.
0. Boettger verzeichnet p. 69 Braco dussumieri D. B. und p. 71 Charasia
blanfordiana Stol. von den Nilgiris 29. /32. Bei'. Oftenbach. Ver. f. Naturk. und
p. 48 Calotes cristatellus Kühl von Banjermasin, Borneo. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber.
Systematisches. 0. Boettger macht Bemerkungen zu Agama caucasia
Eichw. aus dem Karabagh, von Tiflis und Abas-tuman. Ber. Senck. Nat. Ges.
1892 p. 137.
Von Ceratophora stoddaerti Gi'ay beschreibt derselbe p. 69 die Jugendform
u. giebt p. 71 Notizen über Charasia dursalis Gray und blanfordiana Stol.
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
Eine Mittheilung über die Beschuppung nordost-sumatranischer Stücke von
Calotes cristatellus Kühl bringt derselbe. Ebenda p. 106.
Derselbe hat Notizen über die Färbung von Draco fimbriatus Kühl und
haematopogon Gray und über die Beschuppung von Gonyocephalus kuhli Schlg.
Ebenda p. 116 117.
Eine Bemerkung über Pholidose und Färbung von Draco lineatus Daud.
und Calotes cristatellus var. moluccana Less, aus Ceram und Amboina und von
Gonyocephalus jMpuensis'M.ej. aus Kaiserwilhelmsland bringt derselbe. Ebenda
p. 147-148.
102 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Braco modiylianii n. sp., verw. Uneatus Daud. Insel Engano bei Sumatra;
Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2j Bd. 12 p. 523.
Gonyoeephalus bcyschlagi n. sp., verw. grandis Gray. Ober - Langkat in
Deli, Nordost- Sumatra; Boettger, 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 104.
Iguanidae. Hautsystem. S. Gar man fand die Nacken- und Rücken-
stacheln von Conolophus (Fig. 1—4) \x\n\ Amblyrhynchus ähnlich gebildet wie die
Rassel kleiner Klapperschlangen und schliesst daraus auf gleiche Entstehung.
Doch sind die einzelnen Kappen des Stachels bei diesen Eidechsen solid und
sitzen zu fest aufeinander, als dass sie zu rasseln im Stande wären. Immerhin
beweist die Thatsache nach des Verf.'s Ansicht, dass seine Anschauung betreffs
der Entstehung der Klapperschlangenrassel richtig ist. Science (New York)
Bd. 20 p. 16-17, 9 Figg.
Biologisches. Nach S. Garman rettete ?>\c\i Tropidurus xor einem Raub-
vogel ins Wasser. Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 5.
0. P. Hay hat das oft geleugnete Ausspritzen von Blut aus dem Auge
von Phrynosoma coronatum als Vertheidigungsmittel zAveimal selbst erlebt und
führt als Zeugen ähnlicher Beobachtungen u. a. auch S. F. Baird, L. M. Under-
wood und S. F. Denton an. Bei der Sektion und Untersuchung des Auges
konnte aber keine eigenthüinliche Drüse gefunden werden; ob ein Blutsinus auf
der inneren Fläche des oberen Augenlides plötzlich berste, konnte ebenfalls nicht
festgestellt werden. Die Erklärung der nach dem Verf. jetzt vollkommen ge-
sicherten Thatsache steht daher immer noch aus. Proc. ü. S. Nat. Mus. Bd. 15
p. 375—378. — Ref. in Rev. Scientif. Bd. 50 p. 636—637. — lieber die nämliche
Erscheinung bei Phr. asio Cope von Mexiko macht A. L. Herrera Mittheilungen.
Le Naturaliste (Deyrolle) Jg. 14 p. 114.
Faunistisches. S. G arm an nennt Phrynosoma cornutum Harl. von
Deming's Bridge, Co. Matagorda, Texas. Bull. Essex Instit. Bd. 24, Separat-
Abdriick p. 4.
0. Boettger verzeichnet AtwUs intermedius Pts. aus San Jose, Costa Rica.
Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 47.
Betr. der Verbreitung von Tropidurus, Conolophus und Amhlyrhynchus auf
den Galäpagos-Inseln vergl. oben auch Baur p. 94.
Systematisches. S. G arm an beschreibt p. 77 die Jugendform von
Conolophus öubcristatus Gray, macht auf die Aehnlichkeit mit Enyaliades pla-
niceps aufmerksam, spricht über die Dornen des Rückenkammes und ihr eigen-
thümliches Wachsthum und macht p. 79 Mittheilungen über Amhlyrhynchus
cristatus Bell mit den vars. atra von Duncan und nana von Tower Island,
GalÄpagos. Auf Sep.-Abdr. p. 7—8 bringt er Notizen über Pholidose und
Färbung von Tropidurus occipitalis Pts. aus Posorja, Ecuador. Bull. Essex
Inst. Bd. 24.
Weitere Mittheilungen über das Variii'en der Tropidurus - Arten auf den
Galäpagos [vergl. Ber. f. 1800 p. 96 und 1891 p. 108] bringt G. Baur. Festschr.
Leuckart, Leipzig p. 259-277, 3 Figg.
Helncephalus Phil. = GtenoUepharis Tsch. p. 23. — H. nigriceps Phil. =
Ct. aspersus Tsch. p. 24; F. Lataste, Act. Soc. Sc. Chili (Santiago) Bd. 1.
Hoplurus montanus und nigribarbis Phil. = Phymaturus palluma Mol.;
Lataste 1. c. p. 30.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 103
Liosaurus D. B. = ürostrophus D. B. — L. fasciatus Phil. u. valdimanus
Phil. = ü. toniuatus Phil.; Lataste 1. c. p. 19.
Tropidurus harrimjtonensis u. sp. Insel Barrington, Galäpagos; Baur,
Festschr. Leuckart p. 268. — Tr. bocourti Blgr. = occipitalis Pts.; S. Garman,
Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 94. — Tr.jacobii n. sp. Galäpagos; Baur, Festschr.
Leuckart p 269.
Anguidae. Biologisches. Fr. "Werner wendet sich gegen Erber's
Ausdruck, dass Ophisaurus apus Pall. „anmuthige" Windungen ausführe; er
macht vielmehr beim Kriechen viel weniger starke seitliche Biegungen als eine
Schlange. Mit Schlangen und Eidechsen lebt er in Frieden; er frisst Schnecken
mit den Gehäusen, lässt sich aber in Gefangenschaft mit Fleisch leicht erhalten.
Schnelle Drehungen, die man beim Fassen der Beute beobachtet, führt Verf.
auf das Bestreben zurück, den Bissen diu-ch Abdrehen zu theilen. Bei der
Häutung geht die Haut in grossen Fetzen weg, doch kann der Schwanz nicht,
wie hei der Blindschleiche, von selbst abbrechen. Die Eier sind 28—32 mm
lang, 14 16 mm breit. Weitere Mittheilungen beziehen sich auf das Freileben
dalmatinischer Stücke; die Art verkriecht sich fast niemals, sondern lebt frei in
den StacheJgebiischen. Zool. Garten 33. Jg. p. 38 — 40.
Eine Notiz über „supposed cannibalism" bei Änguis bringt J. M. Campbell.
Ann. Scott. Nat. Hist. p. 271.
Palaeontologisches. Fr. Kinkelin nennt Op/wsawrws moguntinus Bttgr.
aus dem Untermiocäu der Bockenheimer Warte bei Frankfurt a, M. Ber. Senck.
Nat. Ges. p. 43.
Systematisches. 0. Boettger giebt p. 137 Einzelheiten über Ophisaurus
apus Pall. vom mittleren Araxes und aus dem Karabagh und p. 138 über Anguis
fragiUs var. colchica Demid. aus Nawaginskaja in Ciskaukasien. Ber. Senck.
Nat. Ges.
S. Garman bringt eine Notiz über die Beschuppung von Ophisaurus
ventralis L. aus Deming's Bridge, Co. Matagorda, Texas. Bull. Essex Instit.
Bd. 24, Sep.-Abdr. p. 4.
Änguis frugilis L. erw. u. jung, abgeb. ; Dürigen, Deutschi. Amph. u. Rept.
Taf. 12, Fig. 5—6.
Anniellidae. Systematisches. Genaue Untersuchung des Knochen-
gerüstes führte E. D. Cope dazu, diese Familie jetzt neben die Amphisbaeniden
zur Unterordnung Amphisbaenia zu stellen. Bei den Annielliden ist das Parietale
mit dem Petrosum und den Supraoccipitalelementeu verschmolzen; Epipterygoid
und Ceratohyaleleraente fehlen, die Hypapophysen der Halswirbel sind mit den
Centren verschmolzen u. s. w., alles Umstände, die sich bei den Amphisbaeniden
wiederfinden. Proc, Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 216—217.
Varanidae. Biologisches. H. Werner bespricht die Lebensweise ihres
algerischen Varanus griseus in der Gefangenschaft. Er nährt sich von Mäusen,
Eidechsen, Ringelnattern und Blindschleichen, trinkt aber nicht. Die Häutung
geschieht in Fetzen; der Bauch wird beim Gehen und Laufen nicht geschleift.
Der Schlaf ist ziemlich fest. Er scheint unzähmbar. Zool. Garten 33. Jg.
p. 304—306 u. 374—375.
Palaeontologisches. Bei dieser Familie belässt C. Gorjanovi6-Kram-
berger den Mesokptus zendrinü Corn. aus den Kreideschichten von Comen,
104 Prot Dr. Oskar ßoettger: Bericlit über die Leistungen
von dem er ein fragliches Stück aus Lesina beschreibt und abbildet. Glasnik
Nadar. Drustva Bd. 6 p. 74 ff. u. Rad jugoslav. Akad. Agram Bd. 109 p. 96 ff., Fig.
Faunistisches. A. König fand Varanus griseus Daud. in Tripolis. Sitz.-
ßer. Niederihein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr. p. 15.
Systematisches. 0. Boettger macht Bemerkungen über Pbolidose u.
Färbung von Varanus dumerili Schlg. und salvator Laur. aus Java. 29. /32. Ber.
Offeubach. Ver. f. Naturk. p. 117.
Eine Bemerkung über die Zahl der Temporalschuppen bei Varanus 'kaläbeck
Less. aus Kaiserwilhelmsland bringt derselbe. Ebenda p. 148.
Varanus JieteropJiolis n. sp., verw. dumerili Gray. 3It. Dulit, Borneo. Die
Aehnlichkeit der Pholidose mit Lanthanotus, gleichfalls von Sarawak, wird betont.
Bouleuger, Proc. Zool. Soc. London p. 506, Taf. 29.
Tejidae. Hautsystem. ED. Oope bringt die Tafeln zu der im Ber. f.
1891 p. 110 citirten Arbeit auch in Amer. Naturalist Bd. 26 p. 522, Taf. 18-19.
Palaeontologisches. Vergl. auch Chamops oben p. 100.
Systematisches. E. D. Cope giebt eine Sj'nopsis der Gattung Cnemido-
phorus Wgl. und beschreibt und bildet ab 20 Arten mit zahlreichen Varietäten.
In Bezug auf ihre Zeichnung weist er nach, dass die Streifen sich zuerst am
hinteren Theile des Körpers in Flecken auflösen und dass Zeichnungsmangel
bald zuerst an dem hinteren, bald an dem vorderen Theile des Rumpfes auftrete.
Trans. Amer. Phih Soc. Bd. 17 p. 27—52, Taf. 6—13.
Notizen über die Gattung Cophias Fitz. = Bachia Gray bringt S. G arm an.
Bull. Bssex Instit. Bd. 24 p. 96 -97.
Derselbe beschreibt die Pholidose von Ameiva edracantha Boct. aus
Posorja, Ecuador. Ebenda, Sep.-Abdi'. p. 6.
Ameiixi pleii var. brach iosquatnata n. [nach Boulenger = "? A. fuscata Garm.]
Dominica, Westindien; Cope in Verrill, Trans. Connect. Acad. Bd. 8 p. 352.
Cnemidophorus deppei Wgm. typ. u. vars. decemlineata Hall. u. lineatissima
Cope, neu diagn. p. 30. — Cn. gularis B. G., abgeb. Taf. 10, Fig. 9, Taf. 12,
Fig. G— H mit den vars. angusticeps Cope, mariarum Gthr., communis Cope,
neu diagn., var. scalaris n. (= sexlineatus var. tigris Cope, non B. G.) Chihuahua,
Mexico, p. 47, Taf. 10, Fig. 10, Taf. 12, Fig. I— K, var. sericea n. San Diego,
Texas, p. 48, Taf. 11, Fig. 11, var. semifasciata n. Coahuila, Mexico, p. 49,
Taf. 11, Fig. 12, Taf. 12, Fig. L und var. costata Cope, neu diagn. p. 49. —
Cn. guttatus Wgm. typ. u. vars. immutabilis, microlepidopus und unicolor Cope,
neu diagn. p. 31 ; Cope, Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 17. — Cn. lentiginosus n. sp.
S. Francisco de Posorja, Ecuador; S. Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 92.
— Cn. septemvittatus n. sp. El Dorado Co., Califoru. p. 40, Taf. 9, Fig. 8. —
Cn. sexlineatus L., abgeb. Taf. 9, Fig. 7. — Cn. tessellatus Say typ., abgeb.
Taf. 6, Fig. 2, Taf. 7, Fig. 3-4 u. Taf. 12, Fig. A, C-E u. vars. perplexa B. G.,
abgeb. Taf. 6, Fig. 1, Taf. 12, Fig. B, melanostetha Cope, abgeb. Taf. 8, Fig. 5,
var. rtibida n. St. Margareta-Insel, Unter-Califoni., p. 36, Taf. 12, Fig. F u. var.
multiscutata TU. {=\?iV. tigris Goi^%, non B. G.) Cerros-Insel, Unter-Californ., p. 38.
^ Cn. variolosus n. sp. Parras Coahuila, Mexico, p. 39, Taf. 8, Fig. 6; Cope,
Trans. Amer. Phil. Soc. Bd. 17.
Copliias Fitz. 1826, non Merr. 1820 = Bac/iia Gray 1849 [nach Boulenger
1845. — Ref.J mit B. dorbignyi D. B., flavescens Bonnat., heteropus Boettg. und
tridactylus Daud.; Garman, Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 96— 97.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 105
Tiaporus u. gen., ähnlich Amciva, aber ohne Schenkelporen. — Für T.fuli-
ginosus n. sp. Swan-Insel ö.stlich von Honduras; Cope, Proc. Amer. Phil. Sog.
Bd. 30 p. 132—133, Taf. 1.
Laeertidae. Biologisches. Nach J. Ziegler's thieiphaenologischen
Beobachtungen zeigte sich im Mittel von 15 Beobachtungsjahren Lacerta ayilis
L. bei Frankfurt a. M. am 3. April; das fj-üheste Erscheinen war am 9. Febr. 1856,
das späteste am 6. Mai 1891. Ber. Senck. Nat. Ges. p. 60.
Faunistisches. Nach A. König lebt Lacerta ocellata pater Lat. namentlich
um die Stadt Tunis selbst (frisst vorzugsweise Gehäuseschnecken), Acantho-
dactylus boskianus Daud. um Gabes, A. scutellatus um die Stadt Tripolis,
A.pardalis Licht, um Gabes und Tripolis (frisst vorwiegend Käfer), A. vulgaris
D. B. um Tunis selbst bei Auina und Rades am Rande des Bahira-Sees — neu
für Tunesien — , Eremias yuttulata Licht, nicht häufig um Tunis, häufiger um
Monastir, auf Curiat, gemein bei Gabes (frisst Käfer, Larven uüd Spinneu).
Ophiops occklentalis Blgr. ist in Nord-Tunis seltener, doch schon bei Sousse und
Monastir häufiger. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-
Abdr. p. 15-19.
J. Anderson kennt Lacerta ocellata var. tangitana Blgr. aus Tlemgen,
Prov. Oran, und beschreibt ihre Eigeuthümlichkeiten. Proc. Zool. Soc. London
p. 12-13.
F. Müller bringt Fundorte für Lacerta agilis L., viridis var. major Blgr.
(von Amasia, Kleinasien) u. muralis Laur. Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 212
bis 213.
0. Boettger nennt Ophiops microlepns Blfd. von Bombay. 29./32. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 72 und 0. elegans Men. von Khosrowa (Salmas)
in Persien. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 56.
P. Matschie verzeichnet Holaspis guentheri Gray aus Derema in Usam-
bara, Deutsch-Ostafrika. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin p. 110.
Systematisches. 0. Boettger bringt eine Notiz über Beschuppung und
Masse von Tachydromus sexlineutus Daud. aus Java. 29./32. Ber. Offenbach.
Ver. f. Naturk. p. 117—118.
J. Anderson macht Bemerkungen über Lacerta muralis Laur. von Tlemgen,
L. persjncillata D. B. von Sta. Cruz, Oran, über die vier algerischen Acantho-
dacti/lus- Arten und über Eremias guttulata Licht. Proc. Zool. Soc. London p. 13—16.
Mittheilungen über die specifische Identität von Lacerta sejis mit L. muralis
Laur. macht D.Positano-Spada. Boll. Soc. Romana Stud. Zool. Bd. 1 p. 89— 94.
Notizen über die typischen Exemplare von Lacerta mosorensis Kolomb.
bringt Fr. Steindachner , die sich ai;f Vorkommen, Fang und Lebensweise
nach den Angaben von Tomasini's beziehen. Ann. Nat. Hofmus. Wien Bd. 7
p. 235-240, Taf. 16.
O. Boettger beschreibt eingehend p. 138 — 139 Lacerta viridis var. strigata
Eichw. von Tiflis, von Kaspi bei Gori und aus dem Karabagh, p. 139 L. agilis
var. exigua Eichw. von der Stanitze Pjätigorsk bei Maikop und von Labinskaja
in Ciskaukasien u. L. praticola Eversm. von Borshom, Schirwanskaja und dem
Bjärla-Thal in Ciskaukasien, p. 140-142 L. muralis var. de^n-essa Cam. von
Nawaginskaja, dem Bjärla-Thal, dem Surampass, von Borshom, Tiflis, Trapezunt,
Keda u. s. w., giebt deren Masse, beschreibt p. 144 — 145 var. defilippii Cam. von
Schuscha im Karabagh und von Njuwady im Araxesthai und zwei neue Varie-
106 JProf. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
täten. Weitei- bringt er p. 146 Notizen über Ophiops elegans Menetr. aus dem
Karabagh, über Eremias velox Pall. aus dem Kai'abagh und von Migri und
Ordubad am Araxes und p. 147 über E. arguta Pall. vom Goktschai und von
Migri. Ber. Senck. Nat. Ges 1892.
Notizen über portugiesische Stücke von Acanthodactylus vulgaris D. B. und
die Beschreibung einer neuen Varietät von dort bringt J. Bettencourt
Ferreira. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa (2) Bd. 2 p. 188—194.
Acanthodactylus vulgaris subsp. bocagei n. [nach Boulenger = vulgaris D. B.J
Portugal ; Bettencourt Ferreira 1. c. p. 194.
Lacerta lioritana Tomas. = mosorensis Kolomb. p. 235. — L. mosorensis
Kolomb., abgeb. T. 16; Steiudachner, Ann. Nat. Hofmus. Wien Bd. 7. — L.muralis
var. multifasciata n. Ponte Salario, Prov. Roma; D. Positano Spada, ßoU. Soc.
Romana Stud. Zool. Bd. 1 p. 154 157, Fig. — L. muralis var. raddei n. Njuwady
am Araxes, Russ.-Armeuien, u. Zwischenformen zu var. defilippii Cam. Tativ
im Karabagh p. 142—144. — L. muralis var. valentini n. Basarkeut im Kara-
bagh u. Njuwady p. 145-146; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. 1892. - L. viridis
var. transsylvanica v. Kim. = agilis L. ; v. Mehely, Herp. Verh. Siebenb. Burzen-
land, Kronstadt 1892 p. 10, Anm. — L. vivipara Jacq. (^ u. $ abgeb.; Dürigen,
Deutschi. Amph. u. Rept. Taf. 12, Fig. 1—2.
Seineidae. Ontogenie. P. Mingazzini macht Mittheilungen über die
Rückbildung des Eierstocks und der Eier bei Chalcides tridactylus Laur. Im
Frühling erzeugt das Ovarium viele Eier, von denen sich nur ein kleiner Theil
entwickelt, während der Rest in verschiedenen Stadien der Entwicklung abstirbt.
Auch ein Theil der Embryonen geht normaler Weise zu Grunde. Die ab-
gestorbenen liegen, ohne den lebensfähigen Embryoneu zu schaden, im Ovidukt
(Uterus) und werden langsam von dessen Epithel resorbirt. Wie diese Rück-
bildung stattfindet, ist in der Arbeit eingehend geschildert. Atti Accad. Lincei
Roma, Rendic, (5) Bd. 1, Sem. 1 p. 41—45. — Ref. in Monit. Zool. Ital. 3. Jg.
p. 8 — 9 u. in Jouru. Roy. Micr. Soc. London 1892 p. 343.
Faunistisches. A. König nennt Eumeces schneidert Daud. von Gabes,
Scincus officimdis Laur. vom Bir Meheddeub in der tunesischen Sahara und von
Tripolis und Chalcides tridactylus Laur. in Tunis gemein, aber nicht vor April
sichtbai". Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr. p. 19 — 20.
0. Boettger kennt Eumeces elegans Blgr. aus Cambodja. 29. /30. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 102.
Systematisches. Betr. E. D. Cope's Eintheilung der Scinciden in
78 Gattungen s. oben p. 98. Vorgeschlagen werden u. a. p. 233 die neuen Gattungs-
namen Monophyaspis, Oncopms, Ollochirus, Tridentulus, Furcillus, Haploscincus,
Dimeropus, Dicloniscus und Mesomycterus.
J. Anderson giebt Notizen über die Pholidose nordafrikanischer Stücke
von Scincus officinalis Laur. und von Chalcides ocellatus Forsk. typ. und var.
tiligugu Gmel. Proc. Zool. Soc. London p. 16—17.
Kurze Notizen über Eumeces schneideri Daud. von Bartas am Araxes bringt
O. Boettger. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892 p. 147.
Ueber Beschuppung von Mabuia rugifera Stol. und Lygosoma chalcides L.
und über Pholidose und Färbung von Mabuia multifasciata Kühl, Lygosoma
sanctum D. B. und temmincki D. B. macht derselbe Mittheilungen 29./32. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 118-121.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 107
S. Gar man macht Bemerkungen über die Beschuppung von Lygosoma
laterale Say aus Deniing's Bridge, Co. Matagorda, Texas. Bull. Essex Inst.
Bd. 24, Sep.-Abdr. p. 4.
Notizen über Pholidose und Färbung von Tüiqua gigas Schnd, aus Man-
sinam Adoreh, Mabuia midtifasciata Kühl aus Amboina und der Insel Saparua,
Lygosoma jobiense Mey. aus Kaiserwilhehnsland, smaragdinum Less. aus Amboina
und Mansinam Adoreh, fuscum D. B. aus Amboina und Saparua, novaeguineae Mey.
und tyanurum Less. aus Amboina bringt 0. Boettger. 29./32, Ber. Offenbach.
Ver. f. Natuik. p. 149—151.
Chalcides boulengeri n. sp., verw. sepoides Aud. Duirat, Tunesien p. 17,
Taf. 1, Fig. 1—3. — Ch. sepoides Aud., abgeb. Taf. 1, Fig. 4—5; Anderson, Proc.
Zool. Soc. London 1892. — Ch. simonyi Stdchr., gute Art (neben viridaniis);
Siebenrock, Ann. Nat. Hofm. Wien Bd. 7 p. 164, Anm. und J. v. Bedriaga,
Congr. Internat. Zool. Moscou 1892, IL Sess., P. 1 p. 242-243.
Eumeces fasciatus L, Kopf abgeb.; H. Garman, Bull. 111. St. Lab. N. H.
Bd. 3, Taf. 13, Fig. 18.
Lygosoma africanum Gray, neu beschr. ; Bedriaga, 0 Istituto (Coimbra)
Bd. 39, Sep.-Abdr. p. 23. — L. (Siapjlios) relictum n. sp., vervv^. infralineolatiim
(Gthr.). Insel Engano (Sumatra); Vinciguerra, Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova
(2) Bd. 12 p. 524. — L. (Liolepisma) travancoricum ßedd. var. palnica n. Palni
Hills, Südindien ; Boettger, 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 72.
Mocoa caeruleocauda n. sp. Sü lostinsel, Brit.- Neuguinea; De Vis, Ann.
Queensland Mus. Bd. 1, No. 2 p. 12.
Rhiptoglossa.
Chamaeleontidae. Systematisches. G. A. Boulenger macht Mit-
theiluugen über mehrere neu beschriebene Arten von Chamaeleon und stellt ihre
Synonymie fest. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 9 p. 72 ff.
Brookesia [nach Boulenger 1893 nur Untergattung von Chamaeleon. — Ref.]
brevicaudata n. sp. p. 107 und Br. temporalis n. sp. p. 108, beide von Derema in
Usambara, Deutsch-Ostafr. ; Matschie, Sitz. -Ber. Ges. Nat. Fr. Berlin.
Chamaeleon deremensis n. sp., verw. oweni Gray. Usambara p. 103. — Ch.
fischeri Rchvp., ^ adult. neu beschr., p. 102 ; Matschie 1. c. — Ch. isabellinus n.
sp. [= dilepis Leach var. — Ref.] p. 556, Taf. 33, Fig. 2. — Ch. parvüobus Blgr.
= ddepis Leach var. [gute Art. — Ref.] p. 555; A. Guenther, Proc. Zool. Soc.
London. — Ch. bpinosus n. sp. Derema in Usambara; Matschie, Sitz. -Ber. etc.
p. 105. — Ch. tavetensis Stdchr., Diagn. des $; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 9 p. 73. — Ch. tenuis n. sp., verw. nasutus Gray. Derema in Usambara;
Matschie, 1. c. p. 106.
Rhampholeon brachyurus n. sp. p. 557, Taf. 34, Fig. 2 und Wi. platyceps n.
sp. p. 556, Taf. 34, Fig. 1. Nyassaland; A. Günther, Proc. Zool. Soc. London 1892.
Dolichosauria
(nur fossil).
Systematisches. G. Baur will diese Gruppe nur als Familie der La-
certilier neben etwa den Anguiden oder Varaniden gelten lassen. Journ. of
Morph. (Whitmann) Bd. 7 p. 1—22, Taf. 1-2.
108 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Für Aegialosaurus (n. gen , dalmaticus u. novaki nn. spp.) und Pontosaurus
(n. gen. für Hi/drosaurus lesinensis Kornh.), beide aus den Kreideschichten der
Insel Lesina stellt C. Gorjanovic - Kramberger eine neue Reptilordnung
Ophiosauria auf [die Boulenger 1893 annimmt, aber ihr den weniger irre-
führenden Namen Dolichosauria beilegt. — Ref.]. Im Kopfbau und in den
procoelen Wirbeln nähern sich diese Thiere den Varaniden, in der Verbreiterung
des Quadratbeins, in der Form der Halswirbel - Hypapophysen, der Reduktion
der Gliedmassen und der grossen Körperlänge stehen sie aber den Pythono-
niorphen nahe, als deren landbewohnende Vorläufer sie wohl aufgefasst werden
dürfen. Der Verf. trennt diese Ordnung in zwei Familien, die Aegialosauridae
mit den Gattungen Acteosaurus v. Myr., Adriosaurus Seel., Pontosaurus Gorj.
und Aegaliosaurus Gorj. und die Dolichosauridae mit der Gattung Dolichosaurus.
Ueber die früher schon beschriebenen Typen dieser Gattungen, Acteosaurus
tommasinii v. Myr. und Adriosaurus suesst See!., werden gleichfalls neue An-
gaben gemacht. Glasnik Nadar. Drustva Bd. 7 p. 74-106, Taf. 3-4 und Rad
jugoslav. Akad. Agram Bd. 109 p. 96—123, Taf, 1—2. — Ref. in N. Jahrb. f. Min.
1894 Bd. 1 p. 510—512.
Pythonom orpha,
(nur fossil).
Skelettsystem. G Baur behandelt die Morphologie des Schädels der
Mosasauriden nach einem nahezu vollständigen Stücke von Platecarpus coryphaeus
Cope aus der Kreide von Russell Springs, Logan Co., Kansas. Nach einer ge-
schichtlichen Einleitung unsrer Kenntnisse des Mosasauridenschädels von Cuvier,
Goldfuss, Coi»e, Marsh, Owen bis auf Dollo beschreibt der Verf. eingehend die
verschiedenen Kopfknochen und kommt zu dem Schlüsse, dass die Mosasauriden
eine Lacertilierfamilie sind, die sich au die Varaniden anschliesst und keine
ßeziehnngen zu den Schlangen zeigt. Auch dass die Dolichosaurier eine be-
sonders generalisirte Gruppe der Squamaten seien, verwirft er. Er nimmt
vielmehr an, dass die rhynchocephalen Vorfahren der Squamaten acht Hals-
wirbel besassen, und dass alle generalisirten Squamaten ursprünglich diese Zahl
aufzuweisen hatten. Ein Theil der Nachkommen , wie die Dolichosaui'iden,
Varaniden und Mosasauriden, zeigte eine Vermehrung, ein andrer eine Ver-
ringerung dieser Zahl. Die Stellung der Mosasauriden als Unterordnung der
Squamaten in Gleichberechtigung mit den Lacertiliern und Ophidiern hält er
für verfehlt. Journ. of Morph. (Whitman) Bd. 7 p. 1-22, Taf. 1-2.
Systematisches. A. Gaudry kündigt die Entdeckung der Schnauze eines
Pythonomorphen in der oberen Kreide von Cardesse bei Pau an. Der Rest,
dem der Name Liodon niosasauroides [n.) gegeben wird, mag einem 10 m langen
Thiere zugehört haben, dessen Schädel sich von dem des Mosasnurus giganteus
wesentlich in der Bezahnung unterschied. Rev. Scientif. v. Aug. 1892. • — Ref.
in Amer. Naturalist Bd. 26 p. 945.
Derselbe giebt eine Uebersicht der Pythonomorphen Frankreichs. Einzelne
Zähne kennt er aus der Kreide von Michery und Meudon, die besseren Reste
aber gehören zu drei Arten von Liodon, nämlich zu L. anceps Ow. von Meudon
und zu den neuen Formen L. compressidens (n.) aus der Quadratenkreide von
Michery bei Sens (Yonne) und L. mosasauroides (n.) aus dem Danien von
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 109
Cardesse bei Oloron (Basses-Pyrenees). Bemerkungen über die Lebensweise der
Mosasaurier sind beigefügt. Mem. Soc. Gcol. France Bd. 3, No. ^, ISpgg., 4Figg.,
Taf. 1—2. — Ref. in Compt. Rend. Acad. Sc Paris Bd. 115 p. 303—304 und in
N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 347.
In einer zweiten Notiz über die Mosasaurier des Obersenons von Mesvin
bemerkt L. Dollo, dass Oterognathus houzeaui eine Art der Gattung Plioplate-
carpus sei, deren Osteologie er vervollständigt, und dass die hinteren Schwimm-
flossen der Mosasaurier der Funktion nach vierzehig gewesen seien. Er kennt
jetzt von dort die Gattungen Mosasaurus, Plioplatecarpus, Hainosaurus, Phos-
phorosaurus und Prognathosaurus, zu denen er systematische, anatomische und
phylogenetische Anmerkungen giebt. Besprochen werden sodann namentlich die
Wirbelsäule, die Gliedinasseu und die allgemeine Köi'peiform, sowie die Ver-
wandtschaftsverhältnisse von Pythonomorphen und Dolichosauriern. Verf. kommt
zu dem Schlüsse, dass die Mosasaurier den Lacertiliern gegenüber die nämliche
Stellung einnehmen, wie die Icbthyosauriei' den Rhynchocephalen gegenüber;
sie sind weniger vollkommen an das Leben im Meere angepasst. Die Dolicho-
saurier dagegen nehmen den Mosasauriern gegenüber die nämliche Stellung ein
wie die Nothosaurier gegenüber den echten Plesiosr.uriern Vorzüglich abge-
bildet werden Mosasaurus lemonmerl Dollo (Taf, 3) und sein Hand- und
Fussskelett (Taf. 4, Fig. 1—6) im Vergleich zu dem von Lestosaurus simus Mrsli.
(Taf. 4, Fig. 7), Pontosaunis lesinensis Kornh. (Taf. 4, Fig 8) und Va^'cmus
(Taf. 4, Fig. 9). Bull. Soc. Belg. Geol., Pal et Hydr. Bd. 6, Proc. verb. p. 262
u. Mem. p. 219-259, Taf. 3—4.
S. W. Willis ton & E. C. Gase beschreiben in einem I. Theile zahlreiche
Mosasaurier, darunter p. 29, Taf. 4 — 5 Clidastes westi (n,), aus der Kreide von
Kansas und geben p. 17, Taf. 2—3 eine Abbildung des restaui'irten Skelettes
von Cl. velox, sowie Bilder von dem vorzüglich erhaltenen Schulter- und Becken-
gürtel dieses Thieres. Kansas Univ. Quarterly Lawrence Bd. 1 p. 15 — 32, Taf. 2—6.
Ophidia,
Hautsystem. Fr. Werner hat die Epitrichialskulptur der europäischen
Schlangen auf ihre systematische Verwendbarkeit mikroskopisch untersucht.
Er theilt diese Schlangen in die Gruppen 1. ohne Schuppenporen und Kiel,
2. mit einer Pore, 3. mit zwei Poren und zwar a. mit und b. ohne Kiel. Wichtig
für uns dürfte sein, dass Verf. die Schuppe von Vipera berus und von V. as2)is
auffallend von einander verschieden gefunden hat. Die Tropidonotus- Arten
lassen sich an der Schuppenskulptur nicht mit Sicherheit unterscheiden. Biol.
Centr.-Blatt Bd. 12 p 277—280.
Bemerkungen über die Haut der Schlangen bringt Bougon. Le Naturaliste
(Deyrolle) Jg. 14 p. 232 u. 240.
Verdauungssystem. F. Nie mann hat die Oberlippendrüsen von Coluber,
Zamenis, Hcrpetodryas , Liophis, Tropidonotus, Dendrophis, Psammodynastes,
Dryophis, DipsadomorpJms, Elaps, Bunyarus, Vipera, Echis und Bothrops unter-
sucht. Als indirekte Ursache der mehr oder weniger starken Entwickelung
der Giftdrüsen nennt er die Ausbildung der Oberkieferzähne, als direkte die
embryonale Entwicklung. Da nämlich fast alle Giftschlangen vivipar sind,
können die Jungen bei ihrem verhältnissmässig langen Aufenthalt in der Mutter
110 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
viel von deren Eigenthümlichkeiten annehmen und ausbilden. Dumeril's Ein-
theilung der Schlangen nach dem Verhalten der Zähne ist demnach durchaus
gerechtfertigt, zumal da sie sich nach den eigenen Untersuchungen des Verf.'s
vollständig mit dei' Entwicklung oder Nichtentwicklung der Giftdrüsen deckt.
Entgegen der gewöhnlichen Annahme, dass der Kanal der Giftdrüse den Ober-
kiefer durchbohre und durch die Höhlung oberhalb des angewachsenen Giftzahnes in
diesen ausmünde, schlängelt er sich, immer dünner werdend, bis an den Vorder-
rand des Oberkiefers, wo er den oberen dünneren Theil der Scheide für den
Giftzahn duichbricht und als ein haarfeiner Schlauch in den vorderen oberen
Rand des Giftzahnes mündet. Der Zahn ist stets voll Gift; ein Behältniss
oberhalb des Zahnes, aus dem ein beständiger Eisatz für das ausgeflossene Gift
bezogen werden könnte, existirt nicht. Querschnitte durch den oberen Theil
des Giftzahnes zeigen ihn durch Scheidewände in drei Hohlräume zerfallend;
aussen ist er von einer Cuticula umgeben ; ein eigentlicher Zahnschmelz ist nicht
vorhanden. Die Furchenzähne unterscheiden sich von den Giftzähnen dadurch,
dass die Giftfurche schon von vornherein einen weitaus grössei'en Raum ein-
nimmt, sodass hier von Anfang an die Pulpahöble ausserordentlich reducirt ist.
Weitere Bemerkungen beziehen sich auf das Gift von Vipera berus L., das auch
beim Erhitzen auf 80° noch unverändert bleibt und seine Giftwirkung nicht
verliert. In Aether und Aethylalkohol ist es unlöslich, in Amylalkohol aber zum
grössten Theile löslich. Arch. f. Naturg. Jg. 58 Bd. 1 p. 262-286, Taf. 14.
G. W. Butler hat die feinere Eintbeilung der Körperhöhle bei den
Schlangen verfolgt und die gefundenen Resultate mit den bei den übrigen Sau-
ropsiden bekannten [vergl. Ber. f. 1889 p. 168] verglichen. 30 Schlangen, die
den wichtigsten Familien (mit Ausnahme der Glauconiiden) angehören, wurden
geprüft. Verf. findet, dass der hintere Peritonealraum der Schlangen sein volles
Homologon bei den Krokodilen hat und sehr ähnlich ist der posthepatischen
Höhle von Tupinambis; sie besitzen wie diese ein Septum posthepaticum.
Auch der gastrische und der omentale Raum sind dem der Krokodile homolog,
und nur die Beziehungen der Lebersäcke bei den Schlangen zu denen der
Krokodile sind nicht so einfach. Besonders wiclitig ist der Nachweis, dass die
Pleuroperitonealhöhle beim Schlangenembryo sehr ähnlich ist der der erwachsenen
Eidechsen ; erst in späteren Stadien der Entwicklung obliterirt der pleurale
Theil der Körperhöhle, und der peritoneale Theil derselben theilt sich bei allen
in vier geschlossene Räume, den Litestino-Genitalraum, den gastrischen Raum
der linken Seite, den Omentali'aum und die beiden paarigen Lebersäcke. Proc.
Zool. Soc. London p. 477—498, Taf. 28.
Ontogenie. Fr, Vay hat die Segmentation des Eies von Tropidonotus
natrix studirt und versucht, aus dei' I*orm und Grösse der Furchungskugeln
das Vorn und Hinten des späteren Embryos zu bestimmen. Die Keimscheibe
zeigt in der That eine Symmetrieachse, die sie in zwei Hälften zerlegt; die
grösseren Elemente scheinen dem späteren Kopf-, die kleineren dem Schwanz-
theile des künftigen Thieres zu entspiechen. Anat. Hefte, 1. Abth., Bd. 2,
p. 27—58, Taf. 3. — Auch separ.: „Zur Segmentation von Tr. natrix. Würzburg
1892, 8°. 33pgg., Taf."
Biologisches. In einem ersten Artikel über die in der Pariser Reptil-
menagerie gemachten Beobachtungen und biologischen Untersuchungen bringt
L. Vaillant einen Beiti-ag zum Studium der Ernährung bei den Schlangen.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. Hl
Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 277- 279 u. Nouv. Arch. Mus. Hist.
Nat. Paris (3) Bd. 4 p. 221—234.
Ueber die Lebeiisgewohnheiten der 21 von ihm in Nebraska gefundenen
Schlangenarten berichtet W. E. Taylor. Amer. Naturalist Bd. 26 p. 742— 752.
0. P. Hay beschreibt die Brutpflege, Eier und Jungen einiger Schlangen
Nordamerikas. Den Eizahu hat er bei allen ovoviviparen Alten gefunden. Er
stellt zusammen, was in der Litteratur über die Brutpflege von Ancistrodon
contortrix und piscivorus, Crotalus, Crotalophorus catenatus Raf. und müiarius^
die ovoviviparen Arten von Tropidonotus, nämlich Tr. sirtalis, saurita und radix,
und über Tr. sipedon, grahami, leheris und Iclrtlandi, sowie über Storeria dekayi,
Hetei-odon platyrrhhius, Coluber obsuletus, Zamenis constrictor und Haldea stria-
tula bekannt ist, und fügt bei vielen Alten sorgfältige eigene Beobachtungeu
hinzu. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 15 p. 385—397.
Ueber die Natur des Giftes von Naja tripudians Merr. hat A. A. Kanthack
Untersuchungen angestellt. Er hat daraus eine äusserst giftige Albumose
isolirt, während die Gegenwart eines Alkaloids ausgeschlosseu werden konnte.
Journ. of Physiol. Bd. 13 p. 272—299.
A. Calmette untersuchte die physikalischen und chemischen Eigenschaften
und die Wirkung des Giftes derselben Schlange; als das beste Gegenmittel hei
rechtzeitiger Anwendung erprobte er bei allen Versuchsthieren das Goldchlorid.
Aun. Instit. Pasteur Bd. 6 p. 160—183.
C. Kaufmann theilt 63 Fälle von Giftschlangenhiss mit, die in der
Schweiz am Menschen zur Beobachtung gekommen sind. Corr.-Blatt f. Schweiz.
Aerzte No. 22—23.
Notizen über die Zahl der Todesfälle, die 1890—91 infolge von Schlangen-
biss in der Präsidentschaft Bombay und in Scind amtlich zur Anzeige kamen,
bringt „Forest and Stream" vom 14. Apr. 1892 — Ref. in Amer. Naturalist
Bd. 26 p. 867.
Ueber einen tödlich verlaufenen Otternbiss im Kaporn'schen Forst bei
Königsberg (Pr.) berichtet nach der Königsberger Allgem. Zeitung das Intelligenz-
blatt von Frankfurt a. M. No. 110 p. 2330.
Ueber einen Otternbiss und seine Folgen macht auch W. A. Rudge in
Nature Bd. 46 p. 270 u. in Zoologist (3) Bd. 16 p. 336 Mittheilnngen.
J. Fayrer, Gase of rattlesnakebite in London, in Brit. Med. Journ. 1892
p. 728 fi.
R. Landois empfiehlt neuerdings den Alkohol gegen Otternbiss. West-
falens Thierleben Bd. 3, 1892. — Ref. in Zool. Garten 33. Jg. p. 287.
K. Alt fand, dass längere Zeit fortgesetzte Aasspülungen des Magens die
Vergiftungserscheinungen infolge von Schlangenbiss wesentlich verminderten,
und dass tödlich wirkende Mengen ohne Gefahr für den Organismus blieben,
wenn der Mageninhalt ausgepumpt wurde. München. Med. Wochenschrift v.
11. Okt. 1892.
In „Les Plantes alexitöres de l'Amerique, Paris 1892, 8». 120 pgg., Figg."
giebt H. Bocquillon-Limousin eine Uebersicht über die gegen Schlangenbiss
in Amerika angewandten Pflanzen und ihre therapeutischen Eigenschaften.
Einige Glycoside und Alkaloide, wie Mikanin, Condurangin, Dorstenin u. a.
werden neu beschrieben oder eingehend studirt. — Ref. in Natural Science
Bd. 1 p. 553-554.
112 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Palaeontologisches. 0. C. Marsh beschreibt nach "Wirbeln die neue
Schlangengattung ('vniophis mit C. praecedens (n.) aus den Ceratops - Schichten
der Laramiekreide von Wyoming, die älteste bekannte Schlange Amerikas.
Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 43 p. 450, Fig. 1.
Faunistisches. Auch V. v. Horb äs' Beobachtungen über den Wohnort
von Coronellu austriaca Laur. und Vipcra herus L. sprechen dagegen, dass beide
Arten sich gegenseitig ausschliessen. Termeszettudomäuyi Közlöny, Budapest
1892 p. 328 (ungar.).
Systematisches. E. D. Cope giebt eine kritische Uebersicht der Unter-
scheidungsmerkmale der Species und Varietäten aller nordamerikanischen
Schlangen (s. Glauconiidae, Boinae, Colubiinae, Dipsadomorphiuae, Elapiuae,
Crotalinae). Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 589- 694.
Bougon bringt eine Notiz über die Klassifikation der Schlangen, deren
Begründung r.uf den Zahnbau er eine natürliche, auch physiologisch gerecht-
fertigte nennt. Le Naturaliste (Deyrolle) 14. Jg. p. 253 — 254.
In einer Mittheilung über die Konstruktion zoologischer Tabellen bringt
A. Haly tabellarische Diagnosen der Schlangen von Ceylon. Joiu'n. Asiat. Soc.
Bengal, Ceylon Branch, Bd. 11 p. 22—32 und 183-232, Figg.
0. Boettger beschreibt drei neue Schlangen verschiedener Provenienz
aus der Lübecker Sammlung (s. Colubrinae, Dipsadomorphinae). Zool. Anzeiger
15. Jg. p. 417-420.
Typhlopidae. Sinnesorgane. Das Auge von Typhlops vermicularis u.
braminus besitzt nach C. Kohl keine Orbita, aber eine verhältnissmässig gut
entwickelte Harder'sche Drüse. Cornea und Sciera sind differenzirt, Sclera und
Chorioidea nur eine kurze Strecke hinter der cornealen Gi'enze deutlich ge-
schieden oder in einander übergehend. Die typischen sechs Augenmuskeln sind
vorhanden, ebenso Iris und Ciliarkörper. Die Retina zeigt die gewöhnliche
Schichtung; Stäbchen fehlen, dagegen giebt es zwei Arten von Zapfen. Direkte
nervöse Leitung ist deutlich zu verfolgen. Das Auge von T. braminus steht
noch etwas tiefer als das von T. vermicularis. Bibl. Zool. (Chun & Leuckart)
Heft 13. 140 pgg., 9 Taf.
Systematisches. Ueber die Pholidose von Typhlops lineatus Boie bringt
0. Boettger eine kurze Notiz p. 121, desgl. über die von T. flaviventer Pts.
von Mansinam Adoreh p. 151. 29/32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
Derselbe berichtet über eine Schuppenabnormität bei Typhlops braminus
Daud. aus Canibodja. Ebenda p. 102.
Typhlops curtus n. sp. [nach Boulenger = ligatus Pts.] Walsh Rvr., Golf
von Carpentaria, Queensland; J. Douglas Ogilby, ßec. Austral. Mus. Bd. 2 p. 23.
Glauconiidae. Systematisches. E. D. Cope behandelt die nordameri-
kanischen Vertreter der Cxattungen Glauconia Gray {dulcis B. G.) und Rena
B. G. {hiimilis B. G.). Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 589-590.
Glauconia distanti n. s^p . Pretoria, Transvaal; Boulenger in Distant, Natur,
in the Transvaal, 1892, p. 175, Fig. und Cat. Snak. Brit. Mus. Bd. 1 (1893) p. 62.
Boidae. a. Pythoninae. Systematisches. 0. Boettger macht Mit-
theilungen über ßeschuppung und Fäi-bung von Liasis amethystinus Schnd. von
der Insel Haruku und über Chondropython azureus Mey. 29. /32. Ber. Offenbach.
Ver. f. Natuik. p. 151—152.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 113
b. Boinae. Biologisches. Nach L. Vaillant nahm Eunectes murinus
nur fünfmal im Jahre Nahrung zu sich. Die Verdauung war eine fast voll-
ständige; die Entleerung fand nur einmal nach der Mahlzeit statt, die Auswurf-
stoffe entstammten fast stets nur dem vorher verzehrten Tliiere. In fünf Jahren
nahm die sechs Fuss lange Schlange nur um 2 kg an Gewicht zu. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 277— 279.
R. ß. Mole macht ebenfalls Mittheilungen über Eunectes murinus aus
Venezuela und Trinidad. Auch er bezeichnet das vorherige Einspeicheln der
Beute als irrthümlich. Das von ihm gepflegte Stück ist 7' 4" lang, liegt Tag
und Nacht im Wasser und hat bis jetzt Nahrung verweigert. Journ. Trinidad
Field Nat. Club Bd. 1 p. 56-58.
Eine I^otiz über Beiden als Hausschlangen in Brasilien, die nachts der
Rattenjagd nachgehen, bringt D. Grronen. Zool. Garten 33. Jg. p. 315 — 316.
Nach E. D. Cope werden mit Bananenfruchtständen Boa Imperator aus
Mexiko, Epicrates angulifer aus Cuba und Üngualia pardaUs aus Jamaica häufig
in die Vereinigten Staaten eingeschleppt. Proc. U. S. Nat, Mus. Bd. 14 p. 590.
Faunistisches. R. R. Mole & F. W. Urich nennen Boa constrictor, Eu-
nectes murimi-s, Epicrates cencliris und Corallus hortulanu^ die einzigen ein-
geborenen Boinen Trinidads. Journ. Trinidad Field Nat. Club Bd. 1 p. 91.
Systematisches. G. A. Bonl enger bringt einen Schlüssel zur Bestimmung
der Arten der Gattung E)-px Daud. und Gongylophis Wgl. mit ihren 5, resp.
3 Arten. Neu ein Gongylophis. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 9 p. 74—76.
Notizen über Pholidose von Gongylophis conicus Schnd. aus Bombay und
Madras wml Eryxjohni'Rnss. aus Madras veröffentlicht O. Boettger. 29./32. Ber.
Offenbach. Ver. f Naturk. p. 75.
E. D. Cope behandelt die nordamerikanischen Vertreter der Gattungen
Lichanura Cope (trivirgata Cope, roseofusca Cope und orcntti Steju.) und
Charina Gray [hrachyops Cope und bottae Blv). Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14
p. 590- 593.
0. Boettger macht Mittheilungen über Beschuppung und Färbung von
Enygrus carinatus Schnd. und asper Gthr. 29/32. Ber. Oifenbach. Ver. f. Nat.p. 152.
Gongylophis muelleri n. sp. Sennaar, Nubien; Bouleuger, Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 9 p. 74 [= m-yx Ref ].
Wenona isahella B. G. und plumhea B. 0;. = Charina bottae Blv.; Cope,
Proc. U. S Nat. Mus. Bd. 14 p. 590-593.
Ilysiidae. Systematisches. Bemerkungen über die Beschuppung von
Cylindrophis maculatus L. aus Ceylon macht O. Boettger. 29./32. Ber. Offen-
bach. Ver. f. Naturk. p. 75.
Ueber die Augengrösse von Cylindrophis rufus Laur. bringt derselbe eine
Notiz. Ebenda p. 122.
Upopeltidae. Systematisches. Notizen über Beschuppung und Färbung
von RhinopJiis oxyrrhynchus Schnd., planiceps Pts. und trevelyanus Kel. aus
Ceylon, von Silybura pulneyensin Bedd. und nigra Bedd. aus den Palni Hills
Südindiens, S. brev'is Gthr. und Plectritrios perroteti D. B. aus den Nilgiris, sowie
von Platyplectrurus madurensis Bedd. aus den Palni Hills bringt 0. Boettger.
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 75—78.
Rhinophis travaneoricus n. sp. Travancore ; Boulenger, Journ. Bombay Nat.
Hist. Soc. Bd. 7 p. 318.
Arcli. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. II. 1. 8
114 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Xenopeltidae. Systematisches. 0. Boettger bringt die Scliuppenformel
eines Stückes von XenopelUs unicolor Reinw. aus Java. 29./32. Ber. Offenbach.
Ver. f. Nat. p. 122.
ColubPidae, a. Acrochordinae. Systematisches. Notizen über Be-
schuppmig und Färbung von Chersijdrns yrcmulatus Schnd. giebt 0. Boettger.
29./32. Ber. Olfenbach. Ver. f. Naturk. p. 85.
b. Coliibrinae. Biologisches. i?Amec7w.s.scaZan's Schz. ist nach H. Werner
weder besonders bissig, noch jähzornig, worin sie z. B. von Zamenis dahli bei
weitem übertrolfen wiid; wenn auch nicht die schnellste, so ist sie doch eine
der schnellsten europäischen Schlangen. Manche Stücke verweigern hart-
näckig Nahrung anzunehmen. Zamenis hippocrepis wird [ganz in Ueberein-
gtimmung mit des Ref. Erfahiwngen, während A. König sie in der Freiheit in
Tunis ausserordentlich beisslustig fand] als sanft und harmlos geschildert. Zool.
Garten 33. Jg. p. 40-41.
Dieselbe macht weitere Mittheilungen über Zamenis hippocrepis in der
Gefangenschaft. Sie häutet sich allmonatlich, ftisst Mäuse, trinkt selten, meidet
aber die Feuchtigkeit nicht, ist in ihren Bewegungen im Vergleich zu den
Gattungsverwandten nicht besonders schnell und hat nach fünfmonatlicher Ge-
fangenschaft ihre Bissigkeit noch nicht abgelegt. Ebenda p. 306.
Eine Notiz über die Nahrung von Coluber longissimus Laur. in der Ge-
fangenschaft (Mäuse und junge Sperlinge) bringt F. C. Noll. Ebenda p. 250.
Nach Fr. Werner hat Coronella austriaca Laur., offenbar krankhaft, in
der Gefangenschaft 10—12 runde Kieselsteine verschluckt, die ihr übrigens
nicht schadeten. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 60.
Palaeontologisches. Nach E. D. Cope wurden Reste eines fossilen Bas-
canium in der Höhle von Port Kennedy, Penna., gefunden. Proc. ü. S. Nat.
Mus. Bd. 14 p. 623.
Faunistisches. F. Müller bringt p. 202 einige schweizerische und einen
spanischen Fundort für Coronella austriaca Laur. und nennt p. 203 Dromicus
undiäattis Wied von Cayenne und p. 205 Dinodon rufozonatus Gant, von Wladi-
wostok. Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10.
Mittheilungen über das Vorkommen von Tropidonotus natrix L. bei Chemnitz,
Frauenstein, Kottenhaide, Plauitz und Rachlau und von Coronella bei Lindeuau,
Planitz, Glauchau und Rachlau bringen A. B. Meyer & F. Helm. 6. Jalir.-
Ber. (1890) Ornith Beob.-Stat. Kgr. Sachsen, Berlin 1892, 4°. p. 55—63.
In seiner Arbeit über die Colubriden der Provinz Rom zählt A. Carruccio
von hier auf Tropidonotus natrix und tessellatas Laur., Coluber quaten-adiatus
Gmel. und longissimus Laur., Zamenis gemonensis Laur. und Coronella austriaca
Laur. (ohne sichere Fundorte in der Provinz) und girondica Daud., z. Th. mit
genauen Fundortsangaben. Boll. Soc. Roman. Stud. Zool. Bd. 1 p. 39-57.
H. & T. Piel de Churcheville kennen Tropidonotus natrix var. persa
Pall. ans der Umgebung von Nantes in der Bretagne. Bull. Soc. Sc. Nat. de
rOuest de la France Bd. 2 p. 35-38, Taf. 2.
Staats V. Wacquant-Geozelles verzeichnet Tropidonotus tessellatu-'i
Laur. von Lohmar bei Köln im Siegkreis. Zool. Garten 33. Jg. p. 307.
Ueber das Wohngebiet von Zamenis gemonensis Laur. in Frankreich hat
R. Martin eine Notiz. Bull. Soc. Sc. Nat. de l'Ouest de la France Bd. 2
p. 149-150.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 115
Fr. Werner nennt dieselbe von Salona, Dalmatien. Verh. Zool.-Bot.
Ges. Wien 1892 p. 355.
A. Koenig kennt p. 20 Lytorhynchus diadema D. B. von Gabes und p. 21
Zamenis älrjirus Jan (mit nur 23 Schuppenreihen) von El Djem (Thystrus).
Sitz.-ßer. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr.
Der Report Counc. Zool. Soc. London f. 1891 nennt p. 44 Drymobius hoddaerti
Sentz. von St. Vincent, Westindien.
Systematisches. Mittheilungen über die Beschuppung von Tropidonottis
vipcrinuf< Lati" , Zavienit^ ulgiruft Jan aus Tunesien und Z. hippocrepis L. und
diadema Schlg. bringt J.Anderson. Proc. Zool. Soc. London p. 18- 19.
Notizen über Cydophis collaris Men. aus dem Karabagh, über C. modestus
Mart. typ. von Tiflis und über eine neue Varietät der letzteren Art bringt
0. Boettger p. 147 — 148, über Zamenis dahU var. najadnm Eichw. und Z.ra-
vergieri Men. vom Araxes p. 148 und über Tropidonotus natrix var. persa Fall,
aus dem Karabagh und TV. tessellatus Laur. aus Nawaginskaja in Ciskaukasien
p. 149. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892.
Fr. Müller beschreibt p. 201 eine Varietät von Calamaria linnaei Boie
aus Gadok, Ost-Sumatra, und macht p. 204 Bemerkungen zu Tropidonottis as-
perrimm Blgr. und subminiatus Reinw., Helicops carinicaudus Wied und infra-
taeniatus Jan. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10.
0. Boettger bringt Notizen über Schuppenformel und Färbung von Xyl-
ophis perroteti D. B., Aspidura trachyprocta Cope, Lycodon striatus Shaw, tra-
vancoricus Bedd. und aidicus L., Simotes arnensis Shaw, Oliyodon venustu.s Jerd.,
suUineatus D. B. und subgriseus D. B., Zamenis mucosus L., Colvber helena Daud.,
Dendrophis pictus Gmel., Tropidonotus stolatm L., piscator Schnd. und plumbi-
color Cant. und Helicops schistosus Daud. 29./32. Ber. Offenbach. Vei-. f. Naturk.
p. 79-84.
Bemerkungen über Beschuppung und Färbung von Tropidonotus conspi-
cillatns Gthr. und über Pholidose von Coluber melanurus Schlg,, Dendrophis pictus
Gmel., Deudrelaphis caudolineatus Gray und Simotes octoUneatus Schnd., sämmt-
lich aus Deli, Nordost- Sumatra, bringt derselbe. 29./32. Ber. Offenbach. Ver.
f. Naturk. p. 107—110.
Derselbe macht Mittheilungen über Schuppenformel und Färbung von
Calamaria cuvieri Jan, C. linnaei Boie typ. und var. transversalis Jan, var.
bilineata Jan und var. tessellata Boie, C. lumbricoidea Boie, modesta D. B. und
versicolor Ranz., Elapoides fiiscus Boie, Lycodon atdicus L. und subcinctus Boie,
Folyodontophis melanocephalns Gray typ. und var. geminata Schlg., Ablabes ba-
liodir^is Schlg., Simotes octoUneatus Schnd. und purpurascens Schlg., OUgodon
bitorqnatus Boie, Coluber oxycephalus Boie, Tropidonotus chrysargns Schlg., sub-
miniatus Schlg., trianguligerus Boie, piscator Schnd. typ. und var. melanozosta
Grav. und Tr. vittatus L. aus Java. Ebenda p. 122—132.
E. D. Cope giebt p. 603 die Unterschiede der zwei bekannten Arten von
Gyalopium Cope, p. 605 der zwei von Ckionactis Cope und der zwei von Bhino-
chilus B. G., p. 614 der vier von Diadophis B. G., p. 619 der drei von Salvadora
B. G., p. 622 der neun von Bascanium B. G., p. 631 die von 13 nord- und mittel-
amerikanischen Arten von Coluber L., p. 636 der drei Formen von Spilotes corais
Cuv., p. 646 der 25 Arten von Eiitaenia B. G. und p. 674 der drei von Storeria
B. G. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14
8*
116 Prof. Dr. Oskav ßoetfcger: Bericht über die Leistuiigeu
Derselbe beschreibt als Einwohner der Vereinigten Staaten die Gattung
Stilosonia Biovm mit St. extemiatimi Biown; Carphopliiops G-erv. mit (.'. amoena
Say und vermis Kenn.; Vinjinia ß. G. mit V. vakriae B. G. und elegmis Keim.;
Contia B. G. mit C. pygaea Cope, miüs B. G. und episcopa Kenn., letztere mit
den vars. torqiiata und isozona Cope; Lodia B. G. mit L. tenuis B. G.; Cemophora
Cope mit C. coccinea Blnmbch.; Gyalopitim Cope mit G. canum Cope; AbuHtor
Gray mit A. tri/throyrummus Daud.; Farancia Gray mit F. abacnra Holbr. ;
Chionactis Cope mit Ch. occipitalis Hall.; Elilnochüus B. G. mit Bh. leconteiB. G. ;
Osceola B. G. mit 0. dapoidea Holbr. ; Ophibohis B. G. mit 0. doliatus L. und
den vars. coccinea Schlg., anntdata Kenn., gentilis B. G., parallela, fiyspila und
collaris Cope, clerica B. G. und triangiüus Boie, 0. rhombomacidutus Holbr.,
calliyaster Say, pyrrhomelas Cope, mtdtistriatus Kenn, und getidus L., letzterer
mit den vars. .sayi Holbr., nigra Yarr., splendida und boylei B. G. und caUforniae
ßlv. ; DiadopMs B. G. mit D. reyalis B. G. und ihrer var. arnyi Kenn., D. ama-
bilis B. G. und ihren vars. jndi hella und docUis B. G. und strictogenys Cope,
sowie D. punetatiif^ L. ; Hypsiglena Cope mit H. ochrwhynclia Cope; Phyllo-
rhynchus Stejn. mit Ph. browni Stej. und decurtatus Cope; Dromicis Bibr. mit
Dr. ßavilatus Cope ; Salvadora B. G. mit 8. grahamiae B. G. ; Liopeltis Cope mit
L. vernalis De Kay; Cychphis Gthr. mit C. aestivus L.; Bascanium B. G. mit
B. constrictor L., picmm Cope n. sp., flayelUforme Catesb., semilineatum n. sp.,
laterale Hall, mit der var. anrigula Cope, £. schotti und ornatum B. G. und
taeniatum Hall.; Coluber L. mit C. confinis B. G., vidpinus B. G., guttatus L.
mit seiner var. sellata Cope. C rosaceus Cope, (puidrivittatus Holbr., ftpiloides
B. G., obsoletus Say mit seiner var. lemniseata Cope, C. kceitts und emoryi B. G.
und &aM'ai Yarr. ; Spilotes Wgl. mit äjij. corais Cuv. und ihrer var. coiiperi Holbr.;
Bhinechis Michah. mit E/t. elegant Kenn.; Fityophh Holbr. mit P. inelanoleuvufs
Daud., sa_^/ Schlg. und ihrer var. bellona B. G., P. catenifer und vertebralis ßlv.;
Heterodo/i Beauv. mit Ä. platyrrhinus Latr., simus L. uud naslcus B. G., letzterer
mit var. kennerlyi Kenn.; Eutaenia B. G. mit Eu. sackeni Kenn., saurita L.,
jyroxima Say, megalops Kenn., ;-ad?.<; B. G., macrostemma Kenn., butleri und
biscutata Cope, elegans B. G. mit den vars. phdonia Yarr., ordinoides B. G.,
brunnea n., lineolata n., vagrans B. G., couchi Kenn, und marciana B. G.. jE?«.
cyriopsis Kenn, mit den vars. collaris Jan und ocellata Cope, £"?«. infernalis Blv.
mit der var. lu'd«« n., jBm. aurata n. sp., leptocexjhala B. G., sirtalis L. mit den
vars. graminea Cope, ordinata L., semlfasciuta n., dorsalis B. G., obscura Cope,
parietalis Say, concinna Hall., tetrataenia Cope, pickeringi B. G. und trilineata n.,
J^rt. nigrilatus Brown, mtdtimacidata uud rufopunctata Cope; Tropidoclonium
Cope mit Tr. lineatum Hall.; Liodytes Cope mit JL. aZ/em Garm.; Natrix Laur.
mit iV". leberis Lt., grahami B. G., rigida Say, itsto Cope, tZarfc« B. G., compressi-
cuiida Kenn, mit den vars. bivlttata Cope, ivalkeri Yarr. und comp)solaema Cope,
JV. valida Kenn, mit var. celaeno Cope, iV. bisecta Cope, fasciata L. mit den
vars. sipedon L., pUuralis n., transversa Hall, und erythroya><tra Shaw, iNT. rhotn-
bifera Hall., cyclopium B. G. und taxispilota Holbr.; Clonophis Cope mit C7.
kirtlandi Kenn. ; Storeria B. G, mit Si. dekayi Holbr. und occipitomacxüata Stör. ;
Amphiardis Cope mit ^. inornata Garm.; Haldea ß. G. mit i?. stiiatida L.
Ebenda p. 593—676.
S. Gar mau bringt Notizen über Pholidose und Färbung von Tropidonutus
oblicßius Hall, und transversus Hall., Thamnophis sirtalis L. und pruxiniHS Say,
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 117
Storeria dekaj/i Holbr., Potamophia inornattiff Garm., Heterodon cognatus B. G.,
Lampropeltis doliatn L , rhomhomacnlata Holbv. und «ayi Holbr., Diadophis do-
cilis B. G., Cohiber flaviventrh Say und testaceufi Say, Cydophis vernalis Harl,
Philophyllophift majalis ß. G und Pantherop)}m lindheimeri B. G. aus Derain^'s
Bridge, Co. Matagorrta, Texas. Bnll. Essex Instit. Bd. 24. Sep.-Abdr. p. 103-109,
Variationen in der Kopfpholidose von Tropidonotiis ordinatus var. infernalis
Blv. und von Contia nasus Gthr. bespricht F. Bocourt. Bull. Soc. Zool. France
Bd. 17 p. 40—41.
0. Boettger bringt Notizen über Beschuppung und Färbung von Lielaphis
modestus Schlg. und Dendrophis pictns Gmel. aus Amboina. 29./32. Ber. Off'en-
bach. Ver. f. Naturk. p. 153.
Fr. Werner macht weitere Bemerkungen über Flavismus bei Tropidonotus
tessellatus Laur. an Stücken mit rother Zunge und Pupille. Verh. Zool. -Bot.
Ges. Wien 1892 p. 355.
Eine Varietät von Tropidonotus natrix L. bespricht 0. P. Cambridge.
Zoologist (3) Bd. 16 p. 232—233.
G. A. Boul enger bringt eine synonymische Notiz zu Tetragonosoma efj'rene
Cant. Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 9 p. 73—74.
S. Garman macht Mittheilungen über Pholidose und Färbung von Orophis
hiserialis Gthr. von Hood Island, Galäpagos, die er von 0. chamissoi Pts. specifisch
trennt. Bull. Essex Instit. Bd. 24. Sep.-Abdr. p. 12— 15.
Derselbe beschreibt Beschuppung und Färbung von Herpetodryas brunneuf<
Gthr. und reticulatus Pts. von Guayaquil, Ecuador. Ebenda. Sep.-Abdr. p. 90 —91.
Bascanium piceum n. sp. [nach Boulenger? =■ Zamenis flagelliformis Laur.
— Ref.] Camp Grant, Arizona, p. 625. — B. semilineatum n. sp. [nach Blgr. =
Z. taen latus Hall. — Ref.] Colorado River u. Camp Grant. p. 626; Cope. Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 14.
Carphophiops helenae Kenn. = anioena Say; Cope, 1. c. p. 596.
Cemophora copei Jan = coccinea Blumenbch. ; Cope, 1. c. p. 602.
Coluber enganensis n. sp., verw. melanurus D. B. Insel Engano bei Sumatra;
Vinciguerra, Ann. Mus. Civ, Stör. Nat. Genova (2) Bd. 12 p. 524. — C. obsoletus
Say, Kopf abgeb.; H. Garman, Bull. 111. State Lab. N. H. Bd.3, Taf. 13, Fig. 15-17.
Conopsis lineata Boct., non Toluca lineata Kenn. = C/ieonac*js diazi Cope;
Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 605.
Cyclophis modestus var. punctatoUneata n. [nach Blgr. = Contia coUaris Men.
var.] Russisch-Armenien ; Boettger, Ber. Senck. Nat. Ges. 1892 p. 147—148.
Dendrophidium dendrophis Schlg., beschr. u. abgeb.; A. Duges, Naturaleza
Mexico (2i Bd. 2 p. 100—101, Tal 5.
Dromicus dolichoeercus n. sp. [nach Blgr. = Tropidonotus] Umbithal bei
Andrangoloka, Madagaskar; Peracca, Boll. Mus. Zool. Torino Bd. 7, No. 112 p. 1,
Taf. 1, Fig. 1 [die Subcaudalenzahl beträgt nach briefl. Mitth. des Autors 164.
— Ref.].
Eumesodon semicarinatus Co]}e = Dinodon; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6)
Bd. 10 p. 302.
Eutaenia B. G. [= Tropidonotus L. — Ref.], neu diagn. Kopfschilder normal;
zwei Nasalen, ein Frenale; Auge auf den Supralabialen ruhend. Schuppen ge-
kielt, ohne Poren. Anale einfach; Subcaudalen getheilt. Hintere Oberkiefer-
zähne wie bei Natrix am Hinterende des Oberkieferknochens erheblich länger
118 Prof. Dr. Oskar Bo et tger: Bericht über die Leistungen
als vorn (mit Ausnahme vou Eil muUimaculata Cope und melanogaster Wgm.).
p. 645. — Eu. aurata n. sp. [nach Blgr. ? = T. ordinaUis var. infernalis Blv.]
Lake Valley, New Mexico, p. 660; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14. Eu.
brachystoma u. sp. [nach Blgr. = T. leptoeephahis B. Gr.] West-Pennsylvanien
[nach Blgr. verschleppt]; Cope, Amer. Naturalist Bd. 26 p. 964, Fig. — Eu. elegans
B. G. var. brunnea n. Fort Bidwell, Calif. p. 654 und var. Uneolata n. Ost-Calif.,
Nevada, Oregon u. Washington, p. 655. — Eu. infernalis B. G. typ., neu diagn.,
Californien. p. 657 u. var. vidua n. San Francisco, p. 658. — Eu. insigniaruin
Coi^e ^: macroste7nma Kenn. p. 651; Cope, Pioc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14. — Eu.
praeocularis n. sp., verw. scalaris w.. phenax Cope. Belize in Honduras; F. Bocourt,
Naturaliste (Deyrolle) Jg. 14 p. 278—279. — Eu. sirtalis L. var. semifasciata n.
Nord-Illinois u. Wisconsin p. 662, var. tetrataenia Cope, neu diagn. Puget Sound,
Wash., und Pitt River, Calif., p. 664 u. var. trilineata n. Oregon und Montana.
p. 665; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14.
Ficimia ornata Boct. = Oyaloinum puhlium Cope ; Cope, 1. c. p. 603.
Goniunotus vossi n. sp., verw. hrussauxi Mocq. [nach Blgr. = Gonionotophis].
Kamerun; Boettger, Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 418.
Idiopholis n. gen., verw. Ehabdosoma. Körper walzenförmig, Kopf vom
Halse nicht abgesetzt, Schwanz sehr kurz. Drei Internasalen und zwei Prae-
frontalen; Frenalen. Praeocularen, Supraocularen und Temporalen, die in Be-
rührung mit den Postocularen ständen, fehlen; Nasenloch zwischen zwei Schildern.
Auge klein mit rundlichem Stern; zwei Paar Inframaxillaren, die vorderen in
Berührung mit dem Kiuuschilde. Schuppen glatt, in 15 Reihen; Anale einfach;
Schwanzschilder doppelt. Zahlreiche, gieichgrosse, sehr kleine Oberkieferzähne.
— Mit I. coUaris n. sp. Sebruang, West-Borueo; F. Mocquard, Naturaliste
(Deyrolle) 14. Jg. p. 35 u. Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 191, Taf. 7, Fig. 1.
Lepidocephalns fasciatus B.n\\. = Dinodon semicarinatus Cope; Boulenger,
Ann. Mag. N. H (6) Bd. 10 p. 302.
Lycodon stormi n. sp. Celebes; Boettger, Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 418.
Natrix compressicauda Kenn. var. walkeri Yarr., neu diagn., Florida, p. 669.
— iV. fasciata L. var. pleuralis n. Mississippi u. Georgien p. 672; Cope, Proc.
U. S. Nat. Mus. Bd. 14.
Pantherophis , Philophyllophis u. Fotamophis Fitz. Diese Nomina nuda
schlägt S. Gar mau für Haldea B. G., Cyclophis Gthr. u. Scotophis B. G. vor.
Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 105 u. 108.
Sonora semiamiidata B. G.? = Contia episcopa Kenn. var. isozona Cope;
Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 601.
Storeria victa n. sp. Florida; 0. P. Hay, Science Bd. 19 p. 199.
Tetralepis n. gen. Bezahnung ähnlich Homalosoma Wgl. Kopf nicht vom
Halse abgesetzt; Auge klein, mit rundem Stern. Kopfschilder normal, etwa
wie bei Äblabes; Nasale ungetheilt, Frenale vorhanden. Körper verlängert,
walzenförmig; Schwanz ziemlich kurz. Schuppen glatt, ohne Endgrubeu, in
15 Reihen; Bauchschilder ohne seitliche Kante; Anale getheilt; Subcaudalen
zweireihig. "Verbindet die Bezahnung von Homalosoma mit der Beschildening
von Äblabes. Nur vier Supralabialen. — Mit T. fruhstorferi n. sp. Tengger-
gebirge in Ost- Java; Boettger, 29. /32. Ber. Oifenbach. Ver. f. Naturk. p. 124.
Tropidoclonium anmdatum n sp. [nacb lUgY . := Tropidodipsas fischeri Blgr.]
Vulkan Attitlan, Guatemala; F. Bocourt, Naturaliste (Deyrolle) 14. Jg. p. 132
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 119
und Miss. Scientif. Mex., Rept., p 738, Taf. 54, Fig. 3 (1893). — Tr. storeriodes
Cope = Natrix; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 666.
Tropidonotus maculatm Edel. = chryscmjus Boie; Mocquard, Mem. Soc. Zool.
France Bd. 5 p. 203, Anm. — Tr. natrix L., abgeb.; Dürigen, Deutschlands Amph.
u. Rept. Taf. 7, Fig. 2 und var. alboUneatu n. [= var. j^ensa Fall. — Ref.] Sicilieu;
F. Minä-Palumbo, Natural. Sicil. U. Jg. p. 247. — Tr. tessellatm Laur., abgeb.;
Dürigen. Deutschi. Amph. u. Rept. Taf, 7, Fig. 1.
c. Rhacliiodoutiuae. Biologisches. W L. Sei at er macht kurze Mit-
theiluugen über die Einahrung luid den Schlingakt von Dasypeltis scabra L.
Die Schale wird kurz nach dem Verschlingen wieder ausgespieen. Proc. Zool.
Soc. London p. 476.
d. Homalopsiuae. Faunistisches. H a 1 y verzeichnet öemrdm prewos^/«««
Eyd. Soul, aus Ceylon. Jouru. As. Soc. Bengal, Ceylon Brauch, Bd. 11 p. 197.
0. Boettger nennt Cerberns rhynchops Schnd. von Singapore. Ber. Senck.
Nat. Ges. 1892, Ber. p. 48.
Systematisches. 0. Boettger bringt p. 86 Schuppenformeln von Cerberus
rhynchops Schnd. und giebt p. 133 Notizen über die Beschuppung von Hoinalopsis
buccata L. und Hypsirhina alternans Rss. aus Java. 29./32. Ber. Offenbach. Ver.
f. Naturk.
e. Dipsadomorphiuae. Faunistisches. A. König nennt p. 21 Macro-
2»vtodon ciicullatufi Geoffr. von Auina, Psammophis sibüans pimctatus D. B. vom
Djebel el Meda und Gabes und p. 22 Coelopeltis producta Gerv. von Gabes. Sitz.-
Ber. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr.
F. Müller verzeichnet Dipaadomorphus cynodon Cuv. und boops Gthr. aus
Pinang und Uriechis capensis Smith aus Transvaal. Verb. Naturh. Ges. Basel
Bd. 10 p. 206 -207.
Systematisches. F. Müller beschreibt p. 202 Trimerorhiniis rhombeatus L.
var. biseriata aus Transvaal und p. 206 die Lebeudfärbung von Leptodira annulata
L. Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10.
Mittheilungen über die Pholidose nordafrikanischer Stücke von Macroprotodon
CHCuUatus Geoffr., FsammopJns sibüans L., Coelopeltis producta Gerv. aus Tunesien
und C. lacertina Wgi. macht J. Anderson. Proc. Zool. Soc. London 1892
p. 19—20.
F. Dreckmann bringt Notizen über Psammophis longifrons. Journ.
Bombay Nat. Hist. Soc. Bd. 7 p. 406 -407.
0. Boettger macht p. 85 — 87 Bemerkungen über Pholidose und Färbung
von Dryophis pjerroteti D. B., mycterizans L. und dispar Gthr., letzterer von den
Palni Hills, bringt p. 110—111 Notizen über Beschuppung und Färbung von
Psammodynastes pulverulentus Boie und Dryophis prasinus Boie aus Deli, Nord-
ost-Sumatra, und giebt p. 132 Schuppenformeln von Dipsadomorphus midtimdculatus
Schlg. und Psammodynastes pulverulentus aus Java. 29./32. Ber. Otfenbach. Ver.
f. Naturk.
E. D. Cope giebt p. 594 die Unterschiede der drei bekannten Arten von
Chilomeniscus Cope, p. 597 der 18 von Tantillu B. G. (= Homalocranium Dum.),
p. 677 der acht von Sibon Fitz., p. 678 der vier von Himantodes D. B. und p. 679
der sieben von Trimorphodon Cope. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14.
Derselbe beschreibt als Einwohner der Vereinigten Staaten die Gattungen
Chilomeniscus Cope mit Gi. ephippium Cope und stramineus Cope, letzteren mit
120 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
den vars. cincta Cope und fasciata n.; Tantüla B. G. mit T. gracilis B. G.,
planiceps Blv., niyriceps Kenn, und coronata B. G.; Enjthrolamprus Boie mit
E. iinperialis B. G. ; Sihon Fitz, mit *S'. septemtrionalis Kenn, und Trimorpho Ion
Cope mit Tr. lyrophanes Cope. Ebenda p. 593—679.
S. Garman beschreibt Pholidose und Färbung von Leptodira anmdataL.
und einen neuen Coniophanes aus Guayaquil, Ecuador. Bull. Essex Instit. Bd. 24.
Sep.-Abdr. p. 90.
O. Boettger giebt Notizen über Beschuppung und Färbung \o\i Dipsado-
morphus irregidaris Merr. aus Amboina und Kaiserwilbelmslaud und von
Chrysopelea rhodoplexiron Reinw. aus Amboina. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f.
Naturk. p. 153—154.
Bergenia mexicana Stdchr. = Chüomeniscus Cope; Cope, Proc. U. S. Nat.
Mus. Bd. 10 p. 594.
Chüomeniscus stramineus Cope var. fasciata n. La Paz, Calif.; Cope, 1. c.
p. 595.
Coniophanes signatus n. sp. [nach Blgr. = Ert/tJirolamprns dromiciformis
Pts.] Guayaquil, Ecuador; S. Garman, Bull. Essex Listit. Bd. 24 p. 91.
Eteirodipsas biscutata Jan, non D. B. = Trimorphodon collaris Cope ; Cope,
Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 679, Anm.
Homalocranium annulatum n. sp., verw. semicinctum D. B. Nicaragua;
Boettger, Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 419. — H. deppei Boct. = Tantüla miniata
Cope; Cope, Proc. U. S. Nat. Mus, Bd. 14 p. 597.
Leptodira mystacina Go\)e= Sibon nigrofasciatus Gthr. ; Cope, 1. c. p. 678, Anm.
Psammophylax variabüis n. sp. Nyassaland; A. Günther, Proc. Zool. Soc.
London p. 557, Taf. 35.
Sibon annulatns L. var. yueatanensis Cope = S. yucatanen'^is Cope ; Cope,
Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14 p. 677, Anm.
Tachymenis boidengeri n. sp. Umbithal bei Andrangoloka, Madagaska)';
Peracca, Bull. Mus. Zool. Torino Bd. 7, No. 112 p. 3, Taf. 1, Fig. 2 [die Sub-
caudalenzahl beträgt nach briefl. Mitth. des Autors 31. — Ref.].
Tantüla hallowelli CoT^e= gracilis B. G. ; Cope, Proc. IT. S. Nat. Mus. Bd. 14
p. 598.
f. Hydrophiinae. Faunistisches. F. Müller nennt Enhydrina vala-
kadien Boie von Ost-Java. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 207.
0. Boettger kennt Aepysurus angnilliformis (Schm.) von Singapore. Zool.
Anzeiger 15. Jg. p. 420.
Systematisches. Eine Uebersicht über den heutigen Stand unserer Kenntniss
der Seeschlangen bringt G. A. Boulenger. Sie sind die einzigen lebendig-
gebärenden Kriechthiere, die bis auf verschwindende Ausnahmen das Meer
niemals verlassen. Auch Chersydnis und Hipistes sind an das Leben in der
See angepasst, stammen aber von einem andern Grundstock ab, während die
Seeschlangen als an das marine Leben angepasste Colubriden bezeichnet werden
müssen, die einerseits zur Bildung der landbewohnenden Elapiden, andrerseits
zu der der Hydrophiden Veranlassung gaben. Die grösste bekannte Art wird
12' lang. Am häufigsten sind sie im Arabischen Golf und in der Bai von
Bengalen. Natv;ral Science, London & New York, Macmillan & Co., Bd. 1 p. 44
bis 49, 3 Figg.
0. Boettger macht Mittheilung über Pholidose und Färbung von Hydrus
in fler Herpetologie währeiirl fies Jahres 1892. 121
platurus L. aus Ceylon. HydropM'i spiralis Shaw, obf^curus Daud , faf>ciatv.s
Schnd. lind gracUh Shnw und Enhijdrina vulakadkn Boie, sämnitlieh aus Madras,
über die Seeschlangen fauna von Madras überhaupt, und über Schuppenforniel
und Färbung von Distira jerdoni Gray aus Ceylon und D. r ijanonm-ta Daud. aus
Bombay und Ceylon. 29./32. Ber. Offenbach Ver. f. Naturk. p. 88—91.
S. Garmau beschreibt Pholidose und Färbung von Hydnis jilaturus L.
aus Ecuador. Bull. Essex Instit. Bd. 24 p. 88.
Eine Notiz über die Beschuppung von Hydrophü faficiatus Schnd. aus
Kaiservi'ilhelmsland bringt 0. Boettger. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk
p. 155.
F. Müller beschreibt einen neuen Platmm aus dem südlichen Stillen
Meere, ohne ihn zu benennen [= PI. mueUeri Blgr.]. Verb. Nat. Ges. Basel
Bd. 10 p. 207.
g. Elapinae. Faunistisches. A. König nennt Naja haje L. von Kairouan,
Tunesien. Sitz.-Ber. >Jiederrh. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr. p. 22.
Systematisches. 0. Boettger bringt Notizen über Färbung und Be-
schuppung p. 87-88 von Bungarus vaerideus Schnd. und Naja tripudiam Merr.,
p. 111 von Adeniophis bivirgatus Boie aus Deli, Nordost-Sumatra, und p. 133—134
von A. bivirgatus Boie und intestinalis Laur., Bungarus fasciatus Schnd. und
semifasciatux Kühl und Naja sputatrix Reinw. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f.
Naturk.
J. V. Barboza du Bocage weist nach, dass die Dendraspi^ der Insel
St. Thome nicht zu D. angmticeps Smitli, sondern zu B. jamesoni Traill zu
stellen ist. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa (2) Bd. 2 p. 265—267, 2 Figg.
E. D. Cope beschreibt als Bewohner der Vereinigten Staaten die Gattung
Elaps L. mit E. fulvim L., distans Kenn, und euryxanthus Kenn. Proc. U. S.
Nat. Mus. Bd. 14 p. 680-681.
S. Gar man macht Mittheilnngen über Beschuppung und Färbung von
Elaps fidvius L. und teuer B. G. aus Uemings Bridge, Co. Matagorda, Texas.
Bull. Essex Instit. Bd. 24. Sep.-Abdr. p. 5-6.
0. Boettger giebt kurze Beschreibung einer sehr grossen Diemenia sp.
[nach Boulengcr = MicropecJiis ikaheka Less.] aus Kaiserwilhelmsland und macht
Mittheilungen über Acanthophin antarcticiis Shaw von der Insel Haruku. 29./32. Ber.
Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 154—155.
Dendraspis angusticeps Smith, Kopf abgeb. Fig. 2. — D. jamesoni Traill,
Kopf abgeb. Fig. 1; Barboza du Bocage, Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa
(2) Bd. 2 p. 266.
Elaps tristis B. G. = fidvius L. ; S. Ga)man, Bull. Essex Instit. Bd. 24. Sep.-
Abdr. p. 5.
Hoplocephalus sid)Occipitalis n. sp. [nach B\gx. = Benisonia daemeli Gthr.j
Moree, Australien; J. D. Ogilby, Rec. Austral. Mus. Sydney Bd. 2 p. 23.
Naja elaps Schlg. = Micropechis ikaheka (Less.); F. Müller, Verb. Nat. Ges.
Basel Bd. 10 p. 207.
Amblyeephalidae. Systematisches. Ueber Pholidose und Schuppen-
formel von Haj)lopeUura boa Boie, Amblycephalus carinatm Schlg. und laevis
Boie aus Java macht 0. Boettger Mittheihmgen. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f.
Naturk. p. 134—135.
122 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die LeLstungen
F. Müller beschreibt eineu Amblycephaluf! äff. carinatus aus Ost-Java,
ohne ihn zu benennen Verh. Nat. Ges Basel Bd. 10 p. 206.
Viperidae. Palaeontologisches. F. Kinkelin beschieibt als ersten
fossilen Giftzahn Provipcra boettgeri, (n. gen. et sp.) aus dem untermiocänen Kalk
von Mosbach-Biebrich. Die Ausbildung von Giftzähnen ist also keine neuer-
worbene Einrichtung. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 93— 94. — Ref. in ^!. Jahrb. f.
Min. 1893 Bd. 1 p. 549. — E. D. Cope bemerkt dazu, dass bereits Lartet aus
dem Obermiocän von Sansan Vipera nach dem Zahne und er selbst eine Crotalinen-
art aus der obermiocänen Loup Fork-Gruppe Nordamerikas erwähnt habe. Ebenda
p. 224.
a. Viperinae. Biologisches. Nach E. Vängel verzehrte V.herus in der
Gefangenschaft weisse Mäuse und Bomhinator igneus Laur. Termeszettudomänyi
Közlöny. Budapest 1892 p. 328 (ungar.).
Faunistisches. A. König fand Vipera cerastes L. in der tunesischen
Sahara. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr. p. 23.
F. Müller nennt ein verirrtes Stück von Vipera aspis L. vom Hardtwald
bei Basel u. F. be)-us L. var. pn-ester L. von Ueberlingen am Bodensee. Verh.
Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 208.
Kurze Mittheilungen über deutsche Fundorte von Vipera aspis L. und
berufi L. bringt J. Blum. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 92— 93.
Nach demselben ist V. berus L. bei Richisau im Ct. Glarus häufig u.
kommt vom KliJnthale an aufwärts bis oberhalb der Klubhütte des Glärnisch
vor. Nachr.-Blatt d. d. Malakozool. Ges. 24. Jg. p. 128.
Mittheilungen über das Vorkommen von Vi2)era berus L. bei Altenberg,
Chemnitz, Palkenstein, Frauenstein (Magen mit Resten von Eidechsen, Feld- u.
Waldmäusen; grösste beobachtete Länge 70 und 75cm; bei der Sektion wurden
6 — 13 Eier oder Junge nachgewiesen), Freiberg, Grimma, Marieney i. V.,
Markersbach, Oelsnitz i. V., Planitz (Magen mit Resten von Mäusen, jungen
Rephühuern und junger Goldammer), Plauen, Rachlau (fehlt hier) und Schnee-
berg stellen A. B. Meyer & F. Helm zusammen. 6. Jahr.-Ber. (1890) Ornith.
Beob.-Stat. Kgr. Sachsen, Berlin, 4«. p. 55-63.
In der sächsischen Amtshauptmannschaft Grimma sind im Jahre 1891 allein
1343 Kreuzottern eingeliefert worden. „Die Gartenlaube" 1892 p. 323—324.
Notizen über Häufigkeit von Vipera berus in den Vorbergen des Riesen-
gebirges im Frühling und Sommer 1891 und speciell über das Vorkommen bei
Landeshut, Reg. -Bez. Liegnitz, bei Schmiedeberg undSprottau bringt K.Knauthe.
Zool. Garten 33. Jg. p. 63.
A. Nehriug fand weibliche Vijjera berus ohne die Zickzacklinie häufig
im Kreise Naugard, Pommern. Deutsche Jägerzeitung v. 7. Juli 1892 u. Zool.
Garten 33. Jg. p. 250.
Systematisches. J. v. Bedriaga giebt einen Schlüssel für die Unter-
scheidung der europäischen und circummediterranen Vipernarten (Vipera arietans,
latastei, ammodytes, xanthina, lebetina, berus und aspis) mit z. Th. neuen Cha-
rakteren. Compt. Rend. Congres Liternat. de Zool. Moscou, IL Sess., 1. P.
p. 236—241.
Mittheilungen über Variabilität der englischen Vipera berus L. macht
G. A. Bou lenger. Sie fehlt in Irland, auf den Shetlands und Orkneys, ist
aber in ganz Schottland und England heimisch. Sehr häufig ist sie in Surrey,
in dei- Herpetologie während des Jahres 1892. 123
Hampshire und Dorsetshire, selten in Cornwa]!. Sie fehlt auch nicht auf den
Inseln Arran, Skye und Lewis. ^ und S^ unterscheiden sich leicht an der
Schwanzlänge und an der grösseren, resp. geringeien Anzahl der Sixbcaudal-
schilder. Was die Kopfbeschuppung anlangt, so sind die Syncipitalschilder bei
britischen Stücken fast ausnahmslos wohl entwickelt; einige Ausnahmen werden
verzeichnet. Die zwei Canthalschilder können gelegentlich zu einem einzigen
Schildchen verschmelzen. Oberlippenschilder fand der Verf. 6 10; die Zahl 8
bildet die Regel, während Stücke vom Festland viel häufiger die Zahl 9 als 8
aufweisen. Schuppen rund ums Auge zählt mau in England meist 8—9, auf
dem Festland 9—10, doch variirt diese Zahl bei hi'itischen Stücken von 6 — 11.
Zwischen Auge und SupralabJaltu befindet sich nur eine Schuppenreihe, aber
ein Stück von der Insel Arran zeigt einseitig zwei Schuppenreihen. Aehnliches
lässt sich auch bei französischen und norwegischen Stücken beobachten. Die
Zahl der Schuppenreihen englischer Stücke vai'iirt von 19—23; auch in Norwegen
treten Stücke mit 19 Reihen auf. Britische Exemplare zeigen V. 137 — 146
beim ^, V. 139—154 beim $, fremde V. 139-147 beim $ und 135—153 beim $;
alle Stücke Sc. 35—40 beim ^ und 28—35 beim $. Weitere Bemerkungen
beziehen sich auf Färbung und Zeichnung. Britische Stücke ohne Spur eines
Zickzackstreifens sind nicht bekannt; doch kommt var. prester L. in Kent und
auf Arran vor. Melanismus ist unabhängig vom Geschlechte. Das grösste im
Biitish Museum liegende Stück aus England misst 59 cm. Das 5 scheint nicht
grösser zu sein als das ^. Ihre Nahrung nimmt die Kreuzotter aus allen
Klassen der Wirbelthiere mit Ausnahme der Fische; Verf. fand eine Spitzmaus
u. einen Frosch, F. Müller einen Alpensalamander im Magen der Kreuzottei".
Zoologist (3) Bd. 16 p. 87-93.
Ueber Varietäten von Vii^era berus L. berichtet auch Ch. A. Witchell.
Ebenda p. 152—153.
Mittheilungen über F. herns prester L. von Markwick machen W. Borrer
p. 272—273 und G. E. Lodge p. 312—313. Ebenda.
0. Boettger beschreibt V. berus L. von der Stanitze Pjätigorsk bei Maikop
in Ciskaukasien [Ist V. renardi Chi'ist. — Ref.]. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892 p. 149.
J. Anderson stellt die wichtigsten Charaktere der im British Museum
befindlichen P'ormen von Vipera lebetina L zusammen. Sie stammen aus Algerien,
Cypern, vom See von Galilaea, aus Teheran und sonst in Persien, von Sung
Hadji und Shoü Kaltigni in Afghanistan und aus Tunesien. Sodann giebt er
Schuppenformeln von Cerastes vipera L. Proc. Zool. Soc. London p. 21—23.
F. Müller beschreibt eine Vipera? avicennae Alp. von Gabes in Tunesien.
Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 208.
Notizen über Pholidose und Färbung von Vipera russelli Shaw und Echis
carinata Schud. bringt 0. Boettger. 29., 32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk p. 91.
Causus rostratus n. sj). [nac^ [).M = (\ rostratus Qthw; nach Bonlenger =
defilippii Jan] Kondoa u. Sansibar, Ost-Afr. ; Mocqaard, Naturaliste (Deyrolle)
14. Jg. p. 35 u. 64.
Vipera lebetina L. var. deserti n. Duii'at. Tunesien; Anderson, Proc. Zool.
Soc. London p. 20, Taf. 1, Fig. 6-7.
b. Crotaliuae. Hautsystem. Ueber das Wachsthum der Rassel bei den
Crotalinen macht S. Gar man weitere Mittheilungen. Science (New York)
Bd. 20 p. 16-17, 9Figg.
124 Prof. Dr. Oskar ßoettger: Bei'icht über die Leistungen
Biologisches. E D. Cope giebt eine anschauliche Schilderung der Bildung
dei' Rassel und der Art, wie die Kla])perscblangen beissen. Sie erreichen in
Crotalus adamanteus Beauv. in Florida 8' Länge. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14
p. 687—688.
F. C. Neil macht Mittheilungen über die Bedeutung der Rassel bei den
Klapperschlangen. Er glaubt, die Rassel möge durch ihr Geräusch die Opfer
neugierig machen, wahrscheinlicher aber noch sie erschrecken. Letztere Wirkung
bi'inge auch die Ausdünstung von Trojndonotus natri'x auf Frösche heiTor. Das
Rasseln könne auch in dem Geschlechtsleben der Schlange eine Rolle spielen.
Zool. Garten 33. Jg. p. 156-157.
Systematisches. S. Garman erläutert ausführlich die Gründe, die ihn
veranlasst haben, neben der Gattung Crotalus L. den tarnen Sistrurus Garm.
statt Crotalophorus Gray für die zweite nordamerikanische Crotalineugattung auf-
zustellen. Science (New York) Bd. 19 p. 290.
0. Boettger bringt Bemerkungen über Beschuppung und Färbung p. 91
bis 93 von Ancistrodon hypnale Merr., Trimeresurus strigatus Gthr., anamallensis
Gthr., letztei'er von den Nilgiris, trigonocephalus Daud. und macrolepis Bedd.,
p. 112 von Trimeresurus tvagleri Schlg. aus Deli, Nordost-Sumatra, und p. 135
bis 136 von Ancistrodon rhodostoma Reinw. und Bothrops puniceus Reinw. aus
Java. 29./32. Ber. Offenhach. Ver. f. Naturk.
E. D. Cope beschreibt p. 681— 694 als Bewohner der Vereinigten Staaten
die Gattungen Ancistrodon Beauv. mit A piscivorus Lac6p. und contortrix L.;
Crotalophorus Gray mit Cr. miliaris L. und catenatus Rafin. mit seiner var.
cdwardsi B, G. ; Crotalus L. mit Cr. molossus B. G., adamanteus Beauv. mit den
vars. scutulata Kenn., atrox B. G. und rubra n.. Cr. confluentus Say mit den
vars. pulverulenta Cope, lecontei Hall, und lucifer B. G., Gr. lepidus Kenn., tigris
Kenn., enyo Cope, horridus L , cerastes Hall., mitchelli Cope und pyrrhus Cope
und giebt p. 682 Schlüssel für die Unterscheidung der drei bekannten Arten
von Ancistrodon Beauv., p. 684 für die drei von Crotalophorus Gi'ay und p. 688
für die 15 von Crotalus L. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 14.
S. Garman bringt Notizen über Beschuppuug und Färbung von Sistrurus
catenatus Rafin. und miliarius L., sowie von Ancistrodon piscivorus Lacep. aus
Deming's Bridge, Co. Matagorda, Texas. Bull. Essex Instit. Bd. 24. Sep.-Abdr.
p. 4-5.
Bothrops dkinavensis n. sp., verw. monticola Gthr. Okinawa, Liukiu-Inseln;
Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 302.
Crotalus adamanteus Beauv. var. rubra n. Nordamerika; Cope, Proc. U. S.
Nat. Mus. Bd. 14 p. 690.
Trimeresurus xanthomelas Gthr. [nach Boulenger = jerdoni Gthr.], abgeb.
bei Günther in Pratt's Snows of Tibet, Taf. 1 Fig. A.
Ornithosauria
(nur fossil).
Systematisches. S. W. Williston berichtet über die Ornithosaurierfauna
der Kreide von Kansas und beschreibt Reste von Pteraiiodon Mrsh. und Nyct-o-
dactylns Mrsh. von dort. Er schlägt vor, die Ordnung in drei Familien zu
theilen, nämlich in 1. Pterodactylidae mit den Unterfamilien a) Pteranodontinae
in der Herpetologie wählend des Jahres 1892. 125
und b) Pterodactyliuae , in 2. Rhamphorhynchidae und in 3. Ornithochiridae.
Kansas University Quarterly, Lawrence, Bd. 1 p. 1— 13, Taf. 1.
Pterodaetylidae. Systematisches. L. Lortet beschreibt und bildet ab
einige vereinzelte Knochen von Pterodactylns cerinensis v. Myr. p. 129, Fig.,
Taf. 5, Fig. 3 4 und von Pt. ? yrandi-'^ Cuv. aus dem oberen Jura von Cerin im
Rhonebecken. Arch. Mus. Hist. Nat. Lyon Bd. 5.
Dinosaiiria
(nur fossil).
Systematisches. Allgemeinere Mittheilungen über die Dinosaurier, ihre
Eintheilung und die Marsh'schen neueren Funde macht L. Dollo. Bull. Soc.
Belg. Geol., Pal. et Hydr. Bd. 6 p. 10—12.
J^ach H. Gr. Seeley, der die Resultate seiner Untersuchungen über die
Saurischia Europas und Südafrikas zusammengestellt hat, sind diese unguiculate
Land-Ürnithomorphen, deren Pubes nach unten, einwärts und vorwärts gerichtet
sind und sich zu einer Symphyse verbinden. Die Form der Beckeuknochen
variirt mit der Länge der Gliedmassen; mit deren Längerwerdeu wird das
Acetabulum durchbohrt, das Ilium mehr gedehnt, Pubis und Ischium schlanker
und das Kreuzbein enger. Die Ordnung schliesst die Cetiosauria, Megalosauria
und Aristosuchia (Compsognatha) ein. Weitere Mittheilungen beziehen sich aut
Becken und Schultergürtel von Belodoa, der zu den Cetiosauriern gestellt wird,
auf Staganolei)is, der zu den Megalosauriern gehören soll, auf Zanclodon und
Verwandte, auf Thecodontosaurus und Palaeonaurua und auf die südafiikanischen
Gattungen Massospondylus , Euscelo.saurus und Hortalotarsus und ihre Be-
ziehungen zu einander. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 48, Proc. p. 188—191.
— Za ähnlichen Resultaten, wenigstens in Bezug auf Zanclodon, ist in seiner
Notiz über triassische Dinosaurier auch 0. C. Maish gekommen. Amer. Journ.
Sc. (2) Bd. 43 p. 546. - Ref. in Natural Science Bd. 1 p. 414—415, Geol. Mag.
(3) Bd. 9 p. 377-379, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 265—267 und Nature Bd. 46
p. 238-239.
0. C. Marsh bringt weitere Mittheilungen über die Gattungen Claosaurus
Mrsh., Pulaeoscincus Leidy und Aublysudon Leidy aus mesozoischen Schichten
Nordamerikas. Letztere Benennung ist nach dem Verf. ein Sammelname für
vier Gruppen von Zähnen, für die er neben der typischen Art Au. mirandus
Leidy (Taf. 3, Fig. 4) die Namen Au. amjjlus (Taf. 3, Fig. 5) und cridatus (Taf. 3,
Fig. 6) vorschlägt. Ein Theil dieser Zähne rührt aber augenscheinlich nicht von
Dinosauriern, sondern von Säugethieren her (s. Hadrosauridae, Stegosauridae).
Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 44 p. 171 175, Taf. 2-5. — Ref. in N. Jahrb. f.
Min. 1892 Bd. 2 p. 164.
Sauropoda. Systematisches. R. Lyd ekker bringt eine Notiz über
Fussknocheu von Sauropoden aus dem Wealden des Wadhurst Clay. Es ist ein
Metatarsale und ein dazugehöriges Phalangenglied, die zu Morosaurus hrevis
(Owen) gehören mögen. Qu. Journ. Geol. Soc London Bd. 48 p. 375—376, 3 Figg.
— Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 237.
Theropoda. Opnithomimidae. Systematisches. O. C. Marsh hält
es für sehr wahrscheinlich, dass diese Familie nicht zu den Orthopoden,
sondern zu den Theropodeu zählt. Er gründet diese Ansicht auf neue Reste
126 Troi. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
von Ornithomimus grandis Mish. und auf solche des Beckens und auf "Wirbel
von 0. sedenfi (n.), die er aus der Laramiekreide von Wyoming erhielt und die
er eingehend bespricht. Die beinerkensweitheste Eigenthümlichkeit des Beckens
ist, dass Ilium, Ischium und Pubis wie bei den Vögeln fest mit einander ver-
wachsen sind, eine Bildung, die unter den Dinosauriern bis jetzt nur in der
Gattung Ceratosaurus bekannt ist. Vom Becken des Ceratosaurus unterscheidet
sieh das vorliegende aber durch den Mangel eines Foramens im Pubis. Eine
zweite kleinere Art wird aus demselben Horizont — den Cera^ojjs-Schichteu —
nach den Metatarsalknochen als 0. muiutus (n.) beschrieben. Amer. Journ. Sc
(2) Bd. 43 p. 451—452.
Ceratosauridae. Systematisches. 0. C. Marsh bietet eine voll-
ständige Restauration der Gattung Ceratosaurus {nasicornis Mrsh.), eines Thieres,
das in manchen Einzelheiten, >:. B. den Zähnen, an unsern europäischen Meyalo-
saurus erinnert, sich aber durch die Verschmelzung der drei allein vorhandenen
Metatarsalen zu einem ein/.igen Knochen — Metatarsale I und V fehlen gänzlich
— sehr auffallend unterscheiden soll. Ceratosaurus stammt, wie bekannt, aus
den Atkmtosaurus - Schichten des oberen Jura von Colorado. Amer. Journ. Sc.
(2) Bd. 44 p. 347 — 349, Taf. 7. — Ref. in Naturaliste (Deyrolle) 14. Jg. p. 277
bis 278, Fig. u. in N, Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 346.
Megalosauridae. Systematisches. E. D. Cope macht vorläufige Mit-
theilungen über zwei Schädel von Laelaps incrassatus Cope aus der Laramie-
Kreide des Red Deer River in Canada. Nach ihm ist Laelaps nahe verwandt
mit Megalosaurus und der Gattung nach nicht von Ceratosaurus nasicornis Mrsh.
zu trennen, dessen verwachsene Metatarsalknochen pathologischer Natur sind
und dessen Kiel auf der Nase nur als Speciescharakter aufzufassen ist. Von Megalo-
saurus unterscheidet sich Laelaps durch viel spitzere und mehr komprimirte
Krallen, von M. nasicornis (Mrsh.j überdies durch grössere und mehr nach vorn
gelegene Augenöffnungen und viel kleineres Parietalloch. Proc. Amer. Phil. Soc.
Bd. 30 p. 240 - 245. — Ref in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1 p. 165,
C. Ubaghs beschreibt zwei Dinosaurierzähne aus dem Obersenon von
Maestricht, von denen er den einen für Megalosaurus bucklandi Ow. erklärt.
Bull. Soc. Belg. Geol., Pal. et Hydrol. Bd. 6, Mem. p. 26—29. 5 Figg.
Anehisaupidae. Systematisches. In seinei' vorläufigen Mittheilung über
triassische Dinosaurier [vergl. Ber. f. 1891 p. 129] vervollständigt 0. C. Marsh
imsre Kenntniss dieser Familie mit der Beschreibung von Details des Schädels,
des Beckengülteis und der wohlerhaltenen Gliedmassen von Anchisaurus colurus
Mrsh. (Taf. 15, Taf. 16, Fig. 1—2), des Ä.polyzelus Hitchc. (Taf. 16, Fig. 3, Taf. 17,
Fig. 6) und des Ammosaurus major Mrsh. (Taf. 16, Fig. 4, Taf. 17, Fig. 3), sämmtlich
aus dem Sandsteine des Connecticut-Flusses und vergleicht diese Reste mit den
europäischen Gattungen Thecodontosaurus polyodon Ril. St. (Taf. 16, Fig. 5, Taf. 17,
Fig. 1) und Plateosaurus (Zanclodon) suevicus v. Myr. (Taf. 17, Fig. 4— 5). Neu
wird beschrieben ein Anchisaurus solus (n. i aus dem Trias-Sandstein des Connecticut-
Flusses. Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 43 p. 543-546, Taf. 15-17. — Ref. in N.
Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 2 p. 192 193.
Orthopoda. Seelidosauridae. Systematisches. Das Pubis von
Polacantitus foxi Ow. beweist nach H. G. Seeley die Verwandtschaft dieses
Dinosauriers mit den Scelidosauriern. Auch andre Theile des Beckens werden
vergleichend besprochen und abgebildet. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 48
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 127
p. 81-85, Taf. - Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 40 u. N. Jahrb. f. Min. 1894
Bd. 1 p. 508. - Auch KLydekker behandelt Reste des Beckens dieser Art
nnd bildet Theile des Iliums, der Sakralrippen und des Hautpauzers ab. Diese
Stücke stammen wohl sicher aus dem Wealden der Insel Wight. Er kommt
zu dein Schlüsse, dass die Gattung ohne Frage Omosuurus und Stegosaurus am
nächsten steht. Ebenda p. 148—149, Taf. - Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 87
u. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 158.
Stegrosauridae. Systematisches. Mittheilungen über Falaeoscincm Leidy,
seine typische Art F. costatus Leidy und eine neue Art, F. latus (n.), aus der
Laramiekreide von Wyoming, von dem ein Zahn beschrieben und abgebildet wiid,
macht 0. C. Marsh. Meniscoesaus Cope, als Säugethier beschrieben, gehört
ebenfalls zu dieser Familie und auch Diracodon hat ähnliche Zahnform. Amei'.
Journ. Sc. (2) Bd. 44 p. 173—174, Taf. 3, Fig. 3.
Derselbe bildet einen Zahn von Stegosaurus ungulatus Mrsh. ?ih. Ebenda
Taf. 4, Figl.
Agathaumatidae (Ceratopsidae). Systematisches. E. D. Cope bringt
eine Vierte Mittheilung über die Dinosaurier der Laramie-Bildungen (Oberste
Kreide) von Nordamerika [vergl. Ber. f. 1888 p. 221 und 1889 p. 205 u. 209]. Er
beschreibt Manospondijlus gicjcis (n. gen. et sp.) nach Rückenwirbeln, offenbar
näher verwandt den Agathaumatiden als den Hadrosauriden, und Claorhynchus
triliedrus (n. gen. et sp.) nach Rostrale, Praedentale und Supratemporale. So-
dann führt er aus, dass einzelne Kennzeichen seines Agathaumas sylvestre der
Ergänzung bedürfen, wie er an Stücken des Beckens und der Tibia und an
Wirbeln aus Dakota inzwischen eikannt hat. Amer. Naturalist Bd. 1892 p. 757
bis 758. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 1 p. 182-183.
R. ßurckhardt kritisiert die von Marsh [vergl. Ber. f. 1891 p. 131] ge-
gebene Interpretation eines Ausgusses der Hiruhöhle von Triceratops flabellatus
Mrsh. Mit seiner neuen Deutung der Nerven ändert sich auch die Auffassung
der Gehirnabschnitte; vor allem kommt jetzt auf das Nachhirn ein viel grösserer
Theil als früher. N. Jahrb. f. Min. 1892 Bd. 2 p, 71—72, Fig.
0. C. Marsh beschreibt und bildet ab die Schädel von Torosaurus latus
Mrsh. und T. gladius Mish. [vergl. Ber. f. 1891 p. 131] aus den C'eratojjs-Schichteu
der Laramiekreide von Wyoming und vergleicht bei dieser Gelegenheit die
Squamosalknochen der vier Agathaumatidengattungen Torosaurus, Sterrholoplius,
Ceratops und Triceratops. Weiter kommt er auf die Synonymie seiner Gattungen
mit den von Cope veröffentlichten Gattungen Agathaumas, Polyonax und
Monodonius zu sprechen. Er bestreitet jede nahe Verwandtschaft der von ihm
beschriebenen Arten mit den letztgenannten. Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 43
p. 81—84, Taf. 2—3. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 157—158.
Iguanodontidae. Systematisches. E.T.Newton beschreibt und bildet
ab einen Zahn aus dei' unteren Kreide des Totternhoe Stone bei Hitchin als
Iguanodon hilli (n.), obgleich er nicht verkennt, dass die Möglichkeit vorliegt,
dass dieser Zahn vielleicht zur untercretaceischen Gattung Ortliomerus zu stellen
ist, deren Gebiss übrigens noch nicht bekannt ist. Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 49—50,
3 Figg. — Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1 p. 548—549.
Ncich E. D. Cope ist Claosaurns Mrsh. (Mai 1890) = Fteropelyx Cope (März
1890). Amer. Naturalist 1892 p. 758.
Hadposaupidae. Systematisches. O. C. Marsh beschreibt nach einem
128 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
nahezu vollständigen Schädel und Skelett den neuen Claosaurm annectens (n.)
aus der Larannekreide von Wyoming und macht besondei s auf das eigenthüniliche
Becken (Fig. 4) aufmerksam, d;is in der Form des Ischiums und des Pubis er-
heblich von dem Gattungstypus abweicht. Amer. Journ. Sc. (2) Bd. 43 p. 453,
Fig. — Derselbe macht weitere Mittheiluugen über Brust- \ind Beckengürtel
und das Grliedmassenskelett der nämlichen Art (Taf. 2, Taf. 3, Fig. 1) und ver-
gleicht sie mit den nächstverwandten jurassischen Gattungen Steyosaurus (Taf. 4),
Lavsaurufi (Taf. 5, Fig 1) und Camptusaurus (Taf. 5, Tig. 2 — 3), von denen neue
und gegen die früheren Zeichnungen erheblich verbesserte Abbildungen gegeben
werden. Ebenda Bd. 44 p. 171— 173. — Weitei' giebt derselbe eine vollständige
Restauration von Clausaurus, die sehr an unsern europäischen Ignanoäon er-
innert. Ebenda Bd. 44 p. 343—346, Taf. G. -~ Ref. in Naturaliste (Deyrolle)
14. Jg. p. 277-278, Fig. u. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 345—346.
Crocodilia.
Palaeontologisches. L. Lortet beschreibt aus dem oberen Juia von Cerin
im Rhonel ecken eine Reihe von kleineu Crocodiliern (s. Atoposauridae, Teleo-
sauridae, Gavialidae). Arch. Mus. Hist. Nat. Lyon Bd. 5 p. 92— 122, Taf. 8— 11.
Atoposauridae (foss.). Systematisches. L. Lortet beschreibt und bildet
ab AtOjjosaurus jourclani v. Myr. p. 92, Figg., Taf. 11, Fig. 9— 16, Alligatordlus
heumnonti Gerv. p. 99, Taf. 9^8 ti. Taf. 11, Fig. 1 - 8 und ÄlUyatorium meyeri
Gerv. p. 108, Taf. 10 [vergl. auch Ber. f. 1890 p. 133] aus dem Oberen Jura von
Cerin im Rhonebecken. A)'ch. Mus. Hist. Nat. Lyon Bd. 5.
Teleosauridae (foss.). Systematisches. L Lortet beschreibt und bildet
ab Crocüdüimus rohustus Gerv. aus dem Oberen Jura von Cerin im Rhonebecken.
Ebenda p. 114, Taf. 9.
Gavialidae. Palaeontologisches. Mit Reserve stellt L. Lortet zu
dieser Familie das foss. Gainulinani (n. gen. mit G. rhodani n. sp.) aus dem
Bathonien von Villebois am Rhone. Ebenda p. 122, Taf. 8.
CPOeodilidae. Skelettsystem. W. Kükenthal hat die Entwicklung
des Handskeletts von Crocodilus untersucht und gefunden, dass der Carpus
von einem typischen Reptiliencarpus mit fünf diskreten Carpalia distalia, einem
oder zwei Centralia und einem Intermedium ableitbar ist. Während ihrer Ent-
wicklung zeigen der vierte und fünfte Finger Hyperphalangie, die später durch
Verschmelzung der Endphalangen allmählich reducirt wird. Verf. bezieht diesen
Zustand auf eine mehr ans Wasserleben angepasste, schwimmende Lebensweise
der Urki'okodilier und findet diese Annahme in der paläontologischen Entwicklung
der Familie bestätigt. Morph. Jahrb. Bd. 19 p. 42—55, Taf. 2.
Sinnesorgane. C. Ph. Sluiter hat auch bei Embryonen von Crocodilus
■porosus Schnd. ein typisches Jacobsonsches Organ nachgewiesen. Mit der Ver-
längerung der Schnauze geht seine Rückbildung Hand in Hand. Anat. Anzeiger
7. Jg. p. 540-545, 6 Figg.
Verdauungssystem. Während sowohl akrodonte wie pleurodonte Reptil-
zähue niit den Kieferknochen verwachsen, findet dies bei den thekodonten Zähnen
der Krokodile nicht statt. Der Grund davon ist nach C. Rose die Fortsetzung
des Schmelzepithels auf den Wurzeltheil des Zahnes. Die Löcher des durch-
brochenen Epithelmautels lassen wohl Elemente des Kiefermesoderms durch, die
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 129
die Bildung der Cementschicht und der Fasern, die den Zahn in der Alveole
festhalten, vei-anlassen ; aher das Zahncement verwächst mit dem Kieferknochen
nicht. Ebenda p. 82—89, 2 Figg.
Bei den Krokodilembryonen entstehen nach demselben die ersten Zahn-
anlagen als freie Papillen, die an ihrer Basis mit kleinen Cementsockeln ver-
wachsen. Letztere stehen mit der Anlage der Kieferknochen in Verbindung.
Die weiteren Zahnanlagen entstehen wie hei den Säugethieren aus einer epi-
thelialen Zahnleiste, die die Papillen umwächst. Die sich hieraus bildenden
Zähne erhalten einen Epithelmantel, der zwar siebartig durchbrochen ist, aber
die knöcherne Verbindung des Zahnes mit dem Kieferknochen hindert. Vor
dem Ausschlüpfen aus dem Ei wird die erste und auch die zweite Zahngeneration
vollständig rückgebildet. Der funktionirende Krokodilzahn ist nach Entstehung
und Befestigung in der Alveole dem Säugethierzahn vollständig homolog. Verh.
Anat. Ges. 6. Vers. p. 225—226. — Diskussion von Kadyi, Retzius, Zuckerkandl,
Claus und Wiedersheim. Ebenda p. 226— 227.
Biologisches. Eine Notiz über Fang und Versendung von Alligator
missinsixipiensis bringt D. Glrouen. Ein 12' langer lebender Alligator gilt an
Ort und Stelle 24 Mk., Zähne 8-48 Mk. das Kgr., Oel 12—24 pf. das Liter.
Zool. Garten 33. Jg. p. 817.
Palaeontologisches. D. Lovisato erwähnt Reste, hauptsächlich von
Zähnen des Toinistoma calarüanum Cap. von mehreren Fundorten aus dem
Miocän und dem Oligocän von Nurri auf der Insel Sardinien, sowie Zähne von
einem echten Crocodilus. Atti Accad. Lincei Roma, Rendic. (5) Bd. 1, Sem. 1
p. 436—439.
Chelonia.
Skelettsystem. Als Eiwiderung gegen E. Rosenberg [vergl. Ber. f. 1891
p. 137] bringt G. Baur weitere Mittheilungen über den Carpus der Schildkröten,
indem er den von Sphenodon (Fig. 1;, Emydara (Fig. 2), Tracliemys (Fig. 3) und
Emys (Fig. 4) vergleichend bespricht und nachweist, dass das sogenannte „radiale
Accessorium" der Schildkröten das Radiale sein muss. Anat. Anzeiger 7. Jg.
p. 206-211, 4 Figg.
Sinnesorgane. In den Zungenpapillen von Macroclemmys temminchi fand
Fr. Tuckerman trotz sorgfältiger Untersuchung keine spezifischen nervösen
Endoi'gane; die Zunge von Testudo tabulata hat dagegen Schleimdrüsen in grosser
Anzahl und sowohl Geschmacks- wie Tastorgane. Beide werden makro- land
mikroskopisch beschrieben. Intein. Monatsschr. f Anat. u. Phys. Bd.9p.l --5,Taf. 1.
Gefässsystem. Marey sucht nachzuweisen, dass die Kammer des Herzens
der Schildkröte bei der Herzbewegung nur durch die Zusammenziehung des
Vorhofes und nicht durch eine aktive Diastole gefüllt wird. Compt. Rend Äcad.
Sc. Paris Bd. 115 p. 485—490.
Einen Beitrag zur Kenntniss des arteriellen Blutumlanfs bei Testudo liefert
E, Bataillon. Ann. Soc. Linn. Lyon (2) Bd. 39 p. 81-86, Taf.
Ontogenie. Nach L. Will liegen bei der Gastrula von Emys orhicularis
L. die Sichel und die sich aus ihr herleitende Primitivplatte ganz ausserhalb
des Embryonalschildes. Das gesammte Entoderm, die Sichel einge.schlossen,
entstammt nicht einem vom Ektoderm ausgehenden Wuchei'ungsprocesse, sondern
Aldi. f. Naturgescli. Jalirg. 1893. Bd. II. 11. 1. 9
130 J^'of- Dl"- Oskar ßoettger: Beriebt über die Leistungen
geht ans dem Znsnmmenscblnss von Fnrcbungselementen hervor, die bereits an
Ort und Stelle vorhanden waren. Dotter und sekundäres und primäres Entoderm
stellen ein einheitliches Entoderm dar, das sich erst durch Vorgänge sekundärer
Natur in einzelne Abschnitte gliedert. Das prostomiale Mesodei'm entsteht
durch Abspaltung vom Entoderm. Für die vpeitere Entwicklung gilt der Satz,
dass, während anfangs Sichel und Primitivplatte ganz ausserhalb des Schildes
liegen, sie später in den Schild hineinwachsen. Bei Emys spaltet sich das
Entoderm als zusammenhängende Zellschicht vom Dotter ab, während bei
Tarentola [vergl. Ber. f. 1890 p. 94] das zur Bildung des Entoderms bestimmte
Zellmaterial einzeln vom Dotter abgeschnürt wii'd. Aus den von dem Verf.
untersuchten Stadien geht überdies die Thatsache hervor, dass auch der Urdarm
der Schildkröte in seiner ganzen Ausdehnung hohl ist und dass seine Ausdehnung
absolut und relativ die des Geckos noch übertrifft. Biol. Centr.-Blatt Bd. 12
p. 182—192, 4Figg. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London p. 456—457.
Nach K. Mitsukuri geht die Entwicklung des gastralen Mesoderms bei
Clemmys japonica und Trionyx japonicus [vergl. Ber. f. 1890 p. 134 u. 1891 p. 135J
vom Blastoporus aus und erstreckt sich allmählich nach vorn. Das primäre
Entoderm besteht anfangs überall aus einer einzigen Zellenlage, die axial die
Anlage der Chorda liefert, zu deren beiden Seiten aber Zonen zeigt, deren
Zellen sich rasch vermehren und zwischen Ekto- und Entoblast zu liegen kommen.
Hierbei sind deutliche Divertikelbildungen des Urdarmes zu sehen. Chordaanlage
und gastrales Mesoderm trennen sich vom Darraentoblast so, dass sich letzterer
von beiden Seiten her gegen die Mittellinie vorschiebt. Unter der Chorda
kommen seine beiden Hälften zur Berührung. Die Verbindung zwischen den
Divertikeln des Mesoderms und der Darnihöhle schwindet hierbei. Alles dies
vollzieht sich in der Mitte der Embryonalanlage zuerst und geht dann nach
vorn und hinten weiter. Journ. Coli. Sc. Imp. Univ. Tokyo Bd. 5 p. 35 52,
Taf. 2-4.
Biologisches. Th. J. Spurs giebt einen interessanten Bericht über Aldabra
(Seychellen) und den augenblicklichen Bestand der dortigen Riesen- und See-
schildkröten. 1890 waren Riesenschildkröten immer noch in einiger Anzahl voi'-
handen; Verf. hat Sorge getragen, auch Picard Island wieder mit Landschild-
kröten zu besiedeln. In Aldabra leben sie von Mai bis September im Busch-
walde, aus dem sie mit dem ersten Regen im Oktober hervorkommen. Sie
paaren sich dann und legen im November, Januar oder Februar 6-8 Eier.
Weitere Notizen beziehen sich auf die dortigen Seeschildkröten. Annual Colonial
Reports No. 40 (C. 6563), Mauritius (Seychelles and Rodriguez). — Ref. in Natural
Science Bd. 1 p. 327-329.
Palaeontologisches. L. Lortet beschreibt und bildet ab die im Oberen
Jura von Cerin im Rhouebecken vorkommenden Schildkröten Idiochelys fitzingeri
V. Myr. (p. 7, Taf. 1, Taf. 2, Fig. 1-2), Hydropelta meyerl v. Myr. (p. 18, Taf. 3,
Fig. 8-5) und Eurysternum crafisipes Wgn. (p. 24, Taf. 2, Fig. 4—7 u. Taf. 2 bis).
Für die beiden erstgenannten Gattungen schlägt er die Fam. Halmyrachelidae
voi'; Eurysternum stellt er zu den Thalassemydiden. Achelonia formosav. Myr.
sei der Jugendzustand von Eu. crassipes. Arch. Mus. Hist. Nat. Lyon Bd. 5 p. 5 ff.
R. Hoernes beschreibt zwei neue Schildkrötenreste aus dem Tertiär
Steiermai'ks (s. Testudinidae, Trionychidae). Verb. k. k. Geol. Reichsanst. Wien
p. 242-246. - Ref. in N Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 159.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 131
Faunistisches. Aus Californien zählt C. R. Orcntt fünf Arten von
Cheloniern anf. Amer. Scientist Bd. 7 1890) p. 49.
Cpyptodira. Chelydridae. Biologisches. A. Crane bemerkt, dass
eine kaum fusshiuge Chelydra serpcntina L. in 13 Jahren zwischen vier und fünf
Fuss lang von Schnauze zu Schwanzspitze geworden sei. Natural Science Bd. 1
p. 240.
Systematisches. Chelydra serpentina L., Panzer ahgeb. ; H. Garinan, Bull.
111. St. Lab Nat. Hist. Bd. 3, Taf. 10, Fig. 5.
Cinosternidae. Systematisches. Cinosternnm flavescens Ag. var., ein-
gehend beschr. aus Nordwest-Texas; Cope, Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia
1892 p. 333.
Testudinidae. Skelettsystem. Ct. Baur macht osteologische Bemerkungen
über verschiedene Arten von Schildkröten und speciell über die Gattung Manuria
Gray und einige andere Laudschildkrötengattungen und bespricht die Fam.
Testudinidae im Sinne Boulengers. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 155-159.
Biologisches. Mittheilungen über das Leben von Testitdu graeca L. macht
G.Rumpf. Er bespricht Oiientierungsvermögen und Fieiheitsdrang, Mannig-
faltigkeit der Nahrung, Bevorzugung von Würmerkost bei einzelnen Stücken
und Verschmähen des Trinkwassers bei Haltung der Art im Freien. Zool.
Garten 33. Jg. p. 260-264.
A. Gir tanner hat dieselbe Art in St. -Gallen mehrere Jahre lang im
Garten sich selbst überlassen i;ud gut überwintert. Ein Hauptbestandtheil
ihrer Nahrung bestand aus Regenwürmern, die sie sich selbst suchte. Verf.
will Aufmerksamkeit für Musik und bei einem Stück auch Personenkenntniss
beobachtet haben. Ebenda p. 349—350.
Palaeontologisches. D. Pantanelli beschreibt eine der lebenden T.
graeca L. nahe verwandte, gut erhaltene Testudo amiatae (n.), veimuthlich aus
Eocäuschichten der Umgebung von Cinigiano in Toscana und vergleicht sie ein-
gehend mit jener und den 11 bis jetzt aus Europa fossil bekannten Testudo-
Arten. ,, Testudo amiatae n. sp. Pisa 1892, 4°. 14pgg., 2 Figg.'- und Atti Soc.
Tose. Sc. Nat. Pisa, Mem. Bd. 12 (1893) p. 128- 138, 2 Figg. — Eine weitere
Notiz desselben über die Fundschicht dieser Art, die zweifellos jünger als
eocän ist, findet sich ebenda, Proc.-Vei-b. Bd. 8 p. 90—91.
B. Förster giebt in seinem „Geologischen Führer für die Umgebung von
Mülhausen i. Eis. (Gymn. - Progr. 1892 No. 509), Strassburg i. Eis., Strassb.
Druckerei 1892, 8°. 111 pgg., Karte, 9 Taf." auf Taf. 3 die Zeichnung des Bauch-
schildes eines weiteren Stückes [veigl. Ber. f. 1888 p. 228] von Ptychogaster
laurae (Forst. Beck) aus dem unteroligocänen Melanieukalk der Mülhausener
Gegend.
R. Hörne s beschreibt den Steinkern einer Testudo riedli (n.) aus dem
Oligocän von Trifail, Steiermark, die noch mehr emydoide Chaiaktere zeigt als
die miocäne T. praeceps Haberl., aber anscheinend einen beweglichen Hinter-
lappen am Bauchpanzer besass [= Ptychogaster. — Ref.J. Verb Geol. Reichs-
anst. Wien 1892 p. 243—246.
Eine Mittheilung über die Fauna der Blanco- Schichten, die im ameri-
kanischen Tertiär zwischen die Loup Fork- und j&^wtfs Schichten zu stellen sind,
bringt E D. Cope. Beschrieben wird von Reptilien eine Testudo turgida (n.)
gt-
132 Prof. Dl'. Oskar Boettger: Bericht über die Leistiiugen
von Espixella bei Dockum, Texas. Proc. Acad. Nat, Sc. Pliiladelphia Bd. 30 p. 127
bis 128 u. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 20 p. 27.
Nach Ct. A. Beul eng er ist die foss. Testudo grandidieri Vaill. aus Süd-
west-Madagaskar nächstverwandt der T. giyantea von den Aldabras. Proc. Zool.
Soc. London p. 581.
W. J. L. Abbott fand Reste von Erny.s im Plistocän des Untergrundes
des neuen Admiralitätsgebäudes zu Whitehall. Bisher waren solche nur aus
Norfolk bekannt gewesen. Proc. Geologists' Assoc. 1892 u. Nat. Science Bd. 2
(1893) p. 14.
Faunistisches. 0. Boettger nennt Emys orbicular is 1j. von der Stanitze
Pjaetigorsk bei Maikop in Ciskaukasien. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892 p. 150.
Betr. der Rieseuschildkröten der Galäpagos-Inseln vergl. oben auch G. Baur
p. 94.
Systematisches. G. Baur wendet sich gegen die Vereinigung der emy-
diden mit den testudiniden Schildkröten in eine einzige Familie. Er sucht den
Nachweis zu führen, dass Cistudo, Cyclmiys, Nicoria und Geoemyda in keiner
näheren Verwandtschaft zu den echten Landschildkröten stehen und dass sie
auch palaeontologisch seit ältester Zeit getrennt waren. Er giebt folgende
Definitionen :
Farn. Emydidae. Quadra tum hinten offen; Zahl der Phalangen in der II.
und ill. Zehe des Fusses mehr als 2; Peripheralia der Seiten ohne mittlere,
mit den Rippenenden in Verbindung stehende Fortsätze; die Rippeneudeu liegen
in einer Grube der Peripheralia.
Fam. Testudinidae. Quadratum hinten geschlossen ; Zahl der Phalangen
in der II. und III. Zehe des Fusses 2; Peripheralia der Seiten mit mittleren,
in die Enden der Rippen hineingreifenden Fortsätzen. Zool. Anzeiger 15. Jg.
p. 158-159.
Derselbe hebt p. 155 — 156 hervor, dass die Manuria von Java specifisch
von M, fusca Giay aus Barnia, Slam und Malakka verschieden ist, und fordert
dazu auf, zu untersuchen, zu welcher der beiden Formen Testudo emys (von
Sumatra) gehört. Weiter berührt er die Frage der Trennung von Manuria und
Testudo und bemerkt, dass Boulenger's Hauptkennzeichen für Testudo (die Mittel-
leiste auf der Alveolarfläche des Oberkiefers) nicht zutreffe. Er giebt sodann
p. 157—158 neue Diagnosen für die Gattungen Testudo L. (Typ. T. graeca L.),
Manuria Gray (Typ. T. emys Schlg. Müll.), Gopherus Rafin. 1815 (= Xerobates
Ag. ; Typ. T. polyphemus Bartram 1791), Chelonoidis Fitz. 1836 (Typ. T. tabulata
Walb.) und Elephantopus Gray 1873. Ebenda.
In einer Notiz über die Gattung Eviys C. Dum. kommt derselbe zu
dem Schlüsse, dass Testudo orbicularis L. zur Gattung Emydes Brongn. (1805),
T. Carolina L. zur Gattung Terrapene Meri-. (1820) und T. pieta Schnd. zur
Gattung Chrysemys Gray (1844) als deren typische Vertreter zu stellen sind.
Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 40—44 u. 245.
0. P. Hay bringt Notizen über die 3Ialacoclemmys- Arten. Er hält diese
Gattung neben Chrysemys aufrecht. Eine Ankylose zwischen Rücken- und Bauch-
panzer verneint er für M. geographica. Sodann erörtert er die Nomenklatur von
M. geographica (=lesueuri Gray) und pseudogeographica {= lesueuri aut. , non
Gray). Je nach der Breite und Stärke der Kiefer ist die Nahrung der einzelnen
Arten vei'schieden. In der' Kopfform zeigen viele Species eine auffallende
iu der Hevpetologie während des Jahres 1892. 133
Variabilität; das $ hat stets einen erheblich grösseren Kopf und stumpfere
Schnauze. Das ^ ist nur halb so gross wie das $, ähnlich wie bei den ameri-
kanischen Trionyx, während bei Chelydra serpentina und den Chrysemys - A.rten
das 1^ grösser ist als das $. Weitere Bemerkungen beziehen sich auf den
höckertragenden Rückenkiel, namentlich der Jungen, und das Abschülfern der
Epidermalplatten bei Malacoclemmys. Proc. U. S. Nat. Mus. Ed. 15 p. 379—383.
0. Boettger giebt Notizen über Pholidose und Färbung von Cyclemys
platynota Graj' p. 104 aus Ober-Langkat in Deli, Nordost-Sumatra, und p. 114
aus dem Tenggergebirge Ost - Javas und verzeichnet p. 102 aus Cambodja ein
Stück von Testudo emys Schlg. Müll, mit ungetheilter Supracaudalplatte.
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
A. Koenig fand dagegen bei jungen Stücken von Testudo ibera Fall, aus
Tunis das Schwanzschild öfters wie bei T. yraeca L. getheilt. Sitz. -Ber. Nieder-
rhein. Ges. Bonn. Sep.-Abdr. p. 13.
S. Gar man beschreibt Stücke von Cistudo ornata Ag. und cinosternoides
Gray und von Trachemys troosti Holbr. und elegans Wied aus Deming's Bridge,
Co. Matagorda, Texas. Bull. Essex Instit. Bd. 24 p.99ff.
Aromochelys odorata Jj^tr., Panzer abgeb.; H. Garmau, Bull. 111. St. Lab.
Nat. Hist. Bd. 3, Taf. 9, Fig. 4.
Chrysemys marginata Ag., Panzer u. Fuss abgeb.; H. Garman 1. c. Taf. 9,
Fig. 2— 3* u. Taf. 11, Fig. 11.
Cistudo Carolina L., Fuss abgeb.; H. Garman 1. c. Taf. 11, Fig. 10.
Emys meleagris Shaw, Panzer u. Fuss abgeb. ; H. Garman 1. c. Taf. 9,
Fig. 1 u. Taf. 11, Fig. 12. — E. orhicularis L., abgeb.; Düiigen, Deutschi. Amph.
u. Rept. Taf. 6, Fig. 1.
Malacoclemmys geographica Les., Schädel u. Unterkiefer abgeb. Taf. 10,
Fig. 6 u. 8. — M. lesnenri Gray, desgl. Taf. 10, Fig. 7 u. 9; H. Garman, Bull.
111. St. Lab. Nat. Hist. Bd. 3.
Testndo soumeirei n sp. Mauritius [eine nur in einem Stück noch lebende
Riesenschildkröte; Panzer und andere Reste derselben sind neuerdings auf der
Insel gefunden und 1894 beschrieben woiden. - Ref.]; Sauzier, La Nature
p. 395-398, Figg.
Chelonidae. Biologisches. E.Walter entnahm dem Darme von Chelone
mydas die Eingeweidewürmer Amphistomum scleroporum Crepl. u. Monostommn
trigonocephalum Rud., reticulare Van Ben. und pjroteiis Brandt. Zool. Anzeiger
15. Jg. p. 248.
Trionyehoidea. Triouychidae. Palaeontologisches. A Negri bringt
die Litteratur und das Verzeichniss der lebenden und fossilen Trionychiden und
beschreibt sodann und bildet ab die Reste aus dem venetianischen Tertiär im
Museum zu Padua, die er zu 1. Trionyx gemmellaroi (n.) p. 11, Taf. 1 u. 5,
Fig. 2—5, zu 2. Tr. capellinii (n.) typ. p. 26, Taf. 2—3 und 3. var. montevialensis
(n.) und zu 4. Tr. affinis (n.) p. 47, Taf. 5, Fig. 1 stellt. No, 1 fand sich im Obereocän
und No. 2 u. 3 im Untereocän des Mte. Bolca, No. 4 im Oligocän von Monteviale.
Ihre verwandtschaftlichen und geologischen Beziehungen werden erörtert. Mem.
Matern, e Fis. Soc. Ital. Sc. Nat. (3) Bd. 8, No. 7. 53 pgg., Taf. 1—5.
R. Hoernes beschreibt aus dem Untermiocän von Wies, Steiermark, den
Rückenpanzer eines Trionyx hilberi (n.), den er mit Tr. petersi Hö., septemcostatus
Hö. imd styriacus Pts. vergleicht. Verh. Geol. Reichsanst. Wien 1892 p. 242—243.
134 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Systematisches. Notizen über die Grösse von Trionyx suhplanus Geoffr.
und cartilagineus Bodd. aus Buitenzorg, West- Java , bringt 0. Boettger.
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 114.
Aspidonectes spinifer Les., abgeb. ; H. Gai'man, Bull. 111. St. Lal). Nat.
Hist. Bd. 3, Taf. 12.
Ichthyopterygia
(nur fossil).
Ichtliyosauridae. Allgemeines. Ueber einen neuen Fund von Ichthyo-
saurus qHadriscissHsQ;a. aus dem Posidonomyenschiefer von Holzmadeu in Württem-
berg berichtet E. Fr aas, bei dem er eine dreieckige Rückenflosse fand, an die
sich nach hinten wenigstens noch drei weitere kleinere Hautlappen gegen den
Schwanz hin anschliessen, der eine fischflossenähnliche, gabeltheilige, senkrecht
gestellte Flosse darstellt. Beachtenswerth ist, dass die Wirbelsäule sich gleich-
massig bis zum änssersten Ende des unteren Lappens dieser Schwanzflosse er-
streckt und dass diese also eigentlich als eine letzte, weit nach hinten gerückte
Rückenflosse anzusprechen ist. In der Beckengegend weist eine grosse Menge
von schwarzer Hautsubstanz auf eine starke Entwicklung der Fleischtheile in
dieser Gegend. N. Jahrb. f. Min. 1892 Bd. 2 p. 87-90, 2 Figg. — Ref. in
Naturw. Rundschau 7. Jg. p. 477— 478 u. in Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 516-517,
2 Figg.
Ueber den Ursprung der Schwanzflosse von Ichthyosaurus macht auch
L. Dollo Mittheilungen. Während E. Fraas diese Flosse für eine rückwärts ge-
wanderte Rückenflosse anspricht, hält der Verf. sie zwar auch nicht der Schwanz-
flosse der Fische füi' gleichwerthig, betrachtet sie aber als eine abwärts gewandte
hete]'ocei'ke Schwanzflosse, im Gegensatz zu der der Fische, wo sie die Wirbel-
säule aufwärts gebogen hat. Ueber die Gründe, die ihn zu diesem Schlüsse
führen, wolle man die Originalarbeit vergleichen. Bull. Soc. Belg. Geol., Pal.
et Hydr. Bd. 6, Proc. verb. p. 167—174, 8 Figg.
R. Lydekker bespricht die Fortschritte der letzten Jahre in unserer
Kenntniss der vorliegenden Ordnung hauptsächlich nach E. Fraas, Capellini,
Gaudry und eigenen Arbeiten. Rücken- und Schwanzfinne sind durchaus fisch-
ähnlich, doch steigt das Ende der Wirbelsäule nicht, wie bei den Haien, in den
oberen, sondern in den unteren Zipfel der Schwanzflosse. Der Name Ichthyo-
saurus 1811 ist älter als Proteosaurus Home 1814. Weitere Notizen beziehen
sich auf Stellung und Deutung der Gaumenbeine, auf das Lebendiggebären
wenigstens einiger Arten, von denen ein $ 1 — 7 Junge hatte, und auf die
Systematik. Die von Fraas noch aufrecht erhalteueu I. tenuirostris, latifrons
und longirostris gehören einei' Art, dem 7. tenuirostris, an; auf andere syno-
nymische Fragen hier einzugehen, verbietet der Raum. Natural Science Bd. 1
p. 514- 521, 2 Figg.
W. Kükenthal fasst die Resultate seiner Arbeiten und die andrer zu-
sammen, die die ähnliche Entwicklung der Ichthyosaurier und Wale aus Land-
thieren zu beweisen suchen. N. Jahrb. f. Min. 1892 Bd. 1 p. 161 166.
Skelettsystem. Wegen des Schultergürtels der Ichthyosaurier vergl. oben
Hulke p.81.
Systematisches. E. Fraas beschreibt das prächtige Schädelstück eines
Ichthyosaurus numismalis (n.) aus den Cementmergeln des Lias von Kirchheim
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 135
u. T., nennt die Art eine Uebergangsform zwischen den unterliassischen nnd
oberliassischen „Teuuirostres typici" und knüpft daran allgemeine Betraclitungeu
über fortschreitende Anpassung an das AVasserleben im Stamme der Ichthyo-
pterygier. Jahr.-Hefte Ver. Vat. Naturk. Stuttgart Jg. 48 p. 22—31, Taf. 1. —
Ref. in N. Jahrb. f. Min. 1893 Bd. 1 p. 170.
Saiiropterygia
(nur fossil).
Skelettsystem. H. Gr. Seeley behandelt ausführlich den Bau des Schulter-
güi'tels und des Schlüsselbeinbogens bei den verschiedenen Gattungen und Familien
der Plesiosaurier und theilt diese danach in zwei Gruppen, Dicranopleura und
Cercidopleura. Die Gattungen mit getheilten Halsrippen sind Plesiosaurus, Eret-
mosaurus, Rhomaleosaunis und Fliosaurus, zu den Cercidopleuren mit einfachen
Halsrippen aber gehören Pohjptyclwdon, Folycotylus, Cimoliosaurus, Stereosaurtts,
Mauisaurus, Elasmosaurus, Trinacromerum, Colymhosaurus, Muraenosaurus und
ClyptocUdus. Proc. Roy. Soc. London Bd. 51 p. 119 — 151, 15 Figg — Ref. in
Amer. Naturalist Bd. 26 p. 844—845.
Wegen des Schultergürtels der Sauropterygier vergl, auch oben Hulke p. 81.
Plesiosauridae. Systematisches. Thaumatosaurus ist nuch H.G. Seeley
identisch mit l'liosaurus. Proc. Roy. Soc. London Bd. 51 p. 145.
Lariosauridae. Systematisches. Die Rass. Sc. Geol. in Italia, Roma
berichtet in ihrem Bd. 1, Heft 3 — 4 über den Fund eines weiteren Exemplares
von Lariosaurus zu Varenna. Das neue Stück wurde 1888 gefunden und ist
etwa 1 m lang. — Ref. in Boll. R. Com. Geol. dltal. Bd. 24 (1893) p. 402.
Nothosauridae. G. Gürich's Notiz über einen Saurierschädel von Sacrau
bei Gogol in im 69. Jahr.-Ber. Schles. Ges. f. Vat. Oult. Breslau p. 60 bezieht
sich auf den bereits im Ber. f. 1891 p. 143 referierten Nothosaurus latissimus Gür.
Mesosauria. Eine Platte mit sieben Rückenwirbeln, den zugehörigen
Rippen und Theilen des Beckens aus Weltevreden (Beaufort West) in der Kap-
kolonie nennt H. G. Seeley Eimotosaurus africamis (n. gen. et sp.) und stellt
sie, namentlich wegen der Form des Pubis, zu den Mesosauriern. Qu. Journ.
Geol. Soc. London Bd. 48 p. 583—585, 2 Figg. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 9
p. 380, in Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 334 u. in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 159.
Derselbe behandelt eingehend Bau und Verwandtschaft der südafrikanischen
Mesosaurier und beschreibt und bildet ab einen prachtvollen Mesosaurus tenuidens
Gerv. (p. 591, Taf. 18, Fig. 5) aus Albania in Griqualand West, den neuen 31.
pleurogaster (p. 587, Taf. 18, Fig. 1—4) von Kimberley, letzteren nach vier ver-
schiedenen im Britisch Museum liegenden Stücken, und Reste einer vielleicht
dritten Art von Burghersdorp (p. 597). Die Beziehungen von Mesosaurus zu
Stereosternum (Fig. 2—4) werden sodann erörtert und schliesslich vorgeschlagen,
die Mesosaurier in zwei Gruppen zu theilen, in die afrikanisch-südamerikanischen
Proganosaurier und in die europäischen Neusticosaurier, deren Charaktere ge-
geben werden. Ebenda p. 586-604, 5 Figg., Taf. 18. — Ref. in Geol. Mag. 1. c.
p. 333-334 u. in N. Jahrb. f. Min. 1. c. p. 159—160.
136 Prof. Dr. 0 s k a r Boettger: Bericht über die Leistnngeu
Thecodoiitia
(nur fossilj.
Systematisches. Nach H. Gr. Seeley fimü Beloäon v. Myr. und Äetosanrus
Fraas als primitive Cetiosaurier aufzufassen. Qu. Journ. treol. Soc. London
Bd. 48, Proc. p. 189.
E. D. Cope beschreibt einen neuen Episcoposaurus {liaplocerus n.) aus den
triassischen Bokum-Schichten von Texas nach Wirbeln, Rippen, Scapula vmd
Hautkuochen. Proc. Amer. Phil. Soc. Bd. 30 p. 129-131.
Acrosauria
(nur fossil).
Systematisches. Aus dieser von Boulenger 1893 begründeten, die Squa-
mata mit den .proterosauriden Rhyncbocephalen verbindenden Ordnung beschreibt
L. Lortet den Pleurosaurus goldfussi v. Myr. aus dem Oberen Jura von Cerin
im Rhonebecken. Der Schädel v\'ar lang ausgezogen und spitz dreieckig. Arch.
Mus. Nat. Hist. Lyon Bd. 5 p. 81, Figg., Taf. 7.
Rhynchocejyhcilia.
Palaeohatteriidac. Systematisches. Beti. der neuen Gattung Diopens
vergl. oben Cope p. 80.
Champsosauridae (foss.). Systematisches. L. Dollo beschreibt eingehend
Schädel und Unterkiefer von Champysosaurna und vergleicht ihn mit Sphenodon
und den fossilen, besser bekannten Rhyncbocephalen. Am nächsten noch sind
die Beziehungen zu Proterosaurus, und Verf. vermuthet, dass beide — Champso-
sauriden und Proterosauriden — näher zusammenzustellen sind und eine gemein-
same Wurzel haben. Es folgt sodann eine vollständige Beschreibung der
Gattung. Durch seine lange Schnauze, durch die Lage und Beschaffenlieit der
Nasenlöcher und der Choanen, dann durch die fissipeden Gliedmassen bezeugt
Champsosauriis seine Natur als fluviatiles Reptil, und obwohl seine Reste in
Belgien meerischen Strandbilduugen (dem unteren Laudenien) angehören, so
kommen doch darin auch Tnon_yx'-Reste, also etwa Flusswasserthiere, vor. Die
Gattung lebte von Fischen. Die Tafeln stellen Schädel und Unteikiefer in
natürlicher Grösse dar. Bull. Soc. Belg. Geol., Pal. et Hydr. Bd. 5 (1891), Mem.
p. 1—53, Taf. 6—8. — Dass auch das Becken Beziehungen zu Proterosaurus
hat, zeigt derselbe. Ebenda Bd. 6, Proc. verb. p. 158—159.
Saphaeosauridae (foss.). Systematisches. Bei der Gattung Saphaeosaurus
V. Myr. {Sauranodon Jjoxt.) fehlen Zähne; der Ober- und der Uutei'kiefer sind in
Form eines gekrümmten Schnabels mit scharfen Rändern ausgestattet; die
Bauchrippen sind zahlreich. Im Tarsus befinden sich fünf Knochenelemente.
Von ihr beschreibt und bildet ab L. Lortet p. 30, Figg., Taf. 2tH, Fig. 3—5 ,S'
thiollitrei v. Myr. und incisivus n. (nach Boulenger = thioUierei v. Myr.) aus dem
Oberen Jura von Cerin im Rhonebecken. Verf. schlägt die neue Fam. Saura-
nodontidae für diese Gattung vor. Arch. Mus. Hist. Nat. Lyon Bd. 5.
Homoeosauridae (foss.). Systematisches. Aus dem Oberen Jura von Cerin
im Rhonebecken beschreibt L. Loi'tet zwei neue Homoeosaunts, H. jourdani
(n.) p. 69, Taf. 6, Fig. 1—5 und E. rhodani (n.) p 72, Taf. 4, Fig. 6. Arch. Mus.
Hist. Nat. Lyon Bd. 5
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 137
Anoniodontia (TJieromorii)
(nur fossil).
Allgemeines. W. Kükenthal leiignet die direkte Abstammung irgend
eines bekannten Säugethieres von irgend einem bekannten Theromoren. ßiol.
Centr.-Blatt Bd. 12 p. 400—413. — Ref. in Natural Science Bd. 1 p. 489.
Systematisches. H. G. Seeley theilt die Anomodontier ein in 1. Therio-
dontia mit den Gennetotheria, Cotylosauria und ?Pe]ecysauria, 2. Dicynodontia,
3. Mesosauria, 4. Endothiodontia, 5. Pariosauria mit den Procolophonia, und
6. Placodontia. Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 183B p. 367.
Eine vorläufige Mittheihmg über Anomodontierreste aus dem Sandstein
von Elgin bei Cutties' Hillock (New Spynie) in Schottland macht E. T. Newton.
Es sind Hohlabdrücke von Schädeln der Gordonia traquairi, Imxleyana, duffiana
und Juddiana, die im allgemeinen Aehnlichkeit haben mit Dicynodon und
Udenodon, aber wohl von beiden Gattungen verschieden waren, ferner von Schädeln
der an die südafrikanische Gattung Ptychognathtis erinnernden Geikia elginensis
und der Elginia mirabilis, die eine pleurodonte Bezahnung besass und eine Ver-
wandte von Pariosaurus gewesen zu sein scheint. Proc. Roy. Soc. Bd. 52 p. 389
bis 391 und Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 515—516. — Ref. in Ann. Scott. Nat. Hist.
p. 232—233, in Rep. Brit. Ass. Adv. Sc. 1892 (1893) p. 723-724 u. in N. Jahrb.
f. Min. 1894 Bd. 2 p. 346—347.
Betr. Edaphosaurus, Clepsydrops luid Naosanriis vergl. oben Cope p. 80.
Gennetotheria. Delphinognathidae. Systematisches. Ein Schädel
aus den Karoobildungen des Kaplandes, dem der Name Belphinognathus cono-
cepJiala (n. gen. et sp.) gegeben wird, gehört nach H. G. Seeley zu der zwischen
den Theriodonten und Dicynodonten stehenden Unterordnung Gennetotheria und
bildet eine neue Familie, die sich von den Aelurosauriden durch kegelförmiges
Parietale mit mächtigem Foramen, einen Supiacondylareinschnitt u. s. w. unter-
scheidet. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 48 p. 469— 475, 2 Fi gg. — Ref. in
Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 329, in Amer. Naturalist Bd. 26 p. 944, in N. Jahrb. f.
Min. 1894 Bd. 2 p. 347—348 und in Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 113-114.
Dicynodontia. Dlcynodontidae. Skelettsystem. G. B. Howes be-
streitet bei Cirognathiis die Anwesenheit der von Seeley als Praecoracoid ge-
deuteten Stücke. Bei einem zweiten Exemplar, das Seeley der nämlichen
Gattung zuschreibt, Lydekker aber richtiger als einen echten Dicynodon auf-
fasst, nehme das Praecoracoid an der Bildung des Schultergelenkes kaum theil.
Journ. Anat. Phys. London Bd. 26 p. 403 — 405.
Endothiodontia. Endothiodontidae. Skelettsystem. Eingehende Mit-
theilungen über den Jochbogen, den Unterkiefer und die Bezahnung von Endo-
thiodon bathystoma (Ow.) aus den Karoobildungen von Oude Kloof in den
Nieuwveldt-Bergen des Kaplandes macht H. G. Seeley. Die Form des Geleuk-
foitsatzes am Unterkiefer ist verschieden von der aller bis jetzt bekannten
Anomodonten und lässt daraul schliessen, dass das Quadratbein schief nach vorn
gerichtet war. Diese Bildung des Quadratbeines hält der Verf. für den Haupt-
charakter seiner Unterordnung, während er den Bau der Zähne für die Charak-
terisirung der Familie in Anspi'uch nimmt. Qu. Journ. Geol. Soc. London Bd. 48
p. 476— 480, 3Figg. — Ref. in Geol. Mag. (3) Bd. 9 p. 330, in Ann. Mag. N. H.
(6) Bd. 10 p. 114 und in N. Jahrb. f. Min. 1894 Bd. 2 p. 158-159.
138 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Pariosauria. Betr. der Gattungen Pariotichiis, Pantylns und CMlonyx
vergl. oben Cope p. 80.
Weitere Mittheilungen über Pariosaurier als VII. Theil seiner Unter-
suchungen über Bau, Organisation und Klassifikation der fossilen Reptilien
bringt H. G. Seeley. Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 183 B p. 311—370,
7 Figg., Taf. 17—23.
Pariosauridae. Systematisches. Ein neues, prachtvoll bis in alle Einzel-
heiten erhaltenes Skelett von Pariosaurus stammt nach H. G. Seeley aus der
Trias von Palmiet Fontein am Fusse der Nieuwveldt - Kette. Die einzelnen
Kapitel behandeln den Schädel, dessen reiche Bezahnung auf der Gauraenwand
besonders auffallend ist, und die Wirbelsäule von P. bombidens Ov?., den Schädel
und Gaumen von P. baini n. (Taf. 17 — 19), sovv^ie dessen Quadratbeine, Post-
pterygoid - Höhlen , Occipital- und Temporalregion und Unterkiefer vxnd den
Vergleich dieses Fossils mit anderen Thieren. Beziehungen zu den Labyrintho-
donten p. 367 — 368 scheinen dem Verf. anzudeuten, dass die Stellung der
letzteren im Anschluss an die Pariosaurier bei den Reptilien natüi'licher ist als
ihre Unterbringung bei den Batrachiern. Nachdem Verf. sodann die Kiefer von
P. russoimi n. (Taf. Ifl, Fig. 3-4) von Fraserberg behandelt hat, wendet er sich
zur Beschreibung des Schultergürtels und von Wirbelsäule, Kreuzbein, Schveanz-
wirbeln und Hautpanzer des P. baini, sowie des Beckens und der Gliedmassen-
knochen. Propapxms stimmt in der Form des Femurs so nahe überein, dass
Verf. ihn als Pariosaurus (Propappus) minor bezeichnet. Den Schluss bilden
Notizen über das Skelett von Procolophon (Taf. 23, Fig. 3). Der innere Schädelbau
von Pariosanrus hat einiges gemeinsame mit dem von Sphenodon, Belodon und
Diclonius, doch mögen diese Aehnlichkeiten sich von gemeinsamen labyi'intho-
donten Ahnen herleiten. Der Bau des Gaumendaches und der Wirbelsäule ver-
knüpft den Dicynodontiertypus mit dem von Sp)henodon. Der Occipitalcondylus
ist der eines echten Reptils. Schultergürtel und Becken treten dem anomo-
donter Reptilien nahe, die Gliedmassen veibinden Charaktere der Säugethiere
mit solchen der Caudaten, ähneln aber auch denen der Dinosauriergattungen
StegosauTHS und Triceratops. Phil. Trans. Roy. Soc. London Bd. 183B p. 311 — 370,
7 Figg., Taf. 17—23.
Batrachia.
Museen. F. Müller giebt einen Siebenten Nachtrag zum
Kataloge der herpetologischen Sammlung des Baseler Museums
[vergl. Ber. f. 1887 p. 2-27 und 1889 p. 236]. Danach besitzt es jetzt
361 Arten von Batrachiern. Festschr. z. Feier d. 75jähr. Best. d.
Naturf. Ges. Basel, in: Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10, p. 195 — 215.
Taf. 3-4.
0. Boettger bringt ein Verzeichniss der Frankfurter Batrachier-
sammlung mit genauer Angabe der Fundorte. Danach enthielt das
Senckenbergische Museum im Jahre 1892 von Anuren 57 Gattungen,
240 Arten, 589 Nummern und 1327 Stücke, von Caudaten 16 Gat-
tungen, 40 Arten, 142 Nummern und 364 Stücke und von Apoden
3 Gattungen, 4 Arten, 8 Nummern und 11 Stücke. Unter diesen
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 139
284 Arten befinden sich 25 Typen. In Anmerkungen beschrieben
werden eine neue Gattung, 12 neue Arten und eine Varietät (siehe
Ranidae, Engystomatidae, Leptodactjdidae, Hylidae; Caeciliidae).
Katalog d.Batr.-Samml. im Mus. d. Senck. Nat. Ges. in Frankfurt a. M.
1892, Gebr. Knauer. 10, 73 pgg.
W. L. Sclater macht Mittheilungen über die Froschsammlung
im Museum zu Calcutta. Von den 180 vertretenen Arten gehören
103 Species der indischen und malayischen Region an; 38 Anuren
und 2 Apoden der indischen Region fehlen der Sammlung noch;
21 sind Typen. 4 neue Rana (s. Ranidae, Engystomatidae, Bufo-
nidae, Pelobatidae). Proc. Zool. Soc. London p. 341 — 348, Taf. 24
und „List of the Batrachia in the Indian Museum. London 1892,
8". 43 pgg."
In A. Feist' s „Verzeichniss der naturgeschichtl. Samml. d. hrzl.
Realgymnasiums. I. Theil: Die höheren Thiere. Progr. d. Realgymn.
in Braunschweig 1892 (Progr. No. 688). Braunschweig, 8^. 44 pgg."
sind die Batrachier p. 22 — 23 aufgezählt.
Werke allgememereii lulialts. Vergl. auch Schlitzberger
oben p. 67.
Allgemeines. F. Maurer führt den Nachweis, dass Haare in
jeder Beziehung von Federn und Reptilschuppen abweichen und dass
sie den Hautsinnesorganen der Batrachier entsprechen. Er bestätigt
somit die Annahme, dass die Säugethiere direkt von den Lurchen
abstammen und keine Reptilvorfahren besassen. Morph. Jahrb. Bd.l8
p. 717—804, Taf. 24—26. — Ref. in Natural Science Bd. 1 p. 565.
L. Lilienfeld & A. Monti fanden Phosphor in den meisten
Geweben von Rana und in einigen von Sulamandra und schliessen
aus ihren Beobachtungen, dass er ein steter Begleiter des Fort-
pflanzungsvermögens ist. Arch.Anat.Phys., Phys.Abth., p. 548 — 550,
Zeitschr. f. phys. Chemie Bd. 17 p. 410 — 424, Atti Accad. Lincei,
Rend. (5) Bd. 1, 2. Sem. p. 310—315 und 354-358 u. Arch. Ital.
Biol. Bd. 19 (1893) p. 13 — 26. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
London 1893 p. 463.
In einer Studie über „Un Sichtbarkeit lebendiger Kernstrukturen"
kommt W. Flemming auch auf die Spermatocyten der Batrachier
und die grossen Kerne der sogen. Giftdrüsen der Haut bei den
Caudaten zu sprechen. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 758 — 764. — Ref.
in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 24.
Hautsystem. Mittheilungen über die eigenartigen Umbildungen
von Corium und Epidermis während der Brunstzeit bei Rana und
Molge macht F. Leydig. Er erklärt die dabei auftretende Haut-
schwellung durch stärkere Füllung der Lymphräume mit Wasser,
die sich unter dem Einfluss des Nervensystems vollziehe, und durch
spätere Umbildung des flüssigen Inhalts in gallertiges oder embryo-
nales Bindegewebe. Auch die Oertlichkeit habe einen Einfluss auf
den grösseren oder geringeren Grad der Ausbildung der Haut-
wucherungen. Den Höckerausschlag beim $ von Rana temporaria
vergleicht Verf. jetzt nicht mehr mit der Perlbildung brünstiger
140 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Fisclie. Den Schluss bilden Notizen über den Bau der männlichen
Daumenschwiele und der Brunstwarzen beim Frosche und über ihre
Beziehungen zum „Hautsinne". Biol. Centr.-Blatt Bd. 12 p.205 — 220.
Derselbe bringt weitere Mittheilungen über das Integument
der Batrachier. Eine eigentliche Cuticula oder doch wenigstens ein
Cuticularsaum ist stets vorhanden. Er macht auf die Veränderungen
der Cuticula A'on Molf/e je nach ihrem Land- oder Wasseraufenthalt
aufmerksam, bespricht sodann die Stiftchenzellen der Epidermis in
dem Sinne, ob sie zu den Sinneszellen oder zu den Drüsenzellen zu
rechnen seien, und erläutert den Zusammenhang von Epithelzellen
mit den Elementen der Lederhaut. Nach einer Betrachtung des
Bindegewebes der Lederhaut namentlich bei Salamandra und Meno-
poma beschäftigt sich Verf. mit den glatten Muskeln der Lederhaut
der Batrachier und wirft auch Seitenblicke auf ähnliches bei den
Reptilien, insbesondere auf die glatten Muskeln am Scheitelflecken
von Varamts und im Schnauzenhorn von Vipera ammodytos.
Weitere Kapitel beziehen sich auf das harnsäurehaltige Pigment der
Lederhaut bei den „Braunen" Fröschen, auf die Lebenserscheinungen
der Chromatophoren, die ausser durch die Thätigkeit des Nerven-
systems auch durch unmittelbare Einwirkung von Licht, Wärme
oder Druck in Kontraktion versetzt werden können, auf Kalk-
ablagerungen in der Lederhaut bei Bxifo vulgaris und japonicus^
Ceratophrys und Felohatcs und auf eine Zusammenfassung dessen,
was Verf. über die Hautdrüsen gefunden hat. Die sogen, hellen
und die dunkeln hält er nicht für verschiedene Gebilde, sondern
nur für wechselnde Formen eines und desselben Organes, wie bei
den Magendrüsen. Schliesslich berichtet er über geformte Körper
im Sekret der Hautdrüsen der Batrachier, welche Drüsen den
Schweissdrüsen, nicht den Talgdrüsen der Säugethiere zu vergleichen
seien, erinnert an Boie's Beobachtung, dass bei gewissen ostindischen
Lurchen dem Hautsekret Phosphorescenz zukommt, und spricht so-
dann über die Thätigkeit der Sekretion infolge der Wirkung der
glatten Muskelbündel, die vielleicht auch durch die Kontraktions-
fähigkeit der Sekretionszellen selbst unterstützt werde. Endlich
giebt Verf. noch Notizen über die Oberfläche der Lederhaut und ihr
feines Leistensystem. Ebenda p. 444 — 467.
Nach erneuten Untersuchungen über die Entstehung des Pigments
in der Oberhaut der Batrachier [vergl. Ber. f. 1891 p. 157] stellt
Jarisch jetzt den Satz auf, dass alles Oberhautpigment sich aus
einer Kernsubstanz, dem Chromatin, entwickelt, oder einem diesem
chemisch nahestehenden Körper. Arch. f. Dermat. Syph. 24. Jg.
p. 223—224, Taf. u. p. 905—908.
S. Elirmann hat die Arbeit von Jarisch [vergl. Ber. f. 1891
p. 157] über das Oberhautpigment bei den Batrachiern einer Nach-
untersuchung unterzogen. Sowohl behn Embryo wie bei den Larven-
zähnen stammt das Pigment nach dem Verf. aus dem Blute des
mütterlichen Organismus; bei dem erwachsenen Frosche giebt die
topographische Beziehung der braunen Pigmentzellen zu den Blut-
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 141
gefässen und das Fehlen des Pigmentes da, wo diese fehlen, eben-
falls wichtige Gründe für die Entstehung des Pigmentes aus dem
Blute ab. Die spontane Entstehung von Pigment in der Oberhaut
sei bis jetzt durchaus unbewiesen. Ebenda p. 195 — 222, Taf.
In einem Beitrage zur Physiologie der Pigmentzellen nach Ver-
suchen am Farbenwechsel der Batrachier sucht derselbe nach-
zuweisen, dass es sich bei der Bewegung der Pigmentzellen nicht
blos um Ein- und Ausziehen von Zellfortsätzen handelt, sondern
dass dabei auch eine innere protoplasniatische, gesetzmässig ver-
laufende Bewegung im Spiele ist. Verf. kennt kein künstliches
Mittel, um einen grünen Frosch in den grauen Zustand überzuführen;
dass es indessen durch das Centralnervensystem wirkende, von
aussen kommende Einflüsse sein müssen, die diese Veränderung
erzeugen^ ergiebt sich aus der Beobachtung, dass dieser Zustand
besonders dann eintritt, wenn das Thier sich in nicht grüner Um-
gebung befindet. Für die Lehre von der Fortschaffung des Pigmentes
ist wichtig, dass normal nur die Melanin führenden Pigmentzellen
Fortsätze gegen die Epidermis aussenden, während die hellen im
wesentlichen nur innere protoplasmatische Bewegung zeigen. Ebenda
p. 519—539, Taf.
Nach L. Toralbo degeneriren die Kerne der Hautdrüsen bei
den Batrachiern — bei Ranu e.^cidenta^ Bufo vulgaris und Molge
cristata — und werden dabei völlig zerstört. Die Zellen, die auf
diese Weise zu Grunde gehen, werden durch andre von unbekannter
Herkunft ersetzt. Internat. Monatsschr. Anat. Phys. Bd. 9 p. 89 — 94,
Taf. 6—7.
Eine Zusammenfassung unsrer Kenntnisse über die giftige Haut-
sekretion der Batrachier, zugleich mit einigen neuen Beobachtungen
in dieser Richtung, bringt G. A. Boul enger. Kein Durch hat die
Fähigkeit Gift auszuspritzen. Natural Science Bd. 1 p. 185 — 190,
2 Figg.
Fr. Werner untersuchte die Zeichnung der Batrachier. Ueber
die Apoden w^eiss er nichts zu sagen [Die gelbe Seitenbinde von Ichthy-
opliis gli(ti7iosus ist ihm wohl entgangen. — Ref.]. Die Caudaten theilt
er der Zeichnung nach in drei Gruppen; homologisirbare Kopf-
zeichnungen findet er fast nur bei den Molge- kriQn. Bei den Anuren
ist die Zeichnung des Kopfes von phylogenetischem Werthe: Post-
ocularband und Interocularband sind fast immer vorhanden. Die
Rumpfzeichnung der Anuren lässt sich meist auf vier, theilweise
auf sechs Fleckenlängsreihen zurückführen ; überdies ist anzunehmen,
dass alle Fleckenzeichnungen solcher Batrachier, die einen Dorsal-
streifen besitzen, sekundärer Natur sind. Sekundäre Einfarbigkeit
kommt bei den Batrachiern nicht selten vor, primäre wohl nur bei
den Apoden, vielleicht auch bei den Aglossen. Schliesslich werden
eingehender alle gezeichneten Caudaten, die Verf. gesehen hat, und
von den Anuren besonders Rana- und Bufo-Arten besprochen, die
Färbung bei den Anuren aber weniger wichtig für allgemeine Schlüsse
genannt, da sie in der grössten Mehrzahl der Fälle erst sekundär
142 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
durch Anpassung an den Aufenthaltsort erworben worden sei.
Zool. Jahrb. Bd. G p. 200—220, Taf. 7—8.
Nervensystem. Nach R. Burckhardt's Untersuchungen ist
das (jehirn der Dipnoer vom Batrachiergehirn wesenthch verschieden ;
es bildet einen eigenen Typus, vermittelt aber zwischen dem Gehirne
der Selachier und der Batrachier und Reptilien. „Das Centralnerven-
system von Protopterus annedens, eine vergl.-anat. Studie. 8^ 64 pgg.,
5 Taf."
L. Edinger bringt als Zweiten Theil seiner Untersuchungen
über die vergleichende Anatomie dos Gehirnes vergl.-anatom. Unter-
suchungen über das Zwischenhirn der Selachier und Batrachier.
Das Zwischenhirn wurde an zahlreichen Schnittserien der ver-
schiedensten Arten auf mannigfachen Entwicklungsstufen untersucht.
Aus der Beschreibung der allgemeinen Formverhältnisse sei hervor-
gehoben, dass die caudale Gegend des Infundibulums vielfach in
neuem Lichte erscheint und dass der Saccus vasculosus als Aus-
stülpung der caudalen Zwischenhirnparthie erkannt worden ist. Am
eingehendsten wird das Zwischenhirn von Rona geschildert; hieran
schliesst sich die Beschreibung desselben bei Bufo^ Salumundra,
Moh/e und Siredon. Ein Eingehen in Einzelheiten würde hier zu
weit führen; erwähnt sei nur noch, dass auch die Hypophyse be-
sprochen wird, die aus drei im Bau ganz verschiedenen Theilen
besteht. Abh. Senck. Nat. Ges. Frankfurt a. M. Bd. 18 p. 1 — 55,
Taf. 1—5 u. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 472—476.
S. Ramön y Cajal, El plexo de Auerbach de los batracios.
Barcelona 1892. 6 pgg., 2 Figg.
Gl. Sala, Estructura de la medula espinal de los batracios.
Barcelona 1892. 20 pgg., 7 Figg.
0. S. Strong bringt ergänzende Bemerkungen zu seiner früheren
Mittheilung [s. Ber. f. 1890 p. 150] über Bau und Homologie der
Kopfnerven bei den Batrachiern. Bei Aviblystoma tritt der Facialis,
wie bei den übrigen Caudaten, nicht in so enge Beziehungen zu
dem Trigeminus, wie bei den Anuren. Nur der dorsale Theil der
dorsalen Facialis wurzel verschmilzt mit dem Ganglion Gasseri.
Betr. der Homologisirungen muss auf die Arbeit selbst verwiesen
werden. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 467 — 471.
J. Bern heim fand bei Untersuchung der Innervation der Harn-
blase von Rana und Sulaynandra^ dass vom Ranvier'schen Funda-
mentalplexus zwei sekundäre Geflechte — ein sensibles und ein
motorisches — ausgehen, von denen sich wieder feinste Fasern ab-
zweigen und tertiäre Plexus bilden. Mit den Endigungen der tertiären
sensibeln Elemente hat sich Verf. nicht beschäftigt, über die mo-
torischen aber kam er zu der Anschauung, dass Endigung der
Terminalfibrille und Verbindung derselben mit der glatten Mus-
kulatur wesentlich verschiedene Dinge sind. Arch. Anat. Phys..
Phys. Abth., SuppL-Bd. p. 11- 28, Taf. 2. - J. Gaule knüpft an
diese Arbeit physiologische Betrachtungen. Ebenda p. 29 — 40, Taf. 3.
G. Retzius giebt bei andern Arbeiten gesammelte fragmentarische
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 143
Beobachtungen über die motorischen Nervenendigungen bei Rana
und Proteus. Biol. Unters. Retzius (2) Bd. 3 p. 41—52, Taf. 14—20.
A. V. Kölliker macht Mittheilungen über die Entwicklung der
Nervenelemente im Schwanzsaume der Batrachierlarven. Verh.
Anat. Ges. 6. Vers. p. 76—78. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc.
London 1893 p. 18— li).
Sinnesorgane. G. Retzius untersuchte neben denen der
Säugethiere auch die Nervenendigungen in der Zunge von Ra7ia
esciilenta und Salamandra maciilosa. Er fand princij^ielle Ueber-
einstimmung mit den Säugethieren ; die Nervenfäserchen endigen
intercellulär und frei. Biol. Unters. Retzius (2) Bd. 4, Stockholm
& Berlin, Friedländer & Sohn, 1892. Fol. p. 19— 32, Taf. 7— 10.
W. Krause bringt eine Zusammenstellung der über die Netz-
haut der Batrachier bekannten anatomischen Thatsachen, sowie
ausgedehnte Masstabellen und umfangreiches Litteraturverzeichniss.
Internat. Monatsschr. Anat. Phys. Bd. 9 p. 157—195 u. 197—236,
Taf. 11— 13.
E. Steinach berichtet über die direkte motorische Wirkung
des Lichtes auf den Sphincter pupillae bei Rana temporaria und
esculenta^ Bufo^ llyla und Salamandra und über die ihn aufbauenden
pigmentirten glatten Muskelfasern [vergl. Ber. f. 1891 p. 148]. Durch
die Ausschaltung des nervösen Apparates wird die direkte Licht-
erregbarkeit der Iris nicht beeinträchtigt. Aus den anatomischen
Befunden und physiologischen Versuchen schliesst der Verf., dass
die motorische Wirkung des Lichtes auf die Iris der Batrachier
von der Erregung herrührt, die es auf die pigmentirten glatten
Muskelfasern des Sphincters unter Vermittelung ihres Pigmentes
geltend macht. Arch. f. d. ges. Phys. Bd. 52 p. 495- 525, Taf. 2.
Yerdauungssystem. Bei der Untersuchung der Nebenkerne
in den Zellen des Pankreas von Rana und Sakmiandra unterscheiden
C. J. Eberth & K. Müller zwei Gruppen von paranucleären Körpern,
nämlich spindel- oder sichelförmige umgewandelte Protoplasmafäden
und mehr rundliche, colloide Massen. Diese Nebenkerne haben
weder mit der sekretorischen Thätigkeit, noch mit der Regeneration
der Zellen etwas zu thun; auch sind sie keine Knospen des Kernes.
Wegen ihrer wechselnden Zahl und Inkonstanz scheinen sie sich
vielmehr in einer gewissen Abhängigkeit von der Thätigkeit der
Drüsenzellen zu bilden. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 53, Suppl.
p. 112—135, Taf. 8.
Athmungssystem. H. H. Wilder macht Mittheilungen über
die Phylogenese des Larynx der Batrachier nach Untersuchungen
der Knorpel der Athemwege und der Muskeln des Larynx bei Proteus,
Ainphiuma, llolc/e, Necturus^ Pipa, Xenopus^ Sire?i, Mcnoponia, den
Caeciliiden, Siredon, Salamandra, Alytes, Bufo, Rand u. Bombitwtor.
Zum mindesten vier Paare von den Kiementrägern verschmelzen
bei den jungen Froschlarven zur Büdung der Hyoidplatte, die beim
erwachsenen Thiere die Zunge stützt. Der Thyrioidknorpel des
Larynx leitet sich von Theilen des zweiton und dritten Kiemenbogens
]44 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungen
ab; das fünfte und hinterste Paar der Kiemenbögen aber bildet
sieb zu den arytaenoiden Knorpehi des Kehlkopfes, also zum Stimm-
apparate, aus. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 570—580, 3 Figg. — Kef.
in Natural Science Bd. 1 p. 564.
Gefässsystem. Eine Untersuchung über die Kntwickelung des
Herzendothels beim Embryo von Rana temporuriu bringt M. W. Rud-
neff. Arb. Zoot. Lab. Univ. Warschau Jg. 1, Lief. 2. 82 pgg.,
1 Taf. (russ.). — Ref. in Congr. Internat. Zool. Moskau, 2. Sess., \.
Theil p. 101—103 u. in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 21.
W. B. Spencer vergleicht eingehend das arterielle System
der Blutgefässe von Cendodiis mit dem der Batrachier und zeigt,
dass es damit in mancher Beziehung Uebereinstimmung zeigt. Proc.
Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 2 v. 27. Juli 1892.
H. Rex studirte die Hirnvenen bei Anuren und Caudaten und
vergleicht die Befunde mit den bei den Selachiern beobachteten.
Im allgemeinen stehen in der Morphologie der Hirnvenen die Caudaten
höher als die Anuren, bei denen Reduktionen — Mangel der Plexus
chorioidei des Vorder- und Zwischenhirns — beobachtet wurden.
Morph. Jahrb. Bd. 19 p. 295—311, Taf. 11.
Im Blute von Rmia^ Salamandra und Molge fand M. C. Dek-
huijzen fünf selbständige, durch verschiedene Entwicklungsstufen
vertretene Zellarten, die nach ihm bestimmte Unterscheidungs-
merkmale besitzen. Es sind 1 . die hämogiobinfreien, mit Nucleolen
ausgestatteten Erythroblasten und Erythrocyten, 2. die Mitochromen
enthaltenden Thromboblasten und Thrombocyten, 3. die Pseudopodien
aussendenden, feinkörnigen Leucoblasten und Leucocyten, 4. die eosi-
nophilen Leucoblasten und Leucocyten und 5. die Mastzellen. Verf.
hat keine Uebergänge von der einen Zellenart zur andern gefunden
und glaubt daher an die Specifität der aufgestellten Reihen. Verh.
Anat. Ges. 6. Vers. p. 90 — 103, Taf. 1. — Ref. in Journ. Roy. Micr.
Soc. London 1893 p. 25.
Auch H. Griesbach untersuchte das Blut von Rana, Bnfo^
Bombinator und Molge. Im kreisenden Blute erscheint der Leib
der rothen Blutkörperchen bei den Batrachiern als ein strukturloses
Plasmagebilde, das durch Hämoglobin gieichmässig gefärbt ist.
Eine Membran im histologischen Sinne fehlt. Die Formänderungen,
die solche Blutkörperchen im strömenden Blute darbieten, werden
durch Reibung in der Flüssigkeit, an den Gefäss wänden und durch
das Zusammenstossen der geformten Elemente an einander hervor-
gerufen. Die Amöbocyten bestehen aus der Spongiosa und der
Zwischensubstanz. Jene bildet ein Gerüstwerk, das zwar elastisch,
aber nicht kontraktil ist, und birgt darin die kontraktile Zwischen-
substanz, die aus dem Gerüstwerk hervortreten und sich wieder
hinein zurückziehen kann. Festschr. Leuckart, Leipzig p. 215 — 227,
Taf. 23.
Urogenilalsystem. S. Mo liier, Ueber die Entstehung des
Vornierensystems bei Amphibien. München 1892, 8". 29 pgg., 2 Taf.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 145
Ueber die männlichen Geschlechtsorgane der Batrachier vergl.
oben R. Saint-Loup p. 76.
In einer ausführlichen Arbeit theilt H. F. E. Jungers en mit,
dass der Müller'sche Gang bei Rana temporaria^ Bufo vulgaris und
Molge criduta und vulgans unabhängig vom Wolff'schen Gange aus
dem Peritonealepithel hervorgeht. Zuerst entsteht sein vorderes
Ende, worauf er entweder selbständig nach hinten wäclist oder
noch einen Zuwachs von Elementen von der Müller'schen Leiste
erhält. Vid. Meddel. Nat. For. Kjöbenhavn (5) Bd. 4 p. 32-72.
Taf. 2—3.
Bei Rana und Molge führt die Amitose der Spermatogonien
nach 0. vom Rath nie zur Bildung von Samenzellen, sondern die
durch sie entstehenden Kernfragmente gehen langsam zu Grunde
oder finden vielleicht noch als Randstützzellen Verwendung. Arch.
f. mikr. Anat. Bd. 40 p. 102—132, Taf. 5.
Ontogenie. K. v. Kostanecki bespricht die Schicksale seiner
Centralspindelkörperchen bei der karyokinetischen Zelltheilung in
der Diasterphase der Zellen auch von Batrachiern. Anat. Hefte
1. Abth., Bd. 2 p. 249— 268, Taf. 14-15.
W. Roux stellt die neueren Untersuchungen über die Furchung
des Batrachiereies zusammen. Verh. Anat. Ges. 6. Vers. p. 22 — 62.
In einer vorläufigen IVIittheilung beschreiben E. 0. Jordan &
A. C. Eycleshymer zahlreiche Varietäten in dem Verhalten der
vier ersten Furchen bei den Eiern von Rana., Bufo, Molge und
Amhlystoma. Sie schliessen aus ihren Beobachtungen, dass die An-
ordnung der Kerne keine principielle Bedeutung hat und dass alle
Unregelmässigkeiten in der Furchung ohne Einfluss auf die Ent-
wickelung bleiben. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 622 — 624. — Ref. in
Jouru. Roy. Micr. Soc. London p. 762 — 763.
Nach H. S. Greenough's Untersuchungen am Ei von Alytes
und Siredon sind die Medullarwülste und der Primitivstreifen Theile
der Blastoporuslippen. Epibolie und Embolie sind nach ihm nicht
zwei principiell verschiedene Vorgänge, sondern lassen sich auf ein-
ander zurückführen. Bull. Soc. Zool. France 17. Jg. p. 57 — 59.
In einer Notiz zur Metamerie der Wirbelthiere bemerkt
B. Hatschek, dass sich jede dorsale Nervenwurzel mit der nächsten
hinter ihr liegenden ventralen Wurzel vereinige. Besonders klar
wären diese Verhältnisse bei den Batrachiern zu sehen. Demnach
gehöre der N. abducens nicht zum Faciahs, sondern zum Trigeminus.
Anat. Anzeiger 8. Jg. p. 89 — 91.
Biologisches. L. v. Mehely berichtet p. 56, dass Rana
escvlenta ridibunda in Siebenbürgen keine ausschliessliche Tieflands-
form ist, p. 61, dass Fleisch von Froschschenkeln Unwohlsein hervor-
gerufen habe, bezweifelt p. 63 die Mittheilungen Wolterstorff's über
Daumenschwiele und Blaufärbung [vergl. Ber. f. 1891 p. 166] bei
Rana agilis Tho. und schildert deren geduldiges Wesen und Zähm-
barkeit,' führt p. 64 ihr Verschwinden zur Zeit der grössten Sommer-
liitze nicht auf Trockenschlaf, sondern auf Verkriechen während der
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Dd.U. H. 1. 10
146 Piof. Dr. Oskar Boettgei': Bericht über die Leistungen
Tageszeit zurück, bespricht p. 67 die Ueberzahl der c^ gegenüber
den -?- bei Bufo vnlgarix Lanr. und p. 61) die Vorliebe von B. viridis
Laur. für bewohnte Orte und p. 70 seine Stimme. Weiter erwähnt
Verf. p. 78, dass Salamandra maculosa Laur. um Kronstadt 33 cm
Länge erreiche, p. 82, dass auch in Siebenbürgen gelbgestreifte $
und Junge der Molge cristata Laur. vorkommen, und bringt p. 88ff.
wichtige Beobachtungen über- Vorkommen und Färbung von Molge
montandoni Blgr., den er jetzt aus dem ganzen östlichen Karpathen-
zuge vom Tömöscher bis zum Vereczkeer Passe kennt. Herpet.
Verhältn. d. Siebenbürg. Burzenlandes, Kronstadt 1892.
Weitere Versuche über den Einfluss von Kälte auf Batrachier
hat K. Knauthe angestellt [vergl. Ber. f. 1891 p. 165]. Nach relativ
kurzer Einwirkung von Temperaturen von — 14 bis — 28^ C. auf-
gethaut, fing zwar das von Eis umgebene Herz bei vielen der ge-
frorenen Thiere bald wieder an zu schlagen, aber keiner der Lurche
lebte länger als 24 — 36 Stunden, nachdem er so hochgradigem
Froste ausgesetzt gewesen war. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 20 — 23.
— Ref. in Naturw. Rundschau 7. Jg. p. 141.
Palaearktische Region. Ueber die Lurche Tunesiens und
ihre Lebensbedingungen vergl. oben A. König p. 84.
J. Anderson giebt eine Liste von 6 Anuren aus Algerien
und Tunesien. Proc. Zool. Soc. London p. 23 — 24.
F. Werner macht Bemerkungen über seine herpetologische
Ausbeute in Ost-Algerien. Vom Mt. Edough bei Bona zählt er
1 Caudaten und 3 Anuren, von Batna 1 Anuren, von Lambessa und
Biscra je 2 Anuren auf. Eingehender besprochen werden u. a.
Masse von Larven der Sala')ncmdru maculosa algira Bedr. Verh.
K. k. Zool.-Bot. Ges. Wien Bd. 42, Abh. p. 350—355.
Erw. Schulze giebt eine zweite, verbesserte Auflage seiner
„Amphibia Europaea. Lipsiae, H. Tauchnitz 1892, 8*^. 18 pgg."
[vergl. Ber. f. 1890 p. 159 und 1891 p. 152]. Es ist eine Aufzählung
aller Species Europas (21 Anuren, 18 Caudaten) mit kurzen Diagnosen
der Familien, Gattungen und Arten.
J. Bettencourt Ferreira giebt eine Revision der Batrachier
Portugals. Er zählt, nachdem er in einem Vorwort mehrere der
streitigen Arten besprochen hat, folgende Si^ecies p. 278 ff. auf:
Molge viarmorata Latr., palmata Schnd. [sicher irrthümlich. — Ref.],
hoscae Lat. und ivaltli Michah., Salamandra macidosa Laur., Qiio-
glossa lusitanica Boc. ; Pelohates cultripes Cuv. , Alytes ohstetricans
Laur., Rauu esadenta L., temj)oraria L. u. ihera Blgr., Discoglossvs
pictus Otth, Biifo vulgaris Laui'. u. calamita Laur. u. Hyla ai'borea L.
Der sicher bekannte Pelodi/fes pvnctutvs Daud. ist im Museum zu
Lissabon nicht aus dem Königreiche vertreten. Jörn. Sc. Math.,
Phys. e Nat. Lisboa (2) Bd. 2 p. 268-286.
R, Martin & R. Rollinat zä,hlen in ihrem Kataloge der
Batrachier des Departements Indre (Frankreich) 15 Arten von dort
auf. Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 30—45.
0. Boettger verzeichnet Ber. p. 49 neue Fundorte in Deutsch-
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 147
land für Rana teniporaria L., Ber, p. 47 in der Schweiz für die-
selbe und für Bufo vi/lf/aris Laur. und Salamandni atra Laiir. und
nennt Ber. p. 48 neben 4 andern ßatrachiern Rana agilis Tho. von
Wiese bei Matzing nächst Trannstein in Oberbayern. Ber. Senck.
Nat. Ges. 1892.
Mittheilungen über die Batrachier einiger Nordseeinseln bringt
C. Verhoeff. Auf Norderney, Borkum und Juist fand er Rana
temporaria L. und Bufo calamita Laur., auf Baltrum und Spiekerooge
nur den letzteren. Ob Rana auf den Inseln ursprünglich vorkommt
oder erst neuerdings eingeschleppt worden ist, wie es von den
Fröschen auf Juist theilweise feststeht, bleibt unsicher. Verf. neigt
zu der ersteren Ansicht. Sie braucht auf diesen Inseln zwei Jahre
zu ihrer Verwandlung und überwintert als Larve. Auch Bvfo
vulgaris soll auf Juist vorkommen, ist aber wohl sicher als ein-
geschleppt zu betrachten. B. calamita ist auf den Nordseeinseln
zum vollkommenen Tagthier geworden; die Kröten sind nach dem
Verf. überhaupt nur fakultative Nachtthiere. Die Nahrung besteht
in Ameisen, Insektenlarven, Käfern, Fliegen, Asseln und kleinen
Gehäuseschnecken; die von Rana ist ähnHch, doch fehlen die Ameisen
darin. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 30 — 36.
In A. Poppe's „Zoolog. Litteratur über das Nordwest-
deutsche Tiefland von 1884—1891" in Abh. Naturw. Ver. Bremen
Bd. 12 p. 237 — 268 finden sich Notizen über die dortigen Batrachier
auf p. 259—261.
Bei den von H. Landois u. a. bearbeiteten Batrachiern in
„Westfalens Thierleben, Bd.3: DieReptilien, Amphibien und Fische.
111 Figg., 19 Taf. Paderborn 1892, F. Schöningh" kommen Rana
esculenta, ridihunda, temporaria, arvalis und agilis zur Besprechung,
sowie Bufo vidgaris, viridis und calamita, Uy^'-'-, Pelobates, die beiden
Bo7nhinator^ Alytes, Salamandra und die 4 il7o/^e- Arten. — Ref. in
Zool. Garten 33. Jg. p. 255—256.
Wegen der Batrachier in Fr. Wem er' s „Herpetologischen
Lokalfaunen der oesterreichischen Erzherz ogthümer" vergl.
oben p. 87.
Eingehend schildert L. v. Mehely die herpetologischen Ver-
hältnisse des Burzenlandes in Siebenbürgen. In der Höhe wie
in der Tiefe leben Rana esculenta L. typ. und agüis Tho., Molge
cristata Laur. und vulgaris L. und Bufo vulgaris Laur. Als reine
Bergformen dürfen für Kronstadt gelten Rana temporaria L., B0771-
hinator pachypus Bonap. und Molge alpestris Laur. Tieflandsformen
fehlen. Als Einwanderer von Osten oder Süden sind ausserdem
Molge montandoni Blgr. und Bufo viridis Laur. zu betrachten. Im
ganzen zeigt die Fauna 8 Frösche, einen Salamander und 4 Molche.
Es sei noch angeführt, dass biologische Beobachtungen die Arbeit
besonders werthvoll machen. Beitr. z. einer Monogr. d. K. freien
Stadt Kronstadt in Festschr. 26. Wandervers. Ungar. Aerzte und
Naturf. — Auch separ.: Die herpetolog. Verh. d. Siebenb. Burzen-
landes. Kronstadt, J. Gott & Sohn. 91 pgg.
10*
148 Prof. Dl'. Osk.nr Boettger: Bericht über flie Leistungen
Fr. Werner nennt ans Dalmatien Rana escvlenta ridibiiTida
von Veglia n. Ihifo oiri<ii!< von Ragusa. Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien
1892 p. 355.
0. Boettger zählt die von der Radde-Valentin'schen Expedition
nach dem Karabagh und die von J. Valentin & P. Reibisch in den
Kaukasusländern gesammelten Batrachier auf. Es sind 2 Cau-
daten und 3 Anuren (s. Salamandrinae ; Ranidae). Ber. Senck. Nat.
Ges. 1892 p. 132- 137.
Nach C. Greve lebt im Kodorgebiet des westlichen Trans-
kaukasiens angeblich ein grüner Salamander. [Die Notiz verdient
Beachtung, da das genannte Thal sich nach meinen Erfahrungen
durch eine sehr eigenthümliche Lokalfauna von Riesenformen aus-
zeichnet. — Ref.] Bei Suchum fand er Hyhi und Runa escvlcnta
ridihunda Fall., bei Petrowsk und Tiflis Bnfo viridis Laur. Zool.
Garten 33. Jg. p. 149-150.
Nordamerikanische Region. E. D. Cope nennt von Franklin
am Alleghany - Fluss, Venango Co., West-Pennsylvanien, B^lfo
lentiginosus cmiericanui^^ Rana virescens virescens^ Plefhodo?i ghftinosiis
u. Fl. cinereus dorsalis. Amer. Naturalist Bd. 26 p. 964.
Betr. Indiana s. oben Hay p. 88.
In ähnlicher Weise w^ie die Reptilien [s. oben p. 88] behandelt
H. Garman synoptisch die Batrachier des Staates Illinois. Er
nennt von Anuren Rana areol.ata B. G., tdriculuria Harl., pipiens
Schreb., pak/stris Lee, clamituns Latr., cateshiana Shaw inid sylvatica
Lee, Engystoma carolinense Holbr., Bufo leniiginosKs Shaw mit var.
ainericana (Lee.) Holbr., Acris gryllns Lee. mit var. crepitans Baird,
CItorophihis triseriafus Wied, IJyla cinerea Penn, mit var. semifasciata
Hallow., H. pickeringi Holbr. u. versicolor Lee. und von Caudaten
Molge miniata Raf. mit var. vindescens Raf., Desmognathus nigra
Green u. fusca Raf., Spelerpes ruber Latr., longicaudus Green und
hilineatvs Green, PJethodon glutinosus Green und erythrouotus Green
mit var. cinerea Green, Ileniidactylium sndatum Schlg., Amhlystonia
Tnicrostomum Cope, jefersoniaiium Green mit den vars. platinea Cope
u. lateralis Hallow., Ä. tigrinum Green, punctutum L., opacum Grav.
und talpoideum Holbr., Cryptohranchus alleglianieims Latr., Neciurus
maculatus Raf. und iSireii lacertina L. Vielfach sind eigne Be-
obachtungen über Färbung, Fundorte, Lebensweise u. s. w. ein-
gestreut (s. Ranidae, Bufonidae, Hylidae). Bull. 111. State Labor. N.
H., Champaign, 111. Bd. 3 p. 316-385, Taf. 14— 15.
Bei der Untersuchung von Montana und Wyoming in Bezug
auf ihren Fischreichthum wurden auch Reptilien und Batrachier
gesammelt. Eine Liste der daselbst gefundenen Batrachier bringt
F. C. Test. Bull. U. S. Fish Comm. f."'l891 p. 57—59 (1892).
E. D. Cope zählt aus Nordwest - Texas auf von Caudaten
Amblystoma figrimmi Green, von Anuren Bufo debilis Gir., cognatus
Say und letifiginoSKs Shaw var., Acri.^ gryllus Lee, Chorophilvs
triseriatus clar'kei Baird (mit biolog. Notiz), Spea hammond.i homhi-
in der Herpetologie wählend des Jahres 1892. 149
fro7is Cope und Rana virescens hrachyceph<da Cope [vergl. ancli oben
p. 90]. Proc. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 1892 p. 331—333.
Indische Region. 0. Boettger giebt eine Liste von 23 Arten
von Anuren aus Britisch-Indien und Ceylon. Keine neue Art
(s. Ranidae, Engystomatidae, Bufonidae). 29. /32. Ber. Offenbach.
Ver. f. Naturk. p. 93— 100.
Derselbe verzeichnet 4 Anuren aus Cambodja. Ebenda p.ll2.
Derselbe nennt aus Deli, Nordost- Sumatra, 2 Anuren,
darunter Megalophrjjs nasuta Schlg. aus Ober - Serdang, und einen
Apoden. Ebenda p. 112.
D. Vinciguerra zählt die von E. Modigliani auf der Insel
Engano bei Sumatra gesammelten Anuren Rana macrodon Tsch.
u. mcobarie?isis Stol. auf. Ann. Mus. Civ. St. Nat. Genova (2) Bd. 12
p. 525-526.
0. Boettger nennt von Java aus Buitenzorg Oxyglossus lima
Tsch., Rana macrodon Tsch., tigrina Daud. u. erythraea Schlg.,
sowie Bufo melattostidus Schnd., aus dem Tenggergebirge in Ost-
Java eine neue Rana, Ixahfs aurifasciatus Schlg., Microhyla achatina
Boie, Bufo horhonicus Boie und Leptohrachium hasseltl Tsch., aus
Buitenzorg und dem Tenggergebirge Rana limnocharis Wgm., masonl
Blgr. und chalconota Schlg., Rhacophorus reinwardti Wgl. und hu-
comystax Grav. typ. und var. sexvirgata Grav., sowie Bufo hiporcatus
Grav., und aus Tjibodas und dem Tenggergebirge Alegalophrys
muntana Kühl (s. Ranidae, Engystomatidae, Bufonidae, Pelobatidae).
29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 136—145.
F. Mocquard zählt die Anuren -Ausbeute M. Chaper's von
West-Borneo auf. Es stammen von Sebruang Rana tigrina Daud.
und macrodon Tsch., Oxyglossus laevis [neu für Borneo. — Ref.]
und Ixalus natator Gthr. typ. u. var. nnbila Mocq., sowie Calo-
phrynu>i pJeurostignia Tsch., von Sintang eine neue Engystomatiden-
Gattung und von Sebruang und Sintang Bufo asper Grav. (s. Ranidae,
Engystomatidae). Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 194—195, Taf. 7.
Mittheilungen über die am Mt. Dulitin Sarawak, Nord-Borneo,
von C. Hose gesammelten Batrachier macht G. A. Boulenger.
Es sind die Anuren Rana macrodon Kühl, hosei Blgr., jerhoa Gthr.
(mit System. Notiz) u. natätrix Gthr. {guttata Gthr.), Rhacophorus
appendictdatvs Gthr., Ixalus aurifasciatus Hchlg.^ Calophrynus pleuro-
stigma Tsch., Calhda haleata S. Müll., Bufo quadriporcatus Blgr.
u. asper Grav. (Notiz über ein $ mit besonders grossen Parotiden),
Megalophrys nasuta Schlg. und der Apode Ichthyophis monochroics
Blkr. Neu ein Rhacophorus und eine Nectophryne (s. Ranidae,
Bufonidae). Proc. Zool. Soc. London 1892 p. 507—508, Taf. 30.
0. Boettger verzeichnet von den Philippinen aus Manila
(Luzon) Oxyglossus laevis v. Mts., Staurois natätrix Gthr. und Calhda
conjuncta Pts. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 49.
G. A. Boulenger verzeichnet von Okinawa, Liukiu-Inseln,
Rana macropus Blgr., sowie je eine neue Rana und Tylototriton
150 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
(s. Ranidae, Salamandrinae). Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 302
bis 304.
Afrikanisclie Region. J. v. Bedriaga bringt Notizen über
die von A. F. Moller auf den Guinea-Inseln gesammelten Batracliier
und giebt eingebende Beschreibung von Rann netütoni Boc, Rappia
thomensis Boc. und Dennophis thomensis Boc. von S. Thome und
von Rappia concolor Hallow. von Principe. Die übrigen auf den
Inseln vorkommenden Arten sind Arthroleptis calcarata Pts. von
S. Thome und Rolas und Dermophis thomensis von Rolas. Eine neue
Rappia (s. Ranidae). 0 Istituto (Coimbra) Bd. 39. Sep.-Abdr. p. 1 — 16
u. 44—45.
A. Günther beschreibt die Batrachier der H. H. Johnston'schen
Ausbeute aus dem Hochland von Shire im Süden des Nyassasees.
Es sind die 5 Arten Rana fasciata Tsch. und eine neue Rana,
Breviceps mossambicus Pts., Bufo regularis Rss. und Scolecomorplms
kirki Blgr. (s. Ranidae). Proc. Zool. Soc. London p. 555- — 558,
Taf. 33-35.
P. Matschie nennt von Derema in Usambara, Deutsch-Ost-
afrika, aus 850 m Höhe die 3 Anuren Rappia concolor Hallow. und
cinctiveiitris Cope und Bufo regidaris Rss. Sitz.-Ber. Ges. Nat. Fr.
Berlin p. HO.
Tropisch-amerikanische Region. 0. Boettger verzeichnet
aus San Jose, Costa Rica, Fliryniscns varins Stann., Bufo hae-
matiticus Cope und marinus L. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 47.
Betr. der Insel Dominica vergl. oben Verrill p, 94.
Australische Region. 0. Boettger verzeichnet von Amboina
Hyla dolichopsis Cope (auch von Kaiserwilhelmsland) und //. am-
bomefisis Horst (s. Hylidae). 29. /32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
p. 155— 157.
A. H. S, Lucas bringt Notizen über die Verbreituug der Anuren
in Victoria und beschreibt 2 neue Arten (s. Bufonidae). Proc.
Roy. Soc. Victoria (2) Bd. 4 p. 59— (M.
J. J. Fletcher nennt in einem III. Beitrage zur Kenntniss der
geographischen Verbreitung der Anuren Austi'aliens [vergl. Ber. f.
1891 p. 155] p. 7 aus dem Binnenland von Neusüdwales von
Lucknow bei Orange 1. Limnodynastes fasmaniensis und 2. L. dorsalis,
3. Hyperolia mannorata^ 4. Pse^idophryne bibrotii und 5. Hyla eivingi
var. B (zum ersten Mal in der Inlandregion), von Wellington Caves
No. 1 und 4 und p. 8 von Yass No. 1, 2, 4, 5 und 6. Crinia sig-
nifera. Hyla aurea wurde gesehen aber nicht erbeutet. Ebenfalls
aus dem Binnenlande werden noch erwähnt No. 1 von Wentworth,
No. 2 von Cooma und Cowra, 7. Cryptotis brevis von Gosford,
8. Hyla peroni von den Emu Plains, Urana, und No. 1 und 9. Hyla
dentata von den Blue Mts. Aus Süd-Queensland von Pimpana
im Süden von Brisbane, also aus der Küstenregion, verzeichnet er
No. 3, 7, 10. Limnodynastes peroni ^1 11. Fseudophryne coriacea und
12. Hyla lesuevri, und p. 9 von Waroo (Inglewood), etwa 60 Miles
westlich von Stanhope, aus dem Binnenland No. 1, 3, 6, 11, 12
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 151
und 13. Hyla latopalmata. In einer Zusammenfassung seiner Unter-
suchungen erwähnt Verf., dass Batrachier auch im Innern von
Australien überall da vorkommen, wo nur irgend das Wasser zur
Entwicklung der Larve ausreicht. Von den 54 Anuren Australiens
finden sich 34 in Neusüdwales. Von 30 dem Autor bekannten
Arten aus Neusüdwales gehören 25 der Küstenregion und 18 dem
Binnenlande an, und von ihnen sind 14 Species beiden Regionen
gemeinsam. Wegen der specielleren Fauneneintheilung und der
Gründe der eigenthümlichen geographischen Vertheilung muss auf
die Arbeit selbst verwiesen werden (s. Leptodactylidae, Hylidae).
Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 7 p. 7—19.
Ecaudata.
Allgemein Anatomisches. C. Marquis hat das Knochenmark von Buna
temporaria L. untersncht. Es ist die Hauptstätte für die Bildung rother Blut-
körperchen und funktionirt periodisch, indem auf ein absolutes Ruhestadium im
Herbste und Winter ein durch besonders starke Thätigkeit ausgezeichnetes
Stadium im Spätfrühling und Frühsomnier folgt, das während des Sommers in
allmählich absteigender Stufenfolge bis zum Herbst in vollständige Funktions-
einstellung übergeht. Leber und Milz spielen bei der Blutbildung erwachsener
Frösche keine Rolle. Wie sich die Haematoblasten im venösen Capillargefäss-
system des Knochenmarks lokalisiren und wie dieselben dann allmählich zu
rothen Blutzellen auswachsen, wird eingehend beschrieben. „Diis Knochenmark
der Amphibien in den verschiedenen Jahreszeiten." Dissert. Dorpat, Karow in
Comm., 8". 82 pgg., Taf.
Ueber den Charakter und das Verhalten der Wanderzellen des Frosches
und über ihre Beziehungen zu Mikroorganismen macht A. A. Kanthack Mit-
theilungen. Proc. Roy. Soc. London Bd. 52 p. 267—273.
A. Cavazzaui sucht bei Eana den Nachweis zu führen, dass jede Muskel-
kontraktion von einer Gerinnung des Myosius abhängig ist, behauptet, dass auch
die nervösen Funktionen einem Gerinnungsprocesse unterworfen sind und dass
die Kalksalze einen wesentlichen Antheil an den Phänomenen haben, die sich
im Nervensystem abspielen. Arch. Ital. Biol. Bd. 18 p. 156—157.
Hautsystem. In seinen Beiträgen zur Histologie und Physiologie des
Epithels widmet S. Mayer den „grossen multipolaren Ganglienzellen" Hubers
in der Epidermis des Frosches seine Aufmerksamkeit und zeigt, dass sie keines-
wegs Wanderzellen sind, sondern an Ort und Stelle entstehen. Auch die
„Steruzellen" von Langeihans sind nichts anderes, als umgewandelte gewöhnliche
Epithelzellen, die mit Nervenelementen nichts zu thun haben, sondern vielleicht
als Sekretionszellen aufgefasst werden dürfen, deren Zerfallsprodukte in die der
Ernährung des Epithels dienende Flüssigkeit aufgenommen werden sollen.
Zeitschr. Lotos (2) Bd. 12. 17 pgg.
Ueber den Farbeuwechsel der Frösche hat W. Biedermann Versuche an
Hyla und Bana temporaria angestellt. Es sind wesentlich zwei Gruppen von
Hautzellen, die die Farben und deren Aenderungen veranlassen. Zunächst
kommen in Betracht die in der Tiefe liegenden schwarzen Pigmentzellen, dann
die über ihnen liegenden Interferenzzelleu, die einen körnigen, zuweilen blau
152 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungen
oder purpurn, zuweilen aber grau erscheinenden Tnlialt und ein intensiv gelbes
Pigment einschliessen ; über diesen Pigiiieutschichten lagert die farblose Oberhaut.
Verf. behandelt sodann die anatomische Grundlage des Farbeuwechsels. Was die
physiologischen Bedingungen anlaugt, so konnte er feststellen, dass Absperrung
der Blutgefässe und Verhinderung der Blutzufuhr zu einer bestimmten Haut-
stelle ein Zusammenballen des schwarzen Pigmentes veranlasst, während sich
der gelbe Farbstoff der Interferenzzellen dabei niemals ballt; daher kommt es,
dass Blutleere und Tod die grüne Farbe des Laubfrosches in helleres Gelbgrün
verwandelt. Die eigentliche Ui'sache dieser Erscheinung wurde nicht in einer
Ansammlung von Kohlensäure, sondern im Mangel an zugeführtem Sauerstoff
gefunden. In gleichem Sinne wirken Wärme und Licht auf die Chromatophoren.
Die Innervation der Chromatophoi'en wurde experimentell nachgewiesen; nach
Durchschneidung der Nerven blieben die Wirkungen von Wärme, Licht und
ßlutabsperrung aus. Auch Durchschneidung der Sehhügel ei-zeugt eine Lähmung
der Chromatophoren; es entsteht in kurzer Zeit ein tiefes, glänzendes Schwarz
der Haut, das nur durch direkte Reizung der peripherischen Nerven in Hellgrün
und durch Wärme, die ein Ballen des schwarzen und gelben Farbstoffes ver-
anlasst, in weissliches Grau übergeht. In den Sehhügeln muss daher die Central-
stelle für die Bewegungen der Pigmentzelleu gesucht werden. Durch vielfache
Versuche endlich konnte Verf. leststellen, dass weder die unzweifelhaft vor-
handene, direkte Lichtwirkung auf die Haut, noch eine durch das Auge ver-
mittelte Reflexwirkung die jeweilige Färbung des Thieres in ei'ster Linie bedingen,
sondern dass den Hautempfindungen in dieser Beziehung eine viel wesentlichere
Bedeutung zukommt. Rauhe und unebene oder gar unterbrochene Flächen, die
insbesondere den Haftsclieiben der Zehen nur in unvollkommener Weise die
Befestigung gestatten, begünstigen das Dunkeln, glatte Flächen hingegen die
Grünfäi'bnng der Haut auf reflektorischem Wege. Arch. f. d. ges. Phys (Pflüge)')
Bd. 51 p. 455-508, Taf. 11. — Ref. in Naturw. Rundschau 7. Jg. p. 212-213.
F. Leydig beschreibt jRan« esculenta aus dem Kreuzberger-Pütz bei Bonn
und von Karlsruhe, deren ganze Rückenfläche ein entschiedenes Blau zeigt
[Auch W. Wolterstorff zeigte s. Z. dem Ref. solche bei Frankfurt a. M. ge-
sammelten Stücke]. Sie waren neben normal gefärbten Exemplaren gefangen
worden. Aus dem Dunkel hervorgeuommen, wurden die kuiz zuvor dunkelblauen
Thiere mit einem Schlage weiss, welche Farbe aber bald wieder in BläulichAveiss
überging. Die Entstehung dieses Blau beruht wohl darauf, dass individuell und
wahrscheinlich auch unter dem Einflüsse der Oertlichkeit die Menge der dunkeln
Chromatophoi'en in der Haut eine sehr grosse war, so dass sie, als Ganzes, eine
schwärzliche, zusammenhängende Schicht erzeugten. Indem nun dieses Schwarz
von dem „trüben Mittel" des Bindegewebes und der Epidermis überlagert wird,
tritt das Blau hervor. Auch die Haut von Hylcj, vom frischen Thiere ab-
gezogen, sieht von innen angesehen blau aus. Zool. Garten 33. Jg. p. 1 — 4.
Skelettsystem. E, Gaupp schildert nach neuen Untersuchungen eingehend
die Bildung und Umbildung des Primordialschädels von Bana temporaria. Die
vordere Verbindung des Quadratums mit dem Schädel, wie sie für den Larven-
zustand charakteristisch ist, vergleicht er mit der ähnlichen Verbindung mit
dem Anteorbitalfoi'tsatz, die bei Teleostiern und Knochenganoiden bleibend be-
steht. Dadurch verliert diese Bildung ihren exceptionelleu Charakter, und der
Anurenschädel wird einigermassen zum Verbindungsglied zwischen den Fischen
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 153
und den Landwirbelthieren. Verli. Auat. Ges., 6. Vers. p. 183—190 und Morph.
.Arb. V. G. Schwalbe Bd. 2 p. 275-481, 2 Figg., 4 Taf.
Ueber Variationen der Wirbelsäule bei Bufo variabilis Pall. vergleiche
H. Adolphi. Morph. Jahrb. Bd. 19 p. 313-375, 4 Figg., Taf. 12.
C. Hasse studirte die Entwicklung der Wirbelsäule der Anuren. Bei
Pelohates fuscxis wurde eine Cuticula chordae und eine C. sceleti gefunden, bei
Mana temporaria und esculenta ist, wie bei den Amnioten, nur die erstere vor-
handen. Die Anuren bilden also in dieser Beziehung einen Uebergang von den
Fischen und Caudaten zu den höheren Wirbelthieren. Zeitschr. f. wiss. Zool.
Bd. 55 p. 252—264, Taf. 12. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893, p. 155.
C. Emery bestätigt gegen Jungersen seine frühere Deutung der Knorpel-
konie in dei- Anlage des Carpus der Anuren. Es gelang ihm, in der Hand von
Pelobates-h&rven die getrennte Anlage des Cg und seine Verschmelzung mit dem
C4 zum TJncinatum festzustellen. Ferner fand er bei dem nämlichen Thier ein
später mit dem Ulnare verschmelzendes Pisiforme und Knorpelbildung im
Bereiche des Intermediums. Der Carpus von Pelohates und der Anuren über-
haupt enthält also alle wesentlichen Elemente der Handwurzel höherer Wirbel-
thiere. Atti Accad. Lincei Roma, Rendic. (5) Bd. 1, 1. Sem. p. 203— 206. —Ref.
in Monit. Zool. Ital. 3. Jg. p. 114—115.
In seinem methodischen Beitrage zum Studium der Beweguugsvorgänge in
den Knorpelzellen liefert J. Vejnar den Beweis für die bisher zAveifelhafte
aktive Bewegung in den Knorpelzellen bei Bana. Aus Instit. f. exper. Pathol.
Prag in Allgem. Wien. Med. Zeitung 1892. Sep.-Abdr. 5 pgg.
Nervensystem. Azema, Contribution a l'etude du Systeme nerveux des
Batraciens anoures. These. Montpellier 1892. 45 pgg., Taf.
R. Marchesini erwähnt in der oberen und hinteren Innenregion der
Lobi optici von Rana einen Haufen von sehr grossen Ganglienzellen. Bull.
Accad. Med. Roma 18. Jg. p. 485-487.
G. N. Stewart untersuchte in einer umfangreichen Arbeit bei Bana und
Bufo [vergl. Ber. f. 1891 p. 159J die Wirkung der Tempeiatur auf die Hemmungs-
tbätigkeit des Vagus, auf den beschleunigenden und verstäikenden Sympathicus-
effekt, sowie den Einfluss extremer Temperaturen auf die Herzbewegung. Journ.
of Phys. Bd. 12 p. 59—164, Taf. 3-6.
Einen Beitrag zur Physiologie des Lendenmarks der Frösche bringt
A. Beck. Anzeiger Akad. Wiss. Krakau 1892 ISIo. 58.
H. Adolphi versucht, die Variationen in der Dicke der Spinalnerven von
Bufo variabilis Pall. in ein System zu bringen und daraus allgemeine Schlüsse
zu ziehen. Aus seinen Untersuchungen ergiebt sich, dass sowohl der Plexus
sacralis, als auch der PI. brachialis ihren Schwerpimkt nach dem Kopfe zu ver-
legen. Mit dieser Wanderung des Plexus nach dem Kopfe zu, wie es ausser
Bufo auch die anderen Anuien zeigen, treten diese in einen Gegensatz zu den
Amnioten, wo nach allen Untersuchungen der Hals an Länge zimimmt und die
Vorderextremität und ihr Nervenplexus somit vom Kopfe weg wandern. Morph,
Jahrb. Bd. 19 p. 313-375, 4 Figg., Taf. 12.
C. S. Sherrington liefert eine vorläufige Mittheilung über die motorischen
Fasern der Wurzeln des Plexus lumbosacralis auch bei Bana. Proc. Roy. Soc.
London Bd. 51 p. 67—78.
154 Prot. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Th. Beer hat die Eisenchlorid-Dinitroresorcinfärbimg verwandt, um die
Degeuei'ation peripherischer Nerven auch bei Eana zu studiren. Arb. Inst.
Anat. Phys. Centralnerv. Wien. Univ. Bd. 1 p. 53—72, 2 Taf. u. Jahib. f. Psychia-
trie Bd. 11 (1893). 20pgg-., Taf. 4 -5.
A. Laudauer fand an den Muskehi der Hinterbeine von Bana esadenta
Nervenfasern, die den dorsalen Nebenwurzeln des Rückenmarkes entstammen,
also sensibel sind. Er berichtet eingehend über die Endigungen dieser sensibeln
Muskelnerven. Math.-nat. Ber. Ungarn Bd. 10 p. 136—158, Taf. 6.
J. Jegorow untersuchte anatomisch und physiologisch den Verlauf der
Gefässnerven für das Hinterbein von Bana. Es ergab sich, dass der Ischiadicns-
stamm keine Gefässnerven für die Schwimmhaut enthält, wohl aber der Plexus
ischiadicus. Hier findet jedoch nur eine anostomotische Verbindung der vom
Brust- und Bauchtheil stammenden Gefässnerven mit den Spinalnerven statt; die
Gefässnerven verlaufen weiter mir mit den Gefässen, in denen sie ein ober-
flächliches und ein tiefes Geflecht bilden. In der Gefässwand, auf der äusseren
Fläche der Muskelschicht, findet man in Form von Ganglien grosse, mittlere
und kleine Nervenzellen. Die Zellen sind von Nervenfasern umgeben, die an
ihnen hauptsächlich als Bündel vorüberziehen. Arch. f. Anat. u. Phys., Phys.
Abth. 1892, Suppl.-Bd. p. 69-100, Taf. 8.
A. Sandulli studirte die Nervenendigungen im M. gastrocnemius von
Bana esculenta und ihre Veränderungen nach Durchschneidung der Nervenstämme.
Giorn. Ass. Med. Natural. Napoli 3. Jg. p. 105-135, Taf.
Ueber die motorische Nervenendigung im Herzen von Bana theilt G. Retzius
mit, dass sie in hohem Grade der einfachsten Form bei den willkürlichen Muskeln
und im ganzen der der glatten Muskulatur ähnelt. Biol. Unters. Retzius (2)
Bd. 3 p. 41— 52, Taf. 14-20.
Ch. Oontejean's Arbeit über die Innei-vation der Magens bei Bana [vergl.
Ber. f. 1891 p. 159] findet sich auch im Arch. Phys. norm, et pathol. Paris 24. Jg.
p. 640 -650.
E. Müller wandte die Golgi'sche Methode zur Untersuchung der Aus-
breitung und Endigungsweise der Nerven im Magen, Darm und Pankreas auch
von Bana an. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 40 p. 390-409, Taf. 21— 22.
J. Gaule versucht ein Schema der Innervation und nervösen Leitung in
der Harnblase von Bana und insbesondere der lokalen Reflexbahn zu geben.
Arch. Anat. Phys., Phys. Abth. 1892, Suppl.-Bd. p. 29— 40, Taf. 3.
Sinnesorgane. R.Bunge, Die Nervenendigungen der Froschhaut. Haller
Dissert. Guben 1892. 8*^. 21 pgg.
In der Haut von Bana, namentlich am Daumenballen, sind nach C. J. Eberth
& R.Bunge sowohl freie Nervenendigungen wie solche mit Endzellen zu unter-
scheiden. Die ersteren enden mit feinen Knöpfchen, die letzteren sind ungleich
häufiger. Ausführlicheres über Bau und Verlauf beider Endigungsarten ist in
der Arbeit zu finden. Anat. Hefte 1. Abth. Bd. 2 p. 173-203, 14Figg., Taf. 11.
In seiner Arbeit über Reizbarkeit der Fioschhaut für Licht und Wärme
behauptet A. v. Koränyi die Existenz reflexerhöhender Einrichtungen im
„Grosshirn" des Frosches. Centr.-Bl. f. Phys. Bd. 6 p. 6-8.
J. Niemack fand mit der Methylenblaumethode, dass in den Endscheiben
der Zunge von Bana, wie schon Ehrlich sah, keine Kontinuität, sondern nur
Kontiguität zwischen Nerv und Zelle vorhanden ist, daneben aber sich freie
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 155
Endigungen an der Oberfläche finden. Es ist nach dem Verf. nicht unmöglich,
dass der doppelten Nei-venendigung auch eine doppelte Funktion der Endscheiben
entspricht. Anat. Hefte 1. Abth., Bd. 2 p. 235— 247, Taf 12-13.
Nach D. Bertelli besteht das Trommelfell auch der Anuren aus drei
Schichten. Monitore Zool. Ital. 3. Jg. p. 203—207 u. Arch. Ital. Biol. Bd. 18
p. 458-462.
J. Niemack untersuchte Maculae und Cristae acusticae bei Eana mit
Methylenblau. Anat. Hefte 1. Abth., Bd. 2 p. 205—234, Taf. 12.
In seinen Untersuchungen über die Funktion der halbzirkelförmigen Kanäle
des inneren Ohres beim Frosche beschreibt H. Girard die nach Durchschneidung
des N. acusticus bei den Versuchsthieren auftretenden Orientirungsstörungen.
Die genannten Bogengänge sind unzweifelhafte Orieutirungsorgane. Die beider-
seitige Zerstörung derselben lässt das Thier für einige Zeit fast vollständig des-
orientirt. Später wird es wieder Herr seiner Bewegungen, und zwar höchst
wahrscheinlich durch Vermittlung anderer Sinnesorgane. Arch. de Phys. norm,
et pathol. 24. Jg. p. 353—365.
Nach C. Schipiloff bringt die Durchschneidung des Ramus anterior des
Acusticus, der Vorhof und Kanäle versorgt, nur Taubheit hervor, während die
Durchschneidung des Ramus posterior, der zum Sacculus und zur Lagena geht,
die nämlichen Gleichgewichtsstörungen verursacht wie Durchschneidung des ganzen
Acusticus. Ob die letzteren Frösche hören, wird nicht angegeben. Dass der
R. posterior, wie Retzins behauptet, auch einen Kanal versorge, stimmt nicht
zu den gefundenen Resultaten. Arch. Sc. Phys. et Nat. (3) ßd. 28 p. 109 — 111.
In seinen ,, Physiologischen Untersuchungen über das Endorgan des Nervus
octavus. Wiesbaden, Bergmann 1892, 8". 11, 318 pgg., 5 Taf." giebt J. R. Ewald
eine ausführliche Dai'stellung seiner Beobachtungen über das Labyrinth auch
der Frösche. Er zerlegt die Endorgane des N. acusticus in ein „Tonuslabyrinth",
das einen Tonus aller Muskeln unterhalte und ausserdem Sinnesorgan für passive
Bewegungen sei, und in ein „Hörlabyrinth".
Klemensiewicz untersuchte das Verhalten der fixen Hornhautzellen und
der Wauderzellen bei der Entzündung der Hornhaut von Bana. Verb. Anat.
Ges., 6. Vers. p. 235-240. — Diskussion von Toi dt und Ben da. Ebenda p, 240.
Nach C. J. Eberth haben die Leucocyten keinen Antheil an der Regene-
ration der Hornhaut; auch mitotische Theilung derselben kam niemals zur Be-
obachtung. Er beschreibt kurz die Regenerationsvorgäuge an der geätzten
Hornhaut von Bana. Verb. Ges. Deutsch. Naturf. u. Aerzte, 64. Vers., 2. Theil
p. 168—169.
In seiner Arbeit über die Entwicklung des N. opticus und über die Bildung
der Augenspalte beim Embryo von Bana temporaria weist A. Assheton nach,
dass der Augenblasenstiel keinen Theil an dem Aiifbau der nervösen Elemente
des Sehorgans nimmt. Die Fasern des N. opticus sind meist Ausläufer von
Nei'venzellen der Retina und wachsen centripetal dem Hirn zu. Centrifugale
Fasern im Sinne Ramön y Oajal's wurden nicht beobachtet. Die Nervenfasern
gehen über den ventralen Rand des Augenbechers und verursachen dabei die
Bildung der Augenspalte. Erst sekundär dient diese zum Eintritt von Binde-
gewebe. Qu. Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 34 p. 85—104, Taf. 11—12. — Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 19—20.
Verdauungssystem. S. Mayer giebt eine Notiz über den perioesopha-
156 Prof. Dr. Oskar ßoettger: Bericht über die Leistungen
gealen Lymphsack von Bana, der vor Rauvier schon lange bekannt und unter-
sucht WAV. Zool. Anzeiger 7. Jg. p. 217 — 221.
Nach G. ßizzozero sind die ßecherzellen bei Rana keine umgewandelten
Epithelzellen, sondern schon ihre Jugendstadien sind durch eine bestimmte Be-
schaffenheit und durch einen specifischen Inhalt ausgezeichnet. Atti Accad.
Torino Bd. 27 p. 891 -903, Taf. u. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 40 p. 325-375,
Taf. 18-19.
Athmungssystem. In seiner IL Mittlieilung [vergl. ßer. f. 1888 p. 255]
über die inneren Kiemen der Batrachierlarven theilt Fr. E. Schulze seine
Beobachtungen über Skelett, Muskulatui-, Blutgefässe, Filterapparat, respiratorische
Anhänge und Athmungsbevi^egungen erwachsener Larven von Pelohales fuf<cus
Laur. mit. Haben die Inspirationsbewegungen, nämlich 1. das Oeft'nen des
Mundes, 2. das Senken des Bodens der Mundrachenhöhle und 3. das Heben des
hinteren lateralen Theiles des Kiemenkorbes ihren Höhepunkt erreicht, so be-
ginnt sofoi t eine Reihe entgegengesetzter Bewegungen, indem sich 1. der Mund
durch Heben des Unterkiefers mit der Unterlippe und geringes Senken des
oberen Hiirnkiefers schliesst, gleich daiauf 2. das Zungenbein mit dem Boden
der Mundrachenhöhle hebt und 3. der hintere laterale Theil des Kiemenkorbes
senkt, endlich 4. die Oeffnung des Athemlochs eine geringe Erweiterung erfährt.
Doch geht diesei- letztere Cyclus von Bewegungen etwas schneller vor sich als
der erstere. Sodann folgt eine kleine Ruhepause, worauf wieder die zueist be-
schriebene Reihe von Inspii'ationsbewegungen einsetzt. Verf. beschreibt sodann
die Muskelthätigkelt, wodurch diese verschiedenen Athmungsbewegungen zu
Stande kommen. Beim Senken des Bodens der Rachenhöhle verkürzt sich der
paarige M. oi'bito-hyoideus, beim Heben der.M. subhyoideus. Es sind dies jeden-
falls die wichtigsten Athemmuskeln. Bei der Einathmung tritt Wasser sowohl
durch die Nnsenöffnungen, als aucli durch die Mundöffuung ein, während am
Athemloche das "Wasser entweder in Ruhe bleibt oder sogar in schwachem
Strome austritt. Umgekehrt ist es bei der Ausathmung. Die Athemthätigkeit
der Pe/ofcöies-Larve kann somit als eine Scbluckbewegung aufgefasst werden.
Schliesslich beschreibt Verf. den Komplex der Bewegungen, namentlich der M.
marginales, der dazu dient, die auf der Oberfläche des Filterapparates an-
gesammelten Fremdkörper zeitweise durch die Mundöffuung hinauszuwerfen.
Ob diese Muskeln den Namen eines accessorischen Herzens verdienen, liess sich
expeiimentell nicht feststellen. Phys. Abh. Akad. Wiss. Berlin 1892. 66 pgg.,
Fig., 6 Taf.
E. Couvreur bringt eine Mittheilung über Funktion und Innervation des
Stimmapparates beim Frosche. Ann. Soc. Linn. Lyon Bd. 39, Proc.-verb., Sitz.
V. 23. Mai 1892.
Gefässsystem. Tb. AV. Engel mann schlägt eine scharf definirte ana-
tomische und physiologische Terminologie für das Froschherz vor und bezeichnet
jeden Begriff durch ein Symbol. Onderzoek. Phys. Lab. Utrecht (4) Bd. 2 p. 74
bis 124 u. Pflüger's Arch. f. d. ges. Phys. Bd. 52 p. 357-392.
L. Ran vi er berichtet über die Gefässe und die Clasmocyten der Hyaloidea
von Rana. Compt. Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 1230-1233.
Derselbe beschreibt als „Brauches vasculaires coniques" Kapillaren in
der perioesophagealen Membran von Ratia esculenta. Die Blutkapillaren scheinen
in der Herpetologie wahrend des Jahres 1892. 157
beim Frosclie ausschliesslich Gebilde des Veuensystenis zu sein. Ebenda Bd. 114
p. 570-574, 2 Figg.
E. Oehl's Mittheilungen über die hinteren Lympbherzen des Frosches
knüpfen an frühere Arbeiten desselben Verf.'s an [vergl. Ber. f. 1890 p. 163 u.
1891 p. 161]. Sie behandeln Einwirkung der Tempei atur, des Luftdrucks u. s. w.
auf die Bewegung der I^yniphe in den Lymphherzen und sind wesentlich physi-
ologischer Natur. Arch. Ital. Biol. Bd. 17 p. 375-388 u. Mem. K Ist. Lomb.
Sc. Lett., Gl. Sc. Mat.-Nat., Bd. 17 (Ser. 3, Bd. 8). Heft 1—2, Taf. 1.
Urogenitalsystem. Mittheilungen über die Nephrostomen von Rcuia macht
0. G. Farrington. Trans. Gonnecticut Acad. Arts & Sc. (New Haven) Bd. 8
p. 309—314, Taf. 24.
J. E. Abelous & P. Langlois vervollständigen ihre früheren Angaben
über die Funktion der Nebenniere [vergl. Ber. f 1891 p. 162] durch weitere ex-
perimentelle Untersuchungen an Eana. Arch. de Phys. (5) Bd. 4 p. 465—476.
M. Albanese hat die hochgradigen Ermüdungserscheinungen, die nach
Exstirpation der Nebenniere eintreten, studirt und weitere Versuche über die
Funktion derselben, gleichfalls an Rana, angestellt. Er vermuthet, dass die
Nebennieren gewisse schädliche Pi-odukte der Muskelai'beit (Neurin) zerstören
oder unschädlich machen. Atti Accad. Lincei Roma (1) Bd. 5, 1. Sem. p. 127
bis 133 u. 363—366 u. Arch. Ital. Bio). Bd. 17 p. 239-247 u. Bd. 18 p. 49-53.
Ontogenie. Einige unbefruchtete Eie)' von Bona temporai-ia zeigten an
ihrem dunkeln Pole mehrere Furchen, was H. Dehn er als den Anfang einer
„parthenogenetischen Furchung" auffasst. Verb. Phys.-med. Ges. Würzburg (2)
Bd. 26 p. 1—18, Taf. 1. — Ref. in Jouni. Roy. Micr. Soc. London p. 587.
F. Ziegler bringt einige vorzüglich gelungene Oberflächenbilder von
Embryonen der Bona temporaria L. und giebt Erläuterungen dazu. Auat. An-
zeiger 7. Jg. p. 211-215, 3 Figg. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 26 p. 966.
A. N. Sewertzoff erkannte im Kopfmesoderm von Pelobates fuscus drei
Segmente [vergl. auch Ber. f. 1891 p. 172]. Die äusseren Segmente Goette's ■
sind nicht mesodermal, sondern gehören zum Ektoderm. Bull. Soc. Imp. Nat.
Moscou (2) Bd. 6 p. 99- 103, Fig. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London p.587.
0. Hertwig's vergleichend- morphologische und teratologische Studie über
Urmund und Spina bifida an missgebildeten Froscheiern stützt sich im wesent-
lichen auf Folgeerscheinungen von künstlichen Eingriffen an Froschembryouen,
die wir hier übergehen müssen. Doch sucht Verf. auch die Ursachen von Miss-
bildungen selbst und besonders von Melufachbildungen aufzudecken, die er z. Tb.
aus der Ueberfruchtung der Eier — durch Eindringen von mehr als einem
Spermatozoon ins Ei — erklärt. Hingewiesen sei sodann auf das Kapitel, das
von dei' normalen Gastrulation der Batrachier bandelt, von Anlage und Be-
schaffenheit des Blastoporus und der Entwicklung des Nei-veusystems. Arch. f.
mikr. Anat. Bd. 39 p. 353-503, Taf. 16-20. — Ref. in Naturw. Rundschau
7. Jg. p. 470-473 und 486—487, in Amer. Natui-alist Bd. 26 p. 782—785 und
in Journ. Roy. Micr. Soc. London p. 585—586.
E. Metschnikoff bringt eine z. Th. gegen A. Looss [vergl. Ber. f. 1889
p. 253] und E. Bataillon [veigl. Ber. f. 1891 p. 163] gerichtete Untersuchung
über Phagocytose der sich rückbildenden Muskeln des Froschlarvenschwanzes.
Ann. Instit. Pasteur Bd. 6 p. 1—12, Taf. 1—2. — Die Polemik zwischen ihm und
E. Bataillon dreht sich um die Fiage, ob sich bei diesem Processe Leucocyten
158 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
an dem Zerfall der Muskeln betheiligen oder nicht. Letzterer bejaht diese
Frage. Conipt. Eend. Soc. Biol. Paris (9) Bd. 4 p. 185—188 und 282-283. —
Nach E. Metschnikoff entstehen jedoch die destruktiven Elemente oder
Phagocyten hierbei nicht aus Leucocyten, sonderen aus dem Sarcoplasraa hyper-
tropbirter Muskelzellen. Ebenda p. 235. — AehnJich verhält es sich mit der
Polemik zwischen ihm und A. Looss. Centr.-Bl. f. Bakt. u Parasitenk. Bd. 12
p. 81—87, 294-296 u. 514-516. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893
p. 87—88.
Biologisches. Fr. Werner berichtet über das Leben einiger Anuren
Ost - Algeriens. Am Mt. Edough bei Bona beobachtete er Bufo manritanicm,
der auch tagsüber seiner Nahrung nachging und sich in Sprüngen fortbewegte,
sodann Bana escidenta ridibunda und Discoglossus pictus, der vielfach ausser-
halb des Wassers anzutreffen war. Zool. Garten 33. Jg. p. 264—273.
Fr. Finn macht Mittheilungen über Nahrung und Feinde von Xenopus
laevis und über die rothen Flecken von Bufo regularis und Hylambates maculuhis
aus Sansibar. Natural Science Bd. 1 p. 746 — 748.
J. H. Garnier macht in einem Artikel über die Reptilien und Batiachier
von Canada auf die Art aufmerksam, wie die Frösche ihre Beute verschlingen,
und weist der Zunge und den beiden Zungenhörnern eine wichtige Rolle dabei
zu. Er theilt die canadischen Frösche ihrer Lebensweise nach in Land- und
in Wasserfrösche. „The Land we live in" Bd. 4, No. 10. Luckuow (Ontario),
1892. 32 pgg.
M. Dewevre beschreibt das ungleiche Verhalten der Frösche in deu ver-
schiedenen Jahreszeiten in Bezug auf den Glycogengehalt ihrer Leber und
Muskeln und den Zuckergehalt ihres Blutes. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (9)
Bd. 4 p. 19—21.
In seiner Arbeit über den Einfluss des Lichtes auf den respiratorischen
Gaswechsel bei Bana palustris, fontinalis und pipiens kommt C. A. Ewald zu
dem Resultate, dass Licht die Ausscheidung von Kohlensäure in keinei- Weise
beeinflusst. Journ. of Phys. Bd. 13 p. 847—859.
Eine Notiz über das Quaken von Bana bringt E. Couvreur. Ann. Soc.
Linn. Lyon (2) Bd. 39, Proc.-verb., Sitz. v. 23. Mai 1892.
Um zu sehen, wie ein Frosch im Sommer in Tempei'aturen, die 32° über-
steigen, seine Herzthätigkeit unterhalten kann, bi'achte R. Flatow Frösche in
hoch erhitzte, trockene oder aber feuchte Luft. Nur in trockner Luft blieben
die Thiere auch bei 50° am Leben, und zwar infolge von Zurückbleiben ihrer
Innentemperatur, hervorgerufen durch gesteigerte Verdunstung von Seiten der
Haut und wohl auch der Lungen. Arch. f. exper. Path. Bd. 30 p. 363 — 384,
3 Figg. — Auch separ. : „Ueber den Einfluss der Temperatur auf die Thätigkeit
des Froschherzens. Strassbui'g i. E., 1892, 25 pgg., 3 Figg."
Neue Untersuchungen über das Auftreten und die Ursachen des Polymor-
phismus bei den Anurenlarven hat L. Game ran o angestellt, indem er bei
Courmayeur von Juli bis September die Einwirkung des Lichtes auf die Lai ven
von B. temporaria L. studirte. Er weist nach, dass bei nahezu gleicher Ent-
wicklungszeit, Temperatur und Nahrung Larven in Wasser, das durch einen
Zygnemaceen - Teppich verdunkelt war, im Mittel 9, in solchem mit weniger
Pflanzenwuchs 10 und in von Pflanzen freiem Wasser 14 cm lang waren.
Färbungsunterschiede bei den verschiedenen Larven und Verschiedenheiten der
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 159
erwachsenen Thiere konnten jedoch nicht nachgewiesen werden. Atti R. Accad.
Torino Bd. 28 p. 134-148. - Sep.-Abdr. (1893). 17 pgg.
Systematisches. A. v. Mojsisovics giebt Schlüssel für die Unter-
scheidung der österreichischen 4 Rana- und 2 Bombinato)-- Arten. Mitth. d.
Naturf. Ver. f. Steiermark Jg 1891, Sekt-Ber. f. Zool., Verh p. 71— 72.
Ranidae. Biologisches. Nach J. Ziegler 's thierphaenologischen Beob-
achtungen liess sich Rana esculenta L. im Mittel von 14 Beobachtungsjahren
bei Frankfurt a. M. am 30. März hören; frühester Termin war der 15. Januar
1875, spätester der 24. April 1856 und 1877. Ber. Seuckenherg. Nat. Ges. p. 61.
Fr. Westhoff zeigt, dass lokale Vei'hältnisse — räumlich abgegrenzte
Moorbezirke in der Umgehung von Münster i. W. — vielfach abändernd auf die
Tracht von Rana arvalis Nilss. eingewii'kt haben. Er beschreibt die Moorfrösche
von sieben verschiedenen Standorten und macht darauf aufmerksam, dass die
var. striata sich dort nur in den Tiefraooren, der Typus aber in den Hoch-
mooren finde. In Mooren gemischten Charakters zeigten sich beide Formen
gelegentlich neben einander. Jahr.-Ber. Westf. Prov.-Ver. f. Wiss. u. Kunst,
Zool. Sekt., Bd. 21. — Ref. in Natuiw. Rundschau 8. Jg. (1893) p. 244.
Faunistisches. O. St oll macht Mittheilungen über das Vorkommen von
Rana agüis Thom. in der Ostschweiz. Vierteljahrsschr. Nat. Ges. Zürich Bd. 37
p. 337— 339. — 0. Boettger verzeichnet sie von Matziug bei Traunstein in
Oberbayern, ßiehm's Thierleben 3. Aufl., Bd. 7 p. 678. — Fr. Leydig fand sie
auch bei Rothenburg au der Tauber, aber wieder nur in einem Stücke, und
macht Mittheilungen über ihr sanftes, geduldiges Wesen und die Schwierigkeit
ihres Transportes. Verf. rechnet die Art zur Reliktfauua der Diluvialzeit in
Westdeutschland und hält ihre gänzliche Ausrottung hier für bevorstehend.
Zool. Garten 33. Jg. p. 321—325.
F. Müller nennt Oxyglossus ^f»ja Tsch. aus Cochinchina und Rana limno-
charis Wgm. von Gadok, Ost-Sumatra, und von Buitenzorg, Java. Veih. Nat.
Ges. Basel Bd. 10 p. 197.
W. L. Sclater kennt p. 343 Rana Uebigi Gthr. aus Tavoy in Süd Barma,
R. feae Blgr. von Hotha in Jünnan, giebt p. 344 die Unterschiede der R. hasche-
ana Stol. von der nahverwandten R. doriae Blgr. und macht p. 345 eine Be-
merkung über Limnodytes macularius Blyth = Rana gracilis Grav. und über die
Unterschiede und Fundorte von Rana nigrovittata {tytleri) und erythraea Schlg.
Weiter nennt er p. 346 Rhacophorus lateralis Blgr. von Koppa in Mysore und
eine kaum von R. cavirostris Gthr. abweichende Form aus Tenasserim und p. 347
Ixalus asper Blgr. aus dem Grenzgebirge von Barma und Siam. Proc. Zool.
Soc. London 1892.
Systematisches. L. v. Mehely bringt eine eingehende Studie der Braunen
Frösche Ungarns in Bezug auf Systematik, Sj^nonymie, Anatomie, Lebensweise
und Vorkommen und giebt vorzügliche Abbildungen derselben. M. T. Ak. Math.
es Termeszettud. Közlemenyek Bd. 25 p. 1—63, Taf. 1 — 8 (ungar.).
O. Boettger macht p. 133 - 134 faunistische und systematische Bemerkungen
über Rana esculenta var. ridibunda Fall, von Tiflis, aus dem Karabagh, von
Kutais und Lenkoran und giebt Masse der Stücke aus dem Karabagh, p. 134
bis 135 über R. cameramn Blgr. aus dem Karabagh, vom Goktschai-See und
von Tiflis und p. 136—127 über R. macrocnemis Blgr. von Tiflis, mit Beschreibung
und Massangaben. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892.
160 Prof. Dx\ Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Notizen zu liana hasclieana Stol. und H. pulla Stol. p. 344 und zu H. gra-
cilis Grav , nigrovittata Blyth und eri/thraca Scldg. p. 345 biingt W. L. Sclater.
Proc. Zool. Sog. London 1892.
0. Boettger macht Bemerkungen über Form und Färbung von Rana
verrucosa Gthr. ans den Nilgii'is. über die Metatarsalschaufel von J?. tigrina
var. ceylanica Pts. aus Madras, über Form und Färbung von R. leptodactyla Blgr.
aus den Palni Hills, R. malaharica D. B. aus Bombay, R. temporalis Gthr. aus
den Nilgiris, über eine eigenthümliche Larve aus Bombay, über Form und
Färbung von Rhacophorus eques Gthr. und pleurof^tictus Gthr. und über Ixalus
variahilis Gthr., signatus Blgr. und glandnlosus Jerd., letzterer von den Palni
Hills. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 94—98.
Derselbe bringt eine Notiz über Form und Färbung von Rana macrodon
Tsch. und über den Metatarsaltuberkel von R. llmnocharis Wgm., beschreibt
eingehend R masoni Blgr. und vergleicht sie mit jerhoa Gthr. und macht Be-
merkungen zu R. chalcuHOta Schlg. und erythraea Schlg., Rihacoj)horus reinwardti
Wgl. und leucomystax Grav., sämmtlich von Java. Eingehend wird Ixalus auri-
fasciatus Schlg. behandelt. Ebenda p. 136 — 144.
F. Mocquard macht Bemerkungen über einige Raniden von Borueo,
speciell über Rana signata Gthr., die eine leichte, drüsige Seitenfalte besitze,
über R. kuhli D, B., bei der er auf einen Dimorphismus in der Färbung auf-
merksam macht, über Staurois natatrix Gthr. und ihre var. nuhila Mocq., sowie
über St. guttata Gthr., deren Artberechtigimg er eingehend bespi-icht, und über
Rana whiteheadi Blgr.. von deren Valenz gegenüber R. jerhoa Gthr. er sich
noch nicht ganz habe überzeugen können. Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 198
bis 206.
Kurze Notizen über Rana luguhris (A. Dum.) und Megalixalus madagas-
cariensis Gthr. bringt F. Müller. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 197—198.
Bemerkungen zu Rana xjretiosa B. G. macht F. C. Test. Bull. U. S. Fish
Comm. 1891 (1892) p. 58.
Cornufer houlengeri n. sp., verw. corrugatus A. Dum. Neu-Britannien ;
Boettger, Kat. Batr.-Samml. Frankf. a. M. p. 18, Anm.
Hylorana leptoglossa Cope = JRajia erythraea Schlg. — H. pipiens Jerd. =
Rana nigrovittata Blyth; Sclater, Proc. Zool. Soc. London p. 346.
Ixalus cinerascens Stol., gute Art, verw. hypomelas Gthr. — I. punctatua
Anders. = ^^«rtdWo.s'Ms Jerd. ; Sclater, 1. c. p. 347. — I. schmaekeri n. sp. Mindoro,
Philippinen; Boettger, Kat. Batr.-Sammlung Frankfurt a. M. p. 17, Anm.
Rana agilis Thom. abgeb.; Dürigen, Deutschi Amph. u. Rept. Taf. 3,
Fig. 2 und v. Mehely, M. T. Ak. Math es Termeszettud. Közlemenyek Bd 25,
Taf. 3, Taf. 5, Taf. 6, Fig. 8-10, Taf. 7, Fig. 7-9 u. Taf. 8, Fig. 3, 6. — R. albo-
frenata n. sp. Madagaskar; F. Müller, Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 197,
Taf. 3, Fig. 1. - R. areolata B. G., Füsse abgeb.; H. Garman, Bull. 111. St. Lab.
N. H. Bd. 3, Taf 13, Fig. 21. — R. arvalis Nilss., abgeb.; Dürigen, Deutschl.
Amph. u. Rept. Taf. 3, Fig. 3 und v. Mehely, M. T. Ak. Math, es Termeszettud.
Közlemenyek Bd. 25, Taf. 2, Taf. 4, Fig. 2, Taf. 6, Fig. 5-7, Taf. 7, Fig. 4-6
u. Taf. 8, Fig. 2, 5. — R. assamensis n. sp., verw. andersoni. Khasia Hills,
Assam; Sclater, Zool. Soc. London p. 343, Taf. 24, Fig. 2. — R. catesUana Shaw,
Füsse u. Sternalapparat abgeb.; H. Garman, Bull. 111. St. Lab. N. H. Bd. 3,
Taf. 14, Fig. 23 u. Taf. 15, Fig. 27. — R. clamata Latr., Füsse abgeb.; H. Garman
in der Hei'petologie während des Jahres 1892. 161
1. c. Taf. 14, Fig. 22. — B. gracilis var. xmllu Stol. = tigrina Daud. juv. p. 344.
— R. granulosa Anders, gute Art, versch. v. tytleri Blgr. p. 346; Sclater, Proc.
Zoo). Soc. London 1892. — B. holsti n. sp., verw. temporar ia L. Okinawa,
Liukiu-Iuseln; Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 10 p. 302. — B. labrosa
Cope, gute Art, West-Madagaskar; Boettger, Kat. Batr.-Samml. Frankfurt a. M.
p. 3, Anm. — B. Umhorgi n. sp., verw. doriae u. rufescens. Tenasserim; Sclater,
Proc. Zool, Soc. London p. 344, Taf. 24, Fig. 3. ^ B. mkrodisca n. sp. Tengger-
Gebirge, Ost-Java; Boettger, 29./32. Ber. Offenb. Ver. f. Nat. p. 137. - B. nyassae
n. sp. l^yassaland; A. Günther, Proc. Zool. Soc. London p. 558. — B. oatesi
n. sp., yerw. humeralis Blgr. u. 7nacrodact/ßa Gthr. Toungoo in Barma; Boulenger,
Ann. Mag. ]SI. fl. (6) Bd. 9 p. 141, Taf. 9. — B. schmaclieri n. sp. Itschang,
Prov. Hubei, China; Boettger, Kat. Batr.-Samml. Frankfurt a. M. p. 11, Anra. —
B. temporaria L. abgeb. mit Entwicklung; Dürigen, Deutsch. Amph. u. Rept.
Taf. 3, Fig. 4-13 und v. Mehely, M, T. Ak. Math, es Termeszettud. Közle-
menyek Bd. 25, Taf. 1, Taf. 4, Fig, 1, Taf. 6, Fig. 1-4, Taf. 7, Fig. 1-3 u. Taf. 8,
Fig. 1 u. 4. — B. temporaria L. var. entzi n. Ungarn; v. Mehely, Math. Nat.
Mitth. Ungar. Ak. Wiss Budapest Bd. 25 p. 19. — B. tenasserimensis n. sp.,
verw. leptodactyla u. hascheana Stol. Tenasserim; Sclater, Proc. Zool. Soc. London
p. 345, Taf. 24, Fig. 4. — B. tytleri Blgr. = rvgrovittata Blyth p. 346 u. B. tytleri
Theob. = erythraea Schlg. p. 345; Sclater 1. c. — B. vicina Stol, verw. corrugata
Pts., beschr. aus Murree, Himalaya, in 6000' Höhe, u. Simla; Sclater, 1. c. p. 342,
Taf. 24, Fig. 1.
Bappia moller i n. sp. St. Thome, W.-Afi'. ; v. Bedriaga, Istituto (Coimbra)
Bd. 39, Sep.-Abdr. p. 10.
Bhacophoi-us houlengeri n. sp., verw. femoralis Blgr., Umbithal (Andrango-
loka), Madagaskar; Peracca, Boll. Mus. Zool. Toriuo Bd. 7 No. 112 p. 4, Taf. 1,
Fig. 3. — Bh. cruciger Mocq., non Blyth, von Borneo = colletti Blgr.; Mocquard,
Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 197, Anm. — Bh. difficüis n. sp., verw. crossleyi
Pts. u. tephracomystax A. Dura., Foizaua, Ost-Madagaskar; Boettger, Kat. Batr.-
Samml. Frankfurt a. M. p. 14, Anm — Bh. dulitensis n. sp. Mt. Dulit, Borneo;
Boulenger, Proc. Zool. Soc. London p. 507, Taf. 30, Fig. 1.
Engystomatidae. Faunistisches. W. L. Sclater kennt Microhyla
achatina Boie von Ahsoon in Tenasserim. Proc. Zool. Soc. London p. 347.
Systematisches. Eine Notiz über die Färbung von Microhyla achatina
Boie von Java bringt 0. Boettger p. 144 und Bemerkungen zu M.ornata
D. B. aus Ceylon und zu Cullula triungnlaris Gthr. von den Shevaroy und
Nilgiri Hills p. 98—99. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk.
Chaperina n. gen., verw. Si)henop]iryne Pts. Dor. Zunge elliptisch, hinten
ganzrandig und frei: keine Voraerzähne; eine Querfalte am Gaumen vor dem
Oesophagus; Trommelfell deutlich; Finger und Zehen frei, mit kleinen Haft-
scheiben; letztes Zehenglied T- förmig; äussere Metatarsalien verschmolzen;
Pupille wagrecht. Fortsätze des Kreuzbein wirbeis ziemlich stark verbreitert;
Praecoracoide vorhanden, sehr schlank; Brustbein knorpelig; kein Omosternum.
— Für Ch. fiisca n. sp. von Sintang, Borneo. F. Mocquard, Le Naturaliste
(Deyrolle) 14. Jg. p. 35 u. Mem. Soc. Zool. France Bd. 5 p. 194, Taf. 7, Fig. 2.
Cojjhixalus n. gen. Versch. von Calltda Gray durch wagiechte Pupille. —
Keine Oberkieferzähne. Keine Praecoracoide; kein Omosternum; Coracoide
schlank; Sterniim knöchern, eine massig grosse, längliche Platte darstellend.
Aich. f. Natuigesch. Jahig.1893. Bd.II. H.l. H
IQ2 Pi'of- Dl". Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungen
Trommelfell fehlend. Zunge sehr lang, breit bandförmig, hinten abgestutzt und
nicht eingekerbt, wenigstens in ihrem hinteren Drittel frei. Keine Vomerzähne.
Choanen weit nach vorn gerückt; Tnbenöff'nungen nicht nachweisbar. Eine
gefranste quere Hautfalte tief innen am Gaumen vor dem Oesophagus. Finger
frei, Zehen mit Spannhaut; alle Spitzen in grosse, querovale, vorn etwas ab-
gestutzte Haftscheiben verbreitert. — Mit C. geislerorum n. sp. Kaiserwilhelms-
land, Neuguinea (höchst wahrscheinlich der Organisation nach auf Baumtermiten
als Nahrung angewiesen). Boettger, Kat. Batr.-Saniml. Frankfurt a.M. p.24, Anm.
Phrynif^cus laevis Gthr. var. exigua n. Westanden von Cuenca, Ecuador;
Boettger 1. c. p. 22, Anm.
Dyseophidae. Systematisches. Änodonthyla n. gen. Keine Gaumen-
zähne, Zehen frei, Pupille wagrecht. — Mit Ä. houlemjeri n. sp. Madagaskar;
F. Müller, Yerh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 198, Taf. 3, Fig. 2.
Leptodaetylidae. Biologisches. W. H. Hudson macht in seinem
„Naturalist in La Plata, London, Chapmann & Hall, 1892, 8°., Figg." Mit-
theilungen über Lebeusgewohnheiten eines Frosches, den Boulenger als Lepto-
dactyliis hullatus erkannt hat. Er wende sich gegen seinen Verfolger und
klammere sich an dessen Fingern au. — G. A. Boulenger giebt die Erklärung
dafür. Natural Science Bd. 1 p. 216.
Faunistisches. F. Müller nennt Hylodes lentus Cope aus Cuba, Cerato-
phrys boiei Grav. aus Rio de Janeiro und fryi Gthr. aus Rio Grande do Sul,
Paludicola hrachyops Cope aus Maracaibo, Leptodactyliis rhodonotns Gthr. aus
Paraguay und ?labrosus Blgr. angeblich aus Valdivia. Verb. Nat. Ges. Basel
Bd. 10 p. 199.
Systematisches. Faunistische und System. Bemerkungen über Limno-
dynastes tasmaniensis Gthr. und seine Varietäten bringt J. J. Fletcher p. 16
bis 18 und über Mixophyes fasciolatns Gthr. p. 18—19. Proc. Linn. Soc. N. -S.-
Wales (2) Bd. 7.
Nach F. La taste ht Lacerta caudiverbera L. nichts anderes als die Lai-ve
von Calyptocephalus gayi D. B. Act. Soc. Sc. Chili Bd. 1 p. 7.
Borborocoetes pternanm VU , neu diagn., Pacasmayo, Nordperu; Boettger
Kat Batr.-Samml. Frankfurt a. M. p. 31, Anm.
Hylodes fleischmanni n. sp. San Jose, Costa Rica p. 27, Anm. — H. leli-
manni n. sp., verw. imistrigatus Gthr., Päramo del Bordoncillo, Columbien p. 20,
Anm. — H. W-nigrum n. sp., verw. siirdi(S Blgr., AVestauden von Cuenca,
Ecuador p. 28, Anm.; Boettger 1. c.
Bufonidae. Skelettsystem. A. Duges beschreibt und bildet ab das
Skelett von Bhlnophrynus dorsulis D. B. Naturaleza Mexicana (2) Bd. 2
p. 98- 99, Taf. 5.
Biologisches. Eine Notiz über schützende Aehnlichkeit von Bicfo calamita
Laur. mit dem Dünensand seines Aufenthaltsortes bringt F. Plateau. Bull.
Acad. Roy. Belg. (3) Bd. 23 p. 89 ff. — Ref. in Naturw. Wochenschr. 7. Jg. p.524.
K. Knauthe beobachtete im Hochsommer ein auffallend schnelles Ab-
sterben bei zahlreichen Stücken von Bufo vulgaris im Laufe von 2—10 Tagen,
das er als Hungertod bezeichnet. Viel näher liegt bei dem enormen Gewichts-
verlust, den Verf. für die neun Vers^uchsthiere angiebt, die Vermuthung, dass
der Tod infolge von Austrocknung der Gewebe eingetreten ist. B. viridis lebte
in der Hei'petologi'e während des Jahres 1892. 163
unter gleichen Umständen bei Einbusse der Hälfte seines Grewichtes fünf
Monate und länger. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 22 — 23, Anm.
R. C. Mortensen macht weitere Mittheilungen über die in Bufo vulyarls
schmarotzende Fliege Lucilia sylvarum Meig., dei'en Larven er erzog. Ebenda
p. 193—195. — Ref. in Psyche (Eutomol. Club Cambiidge) Bd. 6 p. 249 und in
Zool. Garten 33. Jg. p. 219-220.
Faunistisches. F. Müller nennt -B«/b caZawu'^a Laur. von Klein-Hüningen
und Buchsbeig, also auch von der rechten Rheinseite an der Schweizer Grenze,
B. asper Schlg. von Gadok, Ost-Sumatra, und B. murinus L. von Maracaibo.
Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 199.
A. König fand Bufo mauritanicus Schlg. am Oued Ksar el Kollal vor
Zaghuan und in Rades. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn, Sep.-
Abdr. p. 23.
W. L. Sclater kennt Bufo stomaticus Lütk. von Calcutta und Barma und
B.parietalis Blgr. [zvv^eifellos irrthümlich. — Ref.) von Hongkong. Pi-oc. Zool,
Soc. Londop p. 347.
0. Boettger verzeichnet 5/r/b angusticeps ^mith. aus Gross-Namaland und
B. carens Smith aus Natal. Ber. Senck. Nat. Ges., Ber. p. 48.
Systematisches. 0. Boettger bringt p. 144 eine Notiz über Biifo
borbonicus Boie aus Ost-Java und macht p. 99—100 Bemerkungen über Grösse
und Färbung von B. microtympanum Blgr. aus den Palni Hills und über die
Form von B. melanostictus Sclind. aus den Nilgiris. 29./32. Bei'. Offenbach. Ver.
f. Naturk.
Eine Mittheilung über ein beachtenswerthes Stück von Bufo asper Grav.
aus Borneo hat G. A. Boulenger. Proc. Zool. Soc. London p. 508.
Bufo calamita Laur., abgeb. ; Dürigen, Deutschi. Aniph. u. Rept. Taf. 1,
Fig. 3. — B. fergusoni n. sp. Travancore; Boulenger, Journ. Bombay Nat. Hist.
Soc. Bd. 7 p. 317. — B. lentiginosus Shaw, Sternalapparat abgeb.; H. Garman,
Bull. 111. St. Lab. Bd. 3, Taf. 15, Fig. 28. — B. viridis Laur., abgeb.; Dürigen,
Deutschi. Amph. u. Rept. Taf. 1, Fig. 2. — B. vulgaris Laur., abgeb.; Dürigen
1. c. Taf. 1, Fig. 1.
Nectophryne hosei n. sp. Mt. Dulit, Borneo; Boulenger, Pi'oc. Zool. Soc.
London p. 508, Taf. 30, Fig. 2.
Pseudophryne dendyi n. sp. Nord-Gippsland (Victoria) p. 62. — Fs. semi-
marmorata n. sp. Südost- Victoria p. 63; Lucas, Proc. Roy. Soc. Victoria (2) Bd. 4.
Hylidae. Systematisches. Faunistische, systematische und synonymische
Notizen über Hyla cwingi D. B. bringt J. J. Fletcher p. 13, über deren var.
calliscelis Pts. und andre Varietäten aus Neusüdwales p. 15 — 16 und über H.
verreauxi = deiitata Kef. p. 14. Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 7.
Bemerkuugeu über Hyla dolichopsis Cope und eingehende Mittheilungen
über H. amboinensis Horst macht 0. Boettger. 29./32. Ber. Ofi'enbach. Ver. f.
Naturk. p. 155—157.
Acris gryllus Lee, Füsse abgeb. ; H. Garman, Bull. 111. St. Lab. N. H. Bd. 3,
Taf. 14, Fig. 24.
Chorophilus triseriatus Wied, Füsse abgeb.; H. Gaiman 1. c. Taf. 14, Fig. 25.
Hyla argenteooirens n. sp. Popayän, Columbien; Boettger, Kat. Batr.-Samml.
Frankfurt a. M. p. 46, Anm. — H. chloris n. sp. für gracilenta Fletch. Richmond
River, Neusüd wales; Boulenger, Proc. Linn. Soc. N.-S.-Wales (2) Bd. 7 p. 403. —
11*
164 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
H. cohimbiana n. sp., verw. pulchella D. B. ii. guentheri Blgr. Popayän, Columbieu
p. 41, Anm. — H. prosohlepon n. sp., verw. miotympanum Cope. Limon, Costa
Rica p. 45, Anm. {^ mit auffallendem säbelförmigem Kuochenfortsatz am Ober-
arm!); Boettger, Kat. Batr.-Samml. Frankfurt a. M. — H. versicolor Lee, Füsse
u. Sternalapparat abgeb.; H. Garraan, Bull. 111. St. Lab. N. H. Bd. 3, Taf. 14, Fig. 26
u. Taf. 15, Fig. 29.
Nototrema bolivianum n. sp., verw. plumheum. Puerto de S. Mateo, Prov.
Yuracares, Bolivia p. 176 u. 839, Taf. 2. — N. weinlandi n. sp., verw. testudineum
Esp. Ecuador p. 175 u. 837, Taf. 1; Steindachner, Anzeiger d. k. k. Akad. Wien.
29. Jg. u. Sitz.-Ber. Akad. Wien, Math.-nat. Gl., Bd. 101, Abtb. 1 (1893) p. 833
bis 842, Taf. 1-2.
Pelobatidae. Verdauungssystem. W. L. Sclater fand Vomerzähne bei
einem Stücke von Leptohrac/ihtm carinense Blgr. aus Banna, das auch sonst
kleine Abweichungan zeigte. Proc. Zool. Soc. London p. 347.
Faunistisches. A. Schiöttz verzeichnet Pelodytcs punctattts Daud., von
dem er zwei Farbenspielarteu unterscheiden konnte, aus Gibraltar. Zool. Garten
33. Jg. p. 376-377.
F. Müller nennt Pelobates fuscus Laur. von Grenzach bei Basel, auf der
rechten Eheinseite. Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 200.
Systematisches. 0. Boettger bringt eine Notiz über Leptobrachium
hasselti Tsch. 29./32. Ber. Offenbach. Ver. f. Naturk. p. 145.
Pelobates fuscus Laur., abgeb. mit Larve; Dürigen, Deutschi. Amph. u. Rept.
Taf. 2, Fig. 7-10.
Diseoglossidae. Allgemeines. L. v. Mehely giebt weitere Beiträge zur
Kenntniss der beiden mitteleuropäischen Bombinatoren und verzeichnet ihre
Standorte und Verbreitung in Ungarn [vergl. Ber. f. 1891 p. 173J. Er bringt
die Geschichte der Unterscheidung der beiden Arten und findet in der Form
und Beschaffenheit der Rückenwarzen ein gutes Trennungsmerkmal. Bei Bombinator
pachypms Bonap. ist die Epidermis am Hügel der Warzen zu Stachelbildung ge-
neigt, bei B. igneus Laur. nicht. Er giebt sodann Synonymie und Litteratur und
beschreibt äusseren Habitus, Färbung und Zeichnung, Geschlechtsdimorphismus,
geographische Verbi'eitung und Lebensweise beider Arten. Für B. igneus nennt
er zahlreiche Fundpunkte aus der Marchniederung, aus der kleinen und grossen
ungarischen Tiefebene und dem mittelsten, tiefsten Theile Siebenbürgens
(Mezöseg) bis zu 250 m Höhe, für B. pachypus aus dem nordwestlichen, nord-
östlichen und südöstlichen Hochlande Ungarns bis zu 1200 m Höhe. Von
Abnormitäten verzeichnet Verf. $ von B. pachyptis mit den äusseren Geschlechts-
kennzeichen des (^, und $ der nämlichen Art mit Zehenmissbildungen. Math.-
Naturw. Ber. aus Ungarn Bd. 10 p. 55—79, Taf. 4-5.
Biologisches. Erwähnung eines Hybriden von Bombinator igneus x B.
Ijachypus geschieht in Proc. Zool. Soc. London p. 711.
Faunistisches. F. Müller verzeichnet Bomb inator pachypus Bonap. und
Alytes obstciricuns Laur. von mehreren Fundorten bei Basel, letzteren auch aus
der Centralschweiz von Saenen und Obwalden. Verb. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 200.
H. Simroth verzeichnet nach Voigt das Vorkommen von Alytes obstetricans
Laur. bei Sachswerfen am Harz und bei Salzuugen. Ber. Naturf. Ges. Leipzig v.
Juni 1892 u. Zeitschi', f. Naturw. (Halle) Bd. 65 p. 352.
Systematisches. Alytes obstetricans Laur., abgeb. mit Lnrve; Dürigen,
Deutsclil. Amph. u. Rept. Taf. 1, Fig. 4, Taf. 2, Fig. 5—6.
in der Herpetologie wälirend des Jahres 1892. 165
Bombinutor brevij)es Blas. [IMl) = pachypiis Bonap. (1832); E. Schulze,
Sehr. Nat. Ver. Harz, Wernigerode Bd. 6, 1891 (1892) p. 40. — B. igneiis Laur.,
abgeb. mit Details; v. Mehely, Math. Nat. Ber. Ungarn Bd. 10, Taf. 4 u. Dürigen,
Deutschi. Aniph. u Rept. Taf. 2, Fig. 3— 4. — B. pachypiif; Bonap., desgl.;
V. Mehely 1. c. Taf. 5 und Dürigen 1. c. Taf. 2, Fig. 1—2.
Vaudata.
Nervensystem. G. L. Sclavuuos stiidirte die feinere Anatomie des
Rückenmarks von Salamandra und Siredon. Wedei' fand er durchtretende
Fasern in den Spinalganglien, noch Collateralen, die von der AVurzelfasertheiluug
abgehen. Es giebt im wesentlichen nur eine Art von Neurogliazellen ; manche
davon haben allerdings keinen centralen Ausläufer mehr. Fe-stschr. (Kölliker)
d. Anat. Inst. Univ. Würzburg, Leipzig 1892, 4». p. 95— 108, Taf. 7—8.
0. A. Andersson unterscheidet bei den Caudaten zwei Typen des sym-
pathischen Nervensystems, den Salamandrinen-Typus (bei Salamandra und Am-
blystoma) und den Ichthyoden-Typus (bei Mciiobranchus und Siredon). Der erstere
erinnert an den N. sympathicus der Anuren, unterscheidet sich jedoch wesent-
lich von ihm durch den Maugel eines Kopftheiles und das Vorhandensein eines
wohlentwickelten Schwanztbeiles. Bei dem Ichthyoden-Typus ist ein Kopftheil
vorhanden, der aber bei Siredon fehlt, und ein eigenthümlich entwickeltes colla-
terales sympathisches Nerven.system, das wahrscheinlich in naher Beziehung zu
der Gefässordnung stellt, die sich bei den Iclithyoden für die Blutversoi-gung
der Rumpfmuskulatur entwickelt hat. Wichtig ist die Aehnlichkeit, die dies
collatei'ale System mit dem Verhalten des Halssympathicus der Crocodilier und
Vögel bietet. Eine den beiden Typen des Urodelensympathicus gemeinsame
Eigenthümlichkeit ist die Anhäufung von Ganglien um die Arteria subclavia
und im vorderen Theile des abdominalen Greuzstranges. Zool. Jahrb., Abth. f.
Anat., Bd. 5 p. 184-210, Taf. 15-18.
Sinnesorgane. C. L. Herrick hält Larven von Salamandra und Äm-
blystoma für die geeignetsten Objekte zum Studium der Retina und berichtet
ausführlich über deren Bau und übei- die Histologie des Centralnervensystems
bei diesen Caudaten. Festscbr. Leuckart, Leipzig 1892 p. 278-288, Taf. 27— 28.
Gefässsystem. Nach A. B. Macallum besteht die färbende Substanz in
den Haematoblasten von Lai'ven von Amblystoma pundatum und von erwachsenen
Necturus lateralis aus Chronuitin im engeren Sinne und aus Haematogen.
Letzteres ist als modificirtes Chromatin zu betrachten. Die Spindelzellen des
Batracbierblutes sind als Reste von zurückgebildeten rothen Blutzellen auf-
zufassen. Weiter berichtet der Verf. über die Entwicklung der Haematoblasten
von Amblystoma. Das Leben sei an gewisse Eisenverbindungen gebunden, und
die chemischen Vorgänge des Lebens seien auf wechselnde Reduktion und Oxy-
dation des Eisens in diesen Verbindungen zurückzuführen. Trans. Canad. Inst.
Toronto Bd. 2 p. 45-80, Taf. 1 u. Publ. Biol. Lab. Univ. Toronto No. HI. 36pgg.,
1 Taf. fol. — Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London p. 591.
Urogenitalsystem. F. Leydig erörtert die Frage der Deutung der
Receptacula seminis bei den Caudaten und kommt zu dem Schlüsse, dass Samen-
taschen keine specifischen Organe sind. Es können als solche im weiblichen
Körper Höhlen und Drüsen von der verschiedensten moi'phologischen Bedeutung
dienen. Den Schluss der Notiz bilden litterarische Nachweise über den Bau der
Kloake der Caudaten. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 809—312.
166 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericht über die Leistungen
Biologisches. Gr. A. Bou lenger giebt eine übersichtliche Darstellung
unserer heutigen Kenntnisse von der Befruchtung der Caudaten. Die Ent-
deckung der Befruchtung ohne direkte Begattung bei Molge alpestrift verdanken
wirGasco; die Sperniatophoren wurden zuerst von Robin und Stieda beschrieben.
Verf. theilt die europäischen Salamandriden nach dei- Art ihrer Paarung in
folgender Weise ein:
I. Kein Aniplexus: Alle echten Molcje-KxtQw.
II. Ein Amplexus.
A. Amplexus kurz und theilvpeise auf dem Lande; keine accessorischen
Sexualcharaktere: Salamandra; wahrscheinlich auch Spelet-pes, Sala-
mandrina und Chiofjlossa.
B. A.mplexus laug andauernd, im Wasser; accessorische Sexualcharactere.
a. Axillarer Amplexus des ^ mit den Voi'dergliedmasseu: Molge loaltli.
b. Lumbarer Amplexus des ^ mit Hintergliedmassen n. Schwanz:
Molge aspera, rusconii und montana.
Direkt ist dagegen die Befiuchtung von Megalohatraclms, Amphiuma uud
Proteus noch nicht beobachtet worden. Zool. Jahrb., Abth. f. Syst., Bd. 6 p. 447
bis 452.
Eine Zusammenfassung dessen, was wir über die Fortpflanzung der Caudaten
wissen, mit besonderer Berücksichtigung der von A. Stieda [vergl. ßer. f. 1891
p. 179] gewonnenen Resultate in Bezug auf die Kloake und deren Anhangs-
gebilde, bringt auch Zander. Schrift, phys.-ökon. Ges. Königsberg i. Pr. 33. Jg.,
Sitz.-Ber. p.21— 26.
Salamandridae. a. Salamandrinae. Allgemeines. Nach Staats v.
Wacquant-Geozelles heisst Salamandra maculosa hfiur. im Kreise Hameln
„die Mulle". Zool. Garten 33. Jg. p. 356.
Hautsystem. In einem Vortrage über die Giftdrüsen von Salamandra
kritisirt Drasch die Angaben von P. Schultz [vergl. Ber. f. 1889 p. 237], von
denen er kaum eine bestätigen kann. Die Giftzellen sind in ein Syncytium
eingebettet, die langgestreckten besitzen zwei, die kleinen kugeligen zwei, vier,
sechs oder acht Kerne. Ausser diesen Giftzelleu giebt es im Syncytium stern-
oder spindelförmige Gebilde mit grossem Kern, über deren Bedeutung Verf.
nichts aussagen kann. Versuche zeigten, dass die Giftzellen der Autoren mit
der Bereitung des Giftes unmittelbar nichts zu thun haben, und dass das Sjoi-
cytium allein das Keimlager für die Giftköruer ist. Verb. Anat. Ges., 6. Vers.
p. 244— 253. — Diskussion von R. Virchow. Ebenda p. 253.
Skelettsystem. C. Hasse studirte die Entwicklung der Wirbelsäule
auch bei Molge vulgaris [vergl. oben p. 153]. Nach seinen Untersuchungen
entsteht um die Chorda junger Larven eine vom Chordaepithel ausgeschiedene
Cuticula chordae und um diese eine durch die innersten epithelartig geordneten
Zellen der skelettogenen Schicht secernirte Cuticula sceleti. Wie die skeletto-
gene Schicht entsteht und wie die Cuticula sceleti aufgelöst wird, ist in der
vorliegenden Arbeit eingehend besprochen. Die skelettogenen Zellen selbst
möchte der Verf. von den Gefässen ableiten. Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. 53,
SuppL (Festschr. Jubil. Kölliker) p. 1-20, Taf. 1 - 3. — Ref. in Jouru. Roy.
Micr. Soc. London p. 457.
Nervensystem. Eine vorläufige Mittheiluug über das Gehirn von Mvlge
viridescens Raf. nach Querschnitten durch den ganzen Kopf bringt S. P. Gage.
Proc. Amer. Ass. Adv. Sc. Bd. 41 p. 197.
in der Herpetologie währeud des Jahres 1892. 167
Sinnesorgane. G. Retzius untersuchte die Eudknospen in der äusseren
Haut und in dei' Schleimhaut des Mundes bei Larven und Jungen von Sälamandra
und Molge und kommt im wesentlichen zu den nämlichen Resultaten wie Zimmer-
mann und Lenhossek. Ein direkter Zusammenhang der zelligen Elemente der
Endknospe mit Nervenfasern fehlt bei den Batrachiern. Biol. Unters. Retzius
(2) Bd. 4 p. 33—36, Taf. 10-11.
Verdauungssystem. G. Bizzozero hat die Regeneration des Darm-
epithels von Molge einer Untersuchung unterzogen. Die Regeneration geht von
Ersatzzellen aus, die zwischen den Enden der Cylinderzellen der Fornices bald
zerstreut, bald in einer fast ununterbrochenen Schicht liegen, auch in Gruppen
ins Bindegewebe der Schleimhaut eindringen und hier die Form von Sprossen
oder epithelialen Zapfen annehmen. Diese Zellen werden, indem sie mit den
sie umgebenden protoplasmatischen Ersatzzellen in die Höhe rücken und immer
mehr Schleim ausscheiden, zu den Schleimzellen des Oberflächenepithels. Diese
Schleimzellen gehen also nicht aus den protoplasmatischen Epithelzellen hervor
und können sich auch nach Entleerung ihres Inhalts nicht wieder in solche um-
bilden. Atti Accad. Torino Bd. 27 p. 320 - 346, Taf. u. Arch. f. mikr. Anat. Bd. 40
p. 325-375, Taf. 18-19.
Die Untersuchungen M. Heidenhain's über Kern und Protoplasma wurden
im wesentlichen an Epithelzellen der Darmwandung und an Wanderzellen er-
wachsener Tliiere von ISalamandra maculosa angestellt [vergl. auch Ber. f. 1891
p. 178]. Die Centralkörper kommen in den Leucocyten und Darmepithelzellen
dieses Caudaten meist in doppelter Anzahl vor. Festschr. Kölliker, Leipzig 1892
p. 109-166, Taf. 9- 11.
Urogenitalsystem. A. Nicolas fand in den Zellen der embryonalen Niere
von Sälamandra ein der Kernmembrau eng anliegendes, halbmondförmiges Ge-
bilde, das er für die Attraktionssphäre hält. Diese, sowie die achromatische
Spindel untersucht er näher. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (9) Bd. 4 p. 472-477.
Derselbe studirte weiter die Sperma togonien von Sälamandra im Winter
u. berichtet eingehend über die polymorphen Kerne, die Attraktionssphäre und
die überaus seltenen direkten Theiluugeu. Ebenda p. 590—595.
M. Heidenhain betont gegenüber A. Stieda [vergl. Ber. f. 1891 p. 180],
dass sich das von ihm beschriebene, der männlichen Bauchdrüse homologe Ge-
bilde bei der weiblichen Mulgc nicht in der Kloake befindet, sondern ausserhalb,
hinter dem Kloakenspalt Hier münden seine Schläuche an einigen Papillen
aus. Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 432—435, 2 Figg.
Ontogenie. G. Born hat die Reifung des Eies, hauptsächlich bei Molge
vulgaris, studirt. Mit Schnitze [vergl. Ber. f. 1887 p. 241] stimmt er in Bezug
auf die Herleituug des Fadenknäuels im Keimbläschen nicht überein, das er sich
direkt aus dem Chromiitingerüst des Ureies entwickeln lässt. Ein Eingehen
auf die successiven Veränderungen, die das Ei durchmacht und die der Verf.
sehr umständlich schildert, würde hier zu weit führen. Was die Experimente
des Verf.'s über Befruchtung unreifer Eier anlangt, so zeigte sich, dass Bauch-
höhleneier und alle Tubeneier befruchtuugs- und entwicklungsfähig sind; nur
furchen sie sich später als die normal befiuchteten, d. h. erst nach 9—12 Stunden.
Anat. Anzeiger 7. Jg. p. 772—781 u. 803-811, Fig. — Ref. in Journ. Roy. Micr.
Soc. London 1893 p. 21.
0. van der Stricht hat in den Furchungskugehi und in den Knorpel-
zellen von Molge cristata die Attraktionssphären studirt. Bull. Acad. Belg. (3)
168 Prof. Dr. Oskar Boettger: Bericlit über die Leistungen
Bd. 23 p. 167-192, Taf. u. Arch. de Bio]. Bd. 12 p. 741-763, Taf. - Ref. in
Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 462.
In seiner Mittheilung über die Frage der sogenannten Neuromerie be-
merkt A. Froriep, dnss die Kupffer'schen primären Segmente der Mednllar-
platte von Salamandra durdi mechanische Einwirkung der darunter liegenden
Mesodermsegraente entstehen und an den emporgehobenen Seitentheilen der
Medullarfurche nicht vorlianden sind. Verh. Anat. Ges., G.Vers, p. 162 — 167,
4 Figg. — Diskussion von Wiedersheim. Ebenda p. 167.
Mittheilungen über die Beziehungen und die Rolle des Archoplasmas
während der Mitose in den Leucocyteu der Salamandei'larve macht J. S. E. Moore.
Qu. Jomu. Micr. Sei. Bd. 34 p. 181—197, Taf. — Ref. in Rep. Brit. Ass. Adv.
Sc, 62. Meet. Edinburgh (1893) p. 755—756 u. in Journ. Roy. Micr. Soc. London
1893 p. 157—158.
Biologisches. Die ausführliche Notiz C. Semper's über künstliche Früh-
geburt bei Salamandra maculosa [vergl. Ber. f. 1891 p. 180] erschien in Arb.
Zool.-Zoot. Inst. Würzburg Bd. 10 p. 32—36.
A. von Mojsisovics fand Molge vulgaris L. erwachsen, aber mit äusseren
Kiemen, im Murthale. Mitth. Nat. Ver. f. Steierm. Jg. 1891, Sekt. -Ber. f. Zool. p.lO.
A. Schubei'g weist durch Versuche nach, dass die heimischen Molge-
Arten (namentlich M. cristata und vulgaris; von Anuren auch junge Bomhinatw
puchypus) in hohem Grade die Fähigkeit haben, sich an glatten Flächen fest-
zuhalten und zu bewegen, und sich dazu der Haut der unteren Körperseite als
Haftapparat bedienen. Die Fähigkeit beruht also auf einer Adhäsionswirkung
mit Zuhilfenahme einer dünuen Flüssigkeitsschicht; als letztere kann schon eine
dünne Schicht des eigenen Sekretes dienen. Biol. Centr.-Bl. Bd. 12 p. 718—722.
K. Kuauthe fand, da,ss 3Iolge alpestris, die hochgradiger Kälte ausgesetzt
worden waren, auf dem Rücken ganz schwarz wurden; auch M. cristata und
vulgaris dunkelten ganz augenfällig. Zool. Anzeiger 15. Jg. p. 22, Anm.
Nach R. Saint-Loup färbt sich Wasser, das Ausscheidungsiirodukte von
Molge enthält, mit Tannin blau; es ist aber kein Eisen darin. Die Farbe lässt
vielmehr nach dem Verf. auf Indigo schliessen. Compt. Rend. Soc. Biol. Paris (9)
Bd. 4 p. 440-441.
Faunistisches. F. Müller giebt neue, meist schweizerische Fundorte
für Salamandra maculosa und atra Laur., Molge cristata und alpestris Laur.,
vulgaris L. und palynata Schnd. und verzeichnet Tylototriton verrucosus Anders,
von den Kariubeigen Barmas. Verh. Nat. Ges. Basel Bd. 10 p. 196—197.
A. Koenig kennt Molge hagenmuelleri Lat. von Hamam el Linf, neu für
Tunesien. Sitz.-Ber. Niederrhein. Ges. f. Nat. u. Heilk. Bonn. Sep.-Abdr. p. 24.
J. Bettencourt Ferreira nennt Molge pahnata Schnd. von Coimbra
[gehört nach v. Bedriaga, ßoulenger u. nach meiner Ueberzeugung zu M. hoscae
Lat. — Ref.]. Jörn. Sc. Math., Phys. e Nat. Lisboa (2) Bd. 2 p. 195-198.
H. W. Lett verzeichnet Molge cristata Laur. aus dem Co. Down in
Irland. Iiüsh Naturalist (Dublin) Bd. 1 p. 82.
0. St oll macht Mittheilungen über das Vorkommen von Molge vulgaris li.
in der Ostschweiz. Vierteljahrsschr. Nat. Ges. Zürich Bd. 37 p. 337—339.
Hierher auch L. von Mehely's „A magyar Fauna Bombinatorjai s egy
nj Triton (Molge) faj hazänkböl'' in M. T. Ak. Math, es Termeszettud. Közle-
meuyek Bd. 25 (ungar.).
in der Herpetologie wälirencl des Jahres 1892. 169
O. Boettger nennt p. 132-133 Salamandva cmicasia Waga vom Berge
Perival bei Bad Abastuninn und von Keda in Adsliarien, giebt kurze Be-
scbreibiing und Masse zweier Stücke i;nd verzeichnet p. 133 Molfje vittata Gray
von Tillis, aus dem Letscbgbum und von Kutais. Ber. Senck. Nat. Ges. 1892.
Systematisches. J. v. Bedriaga giebt eine französisclie Uebersetzung
seiner synoptischen Tabelle zur Unterscheidung der Larven von 12 europäischen
Caudaten [vergl. Ber. f. 1891 p. 181]. Die Länge der Larve beträgt bei Sala-
mandrina 30, Chioglossa 45, Salamandra maculosa 40 — 75, Molge montandoni
45, rusconii 43, ivaUH 60—122, alpestris 32—78, boscne 38—70, vulgaris 34,
palmata 29, cristata 50—82 und marmorata 43-70 mm. Bull. Ass. Frang. Adv.
Sc. Bd. 2, Congres de Marseille 1891 (1892) p. 540—546.
G. A. Boul enger bringt eine Notiz über Triton longipes Strch., deu er
nu)' für eine individuelle Abänderung, für das ^ post nuptias, von Molgc
cristata var. l-arelini Stroh, erklärt. Sein Stück stammt von Neapel. Ann. Mag.
N. H. (6) Bd. 9 p. 144—145.
Molge cristata Laur., (^$ abgeb.; Dürigen, Deutschi. Amph. u.Rept. Taf.l2,
Fig. 3—4. — M. cristata var. carnife.c Lnur., neu diagn., aus Käiiiten; Boettger,
Kat. Batr.-Samnil. Frankfurt a. M. p. 54, Anm. — M. luschani Stdchr., wahr-
scheinlich ein Spelerpes; J. v. Bedriaga, Congres Internat. Zool. Moscou 1892,
II. Sess., Pt. 1 p. 243 u. nach G. A. Boulenger, Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 9 p. 74
eine Salamandra. - 31. montandoni Blgr., erw. Larve aus Siebenbüi'gen beschr.
u. abgeb.; Boulenger 1. c. Bd. 10 p. 304-305, Fig. — M. palmata Schnd., ^^
abgeb.; Dürigen, Deutsch!. Amph. w. Rept. Taf. 6, Fig. 4—5. — M. vulgaris L.,
desgl.; Dürigen 1. c. Taf. 6, Fig. 2 3.
Triton longipes Streb. — Molge cristata var. l-arelini Streb.; Boulenger,
Ann. Mag. N. H. (6) Bd. 9 p. 144.
Tylototriton andersoni n. sp. (mit z. Th. freien Rippenenden wie bei Fleuro-
deles). Okinawa, Liukiu-Inseln; Boulenger 1. c. Bd. 10 p. 304.
b. Amblystomatiuae. Allgemein Anatomisches. F. Maurer berichtet
über die Entwicklung des Bindegewebes bei Siredon pisciformis. Es lassen sich
genetisch drei Gruppen von Bindegewebe unterscheiden, das dorsale, das inter-
mediäre und das ventrale. Während die Anlage des ventralen Bindegewebes
aus den Parietalplatten abzuleiten ist, bleibt es fraglich, ob zu dem Komplex
des medialen, zwischen Entoderm und Splanchuopleura liegenden Bindegewebes
sich nicht auch entodermale blutbildende Zellen gesellen. Die sich aus den
Urwirbeln differenzii'ende Muskulatur erhält ihr Bindegewebe sowohl von dem
dorsalen Bindegewebe, als auch von der Cutislamelle, die also lateral die
Elemente der Cutis und die ersten Chromatophoren, medial das Bindegewebe
des Rumpfmuskels aus sich hervorgehen lässt. Die Bindegewebszellen dringen nur
langsam zwischen die Muskelelemente ein; die Elemente der Cutislamelle und
des Fascienblattes vermischen sich in der Mitte des Muskelkörpers und ent-
wickeln nach und nach Fibrillen, indem sie sich an die Muskelzellen anlegen.
Ob das Sarkolemm ebenfalls von Bindegewebselementen geliefert wird, oder
nicht, bleibt noch zu untersuchen. Morph. Jahrb. Bd. 18 p. 327 - 348, Taf. 11.
— Ref. in Jouru. Roy. Micr. Soc. London p. 457.
Skelettsystem. Das Verhalten des Knorpels in der Chorda bei Siredon
pisciformis behandelt W. J. Zykoff. Von den Chordazellen wird danach über-
haupt kein Knorpel gebildet, sondern die Chordascheide wird durchbrochen, und
die in die Chorda eingewanderten Mesodermzellen verwandeln sich in Knorpel-
170 Pj'ot. Dl'. Oskar Boettger: Bericht über die Leistmigeu
Zellen, wälireiid die Cliordazelleii oinsclirniupi'en. Rev. Sc. Nat. Soc. Natural.
St.-Petersbonrg 3. Jg. p. 172 — 175 (rnss.) ii. Bull. Soc. Imp. Natural. Moscou (2)
Bd. 7 (1893) p. 80-36, Taf. 2.
Nervensystem. B. H. AVaters [vei'gl. Ber. f. 1891 p. 182J giebt nach
Untersuchungen an Amblystoma pmtctatum einen Beitrag zum Problem der
Segmentatioii des Gehirnes. Qu. Journ. Micr. Sc. (2) Bd. 33 p. 447-475, Taf. 28.
Sinnesorgane. lieber den Pinealköiper und seine Entwicklung beim
Embryo von Ämhhjstoma bringt A. C. Eycleshymer Notizen. Er sah bei
Embryonen von 5 mm Länge das Auftreten der Epiphyse, aber erst viel später
zeigte sich das Auftreten der Paraphyse. Verf. hält die Epiphyse für ein
Sinnesorgan, das seinen Hauptnutzen habe, wenn sich die Medullarplatte ein-
stülpe und die Seitenaugen für Zeit ausser Funktion gesetzt würden. Dass die
Seitenaugen schon vorhanden sind, ehe die ÜLedullargrube erscheint, hofft er
zeigen zu können. Die Paraphyse ist kein Sinnesorgan. Auat. Anzeiger 7. Jg.
p. 215-217. — Ref. in Amer. Naturalist Bd. 26 p. 966-967.
Von seinen Studien über die Entwicklung des Ohres bei Amblystoma hat
H. W. Norris einen ersten Theil über die Anlage des Gehörbläschens ver-
öffentlicht. Als Objekte dienten ihm A jeffersonianum und punctatum. Journ.
Morph. Boston Bd. 7 p. 23-34, Taf. 3-4.
Gefässsystem. Uebei' die Entwicklung, Lage und Verbindung der Gefässe
im Kopf und Rumpf bei jungen Laiven von Amblystoma macht F. Houssay
Mittheilungen. Donach besitzt der Kopf mindestens zehn intermetameraie
Gefässe von dem nämlichen Typus wie die Metameren des Rumpfes. Compt.
Rend. Acad. Sc. Paris Bd. 115 p. 132—135.
Ontogenie. In einer vorläufigen Mittheilung über die Befruchtung des
Eies von AmUydoma beschreibt R. Fick die Art, wie das Spermatozoon ins
Ei eindringt, und die Folgeerscheinungen. Häufig dringt mehr als ein Faden
ein. Die Abstammung der sogenannten Nebenspermakerne von Spermaköpfen
lässt sich ganz klar nachweisen. Die Thatsache, dass die Attraktionssphären
eine wichtige Rolle bei der Zelltheilung spielen, führt den Verf schliesslich zu
der Annahme, dass die Kernsubstanz des Spermatozoons nicht allein als die
männliche Verei'bungssubstanz angesehen werden darf. Anat. Anzeiger 7. Jg.
p. 818—821. - Ref. in Journ. Roy. Micr. Soc. London 1893 p. 21.
G. Hahn giebt eine zusammenfassende Dai'stellung unserer Kenntnisse
vom Axolotl und seinen Metamorphosen. Rev. Quest. Scientif. (2) Bd. 1 p. 178
bis 205. — Span. Uebersetzung in Naturaleza Mexicana (2) Bd. 2 p. 218 - 230.
J. M. Bertoldo bringt eine Notiz über das Wachsthum von Amhlystoma-
Larven in der Gefangenschaft. Le Naturaliste (Deyrolle) 14. Jg. p. 15.
c. Plethodontinae. Systematisches. Vergl. auch Molge luschani Stdchr.
oben p. 169.
d. Desmog-uathiuae. Systematisches. L. Stejneger beschreibt einen
blinden Höhlenmolch aus Nordamerika. Proc. U. S. Nat. Mus. Bd. 15 p. 115
bis 117, Taf. 9.
Typhlotriton n. gen. Wirbel opisthocoel; Augen unter der Haut verborgen;
Zunge vorn und längs ihrer Mittellinie befestigt, an den Seiten und hinten frei.
Ober- imd Unterkieferzähne zahlreich, klein; Vomerzähue in zwei ii-förmig ge-
krümmten Reihen; Paraspheuoidzähne in zwei getrennten Längsbändern. Nasen-
löcher sehr klein. Zelieu 5. — Für T. spelaeus n. sp. Rook House- Höhle,
Missouri, 600' vom Eingänge; Stejnegei' I. c.
in der Herpetologie während des Jahres 1892. 171
Amphiumidae. Verschiedene Organsysteme. J.S. Kingslcy boschreibt
das Knorpelskelett des Kopfes von Amphiuma-Emhryoxien nach einer AVachs-
konstruktion (Born's Methode). Einen Pterygoidknorpel konnte er nicht finden.
"Weiter wii-d die Vertlieilung der Kopfnerven in ihren Hanptzügen besprochen.
Von den Kieraenspalten zeigte sich nur eine offen; die drei äusseren Kiemen-
äste hingen an ihrer Basis zusammen. Die offene Spalte entsprach der dritten;
die übrigen waren bereits geschlossen, müssen aber von der dritten getrennt
gewesen sein. Amer. Naturalist Bd. 26 p. 671— 680.
Anatomische Mittheilungen über die Naseugegend von Cryptohranchus alle-
ghaniensis und Ämphiuma tridactylum und Bemerkungen über die Morphologie
des Ramus ophthalmicus profundus trigemini macht H. H. Wilder. Die bei
andern Caudaten und bei den Caecilien beschriebenen accessoriscben Nebenräume
der Nasenhöhle fand er als kleine Ausbuchtung auch bei Cryptohranchus und
Ämphiuma. Weiter zeigte sich bei allen Caudaten ein Nerv, der mit dem N.
ophthalmicus profundus der Fische homolog ist, und der, obwohl er im erwachsenen
Zustande vom Ganglion Gasseri ausgeht, doch ein eignes Au.strittsloch im
Schädel hat und unabhängig 'vom Trigeminus ist. Zool. Jahrb., Abth. f. Anat.,
Bd. 5 p. 155-176, Taf. 12—13.
Urogenitalsystem. H. H. Field hat die streng metamere Anlage der
embryonalen Niere von Ämphiuma means nachweisen können. Auf jedes Segment
kommt bei diesem Thiere, das in nichts wesentlichem vom Caudatentypus ab-
weicht, nur ein einziges Urnierenkanälchen. Wie die spätere Dy-smetamerie
bei den Batrachiern überhaupt zu Stande kommt, ist noch unaufgeklärt. Verb.
D. Zool. Ges., 2. Vers. Berlin. Leipzig, W. Eugelmaun. p. 113—117.
Systematisches. Nach J. S. Kingsley beweisen die Verhältnisse der
Kiemenspalten bei der Larve, sowie das Fehlen eines echten Ethmoidknochens,
dass Ämphiuma ein echter Caudate ist und dass scheinbare Anklänge an die
Caecilien nur auf analogen Reduktionen beruhen. Amer. Naturalist Bd. 26
p. 675-676.
PPOteidae. Sinnesorgane. Nach C. Kohl [vergl. ßer. f. 1891 p. 183]
ist nur bei jüngeren Thieren von Proteus anguineus Laur. das Auge als kleine,
rundliche schwarze Scheibe sichtbar; bei zunehmendem Alter wird es immer
undeutlicher und schliesslich unsichtbar. Eine knöcherne Orbitalhöhle fehlt;
der Bulbus, der in ein starkes Fettpolster eingehüllt ist, nimmt beim Wachsthum
des Thieres unverhältuissmässig an Volumen zu. Das Auge wird von der
Körperhaut und einer Schicht subcutanen Bindegewebes überzogen ; die typischen
sechs Augenmuskeln sind vorJiauden, aber die Muskelfasern bleiben auf embryo-
nalem Standpunkt. Erst bei älteren Thieren tritt eine Scheidung von Sclera
und Chorioidea ein. Pigment findet sich in einzelnen Körnchen durch die ganze
Chorioidea zerstreut. Eine Cornea existirt nicht. Das Proteus-K-agQ besitzt
während der embryonalen und Larvenperiode bis in die ersten Stadien des aus-
gebildeten Thieres hinein eine Linse. Der Zeitpunkt ihrer Rückbildung ist
individuell schwankend. Den Raum der Linse füllt später Bindegewebe aus.
Der Glaskörper ist räumlich nur geling entwickelt, eine Membrana limitans
interna fehlt, wie auch die Iris. Ein ringförmiger Wulst kann als Ciliarkörper-
anlage aufgefasst werden. Das Pigmentepithel besteht durchweg aus einer
einzigen Zellschicht. Der Grad der Pigmentirung hängt von dem Grade der
Beleuchtung ab, dem das Thier während seines Lebens ausgesetzt war. In der
172 Prof. Dr. O s k a r Boettger: Bericht über die Leistungen
Retina de« vollkommen entwickelten Thieies lassen sich alle typischen Schichten
unterscheiden, doch erreichen die Sehelemente auch bei den ältesten Thieren
nur einen niederen Grad der Ausbildung, und ein Unterschied zwischen Stäbchen
und Zapfen ist nicht vorhanden. „Rudimentäre Wirbelthieraugen" in Biblioth.
Zool. Heft 13, 1892. — Ref. in Zeitschr. f. Naturw. (Halle) Bd. C6 (1894) p. 351
bis 353.
Faunistisches. W. B. Mars hall bemerkt zu dem Vorkommen des Necturus
maculafus Raf. im Hudson-Flusse, dass wir es hierbei mit einem der wenigen
Fälle zu thun haben, dass die Area der Verbreitung eines Tbieres unabsichtlich
vom Menschen vergrössert worden sei. Amer. Naturalist Bd. 26 p. 779—780.
Apoda.
Caeeiliidae. Sinnesorgane. Die Orbita von Slphonops annulatus be-
herbergt nach C. Kohl ausser dem Auge noch die Orbitaldriise, die aus zwei
Abtheiluugen besteht. Sclera iiud Coinea sind diö'erenzirt, Iris und Ciliarkörper
vorhanden. Die Linse zeigt Linsenepithel, aber keine Fasern. Die Netzhaut
hat ihren typischen Charakter; Stäbchen und Zapfen sind nachweisbar. Ueber-
haupt ist die Reduktion nicht derartig, dass das Sehen ausgeschlossen erscheint.
Bibl. Zool. (Chun & Leuckart), Heft 13. 140 pgg., 9 Taf.
In Erwiderung auf Ayers' und Retzius' Bemerkungen [s. Ber. f. 1891 p. 184]
bringen P. & F. Sarasin weitere Mittheilungen über das Gehörorgan der
Caeciliiden. Sie nennen die im Sacculus liegende Macula jetzt M. neglecta
sacculi, die von Retzius im Utriculus gefundene aber M. neglecta utriculi. Anat.
Anzeiger 7. Jg. p. 812-815.
Systematisches. F. Müller macht Mittheilungen über Pholidose und
Färbung von Gymnopis ?oligozona Cope aus Guatemala. Verb. Nat. Ges. Basel
Bd. 10 p. 196.
Slphonops pjaulensis n. sp., verw. annulatus Mik , Saö Paulo, Brasilien;
Boettger, Kat. Batr.-Samml. Frankfurt a. M. p. 62, Aum,
StegocepJiala
(nur fossil).
Allgemeines. Li seiner Arbeit über Anatomie und Phylogenie .von
Folypterus vergleicht H. B. Pollard dessen Hautknochen mit den Schädel-
elementen der Stegocephalen und bespricht die sich daraus ergebenden Homologien.
Zool. Jahrb., Anat. Abth., Bd. 5 p. 387-428, 10 Figg., Taf. 27—30.
Systematisches. H. G. Seeley will diese Ordnung zu den Reptilien ge-
stellt wissen. Phil. Trans. Roy Soc. London Bd. 183 B p. 367.
Wegen le]i)i'iot]icr'mm-¥niüs\}\\y(tn vergl. oben Pohlig p. 83.
Labyrinthodoutia. Systematisches. A. Andreae erwähnt aus dem
oberen Hauptbuntsandsteiu vom Geisbei-g bei Heidelberg die Panzerplatte eines
Labyrinthodonten. Mitth. Bad. Geol. Landesanst. Bd. 2 p. 352.
Bericht
über
die Leistungen in der Ichthyologie während des Jahres 1890.
Von
F. Hilgendorf und Fr. Kopsch.
I. Bericht über Anatomie, Physiologie u. Entwicklung
von Fr. Kopseh.
Anatomie und Physiologie.
Allgemeines.
Retzius, Gustav, üeber Zeilentheilung bei Myxine glutinosa
— Verh. Biol. Vor. Stockholm. Bd. IT, p. 80— 91, Tafel III.
Zellentheilung im Mesorchium.
Ryder, J. A. Anatomie von Acipenser vergl. bei Faunen
(Nordams).
Haut.
Emery, C. Nochmals über die Leuchtorgane der Fische. —
Biolog. Centralblatt Bd.X, p.285— 286 [gegen Lendenfeld nur Polemik].
Guitel, Frederic. Sur le nerf lateral des Cyclupterides. —
Guitel fasst die Resultate seiner Untersuchungen in folgenden Sätzen
zusammen: Lophius piscatorius besitzt bekanntlich keine Schleim-
canäle. Die Seitenlinie besteht aus Reihen von freien Nerven-
endigungen, welche über die Hautoberfläche hervorragen und von
1, 2 oder 3 kleinen Hautlappen eingefasst sind. Diese Reihen,
deren Anordnung sehr constant ist, werden vom Nervus lateralis,
facialis (hyomandibularis u. mandibularis) und Trigeminus (Oph-
talmicus, maxillaris sup. u. inf.) innerviert. — Comptes rendus de
l'Acad. Tome 111, p. 536— 538.
Guitel, Frederic. Sur la ligne lateral de la Baudroie (Lophius
piscatorius). Die Cyclopteriden (Liparis u. Cyclopterus) besitzen
eine völlig ausgebildete Seitenlinie. Die Endorgane derselben sind
174 F. Hilgeiulorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
am Kopfe angeordnet in drei unabhängigen Canalsystemen, während
diejenigen des Körpers frei die Körperoberfläclie erreichen u. vom
Nerv. lat. innerviert werden. — Comptes Rendus de l'Acad. Tome 110,
p. 50—52.
Hofer, Bruno. Ueber den Bau und die Entwickehing der
Cycloid- und Ctenoidschuppen.
Hofer untersucht die Entwickhing der Cycloidschuppe bei Trutta
fario, Esox lucius, Cyprinus carpio, Phoxinus laevis, Anguilla
vulgaris, Rhodeus amarus, Cobites fossihs und die Entwicklung der
Ctenoidschuppe an Leucioperca sandra, ferner die Entwicklung
der Schuppen bei Amia calva. Er weist nach, dass die Cycloid-
und Ctenoidschuppen ebenso wie die Placoid- und Ganoidschuppen
auf Ossification homologer Cutispapülen zurückzuführen sind, doch be-
sitzen Cycloid- und Ctenoidschuppen niemals Schmelz. Die Ctenoid-
schuppe ist aus der Cycloidschuppe entstanden. Dies folgt ehimal aus
der Entwicklung^ insofern als die Ctenoidschuppe als cycloide an-
gelegt wird und zweitens daraus, dass die Ganoiden vielfach Cycloid-,
aber keine Ctenoidschuppen besitzen, die phylogenetisch ältesten
Teleostier nur Cycloidschuppen besessen haben und die phylo-
genetisch jüngsten Teleostier vorwiegend Ctenoidschuppen aufweisen.
Die Cycloidschuppen sind bereits von den Ganoiden ererbt. —
Sitzungsber. der Ges. für Morph, u. Phys. München Bd.VI, p.l03 — 118.
Jourdan, Et. Structure histologique des barbillons et des
rayons libres du Peristedion cataphractum. — Nach Jourdan be-
findet sich in der Achse der betreff. Theile ein Knorpelstab, welcher
von einer fibrösen Scheide umgeben ist. In der Ejiidermis hegen
zahlreiche becherförmige Organe [corps cyathiformes]. Im Innern
derselben bemerkt man öfter Drüsen-Zellen. Diese Organe werden
auch auf der Zunge, im Pharynx und den Kiemenbogen gefunden.
J. beschreibt weiter den Bau des Epithels auf den freien Strahlen
der Brustflossen. In demselben kommen die oben beschriebenen
Organe nicht vor, dagegen aber andere von dem Autor als einfache
Schleimdrüsen angesprochene Organe. -- Arch. d. Zoolog. Exper.
Tome VIII, p. G03— G16, Tafel 32.^
Klaatsch, Hermann. Zur Morphologie der Fischschuppen
und zur Geschichte der Hartsubstanzgewebe. — Klaatsch liefert
eine zum grossen Theil auf eigenen Untersuchungen gegründete
Bearbeitung der "Schujapen sämmtlicher Abtheilungen der Fische,
um die die Frage zu lösen, in welchem Verhältniss die Schuppe
der Knochenfische zu derjenigen der Ganoiden und Selachier steht.
Es werden besprochen die Schuppen der Selachier, der Ganoiden
(recente und fossile), der Teleostier, der Dipnoer, daran schliesst
sich die Beschreibung der Schuppen von Ichthyophis. Bei den
Selachiern bilden Scleroblasten (d. h. indifferente mesodermale Ele-
mente) im Anschluss an die von der Epidermis ausgehende Schmelz-
bildung, die gemeinsame zellige Anlage für den Spitzentheil und
den oberflächlichen Theil der Basalplatte dar. Die Bildung des
oberflächlichen Theils der Basalplatte erfolgt im direkten Anschluss
in der Iclitliyologie während des Jahres 1890. 175
an die Bildung des Dentinkegels. Es werden auch noch andere
Elemente in den scleroblastischen Process einbezogen. Die Sclerobl.
scheiden eine fibrillär zerfallende Grundsubstanz ab und liefern den
tiefen Theil der Basalplatte. Als verschiedene Differenzierungen
der Placoidorgane treten auf die Kieferzähne und die Hornfäden.
Die lebenden Squaliden sind charakterisiert durch die grosse Zahl
und beständige Neubildung der Placoidschuppen. Der Urszustand
der Placoiden ist die Bedeckung des Körpers mit stacheltragenden
rhombischen Platten, deren Ränder sich nicht berühren. Für die
Ganoiden (und zwar Chondrostei, Acanthodidae, Crossopherygiclae,
Heterocerci, Lepidosteidae, Pychodontidae ausgenommen sind Placo-
dermen, Pteraspiden, Cephalaspiden, Amiaden) wird als Urzustand
aufgestellt, dass der grösste Theil des Körpers von rhombischen
entweder aneinander stossenden oder durch schmale Streifen ge-
trennten Platten bedeckt ist. Der Vorgleich der Ganoidschuppe
mit der Placoidschuppe führt zu dem Resultat, dass beide homolog
sind. Die Teleostierschuppe entspricht dem oberflächlichen Theil der
Basalplatte nur einer Placoidschuppe, welcher sie homodynam ist.
Desgleichen ist sie der Ganoidschuppe homodynam. Ursprünglich
sind die Teleostierschuppen unmittelbar unter der Epidermis gelegene
rhombische Knochenplatten, welche der Körperoberfiäche parallel
ohne sich zu berühren in schrägen Reihen angeordnet sind. Die
dachziegelförmige Deckung sowie die Bildung der Schuppentaschen
ist ein secundärer Zustand. Die Cycloidschuppen der Dipnoer und
fossilen Ganoiden werden beschrieben und mit derjenigen der Se-
lachier und Teleostier, Ganoiden verglichen. Es zeigt sich, dass die
Cycloidschuppe mehrere Male ganz unabhängig von einander ent-
standen ist. Die Schuppen der Blindwühlen hält Klaatsch für einen
ererbten Besitz. Er sieht in ihnen einen Zweig des Stammes, welcher
in anderer Richtung die Teleostier und Dipnoer-Schuppe hervor-
gehen liess. In einem Schema wird die Ableitung der Fischschuppen
graphisch erläutert. Zum Schuss der Arbeit giebt Klaatsch eine
Darstellung von der Phylogenie der Hartsubstanzgewebe der Wirbel-
thiere. Die ursprünglich erste Hartsubstanz ist der Schmelz der
Placoidorgane, welcher von den Zellen der Epidermis gebildet wird.
Vom Mesoderm stammen ab das Dentin, welches dann dem Knochen-
gewebe den Ursprung giebt. Dieses entwickelt sich in besonderer
Weise und zeitigt infolge von Wechselwirkungen mit anderen Ge-
weben der Bindesubstanzreihe, eine grosse Zahl verschiedener Er-
scheinungsformen. Morpholog. Jahrbuch. Bd. XVI p. 97 — 203,
p. 200-259 Tafel VI— VHI.
Lendenfeld, R. von. Bemei'kungen über die Leuchtorgane
der Fische. ■ — Lendenfeld beschreibt die histologischen Einzelheiten
des Leuchtorgans von Scopelus benoiti, er hält seine frühere Be-
schreibung den gegenteiligen Angaben Emery's gegenüber für im
grossen und ganzen richtig und betont die Anwesenheit der von
ihm entdeckten keulenförmigen Leuchtzellen auch im Dorsalorgan
176 P- Hilgenclorf u. Fr. Kopsch: Beriebt über die Leistungen
von Scopelus benoiti, wo Emery ihr Vorkommen leugnet. — Biolog.
Centralblatt Bd. X. p. 215—216.
Ryder, John A. The continuity of the primary matrix of
the scales and the actinotrichia of Teleosts. — Ryder hat bei
Embryonen von Batrachus tau (5 Tage nach dem Ausschlüpfen)
Querschnitte untersucht uud unter der ganzen Epidermis eine Basal-
membran gefunden. Auf diesen Befund baut er eine ganze Theorie
über die Entwicklung eines Exoskelet's auf, welches ursprünglich
(phylogenetisch) ungegliedert den ganzen Rumpf überzogen haben
soll und sich erst später in einzelne Platten gegliedert hat. — Amer.
Naturalist Vol. XXIV p. 489-491. Vergl. auch: Ryder, A phy-
siological theory of the calcification of the skeleton. Pr. Am. philos.
soc. XXVI 1889.
Hierher auch: Lode, A. Beiträge zur Anatomie und Physiologie
des Farben wechseis der Fische. Sitzungsber. der k. k. Acad. d.
W. Wien Bd. 99 Abth. 3. p. 130—143.
Goode. Farben der Fische s. bei Biologie. — Jaekel, fossile
Ichthyodorulithen vergl. fossile Fische.
Skelett (u, allgem. Morphologie).
Ayers, Howard. Concerning Vertebrate Cephalogenesis. —
Ayers, giebt eine Uebersicht über die Resultate seiner Untersuchungen
über die Entstehung des Kopfes bei Wirbelthieren. Er beschäftigt
sich in der vorliegenden Mittheilung hauptsächlich mit dem vorderen
Ende des Centralnervensystems d. Amphioxus. Er sieht dasselbe
als Gehirn an, welches einem bestimmten Abschnitt des Gehirns
der anderen Vertebraten entspricht. Seine vordere Wand ist der
lamina terminalis homolog, das vordere Ende seines unpaaren Ven-
trikels ist das Thalamocoel, sein hinteres Ende das Mesocoel. Am-
phioxus ist keine degenerirte Form. Die Ganglienzellengruppen dicht
hinter dem Thalamocoel sind die Kerne für die Respirations, Schluck-
Bewegung etc. und entsprechen den Kernen der höheren Wirbel-
Ihiere. Das Gehirn der letzteren macht während der Entwicklung
ein Stadium durch, welches bei Amphioxus ein bleibender Zustand
ist. Alle mit dem vorderen Ende des Amphioxus-Centralnervensystem
in Verbindung stehenden Sinnesorgane sind paarig. Das Auge von
A. ist das Vorstadium des Wirbelthier- Auges, es ist zwar kein Seh-
organ, wohl aber ein lichtempfindender Apparat. Die das Pigment
enthaltenden Zellen dieses Auges liegen innerhalb der Nervenmasse.
Die Pigmentflecke am Centralnervensystem sind segmental an-
geordnete Sinnesorgane. Das Pigment ist ebenso wie das des Auges
in amoeboiden Zellen enthalten. Die Rieseiiganglienzellen an vorderen
Ende des Rückenmarkes senden keinen Axencylinder aus. Das Ge-
hörorgan stammt von den primären Sinnesorganen der Seitenlinie
und ist phylogenetisch älter als das Canalsystem dieser Organe.
Bei Cyclostomen sind die höheren Sinnesorgane paarig. Das Parietal-
auge derselben und der anderen Vertebraten ist aus der mittleren Partie
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 177
des Amphiox.-Auges entstanden. Das Neuralrohr ist phylogenetisch
und ontogenetisch älter als die Chorda dors. Die Hypophysis der
Wirbelthiere bezeichnet keinen festen Punkt, wie das Verhältniss
des vorderen Chordaendes und der Hypoph}' sis beweist. Der Schädel
zeigt keinen segmentalen Aufbau. Die Kopfhöhlen, in den Meso-
blastsegmenten des Kopfes haben ihre grössto Bedeutung bevor
ein Primordialcranium gebildet war. Die Hypophyse ist später als
die Chorda aufgetreten, sie ist ein Geschmacksorgan, deren Nerv
das Infundibulum darstellt. Das Chiasma nerv. opt. der Wirbel-
thiere ist später aufgetreten. Die Vermehrung der Zahl der Kiemen-
spalten bei Amphiox. ist aus den Lebensgewohnheiten dieses Thieres zu
erklären, denn der Kiemenapparat desselben dient nicht allein der
Respiration sondern auch dem Heranbringen der Nahrung. Journ.
of Morphology Vol. IV p. 221— 245.
Baraldi, G. A. proposito dell' osso sfenotico. — Baraldi be-
hauptet, dass das Prooticum der Fische dem Alisphenoid des
Menschen entspräche. — Atti. Soc. Toscana Sc. N. Pisa. Proc. Verb.
Vol. Vn. p. 183—184.
Cope, E. D. The homologies of the fins of Fishes. — Cope
giebt eine kritische Uebersicht über die bisher vorhandenen An-
schauungen hinsichtlich der Homologien der Fischflossen. Er leitet
dieselben von einer longitudinalen Hautfalte ab und stellt 5 Typen
der Dorsalflosse auf. — Amer. Naturalist. Vol. XXIV. p. 401 — 423.
9 Fig. Tafel XIV— XVIII.
Dohrn, Anton. Bemerkungen über den neuesten Versuch
einer Lösung des Wirbelthierkopf-Problems. — Dohrn unterzieht
die von Rabl in der „Theorie des Mesoderms" ausgesprochene
Anschauung über die Metamerie des Wirbelthierkopfes und der Ent-
wicklung der Gehirnnerven einer Kritik. Er betont, dass die dorsalen
Nervenwurzeln bei allen Selachiern aus den Ganglien in das Medullar-
rohr einwachsen, dass jedoch bei den Hirnnerven ausserdem motorische
aus dem Seitenhorn stammende Fasern in die Gangiienplatten dieser
Nerven eintreten. Die Ganglienleiste entsteht, wäe Rabl richtig
beschreibt (gegen His u. Beard), durch Zellwucherung der Verschluss-
partie des Medullarrohrs. Aus derselben entstehen die Ganglien.
Die Ganglienleiste ist das Vorstadium der Ganglien und ist darum
nicht schon von Anfang an segmentirt, weil die wuchernden Zellen
die Zwischenräume der Segmentgrenzen ausfüllen. Wenn die
Zwischenräume zwischen den einzelnen Segmenten gross sind, wie
zwischen Torgeminus u. Facialis -Acusticus, sind die Ganglien ge-
trennt, während Letzterer auf jungen Stadien mit dem Glosso-
pharyngeus zusammenhängt. Es besteht somit kein w^esentlicher
Unterschied in der Entstehung der Kopf- und der Rumpfganglien.
Die Nervi trochlearis und oculomotorius sind motorisch und ent-
sprechen ventralen Wurzeln. Ein Ganglion N. oculomotorii existirt
nicht. Das Trochliaris-Ganglion stammt von dem vordersten Stück
der Gangiienleiste und lagert sich dem Nerven nur dicht an, ohne
mit demselben in Verbindung zu treten. Der Abducens stammt aus
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.H. H.l. 12
178 F. Hilgeiidorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
den Medullarzellen des Vorderhorns des Nachhirns aus der Gegend
zwischen den Facialis- und Glossopharyngeus - Ursprüngen , seine
Wui'zelsti'änge treten genau so aus, wie die motorischen Wurzeln
der Spinalnerven. Es ist unmöglich , die Entwicklungsweise des
Nervus trigeminus und facialis in einen Gegensatz zu bringen zur
Entwicklung des Glossopharyngeus und Vagus. Die genannten
Nerven sind also mit den Spinalnerven auf eine Stufe zu stellen.
Der Hypoglossus darf nicht als zum Vagus gehörige ventrale Wurzel
aufgefasst werden. — Anat. Anz. Bd. V, p. 53— 64; 78—85.
Dohrn, Anton. Studien zur Urgeschichte des Wirbelthier-
körpers. XV". Neue Grundlagen zur Beurtheilung der Metamerie
des Kopfes. — Dohrn beobachtet an einem Embryo von Torpedo
marmorata, welcher 3 mm lang, dem Stad. E von Balfour entspricht,
14 deutliche Myotome, deren vorderstes in der Höhe der Hyoid-
spalte liegt, und von dieser Gegend an nach vorne noch weitere
zehn (vielleicht mehr), so dass, „von der Glossopharyngeus-Region
angefangen, zwölf bis fünfzehn Myotome für den Vorderkopf sich
nachweisen lassen." Alle diese Myotome besitzen ihre ventralen
Abschnitte in den Seitenplatten, welche das Kopfcoelom bilden. Von
diesen 12 — 15 Myotomen entsprechen 4 dem ersten My. von van
Wijhe, 3 dem Mandibularsegment, 3 dem Hyoidsegment, und 2 — 3
dem 4. Segment desselben Autors. Da nun die Kopf-Myotome den
Rumpf-My. durchaus gleichwerthig gedacht werden müssen, sucht D.
nach den entsprechenden nervösen Apparaten der Kopf - Myotome.
Der Nervus abducens ist „als ein Multiplum von Nerven anzusehen,
welche mit den motorischen Spinalnerven durchaus homodynam sind."
Ebenso ist der Oculomotorius „als ein Multiplum vorderster, den
motorischen Spinalnerven homodynamer Nerven zu betrachten."
Ueber den Trochlearis ist D. noch nicht ganz im Klaren. Auch
der Nervus maxillaris inferior und hyoideo-facialis sind als Multipla
motorischer Seitenhornnerven anzusehen. Auch an den sensiblen
Kopfnerven sucht D. die Metamerie nachzuweisen und kommt zu
dem Schlüsse, „dass auch in der Ganglienbildung am Kopf wesent-
liche Eeductionen geschehen sind, und dass besonders am Vorder-
kopf die gegenwärtig bestehenden Verhältnisse der Ganglienformation
durchaus nicht als der ursprünglichen Lage der Dinge entsprechend
angesehen werden dürfen." Er sucht in den Derivaten der Facialis und
Trigeminusplatte nach den Resten der Rpinalgangl., welche einstmals
allen den imVorderkopf steckenden Metameren zukamen. Wenn es nun
richtig ist, dass die relative Ureinheit eines Gesammtmetamers durch
ein Myotom, ein Coelomsegment, ein Neuromer, ein Branchiomer,
ein Angiomer gebildet wird, wie es z. R. der Glossopharyngeus-
Visceralbogen darbietet, so ist die Hyoidhöhle ein Multiplum von
ursprünglichen Kopfhöhlen, und ebenso müssen im Mandibularbogen
die Elemente einer ganzen Reihe von Coelomabth eilungen zusammen-
gefasst werden. Die praemandibulare Kopfhöhle umfasst gleichfalls
eine beträchtliche Anzahl von Myotomen. In den Augenmuskeln
stecken ventrale und dorsale Coelomabschnitto. In einem Abschnitt
in der Ichthyologie wähvend des Jahres 1890. 179
über „Metamerie der Kiemengefässe" wird versucht, aus dem gegen-
wärtigen Verlauf der Gefässe auf den früheren zu schliessen, wobei
D. von dem relativ conservativen Character, welchen auch die Gefässe
zeigen, ausgeht. — Mittheilungen der Zoolog. Station Neapel, Bd. IX,
p. 330—434, Tafel XIV, XV.
Guitel, Frederic. Note sur les differences sexuelles du Le-
padogaster bimaculatus. — Guitel findet bei Männchen von LejDado-
gaster bimaculatus einen sehr breiten Kopf, sehr vorspringende
Backen, stumpfes Maul und kleine Augen, während die Weibchen
einen schmalen Kopf, abgeplattete Backen, schmales Maul und
relativ grosse Augen besitzen. Die grosse Kopfbreite des Männchens
ist bedingt durch eine enorme Entwicklung des M. levator maxillae.
— Comptes rendus de l'Acad. Tome 111, p. 759 — 761.
Hatschek, B. Die Rippen der Wirbelthiere. — Hatschek
hält für die Entscheidung der Homologie der Wirbelthierrippen
ausser der Vergleichung der Skelette das Lagerungsverhältniss der
Rippen zu den Weichtheilen für sehr wichtig. Die Rippen der
Amphibien und der Amnioten erscheinen als neue Gebilde, welche
zwar ebenfalls in der Richtung der Myocommata liegen, aber zwischen
der epaxonischen und hypaxonischen, während die Rippen der
Fische zwischen der hypaxonischen Musculatur und der Somato-
pleura liegen. In der Rumpfregion der Amph. u. Amn. sind die
alten Fischrippen geschwunden, in der Schwanzregion haben sie
sich als untere Bogen häufig erhalten. Bei Polypterus scheinen
Fischrii^pen und Amphibienrippen (partielle) nebeneinander vor-
handen zu sein. Somit scheinen die Goette'schen Anschauungen
über die Homologien der Wirbelthierrippen richtig zu sein. — Verh.
d. Anat. Gesellschaft, Berhn 1890, p. 113—120. 6 Fig.
Hatschek, B. Die paarigen Extremitäten der Wirbelthiere.
— Hatschek ist der Ansicht, dass man die beiden Typen der
Extremitäten nur in einer bestimmten Stellung und zwar in der
Abwärtsstellung oder besser in der Horizontalstelluno; mit einander
vergleichen darf. Er vergleicht den vorderen Rand der Selachier-
flossen mit dem radialen (resp. tibialen) Rand der Wirbelthier-»
extremitäten. Bei den Dipneusten, speciell bei Ceratodus, ist von
Schneider auf den Gegensatz in der Stellung der vorderen und
hinteren Flosse aufmerksam gemacht worden. Hatschek erklärt
denselben in anderei' Weise wie Schneider dadurch, dass die vordere
Flosse noch wie eine Fischflosse gebraucht wurde, während die
Bauchflosse nach Art der Extremität der höheren Thiere derart
nach aufwärts geschlagen wurde, dass ihre ventrale Fläche sich an
den Rumpf anpresst. Man kann also nicht den Unterschied in der
Stellung der Extremitäten von Ceratodus vero-leichen mit der ver-
schiedenartigen Stellung von Arm und Schenkel bei den höheren
Thieren. Die über Ceratodus ausgesprochene Ansicht fand H. be-
stätigt durch die Beobachtung des lebenden Protopterus. — Verh.
d. Anat. Gesellschaft Berlin 1890 p. 8-2—90. 4 Fig.
Platt, Julia B. The anterior head-cavities of Acanthias.
12*
180 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
(Preliminary notice). 1 Texfigur. — Julia Platt beschreibt bei
Acantbias-Embryonen ein Paar „head-cavities", welches noch vor
der Praemandibular-Hühle von Balfour gelegen ist, und bemerkt,
dass auch van Wijhe bei Galeus ein paar ähnliche Höhlen abgebildet
habe, welche er aber irrthümlicher Weise als von der Praemandi-
bularhöhle stammend ansieht. Zoolog. Anz. Bd. XIII p. 239.
Schneider, Anton. Studien zur Systematik und zur ver-
gleichenden Anatomie, Entwicklungsgeschichte und Histologie der
Wirbelthiere. [Fragment]. — Zoolog. Beiträge von A. Schneider,
Bd. II p. 268—270^ Tafel XXHI— XXVII. Enthält nur die Tafel-
erklärung.
White, Philip. J. On the skull and visceral Skeleton of the
Greenland-shark. Laemargus microcephalus. — White giebt eine
gedrängte Zusammenfassung seiner Resultate über das Kopfskelett
von Laemargus microcephalus. — Anat. Anz. V. pag. 259 — 261.
Willey, Arthur. On the development of the atrial Chamber
of Amphioxus. — Willey giebt eine Anzahl von Daten über die
Laichgewohnheiten und Entwicklungsdauer des Amphioxus, wie er
es am Faro bei Messina gefunden hat. Die Eiablage erfolgt eine
Stunde nach Sonnenuntergang. Am leichtesten erhält man die
jüngeren Stadien, wenn man die erwachsenen Thiere laichen lässt.
Man muss nur dafür sorgen, dass in einem Gefäss nicht zuviel Eier
sind, und dass das Wasser aus dem kleinen See. ist, sonst entwickeln
sie sich pathologisch. Die Furchung beginnt um S.Uhr Abend. Gastru-
lation um 1 1 Uhr. Dieselbe ist beendet um 1 Uhr. Um drei Uhr fängt
die Gastrula an sich zu bewegen. Um 5 Uhr Morgens sind zwei
Paar Mesodermtaschen vorhanden. Um 8 Uhr des zweiten Morgens
(36 St. nach Beginn der Furch), hat der Embryo auf der hnken
Seite den Mund bekommen, und eine Kiemenspalte, welche in der
Medianlinie beginnend auf die rechte Körperseite herüberrückt.
Der Anus wird kurze Zeit nachher gebildet. Dann ist die embry-
onale Periode beendet und die larvale beginnt. Die Larven fischt
man am besten aus 15 — 20 Faden Tiefe. Was die Bildung des
•Atrium anbetrifft, so sind die Angaben von Kowalewsky und Rolph
nicht richtig. Sie findet vielmehr in folgender Weise statt. Auf
der Ventralseite in der Pharyngsregion tritt eine Furche auf, deren
Seitenwände von einer Leiste gebildet werden. Der Innenraum
dieser Leiste wird nicht von einer Fortsetzung des Coeloms aus-
gefüllt, sondern von Bindegewebe, in welchem erst später eine Höhle,
die Metapleurale Höhle, auftritt. Diese ist niemals mit dem Coelom
im Zusammenhang. Auf der Innenwand jeder dieser beiden Leisten
entsteht nun eine neue, horizontal gelegene, M'elche nach der Mittel-
linie vorwachsend in derselben von hinten nach vorne verschmelzend
einen Canal bilden, das Atrium, welches durch den Atrioporus nach
aussen mündet. — Proceed. Roy. Soc. Vol. 48 p. 80—89. 9 Fig.
Lankester, E. Ray u. Willey, Arthur. The development
of the atrial Chamber of Amphioxus.
Lankester und Willey arbeiteten an Material, welches der letztere
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 181
am Faro bei Messina gesammelt hat. Nach einer kurzen Darlegung
über die Gewinnung des Materiales, welche nichts wesentlich neues
bringt, aber recht werthvoll ist für den Nachuntersucher, beschreiben
sie die Entstehung der „atrial Chamber" und das von ihnen als
„club-shaped gland" beschriebene Organ. Die Bildung der atrial
Chamber wird eingeleitet durch die Erhebung zweier Falten, (Meta-
pleuren genannt), an deren einander zugekehrten Eändern zwei
neue Falten entstehen, die „sub-atrial ridges". Diese vereinigen
sich in der Mittellinie und bilden so die ventrale Wand der Atrial
Chamber. Diese Vereinigung findet statt von hinten nach vorne. Die
keulenförmige Drüse, welche zwar von Hatschek und früheren Unter-
suchern abgebildet wurde, ist noch nicht beschrieben worden. Sie ver-
schwindet später ohne eine Spur zu hinterlassen. Die Drüse stellt einen
Sack dar mit weiten Lumen. Sie liegt schräg und auf der rechten Seite
der Mundhöhle. In jüngeren Stadien endet sie blind in der Nähe der
Chorda, auf älteren Stadien mündet sie in die Mundhöhle (Stad.
von 61 Segm. 14 Kiemenspalten). — Quarterl. Journ. of Micr. Sc.
Vol. XXXI. p. 445-466. 9 Fig. Tafel XXIX-XXXII.
Möbius, Praeparate des Schallapparates von Balistes aculeatus
L. — Verhandlungen der Berliner Physiologischen Gesellschaft in
Archiv f. Anat. u. Physiol. Jahrgang 1890 Phys. Abth. p. 182. —
Möbius trägt in der Berliner Phys. Gesell, dieselben Thatsachen
vor, welche im Ber. 1889 p. 192 referirt sind.
Meek, Alexander. On the structure of Trachypterus arcticus
(the northern ribbon Fish). Stud. Mus. Z. Dundee. Vol. I. No. 6
24 Seiten 2 Tafeln.
Cunningham, J. F. A treatise on the common Sole (Solea
vulgaris) considered both as an organism and as a commodity. —
Plymouth. 147 Seiten 6 Fig. 18 Tafeln.
Dam es, W. über einen mit hyperostotischen Bildungen ver-
sehenen Schädel eines subfossilen Pagrus. Sitzungs-Ber. d. Gesellsch.
naturforsch. Freunde Berlin 1890. p. 162 — 167. Vergl. Biologie
Krankh.
Fritsch, Anton. Fauna der Gaskohle, Bd. III Heft 1, Selachii
(Pleuracanthus, Xenacanthus). Prag. 1890. Flossen bezw. Schulter-
gürtel u. Kiemenbogen. Vergl. bei fossile Fische.
Vergleiche Entw. des Schwanzes bei Petromyzon. Goette
[Ontogenie].
Vergleiche über Skelett noch folgende Arbeiten: Cope,
Synopsis der Vertebraten-Familien; s. am Anfang der Systematik.
— Gill, Osteologie der Ranicipitidae u. 10 andrer Fischfam. ; s.
am Schluss der Faunistik. — Bean, Skelett v. Synchirus, s. Faunen
(Nordam.). — Jaekel, Skel. von Pristiophorus, s. System. (Selachii).
-^ Jaekel, Ichthyodorulithen, ebd. — Jaekel, fossile Zähne mit
Fadenpilzen; s. Biologie (Krankheiten). — Felix, Os spleniale und
Praedentale bei Protosphyraena, s. foss. F. — Hilgendorf, Brustfl.
V. Leucopsarion, s. Syst. (Gadidae). — Alcock, Brustfl. mangeln
der Gatt. Thaumastomias, s. System. (Stomiatidae).
182 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Muskeln und electrische Organe.
F ritsch, G. Die electrischen Fische nach neuen Untersuchungen
anatomisch-zoologisch dargestellt. 2 Abth.: Die Torpedineen. Lpz.
14G Seiten 30 Fig. 20 Tafeln. — Die electrischen Organe der Torpe-
dineen sind entstanden durch Umwandlung bestimmter Muskelgruppen
[Adductor u. M. constrictor comm.], was auch die Entwicklungs-
geschichte beweist. Die Gesammtzahl der electrischen Nerven be-
trägt vier nicht fünf, da das Muskelfeld des 5. Kiemensackes sich
nicht zu electrischen Säulen umbildet. Die als Seitencanalsystem,
Savi'sche Bläschen, Lorenzius'sche Ampullen bez. Canäle sind Theile
eines ursprünglich einheitlichen Systems. Die beiden ersteren von
ihnen haben Sinnesepithelien, die letzteren haben secretorische
Funktionen. Die electrischen Platten in den Säulen stehen im
Wesentlichen horizontal. Summe der Platten eines Organs bei T.
marmorata ca. 180 000 bei T. ocellata 165 000. Neugeborne Tor-
pedineen haben wesentlich dieselben Zahlen der Platten wie er-
wachsene. Die Innervation derselben, geschieht von den Ecken
aus. Jede aus dem Centralorgan entspringende „Nervenröhre" kann
3 Platten versorgen. Die Richtigkeit dieser Thatsache ergiebt sich
durch das Auszählen der Axencylinder im Nervenquerschnitt, w^oraus
auch folgt das sich die Nervenfasern während ihres peripherischen
Verlaufes nicht theilen. Jede electrische Platte besteht aus 2 lose
mit einander verbundenen Gliedern, von diesen ist das ventrale nach
unten durch eine gleichmässig körnige Schicht begrenzt, an welche
die feinsten Nervenverzweigungen herantreten. Feinste dunkle
Flecken zwischen den Körnchen sind vielleicht Porencanäle. Jenseits
der Körnerschicht bilden die Nervenfäserchen den sogn. Pallisaden-
saum; sie endigen gegen die obere Grenze des Gliedes in weichen
protoplasmatischen Körpern. Im dorsalen Glied ist eine reihenweise
Anordnung schwach lichtbrechender Theile zu bemerken. Die fein-
körnige Schicht wird durch eine bindegeweb. Lamelle gedeckt. Die
Ganglienzellen, von denen die electrischen Nerven ausgehen liegen
im Lobus electr., einem bilateralen Organ, durch dessen mediane
Vereinigung ein einheitliches Gebilde entsteht. Es entsteht aus
Wucherung bestimmter motorischer Abschnitte der grauen Kerne,
aus welchen im übrigen Vagus- und Trigeminus- Wurzeln entspringen.
Pur vis, George Gar rington. Note on certain terminal Or-
gans resembling Touch-corpuscles or End-bulbs in intramuscular
connective tissue of the Skate.
Purvis beschreibt in dem intramusculären Bindegewebe des M.
sacro-lumbalis von Raja clav. Nervenendapparate von ovaler Form,
welche aus einer Kapsel und der darin enthaltenden Endigung des
Axencylinders bestehen. Quarterly Journ. of Micr. Science Vol. XXX
p. 515—519. Tafel XXXIII.
Sinnesorgane.
Ayers, Howard. On the origin of the internal ear and the
functions of the semicircular canals and Cochlea. Milwaukee 9 p.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 183
Bateson, W. The sense organs and perceptions of Fishes, with
remarks on the supply of bait. — Bateson beschreibt mit Rücksicht
auf die Ernälirungs- Verhältnisse die Sinnesorgane bei Fischen. Er be-
schreibt die Form der Pupille bei einer Anzahl von Arten und bestreitet
die allgemeine Gültigkeit des Satzes, dass Nacht-Fische grössere
Augen haben als Tag-Fische. Das Geruchsorgan, welches bei allen
untersuchten Fischen vorhanden war, wird nach seinen gröberen anato-
mischen Verhältnissen bei den einzelnen untersuchten Thieren be-
schrieben. Ueber die Vertheilung sensibler Nervenendorgane in
Haut und Mundhöhle werden für die einzelnen Arten genaue An-
gaben gemacht. Die Wahrnehmung der Nahrung erfolgt bei einer
Anzahl von Fischen durch den Geruch, so bei Protopterus annectens,
Scyllium canicula, catulus, Raja batis, Conger vulg, Anguilla vulg,
Motella tricirrata und mustela, Nemacheilus barbatula, Lepadogaster
Gouanii, Solea vulg., minuta, Acipenser ruthenus, wahrscheinlich
auch bei Rajiden, Rhina squatina und Torpedo. Mit dem Gesichte
nehmen die Nahrung wahr, Labrax lupus, Pagellus centrodontus,
Cottus scorpius, Trigla cuculus, hirundo, Agonus catajjhractus,
Trachinus vipera, Caranx trachurus, Clupea harengus, Zeus faber,
Capros aper, Gobius minutus, Callionymus lyra, Cyelopterus lumpus,
Blennius pholis, gattorugine, Centronotus gunnellus, Mugil chelo,
Gasterosteus aculeatus, spinachia, Labrus maculatus, Coris julis,
Gadus luscus, merlangus, pollachius, morrhua, Rhombus maximus,
levis, Zeugopterus punctatus, Pleuronectes platessa, limanda, flesus
Nerophis aequoreus, lumbriciformis. — Journ. Mar. Biol. Ass. London
VoL 1 p. 225-256. Tafel XX.
Breuer, J. Ueber die Funktion der Otolithen- Apparate. — Breuer
behandelt auf Grund eigner Untersuchung und der in der Litteratur
vorhandenen Angaben die Funktion der Otholithen-Apparate. Unter-
sucht von Knochenfischen den Hecht, Barsch, und einen kleinen
Cyprinoiden. Beim Hecht sind die Verhältnisse der drei Otolithen-
Apparate zu einander am deutlichsten. Sie stehen in ebenso
Constanten räumlichen Verhältnissen zu einander wie die 3 Bogen-
gänge. — Arch. Phys. Bd. 48 p. 195-306. Tafel HI- V.
Chievitz, J. H. Untersuchungen über die Entwicklung der
Area und Fovea centralis retinae.
Chievitz untersucht neben anderen Wirbelthieren auch Syngnathus
typhle in Bezug auf die Entwicklung der Area und Fovea centralis
retinae. Die Fovea und ihre Umgebung bei dem erwachsenen
Thier stimmt mit derjenigen des Hippocampus überein. Es werden
untersucht Embryonen von 7, 9, 17, 24 mm und ein junger Fisch
von 51 mm Länge. Die Fovea ist bei 24 mm langen Embryonen
noch nicht vorhanden, und hat selbst bei dem ältesten untersuchten
Stadium (51 mm) noch keineswegs ihre endgültige Tiefe erreicht.
Die Entwicklung der Area und Fovea hat mit der Augenspalte
nichts zu thun. — Arch. f. Anat. u. Physiol. 1890. p. 332 — 366
Tafel XVIH— XX.
Faravelli, E. Cenno preventivo su di un muscolo a fibre
184 F. Hilgenrtorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
liscie osservato nella zona ciliare dell' occhio del Thynniis vulgaris.
Faravelli beschreibt am Auge von Thynnus einen aus glatten Muskel-
fasern bestellenden Muskel, dessen Fasern in radiärer Ricbtung
verlaufen und welcher in dem Ciliarkörper liegt. — Atti Soc. Tos-
cana Sc. Nat. Pisa. Proc. Verb. Vol. VII p. 133.
Kohl, C. Einige Bemerkungen über Sinnesorgane des Amphi-
oxus lanceolatus. — Kohl hält den am vorderen Ende des Central-
nervensystems v. Amphioxus vorhandenen Pigmentileck nicht für
ein Sehorgan, sondern nur für den Sitz eines gesteigerten Wärme-
empfindungsvermögens. Die von Hasse beschriebenen beiderseits
vorhandenen Gruben am Vorderende d. Amph. konnte K. nicht
finden. Die von Köllicker entdeckte und als Geruchsorgan gedeutete
Grube auf der linken Seite des Kopfes enthält Zellen, welche sich
von denen der übrigen Körperoberfläche unterscheiden. In der
Tiefe der Grube liegen Zellen, welche einen die Cutis durchbohrenden
feinen Fortsatz zu dem Bulbus olfactorius (Langerhans) des Central-
nervensystems senden. Eine ähnliche doch kleinere Grube findet
sich auch rechts, doch fehlten hier stets die in der linken Grube
befindlichen Zellen und damit auch der Zusammenhang mit dem
Centralnervensystem — Zoolog. Anz. Bd. XIII. p. 182 — 185.
Mitrophanow, P. Ueber die erste Anlage des Gehörorganes
bei niederen Wirbelthieren. — Mitrophanow leitet das Gehörbläschen,
die Seitenorgane, und die Organe des sechsten Sinnes von der
Epidermisverdickung ab, welche sich (bei Raja asterias 4,5 = Stad.
H. V. Balfour) in dem Bereiche des acustico-facialis und glosso-
pharyngeo-vagus befindet. Aus dieser Verdickung sondert sich im
Stad. J. das Gehörgrübchen ab, Avelches im Stadium K fast kreis-
förmig begrenzt ist, und sich am Ende dieses Stadium zu einem
Bläschen umwandelt. Dasselbe von Beard bei Salmo gefunden,
von M. bei Amphibien. Die ursprüngliche Gemeinsamkeit der An-
lage für Gehör- und Seitenorgan ist kein endgültiger Beweis für
die Gemeinsamkeit der Abstammung sämmtlicher Sinnesorgane von
den Seitenorganen. Biolog. Centralblatt Bd. XX p. 190 — 191.
Spencer, W. Baldwin. The pieneal eye of Mordacia mordax.
— In 2 Punkten ist Mord, von Petrom. (nach Beaird's Beschr.)
abweichend: 1. Trotz wohl entwickeltem Pigment im Auge, fehlt
doch die Depression der Schädel-Oberfläche,^ die bei P. immer
zugleich da sind oder fehlen. 2. Das schwarze Hautpigment zieht
über die Gegend des Pinealauges gleichmässig fort, so dass ein
Eindringen von Licht (auch noch durch die Muskeln hindurch)
kaum möglich ist. — Proc. Ptoy. soc. Victoria, (2) II 102 — 5, Xyl.
Steinach, Eugen. Untersuchungen zur vergleichenden Phy-
siolosfie der Iris. I. Mittheilung. Ueber Irisbewec:uno; bei den Wirbel-
thieren und über die Beziehung der Pupillarreaction zur Sehnerven-
kreazung im Chiasma. — Steinach untersucht die Reaction der Iris
auf Lichteinfall bei einer Reihe von Wirbelthieren. Von Fischen
wurden beobachtet Petromyzon fluv., Esox lue, Salmo salv., lacustr.,
trutta, fario, Cyprinus carpio, Barbus fluv., Carrassius aurat., Cobitis
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 185
fossil. Perca fluv, Gasterosteus spinachia, Anguilla anguilla, Rhombus
max, Acantli. vulg, Scyll. canicula, Protopterns annectens. Ueber
die Versnchsanordnung siehe Original. Als Resultat zeigt sich,
dass die Pupillen der Fische auf Licht reagieren, jedoch in ver-
schiedener Intensität bei den einzelnen Thieren. Die Reaction er-
folgt nur an der Pupille des gereizten Auges, ein consensueller
Pupillarreflex erfolgt nicht. — Arch. Physiologie Pflüger Bd. 47,
p. 289—340.
Vergleiche. Die lichtpercipirenden Organe des Amphioxus.
Ayers [Allgemeines]. Seitenlinie bei Lophius piscatorius Guitel
[s. Haut.] Nervenendorgane in den Barteln von Peristedion cata-
phractum Jourdan [s. Haut]. Entw. von Auge u. Gehörorgan v.
Petromyzon Kupffer [s. Ontogenie].
Hoves, G. B. On the intestinal canal of the Ichthyopsida,
with special reference to the arterial supply and the appendix
digitiformis. — Nach Hoves' Untersuchungen an Raja clavata,
Acanthias, Scyllium müssen die Haupt - Arterien des Vertebraten-
Verdauungscanals in zwei Gruppen aufgelöst werden. 1. eine
„anterior splanchnic"- Gruppe bestehend aus den Artt. coehaca,
mesenterica resp. lieno-gastrica, spermatico-mesenterica und mesen-
terica inf. der Plagiostomen. 2. eine „posterior splanchnic"-Gruppe
aus den Artt. mesentericae inff. der Plagiostomen. Diese beiden
Gruppen sind durch einen grossen Raum von einander geschieden.
Die Art. der 1. Gruppe versorgen den Darm vom Ende des Oesoph.
bis zum Coecum, der Rest von da an bleibt für die zweite Gruppe.
Aus dieser Gefässvertheilung wird nun der Schluss gezogen, dass
der Apendix digitiformis das Homologon des Coecum und des Proc.
vermiformis der höheren Wirbelthiere ist. Die Form und Lage des
Ap. dig. wird beschrieben und abgebiklet bei: Zygaena nialleus,
Raja clavata, Laemargus borealis, Scyll. canic, Cestracion philippi,
Acanth. vulg., Notidanus ein., Rhina squatina. Die Ausdehnung der
Spiralklappe ist sehr verschieden und kein Criterium für die
Ausdehnung des Dünndarms. Alles was bei Selachiern hinter der
Einmündungssteile des Ap. digit. gelegen ist, entspricht dem Dick-
darm der höheren Vertebraten, Bei einigen Teleostiern ist ein
Coecum vorhanden, so bei einem jungen 16,5 cm langen Exemplar
von Trigla gurnardus. Bei jungen Cyclopterus lumpus ist eine An-
deutung davon vorhanden. — Journ. Linn. Soc. London Vol. XXHI,
p. 381—410, Tafel I, H.
Lag u esse, E. Sur la presence de vaisseaux dans l'epithelium
intestinal (chez le Protoptere). — Beschreibt in dem Epithel der
Duodenalregion des Protopterns Blutgefässe, welche zwischen den
Epithelzellen verlaufen. Das Gefässnetz liegt in den unteren
Schichten des Epithels, von dem Corium durch eine bis zwei
Kei'nreihen getrennt und reicht höchstens bis zur halben Dicke
desselben. L. lässt die Möglichkeit offen, dass die Gefässe von
einer geringen Menge Bindegewebe begleitet sind. — Comptes rendus
de la Soc. d.' Biol. Tome H, p. 292—293.
186 ^i'- Hilgeudorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
L agil esse, E. Note sur la rate et le pancreas du Protoptere
et de la Lamproie. — Hat bei Protopterus eine Milz und ein
Pancreas gefunden. Das Pancreas ist von zungenförmiger Gestalt,
es liegt dicht hinter dem Pylorus zwischen Muscularis und Serosa.
Die Milz des Protopterus entspricht der „Magendrüse" Hyrtls. Sie
liegt in der Wand des Darmcanales und erstreckt sich vom Magen
an bis zur valviila spiralis. Sie hat eine ähnliche Structur wie die Milz
der Selachier, und entspricht ihrer Lage nach der embryonalen
Milz anderer Fische. Bei Fetromyzon findet man an der Stelle, an
welcher sich gewöhnlich die Milz zu befinden pflegt, ein kleiner
Sinus venosus, w^elcher der Milz zu entsprechen scheint. Bei Myxine
ist derselbe (Retzius) beschrieben worden als Pfortadersack. —
Comptes rendus de la Soc. de Biolog. T. II, p. 425—426.
Lag u esse, E. Sur la regeneration du sang apres saignee
chez l'embryon. — Studiert auf experimentellem Wege die Re-
generation der Blutkörperchen bei Embryonen der Forelle. Die
Widerstandsfähigkeit dieser Embiyonen gegen hochgradige Blut-
entziehung ist bedeutend. Ein Scheerenschlag eröffnet die grossen
Gefässstämme kurz vor der Schwanzflosse (bei Thieren 7 — 8 Tage
nach dem Ausschlüpfen) ; der Blutverlust ist derartig, dass man nur
noch die ganz grossen Gefässstämme blassrosa sieht. Die operirten
Thiere werden zu verschiedenen Zeiten untersucht. Es zeigt sich,
dass 1. die Zahl der farblosen mit gelapptem Kerne versehenen
Blutkörperchen beträchtlich vermehrt ist, 2. das zahlreiche Auftreten
verschiedener Formelemente wde Haematoblasten , junge Erythro-
cythen etc. Ferner wurden jungen vor der Zeit aus der Eischaale
herausgenommenen Embryonen (16 Tage vor dem Ausschlüpfen)
Blut entzogen. Sie wurden nach 1 — 3 Tagen conservirt. Es sind
viele junge Erj^throcythen und viele Leucocythen mit rundem oder
gelapptem Kerne vorhanden, dagegen erschien die Zahl der in
Kernteilung befindlichen Erythrocythen nicht vermehrt. Aus diesen
Versuchen schliesst L., dass die Regeneration der Blutkörperchen
bei den genannten Stadien der Forelle nicht durch Theilung der
schon vorhandenen Blutkörperchen, sondern in der Milz und dem
lymphoiden Gewebe der Niere stattfindet. — Comptes rendus de la
Soc. de Biolog. T. II, p. 361—363.
Laguesse, E. Note sur le developpement des veines dans la
rate. — Bezeichnet die Milz der Knochenfische in Bezug auf ihre
Entstehung als ein venöses Divertikel der Vena subintestinalis von
netzaiiiger Struktur. Kurze Zeit vor dem Ausschlüpfen der- Embryonen
besteht die Milz aus einer Mesodermverdickung in der Nähe der Vena
subintestinalis. Ein Theil der Zellen bildet ein Reticulum, in dessen
Maschen die anderen mit gelapptem Kern versehenen Zellen hegen.
Kurze Zeit nach dem Ausschlüpfen treten die Maschenräume des
Reticulums in Verbindung mit der Vena subintestinalis, und die den
Inhalt der Maschen bildenden Zellen werden in dieselbe hinein-
geschwemmt. Vom 15. Tage nach dem Ausschlüpfen an finden sich
ausser den Zellen mit gelapptem Kern auch noch andere (zahlreicher
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 187
vorhandene) kleinere Zellen, im Blute vor, welche wohl aus der
Milz wie aus dem die Niere begleitenden lymphoiden Gewebe
stammen. Gegen Toldt's Anschauung, dass die Milz zum grössten
Theil vom Coelom-Epithel abstammt, betont L., dass das Parenchym
der IVIüz ausschliesslich vom Mesoderm und den Venae intestinales
stammt. — Comptes rendus de la Soc. de Biolog. T. II, p.l61 — -163.
Laguesse, E. Recherches sur le developpement de la rate
chez les Poissons. — Beschreibt in einer umfangi-eichen Arbeit den
microscopischen Bau der Milz und die Entstehung derselben bei
Teleostiern (Forelle) und Selachiern (Acanthias). Die Resultate
werden am Schlüsse zusammengefasst wie folgt: Die Milz erscheint
ziemlich spät zu der Zeit, in welcher der Magen als solcher erkannt
werden kann. Sie ist in unmittelbarem Zusammenhange mit der
Vena subintestinalis und liegt innerhalb der primitiven Mesoderm-
wandung des Eingeweiderohrs. Sie befindet sich Anfangs in der
Duodenal-Region, nähert sich aber dem Magen und liegt schliesslich
an der grossen Curvatur desselben. Das Milzgewebe ist ursprünglich
eine einfache Mesodermverdickung, aus sternförmigen anastomosiren-
den Zellen bestehend, in deren Maschen zahlreiche rundliche Zellen
Liegen. Dieses Netz wird das reticuläre Gewebe des fertigen Organs.
Bindegewebsfibrillen gehen nicht in den Aufbau desselben ein. Die
in den Maschen befindlichen Zellen liefern die weissen und rothen
Blutkörperchen, so dass die Milz von Anfang an ein haemato-
poetisches Organ ist. Aus den Maschenräumen des primitiven
Netzes entsteht durch Verbindung mit der Vena subintestinalis ein
System von Venen, deren Gesammtheit eine Art Sinus venosus
bildet. Derselbe erscheint als ein Anhang des portalen Kreislaufes,
und enthält in einem Teil seiner Maschen Zellen, welche die weisse
Milzpulpa liefern. Die Arterien der Milz entstehen spät. Das
Milzgewebe wird als eine ganz eigenartige Formation angesehen, als
eine Art Ueberrest embryonalen Bindegewebes (reliquat du mesen-
chyme embryonnaire), welches zur Regeneration der Blutkörperchen
bestimmt ist. — Journal de i'Anat. et d. la Phys. 26 Anee p. 345
bis 418 und 425—495, 5 Figg., Tafel X— XIII.
Retzius, Gustav. Ein sogenanntes Caudal-Herz bei Myxine
glutinosa. — Beschreibt bei Myxine glutinosa ein paariges Caudal-
herz. Dasselbe liegt im Schwanzende des Thieres zu beiden Seiten
einer medianen Knorpelplatte, welche das linke und rechte Herz
von einander trennt. Die Wand dieser Herzen besteht aus Binde-
gewebe, um welches eine Lage von Muskelfasern (Musculi cordis
caudalis) gelegen sind, deren Contraction das Blut dieses Herzens
in die Vena caudalis befördert. Die Muskelfasern dieses Muskels
sind von den Körpermuskeln verschieden. Ueber die Bedeutung
dieses Herzens kann R. noch nichts genaueres mittheilen; es erscheint
wahrscheinlich, dass es das Blut der subcutanen Höhlen in das
eigenthche Blutgefässsystem zurückbefördert. — Biolog. Unter-
suchungen Bd. I p. 94—96 Tafel VHI, Fig. 1 .
Rose, Carl. Beiträge zur vergleichenden Anatomie des Herzens
188 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
der Wirbeltliiere. — Untersucht den Sinus venosus^ die Lungen-
venen, das Septum atriorum und ventriculorum sowie die Atrio-
ventricularklappen am Herzen der Wirbeltliiere. Es wird in
folgendem nur über die Verhältnisse bei Fischen referirt werden.
I. Sinus venosus. Bei den Petromyzonten wird der Sin. venös,
lediglich durch das Zusammentreten der beiden ductus Cuvieri gebildet,
von denen der rechte gebildet wird durch die Vena jugularis und
Cardinalis. In den linken mündet ausserdem noch die V. jug. inf.
Die Lebervenen münden in den linken ductus Cuvieri. Ueber den
Sin. der Myxinoiden ist nichts neues zu berichten. Bei Selachiern
münden in den Sin. ven. gleichfalls die beiden Ductus Cuviei-i, die-
selben erhalten hier ausser den Venae jug. u. card. noch die Vena
subclavia und die V. epigastrica jederseits. Die Lebervenen münden
direkt in den Sin. venosus ein. Bei Selach., Gan., Teleost. existiren
Herzvenen, welche in den Sinus einmünden. Der Sin. ven. der
Teleosteer weicht nicht wesentlich ab von dem der Teleosteer, doch
herrscht grosse Verschiedenheit in Bezug auf die einmündenden
Venenstämme. Constant vorhanden scheint der ductus Cuvieri zu
sein. Leber Knorpelganoiden liegen keine eigenen Beobachtungen
vor. Die Knochenganoiden zeigen grosse Abw^eichungen sowohl
von dem vorherbeschriebenen Typus als auch unter einander. Bei
Amia ist ein Sinus ähnlich dem der Teleosteer vorhanden, doch
münden die Venae subclaviae hier direkt in den Sinus. Bei Lepi-
dosteus ist ein doppelter Sinus vorhanden, indem der rechte ductus
Cuvieri gesondert in das Herz mündet, und einen Nebensinus bildet.
Bei Polypterus wird der eigentliche Sinus lediglich von der Leber-
vene gebildet; die ductus Cuvieri münden gesondert ins Atrium.
Das Dipnoer-Herz zeigt viele Besonderheiten, welche nur unter Be-
rücksichtigung des Ganoidenherzens zu erklären sind. Protopterus
hat einen stark in der Länge gezogenen Sin. ven. Li ihn mündet
von unten her die einheitliche Lebervene. In der Mitte der Sinus-
länge münden die beiden ductus Cuvieri ein. Der Sinus venosus
mündet stets in den rechten Vorhof (natürhch nur da, w^o ein Sept.
atr. vorhanden ist).
II. Lungenvenen und Septum atriorum. Die Entstehung
des Sept. atr. leitet sich her von einer Anpassung an die Lungen-
athmung. Die Schwimmblase der Teleosteer wird versorgt mit Blut-
gefässen in ähnl. Weise wie die anderen Eingeweide. Lepidosteus
schliesst sich darin eng an die Teleosteer an. Bei Polypterus und
Amia aber giebt die letzte Kiemenvene vor ihrer Vereinigung mit
den 3 oberen zum Stamme der Aorta abd. jederseits einen starken
Ast für die Schwimmblase ab, die Lungenarterien. Die Venen aber
münden noch in die Körpervenen ein, sammeln sich bei Polypterus
in zwei Stämmen an der ventr. Fläche und vereinigen sich zu
einem unpaaren Stamme. Bei Amia sammeln sich ebenfalls zwei
Hauptstämme, welche zu einem vereinigt in den linken ductus Cuvieri
einmünden. Bei den Dipnoei-n mündet jedoch auch die Lungenvene
direkt in den Vorhof, und die erste Anlage des Septem atriorum
in der Ichtliyologie während des Jahres 1890. 189
tritt auf. Protopterus hat zwei Lungenarterien und 2 Lungenvenen,
welche sich zu einem einheithchen Stamme vereinigen. Derselbe
mündet direkt in den Vorhof. Das Septum atriorum von Protopterus
entspringt an der hintei-en obei'en Wand ziemlich genau in der
Mitte, es besteht aus mehreren Muskelbalken. Bei Ceratodus ist
das Septum geringer.
III. Septum atrioventriculare und Atrioventricularklappen. Bei
den Fischen ist der Ventrikelhohlraum von zahlreichen sich durch-
flechtenden Trabekeln durchsetzt. Bei den Dipnoern erstreckt sich
der fibröse Wulst in die Ventrikelhöhle hinein und bewirkt eine
unvollständige Trennung in 2 Räume. Schon bei den Fischen sind
zwei Atrioventricularklappen vorhanden (Cyclostomen, Selachier,
Teleosteer), welche als obere und untere bezeichnet werden können.
Bei den Ganoiden werden dieselben besser als dorsale und ventrale
bezeichnet, von denen die dorsale, bei Polypterus u. Amia in
3 kleinere bei Lepidosteus in 5 kleinere zerfällt. Bei den Dipnoern
sind überhaupt keine Klappen vorhanden, die ventrale wird ersetzt
durch den scharfen Rand zwischen Conus arteriosus und Ventrikel-
eingang, die dorsalen Klappen der Ganoiden werden repräsentirt
durch einen Wulst, welcher bei Systole gegen den scharfen Conus-
rand angedrückt wird. ■ — Morph. Jahrbuch Bd. XVI p. 27 — 96
Tafel IV, V.
Kl inkow ström, A. Beiträge zur Kenntniss des Verlaufes
der Darm- uud Lebervenen bei Myxine glutinosa. — Verh. Biolog.
Ver. Stockholm. Bd. II p. 62—67.
Vergleiche. Verhalten der Gefässe zur Niere des Amphioxus.
Boveri. [s. Niere]. Gefässe des Kopfes bei Selachiern Do hm [s.
Skelett]. Entw. d. Herzen des Blutes u. der Gefässe b. Petromyzon.
Goette [s. Ontogenie].
Darmcanal und Schwimmblase.
Calderwood, W. L. On the swimming bladder and %ing
power of Dactylopterus volitans. — Calderwood beschreibt die merk-
würdige Schwimmblase von Dactylopterus volitans. Dieselbe liegt
nicht unter sondern über der Wirbelsäule, und in einer eigenen Höhle,
so dass man nach Herausnahme der Eingeweide nur ihre ventrale
Fläche sieht. Ihr vorderes Ende wird verdeckt vom Oesoph. und
der Pericardialhöhle, das hintere von der Niere. Sie ist keine ein-
fache Blase sondern besteht aus zwei seitlichen Hälften. An jeder
.dieser Hälften sitzt am oberen vorderen Ende noch eine flache
dreiseitige Ausbuchtung, welche allseitig von Knochen umschlossen
ist. Im Innern jeder Schwimmblasenhälfte liegt eine transversale
Membran, in welcher ein Loch ist. Hinter dieser Oefihung beginnt
ein Canal, welcher die linke und rechte Schwimmblasenhälfte mit
einander verbindet. Die Ansicht Moreau's, dass die Töne, welche
dies Thier und verwandte Thiere hervorbringen, durch Contraction
der in dem oben beschriebenen Diaphragma gelegenen Muskelfasern
190 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
entstellen, wird bestätigt. Verbindung des Intestinaltractus mit der
Schwimmblase ist nicht vorhanden, dagegen 6 Wundernetze, von
denen jede Hälfte 3 besitzt, 2 auf der unteren, 1 auf der oberen
Fläche. Proc. R. Soc. Edmbiirgh. Vol. XV LI p. 132—138.
Liebreich, Oscar. Betrachtungen über die physicalische
Eigenschaft der Schwimmblase der Fische.
Derselbe. Ueber die physicalische Function der Schwimm-
blase bei Fischen. — Untersucht den Einfluss des combinirten Luft
und Wasserdruckes auf die Bewegungen solcher Fische, welche
einen mit Luft erfüllten Hohkaum einschliessen, auf Grund von
Betrachtungen über den cartesianischen Taucher (Boyle'schen
Schwimmer). Die Resultate, zu welchen er auf rechnerischem
Wege gelangt, sind von grosser Bedeutung für die Auffassung der
Function der Schwimmblase als Bewegungsorgan. L. stellt zuerst
fest, dass das specifische Gewicht der untersuchten Fische (Roth-
federn), welche der Schwimmblase beraubt sind, grösser ist als 1.
Es muss nun nach den beim Boyle'schen Schwimmer gemachten
Erfahrungen eine ganz bestimmte Tiefe geben, in welcher der Fisch
das specifische Gewicht des Wassers hat. Der Raum zwischen
der Oberfläche und dieser Tiefe ist die Hydrosphäre des Fisches.
Dieselbe lässt sich für jeden Fisch berechnen. Der Fisch hat es
aber in seiner Gewalt seine Hydrosphäre zu vergrössei^n, indem
beim Hinabsteigen in die Tiefe die Blasenluft comprimirt wird und
Platz zur Aufnalime eines neuen Luftquantums geschaffen wird,
durch dessen Aufnahme sich die Hydrosphäre wieder vergrössert.
Doch giebt es für jeden Fisch eine absolute Grenze der Hydro-
sphäre, welche in dem Augenblick eintritt, wann die Neufüllung
der Schwimmblase nicht mehr eintreten kann. Die zweite Mittheilung
ist nur ein Auszug der referirten. — Archiv für Anat. u. Phys.
Jhrg. 1890 Phys. Abth. Suppl. p. 142—161 und p. 360—63.
"Pilliet, A. H. Recherches sur la structure du foie des Selaciens.
— Beschreibt die Structur der Leber bei Lamna cornubica, Squatina
angelus, Raja, Torpedo. Fixirung in Müller's FL, Färbung mit Alaun-
Carmin. Selachier-Leber besteht aus zwei symmetr. gleichen Lappen,
auf deren innerer Fläche die Vena portae sich verästelt. Die Drüsen-
schläuche sind gewunden, die Zellen stark mit Fett angefüllt. An
jedem Drüsenschlauch werden mehrere Abschnitte unterschieden.
Das Vermehrungscentrum liegt in der Gegend der Vena portae, je
weiter von demselben entfernt, desto fettreicher erscheinen die
Zellen, die zugrundegegangenen werden wahrscheinlich durch das
Blut der Vena hepatica entfernt. Zum Schlüsse wird ein Vergleich
der Drüsenschläuche der Leber mit den Zellsträngen der Neben-
niere durchgeführt. — Comptes rendus de la Soc. de Biolog. 1890
p. 690—694.
Pilliet, A. H. Note sur la distribution du tissu adenoide
dans le tube digestif des Poissons cartilagineux. — Beschreibt bei
Torpedo, Scyllium cat., Lamna cornub., Squatina angel., ein lymphoides
Organ, welches sich am unteren Ende des Oesophagus beginnend
in der Ichtliyologie während des Jahres 1890. 191
auch am Magen findet. Es besteht aus adenoidem Gewebe, welches
eine homogene Masse bildet. Follikel sind in derselben nicht zu
erkennen. Die einzelnen Zellen sind polygonal, haben einen grossen
runden oder einen ovalen Kern, und einen grossen fein granulirten
Protoplasmaleib. Innerhalb des Duodenum d. h. Magen und Anfang
der Spiralklappe giebt es in der Schleimhaut zahlreiche lymphoide
Organe. Es werden drei Arten unterschieden: 1. Einfache Infiltration
um den Grund der Lieberkühn'schen Drüsen. 2. FoUikelartige
Bildungen, wie man sie im Menschen-Magen findet. 3. Wirkliche
Follikel An der Spiralklappe findet sich eine unregelmässig ver-
theilte Infiltration von lymphoiden Zellen. Comptes rendus de la
Soc. de Biolog. 1890 p. 593—595.
Raffaele, Federico. Sullo spostamento postembrionale della
cavita abdominale nei Teleostei. — Schildert bei Atherina die
Wanderung des Anus und der Leibeshöhle nebst den Eing-eweiden
nach hinten. Bei eben ausgeschlüpften jungen Thieren befindet sich
der Anus in der Höhe des 8. und öffnet sich nach aussen innerhalb
des 5. Myotoms. Anfangs liegt er vor den ventralen Flossen, später
zwischen denselben und liegt schliesslich in der Höhe des 30. Seg-
mentes. Die Schwimmblase dehnt sich gleichfalls nach hinten aus
und ragt sogar noch bis in das 35. Segment hinein. Die Verlängerung
der Leibeshöhle nach hinten erfolgt durch Atrophie eines lockeren
Bindegewebes, w^elches bei den jungen Larven die seitlichen Muskel-
massen von einander trennt, dabei geht der Verlängerung derselben
immer voran der Ausbreitung der dieselbe auskleidenden Pigment-
zellen. Die bei diesem Vorgang stattfindenden Verlagerungen der
Bauchorgane werden im einzelnen beschrieben. Die mächtige Ver-
grösserung der Schw^immblase bedingt Aenderungen in der Topo-
graphie benachbarter Organe. Die beiden Urnierengänge wachsen
ebenfalls in der Länge durch Vermehrung ihrer Zellen, auf einem
bestimmten Entwicklungsstadium aber begiebt sich der linke Gang
auf die rechte Seite und verläuft nun in seinem letzten Stück zu-
sammen mit dem rechten atif der rechten Seite der Schwimmblase.
Das Lumen der Harnblase wird infolge des Druckes durch die
Schwimmblase kleiner. Die Veränderungen der Schwanzvenen
während der larvalen Entwicklung sind folo'ende: Bei eben aus-
geschlüpften Larven biegt die Aorta am Ende der Chorda dors.
plötzlich in die Venacaud. inf. um, welche "\'orne in den ductns Cuvieri
mündet. In die Vena caud. münden die Intervertebralvenen ein,
welche nicht die regelmässige Anordnung wie bei Salmo u. Cyprinus
haben. Mit der w^eiteren Entwicklung ändern sich die Gefäss-
verhältnisse im Schwanz. Es bildet sich die Vena profunda aus
den Zuflüssen der Intervertebralvenen, während 'die Vena caud. inf.
zu Grunde geht. Ferner v^erlaufen parallel der Aorta ein paar
Längsgefässe, welche P. Mayer bei Elasmobranchiern als vasa vasorum
bezeichnet hat. Was für eine Bedeutung denselben zukommt, kann
d. Aut. nicht angeben. Den Grund der beschriebenen larvalen Ver-
änderungen sieht R. in den Ernähruno-sverhältnissen der Larve.
]92 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Die weit vorgerückte Stellung des Afters der jungen Larven ist
sicher kein primärer Zustand. Man kann bei Teleostiern in Rück-
sicht auf die Lage des Anus drei Gruppen unterscheiden. 1. pri-
mitive Formen, bei denen der Anus weit hinten liegt. (Clupeiden,
Salmoniden.) 2. Formen bei denen der Anus weiter vorne liegt
(Cepola, Pleuronectiden, Larven von Atherina, Lepidopus etc.).
3. Formen, bei welchen der Anus des erwachsenen Thieres weiter hinten
liegt als derjenige der Larve. Die Erklärung für die Wanderung
des Anus von hinten nach vorne (üebergang von der l. in die 2. Form)
findet R. in der grossen Bedeutung, welche der Schwanz als haupt-
sächlichstes Organ der Locofnotion für das Thier besitzt. Die
Wanderung des voi'ne gelegenen Anus nach hinten (3. Gruppe) kann
hervorgerufen sein durch dieVergrösserung des Verdauungscanales zur
Verarbeitung grösserer Mengen von Nahrung oder zur Vergrösserung
der Schwimmblase aus Giiinden der Statik oder aus beiden zu-
sammen. — Mittheil. d. Zoolog. Stat. Neapel, Bd. IX, p. 305—329,
Tafel XII, XIII.
Shore u. Lewis Jones. Sections of the Liver in a series of
Vertebrates (Eel, Newt, Coecilian, Tortoise, Chik). — Nach Shore
und Lewis Jones ist die Leber eine netzförmige Drüse. Eine Leber
von rein tubulösem Bau konnten sie nicht finden. Sie nehmen an,
dass die Leber aus einer Zellenmasse entsteht, welche durch das
Einwachsen von Blutgefässen die Netzstructur bekommt, also nicht
durch Verbindung von ursprünglich getrennten Drüsentubulis ent-
steht. Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXIV, pag. 308. Proc.
Anat. Sog. p. VII— VIII.
Thesen, Jörgen. Bidrag til Tarmkanalens Histologi og
Physiologi hos Torsken (Gadus morrhua). — Arch. Math. Naturv.
Christiania, Bd. XIV, p. 220—231.
Bridge, T. W. The air bladder in certain Siluroid Fishes. —
Proc. Birmingham Phil. Soc. Vol. VI, p. 131.
Vergleiche über Vorkommen der Schwimmblase Beard [s.
Phylogenie], Entw. d. Darms b. Petromyzon. Goette [s. Ontogeuie]
Coecum bei Teleostiern, Homologie des Appendix digitiform. der
Selachier mit dem Coecum u. Proc. vermiform. höherer Wirbelthiere.
Hoves [s. Gefässsystem] Blutgefässe im Epithel d. Verdauungstractus
von Protopterus. L agu e s s e [s. Gefässsystem] Pancreas beiProtopterus.
Laguesse [s. Gefässsystem] Ueber die Luft in der Schwimmblase
von Lepidosteus. Mark [s. Generationsorgane]. — Siehe auch
Cobitis taenia bei Cyprinidae in Syst. u. über Zähne bei Palaeontol.
(Jaekel, Pristiophorus).
Nerveusystem.
Beard, J. Prof. Rabl and the mode of the development of
the Vertebrate peripheral nervous system. — Beard lehnt RabFs
Auiforderang, seine Praeparate über die Entwicklung des peripherischen
Nervensystems bei den Vertebraten einem Anatomischen Congress
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 193
vorzulegen, ab und macht ihm den Vorschlag, er solle die Ent-
wicklung- der Kopfganglien bei Hühner-Embryonen untersuchen, um
sich davon zu überzeugen, dass hier die Kopfganglien in der Weise
entstehen, wie er es in seinen früheren Arbeiten beschrieben habe.
— Anat. Anzeiger Bd. V, p. 125 — 128.
Ewart, J. C. The cranial nerves of Torpedo. — Die Gehirn-
nerven von Torpedo verhalten sich nach Ewart im allgemeinen
genau so wie diejenigen von Scyllium. Abweichungen sind bedingt
durch die 4 Nerven des electrischen Organs, deren erster den Ramus
hyomandibularis des Facialis begleitet und früher als ein Trigeminus-
ast angesehen wurde. Der zweite begleitet den glossopharyngeus,
der dritte und vierte den ersten und zweiten Ramus branchialis des
Vagus. — Proced. R. Soc. London Vol. 47, p. 290—291.
Fritsch, G. Ueber das numerische Verhalten der Ganglien-
zellen im Lobus electricus der Torpedineen zu ihren peripherischen
Endorganen. — Fritsch trägt in der Berliner Physiologischen Ge-
sellschaft dieselben Thatsachen vor, welche er in dem Sitzb. der
Berl. Acad. Jg. 89, S. 1101—11 veröffentlicht hat. Vergl. Ber. 1889
p. 194. — Archiv f. Anat. u. Physich Phys. Abth, 1890, p. 183— 186.
Holt, E. W. L. Observations upon the Development of the
Teleostean Brain, with especial reference to that of Clupea harengus.
— Beschreibt im einzelnen die Veränderungen am Gehirn von
Clupea harengus an 4 Stadien, welche sind 1. eben ausgeschlüpftes
Thier, 2. „early post- larval stage", 3. V2-iiich lang, 4. V4 inch
lang. Die Veränderungen der Gl. pinealis werden genauer be-
schrieben an den genannten und noch an einem lVi2-i^ch langen
Stadium. — Zoolog. Jahrb. Morpholog. Abth. Bd. IV, p. 478—500,
Tafel 29—31.
Derselbe. Some stages in the development of the brain of
Clupea harengus. — Proc. R. Soc. London, Vol. 47, p. 199.
Retzius, Gustav. Ueber die Ganglienzellen der Cerebrospinal-
ganglien und über subcutane Ganglienzellen bei Myxine glutinosa.
— Hat mittels Methylenblau die Zellen der Cerebrospinalganglien
bei Myxine gefärbt und doi't die Uebergangsformen zwischen den
unipolaren und den oppositipol - bipolaren Zellen gefunden, wie es
Freud bei Petromyzon gefunden hat. Weiter beschreibt er innerhalb
des subcutanen Nervenplexus Ganglienzellen, an welchen, wie es
von den sympathischen Ganglienzellen des Frosches und Kaninchens
beschrieben ist, die sogenannten umspinnenden Fasern vorhanden
sind. — Biolog. Untersuch. Bd. I, p. 97—99, Tafel XVIH, F. 2—14.
Bridge, T. W. Some points in the cranial anatomy of
Polypterus Proc. Birmingham Phil. Soc. Vol. VI, p. 118.
Vergleiche Homologie des Palliums d. Fische mit dem anderer
Wirbelthiere. Beard [s. Phylogenie] Lobus electricus bei Tor-
pedineen, Zahl der Nervenfasern der Nerven des electr. Organs.
Fritsch [s. Muskeln und electr. Org.] Entw. des centr. und periph.
Nervensystems v. Petromyzon. Kupffer [s. Ontogenie] Allgemeines
über die Entw. d. Medullarrohres. Minot [s. Ontogenie] besondere
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 1. 13
194 F. Hilgentlorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Nervenendkörp. im musc. sacrolumb. von Raja clav. Purvis [s.
Muskeln].
Niere.
Boveri, Th. Ueber die Niere des Amphioxus. Boveri war
auf Grund von Rückert's Arbeiten über die Entstehung der Excretions-
organe bei den Selachiern zu der Auffassung gekommen, „die
praesumptiven Vornierencanälcben des Amphioxus müssten seg-
mentale Röhrchen sein, welche da, wo die Kiemengefässe dorsalwärts
von den Kiemenspalten die unsegmentirte Leibeshohle passiren, in
Beziehung zu diesen Gefässen in der Leibeshöhle beginnen und in
der Nähe in den Peribranchialraum münden". Er findet dieselben
dann auch bei der Untersuchung conservirter und lebender Am-
phioxus. Er findet segmentale, von kubischem Epithel ausgekleidete
Röhrchen, welche im Anfangstheil mit einer Ampulle versehen
sind, mit mehreren, meist 4 Oeffnungen in der Leibeshöhle be-
ginnen und mit einer Oeffnung in den Peribranchialraum münden.
Diese Mündungen sind genau branchiomer angeordnet, so dass jede
Mündung neben einem Kiemenstäbehen liegt, und zwar dort, wo
sich das Ectoderm der Kiemenstäbchen auf die laterale Wand des
Peribranchialraumes umschlägt. Auf je ein secundäres Kiemen-
stäbchen (Rolph) kommt immer eine Oeffnung. Die Segmental-
röhrchen erstrecken sich über den ganzen Kiemendarm, sie stehen
in sofern in Beziehung zum Blutgefässsystem, als die Kiemengefässe
genau an der Stelle, an welcher sie an der medialen Seite der
Segmentalröhrchen vorbeiziehen, sehr beträchtlich anschwellen und
Anastomosen bilden. B. deutet die Organe als Excretionsorgane.
Diese Deutung erfährt durch das Experiment eine Stütze insofern,
als bei Amphioxus, welche in Seewasser gesetzt waren, welches
mit carminsaurem Ammoniak und Indigocarmin gesättigt war, eine
reichliche Ansammlung des Farbstoffes an den erweiterfenGefässstellen
„Glomeruli" sich findet. Münchener med. Wochenschrift. 1890. No. 26.
Hoves, G. B. Variation in the Kidney of the common Thornback
(Raja clavata) its nature, ränge and probable significance. — Beschreibt
bei einer Anzahl (29) männlicher und weiblicher, geschlechts-
reifer (15), sowie bei noch nicht geschlechtsreifen (14) Exemplaren
von Raja clavata die Länge der linken und rechten Niere. Er
findet ganz bedeutende Schwankungen sowohl zwischen den einzelnen
Individuen, als auch bei der linken und rechten Niere desselben
Thieres. Die einzige Ursache der ausserordentlich grossen indi-
viduellen Variation ist die Anpassung an den Magen und die Milz.
— Journal of Anat. and Physiol. Vol. XXIV, p. 407— 422, Tafel XVIL
Vialleton. Developpement post-embryonnaire du rein de
l'Ammocete. — Unterscheidet an der Niere (Mesonephros) des Am-
mocoetes einen vorderen und einen hinteren Theil, welche unter-
schieden sind durch die Anordnung der Glomeruli und die Lage
des Wolff'schen Ganges, Das Epithel der Nierencanälchen und des
Wolff'schen Ganges zeigt eine Streifung ähnlich der in den Tubulis
contort. der Säugerniere. Hinter dem hinteren Nierenabschnitt gehen
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 195
vom Peritonial-Epithel Zellen Wucherungen in die Tiefe, deren Zahl
grösser ist als die Zahl der dazu gehörigen Körpersegmente. Aus
diesen Zellengruppen bilden sich neue Nierencanälchen, welche mit
dem Wolff'schen Gang in Verbindung treten. Dadurch wird während
einer bestimmten Entwicklungsperiode (Larven von 4 — 8 cm Länge)
die Niere vergTÖssert, was durch Messungen seine Bestätigung
findet. Die Niere von Petromyzon ist ganz augenscheinlich eine
neue Bildung, jedoch nicht unabhängig von der des Ammocoetes.
Sie ist die Fortsetzung des hintern Abschnittes der Niere des
letzteren. Die Bildung derselben beginnt schon während des
Larvenlebens, wird aber erst sehr bedeutend während der Meta-
morphose. — Comptes rendus de l'Acad. T. 111, p. 399 — 401.
Weiss, F. Ernest. p]xcretory tubules in Amphioxus lance-
olatus. — Weiss hat erwachsene Amph. in Seewasser gehalten,
in welchem Carminkörnchen aufgeschwemmt waren, welches die
günstigste der versuchten Substanzen war. Die Carminkörnchen
werden von dem Darmepithel aufgenommen und gelangen aus dem-
selben in die Blutbahnen, welche dadurch deutlich wurden. Die
Darmgefässe vereinigen sich vorne zu einem einzigen Gefäss (Pfortader
von Müller, Darmvene von Schneider), dieselbe geht über in den
subpharyngealen Stamm. In jeder Kieme sind 2 Gefässe, deren
inneres in Verbindung mit der dorsalen Aorta steht. Das innere
Gefäss theilt sich gleichfalls wieder in zwei Gefässe. Der Hohlraum
in dem Skeletstab der Zungenbalken enthält Carmin, ist also wohl ein
Blutgefäss, wie Schneider annimmt. Die beiden dorsalen Aorten sind
durch feine Anastomosen mit einander verbunden. Ausserdem wird
Schneiders Angabe bestätigt, dass Blutgefässe von den Aorten an
die Musculatur abgegeben werden. Durch Vermittelung dieser Aeste
wird die Verbindung hergestellt mit einem längs verlaufenden Gefäss,
welches unterhalb der Gonaden verläuft. Die innere Auskleidung
des Atrium ist reichlich mit Blutgefässen versorgt, und zwischen
den Zellen der von Müller als excretorische Organe aufgeführten
Epithelzellen finden sich Gefässdivertikel. Die Coelomhöhlen sind
wahrscheinlich vom Gefässsystem getrennt. Die Ausscheidung des
Carmins erfolgt nicht allein von den Zellen der excretorischen
Organe von J. Müller, sondern auch an anderen Stellen, an welchen
stets eine innige Anlagerung der Gefässe an das Epithel stattfindet.
Das meiste Carmin wird aber ausgeschieden von segmental an-
geordneten Canälen, welche sich nach aussen öffnen, gegen das
Coelom aber geschlossen scheinen. — Quarterly Journ. of Micros.
Science. Vol. XXXI, p. 489-497, Tafl. 34, 35.
Vergleiche: Verhalten der Niere zu den Geschlechtsorganen,
Beard [s. Phylogenie]; Entw. der Kopfniere von Petromyzon, Goette
[s. Ontogenie].
Athinungsorgane (Pseudobranchien) .
Ewart, J. C. On the spiracles of the Porbeagle Shark (Lamna
cornubica). — Nach Ewart findet sich bei Lamna cornubica
13*
196 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
constant das Spitzloch; die Pseudobranchie konnte er nicht finden.
E. untersucht Exemplare von 11 Zoll bis 8 Fuss Länge. — Journ.
of Anat. and Physiol. Vol. XXIV, p. 227—229.
Garnier, R. von. Geschichtlicher Ueberblick der Lehre über
die Kiemenspalten und Bogen. — Garnier's Aufsatz enthält in
chronologischer Reihenfolge die Anschauungen der Autoren von
Rathke, dem Entdecker der Kiemenspalten an Säugethier-Embryonen,
an, bis zum Ende der achtziger Jahre. — Zoolog. Anz. Bd. XIII,
p. 682—686 und 708—715.
Jäckel, Otto. Ueber die Kiemenstellung und die Systematik
der Selachier. Sitzungsber. der Gesellsch. Naturf. Freunde Berlin,
p. 47—57, 3 Fig., siehe Systematik.
Spengel, J. W. Beitrag zur Kenntniss der Kiemen des Amphi-
oxus. Spengel beschreibt das Kiemenskelett sowie das Verhalten
des Coeloms und der Gefässe innerhalb der Kiemenbögen bei
Amphioxus. Er unterscheidet an den Skelettstäben der Kiemenbögen
ungetheilte und Gabelstäbe, welche mit einander regelmässig ab-
wechseln. Die Betrachtung des hinteren Endes des Kiemenkorbes
ergiebt, dass immer ein ungetheilter und die ihm zugekehrten Hälften
der benachbarten Gabelstäbe zusammengehören, so dass das Gerüst
der Kiemen aus einer Anzahl dreizinkiger Gabeln aufgebaut erscheint.
Zu jeder solcher Gabel gehört ein Kiemenspaltenpaar. Die ver-
bindenden Stäbchen zwischen den benachbarten Gabelstäben werden
als „Synaptikel" bezeichnet. Am dorsalen Ende jedes Gabelstabes
befindet sich ein bügelartiges Skelettstück, welches die einzelnen
Skelettgabeln mit einander verbindet. Die Endostylarplatten sind
nur Theile einer durch das ganze Endostyl fortlaufenden Skelett-
platte, sie stehen mit den Schenkeln der Gabelstäbe in direkter
Verbindung. Die sämmtlichen hier genannten Skelettstücke sind
Theile der strukturlosen Basalmembran. In Bezug auf Leibeshöhle
und Gefässsystem findet sich am Schluss der Arbeit folgende Zu-
sammenfassung „Ein Coelomcanal ist nur in den primären Kiemen-
bögen vorhanden. Er verläuft an der Aussenseite desselben und
steht einerseits mit dem Coelom des Endostyls, andrerseits mit dem
dorsalen, subchordalen Coelom in offnem Zusammenhange. Von
der Endostylarterie oder dem Herzen begiebt sich zu jedem primären
Kiemenbögen ein Hauptgefäss. Dasselbe zieht Anfangs in einer
Rinne an der Aussenseite des Skelettstabes hin, gelangt aber bald
ZAvischen das Coelomepithel und atriale Epithel und verläuft in dieser
Lage an der hinteren Seite des Kiemenbogens bis nahe an das
obere Ende desselben, wo es in ein an der Aussenfläche des Li-
gamentum denticulatum verlaufendes Längsgefäss mündet. Das
Hauptgefäss des Zungenbalkens ist fast in seiner ganzen Länge in
den Skelettstab desselben eingeschlossen. An der ventralen Seite
steht es nicht in directer Verbindung mit der Endostylararterie.
Nahe dem oberen Ende des Skelettstabes tritt es nach aussen aus
diesem hervor and mündet gleichfalls in das Längsgefäss des Li-
gamentum denticulatum. Die Hauptgefässe der primären Kiemen-
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 197
bogen und der Zungenbalken stehen unter einander in Verbindung
durch Gefässe der Synaptikel, welcher zwischen der »Skelettachse
und dem Epithel dieser verlaufen. Ferner enthalten sowohl die
primären Kiemenbogen als auch die Zungenbalken je ein Neben-
gefäss, das längs ihres inneren (pharyngealen) Randes unmittelbar
unter dem Epithel gelagert ist. Dasjenige der primären Bogen
communicirt mit Längsgefässen, welche unter dem Hypobranchial-
epithel verlaufen und ihr Blut aus der Endostylararterie erhalten.
Dasjenige der Zungenbalken steht am ventralen Ende dieser mit
dem Hauptgefäss in Verbindung. In den Winkeln zwischen den
oberen Arkaden der Skelettstäbe gehen Haupt- und Nebengefässe
(bezw. die erstere verbindenden Längsgefässe) bogenförmig in einander
über und^ aus diesen transversalen Gefässbogen entspringen kurze
„abführende Arterien", welche das Blut in die zu den Seiten der
Epibranchialrinne gelegenen Aorten (Aortenbogen) führen." — Zoolog.
Jahrb. Morph. Abth. Bd. IV p. 257-296.
Virchow, Hans, lieber die Spritzlochkieme von Acij^enser
und ihre Verbindung mit den Kopfgefässen. — Die Sj)ritzlochkieme von
Acipenser hat in hohem Masse ihren Kiemencharakter bewahrt.
Die Art. afferens spirac. setzt sich aus zwei Wurzeln zusammen,
die eine stammt aus dem „basalen Netz" der Hyoidkieme, die andere
aus der Art. des ersten Bogens. Das Vas efferens des 1. Bogens
theilt sich in einen medialen und einen lateralen Ast. Letzterer
giebt ab R. operc, spiracularis, angularis. An der Basis der Hyoid-
kieme findet sich statt einer einfachen ausführenden Arterie ein
Gefässnotz, dessen Verbindungen im einzelnen beschrieben werden.
Die Art. retrohyomandibularis entsteht aus dem Stamme, welcher
von der ersten Aortenwurzel nach vorn läuft. Acipenser steht
zwischen Selachiern und Teleosteern in sofern als die Art. afferens
spiracularis ihr Blut sowohl von der Art. efferens hyoidea (Seleachier)
als von der Art. eff. branch. I. (Teleosteer) erhält. Die Spritzloch-
kieme von Ac. ist in mancher Hinsicht ursprünglicher als die der
Notidaniden, an welche sie erinnert. Bei Petromyzon und Myxine
ist bisher nichts bekannt geworden, was man mit der Art. äff.
spiracularis der Selach., Ganoid. u. Teleosteer vergl. könnte. — Archiv
f. Anat. u. Phys. Phys. Abth. p. 586—588.
Generationsorgaue. (Hermaphroditismus, secundäre
Geschlechtscharaktere).
Alcock, Alfred. Observations on the gestation of some Sharks
and Rays. — Untersucht die Verhältnisse des Uterus zum Embryo bei
Trygon bleekeri, Myliobatis Nieuhofii und bei Carcharias melanop-
terus, dussumieri und Zygaena blochii. Bei den drei letzteren
wird eine Placenta gebildet. Der Uterus der beiden erstgenannten
Formen hat zahlreiche eine milchige Flüssigkeit absondernde Drüsen,
jvelche dem Embryo wahrscheinlich zur Nahrung dient. Journ.
Asiatic. Soc. Bengal. Vol. 59 p. 51 — 56.
198 F. Hilgeiulorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Ballowitz, E. Untersuchungen über die Structur der Sperma-
tozoen. 3. Fische, Amphibien, Reptilien. — Betreffen die Sperma-
tozoen von folgenden Fischen: Raja clavata L., Acipenser sturio
L., Clupea harengus L., Esox Jucius L., Cyprinus carpio L., Leucis-
cus rutilus L., Scardinius erythrophthalmus L., Gadus morrhua L.,
Perca fluviatilis Rond., Acerina cernua L., Gobius niger Rond.,
Zoarces viviparus Cuv., Cyclopterus lumpus L. In Bezug auf die
Einzelheiten muss auf das Original verwiesen werden. — Arch. f.
micr. Anat. Bd. XXXVI. p. 225—290 lafel XI, XII.
Eigenmann, C. H. On the Egg membranes and Micropyle
of some osseous fishes. — Beschreibt die Entstehung der Micropyle
und der Eihüllen bei den Eiern von Amiurus catus, Notemigonus
chrysoleucus, Clupea vernalis, Fundulus heteroclitus, diaphanus,
Pygosteus pungitius, Perca americana, Morone americana, Esox re-
ticulatus, Cyclogaster lineatus. Die Ergebnisse derselben sind: Man
kann die Eier der untersuchten Thiere eintheilen in: 1. Eier mit
nur einer Hülle (zona radiata). a) Die Zona rad. ist eine einfache
Schicht von gleichartigem Bau (Notemigonus chrysoleucus, Carassius
auratus). b) Zona rad. besteht aus einer inneren u. äusseren Lage
(Morone amer. Esox ret. Cyclogaster lin., Amiurus cat.). 2. Eier
mit einer Zona radiata und einer dünnen homogenen äusseren Schicht.
a) Aussenmembran ohne Anhänge (Clupea vernalis). b) Aussen-
membran mit fadenförmigen Anhängen (Fundulus heteroclitus, dia-
phanus. c) Aussenmembran mit kurzen Anhängen (Pygosteus
pungitius). 3. Eier mit Zona rad. und einer dicken durch Secretion
und Metamorphose der Granulosa-Zellen gebildeten Aussenmembran
(Perca americana). Ueber die Entstehung der Hüllen meint E., dass
die Zona rad. zweifellos vom Dotter stamme. — Bull. Mus. Harward
Coli. Vol. XIX. p. 129-154. 3 Tafeln.
Mark, E. L. Studies on Lepidosteus. Part. I. — Bull. Mus.
Comp. Z. Harward Coli. Vol. XIX. p. 1—127. 9 Tafeln. — Die
erste Nahi-ung der Jungen nach der Absorption des Dotters sind
Mückenlarven, später fressen sie Fische. Sehr kaltes Wasser schadet
den jungen Thieren. Die Jungen leben nach dem Verbrauch des
Dotters an der Wasseroberfläche. Bei dem Herausbringen der Gas-
blasen aus den Kiemenspalten wird der Körper auf die Seite gerollt
und vorwärts bewegt. Die Analyse der von den junge Fischen
ausgestossenen Gasblasen ergab ein Minus von 10 — 15% 0- und ein
Plus von 0 — 1,7 7() COg gegenüber der atmosphärischen Luft. Le-
pidosteus-Eier haben zw^ei Membranen. Eine innere Zona radiata
und eine äussere mit Zotten versehene Lage, Jede der letzteren
besteht aus Kopf, Hauptstück, Wurzeln. Die Wurzeln stecken in
den Porencanälchen der Zona radiata. Es ist nur eine einzige
Micropyle vorhanden. Der ganze Micropylar- Apparat besteht
aus einem äusseren Trichter und einem 2 // dicken runden Canal.
Die Granulosa des reifen Eierstocks-Eies besteht aus einer ein-
fachen Lage polygonaler Zellen, nur in der Micropylar-Region sind
mehr Zellen vorhanden, welche den Trichter ausfüllen. Die
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 199
Zottenschicht des Eies wird eher als die Zona radiata gebildet,
sie ist wie die Zona radiata eine Bildung des Eies. Die Zahl der
Zotten nimmt während des Wachsthums des Eies nicht zu. Der
Name „capsule" sollte nicht auf die Zona radiata angewendet werden,
sondern nur für die von der Granulosa gebildeten Hüllen reservirt
bleiben. Eine der Zona radiata genetisch und der Strucktur nach
gleiche Eihülle ist mit Ausnahme von Amphioxus in allen Gruppen
der Fische gefunden worden. Sie ist vergänglich bei Selachiern
und Lepidosiren, vielleicht auch bei den lebendiggebärenden
Knochenfischen. Sie ist ein Eiproduct, stammt nicht von
den Follikelzellen und ist immer von Porencanälchen durchsetzt.
Eine mit der Zottenmembran des Lepidosteus vergleichbare Hülle
ist gefunden möglicherweise bei Petromyzon, wahrscheinlich bei
Selachiern und Lepidosiren, und sicher bei verschiedenen Teleostiern.
Diese Membran wird eher gebildet als die Zona rad. und ist eben-
falls eine Bildung vom Ei aus. Die Eikapsel wird von den Follikel-
zellen gebildet. Sie hängt oft zusammen mit der Zona und der
Zottenmembran. Ob der Micropylen-Canal bei Myxine gesehen ist,
erscheint zweifelhaft. Autor beschreibt eine besondere Micropylen-
Zelle, welche vorher noch nicht beschrieben war. Sie sitzt an der
Stelle des späteren Micropylar-Canales.
Voeltzkow, A. Ein Beitrag zur Kenntnis der Aalentwicklung.
— Hat auf Bawi, einer kl. Insel vor Sansibar, eine nicht genauer
bestimmte Muraena von 60 cm Länge erhalten, welche laichreif war.
Die Eier traten bei leisem Druck massenhaft zum Bauchporus heraus.
Gestalt der hellen Eier ist oval 2,5 — 3 mm : 2 — 2,5 mm. Es wird
die Vermutung ausgesprochen, dass die Thiere zur Zeit der Ge-
schlechtsreife sich in grössere Tiefen begeben und dort Befruchtung
und Eiablage erfolgt. Die jungen Thiere wandern wieder ins flache
Wasser zurück. — Zoolog. Anz. Bd. XHL p. 314 — 315.
Entwicklung.
Ontogenie.
Kupffer, C. Die Entwicklung von Petromyzon Planeri. —
Kupffer beschreibt die Entwicklung von Petromyzon Planeri von
der ersten Theilung bis zum Ausschlüpfen der 3 mm langen Jungen.
Conservirung der Eier in 1 ^/^ Osmiumsäure ergab schlechte Resultate.
Befriedigende Ergebnisse wurden mit Flemming's Fl. erzielt (30 Min.)
darnach Ale. 30 'Vo u- s. w. Unterscheidet am Zellleib, das Proto-
plasma und das Paraplasma, welches mit dem Endo- und Exoplasma
des Protozoenkörpers verglichen wird. Die Furchen am Ei sind,
zwei meridionale (Haupt- und Kreuzfurche His), dann folgt eine
aequatoriale, welche 4 kleine obere von 4 grösseren unteren Blasto-
meren trennt. Von der 3. Furche an treten keine regelmässigen
Furchen mehr auf. K. theilt die Zeit vom Ende der Furchung bis
zum Ausschlüpfen der Ammocoeten in 5 Perioden. Die 1 . bis zur
200 F. Hilgeudorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungeu
Abschnürung des Centralnervensystems vom Ectoderm (Dauer 4 Tage
in Neapel, 8 in Königsberg), die 2. bis zum ersten Beginn der
Bildung der Augenblase und Geliörgrube (N. 5 Tag., K. 8 — 11 Tag.),
die 3. bis zur beginnenden Bildung der Riechplatte (N. 6 Tag., K.
11 — 13 Tag.), die 4. bis zum Beginn der Mundeinstülpung (N. 7 Tag.,
K. 13 — 15 Tag.), die 5. bis zum Ausschlüpfen (N. 8 Tag., K. 15 bis
17 Tag.). Erste Periode: Blastodermbildung und Gastrulation. Die
erstere kommt zu Stande durch epitheliale Anordnung der ober-
flächlichen Zellen der Morula, die letztere tritt schon ein, bevor
noch ein epitheliales Blastoderm das ganze Ei umfasst hat. Die
Stelle der ersten Einstülpung liegt zwischen Aequator und dem
unteren Pol. Die dorsale Blastoporuslippe ist etwas gewulstet durch
eine Gruppe von Zellen, welche bald nach Beginn der Einstülpung
auftretend zwischen Ectoderm und Entoderm liegen. Dieselbe greift
weder bei der Bildung der Axenorgane noch bei der des Mesoderms
ein, sie verharrt am hinteren Ende der Axe des Embryo und be-
dingt später das Wachsthnm in caudaler Richtung über den Anus
hinaus. Sie wird als Teloblast bezeichnet. Während dessen
bildet sich an der dorsalen Seite des Eies vor dem Blastoporus
eine Medullarplatte und später an derselben Stelle eine Rinne,
w^elche Erscheinungen die Anlage des Centralnervensystems einleiten.
Dasselbe bildet mit der Anlage der Chorda einen soliden Strang
(„Kiel"). Dieser Kiel sondert sich in seinem vorderen (Kopf-) Theil
in die Kopfganglien, das Hirn und die Chorda, sein hinterer Theil
hängt mit dem Teloblast zusammen und sondert sich nur in Rücken-
mark und Chorda. Der dorsale Theil des Kieles, welcher zum
Certralnervensystem wird, ist nicht das Product einer Delamination
(Shipley), sondern entsteht aus einer Faltenbildung des einschichtigen
Ectoderms. Der Teloblast tritt secundär in Verbindung mit dem
Neuralrohr der Chorda und dem Mesoderm, dessen Bildung im Kopf-
bezirke anfängt. Er wird mit der Schwanzknospe der Knochen-
fischembryonen verglichen. Zweite Periode: ist chai'akterisirt durch
die völlige Abschnürung des noch soliden Neuralrohrs vom Exoderm.
Der Blastoporus ist als Anus erhalten und führt in den Hinterdarm.
Der Embryo wird durch dasVorw^achsen desKopftheiles retortenförmig.
An Medianschnitten ist von einer Segmentirung des Gehirns nichts
zu sehen, dagegen zeigen seitlich von der Medianebene gelegene
Sagittalschnitte von der Region des Hinterhirn beginnend, eine Ein-
theilung in Neuromeren. Die Chorda zeigt mit Ausnahme ihres
vorderen und hinteren Ende die definitive regelmässige Ordnung
ihrer Zellen. Die Bildung des Mesoderms in der Kopfregion erfolgt
durch Abfaltung vom Entoderm, in der Rumj^fregion durch Um-
w^andlung der beiderseits von den Axenorganen gelegenen massiven
Wülste von Dotterzellen. Der Grund für diese Verschiedenheit
wird in dem verschiedenen Verhalten der Urdarmlichtung und der
Urdarmwand gesucht. In die dritte bis fünfte Periode fällt die
Anlage und Entwicklung der Sinnesorgane und des peripherischen
Nervensystems. Bei Anfang der dritten Periode erhält das vordere
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 201
Ende des Gehirns ein Lumen, das Infimdibiüum ist deutlich zu er-
kennen. Die vordere Entodermtasche des Darmes schiebt sich über
das Vorderende der Chorda heraus und tritt in Berührung mit der
Wand des Infundibulum. Von dem letzteren an rechnet K. erst
die ventrale Wand des Neuralrohrs. Die Augenanlagen entstehen
also aus dem dorsalen Abschnitt des Nervenrohrs. Am Anfang der
dritten Periode besitzt das ganze Hirn ein Lumen. Zwischen Hirn-
wand und Epidermis ist das erste Gangiienpaar zu bemerken. Die
Augenanlage ist zunächst eine unpaarige, wie die Ausstülpung der
Zirbel. Es entsteht die Anlage des Trigeminus, bestehend aus
einem Ganglion, einer damit in Verbindung stehenden Epidermisleiste,
einer dorsalen Wurzel und zwei distalen Nervenanlagen (eine mediale,
und eine laterale). Zugleich erscheint die Anlage der Gehörbläschens
als flache Grube (Labyrinthgrube) in deren Gegend sich die Anlage
des Acustico-facialis , und die zweite Kiementasche findet. Etwas
weiter nach hinten beginnt am Nervenrohr die Anlage des peri-
pherischen Nervensystems in Gestalt einer zusammenhängenden
Keihe dorsaler Wurzeln. Die hintere Körperhälfte des Embryo bis
zum Schwanzende enthält noch keine Spur eines peripherischen
Nervensystems. Die vierte Periode ist charakterisiert durch das
Auftreten der Riechplatte, die beginnende Bildung der Mundbucht
und das Erscheinen von quergestreiften Muskelfasern. Riechplatte
besteht aus hohen schlanken Zellen. Zu gleicher Zeit sind die
beiden primären Augenblasen vorhanden. Am Trigeminus hat die
Epidermisleiste eine mächtige Ausbildung erfahren, es ist eine Ein-
faltung der Epidermis entstanden, aus welcher das zweite Trige-
minusganglion entsteht. Die Anlage des Maxillarastes des T. ent-
steht aus beiden Ganglien, vielleicht hat auch die in seiner Nähe
stark verdickte Epidermis noch Antheil an seiner Bildung. Hinter
dem Trigeminusgebiet liegt die 1. Kiementasche. Das Gehörbläschen
ist jetzt als ovales Säckchen vorhanden, seine ventrale Wand besteht
aus höheren Zellen. In seiner dorsalen Wand ist eine keilförmige,
nach oben offene Lücke, in welche Nervenfibrillen von der dorsalen
Wurzel dieser Region eindringen. Ein anderer Theil der Fibrillen
der dors. Wurzel zieht zum Facialisganglion, welches in dem Räume
lagert, den in der Trigem.- und Vagus-Region das Mesoderm ein-
nimmt. Aus der innigen Verbindung dieses Ganglions mit der an-
Kegenden Wand der Gehörblase wird geschlossen, dass ein Theil
des Facialis-Ganglions aus der Wand der Hörblase entsteht. Der
Vagus enthält schon Fibrillen und gabelt sich in einen lateralen,
und medialen Zweig. Sein Ganglion liegt genau über der dritten
Kiementasche. Von der dritten Kiementasche bis zum Herzen sind
von der Epidermis ausgehende Bildungen des Nervensystems mit
Ausnahme einer kurzen epibranchialen Epidermisleiste nicht zu sehen.
Das hier vorhandene Nervensystem beschränkt sich auf die dorsalen
Wurzeln, Dieselben sind in der mittleren Rumpfregion noch nicht
vorhanden, sondern erst eine wenig prominirende Wurzelleiste,
welche die dorsalen Kanten der Myomeren berührt. In dieser Gegend
202 F. Hilgeiidorf n. Fr. Kopscb: Bericht über die Leistungen
sind aber die ventralen Wurzeln schon entwickelt. In der 5. Periode
tritt die Ausbildung der doppelten Schichtung in den Seitenwänden
des Hirns deutlicher hervor, dazu kommt das erste Auftreten der
weissen Substanz und zwar zuerst an der Uebergangsstelle von
Gehirn und Rückenmark. Am Vorderhirn sind drei Buchten zu
sehen, 1. eine hintere, das Infundibulum, 2. eine mittlere, mit den
Augenstielen communicirende, 3. die vordere, über der Nasen-
einstülpung gelegene. Die Grenze von Mittel- und Hinterhirn wird
dorsal durch eine tiefe Einsenkung bezeichnet. Aus der dicken
Platte, welche als Anlage des Geruchsorgans auf dem jüngeren
Stadium vorhanden war, ist durch Einstülpung ein Blindsack ge-
worden. Gesondert von dieser Einstülpung erfolgt diejenige der
Hypophyse, an welcher sich seitlich zwei selbständige Einstülpungen
bilden, welche ohne Zweifel Drüsen sind. In dieser Periode entsteht
die Linse als Ectodermverdickung und damit wird die Bildung der
secundären Augenblase eingeleitet. Es folgt noch die Beschreibung
des Trigeminus, Facialis-acusticus, Vagus und der Spinalnerven für
diese Periode, aus welcher über die Zusammensetzung der Hirn-
nerven folgt, dass zu dem Komplexe jedes der drei [Trg., Acust-fac,
Vagus] gehört: 1. Ein dorsaler Spinalnerv^ 2. ein mediales [neurales]
Ganglion und ein laterales [von der Epidermis stammendes] Ganglion.
3. Ein [beim Vagus mehrere] epibranchiale Ganglien. 4. Nervi
branchiales, Arch. f. microscop. Anat. Bd. XXXV. p. 469 — 558
Tafel 27—32.
Goette, Alexander. Abhandlungen zur Entwicklungsgeschichte
der Thiere. 5. Heft: Entwicklungsgeschichte des Flussneunauges
(Petromyzon fluviatilis). Hamburg u. Leipzig, l. Theil, 95 Seiten,
29 Figuren, 9 Tafeln. — Goette beschreibt die Entwicklung von
Petromyzon fluviatilis von der Blastula an bis zu einem Stadium,
in welchem sich der Vorderkörper des Embryo gerade gestreckt,
der Hinterleib sich cylindrisch ausgezogen hat, der Schwanz hervor-
getreten ist, und sich das Maul, der Darm, die Circuiationsorgane,
Kiemen und Niere entwickelt haben. Er beschreibt im einzelnen
die primären Keimschichten, die Mesodermplatten u. die Chorda,
den Schwanz, die Mesomeren, die Seitenplatten, die Kopfniere, das
Herz, die Blutbildung, den Darm, das Gefässsystem und die Leibes-
höhle. Die beiden primären Keimschichten werden durch Invagination
wie bei den Amphibien und Teleostiern gebildet. Auf der Bauch-
seite schieben sich die Micromeren über die Macromeren hinweg,
dabei giebt es aber zu keiner Zeit eine bestimmte Grenze zwischen
Macro- und Micromeren, sie dürfen also keineswegs mit dem späteren
Ectoderm und Entoderm identificirt werden. Von diesen beiden
Schichten darf natürlich erst die Rede sein, wenn die Gastrulation
beendet ist. Die Chorda- und Mesodermbildung findet in folgender
Weise statt. Von dem bis zum Schluss der Gastrulation mehr-
schichtigen Entoderm wird der Mitteltheil einschichtig (Chordaanlage),
während sich von den angrenzenden Seitentheilen die oberflächliche
Schicht als Mesodermplatte von dem Darmblatt abspaltet. Wenn
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 203
die Chordaplatte sich von den Seiten her zusammenzieht, verbinden
sich die beiden Darmblattränder unter der Chorda zur neuen Decke
des Urdarms. Die Mesodermplatten sind anfangs z. Th. einschichtig,
verdicken sich aber später. Die Quergliederung ist auf die Mesomeren
beschränkt, die Seitenplatten bleiben ungegliedert. ^^Die ersten
Mesom. entstehen in der hinteren Kiemengegend aus der soliden
Platte und werden dann hohl; später erfolgt die Quergliederung im
Kopf und übrigen Rumpfe an der in zwei Blätter gespaltenen Platte.
Diese Spaltung setzt sich nach vorn in die Seitenplatte fort [Leibes-
höhle]; die Höhlen der Mesomeren und der Leibeshöhle hängen
dort also anfangs zusammen und trennen sich infolge der Ablösung
der Seitenplatten von den Mesomeren. Hinten entsteht die Leibes-
höhle erst nach dieser Ablösung." Es folgt dann eine Polemik
gegen 0. Hertwig und ein Vergleich der Chorda- und Mesoderm-
entw. von Petr. mit derjenigen von Amphioxus und den Amphibien.
Der Schwanz von Petr. entsteht aus dem ursprünglichen Schwanz-
ende der Rückenwand und den anstossenden Prostomarändern. Der
Teloblast von Kupffer existirt nicht. Der nahtähnliche Abschluss
der Medullaranlage setzt sich um die dorsale Blastoporuslippe bis
in den Blastoporus hinein fort als Urmundnath, durch welche der
neurenterische Strang und der Schwanzdarm sowie die Oberhaut
entstehen. Der letzte Rest des Urmundes wird zum After. Mithin
reicht die Prostomanath von der Schwanzspitze bis zum After.
Es folgt die Darstellung der Schwanzbildung bei Amphibien. In
den folgenden Capiteln wird die Trennung der Mesomeren von den
Seitenplatten und das weitere Schicksal beider geschildert. Die
Innenwand der Mesomeren wird zur Muskelplatte, wobei sie sich
stark verdickt, während die Aussenwand dünn bleibt und die Höhle
des Mesomers verschwindet. Die Seitenplatten sind in der Kiemen-
Herzgegend schon vor Ablösung der Mesomeren in ihre beiden
Blätter gespalten, weiter hinten erfolgt sie erst nach derselben.
Die Spaltung reicht in der vorderen Körpergegend (bis zur Leber-
grube) gleich bis zum unteren Rande der Seitenplatten, weiter hinten
aber ist nur der obere Theil erst gespalten. Weiter werden die
Erzeugnisse der Seitenplatten beschrieben. In der Kiemenregion
wird kein Gekröse gebildet, hier geht das Bildungsgewebe in das
perichordale Gewebe über. Es erhält sich nur über dem Herzen,
da das in der Lebergegend gebildete bald wieder aufgelöst wird.
Die ganze äussere Darmwand [Peritonealepithel u. Muscularis] sind
vom Visceralblatt allein abzuleiten. Die Geschlechtsorgane und
-producte entstehen an der Gekrösewurzel aus Zellen, welche am
längsten Embryonalen Charakter bewahren. Von der Kopfniere
zeigen sich die ersten Spuren in der VI. Periode. Sie entsteht früher
als der Kopfnierengang, welcher ihre Fortsetzung darstellt, Sie
besteht in einer längsgerichteten rinnenförmigen Ausbuchtung des
Parietalblattes, welche sich bald in eine tiefe Tasche verwandelt.
Aus dieser geht durch Verschmelzung der Ränder an mehreren
Stellen und Ablösung derselben vom Parietalblatt ein längs-
204 F. Hilgeudorf ii. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
gerichteter Schlauch mit drei absteigenden und in die Leibeshöhle
mündenden Schenkeln hervor. Aus den drei Canälen entwickeln
sich dann die Kopfnierentrichter. Hinter den 3 ersten Canälen
entstehen noch mehrere neue wohl in derselben Weise. Eine Be-
ziehung zur Metamerie des Körpers konnte nicht nachgewiesen
werden. Der Kopfnierengang entsteht genau so wie die Kopfniere,
er schnürt sich aber völlig vom Parietalblatt ab. Er gelangt bis
zum Afterdarm erst im Verlauf der VII. Periode. Dann folgen ver-
gleichende Betrachtungen über die Kopfniere bei Fischen nnd Am-
phibien, deren Ergebniss ist, dass die Kopfniere der Ganoiden und
Teleostier einen secundären Zustand gegenüber dem primären von
Petromyzon darstellt. Die Kopfniere der Amphibien ist wohl auf
den ursprünglichen Typus von Petr. zurückzuführen. Besonders
wird noch der mesodermale Ursprung des Urnierenganges betont.
Das Herz entsteht aus 2 Schichten [Endocardium und Pericardial-
schichtj. Das Endocardium stammt vom Darmblatt ab, und geht
in die Vorderwand der Leber über. Die Pericardialschicht ist
paarig und besteht aus den untersten Abschnitten der beiden
Visceralblätter. Eine kurze Zeit hindurch besitzt der Herzschlauch
ein dorsales und ein ventrales Gekröse, nach deren Durchbrechung
er frei in der Leibeshöhle liegt. Das erste Blut entsteht an der
Unterseite des Mitteldarmes, unmittelbar hinter der Leberanlage. Die
Blutbildung beginnt, nachdem das Herz bereits angelegt ist, und ist
hinter der Leber auch an den Seiten des Darmblattes vorhanden. Der in
der IL Periode kugelige Urdarm hat eine dünne Decke und einen
dicken Boden. Sein blindes vorderes Ende erweitert sich in der
dritten Periode und wird durch eine Leiste geschieden in die Vorder-
darm- und die Leberbucht. Der Vorderdarm, welcher im Laufe
der weiteren Entwicklung eine ansehnliche Länge erhält, sondert
sich in den Kieraendarm und die Speiseröhre. An der Leberbucht
beginnt der Mitteldarm, welcher bis zur Einmündung der Kopf-
nierengänge reicht. Das von dort bis zum After reichende Endstück
ist der Afterdarm. Der subchordale Strang kommt auch vor, ver-
schwindet aber bald. Die ursprüngliche Lichtung des Mitteldarms
schwindet später und wird durch die bleibende Darmhöhle ersetzt,
welche durch Zusammenfliessen von Lücken innerhalb der Dotter-
Zellenmasse entsteht. Ausserdem vollführt der Mitteldarm eine
Linksdrehung. Bei Larven von 7 mm Länge beträgt das Maximum
der Drehung 180°. Um dieselbe Zeit beginnt die Bildung der
Spiralfalte. Ein Gekröse ist nicht vorhanden. Am Mitteldarm ent-
steht als einziges Anhangsorgan die Leber. Ihre erste Anlage ist
die Leberbucht. Aus derselben entsteht der Leberstiel, welcher
nach rechts herübergedrängt wird, er wird zum Gallengang, während
ein Leberschlauch zur Gallenblase wird. Am Afterdarm entsteht
die postanale Flosse zugleich mit der ersten Schwanzbildung. Die
flossenartige Einfassung des Afters ist entstanden durch Spaltung
des vorwachsenden postanalen Flossensaumes durch den After, so
dass die praeanale Flosse nur die Fortsetzung der postanalen ist.
in der Ichthyologie wälirend des Jahres 1890. 205
Die pori abdominales sind wahrscheinlich die in'S25rünglichen
Enden der zweitheiligen Leibeshöhle. Vom Gefässsystem ent-
steht zuerst das Herz, dann die Darmlebervenen, so dass der
zuerst entstehende Gefässverlauf ein venöser und in die ventrale
Darmwand eingeschlossener ist. Der vollständige Kreislauf kommt
erst secundär durch die Aorta und ihre Wurzeln zu Stande. Die
Aortenbögen liegen unmittelbar am Darmblatt, sind also auch Darm-
gefässe. Die Aorta entsteht als eine sich allmählig erweiternde
Lücke des interstitiellen Bildungsgewebes. Aus der Lage der Aorta
und der Subintestinalvene nebst den um den Darm herlaufenden
Gefässen folgt, dass die älteste Form des Vertebraten-Gefässsystems
„ein indifferenter Kreislauf in dem oberen und unteren Darmgekröse
und der Darmwand" ist. G. glaubt, dass die beiden Stamm- und
die beiden Jugularvenen ursprünglich als Fortsetzungen der Darm-
venen entstanden sind. In dem Parietalgekröse, welches die Leibes-
wand in der Lebergegend mit dem Darm verbindet, entsteht dort,
wo es die Darmlebervene trifft, ein weiter Gefässraum, welcher
diese Vene mit der Jugularvene und der Stammvene in Verbindung
setzt. Hieraus geht der ductus Cuvieri hervor. Zu diesen Gefässen
kommt noch die Vena jugularis impar, und die Arteria mesenterica.
Dieser embryonale Gefässkreislauf erleidet bedeutende Um-
wandlungen, deren bedeutendste sich an den Kiemen abspielen,
indem jeder Aortenbogen sich in 2 Gefässe spaltet, eine Arterie und
eine Vene. So sondert sich der „ganze früher physiologisch in-
differente Kreislauf in eine venöse und arterielle Hälfte, deren
Grenze in den Kiemen liegt." Die sonstigen Veränderungen be-
treffen das Venensystem. Der linke ductus Cuvieri verödet, dafür
führt eine quere Verbindung vom oberen Ende des linken D. C.
zum rechten das Blut der linken Jugular- und Stammvene nach
rechts. Dieselbe Asymmetrie zeigen die Darmlebervenen, deren
linke atrophirt. Die Subintestinalvene schwebt nach Ablösung vom
Darm frei in der Leibeshöhle, hat die Darmdrehung mitgemacht
und ist dadurch dorsal verlagert. Die Anlage der Leibeshöhle geht
anfangs durch den ganzen Körper, verschwindet früh in der Kiemen-
gegend, erhält sich nur in der Herzgegend und dem Verlauf des
Mitteldarmes. Vom dorsalen und ventralen Gekröse bleiben nur
kurze Strecken erhalten, erstens am Oesophagus über dem Herzen,
zweitens am vorderen unteren Ende der Leber. Neben dem After-
darm bleiben die Leibeshöhlenhälften getrennt und enden in den
pori abdominales. Die Parietalgekröse sind secundäre Bildungen.
Von ihnen bleiben erhalten nur die beiden Herzlebergekröse, in
denen Blutgefässe von der Leberwand zum Darm herübergeleitet
werden. —
Eigenmann, C. H. The Development of Micrometrus aggre-
gatus, one of the viviparous Surf-perches. — Die Eier von Micro-
metrus aggregatus (Ditremidae) sind die kleinsten bis jetzt be-
schriebenen Fischeier. Das Ovarialei hat einen Durchmesser von
0,24 mm, welcher sich später auf 0,18 mm verkleinert. Der Nahrungs-
206 F. Hilgeudorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
dotter ist nur ganz unbedeutend im Verliältniss zur Menge des
Protoplasma. Trotzdem ist partielle Furchung vorhanden, was nur
durch Vererbung erklärt werden kann. Die Entwicklung findet im
mütterlichen Organismus statt. Die Eier liegen in Schleim, welcher
durch zahlreiche Spermatozoen in Bewegung gehalten wird, was
für die Sauerstoffversorgung der Eier von grosser Bedeutung ist.
Sobald die erste Kiemenspalte offen ist, geht ein continuirlicher
Strom von diesem mit Spermatozoen gemischten Schleim durch
den Verdauungstractus des Embryo, verlässt denselben aber un-
verändert. Sobald die Mundöffnung gebildet ist, nimmt der Embryo
durch dieselbe die von dem Ovarium gebildete Nahrung auf. Die
Flossen und die Körperoberfiäche sind mit vielen Blutcapillaren
versehen, welche zur Athmung dienen. Sieben bis acht Monate
nach der Geburt sind die jungen Thiere geschlechtsreif und ent-
halten Embryonen, — American Naturalist. Vol. XXIII p. 923 — 927.
Fusari, Romeo. Sülle prime fasi di sviluppo dei Teleostei.
Nota riassuntiva. — Untersucht hauptsächlich Eier von Cristiceps
argentatus neben denen von anderen unbestimmten Teleosteern im
frischen und conservirten Zustande. 1. Segmentation. Nach der
Befruchtung sind am Keim zu unterscheiden discus germinativus und
Stratum intermedium. Ersterer ist bei den verschiedenen Arten von
verschiedener Grösse. Furchung verläuft unregelmässig. Eine
Aequatorialfurche tritt erst auf dem 16-Zellen-Stad. auf. Die Rand-
zellen zusammen mit dem dazu gehörigen Stratum intermedium und
dem dazu 7.u rechnenden Dotter repraesentiren die Makromeren.
Sie bilden den Periblast. Während der weiteren Theilungen trennen
sich von den Periblast-Zellen noch die central-gelegenen und werden
zu Theilen des Keimes. Auf späteren Stadien findet dies nicht
mehr statt und die Periblastkerne theilen sich nur noch auf ami-
totischem Wege. 2. Keimblätterbildung durch Invagination eines
sogen, primären Entoderms. Aus diesem entstehen durch Theilung
in vier Regionen: a) der Chordaentoblast, b) der secundäre Ento-
blast, c) der Mesoblast, d) der laterale Entoblast. — Atti della R.
Accad. der Lincei. Rendiconti Vol. VI. Sem. 2 p. 70 — 78.
Henneguy, L. F. Nouvelles recherches sur la division des
cellules embryonnaires chez les Vertebres. Comptes rendus de
l'Acad. T. 111. p. 116— 118.
Derselbe, dasselbe in Comptes rendus de la Soc. d. Biolog.
Tome 2 p. 4-14 — 446. — Henneguy benutzt als Untersuchungs-
material Furchungsstadien der Eier von der Forelle und beschreibt
daran die feineren Einzelheiten der Kerntheilung. Er findet constant
zwei Centrosomen, was sich vielleicht daraus erklärt, dass die
einzelnen Zelltheilungen sehr schnell auf einander folgen.
Kastschenko, N. Ueber den Reifungsprocess des Selachier-
eies. — Untersucht bei Pristiurus melanostomus. Torpedo ocellata,
Scyllium canicula das Keimbläschen und seine Reifungserscheinungen.
Conservirung des Materials in conc. Sublimatlösung, dann Ale. mit
Jod. Boraxcarmin. Betrachtung der kleinen Ovarial-Eier in toto.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 207
Bei grösseren Eiern wird die Keimscheibe von der Masse des
Nahrungsdotters abgelöst und ebenfalls in toto untersucht, dann in
eine Schnittserie zerlegt. Das reife Keimbläschen hat die Form
einer flachkonvexen Linse, es enthält Körner (Keimkörner) und
30 — 50 unverästelte Chromatinfäden. Die Reifung findet schon im
Ovarium statt. Die Bildung der Richtungsspindel konnte nicht be-
obachtet werden, wohl aber das erste Richtungskörperchen. Die
Chromatinfäden, welche nach der Bildung des letzteren im Ei ver-
bleiben, zerfallen in einzelne Körner und fliessen dann wieder in eine
einzige Chromatinkugel zusammen. Die Dotterhaut ist nicht in allen
Fällen und nicht überall von der oberflächlichen Dotterschicht scharf
geschieden, sie findet sich schon bei den Ovarialeiern ; ob sie vor
oder nach Bildung d. Richtungskörperchen gebildet wird, kann d.
Autor nicht genau angeben. Zwei Richtungskörperchen wurden
in Ovarialeiern nie beobachtet, vielleicht wird das zweite erst nach
der Befruchtung gebildet. Die Lage der Richtungskörperchen auf
der Keimscheibe ist sehr verschieden; sie werden bei älteren Eiern
manchmal am Boden der Furchungshöhle gefunden, spielen aber
keine Rolle in der Formirung des Embryonalleibes. Die Schluss-
betrachungen gipfeln darin, dass. die Reifung des Selachiereies in
allen Haupterscheinungen genau wie bei den holoblastischen Eiern
vor sich geht. — Zeitschrift, f. Wiss. Zoolog. Bd. 50. p. 428 — 44L
Mi not, Ch. Sedgwick. Segmentation of the ovum with
especial reference to the Mammalia. — Giebt eine zusammenfassende
kurze Darstellung von der Furchung des Wirbelthiereies. Nichts
Neues. — Americ. Naturalist. Vol. XXIII p. 463— 481, 753—769.
Minot, Ch. Sedgwick. Evolution of the medullary canal. —
Stellt die Hypothese auf, dass das Nervensystem der Vertebraten
ursprünglich (phylogenetisch) eine solide axiale Verdickung des
Ectoderms war, und bei den Ganoiden zu einer Rinne wurde vielleicht
durch eine vorzeitige Entwicklung des Central-Canals. — American
Naturalist. Vol. XXIII. p. 1019— 1021.
Minot, Ch. Sedgwick. The concrescence theory of the
Vertebrate Embryo. — Führt für alle Wirbelthier-Classen aus, dass
die Embryonalanlage entsteht durch Concrescenz d. h. durch die
axiale successive Verschmelzung der Ränder des Blastoporus. An
letzterem unterscheidet er zwei Abschnitte, einen durch dessen An-
einanderlagerung sich der Primitivstreifen bildet und einen zweiten,
welcher nur die Umwachsung des Dotters vollführt. Unterhalb des
Primitivstreifens liegt die Urdarmhöhle. Das Mesoderm entsteht
am Rande der Keimscheibe und bildet, wenn die Ränder derselben
sich in der Medianlinie vereinigen, das Primitivstreifenmesoderm.
Da dieses denselben Ursprung hat, wie das noch im Rande der
Keimschoibe gelegene Mesoderm, so kann M. nicht dem doppelten
Ursprung des Mesoderm als gastrales und peristomales (C. Rabl)
anerkennen. Der Primitivstreifen der Vögel und Amnioten entsteht
ebenfalls durch Concrescenz, der Chordacanal entspricht dem Blasto-
porus der niederen Wirbelthiere. Blastoporus und Gastrulamund
208 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
sind nicht homolog. Der erste entspricht nur einem Theil des
letzteren, welche durch die Concrescenz seiner Ränder verkleinert
wird. — American Naturalist. Vol. XXIV p. 501—516, 617—629,
702—719, 22 Fig.
Minot, Ch. Sedgwick. The Mesoderm and the Coelom of
Vertebrates. — Minot's Anschauung von der Entstehung des
Mesoderms und des Coeloms hängt eng zusammen mit seiner oben
besprochenen Concrescenzlehre. Das Mesoderm spaltet sich an
einem nicht unbeträchtlichen Theil der Blastodermränder von einer
Ectodermverdickung ab. Innerhalb des Primitivstreifens findet diese
Abspaltung nicht statt, dort hängen die drei Keimblätter eng mit-
einander zusammen. Dasselbe ist auch im Kopffortsatz der Fall.
Es wird besonders hervorgehoben, dass die axiale Mesodermanlage
eine einheitliche ist. Die Trennung findet erst statt d^irch die Ent-
stehung von Chorda und Mesoderm. Die paarige Anlage des
Mesoderms bei Amphioxus wird eben durch das frühzeitige Auf-
treten dieser beiden Organe bedingt. Ueber die Entstehung des
Coeloms wird nichts Neues beigebracht. — American Naturalist
Vol. XXVI, p. 877—898.
Rückert, J. Ueber die Entstehung der Parablast- oder
Dotterkerne bei Elasmobranchiera. — Nach Rückert stammen die
„Merocythen- oder Dotterkerne" nicht vom ersten Furchungskern
sondern sind, wie eine Untersuchung am Pristiurus und Torpedo
zeigt, im besamten Ei schon kurz vor oder während der Copulation
der beiden Vorkerne vorhanden. — Sitzungsber. der Ges. f. Morph,
u. Phys. München, Bd. VI, p. 1161.
Schneider, Anton. Zur früheren Entwicklung besonders der
Muskeln der Elasmobranchier. — Lässt bei Selachier - Embryonen
aus dem Mesoderm Rückenmark und Gehirn, Urwürbel und Seiten-
platten entstehen. Die Urwirbel hängen durch die motorischen
Nerven mit dem Rückenmark von Anfang an zusammen. Auch
Seitenplatten und Urwirbel hängen anfangs zusammen, trennen sich
dann aber. Aus Urwirbeln und Seitenplatten entstehen Bindegewebe
und Muskeln und zwar die Längsmuskelu aus den Urwirbeln,
während aus den Seitenplatten entstehen 1. Darm- und Herz-
musculatur, 2. Flossenmuskeln, 3. Kiemen- und Kiefermuskulatur,
4. Gefässe. — Zool. Beiträge v. A. Schneider, Bd. II, p. 251—266,
T. XXII.
Kaensche, Carl Conrad. Beiträge zur Kenntniss der Meta-
morphose des Ammocoetes bi-anchialis in Petromyzon. — Kaensche
giebt folgende zusammenfassende Darstellung seiner Untersuchung:
„Während das Nasenohr des Ammocoetes einer knorpeligen Hülle
vollkommen entbehrt, ist bei Petromyzon eine solche vorhanden.
Das einschichtige cylindrische Wimperepithel, welches bei ersterem
das Nasenrohr auskleidet, wird während der Metamorphose durch
ein mehrschichtiges, aus polygonalen Zellen bestehendes ersetzt.
Gegen die Nasenkapsel ist das Nasenrohr bei Petromyzon durch
eine querverlaufende, halbmondförmige Hautfalte zum grossen Theil
in der Ichthyologie während des Jahres 1890 209
verschlossen. Bei Ammocoetes ist eine solche nicht vorhanden.
Der rinnenformig vertiefte Boden der Nasenkapsel des Amm. ist von
einem Epithel ausgekleidet, welches sich von dem Sinnesepithel des
übrigen Theiles der Kapsel wesentlich nnterscheidet. Dasselbe ist
ein dem Epithel des Nasenrohres völlig gleichgebautes, einschichtiges
Wimperepithel. Im Verlaufe der Metamorphose erhebt sich auch
die Schleimhaut dieses Theiles der Nasenkapsel in Falten und erhält
characteristisches Sinnesei3ithel. Die Verbindung des Nasenrohres
und der Nasenkapsel mit dem Nasengaumengange wird bei Petromyzon
dadurch hergestellt, dass sich von dem rinnenartig vertieften Boden
der Nasenkapsel des Amm. aus ventralwärts ein neuer Gang bildet.
Derselbe erhält ein mehi'schichtiges Pflasterepithel. Entgegen der
Angabe von Langerhans bildet bei Petromyzon die Riechschleimhaut,
ausser den symmetrisch zu einander angeordneten seitlichen Falten,
nur eine einzige mediane Falte. Der bilateral symmetrische Bau
der Nasenkapsel ist bei Petromj^zon ebenso deutlich wie bei Amm.
Drüsen sind nicht nur im Geruchsorgan von Petr., sondern auch
schon bei Amm. vorhanden. Der Nasengaumengang wächst während
der Metamorphose in der Weise nach hinten, dass der mediane
Theil seines Hinterendes stets etwas hinter den beiden seitlichen
Abschnitten zurückbleibt. Desgleichen vergrössern auch die beiden
seitlichen Abschnitte zuerst ihr Lumen. Die Hypophyse schnürt
sich während der Metamorphose immer mehr vom Nasengaumen-
gange ab, bis sie schliesslich bei Petromyzon durch eine starke
Schicht von Bindegewebe von ihm getrennt ist. Sämmtliche Tentakel
mit alleiniger Ausnahme desjenigen, welcher in der ventralen
Mittellinie entspringt, gehen unter; aus letzterem, sowie aus der
seine direkte Verlängerung nach hinten bildenden Bauchkante ent-
steht die Zunge nebst der zu ihr gehörigen Musculatur und den
Zungenknorpeln. Von diesen Knorpeln bilden der mittlere, u-förmige
und der Zungenstiel anfänglich ein einzig-es Stück. Der Blindsack,
der sich bei Petromyzon in der dorsalen Wand der Rachenhöhle
befindet, besteht seiner ursprünglichen Anlage nach aus zwei, nach
vorn gerichteten divergirenden Taschen. Später verschmelzen die-
selben im grössten Theile ihrer ganzen Länge zu einem einzigen
Sacke, nur in seinem vorderen Ende bleibt derselbe stets paarig.
Bei Petr. findet während des ganzen Lebens nur ein einmaliger
Zahnwechsel statt. Die beiden Zahnschichten, sowohl die obere,
wie die unter ihr belegene zweite, erscheinen in ihrer ersten Anlage
ziemlich gleichzeitig in dem stark verdickten Epithel der betreffenden
Stellen der Mundhöhle. Die obere Schicht ist dabei von der unteren
durch eine dünne Lage von Epithelzellen, welche zuerst ihre ur-
sprüngliche polygonale Form beibehalten, später aber sternförmig
werden, geschieden. Die Buccaldrüse entsteht als solider Zellstrang,
der von der Epithelschicht der Mundhöhle aus, zu beiden Seiten
des medianen Tentakels, noch vor der Differenzirung der neu ent-
stehenden Knorpel und Muskeln, in das Bindegewebe hineinreicht."
Arch. f. Natiugesch. Jahrg. 1893. Bd. U. H. 1. 14
210 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
— Zool. Beiträge von A. Schneider, Bd. II, p. 210—250, Tafel
XVIII— XXI.
Nestle r, R. Beiträge zur Anatomie und Entwicklungsgeschichte
von Petromyzon Planeri. (Vorl. Mittheilung.) Zoolog. Anz. Bd. XIII,
p. 11—12.
Derselbe. Dasselbe. Arch.f Naturgesch., 56. Jahrg., p. 81 — 112,
Tafel VI, VII. — Nestler bestätigt bezüglich des Kiemenskelettos
von Petromyzon Planeri im wesentlichen die Beschreibungen früherer
Autoren für P. marinus, doch sind die beiden Hälften des Kiemen-
korbes nicht längs der ganzen ventralen Mittellinie verwachsen,
sondern nur am 4,5, 5,6 6,7 Querstabe. Die Diaphragmen haben
bei Ammocoetes und Petromyzon einen etwas verschiedenen Bau.
Was die Muskeln des Kiemenkorbes anbetrifft, so konnte N. den
„eigenen Konstrictor der Brustfellsäcke" von Langerhans nicht finden.
Während der Metamorphose ist vielleicht die gesammte Kiemen-
muskulatur einer mehr oder weniger tiefgreifenden Degeneration
und Neubildung unterworfen. lieber Epithel und Gefässe des
Kiemenapparates werden im Grossen und Ganzen die Angaben der
früheren Autoren bestätigt. Der Oesophagus nebst Magen entsteht
als ein solider Zellstrang, der vom Vorderende der Darmfalte bis
zum Velum reicht. Somit sind A. Schneider's Angaben darüber
unrichtig. Ueber Gallenblase und Gallengang werden die Angaben
von A. Schneider bestätigt, dass der Gallengang während der Meta-
morphose obliterirt und die Galleublase ganz schwindet. Die bei
Ammocoetes von einem platten Epithel oder niedrigem Cylinder-
Epithel ausgekleidete Leibeshöhle ist bei geschlechtsreifen Thieren
von hohem schönen Cylinder-Epithel bedeckt, Flimmerhaare konnten
nicht nachgewiesen werden. Zeit der Geschlechtsreife ist Anfang
Mai. ^Metamorphose erfolgt Anfang Juli und dürfte September bis
October beendet sein.
Holt, E. W. L. On the ova of Gobius. Ann. Mag N. H.
Vol. VI. p. 34 - 40.
Klaussner, Ferdinand. Mehrfachbildungen bei Wirbelthieren.
— München 71 Seiten, 12 Tafeln.
Wilson, Henry V. On the development of the Sea Bass
(Serranus atrarius). — J. Hopkins University Circulars. Vol. IX.
p. 56—59, 8 Fig.
Vergleiche zur Ontogenie: Ernährung des P^'oetus im Uterus
bei Trygon bleekeri und Myliobatis nieuhofii und das Verhalten des
Embryo zur Uteruswand bei Carcharias melanopterus, dussumieri,
Zygaena blochii Alcock [s. Generationsorgane]. Entwicklung des
periph. Nervensystems bei Selachiern Beard [s. Nervensystem].
Entw. der Area u. Fovea cent. retinae Chievitz [s. Sinnesorgane].
Metamerie des Wirbelthierkopfes Dohrn [s. Skelett]. Ausbildung
des Gehirns v. Clupea harengus Holt [s. Nervensystem]. Regene-
ration des Blutes beim Embryo Laguesse [s. Gefässsystem]. Entw.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 211
der Venen in der Milz Lagiiesse [s. Gefässsystem]. Entw. der
Milz Laguesse [s. Gefässsystem]. Eier und Larven zahlreicher
Fische Mclntosh [s. Jugendformen]. Entw. von Acipenser, Ryder
[s. Faunen N. Amer.].
Entw. von Gehörbläschen u. Seitenorg. Mitrophanow [s. Sinnes-
organe]. Zur Metamerie des Selachierkopfes Platt [s. Skelett].
Entstehung des Exoskeletts Ryder [s. Haut]. Eier von Muraena
Voeltzkow [s. Generationsorgane]. Allgem. Entw. von Amphioxus
und Entw. der „atrial Chamber" Willey und Willey undLankester
[Skelett]. Abnorme Entw. bei Zoarces, Holt [s. Biologie, Krankh.].
Junge rsen, Entw. der Geschechtsorg. [Abdr. von 1889].
Vergl. auch unter Biologie bei Foi'tpflanzung.
Jugendform en.
M'Intosh, W. C. u. E. E. Prince. On the Development and
Life Histories of the 1 eleostean Food- and other Fishes. — M'Intosh
und Prince's an Einzelbeobachtungen sehr reiche Arbeit enthält die
Beschreibung der Eikapsel und der Laichzeit von: Liparis montagui,
Cyclopterus lumpus, Agonus cataphractus, Cottus scorpius, Ammo-
dytes tobianus, Gobius ruthensparri, Centronotus gunnellus, Blennius
pholis, Blenniops ascanii, Motella mustela und von anderen nicht
bestimmten Species. Weiter wird geschildert die Eiblage, Furchung,
Keimblätterbildung, Parablast, und die weitere Entwicklung des
Embryo sowie die Entwicklung der einzelnen Organe. Dann werden
beschrieben die embryonalen larvalen und postlarvalen Stadien von
Trigla gurnardus, Gadus morrhua, aeglefinus, virens, merlangus,
Molva vulg., Motella mustela und unbestimmte Formen, ferner junge
Pleuronectiden, Hippoglossoides limandoides, Pleuronectes limanda,
cynoglossus, platessa, flesus, Rhombus max., laevis, Solea vulg.,
Zeugopterus punct., ferner unbekannte Pleuronectiden-Larven mit
Oelkugel, ferner Larven von Clupea harengus, sprattus, Ammodytes
tobianus, Cottus, Agonus cataphractus, Callionymus lyra, Liparis
montagui, Centronotus gunnellus, Lophius piscatorius und andere.
Den Schluss bildet eine Vergleichung der Lebensgeschichte und der
Entwicklung von Annarhichas lupus mit Salmo salar. — Trans. R.
Soc. Edinbourgh. Vol. XXXV, p. 665—946 Tafel I— XXVHL
M'Intosh, W. C. On the larval and post larval stages of
the Sole and other Food-Fishes. — Hat leicht die Eier bei
St. Andrews bekommen. Die Larvenform von Solea hat eine
charakteristische Färbung. Körper und Flossen sind fein gesprenkelt
mit steinfarbenem Pigment, so dass man die Thiere leicht im Wasser
erkennen kann. Beim Aelterwerden verschwindet diese Färbung
und die gewöhnliche ockerfarbige Färbung tritt ein. — Rep. 59.
Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. p. 618.
14*
212 F. Hilgendoi'f u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Phylogenie.
Beard, J. The inter-relationships of tlie Ichthyopsida. Verf.
bezeichnet die bestehende Gruppirung der Ichthyopsiden als falsch;
er wendet sich vornehmlich gegen Rabl's Anschauung, von der
wiederholten Erwerbung und dem wiederholten Verlust des Nahrungs-
dotters während der Phylogenese, und stellt auf Grund von Unter-
suchungen über die Morphologie des Palliums, des Pronephros, der
Schwimmblase und Lunge, einen Stammbaum auf, in welchem von
den Protovertebraten abgeleitet werden einerseits die Protoselachii,
andrerseits die Protoganoidei. Von den ersteren leiten sich die
Protodipnoi und die Selachier ab. Von den Protodipnoi aber die
Dipnoi und Amphibia. Von dem anderen Hauptzweig, den Proto-
ganoidei, entstehen die Marsipobranchii und Ganoidei, von den
letzteren die Teleostii. Er schlägt eine Eintheilung der Iclithyopsiden
in folgende Gruppen vor: I. Ganodichthydae mit 1. Marsipobranchii,
2. Ganoidei, 3. Teleostei. IL Selachodichthj^dae mit 1. Selachii,
2. Pneumoichthyidae.
Das Pallium der Teleosteer, Ganoiden und Marsipobranchier
ist demjenigen der anderen Vertebraten nicht homolog; es entspricht
dem plexus chorioideus derselben.
Die Pronephros tritt bei Marsipobranchiern, Ganoiden, Tele-
ostiern nicht in Beziehung zu den Geschlechtsorganen, (es wird
kein Müller'scher Gang gebildet, die Eier werden durch Abdominal-
öffnungen nach aussen befördert) während bei den Selachiern,
Dipnoern, Amphibien die Pronephros zu den weiblichen Geschlechts-
organen in Beziehung tritt. (Müller'scher Gang.)
Eine Schwimmblase besitzen nur die Marsipobranchier, Ganoiden
und Teleostier, sie ist ontogenetisch eine unpaare Bildung und ent-
steht an der Dorsalseite das Verdauungstractus (Ausnahme Poly-
pterus), während die Lungen als paarige Bildung an der ventralen
Seite entstehen. Der Kiemenapparat von Petromyzon ist entstanden
aus der ventral entstandenen Schwimmblase und den Kiemenspalten.
Anat. Anzeiger Bd. V. p. 146—159 und p. 179—188.
Vergleiche: Ayers, Vertebrate Cephalogenesis [s. Allgemeines].
Entstehung des Exoskeletts Ryder [s. Haut]. Concrescence Theorie
Minot [s. Ontogenie].
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 213
II. Bericht über Allgemeines,
Biologie, Faunistik, Systematik u. Palaeontologie
von F. Hilgrendorf.
Allgemeines.
L. Vaillant. Les collections d'herpet. et d'ichtliyologie au
Museum d'hist. nat. — Rev. scientifique, Paris XLV 513 — 522. —
Historisches, neuere Anordnung.
S. Lo Bianco. Metodi .... per la conservazione degli ani-
mali marini. — Fische (S. 473 — 4), sie sind womöghch lebend ein-
zusetzen. Amphioxus zuerst in 10% Alk. (mit Meerwasser).
Weichere Spec. (Torpedo) zunächst Va Stunde in 1 7o = Chrom-
säure. Selachier-Embr. 5 — 15 Min. in concentr. Sublimat, ab-
zuwaschen mit Jodalkohol. Grosse Selach. zu Skelettpräp., in
10% Kochsalzlösung. Larven u. zartere (Trachypterus) F. in conc.
Subl., oder zuerst in schwachen, dann stärk. Alk. Für Eier: einige
Min, in j,Alcohol cloridrico" (Alk. von 50 'Vo mit 5 Volnmproc.
concentr. Salzsäure"), darauf in reinen Alk. — Mitth. Zool. Stat.
Neapel, IX 435—74.
F. Richters. Ueb. einige im Besitz der Senckenb. natf. Ges.
befindl. ältere Handschriften u. Fisch-Abb. — Ber. üb. die Senck.
n. G. in Frankfurt a./M. 1890, 36 S., 4 Tf. — Enthält e. M. S.
Steller's über die in den Flüssen zwischen Moskau u. Jeneseisk
(Ob-Gebiet bis 62 o N., Kama bis 60'' N.) beobachteten Fische,
mit Bemerkimgen Richters, wozu Herzenstein Beihülfe leistete,
p. 7 — 28. Sonst kommen M. S. u. Zeichn. von Steller, Pallas,
Tilesius betreffend sibir. od. jap. Fische in Betracht. Die Tafeln
reproduciren : Salmo fluv., (]oreg. syrok u. mercki, Rhinobatus
melanorh. ; Scomber sypt. (a. d. Schwarzen Meere) [=Temnodon].
D. St. Jordan. On the fishes descr. in Müller's supplemental
vol. to the Systema naturae of Linnaeus. — Publicirt 1776, enthält
p. 203- — 210: Coriphaena lineata (= Xyrichthys psitt. L.), Perca
asper, Trigla minuta u. Carolina, Salmo neima, taimen u. lenok,
Exocoetus exiliens, Cyprinus rivularis (^Phoxinus phox.). — Pr.
acad. nat. sei. Philad. 1890, p. 48—50.
Biologie.
Allgemeines. Paekard, Cave fauna of N.-Amer. — Erw.
Höhlen-Teleostier. — Mem. nat, Acad. VI, 1889 (Cit. nach Am.
nat. XXIV 538).
Usher, R. Effects of Thunder on Trout. Zoologist XIV
214 F. Hilgeudorf u. Fr. Kopscli: Bericht über die Leistmigeu
p. 358. Beobachtet, dass S. fario nach den ersten hörbaren Donner-
schlägen nicht mehr emporspringen. Verf. hält das Vermögen der
Fische, Töne mittelst des Gehörorgans zu percipiren für zweifelhaft.
G. Br. Goode. The color of Fishes. Populär (Anatomisches,
Physiol, BioL), Science (N. York), XV 211—213, 3 Xyl.
Vergl. ferner: Burkhardt über Protopterus bei System.; Bütti-
kofer, bei Afrika (Faunistik); Lode, Farbenwechsel, oben S. 176;
Fatio, Schwimmblasengänge von Cobitis (System.).
Nahniiig. W. R. Smith. On the food of fishes. — Für die
wichtigsten Fische von verschiedenen Fangplätzen Schottlands zahl-
reiche JVIagenuntersuchungen. ■ — 8. Ann. rep. Fishery Board Scotl.,
Part III p. 230—256.
Piccone. Ulteriori osserv. int. agli animali ficofagi. — Führt
als von Algen lebende Fische an: Box, Sargus rond. u. ann., Pa-
gellus mormyrus, Labrax lupus, Scorpaena porcus. — Nuovo giorn.
botan. Ital., 1887 Nr. 1 [nach Reinke, Algenveget. der Ostsee,
Mitth. Sect. Küsten- u. Hochsee-Fischerei, 1890, p. 50].
Vergl. Bateson, Wahrnehmen der Nahrung, oben S. 183.
Bewegimg-. Adalb. Seitz, Das Fliegen der Fische. — In
der Einleitung über Litteratur wird citirt: Krause, Reise-Erinn.,
Abh. Natur. Ver. Bremen 1888, Bd. X p. 41 u. andere Autt. Seitz
hält dafür, dass ausser dem Absprung mittelst des Schwanzes auch
wirkliche Flugbewegungen mit der Brustflosse vorkommen. -- Zool.
Jb. (Syst.), Bd. V p. 361—372, 4 Fig.
F. Dahl, Die Bewegung der fliegenden Fische durch die Luft.
— Leugnet die Flatterbewegungen (mit Möbius, gegen Seitz und
Krause). — Zool. Jb. (Syst.) V p. 679—688.
L. Vaillant. Rem. sur la peche de la Bichique ä l'ile de la
Reunion. • — Die „Bichiques" sind junge Gobius u. Sicydium, die
ähnhch, wie in Europa die Montee des Aals, in Re., Maurice u.
sonst im Ind. Oc. massenhaft aufsteigen u. eine geschätzte Nahrung
liefern (schon Pallas bekannt). — C. r. ac. Paris, CX p. 93—95.
T.W. Fulton. Experiments on the migratory movement of
sea fish. - Messingschildchen mit schwarzer Seidenschnur um den
Schwanz gebunden constatirten, dass die (10) Vesuchs-Species die
Küste nicht weit verlassen. 8. Ann. Rep. Fish. B. Scotl. pt. III p. 353.
A. Giard, le laboratoire de Wimereux en 1889 (Rech, fauniques).
p. 264 — 6: Application de l'etude des Algues a lethologie d'un
poisson (Salmo trutta L.). Der Caligus truttae ist mit Laminaria
(saccharina?) bedeckt, wohl auch mit Ceramium u. Enteromorpha,
woraus Betrachtungen über die Wanderungsverhältnisse; viell.
machen zahlr. Caligus den Fisch steril. — Im Bull, scient. (Giard)
VoL 22 p. 67—70.
Vergl.: Kunstler, Wandrungen v. Salmo salar bei Syst.;
Liebreich, Beziehung der Schwimmblase beim Sinken u. Steigen,
oben S. 190.
Stimme. Töne des Dactylopterus, Calderwood, s.oben S. 189.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890, 215
Leuchten. Vergl. Emery, oben S. 173.
Mimicry. J. E. Ives. Mimicry of the environment in Ptero-
phryne histrio. — Pr. ac. nat. sei. Philad. , Nov. 81), p. 344 (auch
Ann. Mag. V p. 198).
Vergl. auch bei Antennarius unter Syst. (Pediculati).
Greisteslebeii, Schlaf, Zusammenleben.
Salzgehalt Myloleucus in alkalischem Wasser, s. System.
(Cyprinidae).
Licht (Höhlenfische, Packard, s. oben), Trockenheit, Druck.
Wärme. F. im heissen W. des Yellow-Stone Park, Jordan
(s. Faunen, N. Am.).
Fortpflanzung. T. W. Fulton. The proportional numbers
and sizes of the sexes among sea fishes. — Unter 12666 Expl. bei
Schottland nur 3858 c^, Tabelle darüber für 21 Spec. Die 2 meist
grösser als ^. — 8. Ann. rep. Fish. Board Scotl., pt.IIT, p. 348 — 350.
A. Völtzkow. Ein Beitr. z. K. der Aalentwicklung. — Eine
Muraena sp. mit reifen Eiern (bei Zanzibar) erwähnt. — Zool. Anz.
Xm, p. 314—315.
F. Math er. The eggs of an Eel. Am. monthly micr. journ,
X p. 15, 1889. (Not. nach: Am. Nat. XXIV p. 538.)
Fulton, üb. e. Aal mit zieml. reifen Eiern, vergl. System.
(Anguilla).
Ch. Girard. Les poissons vivipares de la cöte americaine de
l'Ocean Pacifique. — Schildert die Ausbildung der Körperform bei
verschiedenen Embiotociden - Gattungen während des Verbleibs im
Mutterleib. — Le Naturahste XII p. 24, 39, 61, 14 Xyl.
E. W. L. Holt. On the Ova of Gobius. — Eier von Gobius
minutus mit biscuitf. Profil, an der Anheftungsstelle dicker. Der
Haftapparat wird von der äusseren Fläche der Granulosa erzeugt,
wie bei Osmerus (Buchhok, Cunningham). Die Eier von G. niger
beiderseits spitz endend. Beschr. e. Larve von Gob. spec. — Ann.
Mag. (6) VI p. 34 -40, Tf. IL
W. And. Smith. On the development of Syngnathus acus L.
— Etwaiger Nutzen der Oelkugel des Eies; Umformung des Mund-
theils. Pr. Tr. n. h. soc. Glasgow (2) II p. 105 — 109, Tf. 1.
Ryder, üb. Fortpfl. des Acipenser, vergl. Systematik.
Beard, J. On the development of the common skate (Raja
batis). — Seit Wymann's Arbeit (Obs. devel. R. batis, Mem. am. ac.
arts sei. IX, 1864 — 73) liegt keine zusammenhängende Darstell, der
Entw. von Raja vor. Vf. behandelt Laichzeit, die Eikapseln der
Raja - Arten, Entw. von R. batis, die äusseren Kiemenfäden des
Rochenembryo. Die Abb. geben hpts. die Oberflächen-Ansicht der
Kiemenscheibe u. des Embryo von R. batis. — 8. Ann. rep. Fish.
Board Scotl. part III p. 300— 311.
Nestler. On the anat, and devel. history of Petromyzon
planeri. Ann. Mag. (6) V p. 262— 263. Nach Zool. Anz. 13. Jan.
216 F. Hilgeiidorf 11. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
90. p. 11. — Ueber die Zeit der Geschlechtsreife und Metamorph,
vergl. Nestler, Arch. f. Natg. 1890 I S. 109. (Siehe oben S. 210.)
Fatio p. 358 spricht über sterile Formen von Salmo; vergl.
Systematik.
Laichen. K. Knauthe (Korrespondenz). Laichzeit u. -Kleid,
Athmung, Chromatophoren, vergl. Syst.: Phoxinus u. Cobitis. Zool.
Gart. XXXI p. 56, 347, 373.
Willey, Laichen des Amphioxiis, s. oben S. 180.
T. W. Fulton. The spawning and the spawning places of
marine food-fishes. — Zeit n. Dauer der Laichperiode, Laichplätze.
— 8. Ann. rep. Fish. Board Scot., pt. 3, p. 257—269.
Larven u. Jugendformen. M'Intosh. Rep. on the pelagic
ova, larval, and yoiing food-fishes procured by the „Garland". —
Zeit, Ort, Menge der Formen. ~ 8. Ann. rep. Fish. Board Scotl.
pt. III, p. 283—289.
M'Intosh. Notes St. Andrews Mar. Labor. XII: On the young
stages of the Gunnel (Centronotus gun.). — Stadium 35 mm 1., noch
transparent. — Ann. Mag. (6) VI p. 182 — 185.
M'Intosh, „on the larval and postlarval stages of the Sole
and other Food-Fishes". 59. Rep. Meet. Brit. Ass. Adv, Sc, p. 618
(15 Zeilen). — Eistructur nach Raffaele u. Cunnigham erwähnt.
Bei St. Andrews Eier ohne Schwierigkeit erbrütet; Färbung der
Larve von Solea solea charakteristisch (steinfarbig gefleckt). Larven
u. junge Solea sehr lebenszäh und wohl leicht künstlich aufzuziehen.
Jugendstadien von Clupea sprattus erwähnt.
L. Vaillant. Sur qq. caract. transitoires pres. par le Chelmo
rostr. jeune C. r. ac. Paris CXI p. 756. — Bei 19—21 mm Länge
Präoperculum noch gesägt und mit Eckdorn. — Kürzer in: Bull,
soc. philom. (8) III p. 9 (8. Nov. 90).
Vergl. Hoek bei Faunen (Holland); ferner über Elacate bei
System.
Alterscharactere. Vergl. Dames^ Knochenverdickung bei
alten S v. Pagrus, unten S. 218.
Sexualdimorphismus. Vergl. Cunningham, üb. Arnoglossus,
bei Faun. (Engl.); Guitel, üb. Lepadogaster, s. Syst. (Gobiesoc).
Bastarde. T. W. Fulton, Exper. in the cross-fertilisation of
different sp. of fishes. — Trigla >., Gadiis merk, Pleuron. microc. X
Rhombus max=, Cyclopterus X Pleur. flesus; die Entwicklung der
Eier beob. bez. 36, 60 u. 20 Stunden, wobei im 1. u. 2. Fall nur
Zufall die Entw. unterbrach. — 8. Ann. rep. Fish. B. Scotl. III p. 358.
Vergl. auch Bateson bei Variabilität.
Brutpflege. Zwitter. Regeneration.
Monstrositäten. Filhol, Descr. d'un cas de monstruosite obs.
sur un Rhombus vulg. (Cuv.). — Rechtes Auge noch auf der Kante
u. der Flossenanfang spornartig darüber frei vorragend; Yarrell's
Fall ähnlich. (Vergl. auch Möbius u. Heincke, 1883, für Pleuron.
plat. u. flesus etc. Ref.) — Bull. soc.phil.Paris (8) II p.54 -55, Xyl.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 217
Ki'aukheiten. Fatio schildert eine dem Hecht eigenthümliche
Massenerkrankimg. Hist. nat. vert. Siiisse V, % p. 431 u. XXXIII.
Er citirt auch hierfür eine Arbeit von ihm selbst (Arch. sei. phys.
nat. Geneve 87) und von H. Blanc, Bull. soc. vaud. sc. nat. XXIII,
p. 96 (im Genfer See 1887, angeblich Saprolegnia und Achlya).
R. Emmerich u, E. Weibel. Ueber e. durch Bakterien ver-
ursachte Infektionskrankheit der Forellen. — Erwähnen frühere
Fälle (Giaxa, Verhalten einiger pathogener Mikroorg. im Meer-
wasser, Zeitschr. f. Hygiene Bd. VI p. 215, Muraenen betreiTend).
Beobachtet wurde in e. Fischzüchterei SüddeutschLands Oct. 87 bis
Jan. 88 (ebenda im nächsten Jahre eine mihlere Seuche). Die
Bakterien ähnlich dem Typhusbacillus, aber dünner. Durch Impfung
von Reinculturen konnten gesunde Thiere inficirt werden. Die
Krankheit wird bezeichnet als „epidemische Furunkulose mit Ausgang
in Sej)tico -Fyämie". Karpfen und Aeschen liessen sich inficiren,
Frösche aber nicht. — Allg. Fischereizeit. XV, p. 73 — 77, 85 — 92,
2 Xyl. (Ebd. Jg. 23(1898) p. 21 wird als Ursache fauliges Unter-
grundwasser angenommen.)
S. A. Forbes. Prelim. Report . . , with an account of the
fish epidemic in Lake Mendota in 1884. — Anfang Juli 84 ein
grosses Fisch-Sterben im Mendota-See (Wisconsin), wobei hpts.
Perca flavescens, dann Coreg. artedii betheihgt. Ursache wahrsch.
die Einschwemmung von Unreinigkeiten nach einem heftigen Regen
bei heissem Wetter. — Bull, Fish C. VIII p. 482—87.
Seligo, Myxosporidienkrankheit der kleinen Maraene. Mitth.
Westpreuss. Fisch.-Ver. III p. 10 — 13. — Verbildung von Eierstöcken
bei Karpfen. Ebd. p. 96—97.
E. W. L. Holt. Note on a young specimen of Zoarces vivi-
parus. — Abnormitäten in der Entwicklung der Embryonen. —
Ann. Mag. (6) V p. 256—57.
P. Thelohan. 2 Esp. nouv. de Coccidies parasites de l'Epinoche
et de la Sardine. — ■ Coccidium gasterostei in den Leborzellen des
G. acuL, die Cyste nur 16// Durchm.; C. sardinae im Hoden (Cyste
50//). — C. r. ac. Paris CX p. 1214 — 16. (Uebers. in: Ann. Mag.
VI p. 194.)
C. Girard. La maladie du Barbeau (Barbus vulg.). — Die
Krankheit besteht in der Ausbildung eines fettartigen Stranges, der
vom Schultergürtel her nach hinten der Seitenlinie entlang bis zum
Schwanz vordringt und lediglich durch seinen mechanischen Druck
die Bewegung des Fisches hemmt, so dass der Fisch nach oben
treibt und erstickt. Beobachtet an der Seine. — Le Naturaliste,
XII, p. 254.
0. Jaekel. Gänge von Fadenspitzen (Mycelites ossifragus
Roux) in Dentinbildungen. — Vf. sah in den Rostralzähnen eines
foss. Pristiophorus, später auch bei andern foss. Selachiern (Sphe-
nodus. Corax, Acanthias, Notidanus und Tiygon) Gangbildungen
im Dentin^ die ganz den Funden von Roux bei leb. Fischen (vergl.
218 F. Hilgeudorf u. Fr. Kopscli: Bericht über die Leistungen
Ber. 1887 p. 276) entsprechen (Abb. in Vfs. Arbeit üb. Pristiophorus,
Tf. IV; s. fossile Fische.). — Sitzb. Ges. natf. Fr., 1890, p. 92—94.
W. Dam es. Ein mit hyperostotischen Biklungen versehener
Schädel eines subfossilen Pagrus von Melbourne. — Die Occipital-
Crista u. die Frontalia sind zu grossen Knochenmassen entwickelt.
Die frühere Litteratur angezogen. Es scheint die Anschwellung ein
Char. der alten S zu sein. — Sitzb. Ges. natf. Fr., Berlin 1890,
p. 162—67, Abb.
Feinde. Mola mit zahlr. Pai-asiten, s. Syst. (Gymnodonten).
Vergl. auch den Bericht über Würmer und Crustaceen.
Riesen. Zwerge. Phylogenie.
Tariabilität W. Bateson. Gases of abnormal repetition of
parts in animals. — Unter No. V: Clupea j)ilchardus mit abnorm
grosser Schuppenzahl. Einseitig (links) in der Lin. lat. von 32 auf
56 vermehrt. Aehnliche Expl. von Day als Bastarde zw. pilch. u.
harengus erklärt, wogegen besonders die Sculptui' der linkseitigen
Schuppen spricht, welche rein Pilchard-artig. • — Proc. zool. soc.
1890, p. 586— 88.
Vergl. Variabilität der Niere von Raja, Hoves, oben S. 194;
Var. bei Etheostoma (Faunen, Nordam.).
Nutzen und Schaden für den Menschen.
Vergl. Ryder, Industrie des Störs, s. Faunen (Nordamerika).
Fischerei und Fischzucht.
Allg. Fischerei-Zeitung, Jg. XV. Enthält unter andern:
Infektionskrankheit der Forellen (s. Emmerich u. W. bei Biologie);
Schanderl, Fische des Alzflusses, Hömberg, F. der Stever (s.
bei Faunen). Ferner: Hof er, Vorgänge der Befruchtung bei Thieren,
p. 2 — 8; F., üb. den Saibling (Degeneriren im Schlier- u. Königsee),
p. 42; Knauthe, Fang von Thynnus-Arten (Bonite, Albacore) in den
Tropen, p. 58; Staudenmayer, Aale gedeihen in abgeschlossenen
Tümpeln, p. 57; Zenk, amerik. Regenbogenforelle u. Bachsaibling,
p. 110, 2 Fig.
Mittheilungen der Section für Küsten- u. Hochseefischerei
Herausg. v. Deutschen Fischerei- Verein. Jahrg. 1890. — Vergl. (bei
Nordsee) p]xj;ed. der „Sophie". Stahl, die Bedevtung des deutschen
Helgolands für unsere Seefischerei, p. 134,
Fishery board for Scotland, 8.annual report. Parti General
rep., II Rep. on Salmon fish., III Scientific investigations, 380 S.,
13 Taf. — Enthält statistisches Material; Verbreitung der unreifen
Seefische und ihr Fang bei verschiedenen Fischereiarten (p. 157);
Nahrung der Fische (p. 230) , Laichplätze (p. 257); Entwicklung,
Faunistisches etc. Am Schluss litter. Not. betreffend Britannien,
Amerika, Spanien, Frankreich etc. Vergl. bei Biol. etc.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 219
Seligo. Hydrobiologische Untersuchungen. I. Zur K. der
Lebensverhältnisse in einigen Westpreuss. Seeen. — Mit einer all-
gemeinen Einleitung. — Schriften d. Natf. Ges. Danzig (2) VII,
Heft ?y, 47 Seiten.
W. F. Page. The most recent methods of hatching fish eggs.
— Bull. U. S. Fish Comm. VIII, p. 207—218, Taf. 30—36, 4 Xyl.
D. Kobertson. Jottings from my note-book. Loch Fyne
Herring. — Die gute Qualität des Herings wird von der stets
reichlichen Copepoden - Nahrung hergeleitet, während auf der Ost-
küste Schottlands oft Schizopoden diese ersetzen müssen. — Pr.
Tr. Nat. hist. soc. Glasgow (2) III p. 22—24.
E. Stassano. La pesca sulle spiagge atlantiche del Sahara.
— Annali di agricoltura 1800, Nr. 172 59 S., 1 Karte. Vergl.:
Vinciguerra unter Faunen (Afrika).
Atti della commissione consult. per la pesca, desgleichen:
Notizie sulla pesca marittima in Italia, finden sich, auch für frühere
Jahre, in den „Annali di agricoltura", Roma.
P. de Sede. La croisiere de la „Leontine" dans l'Atlantique
boreal et dans la Mer du Nord. Fischfang von Gadus morrhua
u. Clupea harengus (dieser wandert nicht und bildet Localrassen).
— Bull. soc. zool. Fr. XV 190—2.
Z. L. Tanner (Townsend u. Alexander). Explorations of
the fishing grounds of Alaska, Washington Terr. and Oregon 1888,
Fish C. Steamer „Albatross". Bull. Fish Comm., VIII (for 88)
p. 1—92, 2 Karten, 10 Taf.
T. H. Bean. Report on the proposed introduction of the
Jamaica Mountain Mullet into the U. S. — Agonostoma monticola
(Farn. Mugilidae) würde in den Gebirgen von Georgia wahrsch.
einzubürgern sein. — Bull. Fish. Comm. VIII p. 443 — 451.
Vergl. bei Biologie unter Fortpflanzung; Vaillant, Fischen
der jungen Gobius, s. Biologie S. 214; v. d. Borne, sechs amer.
Salm, in Europa, s. Faunistik; Störzucht, Ryder, s. Faunen (Nordam.).
Faunen.
Allgemeines. Zacharias, über Relictenfaunen ; diese meist
keine echten Reif., sondern nur stromaufwärts gewanderte Thiere.
Biol. Centrbl. X p. 123.
Pelagisclie Pisclie. Gourret, s. Mittelmeer.
Tiefsee. Collett (Südeuropa), s. Faun. Günther, Lophotes,
s. Faunen (Südafr.). Alcock, s. Asien. Bean, „Albatross"-Exp.
XI u. Gilbert, Alb.-Exp. XII s. westl. Nordam.
Europa. Cunningham. A treatise on the common Sole
(Solea vulg.). — Besprochen in: Ann. Mag. (6) VI p. 497.
Th. Gill. On the fam. Ranicipitidae. — Weitere Gründe für
Abtrenn. v. d. Gadidae. S. Syst. — Pr. n. m. XIII p. 233—8,
Tf. 18. — Ergänzung einer früheren (1884) Arbeit, welche nicht
ref. wurde.
220 F. Hilgeiiflorf n. Fr. Kopse h: Bericht über die Leistungen
Vergi. auch Jordan u. Eig. , Serranidae, bei Amerika.
Nordeuropa. G. Pfeffer. Die Fauna der Insel Jeretik, Port
Wladimir, an der Murmau-Küste, I Rept. Amph. Fische . . .; Jahrb.
Hamb. Wiss. Anst. VII, 34 S. — Fische p. 8, 9, 12—14. Die Fisch-
fauna der Murman-K. eine boreale, welche als einzige wirklich
arktische Beimischung den MaUotus besitzt. Gesammelt: Cottus
scorpius, Cyclopt. lumpus, Centr. gunellus, Gastr. acul. (trach. u.
leiurus), G. pung., G. morrhua, Amm. tobianus, Pleur. flesus, Salmo
fario, Mall, villosus.
H. J. Hansen. Zoologia danica, Heft 7 (vergl. Ber. 1889
p. 228) enthcält von Fischen der Text S. 89—126 u. die Taf. 11 — 13,
worin behandelt werden die Gatt. Ammodytes, Coryphaenoides,
Malacocephalus und 11 dänische Pleuronectiden, Die Abbildungen
sind zwar klein aber sorgfältig ausgeführt und mit reichlichen
systematischen Beigaben, alle Totalansichten colorirt.
J, Kunstler. Observ. sur le Saumon de Norvege. - — C. r.
ac. Paris, T. 111, p. 695—6. — Vergl. Syst. (Salmo).
Ueber Laemargus bei Helgoland s. Syst. (Squali).
Mitteleuropa. Fr. Heincke. Ber. üb. zwei zur Aufsuchimg
laichreifer Herbstheringe veranstaltete Untersuchungsfahrten in d.
östl. Nordsee. - Mit d. Dampfer Sophie im Aug. und Sept. 89;
auch Bem. üb. andre Fische. Vergl. bei Clupea. — Mitth. Sekt,
f. Küsten- u. Hochsee-Fisch., Jg. 90, p. 5 — 30 u. Karte.
Erwin Schulze. Fauna germania piscium. Verz. der Fische
der Stromgeb. d. [oberen] Donau, Rheines, Ems, Weser, Elbe, Oder,
Pregels, Memel. — Giebt Diagnose, kurze Syn. u. Beschr., Laich-
verhältn., Nahrung, Schmarotzer, Verbreitung (nur innerhalb
Deutschi.) für die 62 Spec; Epltomysi^ (für Salvelini Gthr.), Me-
tallites (Leuciscus s. str.) u. EpitracJiys (Perca s. str.) sbg. nn. Liste
der wichtigeren Litteratur p.7 — 20. - Jahrb. Naturw. Verein Magdeb.
1889, 77 S., Sep.-Abdr.
Derselbe. Ueb. d. geogr. Verbr. der Süsswf. von Mitteleuropa.
— Tabelle ähnl. Siebold's über Verbreitung, auch für Nordsee,
Ostsee, Schwarze M., Ems. Bei der Ems u. den Pomm. Seen fehlen
mehrfach (7 bez. 5) Spec, welche in v. d. Borne (Fischerei-Ver-
hältnisse 1880) u. Metzger (1887) schon sicher von dort angegeben;
Lota Iota von der Nordsee wohl nur Versehen. Allgera. Be-
trachtungen. — Forsch, zur deutschen Landes- und Volkskunde
(Kirchhoff), Bd. V, Heft 2, S. 69—84.
G. Henschel, Praktische Anleitung zur Bestimmung unserer
Süssw. -Fische nebst Verzeichnis der Synonyme etc. Leipzig und
Wien. 12*'. 162 S., 5 Xyl. (zur Terminologie).
Hömberg. Die Fische der Stever. — Liste von 19 -f 3 Spec.
aus dem nördl. Nbfl. der Lippe (Westphalen). — AUg. Fischz. XV
p. 45—46.
Schanderl. Verz. der mi Alzflusse vork. Fischarten. — 27 Spec.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 221
in der Alz u. d. Chiemsee (Südost-ßaiern). — AUg. Fischz. XV
p. 101 u, 135.
F. Zschocke. B. z. K. der Fauna von Gebirgsseen. — 3 Seen
der Ost-Schweiz. Nur Cottus gobio u. Phoxinus laevis erwähnt. —
Zool. Anz. Xm 37-40.
M. V. d. Borne (Berneuchen). Sechs amerikanische Salmoniden
in Europa. — Oncorhynchus quinnat (kaliforn. Lachs); Salmo irideus
(kalif. Regenbogenforelle), Abb.: Salmo fontinalis (Bachsaibling),
Abb. [ein Salvelinus]; S. salar var. (amer. Binnenlachs); Salvelinus
namaycush (amerik. Seeforelle); Coregonus albus (amer. grosse
Maraene). Mit Bemerkungen über Lebensweise, Nutzen etc. (Die
2 Abb. Copien nach Goode). — Nendamm, 38 S. 8".
K. Knauthe. Ueber Barbus petenyi in Schlesien. — In der
Lohe (linker Nebenfluss der Oder). — Zool. Anz. XIII p. 720— 1.
Derselbe. Laichen von Phoxinus, Leucaspius, Cobitis. —
Zool. Gart. XXXI S. 56.
V. Fatio. Faune des vertebres de la Suisse, Vol. V: Histoire
nat. des poissons, 2. Partie, Physostomes (fin), Anacanthiens, Chon-
drosteens, Cyclostomes. Geneve et Bale 1890 8"^. LXXX u. 576 S.,
1 col. u. 3 schwarze Taf. — Der 1. Theil der Fische, s. Ber. 1882;
Nachträge dazu jetzt S. 539 — 545, sowie die Einleitung zum Ganzen
S. I — LXXX. Darin Praehistorisches p. I — III. Im Ganzen jetzt
einheimische Arten 51: Perca, Acerina, Gastrosteus, Cottus und
Gobius (je 1 Spec); Cypriniden 14 Gatt, mit 21 Sp. (s. System.),
3 Cobitidae, 2 Alosa, 8 Coreg., 1 Thym., 2 Salmo, 1 Salvel., 1 Esox,
1 Silurus, 1 Anguilla, 1 Lota, 1 Acip., 3 Petromyzon. Es werden
hierbei 3 südl. Cypriniden nur als Subsp. betrachtet und nicht ge-
zählt. Verth eilung nach den 4 Gewässer-Bezirken u. Grenzgebiete
p. VIII — XV. Aeltere Litteratur. Anatomisches und Terminologie
(XXX— LVIII). Variabilität, Bastarde, Fischerei etc. Das Werk
ist reich an eignen Untersuchungen wie Beobachtungen und ver-
werthet die ganze einschlägige Litteratur. Bestimmungs-, Ver-
breitungs-, Laichtabellen etc. erleichtern die Uebersicht. Vergl. in^
Syst. bei Coregonus, Salmo, Alosa, Cobitis, Petromyzon. (Der erste
Theil (1882) schloss mit den Cypriniden, wobei SpirUnus n. g.). —
Ausz. s. Klunziger, Naturw. Wochenschr. VI No. 51. 1891.
P. P. C. Hoek. The fishes of the Zuiderzee. — 24 Sp. vom
Vf. beobachtet. 6 Süsswf. und 5 Meeresf. gehören eigentlich nicht
zu dieser Fauna, diese in (): (Perca), (Acerina), Cottus sc.,_Gobius min.
u. ruth., (Liparis), Zoarces, Gaster. acul. (u. spin.), (Ammod. tob.),
Pleuron. platessa und flesus, (Solea), Osmerus, (Esox), (Belone),
(Gobio fl.), (Leuc. rut.), (Alb. lue), Clupea har. u. sprattus, Engr.
encr., Anguilla, Petrom. fluv. Biolog. Bemerk, über die ökonomisch
wichtigen Arten, haupts. über den Hering (p. 52 — 76), der hier im
Frühjahr in Brackw. laicht; die Larven wandern bei 100 — 120 mm
Grösse in die Nordsee und kehren meist erst vollwüchsig (von
Sept. an) zurück. Abb. der Larve von Gobius min. (4 mm), Osmerus
222 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
5 u. 15, Cl. har. 7—37, Engraulis 15 mm 1, — Tijdschrift Nederl.
dierk. vereen. (2) III p. 38-80, 2 Karten u. 3 Taf.
Britische Inseln. T. W. Fulton. Kare and uncommon
fishes. — Betrifft schottische Seef.: Carelophus, Caranx trach.,
Motella (3 Sp.), Lumpeniis, Zeugopt., Trachinus draco, Myxine,
Clupea alosa. — 8. Ann. rep. F. B. Scotl. III p. 357—58.
W. And. Smith. Observations on some west-coast fishes. —
Phycis, Pritiurus, Callion., Notidanus, Rhomb. meg., Zeng. unimac,
Conger (pulli), Raja clav., Gadus min. u. morrh., Trach., Blennius.
— Fr. Tr. n. h. soc. Glasgow (2) II p. 100—104.
Browne, Montagii. The Vertebrate Animals of Leicester-
shire and Rntland. Birmingham, 223 S. 4*^.
Hamilton, Edw. The River-side Natiirahst. London 1890, 8^^.
400 S. ^ Dr. Hamilton giebt auch eigne Beob. über englische
Süsswfische, die er als Angler häufig beobachtete. Vergl. Zoologist
(8) XV p. 72 (1891).
A. Günther. Contr. to our kn. of British Pleuronectidae. —
S. Syst. bei Arnogl., Rhombus u. Solea. — Pr. z. soc. 1890, p. 40
bis 44, Tf. HI.
J. T. Cunningham, On secondary sexual Charakters in the
g. Arnoglossus. — Pr. zool. soc, 1890, p. 540 — 46, 1 XyL — A.
lophotes ist 3 zu A. laterna. Ein 2. Expl. von A. grohmanni bei
England (Plymouth).
Vergl. auch: Fulton über Engraulis, bei System. (CIujd.). —
Liparis vulg. neu f. Irland, s. Syst. (Discoboli).
Frankreich. A. Giard. Le Laboratoire de Wimereux en
1889 (Rech. faun. ) Poissons". Clupea harengus blieb den Winter
und Frühling am Ufer; Nahrung, beisst auf Wollen fäden an. Capros
aper häufiger. Pleuronectes regius Buch., 1 Expl. bei Portel. ■ — •
Bull, scient. (Giard) Vol. 22, p. 86—87, auch Sep.-Abdr.
A. F. Marion et Guitel. Dispersion du Salmo quinnat sur
les cotes mediterraneennes. — 1 Expl. bei Banyul-sur-Mer. — C. r.
Vol. 110, p. 1311.
P. Gourret. Nouv. contrib. ä la faune pelagique du Golfe
de Marseille. — Ausser 4 schon 1884 als pelagisch bezeichneten
Spec. (Dactylopt., Syngn. phlegon, Trachinus draco u. Sphyr. spet)
jetzt noch 51 Spec. genannt: 4 Haie, Orthagor., Balistes, Naucr.,
Schedoph., Astrodermus, Coryph., 2 Echeneis, Lepidopus, Ti'achypt.
spinolae (col. Abb.) u. falx, Ammod sie, 2 Exoc, Belone, 2 Scomber,
3 Thynnus, Trachurus, Alosa sard., Engraulis, Mel. phaler., Labrax,
Brama, 3 Sargus, Charax, 2 Box, Obl., Pagell., Chrys aur., Canth.,
Maena, Smaris, 4 Mugil, Mur. helena, Bl. pavo, Gob. capito, 2 Athe-
rina. Oft, z. B. bei Unwetter, w^urden mehrere Sp. in tieferen
Schichten constatirt (18 — 80 m). Im allgemeinen ist die pel. F. von
Mars. arm. — Arch. d. Biol. (van Ben. u. Bam.) X p. 312—321.
Südeuropa. Mittelmeer. D. Vinciguerra. Guida del museo
in der Iclitliyologie während des Jahres 1890. 223
di zoologia imivers. Roma. Fauna locale, Provincia di Roma.
Parte 3: Pesci. — Aufzählung sämmtlicher Meeres- u. Süsswf. der
Provinz Rom, mit einheim. Namen, Ökonom. Notizen etc. Es werden
als zum Gebiet gehörig gerechnet: 24 Squali, 21 Rajae, 1 Chimaera,
1 Acip., 17 Percidae, 2 Mull., 16 Spar., 4 Scorp., 3 Sciaen., 7 Carang.,
1 Zeus, 2 Stromat., 1 Coryph., 3 Scombr., 4 Trach., 2 Pedic, 7 Cott.,
2 Cataphr., 8 Gob., 1 Cepola, 3 Blennius, 1 Sp\vr., 4 Äther., G Mug..
2 Gastrost., 1 Centr., 1 Heliastes, 9 Labr., 8 Gad., 1 Ophid., 2 Macr.,
3 Pleur., 5 Scop., 7 Cjpr., 1 Cobit., 1 Cyprinodon, 3 Scombres., 1 Esox,
1 Ghaul., 1 Stom., 2 Salm., 3 Clup., 7 Mur., 4 Lophobr., 1 Balistes,
1 Orthag., 2 Petromvzon; Zus. 216 Spec. — Bollettino des mus. di
zool. univ. Roma, Vol. I (1890), Disp. 11-12, 39 S. 8''. Erschien
1889 in: Lo SpaÜanzani, anno 18, fasc. 11, 12.
Ed. Graeffe. Uebers. d. Seethierfauna des Golfes v. Triest
nebst Not. üb. A^orkommen, Lebensweise, Erscheinungs- u. Fort-
pflanzungszeit der einzelnen Arten. IV Pisces. Arb. zool. Inst.
Wien, VII Hft. 3. p. 445 u. ff., 1 Tfl.
Vergl. auch: Perugia, Gobius faUax bei Syst. (Gobiidae), ferner
über Parasilurus bei Siluridae.
R. Collett. Diagnoses de poiss. nouv., prov. des camp, de
l'Hirondelle ; V: Descr. de 2 esi). n. du g. Onus R. — Azoren bez.
G. de Gascogne (s. Syst., Gadidae). — Bull. soc. zool. XV p, 105
bis 9 u. 234.
R. Collett. Diagnoses de poiss. rapj^ortes de Madere par le
prince de Monaco. — 9 Spec, worunter der bis jetzt nur vom pacif.
M. bek. Chlamydoselachus ang. (Spinax pus., Scymnos 1., Gobius
pag., Blenn. sang., Beione bei., Macrurus coel., Chauliodus, Alepi-
dosaurus). — Ebd. 218—224.
J. Y. Johnson. On some n. sp. of fishes from Madeira. —
1 Anthias, 3 Scopelus, 1 Gonostoma; s, Syst. — Pr. zool. soc. 1890,
p. 452—9.
Osteuropa. Richters, Russland u, Schwarzes M., s. oben
Litteratur.
Afrika. D. Vinci guerra. Appunti int. ad alcune collez.
ittiologiche perv. al Museo zool. Roma. — I. Pesci della costa
occidentale del Sahara. Von Stassano gesammelt 27 Spec, wozu
einige Notizen (3 Seiten). — IL Pesci de las Pahnas (Gr. Canaria).
37 Sp., von denen nur 4 auch an der Saharaküste gesammelt
wurden; die Canaren haben schon weit mehr subtropischen Charakter;
Beione choram neu f. d. Canaren (4 Pereid., Diagr., Dentex, Priac,
AIullus, Canth., Box, Obl , 2 Sargus, 2 Pagrus, Pagell., xScorp., Umbr.,
Caranx, Scomber, Trigla, Sphyr., Glyphid., Heli., Centrolabr., Ti'ochoc,
Julis, Coris, Scar., Phycis, Beione, Exoc, 2 Clup., Tetrodon, Raja);
17 Seiten. ■ — III. Pesci di Zanzibar. 31 Spec. von der Zanzibar-Küste.
Auch hier (wie bei II) mehrfache krit. Bern.; 6 S. Lo Spallanzani,
XXA^ni, Fasc p. 10—12.
D. Vinciguerra. Pesci raccolte dal dott. Stassano presso la
224 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistimgen
coste occidentale del Sahara. — ■ Von den 22 aufgeführten Sp. sind
nur 4 dem Mittehneer fremd: Serranus goreensis, Dentex canar.
PageUus canar. und Cybium macul. Uebersicht der früheren Litteratur,
wobei Originalnotiz von Bellotti über 20 weitere Sp. von der Bank
von Arguin. Vergl. unter Syst. bei Labrax, Serr, (5 Sp.), Dia-
gramma, Dentex (2), Cantharus, Pagras (3), Pagellus, Sciaena, Cor-
vina, Caranx, Lichia, Temnodon, PeLamys, Cyb., Echeneis. —
Annali di agricoltura, Roma, 1890, Nr. 172, p. 61—103. Vergl.
auch Stassano unter Fischerei, der noch weitere Gattungen erwähnt
(Thynnus, Scomber, Muraena, Acanthias, Mustelus),
Vergl. Antennarius im Sargasso-Meer bei Syst.
J. Büttikofer. Reisebilder aus Liberia. Bd. II. Fische p. 447
bis 453. Biolog. Bemerk, über Malapterurus^ OpLioceph., Polypt.,
Periophth., Dentex marocc, Fistularia, Tetrodon, Carcharias, Pristis,
Trygon; Liste der 82 bek. Sp. p. 479 — 480, nach den Arbeiten von
Schlegel 1881, Hubrecht 81, Steindachner 1893 (p. 470).
G. A. Boulenger. Descr. n. sp, of Mormyrus. — Gaboon. —
Ann. Mg. (6) VI p. 193.
A. Günther. Descr. n. sp. Deep-Sea fish from the Cape (Lo-
photes fiski). Proc. zool. soc. 1890, p. 244—7, Tf. XIX, XX. —
S. Syst. (Lophotidae).
Asien. S. Herzenstein. Ichthyolog. Bem. aus. d. Zool. Mus.
der Kais. Ak. d. Wiss. [Petersb.], I (gelesen 29/5. 90, ersch. Sept.
90). 5 Sp. n. (2 Cottidae), 2 Sbg. n.: Cheiragoim-'i (Gataphr.) u.
Dmof/i/nelli/s (Blenniidae). Nördl. Japan u. Sibirien. — Desgl. II
(11/9. bez. Oct. 90). 2 n. sp. Pleuronectes u. 1 n. Hippoglossus
A^on Noi'dost-Asien: 1 Alburnus, Malyi-Usen, 1 Nemachilus n. sp. Tur-
kestan. — Mel. biol. Bull. acad. sei. Petersb. XIII p. 113—126 u.
127—141, 1 Abb.
G. Radde, A. Walter u. A. Konschin. Wissensch. Er-
gebnisse der Expedition (Radde, Walter u. Konschin) 1886 nach
Transkaspien, Bd. I Zoologie, mit 1 Karte u. 8 Tfl., Tiflis 1890.
Liefer. 4. — Die Fische, Vorl. Bericht von Herzenstein: Leuc.
rut., Capoeta Steindachneri, Schizoth. n. sp. u. intermedius, Ne-
machdus longicauda u. einige caspische Gobius.
G. A. Boulenger. Descr. of 2 new Cyprinodontoid fislies. —
Cyprinodon danfordi, Kleinasien (u. Haploch. harti, Westindien). —
Ann. Mag. (6) VI 169.
E. Thurston. Notes on the Pearl and Chank Fisheries and
marine fauna of the Gulf of Manaar. Madras (Gov. Museum) 1890,
8°. — Pisces p. 89^ — 95. Liste (fast nur Namen) von: 10 Selach.,
24 Pereid., 6 Sqp., 2 Mullid., 4 Spar., 2 Teuth., je 1 Pterois, Holo-
centrum, Pemph. , Sciaena, 3 Acronur., 9 Carangidae, 2 Echeneis,
1 Sillago, 4 Gobiidae, 1 Salar., 3 Mugil, 1 Amphisile 6 Pomacentr.,
4 Lahr., 2 Pleuron., 1 Arius, 1 Saurida, 1 Hemirh., 1 Pellona, 2 Mu-
raena, 1 Syngn., 6 Sclerod., 6 Gymnod. ; Abb. eines Leptocephalus
ohne Beschr. Alle im Juh u. Aug. gesammelt.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 225
A. Alcock. Nat. hist. notes from „Investigator", Nr. 16: On
the bathybial fishes coli, in the Bay of Bengal 1889/90. — An
5 Stationen der Ostküste Vorderindiens 15 "^ 14' — 18*^ 30' N. zwischen
98 u. 1310 Fd. Tiefe wurden erbeutet 24 Fisch arten der Farn.:
Percidae (3, Centropr. n. sp.), Beryc. 1, Carang. (n. g. Bat]iyseriola\
Trach. {Ponerodon, Uranosc. 1 n.), Pedicul. {Paroneirodes), Gott. 1,
Gobi. 2 n. ; Ophid. (3 n., Taured ophldiuni)^ Macrur. 1 n., Pleuron. 2;
Scopel. 3 (2 n.), Stomiat. (Thaumastmnias), Sternopt. 2. — Ann.
Mag. (6) VI p. 197—222.
Dasselbe Nr. 18: On bathybial f. of the Arabian Sea, season
89/90. — Zwischen den Laccadiven u. der Westküste Indiens bei
IP 12' u. 15 0 N. in 1000 bez. 740 Fd. 15 Spec. Die Fische hier
grösser als an der Ostküste. Zur Farn. Ophidiidae 4 Spec. {Monomi-
topus u. Dermatorus nn. gg.), Macrur. 3 (2 n. sp.), Scopel. 1 (Scopel-
engys), Alepoceph. 4 (Narcetes, Aulastomatomorpha, 3 n. sp.), Halo-
saur. 2 (1 n.), Muraen. 1 {Promyllantor). — Ann. Mg. VI p. 295 — 311.
Dasselbe. Nr. 20: On some undescribed shore-fishes from
the Bay of Bengal. — I. Südöstl. von Ceylon auf steinigem Grund
wurden hpts. Fleuronectiden gefischt. IL Bei den Andamanen nur
mit Quasten, wenig Fische. III. Golf von Martaban, Fauna indischer
Delta's. IV Ganjam-Küste. Hier 3 Zonen. a) Flaches Meer bis
14 Fd. b) 20 — 40 Fd. mit nur wenigen Sp. des flachen W. (Pset-
todes, Pseudorh. jav., Gynogl. oligol., Synapt. quagga), dafür Ura-
nosc. cogn., Platyc. asper oder spin., Brachypleura xanth., Arnogl.
macrol., Laeops günth., auch schon Champsodon u. Lophius ind.
(V^ärme 3« F. unter Oberflächen w.). c) 70— 100 Fd., Fische zahl-
reicher u. mannigfacher als in Zone b. Nur noch Halieutaea stell,
von Küstenfischen übrig; die Fauna schon ausgesprochen bathybisch
(W. 15 0 F. unter Obflw.); die betreff. Spec. daher bei den Tief-
seefischen in den früheren Public, behandelt. 14 Neue Formen
beschr. : Minous 1 n. sp., Lepidotrigla 1 n. var., Trichonotidae 1 n.
sp., Gobiidae (Amblyopus), Ophid. (Dinemat.), Pleur. (Arnogl. 1,
Rhomboid. 1, Psettyllis 2, Laeops 1, Solea 1, Synapt. 1, Gyn. 2 n. sp.).
D. Vinciguerra. Viaggio di L. Fea in Birmania e regione
vicine. XXI Y Pesci. — Gesammelt wurde zwischen d. 16 ^ u.
24' g^N. Br., auch in Rangoon (von hier 44 Spec. ausschliesslich).
Litteratur der Ichthyologie Barma's, Vertheilung der Fam. nach dem
Salzgehalt der Gewässer, Seite (151). Beziehung der Süssw.-Fauna-
Barma's zu den benachbarten Faunen, S. (149). Die 161 Sp. ver-
theilen sich über die Fam., wie folgt: 2 Selachii, 4Perc., 2 Squamip.,
3 Nand., 3 Polynem., 2 Sciaen., 1 Trichiur., 2 Garang., 1 Strom.,
1 Sillago, 1 Batrachus, 6 Gob., 4 Mastac, 3 Mug., 4 Ophioc, 2 Labyr.,
4 Pleuron., 40 (6 n.) Siluridae, 42 (5 n., Scaphiodo?iichthi/s n. g.)
Gyprin., 3 Homalopt. {IJek/ia n. g., n. sp.), 12 Acanthopsidae,
2 Scombresoc, 8 Glup., 1 Notopt., 2 Symbranch., 1 Mur., 5 Gym-
nodontes. Fast bei allen Arten kritische oder sonstige Bemerkungen.
— Ann. mus. civ.Genova(2) IX, p. 129—362 Tf. VH— XI, 1 Karte, Xyl.
G. A. Boulenger. List of the Rept., Batr., and Freshwater
Arch. f. Naturgescb. Jahrg. 1893. Bd.H. H.l. 15
226 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Fishes coli, by Prof. Moesch and Mr. Iversen in the distr. of Deli,
Sumatra. — 54 Sp., wobei 1 n, sp. (Liocassis) beschr., sonst ohne
Bemerk. — Pr. zool. soc, 1890, p. 31, Pisces 38-40.
A. G. Vorderman. Ber. üb. e. Reise nach der Wijnkoopersbay
im Juni 85. — Einige Bem. über Fische, einheim. Namen p. 280,
286. Diodon tigrinus wird als giftig betrachtet. Fischfang mit
Gift (p. 288) (toebah). — Natuurk. Tijdschr. voor Nederl. - Indie.
Deel 49, p. 225—98.
Vergl. auch: Lepidoglanis bei Systematik (Siluridae), ferner
Richters (Sibirien und Japan) oben bei Litteratur.
Australien. L. Vaillant. Coli, de poiss. rec. ä l'Ile Thursday
(detroit de Torres) par Lix. — 13 Sp.: Epinephelus (crapao? und
hexagonatus?), Myriodon waig., Chelmo rostr. juv., (mit Holacanthus
Stachel, s. bei Jugendformen), Batrachus diemensis, Trichiurus
haumela, Gobius bynoensis, ornatus, Congrogadus subd., Dinema-
tichthys iluocoeteoides, Cnidoglanis microceps, Choeroichthys brachy-
soma, Tetraodon immac. var. virg., Hemiscyllium ocell. — Bull,
soc. phüom. (8) III, p. 8—11 (8. Nov. 90).
J. Douglas Ogilby. Rep. zool. coli, from British New-Guinea.
— Die zm^ Bestimmung wenig geeigneten Expl. gehören zu Eleotris
(poroceph.? u. 1 andere Sp.), Salarias, Plotosus (canius?), Syngnathus
cf. spicifer. — Rec. Austral. Mus. Vol. I, p. 101.
J. Douglas Ogilby. Rep. on a zool. collection from the
Solomon Isl. ; Pisces. — Nur Namen von 6 Sp. : Chaetodon vitt.,
Gobiodon riv., Ämphisile strig., Hehastes lep., Fierasfer homii,
Ophichthys col. — Records Australian Mus. [Sidney], Vol. I, p. 7.
A. H. S. Lucas. A Systematik census of indigenous fish,
hitherto recorded from Victorian waters. — 233 Spec, anscheinend
alle schon in der frühern Litteratur (Macleay Catal.; M'Coy, Prod.;
Günth., Cat.) enthalten. — Pr. roy. soc. Victoria (2) II p. 15 — 47.
A. H. S. Lucas. On some add. to the fish fauna of Victoria.
— Ostracion (Arac.) lentic, Phillip Isl. ; Chilobranchus rufus Macl.,
Simons Channel, Limbrurnes Ch., Portpinnace Gh., Capel Sound;
Sticharium dorsale, Laverton Bay. — Ebd. p. 63.
Vergl. auch: Tetrodon antarct. bei Syst. (Gymnod.).
Amerika. D. St. Jordan u. C. H. Eigenmann. A review
of the gen. and sp. of Serranidae of America and Europe. —
34 Gatt, mit 125 Arten, wofür Schlüssel, Synonymie, Verbreitung.
Die Abb. sind Copieen nach Goode, Fisheries. Die südamer. Spec.
von Jordan bearbeitet. Gilhertia n. g., Garrupa u. Serranellus nn.
subg., Serranus n. sp., Mycteroperca n. var., Latinae n. subf. —
S.-A. aus: Bull. U. S. Fish Comm., Vol. VIII (for 88), p. 329— 433,
Tf. 60—69. 1890.
Nordamerika. J. A. Ryder. The sturgeons and sturgeon
Industries of the eastern coast of the U. S., with an account of
ex[jeriments bearing upon sturgeon culture. - Nur Acipenser
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 227
sturio ausfülirlicli behandelt; vom seltneren A. brevirostris nur
Unterscb. gg. sturio. Hautschilder, Flossen, Baucheingeweide, Seiten-
linie, Lymphorgane, Entwicklung, Biologie p. 234 — 265. Bez. der
Entw. nur Fig. 1 — 4 und 18 Oz'iginal; die copirten Fig. von Ac.
ruthenus. Praktische Resultate vorläufig nicht erhalten; Haupt-
schwierigkeit die PilzM^ucherung an den Bruteiern. Diese aus auf-
geschnittenen reifen Expl. zu nehmen u. künstl. zu befruchten. Am
6. Tage ausschlüpfend (Fig. 18), 11,5 mm 1. Vergl. Systematik.
— Bull. U. S. Fish Comm. VHI, p. 231—328, Tf. 37— 59.
D. S. Jordan. Notes on f. of the g. Agosia, Algansea and
Zophendum (Synonymie, vergl. Syst., Cyprinidae). — Fr. nat. mus.
Xm p. 287—88.
Ch. H. Bollmann [f 1889]. Rep. upon the fishes of Kalamazoo,
Calhoun, and Antrim Counties, Michigan. — Die Gleichmässigkeit
der Gewässer und die nördliche Lage des Staates wirken zusammen
zur Minderung der Specieszahl, welche nur 53 Fische umfasst.
Verbreitung im Gebiet, Goregonus n. subsp. ; sonst nur wenige kurze
Bemerk, zur Liste. — Bull. Fish. C. VHI, p. 219—225.
D. St. Jordan. Report of explor. 1888 in the Alleghany
region of Virginia, N.-Carolina and Tennessee and in W.-Indiana
with an account of the fishes found in each of the river basins. —
Listen über die Fauna von 20 Gewässern, wobei zahlreiche Bern,
über Biologie, Artunterschiede, Lebensfärbung, Oekonomisches etc.
Die 14 n. sp. der Expedition bereits früher beschr., Proc. N.Mus. XI
(s. Ber. 89 p. 234), woher auch die 3 Taf. reproducirt. Die Ueber-
bleibsel einer frühern Fauna sind in dem ruhigeren Wasser der
Ebene zu finden: Amia, Lepidosteus, Umbra, Esox, Chologaster,
Aphredoderus, Jordanella, Elassoma, Acantharchus, Pomoxis, Enne-
acanthus, Mesogonistius, Percopsis. Die Gebirgsfische sind jüngeren
Ursprungs, zumal Notropis u. Etheostoma (p. 168). — Bull, Fish
Comm. Vm, p. 97—173, Tf. 13—15.
H. G arm an. Prel. report on the animals of the Mississippi,
Bottoms near Quincy, 111. in Aug. 88. Pt. L — Bern, über Häufigkeit
u. Vorkommen, Fische p. 134 — 148. Fam. Sciaen. : Aplod. grunn.;
F. Serran.: 1 Morone, 1 Roccus; F. Perc. : 1 Stiz., 1 Perca, 5 Etheost.;
Centr. : 2 Micropt., 3 Lepomis, 2 Pomox., 1 Chaenobr. ; Esoc. : 2 Esox;
Äther.: ILabid. ; Cyprinod.: 1 Zygon.; Clup.: IDoros. , 1 Clup.
chrysochl.; 11 Cypr. : Notem., Hyb., Phen., 4 Notr., CUola, Pim.,
Hyb., Cypr. carpio; Catast. : 2 Mox., 1 Cat., 4 Ictiob.; Silur.: Notur.,
Leptops, 3 Amiur., letal.; 1 Amia; 2Lepidost. ; 1 Polyodon; Petromyz.
cast. — Bull. Illin. Labor. Nat. Hist., Champaign 111. 1889, p. 123—84.
L. M. Mo Cormick. List of fishes of Lorain Co., Ohio. —
Journ. Gin. soc. nat. hist. XII p. 127 (Liste von 28 Spec).
J. A. Henshall. Some obs. on Ohio fishes. — Journ. Cin.
Soc. n. h. XII, p. 114 (Cit. nach Am. nat. XXIV p. 538), 1889?
C. H. Gilbert. 4. Series of notes on the f. of Kansas. —
Aufzählung der Arten. — Bull. Washburn Coli. 11 p. 38 (cf. Am.
Nat. XXIV p.538). 1889?
15*
228 F- Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
D. S. Jordan. A reconnoissance of the streams and lakes of
the Yellow-Stone National Park, Wyoming. — 7 — 8000 Fuss hoch
in subarktischem Klima, mit heissen Quellen, in denen bei 85*^ F.
Leuciscus atrarius und bei 88 ^ Catostomus griseus leben, Salmo
mykiss bei 75**. Im ganzen sehr fischarm und nur 10 Spec: Cat.
gris., C. ardens; Rhinichthvs dulcis, Agosia nubila, Leuciscus atr.,
L. hydrophlox, Thymallus signifer, Coreg. williamsoni var. cismont.,
S. mvk. ; Cottus bairdi var. punctul. Krit, Bemerk, und Abb. aller
10 Spec. — Bull, fish comm. IX (for 89) p. 41— 65, Taf. 6-22;
als Sep.-Abdr. 1890 datirt.
Ch. H. Gilbert. N. on fishes from the lowlands of Georgia,
with descr. of a n. sp. (Opsopoeodus). ~ 31 Spec. gesammelt von
Bollmann (f 1889). Bem. über Verbreitung; mehrfach Species ein-
gezogen (Amiurus, Zygonectes, Chologaster), Variabilität bei Ethe-
ostoma. — Bull. F. C. VIII, p. 225—29.
Ch. A. Gilbert. Sei. res. explor. „Albatross" XII: Prelim. rep.
fishes coli, by the steamer Alb. on the pacific coast of N.-Am. 1889,
with descr. of 12 n. gen. and 92 n. sp. — Erforscht wurde das
Meer bei Oregon und Washington, bei Californien südl. von Point
Conception (35" N.), der Golf v. Californien und die Westküste von
üntercal., die Revillagigedo-Ins. (Clarion, Socorro, S. Bened.). Die
Fundorte meist nur durch die No. der P'ang- Station angedeutet,
daher nur nach obigen 4 Regionen referirbar. Auch eine Anzahl
Tiefseeformen hierbei. Percidae (2 Sp.), Squam. (1), Beryc. (2),
Scorp. (10), Sciaen. (2), Trachin. (4, (jiUelli/s) , Bathymaster (1),
Cott. (6, n. g. Raduli?it(s)^ Cataphr. (4, Bathyagonus u. Xenochirus),
Discob. (2), Gob. (3), Blenn. (4, Cryptotrema, Plectohranchus^ Lucio-
blennnis), Gobiesoc. (5), Lahr. (8, Calotomus)^ Pomac. (1), Lyc. (5,
Aprodon, Li/codapm), Ophid. (5), Brot. (2), Gad. (2), Macr. (3),
Pleur. (7, Lioglossinu)^ Scopel. (4), Stom. (1), Sahn. (3, Leuro-
glossus)^ Clup. (1), Scombres. (1), Alepoc. (1), Mur. (2), Sclerod. (1).
— Pr. nat. mus. XIII p. 49—126.
T. H. Bean. Sc. res. expl. „Alb." XI: New fishes coU. of the
coast of Alaska and the adjacent region southward. — 17 n. sp.
(4 n. g.): Fam. Macrur. (1), Gad. (1), Lycod, (4, n. g. Bothrocara)^
Blenn. (1, Porodinus), Discob. (1), Cott. (6, Dasycottus^ Malacocottus),
Scorp. (1), Chauliod. (1), Muraen. (1). Aus 69—1569 Fd. Tiefe. —
Pr. n. m. XIII p. 37—45.
T. H. Bean. Scient. res. explor. „Albatross" VIII: Descr. of
a new Cottoid fish from British Columbia. — Syiichirus s. System.
— Pr. nat. mus. XII p. 641—42. Abdr.: Ann. Mg. VI p. 118.
D. S. Jordan and B. W. Evermann. Descr. of the yellow-
finned trout of Twin Lakes, Colorado. — Pr. n. mus. XII p. 453 — 4.
Siehe Syst. (Salmo mykiss sbsp. n.).
Jordan u. Evermann. Descr. 1 n. sp. from Tippecanoe R.,
Indiana. — Pr. n. m. XIII p. 3 — 4, Xyl. (Etheostoma).
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 229
Ch. H. Gilbert. N. the on occurr. of Gilliclithys y-cauda at
San Diego, Cal. — Pr. n. miis. XII 363, Siehe Gobüdae.
C. H. Eigenmann. Devel. of Micrometrus aggregatus. Amer.
natur. XXIII p. 923 1890.
Derselbe. Developm. of Calif. Food-Fishes. Ebd. p. 107
(1889). Micrometrus, Clupea, Atherinops.
Derselbe. On the genus Clevelandia. — Mit Unrecht ein-
gezogen; vergl. Gobüdae. — Amer, Natur. XXIII p. 916 — 8,
Vergleiche bei Systematik: Balistes vetula weit nördlich,
Garman; Synchirus (Cottidae); Amphioxus bei Florida.
Centralamerika. T. H. Bean. Not, on fish. coli, at Cozumel,
Yucatan, by the U. S. Fish C, with descr. of n. sp. — Von den
60 bei der Insel gesammelten Sp. ca. 40 auch bei Florida; die
Fauna wesentlich westindisch. Kurze Bern, über die meisten der
Arten, 3 n. sp. (Scarus, Xyrichthys). Bull. F. C. VEI p. 193—206,
Tf. 28, 29.
D, S. Jordan and Ch. H. Bollman. Descr. of n. sp. of
fishes coli, at the Galapagos Jsl. and along the coast of the U. S.
of Colombia 1887—88. — Unter den 31 n. sp. 4 n, g. Am Schluss
e. vollst. Liste der auf der Exp. erbeuteten Fische (148 Sp.). Die
n. Formen vergl. unter System, bei Percidae (4, n. g. Xenocys),
Scorp. (1), Sciaen. (2), Scombr. (1 Stromateus), Trach. (1), Batr.
(1), Gott. (3), Gobüdae (1, n. g, Bollmcmia)^ Blenn. (1, n. g. Runula\
Äther. (1), Gad. (1), Ophid. (2), Pleuron. (4, n. g. Engyophris\
Scopel. (2), Mur. (3), Rajae (3). — Pr. nat. mus. XII p. IJ 9—183.
(Publ. des S.-Abdr. nach p. VIII am 5. 2. 90, bei der Red. d. Arch,
f. N. aber schon 20. 12. 89 eing.),
D, S. Jordan. Sei. res. explor. „Albatross" IX: Catalogue
of fishes coli, at Port Castries, St. Lucia, by the st. Albatross,
Nov. 88. — Liste der 87 ges. Spec. (westindisch), vergl, bei System,
unter Harengula, Syngnathus, Sciaenidae (Corvula n. sp.), Gerres.
— Pr. nat. mus. XII p. 645—652,
Ch. H. Gilbert. Descr. n. sp, of Etheostoma (E. micr.) from
Chihuahua. — Pr. n. m. XIII p. 289-290 (Siehe Percidae),
Boulenger, Haplochiton vergl, oben bei Asien,
Südamerika. G. A. Boulenger. Pisces in: Notes zoology
of Fernando Noronha. — 20 Spec. aufgezählt (Julis n. sp. beschr,).
— J. Linn. soc. Lond. XX, p. 483.
C. H. and R. Sm. Eigenmann. A Revision of the South
American Nematognathi or cat-fishes. — Vergl. Ber. 1888 p. 331
und 1889 p. 307, wo über die vorläufige Publication referirt wurde;
desgl. in der System. (Siluridae) dieses Jahrg. Dort wurden be-
reits die wichtigeren Abweichungen der definitiven Publ. eingefügt.
Die Beschreibungen der Gatt. u. Sp. sind meist ausführlich und
werden durch 57 Textfig. erläutert. Durchgehends sind Bestimmungs-
schlüssel vorhanden. Eme Liste der centralamer. u, mexik, Wels-
230 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
arten (1 Amiurus, 1 letal,, 15 Rhamdella) p. 475. Bibliographie
der südamer. Süsswasserfische p. 476 — 485. Die Zahl der südam
Welsspecies beträgt 467. (Neu in dieser Publ. nur 1 Var. von Ple-
costoma.) Occasional Papers Calif. Acad. of sei. I. 508 S., 1 Karte. 8*^
G. A. Boulenger. Descr. of two new Sp. of the Siluroid g
Arges. Pr. zool. soe. 1890, p. 450—2, Tf. 41. — S. Systematik
S. Garman. On the spec. of the g. Chalcinus in the mus
eomp. Z. at Cambridge Mass. — Bull. Essex Inst. Vol. XXII p. 1 — 7
— Vergl. Syst. (Characinidae).
Derselbe. On species of Gaste ropelecus. Ebd. p. 8 — 10. —
Cf. Charac.
Derselbe. On sp. of Cynopotamus. Ebd. p. 11 — 14. — Cf.
Charae.
Derselbe. On the sp. of the g. Anostomus. Ebd. 15—23. —
Cf. Charac. Das Material für diese 4 Arbeiten stammt meist noch
aus der Thayer-Exp.
Derselbe. On a g. and sp. of the Characines (Henochilus
wheatlandii n. g., n. sp.). Ebd. 59 — 52, Tf. I.
E. L. Holmberg. Nombres vulgares de Peces Argentinos: —
Vf. führt 45 Namen von Fischen Argentiniens alphabetisch auf, mit
Angabe der wissensch. systemat. Bezeichnung, haupts. Süsswf., auch
sonstige Bern. Aristommata (bei Loricaria) g. n. u. Prochilodus
n. sp. — Ursprünglich publ. in: La Educacion (Dr. Zubiaur), Juli 88;
abgedruckt in: Revista del Jardin Zoologico de Buenos Aires, tomo
I p. 85 — 96, desgl. in Revista soc, geogr. Argentina (t. VI).
Antarktisch. G. Pfeffer. Die niedere Thierwelt des ant-
arktischen Ufergebietes. Sep.-Abdr. aus: Ergebn. deutsch. Polar-
Exped., Allgem. Theil., Bd. II, 17. 120 Seiten 8». — Allgemeines
S. 1 — 12, Char. der Fischfauna 12—14, die einzelnen Fischformen
36—38. Ueber die theor. Betracht, vergl. Ber. über Carcinologie
1890, p. 371. Es kommen 50 Gatt, mit 90 Spec. in Betracht.
Anhang.
Systematische Arbeiten ohne faunistische Begrenzung.
Cope. Synopsis of families of Vertebrata (Am. Nat. XXIII),
.sam Anfang der Systematik.
Th. Gill. The osteological caraeteristies of the fam. Anguillidae.
— Diagnose u. Synonymie. Vergl. bei Syst. — Pr. nat. mus. Wash.,
Xin p. 157-60.
Derselbe. Ost. char. fam. Synaphobranchidae. — Vergl. Syst.
(Muraen.). — Ebd. p. 161—4.
Derselbe. Ost. char. fam. Muraenidae. — Kritik Cope's.
Vergl. Syst. — Ebd. p. 165—70.
Derselbe. Ost. char. fam. Mureenesoeidae. — Congresox n. g.
— Ebd. p. 231 4.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 231
Derselbe. Ost. char. fam. Simenchelyidae. — Ebd. p. 239 — 242.
S. Muraenidae.
Derselbe. Ost char. of the fam. Amphipnoidae. — Ebd. p. 299
bis 302 (S. Symbranchidae).
Derselbe. The characteristics of the Dactylopteroidea. (Osteol.
u. Syst.) Ebd. p. 243—8, Taf. 19. — S. bei Cataphracti. — Alle
diese Mitth. Gill's sind wesentlich systematisch mit besonderer Be-
rücksichtigung des Kopfskeletts u. bei den Apoda des Branchialsk.
Th. Gill. The Halosauroid fishes typical of o special order. —
Amer. Naturalist, XXIII p, 1015 — 6 (Vergl. Halosauridae).
Derselbe. The Notocanthid fishes as representatives of a
peculiar order. — Ebd. p. 1016 — 7 (S. Notacanthidae).
F. Hilgendorf. Ichthyologische JVIittheilungen betreffend Petro-
myzon, Cepola, Salarias, Leucopsarion u. Silurus. — Vergl. bei
System. (Leucops. bei Gadidae). — Sitzb. Ges. natf. Fr., Jg. 1890
p. 12—18.
Vergl. ferner bei Cyclopterus, Systematik (Discoboli); Gill,
Trachypteridae, s. Syst.; Jaekel, Pristiophorus. s. Squah.
Die fossilen Fische siehe am Schluss des Berichts.
Systematik.
Vorbemerkimg. Die nachstehend referirten Arbeiten sind sämmtlich im
Vorhergehenden (meist unter „Faunen") schon aufgeführt n. dort ausführlicher citirt
Die Namen der neuen Gattungen und Arten sind cursiv gedruckt.
Allgemeines. Stammbaum der Fische vergl. Beard, S. 212. — lieber
das Herz der F., Rose, S. 187. — Pterichthys ist ein Wii'belthier (Fisch),
Woodward (s. hinten, fossile F.).
E. D. (Jope. Synopsis of the families of Vertebrata. Amer. natiu'alist
XXIII p. 849—877. — Von den 4 Superclassen (Hemichorda [Balanoglossidae],
Uroch. [Tunic], Cephaloch. u. Craniata) nur die 3. u. 4. hier zu besprechen.
Die Cephalochorda enthalten lediglich die 1. Classe: Acrania mit der einz. Ordn.
Leptocardii u. einz. Fam. Branchiostomatidae. Die Craniata haben 5 Classen:
Agnatha, Pisces, Batrachia, Monocondylia, Mammalia, wovon die 1. u. 2. hierher-
gehörig. Alle Abtheilungen bis zu den Superfamilien abwärts werden in 2 bis
3 Zeilen (nach osteol. Char.) in Schlüsselform diagnosticirt, die zugehörigen Fam,
nur mit Namen aufgeführt.
Agnatha: Sbcl. Ostracoderma (Knochenschild u. seitl. beinartige Anhänge)
2 Ordn.
Arrhina (Fam. Pteraspididae u. Cephalasp.).
Diplorhina (Fam. Mycteropidae, viell. auch Pterichthyidae).
Subcl. Marsipobranchii.
Hyperotreti (F. Myxinidae u. Bdellost.).
Hyperoartia (F. Petromyzontidae).
Die Pisces zerfallen in 4 Sbcl., wovon die 1. u. 2. ohne, die 3. u. 4. mit
Suspensorium für die Mandibel: Holocephali, Dipnoi, Elasmobr., Teleostomi.
232 F. Hilgendorf n. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Die Holocephali mit nur 1 Ordn.: Chimeroidei u. 1 Fom. (Chimaeridae).
Die Dipnoi mit 1 Ordn.: Sirenoidei u. 3 Fam. (Dipteridae, Ceratod., Lepidosir.).
Die Elasmobranchii mit 2 0rd.: Ichthyotomi (2 Farn.: Xenacanth. und
Cladodontidae) u. Selachii (mit 11 Farn, der Squali u. 5 der Rajae: Psammo-
dontidae, Petalodont., Cochliodont., Cestrac, Spinae, Notidan., Laran., Carch.,
Squat., Rhinobat., Pristiopli.; Pristidae, Squfitinoraj., Rajidae, Tryg., Myliob).
Die Teleostomi haben 4 Subcl. : Rhipidopterygia, Crossopt., Podopt. u. Acti-
nopterygia. — Die Rhip. enthalten die 2 foss. Fam. Tristichopteridae (= Ordo
Rhipidista) u. Coelacauthidae (=0. Actinistia). Die Crossopterygia ent-
halten 4 Ord. :
0. Placodermi mit den 2 Fam. Coccosteidae u. Dinichthyidae.
0. Haplistia, 1 Fam. Phaueropleuridae.
0. Taxistia, 2 Fam. Holoptychiidae u. Osteolepididae.
0. Cladistia,' 1 Fam. Potypteridae. — Die Podopterygia mit nur 1 Ordo
Chondrostei, 3 F. Polyodontidae, Acipenseridae, Chondrosteidae. — Zu den
Actinopterygia gehi3rt der grosse Rest meist recenter Fische mit den beiden
Tribus Physostomi u. Physoclysti.
Physostomi, mit 16 Ordn., wovon dieZl. — 4. (u. die 5. z. Th.) Ganoiden.
1. Lysopteri, IFam.: Palaeoniscidae, viell. zu den Chondrostei (s. oben)
gehörig.
2. Merospondyli, 5 foss. Fam.: Sauropsidae, Pycnodout., StyJodont., Sphae-
rodout., Macrosemiidae.
3. Halecomorphi, IF.: Amiidae.
4. Ginglymodi, 1 F.: Lepidosteidae.
5. Isospondyli, 20 Fam. (1. — 4. fossil): Dapediidae, Lepidot., Aspidorhynch.,
Saurodont., Osteogloss., Heterotidae, Galax., Clup., Chirocentr., Salm.»
Thyraall., Alepoceph., Gonorh., Sauridae, Lutodir., Aulop., Elop., Albul.,
Hyodont,, Notopt.
6. Actinochiri, 1 F.: Pelecopteridae (fossil).
7. Plectospondyli, 5 F.: Charac, Sternoptygidae, Cobit., Cypriu., Catost.
8. Scyphophori, 2 F.: Mormyridae, Gymnarchidae.
9. Nematognathi, 3 F.: Silur., Hypophthalmidae, Aspredin.
10. Haplomi, 5F. : Esoc, Stratodont. (foss.), Umbr., Cyprinod., Amblyops.
11. Glanencheli, 1 F. : Gymnotidae.
12. Ichthyocephali, IF.: Monopteridae.
13. Holostomi, 1 F.: Symbranchidae.
14. Enchelycephali, 3F.: Nemichthy., Anguill., Congridae.
15. Colocephali, 1 F. : Muraenidae.
16. Lyomeri, 2F. : Saccopharyng., Eurypharyngidae.
Physoelisti, 12 Ordn., wovon die 1. viell. zu den Physostomi gehörig.
1. Docopteri, IFam.: Doryptevidae (fossil).
2. Opisthomi: Mastacembelidae, Nothacanthidae.
3. Percesoces, 5 F.: Ophiocephal., Mugil., Atherin., Sphyr., Scombresocidae.
4. Hemibranchii, 6 F.: Pegas., Gasteroste., Fistul., Centrisc, Amphisil.,
Dercetidae (foss.).
5. Lophobranchii, Solenostom., Syngnath., Hippocamp.
6. Discocephali, Ecbeneididae.
7. Pediculati, Antennariidae, Lophiidae.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 233
8. Heterosomata, Pleuronectidae.
9. Plectognathi, 5 F.; Triacanth., Baiist., Tetrodont., Diodont., Ostraci.
10. Percomorphi, 6 Unterabth. mit bez, 3, 1, 1, 2, 19 u. 2 Farn.
Anacanthini : Ophidiidae, Gadidae, Macruridae.
Haplodoci: Batrachiidae. — Cyclopteroidea: Cyclopteridae.
Epilasmia: Acroneuridae, Chaetodontidae.
Distegi: Scorp., Gott., Blenni., Gobi., Platyceph., Rhampocott., Agon.,
Heterognath., Gerre., Carang., Sillag.. Pristipom., Sciaen., Spar.,
Perc, Beryc, Scombr., Trichiur., Xiphiad.
Labyrinthici: Osphiomeuidae, Anabatidae.
11. Pharyngognathi, Embiotoc, Cichl., Lahr., Scaridae.
12. Craniomi, Triglidae, Dactylopteridae.
Acantliopteri.
Pereidae, Schuppeueutwickluug, Hof er, siehe bei Haut. — Uuter-
abtheilungeu, siebe Jordan u. Eig. bei Serrauidae, Percicbthyinae, Latinae.
Entwickl. von Serranus atrarius, s. Wilson S. 210.
Perca, Spermatozoen von P. u. Acerina, Ballowitz, s.S. 198; Micropyle
von P. u. Labrax, Eigenmann, S. 198.
Epitrachys sbg. n. [= Perca s. str.]. „Os terminale, dentes aequales,
praeop. denticul., operc. spina 1; parabranchiae ; p. dorsales discretae, an. spinis
2", für P. fluv. Erwin Schulze (F. pisc. G.), Jb. Ntw. V. Magdeb. 89, p. 73.
Aspro vulg. Gm. = Perca wolgense Stat. Müller 1776, älter als P. asper
Gm. [aber nicht als P. asper L. ed. X. Ref.]; Jordan, Pr. ac. n. sei. Phil.,
1890, p. 4
Etheostoma, zahlreiche Bemerk, über die Lebensfärbung, Häufigkeit, Art-
unterschiede etc. der Arten in der Alleghany - Region bei Jordan, Bull. F.
Comm. VIII p. 97—168. — Eth. squamiceps. höchst variabel in Beschupp, des
Kopfes u Grösse der Flossen; Gilbert, Bull. F. C. VIII p. 229. — E. [Sbg.?]
wicropfen/s, Chihuahua (Mex.); Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 289. — ¥X\i.tippe-
canoe, von jessiae vei'sch. durch spitzeren Kopf, fast nackte Wange u. kleineres
Op., Indiana; Jordan u. Ev., Pr. n. mus. XIII p. 3 Xyl. (Die Abb. bezieht
sich auf E. camurum, wie Vf. auf p. VIII angeben.)
Percicbthyinae, diese Subf. nahe den Percidae (s. str.); aber die drei
Astacheln, und das Maxillare supplementäre und kurze D. I, weisen sie zu den
Serrauidae: Jord. u. Eig., B. Fish C. VIII p. 331, 336. Percichthys (4 Spec,
wovon 2 beschr.) u. Percilia (2 Sp.), Schlüssel der Arten; ebd. p. 426—430. [Die
als Peters'sche Public, citirten Arbeiten 1863 u. 66 haben Philippi als Autor!]
Serranidae, Charaktere dieser Farn. u. Schlüssel f. die 6 Subf.: Grara-
mistinae, Epineph , Serran., Anthiinae, Latinae, Percichth.; Jordan u. Eig.,
Bull. F. Comm. VIII p. 331—332.
Latinae, für die Gatt. Lates, Kuhlia, Morone, Roccus, Dicentrarchus;
Jord. u. Eig., Bull. F. Comm. VIII p. 332, 335, 418. [Lates selbst vom Verf.
nicht untersucht; 1896 die Subf. (excl. Lates) als „Moroninae" bezeichnet.]
Kuhlia anje, nahe taeniura, Auge kleiner, 3V3 Kpfl., Chatham. I. (Galap.);
Jordan u. Bollmann, Pr. n. mus. XII p. 159.
234 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Dilles, 2 amerikanische Sp. : Kuhlia arge u. xenura; Jord. u. Fig., B.
Fish Comm. VIII p. 418.
Labrax. Als amer. und europ. Sp. behandelt: Morone interrupta (syn.
chrysops u. missis.), araer. ; Roceus (sbg. Lepibema) chrysops u. (R. s. str.) lineatus;
Dicentrarchus labrax (syn. diac, lupus, elong.), orient., punct.; Jord. u. Fig.,
B. Fish C. VIII p. 335, 420—26. — Labrax punctatus, bei Capo Blanco, Westafr.,
Verbreitung; Vincig., Ann. agricolt. 1890, p. 64.
Epinephelinae, die umfangreichste Sbf. der Seri'anidae (cf. bei Serra-
ninae). Dazu in Amer. u. Für. die 13 Gratt.: Polyprion (mit 2 Sp.), Stereolepis
(1), Hemilutjanus (macrophth. u. paytensis), Gonioplectrus (hispanus), Gilbertia
(1), Acanthistius (bras. u. patach.), Alphestes (multig., afer, pict.), Epinephelus
(19), Promicrops (gutt.), Mycteroperca (13), Dermatolepis (3), Bodianus (5),
Paranthias (furciferl; Jord. u. Fig., B. Fish C. VIII p. 332, 333, 341-382.
Gilbertia n. g. für Plectropoma semiciuctum, nigrorubrum u. aunul.; hat
kürzere D. u. grössere Sq. als Plectropoma. Südl. Australien bis Chile; Jordan,
Bull. Fish C. Vni p. 333, 346.
Plectropoma, der Name beschränkt auf die dem Bod. cyclost. Lac. verw. Sp.,
nicht in Amerika; Jord. u. Fig., B. F. C. VIII p. 346 (cf. Gilbertia, Acanthistius,
Alphestes, Goniopl., Hemilutj.).
Garriipa u. sbg. von Fpinephelus für 2 Sp. mit breitem Interorbitalranm.
E. nigritus u merus (syn. sicana Doderlein, viell. = nigritus); Jordan u. Fig.,
B. Fish C. VJII p. 353, 361. Von den 17 eigentl. Fpiu. sind europäisch: chrysot.
Dod., caninus (syn. cernioides), alex. (fasc, costae), aeneus, gigas; ebd.
Bodianus von Epinephelus hpts. durch die D. mit nur 9 Stacheln versch.,
womit nah verw. die indische G. Variola; hat 3 Subg. mit 5 araer. Sp.: B. (Petro-
metopon) panam., cruent. (syn. gutt. u. apiar.; coron.), B. (Enneacentrusj taeniops.
u. fulvus (s. aurat., ruber, ouatabili, punctatus), B. (Meneph.) duhius; Jord. u.
Eig., B. F. C. p. 376-81.
Mycteroperca olfax var. n. ruberrima, Tiefsee, Abingdon-L; Jordan u.
BoUmann, B. Fish C. VIII p. 367; 12 weitere Sp. von America behandelt
(Trisotropis u. Parepineph. als Sbg.); Jord, u. Fig., ebd. p. 364— 374.
Serraninae von den Epineph. versch. durch Maugel des Supramax., un-
bewegliche Zähne, schwache Temporalcrista u. kürzere Supraoccipcr., Dstach. 10.
Davon sind amer. od. eur. die 7 Gatt. : Hypopl. (mit 4 Spec), Paralabrax (5),
Centropristis (3), Cratinus (1), Dules (1 auriga), Paracentrops (1 hepatus), Di-
plectr. (5), Serranus (18). Jord. u. Eig. B. Fish C. VIII p. 332, 334 (Schlüssel
der Gatt.), 382—411.
Serranellus sbg. n. (p. 404) für S. scriba u. atricauda; Serranus s. str.
nur für cabrilla; das Sbg. Mentiperca enthält 3 Sp.: stilbost., luciopercanus u.
castelnaui (p. 409, für Centropr. nebulosus Gast, nee S. neb. C. V.); die übrigen
12 (flaviventris, atrobr., psittac, tigr., tabacc. etc.) zum .sbg. Prionodes. Jordan
u. Eig. B. F. C. VIII, p. 399—411.
Serranus scriba, gigas, gorecensis, aeneus u. caninus an der atlant. Küste
der Sahara; Verbreit. etc. Vinciguerra, Ann. agric. 1890, Nr. 172, p. 65 — 73.
Centropristis investigatoris, nahe pleurospilus [hirundinaceus], 10/10, 3/6,
Sq. 42. Madrasküste, ISVa" N-, 100 Ed., 14 cm 1. Alcock, Ann. Mg. VI 199.
— Hier auch zahlreiche Parascombrops pell.
Diplectrum euryplectrum, nahe (Centropr.) radiale u. macropoma, West-
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 235
amerika 7° 41' — 8"N., 33—51 Fd., 18 cm 1. Jordan u. Bollmau, Pr. n.
mus. XII p. 157.
Serranus (Priouodes) aequidens, Untercalifornien 112 Fd., Gilbert, Pr. n.
m. Xm p. 62.
Priouodes stübostigma, wie luciopercanus aber höher u. Färb, versch.,
Ecuador, 0^ 50' S., 45 Fd. Jordan u. Bollmau, Pr. n. mus XII, p, 157.
Anthiinae: Serranidae mit Maxille ohne Supplemeutarkuochen, mit sehr
hoch laufender L. 1., Kiemendornen zahlreich u. schlank, Maul schräg mit breitem,
kurzem Maxillare. Mit 5 amer. od. eur. Gatt., Protonogr. (mit 4 Sp), Äuthias
(1), Odonta. (3), Bathya. (1) u. Calla. (1). Jord. u. Eig., B. Fish C. VIII, p. 332,
335, 441-8.
Protonogrammus, durch nackteren Kopf von Antliias versch.; 4 amer. Sp.:
P. vivanus, eos, multifasc. u. Pr. (Hemianthus) peruanus. Jord. u. Eig. B. F.
C. Vlil p 411-3.
Odontanthias mit 3 am. Sp. : martinic, asperil. u. tonsor. Ebd. p. 416.
Pronotogrammus eos, Untercalifornien 112 Fd., 18 cm 1. Gilbert, Pr. n.
m. xm p. 62.
Anthias mundulus, wie Callanthias nur mit 6 K. bi'. u. die C.-Zipfel in
Fäden verlängert; L. 1. 37. 67 mm. Fuuchal Bay, Madeira. J. Y. Johnson, Pr.
z. s. p. 90, 452.
Grammistinae, Sbf. der Serranidae, in Amerika nur ßhypticus mit
6 Spec. Jordan u. Eig. B. Fish C. VIII p. 332, 336-341.
Brephostoma carpenteri (vergl. Ber. 89 p. 251), jetzt zu den Apogoninae
neben Pomatomus gestellt (statt neben die Trachiuidae). Alcock, Ann. Mg. VI,
p. 201, Tf. IX, 4.
Xenocys n. g. nahe bei Xenistius, aber D 1 ganz von 11 getrennt, D 1 9,
deren Basis 1 1/^ mal solang als bei D II, Nasenlöcher kleiner und mehr genähert,
Zähne kleiner, Flossen dichter beschuppt, Occipitalcrista niedriger. — X. jessiae.
10, 1/13; 3/11 Sq. 51, 8/15; mit 7 schwarzen Längsstreifen 22 cm, Charles-I.
(Galapagos). Jordan u Bollman, Pr. n. m. XII p. 160.
Pristlpomatidae. Diagramma mediterraneum, bei Via lobo (Westafr.);
Vincig. , Ann. agric. 1890, p, 73-75.
Gerres gracilis, dazu viell. als var.: harengulus, pseudogula u. dowi;
Jordan, Pr. n. ui. XII 650.
Sparidae. Hyperostosen bei einem subfoss. Pagrus, Da nies, s. S. 218.
Dentex canariensis u. filosus, West-Afrika, Bemerk.; Vincig., Ann. agric.
1890, p. 75-83.
Cantharus lineatus, syn. senegalensis, Verbreitung. Vincig. ebd. p. 84.
Pagrus vulgaris, orphus u. ehrenb. bei We^■tafrika; Vinciguerra, Ann.
agric. 1890, Nr. 172, p. 85-91.
Pagellus canariensis, syn. erythrinus u. bellotti, Westafrika, Vincig., Ann.
agric. 1890, p. 91—93.
Hoplognathidae.
Squämipinnes. Jugendform von Chelmo, Vaillant s. S. 216.
Holacanthus darionensis, Socomo-, Clarion- u. S. Benedicto-I. 18 cm 1-
Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 72.
Mullidae. Cirritidae.
Seoppaenidae. Scorpaena russula, nahe fernandeziana u. sonorae, West-
amerika 8° N., 33 Fd. Jordan u. Bollman, Pr. n. mus. XII p. 165.
236 F. Hilgendoif u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Scorpaena (Sebastoplus) Sierra, Untercalifornien 71 u. 112 Fd. Gilbert,
Pr. n. m. Kin p. 82.
Sebastolobus alascanus, Trinity-I. (Alaska, 56 " N.) 159 Fd. Bean, Pr. n.
m. XIII p. 44.
Sebastichthys goodei Eigenmann, Califomien 32-35" S., 155 Fd. beschr.
p. 75. S. alutus u. rupestris, ebd. 150 Fd., p. 76. S. zacentrus, ebd. 145—50 Fd..
p. 77. S. saxicola, ebd. 44—155 Fd., p. 78. S. diploproa, ebd. 124 Fd., 79.
S. aurora u. introniger ebd. 266 Fd., p. 80 bez. 81 . S. sinensis [!], Untercalifornien
145 Fd., 81. Gilbert, Pr. n. mus. XIII p. 75-82.
Minous coccineus, B. v. Bengalen, Ganjam-K. 30 Fd., Alcock, Ann. Mg.
VI, p. 428.
Hemitripterus marmoratus , Alaska (57° N.), 69 Fd. , Bean, Pr. n. m.
Xin, p. 43.
Nandidae. Polycentridae. Teuthidae.
Bepyeidae. Melamphaes lugubris, wie typhlops, aber Mund kleiner, D.
III15 (statt ?6/ll), Calif. 32-35° N., 822 Fd. ¥.. cristiceps, Oregon, 859 Fd.;
Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 59 bz. 60. — M. mizolepis Gthr. an der Madrasküste,
1310 Fd., Alcock, Ann. Mg. VI, p. 201.
KuPtidae. Pempheris mülleri Poey bei Yukatan; Bean, Bull. Fish C.
Vni p. 204, Taf. 29, Fig. 3.
Seiaenidae. Sciaena aquila, syn. sauvagei und antarctica, Westafrika;
Vinci guerra, Ann. agric. 1890, p. 93—95.
Corvina nigra, Westafrika; Vincig., Ann. agric. 1890, p. 95.
Sciaenoides pama n. f. Birma (Rangoon); Vinciguerra, Via. Fea, p.(169).
Corvula sanctae-luciae, bei subaeq. Poey, aber Maul grösser, P. kürzer,
Färb, abw., 15 cm Westindien; Jordan, Pr. nat. mus. XII p. 649.
Micropogon megalops, Untercalifornien, 14 Fd.; Gilbert, Pr. nat. mus.
Xni, p. 64.
Cynoscion macdonaldi, Ostseite des Golfs von Califomien, häufig, auch in
die Flüsse steigend, bei Guaymas im Winter, über 1ml. (86kg); Gilbert,
Pr. n. m. XIII p. 64.
Larimus pacificus, L. breviceps autt. e. p., Maul grader, Astach. kleiner,
V. weiter vorn als bei atlant. Expl., Westamerika 8" N. bis Mazatlan; Jordan
u. Bollmann, Pr. n. mus. XII p. 161.
Polycirrus rathbuni, nahe pemanus, doch Dstach. u. P. kürzer, D. 10, 1/30.
Panama, 18 cm; Jordan u. Bollman, Pr. n. m. XII p. 162.
Xiphiidae. Triehiuridae. Aeronupidae.
Carangidae. Caranx rhonchus, Westafrika; Vincig., Ann. agricolt.
1890, p. 96.
Teranodon, dazu doch wohl trotz Rochebrune's Bemerk, syn.: Sparactodon
nainal; Vinciguerra, Ann. agricolt. 1890, p. 97; T. saltator bei Westafr., wo
auch Lichia vadigo, ebd. p. 97.
Temnodon: „Scomber sypterus Pall." (Schwarzes M.), alte Abb copirt,
Richters, Ber. Senck. Ges. 1890, Tf. III.
Bathyseriola n. g. Oblong, comprimirt. Sq. klein, cycloid, abfallend;
L. 1. wahrsch. unbewaffnet. D. I continuirlich, mit zieml. schwachen Stacheln;
D. II u. A. viel länger, ohne Flösschen; Astach. continuirlich mit der A.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 237
V. mit continuirlicher Auheftungsmembran. Maul eng, Sammetzähne, nur auf
d. Kiefern. Präoprand ganz. Rad. br. 7. Pseudobranchien. App. pyl. zahlreich.
Schwimmblase fehlt. Vert. 10/14. — B. ajanea, 8—9/24—25, 3/22. Madras-
küste 187,° N., 100 Fd., 16 cm lang. Alcock, Ann. Mg. (6) VI p. 202.
Elacate canada, junges Expl. 95 mm lang. Juni 1876 beim Einfluss des
Croton- in den Hudsonfluss (New-York); C. noch rund. A. K. Fish er, Not.
oceurr. young Crab-eater (El. can.), Pr. n. mus. XlII p. 195.
Stromateidae. Stromateus palometa, von medius verscti. dui'ch D. 3/46,
A. 3/45 und Kopfl. 3 in Ttl., Westamerika 8° 16' N., 47 Fd., 7 cm 1.; Jordan
u. ßollman, Pr. n. mus. XII p. 156.
Cyttidae. Coryphaenidae. Nomeidae.
SeombPidae. Thynnus. Ein glatter Muskel im Ciliark. des Auges;
Faravelli, s. S. 183. — Th. thynnus fossil, Newton, s. foss. F. — Von
Pavesi's Schrift „l'industria del tonuo" 1889 liefert einen Auszug Hilgendorf,
Mitth. Sekt. Küsten- und Hochseefisch., Jg. 1890, p. 97-98.
(Pelamys.) Orcj^nopsis unicolor, häufig bei Westafrica; Vincig,, Ann. agric.
1890, p. 99.
Cybium maculatum (syn tritor), Westafrika, Bemerk., Vincig., Ann. agric.
1890. p. 100—103.
Echeneis remora, Westafrika, Vincig., Ann. agric. 1890, p. 103.
Traehinidae. Die Gatt. Brephostoma (Ale. 89), jetzt von Alcock zu den
Apogonidae gestellt.
Ponerodon n. g. Gestreckt, nackt. Augen seitlich. D. 11 von I getrennt
und viel länger, ähnlich der gegenüberstehenden A. ; V. thoracisch; P.-Strahlen
gespalten. Maul sehr weit, Kiefer distensibel, mit Caninen, so auch die Gaumb.
Kiemenöffu. sehr weit, Khäute vorn vereinigt. Präop. mit 1 (kleinen) Eckdorn.
K br. 7. Pseudobranchien. L. 1. einfach. Leibeshöhle enorm. Schwimmblase,
Caeca pyl. und Analpapille 0. Vert. 14/24. — F. vastator, 10/29, 29. Violett-
schwarz, 17cml., Madrasküste 15° 38' N., 950 Fd. Alcock, Ann. Mag. (6) VI
p. 203, Tf. IX Fig. 5.
Kathetostoma averruncus, wie laeve, doch D. 13. Westamerika, 9° N.,
7 Fd., 12 cm 1. Jordan u. Bollman, Pr. n. mus. XII p. 163.
Uranoscopus crassiceps, 4^13, 13, Kopfl. 2% iu Totl. (mit C); 15 cm lang,
Madrasküste 18V2° N. 100 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI p. 205.
Gillellus n. g. Leptoscopidarum. Habitus zw. Datylosc. u. Myxodagnus.
Eine abgesonderte 1) I auf dem Nacken mit 3 Stacheln. L. 1. hinten nieder-
steigend, der mittlere Theil ihrer Länge kürzer als der Dorsaltheil (ungefähr
gleich). Franzen der Oberlippe verkümmert, die der Untl. deutlich. Kopf
nicht kubisch, Mund massig schräg, Untkfr. vorn gerundet u. ohne Syniphysen-
lappen. — G. semicinctiis D. 3, 9—10/28, A 2/30, L. 1. 43—49 (26—3—17); Pac.
Oc. (Station 2827 u. 2829) u. Atl. Oc. (St. 5108 u. 5112); p. 98. G. arenicola,
4 cm 1., Cap S. Lucas (23 o S.), p. 99. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 98-99.
Dactyloscopus lunaticus, Untercalifornien (u. Station 2797), 22 Fd., Gilbert,
Pr. n. m. XIII p. 99.
Malaeanthidae. Bathymaster hypoplectus von sign. u. jord. durch weit
vereinigte Kiemenhäute, von s. durch beschuppte Wangen, kleinere Sq. etc.
238 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
versch.; 46, 33; 20 cm 1. Californien 32-350N., 30 Fd. Gilbert, Pr. n. ra.
XIII p. 97.
Batraehidae. Poi'icbthys nautopaedinm , nahe margar., durch Farbe
versch. Westamerika 8° IM. 16— 33 Fd., 11 cm 1. Jordan u. Bollman, Pr.
n. mus. XII p. 171.
Psyehrolutidae. Psychrolutes 2e&m, Alaska (55 ^ 10' N.), 110 Fd. Bean,
Pr. n. m. XI il p. 43.
Pedieulati. Lophius, Nervus lat. u. Seitenlinie, Guitel, s. S. 173; Larven
von L., M'Intosh, S. 211.
Halieutaea spomiiosa, weiche schwammige Körpertextur u. häutiger oder
knorpliger Char. der Knochen. Westamerika 200 8., 460 Fd., 12 cm 1. Gilbert,
Pr. u. m. XIII p. 124.
Anteunarius raarm.: „Mimicry of the environment in Pterophryne histrio",
in Form u. Farbe dem mit Spirorbis bedeckten Sargassum ähnlich, nicht Mem-
branipora-Colonien. P)'. ac. n. sei. Philad. 1889, p. 344—5.
Paroneirodes n. g.? Von Oneirodes versch. durch Besitz eines 2. Kopf-
stachels statt eines echten Dstach. P. glomerosus, 1/1/6, A. 4; Madrasküste
15» 14' N., 1260 Fd., 3 cm 1. Alcock, Ann. Mag. (6) VI p. 206, Tf. IX 6.
Halieutaea stellata var., Madrask. 100 Fd., ebd. p. 206.
Cottidae. Cottus, Ein. Entw.. M'Intosh, s. S. 211; C. fasciatus?, fossil,
Dawson, s. foss. F.
Cottus, der Name bleibt für die Abth. des C. gobio (mit Girard, gegen
De Kay); Acanthocottus Gir. für C. scorpius etc. Jordan, Bull. F. C. VIII
p. 105-7.
Cottus nivosHS, von scorpius versch. durch weisse Fleckchen; Sin. St. Olgae,
Maximovicz leg.; 185 mm. Herzenstein, Mel. biol. Bull, sei. Pet. XIII, p. 113.
Icelinus, Schlüssel für die 5 n. sp. u. quadriseriatus, p. 84; I. cavifrons,
30- 44 Fd., p. 83 ; ßamcntosus, 55— 145 Fd., p. 85; tenuis, 45-150Fd., p. 86;
fimbriatus, 36 u. 145 Fd., p. 87; oculatus, 124 Fd., p. 87; alle 5 Californien,
32-35» N. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 83—88.
Badulinus n. g. Cott. D. I kurz, II u. A. sehr lang. Kiemenhäute
weit vereinigt, hinten frei vomlsth.; kein Schlitz hinter dei- letzten K. Breite
Binden von Hechelz. in den Kiefern, e. einfache Keihe am V., Palz. 0. Präop.
mit 2 kurzen, einf. Dornen. V. Vs- Körper sehr schlank; e. Reihe grosser,
gekielter, dorniger Schilder längs der L. 1., ähnl. Seh. auf d. Kopf. — B. asprelhis,
8—10/21, 23; L. 1. 38-40. Kopf i^U, Höhe 9 in Krpl. 15cm 1. Oregon, 43 bis
77 Fd. Gilbert, Pr. n. mus. XIII p. 88.
Icelus scutiger, Trinity-I. (Alaska, 56° N.), 159 Fd. u. etiri/ops, ebd.; Bean,
Pr. n. m. XIII p. 41.
Dasycottus n. g. Form des nahen Cottunculus. Kopf gross mit gi'ossen
Knochenhöckern u. zahlr. Fäden. Maul weit, Untkfr. selten vorstehend; winzige
Sammetz., die des V. in 2 Flecken, Palz. 0. Präop. mit 2 Dornen an der Ecke
u. 2 rud. an jeder Kante (edge) des Unterrands. Kiemen S^/o, Kdorn. kurz,
höckrig, nicht zahlr., Khaut frei vom Isth., Psdbr. vorh. Haut glatt, nur im
Nacken u. längs der D. einige Knhöckerchen. D. I von II durch e. tiefen
Kerb getrennt, P. massig 1., die Str. unten „procurrent", V. 1/3, C. gerundet.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 239
— B. setiger 9/15, 13. L. 1. 11-12. Alaska 57" N., 69 Fd. Bean, Pr. n.
mus. Xm p. 42.
Malacocottus n. g. Form ähnl. Cottuuc, nackt, Kopf gross, Körper
schnell zum dünnen Schwanz verjüngt. Manl fast gleichkiefrig, winzige Sammetz.
in breiten Binden, V. u. Pal. zahnlos. Präop. mit kurzen, dicken Dornen,
Schädelkn. dünn. Kiemen 3 Va- Köff, weit, Khaut weit am Jsth. festgewachsen,
Kd. höckrig, nicht zahlr. D. I niedrig, von II durch tiefen Kerb getrennt.
P. vorn „procurrent", V. klein, C. rund. After von A. entfernt, L. i. mit grossen
Poren (11). — M. sonurm, 11/14, 11. Trinity-I. (Alaska, 56° N.) 159 Fd., 12 cm 1.
Bean, Pr. n. m. XIII p. 42.
Centridermichthys alcicornis, oberster der 4 Präopstach. oben in 4—5 Zacken
getheilt, 348 mm 1., Yesso; Herzenstein, Mel. biol. Pet. XIII p. 115.
Trigla hemisticta, Vomerzähne können ganz fehlen, Madrasküste 100 Fd.;
Alcock, Ann. Mg. VI p. 207. — Larven von Trigla, M'Intosh, s. S. 211.
Trigla minuta u. Carolina Stat. Müller, Synonymie; Jordan, Pr. ac. n. sei.
Phil. 1890, p. 49.
Lepidotrigla spiloptera var. longipinnis , P. bis 9. A. -Strahl; Ganjaraküste
18 Fd.; Alcock, Ann. Mg. VI p. 429.
Prionotus quiescens mit stephanophrys und stearnsi verw., Westamerika,
8-9" N. 7—51 Fd.; Jordan u. Bollman, Pr. n. mus. XII p.l67; Pr. albirostris,
nahe qui., 7° 57' N. 33 Fd., ebd. p. 168; Pr. xenisma, ähnl. birostris u. punctatus,
10 cm, zus. mit albir., p. 169,
Synchirinae sbf. n. der Cottidae. Die beiden Brustflossen ventral ver-
einigt, alle Strahlen von Actinosten getragen. Die V. wird durch Verlängerung
des Os pubis weit von der Kiemenöffuung entfernt. Synchirus n. g. Schlank
(ähnl. Triglops), Haut dünn, klebrig (tough). L. 1. mit dornigen Höckern.
Stachlige Sq. in 1 Reihe längs der D.-Basis. Kopl subkonisch mit massig
spitzer Schnauze. Mund klein, sehr wenig schräg, Mandibeläste unten etwas
concav, Prämax. protactil. Sammetz. in den Kiefern, Z. auf Vomer und Pal.
Pseudobr. vorh. Kiemen 372, Kötfn. weit, über die Medianlinie reichend, Khaut
frei vom Isthmus. Suborb. mit Brücke zum Präop., Präop. mit starkem Doppel-
stachel am Winkel. Die Membran der P. frei. Die V. weit getrennt mit 1 rud.
Stachel und 3 Str. D. lang, Stacheltheil niedrig, ein tiefer Einschnitt zw. D.I
u. II; II doppelt so lang als I. A. lang, C. massig lang, die mittl. Str. etwas
vorragend. - S. gilli, Br. 6., D. 8-9/19-21, A. 20, P. 22, L. 1. 41. Genital-
papille der (^ in eine Grube vor der A. zurücklegbar. 46 mm 1. Barclay-Sound,
Brit. Columbia. Bean, Pr. nat. mus. XII p. 641—42 (u. Ann. Mg. VI p. 118).
Cataphraeti. Agonus, Eier und Larven, M'Intosh, s. S. 211.
Bathyagonus n. g. Agonid. D.I entwickelt. Untkfr. länger. Schilder
dornig. Khaut am Isth. befestigt, keine über ihn fortgehende Querfalte bildend.
Wohlentw. Z. auf Kief., V. u. Pal. P. nicht gekerbt, deren ob. Str. am längsten,
die unt. regelm. abnehmend. Kopfknochen dünn und biegsam, Schleimkanäle
stark entwickelt. — B. nigripinnis, 7/6 — 7, 7; L. 1. 44, 15 mm 1. Oregon, 477 Fd.;
Gilbert, Pr. n. mus. XIII p. 89.
Xenochirus u. g. (Agon.). D.I entw.'; Kiefer gleich oder ob. länger;
Schilder doinig. Khaut am I. befestigt, Hinterrand zuweilen e. freie Qfalte bildend.
Entw Z. in Kief., V. u. Pal. P. mit tiefem Kerb, die Str. des unteren Theils
240 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch : Bericht über die Leistungen
einfacn, sehr verdickt, oft länger als die oberen. 1 Reihe kleiner Dornen auf
dem Augapfel über der Pupille, p. 90; — X. triacanthus, Schnauze SVo in Kpfl.,
mit 3 Dornen, Axige 3 in Kpfl., Wange mit Platten unterhalb der Brücke.
5_6/6 - 7, A. 6, L. 1. 41 ; 18 cm 1. Californien (32-35° N.) u Oregon, 68—145 Fd.,
p. 91. X. pentacanlhus, Oregon, 178 Fd., p. 91. X. latifrons. Californien und
Untercalif., südl. v. So» K, 61— 158 Fd., p. 92; Gilbert, Pr. nat. mus. Xni,
p. 90—93.
Hypsagonus (sbg. n, Gheiragonus) gradiens. Die 7 — 8 unteren P.-strahlen
ohne Bindehaut (Char. des Sbg.), nahe H. 4cornis Val.; Kamtschatka, Busen v.
Awatscha und Petropawlowsk , 117 mm L; Herzenstein, Mel. biol. Bull. sei.
Pet. Xin p. 116-119.
Dactylopteroidea als Superf. nach der Osteol. des Kopfes diagnosticirt
(vergl.Ber.89 bei Scorpaenidae p. 241). Einz. Farn, mit einer Gatt. Dactylopterus
(nicht Cephalacanthus zu nennen); schon Pei'istedium ist in fast allen Punkten
der Anatomie stark von Dact. verschieden, wie von Gill schoirl885 (Standard
nat. bist. Vol. V p. 252) hervorgehoben.
Dactylopterus, Flug, s. Seitz und Dahl, S. 214; Schwimmbl. und Töne,
Calderwood, S. 189.
Peristedium, Histologie der freien Strahlen der P., Jourdan, s. S. 174.
Pegasidae.
Diseoboli. Cyclopterus ist eher in die Nähe der Cottidae zu stellen und
bildet die Farn. n. Cyclopteioidea, wie Putnam bereits 1872 vorschlug; die
Gobiidae, Gadidae und Pleuronectidae stehen ihm fern; Gill, Biol. soc. Wash.
18. Oct. 90. (Amer. nat. Vol. 24, p. 1103.)
Seitenlinie von Cyclopt, Guitel, s. S. 173; Spermatozoen, Ballowitz,
S. 198; Eier, M'Intosh, S. 211.
Careproctus spectrum, Alaska (55° N., 160° W.) 110 Fd.; Bean, Pr. n. m.
XIII p. 40.
Paraliparis rosactHa, Californien (32-35° N.) 984 Fd., 14 cm I.; Gilbert,
Pr.n. m. XIII, p. 93.
Liparis vulg. „Notes on a sucking-fish (L. vulg. Flem.) new to Ireland".
Von Lough Foyle and Lame, hat ovalere Saugscheibe mit nur 11 (statt 13)
Platten. R. F. Scharff, Sc. proc. r. Dublin soc. (2) VI (Mai) p. 448-9. —
JVlicropyle von Liparis lin., Eigeumann, s. S. 198; Ei u. Larve u. Lip.,
M'Intosh, S. 211.
Gobiidae. Gobius. Spermatozoen v. Gob. niger, Ballowitz, s. S. 198.
— Eier v. Gob., Holt, s. S. 210 u. 215. — G. ruthenspari, Eier, M'Intosh,
g 211. — „Montee"-artige Wanderungen junger Gobien, Vaillant, s. S. 214.
Gobius cometes, alle Flossen verlängert, 6/10 (11), 10 (11). Sq. 23, 5—6
zw. D.ll u. A. Madrasküste 100 Fd., 13 cm 1., zahlreich. Alcock, Ann. Mg.
VI p. 208, Tf. 8, Fg. 2.
G. fallax (Sarato, Gazzette de Nice Nr. 16, 1889) ist syn. zu G. buc-
chichii Stdch. 1870, letzterer aber wohl (cf. Vincig. 1883) nui' ein G. opbioceph.
juv.; Perugia, sul G. fallax Sar., Ann. mus. civ. st. n. Genova, XX p. 506- 8.
Gobius zebra, 14 mm 1., Sq.? [Westl. Nordamerika]; G. dalli, ähnl. Micro-
gobius; 6/17, 14. Sq. 40. Catalina (Calif.) 35 Fd., 25 mm 1. Gilbert, Pr. n,
m. XIII p. 73.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890, 241
Microgobius cydolepis, nahe emblem., Sq. 48, Untercaliforuien ; Gilbert,
Pr. n. m. XIII p. 74.
Bollmannia u. g. Jordan. Von Lepidogobius versch. diuch Mangel
fleischiger Fortsätze an der Innenkante des Schultergürtels, Interorbitalraum
enger u. ohne Spur von Mediankiel, sehr grosse ctenoide Schuppen. Von Gobius
abw. durch 7 Dstach. u. grosse Sq. auf d. Wange. — B. chlamydes Jordan 7/15,
15. Sq. 28. Westamerika, 8« N., 7—51 Fd. 12 cm 1. Jordan u. ßollmann,
Pr. n. m. XII p. 164.
Gillichthys y-cauda, nördl. bis S. Diego; G. guayraasiae J. et Ev. wohl
dazu syn. Zu Gilli. mirabilis dürfte als juv. gehören Gobius townsendi Eig. et
Eig. Gilbert, Pr. n. mus. XII p. 363.
Clevelandia mit Unrecht von Jenk. u. Ev. zu Gillichtys gezogen; Schädel
ohne Mediankiel, stark convex im Querprofil, Sq. winzig, cycloid u. eingebettet.
Schlüssel für die 5 westam. Gobiidengen. : Gobius, Gill., Clev., Lepidog. u. Typhlog.
Amer. Nat. XllI p. 916—8.
Apocryptes bato, dazu syn. : batoides, die Zähne variiren individuell, darum
auch Bleeker's Gattungstheiiungen unzutreffend. Vinciguerra, Via. Fea, p. (175).
Amblyopus arctoceplMlus, 6/43, 41., L. 1. 51, 13 cm 1. Mahanaddi-Delta,
50 Fd. u. Vizagapatam-K. 20 Fd. A Icock, Ann. Mg. VI p. 432.
Callionymus carebares, 4/9, 9; nahe kaianus. Madrasküste 100 Fd., A Icock,
Ann. Mg. VI p. 209, Tf. 8, Fg. 8. — Larven v. Callionymus, M'Intosh, s. S. 211.
Cepolidae. Cepola, die Rückenflosse hat vorn (bei europ. u. Japan. Ex.)
3 einfache ungegliederte Strahlen; Hilgendorf, Sitzb. Ges. natf. Fr., 1890 p. 14.
Triehonotidae. Taeniolabrus Steind. 1867, bisher als Labride betrachtet,
hat unverwachsene Schlundkn. u. dürfte eher bei Trichonotus Platz finden.
Taen. cyclograptus D. 50, A. 40. Sq. 58, 5/5, 16 cm 1., ß. v. Bengal, Ganjamk.
10 Fd., Alcock, Ann. Mg. (6) VI p. 430, Xyl.
Hetepolepidotidae.
Blenniidae. Vergl. Gillellus u. Dactyloscopus oben bei Trachinidae.
Anarrhichas, Entwickl., M'Intosh, s. S. 211.
Blennius. Eier von Bl. pholis u. ascanii M'Intosh, s. S. 211.
Bl. galerita hat entgegen der Gattdiagn. die Zähne klein u. beweglich,
dadurch der G. Salarias nahetretend; der Salarias symplocos Hilgdf. 1888 (Azoren)
syn. zu Bl. gal.; Hilgendorf, Szb. Ges. natf., Fr. 90, p. 15.
Salarias symplocos s. oben.
Biinula n. g., nahe Petroscirtes, aber der kleine unterständige Mund
ohne Caninen, Körper schlank, Dstacheln u. -Strahlen nicht untersclieidbar,
Kiemenöffnung reducirt. Sq. 0. B, asalea, D. ca. 40, A. 25. Ocelle auf C- Basis,
D. mit 6 Qb.; Galapagos, 5 cm 1. Jordan u. Bollman, Pr, n. mus., XII p. 171.
Poroclinus n. g. Verlängert, massig compr., Sq. klein, L. 1. unsichtbar.
Kopf massig lang, Schnauze kurz, Auge gross, Intorbraum schmal. Mund klein,
Untkf. etwas eingeschlossen, Z. auf Vom. u. Pal., schmale Zbinden in den Kfrn,,
Aussenreihe grösser. Kiemöft. unten etwas vorgezogen, [Kuihaut] dicht am
Isthmus befestigt. D. mit zahlr. spitzen biegsamen Stacheln, die vorderen kürzer;
C. lang, spitzig; A. 3/44; P. gross, Mittelstr. länger; V. jugular, 1/3. Darm
kurz, C. pyl. 1-2, Schwimmhl. 0. — Pr. rothrocJci D. 61/0. 18 cm 1. Gelbbraun,
10 helle Qb., 55^^., 159 W., 58 Fd. Bean, Pr. n. mus. XIII 40.
Avch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. IL H. 1. 16
242 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Labrosomus cremnobates, LA. 37. Untercaliforuien, 71 Fd. Gilbert, Pr.
n. m. XIII p. 100.
Cryptotretna n. g. Blenn. Von Labrosomus [Clinus] versch. durch Mangel
der Nackenfäden u. durch die vergrösserten anscheinend undurchbohrten Sq.
des Vordertheils d. L. 1. - C. coraUinum, 27/12, 2/27. Californien, 32—35 « N.,
80 Fd., 13 cm 1. Gilbert, P. n. m. XIII p. 101.
Plectohranchns n. g. Blenn. Konische Z. auf Kiefern, V. u. Pal.,
einige Caninen ähnlich. Sq. vorh. (sehr klein), L. 1. undeutlich, nur durch e.
hellen Streif der Körpermitte angedeutet. Köffn. nicht weit vorwärts gehend,
die Khäute weit vereinigt, ganz frei von vom Isth. In der D. nur Stacheln,
A. mit 2 Steh., V. 1/3 wohlentw.; untere Pstrahlen am längsten, wie bei Lepto-
clinus. — Fl evides, 56, 2/34. Oregon, 46 Fd., 10 cm 1. Gilbert, Pr. n. m.
XIII p. 102.
Lucioblennius n. g. Sehr gestreckt (1 : 10), nackt. Khäute weit ver-
einigt, frei vom Jsth. Nur 1 D., über den ganzen Rücken ziehend, Vorderhälfte
stachlig; V. vor P., 1/2; 2 Astach.; C. mit D. u. C. verbunden. Zähne konisch,
unbeweglich, aufKief., V. u. Pal. — C. alepidotm, 18/32, 2/30; Kopf hechtartig.
4 cm 1. Untercaliforuien, 21 Fd. Gilbert, Pr. n. mus. XIII p. 103.
Cristiceps, Entwickl., Fusari, s. S. 206.
Stichaeus yrigorjewi; wird wegen robusten Körpers, stark niedergedrückten
Kopfes, kleinen, aufwärts gerichteten Augen u. weiter Mundspalte als sbg. n.
Dinogunellus abgesondert. D. 55, A. 44; Yesso, 507 mm 1., n. ind.: Nagazka.
— St. didyogratnmus, mehrfache Seitenlinien mit Queranastomosen (ähnl. Dicty-
osoma), D. 44, A. 24—25; Hakodate. Herzenstein, Mel. biol. Bull. sei. Pet.
XIII p. 119 bez. 121.
Chirolophus jax^onicus, näher polyactoc. als ascanii; 59, 1/43; Hakodate,
415 mm 1. Lage der Nasenlöcher bei Lillj. wohl missverstanden. Herzenstein,
Mel. biol. Bull. sei. Pet. XIII p. 123.
Centronotus gunellus, Eier u. Larven, M'Intosh, s. S. 211 u. 216.
Zoarces, Spermatozoen, Ballowitz. s.S. 198; abnorme Embr entw., Holt,
s. S. 217.
Aeanthoelinidae. Mastaeembelidae. Sphyraenidae.
Atherinidae. Atherina, postembryonale Verschiebung der Eingeweide,
Raffaele s. S. 191.
Menidia gilherti, von pacliyl. u. guat. durch kleinere Sq. (48, 4/4) versch.,
Panama, Jordan u. Bollman, Pr. n. mus. XII 155.
Mugilidae. Agonostoma monticola soll in die Gebirgsflüsse Georgias ein-
geführt wei'den, B e a n , s. S. 219.
Gastrosteidae. Gastrosteus, Micropyle, Eigenm ann, s. S. 198; Krankheit,
Thelohan, s. S. 217.
Fistularidae. Centpiseidae.
Gobiesoeidae. Gobiesox 5 n. sp. von Untercaliforuien : pinniger, funehris
p. 95, humeralis p. 95., eigenmanni (früher als rhessodon, nördl. bis S. Diego),
papilUfer. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 94-96.
Lepadogaster, Unterschiede zw. J u. $, Guitel, s. S. 179.
Ophioeephalidae. Ophiocephalus marulius, stri., gachua, punct. in Birma;
Abb. der Unterfläche des Kopfes, welches gute Specieschar. bietet. Vinciguerra,
Via. Fea p. (182-6).
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 243
Labypinthiei. Lueioeephalidae.
Lophotidae. Lophotes fiski, ganz ohne V., die Parietalleiste nach vorn
(statt oben) verlängert; 50 Zoll 1. Beim Cap (False Bay) ausgeworfen. Günther,
Pr. z. S.90, p. 244-7 Tf. 19, 20.
Trachypteridae. Die Ordnung der Taeniosomi (von den beiden Famil.
Trachypt. u. Regalecidae gebildet) wird nach Schädelcharakteren neu diagnosticirt;
die 2 Fam. nach Parker's bezw. Meek's Unters, doch stärker verschieden. Bei
den Reg. Körper mehr veilängert u. comprimirt, Kopf lang, Opercularapparat
hesser und anders entwickelt; V. aus einfachen, verlängerten Strahlen gebildet;
Myodom (Höhle der Augenmuskeln) atrophiit. Superoccipitale vorwärts ge-
schoben etc. Gil 1 , The families of Ribbonfishes, Amer. Naturalist XXIV p. 481—2.
Vergl. M e e k, S. 181.
Notaeanthidae. Als eigene Ordnung Heteronii abzutrennen (mit Gthr.
U.A.); deren (osteol.) Charaktere (12 Zeilen). Gill, Am.Nat. XXIII p. 1016— 7.
Acanthopteri Pharyngognathi.
PomäeentPidae. Microspathodon cinereus, D., A. u. C. fadenf. ausgezogen,
auch Bezahnung eigenthümlich, viell. n. g. An Riffen bei Socorro- u. Clarion-I.,
18 cm 1. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 72.
Labridae. Taeniolabrus ist kein Pharyngognath, vergl. oben Fam. Tricho-
notidae.
PseudoJulis adustus, Socorro-I., p. 66. Ps. melanotis, [südl. Californien ?],
p. 66. Ps. inornatus [desgl.]; Gilbert, Pr. n. ra. XIII p. 67.
Halichoeres sellifer, Clarion-I. (19« N.). Gilbert, Pr. n. m. XHI p. 67.
Thalassoma virens, Socorro-I., Th. grammaticum Soc- u. Clai'ion-1., Th.
socorroense, Soc.-I. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 68, 69.
Julis noronhana, nahe lucasana, Fernando Noronha. Boulenger, J. L. S.
London, XX p. 483.
Xyrichthys psittacus (L.), dazu syn. Coriphaena lineata Statins Müller 1776.
Jordan, Pr. ac. n. sei. Phil. 90, p. 48.
Xyrichthys ventralis, nahe modestus, Bean, Bull. Fish C. VIII p. 198,
Taf. 29, Fig. 1; X. infirmus, ebd. p 199, Fig. 2; X. venustus (lineatus C. V. uec
L), heschr. 200, alle 3 bei Cozumel (Yucatan).
Calotomus u. g., für Calliodon Bleeker e. p. Von Cryptotomus versch.
durch die abgegrenzten, regelmässig sich deckenden Zähne. Der Typus von
Calliodon, C. lineatus, ist ein Scarus (d. b. Pseudoscarus autt.), daher für die
betreff. Formen nicht verwendbar. Typus: CdtXot. xenodon, Socorro-1., Gilbert,
Pr. n. m. XIII p. 70.
Scarus cnzamilae nahe superbus und acutus, bei Yucatan, Bean, Bull.
Fish C. VIII p. 196, Taf. 29, Fig. 4; doit noch guacamaia und croicensis sowie
3 Sparisoma gesammelt
Embiotoeidae. Vergl. über Entwickl. Girard S. 215; desgl. von Micro-
metrus aggr., Eigen mann, S. 205.
Chpomididae.
16*
244 F. Hilgendorf u. Fr. Kopse h: Bericht über die Leistungen
Anacauthiiii.
Gadopsidae. Cerdalidae.
Lyeodidae. Lycodes brevipes, Alaska, llOFd.; Bean, Pr.n.m.XIII, p.38.
Lycodes jjjon/er, Untercalifornien 857 Fd., 31cm 1.; Gilbert, Pr. n. m.
Xni p. 104.
Lycodopsis crotalinus, Califomien 32— 35° N , 603 Fd., 35 cm 1.; Gilbert,
Pr. n. m, Xni p 105. L. crassilabris [?ebd., „Stat. 2839"] 31 cm L, ebd. p. 106.
Ajprodon n. g. Von Lycodes nur versch. durch Zähne, die in 1 kräftigen
Reihe auf Palat., aber nicht auf Vomer. Zwischen Lycodes und Lycodopsis. —
A. corteziana, Califomien 32— 35° N., 266— 339 Fd., 40 cm 1.; Gilbert, Pr. n.
m. XIII p. 106—107.
Lycodapus n. g. Nackt, ohne V. Die D. C. u. A. vereinigt. Köffn. weit,
nach vorn unter die Kehle ziehend; Khäute vorn auf eine kurze Strecke (nar-
rowly) verschmolzen, lose dem Isth. durch lockere Haut angeheftet; R. br.6; Psbr. 0;
Br. 4 mit Schlitz hinter d. Innern Bogen; Kdoi'nen entwickelt. Z. auf Kfr.,
V. u. Pal., keine vergrössert. After fern von der Kehle. — L. fierasfer, 82, 70.
Oregon bis Untercalifornien 610—1005 Fd., 14 cm 1.; Gilbert, Pr. n. m. XIII,
p. 107—108.
Bothrocara u. g. ähnl. Maynea, aber Vom. und Pal. zahnlos. Binden
schwacher Z. in den Kiefern, Untkf. eingeschlossen („barely incL"). Psbr. vorh.
R. br. 6, Khaut dem Isthmus dicht angeheftet; grosse Poren längs der Kiefer
bis zum Op., Sq. wie Mayuea (vorn undeutlich), V. 0, Caeca pyl. 0, Darm kurz,
After zw. 1. und 2. Drittel der Krpl. ; D. beginnt über Pbasis, mit der A. ver-
einigt, Str. hoch. — B.mollis, Alaska (Cape St. James) 876 Fd.; Bean, Pr. nat.
mus. XIII, p. 38.
Maynea pusilla, Alaska 110 Fd. und M. brunnea, Califomien (33 °N.)
414 Fd.; Bean, Pr. n. mus. XIII p. 39.
Gadidae. Gadus, Larven von 4 Arten, M'Intosh, s. S. 211; Histol. und
Physiol. des Darms, Thesen, s. S. 192; Spermatozoon, Ballowitz, s.S. 198;
vergl. auch bei Fischerei de Sede über G. moiThua.
Physiculus rastreUiger, Untercalifornien, 184 Fd., 21 cm 1. p. 113. — Ph.
nematopus, ebd. 71— 221 Fd., 18 cm, p. 114; Gilbert, Pr. n m. XIIL
Antimora micfrolepis, Alaska, 876 Fd.; Bean, Pr. n. m. XIII p. 38.
Molva, Jugendformen; M'Intosh, s. S. 211.
Guus (Motella). Ei und Jugendformen; M'Intosh, s. S. 211.
Onus guttatus, D II 53, A. 45, V. 7, Fayal (Acoren) 213 mm , p. 105; 0.
biscayensis, nahe macrophth. 87, D. 11 54, A. 44, V. 6, G. de Gascogne und Cap
Finisterre in 155 und 400 m, 133 mm 1., p. 107; Tabelle für die 8 dreibärtigen,
Onusspecies, p. 109; Collett, Bull. soc. zool. XV.
Rauicipitidae. Die stark entwickelten Schleimkanalknochen (Nas.,
Suborb. und einige darauf folgende Knochen), das schräg nach vorn und oben
gerichtete Hyomand. und der ruthenf. verschmälerte Hinterast des Pelvis als
Gründe für Erhebung zur selbst. Farn, hervorgehoben. Einz. G. und Sp : R.
raninus; Gill, Pr.n.m.XIII p. 235 — 238, Tf. 18 (Kopfknochen und Becken).
Als Faul. n. bereits von Gill in Pr. ac. n. sei. Phil. 1884 p. 173 vorgeschlagen.
Bregmaceros bathymaster , nahe maccl. aber Sq. grösser und V. kürzer.
Westamerika 8*^ N., 47 Fd., 5 cm 1.; Jordan u. Bollman, Pr. n. m. XII p.l74.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 245
Leucopsarion petersi, Beschr. des Beckens, welches vom knorpelig und
gegabelt, beide Hälften verschmolzen. Das ^ durch 7 Paar Bauchfleckchen
kenntlich; Hilgendorf, Stzb. G. natf. Fr. 1890 p. 16.
Ophidiidae. Cataetyx rubrirostris, Califomien (32— 35° N.), 205-359 Fd.,
12 cm I.; Gilbert, Pr. n. ni. XIH p. 111.
Neobythites stelliferoides , Unterkalifornien 112 Fd., 18 cm 1. ; Gilbert,
Pr. n. m XIII p. 113.
Neobythites pterotus, P. lang bis zur A. reichend; 120, 95; 21 cm. Madras-
küste 18° 26' N., 1310 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI 210. — Auch an d. Westküste,
Rad. brauch. 8 (nicht 7); ebd. p. 297.
Bathy onus glutinös HS, nahe Sirembo onerocephalus; 125, 105; 20 cm. Madrask.
1310 Fd., Alcock, Ann. Mg. VI 212.
Tauredophidium n. g. Nahe Acanthonus. Comprimirt, Kopf breit, dick.
Op. mit 1 Stachel (von V2 Kpfl.), Präop. mit 3 St. Schnauze breit nicht den grossen
Mixnd überragend. Augen u. Barteln fehlen. Sammetz. in Kiefern Vomer u.
Pal. Kiemenhäute ziemlich breit verbunden. 4 Kiemen, 8 R. br., Pseudobr. 0.
Sq. klein, abfallend, auf Kopf u. Körper, L. 1. unsichtbar. D., C, u. A. verbunden,
P. ganz; V. weit getrennt mit je 2 Str. T. hexti, 64, 58; 11 cm. Madrasküste
180 26' N., 1310 Fd. Alcock, Ann. Mag. (6) VI 212, Tf. 8, Fg. 1.
Monomitopus n. g. wie Sirembo (Gthr.) aber Pseudobr. rudimentär, „nur
2 kleine Pinnulae jederseits" darstellend. Für Sir. nigripinnis 1889. Alcock,
Ann. Mg. VI 297.
Paradicrolene vaillanti, dazu syn. Dicrolene intronigra Vaill. (nee. Goode
et Bean), Laccadiven-See, 740 Fd.; Alcock, Ann. Mg. VI 297.
Dermatorus n.g. Nahe Porogadus u. Bathyonus. Comprimirt mit langem,
spitz auslaufendem Schwanz. Kopf mit wohlentw. Schleimkan. u. doi-ntragenden
Knochen. Schnauze depress, gleichkiefrig. Auge massig. Maul sehr weit,
Sammetz. in Binden auf Kief. u. Pal., einige auf Vomer. Bartel fehlt. Kiemöff.
sehr weit, 4 Br., Kiemdorn. entwickelt, R. br. 8. Psbr. ganz rudim. Sq. klein,
abfallend. L. 1. undeutlich. Beide V. dicht zus., mit nur je 1 Strahl. Coeca
pyl. 0. — D. trichmrm, D. 160 + x , A. 140 + x, 16 cm 1., Laccadiven, 1000 Fd.
Alcock, Ann. Mg. VI 208.
Dinematichthys piger, 75, 55, L. 1. 90; 6 cm 1. Great Coco (Andaman-1.),
Corallriff, Alcock, Ann. Mg. VI 432.
Leptophidium pardale, 29 Fd., p. 108; microlepis, 76 u. 145 Fd. u. stigma-
tistium, 112 Fd., p. 109; emmelus, 306—362 Fd., p. 110. Alle 4 bei Untercalifornien,
Gilbert, Pr. n. m. XIII.
Leptophidium prorates, nahe dem atl. brevibarbe, Panama, 26 cm. Jordan
u. Bollmanu, Pr. n. mus. XII 172.
Otophidium indefatigabüe, von taylori versch. durch weniger Kiemeudornen,
kleinere Z. u. abw. Färb., Galapagos, 10 cm. Jordan u. ßollman, Pr. n. mus.
XII 172.
Otophidium gakoides, Unterkalifornien 9 Fd., Gilbert, Pr. n. m. XIII 110.
Ammodytes lanceolatus u. lancea, beschr. Hansen, Zool. danica, p. 90,
Tf. XI Fig. 1, 2 - Ei u. Larven v. Amm., M'Intosh, s. S. 211.
Maeruridae. Coryphaenoides rupestris u. Malacoceph. laevis beschr.,
Hansen, Zool. danica p. 95, Taf. XI Fig. 3 u. 4.
Macrurus (Coelorh.) scaphapsis, Untercalifornien 145 Fd., 31 cm 1., p. 115.
246 F. Hilgendorf n. Fr, Kopsch: Bericht über die Leistungen
M. (Macr.) stelgidolepis, Calif. (32 0-35« N.) 267 Fd., p. 116. ]\I. (Lionurus) liolepis,
ebd. 603 Fd., 26 cm 1. p. 117. Gilbert, Pr. n. mus. XUI.
Macrurus hoskyni, 11, 90, nahe M. asper, 39 cm. Madrasküste 18° 26' N.
1310 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI 214. — M. (Macr.) Iiextii u. ivood-masoni, Lac-
cadiven, 1000 Fd., Alcock, ebd. p. 299 u. 301.
Chaliuura serrula, Alaska, 1569 Fd., 33 cm 1.; Bean, Pr. n. ra. XIII 37.
Bathygadus lougifilis, Laccadiven, 740 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI 302.
Lyeonidae. Ateleopidae. Xenoeephalidae.
Pleuponeetidae. Larven von 6 Gatt., M'Intosh, s. S. 211; Bastarde,
Fulton, s. S. 216.
Als dänisch werden beschrieben und abgebildet in der Zoologia Danica von
Hansen: Hippogl. vulg. pg. 100, Tf. XI Fig. 5, Hippoglossoides platessoides
(104, XII 1) Bothiis max. (106, XII 2), B. rhombus (108, XII 3), Zeugopt, norv.
(111, Xn 4), Z. megast. (113, XII 5), Z. piinct. (114, XIII 1), Arnogl. laterna
(117, Xni 2), Pleuronectes platessa (119, XIU 3), PI. limanda (123, XHI 4),
PI. microcephalus (125, Xin 5 u. XIV 1).
Hippoglossus (?) grigorjewi (n. g.?), 88, 70, L. 1. 80. Untkfrz. in doppelter
Reihe, Schlundz. in 4 E,., innere grösser. Hakodate, 356 mm. Herzenstein,
Mel. biol. B. sei. Pet. XIII 134.
Platophrys taeniopterus, 2. Str. der D. u. 1. u. 2. Str. der V. auf der Augen-
seite bandförmig verlängert; L. 1. der Blindseite verschwunden. Untercalifornien
40 Fd., 9 cm 1. Gilbert, Pr. n. m. XIII 118.
[flippoglossina] Hippoglossus macrops Stdch., juv., Westamerika, beschr.,
Jord. u. B., Pr. n. m. XII 173.
Hippoglossina boUmani für H. macrops J. u. B. 89 nee. Std. Gilbert, Pr.
n. m. XIII 122.
Lioglossina n. g., von Hippoglossina nur durch die Cycloidschuppen u.
von Xystreurys durch die einförmigen Zähne versch. — L. tetrophthalmus,
76-83, 58-62; L. 1. 97. Golf v. Californien 29 u. 76 Fd., 31cm 1. Gilbert,
Pr. n. m. Xni 122.
Ancylopsetta dendritica, Untercalifornien 11 Fd., Gilbert, Pr. n. m. XIII 121.
Rhombns, Monstrosität, Filhol s. S. 216.
Rhombus, hierzu Arnogl. boscii, n. f. Brit., Günther, Pr. z. s., 90, p. 43.
Arnoglossus grohmanni (Fig. A) u. lophotes (Fig. B) sind verschiedene Sp.
(gg. Day), beide bei Britannien. A. boscii hat Vomerzähne u. gehört zu Rhombus.
A. laterna (Fig. C). Günther, Pr. z. soc. 90, p. 40—43. — A. lophotes ist das
(^ zu laterna, nach anat. Unters, von 43 Expl. ; grösste (^ wie § 204 mm. A.
grohmanni ^ (Xyl.), Beschr. nach e. Expl. von Plymouth aus 4 — 5 Fd. Ounning-
ham, Pr. z. s., 90 p. 540.
Arnoglossus brevirictis, 78, 61, L. 1. 55 nahe macrocephalus, Ganjamküste
30 Fd., Alcock, Ann. Mg. VI 433. Auch A. macroc. dort häufig , die Verlängerung
der vordem D.-Str. nur bei (^. Ebd.
Engyophrus n. g., bei Platophrys, doch Intorbrai;m sehr eng u. mit e.
Dorn, Sq. massig gross u. cycloid, Kiemdorn. verkümmert, Analdorn 0, Kiemen-
häute völlig getrennt. Nächst verw. mit Engyprosopon. — E. sancti-laurentii,
78—85, 70. Sq. 60— 68, Bliudseite mit 5—6 bogenf. parallelen dunklen Streifen
(hei jungen schwach). Westamerika 33 — 51 Fd., 11 cm 1. Jordan u. Bollman,
Pr. u. mus. Xil 176.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 247
Rhomboidichthys polylepis, angustifrons u. azureus bei Ceylon, Geschlechts-
Char. etc. Rh. valde-rostratus, 84, 64, L. 1. 48, nahe azureus, SO-Ceylon, 32 Fd.,
10 cm 1. Alcock, Ann. Mg. VI 435.
Fsettyllis. Nahe Rhomboidichthys? Körper fast kreisförmig. Kiefer
u. Bezahnung symmetrisch, Maul sehr klein (Mx. unter ^'4 Kpfl.), Zähne winzig,
nur in den Kiefern, Augen links, mit breitem, concavem Zwischenraum. D. be-
ginnt auf der Schnauze, D.- u. A.-Str. einfach. Keine Schuppen. L. 1. mit
starker oder schwacher Curve über der P. — Ps. pellucida (Fig. 2), 85, 65.
4 cm 1.; Ps. ocelluta (Fig. 3), 85, 65, 4 cm. Beide Sp. an der Ganjamküste
(10 Fd.) u. Vizagapatamküste. Alcock, Ann. Mg. (6) VI p. 436-8.
Laeops güntheri, sehr nahe parviceps; 94 — 98, 80; 12 cm 1. Bay v. Bengalen,
15—30 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI 488.
Scianectes, nahe Laeops Gthr. ; Diagn. corrigirt (vergl. Ber. 89 p. 263).
Maul eng, Zähne der Bliudseite viel stärker. Sc. macrophth. beschr. L. 1. 95;
Madrasküste 100 Fd., 12 cm. Alcock, Ann. Mg. VI 216.
Citharichthys fragilis, Golf v. Californien 18—76 Fd. Gilbert, Pr. n. m.
XIII 120.
Azevia querna, von panam. versch. durch cycloide u. kleinere Sq. (90),
einfache Färb. Westamerika 8° N., 7 — 16 Fd. Jordan u. Bollman, Pr. n.
mus. XII 174.
Pleuronectes flesus, var. b. Sandskrubbe, an der Murmanküste; Bemerk.,
Pfeffer, Jb. Wiss. Anst. Hamburg, VII 13.
Pleuronectes (Liopsetta) obscurus, 63, 46. L. I. 80; Wladiwostok u. Japan,
31 cm; Herzenstein, Mel. biol. Bull. sei. Pet, XIII p. 127. PI. japonicus, nahe
asper, aber Z. schneidezförm. u. Nasl. abw.; Wladiwostok u. Hakodate, 38 cm;
ebd. 130. PI. bicolorata Basil. 55, schlechtbeschr., syn. zu scutifer Std., ebd. 133.
Cyuicoglossus bathybius S.Barbara Canal (34° N.) 603 Fd. Gilbert, Pr.
n. m. Xm 123.
Solea. Cunningham, Treatise on the Common Sole, Plymouth, 4°, 147 S.
18 Taf.; Ref. in Ann. Mag. (6) VI 497. Vergl. auch oben S. 181. Eier u. Jugend-
formen, M'Intosh s. S. 211 u. 216.
Solea lascaris (Risso), syn.: aurantiaca Gthr. Cat. IV 467; S. scriba Val.,
syn.: S. läse. Gth. IV 467 (nee. Risso), Madeira u. Canar. S. lutea R., syn.:
minuta (Parn.). Günther, Pr. z. s. 90, p. 43, 44.
Solea cyanea, 77, 54. L. 1. 80; 10 cm 1. Ganjam- u. Vizagapatamküste,
20-33 Fd. Alcock, Ann. Mg. VI 439.
Synaptura quagga immer nur in tieferem Wasser (26—33 Fd.), S. zebra in
7—10. Alcock, Ann. Mg. VI 440. S. altipinnis, 81, 66. 19 cm 1., Vizagapatam,
25 Fd. Ebd. p. 441.
Sympburus pusillus, versch. von plagusia u. plagiusa; die sog. „gekielteu
Schuppen" bei S. nebulosus sind nur durch einen darunterliegenden schwarzen
Pigmentstrich vorgetäuscht. Jordan, Pr. n. mus. XII 651.
Symphurus atramentatus, ähnl. atricauda, 3 — 6 schwarze Fl. hinten auf D.
u. A., Sq. (100) u. Auge grösser. Westamerika 8° N., 33 Fd. Jordan u. Boll-
man, Pr. n. m. XII 177. S. leei, nahe atric, aber länglicher, mit 4 schwarzen
Qb. ; ebd. 47 Fd. J. u. B., p. 178.
Cynoglossus versicolor, 112, 88; 13 cm 1 . Orissaküste, 11 Fd., Alcock, Ann.
248 F- Hilgendorf u. FrKopsch: Bericht über die Leistungen
Mg. VI 422. C. praecisiis (wie vers, zum sbg. Trulla), Gaujaiuk. 33 Fd. Ebd. —
C. carpenteri, Madrasküste ISVz^N., 100 Fd, Alcock, ebd. 217.
Physostomi.
Siluridae. Schwimmblase, Bridge s. S. 192. — Micropyle von Amiurus
u. Notemigonus; Ei gen mann, s. S. 198.
Die südamerikanischen Gatt. u. Arten ausführlich beschrieben von C. H.
u. R. S. Eigen mann. Vergl. oben p. 229 u. die Ber. 88 u. 89.
Lepidoglanis monticola (s. Ber. 89 p. 268) wohl zur Gatt. Gastromyzon zu
stellen (viell. syn. zu G. borneensis). Vaillant, Cr. sommaire seanc. soc.
philom. p. 6 (9. Nov. 90). [Gastromyzon ist ein Cyprinide, nahe Homaloptera.
Im engl. Record 1874 aus Versehen bei den Siluridae eingefügt Hf.]
Clariinae. Plotosinae. Chacinae.
Silurinae. Silurus glanis, weisses Expl., Hilgendorf, Szb. G. natf.
Fr. 90, p. 17.
S. sbg. Parasilurus aristotelis, (nahe P. chautrei Sauv. von Tiflis) 3, p. 67
bis 76; 23 cm; Fluss Achelous in Akarnanien (Griechen!.). Garman, Bull.
Essex Inst. XXII p. 56 — 59. (Als nom. nud. von Ag. 1856 publ.)
Callichrous macrophth. Unterschiede v. bimacul., Vi neig., Via. Fea,
p. (202-5), 2 Xyl.
Pseudotropiixs taakree, p. (205), Xyl.; acutir. ; garua (209) Xyl. Die Fett-
flosse kann bei alten Ex. verschwinden; daher das Genus Schilbichthys unhaltbar.
Vinciguerra, Viaggio di Fea, p. (211).
Hypophthalminae.
Bagrinae. Macrones, Schlüssel für die benachbarten Gatt. (Liocassis,
Pseudobagrus, Hemib., Aspidob., Hypselob.); desgl. für die 10 Sp. von Macrones,
welche von Binna bekannt sind: aor, cavasius, bleek., leucopliasis, vitt., menoda,
microphth.; rufescens p. (226), Tf. VII 2, nahe vitt., Meetan (16° N.), 74 mm 1.;
gulio; dayi, Maxillarbarteln kürzer als Kopf, p. (230), VII 3, Meetan, 68 mm.
Vinciguerra, Viaggio di Fea in Birraania, p. (211—235).
Liocassis moeschi, Deli (Sumatra), Boulenger, Pr. z. s, 90, p. 39.
Rita rita (H. B.), syn. buch. u. crucigera, als „R. ritoides" bezeichnet;
Bem.; Vincig., Via. Fea, p. (235).
Olyra elongata, Untersch. v. longic. u. burm. ; Bem. über die Gattimg,
Abbild. Vinciguerra, Via. Fea, p. (192—6), Tf. VII 1.
Amiurinae. Amiurus brunneus syn. zu platycephalus, Jordan, Bull.
Fish C. Vin p. 131, ebd. auch sonst. Bern, über die Siluriden der AUeghany-
Region.
Amiurus albidus, davon die südlichen Expl. (niveiventris), nördlichen (albidus,
lophius) u. südwestl. (lupus) nicht verschieden; Gilbert, Bull. F. C. VIII p. 226.
Pimelodinae.
Ariinae. Arius, die Char. aus der Bezahnung hinfällig; Bem. üb. die
birman. Sp.: parvip., falc , duss., gagora, jatius. Vincig., Via. Fea p. (109-114).
Tachisurus, die südam. Sp. bei Eigenm. u. Eig. (vergl. 1888) mit 28 Fig.
(Zahnfelder des Munddaches) illustrirt. Rev. S.-Amer. Nematogn. p. 41—94.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 249
B a g a r i n a 6. Glyptothorax trilin. ; dorsalis, Meetan (16 '^ N.), V i n c i gu e r r a ,
Via. Fea, p. (246), Tf. VII, 4.
Doradinae. Ageneiosus, die Arten durch 5 Fig. (Zahnfelder) erläutert,
Eigenm. u. Eig. Rev. S.-Amer. JiJematogii. p. 299 — 311.
Rhinoglaninae. Malapterurinae.
Hypostomatinae. Arges tuczanowskii , Amable Maria (Anden von Peru),
Fig. 1; A. whymperi v. Milligalli (Anden v. Ecuador), Fg. 2. Boul enger, Pr.
z. SOG. 90, p. 451, Tf. 41, Schlüssel der 6 bek. Sp., ebd. 450.
Loricaria, Schlüssel u. Beschr. der Arten, Eigenm. u. Eig., Rev. S.-Am.
Nematogn., p. 360-385.
Plecostomus Wma. atropinnis, Goyaz, Eigenm. u. Eig., Revis. South-Amer.
Nematogn. S. 399 u. 410.
Aristommata n. g. nahe Loricaria, aber Auge auf den seitlichen Kopf-
leisten. Ä. inexpectata, Argentinien, Holmberg, Revista jardin zool. Buenos
Aires I p. 96.
Exostoma labiatum, n. f. Birmania ; Vinciguerra, Via.-Fea, Birmania,
p.(252). E. viacropterum, Catcin (24 1/3° ^N.), 67 mm 1., ebd. (253) Tf. VllI 5.
E. feae, Tao u. Jado {19V4°N.), 66 mm, ebd. (256) Vin 6. Schlüssel für die
6 bek. Sp. p. (260).
Chimarrichthys Sauv. ^o\A von Exostoma zu trennen, aber Name auch von
Haast (auch 1874) für e. Trachiniden gebraucht. Vin eig., Via.-Fea, p. 259.
Aspredininae. Nematogenyinae. Trichomycterinae. Stego-
philinae.
Seopelidae. Leuchtorgane (von Scopelus) v. Lendenfeld, s. Haut.
Synodus evermanni, nahe poeyi u. jenkinsi nahe scituliceps, Westamerika
8" N., 33 Fd.; Jordan u. Bollman, Pr. n. mus. XII p. 152 u. 153.
Synodus lacertinus, mit kurzer Schnauze, kl. Sq. (68), kurzer P. u. A. (8),
niedriger D. (11). Acapulco (Mex.); Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 55.
Myctophum nannochir, nahe engraulis, aber D. u. Fettfl. mehr hinten, pac.
Küste der U. S., 266—685 Fd., p. 51. M. mexicanum, schlank. Au. zml. klein,
Schnauze etwas spitz, Sq. 30—33, 306—857 Fd., p. 51. M. protoculus, Oregon,
584 Fd., p. 52; Gilbert, Pr. n. m. XIH.
Scopelus langerhansi, 110 mm (ohne C), Unterschiede von Alysia loricata
Lowe, wofür der Entdecker (Lang.) den Fisch hielt; Xyl. (Schuppen); p. 454.
8c. schmitzi, 51mm (0. C), p. 456. Sc. imsülus, 39 mm, p. 457. Alle 3 von
Madeira; J. Y. Johnson, Pr. z. s. 1890.
Scopelus {Ky ct.) pterotHS, 11-12, 17, Sq. 30; Madrasküste 18V2°N , 100 Fd.;
Alcock, Ann. Mg. VI p. 217. — Sc. pyrsobolus 12, IS; 8 cm, Madrask., zw.
690 und 920 Fd. Ebd. p. 218, Tf. VIII, p. 3. Eine 3. Art (D. 11, A. 14, L. 1. 32)
aus 100 Fd. erwähnt, p. 219.
Scopelengi/s n. g., nahe Scopelus u. Nanobrachium Gthr. Kopf u. Leib
comprimirt. Auge klein, Maul sehr gross, Mx. hinten breiter. Zähne samraetf.,
spitz, auf Pal., Vom. u. Kiefern, wo von den Lippen nicht bedeckt. Kieraöff.
sehr weit, Deckel vollständig, Psbr. rud., D. nahe der Körpermitte, kurz, eine
Fettflosse. A. kurz, C. gegabelt, P. entwickelt, V. 8 (Sq.?, wenn vorh., sehr
hinfällig), Schwbl. 0, C pyl. in massiger Zahl. — Sc. trist is 12, IS, 17 cm.
Laccadiven, 1000 Fd.; Alcock, Ann. Mg. VI p.302.
250 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Cyppinidae. Schuppenentwicklung (Cyprinus u. andre Gatt.), Hofer, s.
S. 174. — Sperniatozoen (Cypr., Leuc. rut., Scardin.), Balüowitz, s. S. 198.
Die in der Schweiz heimischen Gatt, sind nach Fatio folgende: Cyprinus,
Tinea, Barbus, Gobio, Rhodeus, Abramis, Blicca, Spirlinus (Alb. bipunct.),
Alburnus, Scard., Leuc. (3), Sqal. (3);, Phox., Chondrost. (2), Misg., Cobitis,
Nemach., im Ganzen 24 Sp. Die beiden Gatt. Carassius u. Idus sind mit Unrecht
von früheren Autt. als in der Schweiz heimisch bezeichnet worden. Faune
Vertebres, Suisse, V 2, p. VII, LXXIV u. 572.
Verschiedene sibirische Arten erwähnt bei Richters, Ber, Senck. Ges. 90
(vgl. oben S. 213).
2 Catastomus, 1 Rhiu., 1 Agos. u. 2Leuciscus im Yellowstone-Park, Jordan,
Bull. f. c. IX p. 46-49, Abb.
Ueber die Arten der AUeghany - Region vielfache Bemerk, bei Jordan,
ß. Fish Comm. VIII p. 97—168.
Catostomiuae.
Cyprininae. Dangila burmanica, syn. Cirrhina kuhli 71, Vinciguerra,
Via. Fea p. 261.
Labeo, 8 Arten bei Vinciguerra, Via. Fea, p. 264 — 275.
Discognathus imberUs, ohne Barteln, L. 1. 44. Tao (1974°^.), 134 mm.
Vinciguerra, (Via.-Fea). Ann. mus. civ. Genova (2) IX p. 277, Xyl. u. Taf.
IX Fig. 7. D. jerdoni u. macrochir syn. zu lamta, ebd. p. 275.
Crossochilus (latius) die Gatt, nicht mit Cirrhina zu vereinigen (gg. Day).
Vinci g., Via Fea, p. 280.
Scaphiodonichthys n. g. (,Capoeta Gthr. e. p , von welcher Gatt auch
Scaphiodon u. Dillonia abzutrennen). Sq. gross. Schnauze voi'gezogen, stumpf;
Mund unterständig, quei-, Oberlippe uugelappt, Untl. fehlt, Mandibel mit Horn-
bekleidung. Girren 0. Schlundkn. klein, Zähne nur zweireihig (4.3-3.4), D.
kurz (3/10). Sc. burmanicus, 3/10, 3/5, Sq. 38, l^/J^^lz- 182 mm, Tenassenm
(leV^'N) u. Carin (I9V4O). Vinciguerra, (Via. Fea), Ann. m. c. Genova (2)
IX p. 281-7, Xyl. u. Tf. XI Fig. 11.
Barbus petenyi bei Schlaupitz in Schlesien; Färbung ähnl. B. barbus
Knauthe, Zool. Anz. XIII p. 720.
Barbus hampaloides, Zeichn. ähnl. B. hampal; Bartf. 0, gesägter Dstach.,
L. 1. vollständig (30); Meetan (16° N) 104 mm. Vinciguerra (Via. Fea), Ann.
m. civ. Genova (2) IX p. 298, Tf. IX 8. Dort noch gesammelt: B. sarana, altus
(syn. Matsya argentea Day), hexastichus, stevens., chola, burman., melanostigma,
apogon (syn. maculaiius), stigma (syn. sophore), p. 287-301. — Barbus, Krankheit,
Girard, s. S. 217.
Matsya s. Barbus, Rhinichthys s. bei Leuciscinae.
Rohteichthyinae. Leptobarbinae. Rasborinae. Semiplotinae.
Xenocyprininae.
Leuciscinae. Metallites sbg. n. [=Leuciscus s. str.] für L. rutilus,
virgo, nieidingeri. Erwin Schulze (F. pisc. G.), Jb Natw. V. Magdeb. 89, p. 58.
Phoxinus laevis. Biologisches erwähnt Knauthe, Zool. Gart. XXXI:
frühe Laichzeit (p. 56), maschenförmig zusammenfliessende rothe Chromatophoren
(p. 373), Laich-Papillen auch auf den Flossen (374).
in der Ichthyologie wälu-end des Jahres 1890. 251
Cyprinus rivularis Stat. Müller, syii. zu Phoxinus phoxinus, Jordan, Pr.
ac. n. sei. Phil., 90 p. 50.
Myloleucus Cope (wenn nicht mit Leucos zu vereinigen) bleibt bestehen,
dazu die früher zu Algansea gestellten Sp. obesus, symiu., bic. etc.; Jordan,
Pr. n. m. XIII p. 287.
Myloleucus formosus, der einzige Fisch im alkalischeu Wasser des Silver-
Lake (Oregon), Cope, Am. Natur. XXIII p. 975.
Rhinichthys atronasus, dazu als var. lunatus (obtusus durch L. 1. 70 versch ) ;
Bollman, Bull. Fish C. VIII p. 222.
Apocope wohl genus (statt sbg.), obgleich sehr nahe Rhinichthys u. Agosia,
Jordan, Pr. n. m. XIII p. 287.
Agosia Gir., dazu syn. Zophendum Jord. nee. aut., typ.: Hyborhynchus
siderius Cope [eigentlich Hybognathus, Druckfehler], syn. zu Ag. chrysog. Gir.
Jordan, Pr. n. m. XIII p. 287.
Algansea hierzu tincella Gir. u. australis Jord. nicht zum echten Zophendum
J. gehörig. Jordan, Pr. n. m. XIII p. 287; vergl. Myloleucus.
Notropis chloristius var. zu niveus. Jordan, B. Fish C. VIII p. 138;
Bern, über scabriceps p. 140.
Notropis roseus, nur aus Louisiana bek., in Georgia häufig; Untersch. von
chalybaeus. Gilbert, B. Fish C. VIII p. 226.
Opsopoeodus hollmani, von emiliae durch horiz. Maul u. Caudalfleck verscb.,
5 cm, Milien, (Georgia); Gilbert, Bull. Fish C. VIII p. 226.
Rhodeinae.
Danioninae. Danio malabaricus, sj^n. ist Perilampus aurolin. Vincig.,
Via. Fea p. 303.
Barilius harnoides, Catcin (24 73° ^Oi Vinciguerra, Anu. m. civ. Gen. (2)
IX p. 307, Xyl. u. Tf. IX p. 9; von Barma; ebd. B. barna u. gutt. erwähnt.
Hypophthalmichthyinae.
Abramidinae. Alburnus charusini Herz. 89 (in: Spiski i Opisanie Zool.
Mus. Moskau I Nr. 1 p. 50), 2/8, 3,14, L. 1. 44, 9/3+3; Mündung des Malyi-
Usen, Kamysch-Ssamarkische Seen. Besckr. u. Abb. in Mel. biol. Bull. sei. Pet.
XIII p. 136.
Spirlinns n. g. für Alburnus bipunctatus autt., den Günther schon ab-
gesondert u. zu Abramis gestellt hatte; Fatio, Hist. nat. Vert. Suisse, V 1,
p. 389, 1882 (in früh. Ber. übersehen).
(Rohtee) Osteobrama feae, 4 Barteln, A. 3/28, Mandelay, Bhamo u. Kokarit,
p. 311, Xyl. u. Tf. X 10; Ost. cotio, alfrediana u. belangeri in Barma, Vin-
ciguerra, Via. Fea p. 314-9.
Homalopterinae. Von Vinciguerra als Fam. anerkannt, wozu viell.
auch Psilorhynchus zw. ziehen; 5 Gatt.: Crossostoma (zahlr. Bartf. um den Mund),
Homaloptera (3 Paar Bartf., Augen oben), Helgia (3 P. Btf., Augen seitlich),
Psilorh. (ohne Bartf.), Gastromyzon (die V. verwachsen, bei den 4 vorigen G.
frei). Ann. m. civ. Gen. (2) IX p. 320.
Helgia n. g. (vergl. oben); H. modesta nahe H. bilineata Blyth.. D. weiter
hinten u. Schlundz. nur 8 jederseits, 52 mm 1., Meekalan u. Meetan (Tenasserim),
Vincig. p. 328—332 Xyl. w. Tf. XI 12. H. bilin., Meetan, ebd. p. 332-5, Xyl.
u. Tf.Xl 13.
252 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Lepidoglanis? = Gastromyzon, siehe am Anfang der Siluridae S. 248.
Cobitidinae. Als Farn, aufgefasst bei Vinciguerra: Ami. m. c. Gen.
(2) IX p. 335; aus Barma behandelt 4 Sp. Nemachilus, 2 Lepidocephalichthys,
1 Acanthopsis, 3 Botia, 2 Acanthophthalmus, ebd. p. 336—349.
Nemachilus barbatula athmet in reinem, sauerstoffreicheni, kühlem Wasser
eines Bergbaches freiwillig mit dem Darm, Knauthe, Zool. Gart. XXXI p. 347;
ist lebeuszäh, ebd. 373.
Nemachilus hischakewitschi, 8, 6, deutl. Sq. fehlen, ein zahnf. Forts, am
Obkf.; Margelan u. Andidshan (Turkestan), 78 mm. Herzenstein, Mel. biol.
Bull. sei. Pet. XIII p. 139.
Cobitis taenia nur in der Süd-Schweiz, Fatio, H. nat. poiss. Suisse 11
p. 16 (Tf. IV 1, 4). Nemach. barbatula, 2 Canäle, die von der Schwimmblase
jederseits unter die Haut führen (Athmung, Wetterwahrnehmung), Ebd. p. 24,
Tf. IV 1.
Knepüdae.
Chapaeinidae. Prochilodus platensis, D. 11, A. 11. Sq. 46—47, 9/9; Ar-
gentien, häufig, 52 cm 1. Holmberg, Revista jardin zool. Buenos Aires I p. 94
Anostomus, Schlüssel für 12 Sp. in 3 Sbg.: Anostomus, trimac. u. salm.
Schizodontopsis: taen., proximus (Villa Bella u. Ueranduba) p. 19, varius
(7 Fundorte, Brasilien) p. 19, nitens var. n. varius (Iga) p. 20, oriuoc St. Schi-
zodon: vitt., fasc, dissimilis (Rio Puty) p. 22, isogn., platae (Rosario) p. 23,
nas. G arm an. Bull. Ess. J. XXII p. 15-23. Schizodon sagittarius wohl juv.
von Rhytiodus arg.-fusc, ebd. p. 16.
Henochilus n. g. nahe Tetragonopt. u. Scissor. Die Oberlippe rück-
gebildet; die oberen Zähne überragen Unter /ahne u. Unterlippe; sie sind für
das Ergreifen saftiger Blätter adaptirt. H wheatlandii 11, 26; L. 1. 47, tr. 8/4
bis 5. Brasilien, Santa Clara im Rio Mucury, 16 Zoll. Garman, Bull. Essex
Inst. XXn p. 49, Tf. I.
Chalcinus. Garman giebt einen Schlüssel der 8 von ihm anerk. Sp. und
deren Syn. und Fundorte: 1) Ch. angulatus (syn. brachip. C. V. nee Gthr., nemat,
müll., trif. u. Trip, flavus), dazu 4 var. n.: curtiis, vittatus, signatus, fuscus p. 4.
2. Ch. paranensis Gthr. 3. Ch. güntheri für brachyp. G. nee C. V. 4. Ch. pictus
11, 24, Sq. 32, 5/1 (2), Jutahy p. 5. 5. albus (Trip. alb. Cope, als juv.), syn. Ch.
kneri St. als ad. 6. elong. Gthr., weit verbreitet. 7. magdalenae St. 8. culter
Cope. Bull. Essex I. XXII p. 1—7.
Gasteropelecus pectorosus, höher als stellatus (Bern. üb. stell, u. sternicla),
Cudajas, Lago Alexo, Obidos, Tabatinga, Manacapoura, p. 9. G.fasciatus, 10,
25— 27; L. 1 30 — 32; Manac, Tabat., Lake Saraka, Cudajas, p. 9; Garman,
Bull. Essex J. XXII p.8-10.
Cynopotamus, Bem. über paucir., mol., microl., affinis Gth., myersi Gill.,
xenodou Rht., guat., kneri St. u. hum. C. biserialis, Lago do Maximo, Obydos,
Villa Bella; Zähne in zwei Reihen oben und unten, L. 1. 62, p. 14; Garman,
Bull. Essex Inst. XXII p. 11-14.
Cyprinodontidae. Cyprinodon danfordi, bei Albistan (Kleinasien), zus.
mit C. dispar; Boul enger, Ann. Mg. VI p. 169.
Haplochilus Äari/, Trinidad; N. iud. „Wabine"; Boulenger, Ann. Mg. VI,
p. 170.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 253
Fundulus, die Micropyle beschreibt Eigenmann, s. S. 198.
Zygonectes notti Ag. (craticula G. B.), dazu als ^ zonifer J. et M.;
Gilbert, B. F. Coram. VIII p. 227.
HetePopygii. Chologaster avitus syn. zu cornutus (nur schlanker);
Gilbert, Bull. F. C. VIII p. 227.
Umbpldae. Dalliidae.
Seombresoeidae. Exocoetus, üb. d. Flug, s. Seitz und Dahl, S. 214.
Exocoetus xenopterus, Clarion-I. (Westam, 19" N); Gilbert, Pr. nat. iiius.
XIII 11. 58.
Exocoetus exsiliens Stat. Müller, Synonymie; Jordan, Pr. ac. n. sei. Phil.«
1890 p. 49.
Esoeidae. Esox, Schuppenentwickl., Hofer, s.S. 174; Otolithen, Breuer,
s. S. 183; Spermatozoen, Ballowitz, S. 198; Micropyle, Eigenmann, S. 198;
Krankheit, Fatio (auch Blanc), S. 217.
Galaxidae.
Mormyridae. Mormyrus menio, D. 29, A.36, Sq. 85, 18/18; nahe Senegal,
und cyprin., Gaboon, 19 cm; Boulenger, Ann. Mg. VI p. 193.
Sternoptyehidae. Gonostoma maderense, 13 cm (o. Caud.), A. 33; J. Y.
Johnson, Pr. z. s. 90 p. 458.
Chauliodus wiacoMw?, C. St. James (51° 23' N.) 876 Fd.; Bean, Pr. n. m.
XIII p. 44.
Gonostoma microdon und Chauliodus sloanii aus 922 u. 1260 Fd. (Madras-
küste); Alcock, Ann. Mag. VI p. 222.
Stomiatidae. Thaumastomias n. g., nahe Malacosteus Ayres. Gestreckt,
comprimirt, Anus nicht weit von der C. Kopf comprimirt, Schädel klein,
Schnauze kurz, Maul ausserordentlich weit, ein langes Muskelband von Hyoid
zur Symphysis mndb. ; Zähne spitz, ungleich, in einfacher R. in Praemax., Max,,
Mndb. u Pal., keine auf d. Zunge. Auge massig, Kiemendeckel rud., D. gegen-
über der A., im letzten Körperviertel nahe der C. ; P. fehlt; V. in der vorderen
Körperhälfte. Kiemenöffn. sehr weit, Schwimmblase fehlt. — Th. atrox, 23, 25;
13 cm 1., Madrasküste, 18° 26' N., 1310 Fd.; Alcock, Ann. Mag. (6) VI, p 220,
Tf. 8, Fig. 7.
Idiacanthus antrostomus, Pac. Küste, 32— 35°N., 603 Fd.; Gilbert, Pr.
n. m. Xni p. 54.
Salmonidae. Schuppenentwicklung, Hofer, siehe S. 174; Furchung,
Henneguy, S. 206; Eutwickl., M'lntosh, S. 211; Blutneubildung, La-
guesse, S. 186; Krankheit, Emmerich u. W., S. 217; desgl. Seligo, S. 217.
v. d. Borne, 6 amer. Salmoniden in Europa, s. S. 221.
Salmo nelma, taimen und lenok Stat. Müller, Synonymie; Jordan, Pr. ac.
n. sei. 90, p. 49; vergl. S. 213.
Salmo. Für die Schweiz werden angeführt: 1. S. salar L.; 2. S. lacustris
L. enthaltend eine Forma fecunda minor = S. fario autt. ; eine F. fec. major,
welche wieder zerfällt in Var. rhenana = Fario trutta Rapp, Var. lemani, Vai'.
meridionalis (Norditalien), Var. e.cceZ«a (Ober-Engadin); die Forma sterilis lacustris
(auch ausserhalb des Bodensees, im Thuner, Vierwaldstädter, Neusch., Züricher,
Genfer See), auch in Norditalien. Fatio, Faune Suisse V 2 p. 295-381 (Abb.
254 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Beiicht über die Leistungen
von Schuppen, Vomer etc. Tf. III, IV). Auch einige eingeführte Species be-
handelt, p. 383-393.
S. halar. Entwickl. u. Biologie, M'Intosh, s. S. 211.
S. salar steigt in ^Norwegen (Flüsschen Nidelven) erst im Mai auf u. zwar
grössere und kleinere Exempl. gleichzeitig, während in Franki-eich zuerst die
grossen (im Nov.), dann immer kleinere (bis Juli) in den Flüssen erscheinen.
Kunstler, C. r. Paris, CXI, p. 695.
S. trutta, Betrachtungen über Wanderung und Sterilität in Beziehung zu
anhaftenden Caligus mit Meeres-Algen Giard, s. bei Biologie, S. 214.
S. fario, Entvpickl., Anatomie etc. s. oben.
Salmo mykiss im Yellowstone Paik häufig, aber stark von Würmern (Dibo-
thrium) geschädigt. Jordan, Bull, fish comm. IX p. 50, Fig. 10, 11. (Ebd. auch
Coreg. will. u. Thymallus.)
Salmo mykiss. macdonaldi sbsp. n. „yellow finned trout", Twin-Lakes,
Colorado, dort mit S. myk. stomias, „Greenback trout" zusammen; 10, selbst
13 Pfund, frisst Fische. Jordan u. Everman, Pr. n. mus. XII p. 453.
Epitomysis sbg. n. von Salmo, „Vomer brevis, petiolo edentulo" für
Salmo s. Str. v. Siebold. (Umbla-f-Hucho Rapp.) Erwin Schulze (F. pisc.
Germ), Jb. Natw. V. Magdeb. 89, p. 38.
Salvelinus als Gatt, von Salmo zu trennen, u. in 2 Gruppen für die eigent-
lichen Salv. bez. für Salv. bucho. Mit Siebold von Salv. s. str. nur 1 mittel-
europ. Sp., Salv. umbla, anerkannt, die von dem nordischen S. alpinus nur als
var. zu unterscheiden. Fatio, H. n. Faune Suisse V 2, p. 393— 411.
Salmo [Salvelinus] fluviatilis Pall., alte Abb. Richters, Ber. Senck. Ges.
p. 90 Tf. 1 (s. S. 213).
Salv. fontinalis, Mittheilungen u. Abbildung, Zenk, All. Fisch. Z. XV p. 114.
[Salvelinus] taimen Pallas s. oben bei Jordan.
Oncorhynchus quinnat, 1 Expl. 213 mm 1. am 24. Mai 90 an der Südküste
Fi'ankreicbs im Meere, bei Banyul; stammt von Aussetzungen im Aude-Fluss,
Winter 88/89. Marion u. Guitel, C. r. Vol. CX p. 1311, vergl. S. 222.
Osmerus, in Holland, floek, s. S. 221.
Coregonus, Myxosporidien-Krankheit, Seligo, s. S. 217.
Coregonns syrok u. mercki, alte Abb. reprod., Tf. II, III, auch im Text
mehrfach Cor.-Spec. erwähnt, Richters, Ber. Senck. Ges., p. 90 (vergl. oben p.213).
V. Fatio schreibt sehr ausführlich über die Coregonen der Schweiz, in
mehreren Punkten von der vorläufigen Publ. (s. Ber. 1885 p. 427) abweichend.
Der D isper sus-Typus behält nur 3 Species: 1. Cor wartmanni (in welchen
jetzt crassirostris einbezogen wird) mit Sbsp.: coeruleus p. 115 (statt acutirostris
85, = Blaufelchen, nur im Bodensee, Taf. II Fig. 1, Kopf), dolosus (Zürich,
Wallenstadt), confusus (85 bei annectus, Murten-See), und weiteren 3 Gebirgs-
Subsp dem alpinus (der Albock des Thuner- u. Brieuzer-See, 1885 zu nobilis
gezogen), nobilis (Luzern), compactus (Zug). 2. Cor. annectus, jetzt nur (conf.
oben confusus) mit 1 Sbsp. balleoides (Baldegg u. Hallwyl). 3. Cor. exiguus Klz.
(85 restrictus) mit 5 Sbsp.: nüsslini (Gangfisch des Bodensee), heglingus {Zürich)
p. 175, albellus (Luzern, Thun, Brienz) p. 179, feritus (Mmten), bondella (Neu-
schatel u. Biel, col. Abb. Tf. 1). — Der Balleus-Typus hat 4 Sp. (85 fehlte
hier hiemalis): 1. C. asperi mit 3 Sbsp.: maraenoides (Zürich), sulzeri (Pfäffikon),
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 255
dispar (Greifen). 2. C. schinzi mit 4 Sbsp. : helveticus p. 222 (statt alpinus 85,
Felcben des Bodensee, Luzern, Thun, Brienz, Zug), palea (!Neusch,, Murten,
Biel), fera (Genf, Taf. U Fig. 2, Kopf), dwjier (Zürich) p. 252. 3. C. acronius,
nur mit Sbsp. acronius (Bodensee). 4. C. hiemalis (85 als gemischte Spec. be-
trachtet), mit nur 1 Sbsp. hiemalis (die Gravenche, Genf). — Mischform zw.
disp. u. balleus ist Cor. suidteri (Ballen, Sempach). — Die brauchbaren Charak-
tere auch für fremde Arten verglichen, Kiemendomen (p. 70 Fig. 3, 4), Maxillare
(p. 73, Taf. II, wo 18 Abbild.). Von den in die Schweiz importirten Arten ist
der sog. C. albus Les. wohl nicht diese Art, sondern eher der C. williamsoni
Gir. (viell. noch mit quadrilateralis Rieh, gemischt), p. 280. Laichzeiten-Tabelle
p. 530, Bestimmungstabelle p. 522—3. In der Schweiz einheimisch nach Vf.
8 Arten, oder 22 Subsp. Faune des Vertebres de la Suisse, V 2, p. 56—285.
Coregonus tuUibee bisselli n. sbsp., Rawson- u. Howard-See (Michigan);
B oll man, Bull. Fish C. VHI p. 223.
Argentina sialis, Niedercalifornien 58 Fd., Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 57.
Leuroglossus n. g. Argentinidarum. V. fast unter d. Mitte der D.,
Mndb. mit einigen schwachen oder ohne Z., Pi'äraaxz. 0; e. Reihe stärkerer Z.
auf Vom. u. Pal. (vorn), Zunge zahnlos. C. pyl. 9. Habitus von Arg., aber Schnauze
kürzer, Max. bis zum Auge reichend u. Zungz. 0. — L. stübius, 10, 11. Unter-
californien, 40 Fd.; 8 cm 1. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 57.
Bathylagus pacifiais, durch engen, concaven Intorbraum von antaict. u.
atl. versch. Washington, 685 u. 877 Fd. Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 55.
Pereopsidae. Haploehitonidae. Gonorhynehidae. Hyodontidae.
Pantodontidae. Osteoglossidae.
Clupeidae. Vergl. Hoek, Faunen (S. 221).
Engraulis. Im Winter 1889/90 mehrfach Sardellen bei Schottland gefangen,
wo sonst unbekannt. Fulton, 8. Ann. Rep. Fish. Board Scotl., pt. JII p. 351 — 3.
Engraulis. 3 Sp. von den Flussraündungen in Barma, Vincig. Ann. mus.
civ. IX p. 350—2; 1 Coilia, 1 Chatoessus, 2 Clupea u. 1 Megalops, ebd.
Clupea. Spermatozoen, Ballowitz, s. S. 198; Micropyle, Eigenmann,
S. 198; Hirnentw. u. Larven, Holt, S. 193; Jugendf., M'Iutosh, S. 211,
derselbe Eier u. Jugendf., s. S. 216.
Cl. harengus. Früher wurde in der östl. Nordsee nur an der Elbmündiing
und au einzelnen Stellen in nächster Nähe der jütischen Küste etwas Fang
betrieben, grössere Schaaren von Seeheringen, d. h. in offener See im
Herbst laichender und salzbarer Heringe waren unbekannt. Dicht bei Helgoland
(54 72*^^.) wurden im Sept. immerhin einige Herbstheringe gefunden, aber auf
57 V2° N., 8^ Ost (Gr.) wurde am Nordabhang der Jütlandbank ein reicher bisher
unbekannter Fangplatz festgestellt; hier dürfte das Laichrevier des Bohuslän-
herings liegen, der vom Nov. bis März in Massen die schwedische Skajerrakküste
aufsucht. Heincke, Mitth. Sect. Küstfisch. Jg. 90, p. 5 — 30, Karte, vergl.
oben p. 220. - Vergl. de Sede, S. 219; Giard, S. 222.
Cl. pilchardus, Variation, Bateson, s. S. 218; Krankheit, Thelohan,
s. S.217.
Alosa finta var. laciistris, Name für die „Agone", d. h. die in den Seen Nord-
italiens laichende Form, während die „Cheppia" (echte A. finta) in den Flüssen
laicht; A. vulg. kommt nur von Norden an die Schweiz heran. Fatio, H. nat.
poiss. (Suisse) 11 p. 28-53, Tf. IV 8—11 (Kiemeudornen, Schuppen).
256 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Haiengula, iu Westindien wohl nur 3 Species: arcuata, macrophth. und
clupeola, Schlüssel dafür, Synonymie; Jordan, P. n. mus. XII, p. 645.
Etrumeus acuminatus, Golf v. California, 22 Fd.; Gilbert, Pr. uat. mus.
Xni, p. 56.
Bathythrissidae. Chipoeentridae.
Alepoeephalidae. Bathytroctes stomias, Maul enorm, Vorderraud des
Auges über d. Mitte des Obkf., Oregon, 877 Fd.; Gilbert, Pr. n. m. XIII p.53.
Bathytrocte.s squamosus, anscheinend einige Schuppen auf dem Operculum,
17, 17. Sq. 50, 5/9. Laccadiven, 740 Fd ; Alcock, Ann Mg. VI p. 303.
Narcetes n. g. nahe Bathytroctes. Kopf nackt, Körper etwas verlängert,
comprimirt, Sq. massig gross. Auge zieml. klein. Maul weit, Mx. unter die
Augenmitte hinaus. Feine Z. im Praem., Max., Mnd., Pal, Vomer; in Praem.
u. Mnd. mehrreihig, keine auf d. Zunge. Kiemöff. weit, Deckelstücke vollst.
7 Rbr., Br. 4, mit schmalen Blättcheu und langen Dornen ; Psdbr. vorh. Fettfl. 0,
C. gabiig. C. pyl. in massiger Zahl. Ovarien mit Oviduct. — N. erimelas. 15,
12. L. 1. 68. 35 cm 1. Laccadiven 740 Fd.; Alcock, Ann. Mg. (6) VI p. 305.
Platytroctes apus (Augd. ^5 der Kopfl.), Laccadiven 740 Fd.; Alcock, ebd.
p. 307.
AulastomatomorphaM. g. Kopf nackt. Körper gestreckt, mit winzigen,
kaum sich deckenden Sq. Vordere Kopfkuochen in eine lange Röhre aus-
gezogen, woran vorn der Mund; dessen Oberrand von Praem. u. Max. gebildet.
Zähne nur in d. Kiefern, einreihig. Auge gross. Kiemdeck, anscheinend vollst.
Kiemöff. unten weit, oben nicht über P. : 4 Kiemen, Blättchen schmal. Psbr.
fast rudim. D. auf der Schwanzregion, Fettfl. 0, A. sehr lang, C. gabiig.
C. pyl. wenige und klein. Schwimmblase 0. — Au. phospherops, 21, 41. 28 cm 1.
Laccadiven, 1000 Fd.; Alcock, Ann. Mg. (6) VI p. 307.
Notopteridae. Notopterus kapirat, Barma, Bemerk.; Vi neig., Viaggio
Fea, p. 355.
Halosauridae. Eigene Ordnung (oder wenigstens Subo.) Li/opomi,
wegen des vom Suspensorium losgelösten Präop. und vergrösserten Subop. ; die
sonstigen osteol. Char. (15 Zeilen); Gill, Amer. Nat. XXIH, p. 1015— 16. Vergl.
auch Gill's Mitth. in Biol. Soc. Wash. vom 31. Mai 90.
Halosaurus hoskyni, nahe affinis. 11, 175; C. pyl. 7. Laccadiven, 1000 Fd ,
52 cm 1.; zus. mit aftinis; Alcock, Ann. Mg. VI p. 309.
Gymnotidae. Deriehthyidae (Gill 84).
Symbranehidae. Amphipnoidae als eigne Fam. von den Symbr. ab-
getrennt, werden mit diesen und den Monopteridae als Holostomi Cope zu-
sammengefas,st; Gill, Pr. n. m. XIII p. 299.
Amphipnous cuchia u. Monopt. jav. in Barma, Bemerk., Viucig., Viaggio
Fea p. 356.
Mupaenidae. Nemichthyinae. heihichthys gilli, Pr. of Wales-I., 55''
20' N., 1569 Fd.; Bean, Pr. n. m. Xni p. 45.
Saccopharynginae.
,,Synaphobranchidae", Diagnose und Beschreibung der Gruppe. Betont
wird osteologfsch die Kürze der Rad.branchiostegi, das nach hinten gerichtete
Hyomandb., das im IJntkfr. weit vordringende Articulare. Nur 2 Gatt. : Synaph.
u. Histiobr.; Gill, Pr. n. m Xlll p. 161— 164.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 257
Anguillidae, nach GiU nur die Gatt. Anguilla (Shaw 1803, nicht Thnnb )
enthaltend; in der Diagnose kommen an osteol. Char. nur vor: enchelycephale
Apoden, mit wohlentw. Operkelapparat, lateralen Maxillinen, fast vollständiges
Branchialskelett; in der Beschr. einiges weitere über diese Theile u. „Trennung
der 2 Frontalia, das schräge Vorwärtsziehen des Suspensoriums u. die massige
Entw. des Hyomandibulare."
Anguilla anguilla. Im Mai 90 (statt Herbst!) wurden vom Loch Coulter
absteigend 30 $ mit ziemlich reifen Eiern gefangen. F. W. Fulton, Migiations
and reproduction of Ang. vulg., 8. Ann. rep. Fish. B. Scotl., III p. 354— 357. -
Vergl. auch Math er, S. 215. — Leber des Aals, vergl. Shore u. Jones, S. 192.
Anguilla bicolor, Bemerk., Vincig, Viaggio Fea, Barma, p. 358.
Ophisoma nitens, nahe heterogn., aber Kopf u. Rumpf 2^j.^ mal in Schv/anz
u. Auge 7 mal in Kpfi., Westamerika 8*^ 47'^., 14 Fd., Jordan u. Bollman,
Pr. n. m. XII p. 153.
Promyllantor n. g. (Anguillinae), nahe Congromuraena. Kräftig, Muskeln
und Knochen gut entwickelt. Schwanzl. etwa gleich Rumpfl. Schleimkan. des
Kopfes gut entw. Auge Vs Kopfl. Maul zieml. klein, nur bis Augenmitte.
Sammetz in breiten Binden auf den Kf. und in e. breiten Fleck vereinigt am
Gaumen. Zunge frei, JSasl. seitlich. Kiemöif. weit von einander, 4 Kiemen mit
weiten Spalten. Sq. 0, D., 0. u. A. vereinigt und, wie P., gut entw. Die D.
beginnt etwas hinter dem Kopf. — Fr. ]}urpureus, 44 cm, Laccadiven, 1000 Fd.,
Alcock, Ann. Mag. (6) VI p. 310.
Simenchelyidae als Fam. Char.: „Apode Fische mit stumpfer Schnauze,
voinstehendem , querem Mund, massiven Kiefern mit acrodonter Bezahnung
[Zähne stumpf, einreihig], die unterständigen, longitudinalen Kiemenöffmingen in
massiger Entfernung von einander." Für Sim. parasiticus GiU. 80 (syn. Concho-
gnathus grinialdi Coli. 89) als einz. bek. Sp. Die ,,Description" der Fam.
enthält nur wenig Osteol. (Operkapar. u. Branchialskelett, letzteres nach einem
unvollkommenen Präparat); Gill, Pr. n. m. XIII p. 239— 242.
Heterocongrinae.
Muraenesocidae als Fam.; ob die 5 der typ. Gattung von Gthr. bei-
gefügten Gatt. (Nett., Saurench. etc.) zur Fam. gehören, noch unsicher. Die
Gatt, in 8 sbg. oder gen. zu zerlegen: Muraenesox (s. str.) mit M. cinereus als
Typ., Cynoponticus (savanna) und Congresox n. g. für talabon (wegen Be-
zahnung). Char. d. Fam. gg. Ang. u. Congr. : Niedrige Lage des Hyomaudb.-
Condylus für das Operc, schlanke Kiemenbögen, untere Schlundkn. über die
Ceratoh. des 4. Bogens vorgeschoben, eigenth. Entw. der Membrana branchiostega,
Gill. Pr. n. m. XIII p 231-234.
Neoconger vermiformis, nahe Leptoconger perlongus Poey, dessen D. aber
viel weiter nach vom iind vord. Nsl. röhrf. Untercalifornien, 30 Fd., 16 cm 1.;
Gilbert, Pr. n. m. XllI p. 57.
My rinae.
Ophiclithyinae. Ophichthys evionthas, nahe bonaparti aber schwarze,
z. Th. zu Q,b giuppirte Flecke, Hood-I. (^Galapagos), p. 154; 0. riigifer, nahe
triserialis, Charles-I. (Gal.); Jordan u. Bollman, Pr. u. m. XII p. 155.
Ophichthys nothochir, P. fast verschwunden, nur Vs Augd. 1. u. wohl ohne
Strahlen, sonst ähnl. evionthas, S.-Josef-I. (G. v. Calif.j, 36 cm; Gilbert, Pr. n.
m. XIII p. 58.
Arch. f. Natiirgesch. Jahrg 1893. Bd.U. H.l. 17
258 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Ptyobranchinae.
Muraeninae. „Muraenidae", Diagn. u. Charaktere der als Farn, be-
trachteten Muraeninae Gthr's. Die Osteologie von Myroconger zu wenig bek.,
die Zugehörigkeit zur Gruppe, allein auf die engyscliisten Kiemen gegründet,
nicht sicher. Die von Cope zumal anfänglich für diese Gruppe aufgestellten
osteol. Merkmale (Coleocephali, gegenüber den anderen Aalgruppen, Enchely-
cephali) sind z. Th. ÜTthümlich. Mangel des Präop. , Max., Pteryg., unt.
Schlundkn. etc. Die Günther'sche Gatt. Muraena vi^ird in 9 Gatt, zerlegt, ähnlich
wie bei Jordan bez. Kaup; Gill, Pr. n. m. XIII p. 165— 170.
Miu-aena sp., bei Zanzibar, 60 cm 1., hatte reife Eier 3 mm 1. und 2^/2 mm
breit, die den Leib aufgetrieben erscheinen Hessen, Keine weiteren anat.
Angaben. Voeltzkow, Zool. Anz. XIII p. 314— 15.
EijjryphapyTigidae.
Lophobrauchii.
Solenostomatidae.
Syngnathidae. Siphostoma rousseau, syn. Syngn. elucens Poey, nahe
pelag. u. agass., Beschr, ; Jordan, Pr. n. mus. XII p. 647.
Syngnathus, über d. Fovea retinae s. Chievitz, S. 183; über Entwicklung-
Smith, s. S. 215.
Plectognathi.
Selerodermi. Balistes, Schallapparat, Möbius, s. S. 181.
(Balistes) Melichthys bispinosus, wie piceus u. ringens, aber stets nur
2 Dstach., Clarion- u. Socorro-I. (20° S.); Gilbert, Pr. n. m. XIII p. 125.
B. vetula, 1 Ex. weit nördl. bei AVood's HoU (Mass.); Beschr., Bem. über
Morphol. der Bauchfl.; Garman, On Balistes vetula L., Bull. Essex Inst. XXII
p. 53—55.
Ostracion bicaudale, bei Yukatau; Bean, Bull. Fish C. VIII p.l94, Taf.28.
Gymnodontes. Diodon giftig, Vorderman, s. S. 226.
Tetrodon, 4 Spec. von Barma erwähnt, Vinciguerra, Ann. mus. civ. IX
p. 359—860 (desgl. Xeuopt. naritus).
Tetrodon aurantius, zur Sect. 11 B in Gth. Cat.; New South Wales (Shoal-
haven District), 27 cm 1. J. Douglas Ogilby, Rec. Austral. Mus. Yol. I
p. 81—82 u. 101.
Mola rotunda, ein Ex. 200 Pfund schwer bei Beach Haven N. J. mit zahl-
reichen Parasiten; Leidy. Pr ac. n. sei. Phil. 90, p. 281.
Ganoidei.
Amiidae. Amia, Schuppenentwickl., Hofer, s. S. 174; Herz, Rose, s. S. 187.
Polypteridae. Polypterus, Morph, der Rippen, Hatscheck, s. S. 179;
Gehirn, Bridge, S. 193.
Lepidosteidae. Lepidosteus, Eihautstruktur, Nähr. u. Athm. der Jungen,
Mark, s. S. 198.
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 259
Aelpenseridae. Aciijenser sturio, Alters- und Geschlechtsunterschiede,
Anatomie, Entw., Biol. u. Oekonomisches; A. brevirostris selten (beschr. p. 236),
bleibt klein (33 Zoll), Expl. von 20 Z. Abb. Fig. 24, 27, 28. Ryder, Bull. Fish
G. Vin p. 231— 328, Tf. 37— 59 (vergl. S. 226). — Spritzlochkieme Virchow,
s. S. 197; Spermatozoen, Ballowitz, s. S. 198.
Acipenser, sibirische Arten öfters erw. bei Richters, Ber. Senck. Ges. 90.
Polyodontidae.
Dipnoi.
Sirenidae. Burckhardt, R. Ueber Protopterus ann. — Szb. Ges. natf.
Fr. Berlin, 1890 S. 158. Der Schwanz funktionirt während der Eiukapselung
nicht als Athmungsorgan. Die Flossensäume der Extremitäten bilden sich erst
bei grossen Thiereu aus. — Ueb. Blutgefässe der Haut, s. Laguesse, S. 186;
über Milz u. Pancreas, derselbe, ebd.
Ceratodus, Herz, s. Rose, S. 187; Osteologie, Fritsch, s. fossile Fische ;
Moi'ph. der Flossen, Hatscheck, s. S. 179.
Elasmobranchii.
„Die Kiemenstellung u. die Systematik der Selachier", 0. J aekel,
Szb. Ges. natf. Fr. Berlin, Jg. 1890 p. 47—57, 3 Fig. — Die ursprüngliche An-
ordnung bestand in zahlreicheren Kiemenöffnungen, welche vor den Brustflossen
lagen, heute nur noch bei Notidanus u. Ohlamydoselache angetroffen. Daraus
entwickelte sich einerseits der Typus der schwimmkräftigen modernen Haie
(Carchariiden, Scyll., Scyllolamn. u. Cestracion); hier rücken die Oeffnungen
nach oben u. rückwärts, die hintersten über die Brustflossen. Andrerseits werden
bei den platt auf dem Boden lagernden Formen, den Rochen, die statt des
Schwanzes nur der Brustflossen sich beim Schwimmen bedienen, durch die
starke Entwicklung der P. die Kieraenöffn. auf die Unterseite unterhalb der
Brfl. gedrängt. Bei beiden modificirten Typen gehen die hintersten Oeffnungen
ein, es sind immer nur 5 vorh., bei Stegostoma schieben sich die 4. u. 5. so zu-
sammen, dass sogar nur 4 Schlitze üusserlich sichtbar bleiben. Die Lammiden
mit noch vor den P. stehenden Schlitzen (diese sind bei Selache ausserordentlich
hoch) nähern sich noch den älteren Haien. Die Rochen stammen wahrscheinlich
polyphyletisch von mehreren verschiedenen Urhaien ab. Sqatina u. Pristis sind
echte Rochen, Pristiophorus ein echter Hai.
Vergl. über Herz, Rose, s. S. 187; Leber u. adenoides Gewebe, Pilliet,
S. 190; Blutgef. des Darmkanals, Howes, S. 185; Placenta, Alcock, S. 197;
Entwicklung, Kastschenko (Pristiu., Torp., Scyllium) S. 206; desgl. Ant.
Schneider, S. 208. — Trachyncanthidae, neue Abth.; vergl. J aekel, üb. fossile
Ichthyodorul. (s. foss. F.). — Siehe auch unten!
Chimaeridae.
Squali: Schädel (Laemargus), White, s. S. 180; Kiemen (Squatina),
J aekel, s, oben; Spritzloch u. Pseudobr. (Lamua), Ewart, S. 195; Entw. der
vordersten Kopfhöhle (Acanthias), Platt, S. 179.
17*
260 F. Hilgendorf n. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
Carehariidae. C. temminckü bei Raugoon; Zähne nur 25/29 (jung).
Vinciguerra, Via. Fea p. (160).
Lamnidae. Rhinodontidae. Notidanidae.
Chlamydoselaehidae. Chlam. anguineus, 1 $ 610 mm 1. bei Funchal
(Madeira), bishei' nur pacifisch bek. [1897 bei Norwegen]. Collett, Bull. soc.
zool. XV p. 219-222.
Seylliidae. Cestraeiontidae.
Spinaeidae. Laemargus microcephalus am 28. Dec. 89 unweit Helgoland
gefangen. 3,5 m 1. Möbius, Szb. Ges. natf. Fr. 90, p. 11.
Rhinidae.
PristiophOPidae. Jaekel: Ueber die systematische Stellung u. üb. fossile
Reste der Gatt. Pristiophorus. — Die Rostralzähne weichen durchaus von den
äusserlich ähnlichen Gebilden bei Pristis (diese sind als Stachel zu betrachten)
ab, sie sind Hautzähne, u. ihre Mikrostruktur beweist entschieden die Zugehörigkeit
des Pristioph. zu den Spinaciden. Die Articulation zwischen Kopf u. Wirbel-
säule, die bei Haien sonst fehlt, wird (wie bei Pristis) durch 2 Condyli hergestellt,
was aber nur funktionelle Anpassung, nicht Verwandtschaftscharakter ist. Das
Skelett eingehend besclir. (mit Abb.). Die Wirbel typen Hasse's werden modi-
ficirt: Es wird 1. ein indifferenter Typus angenommen (Notidanus u. die Cyclo-
spondyli), 2. eine Differenzirung davon ist einerseits der asterospondyle Typus,
3. eine andre Diff. der sklerospondyle Typus (Carchariden). Auch das Skelett
bestätigt die Zugehörigkeit der Pr. zu den Spinaciden. Die Gattung Sclero-
rhynchus (89), fällt mit Pristioph. zusammen. Der Schwanzstachel eines sog.
Trygon ensifer (von Neuseeland, Davis 1888) ist eiu Rostralzahn eines foss.
Pristioph. Alle foss. Arten aufgeführt; iu Miocän europäisch (nordalpin). —
Zeitschr. Deutsch, geol. Ges., Jg. 1890 p. 86—120, Tf. II-VI, 7 Xyl. (Diese
Arbeit 1891 im Arch. f. Ntg., Bd. I p. 15, etwas verändert abgedruckt).
Rajae: Im Süsswasser bei Bhamo (120 geogr. M. von def Mündung) im
Irawaddi Rochen beobachtet, Vinciguerra, Viaggio di Fea p. (151) 23. —
Flossenskelett (Brustfl.), Howes s. Bericht 1891.
Ppistidae.
Rhinobatidae. Rhinobatus melanorhynchus Til., alte Abb. copirt, Richters,
Ber. Senck. Ges. 90, Tf. 4.
Torpedinidae. Torpedo. Hirnuerven, Ewart, s. S. 193; elektr. Org.,
Fritsch, S. 182: Entwickl. u. Kopfmetameren, Dohru, S. 178.
Hypnos. subnigra, Anatomie, Howes, s. Bericht 1891.
Discopyge ommata Jordan u. Gilbert, von D. tschudii durch die groben
Franzeu des Spritzlochs versch. Panama u. 8° N., 79 W., 33 Fd. J. u. Bollm.,
Pr. n. mus. XII p. 151.
Rajidae. Raja. Tastorgan im Bindegewebe der 3Iusk., Purvis, s.S. 182;
Spermatozoeu, Ballowitz, S. 198; Entw. des Gehörorg. u. dessen Bezieh, zur
Seitenlinie, Mitrophauow, S. 184; Entwicklung, Beard, S. 215; Variabilität
der Niere, Howes, S. 194.
Raja equaturialis, nahe inornata, aber mit 4 Dornreihen unter d. Augen,
1 Dornr. an der Schwanzseite beim ,^. nur 36 cm 1., West- Amerika, 8*^ N. Jordan
u. Bollman, Pr. N. Mus. XII p. 150.
Trygonidae. Urolophus goodei, nahe halleri u. nebul., durch e. starken
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 261
Dorn auf der Rückenmitte, schmalere V. u. einfache Färb, versch.; 8° N., 79 "W.
Jordan u. Bollmaii, Pr. n. mus. XIII p. 151.
Myliobatidae.
Cyclostomi.
PetPomyzontidae. Anatomie u. Entw., Nestler, s.S. 210; Herz, Rose,
S. 187; Milz u. Pancreas, Laguesse, S. 186; Entw., Kupffer, S. 199; desgl.
Götte, S. 202; Entw. der Niere bei Ammoc, Vialleton, S. 194; Metamorphose,
Känsche, S. 208.
Petromyzon planeri (zweifelhaft. Art), Abb. des Kopfes, Fatio, Faune
Vert. Suisse V 2, p. 499, Tf. IV 21-23.
Petromyzon japonicus von fluviatilis versch. (etwas dem mariuus ähnlich);
Hilgendorf. Szb. Ges. natf. Fr. 1890, p. 12-14.
Mordacia, das Pinealauge zum Sehen ungeeignet, Spencer, s. S. 184.
Myxinidae. Paariges Caudalherz bei Myxine, Retzius, s. S. 187; Zell-
theilung im Mesorchium, Retzius, S. 173; Darm- u. Lebervenen, Klinkow-
ström, S. 189.
Leptocardii.
CiPPOStomi. Amphioxus, das sog. Auge nur e. Organ f. Wärme-Empfindung,
Köllikersches Grübchen, Kohl, s. S. 184; Nervensystem im Zusammenhang mit
Cephalogenesis, Ayers, S. 176; Niere, Boveri, S. 194, Weiss, desgl., S. 195;
Kiemen, Spengel, S. 196; Entw. des Amphioxus, Willey, S. 180; desgl.
Lankester u. W., S. 180.
A. A. Wright. Amphioxus in Tampa Bay. — Hier (West-Florida) auf
dem Sande in 4 — 6 Fuss nicht selten. Amer. Nat. Vol. 24, p. 1085.
Fossile Fische.
A. Baltzer. Ueb. d. Hautschild eines Rochen aus der marinen Molasse.
— Trygon (?). — Mitth. Natf. Ges. Bern, April 1889.
Montagu Browne. The Vertebrate Animals of Leicestershire and
Rutland (Midland Educational Compagny 1889). — Der untere Lias von Barrow
lieferte 13, Rhätschichten von Leicestershire 9 Sp. ; 1 (Acrodus) v. oberen Keuper,
3 Sp. V. unteren OoliÜi. - Vergl. Geol. Mag. (3) VII p. 175—176.
M. Browne. Revision of a genus of fossil fishes — Dapedius. — Zu D.
dorsalis ist syn. : monilifer u. striolatus. — Trans. Leicester Lit. Phil. Soc, II
p. 196—203, Tf. I.
Cope. Synopsis der Fischfamilien s. S. 231.
Dames. Hyperostose bei Pagrus s. S. 218.
J.W.Davis. On the Dentition of Pleuroplax (Pleurodus) A. S. Wodw.
— Die Zähne, welche PI. ziigeschrieben werden, sind nur die hinteren Z. des
Kiefers, während die vorderen desselben Fisches als Helodus oder Lophodus be-
zeichnet werden. — Ann. Mag. (6) V p. 291-294, Tf. 13.
Derselbe. On Coelacanthus phillipsii Ag. — Geol. Mag. (3) VII p. 159 -61.
Derselbe. On a n. sp. of Coccodus (C. lindströmi). — Von dem „hard
262 F. Hilgendorf u. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistungen
chalk of Hakel", Libanon. Die Gatt, zu den Ganoiden, Fam.? — Ebd. p. 329.
Ausführlicher: Quart, j. Geol. Soc. Vol. 46, p, 565—568, Tf. 22.
J. W. Dawson. Note on a fossil fish .... in the pleistocene nodules of
Green Creek on the Ottawa. — Neben anderen Fischen von grönländischem
Typus (Mallotus, Osmerus, Gasterosteus , Cyclopterus) jetzt Cottus (viell. C.
fasciatus) gefunden. — Canadian Eecord of Science IV p. 86-88, April 90.
Job. Felix. B. z. K. der Gatt. Protosphyraena Leidy. — Ein ziemL
vollständiger Kopf der Pr. nitida von Kansas beschr.; Uebersicht über das Vor-
kommen von Spenialknochen am Unterkiefer, Zahn und Knocbenstruktur.
Revision der 6 bek. Sp. (dabei „Tetrapterus minor" Ag.). — Zeitschr. D. geol.
Ges. Bd. 42 p. 278—302, Taf. 12—114.
Ant. Fritsch. Fauna der Gaskohle u. d. Kalksteine der Permformation
Böhmens, Bd. IL Heft 4 fp. 93-114, Tf.SOb— 90; vergl Ber. 1888, p. 333). —
Nachtrag zu den Dipnoi, Ctenodus tardus aus d. Brandschiefer von Koschtialov,
p. 93, Tf. 80b u. Xyl. Nacbträgiich mag bemerkt sein, dass im vorigen Heft von
lebenden Ceratodus Schuppen, Wirbelsäule und Schultergürtel abgebildet sind.
— Die Ordu. der Selachier zerfallt Vf. in Holocephal. u. Plagiostomi, letztere
in 4 Tribus : Squalides, Xenacanthides, Acanthodides, Rajides (p. 96). Hybodus
vestitus (p.97). Die Xenacanthidae sind ., Haifische mit notochordaler Wirbel-
säule (ohne verkalkte Wirbelkörper), archiptei-ygialer Brustflosse, diphycercaler
Schwanzflosse. 7 Kiemenbogen, Neuralbogen meist mit lutercalarstücken
wechselnd. Das ganze Skelett mit Kalkprismen gepflastert. Ein Stachel in
der Schädelkapsel unbeweglich eingewachsen. Rückenflosse lang, niedi-ig, 2 Aftfl.
mit mehrfach verwachsenen Radien." Von Orthacanthus beschr. 5Spec. (4n,);
Unterschiede von Xenac. und Pleurac. (p. 99). Anhangsweise werden (p. 113)
2 n. Gatt, von Ithyodorulithen beschr.: Tubtilacanthus sulcatus, Brachia-
canthus semiplanus und 1 n. sp. Platyacanthus ventricosus, deren syst. Stellung-
zweifelhaft ist.
Ant. Fritsch. F. d. Gaskohle, Bd. DI Heft 1 (S. 1-48, Taf. 91-102).
— Forts, der Xenacanthidae. Die G. Pleuracanthus von Xenac. durch Mangel
der Hornstrahlen in den Flossen u. laugen frei aus der P. herausragenden
Hauptstrahl versch. Beide von Oi'tbac. leichter zu unterscheiden. Pleura. 4 n. sp.
u. Bem. üb. die ausländischen PI. sessilis u. gaudryi. Xenacauthus decheni.
Ueb. d. Organisation der Xeuacauthiden (p. 33 — 45). Sind die Ahnen der Noti-
daniden. Sehr reich illustrirt (auch 56 Textfg.). Von Heptanchus ein. werden
Kiemendorneu, Schädel u. Pterygopodium abgebildet. Ein Schema der phylog.
Entw. der paarigen Flossen (Fig. 243). Auf die Aebnlichkeit des Schultergürtels
mit e. Kiemenbogen wird hingewiesen.
Ant. Fritsch. Ueber Pterygopodien permischer Haifische der G. Pleura-
canthus u. Xenacauthus. — Bauchfl. (des ^ u. $) bei Pleurac. verschieden von
Xenac. (Abb. des Pteryg. von X. decheni). Die Expl. von Lebach von X. decheni
zu trennen als: „Pleur. sessilis Jord. sp." — Zool. Anz. XIII p. 318—20.
Ant. Fritsch. Prelim. notes on the palaeoczoic Elasmobranchs Pleura-
canthus und Xenacauthus. — In der Reihenfolge Orthacantbus, Xen., Pleur. sich
dem recenten Heptanchus nähernd. — Geol. Mag (3) VII p. 566..
A. Gaudry. Enchainements du monde animal. Fossiles secondaires.
Paris, 1890 8". — Poissons secondaires p. 146—168, Fig. 241— 263 (Leptolepis,
in der Ichthyologie Während des Jahres 1890. 268
Clupea breviss., Pholidophorus, Pycn. egertoni u. ponsorti, Oenogoopue, Late«,
Lepidotus neoc, Mesodon, Ancistrodou). (Vergl. Ber. 1883 p. 475 über den 1. Theil.)
0. Jaekel. Phaneropleuron u. HemictenocUis n. g., zwei paläont. Funde,
welche für die Stammesgeschichte der Dipnoer von bes. Interesse sind. — Ein
Gebiss (Xyl.) von Phan. curtum (Oberdevon, Canada) beweist, dass die Fam.
Phaneropleuridae von den Ganoiden (Crossopterygii) zu trennen u. zu den Dipnoi
zu stellen ist. — Der Name Otenodus auf cristatus u. Verwandte zu beschränken;
für Ct. obliquus u. für intermedius (Abb.; Muschelkalk Oberschlesien) mit re-
ducirteren Leisten und Spitzen des Zahns das n. g. Hemict. [Woodw. Cat II
p. 272 stellt H. int. zu Gerat, runcinatus]. — Sitzb. Ges. natf. Fr. Berlin 1890
S. 1—8.
Jaekel. lieber fossile Ichthyodorulithen. — Ein vom Fisch reparirter
Stachel (wahrsch. Acrodus nobilis) aus d. Lias von Lime Regis. — Die Ichth.
im Allgemeinen theilt Vf. dem Cestracioniden-, Acrodonten- u. Chimaeriden-
Typus zu. Gyracanthus ist nur durch äussere Einwirkung unsymmetrisch u.
darum ein Rücken Stachel (gg. Traquair). Besondere Typen sind der Xena-
canthinen-T., der Trygoniden-T.; bez. des letzten ergiebt das Studium des Stachels
V. Trygon brevicaudata, dass diese Stacheln aus Schwanzschuppen herausgebildet
wurden. Ganz abweichend sind die unsymm. Stacheln, die ohne echten Schmelz,
aus Vasodentin bestehend, ohne lange "Wurzel (Oracanthus, Physonemus, Gampsac.
etc.), auch bei Menaspis vorkommend, eine eigne Gruppe Trachyacanthidae
bilden dürften u. zwischen Chimaeren u. Selachiern stehen. Die Cochliodonten-
Zähne bilden wohl das Gebiss dieser Fische, sie haben gleich den Chimären
keinen Zahnwechsel. — Szb. natf. Fr. 90 p. 117—131, 4 Xyl.
Jaekel. Oracanthus Bochumensis n. sp., ein Trachyacanthide des deutscheu
Kohlengehirges. — Früher als „beilförmiges Knochenstück" erwähnt, ist aber
ohne Knochenkörper u. zeigt Dentinröhrcheu. Sass als dütenförmige Platte an
der Seite des Kopfes eines Knorpelfisches. — Zeitschr. D. geol. Ges., Jg. 1890,
p. 753-5, Tf. 37.
Jaekel. lieber Coccosteus. — Polemik über Reste die Vf. (gegen Traut-
schold) nicht als Cocc. gelten lässt. — Ebd. p. 773—4.
Jaekel, vergl. Fadenpilze in Zähnen, S. 217. — lieber Pristiophorus, S. 259.
A. V. Konen. Hält gegen Traquair (Ann. Mag. V p. 125) die Existenz
des Bruststachels bei Coccosteus aufrecht. Geol. Mag. (3) VEE p. 191 ; desgl.
Neues Jb. f. Min. 1890 p. 198-9.
J. S. Newberry. The paleozoic fishes of North America. — Von si-
lurischen Funden nur 2 Palaeaspis sicher in N.-Am., da der Onchus deweyi
viell. ein Crustaceum. — Im Devon liefert der Corniferous limestone 2 Cepha-
laspiden: Acantholepis u. Acanthaspis; Elasmobr.: 3 Machaerac; Ganoiden:
Macropetalichthys, 1 Asterosteus; Holocephali: 5 Rhynchodus (In.); Placodermi:
Dininichthys praecMrsor (nach e. Dorsomedianschild) u. Coccosteus occid.; Crossopt. :
Onychodus sigm. Die Hamilton Gruppe enthält 1 Dinichthys ; Heteraeanthus
politus n. g., Stachel (viell. zu Rhynchodus?); ICtenac; Goniodus hertzerin.g.
(Cestraciontidae) [nee Goniodus Ag. !], p. 67; Callognathus regularis u. serratus
n. g., Mandibel, p. 70; 1 Onychodus n., 1 Aspidichthys. — Im Carbon lagert
innerhalb der Chemung-Gruppe (nur Dipnoi) : 1 Heliodus ; 4 n. sp. von Dipterus
(bez . Ctenodus) ; Sphenophorus Ulleyi u. g. für e. Clavicula? p. 91; Holonema
rugosa (Claypole, als Pterichthys r.) p. 93 ; 1 Ganorh. n. sp. ; 1 Phyllolepis n. sp. ;
264 F. Hilgeudorf u. Fr. Kopsch; Bericht über die Leistungeu
1 Dinichthys d. sp., 1 Onychodns, 4 Holoptychius, 3 n ; 1 Helodus, 2 Cladodns,
In.; 1 Ctenac, n. In der Catskill-Gruppe, Placodermi: 2 n. sj), von Bothriolepis;
Crossopterygii : 1 Sauripteris, 3 Holoptychius (2 n.), 1 Glyptopomus ; Dipnoi:
2 Dipterus (1 n.) ; Ichthyodorulith : 1 Gyrac. n. sp. Für die Waverley-Gr. gieht
Vf. nur eine Liste von 32 Elasmobr., 3 Ganoiden und 13 Placod. mit einigen
Bemerk. Die Schichten der Cleveland - Shale lieferten Placodermen: 2 Tita-
nichthys, die Organisation von Diuichthys eingehend besprochen, 6 Spec. (4 n.),
Glyptaspis verrucosus w. g. y).\bl 1 Diploguathus, 2 ilylostoraa, Trachosteus
clarkii n. g. Selachier: 3 Ctenac. (2 n.), 1 Orodus, 1 Polyrhizodus, 1 Hoplonchus,
6 Cladodus (3 n.) , 1 Phoebodus (n.), 1 Asteroptychius (n.) , 1 Gyracanthus (n.),
Mazodus hepleri n. g. bei Helodus (Zähne) p. 180. Dipnoi: 1 Ctenodus (n.>,
Ganoidei: Actinophorus clarJci n. g. (Palaeoniscidae) p. 174. Aus d. Carboni-
ferous Liraestoue N.-Amer. wurden fast 400 Arten angegeben, meist Elasmobr. ;
Verf. giebt eine alphab. Liste der 78 Gatt., nur folgende werden beschi'ieben:
Von Crossopterygiern Coelosteus ferox n. g. p. 188, grosse Untkfr., zu welchen
Rhizodus-artige Zähne gezogen werden; Rhizodus anceps p. 191. Von Elasmo-
branchiern: Stetacanthus n. g. für Physonemus altonensis u. tumidus, p. 198;
Labodus (1 n.), Physonemus (1 n.), Orthopleurodus, Ctenac. (2 n.), Harpac, Sauda-
lodus, Orodus, Acondylac, Antliodus (1 n.), Polyrhizodus und Psammodus. Für
die oberste Abth. (Goal Measures) wird auf frühere Publ. verwiesen; Edestus
giganteus p. 225, auch ein Capitel über „Struktur u. Verwandtschaft des Edestus"
p. 217, die Ed. -Stacheln entsprechen den gehäuften Schwanzst. von Trygon.
— Diese Publ. = Mon. ü. S. Geol. S., 1889, 4«. 340 S., 53 Tfl., 3 Textf. — Eine
Kritik über N.'s Arbeit giebt Cope, Am. !Natur. Vol. 24 p. 844.
J. S. Newberry. Fossil fishes and fossil plants of the triassic rocks of
New Jersey and the Connecticut valley. — Vergl. Ber. 1888, p. 333. Von
Ischypterus (hiervon ist Semionotus kaum als Genus versch.) werden 17 Spec.
(9 neu) beschrieben, Catopterus 6 Sp. (2 n.). Dictyopyge macnira, Ptycholepis
marshi, Acentrophorus chicopeyisis, Diplurus longicaudatus. Alle abgebildet,
Taf. 1—20. — Bildet das Vol. XIV der Mouographs U. S. geol. survey, Wash.
1888, 40. p. 1-76.
E. T. Newton. Occurrence of the Tunny (Thynnus thynnus) in the
Cromer „Forest Bed". — Ein Wirbel aus dem obersten englischen Pliocän. —
Geol. Mag. (3) VII p. 264.
H. A. Nicholson und R. Lydekker. A manual of Palaeontology for
the use of students. 3. Ed. 2 Vol. 8". 1889. — Fische in Vol. 2 von Lydekker.
J. V. Rohon. Die Jura-Fische von Ust-Balei in Ost-Sibirien. — Nördl.
v. Irkutsk, 51° N. Kleine Formen, Farn. Palaeoniscidae: PaJaeoni.scinotus
n. g. sekanoivskü u. irkutskensis; Farn. Lepidosteidae: Lepidotus sibiriiis, Pholi-
dophorus maacki, Opsigonus gracilis ; Fam. Clupeidac : B a 1 e i c h t h y s n. g. graciosa
u. lata. Alle abgebildet. — Mem. acad. sei. St. Petersb. (7) Tome 38, Nr. 1, 15 S.
2 Taf.
Steinmann u. Döderleiu. Elemente der Palaeontologie. — Die Fische
S 529 587 mit zahlr. Xyl. (von Död, bearb.). - Leipzig 1890, 8°.
G. Sweet. Discovery of fossil fi.sh in the Old Red Sandstone Rocks of
the Mansfield district [Victoria]. Pr. voy. soc. Victoria (2) II p. 1 -14, Tf.I-III
(Schichtenprofile). — Vorl. Mitth.
R. H. Traquair. On the structure of Coccosteus decipiens Ag. —
in der Ichthyologie während des Jahres 1890. 265
Schilderung des ganzen Skeletts. Ein Ruderorgan in v. Könen's Sinne bei C.
decip. nicht vorhanden Ann Mag (6) V p. 125 — 136, Taf. X.
Derselbe. Ou a uew sp. of Gyracanthus. — G. rectus n. sp. von Schott-
land. Ann. Mag. (6) VI p. 417.
Derselbe. On the fossil f. fouud et Achanarras Quarry, Caithness. —
Im Old Red Reste von je 1 Sp. des Dipterus, Mesacanthus (von Acanthodes zu
trennen), Cheirac, Diplac, Rhadinac, Pterichthys, Coccost., Homost, Glyptol.,
Osteol, Diplopt., Cheirol., Falacospondylus gunni. Letzterer (Fig. 4) nur aus
Schädelresten nebst Wirbelsäule bestehend, 4 cm 1., ohne Spur von Gliedmassen,
ist ganz unsicherer Stellung. — Ann. Mg. VI p. 479 — 486. 4 Xyl.
Derselbe. Obs. on some fossil f. from the Lower Carbon. Rocks of
Eksdale, Dumfriesshire. — 9 Spec. besprochen. Mesopoma n. g. für Canobius
pulchellus, politus u. Rhadini. niacroc. ; Mesolepis 2 n. sp. Tarrasius hat eine P.,
die eher auf Crossopterygier als auf Dipnoer hinweist. Ebd. p 491—494.
Derselbe. Notes ou the Devoniau fishes of Scaunienac Bay [ob. Devon]
and Campbelltown [unt. Devon] in Canada. — Beziehen sich auf Phaneropleuron,
Bothriolepis, Cephalaspis (1 n. sp.), Acanthodes, Mesacanthus, Glyptolepis, Eu-
sthenopteron, Chirolepis von Sc. Bay; auf I'hl //ctaenius n. g. für Coccosteus
acadicus Whiteaves, Cephalaspis (1 n. sp.), Gyracanthus (1 n. sp.) von Campb. —
Geol. Mag. (3) VII, p. 15-22.
Derselbe. On Fhlyctuenius, a n. g. of Coccosteidae — Vergl. oben;
Fhl. anglicus aus England, Abb. von angl. u. acadicus Tfl. ]II. — Ebd. p. 55—60.
—Umgeändert mPhlyctaenaKpis, weilPhlyctaeniwwi schon vergeben. Ebd.p. 144.
Derselbe. Snpposed pectoral limb. in Coccosteus decipiens. — Entgegnung
an V. Konen. — Ebd. p. 235.
Derselbe. Notice of new and little known fish remains from the Black-
band Jronstone of Borough Lee near Edinburgh. — Betrifft Ctenodus, Hemict.
u. Uronemus. -- Ebd. p. 249— 252.
E. Wilson. Fossil types in the Bristol Museum. — Zahlreiche Stücke
wurden von Agassiz, andre von Davis u. Egerton beschrieben. - Geog. Mag.
(3) VII p. 366—9, p. 413.
A. Smith Woodword. Evideuce of a fossil Tunny from the Coralline
Crag. — Thynnus- Wirbel ähnlich denen Storm's (s. Ber. 89, p. 297) in Suffolk.
— Ann. Mag. (6) V p. 294-6.
Derselbe. N. on some Ganoid fishes from the English Lower Lias. —
Fische der Fam. Palaeonisc. (Centrolepis, Oxygnathus, Coccolepis) u. CoeJacanth.
(Undina) betreffend. - Ebd. 430-6, Tf. 16.
Derselbe A new theory of Pterichthys. — Gegen Patten, der auf Grund
älterer, incorrekter Darstellungen die Wirbelthier- Natur des Pter. bestreitet. —
Ann. Mag. (6) VI p. 314—6.
A. S. Woodward. The fossil f. of the Hawkesbury series at Gosford. —
Nach den Fischresten vielleicht dem Keuper oder höchstens Rhät zuzuiechnen.
Die Sammlung nahe der Küste von Neusüdwales [SS'/a^S.J aufgefunden enthält
1 Hai (viell. nahe Sphenacanthus, Fam. Cestrac), 1 Dipnoer, Gosfordia truncata
n. g. (p. 4) u. 17 Sp. Ganoideu zu 9 Gatt, gehörig; Palaeoni-cidae: Myriolepis
clarkei u. latus, Apateolepis (p. 12) australis n.g. ; Cutopt : Dictyopye sym-
metricus., ülustrans u. robustns; Belonorh.: Belonorhynchns güjas, gracilis; Semion.:
Semionotus australis u. tenuis, Fristiosomus n. g. (p. 32) gradlis, latus, crassus.
266 F. Hilgendorfu. Fr. Kopsch: Bericht über die Leistnngen etc.
Cleithrolepis grannlatus u. (?) aZi2<s; Pholidoph. : 'PhoMdoi^horws gregariw, ?Pelto-
pleurus ? dubius. — Mem. geol. survey of N. S. Wales, Palaeontology Nr. 4,
Sidney 1890, 4«, 55 S. 10 Taf., 1 Xyl.
Derselbe. On some new f. from the English Wealden and Purbeck Beds,
ref. to Oligopleurus, Strobilodus and Mesodon. — Ol. vectensis n. sp., Str. pur-
beckensis u. sp., M. daviesi n. sp. — Pr. zool. soc. 1890, p. 346—353 Tf. 28, 29,
Derselbe. Ou some Upper Cretaceous fisbes of the fam. of Aspido-
rhyuchidae. — Belonostomus comptoni (Ä.g. 1841) von Nord- Brasilien; Äpate-
opholis n. g. (p. 634) für A. lauiatus (Davis 87), durch e. Präopercularstachel
nach Art von Acanthopterygiern bemerkenswerth. — Pr. z. s. 90, p. 629 — 637,
Tf. 54. 55.
Derselbe. Palaeoniscidae näher den Acipenseridae als den Lepidost.,
Pr. z. soc. 90, p. 148 (6 Zeilen).
Derselbe. Discovery of a Jurassic Fish Fauna . . . N. S. Wales. Brit.
Assoc.^ Leeds, 1890, Sect. *C. — Veigl. Ann. Mag. VI p. 423.
Derselbe. On some British Jurassic Fish-remains ref. to Eurycormus
and Hypsocormus. — Geol. Mag. (5) VII p. 93—94.
Derselbe. On a n. sp. of Pycnodont Fish (Mesodon damoni) from the
Portland Oolite. — Ebd. p. 158—159.
Derselbe. Macht Bern, zu Ebb. Fraas „Kopfstacheln v. Hybodus und
Acrodus" (vergl. Ber. 1889). — Ebd. p. 176.
Derselbe. On a head of Eurycormus from the Kimmeridge Clay ofEly.
— Aehnlich der lebenden Amia. — Ebd. p. 289—92, Tf. X.
Derselbe. On the gill-rakers of Leedsia problematica, a gigantic fish
from the Oxford Clay. — Der Name vereinfacht aus Leedsichthys (1889); Abb.
der Kiemendornen. — Ebd. p. 292, Tf. X 9, 10.
Derselbe. Vertebrate Palaeontology in some American and Canadian
Museums. — Mehrfache Bern, über Fische. — Ebd. p. 390—5, 455—60.
Derselbe. On the discovery of a jurassic fish fauna in the Hawkesbuiy
Beds of New South Wales. — Coccolepis, Genera nahe Semionotus, Dapedius,
Leptolepis u. letzterer selbst. — Ebd. p. 565—6.
A. Sm. Woodv^ard & C. D. Sherborn. A. Catalogue of British fossil
Vertebrata. London 1890, 8°. — Fische, S. 1—198.
Bericht
über
die geographische Verbreitung, die Systematik
und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892.
Von
Dr. W. Kobelt.
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Derselbe, die Gattung Hyalina. Ibid., p. 132 — 140.
Derselbe, über Atopos Simroth. Ibid., p. 140 — 144.
Derselbe, über die Beziehungen der chilenischen und der süd-
brasilischen Süsswasserfauna. In Verh. deutsch, wissensch. Ver.
Santiago II, 3.
Johnson, C. W. et Pilsbry, H. A., a new American Hehx.
In Nautilus VI. p. 8.
Jousseaume, F., Reflexions sur la Faune malacologique de la
Mer rouge. In Ann. Sciences nat. XH, p. 343 — ^363.
Derselbe, CoquiUes nouvelles. In le Naturaliste, vol. 13.
Kobelt, D. W., Rossmässlers Iconographie. Neue Folge. Bd. VI,
Lfg. 1 — 4.
Derselbe, vide Martini-Chemnitz.
Krause, A., Mollusken von Ost-Spitzbergen. In Zoolog. Jahrb.
VI, System, p. 339—376, mit 3 Tafeln.
Derselbe, das Vorkommen von Helix ericetorum und Hei.
candicans bei Landsberg a/Warthe. In Sitz. Ber. Ges. naturf. Fr.
Berlin, p. 141.
*Lancelevee, les Mollusques bivalves, recueiUies dans la Seine
pres d'Elboeuf. In Bull, Soc. Elboeuf X, p. 51, 52.
Locard, A., sur les Pleurotomidae vivants du groupe du Cla-
thurella purpurea. In Echange 1891 VII p. 5, 6.
Derselb e, sur une espece nouvelle du genre Neptunea. Ibid. p.34.
Derselbe, Especes nouvelles du groupe du Cytherea rudis,
PoH. Ibid. p. 34.
Derselbe, les Anomies des cotes de France. Ibid. p. 86.
Derselbe, Revision des Alexia frangaises. Ibid. p. 131.
Ärch. f. Naturgescb. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 1. 18
274 Dl"- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Derselbe, sur une espece nouvelle du genre Belgrandia. Ibid.
VIII p. 3.
Derselbe, sur quelques Limnees frangaises du gronpe de
Limnaea limosa. Ibid. p. 71 — 79, 90, 91.
Derselbe, sur la presence d'une Mitra frangaise dans la Faune
oceanique. Ibid. p. 101.
Loens, H., ergiebige Methode, kleine Wasserschnecken zu fangen.
— In Nachr. Bl. Mal Ges. p. 66-68.
Derselbe, Nachtrag zur Molluskenfauna Westfalens. Ibid. p. 169.
Derselbe, die Gastropodenfauna des Münsterlandes. In Malacoz.
Bl. XI p. 121—157.
Mac Donald, R., on the Classification of Varieties (of Helix
hortensis et nemoralis). In the Concholist II p. 27.
Mac George, M., un Mollusque nouveau du Japon. In le Na-
turahste p. 123, fig.
Macintosh, W, C, Note on the occurrence of PleuroplylHdia
loveni in Britain. In the Conchologist II p. 21.
MacMurtrie, J., Eigg Shells; notes on the Land and Fresh-
water Mollusca of the Island of Eigg. In Journ. of Conchol VII
p. 113—119.
Marquand, Pupa ringens in Guernsey. Ibid. p. 44.
Marshall, W. B., Preliminary list of New York ünionidae.
In Bull. New York Museum Nat. Hist. I No. 1.
Derselbe, Gould's types of Nassa and ColumbeUa. In Nau-
tilus VI p. 47, 48.
Derselbe, Notes on the colonisation of Freshwater Shells.
Ibid. V p. 133.
Martens, Ed. von, einige neue Arten von Land- und Süss-
wassermollusken aus Uganda und dem Victoria-Nyansa. In Sitz.-
Ber. Ges. naturf. Fr. p. 15 — 19.
/ Derselbe, über einige seltenere Conchylien der Mark Branden-
burg, insbesondere über Claus, latestriata Blz. Ibid. p. 93.
Derselbe, über die von Stuhlmann in Nordostafrika gesammelten
Land- und Süsswasser-Mollusken. Ibid. p. 174 — 181.
Derselbe, vier neue afrikanische Conchylien-Arten. Ibid. p. 181
bis 183.
Derselbe, Biologia Centrali-Americana, Mollusca, p. 97 — 176,
t. 6—9.
Martini- Chemnitz, Conchylien-Cabinet Lfg. 390—395. Enthält
Columbellidae von Kobelt und Pholadea von Clessin.
Mascarini,A. I Molluschi conchigliferi delle adiacenzi di Ascoli-
Piceno. In Bullet. Soc. Mol. ital. XVI p. 234—260.
Melvill, J. C, Notes upon Cypraea chrysalis and C. amphithales.
In Journ. of Conchol. VII p. 120—123.
Melvill, J. C. and Ponsonby, J. H., Descriptions of seven
new species of Terrestrial Mollusca from South Afrika. In Ann.
Mag. Nat. Hist. (6) IX p 84—87.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahve 1892. 275
Dieselben, Descriptions of seventeen new species of Terrestrial
and Freshwater Mollusca from South Afrika. Ibid. X p. 87—94.
Dieselben, tbirteen new species of Terrestrial and Fresb-
water Mollusca from South Africa. Ibid. X p. 237 — 241.
*Mikhaelis, E., Opisanie novriikh i maloczoyestnikh moUyuskov
yuzhnago Altaya i syevernoi Dzhungharii (Beschreibung neuer oder
wenig bekannter Mollusken aus dem südlichen Altai und der nörd-
lichen Dsungarei). 1. Limax natalianus n. sp. — Herausgegeben
von der K. Akad. Wissensch. St. Petersburg.
Moebius, K., eine ächte Perle von ungewöhnlicher Grösse und
Färbung. In Sitz.-Ber. Ges. naturf. Fr. p. 1 — 3.
Moellendorff, 0. von, Bemerkungen zu P. Heudes Notes sur
les Mollusques terrestres de la vallee du Fleuve Bleu. — In Nachr.
Bl. Mal. Ges. p. 15—23.
Derselbe, die Landschneckenfauna der Tenimber-Inseln (Timor-
laut). Ibid. p. 81—102. Mit Tafel.
Derselbe, on the supposed New Zealand Species of Leptopoma.
—In Pr. Linn. Soc N. S. Wales VE p. 385.
Moenig, J., zur Molluskenfauna im Oberamt Saulgau. In
Jahresb. Ver. Würtemb. vol. 48 p. 119 — 134.
Monterosato, P. A. de, Nota intorno ai Pectunculus dei mari
d'Europa. In Natural. Sicil. XI p. 145—155.
Derselbe, Note sur l'Emarginula compressa, Cantr. — In J.
de Conchyl. p. 78-81.
Derselbe, Monografia dei Vermeti del Mediterraneo. In Bul.
Soc. Mal. Ital. XVII p. 7—48. Con 7 tavole.
Derselbe, Molluschi terrestri delle Isole adjacenti alla Sicilia.
Estratto dal Vol. II Ser. III degli Atti R. Acad. Scienze 4". 33 S.
Morlet, L., Diagnoses molluscorum novorum in Indo - China
collectorum. In J. de Conch, p. 82 — 86.
Derselbe, Description d'especes nouvelles, provenant de l'Indo-
Chine. Ibid. p. 315—329. Avec 3 pl.
Nicolas, H., Complements monographiques des genres Lartetia,
Moitessieria, Bithinella, Avenionia et Acme. In Ann. Soc. Agric.
Lyon IV p. 27—50.
Derselbe, Etüde sur la Faune malacologique du Danien des
Environs de St. Remy et Les Baux (Provence). In Comptes rend.
Assoc. Franc. Sciences II 1891 p. 448 — 457.
Oldham, C, Additions to the South - Devon list of Land and
Freshwater Mollusca. In Journ. of Conchol. VII p. 108, 109.
Oppenheim, P., die Gattungen Dreissensia van Beneden und
Congeria Bartsch, ihre gegenseitigen Beziehungen und ihre Ver-
breitung in Zeit und Raum. In Zeitschr. Geolog. Gesellsch. vol. 43,
p. 923—966. Mit Tafel.
Pelseneer, P., la Classification generale des Mollusques. In Bull.
Sc. Fr. Belg. XXIV p. 347—371.
18*
276 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Picaglia, L., Molluschi terrestri e fluviatili viventi nelle
Provincie di Modena e Reggio. Catalogo sistematico. In Bull. Soc.
Mal. Ital. XVI p. 83—232.
Derselbe, Contributo alla Malacologia fossile dell' Emilia.
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Pilsbry, H. A., new and unfigured Unionidae. In Proc. Acad.
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Derselbe, a new species of Pachychilus. Ibid. p. 153.
Derselbe, a new marine Gasteropod from New Jersey. Ibid.
p. 328.
Derselbe, Notes on a collection of Shells from the State of
Tabasco, Mexico. Ibid. p. 338—341.
Derselbe, Preliminary Outline of a new Classification of the
Helices. Ibid. p. 387—404.
Derselbe^ a new species of Zonites from Arkansas. In
Nautilus V p. 99.
Derselbe, Note on the group Panda. Ibid. VI p. 9.
Derselbe, Observations on the Helices of New Zealand. Ibid.
p. 54-57.
Derselbe, on the Amnicoloid genus Liogyrus, with the des-
cription of a new species. Ibid. p. 61, 62.
Derselbe, Observations on the Helicoid group Charopa and
allied forms. Ibid. p. 67 — 69.
Derselbe, on a collection of Land-Mollusca from the Island
of Dominica, West-Indies. In Transact. Connect. Acad. VIII.
Derselbe, Hadra and Camaena. In Nachr. -Bl. Mal. Ges.
p. 69—73.
Derselbe, Manual of Conchology, structural and systematic.
With lUustrations of the Species. First Series vol. XV. — Second
Series, Pulmonates vol. VIII.
Derselbe, vide Johnson.
Derselbe, Littoral Land Shells of New Jersey. In Nautilus V,
p. 141.
Derselbe, Preliminary Notices of new forms of Freshwater
Mollusca. Ibid. p. 142.
Pilsbry, H. A. et Johnson, C. W., Catalogue of Fissurellidae
of the United States. In Nautilus V p. 102, 113.
*Pittiez et Getaz, les Mollusques du Pays d'Enhaut vaudois.
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Pollonera, C., Note su alcuni gruppi di specie del genere
Xerophila. I. Sul gruppo della X. subprofuga. In Boll. Mus. Zool.
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Ponsonby, J. H., vide Melville.
Reibisch, P., die (non marine) conchyliologische Fauna der
Galapagos Inseln. In Sitz.-Ber. Ges. Isis p. 13 — 22.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 277
Rivers, J. J., a new volutoid shell from Monterey Bay. In
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Freshwater Mollusca of Scotland. In Ann. Scot. N. H. p. 104, 235.
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kaspiens und Chorassans. In Nachr.-Bl. Mal. Ges. p. 121.
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lichen Badischen Schwarzwaldes. In Mal. Bl. N. F. XI p. 94.
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Scharff, R. F., some remarks on the Distribution of British
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Derselbe, Note on the affinities of the genera Limax, Arion
and Helix. Ibid. p. 14, 83.
Derselbe, the Irish Land- and Freshwater-Mollusca. In Irish
Natur. vol.I.
Schepmann, M. M., Land and Freshwater Shells collected by
Dr. H. ten Kate in Soemba, Timor and other East-Indian Islands.
In Notes Leyden Museum XIV p. 145—160.
Schneider, 0., vorläufige Mittheilung über die Molluskenfauna
von Borkum. In Nachr.-Bl. Mal. Ges. p. 114—117.
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Proc. N. H. Soc. Glasgow III p. 170—181.
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Simpson, C. T. , Notes on the Unionidae of Florida and the
Southeastern States. In Proc. U. S. Nat. Museum XV p. 405 — 436,
With 26 pls.
Derselbe, Collecting Notes. In Nautilus VI, p. 37 — 40.
Derselbe, on a revision of the American Unionidae. Ibid.
p. 78—80.
Simroth, H. , über einige Raublungenschnecken des Kaukasus.
In Festsch. für Rud. Leuckart p. 48—58. Mit Tafel.
Derselbe, einige Bemerkungen über Bythinella dunkeri Ff Id.
Malak. Bl. XI, p. 106.
Derselbe, Hesperarion, eine neue Amerikanische Nackt-
schneckengattung. Ibid. p. 109 — 119.
278 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Derselbe, Einige Bemerkungen zu vorstehendem Aufsatz (über
Atopos von Ihering). In Nachr. Bl. Mal. Ges. p. 144 — 149.
Derselbe, über eine Anzahl von Muscheln, welche Herr
Pechuel-Lösche auf seiner Expedition an den Congo-Fällen gesammelt
hat. In Sitz. Ber. naturf. Ges. Leipzig XVIII, p. 23 — 24.
Derselbe, über Atopos. Ibid. p. 25 — 29.
Derselbe, über die nackten Limaeiden und Testacelliden des
Kaukasus. Ibid. p. 40 — 49.
Derselbe, über die bei Gelegenheit einer Reise nach dem
Kaukasus gesammelten Gehäuseschnecken. Ibid. p. 49 — 58.
Derselbe, über eine Reihe von Vaginula-Arten. Ibid. p. 58 —
73. Nachtrag p. 84—86.
Derselbe, über die pelagischenGastropodenlarven der deutschen
Planktonfahrt. Ibid. p. 98—107.
Derselbe, über kaukasische Limaeiden und Testacellen. In
Verh. d. Zoolog. Gesellsch. 1891, p. 57, 58.
Derselbe, über die Vaginuliden. Ibid. p. 58 — 60.
*Smith, C. W., Additional Notes on the Land- and Fresh-
water Shells of Cumberland and Westmoreland. In Transact Cumb.
West. Assoc. XVI p. 139, 140.
Smith, Edg. A., on the Land Shells of St. Helena. In Proc.
Zool. Soc. London p. 258— 270.
Derselbe, Descriptions of new species of Shells from Mauritius
and from California. In Ann. Mag. N. H. (6) IX, p. 255, 256.
Derselbe, on the Shells of the Victoria Nyanza or Lake
Oukerewe. Ibid. X, p. 121—128.
Derselbe, Additions to the Shell Fauna of the Victoria Nyanza.
Ibid. p. 380—383.
Derselbe, Further additions to the known Marine Molluscan
Fauna of St. Helena. Ibid. p. 129 — 135.
Derselbe, Description of a new species of Slug from South
Africa. Ibid. p. 465, 466.
Derselbe, Notes on Gastropteron meckelii Koss. In Proc. N.
H. Society Glasgow III, p. 258.
Derselbe, Description of a new species of Spondylus and a
new Helix. In Journ. of Conch. VII, p. 70—73.
Derselbe, Description of a new species of Nucula and a list
of the species belonging to the subgenus Acila. Ibid. p. 110—112.
Derselbe, Note on a variety and the epidermis of Cyclo [^horus
zebrinus Bens. In the Conchologist II, p. 6.
Derselbe, Description of a new species of Acroptychia. Ibid.
p. 22—23.
Derselbe, Notice of an imperforate specimen of Haliotis. Ibid.
p. 75, 76.
Smith, J. , List of Shells etc. observed on the Ardeer and
Jrvine Beaches, Ayrshire. In Proc. N. H. Soc. Glasgow III p. 243
bis 248.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 279
Sommerville, J, E., Achatina acicula in a Roman Cimetery
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Sowerby, G. B., Marine Shells of South Africa. London 4^
89 p. 5 pls.
Derselbe, Description of seven new species of Land Shells
from the U. St. of Columbia. In Proc Zool. Soc. London, p. 296—299.
Derselbe, Review of the Genus Pyrula Lam. and descriptions
of a new species. In the Conchologist II, p. 73 — 75.
Stearns, R. E. C, Prehminary descriptions of new Molluscan
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Sterki, D. V., some notes on North American forms ofVallonia.
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Derselbe, Preliminary List of North American Pupidae (North
of Mexico). Ibid. VI, p. 2—8.
Derselbe, Hyalina laeviuscula n. Ibid. VI, p. 53.
Derselbe, a few observations concerning death of Freshwater
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Stone, W., on atlantic Crepidula. In Nautilus VI, p. 40 — 42.
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Suter, H., Contributions to the Molluscan Fauna of New Zea-
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Derselbe, List of the introduced Land- and Freshwater
Mollusca of New Zealand. Ibid., p. 279—281.
Derselbe, List of Land- and Freshwater Mollusca doubtful
for New Zealand or not inhabiting it. Ibid., p. 281 — 283.
Derselbe, Miscellaneous Communications on New Zealand Land-
and Freshwater Mollusca. Ibid., p. 283—286.
Derselbe, on the dentition of some New Zealand Land- and
Freshwater Mollusca with descriptions of new species. Ibid.,
p. 286—303, with 4 pls.
Derselbe, Conchyliologische Mittheilungen aus Neu-Seeland.
In Mal. Bl. N. F. XI, p. 101—106.
Derselbe, Communications Conchyliologiques des Antipodes.
1. Les Pitys de la Nouvelle-Zelande. 2. Un Ancylus de la Nouvelle-
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In J. de Conch., p. 245—255.
Sykes, E. R. , on some monstrosities of Littorina rudis Mat.
In Proc. Dorset Field Club XIÜ, p. 191—198. With pl.
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Täte, R. , Descriptions of some new marine Mollusca from
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with pl.
280 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Derselbe, a third Supplement to a list of the Lamellibranch
and Palliobranch Mollusca of S. Australia. Ibid., p, 133 — 136.
Taylor, Y. W., Japanese Limpets. In Nautilus VI, p. 69, 70.
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Derselbe, Note sur l'habitat de l'Ovula carnea, Poiret. In
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Westerlund, C. Ag., Spicilegium Malacologicum. Neue Binnen-
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Derselbe, Faunula molluscorum hispalensis. In Ann. Soc.
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Williams, J. W., the Shells of Stourport. In Science Gossip,
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Williamson, Mrs. M. B. , An annotated List of San Pedro
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Winklevy, Re. H. W., do Mollusca show change of climate in
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*Witchell, C. A. , and Strugnell, W. B., the Fauna and
Flora of Gloucestershire. (Mollusca, p. 171 — 177.)
Wood, Williard M., Paludina japonica Mrts. for sale in the
San Francisco Chinese Market. In Nautilus V, p. 114.
Wright, Berlin H., a new Floridian Unio. In Nautilus V, p. 124.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 281
I. Geographische Verbreitung.
A. Binnenconchi/lien.
1. Palaearktisches Gebiet.
Von Kobelt's Fortsetzung der Rossmässler'schen Iconographie
sind vier Lieferungen des sechsten Bandes der Neuen Folge er-
schienen; sie enthalten Paludina, Clausilia und einige Bivalven. —
Westerlund hat unter dem Titel Spicilegium raalacologicum
in den Verh. Zoolog, bot. Gesellschaft Wien 1892 und im Nach-
richtsblatt eine Menge neuer Arten und Varietäten aus dem palä-
arktischen Gebiet beschrieben, die wir unten aufführen; unter den
einzelnen Rubriken noch einmal auf sie zu verweisen, scheint mir
nicht nöthig. —
England. Scharf f kassiert die seit Forbes gebräuchliche Ein-
theilung Englands in 10 malacozoologische Provinzen und erkennt
ausser den Kanalinseln nur noch zwei Gebiete an, von denen das
eine die Hauptmasse von England und Wales, das andere nur die
äussersten Südwestecken dieser Länder und ausserdem Irland und
Schottland umfasst. — Collinge und Cockerell behandeln in ver-
schiedenen Arbeiten die englischen Nacktschneeken. Lokalfaunen
geben Smith von Cumberland, Witchell and Strugnell von
Gloucestershire; — Boycott, Vize von Herefordshire; — Chaster
von Merionetshire; — Williams von Worcestershire; — Smith
von Westmoreland ; — Oldham von Devon.
Zusammenstellung der Literatur gaben Oldham für Devon,
Sykes für Dorset^ ein Anonymus im Conchologist für Sussex.
Für Schottland gab Mac Murtrie eine Fauna von Eigg; —
Scott von Bute.
(Die Angabe von Milne, dass Planorbis riparius West, in Ir-
land vorkomme, beruht nach Woodward Record 1892 Moll. p. 38
auf einer falschen Bestimmung.) —
Marquand hat Pupra ringens auf Guernesey gefunden.
Belgien. Drouet beschreibt eine neue Anodonta aus Belgien.
Frankreich. Locard behandelt die Limnäen aus der Gruppe
der L. limosa in Frankreich und stellt 5 n. sp. auf Coutagne zählt
die Faunen der kleinen Inseln auf der Rhede von Marseille auf. —
Derselbe polemisirt gegen Nicolas und zieht dessen Arten und die
Gattung Avenionia ein — Bucaille giebt die Fauna des Dep. Seine
Inferieure. — Bizet die der Somme. — Lancelevee ein Verzeichniss
der Najadeen der unteren Seine. — Locard beschreibt eine neue
Alexia und eine Belgrandia. —
Fagot zählt die Fauna der Halbinsel St. Lacie (Aude) auf —
Nicolas beschreibt zahlreiche neue kleine Paludiniden und eine
neue Gattung Avenionia aus der Gegend von Avignon. — Baichere
giebt die Fauna von Carcassonne. — Fol in zählt die Mollusken
des äussersten Südwesten von Frankreich auf. —
Pyi'enäen. Das Werk von Fagot über die Pyrenäenfauna ist
282 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
dem Referenten nicht zugänglich geworden. — 4 neue Pupa be-
schreibt Westerlund.
Spanien. Westerlund behandelt die Fauna der Gegend von
Sevilla nach den Sammlungen von Prof Calderon (11 n. sp.)
Italien. OberitaHen. — Picaglia zählt die Fauna von Modena
und Reggio auf; keine n. sp. — Mascarini die von Ascoli — Piceno
am Abhang der Abruzzen; keine n. sp. —
Süditalien. — Blum zählt von Capri 26 sp. auf; für die Insel
neu die sonst nur von den Abruzzen bekannte Hei. cavannae.
Sicilien, Eine grosse Menge neuer Arten und Untergattungen
von Sicilien und den umgebenden Inseln stellt Monterosato auf;
sie sind seither fast sämmtHch als unbedeutende Lokalformen anderer
Arten betrachtet worden.
Malta. Caruana-Gatto beschreibt eine neue Clausilie und
theils selbst, theils durch Westerlund eine Anzahl anderer Arten.
Deutschland. Loens gibt Faunenverzeichnisse von Münster,
der Umgebung des heiligen Meeres, von Hilchenbach und
Klusenstein. — Hesse bringt ein von Dunker herrührendes Ver-
zeichniss der Mollusken der Grafschaft Schaimaburg zum Abdruck.
Die Molluskenfauna von Borkum zählt Schneider auf; Assiminea
grayana und Alexia myosotis sind für die deutsche Fauna neu.
M arten s bespricht das Vorkommen einiger seltenen Arten aus
der Mark Brandenburg, insbesondere das von Claus, latestriata. —
Krause erwähnt das Vorkommen von Hei. ericetorum und candi-
cans bei Landsberg a/W. — Loens erörtert das Vorkommen von
einigen Succineen bei Hirschberg in Schlesien. — Ehr mann gibt
einen Nachtrag zur Fauna der Umgebung von Leipzig.
Sandberger zählt die im nördHchen badischen Schwarzwald
lebenden Mollusken auf, Moenig die Fauna des württembergischen
Saulgaus. Einen neuen Unio aus der Donau beschreibt Drouet.
Schweiz. Broemme gibt das Verzeichniss der von ihm bei
Lugano gesammelten Binnenconchylien. — Blum zählt aus der Um-
gebung von Richisau im Kanton Glarus 46 sp. auf. — Am Stein
gibt einen Nachtrag zur Fauna von Graubündten. — Hör sley zählt
die Fauna von Meyringen auf. — Eine Arbeit von Pittiez und
Getaz über die Mollusken des Waadtlandes Pays d'Enhaut ist dem
Referenten nicht zugänglich geworden.
Oesterreichische Alpenländer. Brancsik beschreibt einige
neue Arten aus Bosnien (3 n. sp.). — Szep zählt die Mollusken
von Günz am ungarischen Abhang der Steirer Alpen auf (60 sp.,
keine n. sp.). — Einige neue Arten bei Kobelt und Westerlund.
Balkanhalbinsel. Einige neue Unionen beschreibt Drouet.
Griechenland. Die Faunen der nördlichen Sporaden sowie
von anderen Fundorten zählt Böttger auf. — Neue Arten auch
bei Kobelt und Westerlund.
Caucasus. Simroth zählt die kaukasischen Limaeiden und
Testacelliden, sowie eine Anzahl Gehäuseschnecken auf.
Centralasien. Rosen zählt die in Transkaspien und Chorassan
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 283
von ihm gesammelten Arten auf (11 sp., 3 n. sp.). Das Mollusken-
leben ist auf einige enge Felsschluchten beschränkt, auch wenn
diese kein Wasser haben, und arm an Individuen. Die Fauna ist von
der kaukasischen total verschieden.
2. China und Tropisches Asien.
Vorderindien. Die ärmliche Fauna von Kuratschie zählt
Adams auf.
Ceylon. Eine neue Vaginula beschreibt Simroth, einen Unio
Deschamps.
Hinterindien. Morlet beschreibt 10 neue Mollusken, theils
aus Tonkin, theils aus Laos; sie gehören zu den Gattungen Strep-
taxis, Plectotropis , Fhania, Clausilia, Lacunopsis, Chlorostracia,
Paludina, Spiraculum, Dreissensia und Unio. — God win-Austen
veröffentlicht 26 neue Diplommatiniden und eine Helix aus dem
nordöstlichen Hinterindien. — Granger beschreibt eine neue
Ampullaria aus Kambodscha, Simroth eine Vaginula von Singapor.
Hainan. Fischer fügt der Fauna 4 neue Arten (2 Unio, 2 Opeas)
zu und bringt die Artenzahl damit auf 48.
China. Möllendorf polemisirt gegen Heude's Notes sur les
Mollusques de la valle du Fleuve Bleu und macht dabei auch Be-
merkungen von geographischer Wichtigkeit.
Liu-kiu-Inseln. Böttger zählt von den Inseln 12 sp. auf (2
n. sp.), und 7 sp. aus dem Brackw^asser.
Indischer Archipel. Strubell zählt 9 sp. von Halmahera
auf (5 n. sp.), darunter die verschollene Phania lampas Müll. —
Die Fauna der Tenimber-Inseln (Timor-Laut) zählt Möllen-
dorff auf, 20 sp., von dem Orchideensammler Micholitz erbeutet,
davon nur 3 weiter verbreitet. Von besonderem Interesse ist das
Vorkommen einer Corasia; neben Chloritis ist Eulota mit 5 sp., von
denen zwei eine eigene Untergattung Plecteulota bilden, besonders
charakteristisch.
Drouet und Chaper beschreiben 6 n. sp. Unio und 2 n. sp.
Pseudodon von Borneo; — Aldrich eine neue Nanina von Sumatra;
— Simroth 5 n. sp. Vaginula von Java und 2 n. sp. von Sumatra;
— Schepman 6 n. sp. von Soemba und Timor.
Philippinen. Cooke studirt die Verbreitung der Cochlostylen
innerhalb des Archipels ; dieselbe ist sehr verschieden ; Chloraea,
Corasia, Callicochlias, Helicostyla, Orthostylus sind fast über alle
Inseln verbreitet, Hypselostyla fehlt nur auf Mindoro und Mindanao;
Axina findet sich auf Luzon, Cebu und Siquijor, Cochlodryas nur
auf Mindoro und Burias, P]udoxus mit Sicherheit nur auf Mindanao,
Phengus auf Luzon, Marinduque, Romblon, Burias, Canistrum auf
Burias und Masbate, Chrysalis und Prochilus nur auf Mindoro,
Ptychostyla auf Luban, Pfeifferia nur auf Luzon. Die Verbreitung
ist von der der anderen Molluskenarten total verschieden und kann
284 Dl'- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
erst zu einer Zeit stattgefunden haben, wo die Verbindung nach
Südosten wie nach Sudwesten hin bereits aufgehoben war; Cochlostyla
wäre also erheblich jünger, als die anderen Gattungen.
3. Afrika.
Dautzenberg beschreibt eine neue Perideris aus Dahomey;
— Rolle eine neue Ennea von Senegal.
Martens beschreibt aus Uganda 7 n. sp. (1 Helix, 1 Ennea
und 5 Süsswasserconchylien aus dem Viktoria-See); ferner 12 von
Stuhlmann bei der Emin'schen Expedition gesammelten Arten und
eine Ennea von Usambara.
Smith behandelt die Fauna des Viktoria Nyanza ebenfalls und
beschreibt 7 n. sp. von dort. — Ancey stellt einen neuen Cyclophorus
vom Tanganyika auf.
Martens veröffentlicht von Kamerun 3 n. sp., darunter einen
Cyclophorus; — Böttger aus derselben Gegend 2 n. sp. Pseudo-
glessula; — Melvill et Ponsonby einen Buliminus von Angola.
Südafrika. Melvill und Ponsonby beschreiben eine Anzahl
neuer Arten aus Betschuanaland, Damaraland, Ovampoland und
Kapland; — Smith eine Apera; — Ancey eine Ennea.
St. Helena. Nach Ausscheidung der eingeschleppten und
Cassirung einer Anzahl Wollaston'scher Arten zählt Smith Dank der
Nachforschungen von Capt. Turton noch 27 einheimische Arten auf,
sämmtlich endemisch. 18 scheinen ausgestorben, 2 finden sich
lebend und fossil, 7 bis jetzt nur lebend. Ein neuer Tomigerus
würde auf Verwandtschaft mit Südamerika deuten, doch ist die
generische Bestimmung mir sehr zweifelhaft.
Maskarenen. Madagaskar. Böttger beschreibt 4 n. sp. von
Nossi-Be (2 Sitala, 1 Tropidophora, 1 Neritina). — Smith beschreibt
eine neue Acroptychia.
Mauritius. Baker bespricht auch einige Landmollusken.
4. Melanesien und Australien.
Neu Guinea und Melanesien. Hedley (Pr. Linn. Soc. N.
S. Wales VI) unterscheidet im englischen Neu Guinea folgende 4
Faunenbezirke: 1. die alpine Region über der Baumgrenze; sie hat
allerdings bis jetzt nur Rytida globosa auf der Owen Stanley Kette
bei 13000' Höhe geliefert, hat aber jedenfalls auch Paryphanta u.
dgl. ; — 2. das Gebiet zwdschen Point Moresby und dem Fly River,
mit Hadra broadbenti, Geotrochus taylorianus, Helicina coxeni; von
hier aus hat das nördliche Queensland seine Fauna erhalten; —
3. das Ostende von South Cape ab mit den anliegenden Inseln und
der Nordostküste, charakterisirt durch Hadra rehsei, Nanina hunsteini,
Geotrochus brumeriensis ; — 4. die Louisiaden mit Zubehör, mit Geo-
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 285
trochus luisiadensis, Nanina densa, Chloritis leai, Helicina insularum,
jede Insel mit besonderen Lokalausprägungen dieser Typen.
Neue Hebriden. Eine Partula von Aneitum beschreibt Hartmann.
Salomonen. Eine neue Helix bei Heimburg.
Australien. 26 bei Jnvernell in New South Wales gesammelte
Arten werden aufgezählt bei Hedley Pr. Linn. Soc. N. S. Wales VI,
p. 374. — ■ 2 n. sp. aus Centralaustralien beschreibt Bednall, eine
Reihe von Arten aus Queensland zählen Hedley und Muson auf.
Sandwichsinseln. Ancey, Mem. Soc. Zool. France V, p. 708
setzt seine Revision der Fauna der Inseln fort und behandelt die
Pupidae und CionelHdae; er beschreibt auch einige Achatin elliden.
Neuseeland. Suter zählt drei Pitys von der Insel auf, be-
schreibt einen neuen Ancylus von da und bekämpft die Theorie
einer Parallelentwicklung der Nacktschnecken auf Neuseeland; die-
selben sind sämmtlich eingeschleppt und können sich nicht, wie
Simroth will, aus Vitriniden entwickelt haben, da die neuseelä,ndischen
angeblichen Vitrina und Hyalina so wenig zu diesen Gattungen ge-
hören, wie die öaudebardie; die Hyalinen sind Phrixgnathus, von
den Vitrinen ist ultima Mouss. ein Helicarion, dimidiata Pf. die ganz
verschiedene Gattung Otoconcha, die Daudebardia wahrscheinlich
ein Homalonyx. Die Testacella ist die europäische Maugei. —
Derselbe giebt (in Transact. N. Z. Inst.) ein Verzeichniss der
auf Neuseeland sicher eingeschleppten sowie der für die Insel
zweifelhaften und der sicher zu Unrecht " aufgeführten Arten. Er
beschreibt weiter die Mundbewaffnung zahlreicher Arten und 2 n. sp.
(Amphidoxa und Phrixgnathus). Pils bry macht Bemerkungen über
einige neuseeländische Arten.
Hedley und Suter geben eine sorgfältig gearbeitete Reference
List der Binnenconchylien von Neuseeland, 104 sp. Der insulare
Charakter tritt um so schärfer hervor, je genauer wir die Fauna
kennen lernen. Unter den 21 als eingeschleppt betrachteten Arten
sind ausser den bekannten Europäern auch Corasia tricolor und
Cochlostyla daphnis, die jedenfalls absichtlich angesiedelt worden sind.
5. Amerika.
Nearktisches Gebiet. Dean zählt aus Portage Cty, Ohio
50 Landmollusken auf, aus dem Süsswasser 39 Einschaler, darunter
nur eine einzige Strepommatide (Goniobasis depygis) und 33Bivalven,
keine n. sp. —
Simpson zählt die Unionen von Florida auf und zieht eine
Menge Arten ein, während er nur 1 n. sp. beschreibt. Er scheidet
nach den Unionen die Vereinigten Staaten faunistisch in drei Ab-
theilungen: das Mississippigebiet, an das sich Texas und Mexico als
Provinz anschliessen, das Küstengebiet, in welchem sich von Louisiana
bis Canada eine scharfe Grenze nicht ziehen lässt, und die pacifischen
Staaten, welche sich mehr an das paläarktische als an das nearktische
286 I^i"- W. Kobelt: Bericht über die geographisclie Verbreitung,
Gebiet anschliessen. Die Alleghanies bilden allerdings eine scbarfe
Grenze, aber nördlich und südlich von ihnen fiiessen die Faunen
zusammen. — Sterki giebt monographische Bearbeitungen der nord-
amerikanischen Vallonia und der Pupidae. — Walton zählt die
Mollusken von Walton Co., New York auf, Marshall die Unioniden
desselben Staates. - Sargent die Landschnecken von Alabama. —
Vaughan die Mollusken von Dorcheat Bayou und Lake Bisteneau,
Louisiana — Banks die von Cayuga Valley. — Co ck ereil be-
handelt die Succinidae. — Dean das Vorkommen von Unio luteolus
und radiatus.
Einzelne Arten beschreiben Sterki, Pilsbry, Johnson et
Pilsbry, Shimek.
Canada. Ganong giebt einige Nachträge zur Fauna von New-
Braunschweig.
Paciflsches Gebiet. Raymond hat Agriolimax agrestis in
Kalifornien gefunden, Stearns Patula strigosa in Arizona auf der
pacifischen Seite. —
Central amerika. Crosse giebt eine Revisien der Fauna von
Portorico, LS2 Arten, davon 103 Landschnecken, 23 aus dem Süss-
wasser und 2 Neritina aus Salzwasser. Unter den Landschnecken sind
nur 26 Deckelschnecken, also ein Viertel, während der Prozentsatz auf
den anderen grossen Antillen erheblich höher ist. Von den Land-
schnecken sind mit Haiti gemeinsam 15, mit Cuba 16, mit Jamaica 12,
mit St. Thomas 19, mit t^t. Croix 6. Trotzdem besteht eine nähere
Verwandtschaft nur mit Haiti, resp, dem zentralen Theile dieser Insel,
dessen Verlängerung Portorico vorstellt. Auch die negativen Kenn-
zeichen sind dieselben. Von den kleinen Nachbarinseln hat Vieque
33 Arten, von denen 4auf Portorico fehlen, aber nur eine(Helix riisei Pf.)
eigenthümlich ist.
Crosse und Fischer behandeln die geographische Verbreitung
der Gattung Holospii-a Mrts. Die Verbreitungsarea zerfällt gegen-
wärtig in zwei Abtheiiungen, von denen die eine die nördlichen
Staaten von Mexico, Arizona und das Innere von Texas, die andere
die Staaten Puebla, Oajaca und Guerrero am Stillen Ozean um-
fasst; sie werden durch einen ziemlich breiten Zwischenraum ge-
schieden.
Crosse und Fischer beschreiben 5 neue Arten aus Guatemala
und Jahsco (2 Unio, 1 Anodonta, 1 Neritina, 1 Bulimulus).
Martens behandelt in der Biologia centrali-americana die
Gattungen Omphalina, Hyalina, Guppyia, Pseudohyalina, und den
Anfang von Helix. Die neuen Arten sind unten namhaft gemacht.
Cooper's Catalog der Molluskenfauna von Unterkalifornien ist
dem Referenten nicht zugänglich geworden. —
Pilsbry beschreibt eine neue Patula von Orizaba, ein Euca-
lodium und einen Potamanax aus Tabasko.
Böttger beschreibt ein neues Aperostoma von S. Pietro de
Sula, Honduras.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892 287
Westindien. Jamaica. — Cockerell beschreibt eine n. sp.
Helix und 3 n. sp. Veronicella. —
Portorico. — Crosse zählt von Portorico 130 Arten auf, davon
105 Landschnecken, 26 Operculaten, keine n. sp. Das benachbarte
Vieque hat 33 Arten. Beide Inseln erscheinen auch faunistisch eng
verwandt mit Haiti, mit welchem sie ja auf einem Sockel liegen;
doch sind nur 15 Landarten gemeinsam, 16 mit Cuba, 12 mit
Jamaica, 19 mit St. Thomas. Yieque hat nur eine endemische Art.
Die Nenia tridens ist ein Relikt, das Portorico vor allen Antillen
voraus hat.
Dominica. — Pilsbry zählt die Mollusken der Insel nach den
Sammlungen von Verrill auf, keine n. sp. ; für die Insel neu Vaginula
punctatissima Semp. —
Südamerika. Jhering (Verh. Santiago) macht in populärer
Form auf die Wichtigkeit der Verwandtschaft der Süsswasserfauna
an beiden Seiten der Anden aufmerksam. —
Ancey beschreibt eine Anzahl n. sp. von Sta. Cruz de la Sierra
in Bolivia und aus der brasilianischen Provinz Mattogrosso.
Jhering (Zool. Anz.) erkennt in den Najadeen Südamerikas
die Glieder zweier total verschiedener Faunen; die eine, ursprünglich
dem chileno-patagonischen Kontinent ausschliesslich angehörend,
hat Verwandtschaft mit Neuseeland, die andere deutet insbesondere
durch die Zugehörigkeit der Gattung Glabaris zu den Muteliden,
auf eine, allerdings wohl in die mesozoische Zeit zurückreichende
Verbindung Brasiliens mit dem tropischen Afrika.
Sowerby beschreibt 7 n. sp. aus Kolumbien. — Simroth
eine Anzahl neuer Vaginula. —
Galapagos. — Reibisch beschreibt aus der Ausbeute von
Wolf 14 neue Bulimulus nebst einer neuen Sektion der Gattung,
2 Pupa der Untergattung Leucochilus, eine Succinea und eine
Hyalina. — Dali einen Zonites (?), eine Leptinaria und eine Heli-
cina, von Bauer gesammelt. — Stearns einen Pleuropyrgus und
Onchidium. —
B, Marine Mollusken.
1. Arktisches Reich.
Krause zählt von Ost-Spitzbergen 76 sp. auf, davon 7 Nudi-
branchen für die Inselgruppe neu.
2. Nordatlantisches Reich,
Deutschland. Böttger beschreibt eine n. sp. von Borkum Nachr.
Bl. p. 116, zieht dieselbe aber ibid., p. 204 wieder ein.
England. Garstang zählt die Mollusken von Plymouth und
einige seltnere Arten von Devon auf; — Archer die aus dem
Forschungsgebiet des Liverpool Marine Biological Committee; —
Herdmann die Nacktschnecken von Puffin Island; — Tomlin die
288 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Fauna an der Küste von Nord Wales; — Scott die vonMoray Firth; —
J. Smith die von Ayrshire; — Hart die von Donegal und Dublin; —
Warren die von Killala Bay, Irland.
Frankreich. Bizet zählt die Fauna des Dep. Somme auf.
Lusitanische Provinz. Einen neuen Spondylus von Madera
beschreibt Smith. — Die Cephalopoden der spanischen Küste zählt
Gi rard auf. — Einen neuen Chiton von Mogador beschreibt Pilsbry.
Mittelmeer. Bucquoy, Dautzenberg et Dollfuss behandeln
die Carditidae, Lasaeidae, Galeommidae, Cardiidae, Chamidae und
Isocardiidae von Roussillon; — Monterosato die Vermetidae (3
n. sp.); — Locard die Anomiidae.
Die Fauna von Bandol bei Toulon zählt Caziot auf. — Brusina
hat den sehr selten gewordenen Catalog der Mollusken von Zara
von Danilo und Sandri neu abdrucken lassen.
Böttger zählt die von Dr. J. Valentin auf Kalymnos, besonders
aus Badeschwämmen gesammelten Mollusken auf (123 sp., 5 n. sp.}.
Caruana berichtet über das Verschwinden mancher Arten,
besonders des Spondjdus gaederopus, bei Malta.
3. Ostatlantisches Reich.
Fischer hebt hervor, dass Ovula carnea Poir. nicht auf das
Mittelmeer beschränkt sei, sondern sich im Golf von Gascogne bei
Arcachon findet. Watson weist sie indes auch von Madera nach
und gleichzeitig führt sie Sowerby von Südafrika an.
P. und H. Fischer beschreiben zwei neue, an der Küste der
Sahara gedrakte Cephalopoden.
Smith fügt zur Fauna von St. Helena eine Anzahl Arten hinzu
(3 n. sp.). Zwei neue Arten von Senegambien beschreibt Rolle.
4. Westatlantisches Reich.
Pilsbry und Johnson zählen die Fissurellidae der Vereinigten
Staaten auf; — Wall die Donax der Ostküste. — Einen neuen
Chrysodonus von New Jersey beschreibt Pilsbry.
5. Südafrika.
Sowerby zählt von Südafrika, hauptsächlich von Natal, 740
Arten auf, von denen 323 auf dort beschränkt sind, 67 auch in den
europäischen Gewässern vorkommen. Die zahlreichen neuen Arten
sind unten namhaft gemacht.
3. Indischer Ocean.
Crosse und Fischer zählen aus dem Meerbusen von Siam 27
sp. auf, lauter bekannte Arten.
Böttger gibt das Verzeichniss der von Dr. A. Fritze an Okinawa,
der o-rössten der Liu-kiu-Inseln gesammelten Meeresmollusken, 137
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 289
sp., davon eine neue; 95 sind mit Japan gemeinsam, aber viele für
Japan charakteristische Arten fehlen und der Gesammtcharakter ist
mehr indo-pacifisch.
Die Arbeit von Baker über die Mollusken von Mauritius ist
mir nicht zugänglich geworden.
Fischer (Bull. Soc. Autun) behandelt auch eine Anzahl mariner
Arten von Hinterindien. — Eine neue Volutharpa von Japan be-
schreibt Rolle.
Rothes Meer., Bemerkungen über die Gesammtfauna macht
Jousseaume.
7. Australisches Reich.
Brazier beginnt einen Catalog der marinen Mollusken von
Australien und Tasmanien, von welchem in dem Berichtsjahr die
Cephalopoden und Pteropoden erschienen sind; sie sind mir nicht
zugänglich geworden. Ueber die Austern der Nordinsel von Neu-
seeland berichtet Wakefield.
8. Nordpacifisches Gebiet.
Pilsbry und Johnson zählen die Fissurelliden auf. —
Williams on giebt einen Catalog der Arten von San Pedro Bay
(2 n. sp.). — Rivers beschreibt eine neue Scaphella von Monterey. —
Dali eine neue Margarita. — Pilsbrys Monographie bringt ver-
schiedene neue Chitoniden aus der californischen Provinz.
Systematik.
A. Cephalopoda.
Octopoda.
Octopus (Lam.) sponsalis n. Westküste der Sahara; P. et H.Fischer
J. de C. p. 297; — ergasticus n. ibid., iid. p. 298.
Dekapoda.
Loligo (Lam.) stearnsi n.? Californien; Hemphill Zoe III p. 50.
B. Oastropoda.
I. Frosobrauchiata.
A. Pectinibranchia.
a. Proboscidifera.
Muricidae.
Ocinebra (Leach) crawfordi n. Südafrika; Sowerby p. 2 t. 1 f. 2; —
babiugtoni n. ibid., id. p. 2 1. 1 f. 1.
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H.l. 19
290 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Buccinidae.
Cominella (Gray) semisulcata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 10 t. 1 f. 7;
— snlcata n. ibid; id. p. 11 1. 1 f. 10. — Zum erstenmal abgebildet sind bei dem-
selben C. puncturata Sow. t. 1 f. 9 und unifasciata Sow. t. 1 f. 11.
Neptunea (Bolt.) nicoUoni n. Westküste von Frankreich; Locard Echange
VII p. 51.
Sipho (Klein) stonei n. New Jersey; Pilsbry Proc. Phil. p. 328.
Pisania (Gray) scholvieni n. Njaning, Senegambien; Rolle p. 51.
PoUia (Gray) reticulata n. Kalymnos; Böttger Nachr.-Bl. p. 153; — azona
n. ibid. id. p, 153.
Volutharpa (Fisch.) salmiana n. Japan; Rolle p. 52.
Nassidae.
Nassa (Lam.) crawfordi n. Port Elizabeth, Natal; Sowerby p. 13 t. 4 f. 86.
Columbellidae.
Anachis (Ad.) capensis n. Port Elizabeth; Sowerby p. 22 t. 1 f. 20; —
algoensis n. id. ibid p. 22 t. 1 f. 21.
Mitrella (Swains.) unisulcata u. Tasmania; Kobelt M.Ch. p.ll9 t.l7 f. 15,16.
Nitidella (Swains.) incerta n. Galapagos; Stearns Naut. VI p. 88.
Columbella? (Lam.) cominellaeformis n. Süd- Australien ; Täte Pr. R. S.
South Austr. XV p. 126.
Olividae.
Ancilla (Lam.) pura n. Port Elizabeth; Sowerby p. 17 t. 1 f. 15.
Turbiuellidae.
Turbinella (Lam.) truncata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 17 t. 4 f. 85.
Marginellidae.
Marginella (Lam.) electrina n. Port Elizabeth; Sowerby p. 21 t. 1 f. 22.
Doliidae.
Ficula (Swains.) pilosa (Pyrula) n. Hongkong; Sowerby Concholog. II
p. 74. Derselbe zählt ebenda die 7 sp. der Gattung auf.
Pyramidellidae.
Syrnola (Ad.) capensis n. Port Elizabeth; Sowerby p. 25 t. 2 f. 35.
Turbonilla (Risso) argentea n. Port Elizabeth; Sowerby p. 25 t. 2 f. 37;
— laevicostata n. ibid., id. p. 25 t. 2 f. 36; — tegulata n. ibid., id. p.25t.2f.38.
Cingulina (Ad.) acutilirata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 27 1. 1 f. 32.
Eulimidae.
Eulima (Risso) laugleyi n. Port Elizabeth; Sowerby p. 27 1. 1 131.
Eulimella (Fbs.) monilifornie n. Sydney; Hedley et Musson Tr. Linn.
Soc. N.-S.- Wales VI p. 247 1. 19 f. 1-5.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken iiu Jahre 1892. 291
Scalariidae.
Aclis (Lov.) tenuistriata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 28 t. 2 f. 56.
b) Toxoglossa.
Pleurotomidae.
Defrancia (Mill.) ponsonbyi n. Port Elizabeth, Natal; Sowerby p.7 t.l f.5.
Mitromorpha (Ad.) volva n. ebenda; Sowerby p.7. t.l f. 16.
c) Eostrifera.
Cerithiidae.
Cerithiuin (Brug.) foveolatum n. Port Elizabeth; Sowerby p. 56 1. 1 f. 27.
Turritellidae.
Turritella (Lam.) maltzani u. Goree, Senegambien; Rolle p. 51; — punc-
tulata Sow. zuerst abgebildet bei Sowerby t. 5 f. 102.
Rissoidae.
Auriculina (Grat.) lucida n. Port Elizabeth; Sowerby p. 37 t. 2. f. 39.
Miraida (Ad.) crispa n. ibid., id. p. 37 t. 2 f. 55.
Alvania (Leach) rufopunctata n. Kalymnos; Böttger Nachr.-Bl. p. 158; —
argentea n. Port Elizabeth; Sowerby p. 38 t. 2 f. 40.
Dala (Ad.) infrasulcata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 27 t.l f. 30; —
dubia n. ibid., id. p. 27 1. 1 p. 29.
Cingula (Flem.) capensis n. Port Elizabeth; Sowerby p. 58 t. 2 t. 41.
Jeffreysiidae.
Jeffreysia (Aid.) atlantica n. St. Helena; Smith Ann. Mag. p. 130.
Vermetidae.
Monterosato hat die Vermetiden des Mittelmeers monographisch be-
arbeitet; er betrachtet Bivonia, Petaloconchus, Serpulorbis, Spiroglyphus und
Siphonurus nur als Untergattungen; alle Arten sind abgebildet; neu V. spirintortus
n. p. 22; — simulans n. p. 25; — serpuloides n. p. 41.
Paludinidae.
Vivipara (Mtf.) laosiensis n. Mekonggebiet und Tonkin; Morlet J. de
Conch. p. 84, 324 t. 6 f. 1; — georgiana v. altior n. Florida; Tryon Nautilus
p. 182; — phthinotropis n., trochlearis n., costulata n., Victoria Nyanza; Martens
Sitz.-ßer. p. 17, 18; — victoriae n. Victoria Nyauza; Smith Ann. Mag. N. H.
(6) X p. 124; — jucunda n. ibid., id. p. 124; — cepoides n. ibid., id. p. 125.
Chlorostracia (Fisch.) massiei n. Nam-ou, Mekonggebiet; Morlet J. de C.
p. 84, 325 t. 6 f. 4.
Bythinella (Moq.) bosniensis n. Bosnien; Clessin Mal. Bl. p. 120 t. 1 f. 9;
dunkeri Ffld. Zungenbewaffnung; Simroth ibid. p. 108 t.l f. 1— 4 ; — char-
19*
292 D""- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
pentieri v. parnassia n. Agoriani, Parnass; Böttger Nachr.-Bl. p.63; — contecta
V. Gallensteini n. Monfalcone; Kobelt Icon. sp. 902.
Pseudamnicola (Paul.) kobelti n. = cocchii Kob. Icon. 834, nee Ben.;
Westerlund Nachr.-Bl. p. 198.
Belgrandia (Bgt.) coutaguei n. Avignon; Locard Ech. p. 3.
Lacunopsis (Desh.) dugasti n. Gebiet der Laos, Hinterindien; Mo riet
J. de C. p. 84.
Lartetia (Bgt.) pontmartiniana n., boulayi n. , chobauti n., chantrei n.,
gabilloti n., duhameli n, coUieri n., cureti n., Gegend von Avignon; Nicolas
in Ann. Soc. Agric. Lyon IV p. 34 — 84.
Moitessieria (Bgt.) collieri n. Avignon; Nicolas 1. c. p. 48.
Liogyrus (Dali) dalli n. Florida; Pilsbry Nautilus VI p. 61.
Melaniidae.
Melanopsis (Fer.) costata v. harpa n. Sevilla; Westerlund Nachr.-Bl. p.l99.
Melania (Lam.) tornata u. Albert Nyanza; Marfens Sitz.-Ber. nat. Fr.
Berlin p. 181; — tenkatei n. Soemba; Schepman Notes Leyden Mus. XIV p. 156.
Pachychilus (Lea) polygonatus Lea var. rovirosai n., Mexiko; Pilsbry
Pr. Acad. Philad. p. 153.
Ampullariidae.
Ampullaria (Lam.) nyanzae n. Viktoria Nyanza; Smith, Ann. Mag. N. H.
(6) IX, p. 382; — Gordoni n. ibid., id. p. 382; — brohardi n, Kambodscha;
Granger, Naturaliste, p. 97, fig.
B. Seutibranchia.
Rhipidoglossa.
Trochidae.
Bathybembix nom. nov. , für Bembix Watson nee de Kon.; Crosse J. de
Conch., p. 288; — aureonitens Lischke abgeb. ibid., t. 4, f. 4.
Calliostoma (Swains.) farghari n. Südafrika; Sowerby, p. 45, t. 2, f. 42.
Clanculus (Mtft.) waltonae n. Südafrika; Sowerby, p. 45, t. 2, f. 45.
Gibbula (Leach.) biporcata n. Südafrika; Sov^erby, p. 67; — eliadorum
n. Kalymnos; Böttger, Ber. Senckenb., p. 159; — valentini n. ibid., id. p. 160.
Solariella (Wood.) fuscomaculata n. Südafrika; Sovi^erby, p. 44, t. 2, f. 46,
Uvanilla (Gray) regina n. Westküste der Vereinigten Staaten; Stearns,
Naut. VI, p. 85.
Cyclostrematidae.
Cyclostrema (Flmg.) rotundatum n. Südafrika; Sowerby, p. 45, t. 2,
f. 47; — inflatum n. ibid., id. p. 45, t. 2, f. 48; — planulatum n. ibid., id. p. 46,
t. 2, f. 49.
Neritidae.
Neritina (Lam.) mixta n. Sevilla; Westerlund, Nachr. Bl, p. 200; —
sargi n. Guatemala; Crosse et Fischer, J. de C, p. 296; — (Chiton) rhyssodes
n. Nossi-be, Madagaskar; Böttger, Nachr. BL, p. 57.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 293
Polyplacophora.
Pilsbry gibt im vierzehnten Baude von Tryon's Manual die Monographie
der Chitouidae. Er zerfällt die Ordnung in folgende Familien und Gattungen:
I. Eoplacophora.
Pam. Lepidopleuridae mit den Gattungen Lepidopleurus Risso einschliess-
lich Deshayesia Crp., Hanleyia Gray und Microplax Ad. et Ang.
II. Mesoplacophora.
Fam. Ischnochitonidae.
a. Ischnochitoninae mit den Gattungen Tonicella Carp., Schizoplax
Dali, Callochiton Gray einschliesslich Sterochiton Carp., Trachy-
dermon Carp. einschliesslich Cyanoplax Pilsbry., Chaetopleura
Shuttl., Pallochiton Dali, Dinoplax Carp. — Ischnochiton Gray
mit den Untergattungen Stenochiton Ad. et Ang., Stenoplax
Cpr. einschliesslich Stenoradsia Opr., Ischnoplax Cpr., Ischnochiton
s. str, einschliesslich Lepidozona Pilsbr. , Radsiella Pilsbr. und
Ischnoradsia Pilsbr.; und Heterozona Cpr.
b. Callistoplacinae mit den Gattungen Callistochiton Cpr., Nuttallina
Cpr. einschliesslich Middendorfia Cpr., Craspedochiton Shuttl.,
Angasia Cpr., Callistoplax Cpr., Ceratozona Dali.
Fam. Mopaliidae mit den Gattungen Mopalia Gray, Placiphorella Cpr.,
Plaxiphora Gray einschliesslich Guildingia Cpr., Fremblya H. Ad.
und Placophoropsis Pilsbr.
Fam. Acanthochitidae mit den Gattungen Spongiochiton Cpr., Acantho-
chites Risse einschliesslich Notoplax Ad., Cryptoconchus Blv. und
Loboplax Pilsbr., Leptoplax Cpr., Katharina Gray, Amicula Gray
und Cryptochiton Midd.
Fam. Cryptoplacidae Dali mit den Gattungen Cryptoplax Blainv. und
Choneplax Cpr.
in. Teleoplacophora.
Fam. Chitonidae Pilsbr.
a. Chitoninae mit den Gattungen Chiton L. einschliesslich Radsia
Gray und Sclerochiton Cpr. ; und Eudoxochiton Shuttl.
b. Toniciinae mit den Gattungen Tonicia Gray einschhch Fannettia
Dali, Acanthopleura Guildg. mit den Untergattungen Meso-
tomura Pilsbr., Acanthopleura s. str,, Maugeria Gray und
Amphitomura Pilsbr.
c. Liolophurinae mit den Gattungen Schizochiton Gray, Lorica Ad.
einschliesslich Loricella Pilsbr., Enoplochiton Gray, Onithochiton
Gray und Liolophura Pilsbr.
Als neu beschrieben werden: Lepidopleurus rugatus n. Cpr. mss., Californien,
p. 11, t. 3, fig. 67 — 70; — L. granoliratus n. Cpr. mss., Mogador, p. 14, t. 2,
fig. 47—53. — L. (Deshayesiella) curvatus n. Cpr. mss., Japan, p. 16, t. 4,
fig. 78 — 81. — Spongiochiton productus n. Cpr. mss., Neu -Seeland, p. 26
(nicht abgebildet); — Chaetopleura gemmea n. Cpr. mss., Monterey; id. p. 31,
t. 13, fig. 69—74; — Ch. armillata n. Cpr. mss., Gorriti, p. 39; — Callochiton
princeps n. Cpr. mss., unbekannten Fundortes, p. 50; — Call, lobatus n. Cpr.
mss., Tasmanien, p. 53, t. 8, fig. 83— 85; — Ischnochiton fallax n. Cpr, mss.,
Monterey, p, 59, 1. 16, fig. 17, 18; — Ischn. acrior n. Cpr. mss., Californien,
294 Dr. W. Kobelt; Bericht über die geographische Verbreitung,
p. 61, 1. 14, flg. 86— 89; — Ischn. conspicuus n. Cpr. mss., ibid., p. 63, 1. 15,
fig. 91 — 96; — Ischn. (Heterozona) cariosus n. Cpr. mss., Australien; — Ischn.
solidior n. Cpr. mss., Philippinen, p. 76; — Ischn. asperior n Cpr. mss., Ost-
asien, p. 77; — Ischn. peromatus n. Cpr. mss., unbekannten Fundortes, p. 77; —
Ischn. multideutatus n. Cpr. mss., Bonin Inseln, p. 85; — Ischn. haddoni n. = longi-
cymba Sow. nee Quoy, Port Jackson; — Ischn. macgilliviayi n. Cpr. mss.,
Tristan da Cunha, p. 101; — Ischn. bisculptus n. Cpr. mss., Hongkong?;
p. 49; — Ischn. newcombi n. Cpr. mss., Catalina Insel, p. 120; - Ischn. ladians n.
Cpr. mss., Monterey, p. 121; — Ischn. aiireotinctus n. Cpr. mss., Catalina Insel,
p. 123; — Ischn. decipiens n. Cpr. m.ss,, Monterey, p. 23; — Isch. corrrugatus
n, Cpr. mss., Californien, p. 123; — Isch. subclathratus n. = clathratus Carp.
nee Keeve, Mazatlan, p. 124; — Ischn. cooperi n. Cpr. mss., Californien, p. 127,
t. 26, fig. 27— 30; — Ischn. sinudentatus n. Cpr. mss., Monterey, p. 128; — Ischn.
nebulosus n. Cpr. mss., Capverden, p. 134; — Ischn. obtusus n. Cpr. mss., Portu-
gal, p. 134; — Ischn. (Radsieila) tridentatus n., Golf von Californien, p. 140,
t. 18, fig. 35—39; — Ischnoradsia hakodadensis n. Cpr. mss., Hakodadi, id. p. 147,
t. 19, fig. 64—66; — Chiton densiliratus n. Cpr. mss., Japan, p. 169; — Ch. mar-
quesanus n. Marquesas, p. 170, t. 36, fig. 98—100; — Ch. pulvinatus n. Cpr. mss.,
Neu-Irland, p. 179; — Ch. miles n. Cpr. mss., Torres Strasse, p. 189, t. 46, fig. 1
bis 5; — Eudoxochiton huttoni n., Neuseeland, p. 194, t. 46, fig. 96—100; — Tonicia
rubidensu. Callaobis Chile, p. 202, t. 44, fig. 45—47; — Onithochiton semisculptus
n. unbekannten Fundortes, p. 247, t. 55, fig. 10, 11; — Pallochiton lanuginosus
n. Cpr, mss., Californien, p. 257, t. 56, fig. 1 — 11; — P. (Arthuria) filosus n. Cpr.
mss., unbekannten Fundortes, p. 258; — Callistochiton palmulatus n. Cpr. mss.,
Californien, p. 262, t. 58, fig. 7 — 16, mit var. mirabilis n. t. 58, flg. 7 — 11; —
Call, crassicostatus n. Californien, p. 264, t. 58, fig. 1 — 6; — Call, infortunatus
n. tropisches Westamerika, p. 266, t. 59, fig. 37—42; — Call, decoratus n. Cpr.
mss., Untercalifornien, p. 269, t. 58, fig. 17 — 20; — Call, gabbi n. Golf von Californien,
p. 270, t. 60, fig. 7— 10; — Call, shuttleworthianus n. Florida, p. 273, t. 21,
fig. 42—46; — Angasia tetrica n. Cpr. mss., Ceylon, p. 287, t. 61, fig. 27—32; —
Mopalia muscosa var. porifera n., Sta. Barbara, p. 207 , t. 62, fig. 93, 94; —
Placiphorella velata n. Cpr. mss., Californien, p. 306, t.66, fig. 6 — 12; — PI.
borealis n. Beringsmeer, p. 309, t.66, fig. 14 — 17; — Plaxiphora excurvata n.
Australien, p. 327; — PI, obtecta n. Cpr. mss., Neu-Seeland, p. 330.
II. Opisthobrauchiata.
Nudibranehia.
Bergh (in Semper, Philippinen) hält die Eintheilung in Kladohepatica und
Holohepatica aufrecht nnd zerlegt die letztere Gruppe in vier Sektionen Dori-
didae cryptobranchiatae, Porostomata, Dorididae phanerobranchiatae und Coram-
bidae. Die Abtheilung ist vielleicht diphyletisch, denn die Kladohepatica haben
entschieden Beziehungen zu Aplysia und den Ascoglossen, die Holohepatica zu
den Pleurobranchidae, aber Tritonia verbindet die beiden Abtheilungen.
Euplocamus (Phil.) atlanticus n. Azoren; Bergh in Semper p. 12.
Pleuroleura (Bergh) walteri n. Spitzbergen; Krause p. 366 t. 14 f. 6-9.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 295
b. Tectibranchia.
Acteonidae.
Leucotina (Ad.) elongata n. Port Elizabeth; Sowerby p. 52 t. 2 f. 57.
Pleurobranchidae.
Pleurobranchillus n. gen. für PL morosus n., Atlantischer Ocean, Bergh
p. 28. —
III. Neurobranchia.
Aciculidae.
Acme (Hartm.) allardi n. Avignon; Nicolas p. 49. —
Cyclotidae.
Spiraculum (Pears.) massiei n. Laos, Hinterindien; Morlet J. de C. p. 85;
p. 323 t. 8 fig. 4. —
Cyclophoridae.
Leptopoma (Pf.) halmahericum n. Halmahera; Strubell p. 48; — crenilabre
n. ibid., id. p. 49. —
Cyclophorus (Montf.) tornatus n. Tonkin; Morlet J. de C. t. 8 fig. 3. —
elatior n. Butumbi, Nordostafrika; Märten s S. B. Ges. nat. Fr. p. 180. —
papillaris n. ibid., id. p. 180. — preussi n. Kamerun, id. p. 183. —
Die angeblichen Leptopoma von Neuseeland sind alle zu Lagochilus zu
stellen; MöllendorfPr. Linn. Soc. N. S. Wales VH p. 385. —
Aperostomidae.
Aperostoma (Amphicyclotus) goldfussi n. Nordwest-Honduras; Böttger
Nachr. Bl. p. 203; — (Cyclophorus) orbignyi n. Bolivia; A ncey J. of Conch.
VII p. 94; — (Cyclotus) filoliratus n. Columbia; Sowerby Pr. Z. S. p. 298 t. 23
f 17—19. —
Pupinidae.
Mesostoma Heude=Pupina ; Möllendorff Nachr. Bl. p. 18.
Hedleyia n. gen. Pupinidarum?, etwas aberrante Form mit dichten Rippen,
der obere Kanal nur durch eine Schwiele bezeichnet, der untere durch einen
vorspringenden Wulst, für H. macleayi n. Cairo, Queensland; Cox Pr. Linn. S.
N. S. Wales VI p. 106 t. 21 f. 2. 5. 8. 10. —
Bellardiella (Tapp.) minor n. St. Johns River, Neu Guinea, H e dl e y, Pr. Linn.
Soc. N. S. Wales VI p. 102 1. 12 f. 35.
Pupinella (Pfr.) tapparonei n. Brazier mss., Fly River, Neu Guinea, Hedley,
Pr. Linn. Soc. N. S. Wales VI p. 106 t. 12 f. 36.
Pupina (Vign.) ovalis n. Milne Bai, Britisch N. Guinea; Hedley, Pr. Linn.
Soc. N. S. Wales VI p. 106 t. 12 f. 37; — gibba N. St. Josefs River, ibid.; id.
p. 106 t. 12 f. 38. —
Diplommatinidae.
Fargesia Heude 1886 = Pseudopomatias Mlldff. 1885; Möllendorff
Nachr.-Bl. p. 18.
296 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Paxillus Ad. — Möllendorff verficht die Selbständigkeit der Gattung
und giebt eine verbesserte Gattungsdiagnose; Nachr.-Bl. p. 19.
Hungerfordia (Bedd.). — Eine verbesserte Diagnose giebt Crosse p. 281;
— H. pelewana abgebildet ibid. t. 4 flg. 2.
Geothauma n. gen. (T. dextra, umbilicata, trochiformis, tenuis, translucida;
spira depresse pyramidata, apice sublaevi, obtuso; sutura subimpressa; anfr. 6 vix
convexi, tertius, quartus et quintus cingulo spinarnm cavarum muniti, ultimus
spinis magis ac magis elongatis, iucurvis, crystallinis armatus, subito devians,
incurvatus, juxta spiram ascendens, mox spiram superans, sursus horizontaliter
incurvatus, liber; apertura rotundata; peristoma duplex; internum siraplex»
tenue, continuum, extenium haud nitens, concentrice striatum. ~ Operc?) für
Opisthostoma grandi.spinosum Godwin-Austen; Crosse J. de C. p. 283 t. 4 fig. 1.
Diploramatina (Gray) decorosa n. ; Godwin - Austen Pr. Z. S. p. 510; —
garoensis n. id. p. 511; — elongata n. id. p. 512; — tumida n. id. p. 512; —
chenellei n. id. p. 512; — butleri n. id. p. 512; — ambigua n. id. p. 513; —
comuiutata n. id. p. 513; — dohertyi n. id. p. 513; — thomsoni n. id. p. 514; —
nengloensis n. id. p. 514; — distincta n. id. p. 514; — khunhoensis n. id. p.515;
— lapillus n. id. p. 515; — compacta n. id. p. 515; — unicrenata n. id. p. 516;
— japvoensis n. id. p. 516; — animula n. id. p. 516; — subrubella n. id. p. 517;
— subtilis u. id. p. 517; — delicata n. id. p. 517; — munipurensis n. id. p. 518;
— venustula n. id. p. 518; — domuncula n. id. p. 518; — succinea u. id. p. 519;
— concinna n. id. p. 519; — gibberosa n. id. p. 519, säramtlich aus Assam; —
symmetrica n. Basilaka, Britisch Neu-Guinea; Hedley Pr.Linn.Soc.N.-S.-Wales
VI p. 107 t. 12 f. 39.
Cyclostomidae.
Tropidophora (Trosch.) freyi n. Nossi Be; Böttger Nachr.-Bl. p. 55; —
burtoni (Cyclost.) n. Tanganyika; Ancey Brit. Nat. p. 126 fig.
Acroptychia (Crosse) notabilis n. Madagaskar; Smith Conchol. 11 p. 23.
Pomatiasidae.
Pomatias (Stud.) euboicus var. certus n. Euböa; Westerluud Nachr-Bl.
p. 198; — (Auritus) eircticus n., Mte. Pellegrino bei Palermo; id. ibid. p. 198.
Kobelt bildet in der Iconographie zahlreiche Arten ab, davon zum ersten
Mal P. hueti sp. 891; — hirci Stoss. sp. 893; — oostoma West. sp. 894; —
persejauus Kob. sp. 904; — var. ziguensis sp. 905; — lopurdensis Fag. sp. 906;
— hispanicus St. Sim. sp. 907; — tesselatum Wiegra. sp. 908; — athenarum
Bgt. sp. 909; — fischerianus Paul sp. 913; — pirajnoi Ben. sp. 915; — affinis
Ben. sp. 916; — alleryanus Paul sp. 917; — pinianus Bgt. sp. 918; — henricae
Stroh. sp.921; — stossichi Cless. sp.922; — clessini Stoss. .sp.923; — gredleri West,
sp. 924; — sospes West. sp. 925; — gualfinensis de Stef. sp. 926; — elongatus
Paul. sp. 927; - elegantissimus Paul sp. 928; — lunenis de Stef. sp. 929.
Realiidae.
Omphalotropis (Pfr.) brazieri n. Milna Bai u. Basilaki, Britisch Neu-Guinea;
Hedley Pr. Linn. See. N.-S.- Wales VI p. 101 t. 12 f. 33; — protracta n.
St. Johns River, ebenda; id. p. 102 1. 12 f. 35.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 297
Helicinidae.
Calybium (Morl.) massiei Morlet; zuerst abgebildet bei Morlet J. de C.
t. 8 fig. 2.
Geotrochatella (Fisch.) nogieri Dautz. et Ham. zuerst abgebildet bei
Morlet J. de C. t. 8 fig. 1.
Helicina (Lam.) wolfi n. Galapagos; Reibisch, Sitz.-Ber, Ges. Isis p. 29
fig; — (Idesa) nesiotica n. Galapagos; Dali Nautilus V p. 97; — leucozonalis
Brasilien; Ancey J. of Conch. p. 95; — bourguignatiana n. Ost-Bolivia, id.
p. 95 ; — lirifera n. ebenda, id. p. 96 ; — sulfurea n. ebenda, id. p. 96.
Proserpinidae.
Cyane (Ad.^ orbignyi n, Bolivia; Ancey Natural p. 178.
IT. Pulmonata.
A. Stylommatophora.
Agnatha.
Ennea (Ad.) kendigiana (Uniplicaria) n. mit var. goreensis n., Goree, Sene-
gambien; Rolle Nachr. Bl. p. 50. — (Microstrophia) densecostata n. Okinava,
Liu Kiu. Böttger Nachr. Bl. p. 159. — consobrina n. Albany. S. Afrika; Ancey
Brit. Nat. p. 125. — stuhlmanni n. Uganda; Märten s Sitz. Ber. p. 16. —
limbata n Runssorogebiet, id. p. 178. — excavata n. ibid., id. p. 178. — planidens
n. ibid., id p. 179. — (Ptycbotrema) runsorana n. ibid., id. p. 179. — conospira
n. Kamerun, id. p. 181. — grossa n. Usambara, id. p. 185. — thelodonta n. Süd-
afrika; Melvill et Ponsonby p. 85.
Streptostele (Dohrn) costulata n. Butumbi; Martens Sitz. Ber. p. 178. —
Apera (Mrts.) burnupi n. Süd Afrika; Smith Ann. Mag. p. 466.
Rhytida (Pfr.) globosa n. Gipfel der Owen Stanley-Kette, bei 13 000';
Hedley Pr. Linn. Soc. N. S. Wales VI p. 80 1. 10 f. 15, 16. —
Streptaxis (Gray) dugasti n. Tonkin; Morlet J. de C. p. 82, 315 t. 7
fig. 5. -
Happia (nom. nov. für Ammonoceras) dalliana n. S. Cruz de la Sierra;
Ancey J. of Conch. p. 90.
Limacidae.
Lytopelte (Bttg.) transcapia n. Germab, Transkaspien ; Rosen Nachr. Bl.
p. 125. — boettgeri n. Suluklu, ibid., id. p. 124.
Hyalinidae.
Jhering trennt zunächst Zonitoides und Conulus von Hyalina ab, dann
erkennt er Vitrea Fitz.=rCrystallus Lowe als Gattung an. Der Rest zerfällt
nach der Mundbewaffnung in zwei Gruppen. Die eine hat einen wenig von den
angrenzenden zweispitzigen lateralen verschiedenen Mittelzahn und zahlreiche
Margiualzähne, die andere einen kleineren Mittelzahn, dreispitzige Laterale und
zahlreiche Marginale. Zur ersteren gehören H. olivetorum, hiulca, uitens, nitidula,
pura, zur zweiten filicum, koutaisiana. draparnaldi, aliiaria, cellaria, glabra.
298 Df- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Die Gruppen decken sich nicht mit den eben anerkannten; Mesomphix Raf, =
Retinella Fisch. =Aegopina Kob. würde dadurch gespalten. Weitere Unter-
suchungen bleiben abzuwarten.
Hyalina müUeri Maltz. = necessaria West.; Westerland Nachr. Bl.
p. 185. — margaritacea Schm.=nitidula Drp. albina, id. p. 186. — calpica Kob.,
dautezi Kob , jourdheuli Ray, verbesserte Diagnosen; id. p. 186.
Cretozonites Kob.=Helicophana West, prior; Westerlund Spie. I p. 26. —
Guppyia (Mörch) anguina n. S. Cruz de la Sierra, Bolivia; Ancey J. of C.
p.91. ~
Hyalina (Fer.) upsaliensis n. Botanischer Garten inUpsala; Westerlund
Spicil. I p. 25. — (Polita) bellis n. Vizzini, Sicilien; id. p. 26; — horsti n.
Caucasus; Böttger apud Simroth S. B. Leipzig p. 50. — laeviuscula n. Texas;
Sterki p. 53; — (Polita) senilis n. Sicilien, Maretimo; WesterlundSpicil.il
p. 44; — glomerula n. Guatemala; Martens Biol. Centr. Am. p. 115 t. 6 f. 14; —
hoffmanni n. Costarica, id. p. 115 t. 6 f. 11; — stolli n. Guatemala; id. p. 118
t. 6 f. 15; — baueri (Zonites) n. Galapagos; Dali p. 98; — brittsii (Zon.) n.
Arkansas; Pilsbry Naut. p. 99; — shepardi n. Hemphill mss. Californien;
Binney p. 167; — diegöensis n. Hemphill mss. Californien; ibid. p. 108; —
(Zon.) caroliniensis n. Cockerell mss., Nord Carolina, ibid. p. 107; — (Mesomph.)
spratti n. Kreta ; Westerlund spie. II p. 44; — gomezi n. Columbia; Sowerby
Pr. Z. S. p. 298 t. 23 f. 5, 6; — (Ret.) secernenda Ret. zuerst abgeb. bei Kobelt
Icon. p.938.
Hyalocornea n., Hyalofulgida n. und Hyalofusca n. als Untergattungen
von Hyalina für die enggewixndenenArten der testae-Gruppe aufgestellt;
Monterosato,
Naninidae.
Otoconcha Hutt. 1883 = Vitrinopsis Semp. 1870; Suter Mal. Bl. XI p. 101.
Sitala (Bens.) brancsiki n. Nossi-Be, Madagaskar; Böttger Nachr. Bl.
p. 53; — filomarginata n. ibid., id. p. 54. —
Helicarion (Fer.) tenimbericus n. Tenimber Ins.; Möllendorf Nachr. Bl,
p.83. —
Euplecta (Semp.) orientalis n. Tenimber Ins.; Möllendorff Nachr. Bl.
p. 84. —
Xesta (Alb.) micholitzi n. Tenimber Inseln; Möllendorff Nachr. Bl. p. 84
1. 1 f. 1. —
Arionidae.
Hesperarion n. gen. für Ariolimax niger; Simroth Mal. Bl. XI p. 109
1. 1 fig. 7—14.
Ariunculus und Letourneuxia als subg. zn Arion zu stellen; id. p. 111.
Arion (L.) niuimus Simroth=intermedius Norm.; CockerellJ. of C. p. 31;
— Ar. bourguignati Mab. = circumscriptus Johnst. ; id. p. 69.
Patulidae.
Patula (Held) brunnescens (Discus) n. Tenimber -Inseln; Möllendorff,
Nachr. Bl., p. 87; — rotundata v. infracostata n. (= abietina Paul, nee Bgt.)
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 299
Abnizzen; Wester 1 und, Spicil. I, p. 27; — chaperi n. "Waadtland, Schweiz; id.
p. 27; — persolutan. St. Helena; Smith, Pr. Z. S., p. 261, t. 21, fig. 3; — laetissima
n. ibid., id. p. 261, t. 21, fig. 4; - vernoni n. ibid., id. p. 262, t. 21, fig. 7; —
minutissima n. ibid., id. p. 262, t. 21, fig. 9; — leptalea n. ibid., id. p. 26.,
t. 21, fig. 10. —
Charopidae.
Hedley vereinigt unter diesem Namen alles, was aus dem pacifischen
Ocean von patulaartigen Formen bekannt ist, stellt sie aber nicht zu den Patu-
liden, sondern zu den Zouitideu. Er beschreibt als neu oder bildet zuerst ab
Ch. albanensis Cox, Pi'. Linn. Soc. j^.-S. -Wales VII, t. 2, fig. 5— 8; — antialba
Bedd., t. 1, fig. 5—8; — bisclioffensis Bedd., t. 3,ifig. 1—4; — fgadensis Bedd., t. 2,
fig. 1 — 4; — texta n. St. Josefs River, Neu Guinea; id. ibid. VI, p. 79, t. 10,
fig. 12. — Suter (Transact. N. Zeal. Inst. XXIV, p. 271) vereinigt dieselben und
einige andere Gattungen unter dem Namen Phenacohelicidae mit den Gattungen
Phacussa, Thalassia, Gerontia, Psyra, Pyrrha, Therasia, Phenacohelix, Patulopsis
Amphidoxa und Calymna; er stellt sie zwischen Limacidae und Patulidae. —
Derselbe führt für Charopa, weil schon vergeben, den Namen Patulopsis ein. —
Hierher auch Pilsbry Nautil. VI, p. 67,
Helicidae.
Hielix (L.). Pilsbry, Nachr. Bl., p. 69, antwortet auf die Kritik Möllen-
dorffs (vgl. Ber. 1891 , p. 515). Er hält fest an der Einordnung von ßadistes
und Glyptorhagada bei Hadra und Stylodonta bei Macroon.
Monterosato stellt (Atti E. Acad. Scienze (3) 11) folgende nur durch
eine typische Art begründete und allem Anschein nach recht überflüssige Unter-
gattungen bei Xerophila auf: Xerofalsa für Hei. idia; — Xerosecta für Hei.
explanata; — Xeroplana für Hei. doumeti; — Xeroamanda für Hei. amanda; —
Xeromoesta für Hei. moesta; — Xeroclausa für Hei. meda: — Xerolena für
Hei. hamilcaris; — Xerotringa für Hei. tringa; — Xerampulla für Hei.
aradasii; — Xerofusca für Hei. luctuosa; — Xerovaga für Hei. caperata; — Xero-
albina für Hei. candidula; — Xeromicra für Hei. apicina; — Xerotricha für
Hei. conspurcata; — Xerocodia für Hei. codia; — Xeroplexa für Hei. setuba-
lensis; — Xerotropis für Hei. gargottae; — Xerocrassa für Hei. seetzeui; —
Xerolauta für Hei. lauta; — Xerolincta für Hei. arenarum; — Xerolaeta für
Hei. aegusae; — Xerovaria für Hei. tergestina; — Xerambigua für Hei. dautei; —
Xerolutea für Hei. obvia; — Xerolaxa für Hei. ericetorum; — Xerofriga für
Hei. nubigena: — Xerogyrax für Hei. spadae; - Xeropicta für Hei. krynickii; —
Xerobulla für Hei. bollenensis; — Xerominada für Hei. turbinata; — Xerocauta
für Hei. cretica; — Xerocera für Hei. oranensis und subrostrata; — Xerolissa
für Hei. acompsia; — Xerolura nom. nov für Turricula Beck nee Klein; —
Xeronexa für Hei. cumia; — Xerocochlea für Hei. caroni; — Xeroptyca für
Hei. ptychodia: — Xeracuta nom. nov. für Cochlicella Risso. —
Helix n. sp. — Palaearktisches Gebiet.
(Cressa) giurica n. Giura, N. Sporaden; Böttger, Nachr. BL, p. 59; —
(Camp.) cyclolabris v. pilosa n. Paläa Kundura, Böotien; id. p. 64; — (Vallonia)
pulchella v. persica n. Germab, Transkaspien ; Rose n, p. 125; — (Xeroph.) mutua
300 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
n. Sevilla; Westerluud, Nachr. Bl., p. 187; — (Xer.) ferianica v. nadorrica
n. Sicilien; id. p. 187; — (Xer.) pumila n. Sevilla; id. p. 188; — (Xer.) adina
n. Spanien; id. p. 188; — (Xer.) horridula n. Sevilla; id. p. 189; — (Xer.)
embryonata n. ibid., id. p. 190; — (Macularia) leucochila n. Sevilla; id. p. 191 ; —
(Nummulina) spiroxia v. harinosa n. Alexandrette; Westerlund, Spicil. I,
p. 27; — (Trichia) hispida v. tardigyra n. Schweden, Norddeutschland; id. p. 27; —
(Xeroph.) patriarcharum n. Hebron, Palästina; id. p. 28; — (Xer.) clausella n.
Sevilla; id. p. 28; — (Xer.) bouqzoulensis n. Bgt. mss., Bouqzoul, Algerien; id.
p 28; — (Xer.) mesopotaniica v. aleppina n. Aleppo; id. p. 29; — (Xer.) batnensis
n. Batna, Algerien; id. p. 29; — (Xer.) marcoui n. Bgt. mss., Aumale, Algerien,
id. p. 29 (cf. Icon. 1291); - (Xer.) promissa n. Sevilla; id. p. 29; — (Xer.)
pinguis n. Alexandria; id. p. 30; — (Xer.) guimeti v. eucallochroa n. Bgt.
mss., und v. tanousi n. Bgt. mss., Mariut, Egypten; id. p. 30, 31; — (Xer.) mast-
horella n. Pech, mss., Sizilien; id. p. 31; — (Xer.) modestissima n. Poll. mss.,
Sardinien; id., p. 31; — (Xer.) neptuni n. Poll. mss., Nettuno bei Rom; id.
p. 31; — (Xer.) euaxes n. Gibraltar; id. p. 32; — (Xer.) poichila n. Pt. Pescade
bei Algier; id. p. 32; — (Xer.) amblia n. Sevilla; id p. 33; — (Xer.) lampra
n. mit V. scythropa n., Co, Avan, Irland; id. p. 33; — (Xer) mexensis n. Bgt.
mss. Mex, Egypten; id. p. 34; — (Tachea) nemoralis v. pura n. Galvay, Irland;
id. p. 34; — (Pomatia) beilanica n. Beilan bei Alexandrette; id. p. 34: — (Theba)
faidherbiana v. calypta n. Tunesien; id. p. 45; — (Camp.) cyclolabris v. iraprona
n. Euböa; id. p. 45; — (Cressa) medea n. Kreta; id. p. 45; — (lacosta) hypsa
n. Biserta, Tunis; id. p. 45; — (Xeroleuca) apaturia n. Libyen; id. p. 46; —
(Pom.) pomatia v. gratiosa n. Südtirol; Gredler, Nachr. Bl., p. 174; — (Pom.)
arabigua var. aetolica n. Aetolien; Kobelt, Iconogr. sp. 936, 937; — (Camp.)
broemmei n. Klissura, Akarnanien; id. ibid. sp. 943, 944; —(Camp.) conemenosi
Bttg., zuerst abgebildet ibid. sp. 945, 946; — var. acarnanica sp. 947; — (Camp.)
peritricha Bttg. var. ibid. sp. 948 — 51; — (Camp.) subzonata var. depressa n.
Bttg. mss. Nordosteuböa; ibid. sp. 152; — (Camp.) kruperi Bttg., zuerst abgebildet
ibid. sp. 953; — (Ster.) beadlei n. Sinaihalbinsel; Pilsbry Man. VIII, p. 176,
t. 46, fig. 49— 51; — (Ster.) erckeli var. discrepans n. ibid., id. p. 177, t. 46,
fig. 58, 59; — (Ster.) lybica Kob., zuerst abgebildet ibid. t. 27, fig. 53—57.
Tropisches Asien. — (Planisp.) halmaherica n. Halmahera; S trüb eil.
Nachr. BL, p. 44; — (Geotr.) chondriodes n. ibid., id. p. 45; — (Albersia) pseudo-
corasia n. ibid., id. p. 47; — (Eulota) hemisphaerica n. Tenimber-Ins.; Möllen-
dorff, Nachr. Bl, p. 90; — (Eul. tenimberica n. ibid., id. p. 91, t. 1, fig. 3; —
(Eul.) bitaeniata n. ibid., id. p. 91, t. 1, fig. 7; — (Plecteulota n.) goniostoma n,
ibid., id. p. 92, t. 1, fig. 4; — (Plect.) telitecta n. ibid., id. p. 93, t. 1, fig. 6; —
(Chloritis) rhodochila u. ibid., id. p. 95; — (Chi.) micholitzi n. ibid., id. p. 95,
t. 1, fig. 5; — (Chi.) tenuitesta n. ibid., id. p. 96, 1. 1, fig. 8; — (Plectotropis)
hyperteleia n. Laosgebiet, Tonkin; Morlet, J. d, C, p. 82, 316, t. 6, fig. 2; —
(Chloritis) remoratrix n. ibid., id. p. 347, s. 6, fig. 3; — (Phania) dugasti n.
Schwarzer Fluss, Tonkin; id. p. 83.
China. — (Plectotropis) ningpoensis n. = squarrosa Bttg. nee Gould, Ningpo;
Böttger, Nachr. Bl., p. 101.
Melanesien. — (Geotr.) hedleyi n. Neu Guinea?; Smith, J. of C, p. 72.
Australien. — (Hadra) oscarensis n. Westaustralien; Cox, Pr. Linn. Soc.
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 301
N.-S.-Wales VI, p. 565, t. 20, fig. 6, 7. - (H.) derbyi n. ibid., id. p. 566, t. 20,
fig. 4, 5; — (Austrochloritis) pseudoprunum ii. = prunum Rve. nee Fer., Nord-
westaustralien; Pilsbry, Man. VIII, p. 271, t. 55, fig. 13—15,
Südamerika. — (Systrophia) alcidiana n. Matto Grosso ; Ancey , J. de C, p.91.
Westindien. — (Hemitrochus) caymanensis n. Maynard mss., Little Cayman
Island; Pilsbry, Man. VIII, p. 241, t. 56, fig. 10-12.
Plecteulota n. subsect Eulotae: t. solidula, ab initio granulata, interdum
pilosa, pilis haud regulariter dispositis, plerumque angulata vel carinata, unicolor.
Typus PI. goniostoma n.; Möllendorff, Nachr.-Bl. p. 92.
Trachycystis n. subs. für einen Theil von Phasis Alb. resp. Pella Alb. nee
Stepb., mit den Typen Hei. browningii Bens, und insculpta Bens.; Pilsbry
Mon. Vm p. 136.
Metafruticola nom. nov. für Pseudocampylaea Hesse nee Pf. = Cressa
Westerl. nee Bock; Pilsbry Mon. VIII p. 191.
Helix primesoniana Pilsbry = trizonaloides A. ßr. ; Pilsbry Nautilus IV
p. 120.
Trochomorpha (Alb.) fritzei n. Liukiu; Böttger p. 160; — neglecta n.
Philippinen; Pilsbry Mon. VIII p. 124 t. 20 f. 14—16.
Cochlostylidae.
Pilsbry bringt im achten Band des Manual die Gattung zum Abschluss;
behandelt werden die Sektionen Orthostylus (Schluss), Hypselostyla, Eudoxus,
Phengus, Canistrum, Prochilus und Chrysallis.
(Corasia) tenimberica n. Tenimber- Inseln; Möllendorff Nachr.-Bl. p. 97
t. 1 f. 2; — (Onistia) versicolor n. id. ms., Luzon; Pilsbry Man. VIII p. 246.
Bulimidae.
Amphidromus (Alb.) columellaris n. Tenimber Ins. ; Möllendorff Nachr.-
Bl. p. 98 t. 1 f. 9.
Odontostomus (Beck) lemoinei n. mit v. brevior n., Sta. Cruz de la Sierra
Bolivia; Ancey J. of C. p. 93 fig.; — wagneri v. paraguayana n. Matto Grosso;
id. p.93.
Bulimus (Scop) güntheri n. Columbien; Sowerby Pr. Z. S. p.269 t.23 f. 7,8.
Placostylus (Beck) hobsoni n. Malante, Salomonen; Cox Pr. Linn. Soc.
N.-S.-Wales VI p. 567 t. 20 f. 2, 3.
Partulidae.
Hartmaun beginnt in Nautilus VI einen Catalog der Gattung Partula.
Diplomorpha (Hartm.) coxi n. Aneiteum; Hartmann Pr. Linn. Soc. N.-S.-
Wales VI p. 571 t. 21 f. 1, 3, 6.
Bulimulidae.
Bulimulus (Leach) chaperi n. Chapalasee, Jalisco, Mexiko; Crosse et
Fischer J. de Conch. p. 296; — germaini n. Matto Grosso; Ancey J. of Conch.
p. 91; — poecilus v. icterica n. ; ibid., id. p. 92; — koppeli n. Columbia;
Sowerby Pr. Z. S. p. 297 t. 23 f. 7, 8; — da Costae n. ibid., id. p. 297 t. 23
302 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
f. 15, 16; — glandiformis n. ibid., id. p. 298 t. 23 t. 5, 6; — suhtruncatus n.
St Helena; Smith Pr. Z. S. p. 266 t, 22 f. 14; — turtoni n. ibid., id. p. 206
t. 22 f. 17; — (Nesiotus) invalidus n. Galapagos; Reibisch p. 17; — (N.) ve-
nustus n ibid., id. p. 17; — (N.) pallidus n. ibid., id. p. 18; — (N.) cinereus n.
ibid., id. p. 19; — (N.) ventrosus n. ibid., id. p. 19; — (N.) acutus n. ibid., id.
p. 20; — (N.) curtus n. ibid., id. p. 21; — (N.) nudus n. ibid., id. p. 21; — (N.)
wolfi n. ibid , id. p. 22; — (N.) simrothi n. ibid., id. p. 23; — (Pleuropyrgus)
terebra n. ibid., id. p. 24; — (Pelecostoma n. sect.) canaliferus n. ibid., id. p.25;
— (Pel.) cymatoferus n. ibid. p. 26; — (Pleuropyrgus) habeli n. Galapagos;
Stearns p. 86.
Buliminidae.
Buliminus (Ehrbg.) cylindricus v. merejkowskii n. Bgt. mss., Krim; Wester-
lund Spiel p. 34; — (Napaeus) djurdjurensis n. Ancey mss., Djiu'djura; id.
p. 35; — (Chondr.) montandoui n. Baba Dagh, Dobrudscha; id. p. 35; — (Chondr.)
muradi n. Desch. mss., Angora; id. p. 35; — (Petr.) granulatus n. Saraaria; id.
p.36; — (Mastus) mestus n. Sofrano; id. p. 46; — (Chondr.) ponsonbyi n. Horzum,
Lykien; id. p. 47; — (Mastus) hispalensis n. Sevilla, Genist des Guadaira;
Westerlund Nachr.-Bl. p. 192; — (Amphiscopus) continens n. Transkaspien ;
Rosen p. 125.
Achatinidae.
Perideris (Shuttl.) lechatelieri n. Dahomey; Dautzenberg J. de C. p. 297.
Achatina veru Bens. = Caecilioides gundlachi = Macrospira aperta Gldg.,
auf St. Helena aus "Westindien eingeschleppt; Smith Pr. Z. S.
Stenogyridae.
Pseudoglessula n. subg. Stenogyrae : differt a sect. Glessula Alb. t. epidermide
tenui deterenda tecta, anfr. embryonalibus semper eleganter sculptis, aut costatis
aut reticulatis aut ad suturara valde crenatis, ultimo ad peripheriam plerumque
leviter angulato et interdum filocarinato. Typus Achatiua calabarica Pfr. —
Böttger Nachr.-Bl. p. 202; — heteracra n Buea, Kamerun; id. p. 202; — sub-
crenata n. Akkra, Goldküste ; id. p. 202.
Glessula (Alb.) paviei n. Tonkin, Laos; Morlet, J. de Conch. p. 321
t. 7 fig. 4.
Subulina (Beck) paucispira n. Karewa; Harten s S.-B. p. 177.
Stenogyra (Shuttl.) chapmani n. Ovampoland; Melvill et Ponsonby
p. 90; — cacuminata n. Südafrika; id. p. 90; — Bulimus compressilabris Bens,
ist identisch mit der westindischen Stenogyra ascendens und nach St. Helena
eingeschleppt; Smith.
Cionellidae.
Caecilianella (Bgt.) gattoi n. Malta; Westerlund, Nachr.-Bl. p. 195; —
melitensis n. ibid., id. p. 196; — pollonerae n. ibid., id. p. 196; — ?baldwini n.
Oahu; Ancey Mem. Soc. Zool. Fr. p. 718.
Ferussacia (Risso) virginea n. Sevilla; Westerlund Nachr.-Bl. p. 195; —
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 303
extrema n. Marocco; id. Spiel p. 43; — stenophya n. Harraschmündung; id.
p. 43; — bourlieri n. Ancey mss. ; Boghari, Algerien; id. p. 43.
Hohenwarthia (Bgt.) disparata n. Barcelona; Westerlund Spiel p. 19.
Cryptazeca (de Fol. et Ber.) raonodonta var. hyalina n. und var. cylindrica
n. Pyrenäen; de Foiiu Natural, p. 264. — Das Thier hat eine Fussdrüse, ist,
also, wie Lowea, von Cionella zu trennen.
Pupidae.
Pupa (Drp.). — (Torquilla) domicella n. Lourdes; Westerlund Spiel
p. 36. — (T.) hetaera n. Ostpyi-enäen ; id. p. 36; — (T.) occidentalis n. Gave de
Pau, Pyrenäen; id. p. 37; — (T.) migma n. Ostpyrenäen; id. p. 37; — (T.)
appeliusi n. Dalmatien; id. p. 37; — (T.) refuga n. Sevilla; Westerlund Nachr.-
Bl. p. 192; — homala n. Mte. Gallo. Palermo; id. p. 192; - (T.) frumentum v.
cylindracea f. primula n. Trencsin, Oberungara; id. p. 193; — (T.) retracta n.
Genist des Guadalquivir bei Sevilla; id. p. 194; — (Pupilla) honesta n. Italien;
id. p. 194; — acanthinula n. Oahu; Ancey Mem. Soc. Zool. p. 709; — lyonsiana
n. ibid., id. p. 713; — magdalenae n, ibid., id. p. 716; — tnrtoni n. St. Helena;
Smith Pr. Z. S. p 268 t. 22 f. 20; — obliquecostulata n. ibid , id. p. 268 t. 22
f. 21; — (Leucochila) minuta n. Galapagos; Reibisch p. 27; — (Leuc.) clausa
n. ibid. id. p. 27.
Tomigerus? (Spix) perexilis n. St. Helena; Smith Pr.Z.S. p. 267 t. 22 f. 19.
Clausiliidae.
Clausilia (Drp.) — (Papillifera) chelidromia var. giurica n. Giura, N.
Sporadeu; Böttger Nachr. Bl. p. 61. — (Albin.) cristatella v. cristifera n. ibid.,
id. p. 61. — (Alb.) broemmei n. Chelmos; id. p. 74; — (Delima) itala v. phaeaca
n. Korfu; Westerlund Nachr. Bl. p. 197; — (Alopia) deubeli n. Kimakowitz
mss. Kronstadt, Siebenbürgen; Westerlund Spie. I p. 38; — (Del.) calabacensis
n. Kalambaka, Griechenland; id. p. 39; — (Albin.) strigata v. centralis n. Asomato,
Kreta; id. p. 39; var acutirostra n., ibid. id. p. 40; — (Alb.) virginea v. leucoderraa
n., Prevali-Schlucht, Kreta; id. p. 40. — (Alb.) troglodytes v. interpres n.,
Anapolis, Kreta; id. p. 40; — (Alb.) tenuicostata v. mitis n. und v. omalica n.,
Sphakia, Kreta; id p. 40. — (Alb.) milleri v. delosina n., Delos; id. p. 40; —
(Alb.) coerulea v. antiparia n. Antiparos, v. myconia n. Mykonos ; id. p. 41 ; —
(Alb.) drakakisi v. devia n., Kreta, id. p. 41 ; — (Cristat.) calopleura n. (Let.
mss.), Libanon; id. p. 41. — (Cusmicia) vestigans n., Krainer Alpen; id. p. 41;
— (Cusm.) pumila v. tergestina n. Triest, id. p. 42; — (Sicil.) confinata v. merens
n. und V. commeata u., Sicilien; id. p. 47; — (Sicil.) calcarae v. nodosa n.
Palermo; id. p. 47; — (Phaedusa) massiei n. Luang Prabang, Laos; Mo riet J.
de C. p. 83 t. 7 f. 3; — (Ph.) paviei n. Muong Lai ibid., id. p. 319 t. 7 f. 1; —
(Ph.) dautzenbergi n. Kham Kaute, ibid., id. p. 320 t. 7 f. 2; — familiaris n.
(= bidens var.) Palermo; Monterosato Atti R. Acad. Scienz (3) II p. 6; —
(Lopedusaria) nodulosa n. Jsola di Lampione bei Lopedusa ; id.
Einen Schlüssel zur Bestimmung der Gruppe Siciliaria giebt Westerlund
Spicil. II p. 48. —
Pistillum n. subsect. Albinariae für Alb. broemmei, zwischen Graja und
Laconica zu stellen; Böttger Nachr. Bl. p. 65. —
304 Dl"- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Nenia (Ad.) orbignyi n. ßolivia; A.iicey Brit. Nat. und J. of C. p. 94
flg.; — gomezi n. Columbia; Sowerby Pr. Z. S. p. 298 t. 23 f. 1—4.
Cylindrellidae.
Holospira (Mrts.). - Crosse et Fischer geben den Katalog der Gattung,
16 sp. — Zum erstenmal oder in Varietäten werden auf Taf. 5 abgebildet
pfeifferi Mke. fig. 7 ; — remondi Gabb. fig. 8; — teres Mke. var. fig 9;
pilocerei Pfr. fig. 3; — tryoni Pfr fig. 5; — gealei H. Ad. fig. 2; — elizabethae
Plsbr. fig. 6; — coahuilensis Biuney fig. 1. —
Succineidae.
Succinea (Drp.) decussata (Brachyspira) n. Tenimber Ins.; MöUendorff
Nachr. Bl. p. 99; — wolfi n. Galapagos; Reibisch p. 28.
Achatinellidae.
Amastra (Ad.) frosti n. Oahu; Ancey Mem. Soc. zool. Fr. V p. 719; —
Carelia (Ad.) sinclairi u. Kauai; Ancey ibid. p. 720.
Auriculella (Pfr.) sinistra n. Oahu; Ancey ibid. p. 721.
Vaginulidae.
Atopos (Srth.). Über die systematische Stellung der Gattung vgl. Jhering
und Simroth Nachr. Bl.
Oncidiidae.
Plate stellt diese Familie ziemlich nahe an den Ausgangspunkt der Pul-
monaten und glaubt von ihnen sowohl die Basommatophoren als die Stylomma-
tophoren ableiten zu können. Er unterscheidet fünf Gattungen, Oncidium,
Oncis, Oncidina, Oncidiella und Peronella n. ; die neuen Arten werden vorläufig
nur genannt.
B. Basommatophora.
a. Geophüa.
Auriculidae.
Alexia (Leach) armoricana n. atlantische Küste von Frankreich; Locard
Echange VII p. 132. —
Carychium (Müll.) exiguum v. mexicanum n. Pilsbry Nautilus V p. 77,
Mexiko; (id. Pr. U. St. Nat. Mus. 1. 14 f. 7— 9.) — var. jaraaicensis n. id. p. 315
1. 14 f. 15, 16; var. exile u. und var. occidentalis n. id. Nautilus IV p. 109.
h. ÄguatiUa.
Physidae,
Physa (Drp.) osculans var. patzcuarensis n., Patzcuara, Mexiko; Pilsbry
Nautilus V p. 9; id. Pr. U. St. Nat. Mus. 1. 15 f. 5; — trigona n. Victoria Nyanza;
Märten s Sitz. Ber. Ges. nat. Fr. Berlin p. 17; — (Bulinus) clathrata n. Sevilla;
Westerlund Nachr. Bl. p. 197. —
die Systematik und die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 305
Limnaeidae.
Ancylus (Guett.) obliquus n. Jowa; Shimek Bull. Lab. Jowa I p. 214. —
Lyninaea (Drp.) nyansae n. Victoria Nyanza; Märten s Sitz. Ber. Ges.
naturfr. F. Berlin p. 16; — limosina n, conglobata n., putriformis n., laeta u.,
oppressa u., sämmtlich aus Frankreich; Locard Echange VIII p. 18, —
strangulata n. ibid., id. p. 78; — opisthostoma Bgt. mss. und legerica Bgt. mss.,
ibid. p. 101; — peregra v. ovaliformis n., England: Cockerell J. of Concb. VI
p. 380. —
Planorbis (Guett.) victoriae n. Victoria Nyanza; Smith Ann. Mag. (6) X
p. 383.
Segmentina (Flmg.) emicans n. Südafrika; Melvill et Ponsonby p. 241.
Y. Laniellibrauchiata.
Anatinidae.
Eotorisma (n. gen.) granulata n. Südaustralien; Täte Trans. R. S. South-
Australia XV p. 127. — Die Gattung zunächst mit Pholadomya verwandt.
Chamidae.
Chama (L.) nicolloni n. Westküste von Frankreich; Dautzenberg Bull.
Soc. Ouest Fr. II p. 132.
Veneridae.
Cytherea (Lam.) nitidula n., Westküste von Frankreich; Locard Echange
VII p 69.
Meroe (Schum.) ovalis n. Port Elizabeth; Sowerby p. 59 t. 3 f. 69.
Sphaeriidae.
Sphaerium (Scop.) nyanzae n. Victoria Nyanza; Smith Ann. Mag. N. H.
(6) X p.383. —
Petricolidae.
Petricola (Lam.) ponsonbyi n. Port Elizabeth; Sowerby p. 61 t. 3 f. 68.
Corbiculidae.
Corbicula (Mühlf.) trajecta u. nov. für C. tongkingensis Cless. ; Fischer,
Bull. Soc. Autun IV, p. 240.
Donacidae.
Donax (L.) bipartitus n. Port Elizabeth; Sowerby, p. 58. t. 3, f 74.
Mactridae.
Mactra (L.) capensis n. Port Elizabeth; Sowerby, p. 55, t. 3, f. 68.
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. ßd.II. H. 1. 20
306 I^i*- W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung,
Tellinidae.,
Teilina (L.) crawfordi (Macoma) n. Port Elizabeth, Sowerby, p. 57, t. 3,
f. 71 ; — rousi n. ibid., id. p. 57, t. 3, f. 70.
Syndosmya (Recl.) schneideri n. Böttger mss., Borkum; Schneider, Nachr.
ßl., p. 116 (= tenuis Mtg. fide) Böttger, ibid. p. 204.
Tellimyidae.
Mysella (Gray) ovalis n, Süd -Australien; Täte, Transact. R. S. South
Australia, p. 128.
Tellimya (Brown) producta n. St. Helena; Smith, p. 130, t. 12, f. 2; —
simillima n. ibid., id. p. 131, t. 12, f. 1.
Lucinidae.
Lucina (Brug.) perobliqua n. Süd-Australien; Täte, Trans. R. S. South
Australia XV, p. 128; — paupera n. ibid., id. p. 129.
Felania (Recl.) subradiata n. Port Elizabeth; Sowerby, p. 62, t. 3, f. 73.
Carditidae.
Cardita (Lam.) elata n. Port Elizabeth; Sowerby, p. 63, t. 3, f. 07; —
gemmulifera n. Süd- Australien; Täte, Trans. R. S. South Australia XV, p. 130.
Carditella (Ad.) rugosa u. Port Elizabeth; Sowerby, p. 63, t. 3, f. 65.
Neocardia (n. geu.) für N. angulata n., Port Elizabeth; Sowerby, p. 63,
t. 3, f. 66.
Nuculidae.
Nucula (Lam.) fultoni (Acila) u. Gaugesmündung; Smith; J, of C, p. 121.
Die 5 sp. der Untergattung Acila werden aufgezählt.
Dreissenidae.
Dreissensia (van Ben.) massiei n. Laos, Mekonggebiet; Morlet, J. de
Conch., p. 85, 329, t. 6, f. 5.
Najadea.
Ihering spaltet diese Familie nach der Gestalt ihrer Larven in zwei,
Unionidae mit einer als Glochidium bezeichneten Larve, und Mutelidae ohne
solche. Anodouta gehört zu den Unionidae, aber die sogenannten Anodonten aus
Südamerika sind keine Angehörigen dieser Gattung, sondern sie müssen als
Genus Glabaris zu den Mutelidae gestellt werden.
Unionidae.
Unio (Retz.) subluridus n. Florida; Simpson, p. 432, t. 73, f. 3, 4; — acu-
minatus E. Ad. Ukerewe, zuerst abgebildet bei Smith, Ann. Mag. (6) X, 1. 12,
f. 12; bakeri, ibid f. 11, lourdeli Bgt., ibid. f. 13-15; — dugasteli n. Mekong in
Laos; Morlet, J. de C, p. 86; — Serradella u. Philippinen; Drouet, ibid.
p.86; — helenae n. Korfu, id. ibid. p. 87; — thiesseae n. Spercheios, Phthiotis;
die Systematik imd die Biologie etc. der Mollusken im Jahre 1892. 307
id. p. 88; — clesbiui u. Douau bei Lauiugeu und Güuzbuig; id. p. 89; — o^;c ri ii.
Florida; Wright, p. 124; — lugens n. Bonieo; Drouet et Chaper; p. 147,
t. 5, f. 1-3; — saccellus n. ibid., id. p. 148, t. 5, f. 4—6; — radulosus u. ibid.,
iid. p. 150, t 5, f. 10-12; — ligulatus n. ibid., iid. p. 149, t. 5, f. 7—9; — trompi
n. ibid., iid. p. 153, t. 6, f. 8 -10; — fulvaster n. ibid., iid. p. 154, t. 6, f. 11— 18; —
calderoni vai-. salvadori n. Sevilla; Westerlund, Nachr. Bl., p. 201; hispanus
var. sphenoides n. ibid., id. p. 201 ; — usumasintae u. Peten, Guatemala; Crosse
et Fischer , J. de C, p. 294; — yzabalensis n. Yzabalsee. Guatemala; iid. p. 294.
Simpson zieht folgende nordamerikanische Najadeen als Synonyme oder
Varietäten zu den beigesetzten Arten: kleinianus Lea zu intricatus Oonr.; —
moussonianus Lea und vestitus Lea zu forbesianus Lea; — buxeus Lea und
anthonyi Lea zu pusillus Lea; — exiguus Lea, nigrinus Lea dorei Wright,
simpsoni Wright, dalli Wright, orcuti Wright zu jayanus Lea; — fryanus Wright
zu coruscus Gld.; — tetricus Lea zu tortivus Lea; — nolani Wright zu obnubilus
Lea ; — blandingianus Lea, paludicolus Gld., jewetti Lea, rivicolus Conr., web-
steri Wright zn obesiis Lea; — cacao Lea zu succissus Lea; — floridensis Lea
zu anodontoides Lea; — Anodonta dunlapiana Lea zu cooperiana Lea.
Anodonta (Lam.) graeca n. Kopaissee; Böotien; Drouet, J. de Conch.,
p. 90; — quelleneci n. ebenda, id. p. 91; — lepida n. ibid., id. p. 92; — Ihotellerii
n. Herenthals, Belgien; id. p. 93; — chapalensis n. Chapala-See, Prov. Jalisco,
Mexiko; Crosse et Fischer, p. 295 ; — recurvirostris n. Kstr, mss., Kärnthen;
Kobelt, Iconogr. sp. 1031; — gallensteini n. ibid., id. sp. 1032.
Pseudodon (Gld,) crassus n. Sarawak, Borneo; Drouet, Mem. soc. Zool.
t. 6, f. 1—3 und J. de Conch., p. 93; — aeneolus n. Kapuas, Borneo, id. t. 6,
f. 4—7 lind J. de Conch., p. 94.
Cristaria (Schum.). — Anatomie und Artenverzeichniss; Ihering, Mal.
Bl. XI, p. 1.
Pectinidae.
Pecten (Lam.) crouchi n. Mauritius; Smith, Ann. Mag. N. H. (6) X, p. 255.
Spondylidae.
Spondylus (L.) powellii n. Madeira; Smith, J. of C, VII, p. 70.
III. Biologie, Verwendung etc.
Biologie. Gallenstein hat die Gehäusebildung der Unionen
des Wörther Sees in Kärnthen einer eingehenden Untersuchung
unterzogen und verwirft die Idee Rossmässler's, dass dieselbe durch
den Einfluss des Wellenschlags hervorgebracht werden, ebenso die
von Hazay und von Jordan, welche in der Biegung einen Schutz
gegen das Fi)i'tgeschwemmtwerden zu sehen glauben; er sieht darin
vielmehr die Folge der Ansetzung von mit Algen durchwachsenen
traubigen Schlammmassen, welche dieAthemöffuung zu sperren drohen
und das Thier so zwingen, das Hintertheil der Schaale zu verlängern.
Guppy glaubt beobachtet zu haben, dass bei Borus oblongus
20*
308 Dr. W. Kobelt: Bericht über die geographische Verbreitung, etc.
jedes Thier entweder nur als Männchen oder nur als Weibchen
fungirt und die Weibchen grösser sind als die Männchen; anatomische
Bestätigung bleibt abzuwarten.
Caruana hat beobachtet, dass Spondylus gaederopus L. aus den
Gewässern von Malta verschwindet.
Sommerville hat Caecilianella acicula massenhaft in römischen
Gräbern bei Ventimiglia gefunden.
Nutzen und Schaden, üeber den Werth der Mollusken als
Fischfutter berichtet Adams (Naut. V, p. 127). Der Cat-Fish (Ictaelurus
nebulosus) lebt zum grossen Theil von Mollusken, namentlich von
Sphaerium- Arten, aber auch von Najadeen und Vivipariden; in einem
Fisch wurden 120 Körper und Deckel von Melantho und Vivipara
gefunden, sämmtlich ohne Schaale. Der Fisch scheint die Thiere
unvermuthet zu erfassen, ehe sie sich ins Gehäuse zurückziehen
können.
Ueber die Perlenmuschel der Bahrein-Insel berichtet Galletty; —
über eine ächte Perle von ungewöhnlicher Grösse und Färbung
Möbius. DieAustern der Nordinsel von Neuseeland rühmt Wakefield.
Bericht
über
die wissenschaftlichen Leistungen im Gebiete der Malacozoologie
im Jahre 1891.
Bericht über Anatomie, Physiologie u. Entwicklung
der Weichthiere.
Von
Dr. J. F. Babor in Prag*).
A. Allgemeine Morphologie und Physiologie.
0. Bütschli. Discussion zum Vortrage L. Plate's „Ueber den
Bau und die systematische Stellung der Solenoconchen." Verhandl.
der Deutschen zoologischen Gesellschaft, 1. Versammlung.
Die Solenoconchen sind den Lamellibranchien näher verwandt
als den Gastropoden (gegen Plate), denn die ursprünglichen Muscheln
sollen auch die Raduia besessen haben. Die Kopfarme der Cepha-
lopoden sind dem Molluskenfusse nicht homolog (gegen Pelseneer),
weil sie sich nicht auf die ventrale Körperseite beschränken.
C. Contejean. „Sur la respiration du ColimaQon." Bullet, de
la soc. philomatique de Paris. Ser. 8. tome III.
Das Inspirationscentrum (bei der Weinbergschnecke) liegt in
den Cerebralganglien, das Exspirationscentrum in der oberen hinteren
Partie der suboesophagealen Ganglienmasse (viscerales Ganglion?),
die prohibitorische Function über das letztere Centrum besorgt der
A.ortennerv.
C. Contejean. „Sur l'epithelium de la face interne du poumon
du Colimagon." Bull. soc. philomat. Paris. Ser. 8 tome III.
Das Lungenhöhlenepithel (der Weinbergschnecke) hat während
des Winterschlafes keinen Flimmerbesatz. (? Innere Häutung, wie
sie auch sonst, z. B. am Darmepithel, im Winterschlafe vorkommt.
Anm. des Referenten).
*) Die Systematik etc. für das Jahr 1891, bearbeitet von W. Kobalt, er-
schien im vorigen Jahrgang.
310 Dr. J. F. Babo)': Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L. Cuenot. „Etudes sur le sang et les glandes lymphatiques
dans la Serie animale. 2*'""' part. Invertebres. „Arch. de zool. exper.
et gener. Ser. 2 t. IX.
Die Blutkörperchen der Weichthiere sind stets Amoebocyten,
welche sich in besonderen lymphatischen Organen entwickeln, und
zwar immer durch Vermehrung ihrer fixen Bindegewebeelemente.
Solche Lymphdrüsen sind bei Cephalopode7i die Kiemenherzanhänge,
bei Gastropoden die Blutdrüse über der Aorta (Opisthobranchia),
besondere Drüsen, die von der Hülle der Cerebralganglien hervor-
sprossen (Doris), eigenthümliche Lymphknoten in der Nähe des
Afters und des Nephridiums (Limnaea) oder innerhalb der Kiemen-
blättchen und in den Vorhofswänden (Prosobranchia), bei Lamelli-
branchie?i im Bindegewebe der Kiemeninsertion ; immer sind es also
Blutgefässdrüsen. Die Pericardialdrüse und ähnliche Organe haben
mit der Haematogenesis nichts zu thun. — Das Blut ist gewöhnlich
bläulich (Cephalopoden, Mehrzahl der Gastropoden und Lamelh-
branchien) und es rührt dann die Farbe von Haemoglobin (Planorbis,
wo aber das Blutplasma, nicht die Zellen, gefärbt ist) oder besonderen
Albuminaten (Haemorhodin bei Aplysia und ähnlichen Verbindungen
bei Solen und Area); ausserdem enthält das Blut zuweilen Pigment-
körner, albuminogene Fermente und Reservestoffe.
F, Faggioli. „Del azione deleteria del sangue sui protisti."
Bull. R. Accad. Med. Genova. Anno 6. und Arch. Ital. Biol. T. 16.
Das Blut einiger See- als auch Binnenweichthiere (Aplysia,
Oetopus, Helix pomatia, Paludina) wirkt auf Protozoen nicht schädlich
ein, was dagegen der Fall ist bei der Helix cespütim; den Einfluss
soll das Kochsalz bedingen.
L. Frederic q. „Sur la conversation de l'hemocyanine." Arch.
Zool. experim. et gener. Ser. 2. T. IX.
Haemocyanin (eine dem Haemoglobin entsprechende Eiweis-
verbindung, in welcher das Eisen durch das Kupfer ersetzt wird)
wirkt antiseptisch.
A. B. Griffiths. „On the Blood of the Invertebrata." Proc.
R. Sog. Edinburgh. Vol. 18.
Quantitative Analyse der Salze und Gase im Blute der Cepha-
lopoden und Gastropoden. — Stickstoff ist im Blute von Sepia und
Oetopus nur gelöst, Sauerstoff und Kohlensäure auch in losen Ver-
bindungen (0 mit Haemocyanin) vorhanden.
C. Grobben. Discussion zum Vortrage L. Plate's „lieber den
Bau und die systematische Stellung der Solenoconchen." Verh. d.
Deutsch, zool. Ges. 1. Vers.
Die Scaphopoden sind eine selbständige Weichthierklasse, von
welcher sich die Cephalopoden herausentwickelt haben. Die „Fühler"
der Solenoconchen sind den Armen der Cephalopoden homolog und
diese sind kein Derivat des Molluskenfusses: das Pedalganglion der
letzteren enthält auch cerebrale Elemente (einige Opticusfascikel)
und die morphologische Bedeutung der Brachialcentren ist fraglich.
B. Hatschek. Lehrbuch der Zoologie. 3. Lieferung. Jena.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 311
Der Molluskenkörper hat den morphologischen Werth von zwei
Annulatensegmenten (Prosoma und Metasoma) ; ihre Vorfahren waren
metamer organisirt, die Ghederung der jetzigen Weichthiere ist
durch Reduction vereinfacht.
B. Hatschek. Vorwort zu Blumrich: „Das Integument der
Chitonen" (s. d.).
Die Weichthiere sind in zwei coordinirte Gruppen einzutheilen :
a) Aculifera = Amphineura; b) Conchifera = die übrigen.
A. Julien. „Loi de la position des centres nerveux". C. r
Acad. Paris. T. 112.
Das topographische Verhältniss des Centralnervensystems zu
übrigen Organgruppen ist bei den Wirbelthieren und den „Wirbel-
losen" im Princip kein verschiedenes, sondern die wichtigsten
Nervencentra nehmen zu den Bewegungs- und Sinneswerkzeugen
bei Echinodermen, Würmern, Weichthieren und Vertebraten die-
selbe morphologische Stellung ein.
A. Lameere. „Prolegomenes de zoogenie". Bull, scientif.
France Belg. T. 23.
Die Weichthiere gehören unter die Würmer im weiteren Sinne
des Wortes.
Moynieux deVillepoix. „Sur l'accroissement de la coquille
chez VHelix aspersa'^. C. r. Acad. Paris. T. 112.
Das Periostracum (unrichtig „Epidermis'^ i)) wird als amorphes
Excret der in der Mantelrinne befindlichen Drüsenzellen geliefert,
wogegen die Kalkschicht von der Manteldrüse, die dicht hinter der
Rinne liegt und die Forai eines langen Bogens besitzt, ausgeschieden
wird; die Farbstoffe des Gehäuses rühren vom Mantelepitel her,
welches auch eine organische Kalkverbindung producirt, die mit der
Perlmutterschicht der Lamellibranchien vom Verfasser verglichen
wird. Bei erwachsenen Thieren atrophirt die Manteldrüse als auch
die einzelligen Rinnendrüsen, und die Schalenreparaturen werden
nur vom Epithel besorgt.
C. Parona. „L'autotomia e la rigenerazione delle appendici
dorsali (Phoenicurus) vella Tethys leporma'-^. Zool. Anz. 14. auch
Atti Soc. Ligust. Sc. Nat. Genova. Vol. 2 (verlauf. Berichte) und Atti
Univers. Genova (definitive Arbeit).
Durch vollständige Beobachtung der Regeneration der Rücken-
anhänge (im Aquarium) wird ihre morphologische Deutung (keine
Parasiten) bestätigt; die Selbstverstümmelung soll eine defensive sein.
P. Pelseneer. „Sul l'epipodium des Mollusques". Bullet,
scientif. de la France et de la Belgique. Tome 23.
Die pedale Natur des Epipodiums, welche von anderen Autoren
angezweifelt wurde, wird vertheidigt: das Epipodium, welches kein
Mantel-, sondern ein Fussderivat darstellt und demnach dem Mantel-
rande der Muscheln nicht vergleichbar ist, bat kein selbstständiges
Nervencentrum (ebensowenig wie für ein solches z. B. der Mantel-
^) Anmerkung des Referenten.
312 Dl'- J- P- Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
randnerv bei den Muscheln angesehen werden kann); die für Augen
gehaltenen Flecke am Epipodium von Margerita (eine Trochide)
sind einfache Pigmentconcentrationen; die Innervation der Seiten-
wände (= Fusstheile) bei Parmophorus (eine Fissurellide) von
Pedalganglien aus bestätigt die Epipodiumdeutung (gegen Boutan,
der von den Pedalganglien den Mantel innerviren lässt); die Fuss-
sohlenkrause von Pectvnculus ist ein wahres Epipodium; die Kiemen
von Chiton inseriren sich zwischen Mantel und Fuss (in der Mantel-
fussrinne, welche der Mantelhöhle der übrigen Weichthiere ent-
spricht) und sind daher von den typischen Molluskenkiemen nicht
verschieden. — Ausserdem enthält die Arbeit einige Berichtigungen
von Angaben anderer Forscher über das Nervensystem der
Gastropoden.
L. Roule. „Considerations sur l'embranchement des Trocho-
zoaires." Ann. de Sc. Nat. Zool. Ser. 7. Tome 11.
Die Entwickelung der Leibeshöhle aus dem Mesoderm als
wahres Coelom oder als Schizocoei (und auch die Herkunft des
mittleren Keimblattes) ist für die Taxonomie belanglos (die Angaben
Kowalewsky's über die Entstehung der Enterocoelsäcke bei den
Brachiopoden werden angezweifelt). Die „Trochozoen" sind ein
einheitliches Phylum und umfassen folgende Klassen: Bryozoa,
Brachiopoda, Amphineura (den übrigen Weichthieren gleichwerth),
Mollusca, Rotifera, Gephyrea, Chaetopoda, Hirudinea, Archiannellides,
Sternaspidea; ihr gemeinschaftliches Merkmal ist die Trochophora-
Larve. Die sämmtlichen Gruppen lassen sich in Monomeria
(Gephyrea, Bryozoa, Brachiopoda, Amphineura, Mollusca) und
Polymeria (Ringelwürmer) eintheilen. Die Rotiferen stellen die
Vorfahren der Mollusken vor und unter diesen sind die Soleno-
conchen die ursprünglichsten (als selbstständige Unterklasse den
übrigen „Mollusken" gegenübergestellt).
W. Schimkewitsch. „Versuch einer Klassification des Thier-
reiches." Biologisches Centralblatt. Bd. 11.
Ein Resume zur russischen Arbeit vom Jahre 1890. (Klassi-
fication der Thiere für ein russisches Lehrbuch der Zoologie vom
Verfasser und N. Polejaeff).
Die Weichthiere gehören zu Bilateria und bilden darunter den
Typus „Tetraneura" = „Malacozoa", bei welchen sind „auf Grund
der Beobachtungen von Kowalewsky (die Entwicklung des Nerven-
systems bei Chiton) theoretisch 4 Nervenstämme zu unterscheiden,
2 ventrale und 2 seitliche, wobei die beiden Paare durch Ganglien
repräsentirt sind und mit der Supraoesophagealmasse durch Kom-
missuren verbunden sind." „Bei den Tetraneura wird wegen der
starken Entwicklung des Mesenchym das Cölom gewöhnlich nur
durch die Pericardialhöhle repräsentirt; sie besitzen nur ein Paar
von Metunepliridia (Bojanus'sche Organe oder Nieren), der Embryo
dagegen ist durch den Besitz von Pronephridia gekennzeichnet."
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 313
Anmerkung des Referenten: die Charakterisirung durch das
Nervensystem ist durchaus nicht genügend.
J. Thiele. „Die Stammes Verwandtschaft der Mollusken. Ein
Beitrag zur Phylogenie der Thiere." Jenaische Zeitschr. Bd. 25.
Zuerst werden allgemeine Principien phylogenetischer Be-
trachtungen behandelt und dabei folgende Regeln statuirt: a) die
Centralisation der Organe ist kein primitiver Zustand; b) der Her-
maphroditismus ist ursprünglicher als Gonochorismus ^) ; c) die Ver-
dauungshöhle war ursprünglich eine unregelmässig verzweigte;
d) die Flimmerepithelien dienten früher der Locomotion als der
später entstandene Muskelapparat.
Die Weichthiere dürfen nicht von Bryozoen abgeleitet werden,
sondern haben mit Annulaten gemeinsamen Ursprung; die Trocho-
phora hat sich aus Ctenophoren entwickelt, welche überhaupt die
Urmetazoen vorstellen. — Der Fuss der Weichthiere ist der ver-
grösserte Saugnapf der Podycladen, dessen Klebdrüsen dem Byssus-
organ der Lamellibranchien entsprechen, die vordere Fussdrüse von
Proneomenia, Haliotis und Area ist dagegen der Bauchdrüse von
Lopadorh\nchus homolog. Der ganze Fuss weist folgende morpho-
logische Elemente auf: a) Propodium = Vorderrand, z. B, bei Natica
wohlausgebildet; aus diesem sind die Cephalopodenarme entstanden
(auch ihre Innervierung lässt sich auf die reichen Nervenplexus im
Vorderfusse zurückführen) ; b) der Kriechfuss oder die mittlere Partie
des Fusses (bei den Kopffüssern durch den Trichter vertreten);
c) Parapodien oder Seitenränder („Flügel"' der sog. Pteropoden und
überhaupt der Hinterkiemer); das Epipodium ist (gegen Pelseneer)
kein Fussbestandtheil. — Die Cuticula der Rückenfläche wurde
zur Schale, die für Muskelinsertionen erforderlich war; nach der
Cuticnlarisirung des Integumentes übernahmen 2 adanal liegende
Tastorgane die Function des Athmens und wurden zu den Kiemen ;
auch das Herz war ursprünglich paarig und erst durch Verwachsung
kam die Durchbohrung der Herzkammer vom Enddarm zu Stande.
— Das Pericard ist ein Derivat der paarigen Geschlechtshöhle; die
Ausführgänge der Genitalien wandelten sich zu Excretionsorganen
um und die definitiven Geschlechtsausführungsgänge sind neugebildet.
A. Villot. „La Classification zoologique dans l'etat actuel de
la science." Revue biolog. Lille. 3. annee.
Der Typus der ^lollusken wird in folgende Klassen und Ordnungen
getheilt: a) Cephalopoda: Dibranchiata, Tetrabranchiata, Foramini-
fera; b) Cephalophora: Gastropoda, Heteropoda, Pteropoda, Scapho-
poda; c) Acephala: Lamellibranchiata, Brachiopoda; d) Molluscoidea;
Tunicata, Bryozoa (darunter die Vorticelliden).
C. Zelinka. „Studien über Räderthiere. 3." Z. f. w. Z. Bd. 53.
Die Rotiferen sind tiefer organisirt als die Weichthierlarven,
aber mit diesen nahe verwandt.
^) Der Satz b) scheint dem Ref. im Widerspruch zu sein zum Satz a).
314 Dj"- J f. ßabor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
B. Bionomie und Parasiten.
C. W. S. x^urivillius. „lieber Symbiose als Grund accessorischer
Bildungen bei marinen Gastropodengehäusen." Svenska Akad.
Handl. Stockholm. Bd. 24.
Schalen von Nutica (ähnliches kommt auch auf Nassen u, a.
vor) werden von Paguriden bewohnt, welche mit Hydroiden (Hy-
dractinia und Podocoryne) und Aktinien (Adamsia) oder Schwämmen
(Suberites) symbiotisch leben; die Hydroiden sollen den Krebs von
kleinen F]indringlingen warnen (besonders modificirte Geschlechts-
polypen), wofür sie festen Sitz bekommen, indem sie einen complicirt
gebauten Ueberzug über die Schale der Schnecken unter Mitwirkung
des Krebses bilden, denn dieser scheidet dazu den nöthigen Kalk
aus. Die Gehäuse werden dadurch wesentlich entstellt und be-
deutend vergrössert, was auch an fossilen Formen beobachtet wurde.
M. Braun. Ueber die „freischwimmenden Sporocysten." Zool.
Anz. 14. Jhg.
Die scheinbar „freischwimmenden" Sporocysten (Leuckart) in
Limnaea palustris var. corvus sind bloss enorm entwickelte Cercarien.
A. Certes. „Sur le Trypanosoma Balhianii.'-'' Bull. Soc. Zool.
France. T. 6.
Der genannte Flagellat lebt in Tapes und Austern im Krystall-
stiel, nach dessen Verbrauch er auch verraisst wird.
T. D. A. Cockerell. „Abnormal specimens of Clausula rugosa
Dr." Proc. Z. Soc. London.
Zwei Mündungen; durch angebliche Ansiedelimg von Algen
defect geformte Gehäuse.
W. A. Gain. „Notes on the food of some of the British
Mollusca." Journ. of Conchol. Leeds. Vol. 6.
Eine Zusammenstellung von Pflanzen, welche den Pulmonaten
zur Nahrung dienen.
J. Gogorza. „Influencia del agua dulce en los animales
marinos." Anal. Soc. Esp. Hist. Nat. T. 20.
Die schädliche Einwirkung des süssen Wassers beruht in der
Hydratation der Gewebe; die beschälten Weich thiere sind den
nackten gegenüber mehr widerstandsfähig {7'apes erträgt das Süss-
wasser gut).
Hu et. „Une nouvelle Cercaire (C. pectinata) chez Donax
anatinum}'- Journ. de l'Anat. et Physiol. 27. annee.
Von der neuen Cercarie sind 4 Entwickelungsstadien beobachtet
worden (darunter erheischt die knospenartig heranwachsende Schwanz-
anlage und der paarige Excretionsapparat einige Beachtung); der
Parasit, welcher ungemein beweglich ist, fristet im entwickelten
Zustande sein Leben in verschiedenen Seevögeln, die sich be-
kanntlich mit Donax ernähren.
G. Pfeffer. „Ueber den Ursprung und die gegenwärtigen
Beziehungen der Faunen des Meeres und des süssen Wassers."
Verh. d. Ges. Deutsch. Naturforscher u. Aerzte, 63. Versamml.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 315
Die Cranchiiden und ähnliche Cephalopoden sind ihrer Körper-
form nach geschlechtsreife Larven (man erkennt nach dem schmalen
Gladius den Jugendznstand); wahrscheinlich sind es Larven von
litoralen Arten, welche die pelagische Lebensweise beibehalten
haben. Dasselbe gilt von Heteropoden und sog. Pteropoden.
L. Pfeiffer. „Die Protozoen als Krankheitserreger." 2. Aufl. Jena.
Die Beborstung der Nierenzellen von Helix soll von parasitären
Greg.irinen (Gattung Klosia) verursacht werden.
H. Simroth. „lieber die Nahrung der Landthiere." Verhandl.
d. Deutsch. Zoolog. Ges. 1. Versamml.
H. Simroth. „üeber die Entstehung der Landthiere." Leipzig.
Referate unter einzelnen Klassen (z. B. Gastropoda) nachzusehen.
T. Whitelegge. On the Organism discolouring the waters of
Port Jackson." Record of the Australian Museum. Vol. I, und
T. Whitelegge: „On the recent Discoloration of the waters of
Port Jackson." Record of the Australian Museum. Vol. I.
Einige Muscheln werden von massenhaft vorkommender Peridinee
Glenodinium rubrum erstickt und führen dann durch die Zersetzungs-
produkte die Vernichtung von anderen Weichthieren (auch Würmern
und Stachelhäutern) herbei.
M. Wolters. „Die Conjugation und Sporenbildung bei Gre-
garinen." Archiv für mikrosk. Anat. Bd. 37.
Die mit beschädigten Gehäusen behafteten Schnecken (Helix)
werden von parasitischen Gregarinen mehr heimgesucht als die
gesunden. Die Beborstung der Nierenzellen hängt mit Gregarinen
in keinem Zusammenhang.
C. Verwendung.
S. Jourdain. „Note sur l'intoxication par les Moules." C. r.
Acad. Paris. T. 112.
Das Mytilotoxin (Methylbetain) ist in Mytilus (und ähnliche
Toxine in anderen Muscheln, auch der Auster) immer vorhanden,
seine Menge wird durch stehendes Wasser u. ä. vermehrt.
Anonymus: „Poisoning by Musseis." Nature. Vol. 45.
In P^euerland sind die Muscheln (nach Angaben von Seeger) beim
Vollmond minder, gegen Neumond mehr giftig (Absterbensperiode).
H. de Lacaze-Duthiers. „Sur une »essai d'ostrciciilture dans
le vivier d'experiences du laboratoire de Roseoff." C. r. Acad. Paris,
t. 112 und Arch. zool. exper. et gener. Ser. 2, t. 9.: „Les laboratoires
maritimes de Roseoff et de Banyuls en 1891."
In einem Jahre wachsen die jungen Austern zur Länge von
6,5 cm an. Die zweite Arbeit enthält Angaben über die Conservirung
und Lebensweise von einigen Weichthieren darunter die intere.^isanten
Solenogastres (s. D.) von Banyuls.
J. R. Philpots. „Gysters and all about them." London and
Leicester. 2 Bände.
Ausführliche Monographie der Austernzucht.
316 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
D. Specieller Theil.
I. Cephalopoda.
A. Appellöf. „Teuthologische Beiträge. No. 2. Chaunotheuthis
n. g. Oegopsidarum." Bergens Museums Aaarber. f. 1890. S. 1 — 29.
Tf. I — IV. (Chaunoteuthis mollis n. g. n. sp.)
Aeusserlich der Gattung Onychoteuthis Licht, am ähnliclisteii;
auffallend ist die ausserordentlich weiche und schlaffe Beschaffenheit
des Körperintegumentes, sowie die innerliche Pigmentirung ver-
schiedener Körpertheile (der Saugnäpfe, der Ventralseite der Arme,
der Innenfläche des Mantels, der Leber u. a. Eingeweide). Die
Anatomie entspricht den für die Oegopsiden im Allgemeinen giltigen
Verhältnissen mit nächstem Anschluss an die Gattung OnychoUuthis
(bemerkenswerther Gehirnanhang von unbekannter Funktion), nur
die strahlenförmige Anordnung der Verbindungslamellen der drüsigen
Platten in den Nidamentaldrüsen entspricht mehr den Myopsiden.^)
In allen wichtigen morphologischen Merkmalen stimmt die neue
Gattung mit Onychoteuthis überein, ihr eigenartigster Charakter ist
eine auffallende Weichheit des weiten schlaffen Mantels; wiederholt
wurde auch innerliche Pigmentirung constatirt. — Die kleinen Arme
sind verkümmert. Zwischen den Cerebralganglien ein eigenthümlicher
zweigetheilter Fortsatz von unbekannter Bedeutung und Funktion.
Die Visceralnerven spalten sich in zwei Aeste, von denen die me-
dialen in der Gegend der Harnorgane eine Kreuzung eingehen. Die
Commissuren der Brachialganglien sind in zwei Stämme gespalten,
die zu den Ganglien in der Weise hinzutreten, dass sie immer ab-
wechselnd ein benachbartes Ganglion auslassen (das wird von der
nächsten Commissur in Verbindung gesetzt) und zum nächstfolgenden
ziehen. Zwei Paare Speicheldrüsen, das Verrill'sche Organ mächtig
entwickelt, keine Milz vorhanden. Die Circulationsorgane und Ge-
schlechtswerkzeuge grösstentheils nach dem Oegopsidentypus gebaut,
nur die Nidamentaldrüsen besitzen eine für die Myopsiden typische
Anordnung ihrer inneren Falten (d. i. radiale Verbindungsblätter
zwischen den Hauptlamellen). — Der Grenacher'sche Embryo könnte
zu Chaunoteuthis passen; Loligopsis ist eine selbständige Gattung
gegen Chiroteuthis.
R. Blanchard. „Apropos des chromatophores des Cephalo-
podes." C. r. t. CXIII. S. 565/6.
Die Chromatophoren besitzen eigene Nerven und unterliegen
dem Willen der Thiere: die „Radialfasern" sind nicht muskulös und
gehören nicht zu den Chromatophoren, sondern sie sind Bindegewebs-
fibrillen.
A. P. Brown. „On the young of Baculites compressus Say."
Proc. Acad. Mt. Sc. Philadelphia. S. 159/60 mit 6 Fig.
^) Wahrscheinlich liegt in dieser „neuen" Gattung nur eine Onychoteuthis
mit histologisch verändertem Integumente vor. Anm. d. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 317
Das Junge von Bacidites besitzt spiralig aufgerollten Embryonal-
antheil des Gehäuses ; stammt also Baculites demnacli von schnecken-
artigen Formen ab und ist erst secundär gradlinig geworden, die
Baculiten sind also keine Vorfahren der Ammoniten, sondern eher
ihre Nachkommen.
C. B. Brühl. „Cephalopoden- Anatomie. 1." Wien. 8 Tf.
Fortsetzung seiner „Zootomie", compilatorischer Art.
G. Cattaneo. „Gli amebociti dei Cefalopodi. Com. prevent."
Atti Soc. Ligust. Sc. Nat. Genova. Vol. II. Resume in den Arch.
Ital. de Biol. T. XV S. 409—417.
Descriptive Darstellung der Blutkörperchen von gewöhnlichen
Cephalopoden (rundlich bei Sepia, oval bei Odopus, veränderlich
bei Eledone, von dichter Beschaffenheit bei Sepia und Eledone, zer-
fliessend und verschmelzend bei Octopus). Die Blutkörperchen der
Kopffüsser haben eine mehr beständigere Form und bilden wenige
Pseudopodien, als bei anderen Weichthieren und verschmelzen nicht
leicht miteinander.
W. E. Hoyle. „Note on a british cephalopod, Illea; eblanae
Ball." Journ. of the Marine Biology Association in London. Vol. II
S, 189—92, 3 figg.
Bei der Hectocotylisirung verliert der rechte Arm seine Saug-
näpfe (nur in der Mitte bleiben 2 bestehen), deren Stelle zahnartige
Auswüchse zweierlei Form einnehmen ; der linke Arm behält auf der
Oberseite typische Saugnäpfe (am rechten durch kegelförmige Eaioten
vertreten).
L. Joubin. „Sur le developpement des Chromatophores des
Cephalopodes octopodes." C. r. Tome 112. S. 58 — 60. Englisch in
Ann. and Mgz. of Nt. Hist. (6.) Vol. VIII. S. 111/2.
Bei Argonauta und Octopus entwickeln sich die Chromatophoren
von Ectodermeinstülpungen aus, trennen sich später von diesen los
und werden von Bindegewebezellen mesenchymatöser Herkunft um-
sponnen; diese liefern die contractilen Fasern, welche aber später
die Fähigkeit der Contractilität einbüssen. An den eigentlichen
Farbenzellen differencirt sich eine dichtere innere Schicht und eine
dünnere ectoplasmatische Zone. Die Innervirung der Chromatophoren
geschieht per contiguitatem mittelst eines kleinen Endkolbens der
Nervenfibrillen.
C. Phisalix. „Sur la nature du mouvement des chromatophores
des Cephalopodes." C. r. Tome 113 S. 510—512.
Die „radiären Fasern" der Chromatophoren sind Muskelfib rillen
und anatomisch contractu i) und werden von den Mantelnerven und
den Optici beherrscht; die Mantelnerven zeigen dabei (die auch
früher schon auf anatomischem Wege bewiesenene) Faserkreuzung.
Die Chromatophoren selbst besitzen nur eine passive Elasticität.
Der Farbenwechsel ist entweder activer oder reflexorischer oder
1) Nach Joubin und auch Blanchard (s. o.) sind die „radiären Fasern"
nur vorübergehend im embryonalen Zustand contractu. Anm. d. Ref.
318 Dr. J. F. Babov: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
automatisclier Natur; selbst nach dem Tode kommt eine besondere
Art des Spieles zu Stande. Das nervöse Centrum für die Chroma-
tophoren befindet sich in der Mitte der Unterschlundmasse; die ver-
mittelnden Nerven sind die Optici und die Mantelnerven (diese immer
der gekreuzten Seite).
C. Pictet. „Recherches sur la Spermatogenese chez quelques
invertebres de la Mediterranee. " Mitth. der zoolog. Station in Neapel
Bd. X, S. 75 — 152, Tf. 8 -10 (s. auch die Pteropoden).
Die Spermatocyten theilen sich bis zu einer gewissen Grösse
indirect, dann zeugen sie durch amitotische Theilung die Spermatiden.
Der Kern des Spermatozoons wird stäbchenförmig, sein Nuclein
condensirt sich (nach einer vorübergehenden diffusen Auflösung im
Kernsaft) in der Mitte des Köpfchens; das Zwischenstück bilden
zwei durch die zarte Kernmembran durchtretende karyoplasmatische
Körnchen, der Schwanz entsteht vom Cytoplasma aus; der Neben-
kern ist auch cytoplasmatischen Ursprungs und verschwindet später
vollständig (s. auch Gastrop.).
H.J. Posselt. ^T odar ödes sagittatvs (Lam.) Steenstr. En anato-
misk Studie. Med Bemärkninger om Slägtskabforholdet mellem
Ommatostreph familiens Genera." Videns. Meddel. Nat. For. in
Kjobenhavn. (3.) IL Jgg., S. 301-359, Tf. 8, 9 Figg., 18 im Text.
Anatomische und bionomische Beschreibung. Das unpaare untere
Buccalganglion entsendet seitlich paarige motorische Zungennerven
■and in der Mitte einen unpaaren Verhindungsnerven nach hinten
zum ganglion gastricum; die Musculatur der Mundhaut bezieht ihre
Nerven von den Armganglien; vom hinteren Unterschlundganglion
gehen zwei mächtige Nervenstämme nach unten aus, welche durch
eine gangliöse Commissur verbunden werden. Auch die Genitalien
sind von denen der Gattung Illex Stp. verschieden (zickzackschlauch-
förmiger Eileiter, die Oviductdrüsen liegen oberhalb der Kiemen-
gefässe u. ä.), so das Todarodes ein Mitglied der gemeinen Ommas^rö-
phini vorstellt, sogegen lUex zur besonderen Subfamilie (lUicinae)
erhoben wird. Die Körperhöhle in der Umgebung des Mundes ist in
5 Zellen zertheilt, die Mundmembran wird von den Armganglien aus
innerviert. Das Rectum ,und der Spiraldarm ist mit zwei Längs-
falten der Schleimhaut verschaffen. Das hintere Paar der Unter-
schlundganglien besitzt eine zellenhältige Commissur; die Buccal-
ganglien entsenden je einen Nerven zum Magenganglion, dessen
Verlauf der Speiseröhre angeschmiegt ist. — Die Familie der Om-
matostrephidae zerfällt in zwei Gruppen (lUicinae und Ommatostre-
phinae), zwischen denen die Gattung Toduropsis vermittelt.
B. Rawitz. ^Ueber Pigmentverschiebungen imCephalopodenauge
unter dem Einfluss der Dunkelheit." Z. A. S. 157/8.
Die Dunkelheit verursacht eine Ansammlung des Retinal-
pigmentes in den basalen Partien der Pigmentzone der Netzhautzellen.
S. Watase. „Studies on Cephalopods. 1. Cleavage of the Ovum,"
Journ. of Morphology. Boston. Vol. IV. S. -247—302 Tf. IX— XII
19 Textfig.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891 319
Zuerst eine Anleitung zum Studium der künstlichen Befruchtung
bei Loligo pealii. Vordere Zellen furchen sich in einem schnelleren
Tempo als die hinteren, oft bestehen auch in einzelnen Quadranten
derselben Seite im Furchungsrhytmus Zeitdiscordanzen. Die reifen
Eier sind bereits morphologisch orientirt. Die Kernmembran soll
während der Mitose erhalten bleiben. Die Tochtercentrosomen
sollen eine Theilungspindel besitzen.
S. Watase. „On caryokinesis." Biolog. Lectures. Boston. Vol. I.
S. 168—187.
Genaue Angaben über den Theilungsrhytmus der künstlich be-
fruchteten Eier von Loligo Pealii. Das reife Ei lässt schon eine
praedestinirte Orientierung für den Aufbau des Embryo erkennen.
Bei der Spindelentstehung bleibt die Kernmembran erhalten und
die archoplasmatischen Fasern der Spindel treten durch dieselbe
hindurch. Auch die Theilung der Centrosomen weist eine besondere
Spindelbildung auf.
P. A. Zacharides. „Note sur quelques tissus de nature con-
jonctive apers l'action de la potasse." C. r. Soc. biol. Paris. Ser. 9.
Tome. III. S. 453-455.
Die Knorpelzellen von Octopus sind geradlinig gereiht und be-
sitzen kurze plumpe Fortsätze; bei Loligo sind dieselben schaar-
weise gruppirt und nur die Aussenseite dieser Haufen ist mit langen
Anastomosen versehen.
II. Scaphopoda.
L. Flate. „Ueber das Herz der Dentalien." Z. A. S. 78—80.
Englisch in Ann. and. Mgz. of Nt. Hist. (6.) Vol. 7. S. 466/7.
Derselbe. „Ueber den Bau und die systematische Stellung der
Solenoconchen." Verh. d. D. zoolog. Ges. 1. Versamml. S. 60 — 66.
Discussion dazu von 0. Bütschli, C. Grobben und R. Leuckart.
Derselbe. „Ueber einige Organisationsverhältnisse der Dentalien."
Sb.-Ges. Naturw. Marburg. S. 26—29.
Dentalium besitzt ein Herz in Form einer dorsalen Ausstülpung
des muskulösen Herzbeutels, welcher auf der ventralen Seite unter-
halb des Magens liegt. Die Pleuralganglien und die adanalen
sympathischen Ganglien sind vorhanden (von H.Fol geleugnet). In
den Tentakeln befinden sich einzellige Drüsen und isolirte Ganghen-
zellen '), welche Fol irrrthümlich für Drüsen ansah. Die zwei
schlauchförmigen Drüsen der Speiseröhre sind physiologisch der
Leber gleichzusetzen ^). Der Ringwulst des Fusses ist dem Epipodium
^) von Bütschli angezwei lelt, von Leuckart mit ähnlichen Gebilden
bei Trematoden verglichen.
^) Diese Divertikel stellen vielmehr oesophageale Speicheldrüsen vor,
während die Buccaltaschen {=drüsige_;Ausstülpnngen der Buccalmasse) dem ersten
Speicheldrüsenpaare der Weichthiere (= pharyngeale Speicheldrüsen) gleichzu-
setzen sind, zunächst sind die letzteren den Backeutaschen der Nuculiden,
Placophoren, Aspidobranchien und Nautiliden homolog. Anm. d. Ref.
320 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
nicht homolog. Wasseraufnahme in das Blutgefässsystem existirt
(und geschieht durch adanale Wasserporen). Die vordere der zwei
ventralen Buccalcommissuren besorgt das Subradularorgan mit zwei
Nerven, die hintere schwillt in ihrer Mitte zu einem Paar Ganglien
an (aber im Ganzen 8 Buccalganglien, die kleinen Endganglien der
Subradularnerven mitgerechnet). Der Fuss der Solenopoden (Si-
phonodentalium, Siphonentalis, Cadulus) inserirt mehr caudalwärts
als bei den Dentaliiden. Die Mitteldarmdrüse (= „Leber") ist
paarig. Die Geschlechtswerkzeuge liegen grösstentheils in der
Mantelwand verborgen. Die Solenoconchen sind unter den Weich-
thieren am nächsten mit den Gastropoden verwandt, indem die
Körperretractoren den Spindelmuskeln und die Tentakel den Fühlern
entsprechen. Grobben hält die Scaphopoden für eine selbständige
Molluskenklasse, von welcher sich die Cephalapoden ableiten lassen,
Bütschli hält dieselben für näher verwandt mit Lamellibranchiaten
als mit den Gastropoden, Leuckart stellt sich zwischen diese
beiden.
III. Lamellibranchiata.
F. Blochmann. „Eine freischwimmende Muschellarve im
Süsswasser." Biol. Centralbl. 12. Jgg. S. 476—478.
Junge Larven von Dreissensia polymorpha Fall (s. a. Korscheit).
G. Boehm. ^^AJegalodon, Fachyerisma und Diceras.'-'' Ber. Nat.
Ges. Freiburg. Bd. VI. S. 33—56. 9 Textfig.
Die Gattung Cardium ist durch Convergenz entstanden, also
hat keinen einheitlichen Ursprung und wird daher in mehrere
Gattungen getheilt. Megalodon pumihis wird als eigene Gattung
[P/'otod iceras pumilum) beschrieben und als symmetrische Urdiceratide
angesehen.
Ph. Frangois. „Choses de Noumea. 1. Sur la circulation des
Arches." Arch. zool. exper. gener. (2.) Tome IX. S. 229 — 231.
Das Herz von Area ist nur eine verdickte Aorta; das Blut ist
durch runde rothe Blutkörperchen gekennzeichnet.
Fullarton. „Development of the Scallop" [Pecten opercularis].
8. Ann. Rep. Fish. Board Scotland, part III pg. 290, 4 Taf, 1890.
A. Götte. „Bemerkungen über die Embryonalentwickelung der
Anodonta piscinalis.'^ Zeitschr. f. wiss. Zool. Bd. LH. S. 158 — 168.
8 Textfig.
Die erste Beobachtung wahrer Gastrulation bei Anodonta. Das
Archenteron legt sich — später als die Schalendrüse — in Form
von einer taschenförmigen Invagination auf der ventralen Seite in
typischer Weise an,
H. Griesbach. „Ueber das Blut der acephalen Mollusken."
Verh. d. Ges. D. Naturf. u. Aerzte. 63. Vers , S. 131—133.
Derselbe. „Ueber Structur und Plasmoschise der Amoebocyten."
Verh. D. D. anatom. Ges. 5. Vers , S. 222—227.
Derselbe. „Ueber die normale Gestalt und die Gestalts-
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 321
Veränderungen der Leucocyten des Blutes bei Wirbellosen und Wirbel-
tieren." Verh. 10. Internat. Med. Congr. 2. Bd. S. 79— 82.
Derselbe. „Beiträge zur Histologie des Blutes." Arch. f.
mikr. Anat. B. XXXVII S. 22-99 Tf. III, IV.
Derselbe. „Beiträge zur Kenntniss des Blutes. 2. Ueber die
amöboiden Zellen des Blutes und ihre Betheiligung an der Gerinnung
desselben." Pflüger's Arch. f. Physiol. Bd. L. S. 473—550, Tf. III, IV.
Die farblosen Blutkörperchen der Lamellibranchiaten entwickeln
nur im Blute ihre Pseudopodien, in Berührung mit anderen Medien
werden sie sofort alterirt und dann beruhen ihre Fortsätze auf
pathologischen Erscheinungen (Plasmoschisej; daraus wird die Un-
möglichkeit einer directen Wasseraufnahme in das Blut erschlossen.
Der rothe Blutfarbstoff, wo ein solcher vorkommt, ist wahrscheinlich
identisch mit dem Haemoglobin und wird entweder an das Blut-
plasma oder auch an geformte Elemente gebunden (s. auch „All-
gemeines" 0.). Das Blut gerinnt nicht (bei Muscheln).
C. Grobben. „Ueber den bulbus arteriosus und die Aortenklappen
der Lamellibranchiaten." Arb. zool. Inst. Wien. Bd. IX, S. 163 bis
178, Tf. XI.
CythereahQ^iizt einen bulbus auf der hinteren Aorta, in ihrem intra-
pericardialen Verlauf. Derselbe wird grösstentheils von schwammig
angeordneten Muskelfasern gebildet und von der Aorta selbst innen
durch eine Valvula geschieden. Bei anderen Muscheln (auch anderen
Veneriden) ist seine Form zweizipfelig; ausserhalb des Herzbeutels
liegende Aortadilatationen sind mit dem bulbus nicht identisch. Die
vordere Aorta besitzt gewöhnlich nur eine Klappenvorrichtung ohne
Erweiterung des Gefässes oder wird die Regurgitation des Blutes
durch sphinkterartige Ringwülste im Inneren der Aorta oder durch
Muakelthätigkeit des vorderen Aortenbulbus (wenn er vorhanden ist)
verhindert.
E. Korscheit. „Ueber die Entwicklung yon Dreissensia poly-
morpha Pall." St. Ges. naturf. Freunde. Berlin, S. 131—146, 6Textfig.
Diese Muschel entwickelt sich nach dem Modus der Seemuscheln
und besitzt demnach eine typische freischwimmende Larve mit wohl-
entwickeltem Velum (s. auch o. Blochmann u. u. Weltner).
0. H. Latter. „Notes on Anodon and Unio.'^ Proc. zool. Soc.
London, S. 52-59, Tf. VIL
Die Embryonen werden theilweise durch Flimmerbewegung der
Epithelien, theilweise durch active Aspiration des Mutterthieres in
den Innenraum der äusseren Kiemen gefördert. Die ausgeschlüpften
Glochidien können sich nur wenig bewegen (ausschliesslich durch
Auf- und Zumachen der Schale) und sind mit gutem Geruch begabt;
selbst werden sie von Fischen nicht verzehrt. — Ausserdem enthält
die Arbeit verschiedene bionomische Angaben, so z. B. dass die
Männchen (unter erwachsenen Thieren) gegenüber den Weibchen
ausserordentlich selten sind u. a.
A. Letellier. „La fonction urinaire s'exerce, chez les MoUusques
Avcli. f.Natuvgesch. Jahrg. 1803. Bd. II. n. 1. 21
322 r)i'- J- F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
acephales, par l'organe de Bojanus et par les glandes de Keber et
de Grobben." C. r. tome 113, S. 56—58.
Die Pericardialdrüse enthält freie oder in Kalisalzen gebundene
Hippursäure und dient zur Alkalisation des Blutes.
A. M. Norman. ^^Lcpton squamosum Mont., a Commensal."
Ann. and Mgz. Nt. Hist. (6.) Vol. VII, S. 276—278.
Derselbe. „Additional notes on the Mollusk Lcpton as a
Commensal and on the Crustacean genus Bathynectes}'- Ann. Mgz.
Nt. Hist. (6) Vol. VII, S. 387/8.
Lepton ist kein echter Parasit, sondern nur ein Commensuabst.
P. Pelseneer. „Sur l'existence d'un groupe entier de Lamelli-
branches hermaphrodites." Z. A. 14, S. 5 — 8.
Eine Anzahl von zwitterigen Muscheln wird sichergestellt
(Gattungen Aspergillum, Lynosia, Lyonsiella, Pandora, Thracia, Cu-
spidaria, Poromya, Clavagella, Myochama).
P. Pelseneer. „Contribution ä Tetude des Lamellibranches."
Arch. de Biol. Tome XL S. U7— 312, Tf. VI— XXIII, 2 Textfig.
A. Morphologischer Theil. Integument. Der Mantelrand
ist bei Nucntu einfach, ungefärbt and drüsenlos, bei Leda^ Joldia
Solenomya schon gekerbt. Der Randwulst des Mantels bei den
Muscheln ist mit der hypobranchialen Drüse der Schnecken nicht
vergleichbar, dieselbe besitzen unter den Muscheln nur die Proto-
6ra?^c^^■a ( = Nuculidae4-Solenomyidae), bei welchen sie dorsal ober-
halb der Kiemen liegt. Der Mantelrand ist entweder frei (Nuculidae,
Anomiidae, Arcidae, Trigoniidae, Pectinidae) oder mit den
Kiemen verwachsen (Ostreidae, Aviculidae) und auch mit dem
anderseitigen Rande verschiedenai-tig verschmolzen (die Mehrzahl
der Muscheln). Histologisch ist die Mittheilung von Wichtigkeit,
dass die Querstreifung der Adductoren keine ausgesprochene
ist. Der Fuss war ursprünglich eine Kriechsohle (Protobranchia
und Pectunculus bewahren bis jetzt diesen phylogenetisch älteren
Zustand). Die Byssusdrüse ist ursprünglich als eine Ein-
stülpung entstanden. Die Fussretractoren und Protractoren (als
auch der Elevator der Protobranchia) sind Homologa des Spindel-
muskels der Schnecken. ■ — Intestinaltract. Nucvia ist vor allen
Lamellibranchiaten durch eine Buccaldilatation des Munddarmes mit
paarigen Speicheldrüsen ausgezeichnet. (Das übrige enthält keine
neuen Data.) — Kreislaufsorgane. Die Kiemen bergen in sich
keine echten Gefässe und die einzelnen Fäden oder Blättchen werden
auf mannigfaltige Weise untereinander verbunden (durch einzelne
oder gruppirte Flimmerzellen oder durch blutführende Gewebsbrücken),
Nach" ihrer Formation werden die Kiemen in folgendes System ge-
ordnet: 1. divergirende Blättchen (ein den Gastropoden sehr nahe-
stehender Typus), bei „Protobranchiaten", 2. „fihbranchiater" Typus,
d. i. glatte Kiemen mit freien parallelen ventralwärts gerichteten und
einfach gebogenen Fäden, bei den Anomiidae, Arcidae, Trigoniidae,
Mytilidae, 3. „pseudolamellibranchiater" Typus mit gefalteten Kiemen
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 323
und complicirteren Fäden, welche durch Bindegewebs- oder Gefäss-
brücken verbunden werden, bei den Aviculidae, Ostreidae, Pectinidae,
4. „eulamellibranchiater" Typus mit glatten oder gefalteten Kiemen,
deren Fäden sich zu Blättchen vereinigen : die interfoliären und inter-
filamentären Verbindungen enthalten innen Gefässe, und zwar die
ersteren stets die zuführenden. Hierher gehört die weitaus grösste
Mehrzahl der Muscheln. 5. Der „septibranchiate" Typus: die Kiemen
sind in eine muskulöse Scheidewand verwandelt, welche mit dem
Fusse zusammenhängt; bei den Poromyidae und Cuspidariidae. Das
Pericard fehlt niemals (bei der Anomia liegt es — ohne das Herz
zu umgeben — bei den Nephridien), Pericardialdrüsen entbehren
nur die primitivsten Formen. Das Herz, welches ursprünglich
dorsal vom Darme gelegen sein soll, ist erst secundär durch das
Rectum durchbohrt worden. — Excretionsorgane und Ge-
schlechtswerkzeuge. Bei Protobranchien dienen die Nephridien
noch als Entleerungswege für die Geschlechtsprodukte, auch behalten
sie da noch die primäre Beschaffenheit indem der ganze Schlauch
drüsig ist, wogegen bei höheren Formen der distale (kopfwärts ver-
laufende) Schenkel zum nichtsecernirenden Harnsack geworden ist;
der renopericardiale Trichter ist bei primitiven Muscheln kürzer als
bei den höher entwickelten. Die Gonade ragt von der Leibeshöhle
in die Mantelduplicatur hinein bei den Anomiidae und Mytilidae;
accessorische Drüsen am Ausführungswege kommen nur bei Monta-
cuta vor. Hermaphroditismus ist ein später erworbener und meistens
auch successive sich entwickelnder Zustand. — Nervensystem und
Sinneswerkzeuge. Die Gehirnganglien lassen immer (auch wenn
keine selbständigen Pleuralganglien entwickelt sind) den cerebralen
und pleuralen Antheil unterscheiden; ein Buccalsystem fehlt den
Muscheln ausnahmslos vollständig; die Pedalcommissur ist stets nur
einfach; dieTeredinidae undPholadidae besitzen innerhalb derVisceral-
commissur noch eine besondere Nervenschlinge. Wirkliche Augen
haben nur die Pectinidae und Arcidae (am Mantelrande), die übrigen
angeblichen Augen (bei Tridacna u. a.) sind bloss Pigmentflecke
ohne Sinnesfunction. Die Nerven zum Osphradium (welches bei den
Septibranchien fehlt) gehen zwar durch die Visceralcommissur hin-
durch, aber kommen vom Cerebralganglion aus (namentlich schön
bei Mya festzustellen). Besondere Sinnesepithelien kommen auch
an den Siphonen vor. — Allgemeine morphologische und
phylogenetische Betrachtung. Der Stammbaum der Muscheln
hat eine gemeinsame Wurzel mit den niedrigsten anisopleuren Gastro-
poden (Prorhipidoglossa) und die Nvcida ist die älteste bekannte
Form; den Scaphopoden stehen die Lamellibranchiaten nicht so nahe
wie den Rhipidogiossen. Von der archaistischen Nucula leiten sich
zuerst die Solenomyidae, Anomiidae, Arcidae ab, von den Arcidae
kommen die Trigoniidae, Mytilidae und Pectinidae her; die Mytilidae
sind die Ahnen von den Aviculidae und Submytilacea, von denen
wieder einerseits die Ostreidae, andererseits (d. h. von den Submytil.)
die Tellinidae und Veneridae abstammen; die übrigen Familien sind
21*
324 Dl'- J- F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
directe Nachkommen der letzteren und zwar in folgender linearen
Reihe: Veneridae — Cardiidae — Myidae ■ — Pholadidae und Ana-
tinidae, von welch letzteren sich die Septibranchien abgezweigt haben.
B. Systematischer Theil. (Die fünf Ordnungen Pelseneers
nach dem anatomischen Baue der Kiemen s. o. bei der Charakteristik
der Athmungsorgane.) Nuculidae. Sehr grosse freie Mundlappen,
hinten mit einem Anhang. Nucula Lam. Das undiuxhbohrte Herz
liegt dorsal vom Darm. Leda Schum. (Die Gattungen Yoldia und
Malletia = Solenella hineinbezogen). Das Herz vom Enddarm
durchbohrt, der Mantel mit zwei Siphonen. Solenomyidue. Die
Mundlappen sind mit einander jederseits verschmolzen, die Kiemen
haben die beiden Fadenreihen in entgegengesetzter Richtung orientirt
(die eine Reihe dorsalwärts, die andere -ventralwärts); die Mantel-
ränder in Form von einer ansehnlichen Naht an der Bauchseite
verwachsen, mit einer einzigen Oeffnung am Hinterende. Solenomya
Lam. Ano7nndae. Als besondere Familie von den Ostreiden ab-
zutrennen; sind asymmetrische Muscheln mit sehr grossem hinteren
Schalenschliesser; das Herz mit bloss einer Aorta liegt dorsal vom
Darm ; die Gonaden münden in die Nephridien. Anomia L. Placuna
Brug. Arcidae. Symmetrische isomyare Muscheln mit durchbohrtem
Herzen im Pericard (Pectunculus Lam und Limopsis Lam) oder mit
freiem dorsal vom Rectum gelegenen Herzen (Area L.). Kiemen-
fäden innen mit Septum, aber keine interfoliären Verbindungen ; die
Gonade eröffnet sich getrennt ven den Nephridien. Trigoniidae.
Ein beilförmiger Springfuss mit zahnartigen Auswüchsen epipodialer
Natur. Atrophisches Byssusorgan ohne Byssus. Durchbohrtes Herz.
Trigonia Brug. MytUidae. Die Kiemenfäden der Modiolaria Loven
besitzen innen an der oberen und unteren Seite Stützlamellen von
verdichtetem faserigen Bindegewebe (kein Knorpel!). Aviadidae.
Die Herzkammer von Avicula Klein liegt dem Enddarm dicht an, die
Meleagrina Lam. hat kein besonderes Kopfrudiment (wie es Mayoux
behauptete). Pectinidae. Pecten Lam, mit ventralen Verstärkungs-
lamellen in den Kieraenfäden ähnlich wie Modiolaria. Lima Brug.
hat gefässlose, drüseuhaltige Liteiülamentarbrücken. (Ueber die
Ostreiden keine ausführlicheren neuen Angaben). Carditidae. Kiemen-
fäden mit Flimmerzellenverbindung und ventralen Verstärkungs-
lamellen. Cardita Brug. I^ucinidae. Lucina Brug. und Montacuta
Turt. haben nur die innere Kiemenlamelle (Axinus Sond. die beiden);
rudimentärer Byssus. Pholadidae und Teredinidae. Pholas L. und
Teredo L. mit einem kleinen Ganglion vor den Visceralganglien,
welches von Cerebralganglien mit Hilfe der Cerebrovisceralcommissur
innervirt wird. Anatinacea, d. h. die Familien Pa7idoridae, Lyonsiidae
und Anatinidae (mit den Chwagelliden'), haben die äussere Kieme
nur von einer nicht umgebogenen, nach oben gerichteten Lamelle
gebildet. Septibranchia = die Familien Poromi/idae mit wohlaus-
gebildeten und Cuspidariidae mit rudimentären Mundlappen ^).
M Die im morphologischen Theil des Referates aufgeführten Merkmale werden
im systematischen Theil der Kürze halbei' nicht mehr wiederholt. D. Ref.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 325
W. Weltner. „Zur Entwicklung von Dreissensia.'''- Z.A. 14.Bd,
S. 447— 451. 2 Textfig.
Die Larven setzen sich an beliebige Wassergegenstände fest
und führen dort gemeinschaftliche Lebensweise; auch vermögen
sie auf Schneckenart an der Oberfläche mittelst Schleimfäden zu
schwimmen.
IV. Gastropoda.
a. Arbeiten, welche die Klasse als ein Ganzes behandeln.
E. L. Bouvier. „Recherches anatomiques sur las Gastöropodes
provenant des carapagnes du yacht THirondelle. 1.^'"'' note: rapports
de l'appareil circulatoire arteriel avec le Systeme nerveux." Bull.
Soc.zool. France. Tome XVL S. 53—56.
Die Kopfaorta geht bei den untersuchten Prosohr anchien (Natica,
Cassidaria, Purpura, Sipho, Buccinum) durch den Nervenring hin-
durch und theilt sich in mehrere Aeste, welche theils die Mund-
darmgegend, theils die vordere Partie des Fusses besorgen; zwei
von den Endästen treten zwischen den seitlichen Connectiven (beider-
seits) hindurch. Das letzterwähnte Verhältnis gilt nicht für Limmiea^
die sonst mit den Vorderkiemen in dieser Hinsicht übereinstimmt.
Bulla, Scaphander^ Philine^ Doris, Eolis, Tritonia, also die Mehr-
zahl der geprüften Hinterkiemer, sind durch recurrente Pedalarterien
charakterisirt, welche zum Nervensystem keine topographischen
Beziehungen haben (in Einzelheiten kommen freilich verschiedene
Abänderungen untergeordneter Bedeutung vor). Bei Aplysiu zweigt
sich die linke Fussarterie nach dem Durchtritt der Aorta durch
die Commissurenlücke, die rechte dagegen von dieser Stelle ab (sodass
sie nur die rechte Visceralcommissur — unter dieser verlaufend —
kreuzt).
H. V. Jhering. „Sur les relations naturelles des Cochlides et
des Ichnopodes." Bull, scientif. France. Belgique. Tome XXIIL
S. 148-257, Tf. IV— VI. 4 Textfig.
Cochlides. Einige frühere Angaben werden vom Verfasser
zurückgezogen (Ampullaria hat ein chiastoneures System, die „Neben-
kieme" ist ein Sinnesorgan), aber an anderen wird festgehalten:
Orthoneuren existiren und zwar sind sie von Chiastoneuren ein alter
Seitenspross; auch werden die früheren morphologischen und phylo-
genetischen Deutungen des Centralnervensystems vom Verfasser von
Neuem vertheidigt. Amptdlariu hat eine zwitterige Anlage ihrer
Genitalien (beim Männchen ein Rudiment der Gebärmutter, beim
Weibchen ein Rudiment der Ruthe); bei den Ampullariidae,
Valvatidae und Marseniidae wird der Penis von den Cerebrahen-
ganglien aus innervirt (bei anderen vom rechten Pedalganglion).
Der Penis der Cochliden ist entweder rinnenartig oder ein ge-
schlossenes Rohr; ein palingenetischer Rest der offenen Samen-
rinne, welcher ab und zu auch im erwachsen Zustand bei Cochliden
gefunden wird, wird mit dem Namen Epitaenia bezeichnet. Bei
326 Dl' '^- F Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Dictocardien existirt nur eine Art der Spermatozoen, bei den übrigen
gewöhnbich die beiden (die faden- und wurm form igen). — Die Thiere
von „linksgewundenen" Cochliden sind anatomisch gleichgebaut wie
bei den „rechtsgewundenen" und solche Gehäuse sind nur durch
Verkürzung (= Abflachung) des (jiewindes, welche in der verticalen
Richtung auch unter die Horizontale fortgesetzt wird, also eine ver-
kehrte Windungsweise der Spirale verursacht, zu Stande gekommen,
so dass sie richtiger ultrarechte (und vice versa ultralinke) Schalen
heissen sollen; begreiflicher Weise muss nothwendig in der Formen-
reihe der Schalen von rechter zu ultrarechter Gestalt eine planorbis-
ähnliche Form (in der Mitte der Reihe) zum Vorschein kommen. —
Mit der spiralen asymmetrischen Aufrollung des Schneckenkörpers
soll die Chiastoneurie nichts zu thun haben. Das Nervensystem
ohne Visreropedalconnective (bei Amphineuren, Lamellibranchiaten,
Scaphopoden und Cephalopoden) wird ein lytoneures genannt, das
mit solchen (bei Schnecken) ein kleistoneures.
Ichnopoda. Die Commissuren werden in ursprüngliche (die
pedale, cerebrale, subcercbrale und neue paracebrale) und accessorische
(die parapodale und labiale) getheilt. — Die Gattungen Peronia und
Vaginuivs mit ihrer dreitheiligen Leber sollen ein Bindeglied zwischen
den Pulmonaten und cladohepatische Opisthobranchiaten darstellen.
— Weiter wiederholt der Verfasser seine bekannte Lehre vom
diphyletischen Ursprung der Pulmonaten (Branchio- und Nephro-
pneusta). — Der „pyxicaule" Penis von Pleurobranchus und Nudi-
branchiaten ist ein Endabschnitt des vas deferens, während der
„eremocaule" Penis der Steganobranchiaten, Branchiopneusten und
Pteropoden eine ektodermale Neubildung ist. — Die Ichnopoden
haben sich von Turbellarien differencirt und darnach ist selbst ihre
Radula mit der der Cochliden nicht homolog; die embryonalen Ur-
nieren und die Larvenschalen der Ichnopoden haben gar keine
phylogenetische Bedeutung! Die am Nacken vorhandene Kiemenhöhle
ist völlig verschieden von der an der Seite befindhchen Athemhöhle.
— Die Pteropoden stammen von den Steganobranchiaten ab, aber
bilden doch eine besondere Gruppe, desgleichen sind auch die Sacco-
glossen eine selbständige natürliche Ordnung der Opisthobranchiaten.
P. Pelseneer. „Sur l'oeil de quelques Mollusques gastropodes."
Ann. Sog. Belg. Micr. Mem. Tome XVI, S. 59-76. 7 Textfig.
Ein offenes Auge ( = embryonaler Typus) ohne Krystallkörper
besitzt Patella, Nacella, Acmaea, ein offenes mit einem Krystallkörper
Haliotis, Trochus, Margarita, Delphinula, Stomatella, ein geschlossenes
Fissurella, Emarginula, Scutum, Phasianella, Nerita, Helicina. Die
Tiefseeform (hdvilleu hat ein geschlossenes pigmentloses tief gelegenes
und rudimentärgewordenes Auge. Mafsenia besitzt eine praecorneale
Blutlacune (wie die Saccoglossa). Das Auge der Schnecken ent-
wickelt sich als Ektodermeinstülpung in einer ähnlichen Weise wie
die Otocyste.
P. Pelseneer. „Sur la dextrosite des certains Gastropodes
dits „senestres"." C. r. Tome 112, S. 1015—1017.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891 327
Dieselben Angaben über die „ultrarechten" Schnecken, wie in
dem Werke von "v. Jhering (s. o.).
b. Arbeiten über einzelne Ordnungen.
1. Prosobranehiata (mit Heteropoden).
L. Boutan. „Le manteau et la coquille du Parmoi^hot^s
australis {Sciitvs)}'- Revue biol. de Lille. 3 annee. S, 271 — 74 (4 Figg.).
Es giebt keine von der Schale nicht erfüllte Mantelhöhle (gegen
Felseneer), ebensowenig wie bei Fissurella.
L. Boutan. „Sur la forme larvaire du Parmophore." C. r. t.
CXIII. S. 92—94.
Die Embryonalschale mit Schlitz und spiralgewundenem Nuclus
wird noch nicht vom Mantel allseitig umwachsen.
E. L. Bouvier. „Observatiens complementaires sur le Systeme
nerveux et les affinites zoologiques des Gasteropodes du genre
Porcelaine {Cypraea)}'- Annales des Sc. Natur. (7.) t. XII. 18 — 37.
Tafel 2.
Eine Vertheidigung des Verfassers gegen v. Haller. Es gibt
kein Kiemenganglion, keinen Mantelnerven, welcher an der rechten
Seite zwischen Cerebral- und Pleuralganglion entspringe und keine
Aeste der aorta anterior, die durch Connective hindurchgehen.
Zwischen Supraintestinal- und Visceralganglion gibt die Visceral-
commissur Nerven zur Mantelnische, in welcher die Kiemenspitze
eingebettet ist. Der angeblich zur üesophagusdrüse hinziehender
Nerv innervirt das Integument, ebenso wie die Nerven vom Sub-
intestinalganglion. Von dem Supraintestiganglion gehen 4 Nerven,
u. z. zum Mantel mit der Kieme, zur Kieme und „Nebenkieme", und
ein besonderer nur zur letzteren. — Triviu besitzt typische Pedal-
ganglien (anstatt der Stränge der Cypraeiden) und ist daher keine
ursprünglichere Form der genannten Gruppe.
E.G.Conklin. „Preliminary note on theEmbryology of Crepidula
fornicata and of ürosalpinx cinerea.'-'' Hopkins Üniversity Circular.
Vol. X. S. 89—90.
Enthält Angaben über den Furchungsrhytmus, Gastrulation und
theilweise auch Organogenese der Crepidula (Centralnervensystem )
und über die Furchung der ürosalpinx (Referat erst nach definitiver
Publication).
R. V. Er lang er. „Zur Entwickelung der Faludina vivipara.
Vorlauf. Mittheil." Zoolog. Anzeiger. Jgg. XIV. S. 67—70, 280-83.
R. V. Erlanger. „Zur Entwickelung der Paludma vivipara."'
Morpholog. Jahrbuch. Bd. XVII. S. 337—379, 636—680. Tf. 20—23,
32—33.
Das Mesoderm wird als unpaare Ausstülpung aus dem Archen-
teron an der Bauchseite angelegt, entwickelt sich in der Form
paariger Coelomsäcke weiter, wird aber bald aus diesem Zusammen-
hange mesenchymatös gelöst. Aus dem Archenteron entsteht dorsal-
328 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftsichen Leistungen
wärts das Gastrointestinalrohr, die ventrale Wand stülpt sich zur
Leber aus: der Blastoporus wird zum After. Das Pericard, welches
nicht das ganze Coelom ausmacht (der übrige Theil geht in die
bleibende Bauchhöhle über, welche die Bedeutung einer primären
haben soll!)^ entsteht aus paarigen Aushöhlungen im Mesenchym
ventral vom Rectum; das Herz entwickelt sich als Ausstülpung des
Herzbeutels, die grossen Gefässe danken embryonalen Lacunen ihren
Ursprung und ihr Lumen entspricht der Furchungshöhle. Die
„Urniere" wird als sohder Zellenstrang hinter dem Velarfeld an-
gelegt uud erhält dann ein Lumen und zwei Oeffnungen. Die An-
lage der Niere ist paarig, aber nur die rechte bleibt und kommt
nach der Torsion des Körpers auf die linke Seite; die Niere hat
einen einfachen (primären) Harnleiter. Die Ganglien gehen aus
Ectodermverdickungen hervor, und zwar ursprünglich isolirt und
nach einem bestimmten Tempo im Auftreten. Der Geschlechts-
apparat setzt sich aus der mesodermalen Gonade und einer ecto-
dermalen Einstülpung zusammen: die letztere bildet den Ausfuhr-
weg und entspricht wahrscheinlich dem rudimentären linken Nieren-
gange. Der Deckel wird von einer Drüse ausgeschieden. — Die
asymmetrische Drehung des Eingeweidesackes wird von der Leber
verursacht. Die Mollusken sind den Plathelminthen verwandt,
werden aber aus 2 Segmenten zusammengesetzt. — Die innere
Oeffnung der Urniere bei Planorhis hat eine seitliche Lage.
R. von Erlanger. „Zur Entwicklung von Bithynia tentaculuta.
Vorlauf. Mittheil." Zoolog. Anzeiger. Jhg. XIV, S. 385—88.
Bithynia ist nicht primitiver als Paludina (gegen Sarasin);
Referat im nächsten Jahrgang (nach der definitiven Publication).
H. Fischer. „Sur le developpement du foie chez la Paludine."
C. r. de la Soc. biolog. de Paris (9.). t. HI, S. 644—5.
Die Leber entsteht aus 2 ventralen Ausstülpungen, die histo-
logisch vom übrigen Magen verschieden sind, ursprünglich sym-
metrisch, später erleiden die beiden Säckchen eine Umlagerung durch
die Torsion des Körpers und das primär rechte (=secundär linke)
verschwindet dann in der Weiterentwickelung.
Ph. Frangois. „Choses de Noumea: 3. Moeurs d'un Murex."
Arch. de zool. experina. et gener. (2.) t. IX, S. 240—2.
Murex fortispina besitzt zum Oeffnen von Muscheln einen starken
Zahn am Aussenrande der Mündung.
K. Möbius. „Eierkapseln von Bvccmum vjidatum L." 8b.
der Ges. der naturf. Freunde in Berlin, S. 146 — 8.
Der Laich besteht aus 30 Klumpen mit 5000 Eikapseln mit je
6 — 14 Eiern.
H. A. Pilsbry. „Note on the soft parts and dentition of
Stomatella.'^ Proc. of the Acad. of Nat. Sc. in Philadelphia. S. 71
bis 72 (4figg.).
Der deckellose Fuss ist hinten gespalten und am ganzen Um-
fange von einem breiten Epipodium eingesäumt.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 329
P. Schiemenz. „Wir bohrt A^«^/ca die Muscheln an?" Mittheil
aus der zoolog. Station in Neapel. Bd. X, S. 153 69, Tf. 11.
Die Bohrlöcher an Muscheln und Schnecken werden nicht durch
die Radula verursacht; sie werden durch ein säurehaltiges Secret
einer besonderen Drüse hervorgerufen. Dieselbe befindet sich am
Rüssel hinter dem Munde und ist durch ihre auffallend reiche Vas-
cularisation gekennzeichnet.
H. Simroth. „Einige Bemerkungen über Bithynella Dunkeri
Frauenfeld." Malakozool. Blätter N. F. Bd. XI, S. 107/8, 4 Figg.
Die Radula gleicht am meisten noch der von Rissoa; 1 Otolith
in jeder Otocyste, wie bei Bithynia (Paludina hat viele Otoconien).
J. Thiele. „Das Gebiss der Schnecken." Fortsetzung des
Troschel'schen Werkes. Bd. II. Liefer. 7, S. 251—334, Tf. 25—28.
Die Rhipidoglossen ( = Scutibranchiata) zerfallen in die Azygo-
branchiata (die Gruppen der Neritoidea und Trochoidea) und die
Zygobranchiuta (Schismatobranchiata und Dicranobranchiata). Die
Docolossen sind von den Scutibranchiaten zu scheiden; ihre ur-
sprünglichste Form ist Ancistromesus, nicht die Lepetiden (gegen
Dali), welche in einer Rückbildung begriffen sind.
2. Opisthobranehiata mit (Pteropoden)
R. Bergh. „Die cryptobranchiaten Doridiiden." Zoolog. Jahrb.
Abtheil, für Systematik etc. S. 103 — 144.
Ausser systematischer Uebersicht (s. den Bericht über Systematik)
die morphologische Anmerkung, dass die beiden „Nahrungssäcke"
von Rhö im Embryo von Chromodoris die Lebern darstellen.
R. Etheridge jun. „On the further Structure of Conularia
inornatu Dana and Hyolithes lanceolutus Morris sp. (=:71ieca lanceo-
lata Morris). „Proc. of the Linnea" Soc. of N.-S. -Wales. (2.) Vol. IV,
S. 751—56, Tf. 20.
Conularia inornata soll geschlossen gewesen sein, Hyolithes
lanceolatus besass einen Deckel (mit Nucleus).
H. Fischer. „Sur le developpement du foie chez les Nudi-
branches." C. r. t. CXII, S. 1268—70.
Die Leberanlage bei Eolis ist paarig; die kleinere rechte Aus-
stülpung wächst zur ersten rechten Rückenpapille aus, wogegen die
linke alle übrigen Leberschläuche liefert.
H. Fischer. „Sur l'anatomie du Coramhe testudinaria.'-'- C. r.
t. CXII, S. 304—7.
H. Fischer. „Recherches anatomiques sur un Molliisque nu-
dibranche appartenant au genre Corcmihe.''^ Bull, scient. de France
et Belgique. t. XXIII, S. 358—98, Tf. 9—12.
Die Fühler sind in einer doppelten Scheide eingeschlossen.
Das Notaeum wird von einer dicken Cuticula bedeckt, welche durch
Häutung erneut wird; die unteren Lateralflächen des Notaeum und
der ganze Fuss flimmern. — In der Mundhöhle ein Kiefer, die
Speiseröhre und der Darm mit Flimmer — , die Mitteldarmdrüse
330 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
mit einfachem einschichtigen Epithel. • — Am Nervensystem ist die
doppelte Cerebralcommissur, ein paar Suprabuccalganglien und be-
sondere Ganglien an den Wurzeln der Optici hervorzuheben; Oto-
conien. — Die acinöse Gonade liefert beiderlei Geschlechtsproducte,
aber jeder einzelne Acinus nur entweder Sperma oder Eier; am
Ductus hermaphruditicus eine Samenblase, "2 Eiweissdrüsen, ein
Ductus receptaculouterinus vorhanden; genaue Angaben über den
histologischen Bau. — Niere ohne innere Falten, mit grossem
Trichter. — An der Respiration betheiligt sich ausser den Kiemen
auch das Notaeum, sodass das Herz das Blut von zweierlei Ge-
fässen bekommt: von den Kiomengefässen und einem Ringgefäss,
welches zwischen dem Notaeum und Fuss verläuft. — Die Muskeln
des Vorhofes und theihveise auch der Kammer des Herzens, als
auch der Zungenmuskel sind quergestreift. — An der Nierenöffnung
eine Drüse.
W. A. Herdman. „4. Ann. Rep. Puffin Isl. Biolog. Station.
Nudibranchia." Transact. of the Biolog. Soc. of Liverpool. Vol. V.
W. A. Herdman u. J. A. Clubb. „üppon the Innervation of
the epipodial processes of some nudibranchiate Mollusca." Nature.
Vol. XI, IV. S. 482.
Bionomische Anmerkungen. — Die als Epipodium aufgefassten
Rückenpapillen (Cerata) werden bei Polycera, Ancula, Tritonia und
Dendroiiotus von Pleiiralganglien aus innervirt, bei Eolis vorwiegend
von den Pedalganghen; ursprünglicher soll die letztere Art und
Weise der Nervenvertheilung sein.
N. Knipo witsch. „Zur Entwickelungsgeschichte von Clione
Umocina}' Vorlauf. Mittheil. Biolog. Centralblatt. Bd. XL S. 300—303.
N. Knipo witsch. „Sur le developpement des Pteropodes."
Revue des Sc. Nat. de. St. Petersbourg. S. 177.
Durch wiederholte Theilung einer hinteren Makromere entsteht
die Mesodermanlage in Form von 4 Urmesodermzellen, die später
die beiden Schichten (eine splanchnische und eine somatische) liefern.
Die Gastrula ist bilateral symmetrisch. Der Vorderdarm entsteht als
eine besondere Einstülpung vor dem Blastoporus.
G. F. Mazzarelli. „Ricerche sulla morfologia e fisiologia deU'
apparato riproduttore nelle Aplysiae del golfo di Napoli." Atti
Accad. Napoli. (2.) Vol. IV. Append. N. 5. S. 50. Tf. 4.
In der Gonade reifen die Spermatozoon früher als die Eier.
Der Zwittergang ist sehr lang und zwar theilweise dünn schlauch-
förmig und stark gewunden, theilweise erweitert: vor einer solchen
Erweiterung inserirt sich oben an demselben die Swammerdam'sche
Blase. Die Schleimdrüse hat einen besonderen Ausführgang. Im
ganzen Geschlechtsgang sind neben den Drüsen — auch Flimmer-
zellen entwickelt. — Aplysiidae stammen phylogenetisch von Cepha-
laspiden ab.
G. F. Mazzarelli. „Intorno all'apparato riproduttore di alcuni
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 331
Tectibranehi (^Plevrohranchaea^ Oscaniits^ Acera).'-'' Zoolog. Anzeiger.
Jgg. XIY. S. 233—43. (7 figg.).
In der Gonade von Pleurobranchaea sind die Sperma- und
Eierbildenden Acini gesondert; Vagina und Penis münden gemeinsam
in das Genitalatrium. Bei Oscanius mündet der Penis gesondert
von der Vagina; eine Prostata vorhanden. Acera bat keine Prostata
und gleicht in den Fortpflanzungswerkzeugen den Aplysien, sodass
sie als selbständige Familie (Aceridae) von den Aptysiiden ab-
getrennt werden soll.
P. Pelseneer. „Sur quelques points d'organisation des Nudi-
branches et sur leur ]>hylogenie". Bull, de la Sog. Malacol. de
Belgique. t. XXVII. S. 3.
Die Gonade von Eolis, Tergipes, Doto, Jamis, Dendronotus,
Polycera, Goniodoris, Tritouia und Pleurobranchiden setzt sich von
gesonderten Acini zusammen, die entweder Sperma oder Eier pro-
duciren. — Bei allen Dorididen findet man eine typische Blutdrüse.
— Die Nudibranchien kommen von Pleurobranchaea her, und zwar
durch das Rückbilden der Kiemen; die Tritoniiden sind die ältesten
Nudibranchiaten, die Saccoglossen sind einseitig modificirte Eolidien.
C Pictet. „Recherches sur la Spermatogenese chez quelques
invertebrcs de la Mediterranee." Mittheil, aus der zoolog. Station
in Neapel Bd. X, S. 75—152, Tf. 8-10 (s. auch die Cephalopoden).
Bei Cymbulia entstehen alle Generationen der spermato-
genetischen Stadien, von Spermatogonien zu Spermatocyten, nur
mit der Ausnahme der letzten mitotisch. Der Kopf dei' Spermatozoen
wird ausschliesslich vom Kern gebildet, der Schwanz wenigstens
auch im Zusammenhange mit demselben; kein Mittelstück kommt
zu Stande.
S. Trinchese. „Descrizione del nuovo genere Boseüia}'' Mem.
Accad. Bologna. (5.) T. I, S. 773—78, 1 Tf.
Aehnlich der Elysia, aber ohne Flügel. Nephridium von
schwammigem Bau mit verästelten Anhängen, die mit Venen com-
municiren, und mehreren Oeffnungen. Geschlechtselemente ent-
wickeln sich im Körperparenchym. 2 Paare Speicheldrüsen. Ein
Paar Supra-, Suboesophageal- und Buccalgauglien. Die Leber- und
Hautzellen enthalten Chlorophyll. Die Sohle ist mit einer stark
bewimperten Längsfurche ausgestattet (ein Sinnesorgan).
3. Pulmonata.
0. Buchner. „Beiträge zur Kenntniss des Baues der ein-
heimischen Planorbiden." Jahreshefte des Vereines für vaterländ.
Naturkunde in Stuttgart. Jgg. XLVII, S. 35—118, Tf. 4—6.
Planorbis ist rechtsgewunden (gegen v. Jhering, Pelseneer,
Simroth), trotz der den linksgewundenen Formen entsprechenden
Lage der Genitalöffnung und des Osphradiums (Lacaze'schen Organes).
332 Dr. J. F. Babor: Bericht über (fle wissenschaftlichen Leistungen
Der Spindelmuskel ist nicht vom Hautmiiskelschlauch frei losgelöst.
2 Paare Speicheldrüsen und eine einzige Mitteldarmdrüse. Die Ei-
weissdrüse ist tubulös; die Copulationspapille wird „Penis" genannt,
die Penisscheide in zwei Antheile unterschieden: „Schwellköi-per"
und „Präputium" (ausstülpbar). Nach dem Verhältniss des Penis
zum Vas deferens werden 4 Artengnippen in der Gattung statuirt,
die jedoch nicht scharf abzugrenzen sind; im Penis ein stiletförmiger
Reizkörper, der dem Pfeil der Helices nicht homolog ist. Ein
wimpernder Renopericardialgang ist besonders bei kleineren Arten
gut entwickelt. — Dann einige Bemerkungen über die ßionomie:
Bestätigung der Ansichten Simroth's über das Kriechen; die Schale
dient als hydrostatischer Apparat und nach ihrem Verlust kann
das Thier nicht mehr kriechen. Die Arten der Gattung, welche
wahrscheinlich nur auf Convergenz beruht, verlassen gern das Wasser,
wodurch doch einige leicht zu Grunde gehen; die anderen bilden
dabei einen Deckel. Die Planorbiden sind die ältesten Süsswasser-
pulmonaten und haben mit den Limnaeiden keine gemeinschaftlichen
Vorfahren.
T. D. A, Cock ereil. „Abnormal specimens of Clmisilia mgosa
Drap." Proc. of the zoolog. Soc. of London. S. 145 — 7.
Doppelmündigkeit der Schale nach einer Beschädigung.
Ch. Contejean. „Sur la respiration du Colimagon." Bull, de
la Soc. Philomathique de Paris. (8.) t. III, S. 12—14,
Das Inspirationscentrum befindet sich im Cerebralganglion, das
Exspirationscentrum im hinteren oberen Theile des verschmolzenen
Unterschlundganglions; der Aortennerv wirkt auf das letztere pro-
hibitorisch (nach Veranlassung äusserer Reize).
Ch. Contejean. „Sur l'epithelium de la face interne du poumon
du Colimagon." Bull, de la Soc. Philom. de Paris. (8.) t. III S. 58.
Das Epithel der Lungenhöhle (Hehx pomatia) verliert beim
Winterschlaf seinen angeblichen Cilienbesatz (Vogt & Young).
J. Chatin. „Sur l'epithelium hepatique de la Testacelle." C.
r. t. CXII, S. 493—4.
Die LeberzeUen besitzen an ihrer Aussenfläche keine Cuticular-
bildung, sondern nur eine ectoplasmatische Schicht des homogenen
als auch reticulären Protoplasmas. Zwischen denselben sind kleinere
jüngere Zellen eingebettet, aus denen sich die definitiven ausbilden.
C. Hedley. „On the structure and systematic position of
Cysfopelto.'-'- Proceed. of the Linnean Soc. of. N.-S.-Wales. (2.) Vol. V.
S. 44—46. Tf. 1.
Cystopelta ist eine schalenlose Helicarionine.
C. Hedley. „Note on the ova oi Iklicarion rohustvs Gould."
Proceed. of the Linnean Soc. of N.-S.-Wales. (2.) Vol. V. S. 248.
Die Eier sind zugespitzt und mit Längsrippen geziert.
F. Hermann. „Die Entstehung der karyokinetischen Spindel-
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 333
figiir," Sitzungsber. der Phys.-Medic. Soc. zu Erlangen. Heft 23.
S. 1—4.
Die Spindelenmente (Fäden) in der Gonade von Helix pomatia
sind cytoplasmatischen Ursprunges.
Maria Gräfin von Linden. „Das Schwimmen der Schnecken
am Wasserspiegel." Biol. Centralblatt. Bd. XL S. 763 — ß6.
Die mit Luft erfüllte Lungenhöhle dient als hydrostatischer
Apparat; der willkürlich ausgehöhlte Fuss fungirt auch beim Nah-
rungsfange.
L. Plate. „Die Anatomie der Gattung Daudehardia und
TestaceUa."' Verhandl. der Ges. Deutsch. Naturf. imd Aerzte. 63. Vers.
S. 123—4.
L. Plate. „Studien übsr opisthopneumone Lungenschnecken. 1.
Daudehardia und Testacella.'^ Zoolog. Jahrb. Abth. für Anat. etc.
Bd. IV. S. 505—630 mit 6 Textfigg. und Tf. 32—37.
Die Fussdrüse ist bei Daudehardia in der Fussmuskulatur ein-
gebettet, bei Testacella liegt sie frei. Die Sohle flimmert in ganzem
Umfange, das Rückenintegument nur stellenweise. Daudehardia be-
sitzt in der Nähe des Pneumostoms eine besondere Drüse. — Der
Kiefer der Daudebardien ist aus 2 Stücken zusammengesetzt, bei
Testacellen fehlt er. Der Schlundkopf ist, besonders bei Testacellen,
sehr gross. Daudebardia besitzt einen typischen Pharynxretractor,
wogegen bei Testacella mehrere kleine Rückziehmuskeln vorhanden
sind, die mit dem der übrigen Stylommatophoren (als Derivate des
Hautmuskelschlauches) nichts zu thun haben. — Die Lungenhöhle
ist beiderseits oder nur vorne zu eigenthümlichen Luftreservoiren
(^Luftsäcke") ausgezogen, durch welche das Diaphragma zwischen
der Leibeshöhle und dem Mantelbogen vorgestülpt wird. Durch die
bohrende Lebensweise (die Testacelliden sind Raubthiere und die
Gattung Testacella lebt vorwiegend von Regenwürmern!) hat sich
der bei typischen Stylommatophoren bruchsackartig hervortretende
Eingeweidesack allmählig in die längsgestreckte Körperhöhle ein-
gezogen, bis er bei Testacella verschwindet (einzelne Stadien dieses
Processes sind bei verschiedenen Daudebardiaspecies fixirt). Gleich-
zeitig damit erleidet der ganze Pallialcomplex eine merkwürdige
Umlagerung: zunächst findet eine Drehung der genannten Mantel-
organe in der Horizontalebene um 180*^ statt (Daudebardia rufa im
Gegensatz zu den typischen Stylommatophoren), dann noch dazu
eine Aufdrehung in der verticalen Ebene um 90" (Daudebardia
Saulcyi im Verhältniss zu Daudebardia rufa), welche schliesshch zu
180" schreitet (Testacella); diese höchste Stufe ist also durch eine
vollkommene „Opisthopneumonie" und Inversion der Niere von
rechts nach links charakterisirt. Gelegentlich dieser Schilderung
werden zahlreiche vergleichende Bemerkungen über der Harnapparat
verschiedener einheimischen Stylommatophoren angeknüpft; die
wichtigste Angabe betrifft das Genus Arion: seine Niere ist nicht
334 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hufeisen-, sondern ringförmig und der Renopericardialgang fehlt
auch hier nicht (gegen Siraroth). — Das Centralnervensystem ist
bei Daudebardia rufa am deutlichsten gegliedert, also am meisten
ursprünglich; in der Vertheilung der Nerven zeigt sich in einiji^en
Punkten eine Asymmetrie, die Pleuralganglien entsenden keine
Nerven. Am Boden der Lungenhöhle befindet sich bei den Testa-
celliden ein flimmernder Längswulst mit Sinneszellen, der vom
rechten Parietalganglion aus innervirt wird und dem Ösphradium
der Meeres weichthiere homolog ist; dieses Gebilde widerlegt in be-
greiflicher Weise die Hypothese von Jhering's von der Nephro-
pneustie, da es eine GleichAverthigkeit der Lungenhöhle der Stylom-
matophoren mit der der Prosobranchiaten beweist. Die Daude-
bardien sind jn-oterandrisch und haben den einfachsten Geschleclits-
apparat unter den Lungenschnecken; die Testacellen besitzen zwei
anastomosirende Flagella. — Die Testacelliden kommen von Hy-
alinien her.
0. vom Rath. „Ueber die Bedeutung der amitotischen Kern-
theilung im Hoden." Zoolog. Anz. Jgg. XIV, S. 331/2, 342/3, 355
bis 63 mit 3 Figg.
Die indifferenten Zellen an der Aussenfläche einzelner Acini in
der Gonade von Helix pomatia vermehren sich amitotisch, betheiligen
sich aber an der Spermatogenese nicht.
F. Schmidt. „Die Entwickelung des Centralnervensystems
der Pulmonaten." Sitzungsber. der naturf. Ges. in Dorpat. Bd. IX
S. 277—82.
F. Schmidt. „Studien zur Entwicklungsgeschichte der Pulmo-
naten. 1. Die Entwicklung des Nervensystems." Inaug.-Dissert.
Dorpat. 39 S. mit 3 Tf.
Untersucht wurde Agriolimax ag/\'ftfü\ Das gesammte Central-
nervensystem geht aus dem Ectodei'm hervor und zwar aus drei
isolirten Anlagen; dasselbe gilt für alle Weichthiere, die daher
monophyletisch sind (gegen v.J bering). Die erste Andeutung der
Cerebralanlage heisst „Sinnesplatten." Unterhalb der grösseren
Fühler entsteht ein Paar Cerebraltuben (im Gegensatz zu 2 Paaren
bei Helix Waltoni nachSarasin) als Einstülpungen, dessen Lumen
später obliterirt; sie gehen zu Grunde mit der Ausnahme der distalen
Partie, welche sich in die „lobi accessorii" der Gehirnganglien um-
wandelt und als integrierender Bestandtheil des Nervensystems auf-
zufassen ist (gegen Bö hm ig an Limnaea). Die Gliederung der
Pedalganglien und die zweite Pedalcommissur erscheinen secundär.
Die Commissural-( = Pleural-)ganglien sind ein Derivat der Visceral-
ganglien, nicht der cerebralen, wie so oft bei Mollusken (z. B. bei
Bythinia nach Sarasin). Die histologische Differenzirung der
Ganglien vollzieht sich erst an freilebenden Thieren. — Die Angaben
über das Nichtvorhandensein eines embryonalen Lacaze'schen Organes
(s. 1890 A. P. Henchman) und über die Anlage des Semper'schen
Organes (Verwechselung mit Mundruuzeln) sind nicht richtig (d. Ref.).
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 335
0. Schub erth. „Beiträge zur verj^leichenden Anatomie, des
Genitalapparates von flelix^ mit besonderer Berücksichtigung der
Systematik." Archiv für Naturgeschichte. Jgg. LVIII, S. 1-65,
Tf. 1 — 6.
Verwerthung des Genitalapparates von mehreren palaearktischen
Helices für Begrenzung der Untergattungen, Angaben über die Vari-
ation desselben nach Localitäten u. s. w. (s. den systematischen Theil).
H. Simroth. ^Ilesperarion^ eine neue amerikanische Nackt-
schneckengattung." Malakozoolog. Blätter. (2.) Bd. XI, S. 109—119,
mit 1 Tf.
VonAriolimax abgetrennt; wichtig ist ein zweiter Genitalretractor,
der neben dem columellaris entspringt und an Ati'ium inserirt.
H. Simroth. „On some Testacellae." Journal of Conchology.
Vol. VI, S. 423/4.
Die Verschmelzung der Fühlerretractoren mit dem Rückzieh-
muskel der Bucca zu einem Spindelmuskel ist secundärer Natur,
daher können die beiden auch getrennt vorkommen unter den Sty-
lommatophoren (Testacellidae).
H. Simroth. „Ueber Atopos^ eine neue Vaginulidengattung."
Sitzungsber. der nat. Ges. in Leipzig, S. 25 — 29.
H. Simroth. „Ueber das Vaginulidengenus Atopos.'^ Zeitschr.
für wissensch. Zoologie. Bd. LH, S. 593-616, Tf 37.
Eine neue Gjittung mit 3 Arten. Kieferlos mit Raubgebiss.
Zu beiden Seiten des Mundes mündet je eine sehr grosse Drüse,
die unter den Pulmonaten kein Analogon aufweist. In dem Hohl-
raum der einzigen Äiitteldarmdrüse geht die Verdauung vor sich.
Fussdrüse frei mit accest^^orischen Läppchen. Ein eigenthümlicher
strahlii^er Muskelknoten im vorderen Drittel des Fusses; die Sohle
Vaginula-artig. Das Centralnervensystem und die Genitalien ähneln
mehr den Athoracophoriden (Anm. des Ref., der Verf vergleicht
den Geschlechtsajjparat dem der Vaginulen). Die Lunge kann (im
Sinne v. Jhering's) für einen nicht erheblich modificirten Abschnitt
der Niere erklärt Averden. Der gekielte Rücken trägt kleine Tuberkel.
■ — Atopos ist mit Onchidium verwandt. Die Vaginuliden stammen
von Hinterkiemern ab.
H. Simroth. „Die Nacktschnecken der portugiesisch-azorischen
Fauna in ihrem Verhältniss zu denen der palaearktischen Region
überhaupt." Nova Acta der Ksl. Leop.-Carol. Deutschen Akademie
der Naturforscher. Bd. LVI, No. 2, S. 201—424, Taf. IX— XVIII.
Der Hauptwerth dieses Werkes liegt in systematischen, zoo-
geographischen, faunistischen , bionomischen und entwickelungs-
theoretischen Betrachtungen (siehe den systematischen Theil des
Berichtes). — Wenn wir von zahlreichen anatomischen Details zum
Zwecke der Classifikation absehen, so sind etwa folgende morpho-
logische Resultate hervorzuheben: Testacella und Glandina besitzt
keinen echten Columellaris (Testacella Maugei einen secundären
336 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenschaftlicbeu Leistungen
„scheinbaren"), unter den Dandebardien kommt entweder ein noch
nicht verschmolzener (oder schon aufgelöster) Spindelmuskel vor
(kleinere Arten) oder „ist jede Erinnerung an den Columellaris auf-
gegeben" (Daudebardia Saulcyi). Ariolimax californicus hat ausser
dem üblichen noch einen Genitalretractor, der dicht neben dem
Columellaris entspringt und hinten am Atrium anfasst. — Im rechten
Mantelrande kommt bei Testacella eine „wirkliche Nasenhöhle" zur
Ausbildung, die eine Geruchsleiste mit Sinneszellen und Schleim-
drüsen beherbergt. — Letourneuxia stimmt anatomisch mit Arinuculus
überein. Phylogenetische und taxonomische Auseinandersetzungen
von weittragender Bedeutung enthält das Werk im Ueberschuss,
beispielweise führen wir nur die Bearbeitung der Raublungenschnecken
auf: die Gruppe der „Rapacia" beruht auf Convergenz und ihr
Stammbaum stellt sich folgendermassen dar: I. Glandinidae mit jetzt
amerikanischen Vorfahren , IL Vitrinoidea = Gattung Plutonia,
welche eine modificirte Vitrina darstellt, III. Hyalinoidea = Testa-
cellidae, welche von Hyalinien abgeleitet werden und IV. Limacoidea
= Trigonochlamydina, welche ihren Ursprung kaukasischen Vitrinen
verdanken (Vermittelung durch dortige Limaeiden).
H. Simroth. „Ueber kaukasische Limaeiden und Testacelliden."
Verh. der Deutsch. Zoolog. (ies. I.Vers. S.57— 58. (Vorlauf. Mittheil.)
H. Simroth. „Ueber die nackten Limaeiden des Kaukasus."
Sitz.-Ber. der Nat. Ges. in Leipzig. S. 40—49. (Vorlauf. Mittheil )
H. Simroth. „Ueber die Vaginuliden." Vei-h. der Deutsch,
zool. Ges. 1. Vers. S. 58 — 60. (Mit Discussion, Vorlauf. Mittheil.)
H. Simroth. Ueber eine Reihe von IW/m?//«- Arten." Sitz.-
Ber. der Nat. Ges. in Leii)zig. S. 58 — 73. (Vorlauf. Mittheil.)
Referate im nächsten Jahresbericht nach den definitiven
Publicationen.
H. Simroth. „Ueber einige Vaginula- Arten. '■'■ Zoolog. Jahrb.
Abth. für System, etc. S. 860—906, Tf. 49—52, Bd. V.
3 neue Arten. Die Cerebralcommissur mit Zellbelag, die
Pedalcommissur doppelt. Das gesammte Rückenintegiiment =
„Notaeum" ist dem Mantel homolog, wie man aus den Innervirungs-
verhältnissen schliessen muss Die Lunge ist im Innern gefaltet.
Die oberen Fühler sind nicht hohl und lassen sich nicht umkrempeln ;
die unteren mit einem glatten Endknopf, der einen nicht ausstülp-
baren Sinneskolben verbirgt. In der Haut des Notaeums, Peri- und
Hyponotaeums sind canalartige Epitheleinstülpungen drüsiger Natur
eingebettet, in deren Umgebung fixe Bindegewebszellen einer
schleimigen und blasigen Metamoi'phose unterliegen. — Die Sohle
ist in zahlreiche kleine Querwälle zertheilt („Soleolae"). — Die
Blutgefässe besitzen an bestimmten Stellen deutliche Sphincteren.
H. Suter. „Conchyliologische Mittheilungen aus Neu-Seeland."
Malakozoolog. Blätter (2.) Bd. XI, S. 101-106.
Vitrinopsis dimidiata kann sich mit ihrem schlanken Schw^anz
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 337
wurmartig zusammenringeln. Latia lateralis kann mit dem Schleim
des Mantelrandes leuchten.
V. Willem. „La vision chez les Gastropodes pulmones.'' Cr.
t. CXn. S. 247—8.
Das Sehvermögen der Pulmonaten, besonders der im Wasser
lebenden, ist ein sehr bescheidenes, dagegen ist die Tastempfindung
sehr fein.
V. Willem. „Sur une disposition speciale des yeux chez les
Pulmones basommatophores." C. r. t. CXII. S. 1378— 80.
Die Haut über dem Auge ist Pigment- und Drüsenlos ; vor dem
Auge befindet sich ein Blutsinus.
K. W. Zimmermann. „Ueber den Kerntheilungsmodus bei
der Spermatogenese von Helix pomatia."' Verh. der anat. Ges.
5. Vers. S. 187—193.
In den Acini der Gonade werden wandständige und nicht
wandständige Zellen unterschieden, welche letzteren entweder klein-
oder grosskernig sind; diese dienen den wandständigen (= Sperma-
mutterzellen) als Ernährungselemente. Das Chromatin wird während
der 1. und 2. Theilungsgeneration verdichtet, dann (3. Generation)
wieder sehr zart und bei der Entwickelung der reifen Spermatozoon
nochmals dicht; der Nebenkern tritt — abwechselnd mit einer
Resorption — im Ganzen dreimal auf und bleibt auch im reifen
Spermatozoon bestehen.
V. AmpMneura.
J. Blum rieh. „Das Integument der Chitonen." Zeitschr. für
wissensch. Zoologie. Bd. LH. S. 404—476. Tf. 23—30.
Die Schalen sind aus den Stacheln hervorgegangen. — Das
Tegmentum der Schalenplatten wird in schräger Richtung von
Aestheten durchsetzt, welche in Micro- und Macraestheten unterschieden
werden. Das Innere derselben vdrd von grossen drüsenartigen
Zellen aufgenommen, wogegen die Hüllenschichte von faserigen
Elementen (sensibler Natur) gebildet wird; an der Schale endigen
diese Gebilde immer mit einer Chitinkappe, welche das Product
einer terminaler Riesenzelle darstellt; die Bildungsstätte für die
Aestheten bieten die Mantelfalten, in welchen die Rückenschulpen
eingebettet sind. — Die Stacheln kommen auf dem Rücken, am
Randsaume und an der ventralen Fläche des Mantels vor; die Pa-
pillen, auf welchen sie eingepflanzt werden, sind entweder von
einem fast gar nicht modificirten Epithel zusammengesetzt oder
weisen auch Stütz- und Drüsenzellen auf; die Entwickelung der
ziemlich complicirt gebauten Stacheln beruht auf PapiUenbildung
im Grunde einzelner Epitheleinstülpungen, welche an bestimmten
Stellen eine besondere grosse Bildungszelle für den Stachel erkennen
Arch. f. Natnrge8ch.Jahrg.1893. Bd.n. H.l. 22
338 Dr. J. F. Babor: Bericht über die wissenBchaftlichen Leistungen
lässt, wogegen anderswo alle Zellen gleichartig unter einander be-
schaffen sind. — Das Epithel der Kiemenhöhle besitzt ausser den
flimmernden noch Stütz-, Drüsen- und Sinneszellen und bringt an
gewissen topographisen Regionen Sinnesorgane in Form von Wülsten
zu Stande. — Das Vorwort Hatschek's zu dieser Ai-beit s. im all-
•gemeinen Theile des vorHegenden Berichtes.
G. Pruvot. „L'organisation de quelques Neomeniens des
cotes de France." Arch. de zool. exper. et gener. (2), t. IX. S. 699— 805.
Tf. 25—31.
Die „Hypodermis" ist nur bei Paramenia und Ismenia mehr-
schichtig, und überall mit (dünner oder dicker) Cuticula bedeckt,
welche nur an der wimpernden Fussrinne fehlt; die flachen Spicula
sind solide, die nadeiförmigen hohl; im Körperepithel sind „Tast-
papillen" entwickelt. Die Fussdrüse secernirt einen Schleim, der
fadenförmig ausgezogen für Bewegung benützt werden kann. Der
Hautmuskelschlauch setzt sich von Circular-, Longitudinal- und
Schrägmuskeln zusammen: zu beiden Seiten der Fussrinne ist die
Längsmuskulatur verstärkt. Die Leibeshöhle, inwieweit eine solche
von allgemeiner Parenchymerfüllung frei bleibt, dient entweder als
Blutlacunen oder wird von den Fussnerven ausgefüllt. Man kann
deutlich einen Vorder- und Mitteldarm, minder deutlich Enddarm,
erkennen; Paramenia und Dondersia hat 2 Paar Speicheldrüsen,
bei der letzteren fehlt die Radula; ein Darmblindsack überall vor-
handen. — Als Excretionsorgane werden Drüsenwülste in der
Cloakenwand oder (bei Ismenia) muskulöse Säcke in der Bauch-
wand vor der Cloake in Anspruch genommen. — Die schlauch-
förmigen Gonaden bilden an der Peripherie Sperma, im Innern
Eier; der Ausfuhrapparat besteht in einer Sammelblase für Ge-
schlechtsproducte, paarigen Gängen und einer Drüse. — Nur Para-
menia besitzt Kiemenplättchen (an der Bauchseite). Vom con-
tractilen Herzrohr abgesehen haben die Neomeniiden keine Blut-
gefässe mit eigener VVandung (nur Sinusgebilde). — Das Central-
nervensystem wird von folgenden Elementartheilen construirt:
Cerebralgangiien, 2 Pedal- und Lateralstränge, die nicht nur Com-
missuren und Connective in bekannter Strickleiterform, sondern
auch richtige Nerven abgeben, und hinten bei der Mehrzahl der
Arten durch eine Commissur mit GanglienzellenhüUe zusammen-
hängen, und schliesslich ein Paar Visceralganglien mit Cerebral-
connectionen, aber ohne Commissur. Von Sinnesorganen sind nur
Geschmackszellen (in der Mundschleimhaut) und ein vermuthliches
Geruchsorgan als eine retractile Grube auf dem Rücken zu be-
merken. — Das Werk schildert auch sehr eingehend die Eigen-
schaften einzelner Gattungen und Arten als auch ihre Lebensweise
(g. den systematischen Theil).
j". Thiele. „Das Integument der Chitonen." Biol. Centralblatt.
Bd. XI. S\ 722-26.
im Gebiete der Malacozoologie im Jahre 1891. 339
Die Aestheten dienen zur Wahrnehmung der Wasserströmung,
die Schalen lassen sich nicht auf die Stacheln zurückführen (gegen
Blumrich), sondern sind den Borsten der Annulaten vergleichbar.
Chitonellus ist eine abgeleitete Form, die echten Chitoniden sind
primitiver.
A. Wiren. „Histologiska meddelanden om Chaetoderma
nitidulum Loven." Verh. Biol. Ver. Stockholm. Bd. III. S. 37—49.
(Vorlauf. Mittheü.)
Referat nach der definitiven Publication.
22*
Gedruckt in
Kroll 's Buchdruckerei, Berlin S.,
Sebastianstrasse 76.
Bericht über die wissenscliaftlichen
Leistungen im Gebiete der Entomologie
während des Jahres 1892
(Crustacea 1890).
Inhalt.
Seite
Allgemeines 1
Arachnoidea 32
Linguatulidae 34
Acarina 35
Tardigrada 41
Pantopoda 41
Opiliones 41
Chernetiiia 45
Scorpiones 46
Pedipalpi 48
A r a n e a e 51
Tetrasticta 58
Tristicta 65
Solifugae 75
Myriapoda 76
Peripatina • 78
Diplopoda 78
Chilopoda 79
Insecta .79
Thysanura 79
Rhynchota 80
Parasitica 86
Phytophthires 86
Homoptera 89
Heteroptera 93
Orthoptera 103
Genuina 110
Pseudoueuioptera 117
Neuroptera 119
Diptera 120
Orthorrhapha 125
Cyclorrliaplia 135
Pupipara 144
Aphaniptera 144
Seite
Lepidoptera 144
Microlepidoptera IGl
Macrolepidöptera 170
Hymenoptera 211
Coleoptera 251
Crustacea für 1890 von Dr. F. Hilgendorf etc.
I. Verzeichniss der Publicationen (mit Bericht über Anatomie,
Entwicklung, Verbreitung) , . . . . 349
II. Uebersicht nach dem Stoff 379
III. Systematik 382
Bericht
über
die wissenschaftlichen Leistungen im Oebiete der Entomologie
während des Jahres 1892.
Von
Dr. Ph. Bert kau in Bonn.
J. V. Kennel stellt die Verwandtschaftsverhältnisse der
Arthropoden dar; Schriften d. Naturf. Gesellsch. Dorpat VI, S. 1
bis 47 mit Taf. Der Verfasser lässt den einheitlichen Ursprung
der Arthropoden fallen und nimmt für Tracheaten und Crustaceen
je einen gesonderten Ursprung an von Formen, die der Trochosphaera
ähnlich waren und die Protrochosphaera-Gruppe bildeten. Diese
Protrochosphaeragruppe differenzirte sich in verschiedene Zweige:
Der eine wurde die Stammform der Rotatorien, der andere, vielleicht
mehrere Formen umfassend, die der Mollusken, ein dritter die der
Anneliden und ein vierter die der Ki'ebsthiere. Der Nauplius der
Krebse ist nicht (nur) eine Larvenform derselben, sondern er ent-
spricht den Krebsvorfahren. Aus bereits hochentwickelten AnneHden
gingen die peripatiformen Ahnen des heutigen Peripatus und der
übrigen Tracheaten hervor. Diese peripatiformen Ahnen stellt sich
V. Kennel vor „als homonom segmentierte Anneliden, deren Ghede-
rung äusserlich verschieden deutlich ausgesprochen war. Sie be-
sassen ein Paar präorale Anhänge, und an jedem folgenden Segment
ein Paar Parapodien, deren Borstensäcke jedoch allmählich kein
erstarrendes Sekret mehr lieferten; dafür wurde die Spitze der Fuss-
stummel stärker cuticularisirt zu hakenförmigen kleinen Klauen;
das vorderste Paar, später auch die nächstfolgenden, wm'den Hülfs-
apparate zur Nahrungsaufnahme. Sie besassen, wie jetzt noch viele
Hirudineen, zahlreiche, sehr lange einzellige Hautdrüsen, deren feine
Ausführungsgänge bündelförmig zusammen gelagert an verschiedenen
Stellen der Körperoberfläche mündeten. Sie besassen echte Anneliden-
segmentalorgane, von denen mehrere Paare im vorderen und hinteren
Körpertheil als Abfuhrapparate für die frei in die Leibeshöhle
fallenden Geschlechtsprodukte dienten. Mit der Anpassung an das
Landleben wurde die Körpercuticula fester und trocken, die Schleim-
Aich. f. Natmgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. H.2. A.
2 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
drüsen der Haut verloren ihre Bedeutung; sie wurden aber erhalten
und, indem sich ihre langen Ausführungsgänge mit Luft füllten, zu
primitiven Tracheenröhrchen umgewandelt. Die Keimdi'üsen ver-
einigten sich mit den inneren Enden von Genitalnephridien, und hier
beginnt die Spaltung in zwei Hauptstämme: je nach der Lagerung
der Keimdrüsen, vielleicht auch im Anschluss an die stärkere Aus-
bildung des einen oder anderen Paares der betreffenden Segmental-
organe, wurde in der einen Gruppe dasjenige des vorletzten Segments,
in der anderen das des 8. (oder 7.?) Segments zu definitiven Ovi-
ducten oder vasa deferentia. Parallel mit dieser Verschiedenheit
ging die Umwandlung des ersten Füsschenpaares zu Kiefern vor
sich; in der einen Gruppe bheb es ungegliedert, in der anderen
ghederte es sich wie alle nachfolgenden Extremitäten."
Die erste Gruppe enthält (neben dem heutigen Peripatus) die
Chilopoden und Insekten; die zweite Gruppe die Diplopoden, Pauro-
poden, Symphyla und Arachniden. Eine Gliederung der Kiefer ist
ausser bei Arachniden noch angedeutet bei Julus, an dessen Kiefer
Kennel ein Basalstück, einen Zwischenring und eine Kaulade unter-
scheidet. Eine weitere Verschiedenheit beider Gruppen besteht in
den Tracheen, indem dieselben bei der letzteren entweder primär
(Peripatus, unverzweigte Röhrchen, deren jedes von einer Zelle
seinen Ursprung nimmt) oder secundär (die unverästelten Röhren-
und Fächertracheen), bei den ersteren tertiär (baumartig, mit Spiral-
faden) sind. Die Insekten selbst sind eine einheitliche Thiergruppe,
die von einer Wurzel myriapodenähnlicher Thiere abstammen. Sechs-
beinige Larven myriapodenähnlicher Thiere blieben unter Umständen
längere Zeit auf diesem Stadium stehen; sie Avuchsen, segmentirten
sich etwas weiter, die neugebildeten Segmente mochten auch von
vorn nach hinten Extremitätenanlagen zur Ausbildung bringen. Die
Entwickelung der Körperform ging also in Anpassung an bestimmte
Lebensverhältnisse sehr langsam vor sich, wähi-end die Entwickelung
der Fortpflanzungsorgane nicht gehemmt wurde, und auch eine be-
trächtliche Grösse erreicht werden konnte. Sie pflanzten sich fort,
bevor sie sich zu wirklichen Myriapoden ausgebildet hatten. Das
wurde bei verschiedenen Gruppen konstant, und diese sind die
Stammeltern der höheren Tracheaten. — Vgl. hierzu auch vor.Ber.S. 1.
Von H. J. Kolbe's Einführung in die Kenntniss der
Insekten sind, seitdem ich zum letzten Mal darüber berichtet habe.
Lief. 6 — 10, S. 273 — 528, erschienen. In denselben wird die
GHederung der Beine, der Hinterleib mit seinen Anhängen, das
Endoskelet, die Muskulatur, das Nervensystem und die Sinnesorgane
behandelt und die Schilderung der Athemorgane begonnen. Auch
in diesen Lieferungen ist der schon früher gerühmte Charakter des
Werkes gewahrt. Die Litteratur, selbst die allerneueste, ist fleissig
benutzt; dabei bewahrt die grosse Summe von Spezialkenntnissen,
welche dem Verfasser eigen sind, denselben vor einer blossen
Kompilation; fast überall merkt man den Forscher, der auch aus
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 3
eigener Beobaclitimg bericlitet. Wie der Text, so sind aucli die
Abbildungen z. Th. den besten Autoren entlehnt, z. Th. Originale.
C. V. Riley gibt directions for collecting and preserving
insects; Bull. U. S. Nation. Museum, No. 39 Part F. S. I— IV,
1 — 147, 1 Taf. und zahlreiche Holzschnitte.
An elementary manual of New Zealand entomology.
By G. V. Hudson. London: West, Newman & Co.; 128 Ss. 8 vo.,
21 färb. Taff. — Eine Besprechung s. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
IX, S.482f.
Bull. No. 26 des U. S. depart. of agriculture, div. of entomology,
Washington 1892, S. 1 — 95, enthält die reports of observations and
experiments in the practical work of the division, nämlich nach einer
Einleitung L. Bruner: report upon insect depredations in
Nebraska, S. 9 — 12; D. W. Coquillett: report on the scale-
insects of California, S. 13 — 35 (Aspidiotus aurantii Mask.,
convexus Comst. , Nerii Bonche, perniciosus Comst.^ rapax Comsf. ;
Lecanium hesperidum -L., hemisphaericum Targ.-Tozz., oleae Bern.^
pruinosuum Coquill.)] M. E. Murtfeldt: Entomological notes for
the season of 1891, S. 36 — 44 (Schizoneura lanigera; Siphonophora
avenae; Blissusleucopterus; Jsosoma grande ; Conotrachelus nenuphar,
Murgantia histrionica; Orsodacne atra; Pulvinaria innumerabihs ;
Orgyialeucostigma; Clisiocampa disstria; Plochinus timidus; Uropoda
americana; Apanteles glomeratus); F. W. Mally: report of the
progress in the investigation of the cotton boll worm (Heliothis
armigera) S.45 — 56; H. Osborn: Insects of the season in Jowa,
S. 57 — 62 (Bibio albipennis; Aphis prunifolii; Siphonophora avenae;
Aphis maidis; Phloeothrips nigra; Grapholitha interstinctana) ;
F.M.Webster: reportof entomological work of the season of 1891
S. 63 — 74 (Lachnosterna ; Diplosis tritici; Tipula bicornis, angusti-
pennis, costaHs; Pachyrrhina) ; S. Henshaw: report upon the
gipsy moth in Massachusetts (Ocneria dispar) S. 75 — 82;
A.J.Cook: report of apicultural experiments in 1891, S. 83 — 92.
Von E. A. Ormerod ist der 15 th report of observations
of injurious insects etc. erschienen; London, 1892; 168 Ss.
Interesse verdient der Aufsatz über eine Apfel-Blattwespe (Hoplo-
campa testudinea?), deren Larve die jungen Früchte anbohrt und
zu Grunde richtet. Die Verfasserin meint, dass das Insekt erheb-
lichen Schaden anrichtet, für den meist die Carpoc. pomon. ver-
antworthch gemacht wird. Andere Artikel haben Tyroglyphus
longior und Plutella cruciferarum zum Gegenstande.
Der schwedische Landesentomologe Sven Lampa erstattet
Bericht über seine Wahrnehmungen i. J. 1891; Entomol. Tidskr.,
1892, S. 1 — 38: Melolontha vulgaris, Hippocastani ; Diplosis Tritici;
Phaedon Cochleariae; Plutella cruciferarum; Chlorops taeniopus;
Oscinis frit; Agriotes lineatus; Hypena rostralis; Calandra granaria;
Adimonia tanaceti; Charaeas graminis; Tortrix viridana; Lophyrus
rufus.
A*
4 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
K. Eckstein erkannte in der Thätigkeit des Cryptorrhynchus
lapathi und Cossus ligniperda die Ursache des Absterbens der
Trauerweiden in Giessen und macht einige Mtth eilungen über die
Lebensweise und Vertilgungsmittel beider Schädlinge; 28. Ber. d.
Oberhess. Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde, S. 107—111.
Unter seine Thierphänologische Beobachtungen zu
Frankfurt a. M. nimmt J. Ziegler auch Angaben über das
erste Auftreten der Imagines folgender Insekten auf: Anthocharis
Cardamines, Apis mellifica, Bombus terrestris, Calopteryx virgo,
Cicindela campestris, Formica nigra, Gryllus campestris, Lacon
murinus, Lampyris splendidula, Lina Populi, Locusta viridissima,
Melolontha vulgaris, Papilio Machaon, Gonopteryx Rhamni, Phyllo-
pertha horticola, Pieris Brassicae, Rhizotrogus solstitialis, Vanessa
Antiopa, Jo, polychlorus, Urticae auf. Bemerkenswerth ist das
frühe Auftreten von Lamp. splendid, am 9., 26., 25. Mai 1841, 42, 44,
und das Zirpen von Locust. viridissima am 24. Juni 1888. Ber.
ü. die Senckenb. naturf. Gesellsch,, 1892, S. 47 — -69.
Fr. Meinert: Traek of Insektlivet i Venezuela; Entomol.
Meddelelser, III, S. 125—166.
F. Dahl skizzirt die Landfauna von Bermuda, der
Kapverden, von Ascension, von Para und den Azoren;
Ergebn. d. Plankton-Expedition, Bd. I, A, S. 105—112, Taf. III;
168—175; 204—209; 232—242; 331—337. Auf Bermuda beobachtete
Dahl 5 Käfer, 6 Schmetterlinge, 10 Hymenopteren , 7 FHegen,
2 Blatten, 3 Grillen, 1 Ohrwurm, 2 Odonaten, 8 Rhynchoten,
9 Spinnen, 4 Myriapoden, 7 Krebse (Isopoden und Amphipoden).
Auf den Kapverden sind dmxh Wollaston 272 Käferarten
bekannt geworden. Da von diesen 76 Arten auch auf Madeira
und den Kanaren vorkommen, so schloss Wollaston auf eine frühere
Landverbindung mit diesen; der Schluss ist aber nicht ganz über-
zeugend, da 48 von den 76 Arten auch mit Europa und Afrika
gemein sind. Wahrscheinlich haben Einwanderungen stattgefunden
und finden noch statt; und zwar sind auf diese Weise von Madeira
und den Kanaren 28, von Afrika 26 und von Europa 4 Ai'ten nach
den Kapverden gelangt. Von selbstgefangenen Insektenarten er-
wähnt Dahl 3 Schmetterlinge, 9 Hymenopteren, 10 FHegen, 11 Ortho-
pteren, 2 Odonaten, 1 Neuropteron, 6 Rhynchoten, 6 Spinnen.
Die Landfauna von Ascension ist sehr arm. Am Strande finden
sich die tropische Stubenfliege, Musca basilaris Mcq.^ Dermestes
vulpinus, Phaleria sp., Hecamede sp., Lucilia latifrons, albiceps;
Canace sp. In dem niedrigen Theile der Insel finden sich auf
Euphorbia origanoides, der einzigen endemischen Phanerogamen,
Epeira sp., Menemerus sp., Hecamede sp., Xanthogramma sp., Eri-
staKs aeneus, Lucilia latifrons, albiceps, Chrysopa sp., Rhopalus
sp. und ein Pyralidine; unter Steinen und unter Wolfsmilch Phidole
pusilla; Oligotoma Saundersi; Lepisma sp. ; weiter aufwärts am Green
mountain traten noch Pachytylus austrahs und Schistocerca pere-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 5
grina (?) auf; dann Tapinoma sp., Cataglyphis sp., Giyllodes Poeyi,
Drassus sp., Clubiona sp., Drassiden 2 sp., Scolopendra; Arma-
dillo sp., Porcellio sp., Culex sp., Sarcophaga 2 spp. Die höchste
Region des Berges war ganz arm: ein Krebs, Geocarcinus lagostoma,
Jlüus sp., Thecla sp., im Freien, Dendryphantes sp. im Hause.
Die Angabe der Ai'tenzahl aus einzelnen Ordnungen und Familien,
welche bei einem sechstägigen Aufenthalt bei Para erbeutet wurden,
hat zu wenig Interesse und unterbleibt hier. Die P^auna der Azoren
zeigt einen vorwiegend europäischen Charakter (neben 5 Ai'ten, die
amerikanischen Ursprungs sind). Wenn diese amerikanischen Thiere
auch durch Meeresströmungen auf die Inseln gelangt sein können,
so ist dieses Transportmittel für die Thiere europäischer Herkunft
ausgeschlossen; der Wind und freiwillige Wanderung kann einen
Theil (gute Flieger) von Europa herübergebracht haben, ebenso
kann der Mensch manche Arten eingeführt haben; es bleiben aber
noch viele Arten übrig, für die diese Art der üeberführung nicht
wahrscheinlich ist, so dafs eine grössere Ausdehnung dieser Inseln,
ein Zusammenhang mit Madeira und den Kanaren und eine grössere
Nähe an dem Festlande in früheren Zeiten anzunehmen ist, welche
eine Bevölkerung der Insel vom Festlande her leichter machte als
in der Gegenwart.
Als Material! per una fauna entomologica dei dintorni di
Noto (Siracusa) verzeichnet V. Assenza 235 Coleoptera, 85 Hyme-
noptera, 54 Lepidoptera, 29 Orthoptera, 41 Rhynchota; II Natural.
Siciliano, XI, S. 23—45.
A. de Carlini zählt (245) Artropodi di val Vigezzo (Kanton
Ticino) (124 Lepidopteri, 47 Rincoti, 31 Ortotteri, 43 Aracnidi) auf;
Bull. Soc. Entom. Italian., 1892, S. 83—91.
H. Wegelin beschi-eibt eine entomologische Exkursion
in's St. Galler Bergland und zählt ziun Schluss die gemachte
Ausbeute an Hymenopteren und Dipteren auf; Bericht ü. d. Thätig-
keit der St. GalHschen naturw. Gesellsch. w. d. J. 1890 — 91, S. 307
bis 335.
Das gelegentliche Erscheinen einer Mantis religiosa in Belgien
gibt A. Preudhomme de Borre Veranlassung, das Auftreten
anderer Fremdlinge in Belgien zu registriren: Periplaneta ameri-
cana L., Australasiae i^., orientalis L.; Phyllodromia germanica L. ;
Pachytylus migratorius L.] Gryllus domesticus L.; (Crocothemis
erythraea Bndle] Epitheca bimaculata Charp.; Gomphus simiUimus
Selt/s; Cordulegaster bidentatus Seli/s; Anax parthenope Selys; Hemi-
anax ephippigerus Bnrm.); Pieris daplidice L.] Lycaena baetica L.,
hylas Ilbn.^ cyllarus V.; Melitaea maturna L. ; Deilephila Nerii L.,
celerio L., livornica Esp.; Sphinx pinastri L. ; Acherontia atropos;
Plusia gamma L. ; Agrotis segetum. Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 495—503.
C. Verhoeff gibt Notizen über einige seltene Tracheaten
der Rheinlande; Ent. Nachr., 1892, S. 3 — 5 (Anthophora per-
Q Ph. Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sonata Illig.\ Eucerus crassicornis Grv.] Agriotypus armatiis Wlk.\
Bombyliiis discolor Mikan] Callidium aeneum eingeschleppt; Juliis
mediterraneus Latz.] Glomeris liexasticlia Brandt).
C. G. A. Brischke erstattet Bericht über eine Excursion
ins Radaunethal bei Babenthal und die dabei erbeuteten In-
sekten; Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig (N. F.), VIII. Bd., 1. Heft,
S. 23—56.
F. Dahl zählt in seinen Untersuchungen über die Thier-
welt der Unterelbe, 6. Ber. d. Kommission z. wissensch. Unters.
d. deutschen Meere, 3. Heft, auf S. 164—170, die beobachteten
Arthropoden (7 Insekten, 51 Crustaceen) auf.
H. Senac theilt ein Verzeichniss von (14) Käfern mit genauen
Fundpunkten mit, die von Rabot auf Island gesammelt waren;
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XXVHI.
A. Fritsch und V. Vavra erstatten einen vorläufigen Be-
richt über die Fauna des Unter-Pocernitzer und Gatter-
schlager Teiches; Zool. Anz., 1892, S. 26 — 30. Der erstere ent-
hielt i. J. 1891 von Arthropoden 20 Cladocera, 5 Ostracoda, 9 Cope-
poda, 1 Isopoda , Hydrachnidae , 1 Chloe, 12 Trichoptera, 1 SiaKs;
der letztere 21 Cladocera, 9 Ostracoda, 10 Copepoda, 4 Hydrachnidae,
1 Tardigrada, 15 Trichoptera.
A. Becker theilt Neue Pflanzen- und Insektenent-
deckungen in der Umgegend von Sarepta und Zusammen-
stellung der Raupen und Käfer, die nur von einer Pflanzenart,
und 2, 3 Pflanzenarten leben, die aber zu einer Familie gehören,
mit. Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1892, S. 62 — 70. Becker sucht
hier die Futterpflanze von Raupen und Käfern auch zur Artunter-
scheidung zu verwerthen.
Biologische Skizzen von A. Seitz; Zool. Jahrb., Abt. f.
Systematik etc., VI, S. 455 — 461. Der Verfasser schildert die Thier-
welt in der Umgebung von Port Said, die durch grosse Pflanzen-
armuth ausgezeichnet ist. Zoogeographisch gehört die Landenge
von Suez zu dem Mittelmeerbecken; eine eigenthümliche Art ist von
dort nicht nachgewiesen; in biologischer Hinsicht ist hervorzuheben,
dass manche Thiere die gelbe Farbe des Wüstensandes haben, in
den sie sich geschickt eingraben. Es überwiegen aus allen Insekten-
ordnungen die fleischfressenden Vertreter. Manche Arten sind
an den Menschen gebunden.
F. Karsch bearbeitet Insekten von Baliburg (Deutsch-
Westafrika); Ent. Nachr., 1892, S. 161—183. (5 Rhynchota, 8 Cole-
optera, 68 Lepidoptera [60 Rhopaloc, 8 Heteroc.])
J.J.Walker schickt Entomological notes from Tasmania
ein; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 153—157, 197—203.
A. Seitz schildert eine zoologische Exkursion in die Um-
gebung von Shanghai; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturkunde, 45,
S. 41—48.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892, ^
Derselbe desgl. eine entomologische Exkursion in die
Umgebung von Hiogo; ebenda, S. 51 — 62. Es sind baiiptsäcblicli
die Schmetterlinge, namentlich Tagschmetterlinge, berücksichtigt mid
Angaben über die Zahl der Generationen und Hinweise auf die
nächsten europäischen Verwandten eingeflochten.
J. B. Smith trug auf der 40. Versamml. der Americ. Assoc. for
the advanc. of Science, Washington, August 1891, seine Ansichten
über den Bau der Mundtheile verschiedener Insektenordnungen vor,
über die ich hier im Zusammenhang berichten will; Proc, S. 324 f.:
The mouth of Copris Carolina and notes on the homology
of the mandible; S. 325 f.: Notes on the homology of the
hemipterous mouth; S. 326: Epipharynx and hypopharynx of
Odonata. — An den Mandibeln von Copris unterscheidet Smith
mehrere Stücke, die er mit denen der Unterkiefer in folgende Weise
in eine Homologie bringt. Ein Basalstück (basalis, basal piece) dient
den Sehnen und Muskeln zum Ansatz und ist homolog dem stipes;
bei einigen Arten ist ein zweites kleines Basalstück vorhanden, das
dem cardo entspricht und nach seiner Funktion Sehnenträger (tendon
bearer) genannt ist. Ein der subgalea der Maxille homologes Stück
ist der Mahlzahn (molar, grinder). Zwischen diesem wohl chitinisirten
und einem flachen, häutigen, an der basalis befestigten Stück ist
ein ebenfalls chitinisirtes kleines Stück, der conjunctivus (connecting
piece). Das häutige Stück, das den grössten Theil der inneren
Seite der Mandibel einnimmt, ist das Homologon der galea, und
wird terebra (piercer) genannt. Die prostheca Kirby's, ein kleines
häutiges, von derselben Basis wie die terebra entspringendes Stück,
ist der lacinia homolog; Smith zieht den Namen penicillus (brush)
vor; es bildet den zweiten Zahn der Mandibel und ist bei einigen
Formen, Passalus z. B., beweglich. Der Epipharynx ist bei Copris
stark entwickelt; sein paariger Charakter ist bei Cetonia deutlicher.
— S. auch Trans. Amer. Entom. Societ., XIX, S. 83 — 87, PI. II, III.
Ein sorgfältiges Studium der Mundtheile von Cicada und Belostoma
haben Smith die Ueberzeugung beigebracht, dass die bisherige
Deutung der Rhynchotenmundtheile nicht haltbar ist. Smith unter-
scheidet bei der Ansicht von der Seite 4 Stücke: Die Oberlippe, die
Mandibel, die Maxille und den Rüssel. An der Innenseite der
Oberlippe soll eine Speicheldrüse liegen, deren Ausführungsgang
sich in den Rüssel senkt. Die Mandibeln sind kurz, liegen enge
dem inneren Rande der Oberlippe an imd divergiren an ihrem Ende.
Die zwei verlängerten Borsten sind Maxillen, und bei Cicada sind
die Palpen an ihrer Seite deutlich; die von den 2 Paaren Borsten
dargestellten Stücke der Maxillen sind die lacinia und der stipes.
Der Rüssel (d. h. wohl die Rüsselscheide) gehört ebenfalls noch zu
den Maxillen; die 4 Glieder, die ihn zusammensetzen, entsprechen
dem cardo, der subgalea und der zweighederigen galea. Die Lippe
ist bei den von Smith studirten Arten gar nicht vertreten. — Vgl.
den vor. Bericht S. 126.
8 Pli. Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Bei den Odonaten ist der Epipliaiynx der Unterseite der Oberlippe
angeheftet, häutig, mit in regelmässigen Halbkreisen angeordneten
Tuberkeln besetzt, welche von einem Kanal durchbohrt sind, aber
kein Haar tragen. Der Hypopharynx ist an die Zunge angeheftet,
etwas blasenartig und unregelmässig mit Höckerchen ähnlich denen
des Epipharynx besetzt; dieselben tragen aber hier Haare. Im
Inneren des Hypopharynx befindet sich eine drüsige Masse, mit
einem Ausführungsgang, der in seinem Ende von einer häutigen
Erweiterimg bedeckt ist. Diese ist mit hohlen Chitinröhrchen be-
setzt, welche das Drüsensekret nach aussen leiten.
K. Saint-Loup: La bouche et les organes buccaux chez
les Arthropodes; Le Naturaliste, 1892, S.218f., 243 f.
C. Janet: sur le mecanisme de la succion chez les Hy-
menopteres; Bull. Soc. Ent. France, 1892, S. XCVII.
J. Gazagnaire: la Constitution buccale et l'appareil du
succion chez les Dipteres; ebenda S. XCVIII.
C. Hoffbauer bringt Beiträge zur Kenntniss der Insekten-
flügel; Zeitschr. f. wissensch. Zoologie, 54, S. 579—630, Taf. XXVI,
XXVII, 3 Holzschnitte. • — Die Flügel bestehen aus einer oberen
und einer unteren Lamelle, zwischen denen Reste der Matrix ent-
halten sein können. Die Eigenthümlichkeiten , welche die Deck-
flügel der Käfer zeigten, veranlassten den Verfasser bald, seine
weiteren Untersuchungen auf diese zu beschränken. Hier sind
beide Lamellen aus mehreren Schichten zusammengesetzt, die Ober-
fläche stets pigmentirt, beide Lamellen entfernt von einander, und
durch Querbrücken, die wahrscheinlich Einstülpungen der oberen
Lamelle sind, mit einander verbunden. Am Rande bilden beide
mannigfache Ausbuchtungen, und ganz allgemein trägt der Rand-
saum, bisweilen auch die Naht, auf der Unterseite eine aus kurzen
Chitinstacheln oder Kannelirungen der Lamelle gebildete Leiste,
„Schrillleiste" Reeker's, Stachelreihe Hoffb. Was nun die Flügel-
decken der Käfer besonders auszeichnet, das ist der Reichthimi an
Drüsen, den sie in der mannigfachsten Gestalt in den meisten Arten
entwickehi. Selten münden dieselben nur an der Unterseite der
Flügeldecken, am Rande, aus (Anthaxia nitidula), gewöhnlich an
der Oberfläche, wobei auch vereinzelte am Unterrande sich zeigen
können (Halyzia oblongoguttata). Bei Tetropium luridimi sind sie
über die gesammte Oberfläche zerstreut, bei Lema und Crioceris
auf einzelne Stellen, bei Lina, Chrysomela in doppelter oder ein-
facher Reihe auf den Randsaum beschränkt. Dabei kommen auch
(bei ChrysomeKden) Drüsen am Halsschilde vor, entweder in der
Mitte und auf den Vorderrandflächen, oder an den Seitenrändern.
Die Drüsen sind bald einzellig, mit einfachem Ausführungs-
gang (Crioceris Asparagi), oder mit flaschenbauchartiger, als Reservoir
dienender Erweiterung des Ausführungsganges, und diese einzelhgen
Drüsen stehen vereinzelt oder in grösserer Zahl bei einander.
Diese letzteren führen dann, indem die einzelnen Drüsenzellen in
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 9
einen gemeinsamen, einfachen oder verästelten Ausführungsgang
münden, zu den zusammengesetzten Drüsen hinüber, wie sie sich
bei Phratora, Lina, Chrysomela finden.
Die weitgehende Verschiedenheit, welche im Bau, Mangel einer
ausgeprägten Nervatur u. s. w. zwischen den Flügeldecken der
Käfer und den Hinterflügeln dieser Ordnung, sowie den Flügeln
der übrigen Ordnungen besteht, regt die Frage an, ob die Flügel-
decken denn den übrigen Vorderflügeln homologe Bildungen seien.
Sie als Homologa (an dem Mesothorax) von den Seitenlappen des
Halsschildes (am Prothorax) anzusehen, wozu eine gewisse Ueber-
einstimmung des Verhaltens der Drüsen bei einigen Käfern ein-
laden könnte, verbietet sich andererseits wieder durch die
Schwierigkeit, die bei den Flügeldecken bestehende, durch Muskeln
herbeigeführte Beweglichkeit zu erklären. Meinert's Ansicht, dass
die Flügeldecken der Käfer nicht den Vorderflügeln der übrigen
Insekten, sondern den Tegulae der Hymnenopteren und den Ptery-
goden der Schmetterlinge homolog seien, und dass die Vordei'flügel
der übrigen Insekten bei den Käfern (wenigstens den Dyticiden)
durch die sog. Alulae, die zarten Häutchen am Grimde der Flügel-
decken repräsentirt seien, bleibt demselben Einwand offen, da die
Tegulae keine Muskeln haben. Annehmbar würde sie vielleicht in
der Modifikation, dass Alulae und Flügeldecken der Käfer einer-
seits, Vorderflügel und Tegulae der Hymnenopteren andererseits
aus einer gemeinschaftlichen Anlage hervorgegangen sind, wobei
entweder von Anfang an ein ungleichmässiges Wachsthum beider
Theile oder später eine Reduktion sowohl der Tegulae wie der
Alulae eingetreten wäre.
H. H. Dixon hat seine Untersuchungen über den Gang der
Ai'thropoden noch fortgesetzt; Nature, 47, S. 59 — 58; vgl. den vor.
Ber. S. 14. Die 3 Beine eines Tripodiums werden zwar annähernd
gleichzeitig bewegt, aber doch nicht ganz genau; bei der Schabe
wird z. B. das vorderste Bein, bei Calliphora erythro cephala das
hinterste etwas früher erhoben als die anderen. Tomocerus longi-
cornis hat neben dieser Bewegung, die allen erwachsenen Insekten
zukommt, eine solche der Raupen, bei welchen die 2 Beine desselben
Paares bewegt werden; die letztere Bewegung kommt, neben der
regelmässigen, auch bei Käferlarven vor. Insekten mit längeren
Fühlern bewegen diese (und die Kiefertaster) beim Gehen ebenfalls
nach dem Gesetz der Diagonale. — Mücken und einige Spinnen
bedienen sich des vorderen Beinpaares sehr oft als Fühler. Das
vorderste Beinpaar einer Spinne trägt vom Körpergewicht sehr
wenig.
Der Bernhardinerkrebs benutzt die 3 vorderen Beinpaare (Scheeren
und die beiden folgenden) nach der Regel der Diagonale wie bei
den Insekten zum Gehen; eine AseUide bewegt beim Gehen oft die
Beine desselben Paares gleichzeitig.
10 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die Tausendfüsser scheinen die Beine in Gruppen zu dreien
nach dem Gesetz der Diagonale zu bewegen; z. B. das 3., 4., 5.,
ferner das 9., 10., 11. Paar der einen, und das 6., 7., 8. der anderen
Seite, während das 6., 7. und 8., 12., 13., 14. der zuerst erwähnten
Seite, und das 3., 4., 5., 9., 10., 11. der anderen Seite auf dem
Boden ruhen.
W. M. Wheeler: Concerning the „blood tissue" of In-
secta; Psyche VI, S. 216—220, 233—236, 253—258, PI. 7. Unter
dem Blutgewebe der Insekten unterscheidet Wheeler 1. die Blut-
körperchen, 2. den eigentlichen Fettkörper; 3. den perikardialen
Fettkörper; 4. die Onocyten Wielowiejski's; 5. den guirlanden-
förmigen Strang der Fliegenlarven; 6. den „subösophagealen Körper"
der jungen Larven von Blatta und Xiphidium. Der Verfasser fasst
die Ergebnisse seiner Untersuchungen in folgenden Schlussfolgerungen
zusammen: Der Fettkörper der Insekten ist eine Differenzierung
der Cölom wände, also mesodermalen Ursprungs und seiner Anlage nach
metamerisch. Die Onocyten sind ektodermalen Ursprungs und ent-
stehen durch Abspaltung oder Einwanderung. Sie sind ebenfalls
metamerische Organe und beschränkt auf die 8 Tracheenführenden
Segmente des Hinterleibs der Pterygoten. Sie theilen sich nach
ihrer Differenzierung vom Ektoderm nicht mehr, wachsen aber,
und bleiben Organe sui generis , ohne Blutkörperchen zu erzeugen
oder den Fettkörper oder Theile desselben aus sich hervorgehen
zu lassen. Die Blutkörperchen scheinen von undifferenzirten Zellen
des Mesoderm im Embryonal- und vielleicht auch noch im post-
embryonalen Leben zu entstehen, ihre Herleitung vom fertigen
Fettkörper ist unbegründet, — Der subösophageale Körper entsteht
im trito cerebralen Segment aus dem Mesoderm. Obwohl er dem
Fettkörper gleicht, so muss er doch als ein besonderes Organ an-
gesehen werden, das während des Larvenlebens verschwindet.
A. B. Griffiths stellte weitere Untersuchungen on the blood
ofinvertebrata an, Proc. R. Soc. Edinburgh, XVIII, S. 288—294.
Im Mittel betrug der Gasgehalt des Körperblutes
von Cancer pagurus 0 14.87 CO.
Pahnurus vulgaris 14.59
Hommarus vulgaris 14.88
Acherontia atropos 16.50
Das Dalton'sche Gesetz von der Lösung von Gasgemengen in
Flüssigkeiten findet also auf das Blut der Wirbellosen ebensowenig
Anwendung wie auf das der Wirbelthiere. Die Aschenanalysen
ergaben im Blute von
CuOFe^Og CaOMgOK^ONagOPgOs SO3 Cl
Cancer pagurus 0.22 Spm-. 3.55 1.91 4.97 43.90 4.90 2.90 37.65
Carcinus maenas 0.19 Spur. 3.57 1.89 4.78 44.91 4.86 2.81 36.98
Astacus fluviatihs 0.20 — 3.58 1.88 4.82 44.96 4.81 2.75 37.00
Palinurus vulgaris 0.18 — 3.79 1.90 4.92 43.98 4.87 2.86 37.50
Hommarus vulgaris 0.18 Spur. 3.54 1.89 4.77 44.99 4.84 2.81 36.96
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. H
Das Kupfer spielt also in dem Blute der Wirbellosen eine wichtige
KoUe, ähnlich wie das Eisen in dem der Wirbelthiere. Der Träger
des Sauerstoffs in dem Blut der meisten Wirbellosen ist das
Hämocyanin.
A. Korotneff studierte die Histiolyse und Histiogenese
des Muskelgewebes bei der Metamorphose der Insekten,
Biol. Centralbl., XII, S. 261 — 265, und zwar wählte er als Unter-
suchungsobjekt eine Tineenpuppe. Während nach den Unter-
suchungen Kowalevsky's und van Rees' an Musca sämmtliche
Larvenmuskeln (mit Ausnahme von 3 Muskelpaaren des Thorax)
durch Leukozyten zerstört werden und die Muskeln der Imago sich
ganz neu bilden, liegt die Sache bei Tinea einfacher. Von den
3 bei Musca in der Leibeshöhle vorkommenden Zellenarten, Leuko-
zyten, Körnchenkugeln und Mesenchymz eilen fehlen die letzteren
bei Tinea, und die Leukozyten nehmen absolut keinen Antheil an
der Degeneration der Gewebe. Die Entstehung aller Imaginal-
muskeln ist als eine Reformation der Larvenmuskeln anzusehen;
im Thorax gehen zwar einige Muskeln zu Grunde, aber die 3 Paar
von van Rees bei Musca erwähnten Muskeln transformieren sich
in die definitive Brustmuskulatur der Motte. Die Resorption der
Muskeln geschieht in folgender Weise: der fibrilläre Theil wird
körnig und zieht sich zusammen; die Kerne vermehren sich haupt-
sächhch an einer Seite des Muskels. Zum Schluss bekommt der
in Veränderung begriffene Muskel ein ganz besonderes Aussehen:
er besteht aus einem faserigen und kernigen Theil, die einander
parallel ziehen, oder es bildet sich der Kernstrang der Pathologen.
Zu derselben Zeit resorbiert sich und schmilzt das Primitivbündel.
Der Kernstrang trennt sich bald von dem Muskel ab und fängt an,
sich von der Oberfläche zu entfernen; er produzirt bald, während
er noch dem Primitivbündel gehört, neue Fibrillen, die anfänglich
kaum zu unterscheiden sind; wenn er sich aber ganz und gar ab-
getrennt hat, erscheinen die Fibrillen als besondere rhomboidale
Bildungen, die im Plasma des Kernstranges zwischen den Kernen
eingebettet sind.
R. Monti stellte an ricerche microscopiche sul sistema nervoso
degh insetti; Rendic. Ist. Lombard, sei. e littere (ser. II), vol. XXV.
Die Verfasserin studirte die Nervenfasern und ihre Endigungsweise
in den Muskeln der Orthopteren und das Centralnervensystem der-
selben; die Nervenfasern und ihre Endigung in den Muskeln von
Larven und Imagines der Coleopteren und Lepidopteren, und die
Nervenendigungen in den Muskeln der Hymenopterenlarven.
Bei den Orthopteren verlaufen die in den Muskel eingedrimgenen
Nervenfäden in der Längsrichtung der Muskeln, selten ganz gerade,
gewöhnlich mit mehrmaligen Krümmungen. Auf ihrem Wege geben
sie rechts und hnks zahlreiche Aeste ab, die quer zum Muskel
verlaufen. Am Ende lösen sich diese, gewöhnlich in Verbindung
mit einem Kern, in Büschel von feinsten Fibrillen auf, die zugespitzt
12 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
oder mit einer kleinen Anschwellung enden. Die Nerven der
Orthopteren enden also im Allgemeinen frei an den Muskeln.
In dem centralen Theil des Nervensystems kommen fast nur
unipolare Ganglienzellen vor: ihr Fortsatz setzt sich, nachdem er
einige Aeste abgegeben hat, bald in eine Nervenfaser fort, welche
aus dem Ganglion austritt, bald verzweigt er sich weiter und weiter.
Die Punktsubstanz Leydig's entsteht aus dem dichten Geflecht der
Fasern, die durch die wiederholte Theilung der Fortsätze der Zellen
und der Aeste der Fasern entstanden sind.
An den Bauchmuskeln der Larven von Käfern, speziell Hirsch-
und Maikäfer, wurden schöne Doyere'sche Hügel sowie Trauben-
platten beobachtet; an einigen Thoraxmuskeln der erwachsenen
Larve und der Imago fand sich bei geeigneter Färbung ein reiches
Netz von Zellen, die durch lange Fortsätze mit einander ana-
stomosirten.
Bei den Imagines der Schmetterlinge fanden sich Doyere'sche
Hügel in den Beinmuskeln und ein sehr feines Fibrillennetz in den
Flugmuskeln.
Einige Hymenopterenlarven liefern ausgezeichnete Demon-
strationspräparate der Nervenplatten; hier kann man sich auch
leicht von der hypolemmalen Endigung überzeugen.
W. M. Wheeler macht eine vorläufige Mittheilung über Neuro-
blasts in the Arthropod embryo; Journ. of morphol., IV, No. 3,
S. 337 — 343. Auf Querschnitten dui'ch die erste Anlage des Nerven-
systems (von Xiphidium fuscum) zeigt sich jeder der beiden durch
Abspaltung vom Ektoderm entstandenen Seitenstränge als bestehend
aus zweierlei Zellen: kleineren, mit einem stark färbbaren länglichen
Kern imd vier grösseren mit blassem, rundlichen Kern. Diese vier
Zellen sind die Neuroblasten. Diese Neuroblasten, die neben
einander unter den kleineren Elementen liegen, bilden so 8 Längs-
reihen vom Mund bis zum After. Die Zellen theilen sich imd
jede krönt eine Säule von kleineren Elementen, welche die
künftigen Ganglienzellen sind. Diese Tochterzellen färben sich
intensiver und gleichen somit mehr den Ektodermzellen. Die beiden
Seitenstränge sind durch eine pyramidale Masse von Zellen von
einander getrennt: den Mittelstrang. Die Neuroblasten dieses Mittel-
stranges aber bilden nicht wie die 4 der beiden Seitenstränge eine un-
unterbrochene Eeihe von Zellen, sondern es sind isolirte Elemente,
die intersegmental entstehen und dann nach vorne rücken imd zuletzt
dicht hinter der hinteren Kommissur liegen. In einem noch späteren
Stadium ist jeder nebst dem Haufen Zellen, dem er den Ursprung
gegeben hat, dem hinteren Theü eines Ganglions einverleibt.
Das Gehirn und die optischen Ganglien nehmen in ähnlicher
Weise von 16 Reihen von Neuroblasten ihren Ursprung, wie die
ventralen Ganglien von den 8, bezw. 9 Reihen. Nebst den aus
ihnen hervorgegangenen Zellen werden die Neuroblasten schliesslich
von dem äusseren Neurilemm umgeben. Der Verfasser hebt besonders
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 13
die endgültige Zahl und Anordnung der Neuroblasten bei Xiphidium
hervor, weil er die 8 Reihen der Seitenstränge für homolog hält
den beiden Reihen, welche sich bei den Anneliden von dem Neuro-
teloblast ableiten; die Frage nach der Homologie der mittleren Reihe
kann vorläufig noch nicht beantwortet werden.
Diese Entwickelung der Ganglien von Neuroblasten ist Xiphidium
nicht eigenthümlich, sondern kommt auch bei anderen Orthopteren
vor; das, was der Verfasser früher bei Doryphora decemlineata
„Gangliblast" genannt hat, ist dasselbe wie Neuroblast. Die gleichen
Zellen sind von anderen Autoren gesehen und beschrieben worden,
ohne dass dieselben jedoch die Aufmerksamkeit auf ihre definitive
Zahl und ihre Aehnlichkeit mit dem Neuroblast der Anneliden
gelenkt hätten; so Korotneff (Gryllotalpa), V. Graber (Lucilia, Melo-
lontha), Patten (Scorpio), Viallanes (Mantis).
A. Bin et erläutert an schematischen Längs-, Quer- und Horizontal-
schnitten des 2. Brustganglions vonRhizotrogus den Bau eines typischen
Insektenganglions und die davon ausgehenden Nerven; Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. CLXXII— CLXXV mit 3 Holzschn.
A. B. Griffiths gibt eine Note sur les tissus nerveux de quel-
ques invertebres, deren chemische Zusammensetzung er untersuchte;
Compt. Rend., CXV, S. 562 f. Er fand folgende Procentzahlen:
Eiweiss- Lecithin. Cholestea- Neu- Cerebrin. Mineral- Wasser,
körper.
Lucanus cervus 8,76
Blatta Orientalis 8,54
Carcinus maenas 7,20
Astacus fluviatihs 7,58
H. Viallanes trug in der Sitzung vom 6. Mai 1892 der Societe
de Biologie die Resultate seiner vergleichenden Untersuchungen des
Gehirns in den Hauptgruppen der Arthropoden vor; Compt. rend.
der genannten Gesellschaft (N. S.), IV, S. 354—357.
Bei den Insekten besteht das Gehirn aus drei Theilen, ent-
sprechend den ersten Zoniten des Kopfes. Das erste Segment, Proto-
cerebrum, innerviert die Augen; das 2., Deutocerebrum, die Antennen;
das 3., Tritocerebrum, die Oberlippe und den Anfang des Verdauungs-
kanals. Proto- und Deutocerebrum liegen ganz präosophageal, und
auch die Fasern, welche die beiden Hälften jedes dieser Theile
verbinden, gehen vor dem Schlünde her; beim Tritocerebrum sind
sie als Querkommissur des Schlundringes bekannt und liegen hinter
dem Oesophagus. Das Protocerebrum besteht aus einem Paar von
seitlichen Massen, gangl. optic, und einer mittleren Masse. Die
g. optic. sind aus einer Reihe von 3 Ganglienmassen zusammen-
gesetzt, die durch sich kreuzende Fasern mit einander in Verbindung
stehen. Die mittlere protocerebrale Masse besteht aus 2 eng ver-
bundenen Massen, welche in ihrem Inneren enthalten 1. die gestielten
Körper, Sitz der Seelenthätigkeit ; 2. den Centralkörper, nach welchem
die aus den verschiedenen Theilen des Gehirns kommenden Fasern
konvergiren; 3. die von Viallanes entdeckte Brücke der proto-
14 Pli. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
cerebralen Lappen, deren Bedeutung noch unbekannt ist. Das
Deutocerebrum besteht aus einem dorsalen Theile, dessen Bau
nichts bemerkenswerthes bietet, und den beiden lob. olfactorii, welche
hauptsächlich durch die glomeruli olfact. charakterisii't sind. Die
lob. olf. , von denen die Antennennerven entspringen, sind mit den
gangl. optic. und den gestielten Körpern durch Fasern verbunden,
die sich in der Mittellinie kreuzen. Ausser den Antennennerven
nehmen vom Deutocerebrum ein Paar Hautnerven und ein anderes
Paar dem visceralen System angehöriger Nerven ihren Ursprung.
Das Tritocerebrum ist durch ein einziges Paar von Ganglien, die
Oesophagealganglien , gebildet. Dieselben sind in der Mittellinie
getrennt, und verbinden sich mit einander durch die Querkommissur
des Schlundringes. Jedes derselben gibt mittels eines gemeinsamen
Stammes dem Oberlippennerv und einer Wurzel eines Eingeweide-
nerven den Ursprung.
Bei den Insekten besteht das Eingeweidenervensystem 1. aus
einer Reihe von 3 medianen Ganglien, die mit einander verbunden
sind, und deren erstes, das Frontalganglion, mit dem Oesophageal-
ganglion dmxh ein Paar von Wurzeln, die oft doppelt sind, ver-
bunden ist; 2. aus einem Paar lateraler Ganglien; dieselben sind
einerseits mit einem der medianen Ganglien und andererseits mit
dem Deutocerebrum durch das oben erwähnte Paar von Nerven
verbunden.
Das Gehii'n der Myriapoden und von Peripatus ist sehr
ähnlich dem der Insekten. Nur das Eingeweidenervensystem ist
bei den Myriapoden eigenthümlich , indem es während des ganzen
Lebens Verhältnisse aufweist, die bei den Insekten nur im Laufe
der Embryonalentwickelung auftreten.
Gleich den Insekten und Myriapoden besteht auch das Gehirn
der Crustaceen aus den 3 Abschnitten, deren beide erste nach
demselben Plan wie dort gebaut sind.
Bei den Insekten und Myriapoden entbehrt das 3. Kopfzonit
der Anhänge und trägt nur die Oberlippe; bei den Crustaceen hat
es ausserdem das 2. Paar Antennen. Hierdurch erhält das Trito-
cerebrum noch ein Paar Antennarloben, welche zwischen den Oeso-
phagealganglien und dem Deutocerebrum gelegen sind.
Die Oesophagealganglien der Crustaceen sind wie bei den In-
sekten hinter dem Oesophagus durch die Querkommissur verbunden
und geben mittels eines gemeinsamen Stammes dem Oberlippennerv
und einer Wurzel eines Eingeweidenerven den Ursprung.
Die Antennarloben, deren Fasern nebst denen der Oesophageal-
ganghen hinter dem Schlünde durchgehen, geben den Nerven der
2. Antennen, einem Paar von Hautnerven und Bewegungsnerven
der Augenstiele ihi'en Ursprung.
Das Eingeweidenervensystem der höheren Crustaceen weicht
von dem der Insekten nur in einem untergeordneten Punkte ab.
In den Crustaceen sind nämUch die 3 medianen und die lateralen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 15
Ganglien zu einer medianen, auf den Magen gelegenen Masse ver-
schmolzen und bilden das gangl. stomogastricum. Diese Masse ist
mit dem Gehirn durch Nennen verbunden, welche denen der Insekten
homolog sind.
Bei den Arachniden und Limulus ist das Gehirn nur von
2 Segmenten, dem Proto- und Deutocerebrum zusammengesetzt, deren
Kommissuren vor dem Schlünde liegen.
Das Protocerebrum innervirt die Augen; bei Limulus erreichen
die gestielten Körper wahrhaft kolossale Dimensionen und sind auch
noch bei den Arachniden erhalten, wo sie von Saint Remy als
„Organe stratifie" bezeichnet wurden.
Das Deutocerebrum innervirt die Cheliceren; das Tritocerebrum
fehlt, und die erste auf das Deutocerebrum folgende Ganglienmasse
dient ausschliesshch der Innervirung der Maxiila. (Das sog. rostrum
der Arachniden ist dem Labrum der Crustaceen und Insekten
analog, gehört hier aber dem 2. Zoniten an und erhält seine Nerven
vom Deutocerebrum.)
Das Eingeweidenervensystem besteht nur aus den seithchen
Ganglien; das Fehlen der medianen Ganglien steht augenfäUig in
Zusammenhang mit dem des Tritocerebrum. Die Arthropoden zer-
fallen demnach mit Rücksicht auf den Bau des Gehirns in zwei
Gruppen. Die eine, aus den Arachniden und Limulus bestehend,
ist durch das Fehlen des Tritocerebrum ausgezeichnet; das Deuto-
cerebrum ist bei ümen nicht in ein olfaktorisches Centrum diffe-
renziert. Die zweite Gruppe, aus Crustaceen, Insekten, Myriapoden
und Peripatus bestehend, besitzt ein Tritocerebrum und eine Diffe-
rentiation des Deutocerebrum in ein olfaktorisches Centrum. Diese
letztere Gruppe lässt sich in zwei Sektionen theilen, die Crustaceen
mit zwei Paar Fühler, die Insekten, Tausendfüsser und Peripatus
mit einem Paar.
W. Nagel: Die niederen Sinne der Insekten; Tübingen
1892; Verlag von F. Pietzker; 68 Ss. mit 19 Abbildungen. — Der
Verfasser stellt sich sowohl durch die Beschreibung der Sinnes-
organe als auch durch die Deutung derselben vielfach in Gegensatz
zu den jetzt allgemeiner geltenden Anschauungen; so sind nach
ihm die Haargebilde u. s. w. nicht durchbrochen; die Chordotonal-
organe dienen nicht ausschliesslich und vielleicht nicht einmal vor-
wiegend dem Gehörsinne, sondern haben in ihrer Mannigfaltigkeit
verschiedene Bedeutung; bei den Raupen ist nicht der Geschmacks-,
sondern der Geruchssinn der am schärfsten ausgebildete. Indem
ich wegen dieser Einzelheiten auf die betreffende Abhandlung ver-
weise, lasse ich hier des Verfassers eigene kurze Zusammen-
fassung unverändert folgen:
Die Hauptformen der Hautsinnesorgane der Insekten sind das
Haar, der Kegel (bezw. Zapfen) und die Porenplatte; zwischen allen
drei Formen bestehen Uebergänge. Alle drei können eine dicke
derbe oder eine zarte dünne Chitinwand besitzen; die Wand fehlt
16 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
aber nie und freie Nervenendigungen an der Körperoberfläche mit
Durchbohrung der Cuticula gibt es bei Insekten nicht. Haare,
Kegel und Porenplatten mit dicker Chitinwand dienen ausschliesslich
der Wahrnehmung mechanischer Reize. Haare und Kegel können
in diesem Falle auch massiv sein, oder der etwa vorhandene Hohl-
raum kann abgeschnürt sein, somit kein lebendes Gewebe mehr
enthalten. Die dünnwandigen Haare, Kegel und Porenplatten sind
für mechanische, chemische und thermische Reize zugänglich und
dienen der Wahrnehmung dieser drei Reizarten gleichzeitig oder
wechselweise, sie sind „Wechselsinnesorgane". Ueber ihren inneren
Bau ist noch wenig sicheres ermittelt.
Die Hauptbedeutung der dünnwandigen Haargebilde hegt in
ihrer Thätigkeit als Riech- und Schmeckwerkzeuge. In manchen
Fällen dienen sie gemeinsam mit den dickwandigen und massiven
Haargebilden dem mechanischen Sinne in seinen mannigfachen Ver-
wertungsweisen. Der Gleichgewichtssinn, in \äelen Fällen auch der
Gehörsinn, haben bei den Insekten ihren Sitz nicht in eigenen
spezifischen Sinnesorganen, sondern sie werden durch Zusammen-
wirken vieler und verschiedenartiger Hautsinnesorgane vermittelt.
Diese beiden Sinne sind daher auch nicht an einer bestimmten
Stelle des Körpers lokalisirt; das gleiche gilt sehr wahrscheinlich
vom Lichtsinn und Temperatursinn. Das Sehen, die Bildwahr-
nehmung, ist stets auf das Auge beschränkt.
Der Werth der einzelnen Sinne ist bei den Insektenfamilien
sehr wechselnd, dementsprechend auch die Ausbildung der einzelnen
Sinnesorgane. Selbst die Bedeutung der Hautsinnesorgane im ganzen
betrachtet ist eine wechselnde; sie ist, vielleicht abgesehen von der
Verwerthung für die Gleichgewichtserhaltung, im allgemeinen ge-
ringer als bei anderen wirbellosen Thieren, was leicht verständlich
ist, wenn man den starren Hautpanzer berücksichtigt. Dieser
schützt das Thier und macht so die feine Hautempfindlichkeit ent-
behrlicher.
M. H. Viallanes stellte an recherches anatomiques et
physiologiques sur l'oeil compose des Arthropodes; Ann.
Sei. Nat., Zool. et paleont., (7. Ser.), T. VIII, S. 349—384, PL 10, 11.
Der Verfasser untersuchte den Bau und die Funktion der zusammen-
gesetzten Augen an einem Vertreter der Crustaceen (Palinurus vul-
garis) und der Käfer (Hydrophilus piceus). Er findet ein Omma-
tidium bestehend aus folgenden Bestandtheilen : Der Korneola, die
von den beiden darunterliegenden Korneagenzellen abgeschieden
ist; den 4 Krystallkegelzellen, die den Kegel abgeschieden haben.
Der letztere, aus 4 Stücken zusammengesetzt, zerfällt in ein äusseres
Stück, den eigentlichen Kr3^stallkegel, ein mittleres Stück, Glastheil
oder Kelch („partie vitree du cone"), welches bis zur Retinula reicht,
und ein Endstück. Der Kegel endet nämlich nicht, wie die bis-
herigen Angaben lauteten, vor der Retinula, sondern die stark
verjüngten Enden der 4 ihn zusammensetzenden Stücke weichen
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1892. 17
über der Retiniüa auseinander, gehen zwischen den Retinulazellen,
ausserhalb des Rhabdoms, durch und enden auf der Basalmembran.
Die Retinula endlich ist aus 7 Zellen gebildet, die, um eine gemein-
same Achse gestellt, nach dieser hin je ein Rhabdomer enthalten;
die Rhabdomere bilden zusammen das Rhabdom. Proximal endet
der centrale Theil desselben oberhalb der Basalmembran plötzHch,
distal in einer feinen Spitze. Mit jedem Rhabdomer steht ein
Achsencylinder in Zusammenhang, bezw. das Rhabdomer ist von
dem Achsencylinder nicht zu trennen, nur eine Fortsetzung desselben.
Nach der Basalmembran hin sind diese Achsencylinder anfänglich
ebenso regelmässig im Kreise angeordnet, wie die Retinulazellen
selbst; näher der Basalmembran aber wird ihre Anordnung eine
symmetrische, indem ein unpaarer mehr heraus tritt, die 6 übrigen sich
paarig anordnen, und zwar so, dass das dem unpaaren benachbarte
Paar von diesem und dem folgendem Paar ziemlich (gleich)weit
entfernt, das zweite und dritte Paar einander sehr genähert sind,
und die Angehörigen des dritten Paares von einander etwa ebenso-
weit abstehen, als die des ersten Paares von einander. Diese
Achsencylinder sind durch Löcher in der Basalmembran hindurch-
getreten, und zwar gehören zu jeder Retinula 5 Löcher; durch das
eine derselben tritt überhaupt nur ein Achsencylinder; durch die
4 anderen je 3; von diesen dreien geht an den beiden dem ersten
benachbarten Löchern nur je einer in dieselbe Retinula, an den
beiden letzten je 2; die übrigbleibenden Achsencylinder, 2 bei den
ersteren Löchern und der dritte bei den beiden letzten Löchern,
geht in benachbarte Retinulen über. Die Korneagen-, Krystall-
kegel- und Retinulazellen sind von Pigmentscheiden, bezw. Pigment-
zellen umgeben ; in der Region des Kelches der Krystallkegel fehlt
das Pigment (bei Palinurus) aber ganz und gar; bei Hydrophilus,
dessen Retinula viel näher an der Kornea liegt als bei Palinurus,
und bei den Insekten überhaupt ist das ganze Ommatidium durch
Pigment von seinen Nachbarn isolirt.
Es gelang auch Viallanes, das Netzhautbildchen der einzelnen
Ommatidien bei der Languste und Hydrophilus zu demonstrieren.
Es ist umgekehrt, umfasst (bei Hydrophilus) einen Winkel von 45 **
und einigen Minuten, ist ziemlich scharf und bei Carcinus maenas
nicht ganz so lichtstark wie bei dem Hydrophilus. Ein Vergleich
des Retinulabildchens eines Artkropoden mit dem eines Wirbelthieres
(Frosch) ergab, dass letzteres viel volllcommener ist; ein Gegen-
stand, für dessen Wahrnehmung durch das Insektenauge 135 mm
die grösste zulässige Entfernung war, entwarf auf der Retina des
Frosches noch bei 725 mm Entfernung ein Bildchen. Das Wirbel-
thierauge kann also noch Gegenstände wahrnehmen, die für das
Insektenauge zu klein sind ; die Pupille lässt mehr Licht dm'ch, als
eine Korneafazette, es kann also noch Lichtreize, die für das Insekten-
auge zu schwach sind, wahrnehmen (natürhch eine gleiche Erreg-
barkeit der Nerven in beiden Fällen vorausgesetzt). Dem Ommati-
dium fehlt eine Accoiomodationseinrichtung , es kann dieselbe aber
"Avcli.f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. U. H. 2. ß
18 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
auch entbehren, da innerhalb gewisser Grenzen die Bilder ver-
schieden entfernter Gegenstände an derselben Stelle erscheinen.
Das Kesume und die Schlussfolgerungen des Verfassers lasse
ich hier in Uebersetzung folgen:
1. Beim Insekt bildet sich in jedem Ommatidium ein reelles,
umgekehrtes Bild der Aussen weit; dasselbe fällt mit der inneren
Oberfläche des Krystallkegels , welcher in unmittelbarer Berührung
mit der Retinula steht, zusammen. Obwohl sehr klein, ist das
Bildchen deutlich; es umfasst einen Winkel von ungefähr 45*^.
2. Bei den Krebsen ist es ähnlich. Aber da bei diesen die
brechenden Medien eine sehr grosse Brennweite haben, so ist die
Retmula von dem Krystallkegel entfernt. Der Zwischenraum zwischen
beiden ist von einer dem Glaskörper der Wirbelthiere analogen
Substanz ausgefüllt.
3. Bei den Krebsen und den Insekten scheint das Licht nicht
direkt auf die Stäbchen zu wirken; die letzteren können Eindrücke
empfangen nur durch Vermittelung der pigmentirten Retinulazellen,
an deren Oberfläche sich die Bilder zeigen.
4. Die Retinabilder der Arthropoden sind viel unvollkommener
als die der Wirbelthiere; dafür scheint das Auge der Gliederfüsser
geeigneter zum körperlichen Sehen und zur Wahrnehmung von
Bewegungen.
Im Anschluss hieran sei kurz über desselben Verfassers Con-
tributions ä l'histologie du Systeme nerveux des invertebres : la lame
ganglionnaire de la langouste berichtet, obwohl diese Ab-
handlung nicht viel weiter geht, als die vorläufige Mittheilung im
BulLSoc.zool. de France, S. 168—176; a. a. 0., S. 385—298, PI. 12.
Die lame ganglionnaire ist die zwischen den postantennalen
Fasern und dem äusseren Chiasma gelegene Augenschicht und
besteht in ihrer mittleren Lage aus Köj'pern, die von Viallanes
Neurommatidien genannt werden. Es sind elHpsoidische Körper,
deren grosse Achse radial gerichtet ist; durch jedes der Neuromma-
tidien geht je ein zu einem Ommatidium gehöriges Bündel der
7 Achsencylinder hindurch. Diese Achsencylinder sind in eine
centrale, sich stark färbende, fibrilläre Plasmamasse eingebettet,
welche nach der Peripherie hin in verästelte Züge ausstrahlt, die
an der Wand des Neurommatidiums verschmelzen. Die Lücken in
dieser Masse sind von einem durchsichtigen, sich nicht färbenden
Safte ausgefüllt, dem eine fein granulirte Masse beigemengt ist.
Zwischen diesen dicht gedrängten Neurommatidien verlaufen zahl-
reiche sich kreuzende scheidenlose Achsencylinder, von denen ein
Theil in die Tiefe steigt und sich unter die P'asern des äusseren
Chiasma mischt. Der übrige Theil der Ganglienplatte besteht aus
Neuroglia, die vielleicht nichts anderes als eine Ausbreitung der
Nervenscheiden der Achsencylinder ist, und in diese eingestreuten
Ganglienzellen, die in 3 Schichten vertheilt sind, sowie Blutgefässen.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 19
Ueber die pliysiologisclie Bedeutung der Ganglienplatte äussert
Viallanes die Vermuthung, dass die in ein Neurommatidium ein-
getretenen Aclisencyünder, wenn sie durch ihr Ommatidium gereizt
werden, erregend auf das umgebende Protoplasma wirken, und
diese Wirkung pflanzt sich auf die zwischen den Neurommatidien
verlaufenden Nervenfasern fort und theilt sich dem Gehirn mit.
(Warum die 7 Achsencylinder dieses nicht direkt leisten können,
ist schwer einzusehen.)
H. Johansen macht über die Entwickelung des Imago-
auges von Vanessa eine vorläufige Mittheilung; Zool. Anz., 1892,
S. 353 — 355. Das Fazeftenauge geht aus der einschichtigen Epi-
dermis der Raupe hervor, ohne dass eine Einstülpung nachzuweisen
wäre. An der Bildung eines Ommatidiums betheiligen sich 13 Zellen:
4 Krystallkegel- , 2 Pigmentzellen 1 . Ordn. , 7 Retinulazellen ; dazu
kommt eine Ganglienzelle und 6 Pigmentzellen 2. Ordnung, welche
letztere Zellen aber auch benachbarten Ommatidien angehören. Die
auf der Augenoberfläche zwischen den Fazetten stehenden Haare
sind Ausscheidungsprodukte von Zellen, die an der Ommatidien-
bildung nicht betheiligt sind und die als die letzten Reste von ur-
sprünglich in grösserer Zahl zwischen den Ommatidien stehenden
gewöhnlichen Hypodermiszellen darauf hinweisen, dass das Fazetten-
auge auf eine Anhäufung von Einzelaugen zurückzuführen ist. Die
Krystallkegelzellen scheiden die Krystallkegel im Inneren aus; be-
sondere Korneagenzellen kommen (neben den Krystallkegelzellen)
nicht vor. Das Rhabdom ist keine Ausscheidung der Retinulazellen,
sondern eine lebende Modifikation des Plasmas derselben.
Das gangl. opt. der Imago geht aus dem der Raupe hervor
und ist keine absolute Neubildung. Die Nervenbündelschicht
(Berger) allein erscheint als Neubildung, indem sie aus zwei primi-
tiven Bündeln, einem dorsalen und centralen, ihren Ursprung nimmt,
welche schon in den ersten Stadien anzutreffen sind und durch
centripetal vor sich gehende Spaltung eine ganze Menge Nerven-
bündel hervorgehen lassen.
H. M. Bernard macht an endeavour to show that the
tracheae of the Arthropoda arose from setiparous sacs;
Zool. Jahrb., Abth. f. Anat. etc., V. S. 511-524, mit 3 Holzschn.
- — Die zerstreuten Tracheen von Peripatus sind von über die ganze
Körperfläche verbreiteten Drüsen abzuleiten; die regelmässige An-
ordnung derselben bei den Insekten und Myriapoden von den
Borstendrüsen dorsaler Parapodien; die Stinkdrüsen einiger Myria-
poden sind Gruppen parapodialer Borstendrüsen. Bei den Arachniden
sind die Speichel-, Giftdrüsen, Tracheen, Spinndrüsen, wahrscheinlich
auch die Coxaldrüsen auf die Borstendrüsen centraler Parapodien
zurückzuführen.
0. vom Ratli's Abhandlung zur Kenntniss der Spermato-
genese von Gryllotalpa vulgaris Latr.^ Arch. f. mikr. Anatom.,
XL, S. 102 — 132, Taf. V, ist eine ausführlichere Darlegung der
vorjährigen vorläufigen Mittheilung; s. dies. Ber. S. 17.
B*
20 PI)- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
H. Henking bringt den III. Tlieil seiner Untersuchungen
über die ersten Entwicklungsvorgänge in den Eiern der
Insekten; Specielles und Allgemeines, Zeitschr. f. wissenscb.
Zoologie, 54., S. 1—274, Taf. I— XII, 12 Holzsclin. Der Verfasser
beschreibt in sehr ausführlicher Weise die Oogenese und die
Kopulation des Spermatozo'ids mit dem Ei bei Pyrrhocoris apterus L.,
Hydrometra Najas De Geer', Agelastica Alni L., Donacia (sericea? />.),
Adimonia Tanaceti L.' Crioceris Asparagi L., Lina aenea L.,
Gastro'ides Polygoni L., Tenebrio molitor L., Lasius niger L.,
Khodites Rosae />., Bombyx Mori L., Leucoma Salicis L., Musca
vomitoria. Die Eier von Rhodites Rosae waren unbefruchtet; von
Lasius niger und den beiden Schmetterlingen wurden befruchtete
und unbefruchtete Eier untersucht.
Als allgemeine Ergebnisse dieser Untersuchimgen stellen sich
folgende hin. Es werden 2 Richtungskörperchen gebildet; mit der
Bildung des ersten Richtungskörperchens ist eine (Halbh-ung oder
mindestens) Reduktion der Zahl der Chromosomen verbunden;
bei der Bildung des zweiten Richtungskörperchens tritt entweder
eine „achromatische Pseudospindel" auf (Agelastica, Lampyris,
Pyrrhocoris) oder es unterbleibt die Bildung einer solchen (Pieris,
Musca, Lasius, Rhodites, Tenebrio). Die Spermatozoiden dringen
durch den Mikropylapparat ein und verweilen längere Zeit in der
Aussenschicht, bis die beiden Richtungskörperchen abgeschnürt
sind. Hierbei schwindet der Schwanz mehr und mehr, es bildet
sich (vom Schwanzfaden aus) eine helle Substanz, welche eine
Strahlung im umgebenden Plasma veranlasst, das Arrhenoid, die
Substanz des Spermatozo'ids bläht sich auf, und der Samenkern ist
so zur Copulation bereit geworden. Bei den Insekten kommt
Polyspermie häufig vor, ohne dass dieselbe nachweislich nachtheilig
wäre. Nachdem der aus der Verschmelzung von Ei- und Samen-
kern entstandene Furchungskern sich einmal getheilt hat, kommt
ein (vielleicht nur kurze Zeit dauernder) Zustand, wo von Chroma-
tinsubstanz nichts mehr wahrzunehmen ist.
In Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 429—451, findet sich eine
Uebersetzung der allgemeinen Betrachtungen, die N. Cholodkovsky
am Schluss seiner Abhandlung: Die Embryonalentwickelung
von Phyllodromia germanica angestellt. Da mir die genannte
Abhandlung, die in den Mem. de l'Acad. Imper. des Sei. de St. Peters-
bourg, (7. Ser.), XXXVIII, No. 5, erschienen ist, nicht zugänglich
ist, so berichte ich hier wenigstens über obiges Bruchstück: On the
morphology and phylogeny of insects. Der Verfasser steht
auf dem Standpunkt, dass er die entscheidende Antwort auf so
manche Frage der vergleichenden Anatomie nur von der Embryologie
erwartet, gewisse Fragen daher noch nicht reif zu einer Beantwortung
erklärt, und andere anders beantwortet, als eine Zeit lang üblich
war. Der Kopf der Insekten besteht nach ihm aus mehr als 4,
wahrscheinlich 6, Segmenten, von denen eines, das präantennale,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 21
zugleich präoral ist, während die übrigen sämmtlich postoral sind.
Das erste dieser postoralen Segmente trägt die Fühler, die somit
den übrigen ventralen Gliedmassen homolog sind. Sie korresjDondieren
nicht mit den Antennen des Peripatus, die präoral sind, wohl aber
mit den Oberkiefern der Spinnen und vielleicht den 2. Fühlern der
Crustaceen. Zu einer Homologisierung der übrigen Bauchglied-
massen in den verschiedenen Arthropodenklassen fehlt gegenwärtig
noch das embryologische Material, da die Möglichkeit besteht, dass
an dem Keimstreif mancher Arthropoden Segmente zurückgebildet
sind. Auch die an den Hinterleibssegmenten des Keimstreif auf-
tretenden Gliedmassen sind den Brustbeinen homolog, und diese
Homologie wird weder dadurch gestört, dass sie unter Umständen
später, oder ausserhalb der Eeihe der Brustbeine entstehen, noch da-
durch, dass sie ungegliedert bleiben. In wie weit die Abdominalanhänge
der Insektenlarven und Imago mit den Brustbeinen homolog sind, bleibt
in manchen Fällen noch der embryologischen Untersuchung zu ent-
scheiden überlassen; festgestellt ist diese Homologie für die Cerci
der Blatten, Gonapophysen der Heuschrecken und Bienen; Ventral-
tubus und Springgabel der Taysanuren. Das erste Abdominalfuss-
paar diente ursprünglich gleich den übrigen der Lokomotion, und
die ältesten Insekten, bezw. ihre Vorfahren waren homopod. Es
sind aber die sechsbeinigen Insektenlarven eben so wenig von den
vielbeinigen abzuleiten, ^vie umgekehrt; beide sind unabhängig von
einander entstanden.
W. M. Wheeler hat eine ausführliche Abhandlung über die
appendages of first abdominal segment of embry o in insects
verfasst; Trans. Wiscons. Acad., VHI, S. 87—140, mit 3 Pls. Er
nennt diese Anhänge Pleuropodia, einmal wegen ihres vermuth-
lichen Ursprunges von fussähnlichen Organen, und dann, weil sie
die Neigung haben, wenn völlig entwickelt, eine seitliche Stellung
anzunehmen. Die Pleuropodien waren einst Organe von bedeutender
Wichtigkeit für die primitiven Hexapoden. Dies folgt nicht nur aus
der bedeutenden Grösse, zu der sie sich bisweilen, z. B. Blatta,
entwickeln, sondern auch aus der Verschiedenheit des Baues, welche
sie darbieten. In einigen Ordnungen scheinen sie konstant vor-
handen zu sein, während sie in anderen, Hymenopteren und Lepi-
dopteren, ebenso konstant zu fehlen scheinen. Sie sind immer vom
Ektoderm abgeleitet und entstehen als Anhänge, welche eine
Homologie der Reilie mit denen des Thorax und übrigen Hinter-
leibes bilden. Bisweilen entstehen sie durch Invagination, bisweilen
durch Evagination. Die Zellen und deren Kerne, aus denen sie
bestehen, werden grösser und mehr succulent als die gewöhnlichen
Ektodermzellen, sie enthalten eine oder zwei Höhlungen. Keine
Tracheen, Nerven oder Muskeln treten in sie ein; in einzelnen Fällen
sind Mesodermelemente in ihnen wahrgenommen worden, wahr-
scheinlich Blutkörperchen oder Fragmente von mesenchymatischem
Gewebe. In einigen Fällen sondern ihre vergrösserten Zellen an
ihren Enden eine eiweissartige Flüssigkeit, eine granulierte Masse,
22 Pli- Bertkau: Bericlit über die wissenscliaftlicheu Leistungen
ein Bündel von Fäden oder eine dicke, streifige, kutikulaähnliche
Masse ab. Die Einschnürungen, die in manchen Fällen an ihnen
auftreten, sind wahrscheinlich gleicher Art mit denen, die an den
Beinen die Segmentierung hervorrufen. In einigen Fällen wenigstens
wird keine Kutikula über der Oberfläche der Zellen der Pleuropodien
gebildet. Ihre grösste Entwickelung erreichen diese Organe während
der Unirollung des Embryos; bald nachdem der Dotter von den
Körperwänden umschlossen ist, und das Herz sich gebildet hat,
beginnen sie zu degeneriren. Dieser Vorgang besteht nicht immer
in einer Reabsorption in den Körper des Embryo, sondern auch in
einem Auseinanderfallen der grossen Zellen und einer Auflösung
derselben ausserhalb des Körpers des Insekts.
Von den verschiedenen über die Natur dieser Anhänge geäusserten
Ansichten, Kiemen, Sinnesorgane, Drüsen, möchte Wheeler die letztere
annehmen.
G. Joseph's Bemerkungen über l'influence de l'eclairage
sur la disjonction des organes visuels, leur reduction,
leur atrophie complete et leur compensation chez les
animaux cavernicoles, Bull. Soc. Zool. de France, XVII, S. 121
bis 125, haben im wesentlichen denselben Inhalt wie ein 1876 von
demselben Verfasser veröffentlichter Aufsatz; vgl. dies. Ber. für 1875
und 76, 1. Hälfte, S. 213 f.
F. Bloch mann regt noch einmal die Frage über das Vor-
kommen von bakterienähnl'ichen Gebilden in den Geweben
und Eiern verschiedener Insekten an; Centralbl. f. Bakteriologie
und Parasitenkunde, XI, S. 234 — 240. Die fraglichen Gebilde finden
sich in dem Fettkörper und den Eiern von Periplaneta, Phyllodromia;
in den Eiern von Camponotus, in dem Darmepithel von Porthesia
chrysorrhoea, im Fettkörper und in den Spinndrüsen von Pieris
Brassicae. Kolturversuche dieser Stäbchen misslangen bisher, und
so ist die Frage, ob es symbiotisch lebende Bakterien oder Erzeugnisse
der damit behafteten Zellen sind, noch ungelöst.
Die biologische Bedeutung der Genitalanhänge der
Insekten sieht C. Escherich darin, dass sie, indem ihre Mannig-
faltigkeit eme ungeheuere ist, die Genitalanhänge der Männchen
aber genau entsprechende bei den Weibchen vorfinden müssen, um
eine wirksame Copula zu Stande zu bringen, Paarungen zwischen
verschiedenen Ai'ten verhindern oder wenigstens erfolglos lassen.
Er führt zur Stütze dieser Ansicht auch einige Literaturangaben an.
Abhandl. Zool. bot. Gesellsch. Wien, 1892, S. 225—239.
Die physiologische Bedeutung des Stachelapparates
besonders der Hymenopteren-Nymphen ist nach Verhoeff
ein doppelter. Diese Stacheln (d. h. stachelartigen Fortsätze, zu-
meist an den Hinterleibsrmgen) dienen entweder zur Ortsbewegung
(z. B. Cossidenpujjpen; Anthracinen- und Eumenesn3'mphen), indem
sich mit ihrer Hülfe die Nymphe durch die engen Gänge vorwärts
schiebt, theils zur Abstreifung der Larvenhaut. Bei den Fossorien hat er
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 23
nur die letzte helkodermatische Bedeutung, welche die ursprüngliche
war, und woraus sich die Verwendung dieses Apparates zur Orts-
bewegung weiter entwickelt hat. Solche helkodermatische Stachel-
apparate sind dem Verfasser auch von nicht wenigen Coleopteren-
nymphen bekannt. — Bei den Anthracinennj^mphen übernehmen die
Kopf- und Analstacheln ausserdem noch die Thätigkeit eines Bohr-
apparates. Zool. Anzeig., 1892, S. 355 — 360.
H. Henking hielt männliche und weibliche Thiere von Pyrr-
hocoris apterus vom Ei an unter Bedingungen, die dem Aufenthalt
im Freien möglichst entsprechen, in Gefangenschaft und fand dabei
eine beträchtlich grössere Sterblichkeit der Männchen als der
Weibchen, so dass sich der Zahlenunterschied, der schon früh
vorhanden war, vergrösserte, je weiter die Zucht vorrückte; Zeitschr.
f. wiss. Zool., 54, S. 39—46.
J. Raulin berichtet über die action de diverses substances
toxiques sur le Bombyix Mori; Compt. Rend. hebd. Acad. Sei.
Paris, CXIV, S. 1289—1291. Die Eier bewiesen gegen lO^oige
Lösungen energischer Gifte (Kupfervitriol, arsenigs. Kali, schwefeis.
Strj^chnin u. s. w.) eine grosse Widerstandsfähigkeit, wurden aber
durch Dämpfe von Benzin, Naphthalin, Chloroform, Nitrobenzin u. s. w.
bald getödtet, ähnlich erwies sich die Wirkung dieser Dämpfe auf
die Raupe. Injizirt sind verschiedene Alkaloide selbst in grosser
Verdünnung wirksam; um keine schädlichen Folgen hervor-
zurufen, musste beispielsweise die Verdünnung des Strychnin auf
5^' ^^^^- 4ÖÖÖÖ' ^'' ^^^'"P^ ^^^^ 320ÖÖ' 120^' ^'' ^""^^^^
^""^ 960ÖÖÖ' 2000000' ^""^ ^'^^^^ '^^^ 1200000' 3200000 ^'''' ^^^'P""'
bezw. Imago gebracht werden.
F. H. Perry Coste hat in Nature, 45, S. 513—517, 541 f.,
einen Auszug seiner im Entomologist veröffentlichten Untersuchungen
über die Farben der Insekten erscheinen lassen; vgl. den vor. Ber.
S. 20 f. — Bemerkungen von F. G. Hopkins zu den Coste'schen
Mittheilungen s. ebenda, S. 581; Coste's Gegenbemerkung S. 605;
Meldola S. 605 f.
F. E. Beddard: Animal coloration; an account of the
principal facts and theories relating to the colours and markings of
animals. London, Swan Sonnenschein & Co. — Besprochen von
E. B. Poulton, Nature, 46, S. 533—537.
C. Verhoeff theilt weitere Beobachtungen über den Aus-
färbungsprocess mit; Ent. Nachr., 1892, S. 54 — 58. Bei den
Lepidopteren verläuft er, wie bei den Hymenopteren, im Nymphen-
stadium, aber die Lepidopterenpuppen smd selbst schon pigmentirt;
bei den Dipteren wie bei den Coleopteren im Imago Stadium, nimmt
bei Dipteren Stunden, bei Coleopteren Tage in Anspruch.
24 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. B. Griffitlis stellte aus den Pujjpon von Pieris Brassicae,
napi, rapae; Plusia gamma; Mamestra Brassicae; Triphaena promiba
einen neuen Stoff, das Pupin, dadm'cli dar, dass er die Pujipenliaut
längere Zeit in lieisser Sodalauge kochte, den Rückstand mit
angesäuertem Wasser, Aether und Alkohol erschöpfte, den Eest
in konzentrierter Salzsäure löste und mit Wasser fällte. Er gibt
dem Pupin die Formel C14 H20 Azg O5. Compt. Rend., CXV, S. 320.
W. Bateson und H. H. Brindley schreiben on some cases
of Variation in secondary sexual characters, statistically
examined; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 585 — 594. Es wurden
gemessen die Länge der Zangen von Forficula auricularia; die
Hörner von Xylotrupes Gideon mid die Mandibeln von Lucanus cervus
Männchen. Die beiden ersten Arten sind diamorphisch, d. h. die
Individuen mit langen und die mit kurzen Zangen bezw. Hörnern
sind zahlreicher, als die mit Zangen (Hörnern) mittlerer Länge;
Lucanus cervus ist dagegen eine monomorphische Art, bei der
die extremen Formen (sehr lange oder sehr kurze Mandibeln) seltener
sind als die Exemplare mit einer mittleren Länge der Mandibeln.
In einem Aufsatz: Das Gebirge, ein Rückzugsgebiet für
die Thierwelt, in Mitth. d. Aarg. naturf. Gesellsch., VI, S. 111—196,
behandelt H. Fischer-Sigwart die alpine Thierwelt, die theils auf
Einwanderungen von der Ebene zurückzuführen, theils nordischen
Ursprungs, theils endemisch ist. Ueber die Insekten finden sich
einige Bemerkungen auf S. 159 — 168.
Als Instances of Instinct of Insects führt G. V. Hudson
die Beobachtung an, dass eine kleine Springspinne eine vier Mal
so grosse Fliege gerade in die Brust, den Sitz der grossen Ganglien
gebissen hatte. — Beim Einsammeln von Insekten glaul)t Hudson
ein welkes Blatt haben niederfallen sehen; dasselbe erwies sich aber
als ein Schmetterling, Drepanodes muriferata, und sich bei Gefahr
fallen zu lassen, das ist eben bei diesem auch im Sitzen einem
welken Blatte ähnlichen Schmetterlinge die instinktive Handlung.
— Diebeiden anderen Fälle, die Hudson erwähnt, sind der Literatur
entnommen (Phycis carbonariella sucht verbrannte Stellen auf; Osmia
bicolor bedeckt die mit Bratzellen besetzten Schneckenhäuser mit
Grasstückchen; vgl. hierzu den vor. Ber. S. 240); Trans, a. Proc. New
Zealand Instit., XXIV, S. 354— 358.
E. Haase stellte Untersuchungen über die Mimicry auf
Grundlage eines natürlichen Systems der Papilioniden an;
Biblioth. Zool., VIII, S. 1—112, mit 9 Textabbildimgen. — Das Werk
selbst ist mir nicht zugänglich gewesen; nach den Entom. Nachr.,
1892, S. 144, sucht der Verfasser den Nachweis zu liefern, dass eine
lediglich die Zeichnimg berücksichtigende Untersuchung über Ver-
wandtschaft unmöglich zu befriedigenden Resultaten gelangen kann;
Reispiel dafür ist Doritis und Parnassius, die beide, obwohl nahe
verwandt, eine durchaus verschiedene Zeichnung haben. Gleichwohl
lässt sich eine gewisse Regehuässigkeit in der Umbildmig der Zeich-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 25
nung verfolgen. Für Papilio wird eine gelblich gefärbte Urform
mit 10 über beide Flügel verlaufenden dunkeln Querbändern an-
genommen; für die dem Geäder nach von Papilio abzuleitenden
Sericinus und Armanlia eine solche mit Vereinigungen zweier be-
nachbarter Bänder am Hinterrande, und zu diesen Vorstufen tritt
als dritte für Doritis eine Urform mit unentschiedener unregel-
mässiger Querstrichelung , welche zur Bildung von Flecken und
Bändern führte, und auch bei Pap. Erithonius, Demolens, Xuthus,
bei Elymnias, bei Satyriden, Nymphaliden, bei den Caligiden, bei
Nyctalemon angedeutet ist, hinzu.
V. Haecker hielt über spezifische Variation bei Arthro-
poden, im Besonderen über die Schutzanpassungen der Krabben
einen Vortrag, der in den Ber. d. naturf. Gesellsch. zu Freiburg i. Br.,
VI, S. 90 — 100 abgedruckt ist. Der Verfasser weist darauf hin,
dass gewisse Anpassungskategorieen mit Vorliebe oder fast aus-
schliesslich in bestimmten Gruppen, in diesen dann aber auch in
der verschiedensten Form auftreten, so dass sie für diese Gruppe
spezifisch sind. So sind die sekundären Geschlechtsunterschiede
bei den Lamellicornien an den verschiedenen Stellen des Körpers
(Fühler, Beine, Kopf, Halsschild) ausgeprägt; im Gegensatz dazu
bei den Laufkäfern und verwandten Famihen fast nur an den
Tarsen der Vorderbeine. Unter den Krebsen treten sekundäre
Geschlechtsunterschiede bei den Copepoden fast an allen Extremi-
täten von den Fühlern bis zum letzten Thorakalbeinpaar auf. Bei
den Brachyuren hat sich der Instinkt, sich zu schützen, in ver-
schiedenem Grade ausgebildet, von Calappa an, die sich im Sande
vergräbt, bis zu den Formen, wie Dromia und den Oxyrrhynchen,
die mit allerlei Fremdkörpern ihren Rücken bedecken und sich
dadurch unkenntlich machen. Während Dromia die beiden hinteren
Fusspaare zum Festhalten dieser Fremdkörper benutzt, besitzt die-
selbe auf der Stirne auch solche Angelhaare, wie sie den Oxyr-
rhynchen zum Anheften der Fremdkörper dienen, und das mag so
zu erklären sein, dass sich Dromia oder ihre Vorfahren früher in
derselben Weise wie jetzt die Oxyrrhynchen maskierten.
K. Escherich macht Bemerkungen über die Gesetzmässig-
keit im Abändern der Zeichnung bei Insekten und erläutert
dieselbe an dem Beispiele von Mylabris; Deutsch. Entom. Zeitschr.
1892, S. 113-130, Taf. I.
F. Plateau: La ressemblance protectrice dans le regne
animal; Bull, de l'Acad. roy. de Belgique (3. S), XXIII, No. 2,
S. 89 — 135. Der Verfasser zeigt, dass die Erscheinung der schützenden
Aehnlichkeit eine weit, vielleicht allgemein verbreitete ist und dass
Belege dazu in Europa und Belgien ebenso reichlich wie in den
Tropen zu finden sind. Er beweist dies durch Beispiele, die Be-
wohner des Meeres, der Sandflächen und des Waldes betreffen,
und zumeist den Arthropoden, namentlich Insekten angehören.
26 Pli. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
H. Zimmermann: Ueber Schutzfärbung und Mimicry
mit besonderer Berücksichtigung der heimischen Thierwelt; Verhandl.
Naturf. Ver. Brunn, XXX, Sitzgsber. S. 34—43.
R. H. Thomas berichtet über einen Fall von Protective
mimicry. Bei Dartmoor waren grosse Strecken der Haide ab-
gebrannt; die Haide wimmelte von Heuschrecken, dem „kleinen
grünen Grashüpfer mit kurzen Fühlern". An den abgebrannten
Stellen nun war der Kopf, Thorax und Hinterleib dieser Thiere
kohlschwarz, die Flügel aschfarben. Eine solche abgebrannte Stelle
mass 30 — 40 Quadratyards, und 1 — 2 Yards entfernt von dieser
waren wieder alle Exemplare grün. Ein Feind der Heuschrecken,
der sehr zahlreich auf dem Moor war, ist die Zootoca vivipara. —
The Nature, 46, S. 612.
Ein beachtenswerther Fall von (aggressiver?) Mimikry ist Peri-
dexia fulvipes, eine Cicindelido, die von einem Pompiliden, Pogonius
venustipennis Scatss. aufs täuschendste nachgeahmt wird; beide Arten
kommen auf Madagaskar zusammen vor; K. M. Heller, Entom.
Nachi-. 1892, S. 183—185.
H. Simroth berichtet noch einmal ausführlicher über Mimikry
einer Psychide nach einer Clausilia: Naturw. Wochenschrift,
VII, S. 407, mit Holzschn.
F. Plateau berichtet über eine Massenanhäufung von Coccinella
septempunctata an Zweigen von Hippophae rhamno'ides; die dicht
gedrängten Käfer täuschten die ebenfalls dicht gedrängt sitzenden
Beeren dieses Strauches vor; Ann. Soc. Entom. Belg,, 1892, S. 393
bis 396, Holzschn.
Als Insects on the surface of snow sind in Insect life, IV,
S.335f. namhaft gemacht Larven von Chauliognathus und Nephelodes
violans; nach Schneestürmen zeigten sich wiederholt die Larven
von Leucania phragmatidicola, einer imbekannten Eule, von Bibio-
niden und Cecidomyiaden.
A. G. Hubbard macht einige Angaben über das insect life
in the hot Springs of the Yellowstone national park; The
Canadian Entomologist, XXIII, S. 226 — 230. — In dem heissen
Wasser leben tausende von Larven einer kleinen Mücke, auf die
Cicindela haemorrhagica in seichtem Wasser Jagd macht. Ferner
sind in den heissen Quellen ein Ochthebius, während ein gemeiner
Philydrus die ganz heissen Wasser meidet. Am Strande läuft eine
Salda umher, und unter Stücken von Geyserite, dicht am Wasser,
tummeln sich 2 Arten von Nebria, deren Larven ebenfalls im
Geyseritsand leben, aber nicht so nahe dem Wasser wie die Imagines.
— In dem Fü'ehole river, gerade unter dem excelsior geyser, der
fortwährend Ströme heissen Wassers in den Fluss wirft und dessen
Temperatur dadurch auf 70*^ — 75" F. erhöht, war ein Elmis, in
einem kleinen lauwarmen Bach war ein anderer Elmis in ungeheurer
Zahl, sowie eine Corisa. — Auch über das Insektenleben in der
Umgebung der heissen Quellen sind noch einige Angaben gemacht.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 27
F. Brauer schildert das organische Leben in periodischen
Wassertümpeln, vorzüglich die Phyllopoden ; Schrift, d. Ver.
z. Verbr. naturw. Kenntnisse, 31, S. 227 — 262.
C. V. Riley fand in den Blüthenschäften der Agave dasylyrium
einen neuen Cossoniden, mit Amaurorrhinus nahe verwandt;
Thrincopyge alacris, Larve und Imago; Puppe eines Bombylier,
Labena grallator in allen Stadien, Schmarotzer des Buprestiden,
den Cocon einer Mutillide; Elis quadrimaculata; Proc. Entomol. Soc.
Washington, II, S. 210 f.
C. Marchesetti erwähnt als Bewohner der Höhle von Gabro-
vizza bei Triest Niphargus stygius Schiödte; Titanethes albus Schiödte;
Typhloniscus stygius Joseph; Stalita taenaria Scldödte; Blothrus
spelaeus Schiödte; Brachydesmus subterraneus Heller; Troglophilus
neglectus Kruuss; Adelops Milleri Schmidt; Zospeum lautum Fravenf,
und noch unbestimmte Arten Campodea, Isotoma und Anurophorus;
Bull. Soc. Adriat. Sei. natur. Trieste, XIII, S. 17 Anmerk.
In einem Memoire sur quelques Acariens et Thysanoures,
parasites ou commensaux des fourmis, Revue biologique, 4,
S. 377 — 391, führt R. Moniez folgende von E. Wasmann in Ameisen-
nestern bei Exaeten, Feldkirch, Innsbruck, Prag und Davos gefundene
Arten auf: Oribata alata Herrn.; Cepheus tegeocranus Herrn.; Ere-
maeus cymba Nie; Gamasus crassipes L.; Holostaspis terreus
Can. Sf Fanz.\ Laelaps complanatus, flexuosa Mich., cuneifer Mich.\
Uropoda lamellosa Can. <^ ßerl., Ricasoliana Berl., spatulifera;
Trombidium erythrellum Koch; Rhyncholophus regalis Koch; Dis-
paripes! nudusV Berl.; Tyroglyphus Wasmanni, Krameri; Campodea
staphylinus Westiv.; Lepismina polypoda Grassi\ Macrotoma
flavescens Tidlh.; Isotoma palustris iimel.
W. M. Schöyen: Hundens udvendige parasiter. Norsk Jaeger-
og Fiskerforenings-Tidsskrift 1891. Der Verfasser behandelt in
populärer Weise Pulex serraticeps; Haematopinus piliferus; Tricho-
dectes latus; Demodex foUiculorum; Sarcoptes squamiferus; Derma-
tophagus canis; Ixodes ricinus.
A. V. Riley behandelt some interrelations of plants and
insects; Insect life, IV, S. 358 — 378. Am ausführlichsten kommt
die Lebensweise von Pronuba yuccasella und maculata zur Sprache,
ferner die von Prodoxus decipiens und marginatus; die Kaprifikation
der Feigen nebst allgemeinen Betrachtungen.
P. Knuth: Vergelijkende waarnemingen over het
insektenbezoek aan planten der Syltsche beide en der
Sleeswijksche vastelandsheide; Botan. Jaarboek Dodonaea,
IV, S. 26 — 51. Der Verfasser kommt zu folgenden Schlüssen:
Gewisse Insektengattungen sind auf der Insel nur spärlich (Eristalis,
Helophilus) oder gar nicht (Empis, Anthrax) vertreten. Dagegen
kommen die an bestimmte, auf der Insel weit verbreitete Pflanzen-
arten (Hypochoeris, Hieracium) gebundenen Insekten (Panurgus) dort
vor, während sie an den Stellen des Festlandes, wo die betreffenden
28 PJi- Bertkau: Beriebt über die wissenschaftlicben Leistungen
Pflauzen niclit (reichlich) vorhanden sind, gleichfalls fehlen. —
Die Blüthen einer und derselben Pflanzenart (Knautia, Erica, Arnica,
Thymus, Jasiona) werden anf der Insel von verhältnissmässig
weniger Lisektenarten besucht, als auf dem gegenüberliegenden
Festlande.
H. W. Heinsius: Eenige waarnemingen en beschou-
wingen over de bestuiving van bloemen der nederlandsche
flora door insecten; ebenda, S. 54 — 144, PL I — XIII.
Vegetable wasps and plant worms; a populär history of
entomogenous fungi, or fungi parasitic upon insects. By M. C. Cooke;
London, 1892; 364 Ss., mit 4 Tff. und vielen Textfiguren. — Dieses
populäre Werk ist wesentlich auf die Benutzung durch den Ento-
mologen berechnet, dem es die Benennimg der von ihm auf irgend
einem Insekt gefundenen Pilze ermöglichen soll. Die letzteren sind
in einem einleitenden Kapitel in 4 Gruppen gebracht: Cordyceps-
Gruppe, Laboulbeniaceae , Entomophthorae , und eine Gruppe von
heterogenen Pilzen, welche nicht im eigentlichen Sinne Parasiten
und nicht insektentödtend sind. Die weitere Anordnung des Stoffes
ist nach entomologischen Gesichtspunkten getroffen, indem, mit den
Hymenopteren beginnend, eine Aufzählung aller derjenigen Pilze
gegeben wird, die auf irgend welche Art der betreifenden Ordnmig
gefimden sind. Für den Mykologen ist ein systematisches Ver-
zeichniss der Pilze zusammengestellt mit Hinweisen auf die Ver-
breitung und Namen ihrer Wirthe.
A. Laboulbene: Essai d'une theorie sur la production des
diverses galles vegetales; Compt. Eend. hebd. Acad. d. Sei. Paris,
CXIV, S. 720—723.
C. Massalongo: Di alcuni entomocecidii della flora
veronese; Bull. Soc. botanica italiana, 1892, No. 1.
D. V. Schlechtensal ergänzt die Gallbildungen deutscher
Gefässpflanzen durch Nachträge und Berichtigungen; Jahresber.
d. Ver. f. Naturk. z. Zwickau, 1891, S. 1—10.
Charl. Robertson: Flowers and Insects; Transact. St. Louis
Acad. Sei., V.: Umbelliferae S. 449 — 460; Asclepiadaceae to Scrophu-
lariaceae S. 569 — 598.
K. W. V. Dalla Torre stellt die Zoocecidien und Ceci-
dozoen Tirols und Vorarlbergs zusammen; Berichte d. naturw.-
mediz. Vereins i. Innsbruck, XX, S. 90 — 172; Sitzgsber. S. XXXI.
J. J. Kieffer setzt sein Verzeichniss über die Zoocecidien
Lothringens fort; Entom. Nachr., 1892, S. 43—46, 59—64, 73—80.
R. Liebel zählt die (282) Zoocecidien der Holzgewächse
Lothringens auf; ebenda S. 257 — 287.
Hieronymus zeigte in dem Verein f. schlesische Insektenlumde
in Breslau am 6. März 1891 mehrere zumeist aus Südamerika und
Italien stammende Gallen vor, die verschiedenartige Erzeuger haben ;
Vereinsnachrichten, 17. Heft, S. XVI — XIX.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 29
C. Berg fügt den aus der Literatur bekannten Fällen von
Canibalismo entre Insectos, die hauptsächlich Raupen (Calymnia
trapezina; Agrotis ypsilon; Heliothis armigera u. a.) betreffen, neue
hinzu, die er in dem heissen und trockenen Sommer 1883 an
Pezotettix vittiger, maculipennis und arrogans beobachtete; An. Soc.
Cientif. Argentina, XXXIV, S. 236—238.
J, Dufour: Note sur le Botrytis tenella et son emploi
pour la destruction des vers blancs; Bull. Soc. Vaud. Sei. nat.,
No. 106, S. 49—56; Proc. Verb., S. I f .
M. Pic erwähnt zwei Monstrositäten seiner Sammlung: einen
Monohammus sutor, dessen eine Antenne bei normaler Glieder-
zahl viel kürzer ist als die andere, und einen Carabus monilis,
dessen eine Antenne einen Ast aussendet; Revue d'Entomol. , XI,
S. 258.
R. Krieger beschreibt Zwei Hymenopterenzwitter, nämlich
Halictus cylindricus F.^ dessen Kopf rechts männlich, links
weiblich ist; ein Stachelapparat war fast normal ausgebildet; nur
auf der rechten Seite zeigte er eine geringfügige Verkümmerung,
und Macrophya rustica L., die im Thorax links männlich, rechts
weiblich war; der Hinterleib war nicht ganz symmetrisch gefärbt,
ohne eigentlich die beiderlei Geschlechtsmerkmale auf die eine und
andere Seite vertheilt zu tragen. Links war die linke Hälfte eines
weiblichen Legebohrers, rechts ein vollständiger männlicher Be-
gattungsapparat ausgebildet. — Zeitschr. f. Naturwissensch. , 65.,
S. 137—140, 3 Holzschn.
E. Frey-Gessner beschreibt zwei Z^\dtter von Chalicodoma
muraria; die Zahl der Fühlergiieder und die Behaarung männlich,
aber mit einem Stachel; Mitth. Schweiz, entom. Gesellscli., VIII,
S. 372 f.
A. Forel beschreibt einen Hermaphroditen von Azteca insta-
bilis Smith] Bull. Soc. Vaudoise Sei. nat., (3. S.)', Vol. XXVIII,
Nr 109, S. 268—270, PL XVI. Der Hinterleib ist rein männhch,
Kopf und Thorax rechts männlich, links weiblich.
Hermaphrodit von Aglia tau var. nigerrima (weibhch,
rechter Fühler männlich, doppelt-, linker einseitig — gekämmt;
F. Rühl, Soc. Entom., VII, S. 37.
Ein Hermaphrodit von Aspilates strigillaria Hhii. afgeb.
door K. N. Swierstra; Tijdschr. v. Entomol , XXXIV, S. 338, PI. 17,
Fig. 3 (nicht ganz regelmässiger Zwitter, links weiblich, rechts
männhch).
Lang erhielt aus „Rannen" (d. h. versunkenen Eichenstämmen)
im Bette der Regnitz, denen er ein vorhistorisches Alter zuschreibt,
mumifizirte Hamaticherus heros; Soc. Entom , VII, S. 57.
In einer Nota preventiva lenkt M. Canavari die Aufmerksamkeit
auf einen in den Kohlenablagerungen von S. Lorenzo am Mte. Pisano
gefundenen Blattiden-Flügel. Derselbe zeigt Merkmale der Gat-
tungen Etoblattina und Progonoblattina; eine genauere Be-
30 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
neimung wird erst nach eingehenderem Studium möghch sein.
Atti d. Soc. Toscana di Sei. Natur., Proc. Verbah; Vol. VIII, Adun.
d. d. 17 gennaio 1892, S. 33 f.
Gelegentlich eines Ueberblickes über die tertiäre Rhynhophoren-
fauna Nordamerikas macht S. H. Scudder auch einige allgemeinere
Bemerkungen über die tertiäre Insektenfauna. Dieselbe hat bis
jetzt (mit Ausnahme des umstrittenen Planocephalus) keine höheren
systematischen Gruppen als die Gattung als ihr ausschliessliches Eigen-
thum aufzuweisen, ausgenommen eine rein ausgestorbene Unterfamilie
der Rhynchitiden ; die Mannigfaltigkeit des Insektenlebens war
damals schon sehr gross, und auch die verschiedenen Beziehungen
zu einander, Schmarotzer u. s. w. , schon weit ausgebildet. Bei
einzelnen Familien lassen sich aber durchgehende Unterschiede von
den heute lebenden Vertretern derselben nachweisen. So ist bei
den Blattläusen die bedeutende Länge der Flügelmalzelle ein charak-
teristisches Merkmal der fossilen Arten, das sich sowohl bei den
Aphidinen, wie bei den Schizoneurinen findet; bei den Pentatomiden
bleibt die Entwickelung des Skutellum hinter der der heutigen
Formen zurück. Ein weiteres Beispiel dieser Art liefern die Sta-
phyliniden, deren Fühler und Beine in den fossilen Formen durch-
gängig kürzer sind als in den heutigen, wie besonders deuthch bei
Angehörigen derselben Gattung hervortritt. Proc. Boston Soc. Nat.
Hist., XXV, S. 371 f.
B. Förster bearbeitete die Insekten des „plattigen Stein-
mergels" von Brun statt; Abhandl. z. geol. Spezialkarte von
Elsass- Lothringen, Bd. IIL, Heft 4, S. 335 — 593, Taf. XI — XVL
Die Lagerstätte dieser Insekten befindet sich bei Brunstatt, nicht
weit von Mühlhausen i. F., und besteht aus ca. 4 m dicken, ab-
wechselnd kalkärmeren weichen und kalkreicheren harten Schichten,
und liegt konkordant dem Melanienkalk auf; die Schichten gehören
dem untersten Mitteloligocän an. In diesen Schichten sind gefunden
worden 354 Insektenreste, von denen 235 genauer untersucht wurden
und eine Bestimmung zuhessen (159 Arten). Dieselben verth eilen
sich auf die einzelnen Ordnungen wie folgt: Coleoptera 57 (Cara-
bid. 7, Hydrophil. 4, Staj)hylinidae 3, Phalacr. 1, Nitidul. 1, Buprest. 1,
Malacod. 1, Anobiad. 1, Cistel. 1, Bruchid. 2, Curculion. 18, Anthri-
bid. 1, Scolyt. 1, Cerambyc.l, Chrysomel. 10, Coccinell.4), Hymenoptera
22 (Mutillid. 1, Chrysid. 1, Formicid. 17, Bracon. 1 , 'Chalcid. 1,
Tenthred. 1); Diptera 30 (Chironom. 1, Tipulid. 2, Mycetophil. 7,
Simuliad. 1, Bibionid. 12, Empid. 1, Dolichopod. 1, Syrphid. 2, An-
thomyiad. 1, Sciomyz. 2); Rhynchota 49 (Pentatom. 31, Lygaead. 8,
Reduviad. 1 , Fulgorid. 2 , Cicadelhd. 7) ; Orthoptera 1 ' (Blattid.).
Lässt man einen Cerambyciden und eine Formicide, die generisch nicht
bestimmt sind, unberücksichtigt, so gehören (mit Ausnahme der
4 Escheria - Arten) alle (anderen) Arten noch jfetzt lebenden
Gattungen an; 2 Hessen sich sogar von jetzt lebenden Ai'ten
nicht trennen (Dorcatoma Bovistae; Bruchus Pisi). 35 Arten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 31
sind fossilen Arten anderer Lagerstätten so nahe stehend, dass sie
mit diesen verglichen werden oder mit ihnen identifizirt werden
können; es sind dies Arten von Rott, Oeningen, Radoboj, Aix, Corent
imd ans dem Bernstein. Der Verfasser hält sich zu dem Schlüsse
berechtigt, dass das Klima zur Zeit der Ablagerung ein milderes
gewesen sei, als gegenwärtig.
H. S. Scudder macht some inscets of special interest
from Florissant and other points in the tertiaries of Colo-
rado and Utah bekannt; Bull. U. S. geol. survey, No. 93, S. 11 — 25,
PL I — III. Die Insektenreste sind eine Agrionine, Trichocnemis
aliena, zur Legion Platycnemis gehörig. Gegenwärtig sind die
nächsten Verwandten in der tropischen Alten Welt vertreten; der
(Platycnemis) icarus von Rott ist ebenfalls ein Trichocnemis. Eine
zweite Odonate ist der erste Vertreter der Gomphinen in fossilem
Zustand, und der Legion Gomphoides, aber mit einer Kombination
des Aderverlaufs — es ist nur ein Vorderflügel erhalten — , wie sie
gegenwärtig nicht mehr vorkommt. Der Flügelrest ist einem
Stenoc/omp/ii/s (n. g.) Curietoni zugeschrieben; er fand sich im
Crest of Roan Mountains, Colorado. Ein dritter Rest stellt den
wohlerhaltenen Hmterflügel einer grossen Cikada dar, G\Q,Si(\.?i grandiosa
von Florissant. Em zu den Nosodendrinen gehöriger Byrrhide
unterscheidet sich von Nosodendron durch die Fühler, die eine kaum
scharf abgesetzte Endkeule besitzen; die einzelnen Glieder sind
vielmehr wenig an Dicke verschieden. Scudder errichtet hierfür
die neue Gattung Nosotofecns, in die ausser der beschriebenen
Art N. Marcom von Florissant noch zwei andere Arten derselben
Herkunft und wahrscheinlich auch (Byrrhus) exanimatus v. Heyd.
gehören. Ein zweiter beschriebener Käferrest ist Carabites exanimvs
von dem White river, Utah. — Interessant ist das Vorkommen
eines Oestriden als Beweis, dass die tertiären Wiederkäuer schon
ihre Plagegeister hatten. Das Flügeigeäder ist durch den Verlauf
der 4. Längsader ausgezeichnet; sonst scheint die Art der Gattung
Hypoderma nahe zu stehen. Sie stammt von Florissant und ist
Palfuejoestrus (n. g.) oJigocenus genannt. — Eine andere Art der
Mycetophihden, Mycetopliaetus (n. g.) intermedius^ wird als Typus
der neuen Unterfamilie Mycetophaetinae angesehen. Sie hat im
Flügel Merkmale vereint, die bei lebenden Formen nur in getrennten
Gruppen vorkommen, nämlich: Die vena media entspringt an der
Flügelbasis von der v. postica und verbindet sich durch eine Querader
nahe an der Basis auch mit dem radius; die Querader verlängert,
sehr schief; Humeralzelle in der Mitte sehr wenig erweitert; Brachial-
ader sehr verlängert, beide CubitalzeUen offen und verlängert. Die
untere Diskoidalader entspringt von der vena postica, ist aber an
ihrer Basis durch eine bei den übrigen Mycetophiliden fehlende
Querader auch mit der vena media verbunden. Die vena axill.
vollständig. — Einem zu den Libytheinen gehörenden Schmetterlinge
ist der Name Barharothea (n. g.) Florissanti gegeben. Von
Hymenopteren wurde bei Florissant eine mit Tarpa verwandte
32 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Thenthredinide, Atocus (n. g.) defessus! gefunden. Alle Arten sind
auf den drei Tafeln abgebildet.
D. Scharp möchte den Hemimerus talpoides Wlk.^ der nach
Sj ÖS tedt parasitisch lebt, zu den Käfern, neben die Platypsylliden,
bringen; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 212f.; Entomol. Tidskr.,
1892, S. 174.
F. Müller theilt mir brieflich mit, dass der S. 30 des vor.
Ber. erwähnte Arthropod (?) aus einem Bergstrom Ceylon's nach der
Beschreibung übereinstimme mit den bei Blumenau häufigen Larven
von Paltostoma torrentium, welche Müller nebst Puppe und
Imago im Arch. do Museu Nac. do Rio de Janeiro, IV, S. 57 — 85,
Taf. IV — VII, beschrieben habe.
J. C. Hilliger fand in seinem Garten bei Valparaiso im Erd-
boden „ein Thier, das in Etwas der Larve des Maikäfers glich,
doch mit einem spitzeren Kopf und halb so gross, das sehr stark
phosphorescirte ; " Helios, 9. Jahrg., No. 10, S. 84.
Arachnoidea.
P. Gaubert stellte an Recherches sur les organes des
sens et sur les systemes tegumentaire, glandulaire et
musculaire des appendices des Arachnides; Ann. Sei. nat.,
(7. S.), Zool., T. XHI, S. 31—184, PI. 1—4. Der Verfasser stellt
in dieser Abhandlung die Resultate von Untersuchungen zusammen,
über die er im einzelnen meist schon einen vorläufigen Bericht
erstattet hat; z. Th. waren diese vorläufigen Mittheilungen in dem
mir nicht zugänglichen Bull. Soc. philomat. erschienen.
In der Kutikula der Arachniden unterscheidet Gaubert nur
2 Lagen, von denen namentlich die innere aus mehreren Schichten
bestehen kann. Die Hypodermis zeigt an den verschiedenen Körper-
steUen ein verschiedenes Aussehen und nimmt an gewissen Stellen
einen drüsigen Charakter an. So bilden solche drüsigen Zellen zwei
Streifen an den Maxillen der Dipneumonen, während sie den Tetra-
pneumonen mit rudimentären Maxillen fehlen. Eine ähnliche Modi-
fication erleiden die Hypodermiszellen im Grunde der Mundhöhle
und an der Unterlippe der Spinnen; an der Basis der Schenkel von
Opilionen sind die Hypodermiszellen ebenfalls vollkommen drüsen-
artig ausgebildet. Bei den Spinnen dienen diese drüsigen Stellen
der Haut dazu, ein klebriges Sekret abzusondern.
Die Haargebilde der Haut haben denselben Bau wie die Haut
selbst, und die Fusskrallen sind ebenso gebildet. Die bisher an
dem ersten Beinpaar der Solpugiden vermissten Krallen kommen
bei Galeodes in Gestalt zweier kleinen, ungezähnten, durch Muskeln
beweglicher Häkchen vor.
Die Sehnen der Muskeln sind innere I'ortsetzungen der Hypo-
dermis und der Kutikula; sie sind zyhndrisch, und verzweigen sich
gewöhnlich an dem Ende, das den Muskelfasern zum Ansatz dient.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 33
Drüsige Einstülpungen der Haut sind die Giftdrüsen der Spinnen,
die Maxillardrüsen, die Rostraldrüse, und Drüsen in der Patella
von Teraphosinen. Die Maxillar- und Rostraldrüsen sollen den-
selben Zweck haben, wie die drüsigen Streifen in den Maxillen,
nämlich die Enden der Extremitäten mit einem klebrigen Sekret
zu überziehen; von den Maxillardrüsen hat Referent früher eine
andere Bedeutung nachgewiesen. — Die Patellardrüsen der Terapho-
siden(Cyrtauchenius) sind einfache oder an ihrem freienEnde verästelte
Schläuche, welche an der Rückenseite der Spitze der Patella aus-
münden.
Hautsinnesorgane sind die leierfÖrmigen Organe, welche bei den
Spinnen, Chernetinen, Opilionen und Pedipalpen vorkommen; ferner
die Kämane der Skorpione, die „raquettes coxales" der Solpugen
und flaschenförmige Organe an den Enden der Palpen und des
ersten Beinpaares der letzteren. Ueber die Funktion der leier-
fÖrmigen Organe hat Gaubert durch Versuche ermittelt, dass sie der
Wahrnehmung: der Wärmeschwankungen dienen; ausserdem dienen sie
vielleicht auch anderen allgemeinen Wahrnehmungen. — Die Kämme
der Skorpione dienen als Tastwerkzeuge; eine besondere Rolle spielen
sie bei der Begattung. — Der in den Stiel der „raquettes coxales"
eintretende Nerv verzweigt sich in der Fläche und die Verzweigungen
strahlen nach dem freien Rande aus. Dieser Rand ist zwischen
Ober- und Unterseite eingestülpt und auf dem Grunde der Ein-
stülpung befinden sich kleine Kegel, an denen die Nerven enden,
nachdem sie vorher eine Nervenzelle aufgenommen haben. Wenn
die Thiere mit diesem Apparat Wahrnehmungen machen wollen, so
stülpen sie den mit den Kegeln besetzten Raum durch die Schwell-
barkeit der Gewebe wahrscheinlich hervor. An den Palpen und
dem ersten Beinpaar der Solpugen kennt Gaubert nur die tief
eingestülpten flaschenförmigen Organe, an deren Basis sich eine
Nervenzelle befindet (vgl. unten); diese Organe sind vielleicht Gehör-
organe. Die sog. Pseudotracheen der Unterkiefer der Opilionen,
Skorpione und Phryniden, bei welchen letzteren der Verfasser sie
entdeckte, vergleicht er der Rinne in dem oberen Dach der Mund-
höhle der echten Spinnen.
Die Muskeln der Extremitäten bieten bei den einzelnen grosse
Mannigfaltigkeiten; im Allgemeinen hat das letzte Glied keine Muskeln,
mit Ausnahme der Milben, bei denen sich die zur Bewegung der
Krallen dienenden Muskeln im letzten Gliede befinden. Aus der
Muskulatur der Gliedmassen bei den einzelnen Ordnungen lässt sich
schliessen, dass die Glieder, in welche dieselben zerfallen, und deren
Zahl bei den meisten Ordnungen dieselbe ist, nicht sämmtlich
homolog sind; homolog sind nur die beiden ersten Glieder (coxa
und trochanter). Ausser durch die Muskeln können die Glieder
durch ihre Schwellbarkeit in Bewegung gesetzt werden ; diese letztere
ist der einzige Grund für die Bewesfuno- der Stacheln, denen Muskeln
durchaus fehlen.
Avch f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. C
34 Pli- Bertkair. Bericht über die wisseuschaftlicben Leistungen
P. Marchai (La gande coxale du Scorpion et ses rapports
morphologiques avec les organes excreteurs des Criistaces,
Compt. Rend., CXV, S. 191 — 193) unterscheidet in der Marksubstanz
der Coxaldrüse des Skorpions („Sc. occitanus") zweierlei Lakunen:
die einen sind die Lumina der Drüsen, die in eine grosse centrale
Lakune einmünden; die anderen sind Blutbahnen. Die grosse
centrale Drüsenlakune anastomosiert ferner mit dem Ausführungs-
gang; dieser letztere stellt, mehrfach auf sich selbst zusammen-
gerollt, die „Rindensubstanz" der Coxaldrüse her. Die Epithelzellen
der grossen centralen Lakune haben grosse Aehnlichkeit mit denen der
centralen Höhlung im „Säckchen" der Antennendrüse der Decapoden,
wie auch im gröberen anatomischen Verhalten manche Ueberein-
stimmung herrscht. Der Verfasser kommt demnach zu dem Schluss,
dass die Antennendrüse der höheren, die Schalendrüse der niederen
Crustazeen und die Coxaldrüsen der Arachniden höchst wahrscheinHch
Theilorgane einer metameren Reihe sind, vergleichbar den Segmental-
organen der Würmer. — Vgl. auch Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X,
S. 338—340.
E. Simon stellt auf eine liste des Arachnides rec. en
Syrie . . . .; Revue biologique du Nord de la France, 5^ annee,
No. 2, Novembre 1892, S. 1 — 7 (Separat). (52 Araneae, 9 Scorj)iones,
2 Solifugae, 1 Opilione; von den Spinnen ist Scytodes Bertheloti
Lvc. und eine neue Gnaphosa, von den Skorpionen ein neuer Buthus
b emerkens wer th . )
R. I. Pocock, On the (Myriapoda and) Arachnida collec-
ted . . in Algeria and Tunisia, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 2.'3, führt folgende Arten auf: Galeodes Olivieri Sini.; Prionurus
australis (L.)] Buthus europaeus (L.)^ leptochelys (Ehrbg.J. Von
Prionurus australis wird die grosse Verschiedenheit der Geschlechter
und der Jungen hervorgehoben.
R. Gasperini: Prilog fauni dalmatinskin pauha (Araneae
et Opiliones); Spljetu, 1891. Der Verfasser zählt 195 Spinnen und
10 Opilionen nebst Bemerkungen auf. (Bull. Entom. Ital., XXIII.
S. 311.)
Liuguatulina.
St. V. Ratz: A Pentastomum denticulatum vändorl asarol
(Ueber die Wanderung des Pent. dent.); Veterinarius, 1890,
No. 7. Der Sectionsbefund eines Schafes spricht dafür, dass die
Einwanderung in Leber und Lunge von den Lebervenen und Pfort-
adern den venösen Kreislauf entlang und dass die Verbreitung
in den genannten Organen in centrifugaler Richtung erfolgt.
Derselbe kommt durch verschiedene Beobachtungen zu dem
Schluss, dass es wahrscheinlich ist, dass die Pentastomen von den
Organen ihres ersten Wirthes auch auf dem Wege der Athmungsorgane
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 35
aktiv nacli aussen wandern und von da in einen anderen einwandern ;
doch hält Ratz diese aktive Wanderung für eine seltene Erscheinung.
Centralbl. f. Bakteriol. u. Parasitenk., XII, S. 329—383.
W. B. Spencer studirte die Anatomy of Pentastomum teretiu-
sculum, das er in grosser Menge aus den Lungen von Hoplocephalus superbus
und Pseudechys porphyriacus erhielt; s. Quart. Journ. Micr. Sei., XXXIV,
S. 1—73,9 Fls.
F. Mazza: Contribuzione alTanatomia macro-e mi croscopica del
Pentastomum moniliforme Dies.; Atti d. R. Universitä di Genova, 1891.
Acarina.
Zur Ent Wickel ungsge schichte der Milben theiltJ. Wagner
seine Beobachtungen über die Furchung, Keimblätterbildung und
Entwickelung der Extremitäten bei Ixodes mit; Zool. Anz., 1892,
S. 316 — 320. Der Furchungsprozess verläuft nach dem Typus der
partiellen interlecithalen Furchung ; später treten die Zeilen an die
Oberfläche, und im Dotter bleiben keine zurück. Einige in ver-
schiedener Weise ausgezeichnete Blastodermzellen sinken später in
den Dotter und bilden die Dotter- und Entodermzellen; sie bilden
sich an der gesammten Oberfläche des Eies, aber die Entoderm-
zellen bilden an der Rückenseite, näher dem hinteren Ende, einen
Haufen. Im Umkreise dieses Haufens bildet sich an der Oberfläche
des Eies eine furchenartige Vertiefung aus, mid von dieser Ver-
tiefung aus geht die Einwanderung von Mesodermzellen vorsieh.
Am Kopfe entstehen 3 Paar von Höckern, nämlich zwischen dem
CheHceren- und Maxillenpaar, später als diese beiden ein drittes
Paar, das hernach verschwindet; vor den CheHceren, wo Jaworowsky
bei Trochosa ein Extremitätenpaar angegeben hatte, findet sich bei
Ixodes keins. An der Brust kommen 4 Beinpaare zur Anlage,
das 4. gliedert sich sogar, wenn auch undeutlich, wird aber vor
dem Ausschlüpfen zurückgebildet. Im Innern des Hinterleibes tritt
durch die Gruppirung des Mesoderms eine Theilung in mindestens
5 Segmente auf. Im ersten dieser Segmente liegt das Mesoderm
in einer Schicht, wie in den Brustsegmenten ; in den nächstfolgenden
bildet es geschlossene Halbsomite. Am zweiten, dritten und vierten
Segment tritt je ein Paar Höckerchen, Homologa der abdominalen
Extremitäten anlagen bei Spinnen, hervor.
Sur le mode de fixation des larves parasites hexapodes
des Acariens macht S. Jourdain in den Compt. Rend., CXV,
S. 621 f. eine Mittheilung. Während bei manchen der an Insekten
schmarotzenden Milbenlarven das rostrum einfach gebildet ist, wie
bei den erwachsenen Milben, fand er bei einer an ]\Iiris viridis und
an Spinnen schmarotzenden Larve jene dendritischen Bildungen, die
Flögel, dessen Angaben Jourdain unbekannt geblieben sind, schon
i. J. 1876 beschrieben hat; s. dies. Archiv, 1876, I, S. 106 — 115,
Taf. VI. Während aber Flögel in dem baumartigen Gebilde ein
C*
36 PI'- Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Erzeugniss des Spinnen- (also des Wirth-) Körpers sah, durch den
sich dieser gegen den Schmarotzer abzuschliessen suchte, sieht
Jourdain in demselben eine von dem Schmarotzer gebildete Ein-
richtung, eine Art verästelten Rüssels, vergleichbar den Stomator-
rhizen der Sacculina und anderer Schmarotzerkrebse; nach
Jourdain sind auch die an den Zweigenden sitzenden, nach Flögel
geschlossenen, Blasen durchbohrte Saugöffnungen.
Zur Entwickelungsgeschichte und Systematik der
Süsswassermilben bemerkt P. Kramer einer ausführhcheren
Darlegung vorgreifend, dass auf Grund der verschiedenen Larven-
formen unserer Süsswassermilben diese Gruppe in drei Abtheilungen
zu zerlegen ist, von denen die erste Hydrachna, die zweite die
Mehrzahl aller Süsswassermilben und die dritte die Gattungen
Diplodontus, Hydrodroma, Eylais, wahrscheinKch auch Limnochares
umfasst. Die letztere Abtheilung w^eist die grösste Verwandtschaft
mit den Trombidiaden auf und sondert sich wieder in zwei Unter-
abtheilungen, indem Eylais eine besondere Stellung einnimmt.
Demnach bedarf das von Canestrini aufgestellte System einer Revision.
Indem dort nämlich die sämmtHchen Hydrachnidae in die „Ordnung"
der Hydracarina, und die Trombidiadae in die der Prostigmata
gestellt w^erden, wird der durch die Entwickelungsgeschichte be-
gründete natürliche Zusammenhang beider Familien gestört. Zool.
Anz., 1892, S. 149.
A. Batelli's Note anatomo - fisiologiche sugli Ixodini
sind mit einigen Berichtigungen und Ergänzungen auch im BuUett.
Soc. Entom. Ital., XXIII, S. 218—235 abgedruckt; vgl. den vor.
Ber. S. 36.
L. Karpelles fand in der Cutis und dem subcutanen Binde-
gewebe einer Krontaube massenhaft Parasiten von 2 — 3 mm Länge,
1/3 mm grösster Breite. Dieselben haben 4 Fusspaare, von denen 2
am vorderen Körperende, randständig, stehen und mit 2 langen
Krallen enden; die beiden hinteren stehen weit rückwärts, etwa im
letzten Viertel des Körpers, median; das 3. trägt eine Kralle, das 4.
endigt mit einer sehr langen Borste. Mundtheile (und eine Mund-
öffnung sogar) sollen fehlen. — Die Körpergestalt schliesst sich an
Demodex und Phytoptus an, in der Gestalt der Füsse und Epimeren,
die an den beiden vorderen Fusspaaren sehr stark entwickelt sind,
erinnert das Thier an gewisse Federmilben (Anaiges). Sitzgsber.
zool. bot. Ges. Wien, 1892, S. 46 f.
In den Compt. rendus Soc. de biologie (9. ser.) IV findet sich
eine Reihe von Mittheilungen über Milben im Gehörgang ver-
schiedener Säuger und die dadurch hervorgerufenen Krankheiten
(„Otacariasis" Neumann's):
Raillet & Cadiot: Observations et experiences sur l'otacariase
symbiotique des Carnivores; S. 104;
P. Megnin: Acariens des oreiUes, chez le chat, le füret et le
chien; S. 125;
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 37
Raillet: Simples remarques historiques siir l'otacariase des
Carnivores; S. 126;
P. Megnin: Un dernier mot sur la question de l'epilepsie
acarienne de nos Carnassieres domestiques; S. 142;
Raillet: Sur les convulsions epileptiformes provoquees par les
Acariens auriculaires ; S. 142;
A. Lavoran: Acariens de l'oreille cliez le lapin, paraplegie
reflexe; S. 169.
Die Arten, um die es sich handelt, sind Psoroptes communis
von Kaninchen, Ziege, Gazelle, und Sjonbiotes auricularum von
Hund, Katze und Frettchen. Letztere zeigt nach ihrem Wirth kleine
Verschiedenheiten, die Raillet & Cadiot veranlassten, die Varr. canis,
cati, furonis zu unterscheiden. Diese Verschiedenheiten sind wohl
der Grund, dass die Uebertragung von der einen Art des Wirths-
thieres auf eine andere nicht gelingt. Es kann durch diese Milben
der Tod des Wirthsthieres herbeigeführt werden.
F. Heim erkannte in dem rothen Farbstoff der Larve von
Trombidium fuliginosum Herrn. Zoonerythrin; Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S.**XLEK f.
C. Massalongo: Contribuzione all' acaro - cecidiologia
della flora veronese. Bull. Soc. botanica italiana 1892, No. 1.
C. Massalongo: Acarocecidi della flora veronese ed
Ulteriori osservazioni ed aggiunte. Nuovo giornale botanico
italiano, XXIII.
Sapcoptidae. Hypoderas columbae(?)im Thymus von Col. domestica ;
D. S. Kellicott, Insect life, V, S. 77 f. mit Abbild.
Megninia Pteroglossorum (Guatemala, auf Pt. torquatus); 0. Stell, Biol.
Centr.-Amer., Acarin., S. 40, Tab. XXI, Fig. 5.
Proctophyllodes Sialiarum (Guatemala, auf S. sialis); 0. Stoll, Biol.
Centr.-Americ, Acarin., S. 42, Tab. XXI, Fig. 3, 4.
Pterolichus Momotorum (Guatemala, auf M. Lessoni); 0. Stoll, Biol.
Centr.-Americ, Acarin., S. 41, Tab. XXL, Fig. 1, 2.
Cheyletidae. Harpirrhynchus Megnini (in Hautgeschwülsten der Lerche)
F. Heim, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CXXXII.
Phytoptidae. Tegonotus (n. g. prope Phyllocoptum ; Körper hinter
demCephalothorax am breitesten, sich dann allmählich nach hinten verschmälernd.
Kopfbrustschild mächtig entwickelt; Rückenborsten meist kurz und dann ge-
wöhnlich weit vom Hinterrand des Scliildes entfernt. Abdomen dorsalwärts
von Halbringen bedeckt, nach beiden Seiten dachförmig abfallend, oder von
2 Längsfurchen durchzogen oder nur stark gewölbt, ohne Längsgrat; central-
wärts häufig abgeflacht, fein gestreift und punktiert) carinatus (auf Aesculus
rubicunda und hippocastanum) S. 329, Taf. 13, Fig. 1,2, fastigatus (auf Acer
campestre) S. 332, Fig. 5—7, 9, (Utg. Oxypleurites, die dorsalen Halbringe
springen an den Seiten deutUch nach hinten zahnartig vor) Trouessarti (auf
Blättern von Alnus glutinosa) S. 330, Fig. 3, 4, serratus (auf gebräunten Blättern
von Acer camp.) S. 333, Fig. 7b— 9, (heptacanthus Nal. S. 335, Fig. 10—12);
A. Nalepa, Zool. Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., VI.
Cecidophyes syriacus (Todtes Meer; AVüste zwischen Karyetein und
38 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Palmyra, auf den von einem Inselvt erzeugten artischoclvenähnlichen Gallen
von Salicornia fruticosa L.); H. Fockeu, Revue biologique du Nord de la
France, 4, S. 158.
Phyllocoptes rostratus (Syrien, Inquiline in den von Phytoph. ilicis Can.
an Quercus ithaburensis erzeugten Gallen); H. Fockeu, Revue biologique du
Nord de la Fraiice, 4, S. 232.
In einer Etüde sur quelques galles de Syrie, Revue biologique,
S. 152—160, 231—234, mit Holzschn., beschreibt H. Fockeu Phytoptus curvatus
(Jordan, auf Berberis vulgaris) S. 152, Barroisi (Palmyra, in den Blüthen-
ständen von Plantago albicans) S. 154, Ephedrae (Todtes Meer, auf Ephedra
alta) S. 155, orientalis (Damascus, auf Cydonia vulgaris) S. 156, fmiformis
(Todtes Meer, auf Atriplex Halimus) S. 281.
Pliytoptus Malvae (Verona, auf M. alcea) S. 988, galiobius (auf Galium
verum und lucidum) S. 984; G. Canestrini, Atti d. R. Istit. Veneto di Sei.,
Lettere ed Arti, Ser. 7, Tomo II, vitulhae, hreviceps (letztere auf Blättern einer
Quercus); derselbe. Bull. d. Soc. Veneto-Trentina Sei. natur., t. V, No. 2,
xylostei (auf Blättern von Lonicera Xyl.), Peucedani (zwischen den Blüthen
von Peuc. venetum und Orlaya grandiflora), Sanguisorbae (auf Poterium san-
guis.j, lomjißis (Blattgallen von Onobrychis sativa); dei^elbe, ebenda, Atti,
Vol. XII, Lycii (auf L. europaeum), Carueli (Quercus aegilops), effusus (auf
Salix daphnoi'des, das Erineum effusum erzeugend); derselbe, Atti. R. Istit.
Veneto. (Ser. 7), T. III.
H. Garman „American Phytoptocecidii", Psyche, VI, S. 241— 246, PI. 6,
beschreibt Phytoptocecidien auf Nyssa multiflora (2), Potentilla canadensis (1),
Acer spicatum (1), glabrum (1), saccharinum (3), dasycarpum (2), rubrum (2),
Betula papyrifera (2), populifolia il), lenta? (1), Juglans cinerea (1), Fagus
ferruginea (2).
Tyroglyphidae. R. Moniez liefert eine sehr eingehende Beschreibung
von Tyroglyphus mycophagus in den verschiedenen Entwickelungsstufen
und beiden Geschlechtern. Die Thiere lebten in todten Maikäfern und er-
reicliten z. Th. eine ungewölmliche Grösse. Die Weibchen sind, gleich denen
von Sphaerogyne ventricosa, zeitweise ovovivipar; Mem. Soc. zool. France, V,
S. 584— 601, Holzschn.
T. Wasmanni (gewöhnlicher, vielleicht ausschliesslicher, Bewohner von
Ameisennestern); R. Moniez, Revue biologique du Nord de la France, 4,
S. 387.
Gamasidae. Celaenopsis uropodoides (Honduras), S. 35, Tab. XVI, Fig. 4,
XIX, Fig. 3, rnegisthanoYdes (Panama) S. 36, Tab. XIX, Fig. 1, XX, Fig. 1;
0. Stoll, Biol. Centr.-Amer., Acarin.
Gamasus Toivnsendi (Mexiko?); A. Duges, La Naturaleza (2. S.) T. II,
S. 102 f. Lam. V, Fig. 1—6.
Laelaps complanatus (Frankreich, bei Formica fusca); R. Moniez, Revue
biologique du Nord de la France, 4, S. 883.
Pachy laelaps heros Berl. YSir. mexicanus (San Andres Tuxtla); 0. Stoll,
Biol. Gentr.-Americ, Acarin., S. 37, Tab. XIX, Fig. 2.
Uropoda spatulifera (Feldkirch, bei Formica rufa); R. Moniez, Revue
biologique du Nord de la France, 4, S. 384.
Oribatidae. E. E. Green hatte ungefähr 5 Stunden nach dem Fange
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1892. 39
von Holothyrus coccinella Gerv., der in dem Distrikt von Tallawakella
(Ceylon, 4600') unter Steinen sich findet, mit der Zunge den Finger berührt.
Sofort verbreitete sich ein ausserordenthch stechendes Gefühl über den Mund
bis zur Brust, begleitet von einer starken Speichelabsonderung, und diese
Erscheinung dauerte mehrere Stunden. Auch hatte er sich mit demselben
Finger durchs Gesicht an einem Augenwinkel gewischt und sofort ein an-
genehmes Wärmegefühl empfunden, das noch am andern Morgen bemerklich
war. Ein medizinisch geschulter Freund, R. J. Drummond, machte ähnliche
Erfahrungen; er beschreibt die Empfindung als ähnlich der von dem stärksten
Menthol hervorgebrachten. — G. F. Hampson vermuthet, dass die bei dieser
Art an den Seiten des Cephalothorax vorkommenden Oeffnungen, welche
Thorell für Stigmen hielt, die Mündungen von Drüsen sind, welche jenes
scharfe Sekret absondern. Da das Integument dieser Milbe sehr hart ist, so
wird sie wahrscheinlich kaum Schaden leiden, wenn sie von einer Eidechse
oder einem Vogel in den Mund genommen und wegen ihrer scharfen Ab-
sonderung schleunigst wieder ausgeworfen wird. The Nature, 47, S. 199.
Tpombididae. Rhyncholophus phalaugioides de' G. auf den
friesischen Inseln ein regelmässiger honigsaugender Besucher der Blüthen
von Galium moUugo; C. Verhoeff, Ent. Nachr., 1892, S. 14.
Hydraehnidae. R. Piersig bringt einen Beitrag zur Hydrach-
nidenkunde; Zool. Anzeig., 1892, S. 151— 155; Beiträge zur Kenntniss
der im Süsswasser lebenden Milben, S. 338—343; macht eine neue
Hydrachniden-Gattung aus dem sächsischen Erzgebirge bekannt,
S. 408—415.
F. Koenike macht Anmerkungen zu Piersig's Beitrag zur
Hydrachnidenkunde; ebenda, S. 263 — 268.
Derselbe beschreibt zwei neue Hydrachniden-Gattungen aus
dem Rhätikon; ebenda, S. 320 — 326.
Feltria (n. g.; Oberseite des Körpers mit sog. Rückenbogen, Augen -
paare wie bei Curvipes; Maxillarorgan auf der Unterseite glockenförmig;
letztes Paar der Epimeren an der Aussenseite beträchtlich breiter als innen;
Füsse ohne Seh wimmhaare) minuta (Brunnen bei Partnun); F. Koenike,
Zool. Anz., 1892, S. 323, mit Holzschn.
Wettina (n. g.) macroplicus (sächsisches Erzgebirge); R. Piersig,
a. a. 0., S. 408 ff., Fig. 1, 2.
Zsehokkea (n. g. bei Hydryphantes und Bradybates; Maxillarorgan breit,
siebartig durchlöchert, ohne rüsselförmige Verlängerung; letztes Paar der
Epimeren an der Hinterkante mit ausgezogener Spitze) ohlonga (Bach am
Plasseckenpass, Rhätikon); F. Koenike, Zool. Anz., 1892, S. 321, mit Holzschn.
Die Gattung Anurania ist ein Entwickelungsstadium für die beiden
Geschlechter von Arrheuurus; R. Piersig, a. a. 0., S. 154.
Arrhenurus bisulcicodulus (Sachsen); R. Piersig, a. a. 0., S.152, Fig. 1,
decurtator (Bourg d'Ault, Somme) mit Angabe der Unterschiede von A. papil-
lator Neum. und affinis Koen.; R. Moniez, Revue biologique du Nord de la
France, 4, S. 520.
Bradybates truncatus Neum. in Sachsen in Waldtümpeln unter ver-
faulenden Blättern; R. Piersig, a. a. 0., S. 152.
Die Hydrocb'oma-Larven haben 5 Augen und die Gattung steht somit
40 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in Verwandtschaft mit Bradybates ; die sechsbeinigen Larven leben schmarotzend
an Culex nemoralis; R. Piersig, a. a. 0., S. 342.
Hydrochoreutes ungulatus C. L. Koch das Männchen zu cruciger C. L. Koch ;
R. Piersig, a. a. 0., S. 153; H. filipes C. L. Koch ist eine frisch ausgeschlüpfte
H. cruciger; ebenda, S. 413.
R. Piersig bildet die Larven vonJVIidea orbiculata und Mideopsis depressa
ab; a. a. 0., Fig. 1, 2; Fig. 3, 4.
Nesaea reticulata Kram, ist, wie schon Könike vermuthete, die Jugend-
form von Hygrobates longipalpis Herrn.; R. Piersig, a. a. 0., S. 154f.
Oxys Kram, ist das zweite Larvenstadium zu Pseudomarica formosa
Neum.; R. Piersig, a. a 0., S. 153.
Zu Piona mira Neum. ist vielleicht P. lapponica Neum. das Weibchen,
zu P. loricata Barr, und Mon. P. fusca Neum. das Weibchen (= Tiphys orna-
tus C. L. Koch), so dass die Art zu heissen hat: P. ornata Koch. P. rufa
Berl. ist vielleicht Weibchen von P. latipes 0. F. Müll., wälirend Koch's
P.rufa = Curvipes decoratus Neum. ist; neu ist F.scaura (Rotenburg, zvidschen
Bremen und Hamburg); F. Koenike, Zool. Anz., 1892, S. 266 f.
Teutonia primaria Kön. in einem Teiche bei Schwarzenberg im
sächsischen Erzgebirge; R. Piersig, a. a. 0., S. 155.
Ixodidae. Ueber die Taubenzecke (Argas reflexus) als Parasit des
Menschen s. K. Alt, Münchener mediz. Wochensclir., 1892, No. 30. Der Biss
dieser Zecke ist in seinen Wirkungen bei verschiedenen Personen verschieden,
und hat bisweilen ganz beängstigende Folgen.
R. T. Lewis theilt eine Note on the process of oviposition as
observed in a species of Cattle tick mit; Journ. R. Microsc. Soc, 1892,
S.449 — 454, PL VIL Die Art, an der der Verfasser seine Beobachtungen machte,
war ein südafrikanisches Amblyomma, wahrscheinlich A. coronatum. Den
Vorgang des Eierlegens beschreibt er, ohne der ähnHchen Mittheilungen
Gene's und Bertkau's Erwähnung zu thun, und erläutert ihn durch 8 Figuren.
Er erwähnt dabei, dass ein auf dem Büffel vollgesogenes Exemplar, das sich
von seinem bisherigen Wirth fallen lässt, sofort rechtwinkelig zum Weg ins
Gras kriecht, während ein mit Gewalt abgelöstes Stück auf dem Wege weiter
kriecht. Als Sinnesorgane, die dabei benutzt werden, könnten die von Hall er
an den Vorderbeinen beechriebenen Organe, sowie Sinnesorgane an den
Palpen in Betracht kommen.
Auch H. R. von Schlechten dal macht eine Mittheilung über das
Eierlegen der Ixodes- (Zecken-) Weibchen, das er in gleicher Weise
wie Gene und Bert kau beobachtete; die letzteren Angaben hierüber waren
ihm aber ebenfalls unbekannt [geblieben; Jahresber. d. V. f. Naturkunde zu
Zwickau, 1891, S. 11—14.
Geo. Marx schlägt für die Zecken, die Koch unter dem Namen Ricini
zusammengefasst hatte, da Ricinus von de Geer für eine Läusegattung ge-
braucht sei, den Namen Cynorrhaestea vor, und theilt dieselbe in die Gruppe
Catastomata (capitulum sub dorso insertum; palpi non excavati; für die
Argasiden und EschatocephaUden) uud Antistomata (capitulum in eadem
planitie ac dorsum insertum; paljji interius excavati, rostrum amplecteutes).
Die Antistomata zerfallen in die drei Familien Haemalastoridae (frons
plana; Gatt. Haemalastor und Sarconyssus), Ixodidae (frons excavata; rostrum
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 41
longum, palpi longiores quam latiores ; Gatt. Ixodes, Amblyomma, Hyalomma)
und Rhipistomidae (frons excavata; rostrum breve; palpi breves, sub tri-
anguläres, non vel pauUo longiores quem breviores; Gatt. Boophilus Curt.,
Rhipiceplialus , Dermacentor, Rhipistoma, Haemapbysalis). Proceed. Entom.
Soc. Wasliington, II, S. 232—236.
C. Curtice: The biology of the cattle ticks; Journ. of comporat.
medic. a. veterinary archives, Juli 1891. Der Verfasser studierte den Ixodes
bovis Biley, für den er die neue Gattung Boophilus errichtete.
Tardigrada.
Tetrakentron! (n. g. Echinisco affine; pedum unguiculi quaterni, omnes
eadem forma et «longitudine , tridentati; spiculae orales bifurcatae) Synaptae
(Roskoff, Parasit oder Kommensale auf den peribuccalen Tentakeln von
Synapta inhaerens); L. Cuenot, Revue biologique du Nord de la France, 5
S. 16, PI. I, Fig. 4, 5.
Pantopoda.
A. Kowalewsky's Untersuchungen über die Exkretions-
organe derPantopoden (Ammothea , Pallene, Phoxicliilus) sind
mir nocli nicht zugekommen; Mem. Acad. Imper. St. Petersbourg,
XXXVIII, No. 12; 9 Sf., 1 PL
P. Gaubert beobachtete autotomie chez les Pycnogonides
(Nymphon gracile wirft seine Beine, aber nicht mehr als zwei, zwischen dem
1. und 2. GUed ab); Bull. Soc. Zool. France, XVII, S. 224 f.
Pycnogonum Stearnsi ("San Diego, Kalif.); J. E. Ives, Proc. Acad. Nat.
Sei. Philadelphia, 1892, S. 142—144, PI. X.
Opiliones.
V. Faussek theilt aus seinen „Studien über die Ent-
wickelungsgeschichte und Anatomie der Afterspinnen"
(russisch, in Arbeit. Petersb. Naturf. Gesellsch.) die wichtigsten
Ergebnisse im Biol. Centralbl. XII, S. 1 — 8 mit. Furchung, Blasto-
dermbildung und Bildung der Keimscheibe geht vor sich, wie im
vorigen Jahr geschildert war (s. dies. Ber. S. 44). Mit der Bildung
der Keimscheibe durch Vermehrung der Ektodermzellen geht auch
die Bildung des Mesoderms vor sich, während das Entoderm von
Anfang an differenzirt ist; ein kleiner Theil des Mesoderms wird
auch von Abspaltungsprodukten von Entodermzellen geliefert; da
diese Abkömmlinge sich später von den Zellen des Keimstreifens
nicht unterscheiden lassen, so Hess sich ihr weiteres Schicksal nicht
verfolgen. — In den Entodermzellen tritt eine Kernfragmentation auf.
Die von dem Ektoderm stammenden Keimzellen liegen später
in das abdominale Nervensystem eingebettet, bleiben aber im Hinter-
42 PI). Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
leibe zwischen zwei Mesodermblättern liegen, wenn ersteres sich
in den Cephalothorax zieht. Die weibliche Keimanlage zeichnet sich
vor der männlichen durch bedeutenderen Umfang und durch be-
beutendere Grösse der Konstituenten aus; beide sind von einer
zarten kernhaltigen tunica propria umhüllt und entwickeln sich zu
Eierstöcken und Hoden, den einzigen Theilen des Geschlechts-
apparates, die beim Embryo angelegt werden,
Das Epithel des Mitteldarmes wird nicht von unveränderten
Entodermzellen, sondern von Abkömmlingen derselben geliefert.
An der Coxaldrüse eines OpiLionen lassen sich folgende 3 Theile
unterscheiden: (1.) ein Endsäckchen, das sich in ('2.) den geknäulten
Ausführungsgang verengt, welcher letzterer sich wieder in (3.) einen
grossen dünnhäutigen Sack (Harnsack) erweitert, der zwischen den
Hüften des 3. und 4. Beinpaares nach aussen sich öffnet. Es sind
also an den Coxaldrüsen der Opilionen dieselben Theile vorhanden,
wie an den Nephridien der Anneliden, des Peripatus, der Antennen-
und Schalendrüse der Crustaceen, und alle diese Organe sind ein-
ander homolog.
Die Krohn'schen Drüsen bilden sich auf den letzten Entwickelungs-
stadien als zwei birnförmige Ektodermeinstülpungen seitlich von den
beiden Augen und fangen früh an, ein dunkeles Pigment abzusondern.
Ausser diesen Drüsen findet sich beim Embryo ein zweites Paar
von Organen drüsigen Charakters. Es erscheint bei Cerastoma
cornutum als zwei Gruppen von grossen Zellen, die beiderseits im
Cephalothorax neben den Augen liegen. Von aussen sind diese
Zellen unmittelbar vom Ektoderm bedeckt, und von der Leibeshöhle
scheinen sie dm'ch eine dünne membr. propria geschieden zu sein.
In den Zellen dieser Organe sind ausser einem grossen Kerne noch
besondere Konkremente eingeschlossen. Obgleich vom Ektoderm
bedeckt, besitzen diese Zellen doch eine Verbindung mit der Aussen-
welt mittels einer besonderen Oeffnung, durch welche die sich in
ihnen bildenden Konkremente nach aussen befördert werden. Es
sind rein embryonale Exkretionsorgane, von denen sich bei den
jüngsten ausgeschlüpften Exemplaren keine Spur mehr findet. Sie
erinnern lebhaft an das Rückenorgan der Mysiden und an ein
ähnliches Organ bei Limulus. Während dieses nach Kingsley und
Patten aber ein Sinnesorgan sein soll, kann bei Phalangium kein
Zweifel an seinem drüsigen Charakter sein.
Gaubert legte sich die Frage vor, woher es komme, dass die
abgerissenen Beine der Opilionen noch einige Minuten konvulsivische
Zuckungen ausführen. Anfangs glaubte er, dass der von der Luft
auf die Endfläche des Nerven ausgeübte Reiz diese Zuckungen ver-
anlasste; da aber bei Schnitten, welche jenseits des Femur geführt
wurden, die Zuckungen nur noch am proximalen Beintheile statt-
fanden, so ist diese Erklärung nicht stichhaltig. Es findet sich
vielmehr an der Basis des Schenkels auf dem Beinnerv ein läng-
liches Ganglion, von dem die Zuckungen veranlasst werden; so
im Gebiete der Eutumologie während des Jahres 1892. 43
lange das Bein im Zusammenhang mit dem Köi-per ist, steht dieses
Ganglion wahrscheinlich unter dem beherrschenden Einfluss der
höheren Centren. Compt. Kend., CXV, S. 960 f.
F. Pur cell macht eine vorläufige Mittheilung über den Bau
und die Entwicklung der Phalangiden - Augen; Zool. Anz.,
1892, S. 461 — 465. Die Retina ist nicht homogen, sondern diffe-
renziert sich in Retinulä, deren jede aus 4 Zellen, einer zentralen
und 3 peripheren, besteht. Die erstere bildet ein achsiales Rhab-
domer aus, die letzteren ein innerperipheres, das mit dem ersteren
verschmilzt; das aus 4 Stücken bestehende Rhabdom hat einen
dreieckigen Querschnitt. Die Augen entwickeln sich aus zwei
Taschen, aus deren äusserer (nach aussen noch von einer Ektoderm-
schicht bedeckt, aus der sich der Glaskörper entwickelt) Wand die
Retina entsteht, während von der inneren Wand sich das Gehirn
abspaltet; die zurückbleibende, dünne Schicht bildet von da an die
innere Wand der Augentaschen. Die Stäbchen entstehen unmittelbar
unter den Glaskörperzellen, an den ursprünglich basalen Enden der
Zellen; die Augen der Phalangiden sind also inverse.
Die Entwickelung der Coxaldrüse bei Phalangium
findet nach J. Lebedinsky erst spät, wenn beim Embryo schon
alle Extremitäten gebildet sind, statt. Die erste Anlage der Coxal-
drüse deutet sich als eine schwache Ausstülpung der Wand des
Hemisomits an, das in der 3. Extremität liegt. Die Ausstülpung
ist nach hinten gerichtet und von einem Wulst umgeben, aus dem
sie herv'orragt. Diese Ausstülpung ist die erste Anlage des zu-
künftigen Trichters und Kanals zusammen. Sie wächst weiter, ihr
Distal ende trifft das Ektoderm, dasselbe wird resorbirt und so die
Kommunikation zwischen der Hemisomithöhle und der Aussenwelt
hergestellt; auch der Kanal wächst und macht schwache Schleifen.
Bei Phalangium entwickelt sich also die Coxaldrüse ausschliesslich
auf Kosten des Mesoderms, indem das Ektoderm sich nur an der
Bildung der äusseren Oeffnung betheiligt, und besteht nur aus den
zwei Theilen: dem Trichter und dem gewundenen Kanal. Zool. Anz.,
1892, S. 131—137, Holzschn.
Ph. Bertkau macht einen Zusatz zu obiger JViittheilung , der
die Frage nach der historischen Entwickelung unserer Kenntniss
von der Mündung der Coxaldrüse behandelt; ebenda, S. 177.
Die Auffindung einer zur Gattimg Cryptostemma Guer. ge-
hörigen Art im Museum zu Stockholm gibt T. Thor eil Ver-
anlassung, seine Ansichten über die systematische Stellung dieser
Gattung imd über die Merkmale und Eintheilung der Opilionen
überhaupt darzulegen. Die Opilionen charakterisirt er in folgender
Weise :
Abdomen tota latitudine sua cum cephalothorace conjunctum,
saltem postice distincte segmentatum, cauda vel procursu caudali
carens. Mandibulae didactylae, organis nendi carentes. Palpi aut
apice inermes, aut ibi ungue singulo praediti, non in forcipem per-
44 Ph- Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
fectam exeimtes. Spiracula duo, ad basim ventris sita, in tracheas
tubuläres continuata, nonnunquam nulla.
Die 4 Unterordnungen werden nach folgender Tabelle unter-
schieden:
I. Laminae supram axillares („clypeus" et „labrum", Tulk)
adsunt. Mandibulae 3-articulatae , articulo 1. porrecto.
Maxillae liberae, mobiles. Coxae saltem 1' paris lobo
maxillari praeditae. Palpi 5-articulati. Segmenta abdominis
dorsualia 8 — 9.
1. Palpi graciles, apice unguiculo parvo muniti, vel mutici.
Coxae 1' paris lobo maxillari pro se mobili(?)instructae.
Sternum brevissimum . . Subordo I. Palpatores.
2. Paljii apice ungue forti armati. Lobus maxillaris coxarum
1' paris cum coxa coalitus, modo cum ea mobilis.
Sternum longum et angustum Subordo IL Laniatores.
IL Laminae supramaxillarus nullae. Coxae omnes lobo maxillari
carentes.
1. Mandibulae 3-articulatae, art. 1° porrecto. Maxillae
liberae, mobiles. Palpi 5-articulati. Segmenta abdo-
minis dorsualia 8 — 9 Subordo III. Anepignathi.
2. Mandibulae biarticulatae , art. 1° deorsum directo.
Maxillae inter se et cum coxis, quae omnes modo
sulcis separatae sunt, coalitae et, ut eae, immobiles.
Palpi 4-articulati. Sternum nuUum, sulco longitudinali
repraesentatiun. Segmenta abdominis dorsualia 4 — 5
Subordo IV. Ricinulei.
(Die Gattung Gibbocellum Steck, stellt Thor eil zu
den Chernetinen.)
Die Ricinulei enthalten nur die eine Familie der Crypto-
stemmatidae H^^S'Z'mj. mit folgender Diagnose: Cephalothorax antice
lamina deflexa munitus, quae mandibulas abscondit, praeterea non
segmentatus, abdomine articulatione divisus. Abdomen ex segmentis
4 5o-que anali constans. Mandibularum art. 2"^ gracilis, unguem
intus directum formans, cujus apex in furca art. 1^ recipitur. Palpi
retro sub trunco extensi, in apice ungue sat parvo et spina armati.
Pedes robusti. breviores, omnes unguiculis binis muniti; coxa V paris
cuneiformis, basi acuminata intus directa non usque ad sulcum
sternalem pertinentes; trochanteres pedum posteriorum in bina inter-
nodia divisi. (Tarsi T paris ex articulo singulo, 2' et 4^ parium
ex 5, 3" paris ex 4 articulis constantes. Oculi nulli. Spiracula duo
obtecta.)
Die Familie enthält 2 Gattungen:
1. Abdomen saltem 4" parte longius quam latius. Cepha-
lothorax anteriora versus sat leviter angustatus. Pedum
internodia pleraque subangulata, quadrangulo-teretiu-
scula Cryptostemma Gtfer.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 45
2. Abdomen non vel pariim longiiis quam latiiis. Cepha-
lotliorax anterioi'a versus sat fortiter angustatus.
Pedum internodia sub - angulata vel teretiuscula
Cryptocellus Westw.
Beide Gattungen enthielten bis jetzt je eine Art; Cryptostemma
Westermanni (Jui'r. von Westafrika, und Cryptocellus foedus Westiv.
aus Südamerika. Die von Thor eil neu beschriebene Art, Crypto-
stemma Afzelii, stammt von Sierra Leone. — Bih. tili Sv. Vet.-
Akad. Handl., Bd. XVII, Afd. IV, No. 9, S. 1—18, mit 8 Holzschn.
F. Karsch (Ueber Cryptostemma Guer. als einzigen
rezenten Ausläufer der fossilen Arachnoideen-Ordnung
der Meridogastra Thor.) sieht in der Gattung Cryptostemma
einen Angehörigen seiner Anthracomarti (Meridogastra Thor.), und
glaubt dadurch die Aufstellung dieser fossilen Ordnung gerechtfertigt.
Er hält die beiden Gattimgen Cryptostemma Guer. und Cryptocellus
Westw. für identisch und findet selbst zwischen den Arten (Wester-
manni (ruer. und foedus Wcsttc.) keine grossen spezifische Unter-
schiede heraus. Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 25 — 32, Taf. IV;
Nachtrag S. 64.
Caddo (n. g. Phalangid., tarsi uniunguiculati ; art. 5. palporum longior
quam 4., 2. subtus spinis tribus validis armatus ; cephalothoracis margo anterior
inermis; tuber oculorum latius quam longius, sulco lato mediano; oculi maximi;
abdomen supra apice tantum segmentatum, subtus 7-segm.) agilis (Long isl.,
New York); N. Banks, Proc. Entomol. Soc. VVasliington, II, S. 250, mit
Holzschnitt.
Zalmoxis Sorenseni! (Grotte von San-Mateo, Manila); E. Simon, Ann.
Soc. Entom. France, 1892, S. 44, Fl. 2, Fig. 7,8.
Chernetina.
L. Balzan beendet im 4. Hefte der Ann. Soc. Entom. France, 1891,
S. 513 — 552, die Beschreibung der von E. Simon aus Venezuela mitgebrachten
Chemetinen; s. d. vor. Ber. S. 46.
F. von Wagner fand 4 Exemplare von Chernes (cimicoides ?) an den
Beinen von Ctenophora pectinicornis mit den Scheeren angeklammert. Aus
der Literatur war dem Beobachter über diese Erscheinung nichts näheres
bekannt geworden; er deutet sie selbst aber auch nur als Scheinparasitismus,
indem er vermuthet, dass der Chernes die Fliege hauptsächlich als Transport-
mittel benutze ; Zool Anz. 1892, S. 434—436.
Ideobisium n. g. S. 589, für (Ideoroncus) gracüis (San Esteban) S. 540,
Tab. 12 Fig. 31, (Ideoblothrus) similis (Petare) S. 541, Fig. 32, (Ideob. i. sp.)
crassimanum (San Esteban; Caracas) S. 542, Fig. 33; L. Balzan, a. a. 0.
Microcreagris (n g. Pseudobisiin., zugleich Vertreter der neuen Unter-
familie Micr ocreagrinae) gigas (China); L. Balzan, a. a. 0., S. 544,
Tab. 12, Fig. 34.
Chelifer peUnensis (P.) S. 528, Tab. 11, Fig. 19, Simoni (Sierra Leoua)
S. 529, Fig. 20, tenuimanus (Nossibe) S. 531 Fig. 21, (Canestrinii Salz. Fig. 22,
46 Ph- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
meridianus L. Koch Fig. 23,) degeneratus (Süd - Californien) S. 532, Fig. 24,
(rufus Balz. Fig. 25, longichelifer Balz. Fig. 26); L. Balz an, a. a. 0.
Chthonius (Pseudochthonius) Sinioni (Caracas); L. Balzan, a a. 0.,
S. 546, Tab. 12, Fig. 35,
Garypus senegalensis; L. Balzan, a. a. 0. S. 535, Tab. 12, Fig. 27.
Lamprochernes octentoctus ! (Südafrika) S. 514, Tab. 9, Fig. 5, intermedius
(Venezuela) S. 515, Fig. 6, (argentatus Thor. Fig. 7), similis (Amazonas) S. 517,
Fig. 8, venezuelanus (San Esteban) S. 508, Fig. 9, ovatus (Cara^'a) Fig. 10,
ThoreUi (Sumatra) Tab. 10, Fig. 11, elegans (Tovar) S. 520, Fig. 12; L. Balzan,
a. a. 0.
Olpium cordimanum und var. rufeolum (Venezuela) S. 537, Fig. 30;
L. Balzan, a. a. 0.
Trachychernes siihrudis (Tovar) S. 521, Tab. 10, Fig. 13, suhrotundatus
(ibid.) S. 522, Fig. 14, (F.) Fig. 15, hicolor (Venezuela) Fig. 16, S. 524, alho-
maculatus (Tovar) S. 526, Fig. 17, armiger (Pebas) S. 527, Fig. 18; L. Balzan,
a. a. 0.
Scorpiones.
M. Laurie (On tlie development of the lung-books in
Scorpio fulvipes) will die „Lungen" der Skorpione und Arachniden
überhaupt gleich Mc Leod durch successives Verschmelzen der Enden
der Kiemenblätter des hypothetischen Vorfahren mit der Bauchhaut
entstehen lassen; nur meint er, dass die Abdominalanhänge, welche
die Kiemenblätter trugen, paarig, nicht in der ]\Iitte verwachsen
waren, und dass eine grössere Zahl von Abdominalsegmenten solche
Plattenpaare trug, wie die Gattung Slimonia unter den Eurypterinen
zeigt. Zool. Anzeig., 1892, S. 102—105, Holzschn.
M. Laurie studirte die Entwickelung von Scorpio fulvipes;
Quart. Journ. Micr. Sei., XXXE, S. 587—597 mit 1 Taf. Die
Entwickelung der genannten Art weicht stark von der des Euscorpio
europaeus ab, und diese Abweichung ist veranlasst durch den Mangel
an Nahrungsdotter bei Scorpio ; in Folge dessen eilt die Entwickelung
der zur Ernährung dienenden Organe, — Kiefer, Munddarm, Magen —
allen anderen voran, imd die übrigen Anhänge, der Mesoblast und
das Nervensystem entwickeln sich erst, wenn für die Möglichkeit
der Ernährung gesorgt ist; die Entwich elungsperiode dehnt sich über
6 Monate aus.
Zuerst erscheint der Munddarm, der die Gestalt eines Rohres
hat, dessen Wand eine Zelle dick ist. Die Lage des Magens, bevor
er gebildet ist, ist angedeutet durch eine bedeutende cylindrische
Masse von Dotter, deren centraler Theil ein eigenthümliches waben-
artiges Ansehen hat. Die Oberkiefer sind die zuerst erscheinenden
Ghedmassen; sie treten als ein Paar sohder Auswüchse an der
Unterseite auf. Während der späteren Stadien der Entwickelung
ernährt sich der Embryo durch Zerstörung eines Zellstranges, der
einen Anhang an dem Munddarm bildet. Da dieser Strang durch
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 47
die Oberkiefer in seiner Lage gehalten wird, so erklärt sich hier-
durch das frühzeitige Auftreten der Oberkiefer, die bei Euscorpius
z. B. erst nach 5 anderen Gliedmassenpaaren erscheinen.
H. P. Johnson verfolgte die Amitosis in the embryonal
envelopes of the Scorpion genauer; Bull. Mus. Comp., Zoology,
XXII, No. 3, S. 127— 161, PI. I— EL Der Embryo des Scorpions (Gatt.
Centrurus) ist von 3 Häuten umgeben, derOvarialkapsel, der Serosa und
dem Amnion, und in allen 3 Häuten kommt amitotische Kerntheilung
vor. Die Zellen der Serosa sind ungeheuer gross, flach, und enthalten ge-
wöhnlich 2 Kerne. Dieselben theilen sich amitotisch durchEinschnürung,
nachdem eine Verlängerung derselben vorausgegangen ist; die Tochter-
keme weichen dann auseinander, bleiben aber für einige Zeit noch
durch einen feinen Faden verbunden. Der Kerntheilung kann später
die Zelltheilung folgen. Die Kerntheilung im Amnion beginnt eben-
falls mit einer Streckung des Kernes ; hier tritt aber eine äquatoriale
Platte zwischen den beiden Tochterkernen auf; der Kerntheilung
folgt die Zelltheilung gewöhnlich rasch nach, so dass zweikernige
Zellen selten sind. Die Kerne des Epithels der Ovarialkapsel theilen
sich ähnlich, wie die des Amnions; die Kerntheilung ist aber nicht
von einer Zelltheilung begleitet. Mit der Reife des Embryo gehen
alle 3 Häute zu Grunde.
R. J. Pocock liefert Descriptions of two new genera of Scor-
pions, with notes upon some species of Palamnaeus; Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 38—49, PI. III. B.
C. Greve beschreibt das Gebahren eines mittelamerikanischen
Skorpions, vielleicht Centrurus biaculeatus L^/c., während einer
8 monatlichen Gefangenschaft. Er trank häufig, und verzehrte alle
5 Tage etwa eine Phyllodromia germanica; beim Fang derselben
wurde er wohl nur durch das Gesicht geleitet, da er Schaben,
welche nahe vor seinem Munde über ihn weg oder unter ihm hin
ki'ochen, nicht beachtete. Am Tage hielt er sich verborgen und
kam Abends gegen 9 Uhr zum Vorschein. Zool. Jahrb., Abtli. f.
System., VI, S. 461 ff.
E. Simon wurde von einem Butheolus thalassinus gestochen.
Der Stich verursachte einen heftigen Schmerz, der sich in wenigen
Minuten bis zur Brust verbreitete und von einer reichlichen, aber
kurz andauernden Speichelabsonderung begleitet war. Der Arm
blieb fast die ganze folgende Nacht — der Stich hatte gegen 5 p. m.
stattgefunden — schmerzhaft, aber am anderen Morgen war die
Heilung vollständig. S. Bull. Soc. Entom. Ital.., 1892, S. 96.
A. Costa theilt eine Nota sugli effetti del veleno dello
Scorpione Tunisino (Buthus tunetanus) nelFuomo mit;
Rendic. dell'Acc. Sei. fis. e matem., Napoli, (Ser. 2), VI, S. 144 bis
146. Costa wurde gegen Abend zuerst an dem Daumen der rechten
und dann der linken Hand gestochen. Es trat eine Anschwellung
und Röthung, Schmerz und charakteristisches Jucken ein. Etwas
später schienen die Lippen subjektiv etwas geschwollen, ohne es wirklich
48 Pli- Bevtkaii: Bericht über die wissenschaftliclien Leistungen
zu sein, und er fühlte ein eigenthiimliclies Kribeln darin. Er speiste
mit gutem Appetit zu Abend, ohne andere als die lokalen Beschwerden
zu fühlen. Aber später trat eine andere Erscheinung ein, die darin
bestand, dass bald an dieser, bald an jener Stelle die Haut des
Körpers in Berührung mit einem kalten Gegenstande zu sein schien:
stand er, so schienen die Fusssohlen über eiskaltes Pflaster zu gehen;
beim Sitzen hatte er das Gefühl, als ob die Beinkleider in kaltes
Wasser getaucht seien; im Gesicht fühlte er Stiche, A\ne wenn Eis-
nadeln niederfielen. In der Nacht schlief er ruhig, und am anderen
Morgen waren die lokalen Erscheinungen bedeutend zurückgegangen,
und das Kältegefühl in der Haut zeigte sich in längeren Zwischen-
räumen. Ein eigenthümlicher Zwischenfall verhinderte, den weiteren
normalen Verlauf zu verfolgen. Costa wurde nämlich gegen 11 Uhr
von einer Scolia interstincta Kl. in den Daumen der rechten
Hand gestochen, und wie mit einem Zauberschlag waren die
Krankheitserscheinungen an dieser Stelle verschwunden: Die Muskeln
hatten ihre Beweglichkeit wieder erlangt; Röthe, Schmerz und Jucken
waren verschwunden, während diese an dem linken Daumen noch
fortdauerten.
Cheloctonus (n. g., Opisthacantlius und Heterometrus nahe stehend)
Jonesii (Transvaal); R. J. Pocock, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 44, PL III
B, Fig. 1.
Heterocharmus (u. g. Butliin. ; sterno pentagouo; vielleicht =^ Charmus
KarscJi, der dann vom Autor mit Unrecht zu den Juriui gestellt war) cinctipes
(Indien? Ceylon?); R. J. Pocock, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 47, PL III.
B, Fig. 2.
Buthus Tadmorensis (Palmyra); F. Simon, (Liste des Arachnides rec.
en Syrie . . . ., S. 7, in) Revue biologique du Nord de la France, V, S. 84.
Nach R. J. Pocock ist Palamnaeus Petersii Thor. 1876 = (Hetero-
meti-us) spinifer Henipr. & Ehrhg.; der P. Petersii Thor. 1889 (= bengalensis
Sim., nee Buthus bengalensis C. L. Koch) ist eine andere Art und Thorelli
genannt, S. 40; von P. spinifer werden die Maasse von 12, und von Thorelli
von 6 Stücken beiderlei Geschlechts mittgetheilt; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
IX, S. 38—43.
Pedipalpi.
A. S trüb eil macht eine vorläufige Mittheilung zur Entwicke-
lungsgeschichte der Pedipalpen; Zool. Anzeig., 1892, S, 87 — 93.
Zur Eiablage vergräbt sich das Weibchen des Thelyphonus caudatus
etwa einen Fuss tief in der Erde. Die austretenden Eier werden
durch ein erhärtendes Sekret in Gestalt eines Sackes zusammen-
gehalten und an der Bauchfläche der Mutter getragen. Nach der
Blastodermbildung tritt an dem einen Pol des ovalen Eies ein
weisses Feld auf, welches sich nach dem anderen Pole hin ausbreitet
und durch gleichzeitig auftretende Querfurchen in 7 Abschnitte zer-
fällt: Die Kopfplatte, das Palpensegment, die 4 Segmente der Brust-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 49
beinpaare und die Abdominalplatte. Die bis jetzt einfache Anlage
wird durch eine am letzten Thorakalsegmente ansetzende und nach
vorn fortschreitende Mittelfurche in eine rechte und linke Hälfte
zerlegt ; von der Kopfplatte hat sich inzwischen das Oberkiefersegment
abgegliedert, und die Mittelfurche setzt sich auf dieses Segment sowie
auf den Rest der Kopfplatte fort; nur die Abdominalplatte bleibt
ungetheilt. Diese wächst stark in die Breite und durch eine Furche,
welche vom Seitenrande her vordringt, wird von ihr zunächst das
erste Abdominalsegment, dann durch eine zweite Furche das zweite
Abdominalsegment abgeschnürt. Die Hälften der Thorakalsegmente
rücken auseinander, und zwar die hinteren mehr als die vorderen,
so dass aus der Mittelfurche ein lang dreieckiges Mittelfeld ge-
worden ist. An den Thorakalsegmenten treten die Anlagen der
Gliedmassen als kleine Knöpfchen auf, und zwar eilen die Gangbeine
und Taster in ihrer Entwickelung den Mandibeln voran. Gleichzeitig
tritt die Anlage des Nervensystems als zwei Bänder an der Innen-
seite der Thorakalsegmente auf; sie ghedern sich in 6 Ganglien-
paare und stossen an der Kopfplatte, wo zwischen den Scheitellappen
die Mundöffnung sich zeigt, zusammen. Auch am inneren Rande
der Hälften der Abdominalsegmente, deren Zahl allmählich durch
Abschnürung von vorn nach hinten auf 12 steigt, zeigen sich kleine
Verdickungen, die sich ablösen und die Ganglien der abdominalen
Bauchkette darstellen. Der übrig bleibende Theil der Abdominal-
platte lässt den Schwanzfaden aus sich hervorgehen.
Oberhalb und unterhalb des Mundes zeigt sich die Ober- und
Unterlippe, und der Mund rückt nach vorn bis zwischen (?) die
einander genäherten Mandibeln vor. Schon vorher hatte sich an
der Basis des noch knopfartigen zweiten Brustbeinpaares eine kleine
seitliche Erhebung gezeigt, die sich später abschnürt und als halb-
kugeUges Gebilde zwischen den Hüften des 1. und 2. Beinpaares
liegt. An der mit diesem Körper korrespondirenden Stelle der
Innenseite der Eihülle findet sich eine bräunliche Masse, woraus
wohl auf eine sekretorische Thätigkeit geschlossen werden kann.
Im weiteren Verlauf tritt zwischen Thorax und Abdomen auf
der Bauchseite eine Einknickung auf; der Rücken schliesst sich durch
Anwachsen kleiner viereckiger Felder an die Aussenseite der Keim-
streifenhälften, und die letzteren rücken nun auch an der Bauchseite
an einander, und die Thorakal- und Abdom in alganglien verschmelzen
zu einer kontinuir liehen Kette.
Der Embryo hat inzwischen eine CuticularhüUe abgeschieden,
welche auf den Mandibeln, Tastern und Gangbeinen je einen Stachel
bildet, welcher das Ausschlüpfen erleichtert. Der ausgeschlüpfte
Embryo besitzt an den noch keine deutliche Gliederung zeigenden
Gangbeinen statt der Krallen eine Haftscheibe. Taster und der un-
segmentirte Schwanzfaden sind noch kurz; die Lungen konnn unizieren
noch nicht mit der Aussenwelt. Die Bauchkette zeigt im Cephalo-
thorax deutlich 6 Ganglienpaare; von den 10 Ganglienpaaren des
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. H. 2. D
50 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hinterleibes sind die ersten 6 durch Längs- und Querkomniissuren
mit einander verbunden; die 4 folgenden stellen eine gemeinsame,
aber immer noch segmentirte Masse dar. In diesem Zustande ver-
weilt die Larve, wie man sie nennen kann, auf dem Leibe der
Mutter bis zur nächsten Häutung, mit welcher die endgültige Aus-
bildung erreicht ist. — Die Entwickelung des Thelyphonus zeigt
nach dem vorstehenden eine grössere Uebereinstimmung mit der
der Spinnen als der Skorpione.
G. Marx erhielt zwei junge, eben dem Ei entschlüpfte Exemplare von
Thelyphonus giganteus, von denen das eine am Tage der Berichterstattung
(nach IV2 Jahren) noch lebte. Es hatte sich während dieser Zeit von Schaben
genährt, und war im Laufe eines Jahres von 8 mm (olme Schwanzfaden) auf
18 mm gewachsen. Nach einem Jahre häutete es sich zum ersten Male und
nahm nun eine dunklere, fast pechbraune, Farbe an als früher. Anfangs
Januar verkroch es sich in eine Höhle im Sande und bUeb hier ruhig, doch
ohne eigentlichen Winterschlaf zu halten, bis zum April, wo es wieder zum
Vorschein kam. Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 252 — 254.
G. W. Dun'n berichtet, dass ein Arbeiter, der von einem Thely-
phonus excubitor „gestochen" worden war, nach einigen Stunden
gestorben sei. Zwei Männer, die von einer „Tarantula" gebissen
waren, trugen nur schlimme Geschwüre davon, wähi^end ein 12 jähriges
Mädchen an den Folgen des Bisses starb. Insect life, IV, S. 278.
FhPynidae. E. Simon theilt unter Berücksichtigung der von Karsch
und Thoreil hervorgehobenen Unterscheidungsmerkmale, denen er solche von
dem Bau der Brust, der Stellung der Augenhöcker u. a. hergenommene hin-
zufügt, diese Famüie in drei Unterabtheilmigen nach folgender Uebersicht:
1. Apex tarsorum pedum 6 posteriorum arolio munitus. Tarsi 6 posteriores
5-articulati. Tibia 4i paris (Catageo escepto) 4-articulata Chapontinae.
Apex tarsorum pedum 6 post. arolio carens. Tarsi 6 poster. 4-articulati 2.
2. Sternum plagulis binis latis transversis et contiguis munitum. Tibia
4» paris 1 vel 2-articulata Phpyniseinae.
Sternum plagulis binis minutissimis subrotundis et siugulariter ordinatis
munitum. Tibia 4i paris semper 3-articulata .... Tapantulinae.
Die in Polynesien, Australien, der Indomalayischen und Indochinesischen
Subregion verbreiteten Charontinae zählen 4 Gattungen:
1. Digitus pedum maxillarium indivisus ; tarsus utrinque aculeo longo et
divaricato armatus, subtus ad basim anguste et profunde emarginatus
Charon Karsch.
. . . . biarticulatus ; tarsus extus aculeis validis binis, intus aculeo
minore armatus, subtus recte sectus 2.
2. OcuU laterales a margine laterali longe remoti. Tarsi pedum 6 posteri-
orum articulo basali reliquis simul sumptis circiter aequilongi
Charinus n. g.
. . . a margine cephalothoracis subinciso vix separati. Tarsi ped. 6 post.
articulo 1" reliquis simul sumptis multo longiore et vix breviore quam
protarso 3.
3. Tibia 4' paris 4-articulata Sarax n. g. ; s. unten.
1 triarticulata Catageus Thor.
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1892. 51
Die Phryniscinae halten sich an feuchten Stellen unter Steinen und
Rinde auf, sind die einzigen Vertreter der Familie im tropischen Afrika, finden
sich ausserdem im tropischen kontinentalen Asien und in Südamerika.
2 Gattungen.
Tibia 4i paris 1 articulata Phryniscus Karsch.
„ „ „ 2 articulata Dämon C. X. Koch.
Die Tarantulinae sind auf Amerika beschränkt und zählen 2 Gattungen:
Trochanter pedum maxillarium subtus muticus Admetus C. L. Koch.
,, „ apophysi retro directa, cylindracea, apice dilatata
subtus instructus Tarantula F. = Phrynus La^n
Die Typen dieser Gattungen sind: Charon Grayi Gerv.; Charinus
austrahanus X. Sbc/j; Sarax brachydactylus E. Sim.; Catageus pusillus Thor.;
Dämon variegatus Perty; Phryniscus lunatus PaZi.; Admetus palmatus fler&si;
(Tarantula) Phrynus reniformis L. — Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 45 — 52,
PL 2, Fig. 9—16.
Sarax (u. g. Tarantulin.; tuberculum oculorum mediorum humilUraum;
tubercula oculorum lateralium a margine laterali cephalothoracis vix separata.
Tibia 4 4-articulata, artic. 2, 3 et 4 sat longis et subaequis. Tarsi art. 1. reUquis
simul sumptis multo longior, et vix brevior quam protarsus. Apex tarsorum
pedum 6 posteriorum arolio munitus. Pedum maxillarium tarsus extus valde
biaculeatus, intus aculeo apicali minore instructus, digitus distinctissime biarti-
culatus) brachydactylus (Grotten von San-Mateo, Antipolo; Calapnitan);
E. Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 43; (Charon sarawakensis Thor.
gehört ebenfalls in diese Gattung).
Araneae.
E. Simon hat unter dem Namen Histoire naturelle des
araignees, deux. edit. dem Namen nach eine neue Auflage seines
vor 25 Jahren erschienenen Jugendwerks, in Wahrheit aber ein ganz
neues Werk verfasst, von dessen erstem Bande das 1 . fascic. erschienen
ist; Paris, 1892, S. 1 — 256, mit 215 Holzschnitten. Das gaiize Werk
soll nach dem im Vorwort erläuterten Plan aus 4 Theilen bestehen,
deren erster die äussere Anatomie, zweiter sämmtliche Familien und
Gattungen, dritter die Biologie und vierter die geographische Ver-
breitung behandeln soll. In dem vorliegenden Bande ist die äussere
Anatomie abgehandelt und die Systematik begonnen. Der äussere
Bau der Spinnen ist eingehend geschildert und durch Abbildungen
erläutert: Cephalothorax, Hinterleibsstiel, Hinterleib; Augen, Mund-
theile, Beine; Stigmen des Hinterleibes, Spinnwarzen, Geschlechts-
organe; Bekleidung des Körpers, Stridulationsorgane; Häutungen.
Ueber alle diese Gegenstände werden wü- eingehend unterrichtet
und nur selten hat sich eine Ungenauigkeit eingeschlichen (z. B.
über Stigmen bei Filistata und Argyroneta).
Der weitaus grössere Theil des ersten Bandes ist der syste-
matischen Uebersicht der Familien und Gattungen gewidmet. Der
Verfasser unterscheidet jetzt 2 Unterordnungen: Araneae tera-
D*
52 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
pliosae und A. verae. Die ersteren enthalten die 3 Familien
Lipliistiidae, Aviculariidae, Atypidae; die A. verae zerfallen in die
beiden Sektionen Cribellatae (Hypochilidae, Uloboridae, Psechridae,
Zoropidae (!), Dictynidae, Oecobüdae, Eresidae, Filistatidae) und
Ecribellatae, welche 30 Familien enthalten, die ohne weitere
Gruppierung in folgender Ordnung aufgeführt werden: Sicariidae,
Leptonetidae, Oonopidae, Hadrotarsidae, Caponiidae, Dysderidae,
Prodidomidae, Drassidae, Stenochilidae, Palj^imanidae, Zodariidae,
Hersiliidae, Pholcidae, Theridiidae, Archeidae (!), Mimetidae, Argio-
pidae, Bradystichidae, Thomisidae, Platoridae, Clubionidae,Urocteidae,
Agelenidae (!), Pisauridae, Trechaleidae, Lycosidae, SenocuHdae,
Perissoblemmatidae, Oxyopidae, Attidae. In dem vorliegenden Hefte
sind die Terajjhosae und Cribellatae absolvirt. Den Unterordnungen
und Familien sind Diagnosen und ausführhchere Beschreibungen
vorausgeschickt; ebenso bei einer weiteren Eintheilung der Famihen
in systematische Gruppen höherer Ordnung; den Gattungen ist stets
eine lateinische Diagnose gegeben, die typische Art genannt und
Verbreitung der Gattung angegeben. Auch diesem Theüe sind eine
Menge von Holzschnitten beigefügt. — Einzelheiten werden unten
bei den betreffenden Familien angeführt werden; citiren werde ich
das Werk imter E. Simon, Araign.
A. W. M. van Hasselt stellte eine Studie an über l'epigyne
des araignejes femelies; Tijdschr. v. EntomoL, XXXV, S. 87
bis 132, PI. 7 — 9. Er beschränkt den Gebrauch des ziemlich
allgemein üblichen Wortes Epigyne auf den von dem Genitalfelde,
namentlich bei Epeiriden und Theridiaden, hervorstehenden Zapfen,
der unter einer Menge von Namen in der Literatur bekannt ist.
Für das Genitalfeld im Ganzen schlägt er die Bezeichnung „le
genitale" vor. Die Epigyne im engeren Sinne hat nun nach
van Hasselt eine dem Ovipositor der Insekten und Phalangier
vergleichbare Funktion, wozu sie durch ihre hochgradige Beweglichkeit
besonders geeignet erscheint. Mit dem manchmal löffelartigen ver-
tieften Spitzentheil dirigirt nämlich die Epigyne die befruchteten
Eier in den Cocon und bringt sie hier in die richtige Ordnung. In
der Ruhe dient sie dazu, die Genitalspalte und die Receptacula semmis
nebst deren Anhangsdrüsen zu bedecken. Während des Aktes des
Eierlegens hat sie (ausser der oben angegebenen noch) die Funktion,
über die Eier die befruchtende Flüssigkeit zu ergiessen. Die letztere
enthält 2 Bestandtheile: das Sj)erma und das Seki-et der Anhangs-
drüsen der Samentaschen, die beide mit einander kommunizieren
und in direkten Beziehungen zur Basis der Epigyne stehen. Das
Sekret der Anhangsdrüsen hält einmal die in den Samentaschen
aufbewahrten Spermatozoen feucht, bringt ferner eine bessere Ver-
theilung derselben beim Ergiessen über die Eier zu Stande und
dient endlich zur Verklebmig der Eier im Cocon; mit Rücksicht auf
diese letztere Funktion könnten sie auch Kittdrüsen genannt werden.
Die Epigyne besitzt, um ihre Thätigkeit als Ovipositor in dem oben
angegebenen Sinne imd bei dem Ergiessen der befruchtenden
im Gebiete der Entomologie wäfnend des Jahres 1892. 53
Flüssigkeit über die Eier ausüben zu können, ein System von quer-
gestreiften Muskeln, wozu vielleicht ini Stamm imd namentlich an
der Basis der Epigyne noch glatte Muskeln und elastisches Gewebe
hinzukommen. — Die 8 Tafeln enthalten Abbildungen von dem in
Rede stehenden Organe aus den Familien der Epeiriden, Theridiaden
und Micryphantiden, sowie einiger Agaleniden, Lycosiden, Drassiden
und Attiden.
P. Bert kau macht einige Angaben über den Bau der Gift-
drüse einheimischer Spinnen; Korrspdbl. Naturh. Ver. preuss.
Rheinl., Westf. etc., 1892, S. 59 f. Die Drüse ist bei Scytodes
zweilappig, bei Filistata viellappig, gewöhnlich aber einfach schlauch-
förmig. In der sehr kleinen Drüse von At3'pus ordnen sich die
Epithelzellen so, dass eine aus kleineren schlauchförmigen Drüsen
zusammengesetzte Drüse entsteht. Bei Scytodes sind die Epithel-
zellen sehr gross und flach, und die ungewöhnlich grosse Drüse hat
nur vereinzelte, unregelmässig angeordnete Muskeln. Gewöhnlich
bilden (quergestreifte) Muskeln, die in Spiralwindungen um die
schlauchförmige Drüse laufen , eine regelmässige , dichte Lage.
Das Sekret der Drüse ist eine Eiweisssubstanz ; die Wirkung des
Giftes einheimischer Arten ist meistens gering; am schmerzhaftesten
ist der Biss (nach des Vortragenden eigener Erfahrung) von Chira-
canthium nutrix und (nach L.Koch) von Argyroneta aquatica.
Derselbe theilte noch nach brieflicher Mittheilung über eine
Untersuchung Kobert's mit, dass letzterer das Körperei weiss von
Chiracanthium nutrix ganz ungiftig gefunden habe. Sitzgsber. d.
Niederrhein. Gesellsch. f. Natur- und Heilk., 1892, S. 102 f.
M. Causard schickt eine Note sur la circulation du sang
chez les jeunes Araignees ein; C. R. hebd. Se. Acad. Sei. Paris,
CXIV, S. 1035 — 1038. Aus seinen an 15 verschiedenen Dipneumones
angestellten Beobachtungen folgt, dass das Gefässsystem der jungen
Spinnen noch wenig entwickelt ist, und dass das Blut sich in einem
ausgedehnten System von Lakunen bewegt. Das aus dem Cephalo-
thorax zurückkehrende venöse Blut wird in den Lungen arteriell
gemacht, bevor es zum Herzen gelangt; ein Theil des aus dem
Hinterleib zurückkehrenden Blutes aber gelangt direkt in den Peri-
kardialraum und von da ins Herz, ohne vorher die Lungen j)assiert
zu haben.
A. Jaworowski macht einige Angaben über die Extre-
mitäten, deren Drüsen und Kopfsegmentirung bei Trochosa
singoriensis (Embryo); Zool. Anz., 1892, S. 197 — 203, nebst
Holzschn. Er findet an den Extremitäten, von den Maxillen an-
fangend, ein Endopodit, Exopodit und Epipodit entwickelt, also eine
vollkommene Anlehnung an die Verhältnisse bei Crustaceen. Von
den 4 Abdominalanhängen sind 2. — 4. gegliedert und zwar 2 und 3
4 gliedrig, 4 zweighedrig. An den Gliedern der Brustextremitäten,
ferner am Cephalothorax selbst, finden sich zahlreiche Hautdrüsen.
Am Cephalothorax unterscheidet er in der Kopfregion eine grössere
54 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zahl von Segmenten, als bisher: ein präantennales , antennales,
2 orale, was mit den übrigen 6 allgemein anerkannten 10 Segmente
des Ceplialotborax ergeben würde; Abdominalsegmente sind 12 vor-
handen, so dass der Spinnenkörper ans 22 Segmenten bestehen
würde, eine Zahl, die der der Insekten nahe kommt.
J. H. TullWalsh bespricht die verschiedenen Modifikationen,
welche einige Attiden eingehen, um die Ameisenähnlichkeit zu er-
werben (On certain spiders which mimic ants); Journ. Asiat.
Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, S. 1—4.
N. Banks sprach über die Mimikry in spiders; Proc. Entom.
Soc. Washington, II, S. 174 — 176. Die nachahmenden Spinnen
gehören zu den Familien der Attiden (Salticus, Synageles, Syne-
mosyna) und Drassiden (Micaria, Thargalia); ihre Vorbilder sind
Ameisen. Die Ameisenähnlichkeit wird wesentlich durch die Färbung,
Querbmde des Hinterleibes, hervorgebracht, ohne dass im Bau des
Körpers besondere Modifikationen aufgetreten wären, und die Ameisen-
ähnlichkeit dient den Spinnen zum Schutz. Am vollkommensten ist
dieselbe bei Synemosyna formica.
van Hasselt erzog aus einer Larve, die am Hinterleibe von
Epeira dromedaria schmarotzte, eine Polysphincta carbonator
Gr. und theilt aus der Literatur mehrere ähnliche Fälle mit; Tijdschr.
V. Entom., XXXIV, Versl.,, S. XXXVIII— XLI.
Das 24. mem. der Etudes arachnologiques von E. Simon
enthält die Fortsetzung der de Script ions d'especes et de genres
nouveaux de la famille des Aviculariidae; Ann. Soc. Entomol.
France, 1892, S. 271—284.
E. A. Göldi macht Bemerkungen zur Orientierung in der
Spinnen fau na Brasiliens; Mitth. a. d. Osterlande, (N. F.) V,
S. 200 — 248. Die Zahl der aus Brasilien bekamiten bezw. durch die
Sammlungen des Verfassers und die Jehring's neuestens bekannt ge-
wordenen Arten beläuft sich (einschliessl. der Opilionen) auf etwa 420.
Der Verfasser gliedert die Fauna in die der Stadt Rio und ihrer
nächsten Umgebung, des Urwaldgebietes der heissen Niederung, des
Urwaldgebietes des Orgelgebirges, des Sertaö der Provinz Saö Paolo
und führt einzelne bezeichnende Arten besonders auf. Für die Stadt
Rio ist namentlich Nephila brasihensis, dann Argiope argentata,
Gasteracantha picea, Meta argyrea und hortorum, charakteristisch;
in den Netzen der N.brasiliensis leben Argyrodes Nephilae, Cambridgei
und americanus als Inquihnen; ferner Misumena alba, Eripus hetero-
gaster; Theridium albonotatum und die verbreitete IIeteroj)oda
venatoria. In der heissen Niederung ragen Nephila claiäpes, Acro-
soma verschiedene Arten, Cyrtarachne 5-spinosa, Miranda venatrix,
Mahadeva meridionalis hervor; die Netze von Nef)hila imd Mahadeva
beherbergen 5 verschiedene Argyrodes; diesem Gebiet gehören auch
Myrmecia und Ariamnes an. Für das Orgelgebirge ist die grosse
Zahl (17) von Anyphaena-Arten und Opilionen bezeichnend; die
Spinnen des Sertao sind noch nicht gesichtet.
An diese faunistische Schilderung sind dann einige biologische
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 55
Beobachtungen geknüpft. Von den Vogelspinnen erwälint Göldi,
dass sie nach Aussage verschiedener Landwirthe arge Feinde und
Mörder der Küchlein seien. — Von Nephila brasiliensis hat er sehr
oft die Begattung beobachtet. Er glaubt bemerkt zu haben, dass
das kleine Männchen erst nachdem es bereits auf dem Bauche des
Weibchens angelangt ist, seine Taster mit Sperma lade, indem es
„sie mit dem Abdomen in Verbindung zu bringen suchte, wo durch
eine kleine Oeffnung die Hoden ihren Inhalt austreten lassen. Nach
dem Kontakte mit den (!) Genitalporen (!) der Abdominal-Unterseite
kehrten sie mit einem Tröpfchen einer glashellen Flüssigkeit an der
Spitze in ihre normale Lage zurück."
E. Simon schreibt On the spiders of the Island of St.
Vincent. Part I. Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 549—575,
PL XLIL
In dem ersten Theile werden die (39) Angehörigen der Tera-
phosidae, Filistatidae, Uloboridae, Dysderidae, Oonopidae, Leptone-
tidae, Scytodidae, Nopidae, Drassidae und Palpimanidae behandelt,
von denen etwa 80 7o ^^'^ sind. Ein grosser Theil der Formen
kommt auch in Venezuela vor.
Als a contribution to the study of the spiderfauna of
the artic regions gibt G. Marx ein Verzeichniss arktischer Spinnen
nach den in der Literatur vorliegenden Angaben und nach Samm-
lungen, die ihm von verschiedenen Seiten zugekommen sind; es sind
im Ganzen 288 Arten, unter denen manche neu, die von Marx an
einer anderen Stelle beschrieben werden sollen. Diese Arten gehören
den Familien Attiden, Sparassiden, Thomisiden, Drassiden, Lycosiden,
Agaleniden, Argyronetiden , Hahniaden, Amaurobiaden, Dictyniden,
Micryphantiden, Theridiaden, Tetragnathiden, Epeiriden und Gattungen
an, die auch in milderen Klimaten bekannt sind; auch die Arten
sind zum grossen Theil in der gemässigten Zone verbreitet. —
Proceed. Entomol. Society Washington, II, S. 186 — 200.
J. H. Em ertön setzt die Beschreibung der Spinnen Neu-Engiands
fort: New England Spiders of the family Attidae; Transact.
Connect. Academy, VIII, S. 220—252, PI. XVI— XXI; . . . Thomi-
sidae, S. 359—381, PI. XXVIII— XXXII.
W. H. Fox stellt a list of spiders from Indiana auf (79 A.);
Proc. Entomol. Soc. Washington, II, S, 267 — 269.
N. Banks behandelt the spiderfauna ofthe upper Cayuga
lake basin und schickt der Uebersicht eine Tabelle der FamiKen
voraus. In dem angegebenen Gebiet (Ithaca) sind 363 Arten nach-
gewiesen. Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 11 --81,
PI. I— V.
Geo. Marx stellt auf a list of the (308) Araneae of the
district of Columbia; Proc. Entom. Soc, Washington, II, S. 148
bis 161.
C. Warburton gibt ein Verzeichniss der (64) Spiders from
Madeira und beschreibt einige neue; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
X, S. 216—228, PI. XIV.
56 JPh- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. Rabot sammelte auf Island folgende Arten: Entelecara
erythropus Westr. ; Lephthyphantes cristatiis Menge ; Epeira patagiata
CL; Xysticus Pini Huhn; Lycosa insignita T/ior. ; Pirata piscatorius
Cl.', Pardosa palustris L. ; Oligolophus alpinus ; E.Simon, Bull. Soc.
Entom. France, 1891, S. CLXXVII.
Araneae Hungariae . . . conscriptae a Com. Chyzer et Lad.
Kulczynski; Budap., 1892, Tom. I. Gr. 4., S. 1—168,^ Tab. I— VI.
— Die von C, Chyzer unterzeichnete Vorrede spricht nur von einer
enunieratio; das Werk bietet aber weit mehr, nämlich eine Syn-
opsis in so weit, dass sämmtliche Arten in analytischen Tabellen
charakterisirt sind; ausführlicher beschrieben sind vorwiegend die
neuen.
Diagnosen der FamiKen sind hier nicht gegeben; an die Spitze
der Familien ist eine analytische Tabelle der Gattungen derselben
gestellt; ebenso gehen der Aufzählung der Arten Arttabellen vorher.
Die Tafeln enthalten zum grössten Theil die für die Artunterscheidung
wichtigen männlichen und weiblichen Begattungstheile in klarer
Ausführung.
Die Nomenklatur und das befolgte System ist das von Thor eil.
In diesem Bande sind die Familien Saltico'idae, Oxyopo'idae,
Lycoso'idae, Heteropodoidae, Misumenoidae (= Thomisidae), Euetri-
o'idae (= Epeiridae), Tetragnathoidae , üloboroidae, Pholcoidae,
Scytodo'idae, Urocteoidae, Eresoidae, Dictyno'idae (d. h. Dictyn.
+ Amaurob.) behandelt. — Die fleissigen Forschungen der letzten
Jahre haben das erfreuliche Resultat gehabt, dass jetzt aus Ungarn
ungefähr doppelt so viel Spinnen bekannt sind, als Herman vor
12 Jahren aufführen konnte.
F. 0. Pickard - Cambridge beschreibt new and obscure
British Spiders; Ann. a. Mag. Nat. Histor. (6), X, S. 384—397,
PI. XX, XXI. Ausser (2) neuen Arten sind behandelt Lophocarenum
Mengei iSim. S. 387, PI. XX, Fig. 1; Amaurobius fenestrahs Stroem,
similis Blackio. S. 389, PI. XXI, Fig. 10, 11; Phyllonethis lepidum
Wlk.; Lephthyphantes pinicola St'm., ericaeus Blackw. S. 390, PI. XX,
Fig. 4, alacris Blackw., nebulosus Svndev.; Bathyphantes parvulus
Westr. S. 392, PL XXI, Fig. 7, gracilis Blackw. S. 393, Fig. 6;
Tmeticus scopiger Grnbe, Warburtonii Chr., rufus IWc/., silvaticus
Blackw. ; Porrhomma adi2:)atum L. Koch, montigena Sim. ; Dicymbium
tibiale Blackio. ; Troxochrus cissifrons Cbr. ; Araeoncus vaporariorum
Cbr.; Zilla X-notata Clerck, atrica C. L.Koch S. 395, PI. XX, Fig. 3;
XXI, Fig. 8, 9.
E. Simon stellt auf eine liste des Arachnides rec. en
Syrie . . .; Revue biologique du Nord de la France, V, S. 80 — 84
(53 Ai'aneae, 9 Scorpiones, 2 Solifugae, 1 Opilio).
Novae species aranearum . . in ins. Singapore collectae.
Descrips. T. Thorell; Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S.209— 256.
T. Thorell hat Parte IV seiner Studi sui Ragni Malesi e
Papuani erscheinen lassen; Ann. Mus-. Civic. Genova, (2.), XI,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 57
S. 1—490. Dieser Theil enthält Vol. E von Ragni dell'Indo-
Malesi.a . . . ., vgl. dies. Bericht 1889, S. 46, und behandelt die
Familien (Stephanopidae) , Sparassidae, Thomisidae, Lycosidae,
Oxyopidae, Attidae; Arten 173 — 344. Ein Theil der hier mit n. g. und
n. sp. bezeichneten Gattungen und Arten ist schon 1890 in den
Ann. Mus. Civic. Genova. (2.), X, S. 132 — 172 unter diagnoses
aliquot etc. diagnostizirt worden; s. dies. Ber. 1890, S. 54 und ff.
Unter der Ueberschrift On New Zealand Araneae liefert
P. Goyen die Beschreibung imd Abbildung zweier Arten; Trans.
a. Proc. New Zealand Inst., XXIV, S. 253—257, PL XIX.
Ein Catalogue of the described species of New Zealand
Araneidae von A. F. Urquhart führt 223 Arten auf (STeraphosiden,
2 Dysderiden, 9 Drassiden. 2 Amaurobiaden, 4 Agaleniden, 71 Theri-
diaden, 4 Micryphantiden, 4 Zodariaden, 8 Tetragnathiden , 57 Epei-
riden, 9 Thomisiden, 16 Lycosiden, 3 Cteniden, 32 Attiden) auf.
Seit der Zeit, wo Urquhart sammelt, glaubt er ein Seltenerwerden
der Epeiriden bemerkt zu haben und schreibt dies den eingeführten
Vögeln und einem (ebenfalls eingeführten '?) Pompilus zu; Trans.
a. Proc. New Zealand Institute, XXIV, S. 220—230.
Derselbe liefert descriptions of new species of Araneae;
ebenda, S.230 — 253.
R. J. Pocock weist auf die grosse und bisher nicht recht
gewüi'digte Bedeutung hin, welche Liphistius für die Klassifikation
der Ai'achniden besitzt. Die Aehnlichkeit, die Liphistius mit den
Pedipalpen hat, deutet eben auf eine Verwandtschaft, und in den
Pedipalpen haben wir diejenigen Formen unserer heutigen Ai'achniden
zu sehen, die den unmittelbaren Vorfahren der Spinnen am nächsten
kamen, wie andererseits die Skorpione den Vorfahren der Pedipalpen
am ähnlichsten sind. Jedenfalls hat Liphistius zwei bei den übrigen
Spinnen embryonale Merkmale auch im erwachsenen Zustande er-
halten. Das ist die Gliederung des Hinterleibes und die Lage der
Spinnwarzen dicht hinter dem zweiten Paar der Athemorgane. Die
Spinnw^arzen sind bei Liphistius in der Zahl von 4 Paaren, indem
zwischen den beiden zweigliedrigen Hauptpaaren noch zwei Paare ein-
facher, kleinerer vorhanden sind, die möglicher Weise funktionslos
sind. Von den 6 Spinnwarzen, die die meisten Spinnen besitzen,
sind die 4 grösseren wohl unzweifelhaft den 4 grossen des Liphistius
homolog, und die 2 kleineren dem hinteren Paar der Nebenwarzen
von Liphistius. Vielleicht hat sich das vordere Paar der Neben-
warzen des Liphistius in dem Cribellum einiger Spinnen erhalten,
und daraus würde daim folgen, dass dem Cribellum die hohe
systematische Bedeutung, die Bertkau und Simon ihm zuschreiben,
nicht zukommt, da dann walirscheinlich der Vorfahr der Spinnen
8 Spinnwarzen besass, von denen das eine Paar oder gar zwei
Paare bei der Mehrzahl verloren ging. Und da Liphistius
3 Krallen an den Füssen hat, so ist auch dies als ein Merkmal
des Spinnenvorfahr anzunehmen; die Arten mit 2 kralligen
Füssen haben eben die eine Kralle unabhängig von einander
58 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
verloren, ohne class sie darum alle gemeinsamen Ursprungs
sind. — Den bisherigen Dipneumones nähert sich Liphistius mehr,
als man bisher annahm, durch die Klaue der Mandibeln, die sich
nicht genau in einer der Sagittalebene parallelen Vertikalebene,
sondern in einer zu dieser schrägen Ebene bewegt. Es empfiehlt
sich daher, die Spinnen zunächst in Mesothelae (= Liphistius) und
Opisthothelae (alle übrigen) zu theilen. Die letzteren zerfallen in
die Mygalomorphae (= Territelariae Thor. excl. Liphistius) und
Arachnomorphae. Die Merkmale sind folgende:
a. Der Spinnapparat behält seine embryonale Lage in der Mitte
der Unterseite des Hinterleibes ; 8 Spinnwarzen. Die Oberseite
des Hinterleibes ist mit 9 getrennten Tergiten und die
Unterseite mit 2 Sterniten versehen. Die Brust ist im
Vergleich mit dem Cephalothorax sehr schmal ....
Mesothelae. Fam. Liphistiidae,
b. Der Spinnapparat wandert nach dem Hinterleibsende; es
sind nie mehr als 6 distincte Spinnwarzen vorhanden. Hinter-
leib nie von deutlichen Rückenplatten bedeckt; die abdo-
minalen Sternite persistiren nur als Lungendeckel und
? Epigyne ? Sternum breiter im Vergleich zum Cephal-
othorax OjDisthothelae.
c. Mandibeln in einer Vertikalebene, die Klaue fast parallel
der Sagittalebene des Körpers sich einschlagend. Vier Lungen-
säcke, das hintere Paar weit von einander getrennt, dicht
hinter dem vorderen, mit deutlichem Deckel. Gewöhnlich 4,
selten 6 Spinnwarzen . . . Mygalomorphae. Famil.
Aviculariidae, Atypidae.
d. Mandibeln in einer Horizontalebene, ihre Klaue sich schräg
nach unten einschlagend. Das hintere Paar der Lungen-
säcke meist durch Tracheen ersetzt. 6 Spinn warzen; nicht
selten ist das 4. Paar von Liphistius als Cribellum er-
halten .... Arachnomorphae. Fam. Hypochüidae,
Dysderidae, Filistatidae, Drassidae . . .
Ann. a. Mag. Nat.' Hist. (6) X, S. 306—314.
Tetrasticta.
Teraphosidae. E. Simon stellt zusammen eine liste des (38) especes
de la famille des Aviculariides qui habitent l'Amerique du Nord,
mit einem appendice: liste des (31) Aviculariides qui habitent le
Mexique et l'Amerique centrale; Actes Soc. Linneenne de Bordeaux,
XLIV, S. 307—326; 327—339 (Separ. S. 1—22; 23—35).
Derselbe theilt die Familie in die 7 Unterfamilien Paratropidiiiae ,
Actinopodinae , Miginae, Ctenizinae , Barychelinae, Aviculariinae, Diplurinae ;
Araign., S. 76.
„Our" Atypidae and Teraphosidae; N. Banks, Entomolog. News,
m, S. 147—150.
Aetinoxia (n. g. ; a Cyrtauchenio differt rastello chelarum ex dentibus
4 longis et aequalibus composito, unguibus graciiibus et longis, in parte basali
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 59
Serie dentium parvorum munitis, tibiis tarsisque anticis subtus aculeis gracilibus
et divaricatis armatis) versicolor (Kalifornien); E. Simon, Liste Avicular.
Amerique du Nord, S. 14.
Agathostola (u. g. subf. Aviculariin., trib. Homoeommat., ab Homoeommate
differt tuberc oculorum pauUo minore, oculis majoribus et aream magis com-
pactilem formantibus, anticis iiiter se aeque distantibus et sjoatiis oculo
angustioribus separatis, mediis lateralibus paulo minoribus, mediis posticis
magnis, . . .) straho (Columbien); E. Simon, Araign., S. 163 Anm. 1.
Anisaspis (n.g.; aParatropide differt cephalothoracefovea carente, mamillis
tantum duabus, quarum articulus ultimus medio brevior est) tubcrculata
{St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 550.
Äptostichus (n. g. Cyrtauchenio affine, differt imprimis tarsis anticis
metatarsis evidenter longioribus, paulo rarius scopulatis et inferne pluriaculeatis)
atomarius (Kalifornien) S. 13, clathratus (Sa. Rosa del California) S. 14; E. Simon,
Liste Avicul. Amerique du Nord.
Bothriocyrtum n. g. (Cteniz. Cyrtocareno affine; differt clypeo subdirecto
et oculis lateralibus anticis saltem duplo latiore, spatio inter oculos laterales
anticos et posticos diametro oculo multo angustiore, rastello chelarnm angulum
interiorem prominentem occupante, tibiis metatarsisque anticis aculeis lateralibus
numerosis subordinatis atque aculeis inferioribus binis munitis, tibiis tarsis
metatarsisque 4 post. aculeis numerosis et inordinatis armatis) für (Cteniza)
californicum Chr.] E. Simon, Liste Avicular. Amerique du Nord, S. 10.
Brachypelma n. g. (Aviculariin. prope Eurypelma) für (M.) Emilia Wfdte:
E. Simon, Liste Avicular. Amerique centrale, S. 34.
Coremiocnemis n. g. (subf. Aviculariin., trib. Phlogi., a Phlogio differt
pedibus posticis anticis multo longioribus, patella et tibia 4. longioribus quam 1;
pedibus 4., praesertim tibiis et tarsis, reüquis pedibus multo longius pilosis et
hirsutis) für (Plilogius) cunicularius Sim.; E. Simon, Araign., S. 146.
Gratorrhagus (n.g. Aviculariin.; ab Ischnocolo differt fovea thoracica
majore et transversa, oculorum linea secunda latiore quam linea prima et area
oculorum trapeziformi, parte labiali non multo longiore quam latiore et in
parte secunda crebre spinulosa . . .) cervinus (Mexiko); E. Simon, Liste Avi-
culari. Amer. centrale, S. 26.
Bavus (n. g. Eurypelmati, Lasioenemo et Homoeommati affine) fasciatus
(Costa Rica); 0. P. Cambridge, Biol. Centr.-Americ, Aran., S. 91.
Encyocrates (n. g. Selenocosm., a Pelinobio et Harpaxotheria fovea
thoracica parva, recta, ut in Poecilotheria; a Poecilotheria tuberculo oculorum
tertia tantum parte latiore quam longiore, tarsis 4. scopula non divisa . .
diversum) Baffrayi (Madagaskar); E.Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 280.
Ephebopus n. g. subf. Aviculariin., trib. Selenocosm., parte cephalica
valde convexa, fovea thoracica magna; oculis anticis spatiis oculis haud
angustioribus a sese distantibus ; parte labiali apice creberrime spiuulosis, scopula
tarsi 3. basim fere attingente; ... für (Mygale) murina Walch.] E.Simon,
Araign., S. 155.
Eudiplura n. g. subf. Diplurin.; cephalothorax et oculi Diplurae, sed
tubere oculorum a margine antico longius remoto; pars labialis apice spinulis
paucissimis munita; pedes lougissimi et graciles, metatarsis gracillimis et
ßO Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
flexuosis, sed usque ad basim cum tarsis anticis dense scopulatis, scopulis
integris, . . . ., für (Diplura) Rogenhoferi Auss.; E. Simon, Araign., S. 179.
Grammostola n.g. subf. Aviculariin., trib.Homoeommat., für (Eurypelma)
pulchripes Sim.; E. Simon, Araign., S. 163.
Haploclastus (n. g. subf. Aviculariin., trib. Selenocosm., a Selenocosmia
differt cephalothorace multo humiliore et subplano, fovea transversa sublineari
minus procurva . . .; a Phlogio oculorum linea antica magis procurva, scopulis
metatarsorum, posticorum imperfecta sectis . . .) cervinus (Kodeikanel, Indien);
E. Simon, Araign., S. 152, Anm. 1.
Haplopelma n. g. subf. Aviculariin., trib. Selenocosm., a Selenocosmia
differt fovea latiore et subrecta, scopulis tarsorum anticorum latissimis, ovatis
et articulis latioribus, scopulis tarsorum posticorum medium articulum haud
attingentibus, indistincte sectis . . .; für (Selenocosmia) Doriae Thor.; E. Simon,
Araign., S. 151.
Heligtnomerus (n. g. subf Ctenizin., trib. Idiop., ab Idiope differt oculis
mediis anticis et lateralibus areae secundae inter se aeque distantibus, clielis ad
angulum anteriorem sat anguste et longe prominentibus, dentibus rastelli
humilibus et obtusissimis, tibia 3" paris superne ad basim depressa, laevi et
glabra, fere ut in Pachylomero) taprobanicus (Kandy), 2^rostans (Kodeikanel);
E. Simon, Araign., S. 91, Anm.
Homoeoplacis (n. g. Barychelo affine, fovea thoracica valde procurva,
rastello mandibularum ex dentibus 5 uniseriatis validis et obtusis composito
diversum) pewtodon (S.Paulo de Olivenga); E.Simon, Ann. Soc Entomol.
France, 1892, S. 275.
Homostola (n. g. Cyrtauchen. ; ab Aptosticho differt fovea thoracica
latiore et valde procurva, oculis lateraUbus posticis mediis multo majoribus
et a lateraUbus anticis anguste separatis, sterni impressionibus majoribus et
inter se appropinquatis, pedum tibiis anticis muticis, tib. post. aculeis lateralibus
interioribus validis uniseriatim instructis, metatarsis haud aculeatis, sed inferne
setis robustis spmiformibus numerosis instructis) vulpecula (Zululand); E. Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 271.
Hysterocrates (n. g. subf Aviculariin., trib. Selenocosm., a Phoneuusa
differt tibia postica crassiore, inflata, ad basim atque ad apicem attenuata et
fusiformi, tarso pedum maxillarium feminae normali, haud tumido, für (Phoneu-
usa) Grashoffi Sim.; E. Simon, Araign., S. 153.
Lampropelma (n.g. subf Aviculariin., trib. Selenocosm., a Selenoc. differt
cephalothorace humihore, fovea latiore et multo minus procurva, parti labiali
paullo grossius et remotius spinulosa, pedibus cunctis muticis, scopulis
tarsorum anticorum latissimis . . . . ) niyerrimum (Sangir); E. Simon,
Araign.. S. 151.
Magulla (n. g. Ischnocohn.) obesa (Therezopoüs, Bras.); E. Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 276.
Oecophloeus (n. g.) cinctipes (Ceylon, in einem Nest mit doppeltem
Deckel auf Baumrinde) R. J. Pocock, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 49,
PI. III A.
Orphnaecus (n.g.; Phlogio Sim. affine. OcuU 4 antici in hneam sub-
rectam inter se late et fere aeque distantes, parvi, laterales mediis duplo
minores et punctiformes. OcuU medii postici parvi lateralibus anticis similes,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 61
laterales postici mediis fere duplo majores. Oculorum linea postica latior
quam antica. Pedes Phlogii, sed cuncti omnino mutici. Tibia ^ antica teres
et vaniicsi) pellit US (Grotte von Calapnitan, Camarines-Sur) ; E. Simon, Ann.
Soc. Entomol. France, 1892, S. 36.
Paraphysa (n. g. subf. Aviculariin., trib. Eurypelmat.; tuber oculorum
latius quam longius ; oculi antici in lineam parum procurvam, mediis lateralibus
pauUo minores et inter se quam a lateralibus paulo remotiores; medii postici
minutissimi; pedes (4, 1, 2, 3) valde aculeati, . . .) manieatum (Südamerika);
E. Simon, Araign., S. 166, Anm. 1.
Phrissaecia (n. g. ; ab Aporoptycho differt oculis 4 anticis desuper visis,
lineam evidenter recurvam formantibus, mediis lateralibus majoribus, fovea
thoracica leviter recurva, parte labiali multo longiore quam latiore et apice
parce spinulosa, coxis pedum maxillarium ad basim crebre et inordinate
spinulosis, tibiis 4 anticis inferne aculeatis, unguibus cunctis numerose biseriatim
dentatis) ecuadorensis (Loja); E. Simon, Ann. Soc. Entom. de France, 1892,
S. 274.
Planadecta (n. g. subf. Aviculariin., trib. Eurypelmat.) lyrata (Südamer.) ;
E. Simon, Araign., S. 168.
Pselligmus (n. g. Cyrtauchen., inter Cyrtauchenium et Nemesiam inter-
medium) infaustus (Abrolhos, Brasil); E. Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 273.
Porrhothele n. g. subf. Diplurin., trib. Macrothel., a Macrothele differt
oculis anticis in lineam plane rectam seu levissime recui'vam dispositis, sub-
aequis, feminae a sese sat remotis, maris confertis, mediis posticis anticis
minoribus, . . . parte labiali fere usque ad basim crebre spinulosa, pedibus
1 reliquis multo robustioribus . . ., für (Mygale) antipodiana Walck.; E. Simon,
Araign., S. 185.
Bachias n. g. subf. Ctenizin., trib. Cteniz. Nemesiae et Hermachae affine,
differt area oculorum magis compactili . . ., für (Hermacha) dispar Sim.;
E.Simon, Araign., S. 114.
Bhechostica n. g. subf. Aviculariin., trib. Homoeommat., für (Homoeomma)
texense Sim.; E. Simon, Araign., S. 162.
Scotinoeeus n. g. subf. Diplurin., trib. Hexathel., ab Hexathele differt
parte labiali latiore quam longiore, transversa, apice minute et creberrime
spinulosa, für (Hexathele) cinereo-pilosus Sim.; E. Simon, Araign., S. 188.
Sipalolasma (n. g. subf. Barychelin., trib. Barychel.; area oculorum vix
^/g latior quam longior, a margine antico vix separata . . .) Ellioti (Cottawa,
Ceylon); E. Simon, Araign., S. 124, Anm. 1.
Stasimo2)us n.g. Actinopodin., für (Actinopus) caffra C.L Koch; E. Simon,
Araign., S. 81.
Stenogyrocercus n. g. subf. Diplurin., trib. Macrothel., a Phyxioschaemate
differt parte labiali subquadrata, haud convexa, mamillarum articulis 1° et 2°
subaequis et plus quadruple longioribus quam latioribus, art. ultimo medio
haud longiore, sed paulo graciliore, terete et recto, für (Macrothele) silvicola
Sim.; E. Simon, Araign., S. 185.
Sterrhochrotus n. g. subf. Ctenizin., trib. Cteniz., für (Cteniza) farghanensis
Croneb.; E. Simon, Araign., S. 97.
Ti^idia (n. g. Barychelo affine, sed fovea thoracica majore et valde
62 I*'!- Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
procurva . . .) mauriciana (Mauritius); E. Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 274.
Tmesiphantes (n. g. Ischnocolin.) nubüus (Bahia)', E.Simon, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 277.
Xenesthis (n. g. Aviculariin,, a Lasiodora differt scopula tarsorum
posteriorum crassa et saltem intus usque ad basim extensa) colomhiana (Panama) ;
E. Simon, Liste Avicul. Amer. centrale, S. 28.
E. Simon stellt eine Tabelle der 5 ihm bekannten Acanthoscurria-
Arten auf, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 283, und beschreibt A. maga
(Südamerika) S. 280, musculosa (San Mateo, Boliv.), minor Auss. S. 281, insuhtilis
(San Mateo), ferina (Teffe, Amaz.) S. 282.
Accola modesta (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891,
S. 552, cavicola (Grotte von San Mateo, Manila), caeca (Grotte von Antipolo,
Morong); derselbe, Ann. Soc. Entomol. France, 1892, S. 35.
P. Goyen beschreibt das Weibchen und das Nest von Arbanitis
Huttonii Cambr., Trans, a. Proc. New Zeal. Institut., XXIV, S. 255 ff. PI. XIX,
Fig. 2, 3. Das Nest ist verzweigt, indem eine offene Hauptröhre ein wenig
schräg in den Boden geht, und von dieser eine engere Seitenröhre unter einem
spitzen Winkel gegen die Erdoberfläche sich abzweigt ; das oberirdische Ende
dieser Seitenröhre ist mit einem Deckel verschlossen, der aus durch Spinn-
gewebe verbundenen Erdklümpchen besteht. Wenn der Eingang zur Haupt-
röhre gestört wird von einem Feinde oder einem Beutethier (Käfer), zieht sich
die Spinne in den Seitengang zurück, um ihr Opfer beim Vorbeipassiren von
der Flanke anzugreifen.
Bothriocyrtum fabrile (San-Yago, Mex.); E. Simon, Liste Avicul. Amer,
centrale, S. 23.
Brachybothrium (mit dieser Gattung ist Nidivalvata Ätkins. synonym)
robustum (Virginia; Texas); Liste Avicul. Amerique du Nord, S. 7.
Brachythele longitarsis Sim. 5; E. Simon, Liste Aviculariid.
Amerique du Nord, S. 15.
Crypsidromus bolivianus (Espiritu-Santo, BoL); E. Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 278.
Cyclocosmia T/ieveneti (Mariposa); E. Simon, Liste Avicul. Amerique du
Nord, S. 9.
Cyclosternum obscuru »«(Mexiko); E. Simon, List eAvicular. Amer.centrale,
S. 27.
Cyrtauchenius ^eftra (Zululaud); E.Simon, Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 272.
Diplothele Halyi (Nuwara-Eliya, Ceylon); E. Simon, Araign., S. 123,
Anm. 1.
E. Simon (Araign. S. 122) zieht seine Gattung Encyocrypta, die er
von Idiommata durch die Bildung des rastellum an den Mandibeln unterscliied,
wieder ein, indem er sich überzeugt hat, dass Idiommata ein gleiches rastellum
besitzt.
Euagrus rubrigularis (Ft. Hall, Idaho territ.); E. Simon, Liste Avicular.
Amerique du Nord, S. 16.
Eurypelma ruMicum (Ft. Yuma, Arizona), helluo (Cap Lucas, KaHf.) S. 19,
Ma/rxi (KaUfornien; Neu Mexiko) S. 20, lanceolatum (Nikaragua) S. 31, Fig. 2
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 63
caniceps (Guanajuato) Fig. 3, serratum (Mexiko) Fig. 4, S. 32, panamense
(P.; Guatemala) S. 33; E. Simon, Liste Avicular. Amerique du Nord, guyanum
(Guyana); derselbe, Araign., S. 167, mesomelas (Costa Rica); 0. P. Cam-
bridge, Biol. Centr -Americ, Aran., S. 90.
Hapalothele (Fufius) lanicea (EspLritu-Santo, Boliv.) S. 283, Garleppi (San-
Mateo, Bol.) S. 284; E. Simon, Ami. Soc. Entom. France, 1892.
Homoeomma texense (Rio Grande); E. Simon, Liste Avicular. Amerique
du Nord, S. 16.
Idiops Germaini (Brasil., Prov. Rio); E. Simon, Araign., S. 92.
Macrothele segmentata (Pinang); E. Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 284, digitata (Guatemala); 0. P. Cambridge, Biol. Centr. -Amer.,
Aran., S. 92.
Myrmeciaphila J.^Mnson'i (Occoquan falls, Virginia); E. Simon, Liste Avic.
Amerique du Nord, S. 12.
Nemesia arenicola (Porto- Vecchio, Korsika) S. 113 Anm. 2, Didieri (Hodna,
Algier) S. 114 Anm. 1; E. Simon, Araign.
Pachylomerus scdebrosus {^t.Y'mcQnt); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London,
1891, S. 550.
Pachyloscelis robustus (Panama); 0. P. Cambridge, Biol. Centr.-Amer.,
Aran., S. 93.
Phaenothele insularis (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London,
1891, S. 551.
Phlogius cunicularius (Pinang); E. Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S.279 (wird später, Araign , S.146, zum Typus der n. G. Coremiocnerais
gemacht; s. oben).
Stichoplastus Fahrei (Madura, Indien); E. Simon, Ann. Soc. Entom. France,
1892. S. 278.
Stothis affinis (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891,
S. 552.
Tapinauchenius Sancti Vincentii (St. V.); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London,
1891, S.553, caenüescens (Ft. Sill, Lidian terr.) S. 21, iererms (Eagle pass) S. 22;
derselbe, Liste Avicular. Amerique du Noi'd.
Thelechoris zebrina (Polvon); E. Simon, Liste Avicular. Amer. centr, S. 25.
Atypidae. E. Simon (Araign., S. 191) sieht als Hauptmerkmale dieser
Familie an, dass der Analhöcker über den obersten Spinnwarzen, getrennt
von diesen, liegt; dass sie normal 6 Spinnw^arzen haben und dass der untere
Rand des Basalgliedes der Mandibeln keine Furche zur Aufnahme der Klaue
und nur eine Reihe von Zähnchen hat. Er theilt sie in die 3 Unterfamilien
Brachybothriinae (Brachybothrium , Atypoi'des) , Hexurinae (Mecico-
bothrium, Hexura), Atypinae (Atypus, Calommata).
F. Enock gibt noch additional notes and observa,tions on the
life-history of Atypus piceus; Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 21—26.
Zwei Weibchen lebten noch 2—3 Jahre, nachdem ihre Jungen ausgeschlüpft
waren. (Ich habe fi-üher wiederholt bemerkt, dass diese englische Art, nach
den Angaben über Zeit der Geschlechtsreife u. s. w. nicht unser A. piceus
sein kann, sondern wahrscheinlich A. affinis ist. Refer.).
Dysderidae. Ariadne solitaria (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool.
64 I*h' Beitkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Soc London, 1891, S. 556, maderiana (M.); C. Warburton, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6), X, S. 224, PI. XVI, Fig. 13.
Segestria Suterii (Dyer's Pass, Canterbury); A. T. Urquhart, Trans, a.
Proc. New Zealand Institut., XXIV, S. 230.
Oonopidae. Cinetomorpha (n. g., für puberula Sim., silvestris Sim.
und) Simplex (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 559.
Dysderina (n. g. für Oonops principalis Keyserl., Type und) princeps
(St. Vincent) S. 557, sjoinigera (ibid.) S. 558, PI. XLII, Fig. 23; von D. principalis
ist der Taster in Fig. 1 abgebildet; E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891.
Ischnaspis (n. g.) peltifer (Sierra Leone; Philippinen; St. Vincent);
E. Simon; Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 562.
Opopaea (n. g.) deserticola (Sahara; Arabien; Venezuela; Philippinen.
St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. Lond., 1891, S. 560, PL XLII, Fig. 5.
Pelicinus (n g.) marmoratus (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc.
London, 1891, S. 559, PI. XLII, Fig. 4.
Scaphiella (n. g.) cymhallaria! (Venezuela; St. Vincent); E. Simon, Proc.
Zool. Soc. London, 1891, S. 561.
Stenoonops (n. g.) scabriculus (Venezuela; St. Vincent); E. Simon, Proc.
Zool. Soc. London, 1891, S. 565.
Triaeris (n. g.) stenaspis (St. Vincent; Venezuela); E. Simon, Proc.
Zool. Soc. London, 1891, S. 561.
Oonops spinimanus (Venezuela; St. Vincent) PI. XLII, Fig. 6, globimanus
(ibid.) Fig. 7, S. 563, pulicarius (ibid.) Fig. 8, figuratus (ibid.) Fig. 9, S. 564;
E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891.
Nopidae. Caponia (nov. nom. pro Coloplion Gamhr. praeocc.) testacea
(St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 573.
Nops coccineus (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc-Londou, 1891,
S. 572, PI. XLII, Fig. 18.
Leptonetidae. Diese Familie stellt E. Simon, Proc. Zool. Soc. London,
1891, S. 565, zwischen die Oonopidae und Sicariadae (= Scytodidae), denen
sie durch die Geschlechtsorgane und die von einem Onychium getragenen
Krallen gleichen. Von den ersteren entfernen sie sich durch den Mangel des
2. Paares der Stigmen und einen zwischen die unteren Spinnwarzen vor-
ragenden und dieselben trennenden Zapfen ; von den letzteren durch die langen
Oberkiefer mit langer Klaue, durch die freie Uuterhppe und durch die wenig
geneigten Unterkiefer. Neu sind die Gattungen:
Ochyrocera, S. 565, mit 0. arietina (St. Vincent) PI. XLII, Fig. 10,
quinquevittata (ibid.) Fig. 11, S. 566, und
Theoelia, S. 567, mit Th. radiata (St. Vincent; Venezuela), S. 567, Fig. 12.
Psiloderces (n. g. ; cephalothorax fere Leptonetae, sed clypeo multo
latiore, cephalotliorace toto vix breviore oblique perrecto, a basi breviter con-
stricto, ad marginem ampliato et arcuato. OcuU sex parvi et subaequales
aream unicam formantes, medii inter se contigui, utrinque laterales bini inter
se contigui et lineam postice divaricatam formantes, sed a mediis bene separata,
. . . Pars labialis longior C|uam latior et dimidium laminarum superans, ad
basim sat angusta et parallela, ad apicem sat abrupte ampliata atque ovata.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 65
caetera ut in Leptoneta) Egeria (Grotte von Calapnitan, Camarines — Sur);
derselbe, Ann. See. Entern. France, 1892. S. 40, PI. 2, Fig. 1.
Theoelia microphthalma (Grotte von Antipolo, Moi'ong); E. Simon, Ann.
Sog. Entom. France, 1892, S. 40, PL 2, Fig. 2.
Tristicta.
Attidae. Bathippus (n. g. für Plexippus Montrouzieri Luc, latericius
Thor. etc. und) tnacilentus (Sungei Bulu) ; T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 402.
Bindax n. g. für (Plexippus) chalcocephalus Thor.; T. Thorell, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2, S. 411.
Carrhotus n. g. für (Plexippus) viduus = albo-lineatus C. L. Koch;
T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 406.
Chrysilla (n. g. Marptusae et Maeviae valde affine) delicata (Sumatra) S.316,
deUlis (Sungei Bulu) S. 319, Doriae (ibid.) S. 321; T. Thorell, Ragni Malesi e
Papuani, IV, 2.
Epocilla (n. g.) praetextata (Java); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 310.
Gelotia (n. g. inter Maeviam, Cocalum et Linum intermedium) frenata
(Sungei Bulu) S. 345, (?) bimaculata (Sarawak; letztere Art vielleicht in die
neue Gattung Pohcha gehörend) S. 348; T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2.
Nicylla (n.g.) Siindevallü {Qingidsing) ; T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 450.
Orcevia (n. g.) Keyserlingü (Singalang) S. 361, eucola (Ajer Mancior)
S. 365; T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Policha (n.g.?, für Gelotia) bimaculata; T. Thorell, Ragni Malesi e
Papuani, IV, 2, S. 351.
Porius n. g. für (Ballus) papuanus Thor.; T. Thorell, Ragni Malesi
e Papuani, IV, 2, S. 252.
Tapinattus n. g. für (Attus) melanognathus Luc; T. Thorell, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2, S. 306.
Aelurillus V. - insignitus var. obsoletus (Budapest; Inota) S. 29, Tab. I,
Fig. 4a, b, M-nigrum n. sp. (Budapest) S. 31, Fig. 5; W. Kulczynski, a. a. 0.
Attus maderiana! (M.); C. Warburton, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X,
S. 217, PI. XVI, Fig. 1, Daminii Chyzer (Buccari) S. 21, Tab. I, Fig. 32, hungaricus
Kulcz. (Kecskemet; Ermihalyfalva) S. 22, Fig. 37; C. Chyz er & W. Kulczynski,
a. a. 0 , sylvestris (Beverly; Middleton, Mass.); J. H. Emerton, New Engl.
Spid., S. 247.
Bianor (Gattungsmerkmale angegeben; = Scythropa Keys., Ericulus Sim.
praeocc.) leucostictus (Ajer Mancior) S. 252, balius! (Singalang) S. 256, incitatus
(ibid.; Java) S. 259; T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Cocains ramipalpis (Sumatra) T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV,
2, S. 353.
Deudryphantes insignis (Ithaka) S. 74, PI. V, Fig. 28, ornatus PI. IV, Fig. 29;
V, Fig. 29,' exiguus PI. V, Fig. 30, S. 75; N. Banks, a. a. 0., montanus (Mt.
Washington); J. H. Em ertön, New Engl. Spid., S. 229, PI. XVII, Fig. 3.
Avch.f. Naturgesch. Jaliig. 1893. Bd. II. H. 2. E
(5Ö Ph- Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Euöphrys confusa (S.-A.-Ujhely; Toka,j ; Budapest . . .) S. 40, Tab. I, Fig. 42,
Thorellii (Galizien ; S.-A.-Ujhely) S. 44, Tab. II, Fig 4; W. Kulczynsky, a. a. 0.,
Giehelü (Tcibodas); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 357,
monadnock (Dublin, N. H.) PI. XX, Fig. 1, eruciatus (ibid.) Fig. 2; J. H. E^m ertön ,
New Engl. Spid., S. 241.
Habrocestum latens (Ithaka); N. Banks, a. a. 0., S. 77, PI. V, Fig. 34.
Harmochirus nervosus (Sungei Bulu); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 246.
Hasarius scylax (Singalang) S. 413, Simonis (Sungei Bulu; Singalang)
S. 418, WorTimannii (Singalang) S. 423, coprea (Sumatra) S. 431, soharus (Singa-
lang) S. 436, dispnlans (Java) S. 440, Mc Cookii (Java) S. 443; T. Thor eil,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Homalattus mordax (Tcibodas) S. 268, nobüis (Gorontalo, Celebes) S. 278;
T.Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Hyllus lacertosus G.L.Koch var. Borneensis (B.); T. Thor eil, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2, S. 384.
Icius formosus (Ithaka) S. 76, PI. V, Fig. 31, moestus S. 77, Fig. 33; N. B anks,
a.a.O., Hartü (Medford, Mass.) PL XVIII, Fig. 5, formicarius (ibid.) Fig. 6;
J. H. Em ertön, New Engl Spid., S. 235.
Maevia glaucochira (Sumatra) S. 325, gemmans (Singalang) S. 329, Marxii
(Java) S. 332, cypria (ibid.) S. 339, ZaiieZrtma (Sungei Bulu) S.341; T. Thorell,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Marpissa Orantü (Madeira); C. Warburton, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
X, S. 217, PI. XVI, Fig. 2, 3 (M. ornata Thor, abgebildet, ebenda, Fig. 46),
armifera (Albury; die Eicocons in traubigen Massen in den Nischen der Felsen)
S. 248, nemoralis (Stratford) S. 250;; A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New
Zealand Instit., XXIV, (Marptusa) marhia (Otagoküste, an Felsen in der Fluth-
höhe; ähnhch in Färbung und Bewegung 3 Stranddiptereu, auf welche die
Spinne Jagd macht; daher Beispiel der aggressiven Mimikrj'); P. Goyeu,
ebenda, S. 253, PI. XIX, Fig. 1, (Marptusa) nannodes (Singalang) S. 283, hians
(Sumatra) S. 289, decorata (ibid.) S. 292, demissa (Sungei Bulu; Ajer Mancior)
S. 295, oppressa (ibid.) S. 300, /brmosmiw«. (Borneo) S. 303 ; T. Thorell, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2.
Neon pictus (Torna; Herkulesfürdö, . . .); W. Kulczynski, a. a. 0.,
S. 45, Tab. I, Fig. 3.
Phidippus mimitus (Ithaka); N. Banks, a. a. 0,, S. 74, PL V, Fig. 27,
multiformis (Mt. Washington; New Haven; := i'ufus Peckh. non Hentz) S. 224,
PI XVI, Fig. 1, brunnetis (Massachus.) S. 225, Fig. 2; J. H. Emerton, New
Engl. Spid.
Phlegra fuscipes (Tokaj; Budapest); W. Kulczyiiski, a. a. 0., S. 33,
Tab. I, Fig. 19. '
Plexippus sylvarus! (Stratford); A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New
Zeal. Institut., XXIV, S. 252, gausapatus (Singalang); T. Thorell, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2, S. 370.
Pseudicius ep<fcZejno>dcÄ (Szomotor; Uj-Moldova); C. Chyz er, a. a. 0., S. 12,
Tab. I, Fig. 16.
Salticus modestus (Andaman-L); T. Thorell, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
IX, S. 235, fm-mosus (Ajer Mancior) S. 230, pectorosus und var. sternodes
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 67
(Singalang) S. 234, alticeps (Tcibodas) S. 239, leptognathus (Tcibodas) S. 242;
derselbe, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Synemosyna capito (Java?) S. 215, dehilis (Java) S. 218; T. Thor eil,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Toxeus (?) mandibularis (Java?); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani,
IV, S. 220.
Viciria terebrifera (x\jer Mancior); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 397.
Yllenus Horväthn (Kecskemet); C. Chyzer, a. a. 0., S. 27, Tab. I, Fig. 31.
Zygoballus ^erres^m (Boston; Cambridge; New.Haven, Comi.); J.H.Em er-
tön, New Engl. Spid., S. 231, PL XVII, Fig. 5.
Thomisidae. Microeyllus (n. g. Porropi, Zametopiae et Palaephato
affine, ab illis distributione oculorum alia, ab hoc liabitu thomisiformi diversum,
für Thomisus opportunus Cambr. und) elegans (Singalang) S. 119, nanus (Tcibodas)
S. 121; T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Musaeus (n. g. Loxobati affine, clypeo et mandibulis directis, area
oculorum mediorum multo longiore quam latiore etc. dignoscendum) politus
(Sumatra); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 72.
Narcaeus (n. g. Oxyptilo affine, serie oculorum postica fortissime recurva,
area oculorum mediorum transversa . . . diversum) picinus (Tcibodas) ; T. T h o r e 1 1 ,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 100.
Peltorrhynchus (n. g., clypeo porrecto, paene librato distinctum) ros^ra^MS
(Java); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 114.
Zametopias (n. g.) speculator (Sumatra); T. Thor eil, Ragni Malesi e
Papuani, IV, 2, S. 123.
D&r&dms javanus (Java) S. 78, perspicillatus (Sarawak) S. 83; T. Thor eil,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Diaea zonura (Singalang; Tcibodas); T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 95.
Hedana perspicax (Singalang) S. 105, ocellata (ibid.) S. 109; T. Thoreil,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Misumena foUata (Ithaka) S. 57, PI. II, Fig. 37; III, Fig. 17, placida
S. 58; N. Banks, a. a. 0., Clarkü (Madeira); C. Warburton, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (6), X, S.219, PI. XVI, Fig. 7, 8, dkrythra (Singapore); T. Thorell,
Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 92, particeps (Guatemala); 0. P. Cambridge,
Biol. Centr.-Americ, Aran., S. 103.
Oxyptila cinerea (White Mts., New Hampsh.); J. H. Em ertön, New
Engl. Spid., S. 366, PL XXIX, Fig. 6.
Palaephatus pseudorchestes (Ajer Mancior); T. Thorell, Ragni Malesi e
Papuani, IV, 2, S. 127.
W. Kulczynski unterscheidet a. a. 0., S. 104, 106 folgende „subspecies"
von Plülodromus aureolus: variecjatus Tab. IV, Fig. 19, caespiticola Wdlck.,
similis^ pallens, rufulimbahis, marmoratus.
Philodromus sicpiifer (Ithaka) S. 59, PL III, Fig 20, gracüis (Buttermilk
creek) S. 60, Fig. 21, unicolor Fig. 22, ornatiis Fig. 24, S. 61, placidus Fig. 25,
minutus PL V, Fig. 85, S. 62, minuseulus PL II, Fig. 39, exilis (Freeville) Fig. 40,
S. 63; N. Banks, a. a. 0., pictus (Neu-England) S. 373, PL XXXI, Fig. 2,
lineatus (iloid.)S. 37 i, Fig. 4, bidentatus (Mt. Tom, Mass.; New Haven, Conn.)
E*
68 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Fig. 5, brevis (Readville, Mass.) PL XXII, Fig. 2, S. 375, robustus (Beverly,
Mass.) S. 376, Fig. 1; J. H. Emerton, New Engl. Spid.
Runcinia Kinbergii (Java) S. 86, disticta (ibid.) S. 89; T. Thor eil, Ragni
Malesi e Papuani, IV, 2.
T. Thoreil möchte Stephanopis Cbr. wegen der fast cylindrischen,
nicht kegelförmigen Mandibeln zum Typus einer besonderen Familie machen,
der auch Regillus Chr. einzureihen wäre; Ragni Mal. e Papuani, IV, 2, S. 5 f.
Die Steph. Cambridgei Bracll. (non Thor.) benennt Thorell acrocephala;
a. a. 0., S. 6 Anm. 3.
Stephanopoides cognata (Mittelamerika); O.P.Cambridge, Biol. Centr.-
Americ, Aran. S. 104.
Strophius stöfna^Mö^ (Guatemala); O.P.Cambridge, Biol. Centr.-Amer.,
Aran., S. 103.
Tharpyna varica (Tcibodas); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2,
S. 102.
Tmarus eques (Tcibodas); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2,
S. 75, ineptus (Panama) S. 94, mundulus (ibid.) S. 95, intentus (Guatemala),
pauper (Panama) S. 96, studiosus (ibid.) S. 97, decens (ibid.) S. 98; 0. P. Cam-
bridge, Biol. Centr.-Amer., Aran.
Xysticus distinctus (Indian spring) S. 52, PI. III, Fig. 89, brunneus Fig. 4,
crudelis Fig. 5, S. 53, transversus Fig. 6, S. 54, lentus PI. II, Fig. 67, nervosus
PL III, Fig. 8; IV, Fig. 84, S. 55, formosus (Varna) PL III, Fig. 9, S. 56;
N. Banks, a.a.O., albomaculatus (S.-a.-Ujhely) ; W. Kulczynski, a.a.O.,
S. 94, Tab. III, Fig. 33, graminis (Massachus.) S. 364, PL XXIX, Fig. 2, inornatus
(ibid.; Connectic.) S. 366, Fig. 5; J. H. Emerton, New. Engl. Spid.
Sparassidae. Dolothymus (n. g. Angaeo affine, forma partis cephalicae
ordinaria, non apud oculos supra fortius angustata vel constricta, diversum)
pallidus (Sumatra); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 64.
Libania (u. g., ad habitum Philodi-omo simile, mandibulis paene directis
ovato-cylindratis diversum) scahicula und var. sulcata (Tcibodas; Sarawak;
Ajer Mancior) S. 51, laevis (Singalang) S. 56, annidata (ibid.) S. 58, armillata
(Sungei Bulu) S. 60; T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
l'rusias (n. g. prope Sparassum) nugalis (Panama); O.P.Cambridge,
Biol. Centr. Amer., Aran., S. 102.
Bamnes (n. g. praecedenti affine) semotus (Panama); derselbe, ebenda,
S. 102.
Urgulania (n. g. Heteropodae affine et Panareto Sim. simile, pedibus 4.
pedes 1. longitudine superantibus facile distingueudum) Borneensis (Sarawak);
T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 12.
Angaeus rhombifer (Sumatra); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV,
2, S. 67.
Heteropoda imbecilla (Bua, Padang) S. 16, leptoscelis (Sumatra) S. 19, Suma-
trana und var. montana (Singalang; Ajer Mancior) S. 26, signata (Singalang)
S. 32, obtusa (Sarawak) S. 34; T, Thorell, Regni Malesi e Papuani, IV, 2.
üolcoma. Beccarii (Sungei Bulu); T. Thorell, , Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 46.
Palystes incanus (Sarawak); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV,
2, S. 87.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 69
Sarotes imimdicus (Andaman-J.); T. Thor eil, Ann. a. Mag. Nat. Hist.,
(6), IX, S. 233, ferox (Niederl. Indien? Australien?); derselbe, Ragni Malesi
e Papuani, IV, 2, S. 40.
Tlianatus Zi/cosomZcs (Massachus. ; Connectic); J.H.Em er ton, New Engl.
Spid., S. 379, PL XXXII, Fig. 6.
Palpimanidae. Otiothops oblongus (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool,
Soc. London, 1891, S. 574.
Anyphaenidae. Arachosia piita (Chiriqui); 0. P. Cambridge, Biol.
Centr.-Amer., Aran., S. 100.
Drassidae. Ctenomma nov. nom. pro Ctenophthalmo Sim. praeocc. ;
T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 131.
Satricum (n. g. prope Drassum) gnaphosoides (Guatemala); 0. P. Cam-
bridge, Biol. Centr.-Amer., Aran., S. 99.
Sergiolus (n. g. ; ab Aphanthaulace parte labiali multo longiore quam
latiore et oculorum linea antica recta diversum, für Herpyllus variegatus Hentz
Type, und) elegans (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891,
S. 574.
Agroeca ornata (Buttermilk creek); N. Banks, a. a. 0., S. 23, PI. I,
Fig. 68.
Clubiona pygm(a)ea (Fall creek) PL I, Fig. 64, lenta (ibid.) Fig. 66;
N. Banks, a. a. 0., S. 21, chevronia (Riccarton bush, Canterbury) S. 231,
viridicoma (Mt. Cook) S. 233; A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New Zealand
Institut., XXIV.
Drassus humüis (South hill); N. Banks, a. a. 0., S. 20, PL I, Fig. 60.
Gnaphosa humüis (Ithaka); N. Banks, a. a. 0., S. 19, PL I, Fig. 59,
BarroisL (Birket-Abbädi, zwischen Damaskus und Bahr-el-Ateibeh ; die erste
echte Gnaphosa aus Syrien); E. Simon (Liste des Arachnides rec. en Syrie, . . .
S. 4 in) Revue biologique du Nord de la France, V, S. 81.
Micaria formicoides (Fall creek, auf Solidago, in Gesellschaft mit sehr
ähnlichen rothen Ameisen); N. Banks a. a. 0., S. 4, PL 1, Fig. 51.
Phrurolithus minutus (Fall creek; Buttermilk creek) PL 1, Fig. 67, S. 22,
palustris (Indian spring) Fig. 70, S. 23; N. Banks, a. a. 0.
N. Banks macht einige Angaben über Prodidomus rufus Hentz, mid
findet die Stellung der Gattung unter den Drassiden (Simon) gerechtfertigt,
meint aber, dass sie sich in manchen Punkten auch den Dysderiden nähern;
Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 259 — 261 mit Holzschn.
Prosthesima rufula (Fall creek; South hill) PL I, Fig. 55, frigida (Fall
creek) Fig. 56, S. 17, immaculata (ibid.) Fig. 58, S. 18, minima (Six Mile
creek) PL IV, Fig. 69, S. 19; N. Banks, a. a. 0.
Thargalia agilis (Six mile creek) PL I, Fig. 52, perplexa Fig. 53, S. 15,
fallax (Ithaca) Fig. 54, S. 16; N. Banks, a. a. 0.
ZoPOpsididae. Baecius n. g., a Zorocrate differt lineis oculorum binis
plane rectis, laminis maxillaribus brevioribus, intus magis arcuatis, apice
attenuatis et truncatis, aculeis seriatis tibiarum et tarsorum anticorum tantum
3—3, brevioribus, für (Amaurobius) crassipes L. Koch; E. Simon, Araign.
S. 230.
Filistatidae. Filistata Garciai (Grotte von San Mateo, Manila); E. Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 37.
70 Pli, Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hypoehilidae. E. Simon (Araign. S. 201), findet, abgesehen von den
Athemorganen, keine Aehnlichkeit zwischen Hypochilus und den Teraphosae;
während er sie finiher mit Filistata für näher verwandt hielt, erkennt er jetzt
in Dinopis die nächsten Verwandten.
Die Familie hat 2 Gattungen, Hypochilus und Ectatosticta n. g. (Pars
labiaUs longior quam latior, apice truncata, laminae longae, extus insertione
trochanteris longe ante medium sita); die neue Gattung ist für (Hypochilus)
Davidi Sim. aus dem südlichen China aufgestellt.
Amaurobiadae. Äuximus n.g., für(Amaurobius)crucifer Chr., dentichelis
Sim., fuegianus Sim.; E. Simon, Araign., S. 239.
Calleva (n. g., ab Amaurobio differt oculorum serie postica, desuper visa,
leviter recurva, oculis mediis anticis lateralibus minoribus, area mediorum
antice multo angustiore quam postice, . . . pedibus brevibus robustis, muticis,
calamistro uniseriato; vielleicht echte Dictynide? pauperctcla (Argentinien);
E. Simon, Araign., S. 239.
Amaurobius occidentalis (Sierra de Estrella; La Guarda); E. Simon,
Bull. Soc. Entom. de France, 1892, S. CXCV.
Titanoeca Sequerai (Regoa, Portugal); E. Simon, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. CXCV.
Pseehridae. E. Simon (Araign., S. 223 ff.) vereinigt unter diesem
Namen die beiden Gattungen Psechrus Thor, und Fecenia Sim., die T h o r e 1 1
zu den Amaurobiinen gestellt hatte; nach Simon nehmen sie eine mittlere
Stellung zwischen den Dinopiden mid Amaui'obiaden ein, näheren sich aber
doch mehr den letzteren. Ausgezeichnet sind sie durch wohl ausgebildete
Haarbüschel, welche mit der unpaaren Fusskralle zusammenfallen; durch die
migewöhnUche Länge des ersten Beiupaares im Vergleich zu den übrigen,
durch die Schlankheit der Metatarsen, die gegen die Spitze hin keuUg ver-
dickt sind. Die Gattung Psechrus zählt 2 Arten: Ps. torvus Chr. von Ceylon
und Ps. argentatus (Dol.) von Malaisien und Neu Guinea; Fecenia hat 5 — 6 Arten,
die sich von Malakka bis zu den Molukken verbreiten.
Dietynidae. E. Simon (Araign., S. 231 ff.) vereinigt unter diesem
Namen die echten Dictyniden und Amaurobiaden, indem er auf die Ver-
schiedenheit der Tracheen, die von keiner äusseren Besonderheit begleitet
wird, wenig Werth legt; er meint sogar, diese Verschiedenheiten seien solche,
wie sie allgemein zwischen den höchsten und niedrigsten Typen einer und
derselben natürlichen Familie zu betrachten seien; es würde aber Simon
schwer fallen, aus der Ordnung der Spinnen hierfür Beispiele beizubringen.
Welche Gattungen nun zu den Amaurobiaden zu stellen sind, kann ich,
da über die Tracheen nichts gesagt ist, nicht angeben; wahrscheinlich sind es
ausser Amaurobius, womit Simon Titanoeca vereinigt, Badumna Thor., Nurscia
Sim., Calleva n. g. und Auximus n. g. ; s. oben. Die gegenwärtige Familie
würde dann aus den Gattungen Protadia Sim., Lathys Sim., Devade Sim.,
Dictyna Smid., Thallumetus Sim., Rhion Chr., Charea Sim., Altella Sim., Argenna
Thor., Atelolathys Sim., Scotolathys Sim., {= Neophanes Marx) bestehen.
Atelolathys (n. g.; Cephalothorax brevis et altus, fronte lata; oculi
6nocturni; 4 postici aequi, in lineam valde procurvam, medii inter se quam
a lateralibus remotiores, et 2 antici, reliquis majores, a lateralibus haud separati,
sed inter se late distantes; pedes feminae breves et robusti, sat longe pilosi
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1892. 71
et aculeis setiformibus conspersi; partes oris, sternum, cribellum et calamistrum
Lathyos) varia (Nuwara-Elyia, Ceylon); E. Simon, Araign., S. 243.
Protadia n. g., für (Dictyna) patula Sim., (Lethia) albispiraculis Cor.;
E. Simon, Araign., S. 239.
Argeuna mmma (S.-a.-Ujhely) S. 159, Tab. VI, Fig. 31, Lendlii (Felcsuth;
Kecskemet) S. 160, Fig. 30; W. Kulczyiiski, a. a. 0.
Dictyna maxima (Ithaka) PL I u. II, Fig. 70, decorata (ibid.) Fig. 81, S. 28,
dubia Fig. 82, S. 29; N. Banks, a. a. 0., Szaböi (Kecskemet); C. Chyzer,
a. a. 0., S. 156, Tab. VI, Fig. 24.
Lathys heteroiMhdlma (Buccari); W. Kulczynski, a. a. 0., S. 161.
ülobOPidae. E. Simon (Araign., S. 205 ff.) vereinigt in dieser Familie
nicht nur Uloborus und Hyptiotes, sondern auch Dinopis, Miagrammopes und
eine neue Gattung Aebutina. Ihre Merkmale sieht er in dem Mangel einer
Mittelritze des Cephalothorax, der Länge des Afterhöckers und in einer Reihe
von Dornen an dem Metatarsus (und Tarsus) der Hintei'beine.
Die Familie zerfällt in die 4 Unterfamihen Dinopinae (Dinopis, Menneus),
Uloborinae (Uloborus, Sybota), Miagrammopinae (Hyptiotes, Miagram-
mopes) und Aebutininae (Aebutina). Die letztere Unterfamihe ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Augen in zwei genäherten, parallelen und fast
geraden Reihen stehen. Die typische Art ist Aebutina hinotata S. 222 von
S. Paulo-de-OlivenQa, Amazonas.
Uloborus penicillatus (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London,
1891, S. 554, quadri-tubercidatus (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc. Entom.
Ital., XXIV, S. 221.
Miagrammopidae. Miagrammopes scoj:)arms (St. Vincent); E. Simon,
Proc. Zool. Soc. London, 1891, S. 555.
Lyeosidae. Lycosella (n. g.) teuer a (Singalang) S. 179, miniita (ibid.)
S. 183; T. Thoreil, Ragni Malesi e Papuani IV, 2.
Nydia (n. g. Ctenin.; forma corporis cum Drassidis conveniens, oculorum
dispositione cum Cteninis; von Thorell zu den Lycosiden gestellt) punctata
Sumatra); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 131. (Vielleicht ist
die Gattung mit Ctenomma =; Ctenophthalmus Sim. identisch).
Passiena (n. g. Auloniae affine; tibiae et tarsi anteriores subter
paribus compluribus aculeorum longissimorum armata) spinicrus (Pinang);
T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2, S. 186.
Acanthoctenus dimidiatus (Singalang) S. 142, laetus (Sarawak) S. 146;
T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Ctenus (Isoctenus) pulvinatus (Sarawak); T. Thorell, Ragni Malesi e
Papuani, IV, 2, S. 139, mordiciis t Guatemala); 0. P. Cambridge, Biol. Centr.-
Americ, Aran., S. 100.
Dolomedes lepidus (Ajer Mancior); T. Thorell, Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 149.
Lycosa (d. h. Tarentula) similis (Indian Spring) S. 64, PL II, Fig. 30, rufi-
ventris (FaU creek) PL III, Fig. 35, humilis (Round marches) Fig. 36, S. 65,
crudelis Fig. 37, S. 66, Immaculata PL V, Fig. 38, exitiosa PL I, Fig. 39, S. 67,
oblonga PL III, Fig. 40, S. 68; N. Banks, a. a. 0., (Lycosa) maura (Mt. Cook);
A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New Zealand Institut., XXIV, S. 246, (Lycosa
Thor.) Entzii (Siebenbürgen, am LTfer der Salzteiche); C. Chj'zer, a. a. 0.,
72 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 60, Tab. II, Fig. 26, pusiola (Sumatra, Borneo) S. 157, sumatrana (Singalang .
Sungei Bulu) S. 161, xyinangensis (P.) S. 166, vagula (Ajer Mancior; Tcibodas)
S. 168, räbulana (Padang Pandjang) S. 173, ipnochoera (Ajer Mancior) S. 176;
T. Thor eil, Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Oxyopes Javanws (Java; Padang Pandjang) S. 195, longinquus (Java?) S.198,
annuUpes (Sumatra) S. 200, providens (Sungei Bulu) S. 202, setipes (Sarawak)
S. 204, obtusus (Ajer Mancior) S. 207, fronto (Singalang) S. 209, latifrons
(Sumatra) S. 211 ; T. T h o r e 1 1 , Ragni Malesi e Papuani, IV, 2.
Pardosa annulata (Ithaka) PL I, Fig. 41, S. 68, venusta Fig. 42, S. 69, gra-
cüis Fig. 43, 50, moesta PL III, Fig. 44, S. 70, obsoleta Fig. 45, S. 79; N. Banks,
a. a. 0.
Pirata montanoides (Ithaka) S. 71, PL 71, PL I, Fig. 46, agilis (Fall creek)
Fig. 47, exigiia (Enfield creek) Fig. 48, S. 72; N. Banks, a. a. 0.
Tarentula fragilis (Singalang) ; T. T h o r e 1 1 , Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 154.
Trochosa inops (Sungei Bulu) ; T. T h o r e 1 1 , Ragni Malesi e Papuani,
IV, 2, S. 151.
Agalenidae. van Hasselt theilt einiges aus der Biologie von
Coelotes atroposmit; Tijdschr. v. EntomoL, XXXIII, VersL, S. XIV— XVI
mit Holzschn. Ein Weibchen hatte ein flascheiiförmiges Gewebe angelegt
und darin ein Eiersäckchen abgesetzt. Als die Jungen ausgekommen waren,
hielten sie sich längere Zeit fi-iedUch in dem alten Nestchen beisammen,
während die Mutter daneben ein anderes Wohngewebe mit besonderem Aus-
gang für sich angelegt hatte.
C. fidelis (Ithaka) PL I. Fig. 72; PL V, Fig. 72, S. 24, altiUs (ibid.) Fig. 74,
Uneatus (Summit marsh) S. 25 gnavus S. 26; N. Banks, a. a. 0.
Cybaeus giganteus (Ithaka) ; N. B a n k s , a. a. 0., S. 23, PL I, Fig. 71,
PL V, Fig. 71.
Hahniadae. Cicurina creber ! (Ithaka) S 26, PL I, Fig. 76, placida (Coy glen ;
Buttermilk und Fall creek) S. 27, Fig. 77; N. Banks, a. a. 0.
Seytodidae. Drymusa (n. g. a Loxoscelide differt sterno latius cordi-
formi, antice late et recte truncato, postice attenuato, sed truncato et coxis
posticis inter se distantibus, parte labiali ad basim spatio intercoxali haud
angustiore etc.) nubila (St. Vincent); E. Simon, Proc. Zool. Soc. London 1891,
S. 572.
Scytodes Bertheloti Luc. am Todten Meer; E. Simon, (Liste des
Arachnides rec. en. Syrie . . ., S. 3.) in Rev. biol. du Nord de la France, V, S. 80.
Scytodes (longipes Luc. = marmorata Tacz. =^ Taczanowskii Thor. Fig. 13),
hebraica (St. Vincent) S. 568, PL XLII, Fig. 14, hajula (ibid. ; Venezuela) S. 569,
Fig. 15, (lineatipes Tacz. S. 570, Fig. 16, 17, fusca Walck = guyanensis Tacz.,
S. 571) ; E. Simon, Proc. Zool. Soc. London, 1891.
Pholeidae. Calapnita (n. g. , a Spermophora differt cephalothorace
humili, piano et vix impresso, evidenter longiore quam latiore, postice recte
secto, antice vix attenuato et obtuse truncato, clypeo angustiore et convexo,
verticali, sterno ovato, abdomine tenuissimo et longissimo. — Oculorum turmae
transversim latissime remotae, oculi contigui, sat magni, posticus reliquis minor.
Pars labialis multo latior quam longior, transversim semilunaris) vermiformis
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 73
(Grotte von Calapnitan, Camarines-Sur) ; E. S i m o n , Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 42, PL 2, Fig. 5, 6.
Pholcus phalangioides Walck. in Belgien (Schaerbeek); A. Preud-
liommedeBorre, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 510; vgl. dazu L. Becker,
ebenda, S. 539 f.
Pholcus bicornutus (Grotten von San Mateo und Antipolo) ; E. Simon,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 41, PL 2, Fig. 3, 4.
Spermophora Estebani (Grotte von Antipolo); E. Simon, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 42.
ZodaPiadae. Storena annuUpes (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc.
Entom. Ital., XXIV, S. 209.
Micpyphantidae. Ceratinella similis (Six Mile creek) S. 31, PL V, Fig. 61,
moesta (South hill) PI. II u. V, Fig. 58, placida (Cascadilla creek) PL II,
Fig. 54, S. 32, formosa (Fall creek) Fig. 35, annulipes Fig. 56, S. 33; N. Banks,
a. a. 0.
Ceratinopsis frontatus (Fall creek); N. Banks, a. a. 0., S. 33, PL V,
Fig. 63.
Cornicularia fwmosa (Ithaka) S. 34, PI. V, Fig. 35, flacida (Fall creek)
S. 35, Fig. 36; N. Banks, a. a. 0.
Grammonota venMsiö (Coyglen); N. Banks, a.a.O., S. 34, PLV, Fig. 64.
Lophocarenum unimaculatum (Inlet marsh) S. 35, PL IV, Fig. 2, miniatiini
(Freeville) Fig. 4, venustum (ibid.; South hill) Fig. 5, parvum (Six mile creek)
Fig. 6, exiguum (Fall creek) PL V, Fig. 7, S. 36, crenatoideum (Six mile creek)
PL IV, Fig. 8, formosum (ibid.; South hill) Fig. 10, arvensis! (Fall creek) Fig. 11,
S. 37, longior! (Burdicks glen) Fig. 12, S. 38; N. Banks, a. a. 0.
Tmeticus unicorn! (Six mile creek) PL IV, Fig. 13, obscurus (ibid.) PL II,
Fig. 14, S. 38, flaveolus (South hill; Fall creek) PL IV, Fig. 15, luxuosus (Fall
creek) Fig. 16, rusticus (Buttermilk creek) PL II, Fig. 17, hiimiUs (Inlet marsh)
PL IV, Fig. 18, S. 39, moestus (Primrose chff) Fig. 19, debilis (ibid.; Inlet
marsh) Fig. 20, palustris (Round marshes) Fig. 21, distinctus (Varna) Fig. 22,
S. 40, maculatus (Coy glen) Fig. 23, minutus (Varna) Fig. 24, gnavus (Six Mile
creek) PLV, Fig. 44, S. 41; N. Banks, a. a. 0., simplex (Cannock,
Staffordshire) ; F. 0. Pickard-Cambridge, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
X, S. 384, PL XX, Fig. 5.
Theridiadae. Molione (n. g., quoad formam abdominis Trithenae Sim.
simile, ceterum Theridio et Teutanae affine) triacantha (ßing&pore); T. Thor eil,
Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S. 216.
Ariamnes simulans (Kalkutta); 0. P. Cambridge, Ann. a. Mag. Nat.
Hist., (6. S.), X, S. 417, PL XXII.
Argyrodes fasciatus (Singapore); T. Thor eil, Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXIV, S. 212.
Bathyphantes decorata (Burdicks glen) PL II, Fig. 41, S. 44, argentema-
culata (Six mile creek), pallida (ibid. ; Fall creek) PL V, Fig. 42, unimaculata
(ibid.) PL II, Fig. 65, S. 45, inornata PL V, Fig. 66, tristis (Fall creek; Six
Mile creek) PL II, Fig. 45, S. 46; N. B an k s , a. a. 0.
Diplostyla pallida (Williams Brook ; Summit marsh) PL II, Fig. 29, albo-
ventris (Beebe isl.) PL V, Fig. 31; N. B a n k s , a. a. 0., S. 43.
F. P. Borne verfasste eine Monographie des in Chili seines Bisses wegen
74 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gefürchteten Latr od actus formidabilis; Actes Soc. scientif. du
Chili, fondee par un groupe de Frangais; 2. annee, Santiago, 1892, S. 1—176.
Lephthyphantes plumiger (Dorset) ; F. 0. P i c k a r d - C a m b r i d g e , Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 386, PI. XX, Fig. 2.
Linyphia variabüis (Round marshes; Six Mile creek); N. Banks,
a. a. 0., S. 42, PL II, Fig. 28.
Microneta latens (Ithaka) PL V, Fig. 46, palustris (ibid.) PL II, Fig. 47,
luteola (Fall creek) Fig. 48, flaveola (Six Mile creek) PL V, Fig. 49, complicata
(Michigan hollow swamp) PL II, Fig. 50, S. 47, minutissima (Fall creek) Fig. 27,
frontata PL V, Fig. 51, gigantea (Fall creek) PL II, Fig. 52, distincta (Freeville)
Fig. 53, S. 48; N. B a n k s , a. a. 0.
Mimetus ainc-mc^ifs (Stratford, N. S.); A. T. Urquhart, Trans, a. Proc.
New Zealand Institute, XXIV, S. 234.
Theridium argentatum (Hawera) S. 235, albo-cinctum (Stratford) S. 236,
ampliatum (ibid.) S. 237; A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New Zealand
Institut., XXIV, Weheri (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc. Ent. ItaL,
XXIV, S. 219.
Tetragnathidae. Tetragnatha palUda (Ithaka); N. Banks, a. a. 0.,
S. 51, Pl.V, Fig. 88, obtusa C. L. KochL intermedia (Tokaj; Kolozsvär) Fig. 11, f.
maior (Balaton környcke), f. propior (Vencsellö) Fig. 12 ; W. K u 1 c z y n s k i ,
a. a. 0, S. 145, Tab. VI.
Epeipidae. Drexelia n. g., für (Epeira) directa Hentz = rnhellsL Hents,
tetragnathoides Chr., deludens Keys, i, L, (Singa) rubella (Hentz) Marx;
H. C. M c Cook, Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 127.
Argiope multi-fasciata (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXIV, S. 226.
Argyroepeira fibulata (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXr^, S. 224.
Bunocrania (?) 2)icta (Singapore); T. Thor eil, Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXIV, S. 251.
Cyclosa Oatesii (Andaman-I.) ; T. T h o r el 1 , Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6.),
IX, S. 228, confraga (Singapore) S. 239, i^ellax (ibid.) S. 243, micula (ibid) S. 245
derselbe, Bull. Soc. Entom. ItaL, XXIV.
Cyrtophora eczematica (Singapore) ; T. T h o r e 11 , Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXIV, S. 231.
Epeira invisibilis (Dunedin, auf kalkigen Sandsteinklij^pen, durch Aehnhchkeit
mit dem Gestein schwer zu sehen) S. 239, sublutia! (ibid.) S. 241, simulata
(Stewart Isl.) S. 242, ventricosa (Raglan) S. 243, leucisca (Hastwell) S. 245;
A. T. Urquhart, Trans, a. Proc. New Zealand Institut., XXIV, anaspasta
(Singapore) ^.2U, perpolita (ibid.) S. 237; T. T h o r e 1 1 , BulL Soc. Entom.
ItaL, XXIV.
Milionia obtusa (Singapore); T. T h o r e 1 1 , Bull. Soc. Entom. ItaL, XXIV,
S. 248.
Poltys apiculatiis (Singapore); T. Thor eil. Bull. Soc. Entom. ItaL,
XXIV, S. 228.
im Gebiete der Entomologie wäliiend des Jahres 1892. 75
Solifugae.
A. Bi rill a bringt Beiträge zur Kenntniss des anatomischen
Baues der Geschlechtsorgane bei den Galeodiden; Biol.
Centralbl., XII, S. 687 — 689. Die Hoden sind 4 dünne, lange, ge-
wundene Röhren, welche vor ihrem Uebergang in die Samenleiter
ihr typisches Epithel verlieren und den drüsigen Theil bilden, der
die Membran für die Spermatophoren liefert. Zur Zeit der Reife
blähen sich die Enden der Samenleiter auf und bilden vesicae semi-
nales. Die beiden Samenleiter jeder Seite vereinigen sich im dritten
Hinterleibsringe und münden dann in einen gemeinsamen Abschnitt
(uterus masculinus nach Birula) ein; bei ihrer Mündung liegen
acinöse accessorische Drüsen, die keine chitinige Intima besitzen,
während in den mit Chitin ausgekleideten uterus masculinus Drüsen
mit chitinisirter Intima einmünden. Die Geschlechtsöffnung hegt als
eine Längsspalte in der Ausbuchtung des Hinterrandes des ersten
Hinterleibsringes.
Die Wand der Eierstöcke besteht aus einer äusseren Fettschicht,
einer äusseren Ring- und inneren Längsmuskulatur, der tunika
propria und dem Epithel. Die Eier entwickeln sich in gestielten
Follikeln und gelangen nach ihrer Reife in die innere Höhlung der
Eierstöcke, bezw. der Eileiter, in denen sie auch ihre Entwickelung
durchmachen. In dieser Höhlung befinden sich auch amöboide
Zellen, welche die Hüllen der Spermatophoren zerstören und dadurch
die Spermatozoidien frei machen; zugleich vernichten sie die über-
flüssigen Spermatozoidien imd die nicht befruchteten Eier. Zwei ohr-
förmige Anhängsel im hinteren Theile des Uterus, die sich in ihrem
Bau von den übrigen Theilen des Uterus nicht unterscheiden, spielen,
wie es scheint, keine besondere physiologische Rolle. In die Vagina,
in der Nähe der Geschlechtsöffnung, münden die beiden blasenförmigen
receptac. seminis ein. Embryonalhüllen kommen nicht vor; es findet
eine Umrollung des Embryos wie bei den Spinnen statt; das Cheli-
cerensegment wird später als die übrigen Thorakalsegmente getrennt,
und zwar dann, wenn aus dem Schwanzabschnitt sich 3 — 4 Abdo-
minalsegmente gebildet haben. Die von Croneberg erwähnten
Seitenorgane hinter der Hüfte des ersten Beinpaares sind in jüngeren
Stadien längliche grosse blasenförmige Säcke, die mit dem Körper
über dem 1. Beinpaare mittels eines dünnen Stieles zusammenhängen.
P. Bertkau beschreibt aus den Tastern und dem ersten Bein-
paare verschiedener Solpugiden (Solpuga flavescens; Galeodes graecus,
barbarus; Datames formidabilis) Sinnesorgane, die er den als „flaschen-
und champagnerpfropfenähnhchen" Sinnesorganen aus den Fühlern
der Ameisen vergleicht. Die ersteren sind in geringerer Zahl vor-
handen, die letzteren zahlreicher und bei Solp. flavescens oft bis zu
20 in Gruppen vereinigt, die an einer gemeinsamen Stelle der
Chitinhaut entspringen. An der Basis des chitinigen Theiles be-
schreibt er eine eigenthümliche Blase imd erst distal von dieser
76 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Blase die zugehörige Ganglienzelle. Er sieht diese Organe als
Geruchsorgane an. Zool. Anzeiger, 1892, S. 10 — -13, 110, mit
Holzsch. ; vgl. den vor. Ber. S. 69.
H. B e rn a r d ist geneigt, die Frage : are the Solpugidae poisonous?
bejahend zu beantworten, und gibt einen an der Spitze der MandibeLn
mündenden Kanal, zahlreiche Poren (!) an ihnen, eine Öffnung, an den
Klauen u. s. w. an. Manche der Haare sind ähnlich wie die Brennhaare der
Urtica gebaut. Bei dem Mangel jedes Nachweises einer besonderen Giftdrüse
hat man sich vorzustellen, dafs die gesammte Hypodermis einen giftigen Stoff
absondert; The Nature, 46, S. 223, W. L. Distant hält die Solpugen da-
gegen für ungiftig; ebenda, S. 247.
Datames Caspari, (Villaldoma, Mexiko; nicht beschrieben; der Einsender
machte dazu folgende Bemerkung: „ich fand sie in einem Ameisenhaufen, die
Ameisen verzelii-end ; die Bewegung ihrer Kiefer war eine sonderbare . . ., eine
Art von Reiben oder Schleifen, wie wenn man beide Hände vor sich hält und
nun abwechselnd die eine und die andere von sich weg und zu sich hin be-
wegt. Nachdem sie ilure Beute zermalmt und den Saft aufgenommen hatte,
hefs sie die Überbleibsel fallen und ging weiter"; G.Marx, Proc. Entomol.
Society Washington, II, S. 254 f.
Myriapoda.
F. G. Sinclair e beschreibt als neu die bekannten rückenständigen
Athemorgane von S cutiger a und sieht in ihnen eine IMittelform
zwischen den Tracheen der Insekten und den sog. Lungen der
Arachniden ; Proc. Roy. Soc. London, L, S. 200 f. ; Philosoph. Transact. ,
183 B, S. 61—72.
C. Verhoeff macht eine Mittheilung zur Kenntnis s der
Analpleurendrüsen bei Scolopendriden; BerHn. Ent. Zeitschr. ,
1892, S. 203—208, Taf. V, Fig. 4—12. Bei Scolopendra und Oto-
stigmus mündet der Ausführungsgang schwach verengt nach aussen,
während bei Heterostoma die kleine äussere Oeffnung zunächst in
einen geräumigeren Vorhof führt, der sich dann in den nur unbe-
deutend engeren ferneren Theil des Ausführungsganges fortsetzt.
Dieser besitzt zahlreiche Ringe, von denen Grannen, die in der
Mitte des Ganges fast zusammentreffen, ausstrahlen.
R. J. Pocock, On the Myriopoda . . . coli. . . in Algeria
and Tunisia, Proc Zool. Soc. London, 1892, S. 24 — 28, fühi't folgende
Arten auf: Scutigera coleoptrata (L.) ; Lithobius impressus C. L. Koch,
castaneus Newp.] Scolopendra morsitans L., oraniensis Luc. {= dal-
maticaC. L. Koch); Cupipes Gerv^aisianus (C. L. Koch); Otostigma
spinicauda (iXewp); Cryptops anomolans (Newp^; Orya barbarica
Gerv.; Himantarium rugulosum C. L. Koch., mediterraneum Mein.;
Geophilus pusillus Mein., ferrugineus Koch] Glomeris fusco-marmorata
Lmc, flavo-maculata Luc.] Brachydesmus insculptus n.; Strongylosoma
Guerinii Gerv.] Julus fusco-unülneatus Luc, distinctus Luc.] Doli-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 77
stenus Savii Fanz. Die neue Art, Br. insciilptus, ist nahe verwandt
und vielleicht identisch mit B. proximus Latz, von den Azoren und
ein fernerer Beweis für die Verwandtschaft der Fauna dieser Inseln
mit der der Mittelmeerländer.
Eine Bearbeitung der . . . auf der Insel St. Thome ge-
sammelten Chilopoden und Diplopoden durch C. Verhoeff
gibt Spirostreptus Molleri n. sp.; Scolopendra subspinipes Leach;
Otostigmus productus Karsch ; Lithobius scutigeroides n. sp. von dieser
Insel an. Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 193—202, Taf. V,
Fig. 1—3.
H. W. Brolemann: Contributions a la faune myriapo-
dologique mediterraneenne; Ann. Soc. Linn. Lyon, (N. S.),
XXXV, S. 271—284, PI.
H. Gadeau de Kerville fügt in seinen deuxieme Addenda
ä la faune des Myriopodes de la Normandie den früheren
Verzeichnissen 3 Arten und eine Varietät hinzu (Lithobius longipes
Por..i curtipes C. L. Koch', Glomeris marginata Vil. var. lucida]
Blanjulus fuscus Am Stein); Bulletin Soc, Amis des Sei. natur. Ronen
/annee 1889, 1" semestre), S. 363 — 367.
C. Verhoeff gibt Notizen zur deutschen Diplopoden-
Fauna; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 12 — 14. (Julus frisius
Verh. auf Norderney und Juist; J. britannicus FerA. Vertreter des J.
frisius in England; J. londinensis Leach bei Soest; J. albipes, silvarum;
Brachydesmus sp., Chordeuma germanicum; Glomeris hexasticha im
Arnsberger Walde; Polydesmus complanatus, subinteger, denticulatus
var. germanicus; Atractosoma athesinum var. setiger Verh.; Julus
albipes, londinensis, sabulosus, nitidus, alboHneatus, vagabundus;
Glomeris marginata; Blanjulus venustus im unteren Neckarthal).
Derselbe beschreibt neue Diplopoden der paläarktischen
Region; Zool. Anz., 1892 S. 377—387; 389—91.
In einem Bidrag til Kundskaben om deNorske Myriopoders
udbredelse zählt Edv. EUingsen die (31) aus Norwegen bekannten
Arten mit Angabe der Fundorte auf; zum ersten Male werden hier
aus Norwegen nachgewiesen Lithobius glabratus C. L. Koch; Cryptops
hortensis Leach; Schendyla nemorensis C. L. Koch; Geophilus
truncorum Bergs. 4' Mein. ; Polyxenus lagurus L. ; Craspedosoma Raw-
linsii Leach; Isobates varicornis C. L. Koch; Blanjulus fuscus Am
Stein, pulchellus C. L. Koch; Julus vagabundus Latz. — Christiania
Vid. Selsk. ForhandHnger for 1891, Nr. 10, S. 1-12.
In einer Note sur quelques Myriapodes de Tahiti führt
R. Latzel Scolopendra subspinipes Leach\ Paradesmus gracihs Koch
und eine neue Art an; Bull. Soc. zool. de France, XVII, S. 185 f.
R. J. Pocock zählt die Myriopoda of Burma auf; I. Oni-
scomorpha, S. 384—395; Chilopoda, S. 401— 432, mit Holzschn. ;
Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
78 Ph. Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Peripatina.
A. Dendy bringt furtlier Notes on the oviparity of the
larger Victorian Peripatus, generally known as P. Leuckar-
tii; Ann. a. Mag.Nat. Hist. (6), X, S. 16 — 3143. Gegenüber den An-
fechtungen, die Dendy namentlich von Seiten Fletcher's erfahren
hatte, bleibt er dabei, dass die grössere Peripatus- Art von Viktoria
normaler Weise Eier legt; die Eier haben eine skulpturierte
Schale. In einem, das mindestens 8^/2 Monat (Ende Juli 1891 bis
14 April 1892) gelegen hatte, war ein völlig ausgebildetes Junge,
mit allen Gliedmassen der Alten, im entrollten Zustande 5 mm. lang
und 1 mm dick. A. Dendy neigt sich der zuerst von ihm ausge-
sprochenen Ansicht wieder zu, dass diese grössere Art von Viktoria
— die andere, P. insignis, ist kleiner — von dem P. Leuckartii
aus Neu Süd Wales verschieden sei.
Der Peripatus von Neu Süd Wales aber ist sicher lebendig
gebärend; Fletcher, Proc. Linn. Soc. N. S. W. (2.), VI, S. 577.
Peripatus juliformis Guild. neuerdings auf St, Vincent von H. H. Smith
wiederaufgefunden; R. J. Pocock, The Nature, 46, S. 100.
Peripatus re-disco vered in Jamaica (von Mrs. E. M. Swainson auf
Bacon-Hill bei Bath); die Art, augenscheinlich neu, ist P. jamaicensis genannt;
M. G r a b h a m & T. D. A. C 0 c k e r e 1 1 , ebenda, S. 514.
Diplopoda.
Glomeridae. Glomeris marginata Vül. var. lucida (Normandie) ; R. L a t z e 1 ,
in H. Gadeau de Kerville's Deuxieme Addenda, a a. 0., S. 367.
GL occulto-colorata (Colmbra; mit Flecken am Vorderrande der Rücken-
segmente, die beim Laufen des Thieres nicht zu sehen sind, aber beim Zu-
sammenkugehi plötzlich grell hervortreten und als Schreckfarben an-
gesehen werden); C. Verhoeff, Zool. Anz., 1892, S. 390.
Zephronia clivicola (Carin Cheba) S. 386, Holzschn., formosa (Carin Ghecu)
S. 387, Holzschn., semüaevis (Tenasserim) S. 388, Holzschn., Gestri! (Mt. Mooleyit)
S. 390, Holzschn., ComottV. (Minhla) S. 391, Holzschn., crepitans (Rangun);
R. J. Pocock, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, mit Synopsis sämmthcher
Arten.
Poly desmidae. Brachy desmus insculptus (Hammam R'irha) ; R. J. P 0 c 0 c k ,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 27, mit Holzschn.
Poly desmus laurae (Busalla, Ligurien) ; R. J. P 0 c o c k , Ann. Mus. Civic.
Genova, (2), X, S. 399, Holzschn., lusitanus (Colmbra); C. Verhoeff, Zool.
Anz., 1892, S. 389.
Strongylosoma ZwstYanwm (Coiml)ra) S. 383, Bertkaui {ihid.) S. 386; C. Ver-
hoeff, Zool. Anz. 1892.
Chordeumidae. C^iordeuma germanicum (Arnsberger Wald; Bonn; Mosel-
thal); C. Verhoeff, Zool. Anzeig , 1892, S. 109 und Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 10, Taf. II, Fig. 3—8. — V e r h 0 e f f fand den Kopulationsring dieser
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 79
Gattung stets aus 4 Beinpaaren (eins dem 6., 2 dem 7., 1 dem 8. Segment an-
gehörig) bestehen.
Julidae. Blaniulus hirsutus (Mentone); H. W. Br olemann, Ann. Soc.
Linn. Lyon, (N. S.) XXXV, S. 279, Fig. 5—9.
Julus alemannicus (Neckar) 8. 377, (subg. Hemijiodojtclus) Karschi (Por-
tugal) S. 380, Molleri (Coimbra) S. 381, frisioides (ibid.) S. 383; C. V e r h o e ff,
Zool. Anz. 1892.
Spirobolus nannodes (Tahiti); R. Latzel, Bull. Soc. Zool. de France, XVII.
S. 186.
Spirostreptus (Nodopyge, s. iramucronati) Molleri (S. Thome, die subsect.
Odontophori bildend, bei der die (^ an der Vorderecke der Backe einen
Zahn haben, der den Weibchen fehlt; das Collum ist in beiden Greschlechtern
einfach); C. V e r h o e f f , BerHn. Entom. Zeitschr., 1892, S 193, Taf. V, Fig. 1, 2.
Chilopoda.
Geophilidae Himantosoma{n.g., ab Himantario lamina basali brevissima,
sternito maxillari brevissimo, medio depresso, unguiculo maxillari validissimo,
antennis incrassatis, pedibus analibus unguiculatis etc. diversura, für Himan-
tarium striatum imd) typicum (Moulmeinj S. 429, Holzschn., porosum (ibid.) S. 431,
Holzschn. ; R. J. P o co c k , Ann. Mus. Civic. Genova, (2), X.
Himantarium Doriae (Moulmein); R. J. P o c o c k , Ann. Mus. Civic. Genova
(2), X, S. 427, Holzschn.
Lithobiadae. Lithobius (Archilithobius) caeculus (Mailand, in Gärtnereieji)
S. 273, Fig. 1, hexodus (Brianza) S. 276 Fig. 2—4; H. W. B r o 1 e m a n n , Ann.
Soc. Linneenne de Lyon, (N. S.), XXXV, sciitigeroides (St. Thome); C. Verh oeff,
BerUn. Entom. Zeitschr., 1892, S. 201, Taf. V, Fig. 3, (Archilith.) Urmanicus
(Palon) S. 407, (Lith. s. str.) Fcae (Mt. Mooleyit) S. 408; R. J. P o c o c k , Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.) X.
Seolopendridae. Cryptops Feae (Palon) S. 420, Dorme (ibid. ; Shwegoo;
Carin mts.) S. 421; R. J. P o c o c k , Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
HeteroStoma parviceps (Mt. Mooleyit) -S. 418; R. J. P o c o c k , Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 418.
Otostigma Feae (Carin mts.); R. J. Pocock, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 416.
Scolopendra Feae (Carin mts.) S. 410, pinguis (ibid.) S. 411 ; R. J. Pocock,
Ann. Mus Civic. Genova (2.), X.
Seutigeridae. Scutigera birmanica (Pegu; Rangun, Teuasserim; Bhamö)
S. 403, Feae (Palon; Bhamö) S. 404, niarmorea (Palon) S. 405; R. J. Pocock,
Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Inseeta.
Thysanura.
Von R. V. S t u m m e r - T r a u n f e 1 s angestellte Vergleichende
Untersuchungen über die Mund Werkzeuge der Thysa-
nuren und Collem holen vei-anlassten den Verfasser zu einer von
der bisherigen Anschauung abweichenden Deutung der Mundtheile bei den
80 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Gattungen Japyx, Campodea und den CoUembolen. Bei diesen haben nämlich
die (1.) Maxillen keine Aussenlade und keine Taster; die bisher zu den
(1.) Maxillen gezogenen Aussenladen und Taster gehören vielmehr zur Unter-
lippe, die ausserdem noch einen Hypopharynx und innere Paraglossen enthält;
die „Aussenlade" ist eben die äussere Paraglosse und hat an ihrer Aussenseite
die Taster. Bei den CoUembolen sind nur innere Paraglossen vorhanden, da
die äusseren mit den Tastern verschmolzen sind. Zu diesen Mund g 1 i e d -
m a s s e n kommen noch als Mundtheile eine Oberlippe und eine die Mund-
öffnung von unten schliessende Platte, welche letztere bei Campodea und
Japyx (mit Ausnahme von J. Isabellae) noch stummeiförmige Taster trägt. —
Bei Machilis und Lepisma hat dagegen die (1.) Maxille ihren Taster und fehlt
jene bei den ersteren die Mundöffnung von unten schliessende Platte. Nach
der Bildung der Mundtheile gehören demnach Japyx, Campodea, die Collembola
als (Entotroploi Grassi ==) Entognathen einerseits, Macliilis, LijDsma und Ver-
wandte als (Ektotrophi Grassi =) Ektognathen zusammen. Sitzgsber. d. k.
Akad. d. Wissensch. Wien, Mathem.-naturw. Klasse, C, Abth. 1, S. 216—235,
Taf.I, IL
0. M. Reuter stellt ein Verzeichniss der Podurider fr an nord-
vestra Sibirien, saml. af J. R. Sahlberg, auf; Öfvers. af Finsk. Vet.-
Soc. Forhandl., XXXIII, S. 226—229. Es sind Sminthmais variegatus Tullhg.,
viridis L. var. tripunctatus, var. cinereo-viridis Tullb. ; Tomocerus vulgaris Tullb.
(und var. Sibiriens], plumbeus i. ; Entomobrya muscorum Nie; Orchesella
cincta X., rufescens Lubb. ; Isotoma palustris L , Stuxbergi Tullb., grandiceps.
C. S c h ä f f e r beschreibt die (3) CoUembolen von Süd-Ge-
orgien nach der Ausbeute der deutschen Station von 1882/83; Jahrb. Hamb.
wissensch. Anstalt., IX, S. 195—201, mit 1 Taf.
Anurida Steineni (Süd-Georgien); C. S c h ä f f e r , a. a. 0., S. 200, Fig. 7, 8.,
Isotoma grandiceps (Tolstoinos); 0. M. Reuter, Podur. nordv. Sib.
^.22^, georgiana (Süd-Georgien); C. Seh äff er, a. a. 0., S. 197, Fig. 1—4.
Smynthurus 6-maculata (Orono, Mn.); F. L. Harvey, Entom. News,
III, S. 169.
Templetonia americana (Orono) ; F. L. H a r v e y , Entomol. News, III, S. 57.
TuUbergia^fmea (Süd-Georgien); C. Schaff er, a.a.O., S. 198, Fig. 5, 6.
Rhyncliota.
J. B. Smith über die Mundtheile der Wanzen s. oben S. 7.
N. Leon fand auch neuerdings wieder Labialtaster bei den
Hemipteren, und zwar bei einer Art aus der Umgegend Jassy's,
die er nicht benennt, aber zu beschreiben versucht. Diese Taster
bestehen aus 3 kurzen Gliedern, und es würden sich demnach an
der Bildung der Wanzenrüsselscheide die Lippentaster nicht be-
theiligen. Ueber die Homologie der einzelnen Glieder der Küssel-
scheide stellt Leon folgende Hypothese auf: Das erste Ghed allein
stellt die Unterhppe dar, wäre das submentum Nezvp. und entspräche
den Cardines der Lippenkiefer; das 2. Glied bestände aus den beiden
stipites und entspräche dem mentum, das 3. und 4. gehörten zusammen
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. gl
den Endlappen der Unterlippe an und entsprächen entweder nur
den äusseren Laden (paraglossae) oder nur den unteren Laden (ligulae)
oder aber, was wahrscheinlicher ist, beiden mit einander vereinigten
Ladenpaaren zugleich. Zool. Anz., 1892, S. 145 — 147.
D.Sharp schreibt on some eggs of Hemiptera; Trans. Ent.
Soc. London, 1892, S. 191-199, PL VIII, IX. Der eigentUche
Gegenstand der Mittheilung ist eine an ein Blatt angeheftete Ei-
nlasse, mit welcher auch der Flügel eines grösseren Hymenopteron
verklebt war; die Masse stammte aus dem Amazonasthal. Zwischen
den Eiern waren kleine schmarotzende Hjmenopteren zweierlei Ai't
(Telenomus melanogaster und amazonica; s. d. vor. Ber. S. 230),
sowie die jungen Wanzen, die zu den Reduviaden zu gehören scheinen.
Die Eier der Wanze hatten ein verschiedenes Aussehen, je nachdem
sie von einem der beiden Parasiten, oder einer jungen Wanze ver-
lassen waren. Sie sind cyhndrisch, in 2 Etagen getheüt, von denen
die untere das eigenthche Ei bildet, wähi-end ein oberer Aufsatz
einen höchst komplizirten Mikropylapparat darstellt, der eine Pflanzen-
blüthe mit Pistill und Staubfäden nachahmt. Beim Ausschlüpfen
der Wanze stösst dieselbe die Scheibe, auf der das „Pistill" sitzt,
ab und schiebt sie beim weiteren Vorkriechen zwischen den „Staub-
blättern" heraus; die Parasiten des Eies bohren sich dagegen ein
seithches Ausschlupfloch an der Basis des Eies; letztere Eier behalten
daher den Mikropylapparat unverändert, während die von den
jungen Wanzen verlassenen Eier denselben in der oben beschriebenen
Weise verändert zeigen. — Die Eimasse war gerade in dem Augen-
blick in die konservirende Flüssigkeit gekommen, als die Schmarotzer
und die jungen Wanzen mit dem Ausschlüpfen beschäftigt waren.
Das grössere Hymenopteron, das mit seinen Flügeln an die Eimasse
angeklebt war, möchte Sharp als zur ersten Nahrung für die junge
Wanzenbrut bestimmt ansehen.
P. Mayer bringt Beiträge zur Kenntniss von Coccus cacti;
Mitth. Zool. Station Neapel, X, S. 505— 518, Taf. 32. Der rothe
Farbstoff (carminsaures Alkali) findet sich in Gestalt von rothen
Bläschen, die die Peripherie der Zellen des Fettkörpers einnehmen;
in der Umgebung des Kernes der Fettkörperzellen sind nur farblose
Bläschen. Der Fettkörper bildet bei Coccus wie auch sonst bei den
Insekten kleinere und grössere Lappen. Ausser in den Zeilen des
Fettkörpers ist der rothe Farbstoff nur noch in dem Dotter der
Eier wahrzunehmen; alle übrigen Organe sind frei davon. Das
Karmin ist ein Stoffwechselprodukt des Coccus, dessen Bedeutung
für die Oekonomie des Thieres noch zu ermitteln ist. — Unter der
Haut finden sich als umgewandelte Hypodermiszellen die Wachs-
drüsen, die entweder an den Wachshaaren, kurzen, kegelförmigen
Haaren, die in einem Ringe in der Haut sitzen, oder an den sog.
Wachsporen ausmünden. Ein solcher Wachsporus besteht in einer
trichterförmigen Einsenkung der Haut, deren Grund durch eine
Membran geschlossen ist (also kein Porus); diese Membran ist
Arch f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. F
82 PJi- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gewöhnlich in 5 Felder getheilt, entsprechend den meist zu einer
Gruppe von 5 vereinigten einzelligen Wachsdrüsen, deren in ein
Bündel vereinigten Ausführungsgänge an je einem dieser Felder
enden. Auch die Wachshaare sind rings geschlossen, und es muss
also hier wie bei den Poren das Wachs in flüssiger Form durch
die Chitinhaut hindurchtreten, um erst draussen zu erhärten. (Aehn-
liches fand Mayer an den Wachsplättchen der Biene. Die wachs-
absondemde Hypodermis der Hinterleibschienen ist von hohen,
schmalen, sechsseitigen Cylinderzellen gebildet; Poren fehlen auch
hier in der Chitinhaut vollständig). Aus den Wachsporen treten
die kurzen, krummen, aus den symmetrisch an den Seiten jedes
Segments zu 2 angebrachten Wachshaaren die langen hohlen fast
geraden und an ihrer Oberfläche mit Schraubenlinien gezeichneten
Fäden hervor; die ersteren dienen dazu, indem sie die wässerigen
Exkremente einhüllen, eine Beschmutzung der Körperhaut durch die-
selben zu verhindern, und daher sind die Wachsporen in der Umgebung
des Afters am dichtesten gedrängt. — Ausser den Wachdrüsen be-
sitzen die männlichen Larven und älteren Weibchen noch Klebdrüsen,
deren Sekret klebrige Fäden sind, an denen beim Weibchen die
Eier haften, während bei den männlichen Larven und Nymphen die
Wachsfäden daran kleben nnd so den „Cocon" herstellen, von dem
dieselben umschlossen sind.
Am Darmkanal ist Mitteldarm und Enddarm theilweise mit
einander verklebt; es sind nur 2 Malp. Gefässe vorhanden. Speichel-
drüsen sind vorhanden, nnd zwar sowohl paarige, als auch un-
paarige; ebenso wenig fehlt die Speichelj)umpe. — Ein Herz konnte
Mayer nicht auffinden. 2 Paar Stigmen liegen als mächtige Oeff-
nungen im Thorax. — Parthenogenesis scheint nicht vorzLikommen,
da lebende Spermatozoen im recept. seminis und in den Eileitern
zwischen den Eiern anzutreffen sind.
J. Krassilstschik macht eine vorläufige Mittheilung zur
Anatomie der Phytophthires; Zool. Anz., 1892, S. 217 — 223,
mit Holzschn. Er beschreibt hauptsächlich die Speichelpumpe, den
Saugmechanismus und Fettkörper von Phylloxera vastatrix.
Die Speichelpumpe besteht aus einem Stiefel, in dem ein Kolben
sich bewegen kann; die Seiten wand des Stiefels hat zwei gegen-
überliegende Oeffnungen, für den Eintritt des Speichels von den
Speicheldrüsen her und für den Austritt aus der Pumpe. Die Be-
wegungen des Kolbens werden durch 2 mächtige, mit dem andern
Ende am arcus superior befestigte Muskeln bewirkt. Für den
Saugmechanismus sind nach dem Verfasser zwei „Protuberanzen"
genannte Chitingebilde auf dem Boden der Mundhöhle, an welche
von unten und den Seiten her zahlreiche Muskeln treten, von her-
vorragender Bedeutung. Die jugendlichen Fettzellen, die noch keine
Fetttröpfchen abgeschieden haben, färben sich leicht; die älteren, ab-
gelebten Fettzellen bilden eine besondere Schicht unter der Hypodermis.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 83
G. Horvath fand bei Pemphiginen ähnliche dimorphe Ent-
wickelungsreihen, wie sie von Chermes bekannt sind. Von der
lebendig gebärenden Wurzelform von Tetraneura Ulmi gehen
zwei Reihen von Nachkommen aus: 1. Die geflügelte „sexipare"
oder „pupipare" Form, welche im Herbst zu der Ulme zurückkehrt
und die Geschlechtsgeneration hervorbringt, und 2. eine ungeflügelte
Form, welche an den Wurzeln bleibt, lebendig gebärend ist und
gleiche Nachkommenschaft hervorbringt. Compt. Rend. hebd., CXIV,
S. 842—844.
A. L, Montandon beschreibt Hemipteres-Heteropteres
nouveaux; Revue d'Entomol., XI, S. 265 — 273.
Derselbe macht Plataspides nouveaux bekannt; ebenda,
S. 273—284; 294—308.
A. Puton beschreibt Hemipteres nouveaux ou peu connus;
Revue d'Entomol. XI, S. 24 — 31; verzeichnet captures d'Hemipteres
S. 31f.; zählt auf Hemipteres d'figypte, S. 32 — 34, . . . Hemipteres
d'Akbes, S. 34—36.
G. Horvath zählt die Beute von chasses hivernales dans
le midi de la France auf; ebenda, S. 128 — 136.
C. Berg setzt die Aufzählung und Beschreibung der Nova
Hemiptera faunarum Argentinae et Uruguayensis fort; Anal.
Soc. Cientif. Argentina, XXXIII, S. 5—11, 43—50, 65—72, 97—104,
151—165; XXXIV, S. 82, 193—205.
E. P. van Duzee behandelt the North American Jassidae
allied to Thamnotettix (Cicadula, Limotettix, Chlorotettix, Thamno-
tettix, Eutettix, Acinopterus, Athysanus); Psyche, VI, S. 305 — 310.
W. L. Distant bringt eine Contribution to a knowledge
of the Homopterous family Fulgoridae, in der er 28 neue
Arten mit 1 n. G. beschreibt; Trans. Entom. Soc. London, 1892,
S. 275—285, PL XIH.
E. Saunders: The Hemiptera heteroptera of the british
Islands; London, Reeve & Co., 1892.
Additions te the list of Hemiptera-Heteroptera coli, in
the isl. of Guernsey; W. A. Luff, Entom. Monthl. Mag., 1892,
o. 71.
F. Testi: Su alcuni Emitteri eterotteri del Modenese;
Atti Soc. Natural. Modena, (Ser. 3), Vol. XI, S. 203—212.
Als XIX der res ligusticae gibt P. M. Ferrari einen elenco
dei Rincoti ligustici fin' ora osservati; Ann. Mus. Civic. Genov.
(2. S.), XH, S. 549—576.
E. Coubeaux setzt die Enumeration des Hemipteres de
Belgique mit II, Homoptera, fort; Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 34 — 36, und beendet sie mit den Phytophthires, S. 80 — 83.
A. J. F. Fokker setzt seinen Catalogus der in Nederland
voork. Hemiptera fort; Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 357 —
378. (Addend. et corrig. zu Heteroptera; Homoptera: Fulgoridae).
g4 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Von Tli. Hü b 11 er' s Fauna germanica, Hemiptera heteroptera,
ist Heft n, S. 145-289, erschienen, Ulm, 1892. Diese Fortsetzung
enthält die Familie der Lygaeadae, Arten 126 — 225; vgl. d. vor.
Ber. S. 77.
Lad. Duda: Verzeichniss der Insekten Böhmens, herausgeg. von
der Gesellsch. für Physiokratie in Böhmen, I. Schnabelkerfe
(Rhynchota): Heteroptera, Cicadinae, Psyllidae. Prag, 1892, S. I — VH,
1 — 44. (527 Heteroptera, 255 Homoptera, 50 Psyllidae).
W. Spitzner verzeichnet in einem Beitrag zur Hemipteren-
Fauna Mährens, Verhandl. Naturf. Ver. Brunn, XXX, S. 3—34,
Hemipteren und Homopteren und versieht sie mit Angaben über
Zeit und Ort des Vorkommens, Futterj)flanze u. s. w.
0. M. Reuter verzeichnet die Hemiptera Heteroptera frän
trakterna kring Sajanska bärgskedjan insaml. af K. Ehnberg
och R. Hammarström; Ovfers. af Finsk. Vet.-Soc. Förhandling.,
XXXHI, S. 166 — 208. — Die genaimten Sammler unternahmen
im Sommer 1885 eine Reise nach dem südlichen Theile Mittel-
sibiriens bis zum Sajanischen Gebirge und zur Grenze der Mongolei,
in ein Gebiet, von dessen Hemijiterenfauna bis jetzt so gut wie
Nichts bekannt war, wenn auch von Motschoulsky, Jakowleff, Stäl,
Reuter, Sahlberg bereits Angaben über das Vorkommen einzelner
Arten in benachbarten Gebieten ^'orliegen. Die Ausbeute an
Heter opferen beträgt 176 Arten, von denen erst 28 bereits als in
Sibirien vorkommend bekannt, 8 neu sind. In einem Anhang stellt
der Verfasser die Verbreitung der gefundenen Arten auf der
nördlichen Halbkugel dar.
Hemiptera nonnulla (8) nova asiatica descripsit G.Horväth;
Termesz. Füzet., XV, S. 134-137.
Note on Mr. Kirby's recent paper on the Hemiptera of
Ceylon; E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 225 f. —
Bergroth beklagt, dass Kirby nicht das Stalsche System berück-
sichtigt, und so manche Gattung und Art in ihrer systematischen
Stellung verkannt habe. Vgl. d. vor. Ber. S. 78. — Kirby's Reply
s. ebenda S. 301—305.
E. C. Cotes: White insect wax in India; Indian museum
notes, II, Nr. 3, S. 91 — 97, PI. XVI. — Verfasser bespricht zwei
Wachs hefernde Insekten: Die Coccide Ceroplastes ceriferus,
welche auf Terminaha chebula, tomentosa; Buchanania latifolia und
Celastrus ceriferus lebt, und die Zirpe Phromnia marginella auf
Elaeodendron Roxburghii.
L. Lethierry verzeichnet die Arten, welche E. Deschamps bei
Mähe, Hindostan, gesammelt hat; es sind ihrer, ausser 3 nicht be-
stimmbaren, 19; Bull. Soc. zool. de France, 1892, S. 95.
L. Lethierry: Liste d'Hemipteres recoltes ä Mähe (Inde);
Bull. Soc. Zool. France, XVH, S. 207-210.
W. L. Distant theilt Notes on ethiopian Rhynchota mit;
dieselben bestehen zum grossen Theil in der Beschreibung neuer
Arten; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 187— 189, 237—239, 285 f.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 85
G. Horvätli beschreibt (23) Hemiptera nova africana;
Termesz. Füzet., XV, S. 254—267.
F. Karsch. bearbeitete eine kurze Charakteristik neuer
Wanzen aus Kamerun . . . .; Entom. Nachr., 1892, S. 129 — 136.
A. de Carlini zählt auf Rincoti racc. nel paese dei So-
mali . . . .; Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.) XII, S. 527 — 538.
A. Gerstäcker nimmt die Bestimmung der von F. Stuhl-
mann in Ostafrika gesammelten (100) Hemipteren vor; Jahrb.
Hamb. wissensch. Anstalt., IX, S. 42—58.
E. Bergroth theilt Notes synonymiques mit, die sich zu-
meist auf von G. Fallou beschriebene Arten beziehen: Platynopus
metallicus = splendid ulus F.] Stiretrus rufiventris = abdominalis
Germ.] Podisus nebulosus = tabidus Sign.; Euschistus planicornis
= anticus *S^äZ; Peroma tus unicolor = nodifer Westw.] Edessa
rufipes = obscura Dali.] Elasmostethus Davidi = Clinocoris dor-
salis Jak.] Notobitus diversipes = Priocnemicoris flaviceps Guer.]
Stenomacra Sallei = cliens Stäl] Pyrrhocoris truncatipennis = Der-
matinus tartareus StAl] Harpiscus rufus = Sphedanolestes
leucocephalus i^. ; violaceus = Haematochares obscuripennis
Stäl] Hammatocerus quadrisignatus = conspicillaris Drurij] Rasahus
Sipolisi = hamatus F.; Lestomerus tuberculatus = Pirates albo-
maculatus Mayr; variipes = concisus Wlk.] Pirates nigrigenu
= ochripes Stkl] Ectrychotes nigriventris = Haematoloccha
nigrorufa *SVä/. — Brochymena gibbosa ist Empicoris, Mylias
annulipes = Cosmoclopius ; Halys Cambouei = Dalpada; Atelocera
madagascariensis = nov. gen.; Euschistus truncatus = nov. gen.;
Flavius granulipes = Diariptus StU] Oncopeltus rufoscutellatus =
Resthenia; Debüia Signoreti = Heza A. & S.; Velinus geraesensis
= n. g. ; Vel. pilipes = n. g. Revue d'Entom. , XI, S. 262 f.
Der für Agonosoma substituirte Name Agonocoris ist überflüssig
und durch den älteren Scapularia (jistl. zu ersetzen; für Hahnia
(praeocc.) hat Geobia Montr. einzutreten; Strachia eucosma Wlk.
= Runibia perspicua F.; Parabrachytes Dist. = Odontorrhopala
StM. ; Paresuris Reut. = Metagerra White, die Gattung gehört aber
nicht zu den Rhyparochromar. (White), sondern zu den Lethaear.
(Reuter); Phymata Wolffi Stkl = fasciata Gray; derselbe, ebenda,
S. 264.
J. C. Moberg schreibt om en Hemipter frän Sveriges
undre Graptolitskiffer; Geolog.Fören. i. Stockholm Förhandlinger,
Bd. 14, S. 121 — 124 mit Abbild. In den untersilurischen Ab-
lagerungen von Killeröd (bei Flagabro in Skäne) wurde der Abdruck
eines Insektenflügels gefunden, der einem Rhynchoten, und zwar
einer Phytocoris-ähnlichen Gattung, zugeschrieben wird; die Gattung
und Art ist Protocimex siluricus genannt.
Hemidiptera Haeckeli Leon wird auch von E. Bergroth
für einen unzweifelhaften Rhynchoten erklärt; Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 169 f.; vgl. d. Ber. 1890, S. 37.
86 Pli- Bertkau: Bericlit über die wisseuschaftlicilen Leistungen
Parasitica.
R. Moniez meldet einen ähnlichen Fall wie Trouessart (s. d. vor. Ber.
S. 80), wo an die Kopfhaare eines Säuglings mehrere Exemplare von
Phthirius inguinalis von der Mutter übergegangen waren; derselbe hatte
einige Stunden mit einem älteren Kinde zusammen in derselben Wiege ge-
legen, und letzteres hatte einige Tage später einige Stücke des Parasiten an
den Augenbrauen. Revue biologique, 4, S. 240.
Phytophthires.
Coeeidae. W. M. M a s k e 1 1 macht further Coccid notes:
with descriptions of new species, and remarks on Coccids from New Zealand.
Australia, and elsewhere; Transact. New Zealand Institute, 1891, S. 1 — 64,
PL I— XIII. — Ueber das Zahlenverhältniss der beiden Geschlechter bemerkt
der Verfasser, dass bei einigen Arten (Coelostoma wairoense; Ericerus Pe-la)
die Männchen weit zahlreicher seien als die Weibchen ; gewöhnUch sind die
Weibchen etwas häufiger als die Männchen ; in einigen Arten sind die Männchen
ungemein selten oder gar noch unbekannt (Lecanium hesperidum {?); Mj-tilaspis
pomorum). Von Coelostoma compressum beobachtete Maskell Parthenogenesis,
indem ein jugendliches Weibchen beim Verfasser sich häutete, einen Eiersack
verfertigte und Eier hineinlegte, aus denen nach mehreren Monaten 3 bis
4 Larven schlüpften; der weitaus grösste Theil der Eier war zu Grunde
gegangen.
Derselbe: Migrations and new localities ot some
Coccids; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 69—71.
A. C. F. M o r g a n fährt in seinen Observations on Coeeidae
fort; Entom. Monthl. Magaz , 1892, S. 12 — 16 (LThleria Fioriniae; Leucaspis
Pini; Chionaspis Citri, biclavis, furfurus, Salicis, Euonymi).
Auch J. W. Douglas liefert weitere Notes on some british
and exotic Coeeidae; ebenda, S. 105 - 107 (Lecanium Rubi), 207 — 209,
PL III (Prosophora Dendi'obü; Lecanium Begoniae), 278—280 (Lee. capreae).
R. Newstead: On new or little known Coeeidae, chifly
english; ebenda, S. 141—147, PL II.
Aleurodicus (n. g. Aleurodi aifine, vena mediana alarum apice bifurcata
diversum) Anonae (Demerara, auf Anona muricata und Richardia pacifica);
A. C. F. Morgan, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 29—33, PL I.
Aonidia (n. g.; feminae corpus in foUiculo exuviali-crustaceo totum
inclusum, in jDrimis obovato-ellipticum, deinde rhomboidali-transversum ; pygidio
denticulato-squamuloso; mas apterus) Blanchardi (Sahara, auf den Blättern
von Phoenix dactylifera); A. T, Tozzetti, Mem. Soc. zool. France, 1892,
S. 170—188, Holzschn., und BuU. Soc. Ent. Ital. 1892, S. 170—188.
Cylindrococcus (n. g., die Weibchen besitzen nur das vorderste Fuss-
paar ; die beiden anderen sind nur durch dunkele Flecken der Haut angedeutet';
Aualsegment kreisförmig, nicht in einen ,, Schwanz" verlängert; die beiden
Arten leben in verschieden gestalteten GaUen von Casuarina quadi-ivalvis,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 87
die als umgewandelte Zweige anzusehen sind) Casuarinae S. 41, PI. IX, spini-
ferus S. 43, PL X, Fig. 1-7, spec. indet.? S. 44; W. M. M a s k e 11 , a. a. 0.
Frenchia (n. g., Brachyscelid. ; im ausgewachsenen Zustand fuss- und
fülilerlos; die Weibchen sondern eine röhrige, glatte, holzige Schale ab, die
sie ganz umhüllt; auch veranlassen sie gallenartige Auswüchse an ikrer
Nährpflanze) Casuarinae (AustraUen, auf C. equisetifolia und Cjuadrivalvis) ;
W. M. xM a s k e 1 1 , a. a. 0., S. 57, PL XIII.
Prosophor a {n. g.) Dendrobii (Demerara, auf D. calceolaria) ; J.W. Douglas;
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 207, PL lU, Fig. 103.
Sphaerococcus (n. g. ; Gattungsmerkmale nicht angegeben) Casuarinue
(Australien, auf C. quadrivalvis, zwischen den die Gallen von Cylindrococcus
unten bekleidenden Schuppen); W. M. Maskell, a.a.O., S. 39, Fig. 8— 20.
A. E. Shipley, der auf Cypern die Schädigung der Orangen durch
Aspidiotus Aurantii studirte, schildert den Lebensgaug dieser Art;
Kew Bulletin, No. 57, S. 221—230, mit 1 Tf 1. Aus den Eiern schlüpfen Larven
aus, die in beiden Geschlechtern fast gleich sind. Sie haben ausser drei
Beinpaaren und einem Fühlerjjaar wohl entwickelte Mundtheile und suchen
in emsiger Bewegung nach einer zum Ansaugen geeigneten Stelle. Ist eine
solche gefunden, so wird der Rüssel in das Pflanzengewebe gesenkt, und das
weibliche Thier ist damit Zeit seines Lebens an denselben Ort gefesselt.
Es häutet sich, womit Fühler und Beine verloren gehen ; die Haut wird nicht
ganz abgestreift, sondern bedeckt als „Schale", „Schild", „Puparium" das
Thierchen; die Sekretion der Klebdrüsen, w^elche zm- Befestigung der ab-
gestreiften Haut dient, ist Her geringer als bei verwandten Formen. Später
findet eine zweite und letzte Häutung statt, unmittelbar nach welcher wahr-
scheinlich die Befruchtung vor sich geht. Die zweite abgestreifte Haut wird
zu der ersten hinzugefügt, und das Insekt liegt als eine bewegungslose Masse
unter den beiden Häuten, welche das Scliild des erwachsenen Weibchens
bilden. Sein Körper schwillt dick mit Eiern an; dieselben werden unter ihn
abgelegt und dann fällt er zusammen und vertrocknet. — Die ersten Stadien
des Männchens — Ei, bewegliche Larve, erste Häutung — gleichen dem Weibchen;
aber später entwickeln sich Fühler, Beine und Flügel und aus der Puppe
kommt eine geflügelte Imago. Das hintere Flügelpaar wird durch Halteren,
ähnlich den Dipteren, ersetzt. Der Hinterleib ist in einen langen Fortsatz
verlängert, der aus den äuseren Begattungsorganen besteht. Während ihrer
Verwandlung verlieren die Männchen die Mundtheile; ihr kurzes Leben ist
einzig zur Befruchtung des Weibchens bestimmt. Die Entwickelungsstadien
beider Geschlechter sind demnach:
beim Weibchen: Ei, bewegliche Larve, kleines rundes Schild, grosses
Schild;
beim Männchen: Ei, bewegliche Larve, kleines ovales Schild, Puppe,
geflügeltes Insekt.
Aspidiotus subrubescens (Australien, auf Eucalyptus) S. 9, PL I, Fig. 1, 2,
fodiens (AustraL, auf Acacia) Fig. 3, 4, Bossieae (ibid., auf B. procumbens)
Fig. 5, 6, S. 10, (Theae,) rossi (Australien, vorwiegend auf Nerium) S. 12,
Fig. 7—9; W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0.
Asterolecanium (ilicicola Targ. Tozz. S. 285,) massalongianum (Padua, auf
Hedera helix, Deformationen veranlassend) S. 295, (aureum. Targ. Tozz. S. 304);
88 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlicheii Leistungen
A. Targioni Tozzetti, Bull. Soc. Entom., Ital., XXIV, S. 285-312,
mit zahlreichen Holzsclin.
Carteria Melaleucae (Australien, auf Melaleuca uncinata, pustulata ; Euca-
lyptus; Aster) S. 54, PI. XII, Fig. 1 — 10, Acaciae (Australien, auf Akazie) S. 56,
Fig. 11—15 ; W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0.
Chionaspis Eugeniae (AustraL, auf Eugenia, Viburnum . . .) S. 14, PI. 1,
Fig. 10—12, nitida (Austral., auf Daviesia corymbosa) S. 15, Fig. 13, 14;
W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0.
Coelostoma compressum (Neu Seeland, auf Rinde von Podocarpus todara)
S. 45, PI. XI, Fig. 1—8, immane (Australien, auf Acacia aneura) S. 49, Fig. 9 — 12;
W. M. Maskell, a. a. 0.
Ctenochiton Dacrydii (Neu Seeland, auf der Rinde von Dacrydium
cupressmum); W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0., S. 18, PI. II, Fig. 1—4.
Dactylopius Albizziae (Austral., auf Albizzia lophanta) S.31, Pl.VI, Fig. 3 — 10,
Hibhertiae (Austr., auf Hibb. linearis und virgata) S. 32, Fig. 11 — 14, Acaciae
(Austr., auf Ac. linearis und lophantha) Fig. 15, 16, iceryoides (Neu Seeland,
aut Fagus fusca) PI. VII, Fig. 1 — 5, S. 33, glohosus (Austr., auf Acacia armata und
decurrens) S. 34, Fig. 6 — 8, Eucalypti (Austr., auf Euc. amygdalina) S. 35,
Fig. 9—13, graminis (Natal, auf Gras) S. 36, PI. X, Fig. 9—12; w'. M. M a s k e 1 1 ,
a. a. 0.
Eriochiton Cajani (Indien, auf Cajanus Indiens ; nicht vollständig beschrieben) ;
W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0., S. 23.
Eriococcus Phyllocladi (Neu Seeland, auf Ph. trichomanoides) S. 25, PL IV,
Fig. 1 — 3, confusus (Australien, auf Eucalyptus viminalis) Fig. 5—8, S. 26,
fagicorticis (Neu Seeland, auf Fagus fuscus) Pl.V, Fig. 1 — 5, Eucalypti (Australien,
auf Euc. diversicolor, Bursaria spinosa) Fig. 6 — 14, S. 27, Texi-peri (Austr., auf
Eucal. globulus und Bursaria spinosa) S. 29, Fig. 15; W. M. Maskell, a. a. 0.
Fiorinia acaciae (Australien, auf A. pycnautha) ; W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0.)
S. 16, PL I, Fig. 15—17.
Icerya Koebelei (Australien); W. M. M a s k e 1 1 , Entom. Monthl. Mag., 1892,
S. 184.
Inglisia inconspicua (Neu Seeland, auf Corokea cotoneaster) ; W. M. Ma s k e 1 1 ,
a. a. 0., S. 19, PI II, Fig. 5—7.
Lecanium baccatum (Australien, auf Acacia armata, calamifoHa, longifolia) ;
W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0., S. 20, PL II, Fig. 8—16, minimum (auf Areca und
Abutüon) Fig. 1, assimile (auf Grindelia liirsuta) Fig. 2; R. Newstead,
a. a. 0., S. 141, Begoniae (Demerara, auf Begonia); J. W. Douglas, ebenda,
S. 209, PL m, Fig. 5.
Planchonia stypheliae (Australien, auf Styph. richei und Leptospermum
juniperinum); W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0., S. 24, PL III, Fig. 10—18.
Poliaspis Exocarpi (Austr., auf E. cupressiformis); W. M. M a s k e 1 1 ,
a. a. 0., S. 17.
Pseudococcus socius (auf der schwarzen Johannisbeere); R. Newstead,
a. a. 0., S. 144, Fig. 5.
Pulvinaria Maskelli (N. S. Wales; Viktoria, auf „saltbushes", Rhagodia
hastata; Atriplex vesicaria und nummularia; in allen Stadien beschrieben und
abgebildet; Feinde sind die Raupe von Thalpochares pulvinariae und die
Larve von Chrysopa Ramburi Schneid.)] A. S. Olliff, Agric. Gazette New
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1892. 89
South Wales, 1892, S. 176—179, PI. XL jmsicae (auf Pfirsich) ; R. N e w s t e a d ,
a. a. 0., S. 142, Fig. 3.
Rhizococcus grandis (Austraüen, an den Wurzeln von Acacia longifolia);
W. M. M a s k e 1 1 , a. a. 0. S. 29, PL VI, Fig. 1, 2.
Ripersia Bumicis (Neu Seeland, an den Wurzeln von R. acetosella) S. 37,
Pl.VIII, Fig. 1—3, formicicola (Neu Seeland, unter der Erde in Ameisennestern
von Monomorium Suteri, nitidum, Smithü) S. 38, Fig. 4 — 7 ; W. M. M a s k e 1 1 ,
a.a.O., vgL W.W. Smith, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 307, pulveraria
(auf Agrostis vulgaris) S. 145, Fig. 7, Tomlinii (an Graswurzeln in Ameisen-
nestern) S. 146, Fig. 6; R. N e w s t e a d , a. a. 0., vgl. ebenda S. 219.
Signoretia AtripUcis (Austral., auf Atriplex); W. M. Maskell, a.a.O.,
S. 23, PL m, Fig. 1—9.
Aphididae. Zur Kenntniss der Coniferen-Läuse macht
N. C h 0 1 0 d k 0 V s k }' eine vorläufige Mittheiluug über den Entwicklungs-
gang einiger L a c h n u s - Arten (L. pini L., pineti C. L. Koch, farinosus n. sp.).
Aus den Wintereiern schlüpften die Jmigen am 14. Mai aus; dieselben ent-
wickeLa sich walii-scheinhch zu ungefiügelten Müttern, deren Nachkommen
geflügelt werden. Im September und Oktober zeigen sich die geflügelten
Männchen neben den flügellosen Weibchen. Die geflügelten Männchen sind
von dem geflügelten und ungeflügelten Weibchen durch die grössere Länge
ihrer reichlich mit Riechgrübchen versehenen Fühler, durch die starke Ent-
wickelung ihres buckehgen Thorax und kleinen Hinterleib unterschieden. Der
Geschlechtsapparat besteht aus zwei in der Mittellinie zusammengewachsenen
Testikeln mit mehreren Follikeln, zwei Samenleitern, einem ductus ejac. und
den Begattungswerkzeugen; glandul. appendic. fehlen. — Von L. j^ini wird
eine auf der Arve lebende Varietät, var. cembrae, beschrieben, S. 70. ferner
L. farinosus. Zool. Anz. 1892, S. 66—70, 73—78.
F. M. Webster theilt in seinen Notes on the grain Toxoptera (Toxo-
ptera graminum Bond.) seine Aufzeichnungen über die Reproduktions-
fähigkeit dieses Thieres mit. Ein Weibchen erhielt am 9. April die Flügel,
produzirte vom 10. — 28., wo es todt war, 37 direkte Naclikommen und starb
als Urgrossmutter, indem die Jimgen vom 10. April am 18. und die Nachkommen
der letzteren am 25. sich fortzupflanzen begannen. Insect life, IV, S. 245 — 248.
Psyllidae. Bacterica maritima (Perols); G. H o r v ä t h , Revue d'Entomol.,
XL, S. 140.
Homoptera.
Cicadellidae.' Acinopterus (n. g. Allygo simile, elytris postice valde an-
gustatis, apice acutis) acuminatus (Maryland; Kalif. ; Karohna) ; J. P. van Duzee,
Psyche VI, S. 308.
Henschia (n. g. Aconurae vicinum, capite quam pronotum latiore, ab-
dominis ultimo segmento in femina obtuso, non acuminato, diversum) seticauda
(Buda); L. Lethierry, Revue d'Entomol., XI, S. 69.
Aphrophora pulchra S. 553, Taf. XVI, Fig. 25, antiqua S. 554, Fig. 26, (pin-
guicula Heer Fig. 27), dimidia S. 556, Fig. 28 (tertiär); B. Förster, a. a 0.
Chlorotettix oiridiusl (New York; New Brunswick; Mississipi) S. 309,
galbanatus (New York) S. 310; J. P. van Duzee, Psyche VI.
90 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Deltocephalus (?) minutulus (tertiär) ; B. Förster, a. a. 0., S. 557, Taf. XVI,
Fig. 29.
Deltocephalus Ecchelii (So. Lugano, Tirol); P. M. Ferrari, Rincoti ligustici,
S. 574.
EupteryxZellerivar./ji^j;o*j(^e?-os(Collioure); G. Ho'rväth, Revue d'Entomol,
XI, S. 140.
Diaphorina acgyptiaca (Kairo, auf Salsola tetrandra) ; A. P u t o n , Revue
d'Entomol., XI, S. 30.
Goniagnathus elongatus (Mähe); L. L e t h i e r r y , Bull. Soc. Zool. France,
XVII, S. 209.
Isthmia (?) elegantula (Kihongo); A. G e r s t ä c k e r , Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt., IX, S. 57.
Macropsis inclica (Mähe); L. L e t h i e r r y , Bull. Soc. Zool. France, XVII,
S. 209.
Pliymatostetha Beschampsi (Mähe); L. Lethierry, Bull. Soc. Zool.
France,"^ XVII, S. 208.
Tettigonia mitrata (Sakmile) ; A. G e r s t ä c k e r , Jahrb. Hamb. wissensch.
Anstalt., IX, S. 58.
Thamuotettix brevissimus (Mähe); L. L e t li i e r r y , Bull. Soc. Zool. France,
XVII, S.209, Ghilianii (Turin); P.M.Ferrari, Rincoti hgustici, S. 573.
Membraeidae. Food plants of some N. A. Membracidae; F.W.
G 0 d i n g , Insect life, V, S. 92 f.
Centrodontus n. g. Centrotin., für (Gargara) atlas Gdng.; F. W. Goding,
Entomolog. News, HI, S. 201.
Gargara, atlas (Kern count., Kalif.); F.W. Goding, Entom. News, III,
S. 110 (wird ebenda, S. 201, zrun Typus der ueuen Gattung Centrodontus
erhoben).
Platycotis minax (Kalif.) ; F. W. G o d i u g , Entom. News, III, S. 109.
Potnia asodalis (Mario Count., Kahf.) ; F. W. Goding, Entom. News, III,
S 110.
Publilia hicinctura (Kolorado, auf Glycyrrhiza lepidota) ; F. W. Goding,
Entomol. News, III, S. 200.
Stictocephala Gillettei (Colorado) ; F. W. G o d i n g , Entom. News , III,
S. 108, 200.
Stictopelta nova (Kalif.); F.W. Goding, Entom. News, III, S. 110, mar-
morata (Neu Mexiko); derselbe, ebenda, S. 201.
Telamona Büeyi (Mario Count., Cal.) S. 108, (mexicana Stkl2^ pulchra?
S. 109) ; F. AV. G 0 d i n g , Entom. News, III.
FulgOPidae. Kandiana (n. g. prope Messenam) Lewisi (Ceylon); W. L.
D i s t a n t , Contribution, S. 280, PI. XIII, Fig. 2.
Birdantis pallescens (Batchian) ; W. L. D i s t a n t , Contribution, S. 276.
Dardus albomaculatus (Peak Downs) S. 282, ohscurus, (ibid.) S. 283: W. L.
U i s t a n t , Contributions.
Cenestra afßnis (Singapore); E. T. A t k i n s o u , Journ. Asiat. Soc. Bengal,
(N. S.), 57, S. 341, ligata (Perak) PI. XIII, Fig. 3, copulanda (Java) ; W. L.
D i s t a n t , Contribution, S. 285.
Copsyra ochracea (Sungei Ujong; Perak); W. L. D i s t a n t , Contribution,
S. 286.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 91
Cynthila viridimaculcda (Perak); W. L. D i s t a n t , Contrib., S. 275.
Delphax ^ugubris Sign, gehört zu Metropis Fieb.; die Art liat sich
bei Meudon ; Yonne ; Ardentes und in Ungarn gefunden ; L. Lethierry,
Revue d'Entomol., XI, S. 70. /
Desudaba maculata (Peak Downs); W. L. D i s t ant , Contribution S. 277.
DichopterawMÖi'Za (Rubinminen) S.277, Hampsoni (Nilgiri H.), nasuta (Celebes)
S. 278; W. L. D i s t a n t , Contribution.
Dictyophora unicolor var. vittata (Kairo); A. Puton, Revue d'Entomol.,
XI, S. 30, fuminervis n. sp. (Mähe); L. L e t h i e r r j' , Bull. Soc. Zool. France,
XVII , S. 208 , yraeferrata (Peak Downs), bifasciata (ibid.) , insignis (ibid.) ;
W.L. Distant, Contribution, S. 279.
Eurybrachys apicata (Indien); W. L. Distant, Contribution, S. 281.
Flata radiata (Sarawak), labeculata (Minahassa) S. 284, (Colobesthes?)
semanga (Malakka) S. 285, PL XIII, Fig. 6 ; W. L. D i s t a n t , Contribution.
Loxocephala castanea (Naga H.); W. L. Distant, Contribution, S. 281.
Messena radiata (Nilgiri H.); W. L. Distant, Contribution, S. 280,
PL XIII, Fig. 1.
P.M.Ferrari beschreibt das Männchen seines Mycterodus ortho-
cephalus; Rincoti ligustici, S. 568.
Oliarius angusticeps (Japan); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 137.
C. H. Tyler Townsend fand auf der Oberfläche der Blätter von Yucca
angustifolia und macrocarpa Oecleus decens Stkl und gleichzeitig kleine
Flöckchen einer weifsen Masse, unter denen im Blattparenchym je em Ei safs.
Die flockige Masse ist ein Exsudat, wahrscheinlich des Blattes. Die Mütter
halten sich noch längere Zeit nach dem Eierlegen in der Nähe auf. Psyche
VI, S. 353 f.
Phromnia parmata (Palawan) S. 273, montivaga (Borneo) S. 284, Bl. XIII,
Fig. 5; W. L. Distant, Contribution.
Platybrachys signata (Peak Downs) S. 281, insignis (ibid.), aerata (ibid.;
Samoa) S. 282; W. L. D i s t a n t , Contribution.
Ricania (Pochazia) flavocostata (Malacca; Borneo); W. L. Distant,
Contribution, S. 283.
Scamandra diana (Sangir); W. L. D i s t a n t , Contribution, S. 276, PL XIII
Fig. 4.
Cicadidae. W.L. Distant: On some undescribed Cicadidae, with
synonymical notes. Die letzteren besagen: Tibiceu (Quintiha) primitiva
Wlk. = haematina Stkl, Earsch, monilifera Wlk. = maculinervis Stkl;
Dundubia mixta Kirby (vor. Ber. S. 89) = Cicada viridis F.\ Pomponia Greeni
K&2/- = Ransoneti Dist.; Pomp, elegans Xft?/. = Terpnosia (n. g.)psecas
Wlk.; Cicada apicalis Kby. := Tihicea. nubifurca Wlk.; Melampsalta muta
(F.) = cutora Wlk., ochrina Wlk., aprilina Huds.; MeL angusta Wlk. = rose&
Wlk., bilinea Wlk., muta Huds. pars.; Cicada tristis Ä^wd«. = Melampsalta
scutellaris Wlk. — Cic. iolanthe Huds. ist eine Melampsalta; Cic. cassiope
Huds. = Melamiis. nervosa Wlk. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 313— 327
Derselbe desgl. ebenda, X, S. 54 — 67: Tympanoterpes sodalis Wlk. —
Fidicina vultur Wlk.; Melampsalta nervosa Wlk. =^ma,ngu B. White; für Tibicina
lacteipennis Fut. praeocc. wird P. Putoni vorgeschlagen, S. 67.
92 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Doracliosa (n. g. Tibiceuin. Tibicini affine, oculi longissimi, oblique directi,
margine interiore intus ampliato et lamiuato; femora anteriora valide spinosa)
explicata (Panama); W. L. Distant, a.a.O., X, S. 64.
Kanalcia (n. g. Tibicenin. prope Malagasiam) typica (Neu Caledonien);
W.L. Distant, a.a.O., X, S. 62.
Masupha (n. g. Cicadatrae propinquum; cellula basalis tegminum lata,
ad basim latior quam ad apicem, non duplo longior quam latior; margo costalis
areae radialis curvatus, gibbosus, area uluaris interior ad basim latior quam
ad apicem) ampliata (Ookiep, Südafrika) S. 317, delicata (ibid.; Buschmann
Land) S.318; W.L. Distant, Ann. Mag. Nat. Hist., (6. Ser.), IX.
Terpnosia n. g. (Tibicenin., Pomponiae affine, sed tympanis paene plane
nudis, für Pomponia) psecas Walk. = eleg&ns Kby.; W. L. Distant, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S. 325.
Baeturia hicolorata (Fly rivei'. Neu Guinea); W. L. Distant, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S. 316.
Callipsaltria hicolorata (V. Wyks Vley, Südafrika); W. L. Distant, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S^ 318.
Qi3s\ü.Qi&tracta (Ekuador) S. 329, centralis (ibid.), matura (Venezuela) S. 321
W. L. Distant, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX.
Cicada grandiosa (fossilj s. oben, Scudder, S. 31.
Cicada extrenia (Swan riv. , Austr.) S. 36, madagascariensis (Nord-M.)
S. 57; W. L. Distant, a. a. 0. X, timorensis (T.); derselbe, ebenda, S. 406.
Fidicina Mülleri (S. Catharina, Bras.); W. L. Distant, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6. Ser.), IX, S. 319, amazona (Ega), hogotana (B.) S. 58, rubricata (Brasil.)
S. 59; derselbe, ebenda, X.
Graptotettix thoracica (Momeit, Burma); W. L. Distant, Ann. a. Mag.
Nat. Hist., (6. Ser.), IX, S. 315.
Leptopsaltria j'ajjonica (J.); G. Horvätli, Termesz. Füzet., XV, S. 136.
Melampsalta rosacea (Neu Kaledonien; Ruk IsL), eonvicta (Norfolk Isl.)
S. 322, abdominalis (Viktoria, Austral.), extrema (Roebourne) S. 323, rotundata
(SteUenbosch, Südafr.) S.324; W. L. Distant, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.),
IX, labeculata (Australien); derselbe, ebenda, X, S. 66.
Mogannia effecta (Sumatra); W. L. Distant, Ami. a. Mag. Nat. Hist.
(6. Ser.:, IX, S. 316.
Paltoda ßavescens (Australien); W. L. Distant, a. a. 0., X, S. 55.
Platypleura testacea (Uebi); A. de Carlini, Rincoti . . . Somali, S. 537.
Poecilopsaltria Trimeni (Buschmann Land) S. 313, Peringueyi (Damara
Land) S. 314; W. L. Distant, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX.
Psilotympana infuscata (Hex river valley, Südafr.); W. L. Distant,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S. 319.
Tettigades parva (Argentinien); W. L. Distant, a. a. 0., X, S. 65.
Thopha sessiliba (Sydney); W. L. Distant, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.),
IX, S. 314, Egae (Ega, Amaz.) S. 64, pumilus (Neu-Kaledonien) S. 65; derselbe
ebenda, X.
T'ibicen (Quintilia) Wealei (Südafrika); W. L. Distant, Ami. a. Mag. Nat.
Hist. (6. Ser.), IX, S. 316.
Tympanoterpes Colombiae (C; Venezuela) S. 60, Beryi (Argentinien) S. 61;
W. L. Distant, a. a. 0., X.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 93
Heteroptera.
Nepidae. Laccotrephes elUpticus (Kihongo); A. Gerstäcker, Jahrb.
Hamburg, wissensch. Anstalt., IX, S. 56.
E. Bergroth unterscheidet die 3 paläarktischen Ranatra- Arten, R.
linearis JJ., longipes Stkl und vicina Sign, in analytischer Tabelle; Revue
d'EntomoL, XI, S. 127.
R. nodiceps (Quilimane); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg, wissensch.
Anstalt., IX, S. 57.
Notoneetidae. Enithares Bergrothi (Neu-Kaledonien); A. Montandou,
Revue d'Entomol, XI, S. 75.
Ueber das Vorkommen fossiler „Rückenschwimmer" (Noto-
necten) im Braunkohlengebirge von Rott bemerkt D. v. Schlechten-
dal, dass bei allen Abdrücken sich ein tiefschwarzer, herzförmig-dreieckiger
Köi-per findet, der nur auf jene Stelle gedeutet werden kann, an welcher der
Kopf in den Schnabel übergeht und welche durch die den Wanzen eigeu-
thümliche „Platte (Schlundkopf nach 0. Geise) gestützt wird". Zeitschr. für
Naturwissensch., 65, S. 141—143.
Hydpometridae. Bheumatobates (n. g.j Rüeyi, vorgeschlagen von
E. Bergroth für das im vor. Bericht, S. 90, erwähnte Insekt, das nach Berg-
roth eine männliche Imago darstellt; Insect life, IV, S. 321.
Gerris (Tenagogonus) hypoleuca (Sansibar); A. Gerstäcker, Jahrb.
Hamb. wissensch. Anstalt., IX. S. 55.
Galgulidae. Aphelochirus sinensis (Ho-chan); A. Montandon, Revue
d'Entomol, XI, S. 73.
Mononyx asiaticus (Poi-ho, China); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 136.
Saldidae. Leptopus strigipes (Madagaskar); E. Bergroth, Bull. Soc.
Entom. France, 1891, S. CLL
Halophile Saldeen in Lothringen sind S. lateralis Fall., pilosella Thms.,
flavipes F., J. J. Kieffer, Ent. Nachr., 1892, S. 30f.
Reduviadae. Coranopsis (n. g. Corano affine) vittata (Innerafrika);
G. Horväth, Termesz. Füzetek XV, S. 262.
Leptodema (n. g. Rhabdosomati simile) hirtum (Uebi) S. 533, acanthoce-
phalum (Nkola) S. 534; A. de Carlini, Rincoti . . . Somali.
Maraenaspis (n. g. Ectrichod., von Physorrhynchus und Centraspis durch
gerandete Seiten des Pronotum mit stark verkürztem HinterlapiDen und den
Mansrel der Ozellen verschieden; Tarsen 3-, Antennen 8-glied.; Flügel und
Deckflügel fehlen) typhlops (Barombi); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 134.
Miomerocerus (n. g. Ectrichod., von Hexamerocerus durch minder
schlanken Bau, die Bildung der sechsgliedrigen Fühler, die imten unbewehrten
Schenkel und die glatten Bauchsegmente verschieden) seopaceiis (Barombi);
F. Karsch, Entom. Nachr., 1892, S. 135.
Polymazus (n. g. Ulpio affine) singularis (Ost-Usugura); A. Gerstäcker,
Jahrb. Hamburg, wissensch. Anstalt., IX, S. 53.
Rhochmogaster (n. g. Ectrichod., von Physorrhynchus und Centraspis
wie Maraenaspis verschieden; Tarsen 2-, Fühler 6-gUedrig; Flügel fehlen,
Deckflügel lappig, lateral) dimerus (Barombi); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892,
S. 135.
94 Ph. Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Acanthaspis armata (Ogaden); A. de Carlini, Rincoti . . . Somali,
S. 535.
Cleptria bicölor (Südafrika); E. Bergroth, Ann. Soc. Entern. Belg.,
1892, S. 162.
Coranus J^ammars^roemi (Osnatjennaja; Mongolei); 0. M. Reuter, Hern.
Heter. Sajansk. bargsk., S. 184, Lbczyi (Kalkutta) ; G. H o r v ä t h , Termesz.
Füzet., XV, S. 135, lomjiceps (Südafrika); E. Bergroth, Ann. Soc. Entom.
Belg , 1892, S. 161
Cosmolestes fulvus (Innerafrika); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 263.
Dicephalus Kby. (vor. Ber. S. 91) ist H e n i c o c e p h a 1 u s Westw., Famil.
Henicocephalidae; E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 225.
Ectri chodia i^roWewjaiica (Mhonda); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt., IX, S. 54.
Ectrychotes Jakowleffi (China) ; G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 135.
Edocla albipennis (Innerafr.) G. Horväth, Termesz. Füzet. XV, S. 264.
Endochus africanus (Sierra Leone; Gabon); E. Bergroth, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 161.
Formicoris Kby. (vor. Ber. S. 91) = Dulichius Stkl., Fam. Coreadae;
E. B e r g r 0 t h , Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 225 f
Harpactor (Diphymus) Diidae (Gazellenfluss); G. Horväth, Termesz.
Füzet., XV, S 264.
Holotrichius Henoni (Suez); A. Puton, Revue d'EntomoL, XI, S. 27.
Ischnobaena Freussi (Barombi) ; F. K a r s c h , Entom. Nachr., 1892, S. 136.
Laphyctes brachialis (Mbusini) ; A. G e r s t ä c k e r , Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt., IX, S. 52.
Nagusta Junodi (Mosambique); A. L. Montandon, Revue d'Entomol.
XL, S. 269.
Oncocephalus Vaulogeri (Oued Deurdeur, Algier); A. L. Montandon,
Revue d'Entomol, XI, S. 272, angustatus (Kongo); G. Horväth, Termesz.
Füzet., XV, S. 266, insignis (Pongue); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt., IX, S. 55.
Phonoctonus validus (Quilimane); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 273, principcdis (Quilimane); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg, wisssensch.
Anstalt., IX, S. 52.
Pirates brachypterus (Mhonda; Kihongo) S. 54, morosus (Kihongo), collaris
(Kilimane) S. 55; A. Gers tack er, Jahrb. Hamburg, wissensch. Anstalt., IX.
Ploearia melanacantha (Carcassonne); G. Horväth, Revue d'Entomol.,
XI, S. 139.
Reduvius notabilipes (Obock); A. L. Montandon, Revue d'Entomol.,
XI, S. 271, EeMto-*(Iunerafrika); G. Horväth, Termesz. Füzet, XV, S. 265,
X)olystictiis (Sakurile); A. G e r s t ä c k e r , Jahrb. Hamburg, wissensch. Anstalt.,
IX , S. 53.
Rhaphidosoma echinatum (Mbusini); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt., IX, S. 54.
Santosia semistriata (Buea); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892, S. 135.
8i)]\edano\eäihesfenestricidatus(Baromhi); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892,
S. 134.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 95
Staccia inermis (Addah) ; G. H o r v ä t h , Termesz. Füzet., XV, S. 265.
Vadimon Bergrothi (Mosambique); A. L. M o n t a n d o n , Revue d'EntomoL,
XI, S. 270.
Tingitidae. Cyclotynaspis (n. g. Cantacaderar.) aealyptoides (Singapore);
A. L. M 0 n t a n d 0 n , Revue d'EntomoL, XI, S. 265.
G. Horväth gibt eine Uebersicht der Hemipteren-Gattung C a m p y -
I 0 s t i r a Fieb., Wien. Ent. Zeitg. 1892, S. 309—313, mit bosnka (Serajewo,
Uvatz) S. 311, und var. düuta (Igman-Geb.), Falleni var. siispecta (Comana),
verna var. latipennis (Tokai, Rumänien) S. 312, eximia n. sp. (Taschkent) S. 313.
Dictyonota (Elina) Henschi (Budapest); A. Puton, Revue d'EntomoL,
XI, S. 72.
Eurycera glabricornis (Mosambique) ; A. L. M o n t a n d o n , Revue d'En-
tomolog-, XI, S. 267.
Leptostyla carmelana (Uruguay); C. Berg, An. Soc. Cientif. Argent.,
XXXIV, S. 200.
Mierophysidae. Myrmedobia distinguenda Beut, neu für
England (Surrey); E. Saunders, Entom. MonthL Mag., 1892. 8.8.
ÄPadidae. (7) Aradidi deirisola di Engano; E. Berg-
roth, Ann. Mus. Civ. Genova, (2) XII, S. 806— 808 (Odonia truncata Wlk.;
Artabanus excelsus Bergr.; Brachyrrhynchus membranaceus F.; Neuroctenus
serratus Stkl, par Bergr. und 2 neue Pictinus-Ai'ten).
Lobocara (n. g. prope Brachyrrhynchum, capite ante oculos in lobum
latiusculum utrinque obliquum producto . . . insigne) oblonga (Argent., Territ.
Mission) S. 259, ovata (Vera Cruz, Mexiko) S. 260; E. Bergroth, Revue
d'EntomoL, XI.
Aneurus indicus (Karin Cheba) ; E. B e r g r o t h , Ann. Mus. Civic. Genova.
(2. S.), XII, S. 717.
Aradus mirabüis (Karin Cheba); E. B e r g r o t h , Ann. Mus. Civic. Genov.
(2. S.), XII, S. 710.
Artabanus excelsus (Karin) (S. 806), setulosus (Karin Cheba) S. 713 sexspinosus
(Palon, Pegu) S. 714; E. Bergroth, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XII.
Brachyrrhynchus undulatus (Kui'seong); E. B e r g r o t h , Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 504, verruciger (Amurland); derselbe, Revue d'EntomoL,
XI, S. 261, tenericornis (Singapore); derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2. S.), XII, S. 715.
Carventus Gestroi (Karin Cheba) ; E. B e r g r o t h , Ann. Mus. Civic. Genova,
(2. S.), XII, S. 712.
Neuroctenus cZe&i'Kcorms (Gabon); A. L. Montandon, Revue d'EntomoL,
XI, S. 268.
Pictinus asiaticus (Karin) ; E. B e r g r o t h , Ann. Mus. Civio. Genova (2. S.),
XII, S. 716, Modiglianii (Engano), ^m.s«o (ibid.); derselbe, ebenda, S. 807.
Anthoeopidae. Anthocoris carinulatus (Madagaskar) ; 0. M. R e u t e r ,
Entom. MonthL Mag. 1892, S. 186.
Capsidae. 0. M. Reuter zählt die von E. S i m o n aus Venezuela
mitgebrachten (9) Capsiden auf und beschreibt neue Gattungen und Arten;
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 391—402.
Food-plants of some Capsidae... Washington sind
nach 0. Heidemann, Proc. Entomol. Soc. Washington, II, S. 224—226
96 Ph- Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
P i u u s V i r g i n i a n a für Phytocoris eximius, mundus ; Megacoelum grossum ;
Pliilophorus amoenus, crassipes, laetus; Melinna modesta; luniperus
virginiana für Psallus luniperi ; Lygus repletus ; Diclirocytus elegans ; Salix
nigra für Orthotylus alternatus; Pilophorus communis; Melinna pumila;
Tilia spp.: Psallus sericeus, Phylus modestus; Camptobrochis grandis,
F r a X i n u s : Neoborus Pettittii ; Orthotylus delicatus ; Betula nigra:
Malacocoris irroratus; Phytocoris puella.
Arsinotus (n. subg., a Physetonoto pronoto postice supra scutellum vix
producto, margine basali medio sat late sinuato, scutello solum basi tecto
diversum) albipes (Prov. Buenos Aires); C. Berg, An. Soc. Cientif. Argent.,
XXXIV, S. 198.
Chrysodasia (n. g. Capsarior.) strigifrons (Tovar); 0. M. F. Reuter,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 401.
Ischnias (n. g. Capsar. ; Caput verticale; lorae buccatae; maculae niti-
dae verticis inter oculos. Impressiones utrimque inter angulos basales pronoti;
articulus 1. antennarum capite multo longior . .) saltensis (Salta, Argent.);
C. Berg, An. Soc. Cientif. Argentina, XXXIV, S. 194.
Linoceroeoris (n. g., an Eucerocoris Westw. erinnernd) cariniventris
(Barombi); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892, S. 133.
Perissobasis (n. g. divis. nov. P e r i s s o b a s a r i or u m) aurora (San
Estaban); 0. M. F. Reuter, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 398.
Physetonotus (n. g. Bryocorar. prope Cyrtocapsum, für Eccritotarsus
atratus Bist, und) (Orinonotus subg. nov.) Simoni (Caracas) ; 0. M. F. Reuter,
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 395.
Pristoneura (n. g. Bryocorar.) pzcea (Tovar); 0. M. F. Reuter, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 396.
Schizonottis (n. g. Cyllocorarior.) dromedarms (Caracas); 0. M. F. Reuter.
Ann. Soc. Entom. France,' 1892, S. 402.
Brachycoleus Steini var. thoracicns (Akbes); A. Puton, Revue d'Entom.,
XI, S. 29.
Calocoris lineatus F. var. bisbipunctatiis (Jenisei, Mongolei; Amur); 0. M.
Reuter, Hem. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 189.
Capsus Delagrungei (Akbes) A. P u t o n , Revue d'EntomoL, XI, S. 29.
Cyrtocapsus femoralis (San Estebau) ; 0. M. F. R e u t e r , Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 394.
Campouotidea Saundersi forma macroptera (Akbes); A. Puton, Revue
d'EntomoL, XI, S. 28.
Deraeocoris scutellaris F. var. alboscutellatus (Miuussinsk) ; 0. M. R e u t e r ,
Hem. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 192.
Dolichomiris tibialis (Tovar); 0. M. Reuter, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 392.
Eccritotarsus luculenhis (Missionen) S. 195, nigridmnis (ibid.) S. 196; C. B erg,
An. Soc. Cientif. Argentin., XXXIV.
Fulvius -Simoni (Corozal); 0. M. R e u t e r . Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 391.
Ueber die Verheerung, die Halticus minutus an der Ernte von Erd-
nüssen in Cochinchina anrichtet, S.A. G i a r d , Compt. Rend. Soc. biol. France,
Insect life, IV, S. 340.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 97
Helopeltis Bergrothü (Gabun) ; 0. M. R e u t e r , Entom. Älonthl. Mag., 1892,
S. 159.
Lopus flavomarginatus var. liictuosus (St. Martin-Lantosque) ; A. P u t o n ,
Revue d'Entom., XI, S. 29.
Mecomma Madagascariensis (M.) ; 0. M. R e u t e r , Entom. Monthl. Mag.,
1892, S. 185.
Miris ferrugatus L. var. albescens (Minussinsk; Verchne Sujetuk); 0. M.
Reuter, Hern. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 188.
A new enemy to Timothy grass, Oncognathus binotatus; L. 0.
Howard, Insect Ufe, V, S. 90— 92, Holzschn.
Orthoty lus propinquus Reut. = oclirotriclius Dougl. & Scott ;E.Saunders,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 125.
Phytocoris Bergrothi (Caracas) S. 398, tripunctatus (Tovar) S. 399; 0. M.
F. R e u t e r , Ann, Sog. Entom. France, 1892, riparum (Ligurien, hauptsächhch
auf AnthylUs vulneraria); P.M.Ferrari, Rincoti ligustici, S. 562.
Plagiognathus Chrysanthemi Wolff var. vicarius (Verchne Sujetuk); 0. M.
Reuter, Hem. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 194.
Psallus albicinctus Kbrn. in England (Chobham); E. Saunders,
Entom. Montlil. Mag. 1892, S. 258.
Stenodema lateralis (= Miris virens. var. later. J. Sahlb.'?; Osnatjennaja) ;
0. M. Reuter, Hem. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 187.
Lygaeadae. Myrmoplasta (n.g. Pyrrhocor., habitu eximie formiciformi)
mira (Rosako Usaramo) ; A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg, wissensch.
Anstalt., IX, S. 51, 2 Holzschn.
Sericocoris(n.g. Pyrrhocor., von Melamphaus durch gestielte Augen, von
Cenaeus durch kurze seidenartige Behaarung abweichend) acromelanthes
(Barombi); F. K ar s ch , Ent. Nachr., 1892, S. 133.
Ischnocoridea (n. g. Ischnodemo Fieb. acetabulis anticis postice clausis
stiiicturaque hemelytrorum affine; femoribus anticis multispinosis distinctum)
elegans (Ashanti); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 261.
Acroleucus nigellus (Chiriqui) S. 383, Tab. XXXIV, Fig. 3, sceleratus (ibid.)
Fig. 4, ruhef actus (ibid.) Fig. 5, (^eKneaiws (ibid.) Fig. 6, S. 384; W. L. Distant,
Biol. Centr -Americ, Rhynchot.
Antilochus violaceus (Eden-moghe) ; A. d e Carlini, Rincoti . . . Somali
S. 532.
Aphanus (Graptopeltus) dilutus (Addah); G. H o r v ä t h , Termesz. Füzet.,
XV, S. 261.
Beosus hoplites (Kihongo) ; A. Gerstäcker, Jahrb. Hamb. wissensch.
Anstalt., IX, S. 49.
Cenaeus (?) exsanguis (Sansibar) ; A. Gerstäcker, Jahrb. Hamburg,
wissensch. Anstalt, IX, S. 50.
Dysdercus melanderes Germ. i.l. (Barombi); F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892,
S. 133, festivus (Kikoko Usaramo); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamb. wissensch.
Anstalt., IX, S. 50.
Geocoris Henoni (Kairo; Suez); A. Puton, Revue d'EntomoL, XI, S. 26•
(Piocoris) 2>(ceMs (Alai, Turkestan); derselbe, ebenda, S. 72; letzteren Namen
(praeocc.) ersetzt E. Bergroth durch Futonianus; ebenda S. 264,
Aich. f. Natui-gesch. Jahrg. 1893. Bd.n. H.2. Q
98 Ph- Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Henestaris itroratiis (Südfrankreich); G. H o r v ä t h , Eevue d'Entomol.,
XI, S. 136.
Heterogaster (troglodytes Heer Fig. 18), famosus S. 546, Taf. XVI, Fig. 19,
(tertiär) ; B. F ö r s t e r , a. a. 0.
Ischnodemus atrieolor (Uruguay); C.Berg, a.a.O., S. 158, XXXIII.
J^ohnoi^eza. pallipes (Biskra; Akbes); A. Puton, Revue d'Entomol., XI,
S. 27, flavogrisea (Obbia) ; A. de C a r 1 i n i , Rincoti . . . Somali, S. 530.
Lamprodema rnfipes (Kemtscliik, Mongolei) ; 0. M. R e u t e r Hera. Heter.
Sajansk. bärgsk, S. 182.
Lygaeus (Melanocoryphus) Heydeni (Turkestan); A. Puton, Revue
d'Entomol, XI, S. 71, alhulus (Guatemala) S. 380, Tab. XXXIV, Fig. 2, chon-
talensis (Nikaragua), calderensis S. 381, teapensis (Mexiko) Fig. 1, S. 382; W. L.
D i s t a n t , Biol. Centr.-Amer., Rhynch.
Lygaeus (?) gratiosus S. 537, Taf. XVI, Fig. 11, (?) gracilentus S. 539, Fig 12
(tertiär) ; B.Förster, a. a. 0.
Nysius gihhifer (Prov. Cordoba) S. 155, ellipticus (Territ. Mission.) S. 156;
C.Berg, a.a.O., XXXIIL
Oncopeltus hueamis (Buea); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892, S. 132.
Pacbymerus detectns (tertiär); B.Förster, a.a.O., S. 544, Taf. XVI,
Fig. 17.
Pamera procenda (Prov. Bonaerens.) S. 162, sororcula (ibid.) S. 164;
C. B e r g , a. a. 0., XXXIII, Bergrothi (Addah) ; G. H o r v ä t h , Termesz. Füzet.,
XV. S. 261.
Pyrrhopeplus carduelis Stal var. posf7«/m?<5 (Jarkalo, Tibet) ; G. Horväth,
Termisz. Füzet., XV, S. 135.
Rhyparochromus puncticollis var. nigripes (Carcassonne); G. H o r v ä t h ,
Revue d'Entomol., XI, S. 138.
Scolopostethus patruelis (Carcassonne); G. H o r v ä t h , Revue d'Entomol.,
XI, S. 138; eine neue Revision dieser Gattung von demselben s. ebenda
S. 253—256.
Transvaalia flavescens (Pretoria); W. L. D i s t a n t , Entom. Monthl. Mag.,
1892, S. 285.
Trapezonotus Ullrichii Fieb. neu für England (Cornwall) ; E. Saunders,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 8.
Tropistethus gentilis Hm-v. bei Alle, Belgien ; F o k k e r , Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 170.
Coreadae. El asmocnema (n. g.Mictid., Mictis und Odontobola nahe-
stehend, ausgezeichnet durch die zahnartig ausgezogenen Hinterecken des
3. und 4. Hinterleibssegments) Umpidipennis (Barombi) ; F. K a r s c h , Ent. Naclir.,
1892 S. 131.
Horm amhog auf, er (n. g. Dalader., der Gattung Dalader sehr ähnlich, aber
hamus und vena decurrens der Hinterflügel entspringen getrennt) expansus
(Barombi); F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892, S. 131.
Ojedana (n.g. pone Archimerum, antennarum artic. 1, 2, 3 incrassati, pilosi)
loricata (Panama); W. L. Distant, Biol. Centr.-Amer., Rhynch., S. 356,
Tab. XXXIII, Fig. 6.
Ovengua (n. g. Daladerar., Daladro et Hormambogastri affine) aperta
(Old Calabar); W. L. D i s t a n t , Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 285.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 99
Anasa limbata (Terr. Mission.), S. 97, XXXIII, declivicollis {ProY.Cordohsi)
S. 153; C. Berg, a. a. 0., montivaga (Chiriqui) Tab. XXUI, Fig. 19, S 366,
delihata (Mexiko) Fig. 17, decretoria (Guatemala) Fig. 16, versicolor (Omilteme)
Fig. 18, S. 367; W. L. D i s t a n t , Biol. Centr.-Americ, Rhynch.
Archimerus chiriquinus (Panama); W. L. D i s t a n t , Biol. Centr.-Americ,
Rhynch., S. 355, Tab. XXXIII, Fig. 4.
Athaumastus subfoveolatus (Argentinien; Paraguay); C. Berg, a. a. 0., S. 66.
Bardistus formidabiUs (Chiriqui); W. L. Distant, Biol. Centr.-Americ,
Rhynchot., S. 357, Tab. XXXIII, Fig. 9.
Capaneus cJwntcdensis (Nikaragua) Tab. XXXIII, Fig. 3, humerosus (Orizaba)
Fig. 5; W. L. Distant, Biol. Centr.-Amer., Rhynch., S. 354.
Catorhintha sinuatipennis (Buenos Aires); C. Berg, a. a. 0., S. 152.
Cebrenis rubro-conspersa (Territ. Mission); C. Berg, a. a. 0., S. 99.
Chariesterus robustus (Mexiko) Tab. XXXIII Fig. 12, cuspidatus (Panama)
Fig. 14; W. L. Distant, BioL Centr.-Americ, Rhynch., S. 364.
Cydamus inauratus (Chiriqui) Tab. XXXIII, Fig. 24, deauratus (ibid.)
Fig. 25; W. L. Distant, Biol Centr.-Amer., Rhynch.
DuUchius Wroughtoni (Poona; Nilgherris; Mime von Polyrrhachis spiniger,
mit der er zusammenlebt); E. Bergroth, Entom. Monthl. Mag., 189-', S. 107.
— Derselbe erkennt in Formicoris inflatus Kirby (s. d. vor. Ber., S. 91) das-
selbe Insekt, das aber keine Reduviade ist; es muss also heissen Dul. inflatus
(Kirby); ebenda, S. 126.
Gonocerus Juniperi var. obtusangulus (Akbes) ; A. Puton, Revue d'Entomol.,
XI, S. 26.
Homoeocerus vicarians (Barombi); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 132,
fuscicornis (Inneratiika) ; G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 259.
üy-pselonotus bitrianguliger (Territ. Mission.; Uruguay); C. Berg, a.a.O.,
XXXIII, S. 101, baltcatus (Innerafrika); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 260.
Laminiceps quadrisignata (Nikaragua; Panama); W. L. Distant, Biol.
Centr.-Amer., Rhynch., S. 360, Tab. XXXIII, Fig. 11.
Leptoglossus dentatus (Cördoba, Argent.) S 68, impressicoUis (Corrientes;
Apiahy) S. 69, concaviusculus (Chaco; Apiahy) S. 70; C. Berg, a. a. 0.
Melucha bicolor (Guatemala); W. L. Distant, Biol. Centr.-Americ,
Rhynchot., S. 353, Tab. XXXIII, Fig. 1.
Mictis laeta (Quilimane); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamb. wissensch.
Anstalt., IX, S. 48.
Myrmus calcaratus (Osnatjennaja); 0. M. Reuter, Hem. Heter. Sajansk.
bärgsk., S. 181.
Narnia inornata (Mexiko); W. L. Distant, BioL Centr.-Americ, Rhynch.,
S. 361, Tab. XXXIII, Fig. 10.
Parajalysus brasiliensis (Rio Janeiro); W. L. Distant, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S.536.
Prismatocerus (Philonus) liaematocerus (Mhonda) ; A. G e r s t ä c k e r , Jahrb.
Hamb. wissensch. Anstalt., IX, S. 48.
Rhopalus (Stictopleurus) nysioYdes (Verchne Sujetuk) S. 178, (Aeschynteles)
robustus (ibid.) S. 179; 0. M. Reuter, Hem. Heter. Sajansk. bärgsk.
Savius diagonalis (Corrientes); C. Berg, a. a. 0., S. 102.
G*
100 P'i- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sethenira uruguayensis (U.); C. Berg, a. a. O., XXXIII, S. 72.
SiDartocei-a giyantea (Costa Rica); W. L. Distant, Biol. Centr. - Amer.,
Rhynch., S 363, Tab. XXXIII, Fig. 13.
Sphictyrlus hugabensis (Panama); W. L. Distant, Biol. Centr.-Americ,
Rhynch., S. 371, Tab. XXXIII, Fig. 15.
Trachelium tessellatus! (Panama); W. L. Distant, Biol. Centr.- Amer.,
Rhynch., S. 373, Tab. XXXIII, Fig. 23.
Vilga mexicana (Omilteme) S. 368, Tab. XXXIII, Fig. 20, dissimüis
(Panama) Fig. 21, divaricata (Chiriqui) Fig. 22, S.369; W. L. Distant, Biol.
Centr. -Amer., Rhynchot.
Zicca castanea (Corrientes; Apiahy); C. Berg, a. a. 0., S. 98.
Pentatomidae. Apotomogonius (n. g. Plataspid.) exornata (Samlia);
A. L. Montandon, Revue d'Entom., XI, S. 302.
Handhirschiella! (n. g. Plataspid., Heterocrati affine) aenea (?) S. 295,
emarginata ^Gabon) S. 296; A. L. Montandon, Revue d'EntomoL, XI.
Isoplatys (n. g. Plataspid. Brachyplatyi simile) flavonotatus (Gabou);
A. L. Montandon, Revue d'EntomoL, XI, S. 303.
Hymenomaga n. g. Pentatomin., (bei Tropicorypha Mayr, aber Hinter-
flügel in eine haldge Spitze auslaufend ; Deckflügelmembran des Männchens mit
tiefem, breitem, der Ausrandung der männlichen Hinterleibssi^itze genau ent-
sprechendem Ausschnitt) für (Trop.) formosa Bist.; F. Kar seh, Entom.
Nachr. 1892, S. 130.
Niamia (n. g. Plataspidi Westw. proximum, corpore minus convexo,
pronoto capite paullo latiore scutelloque utrinque pone medium distincte
angulato divergens) angulosa (Niam-Niam); G. Horväth, Termesz. Füzet.,
XV, S 254.
Patanocnema (n. g. Dinidorid. ; von Aspongopus durch viergliedrige
Fühler, von Cyclopelta durch breiten, scheibenförmigen Kopf, bis zu den
Hinterhüften reichenden Rüssel und an der Basis stark erweiterte Hinter-
schienen des $ verschieden) ovata (Barombi); F. Kar seh, Ent. Nachr. 1892,
S. 131.
Faracoponia fsubgen. nov. Diploxyis: juga apice obtusa, auterius con-
tigua; anguli laterales pronoti in spinam acutam producti; scuteUum ante
medium utrinque callo longitudinali instructum; femora apice inermia; anguli
postici segmenti ultimi ventris acuti, producti) Holuhi (Innerafrika); G. Hor-
vcäth, Termesz. Füzet., XV, S. 257.
Platytatus (n. g. Eustheniu.) ambiguus (Madagaskar); E. Bergroth,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 159.
Po Igt ödes (n. g. Scutellerin. Polyti affine, differt pronoto scutelloque basi
haud conjunctim convexis, sed illius basi retrorsum, hujus antrorsum convexo-
declivi) ochraceus (Innerairika) ; G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 255.
Uhlunga (n. g. Pentatomin.) ty^nca (Natal) ; W, L. Distant, Entom.
Monthl. Mag., 1898, S. 237.
Acanthosoma (?) debile (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 535, Taf. XVL
Fig. 9.
Alcimocoris Potonmi (China) ; G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 134.
Antestia guttifera (KiUndi, Usugura); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 46.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 101
Aphanopneuma Stkli (— biloba Stkl nee Westw.); A. L. Montandon,
Revue d'Entom., XI, S. 297.
Arma (?) eontusa (tertiär); B. Förster, a.a.O., S. 534, Taf. XVI, Fig. 8.
Aspougopus balnuns (Balistation, Westafr.); F. Karsch, Entom. Nachr.,
1892, S. 166.
Basicryptus clongatus (Rüstenberg, Transvaal), antennatus (Nya,ssa); W. L.
Distant, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 239.
Brachypelta retrita (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 517, Taf. XVI,
Fig. 10.
Brachyplatys flavosparsus (Borneo); E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 171.
Cantharodes nubilosus (Kongo); A. L. Montandon, Revue d'EntomoL,
XI, S. 299.
Cantao africanus (Kongo); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 256.
Carpocoris alienus Horv. i. 1. ^(Samarkand; Verchne Sujetuk); 0. M.
Reuter, Hern. Het. Sajansk. bärgsk., S. 176.
Caura modesta (Innerafrika); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 256,
superba (BaUstation, Westafr.); F. Karsch, Entom. Nachr., 1892, S. 164.
Coptosoma atenes (Barombi); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 129,
respersum (Java) S. 171, mundum (China) S. 172, lascivum (ibid.) S. 173;
E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg., 1892, sculj^turatum (Ma.da,g.) S. 278, nebulosum
(Zanguebar) S. 279, confusum (Mosambique) S. 280, ])arvipictum (China) S. 281,
sordidulum (ibid.) S. 283, Lethierryi (Mungphu, Nordindien) S. 284; A. L. Mon-
tandon, Revue d'EntomoL, XI
Cryp tacrus i^rmceps (Niam-Niam;; G. Horväth, Termesz. Füzetek, XV,
S. 256.
Cydnus armiger S. 492, Taf. XV, Fig. 2, 3, obsoletus S. 494, Fig. 4, (cf.
pygmaeus Heer Fig. 5, brevicoUis Heer Fig. 6, sagittifer Heer Fig. 8, tertiarius
Heer Fig. 16, 17, atavinus Heer Fig. 20, HaitUngeri Heer Fig. 21), scutatus
S. 498, Fig. 7, dignus S. 501, Fig. 9, 10, cinctus S. 502, Fig. 11, 12, ornatissimus
S. 503, Fig. 13, solutus S. 505, Fig. 14, 15, parvus S. 507, Fig. 18, 19, maximus
S. 512, Fig. 22, acriscutatus S. 513, Fig. 23, brevicrassus S. 514, Fig. 24, sp.
Fig. 25 (alle aus dem plattigen Steinmergel von Brunstatt) ; B. Förster, a a. 0.
Derula Delagrangei (Akbes); A. Puton, Revue d'EntomoL, XI, S. 25.
D'midor vicarius (Innerafrika); G. Horväth, Termesz. Füzet, XV, S. 259.
Diploxys {Paracoponia subg. nov.) Holubi (Innerafrika); G. Horväth,
Termesz. Füzet., XV, S. 257. .
Dolyocoris baccarum L. var. brevipiUs (Verchne Sujetuk); 0. M. Reuter,
Hern. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 176, Rutherfordi n. sp. (Old-Calabar); W. L.
Distant, Entom. MonthL Mag., 1892, S. 187.
Edessa HerricM (= nigridens H.-Sch. nee F.) S. 45, rugiventris (Corrientes ;
Chaco) S. 48, nigropunctata Berg ^ S. 49; C. Berg, a. a. 0., XXXIII.
Ennius Monteironis (Delagoa-Bay); W.L. Distant. Entom. MonthL Mag.,
1892, S. 188.
Eurydema dominulus Scop. var. albo-variata (Osnatjennaja); 0. M. Reuter,
Hem. Heter. Sajansk. bärgsk., S. 177.
Eurygaster ^raMwZosMÄ (tertiär) ; B. Förster, a. a. 0., S. 489, T. XV, Fig. 1.
102 Pli- Bertkau: Beriebt über die wissenschaftlichen Leistungen
Eusarcoris (cf. pinguis Heer Fig. 26, prodromus Heer Fig. 27, 28, Tat'. XV),
humilis S. 524, Taf. XVI, Fig. 1, mammülata S. 525, Fig. 6, nuda S. 527, Fig. 7
(tertiär); B. Förster, a. a. 0.
Graphosoma semipunctatum var. decipiens (Grenua); P. M. Ferrari,
Rincoti ligustici, S. 551.
Halyomorpha ftmacMtoto (Sierra Leone); E. Bergroth, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 160.
Holcostethus DiVian^i (Südafrika); E. Bergroth, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 160.
Mecosoma spinosum (Quilimane); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 258.
Megymenum Severini (Kurseong); E. Bergroth, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S.504.
Menida Distanti (Innerafr.); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 258.
Menida quadrimaculata (W. Gobi); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV,
S. 134.
Nezara abnormis (Buenos Aires) S. 7, vicina (Missionen) S. 8, fiicosa
(Paranä) S. 9; C. Berg, Anales Soc. Cientif. Argentina, XXXHL
Odontotarsus HorvatJd (Tunis; Algier); A. Puton, Revue d'EutomoL,
XI, S. 24.
Oncoscelis sulciventris Stal in N. S. Wales die Früchte und jungen
Zweige der Orange durch ihre Stiche schädigend; A. S. OUiff, Agricult.
Gazette N. S. Wales, 1892, S. 368—370, mit Holzschn.
Orthoschizops plagosa (Hex river valley, Südafi-ika); W. L. Distant,
Entom. Mouthl. Mag., 1892, S. 238.
Pentatoma fatale S. 528, Taf. XVI, Fig. 2, punctatum S. 530, Fig. 3, venosimi
S. 531, Fig 4, rujosum S. 532, Fig. 5 (tertiär); B. Förster, a. a. 0.
P. (Cappaea) j:)raetorm (Korogwe am Rufu); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 46.
Peromatus sulcifer (Prov. Salta, Argentinien); C. Berg, a. a. 0., S. 43.
Phimodera mongoUca (M., Kemtschik); O.M.Reuter, Hem. Het. Sajansk.
bärgsk., S. 173.
Plataspis Gambeyi (Gabon) S. 273, ])lagifera Reut. i. 1. (Guinea; Sansibar)
S. 275, giätiilata (Gabon) S. 276, conspersa (Madagaskar) S. 277; A. L. Mon-
tandon, Revue d'Entom., XL
Pododus striatus (Capstadt); W. L. Distant, Entom. Monthl. Mag.,
1892, S. 238.
Ponsila Severini (Samba); A. L. Montandon, Revue d'Entomol , XI,
S. 304.
Schizops icterica (Quilimane); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 47.
Sehirus biguttatus L. var. concoZor (Breitenbach, Erzgeb); 0. Nickerl jr.,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 62, var. tibialis (Algier); A. Puton, Revue d'Entomol.,
XI, S.25.
Sephela morosa (Quilimane); A. Gerstäcker, a. a. 0., S. 45.
Solenosthedium madagascariensisl (M.); W. L. Distant, Entom. Monthl.
Mag., 1892, S. 187.
Sternodoutus simihs Stal var. Ehnhergi (Osnatjennaja); 0. M. Reuter)
Hem. Het. Sajansk. bärgsk., S. 174.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 103
Stollia crucifera (Innerafr.); G. Horväth, Termesz. Füzet., XV, S. 257.
Tiarocoris luminatus (Malacca); A. L. Montandon, Revue d'Entomol.,
XI, S.307.
Orthoptera.
J. Chatin hält die Chitinbedeckung der Libellenlarven nicht
für ein Sekret der Hypodermis, sondern für ein Umwandlungsprodukt
eines Theiles des Plasma dieser Zellen selbst. So werden Platten
gebildet, deren Dicke fortwährend zunimmt und in denen die
Balkenstruktur des Hyaloplasma sich noch nachweisen lässt. Da
sie sich bis zu den benachbarten Elementen ausdehnen, so bewirken
sie deren Verschmelzung und modifiziren die Textur der Hypodermis
in bedeutendem Grade. Chatin glaubt nach diesen Beobachtungen
die gültigen Vorstellungen über die Herkunft und Bildungsweise
der Chitinhaut der Insekten modifiziren zu müssen. Compt. rend.
hebd. Acad. Sei. Paris, CXIV., S. 1135—1138.
P. Blatter gibt eine note sur l'histologie des organes
annexes de l'appareil male chez la Periplaneta orientalis.
Compt. rend. Ac. Sei. Paris, CXV, S. 1332—1334. Der Verfasser
studierte den feineren Bau der als ein Ki"anz von längeren und
kürzeren Blindschläuchen den Anfang des ductus ejacul. umgebenden
Samenblasen und den duct. ejac. selbst. Die äussere Schicht der
Samenblasen weist feine, sich ein wenig kreuzende Fasern mit ein-
gestreuten Kernen auf; die Fasern sind Muskeln. Die Epithelzellen
sind gross mit grossem Kern. Meist enthalten nur die ventralen
Samenblasen Spermatozoen ; die meisten enthalten eine zähe
Flüssigkeit mit Fettkügelchen, die sich im Augenbhcke der Ejakulation
dem Samen beimischen.
Die Wand des duct. ejac. besteht aus einer Muskellage, in der
die äusseren Ringmuskeln überwiegen, und einer feinen tunica
propria, die mit den Epithelzellen ausgekleidet ist. Diese erheben
sich auf der dorsalen Seite als eine distal sich seitlich ausbreitende
und verflachende Leiste. Das übrige Epithel springt in zahl-
reichen Falten vc>r. Die freie Fläche ist mit einer Chitinhaut aus-
gekleidet, die mit zahlreichen Borsten und auf den erwähnten Leisten
mit gezähnten Schuppen besetzt ist.
J. B. Smith über den Epipharynx und Hypopharynx der
Odonaten s. oben S. 8.
J. Eberli stellte Untersuchungen am Verdauungstraktus
von Gryllotalpa vulgaris an; Vierteljahrschr. d. Naturf. Gesellsch.
Zürich, 37., S. 167—212, mit 10 Holzschn. Am Ende des Kau-
magens setzt sich das Vorderdarmepithel auf 4 Lamellen fort, die
bis in den Enddarm hineinragen, sich mit ihren Seitenrändern üb er-
einanderlegen und so nur die feineren Nahrungstheile in den
Mitteldarm gelangen lassen, während alle gröberen Theilchen direkt
durch sie dem Enddarm zugeführt werden. Der sog. Kaumagen
dient (bei Gryllotalpa) wahrscheinlich nicht mehr zur mechanischen
104 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung, wozu ihn der Besatz
der Chitinhaut mit feinen Härchen auch wenig geeignet erscheinen
lässt. Die Resorbtion der im kleinen Mitteldarm verdauten Nahrung
findet vielleicht hn Anfangstheil des Enddarms statt, der ansehnlich
erweitert ist; von der Einmündung der Malpighi'schen Gefässe an,
wo sich der Darm verengt, geht natürlich keine Resorbtion mehr
vor sich.
N. von Adelung bringt Beiträge zur Kenntniss des
tibialen Gehörapparates der Locustiden; Zeitschr. f. wiss.
ZooL, 54, S. 316—349, Taf. XIV, XV; 1 Holzschn. Zu den beiden
bereits früher unterschiedenen Theilen des inneren Gehörorgans, der
Gehörleiste (crista acustica) und dem supratympanalen (subgenualen)
Organ unterscheidet der Verfasser noch das am proximalen Ende
der Gehörleiste, zwischen dieser und dem supratympanalen Organe
gelegene Zwischenorgan. Diese sämmtHchen Organe bestehen
aus Zellen, die mit Nervenfasern in Verbindung treten und die als
Stifte bekannten Gebilde umschliessen. Sie werden innervirt von
2 Nerven, indem ein von der hinteren Beinseite nach der oberen
tretender Ast des Tibialnerv, der Supratympanalnerv, den proximalen
Theil des supratympanalen Organs versorgt, während der Rest
dieses Organs, das Zwischenorgan und die Gehörleiste von einem
in der Kniegegend von dem Tibialnerv entspringenden Aste innervirt
werden, der, nachdem er einen Ast für den distalen Theil des
supratympanalen Organes und einen anderen für das Zwischenorgan
abgegeben hat, der Gehörleiste parallel in einer Rinne zwischen
vorderem Tympanum imd vorderer Trachee verläuft und distal-
wärts gleich der Gehörleiste sich verschmächtigt imd endet
(Tympanalnerv). Die in den erwähnten Organen als eigentliche
Nervenendigungen vorkommenden Gehör stifte haben eme kegel-
förmige Gestalt, wobei die Spitze des Kegels mit der Nervenfaser
zusammenhängt und die Basis von einem halbkugeligen Deckel ab-
geschlossen ist.
Die Masse der Gehörleiste, welche die Nervenendigungen
(Endblasen) umschliesst, besteht aus einer protoplasmatischen
Substanz mit vereinzelten Kernen. In die Mitte dieser Cristamasse
ist nun die Endblasenreihe eingebettet, welche, von oben betrachtet,
sich als eine Aufeinanderfolge vieler rechteckigen Gebilde zeigt,
die nach dem distalen Ende der Reihe hin an Grösse allmählich
abnehmen. Von dem, wie oben erwähnt, der Crista parallel
ziehenden Tympanalnerv gehen in regelmässigen und kurzen
Abständen Nervenfasern in schräger Richtung zur Crista ab
(Verbindungsnerven). Dieselben bestehen aus einer kernhaltigen
Scheide und einem Achsencylinder; nahe dem Ursprung an dem
Tympanalnerv ist in jeden Verbindungsnerv eine Ganglienzelle
eingeschaltet, jenseits welcher die Nervenscheide sich allmählich
erweitert und nun von unten her in die Crista eintritt und hier in
die Endblase übergeht. Eine solche besteht aus 2 Zellen: der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 105
zwischen der Cristamasse gelegenen, mehr oder weniger kegel-
förmigen, den Stift umschliessenden Umhüllnngszelle und der im
allgemeinen halbkugeligen, die Umhüllungszelle und einen medianen
Theil der Cristamasse von aussen bedeckenden Deckzelle. Die
Zahl der Verbindungsnerven stimmt natürlich mit der der Endblasen
überein.
Die von den Umhüllungszellen umschlossenen Gehörstifte be-
sitzen eine kegelförmige Gestalt mit regelmässig kreisrundem,
äusseren Querschnitte; das Innere des Stiftes ist hohl und von der
Innenwand springen in den Innenraum (8) Längsrippen vor. Der
Achsenfaden tritt nicht in den Hohlraum des Stiftes ein,
sondern verbindet sich an seiner Spitze mit der Wand
desselben. Die Basis des Stiftkegels springt kalottenförmig in die
Deckzelle vor.
Die Kerne der Deckzellen, welche im proximalen Theile der
Crista kugehg sind, nehmen nach dem distalen Ende hin eine
gestrecktere, später bisquitförmige Gestalt an und umfassen zuletzt,
hufeisenförmig gebogen, die Stifte.
Der Stift ist als das eigentliche Ende des Achsencyhnders an-
zusehen; die Umhüllungszelle ist eine vergrösserte Zelle der kern-
haltigen Nervenscheide, und die Deckzelle bildet den distalen
Abschluss.
Das Zwischenorgan bildet eine Gruppe von Endblasen, deren
Verbindungsnerven von einer kleinen Anhäufung von Ganglienzellen
ausstrahlen; proximalwärts ist diese Ganglienzellengruppe mit
einem Ast des Tympanalnerven in Verbindung. Die Endschläuche
sind beim Zwischenorgan länger gestreckt als bei der Crista, ebenso
die Stifte. Das Homologon der Deckzellen zieht sich distalwärts
in einem langen, faserförmigen Fortsatz aus, der sich, mit seinen
Nachbarn zu einem Strang vereinigt, mit je einer langgestreckten
Hypodermiszelle verbindet. Es treten also hier die Endblasen bezw.
ihre Fortsätze an die äussere Körperhaut heran und bildeten dadurch
einen Uebergang zu den Chordotonalorganen.
Das supratympanale Organ zerfällt in 2 Theile, indem der eine
Theil von einembesonderenNerv, (Supraty mpanalnerv), der andere
von einem Ast des Tympanalnerven innervirt wird. Die Endschläuche
sind lang gestreckt, gebogen und ihre Fortsätze heften sich, zu
einem Strang vereint, an das Integument an. Bei Decticus verru-
civorus und griseus wurde eine die Endschläuche der zweiten
Gruppe umhüllende gemeinsame Membran bemerkt und an dem
proximalen Ende eigenthümliche grosse Zellen, Begleitzellen,
deren Bedeutung nicht ermittelt wurde; bei Meconema varium
wurden sie nicht gefunden.
C. Brunner v. Wattenwyl und J. Redtenbacher schreiben
on the Orthoptera of the Island of St. Vincent, West Indies;
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 106-221, PL XV— XVII. Die
auf der Insel gemachte Sammlung, die hier bearbeitet ist, enthielt
106 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
62 Arten (6 Dermaptera, 12 Blattidae, 2 Mantidae, 4 Phasmidae,
6 Acridiadae, 19 Locustidae, 13 Gryllidae), von denen 19 der Insel
eigenthümlich zu sein scheinen; 26 (ausser 3 Kosmopoliten) kommen
auf anderen westindisclien Inseln vor, darunter 26 allein auf Cuba,
34 sind auch in Süd- oder Mittelamerika, 6 in Nordamerika gefunden,
und 3 haben eine weite Verbreitung. — Die Blattiden sind von
Brunner, die übrigen Familien von Redtenbacher bearbeitet.
J. Bolivar führt auf die Orthopteres provenant de
Mader e et des Agores; Bull. Soc. zool. de France, 1892, S. 46
bis 49, wozu J. de Guerne die von Drouet 1861 von den Azoren
aufgezählten Arten hinzufügt. Die von Bolivar namhaft gemachten
Arten sind Labidura riparia Fall.] Anisolabis maritima Bon.^ annu-
Hpes Ia(c.\ Forficula auricularia L.; Loboptera decipiens Genn.]
Pachytylus cinerascens F.] Oedipoda coerulescens L. ; Platycleis
laticauda Brunn.] Gryllus bimaculatus De Geer, burdigalensis Latr.
H. Krauss liefert ein systematisches Verzeichniss der (6)
canarischen Dermapteren und (58) Orthopteren mit Diagnosen
der neuen Gattungen und Ai'ten; Zool. Anz., 1892, S. 163 — 171.
Derselbe verzeichnet Dermapteren und Orthopteren aus
Tunis; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 143—150.
Gli Ortotteri del territorio di Osimo; L. Spada, II Natur.
SiciL, XII, S. 37—45.
Verzeichniss von Orthopteren aus der Umgegend von Sai'da,
Oran; E. Olivier, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XLV.
In seiner Contribuzione allo studio dei Pseudoneurotteri del
Modenese gibt T. Bentivoglio die Fundorte folgender Arten an:
Libellula meridionalis Selys; Platycnemis pennipes var. lactea Pull.,
var. bilineata PalL, latipes i^amJ. ; Agrion elegans var. exigua Roster,
var. excelsa Roder, ornatum Heger, cyathigerum Charp.; Cloe diptera
L.; Chloroperla grammatica Scop. — Atti Soc. Natur. Modena,
(Ser. III.), Vol. XI, Anno XXVI, S. 122—124.
In einer Supplementary note on the Neuroptera of the
Hawaiian Islands, Ann. a. Mag. Nat Hist., (6), X, S. 176—179,
bespricht R. Mc Lachlan Lepthemis Blackburni Mc Lachl., Deielia
fasciata Kirhy und Megalagrion Blackburni Mc Lachl. (und beschreibt
eine neue Formicaleo).
C. Brunner v. Wattenwyl macht Notizen über die Orthopt-
eren-Fauna Ceylons; Ent. Nachr., 1892, S. 337—340. Von
den Blattiden sind die Panesthiinen und flügellosen Derocalymmen,
von Mantiden Harpaginen, Vatinen und Empusinen , von den Pha-
smiden fast alle Gattungen, von den Acridiaden die Scelimenen;
Locustiden die Gryllacriden ; von den Grylliden Calyptotrypus und
Euscir-tus besonders erwähnenswerth. Die Fauna von Ceylon steht
der der Sunda-Inseln näher als des benachbarten Festlandes und
hat auch viele Beziehungen zu Madagaskar und Mauritius.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 107
F. Karsch stellt ein Verzeicliniss der ... im Kamerun-
gebirge erbeuteten Orthopteren zusammen; Berlin. Entom.
Zeitscbr., 1892, S. 65—78.
A. Gerstäcker zäblt die von F. Stuhlmann in Ostafrika
gesammelten (5) Termiten, (25) Odonaten und. (2) Neuropteren auf;
Jabrb. d. Hamb. wissenscb. Anstalten, IX, S. 185 — 191.
A. Pictet und H. de Saussure geben eine Iconographie de
quelques Sauterelles vertes, nämlich folgender Pseudophylliden :
Cleandrus neriifolius Stoll^ graniger Serv.] Cratylus fenestratus Stoll]
Onomacrus latipennis^ cretaceus/S'erw., mandarinus ; Mioacris javana;
Chlorotrihonia acutipennis; Microprion elHptifolia] Phyllomimus
truncatifolia; Tymiianoptera Grioleli, oceanica; Aprion muculifolia;
Chlor acris prasina] Mataeus Casamancae; Phyllotrihonia verru-
culosa; Phyllozelus genicularis; Scutotribonia Flumbertiana;
Brochopeplvs reticidahts; Acanthopri on aztecum. — Die Arten
sind ausserdem beschrieben, und vorausgeschickt ist eine Uebersicht
der Gattungen. Diese Iconographie ist erschienen in Genf, 1892,
fol., S. 1—26, PI. I— III.
Bull. No. 27 von U. S. Dep. of Agricult., division of entomology,
enthält die reports on the damage by destructive locusts
during the season of 1891; S. 1 — 64. Als Schädlinge sind in
den verschiedenen Theilen aufgetreten Dissosteira longipennis;
Melanoplus spretus, atlantis, bivittatus, differentiahs, devastator,
femur-rubrum ; Camnula pellucida; von Locustiden werden aus
Idaho Dectius trilineatus und Anabrus simplex angegeben. Die
genannten Arten lösten sich theils in den verschiedenen Gegenden
ab, theils kamen 2, 3 und mehrere zusammen vor. In Nebraska
zeigten sich die Melanoplus-Arten nur auf Feldern, die im Juli und
August gepflügt worden waren. Von natürlichen Feinden wird eine
grosse Zahl genannt, aber bei den einzelnen Arten und in den
verschiedenen Gegenden verschieden: von Vögeln Tyrannus verticalis
und Lanius ludovicianus gambeli; von Eidechsen Sceloporus
occidentalis; von Insekten Epicauta pennsylvanica; Calosoma cahdum;
Pasimachus sp. ; Priononyx atrata; Polistes variatus; Tachytes rufo-
fasciatus; Proctacanthus Milbertii; „rothe Milben" und eine Spring-
spinne, Phidippus trimaculatus. Als künstliches Vertilgungsmittel
hat sich mit Arsenik vergiftete Kleie bewährt.
Künckel d'Herculais theilt eine Note sur le criquet
pelerin (Schistocerca peregrina Oliv.) et ses changements
de coloration mit; Compt. Rend. Acad. Sei. Paris, CXIV, S. 240 — 242.
Der Verfasser gelangte zur Ueberzeugung, dass die von Selys-
Longchamps unterschiedenen Varietäten (gelb aus Nordafrika;
rosa vom Senegal, Sennaar; Indien) nur Altersstufen derselben
Art sind. Die frisch entwickelten Thiere sind rosa; ihre Farbe
geht im Verlauf eines Monats in karminroth über und nach mehreren
Wochen in gelb. Die Paarung findet statt, wenn die Farbe „terre
de Sienne" geworden, und wiederholt sich, wenn sie in gelb über-
108 PJi- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gegangen ist. Die rothen Heuschrecken sind die, die von den
Saharabewolinern gesammelt und gegessen werden. Die Farbe der
aus dem Ei geschlüpften Jungen ist blassgelb ; das Roth entwickelt
sich in steigendem Grade zur Zeit der Häutungen und verblasst
ins Gelbe kürzere oder längere Zeit nach der Häutung; die nach
einer Häutung ausgeworfenen Exkremente sind rosa gefärbt. Der
rothe Farbstoff ist wahrscheinlich ein Lipochrom, Zoonerythrin
oder ein Abkömmling desselben, das sich in Alkohol auflöst und
die Lösung färbt. S. auch Bull. Soc. Entom. France, 1892,
S. XXV— XXVH.
Das Springen der Heuschrecken ist eine Reflexbewegung; das
Streicheln der letzten Tarsen ruft eine energische Bewegung der
Hinterbeine hervor. Das Centrum für diese Bewegung ist (nicht im
Kopfe, sondern) im Meso- oderMetathorakalgangiion gelegen; F. Heim,
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XCVHI— C.
F. Werner berichtet über Selbstverstümmelung bei Heu-
schrecken; Zoolog. Anzeig., 1892 S. 58—60. Er beobachtete, dass ge-
wisse Laubheuschrecken (Ephippigera \ätium; Barbitistes serricauda;
Saga serrata; seltener Locusta viridissima u. a.) die Vorderbeine an
der Wurzel abbeissen, wenn sie gefangen werden, oder sich gegen-
seitig, wenn sie einige Zeit lang in Gefangenschaft gehalten werden,
trotz aller dargebotenen Nahrung die Tarsen, später auch die Schienen
und die Legescheide abfressen. Sie verfahren dabei so, wie wenn sie
die Beine putzen wollten: ziehen sie zuerst ein paar Mal durch den
Mund und fangen langsam zu fressen an. Aehnlich verhält sich
Mantis, geht aber in der Selbstverstümmelung nicht über die
Tarsen hinaus.
H. Dohrn beschreibt Neue und wenig bekannte Phane-
ropteriden aus dem malayischen Faunengebiete; Stett. Ent.
Zeitg. , 1892, S. 63—74 mit Holzschn. (Condylodera tricondyloides
Westw.; Mirollia carinata Dehaan ^.; Exora deflorita Br.\ Leptodera
ornatipennis Serv.; Trachyzulpha Fruhstorferi ; Phaula trichopus
Dehacm (= chlorotica Bru?in.); Poecilopsyra octoseriata Dehaan;
Calopsyra octomaculata Westw.; Dicranopsyra multicolor; Sympae-
stria longipes).
C. Verhoeff fand (bei Pola in Istrien) wiederholt Eier, die er
einem Acridier zuschj-eibt, in hohlen Rubusstengeln. (Dass Locu-
stiden verschieder Gattungen ihre Eier in trokene Pflanzentheile
legen, ist bekannt; hier handelt es sich wahrscheinlich um Platy-
phyma Giornae); Entom. Nachr., 1892, S. 299.
H. de Saussure gibt eine Note supplementaire ä la Syn-
opsis de la tribu des Sagiens; Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 5 — 16.' Die Gruppe enthält nach dieser Ergänzung die Gattungen
Terpandrus Stkl., Miosaga n. , Hemisaga Saitss.^ Saga CA., Clonia
Stsil, Emptera Sauss. , Peringueylla Sm/ss. ; die Gattung Microsaga
ist aus der Tribus der Sagini zu entfernen und zu den Conocephalini
zu bringen.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 109
Die 6. dei' Causeries odonalologiques von E. de Selys-Long-
champs ist den Gomphines d'Afriqiie gewidmet; Ann. Soc.
Entom. Belg., S. 86—106. Es sind 33 Arten in 13 Gattungen.
Second additions and corrections to the list of Dragon flies
of Manchester, Maine, by N. M. Wadsworth; Entom. News,
III, S. 8 f.
F. L. Harvey ergänzt seine AufzäMung der Odonata of
Maine; ebenda, S. 91— 93, 116 f.
F. Karsch: Ueber eine Collection (5) auf Java gefangener
Aeschniden; Ent. Nachr., 1892, S. 249 255, mit Berichtigung über
Amphiaeschna, bezw. Heliaeschna simplicia und Gynacantha Idae Br.
E. de Selys-Longchamps bearbeitete die Odonaten, die L. Fea
auf seinen Reisen in Birma, Tenasserim, Carinbergen zusammenge-
bracht hat; Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 433 — 518. Die An-
zahl der Stücke betrug 750, die zu 88 verschiedenen Arten gehören,
die sich in folgender Weise auf die einzelnen Unterfamilien ver-
theilen: Libellulini 40, (5 n.), Corduliini 2, Gomphini 6, (4 n.),
Aeschnini 3, (1 n.), Calopterygini 11 (2 n.), Agrionini 26 (8 n.).
Ausser von den neuen liefert der Vefasser auch die Beschreibung
von 25 Arten, um entweder das bisher unbekannte eine Geschlecht
der Art bekannt zu machen oder die früheren unvollkommenen
Beschreibungen zu ergänzen. — Die „basale Subcostalquerader"
Karsch's kann nach Selys auch bei den Aeschninen und Gomphinen
nach Gattungen und Arten fehlen und daher nur als spezifisches
Merkmal Verwendung finden.
Ueber Lib eilenschwärme s. Tijdschr. v. Entomol., XXXIIL Versl.,
S. XVIII— XXII.
R. Martin zählt les (18) Perlides du department de l'Indre
auf; Revue d'EntomoL, XI, S. 198—201.
Derselbe desgl. (22) Psocides; ebenda, S. 285 — 288.
A. E. Eaton gibt Notes on some native Ephemeridae in
the Indian Museum, Calcutta; Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX,
Part II, S. 406 — 413, die sich auf 3 Palingenia-, 1 Polymitarcys-,
2 Hexagenia (?)-, 2 Ephemera-, 1 Ephemerilla- , 2 Epeorus -Arten
beziehen.
Mc Lachlan zeigte der Entom. Soc. London Exemplare von
Anomalopteryx Chauviniana Stein vor, welche Art durch die
im männlichen Geschlecht verkürzten Flügel bemerkenswerth ist,
und wies dabei auf die Perliden hin, unter denen die Männchen
häufiger verkürzte Flügel haben; Proceed., etc., 1892, S. XIII.
In einer Nota theilt B. Grassi seine conclusioni d'una
memoria suUa societä dei Termiti mit; Rendic. sed. R. Accad.
Linc^i, (S. 5.), Vol. I, S. 33—35. In jedem Jahr schwärmen aus
den Nestern von Calotermes flavicollis und Term. lucifugus ge-
flügelte Individuen, Männchen und Weibchen gewöhnlich gesondert,
aus; die von T. lucifugus gehen, in Sizilien wenigstens, zu Grunde;
110 Ph- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
von Calotermes lassen sich einige auf Baumstämmen nieder, ent-
ledigen sich der Flügel und nagen das morsche Holz. So treffen
auch die verschiedenen Geschlechter zusammen, paaren sich und
gründen eine Kolonie. Die sog. Hochzeitsflüge kommen hier nicht
vor und haben auch bei Termes keine sexuelle Bedeutung, indem sie
einfach Versuche darstellen, den Koth herauszunehmen; die zur
Gründung einer neuen Kolonie schreitenden Paare haben gewöhnlich
verstümmelte Fühler. Die Termiten verständigen sich untereinander
durch Erschütterungen des ganzen Körpers, die von einem Geräusch
begleitet sein können, das wahrscheinlich mittels des an den Schienen
angebrachten Sinnesorganes wahrgenommen wird. Ihre Nahrung
besteht in abgenagtem Holz, erbrochener, mit Speichel vermischter
Nahrung, Koth, den die einen den anderen sehr geschickt abnehmen,
Individuen derselben Art, die krank oder überzählig sind, Sekret
der Speicheldrüsen; auch trinken sie Wasser. Eine Kolonie kann,
nach dem Verhältniss und der Beschaffenheit der Nahrung, die
Entwickelung einer Anzahl ursprünglich zu vollkommenen Insekten
bestimmter Individuen ablenken oder aufhalten, und so Arbeiter,
Soldaten, neotenische Individuen hervorbringen. Die zu letzteren
bestimmten Exemplare werden von den Larven und Nymphen
reichlich mit Speichel versorgt, verlieren in Folge dessen die
parasitischen Protozoen, und ihre Geschlechtsdrüsen entwickeln sich
normal, w^ährend sie den Habitus einer Larve oder Nymphe behaltn.
— An der Spitze einer Kolonie von Termes lucifugus stehen
Hunderte von Ergänzungskönigiimen, während die Existenz eines
Ergänzungskönigs unsicher ist; an der Spitze von Cal. flavic. ein
königliches Paar. Fehlt dieses, so verschafft sich die Kolonie ein
Ersatz-Königspaar. T. lucif. wandern leicht von einem Baum zum
anderen und nehmen Eier und ganz junge Larven mit; die Ergänzungs-
individuen wandern aber nicht. Von einem gewissen Zeitpunkte
an bricht nun ein Theil einer Kolonie ohne Ergänzungsindividuen
jede Beziehung zum Best der Kolonie ab, schafft Hunderte von
Ergänzungsindividuen, und so entstehen neue Kolonieen dieser Art.
Genuina.
BlSittidSie. An ajitica (u. g. Ectobün., differt ab Auaplecta: elytrorum
vena ulnari ramos pectinatos in marginem posticum emittente, femoribus subtus
inermibus) bipunctulata (St. Vincent) ; C. B r u n n e r v. W a 1 1 e n w y 1 , a. a. 0.
S. 202, PI. XV, Fig. 1,
Nocticola (n. g.; Oculi simplices vel nuUi; antemiae longissimae; palpi
art. ultimo cylindrico, apice obtuse acuminato; pronotum antice posticeque
truncatum; elytra ^ ovata, quartum segmentum abdominis haud superantia,
Cornea, plana, ciliata, venis longitudinalibus distinctis; alae brevissimae, rudi-
mentariae; elytra alaeque $ nuUa. Femora subtus spinosa; tibiae femoribus
vix longiores, parce vel haud spinosae, apice calcaneis (calcaribus?) instructae;
tarsi elongati, subtus absque areolis apicalibus, arolio nuUo. Lamina supra-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. Hl
analis (^ et $ triangularis, margine postico sinuato vel integro . . .) Simoni
(Grotte de San-Mateo, Manila) S. 32, PL 1, caeca (Grotte von Antipolo, Morong)
S. 33 ; J. B 0 1 1 V a r , Ann. Soc. Entomol. France, 1892.
Mhyparohia n. g. (inter Gynam et Panchloram coUocaudum, pronoto
latissimo, suplano, antice rotundato, postice angulis quinque obtusis instructo
discoque ejus maculato insigne) fttr Maderae F.; H. Krauss, Zool. Anzeig.,
1892, S. 165.
Blatta Sundgaviensis (tertiär); B.Förster, a.a.O., S. 559, Taf. XIV,
Fig. 34.
Deropeltis bueana (Buea , Kemerungebirge) ; F. K a r s c h , Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 65.
Epilampra hrevis (St. Vincent); C. B r u n n e r v. \V a 1 1 e n w y 1 , a. a 0.,
S. 203, PI. XV, Fig. 3.
Holocompsa Simonyi (Tenerifa); H. Krauss, Zool. Anz., 1892, S. 165.
Homalopteryx laminata (St. Vincent) ; C. B r u n n e r v. W a 1 1 e n w y 1 ,
a. a. 0., S. 204, PI. XV, Fig. 4.
Loboptera fortunata (Palma) ; H. Krauss, Zool. Anz., 1892, S. 165.
Parasphaeria nigra (St. Vincent); C. B r u n n e r v. Wa 1 1 e n w y 1 , a. a. 0 ,
S. 206, PI. XV., Fig. 7.
Pseudophyllodromia setnivitrea (St. Vincent); C. B r u n n e r v. Watten-
w y 1 , a. a. 0., S. 203, PI. XV, Fig. 2.
Stylopyga Antillarum (St. Vincent) ; C. B r u n n e r v. W a 1 1 e n \v y 1 ,
a. a. 0 S. 204, PI. XV, Fig. 5.
Phasmidae. Acrophylla tessellata Gray destroying forest trees;
A. S. Olli ff, Agricult. Gazette N. S. Wales, 1892, S. 435.
Leptynia Koenigi (Gabes); H. Krauss, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 147, mit
3 Zinkograph.
Phanocles curvipes (St. Vincent) ; J. R e d t e n b a c h e r , a. a. 0., S. 207,
PI. XV, Fig. 9.
Mantidae. H. de Saussure stellt eüie Synopsis der centralamerikanischen
Gattungen der Ti'ibus Thespini, Stirps Oligonyx, auf (Miopteryx, Pseudo-
miopteryx, Thesprotia, Oligonj'x, Harpagonyx, Spanionyx, Thrinaconyx,
Mionyx, Musonia, Parathespis, Hoplocorypha); Soc. Entomol., VII, S. 121 — 123.
Achlaena (n. g.) crypsichroma (Barombi); F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892,
S. 150.
Chlidonoptera (n. g. Harpagin. inter Pseudocreobroteres et Harpages
intermedium) vexülum (Buea, Kamerungeb.); F. Kar seh, Berlin. Entomol.
Zeitschr., 1892, S. 68; Entom. Nachr. 1892, S. 150.
Dactylopteryx (n. g, Irid.) fleocuosa (Gabun); F. Kar seh, Ent. Nachr.,
1892, S. 10.
Hypsicorypha (n. g., ab Idolomorpha differt antennis maris regulariter
bipectinatis, i. e. articulo quoque dentibus binis instructo) Juliae (Tenerifa);
H. K r a u s s , Zool. Anz., 1892, S. 166.
Litaneutria (u. g. Thespm.) ocularis (Mexiko); H. d e S a u s s u r e , a.a.O.,
S. 123.
Mellieria (n. g. Mantin.) atopogamia (Sinaloa, Mexiko); H. d e S a u s s u r e ,
a. a. 0., S. 123.
112 Pli. Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Phitrus (n. g., von Danuria durch den Mangel der Kopf hörner und der
blattartigen randzähnigen Erweiterung am Ende des lunenrandes der Vorder-
füsse verschieden) lobulipes (Barombi); F. K a r s c h , Ent. Nachr , 1892, S. 149.
Phyllomantis (n. g. Harpagin.) laurifolia (Panama) ; H. d e S a u s s u r e ,
a. a. 0., S. 124.
Stenopyga (n. g. = Euchomena Ger st. nee. Sauss.) extera (Barombi);
F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892, S. 146.
Amorphoscelis annulipes (Barombi); F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892, S. 145.
Leptocola seriepunctata (Chinchoxo) S. 10, lignea (Tangaujika) S. 12;
F. Kar seh, Ent. Nachr, 1892, tenuissima (Barombi); derselbe, ebenda,
S. 146.
Apparition accidentale delaMantis religiosa... ^nBelgic^ue;
A. Preudhomme de Borre, Ann. Soc. Entom. Belg,, 1892, S. 497.
Miomantis armicollis (Buea, Kamerungeb.); F. Kar seh, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 66.
Miomantis armicollis (Barombi), Freussi (ibid.) S. 148, gracilis (ibid.) S. 149;
F. K a r s c h , Ent. Nachr., 1892.
Parastagmoptera lobipes (St. Vincent); J. R e d t e n b a c h e r , a.a.O.,
S. 206, PI. XV, Fig. 8.
Polyspilota laticollis (Barombi), flavipennis (ibid.), truncatipennis (ibid);
F. K a r s c h , Entom. Nachr., 1892, S. 147.
Rhombodera scutata (Angola; Malange); F. Kar seh, Ent. Nachr. 1892,
S. 6.
Tenodera Umbalicollis ! (Kribi); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892, S. 7.
Aeridiadae. Ärminda (n. g. Platyphjnnati valde affine) Brunnen
(Tenerife); H. K r a u s s , Zool. Anzeig., 1892, S. 168.
Caletes (n. g. Acridiin. Vilernae Sthl valde affine, differt pronoto in medio
strumoso, elytris aüsque nullis) apterus (St. Vincent); J. R e d t e n b a c h e r ,
a. a. 0., S. 211, PL XVI, Fig. 11.
Gemeneta (n. g.) terrea (Buea, Kamerungeb.) ; F. K a r s c h , Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 72 mit Holzschn.
Sulla comparsa delle cavallette ]) er le basse pianure Flo-
re n t i n e ; s. Bull. Soc. Entom. ItaUan., 1892, S. 164 - 169.
Caloptenus vulcanicus (Tenerife) und var. hifasciata (ibid. ; Canaria ; Palma) ;
H. K r a u s s , Zool. Anzeig., 1892, S. 167, 168.
Eremobia ClaveU var. laeviuscula (Monastier) ; H. K r a u s s , Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 149.
S. H. S c u d d e r revidirte the Orthopteran genus Hippiscus,
Psyche, S. 265—274, 285—288, 301—304, 317-320, 333—336, 347, 359-363.
Scudder betrachtet die beiden Gattungen Hippiscus und Xanthippus, in
die Saussure 1884 die Gattung aufgelöst hatte, nur als Untergattungen, zu
denen er eine 3., Sticthippus, aufstellt; Leprus ingens, den Saussure fraghch
zu Xanthippus gestellt hatte, ist nach Scudder der Typus einer neuen, mit
Leprus verwandten Gattung. — Die Synonymie der beschriebenen Arten ist;
Hippiscus (i. sp.) phoenicopterus (Germ.) = discoidea Serv., Stkl etc., Halde-
mannii Scudd. = paradoxa Glov., nanus Sauss., tuberculatus Mc. Neill, neglecta
Thom., rugosus Scudd., ocelote Sauss., Saussurei Scudd. (= Haldemanni
TJwtn., nee Scudd.), tuberculatus Pal.deBeauv. = obliterata Germ., phoeni-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 113
coptera Scudd., (Xanthippus) corallipes Hold., zapotecus Som.?«., par-
dalinus Sauss., leprosus Sauss., paradoxus Thom. (non Oedip. paradoxa
Glover), toltecus Sauss., neglectus Thom. = Putnami Thom., lineatus Scudd.,
montanus Thom., lateritius Sauss., calthulus Saus*., vitellinus Sauss.;
als neu sind beschrieben (Hippiscus i. sp ) jJantherinus (Texas) S. 285, texanus
(T.) S. 286, cojMpac^M,? (Carolina; Maryland) S. 288, variecjatus (Pennsylv. ; Mary-
land; Indiana; Illinois etc.), suturalis (Moline, 111.) S. 301, (Stich thippus)
Californicus (Gilroy, Kai.) S. 317, marmoratus (Monterez, Kalif.) S. 318, (Xan-
thippus) conspicuus (Kansas; Neu Mexiko) S. 319, eremitus (Arizona) S. 320,
maculatus (Kolorado) S. 333, tiyrinus (Rocky Mts. ; Nebraska; Arizona) S. 334,
affrictus (Kolorado) S. 336, aUivolus (Mt. Lincoln, Kolor., 11—13000') S. 347,
pumüus (Kolorado) S. 849, albulus (Arizona) S. 350, latefasciatus (Manitoba),
obscurus (Brit. Columb.) S. 359, griseus (Utah) S. 000, aurilegulus (Kalifornien;
Sonoma) S. 362, stigmosus (Kauf.; Nevada) S. 363.
Oedipoda canariensis (Tenerife; Canaria); H. Kraus s, Zool. Anz., 1892,
S. 167.
Pygostolus inuncatus (Buea, Kamerungeb.); F. Kar seh, BerUn. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 72.
lieber die Färbung der Schistocerca peregrina Oliv. s. oben
S. 107.
Stenobothrus Simonyi (Lanzarote), epacromioides var. nigrovittata (Tenerife) ;
H. K r a u s s , Zool. Anzeig., 1892, S. 166.
Taphronota calliparea var. occidentalis (Buea, Kamerungeb.) ;
F. Kar seh, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 70.
Tettix quadriundulatus (St. Vincent); J. R e d t e n b a ch e r , a. a. 0.,
S. 208, PI. XVI, Fig. 10.
Thalpomena Picteti (Tenerife); H. Krauss, Zool. Anzeig., 1892, S. 167.
Locustidae. J. Redtenbacher gibt eine monographische Uebersichjt
derMecopodiden; Abh. zool. bot. Ges. Wien, 1892, S. 183—224, Taf. III. Mit
Berücksichtigung des im Laufe der letzten Jahre erhaltenen reicheren Materials
ersetzt er die von Brminer gegebene Charakteristik durch die folgende : „Caput
hypognathum, verticale; fastigium verticis uumquam productum nee scrobibus
antennarum cinctum, aut conicum, angustum, aut latum et obtusum, aut bitu-
berculatum. Antennae prope et inter oculos insertae. Prosternum bispinosum
vel bituberculatum. Elytra ^ semper tympano instructa. Tibiae ant. fora-
minibus plerumque apertis, raro extus vel utrinque conchatis, apice superne
plerumque in utroque latere spina apicali, raro tantum externa vel nulla
armatae. Tibiae post. superne semper spinis apicalibus duabus instructae.
Tarsi depressi , art. 2 primis latere longitudinaliter sulcatis. Lamina sub-
genitalis ^ plerumque valde elongata, apice profunde excisa, stylis minimis
vel nullis instructa. Ovipositor subrectus vel incurvus, apicem versus sensim
acuminatus, apice nunquam oblique truncatus". An diese Diagnose schUesst
sich eine etwas ausführlichere Beschreibung der verschiedenen Körpertheile,
sowie Angaben über die geographische Verbreitung der Gruppe und ihrer
einzelnen Gattungen. Die letzteren werden in 3 Abtheilungen: Moristini,
Mecopodini, Phyllophorini gebracht. Die zu letzterer Abtheilung gehörigen
Gattungen und Arten sind von Redtenbacher, der auf eine demnächst er-
scheinende Monographie H. Dohrn's verweist, nicht berücksichtigt. Zu den
Aich. f. Naturgesch. Jahig.1893. ßd.ll. H. 2. JJ
114 P^- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
erstereu gehören (Moristini) Phricta n., Dasyphlebs Kar seh, Diaphlebus
Karsch, Pomatonota Burm., Elaeoptera n., Mossula Wlk., Segestes Stkl, Mo-
ristus Stkl, Pseudophyllauax WlJc., (Mecopodini) Rhammatopoda n., Eu-
centran., Ije-proscirtns Karsch, A])terosGirtus Karsch, Charactan., Macrolyristes
Snellen, Acridoxena White, Vetralia Wlk., Anoedopoda Karsch, Mecopoda
Serii., Pachysmopoda Karsch, Macroscirtus Pict., Gymnoscirtus Karsch,
Ityocephala n., Corycus Sauss.
A c an t h oj) r i on (n. g. Pseudophyllin. x\prioni simillimum; verticis
rostnim sulcatum, bicarinatum ; pronotum acute tectiformiter carinatum,
sulco postico in media carina transducto, lobis lateralibus haud retro-obliquis,
angulo postico recto; tibiarum anticarum tympana compressa, interno rimato,
externo clauso, abdomen carinatum, segmentis 3 — 6 leviter dentiformiter
productis) aztecum (Oudonga, Mexiko); A. Pictet und H. de Saussure,
Iconographie, S. 26, Fig. 21.
Ariagona (n. g. Decticin. inter Ansterastem et Thamnotrizontem locandum;
tibiae posticae subtus spinis apicalibus 4 armatae; prosternum muticum, meso-
et metasternum biloba, lobis triangularibus) Margaritae (Tenerife; Hierro);
H. Kraus s, Zool. Anz., 1892, S. 170.
Brochopeplus (n. g. Pseudophyll.) reticulatus (?); A. Pictet und
H. de Saussure, Iconographie, S. 25, Fig. 20.
Calliphona (n. g. Locustin., Locustae affine, fastigio verticis art. 1. antenn.
latiore, antice subdilatato, pronoto rugoso, segmento anali in mare maximo,
deorsum curvato, ovipositore rectissimo diversum) Königi (Tenei'ife); H. Krauss,
Zool. Anzeig., 1892, S. 170.
Gharacta (n. g. Mecopodin.; fastigium verticis sulco profundo in tubera
duo divisum; elytra perfecta explicata, apice rotundata; pronotum sulcis
lateraUbus bis profunde incisum) hituberciilata {M^itang, Borneo); J. Redten-
b a c h e r , Mecopodin., S. 207, Fig. 9.
Chloracris (n. g. Pseudophyll., prosterno spinis 2 armato, pronoto non
carinato; femoribus supra muticis vel tantum subtilissime crenulatis, capite
obtuso; elytris margine ant" arcuato, post. fere recto; statura grandi) _2Jrast«rt
(China) Fig. 14, Brullei (Java) ; A. P i c t e t und H. de S a u s s u r e , Icono-
graphie, S. 22.
Chlor otrihonia (n. g. Pseudophyll.; prosterno mutico, capite exserto,
ore retracto, statura robustiore ; lobis lateralibus pronoti quadratis, margine
inferiore parum arcuato ; mesosterni margine anteriore recto ; elytris acuminatis)
acutipennis (Java); A. Pictet u. H. de Saussure, Iconographie, S. 16,
PL II, Fig. 9.
Dicranopsyra (n. g. Phaneropterin. Psyrae simile) multicolor (Borneo;
Sumatra); H. Dohrn, a. a. 0., S. 71.
Elaeoptera (n. g. Moristin; elytra perfecte explicata, apicem femorum post.
haud superantia, pronotum haud spinosum, carinis lateraUbus nulUs vel rotun-
datis, laevibus, postice truncatum, antrorsum angustatum; femora superne
inermia) nitida (Viti Levu), lineata (ibid.) Fig. 3; J. Redtenbacher, Meco-
podid., S. 196.
Encentra (n. g. Mecopodin.; fastigium verticis apice sulco profundo in
tubera 2 divisum; elytra obliterata, femora postica basi distincte incrassata;
im Gebiete der Entomologie wählend des Jahres 1892. 115
pronotum quadriseriatim spinosum) longipes (Medellin) ; J. R e d t e n b a c h e r ,
Mecopod., S. 204, Fig. 7.
EumegalodonnoY.nom. proMegalodoiiBr«?/. praeocc. ; C. Brongnia rt,
Bull. Soc. Entom. France, 1891, S. CLXXVI.
Gravenreuthia (n. g Phaneropterin. , Poreuomen.) saturata (Buea,
Kamerungeb.) ; F. K a r s c h , Berlin. Eutom. Zeitsclii-., 1892, S. 74, mit Holzschn.
Ityocephala (n. g. Mecopodin.; fastigium verticis latum, apice truncatum;
pronotum postice rotundatum, tibiae anticae et posticae superne haud sulcatae)
falcata (Fidschi-I.; ; J. Redtenbacher, Mecopodid., S. 220, Fig. 11.
Microprion (n. g. Pseudophyll. ; prosterno mutico, statura gi'acili, capite
exserto, conico, supra elongato, facie valde inclinata, rostro angusto, elongato,
elytris rotundatis, ovipositore mediocri) x^hilippinensis (Philipp.), elliptifolia
(Java) Fig. 11 ; A. P i c t e t und H. de Saussure, Iconogr., S. 18.
Mioacris (u. g. Pseudophyll.; prosterno mutico; capite prominente, facie
retracta, statura robustiore, lobis lateraUbus pronoti rotundatis, dimidia po-
steriore emarginata; mesosterno margine ant. sinuato, angulis rotundatis crenu-
latis) javana (Java) ; A. P i c t e t u. H. d. S a u s s u r e , Sonographie, S. 16.
Miosaga (n. g. Sagin.; pronotum elongatum, semicylindricum , supra
planatum, 4-carinatum) orthoxipha (Neu Holland) ; H. de S a u s s u r e , Ann.
Soc. Eutom. France, 1892, S. 11.
Orophila (gen.nov. tribus 0 rophilinarum inter Meconeminas et Pseudo-
phyllinas coUocandae; habitus Pseudophyll, differt tympano aperto, tibiis ant.
supra rotundatis, lateraliter sulcatis, sulcis pronoti transversis deficientibus ;
elytris valde abbreviatis ; alis nuUis ; a Meconeminis habitu, fastigio verticis
sulcato, marginibus scrobum antennarum cincto, tibiis anterioribus supra spinis
2 — 3 armatis diversa) nubigena (Tenerife); H. K r au s s , Zool. Anz., 1892, S. 169.
Phricta (n. g. Moristin. ; elj^tra obliterata; pronotum spinosum; femora
omnia superne spinosa) spinosa (Queensl.); J. R e d t e n b a c h e r , Mecopod.,
S. 192, Taf. III, Fig. 1.
Phyllotribonia (n. g. Pseudophyll.) verruculosa (Innerafrika); A. P i c t e t
u. H. deSaussure, Iconograpliie, S. 23, Fig. 17.
PhyUozelus(n.g.'Pse\Jidoi)hy\\.)genicularis(?);A.Fictetu.E..de8siussure,
Iconographie, S. 24, Fig. 16.
Poecilopsyra n. g , für (Pha eroptera) octoseriata Dehaan; H. Dohrn,
a. a. 0., S. 69.
Bhammatopoda (n. g. Mecopodin.; fastigium verticis apice sulco in
tubera duo divisum; elytra obliterata, pedes longissimi gracillimi; fem. post.
vix incrassata) opilionoides (Peru); J Redtenbacher, Mecopod., S. 203, Fig. 6.
Scutotribonia (n. g. Pseudophyll.) Humbertiana (Ceylon); A. Pictet u.
H. de Saussure, Iconographie, S. 29, Fig. 18.
Trachyzulpha (n. g. Phaneropterin.) Fruhstorferi (Tengger -Geb.);
H. Dohrn, a. a. 0., S. 68, Holzschn.
Tympanoptera (n. g. Pseudophyll.) Grioleti (Molukken) Fig. 15, oceanica
(Fidji-I.) Fig. 12; A. Pictet u. H. de Saussure, Iconographie, S. 20.
A. Griffini macht darauf aufmerksam, dass Anaiota Brunner = A.non-
conotus Camerano sei, und setzt die Unterschiede der Arten (appenninigenus),
alpinus Yers. und Ghilianii Cam. auseinander; Boll. mus. zool. ed anatom.
compar. Torino, VII, No. 125, S. 1— 5.
H*
11 G Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Anoedopoea erosa Karsch <^; F. Kar seh, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 77, Fig. 3.
Aprion (charact. emendat.) ociilatum (Ceylon), maculifolia (Sumatra) Fig. 19;
A. Pictet u. H. de Saussure, Iconographie, S.21.
Barbitistes obtusus Targ. im Trentino; R Cobelli, Sitzber. Zool.
Bot. Ges. Wien, 1892, S. 62.
Bliastes superbus S. 211, PI. XVI, Fig. 12, striolatus S. 212, Fig. 13;
J. Redtenbacher, a. a. 0.
CorycusmierweciiMS (St. Thome, Westafr.); J. Redtenbacher, Mecopod.,
S. 221, Fig. 12.
Les especes dug. Cyrtaspis (scutata Charp.^ variopicta Costa)]
J. Bolivar, Revue d'Entom , XI, S. 289— 293.
Cyrtophjdlus crepitans (St. Vincent); J. Redtenbacher, a.a.O., S.213,
PL XVII, Fig. 14.
Diaphlebus bivittatus (Fidschi-!.) S. 193, marmoratus (ibid.) S. 194, Fig. 2;
J. Redtenbacher, Mecopodid.
Eurycorypha adicra (Buea, Kamerungeb.); F. Karsch, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 75.
Macroscirtus hrevipennis (Sierra Leone); J. Redtenbacher, Mecopodid.,
S, 218.
Mataeus Casamancae (Guinea); A. Pictet u. H. de Saussure, Icono-
graphie, S. 23, Fig. 13.
Mecopoda düatata (Borneo), divergens (?); J. Redtenbacher, Meco-
podid. S.213.
Onomarchus latipennis (Cliina) S 15, Fig. 6, 7, »nawdannws (Tonkin) S. 16;
A. Pictet u. H. de Saussure, Iconographie.
Pliaeophyllacris phalangium (Buea, Kamerungeb.); F. Karsch, Berlin.
Entom. Zeitschr, 1892, S. 78.
Phyllomimus truncatifolia! (Molukken); A. Pictet u. H. de Saussure,
Iconograpliie, S. 19, Fig. 20.
Platycleis Azami (St. Maxime, Var); A. Finot, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. XXXV; L'echange, 1892, S. 55.
Segestes punctipes (Philippinen), unicolor (Pele\v-I.!, fuscus (Philippinen)
S. 199, decoratus (Neu Guinea) S. 200, Fig 4; J. Redtenbacher, Mecopod.
Sympaestria longipes (Tengger-Geb.); H. Dohrn, a. a. 0., S. 73, mit Ta-
belle der 3 anderen Arten.
Trochalodera violascens Brunner = Condylodera tricondyloides
Westiv.; H. Dohrn, a. a. 0., S-64ff., mit Holzschn.
Gpyllidae. Ectatoderus Antülarum (St. Vincent); J. Redtenbacher,
a. a. 0., S. 218, PI. XVII, Fig. 16.
Endacustes dispar (St. Vincent); J. Redtenbacher, a. a. 0., S. 219,
PI. XVII, Fig. 18.
Gryllodes rufipes (St. Vincent); J. Redtenbacher, a. a. 0., S. 217,
PI. XVli, Fig. 15.
Ueber den Verdauungsschlauch von Gryllotalpa s. oben S. 103.
Gryllus Servillei Sauss. injuring fruit-trees (in N. S. Wales) durch
Entrinden; A. S. Olliff, Agricult. Gazette N. S. Wales, 1892, S. 270f.
Gr. guanchicus (Tenerife); H. Krauss, Zool. Anz., 1892, S. 171.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 117
Larandus marmoratus (St. Vincent); J. Redtenbacher, a. a. 0., S. 218.
Zur Unterscheidung der nordamerikauischen Oecanthus- Arten durch
die Färbung der Fühler s. Ch. A. Hart, Entomol. News, 111, S. 33 f. mit
Holzschn.
Pseudoneuroptera.
EphemePidae. In Biol. Centr.-Americ, Neuropt., hat A. E. Eaton die
Bearbeitung dieser Familie übernommen; bis jetzt sind S. 1 — 16 erschienen.
Ausser neuen Arten sind Lachlania lucida Eat , Homoeoneuria Salviniae Eat.,
Euthyplocia hecuba Hag., Hexagenia mexicana Eat. abgebildet.
Derselbe macht (5) new species of Ephemeridae from the
Tenasserim Valley bekannt; Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 185 — 190.
Choroterpes inornata (Mexiko) Tab. I, Fig. 5, nervosa (Guatemala) Fig. 6;
A. E. Eaton, BioL Centr.-Americ, Neurojit., S. 6, exiguus (Tenasserim); der-
selbe, Trans. Ent. Soc. London, 1892, S. 189.
Ephemera remema (Musuri) S. 410, consors (Kulu) S. 412; A. E. Eaton,
Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. II, strigata (Gifu, Niphon); derselbe, Ent.
Monthl. Mag., 1892, S. 302, pulcherrima (Tenasserim); derselbe, Trans. Ent.
Soc. London, 1892, S. 185.
Hagenulus momtratus (Tenasserim); A. E. Eaton, Trans. Ent. Soc. London,
1892, S.189.
Leptophyes brevissimus (Guatemala); A. E. Eaton, Biol. Centr.-Amer.i
Neuropt., S. 12, Tab I, Fig. 9.
Palingenia robusta (Kachar) S. 407, minor (Karachi; Nattor) S.408; A. E.
Eaton, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. IL
Potamanthus formosus (Tenasserim); A E. Eaton, Trans. Ent. Soc. London,
1892, S.186.
Rhoenanthus amabüis (Tenasserim); A. E. Eaton, Trans. Ent. Soc. London,
1892, S. 188. ,
Siphlui-us binotatm (Japan); A. E. Eaton, Entom. Monthl. Mag., 1892,
S. 302.
Thraulus primanus (Vera Cruz) Tab. I, Fig. 7, versicolor (Costa Rica) S. 7,
Valens (Panama), hilaris (Teapa) S. 9; A. E. Eaton, BioL Centr.-Amer., Neuropt.
Tricorythus explicatus (Mexiko); A. E. Eaton, Biol. Centr.-Amer., Neur.,
S. 11, Tab I, Fig. 8.
Termitidae. Termes monodon (Quilimane; Kikengo) S. 185, falciger
(Mbusini) S.186; A. Gerstäcker, Jahrb. Hamb. wissensch. Anst., IX.
Perlidae. Capnodes! (n. g. ; Name von Guenee bei Schmetterlingen
vergeben; Vorder- und Hinterflügei gleich breit; Vorderflügel am Innenrande
ohne Queradern ; sonst Capnia-ähnlich) Schüler i (Dresdener Haide) ;M. Rostock,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 3f., Taf. I, mit vergleichender Diagnose von
Isopteryx und Capnia.
Odonata. Aciagrion (subg. u. Pseudagr., für Pseudagrion hi&o])a Selyi
nnd) jicilliaum (Psilon; Cobajjo); E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X, S. 512.
Amphithemis (subg. nov. Libellulin.) curvistyla (Leito ; Meteleo ; Cobapo)
S. 455, vacülans (Bhamö; Palon; Carinberge) S. 457; E. de Selys-Long-
champs, Ann. Mus. Civic. Genova (2.), X.
118 Pb. Bertkau: Bericht über die Avissenscbaftlichen Leistiiiigeu
Crenigom})h US (n. g. Onychogompho affine; venula basali subcostali
nuUa, für Onycbogomphus abyssinicus Selya und) denticulatus (Scboa); E. de
Sely s-Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 98.
Isomma (n. g. Diastatommati affine; membranula nuUa; nervula interna
pterostigmatis oblique versus costam prolongata; sectores arculi inde a basi
distincte separati . . .) hieioylyphicum (Nossibe); E. de Selys-Longchamps,
Ann. Soc. Entom. Belg. 1892, S. 105.
Stenogomphus (n. g.) Carletoni (fossil) s. oben, Scudder, S. 31.
fAeschna borealis Zeit, (nicht mixta Latr.) im Schwarzwald (Feld-
berg); R. Mc Lachlan, Entom. Monthl. Mag., 1892^8.79.
Kgr\ocn&m.is gratiosa (Sansibar); A. Gerstäcker, Jahrb. Hamb. wissensch.
Anstalt., IX, S. 190.
Anisopleura furcata (Puepoli) ; E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 488.
Argiolestes melanothwax (Cobapo; Palon); E. de Selys-Longchamps,
Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S 500.
Brachydiplax Gestroi (Kalkutta; Palon); E. de Selys-Longchamps,
Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 451.
Callicnemis chromothorax rPuejJoli) S. 502, erythromelas (Leito; Cobapo;
Carinberge) S, 505; E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X.
Gomphus vulgatissimus L. neu für Westpreussen; C. G. A.Brischke,
Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Dauzig, (N. F.), VIIL Bd., 1. Heft, S. 26.
Gynacantha hayadera (Bhamö; Sikkim); E. de Selys-Longchamps,
Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 483, Umbalis (Java) S. 252, musa (ibid.)
S. 254; F. Karsch, Ent. Nachr., 1892.
Leptogomphus Gestroi i Leito) S. 476, (?) maculivertex (Meteleo) S. 478;
E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Lestes nodalis (Palon) S. 496, umbrina (Bhamö) S. 497, (?) bilineata
(Palon) S. 498; E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Libellulapectoralis Charp. neu für Westpreussen; C. G. A. Brischke,
Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIIL Bd., 1. Heft, S. 26.
Libellen sind eine beliebte Nahrung des Falco subbuteo; s. Bull. Soc.
Eßtom. France, 1891, S. CLXIX— CLXXI.
Macromia paula (Buea, Kamerungebirge); F. Karsch, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 15.
Nesocnemis sinuatipennis Selys-Longchamps (vor. Ber. S. 118) =^ Tato-
cnemis malgassica Kirby (Ber. 1889 S. 95); Selys-Longchamps, Ann.
Soc. Ent. Belg., 1892, S. 6, 106.
Neurobasis apicalis Kirby (Ber. 1891 S. 119) = Vestalis apicalis
Selys-Longch. ; E. de Selys-Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892
S. 6, 106 f.
Onycbogomphus aequistylus (Madagaskar) S. 88, fritillarius (ibid.) S. 89,
obliter atus (Nossihe) S. 92; E. de Selys-Longchamps, Ann. Soc. Entom.
., 1892.
Orogomphus speciosus (Tahö); E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 481.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 119
Platygomphus Feae (Bhamo); E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 479.
Pseudagrion azureum (Puepoli; Cobapo; Carinberge); E. de Selys-
Longchamps, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 513.
Rliinocypha iridea (Leito; Puepoli); E. de Selys-Longchamps, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 492.
Sappho pulchella Kirby (Ber. 1889 S. 96) ^= Thore concinna ? Mc Lachl. •
Selys-Longchamps, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 6.
Trichocnemis aliena (fossil) s. oben Scudder, S. 31.
Trithemis limbata (Teinzö) S. 463, liturata (Celebes) S. 464, Anm., dryas
(Mandalay; Bhamo; Palou) S. 465; E. de Selys-Longchamps, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, ardens (Mbusini) S. 187, Stuhlmanni (ibid.; Sansibar)
S. 188; A. Ger Stack er, Jahrb. Hamb. wissensch. Anst., IX.
Neuroptera.
R. Mc Lachlan zählt Neuroptera observed in the Channel
Islands auf; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 4—6; 74.
W. A. Luff stellt auf a list of Neuroptera coUected in . . .
Guernsey; ebenda, S. 72 — 74.
Derselbe gibt Notes on Trichoptera and Neuroptera from
Ireland; ebenda, S. 301.
R. Martin verzeichnet Les (124) Trichopteres du departe-
ment de l'Indre; Revue d'EntomoL, XI, S. 1 — 23; 76.
M. von Linden bringt Beiträge zur Biologie der Phry-
ganeiden; Biol. Centralbl., XII, S. 523 — 527. Die Verfasserin fand
an einer Stelle, die bei hohem Wasserstand überschwemmt wird,
eine Gallertmasse, welche Eier von Phryganiden umschloss. Die
ausschlüpfenden Larven blieben emige Zeit innerhalb der GaUert-
hüUe, von der sie mittels der Mandibeln und Krallen des ersten
Fusspaares Stückchen abkratzten und diese nebst Eischale imd ab-
gestreiften Larvenhäuten — die erste Häutung findet noch inner-
halb der Gallerthülle statt • — mittels Fäden zu einem Köcher zu-
sammenklebten; dann verüessen sie die GallerthüUe durch einen Riss
in der Wand. Yermuthlich schützt diese erste aus der Gallertmasse
des Eihaufens verfertigte Hülle vor dem Austrocknen, dem die
Larve sonst, da sie ausserhalb des Wassers ausschlüpft, wahr-
scheinlich ausgesetzt wäre. Später wird von der im Wasser lebenden
Larve hauptsächlich Pflanzenmaterial zum Köcher verwendet.
Die Larve athmet in den ersten 4 Wochen ausschliesslich
durch die allgemeine Körperhaut. Die Haupttracheenstämme, welche
den Körper der Larve in Bezug auf die Mittellinie in einer sym-
metrischen WellenHnie durchziehen, entsenden in jedem .Körper-
segment mit Ausnahme des vorletzten Hinterleibsringes, an der
Stelle ihrer grössten Ausbuchtung, ein Bündel feiner Verästelungen,
die sich am Hinterleib dicht unter der Haut in der Richtung zur
Körperachse ausbreiten. Im Thorax setzten sich diese Verästelungen
120 Pli- Bertkau: Bericht über flie wissenschaftlichen Leistungen
in die Beine fort. Sj)äter sind die feinen Verästelungen nicht mehr
sichtbar, dagegen erscheinen am 2., 3. und 4. Hinterleibsringe beider-
seits oberhalb und unterhalb der Seitenlinie ein bezw. zwei faden-
förmige Anhänge, in welchen sich die Tracheen in sehr feine Zweige
auflösen. ,, Diese Tracheenkiemen entspringen nicht büschelförmig
aus gemeinsamer Basis, sondern einzeln, beim zweiten Hinterleibs-
ringe an der unteren, beim 3. und 4. an der oberen und unteren,
beim fünften an der oberen Grenze." Die Larven zur vollen Ent-
wickelung zu bringen gelang nicht, und daher kann auch ihre
Gattungszugehörigkeit nicht mit Sicherheit angegeben werden, wahr-
scheinlich gehören sie zu den Leptocerinen.
Triehoptera. Ueber Anomalopteryx s. oben S. 109.
Hytli'optila Maclachlani Klaphlek in Grossbritannien; K.J.Morton,
Entom.'Monthl. Mag., 1892, S. 108.
Philopotamus montanus Donov. var. chrysopterus Mort. im Westen von
England; die Apicalgabel No. 4 ist bald gestielt, bald sitzend; R. McLachlan,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 182 f.
Planipennia. Chrysopaphyllochroma Wsml. neu für Westpreussen;
C. G. A. Brischke, Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd.,
1. Heft, S. 27.
Formicaleo Wüsoni (Lanai, Hawai); R. Mc Lachlan, Ann. a. Mag. Nat-
Eist. (6), X, S. 178.
Hemerobius hirtus L. neu für Westpreussen; C. G. A. Brischke,
Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd., 1. Heft, S. 27.
C. Verhoeff fand wiederholt die Larve, bezw. Nymphe, von Heme-
robius subnebulosus Steph. in Rubusstengeln, und beschreibt die Ver-
färbung, die bei der Nymphe bis zur Imagoentwickelung vor sich geht; die
Verpuppung geschah Ende November, die Imago schlüpfte (bei Zimmerzucht)
am 12. Dezember aus. Entom. Nachr., 1892, S. 297f.
Rhaphidia Schneide ri Rtzbg. neu für Westpreussen; C. G. A.Brischk e
Schrift, d. Naturf Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd., 1. Heft, S. 27.
Diptera.
C. R. Osten-Sacken tiandelt on the characters of the three
divisions of Diptera: Nemocera vera, Nemocera anomala
and Eremochaeta; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 417 — 466;
vgl. den vor. Ber. S. 128. In der allgemeinen üebersicht weist der
Verfasser darauf hin, dass die neueren Dipterologen meistens bei der
Unterscheidung der Nemocera und Brachycera ein schon von Latreille
angegebenes Merkmal, das von den Tastern hergenommene, un-
berücksichtigt gelassen haben. Mit Zuhülfenahme dieses Merkmals
lassen sich die beiden Gruppen so unterscheiden.
Palpi normaliter 4- vel 5- articulati, penduli, plus minus fili-
formes; antennae multi- (plus 6-) articulatae, filiformes (rare pecti-
natae); articuli flagelli homonomi Nemocera.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 121
Palpi 1- vel 2- articulati, porrecti (non penduli), articulus 2.
plus minus clavatus, primo major; articuli flagelli antennarum
heteronomi Bracliycera.
Zu den obigen Merkmalen der Nemocera kommen noch einige
weniger wichtige oder weniger konstante hinzu: Mangel der Makro-
chäten und Tegulae (die Antitegula= obere Tegula ist gewöhnlich vor-
handen) ; keine Diskalzelle (ausg. Tipuliden und Rhyphiden). Larven
mit abgesetztem Kopf in Gestalt einer hornigen Kapsel, Mandibeln
gegen einander beweglich. — Die hierher gehörigen Familien bilden
die beiden Gruppen der Nemocera vera und N. anomala.
Die N. vera haben im männlichen Geschlechte keinen holop-
tischen Kopf; keine zweitheiligen (verschieden fazettii-te) oder zwei-
farbigen Augen. Ihre Fühler sind (mit Ausn. der Mycetophilidae)
mit Sinneshaaren ausgerüstet, die in Quirlen oder Büscheln stehen.
Ozellen fehlen (ausgen. Mycetophil. und Lestremin. unter den Ceci-
domyiaden). Pulvillen fehlen; Empodien oft, aber nicht immer, vor-
handen. Sie zerfallen in die Cecidomyiadae, Mycetophilidae mit
peripneustischen, terrestrischen Larven, und in die Culicidae, Chiro-
nomidae, Psychodidae, (?) Dixidae, Tipulidae mit meta- oder amphi-
pneustischen, aquatischen, subaquatischen, bisweilen terrestrischen,
Larven.
Die N. anomala haben oft im männlichen Geschlecht (Bibi-
onidae, Simuliadae, Rhyphidae) oder in beiden Geschlechtern (Theil
der Blepharoceriden, Orphnephilidae) einen holoptischen Kopf; 3 ge-
trennte Pulvilli (Bibionidae Sect. I) , oder ein verbreitertes pulviUi-
formes Empodium (Bibionidae Sect. II und Rhyphus); oder Empodien
oder Pulvillen sind rudimentär (Simuliadae, Blepharoceridae, Orphne-
philidae). An den Fühlern fehlen die Sinneshaare in Gestalt von die
gewöhnliche Behaarung überragenden Quirlen. 3 grosse Ozellen
(Bibionidae, Blepharoceridae, Rhyphidae; keine Ozellen bei Simulimn
und Orphnephila). Larven anomal.
Von den zu den Brachyera gehörigen Familien zeichnen sich
einige durch den gänzlichen Mangel an Makrochäten aus: Ere-
mochaeta (Stratiomyiadae , Tabanidae, Acanthomeridae, Leptidae,
Xylophagidae). Zu dem Mangel der Makrochäten kommen noch
andere Merkmale: Vorwiegend holoptischer Kopf der Männchen;
zweitheilige Augen mit verschiedener Fazettirung in der oberen und
unteren Hälfte, oft bunt; Fiihler sehr vielgestaltig, selbst bei nahe
verwandten Gattungen; 3 wohl entwickelte Pulvillen. — An
diese allgemeine Charakteristik der drei Gruppen, von denen der
Verfasser die 2., N. anomala, als eine künstliche bezeichnet, ist
eine tiefer eindringende Beschreibung, auch der Larven, ange-
schlossen; eine Reproduktion derselben würde aber hier zu weit
führen.
Zur Kenntniss der männlichen Geschlechtsorgane der
Dipteren studierte N. Cholodkovky die Geschlechtsorgane der
Gattung Laphria; Zool. Anz., 1892, S. 178—180. Dieselben
122 Pii- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
bestehen aus zwei langen, spiralig gewundenen Testikelröhren, zwei
Samenleitern, zwei langen tubulösen Anliangsdrüsen und einem
kurzen vas ejaculatorium. Die Spermatogenese wird in sehr eigen-
thümlicher Weise beschrieben. Im blinden, kolbig aufgetriebenen
Ende der Testikelröhre liegt eine kolossale mit blossem Auge
sichtbare Zelle, die Spermatogonie, von welcher der ganze
Inhalt des Hodens herstammt. Von dieser Zelle gehen strahlen-
artig Plasmaauswüchse aus, in welche zahlreich Kerne eingebettet
sind. In der centralen Plasmamasse der Spermatogonie fand
Cholodkovsky immer mehrere Kerne, sowie zahlreiche kleine
Chromatinkörperchen, die auf eine typisch mitotische Kerntheilung
in der Spermatogonie deuten. Die Spermatogonie bleibt im Stadium der
Imago thätig und existirt zu gleicher Zeit mit zahlreichen Spermatozoen-
bündeln. — Bei Calliphora sind die beiden Hoden, jeder für sich,
von einer orangegelben Kapsel bedeckt, und ausserdem noch von
einem besonderen Fettkörpersäckchen umgeben. Zwischen der Wand
dieses Säckchens und der Hodenkapsel hegen sehr grosse Zellen,
deren Bedeutung noch ganz unklar ist.
Der Rüssel derDiptera pupipara wurde von F. H. Müggen-
burg studirt; dies. Arch., 1892, S. 287—33-2, Taf. XV, XVI. Der
Verfasser findet an dem Rüssel und den Kopftheilen der Pupiparen
überhaupt alle Theile der Museiden wieder. Der Rüssel ist seitlich
von zwei klappenförmigen Gebilden umhüllt, die als die Taster der
Unterkiefer gedeutet werden; die Unterkiefer selbst werden durch
einfache Chitinverdickungen in der Verbindungshaut des Kopf-
skelets mit dem eigenthchen Rüssel dargestellt. Diese Verbindungs-
haut (Kopfkegel) ist elastisch und ermöghcht das Zurückziehen und
Vorstrecken des Rüssels. Letzterer stellt ein schwach gekrüimntes
Rohr dar, das aus 3 der Länge nach übereinanderliegenden Theilen
besteht. Am umfangreichsten ist der untere Theil, ein ziemlich
dicker Chitinstab mit oberer breiter Rinne; die Ränder dieser Rinne
umfassen zum grössten Theile die beiden anderen Komponenten
des Rüssels. Da sich dieses Stück als die direkte Fortsetzung der
unteren Kopfhaut herausstellt, so wird es als die Unterlijipe
gedeutet; eine rudimentäre Andeutung von Bildungen, die an die
Endlippen der Museiden erinnern, werden gleich diesen für die
Taster der Unterlippe erklärt. Der zweite Theil, der Hypopharynx,
entspringt von der Basis der Unterlippe, an deren Oberseite; er
stellt ein langes, abgeplattetes Chitinstück dar, das der Länge nach
von einem Kanal (Speichelkanal) durchzogen ist. Das oberste
Stück endlich ist die Oberlippe, die auf ihrer Unterseite rinnen-
förmig vertieft ist. Diese Rinne ist das eigentliche Saugrohr, das
durch den Hypopharynx unten geschlossen wird ; die Unterlippe dient
nur als Futteral für die genannten beiden Theile. Die zur Bewegung
dieser Theile und bei der Nahrungsaufnahme im Kopf thätigen
Muskeln zerfallen in 5 Gruppen: 1. für das Einziehen des Rüssels
in die Kopfkapsel (retract. proboscidis superiores; r. p. inferiores;
levatores maxillarum, retract. max.); 2. für das Hervorstrecken des
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 123
Rüssels (protrusores proboscidis; depressores fulcri; protr. max.);
3. Muskeln für die Bewegung einzelner Theile des Rüssels: 4. für
die Regulirung des Ausflusses des Speichels; 5. für die Ueberleitung
der Nahrungsflüssigkeit in den Darm (dilatat. fulcri; sphincter
oesophagi).
Gelegentlich sind auch einige andere Punkte der Anatomie des
Kopfes der Pupiparen berücksichtigt. Die Kopfblase der Museiden
ist in rudimentärem Zustande auch bei den Pupiparen vorhanden;
die Fühler sind zweigliedrig; das zweite Glied ist in das erste tief
eingesenkt und mit Sinneshaaren versehen, die den Geruchsorganen
der anderen Insekten verglichen werden.
Zur Untersuchung diente zunächst Melophagus ovinus; dann
Lipoptena cervi, Hippobosca equina, Anapera pallida, Braula coeca
und Nycteribia Leachii, und die bei Melophagus ovinus beschriebenen
Verhältnisse des Rüssels finden sich, wenn auch mit geringen
Modifikationen, bei allen wieder. Dagegen erweist sich Nycteribia
in anderen Merkmalen als nicht auf die Museiden zurückführbar,
und stammt wohl von anderen Cyclorrhaphen ab. — Braula ist
vielleicht eine „Eierlegende Pupipare," wie andererseits einige
Museiden durch ihre Brutpflege mit den Pupiparen fast vollkommen
übereinstimmen.
F. Henneguy und A. Binet geben eine contribution ä l'etude
microscopique du Systeme nerveux larvaire de Stratiomys
longicornis; Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 309 316, PI. 6.
Die Bauchganglienkette der Larve von (Eristalis und) Stratiomys
zeigt einen hohen Grad von Konzentrirung, nnd zwar in dem Sinne,
dass die Ganglien, jedes von seiner Bindegewebehülle umgeben,
dicht an einander gerückt und durch äusserst kurze Kommissuren
verbunden sind, nicht in dem Sinne, dass die Ganglien gemein-
schaftlich von einer Bindegewebshülle umgeben sind, wie es z. B.
bei den Abdominalganglien des Maikäfers der Fall ist. In der
ventralen Hälfte der Ganghen befinden sich die zelligen Elemente
in mehreren Schichten übereinander; die dorsale Hälfte ist einge-
nommen von (der Punktsubstanz Leydig's, die sich bei geeigneten
Reagentien als) fibrillärenfr) Substanz (ausweist). Diese Fibrillen, in
ein rechtes und hnkes Bündel geordnet, stellen die Kommissuren
zwischen den einzelnen Ganglien her, indem sie dmxh eine Lücke in
dem die einzelnen Ganghen unkleidenden Bindegewebe hindurch-
treten. Vor und hinter der bindegewebigen Scheidewand zwischen
zwei Ganglien liegt nun in der Mitte des Faserbündels eine grosse
Zelle. Dieselbe hat die Gestalt einer Kugelcalotte, deren Pol vom
Kern eingenommen wird; von dem Pol strahlen in der Oberfläche
der Calotte verlaufende Fortsätze radial aus. Die beiden derselben
Seite angehörigen Zellen sind dabei so orientiert, dass die Ebenen
der Calotte dem Bindegewebsseptum anliegen und die Calotten sich
nach vom und hinten vorwölben. Diese Zellen gehören dem Binde-
gewebe an. — S. auch Compt. rend. Acad. Paris, CXIV, S. 430 — 432.
124 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Von B. Tli. Lowne's Anatomy, physiology, morphology
and development of tlie blow-fly (Calliphora erythrocepliala)
ist Part III (Innere Anatomie der Imago, Ebryonalentwickelimg und
Verwandlung zur Imago) erschienen.
Nach Angabe eines Patienten war demselben beim Harnen eine
Fliegenlarve abgegangen, eine Erscheinung, die sich bei ihm wieder-
holt gezeigt haben soll; aus der Larve entwickelte sich eine An-
thomyia. Da die Larven mehrerer Arten dieser Gattung in Fäkalien
leben, so ist die Angabe, dass die Larve in der Blase oder Harn-
röhre gelebt habe, wohl auf einen Beobachtimgsfehler zurückzu-
führen; van Lidth de Jeu de, Tijdschr. v. EntomoL, XXXIV, Versl.,
S. XLV f.
Seitz stellt Speculationen über die Frage an, warum die
Weibchen der Stechmücken zur Fortpflanzungszeit so blutgierig sind;
es darf als ausgemacht gelten, dass „die Fortpflanzung an sich nicht
von der Blutaufnahme des mütterhchen Organismus abhängig sein
kann" ; 28. Bericht der Oberhess. Gesellsch. für Natur- u. Heilkunde,
S. 118f.
Von J. M. F. Bigot's „Dipteres nouveanx ou peu connus"
enthält die 37 "^ partie: XL VI. Bombylidi, 1"^ partie; Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 321— 376.
J. Mik macht das 1. Hundert seiner dipterologischen Mis-
z eilen voU; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 55 — 58. (Trypeta amabilis
Lw. aus Peru; Berichtigung zu Chamaedipsia Mik] Stauferia diaphana
Br. Sf V. Bevgst. = Helocera delecta AJf/n.); vgl. zu letzterer Frage
Brauer & Bergenstamm, ebenda, S. 108 f., Mik, S. 110 — 113.
Derselbe beginnt eine neue Serie, ebenda, S. 116 f., 181 — 186.
J. M. F. Bigot liefert die Description de Dipteres nouveaux;
Mem. Soc. zool. de France, V, S. 602—691.
L. E. Ho od zählt the (8) Leptidae and (13) Bombylidae of the
White mountains auf; Psyche, VI, S. 283 f.
In der parte seconda seiner Contribuzione allafauna dittero-
logica della provincia di Pavia, Bull. Soc. Entom. ItaHan.,
1892, S. 64— 82, 97—149, fügt M. Bezzi seinem früheren Verzeich-
niss (s. d. vor. Ber. S. 125) 49 Cyclorrhapha hinzu uud zählt 228
Orthorrapha auf; nebst Aggiunte, S. 150 f., in denen 6 weitere Arten
nachgetragen werden, so dass das Verzeichnis 600 Arten aufweist.
K. W. V. Dalla-Torre bringt einen Beitrag zur Dipteren-
Fauna Tirols, in dem er neben anderen 50 für Tirol neue Arten
aufzählt; Zeitschr. d. Ferdinandeums (3. F.), 36. Heft, S. 511— 531.
E. u. L. Coucke schicken einen rapport d'une excursion
dipterologique dans la partie beige de l'Hertogenwald . . . ein;
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 462—469.
0. Bidenkap stellte an undersögelser over Diptera
brachycera i Jarslsberg og Laurvigs amt sommeren 1891;
Entomol. Tidskr., 1892, S. 225—246. (Stratiomyiad. 1, Tabanid. 10,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 125
Bombyliad. 6, Empid. 6, Asilid. 7, Thereuad. 1, Leptid. 5, Conopid. 5,
Dolichopod. 4, Syrphid. 52, Gymnosom. 1, Ocypter. 2, Dexiad. 3,
Miiscid. 20, Anthomyiad. 59.)
Sintenis zählt die livländischen Thereuaden (8), Leptiden (9),
Dolichopodiden (136), Platypeziden (10), Lonchopteriden (6), Ge-
omyzinen (20) und Odithiphilinen (8) auf; Sitzgsber. Naturf. Ge-
selisch. Dorpat, IX, S. 459—481.
(19) Diptera von Mähe (Hindustan) s. im Bull. Soc. zool. de
France, XVE, S. 202 f.
M. Bezzi zählt in einer Nota di alcuni Ditteri racc. nel
paese dei Somali .... 17 Arten auf; Ann. Mus. Civic. Genov.
(2. S.), XII, S. 181—196.
F. M. van der Wulp macht eenige uitlandsche Diptera
(aus Neu Granada und von Java) bekannt; Tijdschr. v. Entom.,
XXXIV, S. 193—218, PL 12.
Culex pipiens und Blepharoptera spectabilis in einer
neuen Höhle bei Gaden; s. Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 181.
J. M. F. Bigot lässt Part. I eines Catalogue of the Diptera
of the oriental region erscheinen; Journ. Asiat. Soc. Bengal,
Vol. LX, Part II, S. 250 — 282, Fam. Culicid., Chironom., Cecidom.,
Dixid. , Tipulid. , Mycetophil., Rhj^hid., Bibion., Tabanid., Strati-
omyiad., Nemestrin., Leptid,, Cyrtid. enthaltend.
Orthorrhaplia.
Ceeidomyiadae. Fr. A. W. Thomas theilt Beobachtungen über
Mückengalleu mit; Wissensch. Beilage zum Progr. des Gymn. Gleichensee
zu Ohrdruf, 1892, S. 1—16. Neue Gallen sind folgende: Verdickte Blatt-
falten von Ribes jaetraea im Suldenthal; die Gallen ähneln am meisten den
durch Cecid. acericrispans Kieff. au Acer Pseudoplatanus erzeugten. — Blatt-
faltung von Rib. grossularia bei Ohrdruf, veranlasst durch Cecidomyia sp.
— Faltung oder Konstriktion der Blätter von Sorbus Aria, veranlasst durch
Cecidomyia; Achensee; Schweiz. Vielleicht identisch mit der von Bremi
(irrthümlich) von Alnus incaua dargestellten Galle. — Hülsenförmig gestaltete
Blättchen von Oxytropis alpina im Berner Oberland. — Aehnüche Defoi'-
mation an Phaca astragalina von der Seisser Alp. — Revolutive, glatte^
knorpelige Blattrandrollungen von Polygouum bistorta, bei Cogne in
Piemont. — BlattrandroUung an Lonicera nigra bei Ratzes an der Seisser
Alp. — Flachlinsenfürmige Parenchymgalle an Acer campestre bei Ohrdruf
und Weimar. — Grübchengalle der Blätter von Corylus avellana bei Ohr-
druf; Berlin, Sachsen, Schweiz. — Aehnliche Gallen an Quercus pedunculata
und sessiliflora. — Deformation des Fruchtstandes von Ranunculus auri-
comus bei Ohrdruf. — Knospendeformation von Centaurea montana im
Berner Oberland. — Triebspitzendeformation von Knautia silvatica,
Grindelwald; Interlakeu; Garmisch.
Auf neuen Substraten wurden beobachtet: Cec. rosarum auf R. alpina
im Oeschinenthal, Suldenthal, Schiern; auf R. farinosa bei Cogne in Piemont,
126 PI'- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und R. montana, ebenda. — Cec. ranunculi auf Ran. lauuginosus bei
Gmunden in Oberösterreich und R. acris bei Herrnkretschen a. d. Elbe. —
Blüthenknospengallen von Galium lucidum bei Aigle an der Rhone und
Gal. rubrum im Tessin — Cec. serotina auf Hypericum montanum im
Wallis und H. quadrangulum bei Ohrdruf und Görbersdorf.
Ferner meldet Thomas den Fund von Gallen (Blättchenfaltung) an
Aegopodium Podagraria von Herrnkretschen und Königstein. Diplosis
Sorbi auf S. aucuparia aus Thüringen, Schlesien, sächsischen Schweiz,
Berner Oberland; Cec. Alni auf A. incana aus Steiermark, Salzburg, Tirol,
Oberbaiern; Schweiz; flache Parenchymgallen auf Fraxinus excelsior bei
Ohrdruf und Königsbrunn; ähnliche auf Tilia grandifolia und parvifolia
von Ohrdruf, Gotha, Harz, Mark; Grübchengalle (Bothriocecidium) an
Acer campestre, Pseudoplatanus und platanoides in Thüringen, West-
falen, Schweiz; Hypertroplüe der Fruchtknoten von Salix reticulata im
Suldeuthal und am Schiern.
Für die von Cec. Sonclii, Hieracii, Taraxaci u. a. hervorgebrachten Gallen,
bei denen der Hohlraum zwischen Parenchym und unterseitiger Epidermis
liegt, und die letztere in der Regel straff angezogen ist, wird der Name
Spannhautgalleu, Tympanocecidien vorgeschlagen.
Derselbe beschreibt und bildet ab alpine Mückengallen; Abh. Zool.
Bot. Ges. Wien, 1892, S. 356—376, Taf. VJ, VH, und 7 Zinkographieen. An
dem auf den Kopf folgenden Segment sämmtlicher untersuchten' Larven
fand er das von Rübsaamen bei Cec. inclusa und circinans aufgefundene
Papillenpaar wieder; bei der (unten erwähnten) Diplosis -Art an Lonicera
xylosteum ein zweites Paar auf der Rückenseite; ferner fand er (2, resp. 4)
Papillen auf der Bauchseite des vorletzten Segments bei Diplosis betulicola
Kieff., resp. Dipl. an Lonicera xylosteum und der Erzeugerin der Blüthen-
knospengalle von Ribes grossularia.
Die neu beschriebenen Gallen sind: involutive, fleischige bis knorpelige
Blattrandrollungen an Campanula pusilla (Schiern) und Blüthenknospen-
gallen derselben Pflanze; involutive Blattrandrollung und eine zweite durch
ein im Blattparenchym lebendes Cecidozoon veranlasste Galle von Aster
alpinus; Verdickung der Stengelbasis mit zwiebelschalenartiger Verbreiterung
der Blattbasis von Erigeron uniflorus; ellipsoidische, ziemlich feste Galle
an den Blättern und im Blüthenstand von Artemisia spicata; Blüthen-
standkoustriktion von Imperator ia Ostruthium; Blüthenknospengalle von
Polygala amara und alpestris; Blüthenknospengalle von Phyteuma
Halleri'; Blüthengalle von Daphne striata, Triebspitzendeformation der-
selben; Triebspitzendeformation und Blattrandrollung von Lonicera xy-
losteum uud ähnliche au L. caerulea; BlattroUung in der Knospe von
Berberis vulgaris; zweierlei Triebspitzendeformationen an Juniperus Sabina.
Ew. H. Rübsaamen bearbeitete die Gallmücken des KönigL
Museums für Naturkunde zu Berlin; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892
S. 319—411, Taf VH— XVHL In der Einleitung gibt der Verfasser Anleitung
zum richtigen Präpariren frischer und trockener Gallmücken; auch gefangene
Gallmücken lassen sich bestimmen, wenn die Beschreibungen der bekannten
Arten vervollständigt sind. In einer Uebersicht über die Familie theilt er
dieselbe nach dem Vorgange Schiner's in Cecidomyinae , Heteropezinae und
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 127
Lestreminae. Den Gattungsnamen Cecidomyia lässt er ganz fallen, wegen der
Verwirrung, die durch seine Anwendung entstehen könnte, da Meigen ihn 1804
und 1818 verschieden aufgefasst hat, und H. Löw' später eine ganz andere
Gattung mit diesem Namen bezeichnete, während er Cecidomjda Meig. 1804,
Eondani, Diplosis benannte. Die Gattung Cecidomyia H. Low zerfällt in die
drei Gattungen Oligotrophus Latr.^ Hhopalomyia, Dichelomyia, die sich
von Hormomyia (mit kapuzenförmigen Halbschild) durch das einfache Hals-
schild unterscheiden; Dichelomyia hat gespaltene, die beiden übrigen einfache
Krallen; bei Oligotrophus sind die Taster 3 — 4-, bei Rhopalomyia 1 — 2gliedrig.
Die Gattung Chastomera Skuse fällt mit Haplusia Karsch zusammen. Die
Cecidomyinae zählen (einschliesslich 4 neuer) 21 Gattungen (Lasioptera-Gruppe
1. Abth.) Clinorrhyncha H. Lio., Choristoneura, Lasioptera Meig-, (2. Abth.)
DicJielomyia , Brachyneura Bwd, (Diplosis-Gr., 1. Abth.) Asphondylia H. Lw ,
Gonioclema Skuse, Necrophlebia Skuse, Haplusia Karsch, Pero Mein., Rho-
palomyia, Oligotrophus Latr., Schizomyia Kieff , (2. Abth.) Monarthro-
2)alpus, Diplosis H. Low, Hormomyia H. Low, (Epidosis-Gr., 1. Abth.) Colo-
myia Kieff., Dirrhiza H. Low, (2. Abth.) Colpodia Winn., Epidosis H. Low,
Asynapta H. Löiv. — Die Heteropezinae zerfallen in die Gattungen Monodi-
crana H. Low (fossil), Miastor Mein., Oligarces Mein., Heteropeza Winn.; die
Lestreminae in Campylomyza Meiy., Tritozyga H. Low, Catocha Halid.,
Lestremia Mcq.
Die Merkmale der neuen Gattungen (ausser Rhopalomyia und Dichelo-
myia) sind:
Choristoneura: Klauen gespalten; Flügelvorderrand breit beschuppt;
4Längsaderu, die 1. u. 2. dem Flügelvorderrand sehr nahe; Rüssel nicht
schnabelartig verlängert;
Monarthrwpalpus: Klauen einfach; Flügelvorderrand behaart; Cubitus
1-wurzelig; Fühler des ^ scheinbar 2 -|- 24 gliederig; Taster eingliederig. Ver-
treter der neuen Gattungen sind Choristoneura (Diomyza) obtusa H IjÖiv.,
Dichelomyia (Cecid.) Salicis Schrk., saliciperda Dm/., rosaria fl'. Low, salicina
H. Löiv, heterobia H. Low, albilabris Winn., saliceti H. Low, acrophila Winn.,
persicariae L., Galii H. Low, Euphorbiae H. Low, ürticae Perris, inclusa Frfld.,
Pyri Bauche, riparia Winn., phcatrix H. Low, Papaveris Winn., pavida Winn..,
Veronicae T'a?i(^^, Brassicae Winn.; Rhoj^alomyia {Cecid.) tanaceticola Karsch,
millefoHi H. Low, Syngenesiae H. Low, tubifex Bauche, foliorum H. Löiv,
cristae galli Karsch, ptarmicae Vallot, Artemisiae Bauche; Monarthropalpus
(Cecid.) flavus Schrk. = Buxi Lahoulb.
Von 76 Arten sind ergänzende Beschreibungen und Abbildungen (Flügel,
Kopf, Fühler, Hinterleibsende, Puppe, Brustgräte der Larve) geliefert.
Für Hormomyia fasciata H. Low (nee Meigen -Winnertz) wird der Name
dubitata eingeführt, S. 393; als neu sind beschrieben H. Eosenhaueri (aus
Gallen von Carex acuta) S. 394, Taf. XV, Fig. 8; XVI, 11, 12; XVIH, 14,
brunnea (Bergün) S. 396, Taf. XV, Fig. 11; XVII, 14, 27.
Derselbe macht Mittheilungen über Gallmücken; Abh. Zool. bot.
Ges. Wien, 1892, S. 49— 62, Taf. II, 13 Zinkographieen; die letzteren geben
theils die Brustgräten der Larven, theils die Flügel wieder. Neben drei neuen
Diplosis-Arten werden Asphondylia Sarothamni H. Low, Genistae U. Löiv,
128 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cytisi V. Frfld. beschrieben, bezw. die Unterscheidungsmerkmale der drei
letzten Arten angegeben.
J. J. Kieffer theilt Beobachtungen über Gallmücken mit Be-
schreibung einiger neuen Arten mit; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 212
bis 224; Taf. I. (Cec. Sisymbrii Sclirk.; Schizomyia galiorum Kieff., nigripes
F. Lw-f sjx; Asphondylia H. Lw.; Lasioptera Meig., Clinorrhyncha H. Iav.;
die Sexualorgane und Brustgräte der Larve sind zur Gattungsdiagnose zu
verwenden).
J. Mik: Eine Cecidomyiden-Galle aufBiscutella saxatUis Schleich
aus Val Popena in Italien. Wien, entom. Zeitg., 1891, S. 309; die Galle von
Cecidomyia Viciae Kie/f. auf V. cracca L.; S. 306, Taf. IH, Fig. 1 — 3; eine
Blattgalle auf Thalictrum minus von einer noch unbekannten Cecidomyide
herrührend, S. 307 f., Fig. 4; derselbe, ebenda, 1892.
Cystiphora (n, g., Cecidomyia nahe stehend, Weibchen mit blasenartig
erweitertem 8. Abdominalsegment, Zangenklaue des Männchens stumpf kegel-
förmig, für Cec. Hieracii, Sonclii, Taraxaci und) pilosellae (Bitsch, in Blasen-
gallen auf den Blättern von Hier, pilosella); J. J. Kieffer, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S 213.
Macrolahis (n. g., für diejenigen Cecidomyia- Arten, deren Männchen
sich durch die Gestalt und Grösse ihrer Zangen auszeichnen, C. pilosella Binn.
Stellariae Lieb., corrugans F. Iav., Orobi F. Liv., und) Marteli (Elbeuf, aus
BlattrandroUungen von Hypericum perforatum); J. J. Kieffer, Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 215.
Cecidomyia praticola Caus Blüthenschwellung von Lychnis flos cuculi und
viscaria); J. J. Kieffer, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 216, Taf. I, Fig. 4, 9,
14, 16.
Diplosis Loewii (aus einkammerigen kugeUgen Gallen auf der Oberseite
der Blätter von Populus tremula) S. 49, rosiperda (in Rosenknospen, diese zum
Vertrocknen bringend; Weidenau; Ohrdruf) S. 54, iJAa/wni (in Blüthenknospen
von Rh. frangula) S. 57, Taf. H; Ew. H. Rübsaamen, Abh. Zool. bot. Ges.
Wien, 1892.
Hormomyia Hartigi (aus Blattgallen von Tilia parvifolia und grandifolia) ;
R. Liebel, Ent. Nachr., 1892, S. 285.
C. Massalongo meldet das (von Eryngium campestre bekannte) Vor-
kommen von Gallen der Lasioptera Eryngii auf Er. amethystinum; Bull.
Soc. Bot. Ital , 1892, No. 9.
Myeetophilidae. Mycetophaetus (n, g.) intermedius (fossil) s. oben,
Scudder, S. 31.
Coelosia fusca (Pavia); M. Bezzi, Bull. Soc. Entom. Italian., 1892, S. 68.
Epicypta pallipes Heer Taf. XIV, Fig. 8, nigritella Heer Fig. 9;
B. Förster, a. a. 0., S. 463.
Glaphyroptera gracillima S. 460, Taf. XIV, Fig. 5, longipes S. 461, Fig. 6,
crassiuscula S. 462, Fig. 7 (tertiär); B. Förster, a. a. 0.
Leptomorphus Walkeri Curt. auch in der Schweiz (Weissenburg,
Kanton Bern); V. v. Röder, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 170.
Simuliadae. Simulia [?)terribilis (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 467,
Taf. XIV, Fig. 11.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 129
Simulium oecidentalis (Neu Mexiko, im Rio grande); C. H. T. Townsend;
s. Insect life, V, S. 61.
Bibionidae. Plecia cf. Ijgaeoides Heer Taf. XR-^, Fig. 12, Bucklandi Heer
Fig. 13, rhenana Heyd. Fig. 14, sp. Fig. 15, pallida Oust. Fig. 16, grossa Heyd.
Fig. 17, stygia Heyd. Fig. 18, 19, lapidaria Heyd. Fig. 20, expositicia Heyd.
Fig. 21, 22, sp. Fig. 23, 24, graciUima S. 480, Fig. 25, cf. pubescens Oust. Fig. 26
(alle von Brunstatt); B. Förster, a. a. 0.
Plecia concolor (Neu Granada); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.,
XXXR^ S. 197.
Blepharoeeridae. üeber die Larve von Paltostoma s. oben S. 32.
Culieidae. E. Ficalbi's Revisione delle specie europee della
famiglia delle zanzare (Gen. Culex, Anopheles, Aedes) in Bull. See. Ent.
Ital., XXIV, S. 257 — 284 ist bis jetzt über die Einleitung und den historischen
Rückblick nicht hinausgekommen.
ChiPOnomidae. Mermislarver hos Chironomus; F. Trybom,
Entomol. Tidskrift, 1892, S. 81—92.
Tipulidae. Die meisten von S inte nis in Livland gefangenen Exemplare
von Limnobia hyalinata Zeit, haben keine Diskoidalzelle ; er ist geneigt,
in den kalten Sommern der letzten Jahre die Ursache dieser Verkümmerung
zu sehen; Sitzgsber. Naturf. Gesellsch. Dorpat, IX, S. 483 — 489.
Pachyrrhina immaculata (Java); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV, S. 196.
G. Strobl erbeutete Phyllolabis macrura (Siebk.) am Wege vom
Scheiblsee zum Gipfel des Bösenstein in Obersteiermark; Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 182.
Tipula ornaticwnis (Neu-Granada); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV, S. 195, PL 12, Fig. 1, 2.
Rhyphidae. Die Larven von Rhyphus haben Stigmen am Prothorax
und fünf fleischige Wülste am Kürperende. Bei der von Rh. fenestralis sind
die beiden letzten Segmente jedes in zwei fast gleiche Theile getheilt, und
auf diese Weise erklären sich die scheinbar abweichenden Angaben der Be-
schreiben Beling gibt Rh. fenestralis 14, R. punctatus 11 Segmente; Osten-
Sacken Rh. punctatus 12 Segmente. C. R. Osten-Sacken, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 457f.
Xylophagidae. Dialysis disparilis Bergr. hat 2 Sporen an der
Vordertibien; E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 162.
StPatiomyiadae. V. v. Roeder ergänzt die Beschreibung der Pachy-
gastrinen-Gattung Platyna Wied. und der PI. hastata (F.); Wien. Entom.
Zeitg., 1892, S. 271.
Tabanidae. Materiaux pom- une etude des Tabanides deBelgiques
par L. Coucke; Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 134—139.
Die von Bigot in den Mem. Soc. zool. de France, V, S. 602—691, be-
schriebenen Arten gehören in diese Familie.
Bolbodimyia (n. g.) hicolor (Venezuela); J. M. F. Bigot, Wien. Ent,
Zeitg., 1892, S. 162, mit Ergänzungen durch V. v. Roeder, ebenda, S. 237.
Goniops (n. g.) hippoboscotdes , vom Ansehen einer silberglänzenden
Hippobosca, aber eine echte Tabanide; J. M. Aldrich, Psyche, März 1892,
S. 236 f. mit Holzschn.
Arch, f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. U. H. 2. J
130 Ph. Bertkaxi: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Atylotus Letourneuxi (Batna) S. 643, camaronensis (Madeira), cereolus
fOstafrika) S. 644 , niveipalpis (Kap), ruficeps (ibid.) S. 645, namaquinus (Port
Natal) S. 646, zoulouensis (Kap), alazinus (Kaukasus) S. 647, polyzonatus (Persien)
S. 648, canipalpis (ibid.), macer (Indien), alhocostatus (ibid.) S. 649, conicus (ibid.)
S. 650, melanopygatus (ibid.\ leucopogon (ibid.) S. 651, angustus (ibid.), oxyceratus
(ibid.) S. 652, assamensis (Assam), birmanicus (B.) S. 653, pagodinus (Indien),
monilifer (ibid.) S. 654, inonotaeniatus (ibid.) S. 655, nephodes (ibid.), leucoenematus
(ibid.) S. 656, ioYdus (ibid.), flaviventris (ibid.) S. 657, fuscicauda (Ceylon), paZZi-
depectoratus (Saigun) S. 658, bituhen-culatus (China) S. 659, tenessensis (T.), acutus
(New Orleans), obesus (Mexiko) S. 660, erythraeus (ibid.) S. 661, fuscicrura (ibid.),
picticornis (Haiti) S. 662, unipunctatus (Südamerika), rubescens (Uruguaj^) S. 663,
eutaeniatus (Brasil.), maletectus (Bras.) S. 664, pulverulentus (Cayenne), auri-
squam[m]atus (Brasil.) S. 665, indecisus (Amaz.) S. 666, simplex (ibid.; Cayenne),
polytaenia (Buenos Aires) S. 667, erythrocephalus (Panama), andamanicus (A.)
S. 668, cinerascens (Java), lacrymans (ibid.) S. 669, abbreviatus (ibid.), albonotatus
(Neu Caledonien), S. 670, (?) picticornis (Neu Guinea) S. 671 , Sonnerati (ibid.),
alfourensis (ibid.) S. 672, Laglaisei (Waigiu), avidus (Austral.), rufinotatus (ibid.)
S. 673, hyperythreus ! (ibid.) S. 674, sanguinarius (ibid.), claripennis (ibid.)
S. 675, erraticus (?), rubrinotatus (?) S. 676; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool.
de France, V.
Bellardia sinica (China) S. 629, annamita (Saigun), rubribarbis (Süd-
amerika) S. 630, furcata (?) S. 631; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de
France, V.
Chorizoneura annulata (Südeuropa) S. 612, albifrons (Kap) S. 613, braehyr-
rhynclia (ibid.), nigricornis (Australien) S. 614, ruficornis (Kalif.) velutina (ibid.)
S. 615, leucopicta (Neu-Caledonien), trichocera (Australien) S. 616, rubiginosa
(ibid.), angusta (ibid.) S. 617; J. M. F.'Bigot, Mem. Soc. zool. de France, V.
Chrysops iranensis (nörd. Persien), cinctus (Philippinen) S. 602, atricornis
(Kolorado) S. 603, nigriventris (Washington Terr.) S. 604, coloradensis (C.)
S. 605, oculatus (Bras.) S. 606, trimaculatus (Senegal) S. 607; J. M. F. Bigot,
Mem. Soc. zool. de France, V.
Dasybasis tristis (Chili) S. 621; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool de
France, V.
Diachlorus barbatus (Piemont) S. 622, maroccanus (M.), notatus (Kalif.)
S. 623, haematopotoides (Washington Terr.) S. 624, melas (Sydney) S. 625;
J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de France, V.
Diatomineura californica (K.) S. 618, hirtipalpis (Chili\ Cornea (Australien)
S. 619, (?) gagatina (Australien) S. 620; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de
France, V.
Dichoelacera pachypalpus (Mexiko) S. 631, japonica (J.), satanica (Bras.)
S. 632, eastanea (ibid.), albopicta (ibid.) S. 633, marmorata (TheresopoUs) S. 634,
peruviana (P.) S. 635; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de France, V.
Erephosis vertebrata (Australien); J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de
France, V, S. 618.
Haematopota limbata (Indien), cordigera (Bengalen) S. 626, indiana S. 627,
p-istis (Japan), rufipennis (ibid.) S. 628, (?) punctigera (Java) S. 629; J. M. F.
Bigot, Mem. Soc, zool. de France, V.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 131
Mesomyia (?) Maoriwum (Neu-Seeland) ; J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool.
de France, V, S. 621.
Mycteromyia nigrifacies (Indien) S. 607, ensata (Kap), elegans (ibid.) S. 608,
nitens (Bras.) S. 609, penicillata (ibid.), dnerascens (Chili) S. 610, albipectus
(Brasil.) S. 611, er^/i^rowoto^« (Theresopolis) S. 612; J. M. F. Bigot, Mem. Soc.
zool. de France, V.
Pangonia Bahiana (B.); J. M. F. Bigot, Bull. Soc. zool. de France, V,
S. 612, Bricchettü (Milmil); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII,
S. 181.
Silvius bicolor (Marocco); J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de France,
V, S. 625.
Stibasoma pachycephalum (Mexiko), bicolor (Bras.); J. M. F. Bigot,
a. a. 0., S. 636.
Tabanus Yulen»is (Neu-Guinea); V. v. Boeder, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 244, oritensis (Kaukasus) S. 677, glaber (Indien), yokoamensis] (Yokohama)
S. 678, nitidulus (Java), rufocallosus (ibid.) S. 679, leonum (Sierra Leone) S. 680,
fuscipalpis (Washington Ten-.), tetropsis (Georgien) S. 681, sexvittatus (Mexiko)
S. 682, atrieornis (Südamer.), pruinosus (Mexiko) S. 683, vülosulus (Kaliforn.),
discifer (Amazon.) S. 684, venosus (Java) S. 685, calUeera (Brasil.), albidocinctus
(ibid ) S. 686, macroceratus (ibid.), erythraeus (La Plata) S. 687, lunulatus
(Australien) S. 688, Ufuensis (Lifu), indistinctus (Neu-Guinea) S. 689, Baffreyi
(ibid.) S. 690; J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Therioplectes aethereus (Europa?), trichocerus (Marocco) S. 637, feziantis
(ibid.) S, 638, batnensis (Batna), mlopsis (ibid.) S. 639, leucophorus (M. Hood)
S. 640, maculiger (Wash. Terr.), hirtulus (ibid.) S. 641, limbatus (Buenos Aires),
(?) meZ« HorrÄmws (Wash. Terr.) S. 642; J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Veprius rufopilosus (Chili); J. M. F. Bigot, Mem. Soc. zool. de France,
V, S. 620.
Leptidae. Palaeochrysopila als n. G. vorgeschlagen von F. Meunier
für eine Bernsteinart; Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. LXXXIII.
Leptis (scolopacea?) strigosa Meig. hält sich in der Sommerhitze
ruhig an Baumstämmen, mit Vorliebe an Coniferen. Von dort stürzt sie sich
auf Thiere und Menschen, namentlich auf die Hand. Der Stich hat eine
starke Schwellung der benachbarten Theile im Gefolge, verbunden mit
brennenden Schmerzen, die nach einer halben Stunde nachlassen und nach
einer Stunde ganz verschwunden sein können; die Schwellung besteht aber
länger, bis 4 Tage. F. Heim, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. Cf.; Osten-
Sack en meldet aus eigener Erfahrung eine ähnüche Erscheinung von Sym-
phoromyia, und nach Philippi von einer dritten Leptiden-Gattung, Tricho-
palpus Phil.', vgl. auch S. CLVff., wo die von Heim erwähnte Art als
L. strigosa 3Ieig. erkannt wird.
L. subpilosa (Schweiz); Th. Becker, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 23.
Untersuchungen über die Gattung Spania Meig. überzeugten
G. Stroh], dass Ptiolina Zeit, mit Spania synonym, dagegen Ptiolina Scliin.
eine andere Gattung (= Symphoromyia Frfld.) ist. Ptiolina nitida Whlb.,
(Atherix) grisea Hgg., (Ptiol.) Wodzickii Frfld., lapidaria Noiv., (Eurytion)
paradoxus Jaenn., wahrscheinlich auch nigripes Zeit, sind alle = Spania nigra,
welche, da (Atherix) grisea der älteste Name ist, den Namen Spania grisea
J*
132 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
führen muss; eine zweite Art ist Sp. obscura Fall., w^elche Th. Becker bei
Admont im Gesäuse fing. Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 121—125.
Asilidae. V. v. Boeder stellt eine analytische Tabelle der (4) Brachyr-
rhopala- Arten auf, unter denen eine neue, Br. Victoriae (V., Austral.) auch
ausfühi-licher beschrieben wird; Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 241 f.
Chrysopogon Mülleri (Viktoria); V. v. Roeder, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 243.
Loi)honotus dubius (Obbia); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.),
XII, S. 187.
Mochtherus striatus (.Java); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entom.,
XXXIV, S. 198, PL 12, Fig. 3—5.
Pliilodicus Pavesii (Obbia); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic. Genov., (2. S.),
XII, S. 185.
Promachus leucotrichodes (Mähe, Ind.) S. 210, tristis (ibid.) S.211; J. M.
F. ßigot. Bull. Soc. zooh France, XVII.
Saropogon luctuosum Meig. var. ticinense (S. Sofia); M. Bezzi, Bull. Soc.
Entom. Italian., 1892, S. 107.
Bombyliadae. In dem 37. Theil seiner Dipteres nouveaux ou peu conuus
behandelt J. M. F. Bigot die gegenwärtige Familie ; Ann. Soc. entom. France,
1892, S. 321 — 376. In Annotations macht er Anmerkungen zu einigen
Gattungen. Dipalta O.-Sack. ist nicht recht begründet; für die afrikanischen
Dischistus - Arten mit Stachelborsten an der Unterseite der Hintersclienkel ist
vielleicht eine neue Gattung am Platze ; Lithorrhynchus 3Iacq. unterscheidet
sich hinsichtlich des Fühlerbaues nicht von der Mehrzahl der Exoprosopi;
Comastes 0-Sack. kann neben Heterostylum Macq. nicht bestehen bleiben.
Acrophthalmyda Big. = Scynax Low; Leptochilus Low ist nom. praeocc.
(= Epaemus O.-Sack.); Mancia Coq. = Anthrax; Velocia Coq. = Hype-
ralonia Bnd.; Argyrospila Und. ist beizubehalten; Epibastes O.-Sack. = Theven-
emyia (Thevenetimyia) Big.; Glossita Und. = Anthrax. — Die Gattung
Chiromyza Wied. zieht ßigot zu den ßombyhaden, neben Heterotropus Löiv.
An eine synoptische Tabelle der (89) Gattungen schliesst der Verfasser
die Beschreibung neuer Arten.
D. W. Coquillett veröffentlichte in The West American Scientist, San
Diego, VII, einige Beschreibungen neuer Formen dieser Familie: S. 197 — 200
Lordotus, Toxophora; S. 219 — 222 Paracosmus und Verwandte; VIII, S. 6 — 16
Aphoebantus.
Ämphicosmus (n. g. Paracosmo affine) elegans (Kalifornien); D.W. Co-
quillett, a. a. 0., VII, S.220.
Metacosmus (n. g. Paracosmo affine) exilis (Kalifornien); D. W. Co-
quillett, a. a. 0., VII, S.221.
Acreotrichus inappendiculatus (Australien) ; J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 366.
Amictus auripüus (Washington Terr.) S. 372, cinerascens (ChiU) S. 873;
J. M. F. ßigot, a. a. 0.
Anthrax tangerinus (Marocco) S. 353, aurocinctus (Senegal), fissus (Nord-
amerika) S.354, eurhinatus (Mexiko), ruficollis (Venezuela) S. 355, hifenestratus
(Kalifornien), unicinctus (Chili) S. 356, Ujaenicillatiis (ibid.), obscuripes (ibid.)
S. 357, melanogaster (ibid.), pallipes (ibid.), micromelas (ibid.) S. 358; J. M. F.
Bigot, a. a. 0.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 133
D. W. Coquillett gibt a. a. 0. VIII, S. 6— 16, eine Revision der (21)
nordamerikanischen Arten der Gattung Aphoebantus, mit A. varius S. 8,
tardus^ marcidus S. 10, niixtus, interruptus S. 11, soiptus S. 12, desertus, capax
S. 13, abnwmis S. 14, squamosus, fumidus S. 15, brevistylus S. 16.
Argyramoeba apipendiciilata (Pondichery), varicolw (Br. Columbia) S. 347,
melanopogon (Nordamerika), cdhosparsa (Kolorado) S. 348, aterrima (?), crinita
(Chili), acroleuca (China?) S. 349, plurinota (Chili) S. 350; J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Bombylius nigropenicillatus (Kleinasien), fulvipes (Pondichery), albosparsus
(ibid.) S. 362, albopenicillatus (Mexiko), laticeps (Kalif.) S. 363, cinereus (ibid.),
ochraceus (Montevideo), australianus (Sidney) S. 364, rubriventris {^hidi.) S. 365;
J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Comptosia fulvipes (Australien); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 359.
Conophorus mauritanicus {Algier) S. 360, melanocei-atus (Kaüforn.) S.361;
J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Dischistus cycnus (Cap), leucophysl (ibid.) S. 368, melanurus (Natal), fusci/pes
(Nordamerika) S. 369; J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Eclimus venosus (?); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 371.
Epaemus rufolimbatus (Kalifornien); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 359.
Eurycarenus pachyceratus (Kap); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 371.
Exoprosopa vitrea (Pondichery), melanura (Nordamerika) S. 344, pallens
(Kalif.) S. 345, bipartüa (Columbien), latelimbata (Australien) S. 346; J. M. F.
Bigot, a. a. 0.
Geron cothurnatus (Vandiemensl.), dicroma (Kap?); J. M. F. Bigot, a. a. 0.,
S. 374.
Glossista costata (Amazonas), muUicolor (Chili) S. 352, lipposa (Sidney)
S. 353; J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Hemipenthes castanipes (Nordam.) S. 350, latelimbatus (Karolina) S. 351;
J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Reterostylum paUipes (Haiti); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S.361.
Hyperalonia flavosparsa (Brasil.), argenticincta (Sidney); J. M. F. Bigot,
a. a. 0., S. 343.
hordotns junceus (Kalifornien), diversus (ibid.); D. W. Coquillett, a. a. 0.,
VII, S. 198.
Paracosmus insolens (Kalifornien); D. W. Coquillett, a. a. 0., VII, S. 222.
Phthiria tristis (ChiU), palUpes (Austral.); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 367.
Sparnopolius limbatus (Australien); J. M. F. Bigot, a. a. 0,, S. 369.
Spogostylum (?) iriappendiculatum (Chili); J. M. F. Bigot, a. a. 0 , S. 351.
Systoechus eupogonatus (Indien) S. 365, ewZa&ia^ws (Vandiemensl.) S. 366;
J. M. F. Bigot, a. a. 0.
Systropus calopus (Chili); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 373.
Thevenetimyia melanopogon (Washingt. Terr.); J. M. F. Bigot, a. a. 0.
S. 370.
Toxophora vasta (KaUf.); D. W. Coquillett, a. a. 0., VII, S. 199.
Usia gagathea (Algier); J. M. F. Bigot, a. a. 0., S. 374.
Empidae. Empis (?) macrophthalma (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 482,
Taf. XIV, Fig. 29.
G. Strobl behandelt die österreichischen Arten der Gattung
Hilara-Mei^. (mit Berücksichtigung der Arten Deutschlands und der Schweiz) ;
134 I*h- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 85-182. Der Verfasser gibt eine sehr
eingehende Beschreibung des Körperbaues dieser Gattung, sowie je eine
Tabelle zum Bestimmen der Männchen und Weibchen; an diese Tabellen
schliesst sich dann die ausführlichere Beschreibung der (58) Arten an. Die
Arten sind in 4 Gruppen (chorica Fall., maura F., quadrivittata Meig., littorea
Fall.) gebracht, und in drei dieser Gruppen sind wieder Unterabtheilungen
gebildet. Ausser H. obscura Zeit, sind walu-scheinlich auch carbonella Zeit.
und longirostris Macq. keine Hilara; die letztere vielleicht eine Empis. Als
neu sind beschrieben (Gr. chorica) H. clypeata Meig. var. brevifurca, longi-
furca S. 107, pseudocliorica n. sp. (Melk; Villach) S. 109, lasiochira Kow. i. 1.
(Bozen) S. 110, hystrix (Gesäuse) S. 112, bivittata (= longevittata Tief nee
Zeit.; Oesterreich; Steiermark) S. 113, pinetorum Zeit. var. major (Keczel,
Ungarn), quadrifaria n. sp. (Tirol; Schweiz; Schlesien), pectinipes (Nieder-
österreich) S. 116, longevittata Zeit, subsp. andermattensis (A.), simplicipes n. sp.
(Paternion, Kärnthen) S. 119, tyrolensis (Lusierpass) S. 121, sulcitarsis (Ober-
steiermark) S. 123, (Gr. maura) dwempes (Oesterreich; Steiermark; Kärnthen)
S. 125, dimidiata (Steiermark; Tirol) S. 128, angustifrons (Admont, Ober-
steiermark) S. 132, (Gr. quadrivittata) jBrawen (Seitenstetten; Li egnitz) S. 135;
argyrosoma (Seitenstetten; Dohnau) S. 136, lacteipennis (Melk) S. 137, hirta
Kow. i. 1. (Villach; Gastein) S. 141, Beckeri (Seitenstetten; Gesäuse; . . .)
S. 143, carinthiaca (= quadrivittata Beck.., non Meig.; St. Moritz; Schlesien)
S. 144, (Gr. littorea) Tiefü (Obersteiermark) S. 150, pseudosartrix (Trieben;
Ungarn; Schlesien) S, 152, cinereomicans (Villach; Moisdorf) S. 156, Mikii
(Dalmatien; == Novakii Mik s. unten; letzterer Name hat die Priorität) S. 158
discolor Kow. i. 1. (Freiwaldau) S. 165, pilosopectinata (Oesterreich), spinimana
Zeit. var. spinigera (Obersteiermark; Kärnthen; Salzburg) S. 169. Die H.
angustifrons ist von Mik (s. unten) kurz zuvor als aeronetha beschrieben
worden; S. 158, Anm.
H. aeronetha (Steiermark; Ungarn; Männchen mit einem Gespinnst, um
sich der Beute zu versichern) S. 81 (vgl. vorhin H. angustifi'ons) , Novakii
(Lesina) S. 83; J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892.
Die Heimath von Steleochaeta stiriensis Beck, ist nicht Steiermark,
sondern Süd-Tirol; der Name wird daher in meridionalis geändert; Th.
Becker, Wien. Ent. Zeitg, 1892, S. 125 f; vgl. den vor. Ber. S. 142.
Doliehopodidae. Apercu des genres de Dolichopodidae de l'ambre
suivi du catalogue bibliogr. des Dipteres fossiles de cette resine ; par F. M e u -
nier; Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 377— 384, mit 8 Holzschn. — Die
Bernsteingattungen sind Psilopus, Rhaphium, Porphyrops, Chrysotus, Doli-
chopus, Medeterus.
G. Strobl bespricht interessante österreichische Dolichopoden;
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 102—107 (DoUchopus bicolorellus Zeit., bicingulatus
Zeit., Chrysotus nigricilius Mgn.; Thrypticus divisus Strobl; Campsienemus
Thalhammeri n. sp.)
Bathycranium n. g. für (DoUchopus) bicolorellus Zeit.; G. Strobl,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 103.
Coracocephalus (n. g,, Eucorypho affine, colore nigro, opaco, setis et
pilis nigris; haustello crasso, conico, setulis acrostichalibus in thorace nullis
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 135
distinctum) Stroblii (bei Admont, auf dem Scheiblstein und Kalbling, 6500 — 6800') ;
J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 281.
Achalcus scutellaris (Java); F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entern.
XXXIV, S. 202.
Campsienemus T/taZ/mmwer» (Scheiblstein); G. Strobl, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 106.
Dolichopus tnilnus (tertiär) ; B. Förster, a. a. 0., S. 483, Taf. XIV, Fig. 13.
Lyroneurus chalyhaeus (Cordilleren von Ekuador); V. v. Roeder, Soc.
Entom., Vn, S. 81.
Psilopodius fulvocinctus (Assinie) S. 372, laevis (ibid.) S. 373; J. M. F.
Bigot, Ann. Soc. Entom. France, 1891.
Psilopus fenestratus (Java) S. 200, PI. 12, Fig. 6, 7, bifilum (ibid.) S. 201,
Fig. 8, 9, setosus (ibid.) S. 202, Fig. 10; F. M. van der Wulp, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV.
Th. Becker gibt einige Berichtigungen zu seiner Beschreibung von
Sphyrotarsus liygrophilus Beclc; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 126; vergl.
den vor. Ber. S. 142.
Cyclorrhapha.
Sypphidae. F. L. Arribälzaga behandelt in der Fortsetzung und dem
Schluss seiner Monographie der Argentinischen Syrphiden, An Soc. Cientif.
Argentina, XXXIII, S. 51— 59, 111—122, 188—200, 237—254; XXXIV, S. 33
bis 46, 173—191, 241 — 280 die Gattungen Mesograpta, AUograpta, Syrphus,
Catabomba, Sterphus, Stilbosoma, Spilomyia, Pterallastes, Helophilus, Tropidia,
Promilesia n. g. , Priomeris, Eristalis, Volucella, Temnocera, Phalacromyia,
Ceria. Im Ganzen sind bis jetzt aus Argentinien 76 Arten bekannt.
J. M. F. Bigot macht Bemerkungen zu der Bearbeitung dieser Familie
in Biol. centr.-amer.; Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XXXVI — XXXVIII.
E. Giglio-Tos beschreibt neue Sirfidi del Messico; BoU. mus. zool.
ed anatom. compar. Torino, VII, No. 123, 132.
Canierania n. g., für (Temnocera) megacephala Löiv; E. Giglio-Tos,
Boll. d. mus. di zool. ed anat. compar. Torino, VII, No. 117.
Promvlesia (n. g. Eristalin., Milesiae simile et affine, sed femora postica
haud dentata sed biseinatim breviter spinulosa) nectarinotdes (Chaco; Missiones;
Moconä); F. L. Arribälzaga, a. a. 0., XXXIII, S. 243.
XiphopJieromyia (n. g.) glossata (Sabateo, Indien); J. M. F. Bigot
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 161.
Argentinomyia grandis (Missiones); F. Lynch-Arribalzaga. a. a. 0.,
S. 255.
Asemosyrphus olivaceus (Mexiko), griseus (Tehuakan), impurus (Mexiko) ;
E. Giglio-Tos, a. a. 0 , No. 123, S. 6.
Baccha spatulata (Orizaba); E. Giglio-Tos, a. a. 0., No. 132, S. 4.
Chilosia aurotecta (Orizaba); E. Giglio-To_s, a. a. 0., No. 132, S. 4.
Coj>esty\um ])arvum (Tehuakan), simile (ibid.; Meztillan); E. Giglio-Tos,
a. a. 0., No. 223, S. 2.
136 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Crioprora arctophiloides (Angang, Mexiko); E. Giglio-Tos, a. a. 0.,
No. 123, S. 7.
Criorrhina Coquilletti (Süd-Kaliforn.) ; S. W. Williston, Entomol. News,
111, S. 145.
Eristalis bovibusoidesl (Oaxaka) S. 4, trüimbatus (Tampiko), jiraeelarus
(Tuxpango), clarissimus (ibid.), Sallei (Mexiko) S. 5, triangularis (Cuantla) S. 6;
E. Giglio-Tos, a. a. 0., No. 123, Sumichrasti (Tehuakan), apropos (Mexiko) ;
derselbe, ebenda No. 132, S, 1.
Hybristes chrysopyga (Orizaba); E. Giglio-Tos, Boll. mus. d. zool. ed
anat. compar. Torino, VII, No. 123, S. 1.
Microdon aguilinus (Tuxpango); E. Giglio-Tos, Boll. mus. zool. ed anat.
compar. Torino, VH, No. 123, S. 2.
Melanostoma e^e^aw^ (Orizaba) S. 2, bellum S. 3; E. Giglio-Tos, a. a. 0.,
No. 132.
Mesogramma r(h)ombicum (Orizaba), diverstim, ciliatum (Tuxpango) S. 3,
comma (Mexiko) S. 4; E. Giglio-Tos, a. a. 0., No. 132.
Mesograpta Willistoni (Missiones, Argent.) ; F. L. A r r i b ä 1 z a g a , a. a.O., S. 54.
Mixogaster dimidiata (Tuxpango, Mexiko); E. Giglio-Tos, Boll. mus.
d. zool. ed anatom. compar., VII, No. 123, S. 1.
Nausigaster öonanews^Ä (B. A.); F. Lyncli-Arribälzaga, a.a.O., S. 254.
E. Giglio-Tos erkennt in der Art, für die er die n. G. Omegasyrphus
(s. d. vor. Ber. S. 143) gegründet hatte, Microdon coaretatus Low, hält aber
seine Gattung für berechtigt; Boll. d. mus. di zool. ed anat. compar. Torino,
VII, No. 118, S. 2 f.
Phalacromyia albitarsis (Missiones); F. Lynch- Arribälzaga, a. a. 0.,
S. 244.
Platynochaetus niger (Orizaba); E. Giglio-Tos, a. a. 0., No. 123, S. 6.
Die Gattung Holmbergia Lynch- Arrib. = Rhopalosyrphus Gigl.-Tos;
Giglio-Tos hatte seine Gattung auf dieselbe Art begründet (Güntherii),
wie Lynch -Arrib.; E. Giglio-Tos, Boll. d. mus. di zool. ed anat. compar.
Torino, VII, No. 118; vgl. den vor. Ber., S. 143; Lynch- Arribälzaga,
a. a. 0., S. 251.
Salpingogaster nova (Mexiko); E. Giglio-Tos, a. a. 0., No. 123, S. 7.
Sphaerophoria S2/»"P^"'ca (Orizaba) ; E. Giglio-Tos, a.a.O., No. 132, S. 2.
Syrplius (cf. Freyeri Heer Fig. 27), reciprocus S. 486, Taf. XIV, Fig. 28
(tertiär); B. Förster, a. a. 0.
Syrphus patagonus (Rio Gallegos); F. L. Arribälzaga, a. a. 0., S. 115,
lautus (Tuxpango), Saussurii (Orizaha); E. Giglio-Tos, a.a.O., No. 132, S. 2.
Temnocera spinithorax (Chaco in Azara; Missiones in Pirayguazü);
F. Lynch-Arribälzaga, a.a.O., XXXIV, S. 191.
Tropidia insularis (Ins. Antequera, im Paranä); F. L. Arribälzaga,
a. a. 0., XXXIII, S. 238.
W. ßateson hebt gegenüber Poulton, der in einem populären Werke
auf die Aehnlichkeit der beiden Varietäten Volucella bombulans und mystacea
mit ihren Wirthen Bombus muscorum und lapidarius hingewiesen hatte,
hervor, dass keineswegs die beiden Fliegenvarietäten sich in den Nestern der
Hummelarten entwickeln, denen sie jeweilig am ähnlichsten sehen; keine
Varietät von V. bombulans ist gleich B. muscorum, aber beide Varietäten
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 137
machen ihre Entwickelung bei B. muscorum, sogar in demselben Neste durch.
Ferner rügt Bateson, dass Poulton nicht erwähnt habe, dass V. pellucens, ohne
im mindesten einer Wespe zu gleichen, in Wespennestern lebt, wie die einer
Wespe ähnliche V. inanis, und die Hornissähnliche V. zonaria. Volucella
bietet daher 'in ihrem Verhalten zu Bombus kein überzeugendes Beispiel für
die sog. ,, aggressive Mimikry". Nature, 46, S. 585 f. — Vgl. dazu Poulton,
ebenda, 47, S. 28—30; Bateson, S. 77 f.; W. E. Hart, S. 78; Poulton,
S. 126 f.
V. testacea (Curagao, mit Temnocera megacephala Lw. einen Uebergang
zwischen Temnocera und Volucella bildend); F. M. van derWulp, Tijdschr.
V. Entom., XXXIV, S. 204, omochroma, furensl (Mexiko), Craverii (ibid.) S. 2,
flavissima (Orizaba), minima (ibid.), dichroica (Huastek), trigona (Orizaba),
hyaloptera (Tampiko), kirsata (Meztillan) S. 3, hispida (Orizaba), volucris (ibid.),
hystrix (Tuxpango), brevis (Meztillan), obesoides (Mexiko) S.4; E. Giglio-
Tos, a. a. 0., Ämbrosettii (Argentin.) S. 179, obscuripennis (ibid.) S. 180,
missioner a (ibid.), picturata (ibid.) S. 184; F. Lynch- Arribcälzaga, a. a. 0.,
XXXIV.
Conopidae. Brachyceraea n. g. (Antennis brevissimis, capitis dimidio
brevioribus ; art. 1. ant. brevissimo, 2. clavato, 3. brevi, obtuso ; rostro breviore
et crassiore quam in g. Physocephalo) für (Conops) brevicornis Low, V. v.
Röder, Eni Nachr., 1892, S. 366.
Conops ornatus (Mähe, Indien); J. M. F. ßigot, Bull. Soc. zool. France,
XVII, S. 211, ocellatus (Mexiko); E. Giglio-Tos, Boll. mus. zool. ed anatom.
compar., VH, No. 132, S. 5.
Dalmamiia vitiosa (Los Angeles County, Kalif.); D. W. Coquillett,
Entomol. News, III, S. 150, nebst analytischer Tabelle der (3) nordamerik. Arten.
Physocephala maxima (Mexiko); E. Giglio-Tos, a. a. 0., S.S.
V. v. Boeder gibt eine Beschreibung der 3 Stylo gast er -Arten, St,
stylatus ^., neglecta IVillist. aus Nordamerika und leonum Westw. aus Sierra
Leone und var. complexa J5«^. aus Port Natal; die Larven der amerikanischen
Arten leben nach WiUiston parasitisch bei Termiten; Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 286—288.
OestPidae. R. Blanchard handelt sur les Oestrides americains
dont la larve vit dans la peau de l'homme, Ann. Soc. Entom. France»
1892, S. 109—154 mit zahlreichen Holzschnitten. Er führt aus der Litteratur
30 Fälle an, wo Oestridenlarven in Hautgeschwülsten des Menschen in Amerika
beobachtet sind und bereichert dieselben noch um einige neue. Aus einer
Sichtung dieser Fälle geht hervor, dass in der intertropikalen Zone Amerikas
häufig Geschwüre in der Haut des Menschen dui'ch Oestridenlarven veranlasst
werden, die alle zur Gattung Dermatobia gehören. Unter diesen lassen
sich 4 Arten unterscheiden, deren keine auf den Menscihen aus-
schliesslich angewiesen ist; nur von einer Art ist die Imago bekannt
(D. noxialis Goudot), von den anderen kennt man nur die Larven, nach deren
volksthümUchen Benennungen sie benannt werden: 1, Ver macaque, die
Larve von D. noxialis (Maracaibo; Columbien; Honduras; S. Paolo, Bras.);
2, Torcel, mit Unrecht als die Larve von D. cyaniventris Macq. angesehen
(Mexiko; Costa Rica; Brasilien; Cayenne; Columbien); 3. Berne, ohne Beweis
als die Larve von D. cyaniventris angesehen (Columbien; Rio de Janeiro);
138 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
4. Ver moyocuil (Cayenue). Zur Unterscheidung dieser vier Larvenarten
ist eine analytische Tabelle entworfen.
2e et 3e Segments:
a. herisses de tres-fines spinules Ver macaque.
a'. lisses, sans spinules. — Bord posterieur du 8. segment
b. avec ränge de crochets en anteversion, ä la face
dorsale Berne.
b'. sans ränge de crochets. — Bord anterieur des 3. segment
c. avec ceinture de chrochets complete Torcel.
c'. ä ceinture manquant ä la face ventrale . . . . Vermoyocuil.
S. auch C. Parona, Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S. 313—315.
C. H. Tyler Townsend beschreibt Oestridenlarven aus Lepus artemisia
und L. callotis; die ersteren gehören Cuterebra, die letzteren Dermatobia an;
Psyche, VI, S. 298—300.
F. Brauer macht einige Bemerkungen über das sog. Stillstand-
stadium in der Entwickelung der Oestriden-Larven; Abh. zool. Bot.
Ges. Wien, 1892, S. 79 — 84. Bei gewissen Oestriden vergeht eine lange Zeit
von dem Erscheinen der neugeborenen Larve bis zu dem Punkte, wo sie an
ihrem gew'öhnlichen Aufenthaltsort ihres Wirthes zu finden sind. Für Cepheno-
myia, deren Larven wohl im August abgesetzt werden, waren bisher erst im
Januar Larven bekannt geworden, die von der frisch geborenen Larve durch
eine Häutung getrennt sind. (2. Larvenform.) Csokor fand nun in der Luft-
röhre des Rehs die wahrscheinlich ausgewachsene erste Larvenform. —
Bei Hypoderma Diana, die ihre Eier im Mai absetzt, sind bis jetzt Larven hn
Unterhautzellgewebe erst im folgenden Januar gefunden. Brauer verweist
nun auf die Beobachtung Curtice's (vgl. dies. Ber. f. 1890, S. 142) über
Hypod. lineata, w^elche die Lücke in dem Entwickelungsgang der Hypoderma-
larven ausfüllt; es würden dann nur die Larven von Oestromyia, die auf
Nagern (Hypudaeus) leben, sich von aussen unter die Haut einbohren.
Derselbe über die aus Afrika bekannt gewordenen Oestriden
und zwei neue Larven aus dieser Gruppe; Sitzgsber. kais. Ak.
Wissensch., math.-naturw. Classe, CI, Abth. I, S. 4—16, Taf. L In der Ein-
leitung tritt der Verfasser energisch dafür ein, auch auf Larven, wofern nur
die Larven gründlich bekannt sind, neue Gattungen begründen zu dürfen;
bei den Oestriden zumal, wo die Erforschung des Zusammenhanges zwischen
Larve und Imago selbst bei Hausthieren in einem Falle grosse Schwierigkeit
gekostet hat, wird man bei tropischen Formen noch längere Zeit sich auf die
Charakterisierung der Gattung durch die Larven beschränken müssen, wemi
nicht Reisende die leicht zu befolgenden Anleitungen Brauer's zum Erziehen
der Larven benutzen. Afi'ika ist selir reich an Oestriden, indem von Gastri-
colae 6 , Cuticolae 7 , Cavicolae 9 Larvenarten bekannt geworden sind ; dazu
kommen noch 2 zweifelhafte Arten. Die neu beschriebenen Larven gehören
den neuen Gattungnn Strobiloestrus und Dermatoestrus an.
Dermatoestrus (n. g.) strepsicerontis (Südafrika; aus der Haut von
Streps. capensis). F. Brauer, a. a. 0., S. 12, Fig. 1. Nur die Larve ist
bekannt. Sie wird mit der von Oestromyia verglichen, welche ebenfalls
kegeUge Fühler und Mundhaken besitzt. Bei Oestromyia stehen aber die
Fühlerwarzen dicht beisammen und haben zwei o zellenartige Punkte, liier
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 139
sind sie breit getrennt, mit nur einem o zellenartigen Ring; bei Oestromyia
sind die Segmente am Vorderrand mit rundlichen, schuppenartigen Gebilden,
hier mit kleinen Dornenwarzen besetzt. Der ganze Körper und die Yer-
theilung der Dornen gleicht der Larve von Oedemagena tarandi, deren Kopf-
ende aber ganz anders gebaut ist.
Pal(ae)oestrus (n. g.) oUgocenus (fossil) s. oben, Scudder, S.31.
Strobiloestrus (n. g.) antilopinus (Südafrika, aus der Haut von Oreotragus
saltatrix); F. Brauer, a. a. 0., S. 10, Fig. 2. Auch liier ist nur die Larve
bekannt, nach Vergleich mit Hypoderma im 2. Stadium. Mundhaken felilen.
Die Larve ist metapneustisch, der Körper keulenförmig, nach hinten verdünnt,
oben konkav, unten konvex; 2. — 5. Ring mit je 3 Paar Fortsätzen, die an den
vorderen Ringen mehr warzenartig, an den hinteren lappenartig erscheinen.
In Nordamerika istH. lineata die häufigste Hypoderma- Art; sie kommt
auf dem Büffel (Bison amer.?) vor; vielleicht fehlt H. bovis in Amerika; C. V.
Riley, Proc. Entom. Soc. Washington, VI, S. 212 f
Derselbe behandelt dieselbe Frage in Insect life, IV, S. 302 — 317, und
liefert die Beschreibung und Abbildung von Ei, Larve, Puparium und Imago
beider Arten.
Auch C. Curtis spricht auf Grund einer genauen Vergleichung von
Imagines und Larven aus, dass der Ox warble der Amerikaner H. lineata
sei, und wiederholt seine Beobachtungen, nach denen jimge Larven dieser
Fliege aufgeleckt werden, und so in den Oesophagus und von hier durch
aktive Wanderung unter die Haut gelangen (vgl. dies. Ber. f. 1890 S. 142 und
oben); Journ. of comparat. medic. and veterinary arcliives, XII, S. 265.
Taehinidae. R. H. Meade setzt seine annotated list of british Tachi-
nidae fort; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 17— 20, 35—39, 75—79, 93—97,
126—130, 150—153, 177—182, 210—212, 233-237, 259—262.
C. H. Tyler Townsend macht 4 Missbildimgen an den Abdominal-
segmenten von Tachiniden bekannt; dieselben fanden sich bei Echinomyia
Thomsoni Will. $, Hyphantrophaga Hyphantriae $ Twns.; Clytia flava Tivns. ^
und Eustomatodexia insulensis Twns. Entom. News, III, S. 166 f.
Atrophopalpus (n. g. Phytoin. Ceratomyiellae simile; palpi minimi
breviter filiformes, in setam longam desinentes) angusticornis (So. Florida);
C. H. Tyler Townsend, Entom. News, IH, S. 13L
Brachycoelia n. g. für (Tachina) ocypterina Zett.; R. H. Meade, a. a. 0.,
S. 260.
Besvoidia (n.g. Metopiae affine) /"wsca (GlanvillesWootton); R.H.Meade,
a. a. 0., S. 179.
Hyphantrophaga n. g., für (Meigenia) Hyphantriae (vor. Ber. S. 145);
C. H. Tyler Townsend, Psyche, VI, S. 247, vgl. ebenda S. 258 f.
Masistylum n.g. für (Pachystylum) arcuatum Mik] F. Brauer, Sitzgsb.
k. Akad. Wissensch. Wien, math.-nat. Classe, CI, Abth. I, S. 595; vgl. unten
bei Pachystylum.
Mierotachina n. g. für (Tacliina) nympharum Bnd.; J. Mik, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 115.
Anisia Vanderwulpi (Portland, Jamaika) ; C. H. Tyler Townsend, Entom.
News, III, S. 81.
140 Pli- ßertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Aphria angustifrons (Folkestone) ; R. H. Meade, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 114.
Aporia Limacodis (Ithaka, N. Y.); C. H. Tyler Townsend, Psyche,
VI, S. 275.
Blepharipeza nigrisquamis (Portland, Jamaika) ; C. H. Tyler Townsend,
Entomol. News, III, S. 80.
Brachyocoma Smerintki (England, aus Sin. Populi); R. H. Meade,
a. a. 0., S. 75.
Hyadesimyia clausa Bigot ist keine Oestride, sondern eine Tachinide;
die Art sarcophagidea gehört in eine andere Gattung, etwa Zelleria Und.;
J. Bigot, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 54.
Loewia glohosa (So. Florida) ; C. H. Tyler Townsend, Entomol. News,
III, S. 129.
Glaucophana Brau. = Neaera Brid.; J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 184 f.
Ueber Medoria (Morinia) corvina Mgn. {= Mor. nitida Boed. i. 1.) s.
V. V. Roeder, Ent. Nachr., 1892, S. 374— 376.
Miltogramma decisa (So. Florida); C. H. Tyler Townsend, Entomol.
News, III, S. 80.
Myothyria Vanderwul2n (So. Florida); C. H. Tyler Townsend, Entomol.
News, III, S. 131.
Pacliyophthalmus floridensis (So. Florida); C. H. Tyler Townsend,
Entomol. News, III, S. 80.
F.Brauer hat andere Ansichten über die Gattung Pachystylum
Mcq. als Mik; Sitzgsber. k. Akad. d. Wissensch. Wien, math.-uat. Classe, CI,
Abth. I, S. 593 — 607. Nach Brauer ist nämlich Pachystylum Jfc2. = Chaeto-
mera Br. & Berg.; Pseudopachystylum Mik ist auf Bremii Schin. (non Mcq.)
= (Pachyst.) angulatum Br. & Berg. = (Pseudop.) Wachtlii Mik zu be-
schränken; für Pach. arcuatum Mik wrd der Name Masistylum eingeführt
und für Pach. Letochae und fParabrachymera) rugosa Mik Brachymera
beibehalten. Die verschiedenen unter dem Gattungsnamen Pachystylum be-
schriebenen Arten vertheilen sich in die folgenden Gruppen:
Pachystylum Bremii Mcq.., (Chaetomera) fumipenne Br. & Berg, in Gruppe
Germaria.
Pseudopachystylum Bremii (Schin.) in die Gruppe Pseudopachystylidae.
Masistylum arcuatum (Mik) in Gruppe Pyrrhosiidae.
Brachymera Letochae (Mik), rugosa (Mik) in Gruppe Paramacro-
nychiidae.
Die Merkmale von Pachystylum 3Icq. und Masistylum Brauer werden in
einer vergleichenden Charakteristik nach den Arten P. fumipenne und M.
arcuatum (Mik) neben einander gestellt.
In einem Nachtrag ergänzt Brauer noch die Beschreibung von Pseudo-
pachystylum Bremii (Schin.) und erklärt Ps. Wachtlii 3Iik für ein abnormes
Weibchen dieser Art mit einer Orbitalborste, und P. angulatum B. B. für
ein gynandromorphes Weibchen ohne Orbitalborsten, aber mit je einer
Prävertikalborste; das normale Männchen hat keine Prävertikal- und keine
Orbitalborsten; das normale Weibchen je 2 Orbital- und je eine Prävertikal-
borste.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 141
Vgl. hierzu J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 245— 248.
Pachystylum arcuatum Mik würde nach der Eintheilung ßrauer's zu
den Thryptoceratinen gestellt werden können; J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892.
S. 182.
Phytomyptera Bnd. hat nur Marginalmakrochäten ; Ph. Halidayana Und.
ist wahrscheinlich eine Thrixion Brauer; J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 182 f.
Pseudohystricia exilis (Jamaika); C. H. Tyler Townsend, Entomol.
News, m, S. 146.
Saundersia ruhicunda (Neu Granada); F. M. van der Wulp, Tijdsckr,
V. Entomol, XXXIV, S. 206.
Scopolia sequax (Michigan, aus Agrotis fennica); Williston, A. J. Cook,
Notes from the entomolog. laboratory of the Michig. agric. College, S. 5,
mit Abb.
Dexiadae. Leptoda elegans (Java); F. M. van der Wulp, Tijdschr.
V. Entom., XXXIV, S. 207, PI. 12, Fig. 11, 12.
Sareophagidae. Sarcophaga opifera (Los Angeles, in Melanoplus
devastator) S. 22, Davidsonii (ebenda, Larve in den Eiernestchen von Phidippus
opifex) S. 24; D. W. Coquillett, Insect life, V, nebst Bemerkungen über die
Lebensweise anderer Arten; Helicis (Ohio, aus H. thyrol'des Say)\ C. H. Tyler
Townsend, Psyche, VI, S. 220.
Museidae. Lucilia sylvarum Meig. als Schmarotzer an Bufo
vulgaris; der von R. C. Mortensen beobachtete und berichtete Fall deckt
sich ziemlich mit dem von Duncker berichteten (dies. Ber. 1891, S. 146);
Zool. Anz., 1892, S. 193-195.
L. G. Guthrie beobachtete einen ähnüchen Fall; die Larven wurden
von Brauer für die von Calliphora erythrocephala oder vomitoria erklärt;
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 9—12.
Lyperosia (die Gattung ist durch die nur oben behaarte Fühlerborste
von Haematobia unterschieden) minuta (Obbia); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XII, S. 192.
Musca corvina var. Somalorum (Obbia; Uebi); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic.
Genov. (2. S.), Xn, S. 190.
Synamphoneura africana (Obbia); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic. Genova
(2. S.), XII, S. 190.
Anthomjdadae. P. Stein macht nach Durchsicht der Sammlung An-
gaben über die Anthomyiden der Fallen-Zetterstedt'schen Samm-
lung; Ent. Nachr., 1892, S. 321— 333.
Acyglossa diversa Und. in Blankenburg (Thüringen), Meiningen; V. v.
Roeder, Ent. Nachr., 1892, S. 206. — Mit dieser Art ist Anthomyia corvina
Loew synonym; S. 365f.
Anthomyia pwstZto (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 486, Taf. XIV, Fig. 31.
Coenosia (Caricea) Stroblii 31ik wahrschrinlich = brachialis Ryid.;
J. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 186.
Coenosia submaculata (Java) S. 208, ferruginea (ibid.) S. 209; F. M. van
der Wulp, Tijdschr. v. Entom., XXXIV.
Homalomyia corvina (Ivybridge; Dolgelly), Koioarzi (Matlock); G. H.
Verrall, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 149, hirticeps (Sachsen, Augen behaart)
142 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 70, barhata (ibid., Augen behaart) S. 73, latipalxns (Rügen, Taster erweitert)
S. 75; P. Stein, Wien. Ent. Zeitg., 1892.
0. Bidenkap fing ein Paar von Hylemyia coronata Zett. in copula
und beschreibt das bisher unbekannte Männchen ; Entom. Tidskr., 1892, S. 243.
G. del Guercio schildert die Lebensweise derMosca del Giaggiola
0 Hylemyia pullula Eond., deren Larven die Blüthen von Iris florentina,
auch germanica und pallida zerstören; Bull. Soc. Ent. Ital., XXIV, S. 321— 330,
2 Holzschn. — Die Weibchen legen Mitte April die Eier an die Knospe der
genannten Pflanze, nie mehr als höchstens 4 an eine Pflanze; die Larven
bohren sich in die Knospe ein und zerstören dieselbe. Nach 15—20 Tagen
findet die Verpuppung statt; die Imago zeigt sich im August; es kommt nur
eine Generation vor.
Limnophora Zetterstedti (Aasgardstrand); 0. Bidenkap, Entomol. Tidskr..
1892, S. 245.
F. Kowarz beschreibt die (16) europäischen Arten der Gattung Lispa
Latr.j unter denen leucomelaena (Sarepta), candicans (Aegina) S.36, convexiuscula
(Sizilien) S. 48 neu sind; 8 weitere Arten waren dem Verfasser unbekannt ge-
blieben; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 33-54.
Phorbia seneciella (Wimereux, aus Blüthenköpfchen von Senecio jacobaea;
England, aus S. aquaticus); R. H. Meade, Bull. Soc. Entom. France, 1892,
S. CXVI. — Ueber die Entwicklungsgeschichte dieser Art macht A. Giard,
ebenda, S. CXVII — CXX, einige Angaben. Die Fliege zeigt sich gegen Ende
Juni, und die Weibchen sind etwa 4 bis 5 mal so zahlreich wie die Männchen;
sie legen gewöhnlich ein Ei in ein Blüthenköpfchen. Die Larve veiTäth ihre
Anwesenheit durch einen kleinen Pfropfen eines weissen, schaumigen Schleimes,
der ihr hinteres Ende einhüllt. Im August ist sie erwachsen ; zur Verwandlung
lässt sie sich gewöhnlich zur Erde fallen, und die Nymphe überwintert. Es
gibt nur eine Generation im Jahr. In ihr schmarotzt Bracon variator Nees.
COPdyluridae. Cleigastra suisterci (Nordamerika; Larve im Schweine-
koth); Towusend, Canad. Entomologist, XXIII; s. Proc. Entom. Societ.
Washington, II, S. 164.
Seiomyzidae. Neottiphilum praeustum (Mgn.) in Blankenburg (Thüringen)
gefangen; die Gattung steht am besten bei den Dryomyzinen; V. v. Boeder,
Ent. Nachr., 1892, S. 204 f.
Tetanocera preciosa S. 487, Taf. XIV, Fig. 32, contenta S. 488, Fig. 33,
(tertiär); B. Förster, a. a. 0.
Ortalididae. Lagarosia (n. g. Mischogastro affine; statura gracilis,
frons lata, ocelli approximati; antenn. art. 3. subelongatus, arista plumata;
palpi subincrassati; macrochaetae mesothoracis desunt; scutellum quadri-
setosum; abdomen subcoarctatum ; pedes graciles, nudi; femora mutica, inter-
media versus apicem attenuata; tibiae sine seta apicaü, intermediae calcaratae;
alae latae, hyalinae, nigrofasciatae ; vena auxiliaris proxima ven. subcostali;
venae cubitalis et discoidalis parallelae, angulus posterior cellulae basahs
inferioris acutus) lacteata (Java) S. 211, PI. 12, Fig. 13, striatella (ibid.) S. 213,
Fig. 14; F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entom., XXXIV.
Trypetidae. Platyparea poeciloptera ScJirnk. in Westpreussen;
C. G. A. ßrischke, Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd.,
1. Heft, S. 21.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 143
C. G. A. Brischke erzog aus gelben Maden, die in den Hagebutten der
Rosa canina sich vom Fruchtfleisch nährten, Tryp eta continua ilf^r.; Schrift,
d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd., 1. Heft, S. 21 f.
Sapromyzidae. Homoneura (n. g., cum Minettia seta plumosa con-
veniens, venis auxiliari et subcostali approximatis distinctum) jo/cea (Java);
F. M. van der Wulp, Tijdschr. v. Entomol., XXXIV, S. 214, PL 12, Fig. 15, 16.
Sapromyza Mikü (Scheiblsee, Steiermark) S. 155, styriaca (Admont, Ge-
säuse) S. 156; G. Strobl, Wien. Ent. Zeitg., 1892.
Opomyzidae. Opomyza punctella Fall, hat konstant in beiden Ge-
schlechtern zwei (bisvf eilen auch 3) vordere Queradern an den Flügeln;
Sintenis, Sitzgsber. Naturf. Gesellsch. Dorpat, IX, S. 481 — 483; vgl. dazu
auch Wien. Ent, Zeitg., 1892, S. 177—180.
Ephydridae. Paralimna jamwa (J.); F. M. van der Wulp, Tijdschr.
V. Entomol., XXXIV, S. 215, PI. 12, Fig. 17—19.
Dposophilidae. Drosophila nigropunctata (Java); F. M. van der Wulp,
Tijdschr. v. Entomol, XXXIV, S. 216.
Oscinidae. Chlorops taeniopus im Sommer 1891 in Dalarne;
H. Hedström, Entomol. Tidskr., 1892, S. 201— 203.
Kornflugan, Chlorops pumilionis Bierk. (Chi. taeniopus Meig.),
Naturgeschichte, Schaden, Feinde; SvenLampa, ebenda, S. 257 — 274, Taf. 7.
Kohlrausch meldet, dass ein Schwärm von Chlorops taeniopus im
September 1892 in der Weinlaube einer nach Süden gelegenen Wand mehrere
Wochen lang sich aufgehalten habe, bis die Kälte die Thierchen z. Th. tödtete,
z. Th. ins Innere des Gebäudes trieb, wo sie die Wände buchstäblich bedeckten
und ihre Leichen auf dem Boden eine vollständige Schicht bildeten. (Ob die
Benennung richtig ist, lässt der Verfasser selbst fraglich; von anderen Arten,
z. B. nasuta, ist ein Massenauftreten in Gebäuden wiederholt gemeldet; inter-
essant ist hier der Nachweis, dass die Thiere nicht in dem Gebäude ilire
Entwickelung durchgemacht hatten, sondern von aussen eingedrungen waren;
Ref.); Jahrb. d. natm'w. Vereins .... Lüneburg, XII, S. 106 — 108.
Om slökornflugan (Oscinis frit L.). Ett gif-akt tili Sveriges kor-
nodlare af Chr. Au ri villi us; Entomol. Tidskr., 1892, S. 209—224.
Agpomyzidae. Agromyza Lappae Loew neu für Schweden; Sven
Lampa, Entomol. Tidskr., 1892, S. 117 mit Holzschn.
ZuCacoxenus indagator Liv. s. Mik, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 182.
BoPboridae. Coelopa aequatorialis (Obbia); M. Bezzi, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XH, S. 194.
Phoridae. In einem zur Kenntniss und Verbreitung der Pho-
riden Oesterreichs betitelten Aufsatz in Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 193
bis 204, bringt G. Strobl die (28) Arten seiner Sammlung in Gruppen und
fügt Bemerkungen über Zeit und Ort ihres Vorkommens hinzu. Als neue
Formen beschreibt er Ph. vitripennis Meiy. var. albohalterata , crassicosta n. sp.
(Admont) S. 194, erythronota (ibid.) S. 195, spinosissima (Seitenstetten) S. 196,
unispinosa Zell. var. distinguenda (ibid.; Melk) S. 198, pseudoconcinna n, sp.
(Seitenstetten) S. 199, nitidifrons i\V\([.; Kalocsa) S. 200, pulicaria Fall, (wozu
rufipes Meig., heracleella Bouche, nigra Meig., tubericola Frfld., luctuosa Meig.,
pumila Meig. als Varietäten gezogen werden) var. nigripes, var. monochaeta
S. 202, xanthosona n. sp. (Gesäuse).
144 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Pupipara.
lieber die Gattung Trichobius Gerv. i. 1. s. Entom. News, III, S. 177;
Gervais hatte in seinem Atlas de Zoologie, . . ., Paris 1844, diesen Namen
angewandt; vgl. den vor. ßer. S. 149.
Hippobosca rufipes Olfers verfolgt nicht nui* Pferde, sondern liess
sich auch wiederholt auf dem Nackendes Reisenden nieder; W. L. Distant,
A Natural, in the Transvaal, S. 244.
Aphaniptera.
Typhlosylla pentactenus Kol. in England, auf Vespenigo noctula;
E. Saunders, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 66 f.
Lepidoptera.
F. Rutil bearbeitet die paläarktischen Grossschmetter-
linge und ihre Naturgescliichte; LeijDzig, E. Hej^ne; vollständig
in 75 Lieferungen. — Es liegt mir die 1. Doppel-Lieferung (1. u. 2.)
vor, in welcher der Verfasser eine weit aushebende Einleitung gibt
und den beschreibenden Theil mit den Papilioniden beginnt. Die
Einleitung behandelt die muthmassliche Ableitung der Schmetter-
linge und ihr erstes Auftreten auf der Erde, ihre Verbreitung von
einzelnen Punkten aus, geographische Verbreitung, Entwickelungs-
geschichte und die Praxis des Fanges und der Sammlung.
In dem beschreibenden Theil ist die Bearbeitung der Papi-
lioniden begonnen und zum grössten Theile durchgeführt. Die
Diagnose ist etwas knapp gehalten und nimmt z. B. auf den Bau
der Vorderbeine keine Rücksicht; das von der Puppe entlehnte
Merkmal (vieleckig) kommt einer grossen Zahl von Rhopaloceren,
aber nicht allen Papilioniden zu.
Die spezielle Beschreibung bezieht sich, mit dem Ei beginnend,
auf alle Stände, wo dieselben bekannt sind. Sehr ausführlich sind
auch die Varietäten, Säsonformen, Aberrationen, und die geogra-
phische Verbreitung behandelt, und so befriedigt das Werk, nach
diesen ersten Lieferungen zu urtheilen, die Ansprüche des Sammlers.
Eine (nicht sehr günstige) Besprechung von H. Rebel s. Stett,
Eni Zeitg., 1892, S. 349—354.
Von Exotische SchmetterHnge von Dr. 0, Staudinger und
Dr. E. Schatz; IL Theil: Die Familien und Gattungen der
Tagfalter, systematisch und analytisch bearbeitet, ist die 6. (Schluss-
Lieferung), nach dem Tode Schatz' von J. Roeber bearbeitet und
herausgegeben; Fürth, 1892 ; S. 225—284, Taf. 43—50, mehrere Holz-
schnitte im Text. Das vorliegende Heft bringt den Schluss der Saty-
riden, die Libytheaden und die Lycaeniden; die Hesperiaden bleiben
aus verschiedenen Gründen vorläufig ausgeschlossen. Somit ist
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 145
dann ein Werk vollendet, das von keinem, der sich mit der Be-
stimmung exotischer Schmetterlinge zu beschäftigen hat, unbenutzt
gelassen werden darf.
In einem Vorwort legt Röber seine Anschauungen über die
sog. Mimikry dar. Die ähnlichen Formen aus verschiedenen
Gattungen oder Familien sieht er nicht als Nachäffungen an, sondern
erklärt die Aehnlichkeit durch gleiche Entwickelungsrichtung von
Alters her; er nennt denn auch (gleich Hähnel) diese angeblich
„mimetischen" Formen Parallelformen.
Seitz hielt einen Vortrag über die Wechselbeziehungen
zwischen der Ordnung der Schmetterlinge und den Menschen
(Frassschäden, Giftigkeit der Haare einiger Raupen ; Gespinnste der-
selben); 28. Ber. d. Oberhess. Gesellsch. f. Natur- und Heilkunde,
S. 117 f.
W. Bateson stellte Versuche on Variation in the colour
of Eriogaster lanestris and Saturnia Carpini an; Trans. Ent.
Soc. London, 1892, S. 45 — 52. Die Cocons der genannten Arten
sind gewöhnlich dunkelbraun, kommen aber auch hell vor, und
Newman und Poulton glaubten sich überzeugt zu haben , dass auf
einer weissen Unterlage die Cocons hell, in dunkeler Umgebung
dunkel würden. Bateson fand aber, dass die Farbe der Umgebung
keinen Einfluss auf die Farbe der Gespinnste habe; die weissen
Cocons wurden dann verfertigt, wenn die Raupen beim Beginn des
Einspinnens gestört waren. Sie entleeren dann aus dem After eine
braune, klebrige Flüssigkeit, und es ist wahrscheinlich, dass diese
über den gesponnenen Cocon ergossen wird und ihn braun färbt.
Diejenigen Exemplare, die vor dem Einspinnen gestört werden, ent-
leeren diese Flüssigkeit vorzeitig, und haben sie nach Fertigstellung
des Cocon nicht mehr zm* Verfügimg. — vgl. Proc. Cambr. Phil.
Societ., VH S. 251; Naturw. Rimdschau, VH, S. 247.
Derselbe stellte further experiments on Variation in the
colour of Cocons, pupae, and larvae an; ebenda, S. 205 — 214.
— Versuche mit Sat. Carpini bestätigen das oben mitgetheilte
Resultat, und ferner, dass die braun färbende Masse aus dem Ver-
dauungsapparat stammt, wahrscheinlich ein Derivat vom Chlorophyll
ist und durch den Mund, vielleicht auch After, entleert wird. —
Mit Raupen und Puppen von Vanessa Urticae stellte Bateson
Versuche an mit denselben Resultaten, die Poulton erhalten hatte;
dessen Schlussfolgerungen, bezw. theoretischen Spekulationen ver-
sagt er aber meistens seine Anerkennung. Eben so wiederholte
Bateson die Versuche mit Raupen von Amphidasys betularia mit
demselben Erfolge : solche Raupen, welche ihr ganzes Leben hindurch
ausschhesslich zwischen grünen Blättern und grünen Zweigen ge-
halten wurden, waren vorwiegend grün, solche, welche zwischen
dunkelen Blättern gehalten Avurden, waren dunkel gefärbt.
E. B. Poulton theilt die von L. J. Gould i. J. 1890 und 91
angestellten Experiments on the colour-relation between certain
lepidopterous larvae and their surroundings, together with
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.H. H.2. K.
146 Ph- Bertkan: Bericht über die wisseiiscbaftlichen Leistungen
some other observations on lepidopteroiis larvae mit; ebenda,
S. 213 — 246, PL XL Zu den Versuchen dienten die Raupen von
Rumia crataegata, Catocala nupta, Fraxini; Mamestra Brassicae;
angeschlossen sind Bemerkungen über eine mögKche Schutzhaltung
von Rumia crataegata, über die rothen Flecken von Smerinthus-
Raupen und über die Schmackhaftigkeit auffallender Raupen. Die
drei erstgenannten Raupen nahmen in verschieden gefärbter Um-
gebung eine dieser entsprechende, obwohl nicht immer mit ihr
übereinstimmende Färbung an; M. Brassicae blieb unter allen Um-
ständen dunkelbraungrün. — Die Raupen von R. crataegata, und
zwar die braungefärbte Varietät, setzten sich, wenn sie am Faden
hingen, oft in eine rasch drehende Bewegung; vielleicht liegt hier
eine schützende Aehnlichkeit mit einem, an einem Spinnfaden
hängenden und im Winde sich bewegenden Zweig oder Blattstück
vor. — Raupen von Diloba coeruleocephala und Cucullia Verbasci
wurden von einer Dohle verschmäht; solche von Acronycta psi und
Bombyx Rubi von Anguis fragilis und Zootoca vi"\apara.
Derselbe: Further Experiments upon the colour-
relation between certain lepidopterous larvae, pupae,
cocoons, and imagines and their surroundings; ebenda,
S. 293 — 487, PI. XIV, XV. Diese Experimente beziehen sich auf
die Raupen von Mamestra Brassicae; Hadena ochracea; Euplexia
lucipara; Catocala sponsa, electa, elocata, Fraxini; Ennomos
angularia; Selenia lunaria; Ephyra omicronaria; Melanippe mon-
tata; Boarmia roboraria; Geometra papilionaria; Phigalia pilosaria;
Crocalis elinguaria; Hemeroplüla abruptaria; Rumia crataegata;
Amphidasys betularia, und in den meisten Fällen war eine Ab-
hängigkeit der Farbe der Raupe von der Umgebimg nachzuweisen;
Puj)pen von Vanessa Urticae, Jo, atalanta, polychlorus, Cardui;
Argynnis paphia; Pieris Brassicae, rapae; auch hier liess sich eine,
meist sympathische, Beeinflussung der Farbe der Puppe durch die
der Umgebung nachweisen; über die Cocons der Schmetterlinge;
im Allgemeinen ist die Farbe derselben unabhängig von der Um-
gebung, bei Halias prasinana besteht aber eine sympathische Be-
einflussung; über die Imago von Gnophos obscurata; dieselbe
zeigte keine verschiedene Färbung nach verschiedener Lichtbehandlung
der Raupe und Puppe.
A. B. Griffith stellte an recherches sur les couleurs de
quelques insectes; Compt.Rend., CXV, S.958f. Papiho, Parthenos,
Limenitis, Hesperia, Ino, Halias, Larentia, Cidaria haben in ihren
Flügeln alle dasselbe Pigment, das in heissem Alkohol und Aether
unlöslich ist, durch Kochen in angesäuertem Wasser aber aus-
gezogen wird und beim Eindampfen als amorphes Pulver sich aus-
scheidet. Es hat die Zusammensetzung 0^ Hja Az« Ojo und ist
eine zweibasische Säure. Durch längeres Kochen mit Wasser zer-
fällt es in Harnstoff, AUoxan und Kohlensäure, und bei längerer
Einwirkung von kochender Salzsäure zerfällt es in Harnsäure,
Kohlensäure und Wasser. Cn H12 Azg 0^, = 2C5 H4 Az^ O3 -|- CO2
im Gebiete der Entomologie wälnend des Jahi'es 1892. , 147
-j- 2H2O. Griffith schlägt den Namen Schmetterlingssäure (acide
lepidopteriqiie) für diese Substanz vor.
F. Urech theilt Beobachtungen über einen grünen Farb-
stoff in den Flügelchen (nicht in den Schuppen) der Chry-
salide von Pieris Brassicae mit; Zool. Anz., 1892, S. 281 — 283.
Derselbe stellte Beobachtungen über die zeitliche Suc-
cession des Auftretens der Farbenfelder auf den Puppen-
flügelchen von Pieris Brassicae an; ebenda, S. 284 — 290, 293
bis 299. In dem ursprünglicli auf der ganzen Fläche weissen Flügel
tritt zuerst die gelbe und dann die schwarze Farbe auf.
Derselbe theilt seine Erfahrungen über Eigenschaften der
Schuppenpigmente einiger Lepidopteren-Species mit; ebenda,
S. 299 — 306. Nach der Natur der Farbe unterscheidet er 1. Schuppen,
welche nur chemischen Farbstoff enthalten ; 2. die auch Interferenz-
farben zeigen; 3. die nur Interferenzfarben zeigen; 4. Schuppen,
deren Farbenerscheinung auch noch durch die Unterlage bedingt
ist (die blau und violett erscheinenden Schuppen der Vanessa- Arten
erscheinen z. B. nur über dunkelem Grimde so); 5. verschieden ge-
färbte, sich überdeckende Schuppen zeigen oft die Mischfarbe; z. B.
in dem Auge auf der Oberseite der Htfl. von Papil. Machaon sieht
man einen lilarothen sichelförmigen Streifen zwischen den blau und
den roth gefärbten Partieen.
J. Th. Ou dem ans macht eine km-ze Mittheilung über die
Färbung der Puppe von Pieris Brassicae in Folge verschiedener
Belichtung der sich verpuppenden Raupe: Die Puppen auf lichtem
Untergrund hatten wenig schwarzes Pigment entwickelt; die auf
dunkelem dagegen viel. Tijdschr. Nederl. Dierk. Vereenig., (2. S.),
m, Versl., S. XCIV.
F. Merrifield stellte noch weitere Untersuchungen an über the
effects of artificial temperature on the colouring of several
species of Lepidoptera, with an account of some experiments on
the effects of light; Trans. Ent. Soc. London, 1892, S. 33—44. —
Merrifield experimentierte noch mit Piatypt, falcataria; Vanessa
Urticae; Bombyx Quercus und var. Callunae; Arctia caja, und erhielt
bei diesen dieselben Resultate, wie früher bei Selenia lunaria, illu-
naria, illustraria; Ennomos autumnaria: die in kälterer Temperatur
gehaltenen Raupen und Puj)pen Heferten dunkeler gefärbte Imagines;
sehr kalte Temperatur erzeugte auch viele Krüppel. Bei Papilio
Machaon, Podalirius; Thais Polyxena; A. paphia; D. vinula; T. or-
bona und B. cynthia übte verschiedene Temperatur keinen Einfluss
auf die Färbung aus. — Imagines von Sei. illustraria und B. cynthia,
die aus Puppen, die verschiedener und verschiedenfarbiger Beleuchtung
ausgesetzt waren, ausgeschlüpft waren, Hessen keine Verschiedenheit
in der Färbung wahrnehmen.
R. Berger bringt Beiträge zum Melanismus der Schmetter-
linge; Soc. Entom., VI, S. 190; Vü, S. 20, 27, 35, 44, 52, 59.
148 • Pli- Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
üeber E. Haase: Untersuchungen über die Mimicry auf
Grundlage eines natürlichen Systems der Papilioniden , werde ich
berichten, wenn das ganze Werk vollendet ist.
J. Portschinsky liefert die Fortsetzung von Lepidoptero-
rum Rossiae' biologia; III. Coloration marquante et taches
ocelles, leur origine et leur developpement; Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 258—411, Taf. II, IE, mit zahlreichen Textfiguren. Der
Text ist russisch.
In einer Notiz über die Mitteldarmzellen der sich ver-
puppenden Schmetterlingsraupen meldet J. Frenzel, dass der
bei der Raupe aus gelben Krümeln bestehende Inhalt der Mittel-
darmzellen vor und während der Verpuppung rothe Tropfen und
Krystalle sei; Zool. Jahrb., Abth. f. Anat. etc., V, S. 267—270, Taf. 20,
Fig. 12—17.
E. Holmgren stellte an histologiska studier öfver nagra
Lepidopterlarvers digestionskanal och en del af deras körte-
lartade bildningar (Hautdrüsen, Darmkanal mitMalpigh'. Gelassen,
Spinndrüsen). Die Untersuchungen wurden vorgenommen an Raupen
von Vanessa Urticae; Sphinx Ligustri; Bombyx Rubi; Harpyia bifida;
Phragmatobia fuliginosa; Agrotis segetum; Amj)hidasys betularia;
EntomoL Tidskrift, 1892, S. 129—170, Taf. I— VI.
F. Heim untersuchte das aus den Rückenwarzen der Raupen
von Saturnia pavonia abgeschiedene Sekret. Dasselbe ist wasserklar,
ohne geformte Bestandtheile, stark sauer und enthält kein Eiweiss,
wohl aber kohlensauren Kalk. Die Borsten, bei deren Abbrechen
ein Tropfen dieser Flüssigkeit austritt, dienen wohl zur Verteidigung.
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XLVIII f.
E. Verson berichtet über eine postlarvale Neubildung von
Zelldrüsen (!) beim Seidenspinner; Zool. Anz., 1892, S. 216 f.
Während im Hinterleib des Seidenspinners im Allgemeinen die
larvale Hypodermis in die imaginale übergeht, findet dort, wo die
Verpuppung mit einer Reduktion der Körperoberfläche einhergeht (Ven-
tralabschnitt der 2 ersten Abdominalsegmente, Abdominalfüsse) ein
theilweiser Zerfall der larvalen Hypodermis statt. Diese Zerfallprodukte
rücken im späteren Puppenstadium unter die Hautmusculatur und
kleiden den grösseren Ventralabschnitt des 3. — 5. Hinterleibssegments
aus. Sie vermehren sich lebhaft durch amitotische Theilung, schwitzen
zeitweise an ihrer Oberfläche ein erkennbares Sekret aus und gehen
im Imagostadium einem allmählichen Schwunde entgegen. — Ueber
denselben Gegenstand handelt derselbe in Bull. Soc. Entom. Ital.,
1892, S. 1- — 16, Tav. I: Altre cellule glandulär! di origine
postlarvale (Cellule glandulär! epigastriche).
E. Bataillon („Sur le determinisme physiologique de la meta-
morphose chez le ver ä soie" , Compt. Rend. , CXV, S. 61 — 64) be-
schreibt die Aenderungen im Kreislauf der Seidenraupe vor der
Verpuppung. Vom Tage des Einspinnens an tritt eine Umkehr in
der Richtung des Blutstroms im Herzen ein, indem die Bewegung
im Gebiete der Entomologie während des Jahi'es 1892. 149
von vorn nach hinten erfolgt (circulation inverte). Diese Art der
Bewegung dauert etwa 10 Minuten und unterbricht die normale
etwa alle halbe Stunden. Allnicählich gewinnt dieselbe die Ueberhand
und dauert am Tage vor der Verpuppung 40 Minuten auf 5 Minuten
normale Bewegung. Während der 3 — 4 Stunden vor dem Abstreifen
der Haut beginnt die Kontraktion des Rückengefässes in der Mitte
seiner Länge, und von hier aus schreitet je eine Kontraktionswelle
nach vorn und nach hinten fort (circ. indifferente). Diese Art der
Bewegung ist von kurzen Perioden normaler Bewegung unterbrochen.
0. H. Latter stellte in Verfolg einer vor 45 Jahren von Merri-
field gemachten Beobachtung fest, dass die Imagines von Dicran-
ura vinula eine Lösung von Kali erzeugen und (wahrscheinlich)
durch den Mund entleeren, womit sie den sehr harten Cocon auf-
weichen. Die Oberhppe trägt zwei scharfe Fortsätze, mit deren
Hülfe in den Cocon ein Loch gebohrt wird, um der Imago einen
Ausweg zu verschaffen. Diese behält ein mittleres Stück (Stirn und
Augen) der Puppenschale als Schild, bis die Imago vollständig aus-
geschlüpft ist. — Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 287—292,
Holzschn.
G. F. Hampson handelt on stridulation in certain Lepi-
doptera, and on the distortion of the bind wings in the males of certain
Ommatophorinae ; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 188—193, mit
6 Holzschn. Die Männchen von Aegocera tripartita lassen beim
Fluge einen knackenden Ton hören; das Knacksen wiederholt sich
in Zwischenräumen etwa einer Sekunde. Die Männchen dieser Art
besitzen nun am Vorderrande des Flügels eine von Schuppen ent-
blösste Stelle, an der die Flügelhaut aufgetrieben und quergerippt
ist, die Rippen sind am stärksten am Vorderrande und die Costa
und Subcostalnerven sind durch diese Stelle nach hinten umgebogen.
Die Unterseite der Tarsen der Vorderbeine sind dicht mit Stacheln
besetzt. Ueber diese Stacheln streichen beim Fluge die Rippen der
aufgeblähten Stelle der Vorderflügel, und so entsteht der Ton, der
durch die als Resonanzboden wirkende erweiterte Flügelhaut ver-
stärkt wird. — Bei der nahe verwandten australischen Gattung
Hecatesia findet sich der Costalrand der Vorderflügel des Männchens
auf die Unterseite umgefaltet und unterhalb desselben und mehr
nach dem Flügelrande hin als bei Aegocera findet sich ebenfalls
eine von Schuppen entblösste Stelle der Flügel. Diese ist der Länge
nach in der Mitte vertieft, und von dem Kiel dieser Vertiefung gehen
nach vorn und hinten Rippen aus. Diese Rippen bringen hier in
Verbindung mit Dornen der Mitteltarsen wahrscheinlich einen Ton
hervor. Beim Fhegen lässt der Schmetterling ein Summen ähnlich
einer Hummel hören. — Bei Ageronia haben beide Geschlechter an
der Basis der Vorderflügel an der Unterseite einen birnförmigen,
sackartigen Anhang mit 2 Chitinhaken, am Thorax finden sich
ebenfalls 2 Chitinhaken, und diese bringen mit den anderen beim
Fluge den knackenden Ton hervor, der durch den Sack verstärkt
wird. — Bei den Männchen von Patula ist der vordere Theil der
150 PIj- Bertkau: Bericht über die wii^seiischaftlichen Leistungen
Hinterflügel, der vor Rippe 4 liegt, nach oben umgeschlagen, von
drüsiger Beschaffenheit und dicht mit äusserst feinen und langen
Haaren angefüllt. Bei Argiva ist die drüsige Falle sehr klein, aber
es ist auch RiiDjDe 4 hineingezogen, so dass Rippe 3 die Spitze der
Hinterflügel erreicht. Hampson schliesst hieraus, dass dieses Organ,
unzweifelhaft ein Duftorgan, bei Argiva früher einmal noch stärker
entwickelt war als bei Patula und dann verkümmert ist.
A. Spuler bringt Beiträge zur Phylogenie und Ontogeuie
des Flügelgeäders der Schmetterlinge; Zeitschr. f. wissensch.
Zoolog., 53., S. 597—646, Taf. XXV, XXVI. Der Verfasser findet
einen einheitlichen Plan des Flügelgeäders bei verschiedenen Insekten-
ordnungen ausgeprägt. Derselbe besteht darin, dass Vorder- und
Unterflügel gleichartig gebildet sind, aus einem (grösseren, vorderen)
Spreitentheil und einem (kleineren, hauptsächhch dem Hinterrande
angehörigenj Faltentheil bestehen. Im Spreitentheil, der durch eine
von der Basis zum Rande verlaufende Ader (V) vom Faltentheil ab-
gegrenzt ist, verlaufen 5 Längsadern (I — V) von der Basis zum
Vorder- und Aussenrande des Flügels, von denen die 2. (II) Aeste
an den Vorderrand abgibt und wie die folgenden sich einmal oder
wiederholt gabelt (H, i, 2, 3...)- (In dem Faltentheil verlaufen auch
eine oder mehrere Längsadern; aber diese Adern sind von geringerer
phyletischer Bedeutung und werden nicht weiter berücksichtigt.) In
diesem ursprünglichen Zustande findet sich das Flügelgeäder an
Vorder- und Hinterflügel bei Orthopteren (Blatta), Rhynchoten
(Fulgora), Neuropteren (Philopotamus, Stenophylax) und Lepidopteren
(Micropteryx, Hepialus). Bei den Imagines der meisten Schmetter-
linge ist es nicht mehr vertreten, ist aber im Puppenzustande
durchlaufen worden und deshalb Subimaginalstadium genannt.
Aus diesem Subimaginalstadium geht das definitive Geäder dadurch
hervor, dass III sich mit II (4,r,) verbindet und in der Nähe der
Gabelungsstellen Illg mit III3 und III3 mit IV durch Queradern ver-
bunden worden, wodurch die Umgrenzung des Diskoidalfeldes voll-
endet wird; indem IL, und II4 sich auf eine kurze Strecke anein-
anderlegen, wird die sog. Anhangszelle abgeschlossen. Die basalen
Theile von III verschwinden, (ebenso z. Th. die Adern des Falten-
theils); V ist nur eine schwache Falte im fertigen Flügel.
Der Verfasser führt nun ferner das Geäder einer grösseren
Zahl von Klein- und Grossschmetterlingen auf dieses Schema zurück,
wobei in manchen Fällen auch das Geäder, wie es sich in den ver-
schiedenen Altersstufen der Puppe findet, zur Erklärung heran-
gezogen wird. In diese Einzelheiten, die zudem ohne die Flügel-
zeichnungen nicht verständlich wären, kann hier nicht eingegangen
werden. Nur sei noch erwähnt, dass nach dem Flügelgeäder
die Talaeporien zu den Tineinen gehören, wie auch jetzt schon
allgemein angenommen wurde, dass aber ausser den Talaeporien
auch Epichnopteryx und ein Theil der Fumea- Arten dann zu den
im Gebiete der Entomologie wälnend des Jahres 1892. 151
Tineinen gestellt werden müssten. Indessen wiederräth Spuler einer
solchen Trennung der Psychiden in Macro- und Microlepidoptera und
spricht sich für eine Aufrechthaltung der Familie in dem weiteren
Umfange (Psyche, Epichnopteryx, Fumea, Talaeporia) aus. — Vgl,
auch unten bei Papilioniden. — Besprochen von A. Seitz, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, 8.238—241.
W. Petersen schreibt über die Ungleichzeitigkeit in der
Erscheinung der Geschlechter bei Schmetterlingen; Zool.
Jahrb., Abth. 'für Systemat. etc., VI, S. 671^ — 679. Der Verfasser
macht zunächst auf die auch bei Schmetterlingen zu beobachtende
Thatsache aufmerksam, dass die beiden Geschlechter derselben Art
sich ungleichzeitig entwickeln und zwar so, dass Proterandrie die
Regel ist. Er legt sich dann die Frage vor, welche Bedeutung
diese Erscheinung habe, und kommt nach Verwerfung anderer Er-
klärungen zu dem Schlüsse, dass dieselbe die Inzucht verhindern
solle. Da nämlich in der Erscheinungszeit verschiedener Brüten der-
selben Art immer kleine Verschiedenheiten auftreten, so werden in
Folge der Proterandrie die Weibchen der Brut A wohl mit Männchen
einer Brut B, C, nicht aber mit denen der eigenen Brut zusammen-
treffen, und so kann bei Arten, deren Männchen bedeutend früher
erscheinen, jede enge Inzucht vermieden werden. Entsprechend
der Dichogamie der Zwdtterblüthen phanerogamer Pflanzen nennt
Petersen diese Erscheinung bei Schmetterlingen (und anderen
Insekten) Dichogennese.
Eine Bestätigung für die Richtigkeit seiner Erklärung findet
der Verfasser in der Thatsache, dass Proterandrie ausgeprägt in
solchen Fällen sich zeigt, wo auf andere Weise leicht Inzucht statt-
finden würde. So bei Arten, deren Weibchen, oft ungeflügelt, träge
sind und oft erst bei der Eiablage zum Fluge sich anschicken; bei
solchen, deren Eier klumpen weise abgelegt werden und wo auch
die Raupen sich nicht weit zerstreuen und oft noch lange nester-
weise zusammenleben; endlich bei Arten, die in Folge geringer
Flugfähigkeit an eng begrenzte Bezirke gebannt sind, wie es bei
den Lycaeniden der Fall ist. — Arten, die nicht auffallend proter-
andrisch sind, sind durch auffallende Flugfähigkeit ausgezeichnet,
und haben die Gewohnheit, sofort nach dem Verlassen der Puppen-
hülle die engere Heimath des Larvenlebens zu verlassen.
Da nun im Allgemeinen die Inzucht nachtheilig ist, so ist die
Entstehung der Dichogennese auf dem Wege der natürlichen Zucht-
wahl verständlich. Wenn beispielsweise bei den Schmetterlingen
die Weibchen einer Brut, welche in der Entwickelung sich etwas
verspätet hatten, mehr Aussicht hatten, mit Männchen einer anderen
Brut eine kräftigere und lebensfähigere Nachkommenschaft zu er-
zielen, so konnte diese individuelle Eigenthümlichkeit auf dem Wege
der Selektion gesteigert werden, indem sie von den Weibchen auf
die weiblichen Nachkommen vererbt wurde,
152 Ph- Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. S. Packard handelt on scale-like and flattened hairs
of certain lepidopterous larvae; Ann. a. Mag. N. H. (6), IX,
S. 372 — 375, Holzschn. Ausser bei der wohlbekannten Acronycta
Alni fand Packard scliuppenälinliche Haare in den Haarbüscheln
von Gastropacha quercifolia und G. americana; ähnliche Haare
kommen vor bei Clisiocampa proxima, in den Seitenbüscheln von
Heteropacha Rileyana und in weiter, Aäelleiclit allgemeiner Ver-
breitung bei den behaarten Eulenraupen. Packard sieht in diesem
Vorkommen ein Beispiel der beschleunigten Entwickelung von Haaren
im Larvenstadium.
Biologisches über Lepidopteren von J. Schernhammer
beschreibt die Jugendstände von Mamestra Serratilinea Tr. vom Ei
an, imd die Raupen von Stegania dilectaria Hh] Jahresber. d. Wien.
Entom. Ver., HI, S. 21—23.
A. S. Packard: On the larva of Lagoa, a Bombycine
Caterpillar with seven pairs of abdominal legs; with notes on its
metameric glandulär abdominal processes; Zool. Anzeig., 1892, S. 229
bis 234. — Packard kommt hier noch einmal auf die Raupe von
Lagoa zu sprechen, welche ausser den normalen Bauchfüssen an
dem 3. — 6. und 10. Abdominalsegment noch ungewöhnliche und mehr
verkümmerte Bauchfüsse am 2. und 7. Segment hat. Ferner tragen
die 7 ersten Hinterleibssegmente jederseits 3 drüsige Zapfen, die mit
Brennhaaren besetzt und den Drüsen von Hemileuca und Hyperchiiia
ähnlich sind, aber nicht, wie diese, eingezogen werden können.
Diese Drüsenzapfen, von denen 2 über und emer unter dem
Stigma stehen, werden homologisirt (!) mit den Prothorakalhörnern
der Papilioraupen, den ausstülpbaren Drüsen von Hyperchiria und
Hemileuca, den ausstülpbaren ventralen und dorsalen Abwehrdrüsen
anderer Schmetterlingsraupen, den prothorakalen Stinkdrüsen der
Phasmiden u. s. w. , u. s. w. In der grösseren Beinzahl und der
regelmässigen metameralen Wiederkehr dieser Drüsenzapfen sieht
Packard den Beweis für die archäische Natur der genannten Larve.
No. II der Reiseskizzen von A. Seitz beschäftigt sich haujDt-
sächlich mit den Besuchern von Lantana; Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 228—238.
J. N. Williams erwähnt Raupen, die ihre kleineren Genossen
verzehrten, was von mehreren Eulen- und Spannerraupen bekannt
ist; The Nature, 46, S. 128; vgl. R. Mc Lachlan, ebenda, S. 151.
G. W. Müller theilt Beobachtungen an im Wasser lebenden
Schmetterlingsraupen mit (Hydrocampa njanj^haeata ; Cataclysta
Lemnae; 2 Cataclysta und 1 Paraponyx-Art aus Brasilien). Zool.
Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., VI, S. 617—630, Taf. 28. Die Raupe
von Hydrocampa nymphaeata hat in der ersten Hälfte ihres Raupen-
lebens (vom Ausschlüpfen aus dem Ei im Juli und August bis nach
der Ueberwinterung) eine Hautathmung; ihre Stigmen sind ge-
schlossen, und sie ist allseitig vom Wasser umspült. Erst nach
dieser Zeit wird das aus Blattstückchen verfertigte Gehäuse, in
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 153
welchem sie wohnen, mit Luft gefüllt, die Stigmen haben sich ge-
öffnet, und es findet nun eine Luftathmung statt. Mit dieser Aenderung
geht auch eine Aenderung der Skulptur der äusseren Haut nebenher ;
bei den jungen Käupchen ist die Haut mit kleinen, halbkugeligen
Hervorragungen bedeckt, bei den luftathmenden mit kegelförmigen
Höckern, zwischen denen längere Erhöhungen hervorragen; diese
letztere Bekleidung schützt die Haut vor dem Benetzen durch Wasser.
Der Uebergang von der Haut- zur Luftathmung findet wahrscheinlich
in der Weise statt, dass schon vor der Häutung, welche beide
Stadien trennt, das Gehäuse der Raupe mit Luft sich füllt. — Die
Puppe hat 3 offene Stigmenpaare (2. — 4. Hinterleibssegment), während
die übrigen Stigmen geschlossen sind. Bei Cataclysta Lemnae (lemnata)
findet ebenfalls ein solcher Wechsel von Haut- und Luftathmung
statt, und damit ist auch eine Aenderung in der Skulptur der Haut
verbunden. Die Hautathmung dauert aber hier nur bis zur zweiten
Häutung. Vor derselben wird das Wasser in dem aus Lemna
zusammengeklebten Gehäuse durch Luft verdrängt. Die Puppe hat
ebenfalls 3 offene Stigmenpaare.
Die Puppen von 2 brasilianischen Cataclysta -Ai'ten, die in
Podostemonstengeln sich finden, haben nur 2 offene Stigmenpaare.
Sie liegen in einem länglichen Sack, dessen unterer Abschnitt luft-
dicht mit Gespinnst ausgekleidet, und gegen den oberen Theil durch
2 gegenüberhegende, nach aussen sich öffnende Klappen aus Gespinnst
abgeschlossen ist. Die Puppe befindet sich in dem unteren Theile,
den Kopf unter der Thüre. Der obere Theil ist ebenfalls mit luft-
haltigem Gespinnst ausgekleidet, aber oben offen, auch die Wände
sind durchbrochen, so dass das Wasser frei durchströmen kann.
— Der Schmetterling geht zm^ Eiablage ins Wasser und muss in
der heftigsten Strömung längere Zeit verweilen, bis die 7 — 800 Eier
regelmässig pflastersteinartig abgelegt sind.
Die Raupen dieser brasüianischen Cactaclysta- Arten besitzen,
im Gegensatz zu C. lemnata, wenigstens in den späteren Entwickelungs-
stadien, Tracheenkiemen; dasselbe ist mit einer nicht näher zu be-
stimmenden brasilianischen Paraponyx-Raupe der Fall, die sich hierin
der P. stratiotata und oryzahs nähert. Die Kiemen, selten einfach,
gewöhnlich in mehrere, bis zu 5, Aeste getheilt, stehen jederseits in
3 Längsreihen, einer suprastigmalen, hoch über den Stigmen, einer
infrastigmalen, dicht unter den Stigmen, und einer pedalen, dicht
über der Basis der Füsse gelegenen. In der supra- und infrast.
Reihe steht am 2. — IL Segmente eine Kieme am vorderen (ant.)
und eine nahe dem hinteren (post.) Segmentrand; m der pedalen
gcM^öhnlich nur eine am hinteren Segmentrand. Die Zahl und
Zusammensetzung der Kiemenbüschel steigt imLaufe derEntwickelung,
indem z. B. im drittletzten (jüngsten beobachteten) Stadium in der
suprast. Reihe die ant. fehlen, post. einfach; infrast. die ant. zwei-
theilig, post. einfach, pedalen zweitheilig sind; im vorletzten suprast.
ant. zweitheilig, post. zweitheilig; infrast. ant. dreitheilig, post. zwei-
theiHg; im letzten Stadium sind in der suprast. Reihe die ant. drei-
154 I*h- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
tlieilig, post. zweitheilig, in der infrast. ant. 4 — Stheilig, post.
dreitlieilig, pedalen dreitheilig. Bisweilen kommen in der pedalen
Reihe einfache Kiemen vor; sehr selten an den beintragenden
»Segmenten.
Diese Raupe findet sich bei Blumenau imd an der Küste bei
Porto hello in flachen Gräben an einem Grase, aus dessen Blättern
sie sich eine Hülle bereitet. Sie schneidet zunächst das obere Ende
des Blattes quer ab, macht dann in angemessener Entfernung (etwas
über Körperlänge) in das Blatt von beiden Seiten her Querschnitte,
so dass der obere Theil gegen den unteren umklappen muss, wobei
Oberseite auf Oberseite fällt, verklebt die Seitenränder und schneidet
dann die Röhre am unteren Ende ab. Das Gehäuse gewährt der
Raupe nicht nur Schutz, sondern Kefert auch den zmii Athmen
nöthigen Sauerstoff'. — Die Puppe hat 3 Paare offener Stigmen.
Rhopalocera exotica; bemg illustrations of new, rare and
unfigured spezies of butterflies. By H. Grose Smith and W.
F. Kirby. Vol. I. London, 1887 — 1892. Der erste Band dieses mir
nicht zugänglichen Werkes enthält auf 60 Tafeln die kolorirten Ab-
bildungen von 185 Arten. — Vgl. Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6) X,
S. 332 f.
F. J. M. Heylaerts setzt die Beschreibung der Heterocera
exotica, nouvelles especes des Indes Orientales Neerlandaises,
fort; Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 7—16, 43—48.
A synonymic catalogue of Lepidoptera heterocera; by
W. F. Kirby, Vol. I: Sphinges and Bombyces. Containing the
füll synonymy of every species described up to May 1892, and a
complet alphabetical index of genera. London, 1892, Guerney and
Jackson.
Aanteekeningen over exotische Lepidoptera door P. C.
T. Snellen, Tijdschr. v. Entomol., XXXV, S. 1—23, PI. 1, beziehen
sich auf Euploea Alcathoe Moore (= Doubledayi Feld.; als Danais
Alcathoe (tcU. ist von Felder w^ahrscheinlich melancholica Bt/tl. an-
gesehen worden); Eupl. Durrsteini Stgr. (= mesocala Sn. v. Voll. $);
Debis (Zophoessa) goalpara Moore (= Satyrus Hyrania Kollar)]
Debis manthara Feld. (= samio Doubl. Hew.); Catuna (Jaera)
duodecimpunctata Snell. (= Aterica clorana Dn/ce); Atella sinha
Koll. (wohl nicht Varietät von egista); Melitaea msLCiilsita B rem. cf-
Grey (die von Lucas für diese Ai't aufgestellte Gattimg Timeiaea
wird besser begründet); Gatt. Godartia Lvc. Wesüv. (von Herrich-
Schäffer, der die Gattung nach den Angaben Lucas' einreihte, am
unrechten Platz aufgeführt; enthält die Arten Eurinome Gram.,
Madagascariensis Luc, Crossleyi Ward, Tiberius Grose- Smith; an-
seUica Butl. ist eine Var. von Eurinome Crum.., für welche Hübner
die Gattung Euxanthe aufgestellt hatte; God. Trajanus Ward bildet
eine besondere Gattung); Pieris Descombesi Boisd. (kennt SneUen
nur von Indien und Cochinchina; die von Snellen v. Vollenhoven
unter diesem Namen beschriebene Art ist der Mann von P. zebuda
im Gebiete der Entomologie wählend des Jahre?* 1892. 155
Hewits. ; diese Art, sowie Descombesi und belisama gehören in die
G. Cathaemia IJ.-Sch.); die G. Nemeta WIk. (gehört zu den Cochlio-
podiden); G. Atossa Moore (der Name kann nicht bestehen bleiben
da Thomson früher eine gleichnamige Käfergattung aufgestellt hat
die Chalcosia palaearctica Stgr. ist mit A. Nelcinna Moore congenerisch
es ist Snellen nicht unwahrscheinlich, dass sie eine Geometrine ist)
Nyctemera Ludekingii S?ieU. v. Voll. (LeptosomaLudekingii); Nelcynda
orciferaria ( Vr//;.), Jlet/l. (ist eine Drepanuline, abg. Fig. 1). Metecia
cornifrons Snell. (Gattung und Art nochmals beschrieben und abg.
Fig. 2j; Plusia oxygramma 11 hn. (wahrscheinlich nicht in Amerika,
sondern nur in Südasien heimisch); Micronia (= Strophidia FIbn.
ist keine Geometrine); Acidalia lumenaria Ilühn.-ijeyer ist keine
Acidalia und auch nicht aus Nordamerika, sondern Zanclopteryx
zincaria Guenee aus Ostindien); Drymoea Butl. (ist keine Lithosine,
sondern eine Geometrine).
Von der 1891 von der Akademie zu Philadelphia nach Grönland
ausgeschickten Expedition wurden 286 Schmetterlinge mitgebracht,
die zu folgenden Arten gehören: Colias hecla; Argynnis chariclea;
Lycaena aquilo; Dasychira groenlandica; Plusia parilis; Anarta
Richardsoni, Zetterstedti ; Glaucopteryx polata, Sabinii; je eine
weitere Anarta- und Glaucopteryx -Art, sowie eine Varietät von
Colias hecla sind als neu beschrieben. H. Skinner & L. W. Mengel,
Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 156—159.
The tropical faunal element of our southern Nym-
phalinae systematically treated; S. H. Scudder, Proc. Amer.
Acad. arts a. sciences, XXVII, S. 236 — 251. Es sind die Gattungen
Victorina, Anartia, Eunice, Diaethria, Mestra, Smyrna, Coea, Historis,
Marpesia, Amphichlora.
W. Schaus liefert descriptions of new species of Lepi-
doptera Heterocera from Brazil, Mexico and Peru; Parti;
Proc. Zooh Soc. London, 1892, S. 272— 291, 318—341.
H. Rebel zählt in einem Beitrag zur Microlepidopteren-
fauna des canarischen Archipels 63 Arten auf, beschreibt die
neuen und stellt eine Tabelle der geographischen Verbreitung der
canarischen Mikrolepilopteren auf; Ann. k. k. naturh. Hofmuseum,
Wien, VII, S. 241—284, Taf. XVII.
R. Püngeler ergänzt die Beschreibung der von Failla Te-
daldi 1890 aufgestellten Schmetterlingsarten; s. dies. Ber. für 1890,
S. 162 (Sesia Staudingeri; Xanthia gilvago ab. innotata gehört zu
X. sulphurago; Stilbia anomala ab? ist eigene Art, St. Faillae;
Caradrina Calberlae; Mamestra Brassicae ab. straminea, ,,Hetero-
morpha" Ragusae gehört in eine besondere Abtheilung von Orthosia;
Metopoceras maritima); II Natural. Sicihano, XI, S. 17 — 23.
A. Metzger führt in einem Beitrag zur Lepidopteren-
Fauna von Friesach in Kärnthen 256 Grossschmetterlinge, ge-
sammelt vom 2. Juni bis 11. Sept. auf; Jahresb. d. Wien. Entom.
Ver., m, S. 27—35.
]5G Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
L. Pozzi beginnt in seinen Note lepidotterologiche eine
Ergänzung des Fiori'schen Verzeichnisses aus der Fauna Modenas;
bis jetzt sind (117) Rliopalocera und die Heterocera einschl. Noctuina
aufgeführt; Atti Soc. Natur. Modena, XXVII, S. 1—11.
Butterflies of fhe Riviera; F. Bromilow, Nizza (Galig-
nani), 1892.
In einem Beitrag zur Lepidopteren- Fauna Südtirols,
insbesondere der Umgebung Bozens, zählt H. Rebel 181 inter-
essantere Arten, vorwiegend Kleinschmetterlinge auf, und versieht
dieselben mit Notizen. Abhandl. Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 509
bis 536.
Einige für die Schweiz noch neue Lepidopteren sind
Agrotis Huguenini Rüld, erythrina Rhr. (bisher nur aus dem süd-
lichen und westlichen Franki'eich bekannt); Nola togatulahs Ilbn.]
F. Rühl, Mitth. Schweiz, entom. GeseUsch., VIII, S. 367.
H. Knecht erwähnt den Fund von Bombyx populi var. alpina
Zell. Bold, am Simplon; ebenda, S. 367.
M. Standfuss beschreibt (2) neue Formen der Macro-
lepidopteren aus dem Alpengebiet; ebenda, S. 368 — 370;
Hiptelia Lorezi Stdgr. S. 370.
F. Rühl schildert weiter die Macrolepidopteren-Fauna
von Zürich und Umgebung; Soc. Entom., VI, S. 163, 173, 181;
VII S. 18, 26, 34, 42, '50f., 58, 69, 75, 84, 94, 116, 142.
Macker u. Fettig liefern ein 2™^ Supplement au catalogue
des Lepi dopte res d'Alsace; Mitth. d. naturhist. GeseUsch. in
Colmar, (N. Folge), I, S. 87—97.
F. J. M. Heylaerts gibt eine 9. liste supplem. des Macrolepid.
de Breda . . ., No. 611 — 625, darunter Drepana harpagula Esp. für
die Niederländische Fauna neu. Die Schmetterlinge von Breda
neigen sehr zu melanitischen Aberrationen; Tijdschr. v. Entomol.,
XXXIII, Versl., S. XXXV— XXXIX.
A. Schmid führt 22 für Regensburg neue Schmetterlinge auf
und stellt einen Regensburger Raupen-Kalender zusammen
(für die Monate März - November ) ; Berichte d. Naturw. Vereins
Regensburg, III. Heft, S. 37—310.
Die Makrolepidopteren der Dresdener Gegend (Fort-
setzung); H. Steinert, Iris, V, S. 395—423.
A. Fuchs widmet den Macrolepidopteren der Loreley-
Gegend eine 3. Besprechung; Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk. 45,
S. 85 — 106. (Epinephele Janira L. ab. cinerascens Fnchs; Pararge
megaera L. ab. mediolugens Fnchs; Zygaena camioLica Scop. ab.
flaveola Esp.?; Lithosia caniola Hb. ab. complanoides Fuchs; Spilo-
soma Urticae S. V. ab. paucipuncta Fvchs; Bombyx trifolii S. W.;
Ammoconia vetula B. var. mediorhenana Fuchs; Hadena porphyrea
Fsp,^ lateritia Esp.^ monoglypha Ilvfn. var. uniformata Weym., var.
pallida Fuchs; Tapinostola musculosa Hh.\ Leucania Scirpi Dup.]
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 157
Stilbia anomala IIw.] Catocala fulminaria Scop. (paranympha />.);
Hypenodes costaestrigalis Stph.; Eupithecia horticolaria n. sp.
C. von Hormuzaki theilt Lepidopterologische Beob-
achtungen in der Bucovina mit; Ent. Naclir., 1892, S. 305
bis 321.
Leon C. Cosmovici bringt eine contribution ä l'etude de
la faune entomologiqiie roiimaine; Le Naturaliste, 1892, S. 254
bis 256, 264, 280f.
C. A. Teich macht Mittheilungen über einige in Livland
gefundene Schmetterlinge; Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 355 — 359.
(Smerinthus tremulae Tr.; Lasiocampa Pini; in der Puppe derselben
fand sich neben einer grossen entwickelten Schlupfwespe ein ver-
krüppelter weibhcher Falter; Cymatophora or; Tapinostola Hell-
marnii Ev. ; Cabera exanthemata var. unicolorata ; Eupithecia sinuosaria
Ev.] Cochylis badiana Hb.\ Penthina sauciana //6. , pyrolana var.
alhimacidcma] Tinea angustipennis H.-S.; Wockia funebrella Hein.;
Cerostoma nemorellum L.; Psoricoptera speciosella; Gelechia per-
spersella Wock. ; Tebenna raschkiella Z. ; Stagmatophora ponipo-
sella Z.).
J. Sparre-Schneider schildert die Lepidopterenfauna' en
pa Tromsoen og i naermeste omegn; Tromsee Museums Aars-
hefter, XV, S. 1 — 156, mit 1 Taf. Das Gebiet umfasst die kleine
Insel Tromsoe und das mit dem ,,Fl0fjeld" (2000 — 2500') am festen
Lande der Stadt gerade gegenüljerliegende Tromsdal, im Ganzen
ein Areal von kaum 15 n kil. Auf diesem Gebiet sind 134 Schmetter-
linge gefunden (13 Rhopaloc. , 2 Sphinges, 4 Bombyces, 13 Noctu.,
29. Geom., 11 Pyral., 28 Toctric, 30 Tin., 2 Micropteryg., 2 Ptero-
phor.). Von Lycaena argyrognomon wird eine, von Cidaria sub-
hastata 3 Aberrationen, von Cid. fluctuata eine (unsymmetrische)
Monstrosität abgebildet; von Erebia ligea ^ ist die Vertheilung der
Duftschuppen und vergrösserte Abbildungen derselben von dieser
Ai't und von E. adyte und euryale gegeben.
L. Krulikovski: Opit kataloga tscheschnekrilich ka-
sanskoi gub. IL Sphinges et Bombyces. Bull. Soc. Imp. Natur.
Moscou, 1892, S. 17— 48. — 50 Sphinges, 117 Bombyces. Vgl den
Ber. f. 1890, S. 163.
0. Staudinger verzeichnet Lepidopteren des Kentei-
Gebirges (östlich von Kiachta, an der Grenze der sibirischen
Provinz Transbaikalien und der chinesischen Mongolei); Iris, V,
S. 300—393.
Der 5. der Beiträge zur Kenntniss der Lepidopteren-
Fauna des Amurlandes von L. Graeser, BerHn. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 209—234 beschäftigt sich mit No. 978—1022.
Derselbe beschreibt Neue Lepidopteren aus Central-
Asien; ebenda, S. 299—318.
158 Pli- Bertkau: Bericht über flie wissenschaftlichen Leistungen
A. Rogenliofer charakterisirt die Schmetterlingsfauna von
Westclima und Tibet als fast rein paläarktisch , mit Vertretern der
indischen Region, die durch einzelne Papilio- Arten der Mencius-,
Podalirius- und Raddei-Gruppe, sowie die Gattung Armandia, Arten
von Chalcosiaden , Hesperiaden und Charaxes ihr ein theilweises
tropisches Gepräge aufdrücken. Besonders stark sind in ihr die
Arten der Gattung Pararge vertreten. Sitzgsb. Zool. bot. Ges. Wien,
1892, S. 55.
Lepidoptera nova . . . Asia centrali . . . auct. S. Alphe-
raky; Hör. Soc. Entom. Ross., XXVI, S. 444—459.
Catalogue of Eastern and Australian Lepidoptera hete-
rocera in the collection of the Oxford university Museum. By
colonel C. Swinhoe. Part I. Sphinges aud Bombyces. (Clarendon
Press, 1892). „Dieser Band ist der 1. Theil eines Katalogs der
Heteroceren der orientalischen und australischen Region aus der
Sammlung des verstorbenen W. W. Saunders, welche vor 15 Jahren
von dem Oxforder Museum erworben wurde und hauptsächlich von
den von Wallace während seiner bekannten Reisen im Indischen
Archipel gesammelten Stücken besteht; sie sind von dem ver-
storbenen F. Walker in seinem Katalog des Britischen Museums
beschrieben. Seit Walker's Anordnung der Sammlung ist sie un-
berührt geblieben und von den Lepidopterologen wenig beachtet
worden, so dass eine Neuordnung und eine Vergleichung der Typen
in hohem Grade nöthig geworden ist. Diesem nützlichen Werke
hat sich Swinhoe mit grossem Geschick unterzogen. Alle Typen
sind ins Britische Museum gebracht worden, ihre Synonymie ist
sorgfältig festgestellt und jede Art in die zugehörige Gattung und
Familie eingereiht worden; manche sind auf den 8 farbigen Tafeln
abgebildet." . . . (Nature, 47, S. 53; ich habe selbst diesen Katalog
nicht gesehen).
The fauna of British India, including Ceylon and Burma. Publ.
under the authority of the secretary of State for India in Council.
Edited by W. F. Blanford. „Moths." Vol. I. By G. F. Hampson;
London, Taylor & Francis, 1892. — ^i^iel Sorgfalt ist auf die
Klassifikation der Motten verwendet, und die einleitenden Seiten
sind eingenommen von Einzelheiten im Bau, welche durch Holz-
schnitte des Kopfes, der Fühler, Beine, Geäders erläutert sind.
Hierauf folgt ein Stammbaum der Motten und eine analytische
Tabelle, die sich hauptsächlich auf das Geäder und die Fühler stützt.
Hampson nimmt 34 Familien an, von denen die 23 ersten, ent-
haltend 1158 Arten, in dem vorliegenden 1. Bande behandelt sind;
es sind die Familien, die gewöhnhch unter den Sphinges und
Bombyces begriffen werden, nach der vom Verfasser angenommenen
Reihenfolge die Saturniadae bis Hypsidae. Einige wichtige Bom-
byciden-familien indess, Arctiadae, Agaristidae, Uraniadae, sind Rü-
den 2. Band aufgehoben worden, w^ährend andere von etwas zweifel-
hafter Stellung, wie die Cymatophoridae , Thyrididae, Sesiadae,
Tinaegeriadae , in diesen 1. Bd. aufgenommen sind. Die Reihe der
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 159
Motten wird geschlossen mit den Tineinen, Pterophorinen und
Alucitinen, wie bisher üblich war, obwohl Hamjjson im übrigen
ein ganz neues System ausgearbeitet hat, bei dem z. B. die Satur-
niaden an die Spitze der Motten gestellt werden.
Jede Familie und Unterfamilie ist knapp charakterisiert, und
gewöhnlich mit der Abbildung einer Larve illustriert. Hierauf folgt
eine Tabelle zur Bestimmung der Gattungen mit Synonyma, Ver-
breitung und kurzer Charakteristik; meist ist ein Vertreter jeder
Gattung in Holzschnitt dargestellt." (Nach dem Referate von W.
F. K. in Nature; 47, S. 387 f.; ich habe das Werk selbst nicht
gesehen).
Liste . . de 57 Lepidopteres rec. au Bengale occidentale . . .
par H. Robbe; Ann. Soc. Entom. Belg. 1892, S. 122—131.
Gh. Swinhoe fährt in der Beschreibung von new species of
Heterocera from the Khasia hills (39— 73) fort; Trans. Entom.
Soc. London, 1892, S. 1—20, PL I.
N. Manders zählt the butterflies ofRawal Pindi and the
Murroe hills (Punjab) auf; Entom. Monthl. Magaz., 1892, S. 88—92,
130—132.
H. J. Elwes bringt P. H der Butterflies colL ... in the
Naga and Karen hills; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 617 bis
664, PI. XLin, XLIV (Lycaenidae; Hesperiadae).
P. C. T. Sn eilen macht aanteekeningen over eene verzameling
(69) Lepidoptera . . van . . Flores; Tijdschr. v. Entom., XXXIV,
S. 229-256,Pl. 14.
J. Roeber führt in einem Beitrag zur Kenntniss der indo-
australischen Lepidopterenfauna, ebenda, S. 261—334, die
von 2 Sammlern im Laufe eines Jahres gelegentlich auf verschiedenen
Inseln (Ceram, Goram, Flores, Key, Timor etc.) gesammelten
Arten auf.
B.Hagen zählt in einem Beitrag zur Kenntniss der Rho-
paloceren der Insel Banka 224 Arten auf; Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 139—158.
W. Rothschild macht Notes on a collection of Lepi-
doptera made in southern Celebes; . . . Iris, V, S. 429 — 442.
A. G. Butler: On a collection of Lepidoptera from
Sandakan, N. E. Borneo; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 120
bis 133, PL VI.
Gh. Oberthür schreibt eine Etüde sur une collection de
Lepidopteres formee sur la cote de Malabar et ä Ceylan,
die durch die von dem Sammler (E. Deschamps) gemachten Auf-
zeichnungen über die Raupen und ihre Verwandlung besonderes
Interesse erregt; Mein. Soc. Zool. de France, 1892, S. 237—252.
W. Doherty stellt a list of the Butterflies of Engano
auf, with some i'emarks on the Danaidae; Journ. Asiat. Soc. Bengal,
Vol. LX, Part II, S. 4—32, PL I, Fig. 1—4 (58 A.).
IGO Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
W. Doherty macht Bemerkungen über die butter flies of
Sumba and Sambawa . . . nebst allgemeinen Notizen über die
Ethnologie und Zoologie dieser Inseln; Journ. Asiat. Soc. Bengal,
Vol. LX, Part. II, S. 141— 197, PI. IL Die Schmetterhngsfauna
beider Inseln ist etwas verschieden, indem von den austromalayischen
und papuanischen Formen Sumba's nur v^enige auch auf Sambawa
sich finden. Ornithoptera naias und Danais haruhasa sind die be-
merkenswerthesten dieser Arten, die beiden Inseln gemeinsam sind.
Papilio maremba, der mit geringen Aenderungen von Java bis
Timor vorkommt, hat auf Sumba einen völlig verschiedenen Stell-
vertreter; von je neun auf Sumba und Sambawa vorkommenden
Danais-Aj'ten sind 6 beiden gemeinsam, je 3 verschieden.
Da die trockene und die Regenzeit auf den genannten Inseln
und in Indien mit einander vertauscht sind, so erscheinen auf ihnen
die Augenlosen Formen (der trockenen Saison) von Satyriden dann,
wenn in Indien die Augentragenden auftreten. Auf Sambawa ei'zog
Doherty beide Formen aus der Regenzeitform; Puppen, neben
welchen in den Kasten ein nasser Schwamm gelegt war, lieferten
nur die Augentragende Form.
Auf beiden Inseln wurden ungefähr 140 Tagschmetterlinge ge-
sammelt, von denen 130 Arten von Sumba aufgezählt sind; Sam-
bawa-Arten sind nur beiläufig zur Illustration der geographischen
Verbreitung aufgeführt.
Aanteekeningen over Lepidoptera schadelijk voor het
suikerriet door P. C. T. Snellen. Der Inhalt dieser Mittheilung ist
schon 1890 in den Mededeel. van het proefstation voor suikerriet in
West-Java erschienen, wird aber von dem Verfasser in der richtigen
Voraussicht, dass jene landwirthschaftlichen Mededeelingen den
meisten Entomologen unbekannt bleiben werden, in der Tijdschr.
V. EntomoL, XXXIV, S. 341—356, PL 18, 19, noch einmal ver-
öffentHcht.
Th. P. Lucas macht Bemerkungen on Queensland and other
Australian Lepidoptera, with descriptions of new species ; Proc.
Linn. Soc. New South Wales, (2.), VI, S. 277—306.
No. 5 von E. Meyrick's Revision of Australian Lepi-
doptera, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2.), S. 581 — 678,
beschäftigt sich mit der „Familie" der Selidosemidae, welchen
letzteren Namen Meyrick statt Boarmiadae anwendet, und beschliesst
damit die Revision der S^Danner. Die Strophidiaden, die der Ver-
fasser früher mit den Spannern vereinigt, gehören zu den Spinnern,
wie er sich jetzt überzeugt hat. Die 5 zu den Spannern gehörenden
Familien werden zweckmässig in folgende Ordnung gebracht: Hy-
driomenidae, Monocteniadae , Desmobathridae, Geometridae, Seli-
dosemidae.
Derselbe handelt on new species of Lepidoptera; Trans,
a. Proceed. New Zealand Institut., XXIV, S. 216 — 220.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. IQl
P. C. T. Snellen bespricht Saalmüller- v. Heyden Lepi-
dopteren von Madagaskar, und maclat Anmerkungen dazu; Tijdschr.
V, Entom., XXXV, S. 73 — 80. (Bryophila oculata ist eher eine
Erastria; Leucania circulus eine Meliana; Amyna paradoxa ist
= selenampha Gitence\ Orthosia gemella keine Orthosia, vielleicht
Calymnia; Elyptron n. g. mit Calymnia zu vereinigen; Polia maura
wegen der behaarten Augen keine Polia, vielleicht Phlegetonia;
Appana rosacea = Charidea V-brunneum Guenee- Hndena aenea
ist Mischart; die eine = modestissima SnelL, die andere eine Snellen
unbekannte; Acontia luteola = gratiosa WaUengr.; Ac. puellula
und sororcula sind keine Acontia; Metachrostis robusta eine Thal-
pochares; Eutelia exquisita =: Eurhipia Bowkeri Feld. ^ Rogenh.;
Oraesia cuprea = Hartmanni Möschl.] Hemiceras Guenee ist als
Notodontiden - Gattung erkannt; H. hieroglyphica Saahn. kann in
Arcyophora Guenee gestellt werden; Alamis albangula = subcinerea
SnelL; Alamis lituraria wahrscheinlich = Remigia congregata Walli.^
aber keine Remigia; Anophia discistriga, trispilosa = leucomelas
Clerck^ Ramburii Ramb.; Melipotis mahagonica in die Gatt. Bolina
Dup.^ Guen.J.
G. Weymer beschreibt (27) exotische Lepidopteren aus
dem afrikanischen Faunengebiet; Stettin. Ent. Zeitg., 1892,
S. 19—125.
W. J. Holland liefert descriptions of some (17) new species
ofAfricanLepidoptera; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6) X, S. 284 — 294.
Chr. Au ri villi US liefert die Fortsetzung seines Verzeichniss
einer aus Gabun und dem Gebiete des Camerunflusses
heimgebrachten Schmetterlingssammlung; Entomol. Tidskr.
1892, S. 181—199 mit einigen Holzschn. Enthcält No. 227—273
des Verzeichnisses; Sphinges und ein Theil der Bombyces.
0. Staudinger zählt (147) Lepidopteren aus Tunis auf,
die im Februar, März, April gesammelt waren'; Iris, V, S. 247 — 300.
Lirimiris mechanica (Loja); P. Dogniu, Le Naturaliste, 1892, S. 169.
Marsyophora dissimüipennis (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892,
S. 123.
Stigma isthmensis (Panama); P. Thierry - Mieg , Le Naturaliste 1892,
S. 236.
Mkrolepidoptera.
Pterophorina. L. Cuenot: Les Pteropliores ; Le Naturaliste, 1892,
S. 283—285, mit 20 Abbildungen.
Aciptilia tuneta (Tiuiis); 0. Staudinger, Iris, V, S. 300.
Platyptilia ochrodactyla Hübn. und PI. Bertrami Roessl. sind nicht ver-
schieden; Heylaerts, Tijdschr. v. Entomol, XXXIII, Versl., S. XXIIL Die-
selbe Frage mit der gleichen Antwort erörtert ausführlicher Ed. Hering in
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 269— 279: Piatypt, ochrodactyla Hb., äichro-
dactyla Mühliy, Bertrami Eoessl. und Borgmanni Roessl.
Arch f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. H. H. 2. L
1(32 Pli- Bei tkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Alueitina. Alncita dodecadactyla in Schweden; J. Ammitzböll,
Entoniol. Tijdskr., 1892, S. 73.
Tineina. Walsingham setzt seine Steps towards a revision of
Chambers index etc. fort; Insect life, IV, S. 384f.
Sematocera (n. g. Tinein.) fuliginipunctata (Pretoria); J. H. Dürr an t
in W. L. Distaut's: Natural, in Transvaal, S. 243, Tab. IV. Fig. 4.
Adela viridella belegt die Mittelrippe von Eichenblättern auf ihrer
Unterseite mit Eiern; die ausgeschlüpften Räupchen verlassen bald das Blatt,
um sich zu Boden zu begeben ; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 42—44.
Occurrence of Bucculatrix canadensisella CAam?». on birches in Rhode
Island; A. S. Packard. Insect life, V, S. 14—16, mit Abbild, der Larve, Puppe,
Imago, skelettirten Birkenblattes.
Cemiostoma susinella HS. neu für Schlesien; die Raupe macht grosse
schwarzbraune Minen in den Blättern von Populus tremula; Wocke, Zeitschr.
f. Entomol., Breslau, (N. F.), 17. Heft, Vereinsnachr., S. XXIII.
Cerostoma affinitella (Kentei); 0. Staudinger, Iris, V, S. 392.
J. H. Wood erkennt unter den englischen ,,rush-f eeding" Coleo-
phorae, die bisher als 2 Arten, murinipennella und caespititiella, galten,
5 Arten, nämlich noch alticolella Zell, und sylvaücella (auf Luzula sylvatica)
S. 116 und glaucicolella (auf Juncus, namentlich J. glaucus) S. 172; Entom.
Monthl. Mag., 1892, S. 117-122, 169-176, PI. IV; S. 282—285.
C. confluella (Palma); H. Rebel, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII,
S. 278, Taf. XVII, Fig. 15.
Depressaria co«.a7m^e?Za (Tenerife); H. Rebel, Ann. k. k. naturh. Hofmus.
Wien, VII, S. 272, Taf. XVII, Fig. 14.
Elachista Diederichsiella Herng. neu für Schlesien; Wocke, Zeitschr
f. Entomologie, Breslau, (N. F.), 17. Heft, Vereinsnachr. S. XXI.
Elachista praematurella Clem. in AVeizenblätteru niinierend ; F. M.
Webster, Insect life, IV, S. 290.
Erechthias erebistis (Wellington); E. Meyrick, Trans a. Proc. New Zeal.
Institut., XXIV, S. 220.
Gelechia (Anacampsis) sparsiciliella Barr, ist von anthyllidella nicht zu
trennen; Ch. G. Barrett, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 80.
Glyphipteryx albimaculella Heinem. neu für Schlesien; Wocke,
Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, (N. F.), 17. Heft. Vereinsnachr , S. XXI.
Gracilaria theirora (Ceylon, auf Camellia tlieifera); Walsingham, Indian
museum notes, Calcutta 1891. No. 1, S. 49.
Heliodines triimnctella (Texas) S. 384, sexpunctella (Arizona), unipimetella
(Los Angeles) S. 385, W. Walsingham, Steps . . .
Hyponomeuta gigas Wocke i. 1. (Gran Cauaria); H. Rebel, Ann. k. k.
naturh. Hofm. Wien, VII, S. 271, Taf. XVII, Fig. 17.
Lampronia capitella life history; T. A. Chapman, Entom. Monthl.
Mag., 1892, S. 297- 300.
The potato-moth (Lita solanella Boisd.) destroying tobacco at
Tamworth; A. S. Olliff, Agricultural Gazette N. S. Wales, 1892. S. 701— 703,
Holzschn.
Psecadia libijella (Gabes); E L. Ragono t. Bull. Soc. Entom. France, 1892,
S. LXXXII.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 163
Psoricoptera speciosella (Livland); C. A. Teich, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 358.
Ptocheuusa multistrigella (Gabes); E. L. Ragonot, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. LXXXII.
Semiocosma caustopa (Wellington), paraneura (ibid); E. Meyrick, Trans,
a. Proc. New Zealand Institut., XXIV, S. 219.
Setomorpha discipunctella (Tenerife); H. Rebel, Ann. k. k. naturhist.
Hofmus. Wien, VII, S. 267, Taf. XVII, Fig. 16.
Swammerdamia apicella Larve; G. Elisha, Entom. Monthl. Mag.
1892, S. 257 f.
Tinea solanella, Lebensgeschichte mit Abbildungen in allen Stadien ;
Insect life, IV, S. 239—242; vgl. oben bei Lita.
Tinea hipartitella (Gabes); E. L. Ragonot, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. LXXII, propulsatella (Südtirol ; Kärnthen ; Dresden) ; H. Re b e 1 , Abhandl.
Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 527, merdella Zell. var. immaculatella (Canaren)
S. 266, allatella n. ii\). (ibid.) S. 270, Taf. XVII Fig. 3; H. Rebel, Ann. k. k.
naturh. Hofmus. Wien, VII.
Tineola (Tineomima) Kenteella (Keutei); 0. Staudinger, Iris, V, S. 391.
Tracbypepla hieropis (Wellington); E. Meyrick, Trans, a. Proc. New Zealand
Institut., XXIV, S 218.
Tortrieina. Notes on collecting Tortrices; Ch. Fenn, Entom. Monthl.
Mag., 1892, S. 97-102.
Da Chiloides straminea Butl. sich als Bactra lanceolana Hb. herausgestellt,
Chiloides also = Bactra ist, so muss die von Meyrick irrig als mit Chiloides
straminea Butl. identifizirte Neuseeländische Art einen anderen Gattungsnamen
erhalten: Noteraula; den Artnamen glaubt Meyrick unverändert lassen zu
können: Noteraula straminea ilfe^/''- ("^*^ -^**^^)! Trans, a. Proc New Zealand
Institut., XXIV, S. 217.
Die Nährpflanze der Carpocapsa saltitans (?) ist Sebastiania (Palraeri
oder bilocualaris) ; C. V. Riley, Proc. Entomol. Societ. Washington, II, S. 178
bis 181. — Derselbe erkennt später, ebenda, S. 213 f , dass der Bewohner von
Sebastiania bicapsularis = bilocularis, keine Carpocapsa, sondern eine Grapho-
litha ist.
Ein 3. Beitrag von K. Buchenau über die „springenden Bohnen"
aus Mexiko ist wesentlich historischen Inhaltes und bringt eine Uebersetzung
von C. Berg's Aufsatz über Carpocapsa saltitans und Grapholitha motrix; die
neuen Mittheilungen Buchenau's beziehen sich auf die Feststellung der Pflanze,
von der die mexikanischen „springenden Bohnen" stammen. Es ist nicht
die Euphorbiaceen-Gattung Colliguaya, sondern Sebastiania (?) Pavoniana (Carpo-
capsa saltitans) und S. bilocularis (Grapholitha Sebastianiae RH.), vielleicht ent-
halten andere Sebastiania-Arten die Raupen anderer Grapholitha, bezw. Carpo-
capsa-Arten in ihren Früchten. Abhandl. naturw. Ver. Bremen, XII, S. 277 — 290.
The codling moth; A. S. Olliff, Agricult. Gazette N. S. Wales, 1892,
S. 504, PI. XXXIII. Die Tafel enthält auch die Abbildungen von einigen Feinden
und einer andeien „Apfelmotte", Cacoecia postvittana Walk.
The larva of Ditula Wood i an a feeds on Viscum album; J. H. Wood,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 225—227.
Doloploca buraetica (Kentei); 0. Staudinger, Iris, V, S. 388.
L*
164 Ph- Bertkau: ßeiicht über die wissenschaftlichen Leistungen
Grapholitha carduana var. ? subvittana (Tunis); 0. Staudinger, Iris, V,
S. 299.
Grapholitha (Coptoloina) Sehastianiae (Nord Mexiko, aus den Früchten von
S. bicapsularis Wats.); C. V. Riley, Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 214;
vergl. d. vor. Ber. S. 174, schistaceana (Java, in Zuckerrohr); P. C T. Snellen,
Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 353, Bl. 19, Fig. 6-7, kenteana (Kentei) ; 0. Stau-
dinger, Iris, V, S. 390.
Pandemis Simonyi (Palma); H. Hebel, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien,
Vn, S. 263, Taf. XVII, Fig. 8, 9.
Penthina oblongana Hw. var. adelana (Bozen; Alpen); H. Rebel, Abb.
Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 526, pyrolana Wck. var. alhimaculana (Livland);
C. A. Teich, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 357.
Pyrgotis plintho(jlypta (Wellington); E. Meyrick, Trans, a. Proc. New
Zealand Institut., XXIV, S. 218.
Ei, Raupe u. s. w. von Teras ferrugana; P. Chretien, Le Naturaliste,
1892, S. 240.
Pyralidina. W. Warren setzt die Descriptions of new genera
and species of Pyralidae . . . fort; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX
S. 172— 179, 294-302, 389-397, 429-442.
E. L. Ragonot fügt seinem Essai s. 1. classif i cation des Pyralites
eine Note supplementaire et rectificative hinzu, in welcher ausser Verbesserungen
von Schreib- und Druckfehlern Ergänzungen zu den Gattungstabellen geliefert
werden, die durch das Auffinden neuer Gattungen und die Einreihung über-
sehener oder gleichzeitig mit dem Essai bekannt gewordener möglich wurden;
auch die synonymischen Bemerkungen sind zahlreich; Ann. Soc. Entom. France,
1891, S. 599—662.
Äctenioides n. g. Pyralidin., für (Nephopteryx) creperalis Swinh. Type;
W. Warren, a. a. 0., S. 173.
Adeloides n. g., longitudine inusitata antennarum insigne, für (Hoterodes)
cinerealis Mvore; W. Warren, a. a. 0., S. 299.
Aglaops n. g., für (Mecyna) furnacalis Meyr.\ W. Warren, a. a. 0.,
S. 298.
Anomosti ctis (n. g. pro Diastictis Hb. (praeocc.) argyralis Hb., fracturalis
Zell., und) caecalis (Kalifornien); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 434.
Anthocrypta n. g. Opsibotidi propinquum, für (Ebulea) subinguinalis Gmn.\
W. War reu, a. a. 0., S. 296.
Aplographe (n. g., für Scopula bisignata BuÜ., Type und) /w^mZis (Kap),
umbrosalis (N. China); W. Warren, a. a. 0.
Autocosmia (n. g. Cosmocreonti affine, capite conico, non rotundato) con-
cinna (N. W. America); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 433.
Blepharucha n. g. Emmeliae affine, für (Phalama) Toide StoU, Type;
W. Warren, a. a. 0., S. 177.
Camptomastix n. g., für (Botis) pacalis Leech = Diplotyla longipalpis
Butl; W. Warren, a. a. 0., IX, S. 439.
CepJiis (n. g. Crambin.) galleriellus (Tunis); E. Ragonot, Iris, V, S. 296,
Taf. III, Fig. 12.
Choristostigma (n. g., für Botis plurabosignata Fernald und) elegantalis
(Kalifornien); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 440.
im Gebiete der Entomologie wäbrend des Jahres 1892. 165
Comaria n. g. pone Philotidem, für (Stemmatoph.) castanoptera Moore,
(Pyr.) xylinalis Swinh., (Pindicitora) zenxoalis Walk.; E. L. Ragouot, a.a.O.,
S. 639.
Cosmocreon n.g., für (B.) albiceralis Grote, Type, und allectalis Grote;
W. Warren, a. a. 0., IX, S. 433.
Crocalia (n. g. prope Aglossam) aglossalis (Kurachee, Imlien); E. L
Ragonot, a. a. 0., S. 365.
Diacme u. g., für (Samea) phyllisalis Walk.; W. Warren, a. a. 0., S. 389.
Dichotis n. g., für (Botis) teneralis Led.\ W. Warren, a. a. 0., S. 391.
Didymostoma n. g., für (Botis) euphranoralis Walk.; W. Warren, a. a. 0.,
S. 391.
Drepanodia (n. g. Chrysaugin.) xerophyUalis (Brasilien); E. L. Ragouot,
a. a. 0., S. 617.
Elicia n. g. pone Tretopterygem, für (Cledeobia) malgassalis Saalm.;
E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 644.
Epizonora n. g. pone Zonoram Sivinhoe, für (Hypotia) speciosalis Christoph;
E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 637.
Euctenospila (n. g. Blepbaruchae propinquum; antennae in mare fortiter
bipectinatae , . ) castalis (Abyssinien); W. Warren, a. a. 0., S. 177.
Glauconoe (n. g., für Bot. deductalis Walk, Type und) suhflavalis (Mada-
gaskar), fuscescens (Sumatra); W. Warren, a. a. 0., S. 297.
Hyaloplaga n.g. Phlyctaeniae affine, für (Hydrocampa) pulchralis Moore;
W. Warren, a. a. 0., IX, S. 432.
Hyalorista (n. g., für Rhodaria taeniolalis Guen., Type, und) omitans
(S. Paolo); W. War reu, a. a. 0., S. 299.
Hypotomorpha (n. g. Crambin. inter Ancylolomia Hb. et Talis Gn.)
lancerotella (Lanzarote); H. Rebel, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII,
S. 253, Taf. VH, Fig. 4, 5.
Idneodes (n. g. Chrysaugin.) tretopteralis (Brasilien); E. L. Ragonot,
a. a. 0., S. 604.
Itambe (n. g. Chrysaugin.) fenestalisl (Brasilien); E. L. Ragonot, a. a. 0.,
S. 608.
Larice (n. g. pone Comariam, s. ob.) Swinhoei (Kulu, Indien); E. L.
Ragonot, a. a. 0., S. 641.
Loxocreon n.g., für (Salbia) continvialis Wallengr.; W. Warren, a.a.O.,
IX, S. 432.
Mesothyris n. g., für (Botis) aluensis Butl; W. Warren, a. a. 0., S. 300.
Mier actis (n. g., für Pyr. nubibalis Hübn., Type, und) sanguinealisl
(Japan); W. Warren, a. a. 0., S. 294.
Mimoschinia n. g., für (Botis) thalialis Wlk. Type; AV. Warren,
a. a. 0., S. 174.
Mimudea (n. g.) olivalis (S. Paolo), subrosea (ibid.), flavinotata (Rio
Janeiro); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 441.
Monocona (n. g. Pyralidin. prope Tegostoma) rubralis (Kalifornien);
W. Warren, a. a. 0., S 174.
Niphograpta n.g., für (Epichronistis?) albiguttalis Warr.; W. Warren,
a. a. 0., S. 390.
166 Pli. Bertkau: Bericiit über die wissenschaftlichen Leistungen
Notaspis n. g. !, mehrfach angegebener Name, für (Botis) trauquillalis
Led.; W. Warren, a. a. 0., S. 297.
Oectoperodes (n. g. Chrysaugin. prope Oryctopleuram et Oectoperiam)
rufitinctalis (Brasilien); E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 613.
Oedniatodes n. g. Chrysaugin., für (Stemmatophora) chilensis Z. =
rubsecens Butl.; E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 628.
Paractenia n. g. prope Stemmatophoram, für (Pyral.) rubicundalis Sivinh.;
E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 642.
Paridnea (n. g. Chrysaugin.) holophaealis (Brasilien); E. L. Ragonot,
a. a. 0., S. 603.
Prionopaltis (u. g.) sericea (Dharmsala), consocia (Japan), (?) suffusalis
(ibid.); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 438.
Prodasycnemis n. g., für (Botis) inornata Butl.; W. Warreu, a.a.O.,
S. 301.
Rhectaraspeda n. g., für (Botis) perinsalis JVlk; W. Warren, a.a.O.,
IX, S. 439.
Semniomima n. g. Chrysaugin., für (Hypocrita) flaviceps Burm. Type;
W. Warren, a. a. 0., S. 172.
Sericoplaga (n. g. Opsibotidi affine, Leucocraspedae simile) externalis
(Texas); W. Warren, a. a. 0., S. 296.
Stenochor a n. g., für (Rhodaria) lanciualis Guen. = B. expeditalis Led.;
W. Warren, a. a. 0., S. 298.
Stenomeles n. g., für (Botis) agavealis JFlJc.; W. Warren, a.a.O., IX,
S. 437.
Tanaophysa (n. g.) adornatcdis (S' Paolo, Brasil.); W. Warren, a. a. 0.,
S. 389.
Terastiodes n. g. Notaspidi affine, für (Terastia) ochracealis Walk.;
W. War reu, a. a. 0., S. 298.
Trehania n. g. pöne Propachyem, für (Propach.) flavifrontalis Leech;
E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 645.
TricJiauchenia n. g. Pyralidin., für (Euclita) Dharmsalae Butl. Type;
W. Warren, a. a. 0., S. 173.
Trischistojjnatha n. g., für (Spilodes) palindialis Guen.; W. Warreu,
a. a. 0., S. 429.
Acharana rudü- (Japan), minoralis (Accra), maledicta (Pitcairn's Isl.)
S. 435, descripta (S. Paolo), simpJex (Bombay) , olivescens (Ekuador), indistinda
(Japan) S. 436, elongalis (Formosa), fuscescens (Japan) S. 437; W. War reu,
a. a. 0., IX.
Acrobasis Fallonella Rag. bei Bozen; H. Rebel, Abhandl. Zool. Bot.
Ges. Wien, 1892, S. 524.
Agrammia cervinalis (S. Paolo), lutealis (ibid.); W. Warren, a. a. 0., IX,
S. 439.
Aphomia (?) xyroavitella (Gran Canaria); H. Rebel, Ann. k. k. uaturh.
Hofmus. Wien, VII, S. 262.
Aphytocei'os nigrolinealis (Goya) S. 390, longipalpiis (Transvaal) S. 391 ;
W. War reu, a. a. 0.
Aporodes obscura (Sarepta?), versicolor (Washington terr.); W. Warren,
a. a. 0., S. 175.
im Gebiete der Entomologie während des Jahies 1892. 167
Archernis pubescens (Dharmsala; auch N. China); W. "Warreu, a. a. 0.,
S. 300.
Auchoteles Zell., vom Autor zu den Tortricineu gestellt, ist eine Chi-y-
saugine und gehört in die Nachbarschaft von Uzeda WalJc.; E. L. Ragonot,
a. a. 0., S. 599, 606.
Mit Azamora Walk, sind Torda Walk., Arica Walk.; Amblyura Led.;
Thylacophora Eag. synonym; die Gattung enthält 9 Arten; E. L. Ragono t,
a. a. O., S. 611.
Boeotarcha cunealis (Port Darwin); W. "Warren, a. a. 0., S. 396.
Botis perlucidalis Hübn. bei Chantilly; E. L. Ragonot, Bull. Soc. Entoni.
France, 1892, S. CLXIII.
Botis catasemalis (Key); J. Roeber, Tijdschr. v. Eutomol., XXXTV.
S. 333, Graeseri (Kentei) S. 384, Taf. III, Fig. 24, purpuralis var. kentealis
(ibid.) S. 385; 0. Staudinger, Iris, V.
Bradyrrhoea ochrospilclla Rag. i. 1. (Gran Canaria); H. Rebel, Ann. k. k.
naturh. Hofmus. Wien, VII, S. 258, Taf. XVII, Fig. 13.
Mit Carcha hersilialis Walk, ist Pyral. dispansalis Walk., curtalis
Walk, und Coeloma tortricalis Moeschi, synonj'm ; E. L. Ragonot, a. a. 0.,
S. 614.
lieber die Raupen einiger Cataclysta -Arten s. oben, Müller, S. 153.
C. hapilista (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London, 1892,
S. 20, PI. I, Fig. 11.
Chile infuscatellus (Java, in Zuckerrohr); P. C. T. Snellen, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV, S. 347, PI. 18, Fig. 5-8.
Cirrochrista margarita (S. Paolo); "W. Warren, a. a. 0., IX, S. 430.
Coptobasis ridopalis (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London,
1892, S. 18.
Cornifrons pulveralis (Nevada); W. Warren, a. a. 0., S. 435.
Crambus biarmicus Tngstr. auf der Alpe Armentara; neu für die
Alpenkette und österreichische Monarchie; H. Rebel, Abhandl. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1892, S. 523 f.
Cr. Atlanticus Wollast. var. Canariensis (Palma; Hierro, Goraera, Fuerte-
ventura; Lanzarote); derselbe, Ann. k, k. naturh. Hofmus., VII, S. 254,
Taf. XVII, Fig. 11, 12.
Cybolomia extorris (Weststaaten Nordam.); W. Warren, a. a. 0., S. 395.
Lophopleura Mag. ist durch Dastira Walk, zu ersetzen; (L.) xantho-
taenialis Bag. = imitatrix Wair.; E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 617f.
Diatraea striutalis (in Zuckerrohr); P. C. T. Snellen, Tijdschr. v. Entom.,
XXXIV, S. 349, PI. 19, Fig. 1—4.
Dioryctria Nivaliensis Rag. i. 1. (Canaren); H. Rebel, Ann. k. k. naturh.
Hofmus. Vn, S. 256, Taf. XVII, Fig. 10.
Ebulea fumipennis (Kaliforn.) S. 391, (?) straminea (ibid.), (?) pulverulenta
(Dharmsala) S. 392; W. Warren, a.a.O.
Endotricha crobulus (Peak Downs; Rockhampton) S. 305, dispergens (Bris-
bane) S. 306; Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2.), VI,
Eogenhoferi (Palma); H. Rebel, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VH, S. 249,
Taf. XVII, Fig. 1, 2.
Endotrichodes Bag. = Zania Walk.; E, L. Ragonot, a. a. 0., S. 620.
168 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ennychia intrudens (Neu Seeland); W. Warren, a. a. O., S. 175.
Euclasta Warreni (Pretoria); W. L. Distant, Natural, in the Transvaal,
S. 241, Tab. II, Fig. 5.
Euergastis consimiUs; W. Warren, a. a. 0., IX, S. 433.
Euexippe i?a^. = Ugra Walk.; E. L. Kagonot, a. a. 0., S. 624.
Der Name Euryi^ta muss dem älteren Chrysophila i7üZ^«. Platz macheu;
E. L. Kagonot, a. a. 0., S. 609.
Euzophera concolorella (Tunis); E. L. Ragono t, Iris, V, S. 297.
Für Cordylopeza Z. hat Galasa Walk, einzutreten; E. L. Ragonot,
a. a, 0., S. 618.
Glyphodes protliymalis (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London,
1892, S. 19, PI. I, Fig. 15.
Hemiscopis cinerea (Japan), expansa (Dharmsala); W. Warren, a. a. O ,
S. 396.
Dolichomia = Herculia Walk.\ E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 628.
Homoeosoma Canariella Rag. i. 1. (Tenerife); H. Rebel, Ann. k. k. naturh.
Hofmus. Wien, VII, S. 260.
lieber die Raupe von Hydrocampa uymphaeata s. oben, Müller, S. 152.
Die Gattung Homalochroa Led. = Mapeta Walk., und H. aestivalis Led.
= M. xauthomelas Walk.; E. L. Ragonot, a. a. 0., S. 646.
V. L. Kellogg beschreibt die in Stämmen von Opuntia missouriensis
lebende Larve von Melitera dentata Grote; The Kansas university quarterly,
I, s. 39—41, PI. vm.
Mesographe junctalis (Japan); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 434.
Metasia excavatalis (Tunis); E. Ragonot, Iris, V, S. 294.
Nascia citrinalis (Dharmsala); W. Warren, a. a. 0., S. 302.
Noctuelia flavifimhrialis (Kalifornien); W. War reu, a. a. 0., S. 174.
Oedematophora cacaalis (Brisbane); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New
South Wales, (2.), VI, S. 306.
Opsibotis latipennis (Japan), ocellalis {\h\(\..); W. Warreu, a. a. 0., S. 295.
Pachynoa Umitata (Borneo); W. Warren, a. a. 0., S. 395.
Pachyzancla dissimilis (Accra); W. War reu, a. a. 0., IX, S. 442.
Ueber die im Wasser lebende Raupe einer brasilianischen Paraponyx-Art
s. oben, Müller, S, 153.
Perse'is Rag. = Zazaca Walk. = Parachma Walk.; E. L. Ragonot,
a. a. 0., S. 624.
Pessocosma suffusalis (Goya; Pernambuko); W. Warren, a. a. O., S. 390.
Phlyctaenia ferruginealis (Rio Janeiro \ paolinalis (ibid.; S. Paolo*, arenacea
(ibid.; Theresopolis); W. Warren, a. a. O., IX, S. 431.
Pindicitora flavifrons (Accra); W. Warren, a. a. 0., S 172.
Pygospila tyres var. cuprealis (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom.
Soc. London, 1892, S. 19, PI. I, Fig. 4.
Pyrausta coccinea (Kalifornien); W. Warren, a. a. 0., S. 176.
Ramila angustifimbrialis (Burmah); W. Warren, a. a. O., IX, S. 430.
Scirpophaga intacta (Java; Borneo; Singapore, in Zuckerrohr); P. C. T.
Suellen, Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 343, PI. 18, Fig. 1—4.
Sinlodes Ucoloralis (Bagdad); W. Warren, a. a. 0., S. 178.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 169
Syllythria (?) rubrivena (Madagaskar) S. 176, suhnicalis (Kalifornien)
S. 177; W. Warren, a. a. 0.
Tetraphana alipes (S. Pauli, oberer Amazonas) S. 3, Taf. I, Fig. 1, lilacina
(Torochito, Bolivia) S. 4; A. Pagenstecber, Iris, V (T, lilacina wird späten
S. 131, = Hygrochroa (Euclea) fenestrata Mcnetr. erkannt).
Tholeria stigmosalis (S. Paolo); W. Warren, a. a. 0., IX, S. 429.
Tritaea protealis (S. Lorenzo Isl., Callao) S. 178, ferruginea (Coquimbo)
S. 179; W. Warren, a. a. 0.
Udea sabulosalis (Coquimbo) S. 393, indistinctaUs (Sierra Nevada, N. Am.),
nigripunctata (Callao) S. 394; W. Warren, a. a. O.
Sieulidae. A. Pagenstecher verbreitet sich in der Einleitung zu seiner
Beschreibung der in der Staudinger'schen Sammlung vertretenen Angehörigen
dieser Gruppe über die systematische Stellung derselben. In dem Guenee'schen
Sinne enthält die Gruppe verschiedenartige Formen, welche theils Beziehungen
zu den Drepanuliden (die eigentlichen Siculiden), theils zu den Noctuinen (Pachy-
thjTiden und Strigliniden) aufweisen; die Pachythyriden wurden von Boisduval
zu den Thyridinen gestellt. Pagenstecher meint, dass man die Siculiden (s. 1).
neben die Pyralidinen zu stellen habe, verkennt aber dabei nicht, dass dann
den Pachythyriden und Strigliniden ein gewisser Zwang augethan werde.
Die Pachythyriden enthalten die Gattungen Varuia (= Pachythyris 16 A.)
und Hyperythrus Leech (1 A.); die Strigliniden Mathoris (2 A.) und Striglina
(19 A.); die Siculiden s. str. Rhodoneura (19 A.) und Siculodes (113 A.) — Iris,
V, S. 5—131, 443— 339; Taf. I; s. auch A. Seitz, Stett. Eut. Zeitg , 1892, S. 195 f.
Durdara ovifera (Saudakan, Borneo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 129, PI. VI, Fig. 7.
Butler kann Meyrick's Ansicht nicht beipflichten, dass D. (früher Microsca)
plagifera Butl. nur Varietät von Striglina myrtaea Drury {= fenestrina Feld.,
fenestrata Gn.) sei; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 129.
Pharambara vinosa (Sandakan, Borneo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 130, PI. VI, Fig. 8, sphoraria (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans.
Ent. Soc. London, 1892, S. 18, PI. I. Fig, 17.
Rhodoneura notula (?), (?) tessellatula (Cebu) ; A. P a g e n s t e c h e r , a. a. 0., S. 58.
Siculodes (?) ignotalis (Bonerate); J. Roeber, Tijdschr. v. Entom., XXXIV,
S. 329, pulchelloides (Peru; Bras.) S. 64, Fig. 4, paullula (Chiriquii S. 65, violalis
(Ekuador), arcuata (Chiriqui) S. 69, apicalis (Peru^ Bogota), S. 70 furcatala
(Kamerun) S. 71, Fig. 6, erijthrincdis (Neu Freiburg) Fig. 17, squamigera (Natal)
S. 72, catenula (ibid.) S. 73, anastomosalis (Chiriqui), albipunctula (Peru) S. 76,
tristriata (Montevideo) S. 77, laevigata (Peru) S. 78, ferruginea (ibid.) S. 79,
(Zeuzerodes) leuconotula (Chiriqui) Fig. 15, S 80, fumatüis (ibid.) S. 81, cervinalis
(Chanchamayo) S.82, (Risama) selenioides (ibid.) Fig. 14, S.83, maculata (Brasilien)
S. 91, straminula (Brasilien) S. 92, patercula (ibid.) S. 94, fratercula (Kalif.)
S. 95, mirabilis (Peru) Fig. 19, S. 96, denticulata (Chiriqui) Fig. 12, S. 98, poUtula
(Philippinen) S. 101, rotundula (Olivenga) Ffg. 7, S. 107, polijchluralis (Chiriqui)
Fig. 5, S. 108, nigropunctula (Natal) S. 109, quadrqiunctula (Sumatra) S. llOi
flavula (Gabun) Fig. 9, S. 111, guttula (S. P. de Olivenga, Amaz.) Fig. 11, S. 111,
rosacea (Malacca) Fig. 3, S. 119, corticina (Borneo) S. 121, triangularis (Philippinen)
glubulifera (Borneo) S. 123; A. Pagenstecber, a.a.O., S. 47.
170 Pli- Bertkau: Beriebt über die wissenscbaftlicbeu Leistungen
Striglina sordida (Borneo); A. Pagenstecher, a. a. 0.
Varnia aurea (Cbiriqui) S. 32, Fig. 13, incudigera (Ostjava) S. 33, ypsiloides
(ibid.) S. 35; A. Pagenstecber, a. a. 0.
Macrolepidoptera.
Geometridae. E. Meyrick revidirt die Australischen Arten der Selidose-
midae (= Boarniiadae); Proc. Linu. Soc. New South Wales (2.), VI, S. 581— 678.
Die australische Fauna enthält von dieser Gruppe 39 Gattungen (Epicompsa n.,
Diastictis Hb., Hyposidra Gn., Osteodes Gn., Discalma n., Cosymbia Hb., Scio-
glyptis n., Selidosema Hb., Lophodes Gn., Melanodes Gn., Aporoctena n., Hybernia
Latr., Psilosticba n., Ectropis Hb., Tigridoptera HS., Lomographa Hb., Deilinia
Hb., Scardamia Gn., Rhiuodia Gn., Proboloptera n., Idiodes Gn., Metrocampa
Latr., Planolocha n., Amuielora n., Neritodes Gn., Thalaina JVlkr., Muesampela
u., Criomacha u., Stathmorrhopa n., Conosara n., Mictodoca n., Chlenias Gn.,
Smyriodes Gn., Gastrina Gn., Stibaroma n., Dryuioptila n., Paralaea n., Neoterostis
n., Mochlotona n.) und 111 Arten.
H. Rebel bespricht zwei Geoiuetriden-Classificationen, nämlich
Meyrick's Classif. of the Geometrina of the european fauna, s. unt., und C.
V. Gumppenberg's Systema Geoinetrarum zonae temperatioris septentrionalis;
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 247-268. Beide Systeme finden wenig Beifall.
0. Staudinger beschreibt neue Arten und Varietäten von palä-
arktischen Georaetriden; Iris, V, S. 141—210.
E. Meyrick: On the Classification of the Geometrina of the
European fauna; Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 53 — 140, PI. HI. —
Meyrick sieht die Geometrinen als die nächsten Verwandten der Notodontinen
an; die Noctuinen haben, trotzdem die Raupen einiger 1—2 Paar verkümmerter
Bauchfüsse haben, keine nähere Verwandschaft mit ihnen. Ausgeschlossen von
den Geometrinen sind die Strophidiadae (Microniadae), welche mit Erosia, Syngria,
Molybdopbora, Asthenia und den TJraniadae eine den Geometrinen gleichberechtigte
Gruppe, Uraniadae, bilden.
Irrthümlich sind für Geometrinen gehalten Sterrha oranaria Luc. (Arctiade
bei Emydia); Acidalia apicipunctata Glirist. (üraniade bei Erosia und Eversmannia);
Eversmannia exoruata Ev. (Uraniade); Sericophara guttata Christ. (Noctuine);
Imitator dentistrigatae Älph. (ebenfalls Noctuine); Fergana oreophila (Staud.)
(Noctuine; ist eine Stilbia). — Dagegen bilngt Meyrick die Gattung Brephos
bei den Spannern unter.
Er theilt die Geometrinen in folgende Familien:
1. AI. post. ven. 5. imperfecta vel obsoleta . . . 6. Selidosemidae.
„ „ „ 5. perfecte evoluta 2.
2. AI. post. ven. 5. multo propius 6 quam 4 oriuuda 5. Geometridae.
„ „ „ 5. a (vel sub) medio venae trans-
versae oriunda 3.
3. AI. post. ven. 8. prope basim ramo cum cellula
conjuncta 3. Orthostixidae.
AI. post. ven 8. prope non cum cellula conjuncta 4.
im Gebiete der Entomologie wähieucl des Jahres 1892. 171
4, AI. post. ven. 8. brevissime cwm cellula anasto-
mozans prope basim, deiiide abrupte divergens . 4. Sterrhidae.
AI. post. ven. 8. cum cellula in (vel ultra) medio
anastomozans 5.
5. AI. post. ven. 8. libera vel cum cellula in basi
breviter tantum anast 2. Monocteniadae.
AI. post. ven. 8. cum cellula ultra medium con-
juncta vel anast 1. Hydriomenidae.
Die Gattungen vertheilen sich folgendermassen auf die Familien:
(Hydriomenidae) Sparta Stgr., Trichopteryx Hb., Mysticoptera n., Lobo-
phora Gurt., Bessophora n., Leptostegna Christ., Lygranoa Butl, Tyloptera
Christ., Phrissogonus Butl, Chloroclystis Hb., Gymnoscelis 3Iab., Tephroclystis
Hb., Eucymatoge Hb., Palaeoctenis n., Schistostege Hb., Eucestia Hb., Carsia
Hb., Calocalpe Hb., Philereme Hb., Lasiogma n., Eustroma Hb., Plemyria Hb.,
Cataclysme Hb., Hydriomena Hb., Pelurga Hb., Asthena Hb.. Euchoeca Hb.,
Operophthera Hb., Venusia Curt., Ochodontia Led., Rhodometra n., Asaphodes
Meyr., Xanthorrhoe Hb., Dasyuris Guen., Lythria Hb.;
(Monocteniadae) Baptria Hb., Phthorarcha u., Erannis Hb., Eremia
H.-S., Brephos G., Heliothea B., Myinodes n. ;
(Orthostixidae) Orthostixis Hb., Epirrhantis Hb.;
(Sterrhidae) Oleta Dup., Emmiltis Hb., Chrysoctenis, u., Eois Hb.,
Sterrha Hb., Leptomeris Hb., Cinglis Gn., Problepsis Led., Dithalma Meyr.,
Leucophthalmia Hb., Calothysanis Hb., Rhodostropha Hb.;
(Geometridae) Nemoria Hb., Thalera Hb., Eucrostes Hb., Ei;chloris Hb.,
Megalochlora n., Geometra L., Agathia Gn , Pseudoterpna Hb., Aplasta Hb.;
(Selidosemidae) Zettienia Motsch., Opisthographis Hb., Diastictis Hb.,
Enconista Ld., Ectropis Hb., Deileptenia Hb., Cleora Gurt., Selidosema Hb.,
Ascotis Hb., Eurrhanthus Hb, Bupalus Leach, Narraga Wlk., Tephronia Hb.,
Anticypellias n., Synopsia Hb., Nychiodes Led., Ephoiia n., Deilinia Hb., Lomo-
grapha Hb., Scardamia Gn., Eilicrinia Hb., Urapteryx Leach, Metrocampa Latr.,
Euchlaena Hb., Artemidora n., Selenia Hb., Hygrochroa Hb., Cepphis Hb.,
Artiora n., Colotois Hb., Ennomos TV., Gonodonthis Hb., Cistidia Hb., Abraxas
Leach, Pseudopanthera Hb., Hyposcotis Hb., Therapis Hb., Hypoplectis Hb.,
Crocota Hb , Theria Hb., Lignyoptera Ld., Psodos Tr., Hybernia Latr., Apo-
cheima Hb., Zamacra n., Biston Leach., Spartopteryx Gn , Phaselia Gn., Chemerina
B., Onychora n., Prosopolopha Ld., Axia Hb. — In einem Appendix sind
Variationen des Elügelgeäders bei den Selidosemiden aufgezählt.
Amelora (n. g. Selidosem. , für Panagra sparsularia Gn., Odontopera au-
stralis Bos., Scodiona milvaria Gn., Liodes leucaniata Gn. und) goniota (Alt. Lofty)
S. 647, demistis (ibid.), amblopa (ibid.; Bathurst) S. 649, catacris (Mt. Kosciusko)
S. 650, arotraea (Melbourne) S. 651 ; E. Meyrick, Revision V.
Anthyria (n. g., für Hyria grataria Walk, und) iole (Khasia H ); C. S winhoe,
Trans. Ent, Soc. London, 1892, S. 3, PI. I, Fig. 7.
Änticyphella n. g. Selidosemid., für gigantaria Stdcjr.; E. Meyrick,
Europ. Geometr., S. 108.
Äporoctena (n. g., Selidosemati proximum, antennis simplicibus diversum)
scierodes (Brisbane, Queensl.); E. Meyrick, Revision, V, S. 622.
172 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Arthemidora n. g. Selidosemid., für maracandaria Ersch.; E. Meyrick,
Europ. Geometr., S. 112.
Artiora n. g. Selidosemid., für evonymaria ScJiiff.; E. Meyrick, Europ.
Geometr., S. 114.
AstrapepJiora (n. g. pone Ortholitham ponendum) Eomanovi (Amdo);
S. Alpheraky, Hör. Soc. Eut. Ross., XXVI, S. 457.
Bessophora n. g. Hydriomenid. für (Ptychoptera) Staudingeri Christ.;
E. Meyrick. Europ. Geom., S. 63.
Bonatea u. g. Boarraiin., für (Oxydia) duciata Maassen; H. Druce,
Biol. Centr.-Americ, Heteroc. II, S. 82, Tab. XLIX, Fig. 6, 7.
Chrysoctenis u. g, Sterrhid., für filacearia H.-S.; E. Meyrick, Europ.
Geometr., S. 86.
Gonosara (u. g. Selidosem. Chleniae affine) castanea (Tasmauia); E. Mey-
rick, Revision V, S. 660.
Criomacha n. g. Selidosem., für (Chleuias) belidearia Feld.; E. Meyrick,
Revision V, S. 659.
Dasypteroma (n. g. prope Hibernian) thaumasia (Sau Ildefouso, Kastilien);
0. Staudinger, Iris, V, S. 168, Taf. II, Fig. 10. — Vielleicht auch Bombycide
oder !Noctuine; es sind nur die ungeflügelten "Weibchen bekannt.
Bisealma n. g. Selidosem., für (Tephrina) normata Wlkr.; E. Meyrick,
Revision, V, S. 590.
Drymoptila (n.g. Selidosem.) temenitis (Mt.Lofty); E. Meyrick, Revision,
V, S. 670.
Ephoria n. g. Selidosemid., für arenosa Butl; E. Meyrick, Europ.
Geometr., S. 109.
Epieompsa (n. g. Selidosem.) xanthocrossa (Mt. Lofty, S. A.); E. Meyrick,
Revision, V, S. 585.
Erythrolophus Hampson i. 1. (n. g.) fascicorpus (Khasia H.); C. Swinhoe,
Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 11.
Eumera (n. g. prope Eugoniam) recjina (Zara; Amasia); 0. Staudinger,
Iris, V, S. 162, Taf. II, Fig. 8.
Fergana (n. g. inter Cheonerinam et Lignyopteram) oreophila (Alai);
0. Staudinger, L-is, V, S. 166, Taf. IL Fig. 9; nach Meyrick, Classif., eine
Noctuine.
Gnophar mia n.g. (für Boarmia colchidaria Led mit Var. objectaria, dege-
neraria S. 181 und) rubraria u. var. suhruhraria (Kleinasien; Palästina) S. 184,
Taf. II, Fig. 12, mamlifera (Samarkand) S. 187, Fig. 13; 0. Staudinger,
Iris, V.
Gonanticlea (n.g,) aversa (Khasia H.); C. Sv^änhoe, Transact. Entom.
Soc. London, 1892, S. 4.
Kyrtolitha (n. g. prope Ortholitham) obstinata; 0. Staudinger, Iris
V, S. 213, Taf. II, Fig. 18.
Lasiogtna n.g. Hydriomenid., für palaearctica Stgr., atrostrigata Brem.;
E. Meyrick, Europ. Germ. S. 70.
Limeria (n. g. prope Egeam et Acaliam) macraria (Sarepta); 0. Stau-
dinger, Iris, V, S. 195, Taf. H, Fig. 14.
Longula (n. g. inter xlcidaliam et Zonosoma) extraordinaria (Beirut);
0. Staudinger, Iris, V, S. 157, Taf. II, Fig. 7.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 173
Megalochlora n. g. Geometrid., für sponsaria Brem., valida Feld , albo-
venaria Brem., iridicolor Biitl.; E. Meyrick, Enrop. Geometr., S. 95.
Mnesampela (n. g. Selidosem.) comarcha (Viktoria) S. 656, lenaea (Bathurst)
S. 657; E. Meyrick, Revision V.
Mictodoca (n. g. Selidosem.) toxeuta (Newcastle, N. S.W.); E. Meyrick,
Revision V, S. 661.
Mochlotona {n.g. Selidosem.) phasmatias (Warragnl, Vikt.) ; E. Meyrick,
Revision V, S. 673.
Neoteristis (n. g. Selidosem.) parapJianes (Deloraine, Tasmanien); E. Mey-
rick, Revision V, S. 672.
Mi/inodes n.g. Monocteniad., für interpunctaria Ü.-S. ;E. Meyrick, Europ.
Geometr., S.82.
Mystieoptera n. g. Hydriomenid., für sexalisata Iih.\ E. Meyrick,
Europ. Geometr., S. 62.
Oenospila "Warren i. 1. (n. g., für Thalera flavifusata Walk., Type und)
hjra (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 6.
Onychora n. g. Selidosemid., für agaritharia Dard.; E. Meyrick, Europ,
Geometr., S. 123.
Palaeoctenis n.g. Hydriomenid., für testaria F.\ E. Meyrick, Europ.
Geometr., S. 68.
Paralaea (n. g. Selidosem.) promacha (Albany, W. A.); E. Meyrick,
Revision V, S. 671.
Pht/iorarcha n. g. Monocteniad., für primigena Stgr. ; E. Meyrick,
Europ. Geometr., S. 80.
Planolocha (n. g. Selidosem.) autoptis (Melbourne); E. Meyrick, Revision
V, S. 646.
Polynesia "Warren i. 1. (n. g., für Pomasia sunandeva WuUc. und) trun-
capex (Khasia H); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892. S.S.
Proboloptera (n.g. Selidosem.) embolias (B]ackheath, N.S."W.);E. Meyrick,
Revision V, S. 641.
Pseudotagma n. g. für (Eusarca) interpunctaria H.-Sch.; 0. Staudinger,
Iris, V, S. 168.
Psilosticha n. g. Selidosem., für (Tephrosia) mactaria Gn.\ E. Meyrick,
Revision, V, S. 624.
Rhodometra n. g. Hydriomenid., für anthophilaria Hb., sacraria L.;
E. Meyrick, Eur. Geom., S. 75.
Scioglyptis (n. g. Selidosemati proximum, fronte cornubus squamosis
conicis armata) lithinopa (Brisbane, Queensl.) S. 593, Jiemeropa (Newcastle;
Sydney; Melbourne) S. 594; E. Meyrick, Revision, V.
Scodiomima (n. g. prope Scodionam) crocallaria (Achal Tekke); 0. Stau-
dinger, Iris, V, S. 202, Taf. II, Fig. 15,
Stathmorrhopa n. g. Selidosem., für (Chlenias) beggaria Gn.; E. Meyrick,
Revision, V, S. 660.
Stibaroma (n. g. Selidosem.) melanotoxa (Wimmera, Vikt.; Mt. Lofty;
Larve auf Eucalyptus); E. Meyrick, Revision, Y, S. 669.
Streptopteron Hampson i.l. (n.g.) 230s<^■cawi)Z«m (Khasia H.); C. Swinhoe,
Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 10, PI. I, Fig. 12.
174 Pli- Bertkaii: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Synegiodes (n. g., für Anisodes diffnsaria Moore, Type, und) diffusifascia
(Khasia H.) S. 11, PI. I, Fig. 9, Itistrionaria (ibid.) S. 12; C. Swinhoe, Trans.
Entom. Soc. London, 1892.
Syngonorthus (u. g. Urapterygiu. Gonortho affine; antennae in mare
multo breviores, non pectinatae, sed brevissime subtiliter ciliatae) subpunctatus
(Sandakan, Borneo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 130, PI. VI,
Fig. 9.
Tosaura (n. g. Desmobathr., für Metabraxas falcipennis Moore, Type, und)
picaria (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 16, PI. I,
Fig. 16.
Zamacra n. g. Selidosemid., für flabellaria Heeg.; E. Meyrick, Europ.
Geonaetr., S. 121.
Abraxas subhyaUnata (Flores); J. Roeber, Tijdschr. v. Entom., XXXIV,
S. 333, grossulariata var. ribesata (Innerasien); 0. Staudinger, Iris, V, S. 161,
kJiasiana (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892, S. 17.
Achlora gaujoniaria (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 186.
H. Rebel beschreibt die (bei Bozen) auf Steinflechteu lebende Raupe von
Acidalia luridata Z.; die Puppe ist ausgezeichnet durch ganz enorm ver-
längerte, frei abstehende Rüsselscheide, welche sich in weitem Bogen um das
Afterende der Puppe herumkrümrat und auf der Rückenseite fast bis zum Thorax
reicht; Abhandl. Zool. Bot Gesellsch. Wien, 1892, S. 518f. mit 2 Holzschn.
A. pallidata Bkh., ostrinaria Hb., bilinearia Fuchs ersten Stände;
H. May, Jahresb. d. Wien. Ent. Ver., III, S. 39—42.
Acidalia pallidata Brich. Raupe beschrieben; 0. Habich, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 161.
Beitrag zur Kenutniss einiger Acidalien (A. vesubiata Mill.,
asellaria H.-S., coenosaria Led.)\ Püngeler, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 364—308.
Acidalia latelineata (Alexander-Geb.) ; L. Graeser, Beilin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 316, minuseula (Chiriqui), virescens (Columbien), rubricolor (Cayeune),
rubelliila (ibid.), nubicolor (ibid.), nigroapicata (Chiriqui); P. Thierry-Mieg,
Le Naturaliste, 1892, S. 235, subochraria (Namangan) S. 144, fasciata (Antitaurus)
S. 145, striolata (Beirut) Taf. II, Fig. 5, S. 146, incimria (Algarbien) Fig. 6,
S. 147, nocturna (Namangan) S. 148, sartharia und var. ? sarthularia (Innerasieu)
S. 149, tristriata (Margelan) S. 150, eff'eminata (\hiä.) S. 151, completa (Konstantine)
S. 152, lutulentaria (Spanien) S. 153, (Beckeraria var. eretaria u. ab? assimilaria
S. 154), grisescens (Margelan; Namangan) S. 155, aw«M&mia (Samarkand) S. 156;
0. Staudinger, Iris, V, (cervantaria 31111. var. depressaria S. 289), bicertaria
(Biserta) S. 290; derselbe, ebenda, (?) obrimo (Mexiko) Tab. LH, Fig. 13, cavana
(ibid.) Fig. 14, S. 117, onca (ibid ) Fig. 15, celcnna (ibid.) Fig. 16, (?) enorm (ibid.)
Fig. 17, carna (Chiriqui) Fig. 18, S. 118, nursica (Panama) Fig. 19, olmia (Teapa)
Fig. 20, S. 119, cazcca (Koatepek) Fig. 21, catenes (Mexiko) Fig. 22, S. 120,
(?) numitoria (ibid.) Fig. 25, (?) carmenta (ibid.; Guatem.; Chiriqui) Fig 26,
S. 121, (?) ocrisia (Guatemala) Fig. 27, nycteis (Teapa) Fig. 28, odrussa (ibid.;
Guatemala) Fig. 29, S. 122; H. Druce, Biol. Ceutr -Americ, Heteroc, IL
Acrotomia muta (Chiriqui) Tab. XLV, Fig. 15, 16, polla (ibid.) Fig. 17, 18,
(?) mucia (ibid.) Fig. 19, 20, S. 48, miimcia (Mexiko) Fig. 21, 22, (?) bola (Chiriqui)
Fig. 23, (?) nisa (Guatemala) Fig. 24, S. 49; H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, II.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 175
Agathia iodioi'des (Dawson r.), distributa (ibid.; Cairns); Th. P. Lucas,
Proc. Linn. Soc. N. S. Wales, (2.), VI, S. 296, codina (Khasia H.) S. 7, PI. T,
Fig. 3, gemma (ibid.) S. 8; C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892.
Amphidasys matharma (Guatemala); H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, II, S. 71, Tab. XLVIII, Fig. 5, 6.
Anaitis mundata u. var. erubescens (Beirnt) S. 216, submundulata (Marasch)
S. 217, musmlata (Kaisarie) S. 218, Taf. II, Fig. 19; 0. Staudinger, Iris, V.
Anisodes melitia (Guatemala) Tab. LI, Fig. 3, caletra (Mexiko ; Guatemala)
Fig. 4, carbina (Panama) Fig. 5; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II,
S. 104.
Anisodes melanochrysus (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 237,
Uchenaria (Khasia H.), intermixta (ibid.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc.
London, 1892, S. 8.
Anteia canescens (Rockhampton); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New
South Wales, (2.), VI, S. 300.
Apicia medusa (Ruatan Isl., Honduras) Tab. XLIV, Fig. 20, atüla (Mexiko)
Fig. 21, mesada (ibid.) Fig. 22, melenda (ibid.) Fig. 23, 24, S 39, aurana (ibid )
Fig. 25, micca (ibid.) Fig 26, atia (ibid.) Fig. 27, mera (ibid.) Fig. 28, S. 40,
aurelia (Chiriqui) Tab. XLV, Fig. 1, S. 41, mcgania (ibid.) Fig, 2. S. 42; H. Druce,
Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II.
Aspilates re?;ocrtna (Beirut); O. Staudinger, Iris, V, S. 203, Taf. II, Fig. 16.
Asthena carnana (Mexiko) Tab. LH, Fig. 10, 11, nedas (Guatem.ala) Fig. 12,
H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II, S. 115, prasina (Khasia H.),
C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc London, 1892, S. 13, PI. I, Fig. 10.
Azelina terrenaria (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 107, attagena
(ibid.), barbarata (Sa. Barbara), foiiunata (Loyn) S. 186; derselbe, ebenda, con-
torta (Peru); P. Thierry-Mieg, ebenda, S. 217, asterodia (Mexiko; Guatemala)
Tab. XLVII, Fig. 8, 9, astapa (Mexiko) Fig. 10, 11, S. 62, melissa (Mexiko)
Fig. 12, metella (Chiriqui) Fig. 13, aurunca (ibid.) Fig. 14, S. 63, micca (Mexiko)
Fig. 15, 16, numina (ibid.) Fig. 17, 18, S. 64; H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, II.
Robbe zeigte der Soc. Entom. de Belg. ein Exemplar von Biston hir-
tarius ^ mit völlig verkürameiten Flügeln vor; während die Weibchen der
übrigen Biston-Arteu gleich denen von Hibernia, Anisopteryx und Phigalia ge-
wöhnlich verkümmerte Flügel haben, sind die Flügel der Weibchen von B. hir-
tarius und prodromarius gewöhnlich wohl entwickelt. Ann. Soc Ent. Belg.,
1892, S. 514 f.
Boarmia conjungens (Amdo); S. Alpher aky. Hör. Soc. Eut. Ross., XXVI,
S. 456, nobilitaria (Maigelan) S. 173, variolaria u. var. subfuscaria (ibid.) S. 174,
subrepundata n. sp. (Samarkand) S. 175, (repandata var. depravata S. 177, von
Margelan); 0. Staudinger, Iris, V, exustaria (Kentei); derselbe, ebenda,
S. 378, Taf. Ill, Fig. 8, noctiluca (Mexiko) Tab. XLVIII, Fig. 7, (?; cabira (ibid.)
Fig. 8, S. 73, nephalia (ibid.) Fig. 10, S. 75. brotes (Costa Rica; Panama) Fig. 11,
nepia (Mexiko) Fig. 12, S. 76; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Bronchelia nasica (Mexiko) Tab. XLIX, Fig. 2; H. Druce, Biol. Centr.-
Americ, Heteroc, II, S. 81.
176 Ph- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Biyoptera pruna (Loja); P. Dognin, La Naturaliste, 1892, S. 59, (?) candara
(Chiriqiii); H. Druce, Bio). Centr.-Americ, Heteroc, II, S. 80. Tab. XLVIII,
Fig. 26.
Byssodes mollita (Merida, Venezuela) ; P. Dognin, Bull. Soc. Entom. France,
1891, S. CLVII, miletica (Mexiko; Guatemala) Tab. L, Fig. 27, naevia (Mexiko;
Guat.; Panam.) Fig. 26, S. 99, nazadu (Las Vigas) Fig. 28, S. 100; H. Druce,
Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Cabera exanthemata var. unicolorata (Livland) ; C. A. Teich, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 356.
Caberodes axona (Mexiko) Tab. XLVI, Fig. 6, messene (ibid.) Fig. 7;
H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II, S. 53.
Life-history of Calothysauis amaturaria Walk.; A. S. Packard,
Insect life, IV, S. 382—384, mit Holzschn.
Cambogia ohada (Mexiko) Tab. LH, Fig. 1, 2, numida (Koatepek) Fig. 3,
S. 112, occia (Jrazu) Fig. 4, odatis (Koatepek; Chiriqui) Fig. 5, numeria (Guate-
mala) Fig. 6, S. 113, nucula (Chiriqui) Fig. 7, cedon (Mexiko) Fig. 8, (?) necida
(Panama) Fig. 9, S. 114; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Chlenias melanoxysta (Balaklava, S.A.) S.663, zonaea (Melbourne; Mt. Lofty,
auf Aster axillaris) S. 665; E. Meyrick, Eevision V.
Zu Cidaria tempestaria H. S. s. H. Rebel, Jahresb. d. Wien. Entom.
Ver., III, S. 49 f.
Die Raupe von Cidaria minor ata Tr. lebt von den Samen in den
Kapseln der Euphrasia officinalis; O. Habich, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 160.
C. corticata Tr. Jugendstände; J. Schernhammer, Jahresb. d. Wien.
Entom. Ver., III, S. 25 f.
C. saxicolata Led. Jugendstände; H. May, ebenda, S. 43 — 47.
C. tima (Peru); P. Thierry- Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 217, cinereo-
limüata (Columbien); derselbe, ebenda, S. 235, Semenovi (Amdo) S. 458, ex-
centricata und var. virginea (ibid.) S. 459; S. Alpher aky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, (fulvata var. distinctata S. 225), inconsiderata (Amasia) S. 226, apiciata
(Achal Tekke) S. 227, fidoniaria (Kuldscha) S. 229, alexandraria (Alexaudergeb.)
S. 230, interpositaria (Centralas.) S. 231, praepositaria (Margelan, Alai) S. 233,
postpositaria (Alai) S. 234, ignorata (Kurusch) S. 235, desperata (Osch) S. 236,
anteletaria (Alai; Samarkand) S. 237, Taf. II, Fig. 21, numidiata (Bone) S. 239,
Fig. 22, viduata (Issyk kul) S 241, Sintenisi (Charput) S. 242, (riguata var.
festivata S. 243, uuicata var. centralisata), maerens (Samarkand) S. 245, (bilineata
var. suhgriseata, atlantica, grisescens S. 246), rogata (Alai) S. 248, rejectaria
(Issyk kul) S. 249; 0. Staudinger, Iris, V.
Cimelia Vaulogcri (Tunis); O. Staudinger, Iris, V, S. 291, Taf. III, Fig. 11.
Cimicodes portentosa (Peru); P. Thierry - Mieg, Le Naturaliste, 1892,
S. 235.
Cleora Godmmvi (Mexiko; Texas); H. Druce , Biol. Centr.-Americ, Heteroc,
II, S. 72, Tab. XLVIII, Fig. 9.
Cleta (?) minuta (Mexiko; Panama); H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, 11, S. 111, Tab. LI, Fig. 30.
Comibaena Ecuadorata (Zamora); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 186,
Lafayaria (Loja); derselbe, ebenda S. 206, belisama (Chiriqui) S. 87, Tab. XLIX,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 177
Fig. 16, 17, callicula (ibid.) S. 88, Fig. 19; H. Bruce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, IL
Coricia hicincta (Loja); P. Dogniu, Le Naturaliste, 1892, S. 144.
Cratoptera arvina (Mexiko) S. 34, Tab. XLIV, Fig. 10, mena (Bugaba)
Fig. 11, atina (Costa Rica) Fig. 12, 13, S. 35; H. Dri\ce, Biol. Centr.-Amer.,
Heteroc, LE.
Ci'ocallis (?) edaxaria (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 123.
Dasydia Tarpeia (Cohmibien); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892,
S. 236.
Deilinia eccentritis (Warragul, Vikt.) S. 635, oenias (Georges-ßay, Tasman.),
lithodora (Adelaide) S. 637, cremnias (Geraldtou, W. A.) S. 638, ochthadia (Mt.
Kosciiisko) S. 639; E. Meyrick, Revision, V.
Descoreba (?) Eosalinda (Brasilien); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste,
1892, S. 236.
Diastictis margaritis (Queensl.); E. Meyrick, Revision V, S. 588.
Dichromodes petrina (Wellington); E. Meyrick, Trans. New Zealand
Instit., 1891, S. 216.
Drepanodes moneta (Koatepek) Tab. XLIV, Fig. 2, astanda (Teapa) Fig 3,
S. 30, asina (Guateinala) Fig. 4, (?) mclina (Mazatlan) Fig. 5, S. 31; H. Druce,
Biol. Centr.-Amer., Heteroc, IL
Duga rana (Goram Ceram); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 96, PI. III,
Fig. 3.
Ectropis pristis (Duaringa) S. 626, argalea (Sydney), isombra (Duaringa;
Brisbane) S. 627; E. Meyrick, Revision, V.
Egea teneraria (Kuldscha); 0. Staudinger, Iris, V, S. 196.
Ellopia cinereostrigaria (Ost-Galizien); St. Kiemen siewicz, Sitzgsber.
Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 67.
Ennomos hitias (Chiriqui); H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, 11.
S. 69, Tab. XL VIII, Fig. 1, 2.
Eois ascantia (Guatemala) Tab. LI, Fig. 20, hatea (ibid.) Fig. 21, S. 109,
nundina (Mexiko) Fig. 23, 24, aps (ibid.) Fig. 25, 26, cassandra (Chiriqui) Fig. 27,
(?) oeno (Mexiko) Fig. 28, S.llO, (?) catana (Guatemala) Fig. 29, S.lll; H. Druce,
Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II.
Ephyra megista (Guatemala) S. 101, Tab. LI, Fig. 1, citrina (Mexiko; Jrazu)
S. 102, Fig. 2; H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, IL
Epione (?) polydora (Peru); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892,
S. 235, (?) asteria (Mexiko) S. 43, Tab. XLV, Fig. 3, 4, (?) megamede (ibid.)
S. 44, Fig. 5, 6; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Eratina Artemisia (Ekuador) S. 97 , mecyra (Columbieu) , rhesa (Bolivien)
S. 98, medama (Ekuador), aroma (Bolivien) S. 99, Hewitsoni (Ekuador), Artemis
(Columbien) S. 100, Buckleyi (Ekuador), arocha (ibid) S. 101, meduthina (ibid.),
bosora (Columbien) S. 102, capua (Sa. Katbarina), masura (Ekuador), media
(ibid.) S. 103, peloria (Columbien), Wheeleri (ibid.) S. 104, Artahates (Bolivien),
Faventia (Ekuador) S. 105, Whitelyi (Ost- Peru), necysia (Columbien) S. 106,
hermaea (Ekuador), tryphosa (ibid.) S. 107; H. Druce, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(6), IX, semiluctuata (Columbien); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892,
S. 236, tibicina (Loja); P. Dognin, ebenda, S. 238.
Arch. f. Naturgescli. Jahrg. 1893. Bd. IL H. 2. M
178 l^h- Bevtkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eremia coelestinaria (Tian-schan); S. Alpheraky, Hör. Sog. Ent. Boss.,
XXVI, S. 456.
Ergavia calvina (Mexiko) Tab. XL VIII, Fig. 21, 22, caletra (ibid.) Fig. 23,
assecoma (ibid.) Fig. 24, 25; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II, S. 79.
Erosina meropia (Costa Rica; Panama); H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, II, S. 55, Tab. XLVI, Fig. 10.
Erosia (Dirades) tridentata (Preanger, Java) S 14, bidentata (ibid.) S 15;
F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Erosia opigena (Koatepek) Tab. LIII, Fig. 1, 2. S. 126, omana (Mexiko;
Guatemala; Panama) Fig. 5, cassera (Irazu) Fig. 6, 7, (?) carilla (Guatemala)
Fig. 8, ocalea (ibid.) Fig. 9, S. 127, ora (Omilteme) Fig. 10, S. 128; H. Druce,
Biol. Centr.-Americ, Heteroc, IL
Püngeler: Naturgeschichte der Eucosmia montivagata Dup.; Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 75 f.
Eupithecia laquararia in Belgien (Genck); Ann Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 480.
0. Hab ich überzeugte sich durch die Zucht von der Zusammengehörigkeit
von E. innotata (Frühlings-) und fraxinata (Sommer- Generation); Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 159.
Eupithecia horticolaria (Bornich, Mittelrheinthal); A. Fuchs, Jahrh. d.
Nass. Ver. f. Natui'k., 45, S. 102, (oblongata var. centralisata S. 250), accurata
(Namangan) S. 251, irritaria (Erzerum) S. 253, alhidulata (Kaukasus) S. 254,
huldschaensis (Kuldscha) S. 255, aequata (Transalai) S. 256, marginata (Kuldscha)
S. 257, subfenestrata (Achalchiz) S. 259; O. Staudinger, Iris, V, filicatn S. 1,
rigida (KhasiaH.) S. 2, PI. I, Fig. 6; C. Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London, 1892.
Eusarca acidaria und var. alexandraria, grisearia (Centralasien) S. 204,
dispar n. sp. (Saniarkand) S.205; O. Staudinger, Iris, V.
Fidouia opulenta (Peru); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 216,
incandescens (Chili); derselbe, ebenda, S. 236, cretacea (Achal-Tekke) S. 197,
(limbaria var. delimbaria , pedemontaria , anzascaria S. 198); 0. Staudinger,
Iris, V.
Geometra muscipunctata (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 186,
carhina (Mexiko) Tab. XLIX, Fig. 8, uturia (ibid.) Fig. 9; H. Druce, Biol.
Centr.-Americ, Heteroc, II, S. 84.
Glaucopteryx immaculata (Grönland); H. Sk inner & L. W. Menge 1,
Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 156.
Gnophos (glaucinaria var. etruscaria, Vallombrosa, difficilis var. uniformis,
Lepsa, S. 188), vastaria n. sp. (Issykkul) S. 189, (mucidaria var. subsignaria
Sizilien, S. 191), dubitariavi. Y&.r. graecaria (Schahrud; Griechenl.) S. 192, (Iveni
var. durior, gilvaria, Alai, S. 194); 0. Staud'inger, Iris, V.
Gyuopteryx asopia (Mexiko) Tab. XLIV, Fig. 14, mynes (ibid.) Fig. 15,
megasa (ibid.) Fig. 16, minoa (Ohiriqui) Fig. 17, S. 37, asteria (Mexiko; Guatemala)
S. 38, Fig. 18, 19; H. Druce, Biol Centr.-Americ, Heteroc, IL
Halia berytaria (Beirut); O. Staudinger, Iris, V, S. 200.
Halthia nigripars (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London,
1892, S. 17, Pl.I, Fig. 1.
Heliothea iliensis var. Alphei-aMi (Innerasien); O. Staudinger, Iris, V,
S. 207.
im Gebiete der Entomologie währeiifl des Jahres 1892. 179
Hemitliea idaea (Khasia H.); C. Swiuhoe, Trans. Eutom. Soc. London,
1892, S. 6.
Herbita tenebrica (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 185, (?)
capueina (Peru); P. Thierry-Mieg, ebenda, S. 217, (?) nedusia (Chiriqui)-
H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Eeteroc, II, S. 25, Tab. XLIV, Fig. 1.
Hibernia bojaria neu für Schlesien (Reinerz); Wutzdorf, Zeitschr. f.
Entomol., Breslau, (N. F.), 17. Heft, Vereinsnachr., S. XXIV.
H. (Anhibernia) orientalis (Amasia); 0. Staudinger, Iris, V, S. 170,
buraetica (Kentei); derselbe, ebenda, S. 376, Taf. III, Fig 8.
Himera nestor (Guatemala); H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II,
S. 70, Tab. XLVIII, Fig. 3.
Hygrochroma Viola (Cauea); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892^
S. 337, nondina (Panama; Guatemala; Mexiko) Tab. XL VI, Fig. 24 — 26, bubona
(Mexiko) Fig. 27, 28, S.58, cama (ibid.) Tab. XL VII Fig. 1-3, nemora (Guatemala)
Fig. 4—7, S. 59; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Hypochroraa aurantiaceal (Brisbane) S. 297, diff'undens (Dawsonr.) S. 298;
Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2.), VI.
Idaea Hampsoni (Khasia H. ) S. 14, albivertex (ibid.; Sikkim) S. 15;
C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London, 1892.
Jodis hnxüicata (Rockhampton), Barnardac (Duaringa) S. 293, crenulata
(Brisbane) S. 294, muUicincta (ibid.), müitaris (ibid.) S. 295; Th. P. Lucas, Proc,
Linn. Soc. New South Wales, (2.), VI.
Kuldscha Oberthüri (Amdo); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI,
S. 458.
Leucula aoitta (Mexiko) Tab. XLVI, Fig. 3, meganira (Mexiko ; Guatemala)
Fig. 5; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II, S. 52.
Lobophora ebriola (Loja), (?) xiareeida (ibid.); P. Dognin, Le Naturaliste,
1892, S. 295, (Oulobophora) macedonica (M.); O. Staudinger, Iris, V, S. 219,
Taf. II, Fig. 20.
Lomographa spodina (Sydney; Mt. Lofty) S. 633, isocyma (Duaringa) S. 634;
E. Meyrick, Revision, V.
Lycauges Domvani (Pretoria) ; W. L. Distant, Natural, in the Transvaal,
S. 240, Tab. II, Fig. 4.
Lycimna cajanmna (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 185.
Macaria drepanata (Flores), goramata (Gorara); J. Roeber, Tijdschr. v..
Entomol., XXXIV, S. 331, normata (Amdo), anomalata (ibid.); S. Alpheraky,
Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI, S. 455.
Mare.sia (?) undifasciata (Sandakan, Borneo); A. G. Butler, Proc. Zool.
Soc. London, 1892, S. 132, PI. VL Fig. 10,
Mecoceras mdis (Mexiko; Guatemala); H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, II, S. 95, Tab. L, Fig. 15.
Metanema caUria (Mexiko) Tab. XLVII, Fig. 20, 21, S. 67, bonadea
(Guatemala) Fig. 22, 23, neon (Guatemala) Fig. 24, 25, brea (Chiriqui) Fig. 26,
S. 68; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II. •
Metrocampa glaucias (Melbourne); E. Meyrick, Revision V, S. 644.
Micronia simpllciata (Goram); J. Roeber, Tijdschr. v. Entomol., XXXIV,
S. 331.
180 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mychonia (?) Utijla (Mexiko; Costa Rica) Tab XL VII Fig. 27, (?) noela
(Guatemala) Fig. 28; H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II, S. 69.
Nemoria pretiosaria var. gigantaria (Margelan); 0. Staudinger, Iris, V,
S. 143, molUssima n. sp., (Loja), (?) vitiosaria (Zamora); P. Dognin, LeNatura-
liste, 1892, S. 186, assa (Costa Rica); H. Druce, Biol. Centr.-Anieric, Heteroc,
n, S. 85, Tab. XLIX, Fig. 11, 12.
Nipteria panacea (Ekuador), impunctata (Peru), valens (ibid.), panopea
(ibid.); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 217, semigrisea (Peru;
Ekuador), minor (Peru), erigone (ibid.), tapponia (Brasil); derselbe, ebenda,
S. 237, aethiopissa (Loja), sororcula (ibid.), tironaria (ibid.), pellucenta\ (ibid.),
costistigmata (ibid.), sectwata (ihiA.), dividua (ibiä.); P. Dognin, ebenda, S. 238.
Nychiodes lividaria var. divergaria, var. antiquaria (Mesopotamien); 0. Stau -
dinger, Iris, V, S. 171.
Odontopera bubula (Mexiko; Guatemala); H. Druce, Biol. Centr.-Americ,
Heteroc, H, S. 67, Tab. XLVII, Fig. 19.
Odontoptera muscularia und var. alienata (Margelan, üsch) ; 0. S t a u d i u g e r ,
Iris, V. S. 164.
Omphax naenia (Mexiko); H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc. II,
S. 86, Tab. XLIX, Fig. 13.
Ophthalmophora melae (Guatemala) Tab. L Fig. 16, 17, albn (Yukatan)
Fig. 21, S. 96, asoins (Chiriqui) Fig. 19, 20, aspledon (Mexiko) Fig. 22, S. 97,
molpadia (Chiriqui) Fig. 24, S. 98; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, IL
Ortholitha appropinquaria (Alai) S. 208, integraria (Saniarkand) S. 209,
supproximaria (Centralasien) S. 210, subvicinaria (Kaukasus) S. 211, (viciuaria
var. hyrcanaria), perplexana (Lhchk; Gedschen) S. 212, (Cyrtolitha) obstinata wm\
var.? cinerata (Issykkul) S. 213, Taf. II, Fig. 18); 0. Staudinger, Iris, V.
Oxydia Do^wwi (Peru) ; P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 216,
aromata (Vera Cruz) S. 27, Tab. XLIII , Fig. 11, masthala (Chiriqui) Fig. 9,
medona (Atitlan , Guatemala) Fig. 15, 16, artaxa (Jalapa) Fig. 12, 13, S. 28,
avgusta (Chiriqui) Fig. 17, 18, S. 29; H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II.
Panagra Fixseni (Amdo); S. Alpheraky, Hör. Soc Ent. Ross., XXVI,
S. 456.
H. Cristoph hebt die Unterschiede von Pellonia tabidaria Z. und P.
(als Aspilates beschrieben) Sieversi Christ, hervor; Staudinger hatte beide für
identisch erklärt; Stett. Ent. Zeitg,, 1892, S. 245-247.
P. G'rumaria (Sinin-schan, Amdo); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 454, adauctata (Margelan; Osch; Samarkand); 0. Staudinger, Iris,
V, S. 160.
Perigramma religiosa (Peru), (?) Theodora (ibid.); P. Thierry-Mieg, Le
Naturaliste, 1892, S. 236.
Perixera pulverulenta (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London,
1892, S. 9, PI. I, Fig. 8.
Phasiane boarmiata (Radeffka); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892,
S. 232, tancrearia (Kuldscha); 0. Staudinger, Iris, V, S. 201.
Plmrodesma smaragdaria var. Castiliaria (Ildefonso), var. serraria (Transalai)
S. 141, smaragdularia n. sp. (Margelan) S. 142; 0. Staudiuger, Iris, V.
Phyletis ^rasowana (Khasia H.) ; C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London,
1892, S. 12.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 181
Polla avellana (Peru); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 235.
Polythrena croceitinda (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892. S. 107.
Pjrinia arxata (Cliiriqui) S. 33, Tab. XLIV, Fig. 6, 7, megara (Guatemala ;
Chiriqui) Fig. 8, 9, S. 34; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, II.
Racheospila roseilinearia (Loi^i), pellucidaria (ibid ); P. Dognin, Le Natura-
liste, 1892, S. 20C, arycanda (Costa Rica) Tab. XLIX, Fig. 21, athena (Chiriqui))
Fig. 22, S. 89, calliope (Koatepek) Tab. L, Fig. 1, 2, mustela (Orizaba) Fig. 3,
capys (Las Vigas) Fig. 4, astraea (Mexiko) Fig. 5, S. 90, atrapes (Chiriqui) Fig. 6,
S. 91, busa (ibid.) Fig. 8, (?) hatina (Guatemala) Fig. 9, 10, (?) asmura (Chiriqui)
Fig. 11, S. 92; H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc., IL
Rhyparia Hamiltonia (Khasia H); C. Swinhoe, Trans. Eutom. Soc. London,
1892, S. 17, PL L Fig. 5.
Rumina luteolata L. ab. emaculata (Issit-kul; Kuldja); L. Graeser,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 317.
Sabulodes mi7<ar/a (Loja) ; P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 170, Loja-
nata (ibid.), sticta (ibid.), Franciscata (ibid.), xißinochroma (ibid.) S. 185; der-
selbe, ebenda.
Scardamia chrysoUna (Newcastle, N. S. W.); E. Meyrick, Revision, V,
S. 640.
Scordylia Y-album (Guatemala); P. Thierry - Mieg, Le Naturaliste,
1892, S. 216.
Scotosia confirmata (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 59,
senescens (Schahrud) S. 223, neglectata (Achaltekke) S. 225; 0. Staudinger,
Iris, V.
Selenia monima (Mexiko) Tab. XL VI, Fig. 11, 12, asteria (ibid.) Fig. 13,
myrina (Guatemala) Fig. 14, hanasa (Mexiko) Fig. 15, 16, S. 56, nahdalsa (ibid.)
Fig. 21, narcaca (ibid.) Fig. 17, 18, belisama (ibid.) Fig. 19, 20, azamora (ibid.)
Fig. 22, 23, S. 57; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, IL
Selidosema cheleuta (Melbourne) S. 598, amphiclina (Sydney) S. 599, eremias
(ibid.), thermea (Newcastle, N.S.W.) S. 600, capnota (Albany, W. A.) S. 605,
leptodesma (Pt. Lincoln; Freraantle) S. 606, leucoplecta (Melbourne) S. 607, agoraea
(ibid.) S. 608, aganopa (Albany) S. 610, adelphodes (ibid.) S.611, zascia (Melbourne)
S. 613, argoplaca (Sydney; Quorn) S. 615; E. Meyrick, Revision, V, aristarcha
(Wellington); derselbe, Trans, a. Proc New Zealand Instit, XXIV, S. 216.
Sicya aurunca (Guatemala) Tab. XLV, Fig. 7, mesapia (ibid.) Fig 8, bala
(Mexiko) Fig. 9, neda (ibid.) Fig. 10, 11, S. 46, myron (ibid.) Fig. 12, 13, (?)
ascolia (ibid.) Fig. 14, S. 41; H. Druce, Biol. Centr.-Americ, Heteroc, 11.
Stegania dilectaria Hb. Raupe beschrieben; .7. Schernharamer,
Jahresb. d. Wien. Entom. Ver., III, S. 22 f.
Stegania dalmataria var. arenaria (Issykkul); 0, Staudiuger, Iris, V,
S. 162, crina n. sp. (Khasia H.); 0. Swinhoe, Trans. Ent. Soc. London, 1892,
S. 14, PI. I, Fig. 14.
Sterrha virgenpamba (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 237.
Strophidia /hZc^/era (Ostafrika) ; G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 117.
Syllexis extendata (Loja), Chartuluria (ibid.); P. Dognin, Le Naturaliste,
1892, S. 144.
Synchlora (?) nortia (Mexiko); H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, 11,
S. 93, Tab. L, Fig. 12.
182 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlicheu Leistungen
Tachyphyle (?) ne'is (Koatepek; Chiriqui); H. Druce, Biol. Centr.-Amer.,
Heteroc, II, S. 93, Tab. L, Fig. 13, 14.
Teplironia (oppositaria var. obscuraria (Astrabart) S. 178), oranaria (Sebdu)
S. 170, castüiaria (San Ildefonso) S. 180; 0. Staudinger, Iris, V.
Tephrosia hostar (Mexiko; Panama . . .) S. 76, Tab. XL VIII, Fig. 13, bura
(Guatemala) Fig. 14, (?) azenia (Chiriqui) Fig. 15, (?) balsa (Mexiko) Fig. 16,
S. 77, muruena (ibid.) Fig. 17, 18, axica (ibid.) Fig. 19, S. 78; H. Druce, Biol.
Centr.-Amer., Heteroc, II.
Terpuoniicta lala (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London,
1892, S. 13.
Tetracis azonax (Guatemala; Costa Rica) Tab. XL VI, Fig. 8, belides (Mexiko;
Guatemala) Fig. 9; H. Druce, Biol. Centr.-Amer., Heteroc, II, S. 54.
Thalassodes liliana (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc. London,
1S92, S. 7, PI. I, Fig. 2.
Thalera spumosaria (Loja), eximia (ibid.); P. Dognin, Le Naturaliste,
1892, S. 237, acte (Khasia H.); C. Swinhoe, Trans. Entom. Soc London, 1892,
S. 6. PL I, Fig. 13.
Thamnonoma wavaria L. var.; J. de Vries, Tijdschr. v. Entom., XXXV,
S 24 f. mit Nachschr. von P. C. T. Snellen und Holzschn.
Therina ascion TMexiko; Chiriqui) Tab. XLV, Fig. 25, 26, betala (Guatemala)
Fig. 27, vmncla (Mexiko) Fig. 28, S. 50, bada (Guatemala) Tab. XL VI, Fig. 1, 2,
(?) tiomia (Mexiko) Fig. 4, S. 51; H. Druce, Biol. Centr.-Americ. Heteroc, IL
Trichoclada opsinaria (Khasia .H.); C. Swinhoe, Trans. Eut. Soc. London,
1892, S. 15.
Trichopleura Leechi (Amdo); S. A 1 p h e r a k y. Hör. Soc. Eut. Ross , XXVI, S.458.
Triphosa ravulata (Issykkul); 0. St au ding er, Iris, V, S. 221.
Trygodes niobe (Panama) Tab. LI, Fig. 9, 10, merta (Mexiko) Fig. 11, S. 106,
atcijiia (Koatepek) Fig. 12, nielia (ibid.) Fig. 13, callas (Chiriqui) Fig. 14, carbania
(Guatemala) Fig. 15, S. 107, (?) auxesia (Mexiko) Fig. 16, 17, S. 108; H. Druce,
Biol. Centr.-Americ, Heteroc, IL
Urapteryx hilaris (Peru); P. Thierry-Mieg, Le Naturaliste, 1892, S. 217.
Xenomusa mttallica (Brisbane); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New South
Wales, (2), VI, S. 299.
Zonosoma albüincata (Margelan); 0. Staudinger, Iris, V, S. 159.
Nocturna. J. B. Smith fährt in seinen Contributions toward a
monograph of the Noctuidae of boreal America fort; Proc. U. S. National
Mus., XIV, S. 197—276, PI. VIII— XI: revision of the species of Marne stra
ebenda XV, S. 33— 52, PI. III: revision of the genus Cucullia; S. 53-64
revision of the Dicopinae (Dicopis, Eutolype, Copipanolis) ; S. 65— 86, PI. Ill
revision of Xylomiges and Morrisouia.
Von J. W.Tutt's „The british Noctuae and their varieties" ist Vol. II
arschienen.
Die mit Hypaetra Guen. verwandten Gattungen finden am besten ihren
Platz unter den Ophiusiden, die Dysgoniidae zu nennen sind, zwischen Chry-
sorithrum und Trigonodes. Es sind Avata Walk, (includens Wlk., Hypaetra
trigonifera Wlh. = complacens Wlk., curvifera Wlk. = Ophiusa frontalis Wlk.
= Achaea expectans Wlk., Athyrma tepescens Wlk., Ath. bebo Hübn.
= Hyp. condita Wlk.), Hypaetra Guen. (uoctuoides Guen.), Anereuthina Hbn.
im Gebiete der Eutomologie während des Jalires 1892. 183
(reuosa Hhn.), Athyrma Hhn. (adjutrix Crrtm. = doriüitrix Guen., Pseudathyrma
(Hypaetra complens WlJc., Stigmata Moore), ßaniana Wlk. (luteiceps = Hydrelia
semilugens, mexicana, significans, projicieus, Poaphila suggesta, Hypaetr. bian-
gulata). A. G. Butler, Ami. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 397- 300.
Grumia (n. g. inter Omiam et fleliothidem) flora (Ämdo); S. Alpheraky
Hör. Soc. Eüt. ßoss., XXVI, S. 453.
Halastus (n. g.) intricatus (Westafrika; = Opliideres princeps Guenie,
Walker, Moore, nee Boisduv.); A.G. Butler, Ann. a. Mag. N. H. (6), IX, S. 375 f.
Ilollandia (n. g. quemadmodum Hypenae affine; alarum forma Diradi
simile) sigülata (Gabun); A. G. Butler, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 296.
Lasionycta n. g. (ab Acronycta oculis hirsutis; a Dianthoecia oviductu
femiuae haud exserto, a Mamestra, cui proximum, capite parvo, retracto, piloso
ut et thorax, uec squamoso, aus margiue exteiiore haud uudatis diversum) für
(Phlogophora H.-Sch., Mamestra Led., Dianthoecia Staud.) Skraelingia H-Sch.;
Chr. Aurivillius, Entom. Tidskr., 1892, S. 285.
Omorphina (n. g. jirope Heliaca) aurantiaca (Sinin 15000'); S. Alpheraky,
Hör. Soc. Ent. ßoss., XXVI, S. 453.
Pachydasys n. g. Callopistriin. für (Eutelia?) consentanea Walker; A.
G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 125, PI. VI, Fig. 5.
Platydasys (n. g. Callopistriin. Pachydasyi et Cotandae affine) Pryeri
(Sarawak,- Labuan); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 126, Pi. VI,
Fig. 6.
Poecilogramm a (n. g. Gnamptocerae ^xo^imxum) picatum (Sandakan, Borneo) ;
A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 126, PI. VI, Fig. 4,
Pseudathyrma n. g., für (Hypaetra) complens Walk, und Stigmata 3Ioore;
A. G. Butler, a. a. 0., S. 299.
Rad de a (n. g. pone Mesogonam) digna (Amdo); S. Alpheraky, Hör. Soc.
Ent. Ross., XXVI, S. 450.
Spinipalpa (u. g. inter Agrotis et Charaeas) maculata (Amdo); S.
Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross., S. XXVI, S. 445.
Acronycta terrigena (Blagoweschtschensk); L. Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 214.
Agrotis colliua Boisd. en för nordens fauna ny nattfly-art; J. Sahlberg,
Entomol. Tidskr., 1892, S. 290-292; A. collina var. Kenteana (Kentei); 0.
Staudinger, Iris, V, S. 353.
Agrotis nigrita (Pokrofka) S. 217, cicatricosa (ibid.) S. 218, coturnicula
(ibid.) S. 219, lapidosa (ibid.) S. 220; L. Graeser, Berlin. Entom- Zeitschr., 1892,
dulcis (Kuku-nor); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI, S. 444, honesta
(Kentei) S. 354, Taf. III, Fig. 3, albivenata (ibid.) S. 359 Fig. 4, praecipua (ibid.)
S. 360, Fig. 5, trifurcula (ibid.) S. 362. Fig. 6; 0. Staudinger, Iris, V.
Ueber die Erziehung der Agrotis-Raupen aus dem Ei; L. Roth,
Soc. Entom., VII, S. 65 f.
Ala 2jreiiosa (Nian-Schan); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI,
S. 453.
Ammoconia vetula B. var. mediorhenana (Lennig); A. Fuchs, Jahrb. d.
Nass. Ver. f. Naturk., 45, S. 91.
Anarta besla (Grönland); H. Sk inner & L. W. Mengel, Proc. Acad.
Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 158.
184 Pli- Bertkaiv Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Calocanipa Brucci (Kolorado); J, B. Smith, Eutomol. News. III, S.252, Pl.X.
Chariclea eriibescens (Pokrofka); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 230.
Copipanolis borealis (Minnesota), fasciata (Missouri; Texas); J. B. Smith,
Coutributions, S. 62.
Cucullia distinguenda (Kentei); 0. Staudinger, Iris, V, S. 368.
Cucullia umbristriga (Chuan-che); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 452, similaris (Platte caüon, Colorado) Fig. 3, obscurior (Colorado)
S. 41, dorsaln (ibid.) S. 47, bistriga (ibid.) S. 48, Fig. 9, cinderella (ibid.) S. 49,
Fig. 11; J. B. Smith, Coutributions, siiblutea (Kaschgar), S. 812, hemidiaphana
(Alexander-Geb.) S. 313; L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892.
Dasypolia pagodae (Amdo), gerbillus (Nian-Schan) ; S. Alpheraky, Hör.
Soc. Ent. Eoss., XXKI, S. 451, Ferdinundi (Bormio) S. 169, templi var. Caf Uschi
(Schweiz) S. 170; F. Rühl, Soc. Entom., VI.
Dianthoecia fle/iciosa (Amdo), liirida (MA.); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent.
Ross., XXVI.
Dianthoecia Dovrensis var. Eenteana (Kentei), altaica; 0. Staudinger,
Iris, V, S. 366.
Dryobota contermina (Alesander-Geb.) ; L.Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 308.
Dyschorista coHfeci;« (Alexander-Geh.) ; L.Graeser, Berlin. Eut. Zeitschr.,
1892, S. 310.
Epizeuxis aethiops (Transvaal); W. L. Di staut, Natural, in the Trans-
vaal, S. 239, Tab. II, Fig. 2.
Eutolype bomhydformis (Ohio; Illinois; Missouri); J. B. Smith, Coutri-
butions, S. 59.
Fodina gloriosa (Duaringa); Th. P.Lucas, Proc. Linn. Soc. New South
Wales, (2.), VI, S. 304.
Graphiphora Uchenodes (Chabarofka) ; L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 216.
Hadena monoglypha iJ^/n. var. pa^Zidrt (Bornich, Mittelrhein); A.Fuchs,
Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk., 45, S. 94.
H. subcußiila (Pokrofka) S. 224, radicosa (ibid.) S. 225; L. Graeser, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1892.
Hamodes simplicia (Addah, Goldküste); G. Weymer, Statt. Ent. Zeitg.,
1892, S. 116.
P. Chretien beschreibt das Weibchen von Heliophobus Scillae, dessen
kurze Flügel demselben wohl kaum den Flug gestatten; Le Naturaliste 1892, S. 7.
H. Grumi (Kuku- nor), anachoretoYdes (ibid.); S. Alpheraky, Hör. Soc.
Ent. Ross., XXVL S. 447.
Hiptelia (? oder zu Pachnobia?) Lorezi (Graubünden, 1800 M.); 0. Stau-
dinger, (Soc. entom., VI, S. 137 und) Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 370.
Hydroecia Burkhana (Dschachar); S. Alpheraky, Hör. Soc. Eut. Ross,
XXVI, S. 450.
Hydroecia senilis (Kolorado), unimoda (ibid.); J. B. Smith, Eutomol. News,
III. S. 251, PI. X.
Nachdem A. G. Butler erkannt hat, dass die Arten von Hypocala
trimorph sind, nimmt er eine Revision derselben vor. Als die typische Form
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 185
sieht er die mit mehr einfarbigeii, verwaschenen Vorderflügeln an; die gescheckte
wird als var. a, und die melanitische, mit scharf geschiedener Zeichnung, als var. b
bezeichnet. Die besten Unterscheidungsmerkmale gibt die Unterseite der Flügel.
— H. tenuis Walle, ist wahrscheinlich keine Hypocala; H. biarcuata Walk, wahr-
scheinlich und H. lativitta sicher eine Audea. Die unterschiedenen Arten sind:
H. subsatura Gitejz. (var. a = aspersa JBmW., var. b = limbata Butt.), deflorata
F. (var. a = pluraicornis Guen., efflorescens Guen., angulipalpis Guen., var. b = ro-
strata F.), guttiventris Walk. ^= tryphaenina Feld. (var. a = lativitta Wlk.), an-
dremona Cram. = filicornis Guen. (var. a = Pierreti Guen.), Moorei n. sp. (Ceylon;
var. a = efflorescens Walk, var.) S. 21, australiae n. sp. (A.) S 21, velans Walk.
(ist var. a), florens Mab., clarissima n. sp. (Ceylon), violacea Butl. Ann. a. Mag.
Nat. Eist. (6), X, S. 17-22.
Hypsophila Grmni (Kuku-noor); S. Alpheraky, Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXVI, S. 454.
Icomorpha anjillacea (Amdo); S. Alpheraky, Hör. Soc. Entom. Ross.,
XXVI, S. 445.
Isochlora alhivitta (Amdo), Grumt (ibid.); S. Alpheraky, Hör. Soc. Entom.
Ross., XXVI, S. 448.
Leucanitis scolopax (Nian-schan; Sinin-schan) ; S. Alpheraky, Hör. Soc.
Ent. Ross., XXVI, S. 454.
Luperina malitiosa (Bogdo-ola); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 448.
In seinen weitereu Contributions toward a monograph of the Noctuidae
of temperate North- America gibt J. B. Smith eine revision ofthe species
of Mamestra; Proc. U. S. National Mus., XIV, S. 197-276, PI. VO-XI.
Der Verfasser theilt die Gattungen zunächst in 2 Divisionen: A. Antennen der
Männchen gesägt und mit seitlichen Büscheln von Schuppen; B. Antennen ein-
fach, seitlich nur gewimpert.
Die erste Division enthält nur wenig Arten, die nicht weiter gruppirt
sind; die zahlreichen Arten der zweiten Division werden in folgende Gruppen
vertheilt: W-maculata, vindemialis, latex, adjuncta, defessa, legitima, renigera,
olivacea, laudabilis, quadriannulata, innexa, pensilis; die Namen dieser Gruppen
sind nach dem typischen Vertreter gewählt, mit Ausnahme der ersten, für welche
die W-ähuliche Zeichnung der Vorderflügel charakteristisch ist. Auf den Tafeln
sind die Kopulationsorgane von 66 Arten abgebildet. Die Revision enthält
89 Arten, folgende neu: (Div. A.) determinata (Foothills, Color.) S. 209, Eig. 8,
(Divis. B.) (Gr. "W-maculata) desperata (New Hampshire; Maine; Sierra Nevada;
Kalifornien) S. 221, Fig. 22, invalida (Sierra Nevada; Placer county, Kalif.)
S. 225, (Gr. vindemialis) ii-scripta (Sierra Nevada) S. 228, (Gr. legitima) qua-
drata (Placer county) S. 248, Fig. 46, (Gr. renigera) circumcincta (Sierra Nevada)
S. 253, Eig. 52, (Gr. pensilis) longiclava (Kolorado) S. 265, Fig. 64, orbiculata
(Kolorado) S. 266. — M. fuscolutea (Kolorado); derselbe, Entomol. News, III,
S. 250, PI. X.
M. Tancrei (Alexander- Geb.) S. 305, longieornis (Kysyl- Jart-Geb. ; Kaschgar)
S. 306; L. Glaeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, satanella (Amdo) S. 445,
texturata (ibid.) S. 446; S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI.
M. Serratilinea Tr. Jugendstände; J. Schernhammer, Jahresber. d.
Wien. Entom. Vereines, III, S. 21 f.
1§Ö Ph. Bertkaii: Bericht über die wisseuschaftliclieu Leistungen
A. G. Butler gibt eine revision ot . . . Melipotis Ilübn. . . ., Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 315—327, mit Walkeri (Callao) S. 325, Yerbunji
(Aden) S. 327. — Es sind mit Sicherheit 29 Arten hierher zu rechnen, deren
Färbung der Oberseite auf den Vorderflügeln sehr variirt.
Miselia salmlosa (Chabarofka); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892,
S. 222.
Mythimna pedinatn (Kuku-uoor); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 450.
Noctua flavotincta (Victoria, B.C.); J. B Smith, Entomolog. News, III,
S. 252, PI. X.
Die in Scliilfstengeln lebende Raupe von Nonagria geminipuncta
verpuppt sich ohne Gespinnst im Mark, nachdem sie 2 Löcher in 5— 6 cm. Ent-
fernung von einander in den Stengel genagt hat; A. Schneider, Soc. Entom.,
VII, S. 85.
D. Druce macht Bemerkungen über die (16) Arten' der Gattung Onco-
cnemis Led. in Kolorado; Eutomol. News, III, S. 136f.
0. ni(jrocaput (Kolorado) S. 250, extranea (ibid.) S. 251; J. B. Smith,
ebenda, PI. X.
Nach A. G. Butler ist Ophideres princeps i?ot«| wahrscheinlich nur eine
Varietät der weit verbreiteten 0. (Othreis) fullonica; die 0. princeps Guenee,
Walker, Moore ist eine andre Art und Gattung, die von Butler Halastus in-
tricatus genannt wird. Die Familie ist Othreidae zu nennen. Ann. a. Mag.
N. H. (6.), IX, S. 375f.
Ophiodes parcemacula (Brisbane; Dawson r.); Th. P. Lucas, Proc. Linn.
Soc. New South Wales, (2.), VI, S. 304.
Ophisma Pretoriae (Pretoria); W. L.Di s tan t. Natural, in the Transvaal,
S. 239, Tab. II, Fig. 7.
Ueber den Duftapparat an den Hinterflügeln der Männchen von Patula
und anderen ümmatophoriden s. oben S. 149 f.
Peridroma nigra (Kolorado); J. B. Smith, Entomol. News, III, S. 252, PL X.
Pleroma ap})osita (Victoria, B. C); J. B. Smith, Entomol. News, III,
S. 252, PI. X.
Geo. T. Porritt beschieibt eine ungewöhnliche Form der Raupe von
Plusia gamma; Entom. Monthl. Mag.. 1892, S. 255f.
Plusia mcoMspiC'Ma (Alexander-Geb.); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 315.
Type der Gattung Plusiodonta Guen. ist compressipalpis ; die meisten
anderen Arten gehören zu Deva Wlk. (womit Gadera synonym ist), und die
von Walker, Grote und Butler bisher zu Deva gerechneten Arten gehören
zu Polychrysia Hb., deren typische Art P. moueta ist; die anderen Arten sind
(Deva) splendida, purpurigera, palligera, (Plusia) C. aureum, mikadina; die
Gattung Polychrysia ist eine echte Plusiine, Deva eine Calpine; A. G. Butler,
Ann. a. Mag. N. H. (6), IX, S. 407 f.
Polia mirafloresa (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 185.
Prionoptera serraoides (?); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 85.
Pseudohadena piKjnax (Songarei); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 449.
im Gebiete der Entomulogie während des Jahres 1892. 187
Raucora strigata (Victoria, B. C); J. B. Smith, Entomol. News, III,
S: 253, PI. X.
Segetia albopicta (Koslofska, Ussuri; Pompejefska, Amur); L. Graeser,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 226.
Stilbia Faillae (= Stilbia anomala ab. au n. sp.?; s. dies. Ber., 1890, S. 192);
R. Püngeler, II Natural. Siciliano, XI, S. 18.
Thalpochares puhinariae (N.S.Wales; Raupe von Pulvinaria Maskelli sich
nährend) ; A. S. Olliff, Agricult. Gazette N. S. Wales, 1892, S. 178 mit Holzschn.,
subvenata (Tunis); 0. Staudinger, Iris, V, S. 288, Taf. III, Fig. 13.
Toxocampa emaculata (Koslofska, Ussuri); L. Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 231.
Trigonophora Grumi (Kuku-nor); S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross..
XXVI, S. 449.
Ulochlaena superha (Nian-Schan) ; S. Alpheraky, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 447.
Valeria (?) Sauheri (Nikolajefsk; Pokrofka); L. Graeser, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 223.
Xylomiges peritalis (Kolorado ; Oregon) S. 69, PI. III, Fig. 2, ocJiracea Riley
(Alameda County, Kalif.) S. 75, Fig. 8; J. B. Smith, Contributions.
Notodontidae. Asteroscopus nodosus (Vandiemensld.); C. Swinhoe,
Eastern Heteroc , S. 299, PL VIII, Fig. 13.
Blera cauda (Corcovado) S. 332, hianca (Rio Janeiro), apella (Corcovado),
sida (ibid.) S. 333; W. Sc haus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Cascera inconcisa Walk. ms. (Mysol); C. Swinhoe, Eastern Heteroc,
S. 299, PL VII, Fig. 6.
Cerura paradoxa Behr. var. placida, meridionalis u. sp. (El Paso, Texas);
H. G. Dyar, Psyche VI, S. 291.
Coelodasys donac (Paso de San Juan) S. 330, peyasis (Petropolis) S. 331;
W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Damata microsticta Hampson ms. (Naga H.; Kambodscha); C. Swinhoe,
Eastern Heteroc, S. 302.
Die Raupe von Da nima Banks iae richtet, wenn sie beunruhigt wird,
ihren Vorderleib in die Höhe und lässt auf der Bauchseite zwischen dem 1. und
2. Brustring eine Fleischgabel ähnlich den Papilio- Raupen hervortreten; ein
Geruch ist dabei nicht wahrzunehmen; C. D. Ash, Entom. MonthL, Mag., 1892,
S. 232 mit Holzschn. (Eine Drüsentasche an der entsprechenden Stelle bei
Harpyia, aber auch einer grossen Zahl von anderen Raupen, ist bekannt; Ref.)
Edema matheis (Petropolis), tlotzin (Paso de San Juan); W. Seh aus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 332.
Etobesa tüoc (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 339.
Gluphisia quinquelhiea (Portland, Greg.); H. G. Dyar, Entom. News, III,
S. 168.
Hapigia xolotl (Paso de San Juan) S. 339, accipiter (Rio Janeiro), phocus
(ibid.) S. 340; W. Schaus, Proc ZooL Soc London, 1892.
Harpyia (?) tenuis (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc London,
1892, S. 336.
Ueber die Kalisekretion der ausschlüpfenden Imago von H. vinula siehe
oben S. 149.
188 Pli. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Heterocanipa laeca (Tijuca) S. 333, hertha (Petropolis), limosa (Corcovado),
inrgea (Petropolis) S. 334, epona (Peru), atrax (Corcovado), perilleus (Neu Frei-
burg) S. 335; W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Ichtbyosoma cassiope (Rio Janeiro); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 341,
Ichthyura bifiria H. Edw. Entwickelungsstadien; H. Ct. Dyar, Entom.
News, III, S. 5.
L costicomma Walk. ms. (Nilgiri H.); C. Swiuhoe, Eastern Heteroc, S. 301
Lobeza favilla (Loja); P. Dogniu, Le Naturaliste, 1892, S. 33.
Marthula nora (Corcovado), pleione (ibid.); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 341.
Nerice disjuncta (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 85.
Notodonta (?) argenteomaculata (Gabun); Chr. Aurivillius, Entoinol.
Tidskr., 1892, S. 196, Holzschn.
Oedemasia terrena (Koatepek), maxtla (ibid.), guarana (Corcovado) S, 331,
inca (Peru) S. 332; W. Schau s, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
H. G. Dyar beschreibt die preparatory stages of Pheosia Porti an dia
Edw.; Psyche, VI, S. 351f.
Ph. grisea (Indien); C. Swinhoe, Eastem Heteroc, S. 298, PI. VIH, Fig. 7.
Phya psamathe (Corcovado); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 339.
Pydna calyptis (Dorey); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 297.
Pygaera curtula L. var. canescens (Kuldja), moderata u. sp. (Alexander-
Geb.); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 303.
Rhuda endymion (Rio Janeiro); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 340.
Rifargia cloelia (Rio Janeiro) S. 338, gelduba (Jalapa) S. 339; W. Seh aus,
Proc. Zool. Soc London, 1892.
Rosema excavata (Petropolis), luna (Peru; Bras.), Zapp« (Peru) S. 337,
ineita (ibid.), languida (Corcovado), unda (Brasil.; Peru] S. 338; W. Seh aus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Symmerista dentata (Rio Janeiro) S. 335, tetJiys (Corcovado), procne (ibid.)!
myconos (Petropolis) S. 336; W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Drepanulidae. Agnidra carnea (Sandakan, Borneo); A. G. Butler^
Proc Zool. Soc. London, 1892, S. 125, PI. VI, Fig. 3.
Oreta singapura (S.); C. Swinhoe, Easteru Heteroc, S. 243, PI. VII.
Fig. 15.
Perophora corcovada (Corcovado, Rio Janeiro) S. 326, acuta (Petropolis)
S. 327; W. Sc haus, Proc Zool. Soc London, 1892.
Satupniadae. W. F. Kirby bringt descriptious of three new
species of Saturniidae in the collection of the British Museum; Ann. a.
Mag. Nat Hist. (6), X, S. 173-176, PI. XI.
E. C. Cotes: The wild silk insects; Indian museum notes, II, No. 2,
S. 69 -89, PI. II— XV.
Ueber das Sekret der Hautdrüsen der Raupe von Saturnia s. oben S. 148.
Die westafrikanische „Saturnia" arnobia Westw. hat einen Säsondi-
morphismus; auch ist das Weibchen vom Männchen sehr verschieden; die zur
Verpuppung sich anschickende Raupe zieht mit wenigen starken Fäden einige
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 189
Blätter locker zusammen und heftet sich mit dem Hinterleibsende fest; die
Puppe hängt dann wie eine Nymphaliden-Stürzpuppe in dem lockeren Gewebe;
AV. J. Holland, Psyche, VI, S. 213 f., PI. 5, Fig. 1.
Arotros (n. g.) striata (Neu Preiburg, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool.
Soc. London, 1892, S. 326.
Metosamia (n. g. , für Saturnia Montezuma SalU und) Godmani Type
(Oaxaca, Mexiko); H. Druce, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S. 277.
Pseudantheraea (n. g., quoad figuram alarum cum Antheraea conveniens,
antennarum articulis in utroque latere dente singulo instructis distinctum)
daphne (Addah, Goldküste); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 110.
Taviphana (n. g.) marmorea (Palmeiras); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 325.
Adelocephala invalida (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 289.
Bidrag tili käunedomen om Nagelspiuuarens utvecklingshistoria;
J. Andersson, Entomol. Tidskrift, 1892, S. 91— 96.
Antheraea pulchra (Bombay), fasciata (ibid.) S. 448, olivescens (ibid.),
ochripicta (ibid.) S. 449, versicolor (Purulia, Bengalen), Hartii (Newchwang,
Mandschurei; von den Eingeborenen auf Eichen gezüchtet) S. 450, horneensis
(S. Borneo) S. 451, Bidlyi (N, Borneo) S. 452, surakarta (Java) S, 453; F. Moore,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, Loranthi (Brisbane bis Duaringa; Raupe auf
Lor.); Tb. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2), VI, S. 292,
anthina (Buea); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 353, alephostra (Waigiu);
C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 252.
Automeris quadridentuta (Brasil.); W. F. Kirbv, a. a. 0., S. 175, Fig. 3,
macareis (Petropolis, Bras.), nopaltzin (Vera Cruz), rubicunda (Petropolis) S. 290,
tamphilus (Rio Janeiro) S. 291; W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Bunaea Mitfordi (Sierra Leone); W. F. Kirby, a. a. 0., S. 173, Fig. 1.
Caligula castanea (Japan); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 249.
Gonimbrasia rubricostalis (Sierra Leone); W. F. Kirby, a.a.O., S. 174,
Fig. 2.
Hygrochroa limosa (Corcovado); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 325.
Loepa Dogninia (China); L. Southonnax, L'echange, 1892. S. 20.
Olceclosteria maya (Jalapa, Mexiko), mutusca (Rio Janeiro); W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 326.
Othorene arpi (Rio Janeiro), Jaweira (ibid.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 289.
Syssphinx Basirei (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 289.
Telea aurelia (Durango, Mexiko); H. Druce, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(6. Ser.), IX, S. 278.
Cossidae. Aon (n. g , venatio ut in Hypopta, corpore minore, graciliore ;
alae ant. expansae ut in Holcocera) noctuiformis (Nueces riv., Texas): B. Neu-
moegen, Entomol. News, III, S. 258.
Cossula notodontoides (Rio Janeiro), praeclara (Neu Freiburg); W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Cossus parilis (Rio Janeiro), horrifer (ibid.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
190 Pli Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
London, 1892, S. 327, ussuriensis (Koslovska, Ussuri) ; L. Graeser, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1892, S. 213, chloratus (Sarawak); C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 284, PI. VIII, Fig. 8.
Costria abnoba (Palmeiras, Rio Janeiro); W. Sc haus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 327.
DoltecajM^Mn?a (Rio Janeiro), macroc/«V (ibid.), invenusta (ibid.); W. Seh aus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 328.
Endagria cossoides (Alexander-Geb.), L. Grraeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 300, fuscula (Tunis); 0. Staudinger, Iris, V, S. 283, Taf. III, Fig. 10.
Eudoxyla Bosschae (Borneo); F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 45.
Givira tecmessa (Corcovado), phüomela (ibid.); W. Seh aus, Proc. Zool.
Soc. London, 1892, S. 329.
Langsdorfia ^oZ^/öi« (Petropolis, Bras.); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 329.
Phragmatoecia gummata (Java); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 285,
PI. VIII, Fig. 14.
Strigoi'des fuseus (Queens!) S. 280, decoratus (Swan r.) S. 281; C. Swinhoe,
Eastern Heteroc.
The ravages of the leopard moth (Zeuzera pyriua) in Brooklyn;
N. Pike, Insect life, IV, S. 317— 319, mit Holzschn. und Namensverzeichniss
der angegriffenen Baumarten.
Zeuzera ramosa (Rio Janeiro) ; W. S c h a u s , Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 329, concjerens (Neuholland); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 282, PI. VIH,
Fig. 5.
Hepialidae. Charagia pomcdis (Queens!) PI. VIH, Fig. 3, dulcis (Swan
riv.); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 288.
Dalaca prytanes (Petropolis) S. 329, munimia (ibid.), oreas (ibid.), terea
(Paso de San Juan) S. 330; W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Hectomanes fusca (ÜMoe, Gippsland), crocea (Brisbane); Th. P. Lucas, Proc.
Linn. Soc. New South Wales (2.), VI, S, 283.
Hepialus Daphnandrae (Brisbane; Puppe auf Daphn. micrantha), hilaris
(Gippsland, in Stämmen von Weiden und anderen Bäumen); Th. P. Lucas,
Proc. Linn. Soc New South Wales, {2j, VI, S. 284.
Ch. G. Barrett beobachtete bei Hepialus Humuli ^ einen Geruch,
der etwas an den der Raupe von Cossus erinnert; er schien von den verkümmerten
und abgeänderten Hinterschienen zu kommen; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 217.
Phassus marcius (Durango, Mexiko); H. Druce, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(6. Ser.), IX, S. 278, absxjrtus (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc
London, 1892, S. 330, punctimargo Hampson ms. (Sikkim), viridis (Nügiri H.);
C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 291.
Pielus albofasciatus (Swan river); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 289.
Porina Kershawi (Melbourne); Th. P.Lucas, Proc. Linn. Soc. New South
Wales, (2 ), VI, S. 282.
Limaeodidae. Anaxidia (n. g.) lactea (Swan r.); C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 231, Holzsch.
Hildala (n. g.) miHzacea (Port Essington), «< m/ormw (ibid ) ; C. Swinhoe,
Eastern Heteroc, S. 232.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 191
Idonauton n. g., für (Limacodes) apicalis Walk.; C. Swinhoe, Easteru
Heteroc., S. 238.
Amydona sericea (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 324.
Birthama hilineata (Philippinen); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 240.
Crothaema decorata (Pretoria); W. L. Distant, Natural, in the Transvaal,
S. 237, Tab. n, Fig. 6.
Dalcera tijucana (T., Eio Janeiio); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S 322.
Echedorus argentina (Petropolis, Bras.; Buenos Ayres); W. Schaus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892, S. 321.
Eulimacodes Mösehleri (Jalapa, Mexiko); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 324.
Isa textula Jugendzustände; E. L. Morton, Entomol. ISews, III, S. 1— 3.
Megalopyge radiata (Petropolis, Bras.), acca (Rio Janeiro); W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 322.
Neomiresa copac (Peru); W. Schaus, Proc Zool. Soc. London, 1892, S. 324.
Nyssia sulla (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 324.
Parasa minima (Koatepek, Mexiko); AV. Schaus, Proc. Zool. Soc. London
1892, S. 322.
Pinconia coa (Koatepek; Jalapa, Mexiko); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 322.
Semyra straminea (Rinconada, Vera Cruz); W. Schaus, Proc. Zool Soc.
London, 1892, S. 324.
Tarchon minois (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 325.
Titya fumida (Petropolis, Bras.) S. 321, argentata (Rio Janeiro) S. 322;
W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Trabala cicur (Corcovado), Drucei (Jalapa, Mexiko), cebrenis (Koatepek),
brumalis (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 323.
Vipsania />7'(/ida (Las Vigas, Mexiko); AV. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S, 323.
Lagoadae. A. S. Packard gründet auf Lagoa, die sowohl im Larven-
wie Imagozustande zwischen den Liparididen und Limacodiden steht, eine be-
sondere Familie ; Psyche, VI, S. 281 f.
Bombyeidae. Pachyna (n. g. Pachypasae proximum, alis angustioribus
longioribus diversum) trapezina (Kamerun); CI. AA^eymer, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 116.
Preptos (n. g.) oropus (Jalapa, Mexiko); AV. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 319.
Ticer a (n. g. Pinarae et Taragaraae affine) castanea (Philippinen);
C. Swinhoe, Eastern Hetei'oc, S. 269, Holzsclm.
Artace anula (Rio Janeiro), meridionalis (Tijuca, Bras.); \V. Schaus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892, S. 319.
Bombyx Rued-heili (Alexander-Geb.); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 301.
E. Verson verneint die Frage: Besitzen die Bauchfüsse der Seiden-
192 Pli- Bertkair. Beiiclit über die wissenschaftlichen Leistungen
raupe Haftpapillen?, während Tichouiiroff die Gegenwart einer Haft-
papille in dem Kranze der Häkchen behauptet hatte; Zool. Anz., 1892, S. 279 f.
Borocera Esteban (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 33.
Clisiocampaerosa preparatory stages; H. G. Dyar, Psyche, VI, S. 364 f.
Gangarides vardena (Borneo); C. Swinhoe, Easteru Heteroc, S. 270,
PL Vn, Fig. 3.
Gastropacha gahunica (G.); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892,
S. 199; abgeb. 1891, Taf. 11, Eig. 4.
Hydrias ocyroe (Loja); P. Dognin, Bull. Sog. Entom. France, 1891, S. CLV.
Theresa (Rio Janeiro), hochica (Peru), hraganza (Rio Janeiro), lacrimosa (Petro-
polis, ßras.) S. 320, sordida (ibid ) S. 321; AV. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, victorio! (Loja), pompilus (Palandra); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892,
S. 131.
Labea Wallengreni (= Gastropacha obliquata Wallengr., non Klug);
Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 199.
Lasiocampa (Chrysopoloma) Theorini (Gabun); Chr. Aurivillius, Ento-
molog. Tidskr, 1892, S. 198; abgeb. 1891, Taf. II, Fig. 4.
Lebeda Doeri (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 319, rotundata (Buitenzorg, Java); F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 7.
Lonomia carnica (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 318.
Metanastria oUiquifascia (Darjiling) S. 263, lucifuga (Singapore) S. 264,
PI. VI, Fig. 5; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Odoncstis directa (Japan); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 261, PI. VI,
Fig. 4.
Ormiscodes ojiis (Petropolis, Bras.); "VV. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
S. 318.
Pachypasa Eichelmaimi (Ostafrika); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 113.
Poecilocampa simpleos (Australien); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 267.
Sarmalia alba (Philippinen); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 275.
Sitina albicans (W. Australien); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 268,
PI. VI, Fig. 10.
Talima carmen (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 321.
Taragama carinata Wallengr. ist nicht wie Wallengreu selbst sagt =
T. cristata Cram., sondern Megasoma polydora Bruce; Chr. Aurivillius, Entomol.
Tidskr. 1892, S- 199.
Trichiura albiplaga Walk. = Mesocelis moutana Cram.; Chr Aurivillius,
Entomol. Tidskr., 1892, S. 199
Psyehidae. Chalio/des (n. g. Chaliae affine; antennae bipectinatae, al.
ant. apice magis productae quam in Chalia; femur ped. ant. pilis longis tectum,
sed tibia processu destituta) vitrea (Kandy, Ceylon); C. Swinhoe, Eastern Heteroc,
S. 228, Holzschn.
Enmeta javanica (J.), Wallacei Moore ms. (Sarawak); C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 226.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 193
Gonometa Sjöstedti (Kamenm); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892,
S. 199.
Lomera albifrons (Neuholland); C. Swiuhoe, Eastern Heteroc, S. 225.
Mimikry einer Psychide nach Clausilia s. oben S. 26.
R. Püngeler macht Bemerkungen über zwei Psychideu-Arten aus
Sizilien; Iris, V, S. 133— 140, II Natural. Sicil., XI, 8.212—218; (Cochliotheca
helicinella H.-Sch.; Epichnopteryx Hoffmauni Heiß.?).
Liparidae. Chenuala {^. g.\ (^ palpi porrecti, breves et teuues ; anteunae
bipectinatae ; tibiae 4 post. apice breviter bicalcaratae. AI. ant. venis 2, 3, 4 aequis
interspatiis ante apicem cellulae, 5 ab angulo, 6 ab angulo superiore ; 9 a 10 et
auastomozans cum 8; al. post. ven. 2, 3, 4 aequis iuterspat. ante apicem cellulae,
5 ab angulo, 6 et 7 ab angulo superiore, 8 remota a 7, ad basim cum ea ramo
conjuncta) rufa (Queensl.); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 212 mit Holzschu.
Newmania n. g., für (Teara) Guenei; C. Swinhoe, Eastern. Heteroc,
S. 119.
AdluUia &o?eora (Sara wak) ; C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 186, PI. VI.,
Eig. 2.
Agarea minuta (Corcovado, Rio Janeiro); W. Schau s, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 288.
Archylus mexicana (Jalapa) S.288, vesta (NeuFreibixrg) S. 289; AV. Seh aus,
Proc. ZooL Soc. London, 1892.
H. Lenz beschreibt ein Gespinnst von Anaphe infracta Wlsm. aus
Kamerun; Mitth. d. geogr. Gesellsch. u. d. Naturh. Museums in Lübeck. (2. R.)
Heft 3, S. 65 f. mit Taf. — Das Gespinnst hat in Gestalt und Farbe grosse
Aehnlichkeit mit dem von A. panda, unterscheidet sich aber dadurch, dass die
Puppen in demselben in einfacher Schicht vorhanden sind, die Köpfe der Peripherie
zugekehrt, und dass sich im Innern ein freier Raum (von 10 cm Länge, 8 cm
Breite und 4 cm Tiefe) befindet, der von dem Gespinnst der einzelnen Hüllen
begrenzt wird und nicht mit noch einer besonderen Wand versehen ist.
A. G. Butler bespricht die systematische Stellung dieser Gattung und von
Hypso'ides. Er schliesst sich der Ansicht Hampson's an, dass diese beiden
Gattungen in die Familie Eupterotidae Uavips. gehören, die bisher mit den
Lasiocampiden vereinigt waren, von denen sie sich aber durch das stets wohl
entwickelte Frenulum, die mehr bärenähnlichen Raupen und noch ein Merkmal
im Geäder der Vorderflügel unterscheiden (die untere Radialader geht von der
Mitte der Diskocellularader aus). Als neu beschieibt er A. aurea von Madagaskar.
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 398 f.
Aroa exoleta (Queensland); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 197.
Artaxa albinotata (Fort de Kock, Sumatra); F. J. M. Heylaerts, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 11, singapura (S.) S. 189, PI. VI, Fig. 19, enunciativa
(Philippinen) S. 190; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Darala expansa (Dawson r.), magnifica (ibid.) S. 286, asciscens (ibid.) S. 288,
linearis (Mackay) S. 289, succinea (The Wimmera, Victoria), scortea (Balranald,
N. S. W.) S. 290, ruhriscripta (Mackay), rosea (Cooktown) S. 291; Th. P. Thomas,
Proc. Linn. Soc New South Wales, (2), VI, complens (Australien) S. 209, uni-
formis (Queensl.), minuta (N. S. Wales) S. 210; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Dasychira tristis (Padang, Sumatra) S. 12, (Mardara) preangerensis (Pr.,
Java) S. 13; F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc Entom. Belg., 1892.
Arch.f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. N
194 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Dreata pomona (Ostafrika) ; G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg , 1892, S. 113.
Euproctis (Choevotricha) sahulosa (Buitenzorg, Java); E. J. M. Heylaerts,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 8.
Jana gabunica (Gr.); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 195.
Laelia prolata Wlk. ms. (Indien); C. Swiuhoe, Eastern Heteroc, S. 195.
Ueber die Larve von Lagoa s. oben S. 152.
Lymantria manieata (Kamerun) S. 193, (Preussi Mab. S. 194, abgeb.);
Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892.
Leucoma lohipennis (Porey); C. Svv^inhoe, Eastern Heteroc, S. 203.
S. Henshav\^'s report upon the gipsy moth in Massachusetts (ücneria
dispar) s. in Bull. No. 26 des U. S. departement of agriculture, division of
entomology, S. 75—82.
H. G. Dyar schildert die life history of Orgyia cana Ediv.; die männ-
lichen Raupen und einige v^^eibliche häuten sich 5, andere weibliche 6 mal; Psyche,
VI, S. 203—205.
Porthesia <sa6eMmrt (Atjeh); F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 9.
Psilura ruhripumiata (Ostafrika); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 108.
H. Nitsche. Die Nonne. Ihr Leben, ihr Schaden und ihre Bekämpfung . . .;
Wien, 1892.
C. Fenk macht Mittheilungeu über das Auftreten des Nonnen-
spinners i. d. J. 1890 und 1891 im Süddeutschland und der Ostschweiz;
Bericht ü. d. Thätigk. der St. Gallischen naturw. Gesellsch. w. d. J. 1890—91,
S. 289—306.
Sangatissa Pretoriae (Pretoria, Transvaal); W. L. Distaut, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (6), X, S. 408.
Teara togata (Brisbane), fimbriata (ibid.); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc.
New South Wales, (2), VI, S. 285.
Urocoma haliolalis (N. S. Wales); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 215.
Aretiadae. Epimydia (u. g.) dialampa (Kentei); 0. Staudinger,
Iris, V, S. 346, Taf. HI, Fig. 2.
Aclytia petra (Peru) S. 276, Hecale (Petropolis) S. 277; W. Seh aus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892.
Aloa gangara (Australien) PI. IV, Fig. 2, cwsima (Port Essington) Fig. 1;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 171.
Amaxia hebe (Rio Janeiro) S. 278, pyga (ibid.) S. 279; W. Seh aus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892.
Ameles byblis (Corcovado, Rio Jan.) ; W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 279.
Amerila nivaria (Saadani) S. 105, phaeara (ibid.) S. 106; G. Weymer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Ammalo ThrailküU (Vera Cruz, Mexiko); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892.
Arctia purpurata ab. (Verdrängung der gelben, bezw. rothen Farbe);
E. v. Büren- v. Salis, Mittheil. Naturf. Gesellsch. Bern, No. 1265 — 1278,
Sitzgsber., S. XIV, flavia var. campestris (Blagoweschtscheusk) ; L. Graeser,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 195
Berlin. Entern. Zeitschr., 1892, S. 212, Caja var. (Vorderfl. fast einfarbig braun);
The Eutomologist; Le Naturaliste 1892, S. 44, mit Holzschn.
A. turbans (Tunga-Alpen, Irkutsk); H. Christoph, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 460, minea (Pranconia, N. H.); Ä. T. Slosson, Entomolog. News, III,
S. 257.
Ardices garida (Australien); C. Swinhoe, Easteru Heteroc, S. 179, PI. IV,
Fig. 7.
Asura (?) bisecta (Duaringa, Queensl.); Th. P. Lucas, Proc. Liun. Soc.
New South Wales (2), VI, S. 279.
AutomoUs Elissü (Rio Janeiro); W. Schau s, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 277.
Calligenia Pilcheri (Rockhampton) ; Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New
South Wales (2), VI, S. 279.
Carales celer (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 282.
Charidea inachia (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 277.
Ctenucha azteca (Mexiko); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 278.
Ecpantheria pellucida (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 282.
Eucereon appmictata! (Loja), nigrescens (ibid.); P. Dognin, Bull. Soc.
Entom. France, 1891, S. CLXXV, ladas (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool.
Soc. London, 1892, S. 278.
Galathalea peruviana (P.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 277.
Halisidota oruha (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S.280.
Idalus ortus (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 279.
Metriophyla fena (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 277.
Opharus luguhris (Peti'opolis , Bras.), morosus (Peru); W. Schaus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892, S. 282.
Pericopis Montezuma (Las Vigas, Mex.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 283.
Phaegoptera Schaffen (Petropolis, Bras.) S. 280, proba (Vera Cruz), notata
(Petropolis), granifera (Petropolis), ursina (Rio Janeiro) S. 281; W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Phaloe Gaumeri DrMce = Pericopis cubaua H.-Sch.; G. Weymer, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 122.
Pseudapistosia (?) Bema (Sa. Katharina); P. Dognin, Bull. Soc. Entom.
France, 1891, S. CLXXVI.
Scaptius Juno (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 279.
Sermyla morta (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 282.
Spilosoma Urticae var. quadri-puyictata (Rumänien); L. C. Cosmovici,
a. a. 0., S. 280.
N*
196 Pli- Bertkau: Bericht über ilie wissenschaftlichen Leistungen
Sychesia Hartmanni (Petropolis, Bras.), Janeira (Rio); W. Seh aus, Proc.
Zool. Soc. London, 1892, S. 280.
Theages vestalis (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 273, nuhilosa (Loja), mamona (ibid.); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 144.
Lithosiadae. Atasca u. g. (a Pitasila differt antennis in feiniua sim-
plicibus) für pellex L., simplex Walk. PI. V, Fig. 13, quadriplaga Walh. Fig. 9;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 139.
Gurna n. g. (Lithosiin.) für (Dysauxes) indica Moore; C. Swinhoe,
Eastern Heteroc, S. 123.
Pirga (n. g. Otroedae affine, alarum structura, tibiis post. calcaribus tantum
binis armatis diversum) mM-a6iiZw (Gabun); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr.,
1892, S. 193; abgebildet 1891, Taf. II, Fig. 2.
Siglophora (n. g. Nycteoliu. Chandicae affine) hello. (Sandakan, Burneo);
A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 924, PI. VI, Fig. 2.
Ardonea metallica (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 284.
Ai'gina pulchra (Philippinen); C Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 117,
PI. in, Fig. 5.
Barsine lucibilis (Borueo) S. 107, PI. III, Fig. 6, intrita (Cerani) S. 108,
Fig. 23; C. Swinhoe, Eastern Heteroc
Brycea peruviana (P.); W. Schaus, Proc. Zool, Soc. London, 1892, S. 283.
Cisthene petrouna (Petropolis, Bras.); "W. Schaus, Proc. Zool. Soc London,
1892, S. 283
Corcura mysolica (M.); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 119, PI. III,
Fig. 18.
Cranibidia pallida Pack. Ei und Larve; H. G. Dyar, Entomol. News,
III, S. 245.
Crambomorpha aiiraria (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 169.
Eligma duplicata (Kamerun); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892,
S. 191, mit Holzschn.
Eudule venata (Peru), aurata (Rio Janeiro) ; W. Schaus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 284.
Eutane hrevis (Sarawak); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 126, PI. III,
Fig. 13.
Gnophria ceramensis Voll. = Lithosia entella Cram.; G. Weymer, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 122.
Heterusia luteoradiata (Costa Rica; Bolivien); P. Thierry-Mieg, Le
Naturaliste, 1892, S. 236.
Hypoprepia miniata Kirby Ei und Raupe; H. G. Dyar, Entomol.
News, III, S. 246.
Hypsa nicoharicü (Nancowry), malisa (Halmahera; Ternate) S. 87, ghara
(Ke Isl.) PI. III, Fig. 1, S. 89, alhiformis (Borueo) S. 90, ochrealis (Goram;
Ceram), avacta (Batchian) S. 92; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Leptosoma sonücmn (Philippinen) S. 142, absurdum (Salawatti), acceptum
(Mindanao) PI. V, Fig. 5, kala (Ke Isl.) Fig. 8, S. 143, confusum (Java), kondekum
{Java), proprium (Manilla) Fig. 12, S. 144, uegrotum (Neu- Süd -Wales) Fig. 15,
S. 145, yalbanum (Philippinen) S. 146; C. Swinhoe, Eastern Heteroc
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 197
A. Rogeuhofer meldet das massenhafte Auftreten der Raupe von
Lithosia caniola bei Görz und in Istrieu; Sitzgsber. Zool. Bot. Ges. Wien,
1892, S. 61.
Lithosia pusa (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 185.
Lyclene ruenca (Sula); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 101, PI. IV,
Fig. 15.
Neochera Butleri (Assam; Kambodscha) S. 84, zaria (Manilla) S. 85;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Nola minuscula Zeller Larve; H. G. Dyar, Psyche, VI, S. 248.
Nola lactaria (Koslovska, Ussuri); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 211, quadrimaculata (Preanger, Java) S. 43, van Hasseltü (ibid.) S. 44;
F. J. M. Heylaerts, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Mychthemera secundiana (Brisbane); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New
South Wales (2), VI, S. 280, mit kurzer Charakteristik der verwandten N. annu-
lata, amica, tertiana, crescens.
Peronetis naringa (Philippinen); C. Swinhoe, Eastern Heteroc. , S. 99,
PI. III, Fig. 16.
Sarothroceras rhomboidea (Kamerun); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 104.
Sarrothripa Reveyana Larve; H. G. Dyar, Psyche, VI, S. 259f.
Scepsis nigricollum (Loja); P. Dognin, Le Naturaliste, 1892, S. 123.
Selca obscura (Queensland); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 133.
Trichomelia celenna (Rio Janeiro); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 283.
Callidulidae. Agonis lutensis! (Ternate; Ceram); C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 136.
Melameridae. Darna inca (Peru); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 286.
Flavinia dubia (Corcovado, Rio), darna (Neu Freiburg), Janeiro (Rio), quicha
(Peru) S. 286, chibcha (Peru) S. 287; W. Seh aus, Proc Zool. Soc. London, 1892.
Gangamela aymara (Peru); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 285.
Lyces maera (Petropolis, Bras.); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 285.
Melanchroia braganza (Rio J uTaeir o), palmeira (Palmeiras, Rio); W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 288.
Mennis sceata (Peru), cijtherea (Md.), wna (Petropolis, Bras.) ; W. Schaus,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 287.
Nelo lippa (Peru) S. 287, caullama (ibid.) S. 288; W. Schaus, Proc Zool.
Soc. London, 1892.
Scea solaris (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc London, 1892, S. 285,
Virbia varians (Peru) S. 284, parva (ibid.) S. 285; W. Schaus, Proc. Zool.
Soc. London, 1892.
Zygaenidae. Leptothrixl (vergebener Name; n. g.; antennis longis,
articulis tenuissime ciliatis; . . . alis ant. elongatis, costis 12, suhtus in medio
regionis costalis fovea rotunda pilis serieeis albis obtecta, operculo tamen nigro
i^iloso ocdnsa) tettigonioides (Padang-pandjang, Sumatra); F. J. M. Heylaerts,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 47.
198 Ph. Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Meganaelia n. g. (Automolin.) für Naclia sippia Ploetz; Chr. Auri-
villius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 190.
3Iydrothauma (n. g. Eupyrae proximum, für Mydrodoxa Semperi und)
ada (Sandakan); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 122, PI. VI,
Fig. 1.
Platyzygaenan. g„ für (Soritia ?) Moelleri £^i<;es ; C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 57.
Zygaenopsis (n. g. Cbalcosiin.) fuscimaujinalis (Dorey) S. 61, flavibasis
(Ke Isl.) S. 62; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Antichloris flammca (Loja); P. Dognin, Bull. Soc. Entom. France, 1891,
S. CLV.
Argyroeides magon (Sa. Cathar., Bras.); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 276.
Balacra elegans (Kamerun); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892,
S. 190, Anm., piilchra (ibid.), (?) croceipes (ibid.); derselbe, ebenda, S. 200.
Callizygaena auricincta (Nilgiri H.); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 62.
Chalcosia indistincta (Borneo); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 74.
Cosmosoma Harjjalyce (Petropolis, Bras.); W. Seh aus s, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 275.
Cyclosia c7iuna (Menado) S. 68, enodis (Sumatra) PI. II, Fig. 2, chartacea
(Manilla) Fig. 1, S. 69; C. Swinhoe, Eastern Heteroc
Dycladia Catherina (S. Cathar., Bras.), Eogenhoferi (Petropolis), Epimetheiis
(Neu Freiburg) S. 275, Broteas (S. Cath.) S.276; AV. Schaus, Proc Zool. Soc
London, 1892.
Eressa poUtula (Indien) S. 52, detola (Australien), olinda (Queensl.) S. 53 ;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Eterusia subniarginalis (KamboAschei); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 81.
Eupyra imttacus (Peru), consors (ibid.), aurata (ibid.) S. 273, bacchans (ibid.)
S. 274; W. Schaus, Proc Zool. Soc London, 1892.
Glaucopis iridea (Sierra Leone); P. Mabille, Bull. Soc. Entom. France,
1892, s.cxxxvm.
Grymnelia serra (Rio Janeiro); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 274.
Harrisina Janeira (Petropolis, Bras.), Dantasi (Neu Freiburg), eminens
(Tijuca); W. Schaus, Proc Zool. Soc London, 1892, S. 272.
Hydrusa recedens (Duaringa, Queensl.); Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc.
New South Wales (2), VI, S. 281, chroma (Austral.) S. 50, hasirufa (Kambodscha)
S. 51; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Isanthrene ^a^a (Peru); W. Schaus, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 274.
Naclia (?) erythrogaster (Freetown); P. Mabille, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CXXXIX, Aitcha (Sierra Leone) S. CXL, Msila (ibid.) S. CXLI;
P. Vuillot, ebenda.
Neurosymploca a<jfnrt (Pretoria) ; W. L. Distant, Natural, in the Transvaal,
S. 236, Tab. II, Fig. 9.
Phacusa variata (Dorey); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 38.
Phauda fuscalis (Assam); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 60.
Pintia insularis (Singapore); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 76.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 199
Pompelon subcyanea (Singapore) S. 71, rotundata (Java) S. 72; C. Swinhoe,
Eastern Heteroc.
Pseiidomyia pellucida (Rio Janeiro) S. 274, Tijuca (T.), musca (Jalapa,
Mexiko) S. 275; W. Sc haus, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Syntomis trifenestra (Letti) S. 324, gracilis Böb. var. lugens (Gorani) S. 325 ;
J. Roeber, Tijdschr. v. Eutom., XXXIV, rubieunda (?), pterophorina (Natal);
P. Mabille, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. OXXXIX, cijmatiUs (Philippinen)
S. 40, insueta (Barrackpore) S. 41, PI. II, Fig. 16, aurofasciata (Neu Guinea)
S. 43, Fig. 19, frustidenta (Lizard Isl.) S. 44, deflocca (Philippinen) S. 45, ypleta
(Waigiu), formicina (Neu Guinea) S. 47, exa^da (Flores), fata (ßorneo) S. 48;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Thyrassia inconcinna (Lizard Isl.); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 55.
Syntrichura Doeri (Petropolis, Bras.); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 276.
Trichura cyanea (Petropolis); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 276.
Zygaena Cynarae Esp.var.Turatü (Ligurien; Bozen; Dalmatien); M. Stand-
fuss, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 368.
Z. octo (Transvaal), holoxanthina (Kitui); P. Mabille, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. CXXXVIII, sardoa (Sardinien); derselbe, ebenda, S. GL.
Sesiadae. D. S. Kellicott liefert Notes on Aegeriidae of Central
Ohio; L Canadian Entomologist 1892; U. lusect life, V, S. 81-86.
Anthrenoptera n. g., für (Sphecia) contracta Walk.; C. Swinhoe,
Eastern Heteroc, S. 35, PI. II, Fig. 19.
Aegeria armasatu (Durango, Mexiko), mardia (ibid.); H. Druce, Ann. a.
Mag. Nat. Hist. (6. Ser.), IX, S. 275, pemilis (Sula); C. Swinhoe, Eastern
Heteroc, S. 36.
Balataea homotona (Australien); C, Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 36.
Melittia Becker i (Durango, Mexiko); H. Druce, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(6. Ser.), IX, S. 276, humerosa (Nordchiua); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 38-
Trochilium apiforme ab. Caflischü (Graubünden, 1000 M.); M. Standfuss,
Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII, S. 369.
Thypididae. Lebensweise von Thyris fenestrella; K.Ott, SocEntom.,
VII, S. 100, 115.
Sphingidae. Acanthosphinx n. g. (Ambulyci et Amblyptero affine,
liugua brevi, debili ab ambobus, aculeis tarsor. post. multo brevioribus ab Am-
blyptero diversum) für (Ambulyx) Güssfeldti Deio. var. gigas; Chr. Auri-
villius, Entomol. Titlskr., 1892, S. 181; abgeb. 1891, Taf. I, Fig. 1.
Om stridulationen hos Acherontia atropos L.; C. D. E. Roth,
Entomol. Tidskr., 1892, S. 250.
Chaerocampa rosetta (Ceram; Melville Isl.) S. 16, insularis (Ceram; Ke)
S. 18, amara (Mysol; Amboina) S. 21, PI. I, Fig. 9; 0, Swinhoe, Eastern Heteroc.
Clauis imperialis Bruce = Oryba rebus ta Wlk.; G. Weymer, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 122.
Deilephila proxima (Japan); L. Austaut, Le Naturaliste, 1892, S. 69,
euphorbioides (Japan); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 22.
Macroglossa nigra (Rumänien); L. C. Cosmovici, a.a.O., S. 280, limata
200 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Java) PI. I, Fig. 1, S. 4, hanita (Sumatra) Fig. 2, labrosa (Buru) S. 5, inusitata
(Dorey) S. 6; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
l^Q]}\i%\Q pachyderma (Balistation, Westafr.); F. Karsch, Entom. Nachr.,
1892, S. 180.
Ocyton radiata (Bismarckburg, Togoland); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892,
S. 116.
Pachylia ficus Larve; T. D. A. Cockerell, Eutomol. News, III, S. 4.
Panacra frena (Silhet) PI. I, Fig. 5, S. 12, mira (Cap York) Fig. 6, S. 13;
C. Swinhoe, Eastem Heteroc.
'PiQXogow huldjaensis (Kuldja); L. Graeser, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892,
S. 299.
Smerinthus Heynei (Japan); L. Au staut, Le Naturaliste, 1892, S. 68.
W. V. Reichenau macht Mittheilungen aus dem Leben des Liguster-
schwärmers (Sphinx Ligustri L.), wobei die ganze Entwickeluug von dem
Ei an geschildert wird; Die Natur, 1892, S. 217-221, 229—231, nebst Abbildung
der Raupe in ihren verschiedenen Entwickelungsstufeu.
Sphinx Eremoxjhüae (Dawson river, Raupe auf E. Mitchelli) S. 277 , mar-
morata (Duaringa, Queensl., Raupe ebenfalls auf Er. Mitch.) S. 278; Th. P.
Lucas, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2), VI.
Castniadae. Damias angustifasciata (Key); J. Roeber, Tijdschr. v.
Entomol., XXXIV, S. 324.
Synemon collecta (N. Austral. ; N. S. Wales) S. 151, PI, VII, Fig. 16, adelaida
(Adelaide) S. 154, Fig. 10; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Agaristidae. Mila n. g. für (Hypsa) concinmxla Mab. (=^liturata Biitl.,
hehr&ica. ÄuHv.); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 188, abgeb. 1891,
Taf. I, Fig. 3. — Die systematische Stellung der Gattung ist zweifelhaft : ent-
weder hier, oder unter den Noctuinen.
Aegocera maenas Hot.- Schaff. = Metagarista triphaenoides Butl. (nee
Wall:); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 184.
Ueber die Tonerzeugung bei Aegocera und Hecatesia s. oben S. 149.
Aegocera confluens (Sansibar); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 100.
Agarista aföamedia (Brisbane), simplex (Queensl.) S. 301, tropica (Queensl.)
S. 302, caeruleotincta (Mackay) S. 303; Th. P. Lucas, Proc. Linn. Soc. New
South Wales, (2), VI.
Eudryas (?) Kturata (Gabun); Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892,
S. 187.
Eusemia miUoinata (Philippinen) S. 162, PI. V, Fig. 2, doreana (Dorey)
S. 164, Fig. 4; C. Swinhoe, Eastern Heteroc.
Metagarista triphaenoides Butl O^on Walk,) = (Aegocera) maenas
H.-Sch.; G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 123 ff.
M. Aziyade (Sierra Leone); P. Vuillot, Biall. Soc. Entom. France, 1892,
S. CXL.
Mimeusemia tara (Sarawak); C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 167,
PI. VI, Fig. 11.
Othria meridionalis (Petropolis, Bras.); W. Seh aus, Proc. Zool. Soc. Lond,,
1892, S. 242.
im Gebiete der Entomologie während des Jabres 1892. 201
Phalaenoides Butkri (Sw^n riv.) PI. V, Fig. 6, Madeayi (Austral ) Fig. 11;
C. Swinhoe, Eastern Heteroc, S. 157.
Xanthospilopteryx athene (Ostafrika) S. 101, minerva (ibid.) S. 103;
G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, abacata (Balistation, Westafr.) S. 181,
lomata (ibid.) S. 182; F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892.
Hesperiadae. Osmodes (n. g.; im männlichen Geschlecht mit Duftfleck
auf den Hintei-flügeln, für Pardaleodes laronia Ilewits., Type, adon 3Iab., thora
3Iab., argenteigutta ilf«&. . . . und) lux (Ogowe); (Watson i. 1.), W. J. Holland,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 291.
Oxypalpus (n. g., für Pamphila ignita Mab., Type, und) annulifer (Ogowe);
(Watson i. 1.), W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 293.
Procampta (n. g., Anisochoriae Mab. affine) rara (Ogowe); W. J. Holland,
a. a. 0., S. 293.
Tenior(r)hinus (n. g. Watson i. 1.) Watsoni (Gabun); W. J. Holland,
Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6) X, S. 292.
Tric(h)osemeia (n. g. prope Tagiadem Hübn.) subolivescens (Matabeleland) ;
W. J. Holland, Ann. a. Mag. . . . S. 294.
Sape 3Iab., Eretis Mab., Hyda 3Iab. = Sarangesa Moore; Sapaea Plötz
= Abantis Hoijff.; W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 288 Anm.
Abantis Bismarcki (Togo, Bismarckburg) ; F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892,
S. 228.
Abaratha hyperides (Sambawa); W. Doherty, Jouru. Asiat. Soc. Beugal,
LX, Pt. II, S. 195.
Astictopterus (Carystus) ladana Butler, sindu Feld, abgebildet von H. J.
Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892, PI. XLin, Fig. 4, 3.
Caprona adelica (Bismarckburg, Togoland); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892,
S. 242.
Cyclopides Romi (Kongo); H. Robbe, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 133.
Halpe fusca (Bernardmyo) ; H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 653, PI. XLIII, Fig. 1.
Hesperia mucorea (Bali.station, Westafr.), Zintgraffi (ibid.); F. Karsch,
Ent. Nachr., 1892, S. 178.
Ismene Antiyone (Flores) ; J. Roeber, Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 320.
Pamphila ravola Godni. & /SaZv. = Hesperia gemma Ploets; G. Weymer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 122.
P. en-ans (Kalifornien, Texas); H. Skinner, Entom. News, HI, S. 174,
mit der Beschreibung von Ei, Raupe und Puppe durch H. G. Dyar S. 175 ff.
Carolina (Richmond county, Karolina); H. Skinner, ebenda, S. 222.
Pardaleodes Oedipus Crani. var. diluta (Kongo); H. Robbe, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 134.
Pardaleodes xanthopeplus (Ogowe) S. 289, astrape (Gabun), xanthioides
(Ogowe) S. 290; W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X
Sarangesa perpaupm-a (Ogowe), motozioides (ibid.); W. J. Holland, Ann.
a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 288.
Suastus chilon (Sumba); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX,
Pt. II, S. 196.
Tagiades brasidas (Sumba; Sambawa); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc.
Bengal, LX, Pt. II, S. 195.
202 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Lyeaenidae. AV. Doherty macht new and rare Indiau Lycaenidae
bekannt; Joimi. Asiat. Soc. Beugal, Vol. LX, Part II, S. 32-37, PI. I, Fig. 5-8.
H. H. Druce: a list of the Lycaenidae of the South Pacific Isl.
east of the Soloraon group . . .; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 434 — 446.
— Nach diesem Verzeichniss sind 31 Arten auf diesen Inseln nachgewiesen;
7 werden hier zum ersten Mal beschrieben. Ausser den neuen Arten sind
folgende auf der beigefügten PI. XXVII abgebildet: Zizera labradus Godt., lulu
Matheiv; Nacaduba vitiensis Biitl., florinda Butl.; Jamides pulclierrima Butt.,
carissima Butl.
Derselbe theilt Notes on the syuonymy of several Westafrican
Lycaenidae mit; Entom. Mouthl. Mag., 1892, S. 65f.
Eupsychellics u. g., für (Plebejus) Dionisius Boisd.; J. Roeber,
Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 316.
Hypochlorosis n. g., für (Sithou) autipha Hew.; J. Roeber, a. a. O.,
S. 267.
Micandra n. g., für (Thecla) platyptera Feld.; J. Roeber, a. a. 0., S. 265.
Miletographa n. g., für (Miletus) Drumila Moore (insignis Stgr.);
J. Roeber, a. a. O., S. 277.
Parctpontia n. g., für (Liptena) uudularis Hew.; J. Roeber, a. a. 0.,
S. 280.
Pheugaris n. g. Lycaeniu. für (Lycaena) atroguttata Oberth. ; W. Doherty,
a. a. 0., S. 36.
Philiris n. g., für (Plebejus) ili&s Feld.; J. Roeber, Tijdschr. v. Eutomol.,
XXXIV, S. 317.
Thrix u. g. (im männlichen Geschlecht mit einem Duftorgan iu der Mitte
der Vdfl. ähnlich dem von Dacalana und Arrheuothrix; durch dasselbe wird der
Verlauf der Flügeladern stark alterirt) für ( Neocheritra) gama Distant; W.
Doherty, a. a. 0., S. 35.
Acesina zepJiyretta (Ober-Assam), Ariel (ibid.) S. 33, animonides (Tenasserim)
S. 84; W. Doherty, a. a. 0 ; die beiden ersten Arten sind abgebildet von
H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892, PI. XLIV, Fig. 8, 9.
Allotinus xxmormis Doh. i. 1. (Karen h.); H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 619, PI. XLIII, Fig. 8, 9.
Aphnaeus vulcanus var. maximus (Karen h.) S. 637, PI. XLIII, Fig, 5, saui
var. (V) S.638, Fig. 6; H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Arrhopala Khamti (Ober-Assam); W. Doherty, a. a. 0., S. 32, Fig. 5.
Camena icetoides (Karen h.) S. 636, PI. XLIV, Fig. 3, cleoboides (ibid.)
S. 637, Fig. 4, 5; H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Catapoecilma suhochrea (Karen h.); H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 640, PI. XLIV, Fig. 10,
Cigaritis sii^hax Ltcc. ah. e)-gthrea (Timh); O. Staudinger, Iris, V, S. 280.
Curetis Stigmata Moore i. 1. (Flores); J. Roeber, Tijdschr. v. Entom.,
XXXIV, S. 318.
Deudorix Mathcwi (NeuHebriden); H. H. Druce, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 446, PI. XXVII, Fig. 9, verriculata (Celebes, Tombugu, Araparang);
P. C. T. Snelleu, Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 257-260, PI. 15, Fig. 3.
D'Urbania cornu-copiae (Gabun; Ogowe); AV. .1. Holland, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (6), X, S. 285.
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1892. 203
Flos ahamua (Ober-Assam) ; W. Doherty, a. a. 0., S. 33, Fig. 6.
Gerydus Heradeion (Perak, Malacca) S. 36, irroratus Bruce var. Assa-
mensis (Naga hüls) S. 37, Fig. 7; W. Doberty, a. a. O.
Gerydus teos (Sumba; Sambawa) S. 185, Boisduvalii Moore var. acragas
(ibid.) S. 186; W. Doberty, Jouru. Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. IL
Hypolycaena rava (Kangwe); W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
S. 286.
Jamides kava (Neu Hebrideu; Fidscbi-I.) Fig. 15, Walkeri (Aitukaki;
Rarotonga; Cook!) Fig. 13, 14; H. H. Drnce, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 443.
Lachnocnema Eeutlingeri (Benita); W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6) X, S. 236.
Lampides subditus var. Tekmjang (Engano) , elpidion n. sp. (ibid.); W.
Doberty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part H, S. 28, anoiJS (Sumba)
PI. n, Fig. 10, S. 183, masu (ibid.) Fig. 11, S. 184; derselbe, ebenda.
Logania Massalia (Ober Assam); W. Doherty, a. a. 0., S. 37, Fig. 8.
Lycaena Ariou var. Bühli (Sterlitamak, Ural); L. Kroulikowsky, Soc.
Ent., VII, S. 1, ab. unicolor (Bukoviua); C. v. Hormuzaki, Eut. Nacbr., 1892,
S. 1; amanda Sehn. var. Lydia (Arsk, Kasauscb. Gouvern.), L. Kroulikowsky,
ebenda, S. 97, Icarus var. parvula (Gouvernement Wiatka; die Form der „über-
schüssigen" Generation dieser Art, die dort normal nur eine Generation hat);
derselbe, ebenda, S. 369f., Astrarche ab. ornata (Tunis); 0. Staudinger,
Iris, V, S. 280, Pheretes var. Pheretimus (Kentei) S. 317, eros var. eratides (ibid.),
S. 319, euphemus var. ohscurata (ibid.); derselbe, ebenda, S. 320.
Ob. Oberthür unterscheidet die Form der Lycaena Dolus aus der Lozere
(mit einer weissen Binde auf der Unterseite der Hinterflügel) als L. TJolm-vittata
von der Form der Provence ohne diese Binde; Bull. Soc. Eutom. France, 1892,
S. VIII— X.
Lycaena Stormsi (Tanganjika); H. Robbe, Ann. Soc. Entom. Belg.. 1892,
S. 132.
Bei den Männchen von Massaga Doherty ist ausser dem oberen Büschel
von (Duft-)haareu ein schmaler Büschel schwarzer Haare, der am Ende der
Zelle entspringt, vorhanden (M.pediada, pharyge, potina); in Poritia fehlt der
untere Büschel; W. Doherty, a. a. 0., S. 35 f.
Nacaduba gaura (Sumba) PI. II, Fig. 8, S. 181, laura (ibid.) Fig. 9, pseustis
(Borneo), S. 182; W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. II, samoensis
(Samoa-I.) S. 437, PI. XXVII, Fig. 5, 6, Novae-Hebridensis (Penticost-I. ; Mallicollo-
Isl.) S. 438, Fig. 7, 8, mallicollo {= Lampides argentina Butl. nee Pritt.) S. 439,
Fig. 18, nebulosa (Neu Hebriden) S. 440, Fig. 10, 11; H. H. Druce, a. a. 0.,
aberrans (Ost-Pegu) ; H. J. E Iwe s , Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 626, PI. XLIV,
Fig. 6.
Narathuraj;ri/eri (Sandakan, Borneo); A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 121.
Pentila umbra (Oberes Thal des Ogowe); W. J. Holland, Ann. a. Mag.
Nat. Hist. (6) X, S. 285.
Plebejus cyaniris (Flores) S. 315, (Theclinesthes) eremicola (Alor; Flores)
S. 316; J. Roeber, Tijdsclir. v. Entomol., XXXIV.
Polyommatus cupreus (Kloster Neamtz, Rumänien; Leon 0. Cosmovici,
204 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
a. a. O., S. 255, virgaureae var. vinjaureola (Kentei-Geb.) S. 314, dispar var.
violaceus (ibid.) S. 315; 0. Stand iuger, Iris, V.
Pseudaletis nicjra (Kangwe, Ogowe); W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6), X, S. 286.
Rapala abnormis (Karen h.) S. 642, PI. XLIV, Fig. 2, Injimrgyria ! (ibid. ;
richtiger wäre hypargyrea) S. 643, PI. XLIII, Fig. 7, subyuttata (ibid.) S. 644,
PI. XLIV, Fig. 1; H. J. Elwes, Proc. Zool. Soc. London, 1892.
Sinthusa aspra.' (Ost-Java); W. Doherty, Jouru. Asiat. Soc. Beugal, LX,
Pt. II, S. 180 Anm.
Sithon ravindra var. niasica Stand. = Drupadia caesarea Weym.; G.
Weymer, Stett. Entom. Zeitg., 1892, S. 121.
Die Raupe von Spalgis s-signata Holt, lebt gleich denen von S. epius
Weshv., Feniseca Tarquinius F., Liphyra brassolis Westw. von Blattläusen; die
Puppe ist eine Stiirzpuppe au der Unterseite von Blättern und hat eine „über-
raschende Aehnlichkeit mit einem menschlichen Gesicht" (eher mit dem eines
Schimpanse, Ref.); W. J. Holland, Psyche, VI, S. 201-204, PI. 4.
Thecla Ilicis Esp. var. mauretaniea (Tunis); 0. Staudinger, Iris, V, S. 279.
Thecla Eumaniae (Rumänien); Leon C. Cosmovici, a. a. 0., S. 255.
In seinen Notes on Lycaena (recte Thecla) rhymnus, Teng-
stroemii, and pretiosa, Trans. Ent. Soc. London, 1892, S. 27—31, PI. II,
zeigt G. T. Bethuue- Baker, dass die 3 genannten Arten nach der Bildung
der männlichen Begattungsorgane zur Gattung Thecla, in die Nachbarschaft
von Th. lunulata gehören; ausserdem sind die Geschlechtstheile von Lycaena
Pheretes und Th. sassanides abgebildet.
Tingra lunaris (Sierra Leone); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 95.
Eryeinidae. Acystipoda n. g., für (Pandemos) nymphidioides Butl;
J. Roeber, a. a. 0., S. 256.
Ami^hiselenis (n. g.) chama Stgr. (Venezuela, Columbien); J. Roeber,
a. a. O., S. 248.
Astracodes n. g. Schatz, für (Astraeodes) arcuta Doubl. Westiv.] J.
Roeber, a. a. 0., S. 256.
Brepanula n. g. für (Lemouias) calvus Styr.; J. Roeber, a. a. 0., S. 246.
Hopfferia n. g., für (Lasaia) militaris Hopff.; J. Roeber, a. a. 0., S. 252.
Melanope n. g., für (Theope) Bahiana Feld.; J. Roeber, a. a. 0., S. 257.
Satyridae. Catargynnis nov. nom. pro Pseudomaniola Boeb. (non Weym.)]
J. Roeber, a. a. 0., S. 284.
Bicyclus ephorm (Addah); G. Weymer, Stett. Entom. Zeitg., 1892, S. 79.
Coenonyrapha Pamphilus var hi-pupillata (Rumänien); L. C. Cosmovici,
a. a. 0., S. 264.
Elymnias undularis Dr. var. orientalis (Flores); J. Roeber, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV, S. 311.
E. hwneensis (Nord-Ost-ß.) ; H. G. Smith, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6. S.),
X, S. 428.
Epinephele cinerea (Oglinzi, Rumänien), erebiformis (Bahiceni); Leon C.
Cosmovici, a. a. 0., S. 264.
Erebia Ethela Edw. = sofia Streck.; H. Strecker, Entomol. News, III,
S 255.
Erebia Christi Bätz. $; G.Schulz, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 359-364.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 205
Les Premiers etats de l'Erebia melas übst, nebst Abbildung der Raupen
verschiedener Satyrus- Arten ; Ph. Chretien, Le Naturaliste, 1892, S. 211 — 213.
E. Medusa ab. Procopiani (Bukovina); C. v. Hormuzaki, Ent. Nachr.
1892, S. 2.
E. nigra (Oglinzi, Rumänien); Leon C. Cosmovici, a. a. 0., S. 264.
W. J. Holland beschreibt die gesellig auf Gras lebende Raupe der west-
afrikauischen Idiomorpha vala Ploetz und bildet die Puppe in 2 Ansichten ab;
Psyche VI, H. 214 f., PI. 5, Fig. 2, 3.
Mycalesis (Jatana) Wayewa (Sumba; Sambawa); W. Doherty, Journ.
Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. II, S. 168, anisops (Balistation, Westafr.); F. Kar seh,
Ent. Nachr., 1892, S. 176, Mna (Nord-Borueo) ; 0. Staudinger, Iris, V, S. 451.
Pararge Maera var. uni-impillata, Egeria var. alba (Rumänien); L. C.
Cosmovici, a. a. 0., S. 264.
Ragadia Melita (Nord-Borneo); 0. Staudinger, Iris, V, S. 450.
C. V. Hormuzaki findet ein von Roeber vermisstes scharfes Unter-
scheidungsmerkmal zwischen den Gattungen Satyrus und Epinephele in der
Bedornung der Mittelschienen. Bei Epinephele sind dieselben ober sei ts un-
bedornt und haben nur zu beiden Seiten je eine Reihe schwacher Dornen, bei
Satyrus tragen sie auf der oberen (vorderen) Seite eine (bisweilen anch noch
eine zweite unregelmässige) Reihe starker, schwarzbrauner, horuartiger Dornen;
Ent. Nachr., 1892, S. 354-359.
Stibochiona Persephone (Nord-Borneo); 0. Staudinger, Iris, V, S. 451.
Yphthima leuce (Sumba; Sambawa); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc.
Bengal, LX, Pt. H, S. 169, Florensis (FL); P. C. T. S neuen, Tijdschr. v.
Entom., XXXIV, S. 235, PI. 14, Fig. 3, celebensis (C); W. Rothschild, Iris,
Y, S.433, Taf. V, Fig. 3, 4.
Morphidae. Amathnsia Amythaon Doubl, var. insularis (Engano); W.
Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, Fig. 25.
Libytheadae. Barbarothea (n. g.) Florissanti (fossil); s. oben,
Scudder, S. 31.
Helieoniadae. Melinaea chincha Z)ntce = orestes Salvin; G. Weyraer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 119.
Danaidae. Chlor o ehr opsis (u. g. bei Ideopsis) Dohertyi (Celebes);
W. Rothschild, Iris, V, S. 430, Taf. IV, Fig. 3.
Dana'is Pietersü (Engano) PI. I, Fig. 1, (Bahora) chrysea (ibid.) Fig. 3,
S. 23; W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, (Salatura)
litoralis (^Sumba) PI. 11, Fig. 4, S. 164, (Nasuma) haruhasd (Sambawa), taimanu
(Sumba) S. 165, (Chittira) orientis (Sumba) S. 166, Fig. 5; derselbe, ebenda.
Euploea Maasseni Weyni. = Danisepa Schreiben Butl; G. Weymer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 119.
Euploea (Trepsichro'is) Malakoni (Engano), (Crastia) Enganensis (ibid.)
S. 20, oceanis (ibid.) S. 21, (Euploea) j^a/mÄ-da (ibid.) S. 22; W. Doherty, Journ.
Asiat. Soc. Bengal, Vol.LX, Part II, (Trepsichro'is) Dongo (Sambawa) S. 160,
Ehvesii (Sumba, Mime von Radena Oberthürii, s. u.) S. 161, PI. II, Fig. 1,
(Rasuma?) Lewa (Sumba) Fig. 2, (Crastia?) palmedo (ibid.) Fig. 3, S. 162, Deheerü
(Sambawa) S. 163; derselbe, ebenda; Oelderi (Flores); P. C. T. Snellen,
Tijdschr. v. Entom., XXXIII, S. 98, XXXIV, PI. 14, Fig. 1, Kü7mi
(Flores) S. 294, m-opina (^S^etter) S. 296, sobrina (Goram), neptis (Flores) S. 297,
206 PJi- Bevtkau: Bericht übei' die wissenschaftlichen Leistungen
nepos (Goram) S. 298, Jacobseni (AVetter) S. 299, com2Jta (Timor Laiat) S. 300;
J. Roeber, ebenda, XXXIV, perdita (-B/rf/. = Herbstii Boisd.f) \&v. Swierstrae
(Neu-Guinea?); P. C. T. Snellen, ebenda, S. 339, PI. 17, Fig. 4.
L. de Nie e vi 11 e Hess durch E. Y. Watson der Eutora. Soc. London
45 Exemplare von E. (Stictoploea) Harrisi Feld, vorzeigen, welche beweisen,
dass mit dieser Art E. Hopei Feld., microsticta Biitl., binotata Butl., regina
Moore, pygmaea Moore, Crowleyi Moore synonym sind; E. Hopei Feld, ist die
nördliche, Harrisi die südliche Form; im übrigen steht aber die Variabilität
nicht mit klimatischen oder Saisonverhältnissen in Zusammenhang; Trans, etc.,
1892, S.247f.
Macroploea corus F. var. micronesia (Engano); W. Doherty, Journ. Asiat.
Soc. Bengal, LX, Part II, Fig. 19.
Nasuma celebensis (C); W. Rothschild, Iris, V, S. 431, Taf. IV, Fig. 4.
Nectaria Leucouoe Er. var. Engania (Engano); W. Doherty, Joiirn.
Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, S. 19.
Radena longa (Engano) Fig. 2, macra (ibid.) Fig. 4; W. Doherty, Journ.
Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, S. 24, PI. I, Oberthürü (Siimba) PI. II,
Fig. 6, Kamhera (ibid.) Fig. 7, S. 167; derselbe, ebenda.
Salpinx p/*a»e (Engano, Lokalform von S. leucostictus Gmel); W. Doherty,
Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, S. 20, meizon (Sumba; Sambawa),
(Calliploea) sumbana (Sumba); derselbe, ebenda, S. 160.
Stictoploea melolo (Sumba); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal,
Vol. LX, Part II, S. 160.
Nymphalidae. Harmilla (n. g.; Rippenverlauf von Cymothoe, Farbe
und Zeichnung der Gattungen Euphaedra und Euryphene) elegans (Kamerun);
Chr. Aurivillius, Entomol. Tidskr., 1892, S. 200.
Pseudargynnis n. g., für (Jaera, Oatuna) duodecimpunctata Sn.;
F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 173.
Leber die Tonerzeugung von Ageronia s. oben S. 149.
Argynnis aglaja ab. (Melanismus); E. v. Büren - v. S a 1 i s, Mitth.
Naturf. Gesellsch. Bern, 1891, Sitzgsber., S. XIV.
A. paphia var. nigricans (Agapia), rosca n. sp. (Oglinzi); Leon C. Cosmo-
vici, a. a. 0., S. 256, Pandora var. dacica (Dulcesti, Rumänien); C. v. Hor-
muzaki, Ent. Nachr., 1892, S. 1.
Athyma karita (Sumba); \V". Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX,
Pt. II, S. 175, ambra (Nord-Borneo); 0. Staudinger, Iris, V, S. 452.
Cethosia tamhora (Sambawa); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal,
LX, Pt. II, S. 171.
Charaxes ogovensis Holland = hamatus Deiv. = nichetes Grose-Smith;
Talagagae Holl. = (Nymphalis) Hilde brandtii Deic; G. Weymer, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 120.
Charaxes Pelias var. Tanganjika (T.); H. Robbe, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 133, Mars var. Dohertyi (Celebes); W. Rothschild, Iris, V, S. 437,
Taf. VI, Fig. 2.
Ch. lactetinctus (Togoland); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 113,
Odysseus (S. Thome, ^Westafr.) S. 260, Georgius (Calapau, Mindoro) S. 262;
O. Staudinger, Iris, V.
im Gebiete der Entomologie -während des Jahres 1892. 207
Crenis umhrina (Bismarckburg, Togoland); F. Kar seh, Ent. Nachr., 1892,
S. 114, garega (Balistation); derselbe, ebenda, S. 173.
Cymothoe Blassi (Ostafrika); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 90.
Euphaedra (Rhomaleosoraa) pratiuas Bouhled. = (Aterica) Edwardsii v.d.
Hoev.; vespasia Moeschi. = {Rhom.) iuanum Butl.; G. Weymer, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 120.
Euphaedra JMfH7t (Sierra Leone); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S.88.
Die Weibchen von Harma caenis Drury sind polymorph, selten den
Männchen gleich, häufiger kommen zwei andere Varietäten vor; W. J. Holland,
Psyche, VI, S. 215 f., mit Abbildung von Raupe und Puppe auf PI. 5, Fig. 4, 5.
Hypolimnas angustolimhata (Ostafrika); G. AVeymer, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 87.
Junonia Asterie var. Sumbae (Sumba; Sambawa); AV. Doherty, Journ.
Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. n, S. 172.
J. touhilimasa (Tanganjika) ; P. Vuillot, Bull. Soc. Eutom. France, 1892,
S. CXLVIII.
Limenitis agneya (Perak, Malacca) S. 176 Anm., Holldnäii (Sambawa) S. 177;
W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, LX, Pt. II, Hageni (Nord Borneo);
O. Staudiuger, Iris, V, S. 452.
Messaras ophthalmicus TTcÄf«;. = Mycalesis dinon Hew.; G. Weymer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 119.
M. erymanthis Br. var. pallal (Goram); J. Roeber, Tijdschr. v. Entom.,
XXXIV, S. 303.
Neptis soma Moore var. Meridiei (Eugano) S. 26, ombalata Kheil var.
Engano (ibid.) S. 27 ; W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II,
naudina var. Sumba (S.); derselbe, ebenda, S. 175, Ilorensis u. sp. (Fl.); P.
C. T. Sn eilen, Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 238, Timorensis Stgr. i. 1.
(Timor; Wetter; Kisser; Letti); J. Roeber, ebenda S. 307, albescens (Celebes)
Taf. VII, Fig. 3, variabiUs (ibid.) Fig. 1, 2, W. Rothschild, Iris, V, S. 438,
biafra Ward. var. continuata, Nicobule n. sp., metanira, mixophyes (alle von
Ogowe Valley); W. J. Holland, Entomol. News, III, S. 249.
Zu den 3 Arten der Palla Decius-Gruppe, P. Decius, Ussheri Butl.,
violinitens Crowley beschreibt C. Staudinger eine vierte, P. Publius (Sierra
Leone); Iris, V, S. 267.
Palla rectifascia (Westafrika) S. 91, (lichas Doubl. $ S. 93, falcata Butl. $
S. 93); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Phyciodes Carlota Beak. = gorgone Hübn.; G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 119.
Precis serena (Sierra Leone); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 86.
Prothoe belisama Crozoly = (Nymphalis) calydonia Hew.; G. Weymer,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 121.
Pseudacraea Warburgi (Kamerun); Chr. Aurivillius, Entomolog. Tidskr.,
1892, S. 200, Ctoj*w (Lokolele, Kongo); A. G.Butler, Trans. Entom. Soc.
London, 1892, S. 201, PI. X, Fig. 1, nebst (Panopea) Poggei Fig. 2.
Rahinda sandalca (Sandakan, Borneo) ; A. G. Butler, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 120.
208 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Symphaedra aegle (Sumbawa); W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal,
LX, Pt. II, S. 177, cyanipardus Butl. var. hangkana (B.j; B. Hagen, Berlin.
Entom. Zeitschr., 1892, S. 146.
Tbaleropis trigona (Gabun); W. J. Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6),
X, S. 284.
L. Kerscbner gelangte durch das Stadium der Zeichnung von Vanessa
levana -prorsa zu der Ueberzeugung, dass V. levana als die Stammform
anzusehen sei; Sitzgsber. naturf. Ver. Brunn, XXIX, S. 34.
V. Urticae var. alba (Rumänien); Leon C. Cosmovici, a. a. O., S. 255.
Vanessula Buchueri Dexv. = (Liptena) milca Hew.; die Gattung gehört
aber nicht zu den Lycaenideu , sondern als isolierte Gattung in die Vanessa-
Gruppe; F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 171.-
Aeraeadae. Acraea ombria (Saadani; Nyassa S.) S. 82, albomaculata
(ibid.) S. 82, adrasta (Westafrika) S. 85; G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
?;rtZma (Balistatiou, Westafr.); F. Karsch, Ent. Nachr., 1892, S. 170, (Teich inia)
Welwitschii (Angola); A. F. Rogenhofer, Abhandl. Zool. Bot. Gesellsch. Wien,
1892, S. 573, mit Abbildixng des Begattungszeichens dieser Art, der A. anemosa
Hew. und Buettneri Bogenh., nebst Bemerkungen über diese Anhänge und eine
Gruppining derselben, ebenda, S. 579—581.
Pieridae. K. Eckstein theilt einige biologische Beobachtungen über den
Baumweissling, Aporia crataegi, mit. Derselbe hatte sich 1889 bei
Neustadt -Eberswalde zahlreich gezeigt; 1890 war kein Stück zu sehen. Zool.
Jahrb., Abth. f. System., VI, S. 230—240.
Appias flavius (Taganac Isl., Borneo); H. G. Smith, Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6), X, S. 427, Bohertyi (Celebes); W. Rothschild, Iris, V, S. 441, Taf. V,
Fig. 1.
Tableaux dichotomiques pour determiner les Lepid. d'Europe du g. Colias;
K. Bramson, Le Naturaliste, 1892, S. 83 f., 93 f., 104 f.
Col. Edusa in England s. Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 245 f., 265 f., 286 f.
Colias hecla var. iMllida (Grönland); H. Skinner & L. W. Mengel,
Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 156.
Delias oraia (Sambawa), aurantia (Java); W. Doherty, Journ. Asiat.
Soc. Bengal, LX, Pt. II, S. 189, periboea Gdt. var. Wallacei (Celebes); W.Roth-
schild, Iris, V, S. 441, Taf.V, Fig. 2, 25a>'^/'ema (Nord-Borneo) ; 0, Staudinger,
ebenda, S. 449, Tobahana (T., Sumatra) S.571, Hageni (ibid.) S.572; A. F. Rogen-
hofer, Abb. Zool. Bot. Gesellsch., Wien, 1892.
Eronia cleodora var. latimarginata (Pangani); G. AVeymer, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 96.
Huphina Ethel (Bua-Bua, Engano); AV. Doherty, Journ. Asiat. Soc.
Bengal, Vol. LX, Part II, S. 29, julia (Sumba) PI. II, Fig. 11, S. 187 > \e\irene
(ibid.), vaso (Sambawa) S. 188; derselbe, ebenda, CeZeöenA^iÄ (C.) S. 439, Taf. FV,
Fig. 1, 2, dissimüis (ibid ) S. 440, Taf.V, Fig. 5, 6; W. Rothschild, Iris, V.
Ixias pyritis Weijm. = flavipennis Groae- Smith; G. W^eymer, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 121.
J. Kühni (Wetter); J. Roeber, Tijdschr. v, Entom., XXXI V, S. 287.
Leucophasia amurensis Men. \ar. vernalis (I.Generation); L. Graeser,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 209.
im Gebiete der Entomologie während des Jalires 1892. 209
Pieris indroides jHbnr. = Appias lalassis Grose- Smith; Gr. "Weymer
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 121.
P. rapae var. abgebildet; K. N. Swierstra, Tijdschr. v. Entomol., XXXIV,
PL 17, Fig. 1, 2.
P. Oberthüri (Flores) S. 277, synchroma (ibid.; Alor) S. 278; J. Roeber,
Tijdschr. v. Entom., XXXIV, hilaral (Balistation, Westafr.); F. Kar seh, Entoni.
Nachr., 1892, S. 169.
Tachyris adelpha (Alor) S. 281, paida (Wetter) S. 282; J. Roeber,
Tijdschr. v. Entom., XXXIV.
Thestias flavipennis Gh-ose-Smith $ abgebildet von K. N. Swierstra,
Tijdschr. v. Entomol., XXXIV, PI. 16, mit Beschreibung von P. C. T. Snellen,
S. 335f.
Papilionidae. A. Spuler theilt Betrachtungen zur Stammesge-
schichte der Papilionideu mit; Zool. Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., VI,
S. 465-498, Taf. 22— 23.
Das E'lügelgeäder der Schmetterlinge überhaupt führt Spuler auf das von
Trichopteren zurück, und begründet auf die Uebereinstimmung auch die Ab-
stammung der Schmetterlinge von Neuroptereuartigen Formen; doch verwahrt
er sich dagegen, dass die Schmetterlinge monophyletischen Ursprunges seien
oder von Formen abstammen, die wie die heutigen organisiert waren. Dem
ursprünglichen Flügelgeäder kommt das von Hepialus, Micropteryx am nächsten;
alle Aenderungen, welche in der Ordnung der Schmetterlinge am Flügelgeäder
auftreten, sind auf eine Verminderung der Adern des ursprünglichen Greäders
durch Ausfall und Verschmelzung, sowie durch einen abgeänderten Verlauf
einzelner Adern zurückzuführen. In der Ontogenie erscheint aber noch eine
einheitliche Form des Aderverlaufs, die das Subimaginalstadium der Aderent-
wickelung genannt ist; vergl. oben, S. 152. Unter den Papilionideu nähert sich
nun die Gattung Thais dem ursprünglichen Geäder am meisten; auch die Gestalt
der Schuppen weist noch auf ursprüngliche Verhältnisse. Von Thaisähnlichen
Formen leiten sich daher die übrigen Papilionideu ab, und nicht nur diese, sondern
auch die Parnassier und Pierideu. Dies w^ird bewiesen durch die noch heutigen
Tages bestehenden Uebergangsformen von Thais aus zu den Pieriden durch
Archonias, zu den Parnassiern durch Doritis apoUinus, durch Th. Cerisyi und Seri-
cinus telamon zu dem euphrates-Zweig der Gattung Papilio. Vom Parnassier-
stamm hat sich im Habitus und in der Zeichnung Ismeue helios parallel den Pieriden,
Lühdorfia puziloi parallel den Papiliouen entwickelt. Nicht nur bei den Papilio-
nideu, sondern bei allen Rhopaloceren und einem grossen Theile der Heteroceren,
lässt sich nachweisen, dass Vorder- und Hinterflügel entsprechende Zeichnungen
besassen, die auf Ober- und Unterseite identisch waren und ursprünglich aus Flecken-
Querbinden bestanden. Alle Equitiden- Zeichnungen stammen von einer
Urform der Zeichnungsanordnung ab, womit aber nicht gesagt seiu soll, dass,
als die Zeichnung sich ausbildete, dies nur bei einer Art geschah; im Gegen-
theil ist es wahrscheinlich, dass die im Aderverlauf einander ziemlich ähnlichen,
im Habitus und Zeichnung dagegen von Anfang an stark divergirenden Zweige
des Papiliostammes von im Thais-Stamm schon getrennten, damals aber noch
einander nahestehenden Arten ihren Ursprung genommen haben.
Auch die vier Hauptzw^eige, welche in dem Papiliostamm unterschieden
werden, sind nicht so aufzufassen, dass von 4 Grundarten aus alle übrigen durch
Aich f. Natni-gesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. Q
210 P'i- Bertkau: Bericht über die wisseiischaftliclieii Leistungen
Differenzirung entstanden waren, „sondern die 4 Hauptzweige fassen Formen-
reihen zusammen, die sich von Anfang an einige Zeit hindurch in vielen Punkten
parallel entwickelt haben."
Als dem Schema der Urzeichnung am nächsten kommend sieht Spuler die
Zeichnung bei Parnassius Hardwickii an. Auf dem Vorderflügel finden sich
folgende Zeichnungen: eine dunkele Saumbinde (I), basalwärts davon eine Binde,
die durch Zelle 7 läuft (II), eine 3. Binde basalwärts von Zelle 7, dieselbe aber
noch berührend, mit rothen Flecken (III); eine 4. über der Diskozellularader (IV),
2 schwarze Querbalken im Diskoidalfeld (Vj, Vo) und die schwarze Flügel-
wurzel (VI). An den Hinterflügeln finden sich die entsprechenden Zeichnungen
I, II (mit blauen Augen), III (mit Roth), ein dunkeler Wisch über die äussere
Grenze des Diskoidalfelds (IV), im Diskoidalfeld dunkele Zeichnung (V) mit der
dunkelen Basis (VI) verschmolzen. Diese Binden sind durch Zusammenfliessen
ursprünglich getrennter Flecken entstanden und können sich später auch wieder
in Flecke aufgelöst haben; es können ferner Binden ausfallen, sich vereinigen
oder durch Längsspaltung sich theilen. Die „Prachtbinde" Eimer's entsteht
durch Zusammenwirken von Bestandtheilen der Binden III und IV auf der
Unterseite der Hinterflügel.
Die 4 Zweige, welche der Verfasser unterscheidet, imd in denen er die
Abwandlung des Grundschema der Zeichnung z. Th. näher verfolgt, sind:
1. Der euphrates-Zweig (mit Ser. telamou, thyastes, marchandi, dolicaou,
antiphates, sinon-Gruppe, ajax, agesilaus-Gr., podalirius, bellerophon, policeues,
agamemnon-sarpedon-Gruppe) ;
2. Der machaon-Zweig (mit alexanor, polycaon, thoas, gigon, demoleus-Gr.,
turnus, garamas);
3. Der Randaugen-Zweig (mit aegeus, phorbanta-Gr., Ulysses-Gr., theseus,
capaneus, coon, Eurycus cressida);
4. Der thymbraeus - laodocus - Zweig (mit palephates, slateri, dissimilis,
laodocus, emalthion, memuou-Gr. einerseits, thymbraeus, vertumnus-Gi ., polydamas
lotinus, Ornithoptera sp. andererseits).
Ornithoptera arruana Feld. var. valentina (Port Moresby); P. Vuillot,
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CXXIV.
Ornithoptera Nereis (Engano); W. Doherty, Jouru. Asiat. Soc. Bengal,
Vol. LX, Part II, S. 30, naian (Sumba) S. 193 und var. sambavana (Samba wa)
S. 194; derselbe, ebenda, Eumaeus (Aru-L, der Priamus-Gruppe angehörend);
R, H. F. Rippon, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 193, Priamus \av. Hecuba
(Key-I.); .1. Roeber, Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 263, Andromaehe (Borneo);
O. Staudinger, Iris, V, S. 393.
0. Staudinger beschreibt die Weibchen von Ornithoptera Zalmoxis
Hio. und Drurya Autimachus Drur.; Iris, V, S. 268 — 271.
Papilio Antimachus $; W. Watkius, The Entom. Montlil. Mag.,
1892, S. 162, 189, PI. V; Le Naturaliste, 1892, S. 287 mit Abbildung.
Papilio Androgeos var. Depelchini (Kurseong); H. Robbe, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 125.
Papilio Machaon et ses differentes Varietes; L. Austaut, Le Natura-
liste, 1892, S. 13—15, 23 f., 31.
Ou a little-known species of Papilio from the islaud of Lifu,
im Gebiete der Entomologie währenfl des Jahres 1892. 211
Loyalty gronp; by W. Rothschild, Trans. Ent. Soc. London, 1892, S. 141,
PI. IV, — Pap. Gelou Botsd.
Pap. van de Polli (Preanger-Geb., Java, 5000 — 5500'); P. C T. Sn eilen,
Tijdschr. v. Entomol., XXXIII, S. 22-26.
Papilio (Iliades) Oceoni (Engano), (Charus) Helenus L. var. Enganius (ibid.);
W. Doherty, Journ. Asiat. Soc. Bengal, Vol. LX, Part II, S. 31, (Iliades)
merapa (Sumba) S. 191, (Menelaides) oreon (ibid.), (Harimela) maremba (ibid.)
S. 192; derselbe, ebenda, poUcenoides (Talagiiga, Oberer Ogowe); "W. J.
Holland, Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 287, Catoris (Borueo); H. G.
Smith, ebenda, S. 426, fuscus? (Bangka); B. Hageus, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 155, Richelmanni (Tanga); G. Weymer, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 98,
Godmani (Alor), S.271, Liris Gdt.-vAv.senescens {Kiamr, Letti) S.272; J. Roeber,
Tijdschr. v. Entom., XXXIV, Garleppi und var. interruptus (San Mateo)
S. 427, Lamarcheil (Bolivien) S. 428; 0. Staudinger, Iris, V.
S. H. Scudder beschreibt 2 säbelartige Anhänge an dem 7. Segment der
männlichen Parnassius und vermuthet, dass dieses die Fortsätze sind, welche
nach einer Beobachtung von D. Bruce von innen her die Haut der Begattungs-
tasche des Weibchens in die definitive Form modellirt. Er nennt dieselben
daher Peraplast, Taschenbildner; Trans. Ent. Soc. London, 1892, S. 249 — 253.
H. Rebel & A. Rogenhofer bringen einen Beitrag zur Kenntniss
des Genus Parnassius Latr. in Oesterreich-Ungarn; Jahresb. d. Wien.
Entom. Ver., III, S. 51—70, mit Taf. Es vrird die Verbreitung, Erscheinungs-
zeit und Variabilität der 3 Arten, Apollo, Delius, Mnemosyne geschildert;
einzelne Varietäten sind neu benannt und abgebildet: Ap. var. Brittingeri
Gross i. 1. (Oberösterreich, Alpen um Steyi') S. 59, Fig. 1, carpathicus Husz i. 1.
(Tatra, namentlich bei Eperies) S. Ol, Fig. 3, Liburnicus (kroatisches Velebit)
S. 02, Fig. 2.
Parnassius Delphins Ev. ab. caccus; W. Dönitz, Ent. Nachr., 1892, S. 193
mit Holzschn., Delius Es^x ab. Leonhardi (Stalla); F. Rühl, Soc. Entom., VII,
S. 105.
Hymenoptera.
0. Radoszkowski unternimmt einen essai sur une Classi-
fication des Sphegides in sens. Linn. d'apres la structure
des armures copulatrices; Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou, 1891,
S. 571—596, PL XIX— XXXIII. Der Verfasser unterscheidet zu-
nächst 2 Divisionen: In der ersten hat das 8. Hinterleibssegment
(gleich den Formiciden, MutiUiden und Scoliaden) „palpes genitaux"
(penicillum) ; in der 2. Division nicht.
1. Die Pompilinen sind durch einen aus 2 Theilen bestehenden
forceps ausgezeichnet, dessen Basis in seinem oberen Theil verUingert
und dem Endstück parallel ist. — Bei Ceropales ist die Basis in
ihrem oberen Theil nicht verlängert. — Bei anderen besteht der
forceps nur aus einem Theil: Chlorion hat eine Zange, deren Kopf
gerade, cylindrisch, am Ende in gerader Linie abgeschnitten und
auf der Unterseite fein gekerbt ist; bei Sphex ist der Kopf der
0*
212 Pb. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Zange ebenfalls cylindrisch , aber gegen die Spitze gekrümmt,
unten abgerundet, sebr fein gezäbnelt; die Zäbnelimg endet mit
einem vorspringenden Theile; bei Chalybion ist der Kopf der Zangen
unten stark und ungleich gezäbnelt; forceps stark, am Ende ab-
gerundet; bei Astata haben die Zangen keine Zähnelung und enden
mit einer Verdickung ähnlich einer Hacke.
2. In dieser Division imterscheidet der Verfasser 6 Gruppen.
In der ersten ist die Genitalbewaffnung vollständig; sie besteht aus
den Zangen (crochets), Hülse (fourreau), forceps, volsella und tenette.
Hierhin ßembex (Zangen getrennt; forceps ohne Adern), Stizus
(Zangen getrennt; forceps mit Längsader), Monedula (Zangen am
Ende verschmolzen), Philanthus und Anthophilus (volsella ohne
tenette).
In der 2. Gruppe ist die volsella durch das in 2 gleiche Theile
getheilte Schild ersetzt; der die tenette vertretende Theil mit dem
Schilde gelenkig verbunden; hierhin Ammophila (Kopf der Zange
unten mit einem abgerundeten Anhang versehen; forceps gegen das
Ende mit platten, starken Haaren); Ampulex (Kopf der Zange
gross; Rand unten stark gezähnt); Pelopoeus (Kopf der Zange von
der Seite gesehen am Ende schnabelförmig; dahinter mit halbkreis-
förmiger, regelmässig und dicht gezähnter Erweiterung); Gorytes,
Euspongopus, Hoplisus, Psammoecius, Lestiphorus, Ammatomus,
Harpactus, Kaufmania, Olgia, Mellinus, Passaloecus (Kopf der Zange
weder gekerbt noch gezäbnelt).
In der 3. Gruppe ist die volsella ebenfalls durch das Schild
ersetzt, aber dieses ist einfach; das die tenette vertretende Stück
ist mit dem Schilde ungelenkig verbunden; hierhin Sphecius, Enidia,
Harpactopus (Kopf der Zange unten abgerundet, gezähnt).
In der 4. Gruppe ist die volsella durch das in 2 gleiche Theile
zerlegte Schüd ersetzt; an Stelle der tenette ein einziges Stück,
ohne Gelenkung an der Basis; hierhin Mimesa (Kopf der Zange
gebogen, am Ende verschmälert; Schaft in der Mitte mit einem
Anhang), Psen (ähnlich, Zange zwischen Kopf imd Schaft unten
mit einem knopfförmigen Anhang), Cemonus, Pemphredon, Diodontus,
Stigmus, Dinetus (Zange ohne Anhang und ohne Zähnelung), Nysson
(Kopf der Zange an der Basis mit zahnartigem Anhang.
In der 5. Gruppe besteht der forceps aus 2 Stücken, dem Aste
und der volsella; die volsella ist gerade bei Larra, gekrümmt und
dicht mit Haaren besetzt bei Tachytes, lang und nackt bei Cerceris,
reich mit Haaren besetzt bei Pseudoscolia und Trypoxylon.
In der 6. Gruppe fehlen volsella imd tenette; hierhin Palarus,
Miscophus, Pison (Zangen frei), Oxybelus, Pseudonysson (Zangen
durch die Hülse wie bei Vespa stark zusammengehalten, scheinbar
ein Ganzes bildend), Crabro (forceps sehr gross, verlängert, abge-
plattet; die freien Zangen verhältnissmässig sehr klein). — Von 80
Arten sind die charakteristischen Theile der Genitalbewaffnung
abgebildet.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 213
C. Verhoeff's Beiträge zur Biologie der Hymenopteren zer-
fallen in Untersuchungen zur Kenntniss der biologischen
Entwickelung der Aculeata mit Rücksicht auf die Koloni-
sation und Beiträge zur Biologie verschiedener Hymeno-
ptereren-Arten; Zool. Jahrb., Abth. f. Systemat. etc., VI, S. 680
bis 692; 692-754, Taf. 30, 31.
In den „Untersuchungen etc." führt der Verfasser zunächst aus,
dass die Kolonisation der 3 Familien Ameisen, Wespen und Bienen
eine verschiedene sei, und dass zu ihrer Kenntniss die Phylogenie
der Familien bekannt sein müsse. Von den Ameisen wissen wir in
dieser Beziehung noch nichts; die Wespen lassen sich von den den
heutigen Trypoxyliden nahe stehenden Protrypoxyliden herleiten;
Vorfahren der Bienen waren ebenfalls Graswespen, aber welche,
ist noch nicht ausgemacht. Von den Ichneumonen haben sich die
Fossorien dadurch abgezweigt, dass die Mutter das Ei nicht mehr
einfach an ein Beutethier ablegte, sondern es mit demselben in einem
Erdloche barg. Hieraus bildeten sich dann später die sehr ver-
schiedenartigen Bauten der einzeln und gesellig lebenden Hymeno-
pteren aus. Diese Bauten theilt der Verfasser in folgende Arten:
1. Einzelbauten, Monöcien; jede Zelle erhält für sich einen
nach aussen mündenden Stollen.
2. Linienbauten, Orthöcien; mehrere Zellen hegen in gerader
Richtung hinteremander, alle haben denselben Ausgang.
3. Zweigbauten, Dendröcien; der mehrzelhge Bau hat einen
Hauptgang, in den die Ausgänge der einzelnen Zellen einmünden.
4. Freibauten, Eleutheröcien ; die Zellen, einzeln oder mehrere
vereint, sind frei an Felsen etc. angebracht.
5. Gewölbebauten, Troglöcien. ein weiterer Raum kann zahl-
reiche Individuen fassen, meist eine Hülle aus Fremdkörpern (Bombus).
6. Wabenbauten, Mellissöcien (Apis).
Zum Zustandekommen einer Kolonie reicht es nun nicht aus,
dass die Mutter der Larve noch Futter zuträgt, wie irriger Weise
von Mellinus behauptet wurde; auch nicht, dass mehrere Mütter
sich zusammenthuen und gemeinschaftliche Bauten anlegen, wie
Lepeletier für Panurgus, Friese für Osmia vulpecula nachgewiesen
hatten. Letztere bieten nur die Erscheinung einer casu eilen Ver-
gesellschaftung, während die Kolonie eine genetische Vergesell-
schaftung ist. Zum Zustandekommen einer solchen sind 3 Bedingungen
nöthig: 1. ein Raum, welcher eine grössere Menge von Individuen
beherbergen kann; 2. ein dichtes ZusammenHegen der von der
Mutter angelegten Zellen; 3. die ältesten Kinder müssen die Nymphen-
haut gesprengt haben zu einer Zeit, wo die Mutter noch nicht alle
versorgt hat, und so die Gelegenheit finden, die Mutter kennen zu
lernen. Diese 3 Bedingungen sind bei Halictus quadristrigatus
erfüllt: Derselbe legt einen Gewölbebau an, und die ersten jungen
Bienen (freilich Männchen), zeigen sich, wenn die Mutter noch an
den letzten Zellen arbeitet.
214 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Die „Beiträge zur Biologie verschiedener Hymenopteren- Arten"
beziehen sich auf Caenocryptus bimaculatus Grav.^ Philanthus tri-
angulum, Mellinus arvensis, Anthophora parietina, personata, pihpes;
Osmia emarginata, Tryj^oxylon figulus, Authidium manicatmn; Hoplo-
pus spinipes, HaUctus sexcinctus; einige Bewohner der Sambucus-
Zweige (Crabro capitosus, sambucicola, Rhopalum clavipes); weitere
Beobachtungen über Bewohner der Zweige von Rubus (Trypoxylon
figulus, Chevrieria unicolor, Rhopalum clavipes; Prosopis brevicomis,
Ceratina caerulea, Osmia leucomelaena, Eurytoma rubicola, Caeno-
cryptus bimaculatus, Elampus auratus, Ephialtes divinator, mediator);
Feinde der bauenden Aculeaten; s. unten bei den einzelnen Gattungen.
Eine contribution a l'embryogenie des Chalcidiens von
L, F. Henneguy lehrt einige Punkte aus der Ent Wickelung der
Smicra clavipes kennen; Compt. Rend. Acad. Sei. Paris, CXIV,
S. 133 — 136. Die Larven schmarotzen in denen der Stratiomyia
strigosa, in der sich gegen 50 Eier der genannten SchlujDfwesjje in
verschiedenen Entwickelungsstadien finden. Das länglich eiförmige
Ei besitzt an seinen Polen einen Handschuhfingerähnhchen Fortsatz
und wächst durch Aufnahme von Nahrungsstoffen aus dem Blute
der Wirthes auf das Vierfache seiner Länge und fast des Neunfache
seiner Dicke, wobei die Fingerähnlichen Fortsätze fast ganz ver-
schwinden. Unter dem Chorion, zwischen diesem und der aus einer
totalen Furchung des Eiinhaltes hervorgegangenen Zellmasse, findet
sich eine aus Zellen gebildete Embrj^onalhülle , die ganz anderen
Ursprunges als das Amnion der übrigen Insekten ist. Diese Zell-
haut wächst, ohne Vermehrung ihrer Zellen, mit dem Wachsthum
des Eies, wobei sich die Zellen abplatten. Später löst sie sich auf;
die isoHrten Zellen runden sich ab imd fallen einer fettio-enDeo-eneration
anheim. Zahlreiche Embryonen gehen, bevor sie ihre volle Ent-
wickelung erreicht haben, zu Grunde; manche werden auch durch
einen Pilz getödtet, der die Stratiomyia-larve nicht schädigt. Auch
nachdem der Embryo die EihüUe gesprengt hat, scheint sich die
Larve noch geraume Zeit nur vom Blute des Wirthes zu nähren.
N. Ku lagin macht einige Mittheilungen zur Entwickelungs -
geschichte der parasitischen Hautflügler (Platygaster femo-
rator; Mesochorus splendidulus ; Microgaster glomeratus); Zool.
Anzeig., 1892, S. 85 — 87. Bei der Entwickelung des Platygaster
und Mesochorus bilden sich keine Embryonalhüllen; beim Embryo
des Microgaster kann man eine kleine Falte des Hypoderms, welche
sich vom hinteren Körperende zum vorderen zieht, flu- eine Anlage
des Amnion halten. Die beiden erstgenannten Larven werfen die
obere Hypodermanlage ab, Mesochorus als zusammenhängende
Schicht, Platygaster einzeln.
Die Larve des Äücrogaster wächst, so lange sie in der Kohl-
raupe schmarotzt, ohne sich zu häuten. Ihre Mundtheile bilden sich
vor ihrem Verlassen der Wirthslarve. Sie bestehen aus emem Paar
Mandibeln, welche den „Krallenfüssen" des Platygaster ähnlich sind,
und 2 Paaren kegelförmiger Zapfen, die wahrscheinlich den Unter-
iin Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 215
kiefern und der Unterlippe entsprechen; auf dem vorderen Segment
befinden sich ausserdem die kegelförmigen, eingliedrigen Fühler.
Der Darm besteht aus einem feinen Oesohpagus und Hinterdarm und
grossem Mitteldarm; drüsige Bildungen fehlen am Darm. Die 2
Sjjinndi'üsen münden gesondert an der Unterhppe, ebenso die Ge-
schlechtskanäle am hinteren Segment unter der Afteröffnung. Vor
dem Verlassen des Wirthes treten die Tracheen als Hauteinstülpungen
auf, die sich im Körper nicht vereinigen. Während die Larve noch
parasitirt, ist der Hinterdarm an seinem Ende in Gestalt einer grossen
Blase ausgestülpt. Die Malpigh. Gefässe öffnen sich an den Seiten
der Afteröffnung und haben keine Verbindimg mit dem Darm-
kanal; bei der in der Raupe von Gastropacha neustria schmarotzenden
Larve von Microg. Gastropachae kann der Hinterdarm nach aussen
vorgestülpt und wieder eingezogen werden. Vor der Verpuppung
der Microoasterlaiwe wird die Larvenhaut abg-ew^orfen und die Blase
am Körperende atrophirt: die Mundtheile werden aufs neue gebildet,
wie die übrigen Organe auf Kosten von Imaginalscheiben.
Platygasterlarven kommen im Winter auch in Biorrhiza termi-
nalis vor, andere in Cecidomyiden, und die ans dem Darm der
letzteren genommenen Platygasterlarve lebt in Pepsinlösung weiter
und macht ihre ganze Entwickelung durch.
Die erwachsene Larve des Mesochorus besteht aus 9 Segmenten;
das Kopfsegment ist breiter und grösser als alle übrigen; das letzte
Segment ist in einen verhältnissmässig langen Fortsatz verlängert.
Am Kopf befindet sich je ein Paar Ober- und Unterkiefer und an
der Grenze der Brustsegmente ein Paar Anhänge, die den „Krallen-
füssen" von Platygaster und Microgaster ähnlich sind. Das Wachsen
geschieht wie bei Microgaster ohne Häutung. Die Larve verlässt
ihren Wirth (Nematus Vallisnerii-Larve) vor der Verpuppung; sind
in einer N. Vall. -Larve mehi'ere Schmarotzer, so entwickeln sich die
letzteren gewöhnlich nicht vollkommen.
L. 0. Howard schildert übersichtlich the biology of the
hymenopterous insects of the family Chalcididae; Proceed.
U. S. Nation. Museum, XIV, S. 567—588. — Die Famihe der Chal-
cidier stellt Parasiten zu allen den 7 Linneschen Ordnungen im
beschränkteren Sinne, indem die Thysamrren, Ephemeroptera, Odo-
nata, Plecoptera, Platyptera, Dermaptera, Thysanoptera, und ]\Ieco-
ptera von ihnen verschont bleiben. Die Schmetterlinge werden im
Ei-, Raupen- und Puppenzustand von ihnen angestochen, die Eier
namentlich von Trichogramma-Arten , und die Bedeutung dieser
kleinen Wesen für den Haushalt der Natur lässt sich aus dem Um-
stand ermessen, dass nach Hubbard die 5. Brut von Aletia xylina
von Trichogramma pretiosa fast vernichtet wurde, indem über 90 %
der Eier dieser Eule von den Parasiten angestochen wurde. Eupelmus
sticht auch die Eier grösserer Schmetterlinge an, namentlich Satur-
niaden, auch von Smerinthus. Am häufigsten werden die Raupen
von Parasiten mit Eiern belegt; geschieht dies bei jugendlichen
Raupen, so gelangen dieselben nicht zur Verpuppung, und der
216 Ph. Bert kau: Bericht über die wisseuschaftlicheii Leistungen
Parasit entsclilüpft als Imago der Raupe; bei den nahe vor der
Verpuppimg stehenden Raupen und den Puppen selbst wird erst die
Puppe durch den Parasiten getötet.
Es werden fast alle Familien der Schmetterlinge von Chalcidiern
heimgesucht, die Kleinschmetterlinge mehr als die Grossschmetter-
linge, unter den letzteren verhältnissmässig wenig (abgesehen von
den Eiern) die Eulen.
Unter den Hymenopteren sind die Eier und Larven der
Tenthrediniden ihren Angriffen ausgesetzt; Toryminen und Eury-
tominen sind primäre Parasiten von Cynipiden; Eupelminen, Ptero-
mahnen, Encyrtinen, Tetrastichinen und Eulophinen sind wahr-
scheinlich nm- sekundäre Parasiten der Gallenwespen.
Auch die Ichneumoniden und Braconiden bleiben nicht
verschont und in der eigenen FamiHe wird Isosoma von Eupelmns,
Leucospis und Monodontomerus von Melittobia verfolgt. Unter den
Apiden sind Osmia und Chalicodoma den Angriffen von Leucospis;
Anthophora, Chalicodoma und Mehssodes denen von Monodontomerus
ausgesetzt,- Diomorus ist aus Crabro und kStigmus, ein Encyrtus aus
Eumenes erzogen.
Von den Rhynchoten suid unter den Heteropteren nur wenige
Fälle bekannt geworden: einige Eupelmmen und Encyrtus stechen
Wanzeneier an. Eine Trichogramma-Art zerstört die Eier von
Ceresa bubalus, ein Eupelmus die einer Singcikade. Die Gallen-
bewohnenden Psylhden sind den Angriffen von Encyrtus, die Aleu-
rodiden denen von Thysanus, Encarsia, Gyrolasia, namentlich aber
von Mymariden ausgesetzt,- stark werden auch die meisten Cocciden
von Angehörigen dieser Familie verfolgt.
Unter den Käfern werden Coccinellen von Homalotylus;
Buprestidenlarven hauptsächlich von Chalcis und Pteromalus; Bo-
strychinen von den Chiropachyinen verfolgt; Chalcis, Eupelmus und
Homalotylus sind als Parasiten der Landen einiger Chrysomehden
bekannt geworden; auch die Larven der Rüssler haben Parasiten
unter den Chalcidiern.
Von den Fliegen haben die Cecidomyiden zumeist von Eury-
tomiden, Torymiden und Pteromahnen, weniger von Tridyminen,
Eupelminen und Encyrtinen zu leiden; die Tipuliden werden von
Pteromahnen verfolgt; Smicra und Monodontomerus sind als Schma-
rotzer von Stratiomys lange bekannt; aus Syrphidenlarven sind
Bothriothorax, Encyrtus und Eupelmus, aus Conops ein Pteromalus,
aus Anthomyiaden Lamprotatus und Pteromalus erzogen. Die
Gallenbewohnenden Trypetiden haben ihre Schmarotzer in denselben
Unterfamilien wie die Cecidomyiaden.
Unter den Orthopteren sind die Eikapseln von Blattiden
Brutstätten von Entedon und Eupelmus; die der Mantiden von Poda-
grion; die Eier gewisser Locustiden werden von Aphelinus und
Eupehims, die eines Oecanthus von letzterem angestochen.
Die Neuropteren haben nur in den Familien der Myrmeleon-
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1892. 217
tiden und Hemerobiaden Feinde unter den Chalcidiern: Holothorax
und Haltichella bei Myrmeleon ; Isodromus, Perilampus und Tetra-
stichus in Chrysopa.
Die Larve ernährt sich wahrscheinlich von dem Bhite, nicht dem
Fettkörper, des Wirthes; ob sie sich häutet, ist nicht bekannt.
Anfangs ist ihr Mitteklavm ein kurzer, weiter, hinten geschlossener
Sack; vor der Verpup23ung wird er länger und enger und bricht
nach dem Enddarm durch. — Die Sclunarotzer von im Inneren der
Pflanzen lebenden Larven sind Ektoparasiten; von den übrigen ent-
halten nur die Elachistini, namentlich Euplectrus äussere Parasiten.
— Die Entwickelungsdauer ist verschieden, aber oft sehr kurz:
Pteromalus puparum braucht unter Umständen nur 17, Euplectrus
Comstocki gar nur 7 Tage zur vollen Entwickelung vom Ei zur Imago.
Die inneren Parasiten verwandeln sich in der Regel in eine
nackte pupa coarctata; einige Encyrtinen sind dabei von einer Hülle
umgeben, welche die Haut ihrer Wirthe, namentlich wenn es kleine
Raupen sind, auftreibt; wie diese Hülle entsteht, ist noch nicht be-
kannt. Die erwachsenen Larven von Sympiezus und Cratotechus
bohren sich durch die Haut ihres ganz ausgefressenen Opfers, einer
Raupe, und verwandeln sich auf dem Blatte, auf dessen Oberfläche
sie sich mit dem Hinterende anheften. Die äusserlichen Schmarotzer
verwandeln sich auch aussen; und die an frei auf Blättern lebenden
Raupen ausser lieh schmarotzenden Larven von Euplectrus befestigen
die Haut des ausgesogenen Körpers durch Gespinnstfäden auf dem
Blatte und verwandeln sich unter dem Gespinnste, ohne aber einen
Cocon zu spinnen.
Die Zahl der Schmarotzer in einem Wirth ist sehr wechelnd,
von 1 — 3000! Die Männchen entwickeln sich meist etwas rascher
als die Weibchen ; an Zahl stehen sie vielfach hinter letzteren zurück.
Bei einigen, z. B. Pteromalus puparum, ist Parthenogenesis beobachtet.
Nicht alle Angehörigen dieser Familie sind Parasiten von Insekten;
es sind auch einige Pflanzenfresser, z. B. Isosoma tritici, unter ihnen
bekannt geworden; Eurytomacharis , Isosomorpha, Philachyra sind
dabei Gallenerzeuger.
Die meisten HjTnenopteren überwintern in dem Zustande der
nicht fressenden, ausgewachsenen Larve. Auch von nicht geselhg
lebenden Arten findet eine gesellige Ueberwinterung Statt. Regel-
mässig ist dies der Fall bei Ceratina, wo beide Geschlechter gesellig
die Winterquartiere in hohlen Rubusstengeln beziehen, und zwar
die Weibchen zuerst und dann die Männchen, so dass diese im
nächsten Frühjahr das Quartier auch zuerst verlassen müssen (un-
echte Proterandrie). Auch bei Halictus morio kommt eine ge-
sellige Ueberwinterung (und zwar nur der Weibchen, da die Männchen
die Begattung im Herbst vollziehen und dann sterben) vor, wie der
Fund von 16 Weibchen unter einem Stein im April beweist. C.
Verhoeff, Beiträge, S. 713—717.
218 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Neue und wenig bekannte Gesetze aus der Hymeno-
pteren-Biologie sind nach C. Verhoeff, Zool. Anz., 1892, S. 862
bis 370, folgende:
1. Proterotliesie. Hiermit bezeichnet der Verfasser die Er-
scheinung, dass in den Linienbauten der Fossorien, Anthophilen,
Vespiden und ihrer Parasiten die Insassen der vorderen .Zellen
männlichen, die der hinteren weiblichen Geschlechtes sind.
2. Polygamie der Bauten: Dieselbe Art kann Bauten anlegen,
aus denen nur Männchen, nur Weibchen, oder Männchen und
Weibchen zur Entwickelung gelangen.
3. Proterokratie: Die früher erscheinenden Individuen unter
den Männchen sind die kräftigeren Männchen; bei den Weibchen
ist es ähnlich. Bei den Linienbauten erklärt sich die Proterokratie
daraus, dass die vorderen Zollen später und daher meist auch
schlechter versorgt werden als die hinteren.
4. Polyandrie ist zwar nicht ausnahmslos, aber doch vor-
herrschend imter den Anthojihilen , Fossorien und Entomophagen.
Zu seiner Zusammenfassung unserer Kenntnisse zur Biologie
der wilden Bienen, BioL Centralbl., XII, S. 572 — 584, hat F. v.
Wagner hauptsächlich zwei Abhandlungen von H. Friese benutzt;
vgl dies. Ber. für 1891 S. 219; 1888 S. 172.
Zur Kenntniss des biologischen Verhältnisses zwischen
Wirth- und Parasiten-Bienenlarven macht C. Verhoeff im
ZooL Anz., 1892, S. 41 — 43 nach Beobachtungen an Osmia leuco-
melaena, bei der Stelis minuta schmarotzt, folgende Angaben. Der
Parasit legt das Ei eher ab als der Wirth und zwar mehr oder
weniger tief in die hintere Partie des Futterballens. Die Parasiten-
hirve schlüpft wenig früher aus als die Wirthslarve; das Ei der
letzteren wird oben auf dem Futterballen abgelegt. Anfangs fressen
beide Larven an demselben Futterballen, allmähhch rückt die Para-
sitenlarve gegen das Vorderende des Futterballens vor, trifft auf die
Osmia-Larve, tödtet dieselbe durch einige Bisse und saugt sie dann
aus; letzteres dauert 1 — 2 Tage.
G. Carle t macht eine Bemerkung sur la mode d'union des
anneaux de l'abdomen (articulation en zigzag) chez les
Hymenopteres; Compts. Rend. Se. Acad. d. Sei. Paris, CXIV,
S. 766 f. Er findet, dast die Gelenkhaut zwischen 2 Hinterleibsringen
in der Ruhe 2 oder 3 Mal gefaltet ist, und diese Falten verschwinden,
Avenn sich bei der Insj)iration die Hinterleibsringe von einander ent-
fernen. So erklären sich die ausgiebigen Athembewegungen dieser
Insekten.
C. Verhoeff macht über kämpfende und gesellige Bienen-
männchen die Mittheilung, dass er von Anfang April an bis in den
Mai eine Anthophora pihpes ? in ihrem Neste beobachtet habe.
Am Eingange zu diesem Nest hielt ein Männchen Wache. Wieder-
holt kam ein zweites, drittes und viertes Männchen dazu; diese
suchten auch z. Th. einzudringen, wobei es oft zu einem Kampfe
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 219
zwischen den Nebenbuhlern kam; oft aber Hessen sie sich auch
friedlich in der Nähe des Nesteinganges bei einander nieder. —
Derselbe holte aus derselben Höhlung eines Holzpfahles im Laufe
von 3V2 Wochen 25 Männchen von Prosopis annulatus hervor ; meist
waren mehrere Männchen beisammen. In dem Beisammensein er-
blickt Verhoeff einen Schutz gegen lauernde Feinde. Entom. Nachr.,
1892, S. 244—248.
C. L. Marlatt stellt an a study of the ovipositor in
Hymenoptera, Proc. Entom. Soc. Washington, H, S. 201—205 mit
Holzschn. Er beschreibt denselben in Uebereinstimmung mit den
neueren Darstellungen und findet auch eine Uebereinstimmung bei
den Angehörigen verschiedener Familien.
C. A. Teich fand in einer Puppe von Lasiocampa Pini L. neben
einer vollkommen entwickelten grossen »Schlujjfwespe einen mangel-
haft entwickelten weiblichen Schmetterling, mit verkümmertem Thorax
und Flügeln, dagegen mit Eiern erfülltem, grossem Hinterleib.
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 355.
R. du Buysson bildet die Giftdrüsen verschiedener Ich-
neumoniden ab. Dieselben sind nach dem allgemeinen Typus dieser
Drüsen bei den Hymenopteren gebaut. Die schlauchförmigen, ein-
fachen oder verästelten, gewöhnlich vielfach verschlungenen Drüsen
münden in ein erweitertes Reservoir, aus dem sich ein Ausleitungs-
gang zum Stachelapparat fortsetzt. Bei Campoplex, Exochus pros-
opius, Colpotrochia elegantula soll nur eine, bei Pimpla instigator
vier Drüsen vorhanden sein. Revue d'Entomol., XI, S. 257 f., H. L
Ad. V. Planta führt einige Versuche an, die wahrscheinHch
machen, dass die Koncentration des Nektars zur Honigdichte nicht
durch Diffusion von Wasser aus dem „Honigmagen", auch nicht
durch Ausscheidung des Wassers in flüssiger oder gasförmio-er
Gestalt aus dem Körper der Biene, sondern ledighch auf dem Wege
freier Verdunstung im Stocke erfolge. Jahresber. d. naturf. Gesellsch.
Graubündens (N. F.), XXXV, S. 140—148.
Hymenopterologische Notizen XX — XXIV von K. W. v.
Dalla Torre, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 89— 93, 131 f., 205, be-
schäftigen sich mit Nomenklatur.
H. Stadelmann beschreibt (5) Neue Hymenopteren . . . .•
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 235—246, Taf. VI. '
F. F. Kohl beschreibt neue Hymenopterenformen, zumeist
Fossorien; Ann. k. k. naturh. Hofmuseum Wien, VII, S. 197 — 234
Taf. XIII— V. '
R. du Buysson zählt die von E. Simon aus Venezuela mit-
gebrachten (69) Hymenopteren auf; dieselben wurden von
J. Perez, Radoszkovsky und T. A. Marshall revidiert; Ann Soc
Entom. France, 1892, S. 53—76, PI. 3, 4.
In einem report on the Hymenoptera collected in West-
Greenland, Proc. Acad. Nat. Sei. Philadelphia, 1892, S. 133—135
220 Ph. Bertkaii: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
gibt W. J. Fox den Fiind von Exolytus sp.; Ciyptiis arcticus;
Bombus nivalis, Derhamellus, byperboreus, zweier anderer nicht
bestimmbarer Bombus-Arten und eines neuen Nematus und Ichneu-
mon an.
L. 0. Howard beschreibt Insects of the subf. Encyrtinae
with branched antennae; Proc. U. S. Nation. Mus., XV, S. 361
bis 369, PI. XLVIjXLVII. — Westwood's Tetracnemus diversicornis
war lange Zeit die einzige Encyrtide mit verzweigten Fühlern,
wozu 1885 Ashmead's T. floridanus kam. Hier werden nun 5 neue,
die zu 4 neuen Gattungen gehören, beschrieben, und auch der T,
floridanus wird in eine andere, neue Gattung verwiesen.
W. H. Patton theilt Notes on the Larradae mit, Entomol.
News, ni, S. 88 £f., wozu W. J. Fox ebenfalls Bemerkungen macht,
ebenda, S. 138.
C. Verhoeff: Ueber einige neue und seltene Fossorien;
Ent. Nachr., 1890, S. 65—72.
Zur schwedischen Hvmenopterenkunde s. C. H. Neren, Entomol.
Tidskrift, 1892, S. 97—116.
V. Berthoumieu beschreibt (24) nouvelles especes d'Ich-
neumonides; Revue d'Entomologie, XI, S. 37 — 44.
C. G. A. Brischke zählt einige neue, oder für West-
preussen neue, Hymenopteren (und Dipteren) auf; Schrift, d.
Naturf. Gesellschaft Danzig, (N. F.), VIII. Bd., I.Heft, S. 19— 22.
Ausser den als neu beschriebenen Arten (s. unten) sind es Lisso-
nota deversor Grav.; Limneria consumptor Grcw.; (aus Blattwespen-
larven); Aphilothrix corticis L.; Andricus quadrilineatus Hi^g.
Derselbe führt, ebenda S. 28 — 54, unter den im Radaunethal
erbeuteten Hymenoptersn als neu für Westpreussen auf: Hylaeus
albidus Sch.j parvulus Seh.; Ichneumon exornatus Wesm.; Amblyteles
coeruleator Zetf.; Mesolius hamulus (//•., bicolor (zr., melanoleucus
Gr., comptus Hhngr., erythrocerus Gr., nivalis Hlmgr.; Perilissus
buccinator Uhnc/r.; Trematopygus procurator Gr.; Cteniscus pictus
Gr ; Orthocentrus patulus lllmgr., merula Gr., pallipes Hhngr.,
marginatus Hhngr. var. 3 ; Casinaria mesozosta Gr. ; Limneria ensator
Grai\, errans Illmgr.; Plectiscus elumbis Frst.; Odontomerus rufi-
ventris Hlmgr.; Cryptus spiralis Gr., (Caenocryptus) apum Thms.,
brevicornis (ir., ruficornis Gr.; Phygadeuon congruens Gr., erythro-
gaster Gr., abdominator Gr. var. 2; Hemiteles melanogonus Gr.;
Pezomachus applanatus Frst., aries Frst., tachypus Frst.; Schizocera
fusicornis Thms.
Kriechbaumer fährt in seinen Ichneumoniden-Studien
fort; Ent. Nachr., 1892, S. 37—40, 196—203, 292—297.
— Tryphoniden-Studien; S. 40 — 43.
— Xylonomiden- und Pimpliden-Studien; S. 211 — 220.
— Ophioniden-Studien; S. 232 — 236.
— Cryptiden-Studien; S. 362—365; 370-373.
A. Benzi: Contribuzione allo studio degli Imenotteri
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 221
del Modenese e particolarmente del genere Nomada, con la
descrizione di una nuova specie; Atti d. Soc. Natur, d. Modena
(Ser. 3.), Vol. XI, S. 213—225.
Part IV von P. Cameron's „Hymenoptera prientalis" (!)
. . . enthält Scoliadae (93), Mutillidae (89), Tliynnidae (2); Mem. a.
Proceed. Manchester lit. a. philos. Societ., (4. S.), V, S. 97—137, PI. I.
Hymenoptera (24) in . . . China et Tibet . . . coUecta i-e-
censuit A. Mocsäry; Termesz. Füzet., XV, S. 126 — 131.
P. Magre tti zählt (70) von L. Fea in Birmah und Nachbar-
gebieten gesammelten Imenotteri (Mutilhdei, Scoliidei, Tifiidei,
Tinnidei) auf; Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XII, S. 197—266,
Tav. V.
G. Gribodo handelt als Nota IV seiner Contribuzioni imenot-
terologiche sopra alcune specie nuove o poco conosciute di
Imenotteri Diplotteri; Bull. Soc. Entom. Ital., XXIII,, S. 242—300.
L. Boutan erwähnt in seiner Excursion zoologique ä la mon-
tagne de Hummoun ul Faroun, Archives de zool. experir. et gener.
(2. S.), T. X, S. 1 — 22, auf S. 11 ff. Erdbauten einer Grabwespe,
die wahrscheinlich Vespa orientalis als Nahrungsvorräthe einträgt.
Diese Erdwohnungen finden sich als 25 — 30 Cm. lange Würstchen
an dem Gewölbe der heissen Grotten des Mt. Pharao angeklebt, und
bestehen aus einer Reihe von Zellen mit etwa einem Kubikcenti-
meter Rauminhalt. Der Verfertiger dieser Wohnungen Hess sich
nicht ermitteln.
P. Magretti: Di alcune specie d'Imenotteri racc. . . . nel
paese dei Somali; Ann. Mus. Civic. Genova, (2), X, S. 950 — 960.
(Evania appendigaster L. ; Mutilla Mniszechi Rad.^ mephitis Smith;
Pompilus sepulchralis ? Smith, lachesis Smith; Sphex aegyptius Lep.;
Eumenes tinctor Christ] Xylocopa aestuans L.; Apis mellifica Ij. und
mehrere neue Arten).
C. Verhoeff unterscheidet unter den Grabwespen folgende
„Familien":
Pemphredinidae: Nymphen ohne Pleuralzapfen ; Cocon fehlt;
Augen der Imagines nicht ausgerandet; mauern nicht.
Trypoxylidae: Nymphen mit Pleuralzapfen; nur ein zapfen-
loses Segment hinter dem Medialsegment; Freicocon, brüchig; Augen-
rand vorn ausgerandet; mauern.
Crabronidae: 2 zapfenlose Segmente zwischen Medialsegment
und erstem zapfentragenden Segment; Freicocon mit elastischer
Wand; Augen ohne Ausrandung; mauern nicht. Beiträge, S. 728 f.
A. Semenow: Revisio Hymenopterorum mus. zool. Ac.
Caes. sei. Petropolitanae; Mel. biolog. t. du Bull.Ac.Imp, St.Peters-
bourg, XIII, S. 179 — 218. (Cleptes Latr.; Abia Leach; Evaniadae).
222 Pli- Bertkaii: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistunj^en
Tenthredinidae. J. Slavicek zählt die Blattwespen der Umgebung von
Milkov (Mähren) auf; es sind (einschliesslich 7 Uroceren) 146 Arten; Verhandl.
naturf. Vereins Brunn, XXIX, S. 259—267.
H. Klaer gibt ein fortegnelse over nogie for Norges fauna nye arter
af Phytophage Bynienoptera; Entomol. Tidskr., 1892, S. 69 f (21 Tenthre-
diniden, 1 Urocere).
Ch. V. Riley theilt die Naturgeschichte der 3 Rose-saw-flies in the
United States mit: Monostegia rosae; Eniphytus cinctus; Cladius pectinicornis;
Insect life, V, S. 6 — 11, mit Holzschu.
Blattwespen-Studien von Dr. Kriechbauraer; Ent. Nachr., 1892,
S. 98-101.
Diagnoses Tenthredinidarum novarum ex Rossia europaea, Sibiria,
Asia media et coufinibus scr. A. Jakowlew; Hör. Soc. Ent. Ross. , XXVI,
S 1-62.
Atocus (n. g.) defessus (fossil) s. oben Scudder, S. 32.
C. G-. A. Brischke beschreibt a. a. 0. die Larve von Abia nigricornis
Lc7a., die er auf Lonicera xylosteum fand.
Abia symballophthalma (Westeuropa); A. Semeuow, Revisio, a. a. 0.,
S. 188.
Allantus monozonus (Triest); Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892, S. 99.
Athalia hicolor (Pretoria); H. de Saussure in W. L. Distant's „Natural,
in the Transvaal", S. 226.
Cladius major (Valle di Nou; V. di Fiemme); R. Cobelli, Abh. Zool.
bot. Ges. AVien, 1892, S. 70 (ist nach Konow = Cl. crassicornis Kon.;
ebenda, Sitzgsber., S. 69).
Dolerus tenax (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 453, Taf. XIII, Fig. 22.
Emphytus arcticus (Jämtland); C. H. Neren, Entomol. Tidskrift, 1892,
S. 57, nebst Bemerkungen über E. Klugii (Larve).
Cenni sulla biologia della Hylotoma pagana (Pz.) Latr.; G. del
Guercio, Bull. Soc. Eut. Ital., XXIV, S. 331— 345.
Hylotoma Graeffei (St. Croce, Triest), palUpes (ibid.); Kriechbaumer,
Eut. Nachr., 1892, S. 98.
H. Borries macht Angaben über de danske Lophyrus - Arter og
deres udbredelse; Entomol. Meddelelser, III, S. 97— 124, Tab. II (L. pini,
rufus, similis, pallipes, viridis, pallidus).
Lophyrus rufus Entwickelung und Lebensweise; Sven Lampa, Entomol.
Tidskrift. 1892, S. 41-44, Holzschn.
Lyda Carpini (Radaunethal, Westpr.); C. G. A. Brischke, a.a.O., S. 53,
Konowi (Jaroslaw); A. Jakowlew, a. a. O., S. 9.
Macrophya dalmatina (D.); R. Gasperini, s. Bull. Soc. Entom, Ital.,
XXIII, S. 311.
Ueber einige Nematus- Arten, deren Parasiten, Partheuogeuesis, s. C. H.
Neren, Entom. Tidskr., 1892, S. 61—67.
Nematus borealis Marlatt (Disco Isl.); W. J. Fox, Proc. Acad. Nat. Sei.
Philadelphia, 1892, S. 133, insuhricus (Mailand); R. Cobelli, Abh. Zool. Bot.
Ges. Wien, 1892, S. 70 (letztere Art ist nach Konow = N. coeruleocarpa
Hurtig : ebenda, Sitzgsber., S. 69).
im Grebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 223
A uew sweet potato saw fly, Schizocerus privatus Norton; C. L.
Marlatt, Insect life, V, S. 24—27, mit Abbild.
F. W. Konow stellt eine analytische Uebersicht der (19) europäischen
Arten der Tenthrediniden-Gattung Schizocera Latr. auf; "Wien. Ent. Zeitg..
1892, S. 11—18, und beschreibt S. Ballioni (Tiflis) S. 19, similis (Oesterreich)
S. 20, austriaca (Kärnthen, Krain, Tirol), humerata (Krain, Mähren) S, 21.
Die Raupe von Seiandria Cerasi ist verheerend bei Sydney aufgetreten;
A. S. Olliff, Agricult. Gazette New South Wales, 1892, S. 27.
S. himaculata (Valle di Fierame); R. Cobelli, Abb. Zool. Bot. Ges. Wien,
1892, S. 72, (ist nach Konow = S. coronata Klug\ ebenda, Sitzgsber., S. 69).
Synaerema Simoni (Tovar); R. du Buysson, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 59.
Tarpa borealis (Irkutsk) S. 10, victoriosa (Karategiu) S. 11; A. Jakowlew,
a. a. O.
Tenthredo maui'a i''! ist Varietät von livida; T. Fagi Panz. ist selbständige
Art; Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892, S. 100 f.
Uroeepa. Cephus pygmaeus in Nordamerika; Entom. Tidskrift,
1892, S. 54.
Cephus niger (Radaunethal, Westpr.); C. G. A. Brischke, a. a.O, S. 53,
carbonarius (Karategiu) S. 12, Grombczeivskii (ibid.) S. 13; A. Jakowlew, a. a. O.
Phylloecus sibiricola (Irkutsk) S. 13, cylindnis (ibid.) S. 14; A. Jakowlew,
a. a. O.
Xipbydria Potanini (Gau-ssu, China); A. Jakowlew, a. a. 0., S. 15.
lehneumonidae. Distantella (n. g. Cryptin.) trinotata (Pretoria);
H. de Saussure iu W. L. Distant's, „Natural, in the Transvaal", S. 230.
Lochetica n. g. Forst, i. 1 , für (Phygadeuon) pimplarius Thoms.; Kriech-
baumer, Ent. Nachr., 1892, S. 340.
Pseudacoenites (n. g. Pimplar.) moravicus (Älähren) ; Kriechbaumer,
Ent. Nachr., 1892, S. 219.
Amblyteles /ZavoZae^ws (Kaukasus) S. 41, inermis (Schweiz), bicuspis (Savoyen),
frustrator (Basses Alpes) S. 42, angustus (Aschabad), Eadoszkowslni (ibid.), ca-
pitata (ibid.), adventor (Tunis) S. 43; V. Berthoumieu, Revue d'Entomol., XI.
In seinem Bidrag tili kännedomen om slägtet Anomal on Grav.,
Opusc. entom. XVI, S. 1752 — 1772, theilt C. G. Thomson diese Gattung in
die Untergattungen Schizoloma Wesm. (1 A.), Heteropelma Wesm. (1 A.), Exo-
chilum Wesm. (1 A), Habronyx (für heros Wesm. S. 1759), Aphanistes S. 1760
(für biguttatus Gi-av., armatus Wesm., bellicosus Wesm.^ Wesmaeli Hlmgr., rufi-
cornis Orav ); Anomalou i. sp. (7 A., darunter lapponicum S. 1763, orbitale, annu-
litarse^ claripennisl S. 1764), Blastocampus S. 1765 (für nigricoi'uis Wesm.,
perspicuus Wesm.), Barglypa S. 1766 (für laticeps S. 1766, genalis S. 1767),
Ätrometus S. 1768 (für geniculatus Hlmgr.), Ägrypon S. 1768 (für tenuicornis
Grav., varitarsis Wesm., 5 andere Arteu und stcnostigma von Palsjö in Skäne,
S. 1771), Trichomma Wesm. (1 A.)
Astiphromma pectorälis (Texas); W. H. Ashmead, Entom. News, III,
S. 107.
Bassus (pulchellus Gr., cinctus Gr. var.), clypearis (Radaunethal, Westpr.';
C. G. A. Brischke, a. a. 0., S. 43.
Der bei dem in Brombeerstengeln nistenden Hoplopus spinipes schmarotzende
224 PI'- Bertkau: Bericlit über die wissenscliaftlichen Leistungen
Caenocryptus bimaculatus Grv. hat im Jahre 2— 3 Generationen, während
Hoplopus spinipes nur eine hat, die gegen Ende Mai erscheint. Die AVeibchen
bauen bis Ende Juli, und ausgewachsene Larven finden sich auch schon gegen
Ende Juli; dieselben liegen den Rest des Jahres und verwandeln sich erst Ende
April, Anfang Mai in Nymphen. Der Caenocryptus legt nun seine Eier an die
fast erwachsenen Larven von Hoplopus, wobei er mit seinem Bohrer die Rinde,
das Holz und Mark des Rubusstengels dm'chbohren muss. Das frisch aus-
geschlüpfte Lärvchen hat deutliche Antennen, welche später mit einer Häutung
wegfallen. Die Larve saugt an ilirem Opfer auf dem Rücken, wächst schnell
und lässt nur die Chitintheile übrig; diese werden, wie bei allen Ichneumoniden,
nicht mitverzehrt. Die ganze Entwickelung von Ei bis zur Imago nimmt
6 Wochen in Anspruch; die ^ erscheinen etwa 2 Wochen früher als die Weibchen;
C. Verhoeff, Beiträge, S. 692-696.
Campoplex foveolatus (^; C. CI. Thomson, Opusc. entom , XVII,
S. 1863.
Campoplex lateralis (Radaunethal, Westpr.); C. CA. Brischke, a.a.O., S.44.
Catadelphus Pes^ret (Allier); V. Berthoumieu, Revue d'Entora., XI, S.44.
Errhomenus äefecUvus (Radaunethal , Westpr.); C. Ct. A. Brischke,
a. a. 0., S. 41.
Gnathoxys tristis (Radaunethal, Westpr.); C. G. A. Brischke, a. a. 0., S. 31.
Hemipimx>la (n. g. H. de Saussure in Grandidier, Madagascar, Hymenopt ,
tah. 13, fig. 14) caffra (Pretoria) S. 227, calUptera (ibid.) S.228; H. de Saussure
in W. L. Distant's „Natural, in the Transvaal".
Hemiteles (Encratis Frst.?) suhimpi-essus (Radaunethal, Westpr.) S. 48,
(Naetes Frst.'?) coxalis (ibid,), rufus (ibid.) S.49; C. G. A. Brischke, a. a. 0.,
erasmkis (San Esteban) S. 63, pothiims (La Guayra) S. 64, PI. 3, Fig. 5; T. A.
Mars hall, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Hepiopelnius apicalis (Radaunethal, Westpr.); C. G. A. Brischke,
a. a. 0., S. 30.
Ichueunron firmipes Westn. (nicht gradarius) aus Chai'aeas graminis;
C. H. Neren, Entomol. Tidskrift, 1892, S. 67f.
Ueber J. molitorius und deliratorius L. s. Kriechbaumer, Ent.
Nachr., 1892, S. 37-40.
Ichneumon discoensis (Disco-Isl., Grönland); W. J. Fox, Proc. Acad. Nat.
Soc. Philadelphia, 1892, S. 134, Szicheriyn (China); A. Mocsäry, Terniesz.
Füzet, XV, S. 126, {vnhem Fonsc. (^? S. 196, und Var.) , alpicola (Kreuth)
S. 198; J. Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892 nebst Bemerkungen zu J. apricus
Gr. und Amblyteles speciosus Wsm., singularis (Transkaspien), scnpulator (Aral),
evanidus (Allier) S. S7,pa(/anus (ibid.), enraticus (Cantal), cintranus (Estremadura)
S. 38, delphinas (Isere), Buyssoni (Allier), hifossatus (Ain) S. 39, trifarius (Eure,
Indre), levicoxa (Transkaspien), canescens (Allier) S. 40, hifarius (Isere) S. 41;
V. Berthoumieu, Revue d'Entomol., XI.
J. Gerstaeckeri Kriechb. = guttatus Tiscltb. = opulentus Tascheiib.;
Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892, S. 292.
Leptocryptus albomarginatus (München) S. 371, hdlulus (ibid.) S. 372, ruhens
(Worms) S. 373; Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892.
Mesoleptus (neglectus Hlmgr. $), ( Hypocryptus Frtit.) testaceicornis (Radaune-
thal, Westpr.); C. G. A. Brischke, a. a. O, S. 33.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892, 225
Mesolius bipunctatus (Radauuethal, Westpr.), albopidus (ibid.) S. 34, affinis
(ibid.), simüis (ibid.) S. 35, longicornis (ibid.) S. 36; C. G. A. Brischke, a. a. O.,
flavicornis (Südfrankreich) S. 1875, flawscutellatus (Nordfrankr.) S. 1876; C. G.
Thomson, in Bidrag tili käunedom oni slägtet Mesolius, in Opuscul. entora.,
XVJI, S. 1865-1886.
Mesolius (Spudaea Frst.?) simüis (Westpreussen, aus Cladius difformis);
C. G. A. Brischke, Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd.,
1. Heft, S. 20.
Mesostenus Simonis (Tovar); T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 61, PI. 3, Fig. 4.
Microcryptus amoenus (Worms); Kriechbaumer, Eut. Nachr., 1892, S. 362.
Nemeritis Bhaphidiae (München, aus Rh. ophiopsis?); Kriechbaumer,
Ent. Nachr., 1892, S. 234.
Oneista Bohemani Frst. i. c. von Kriechbaumer bei Tegernsee gefangen
und beschrieben; Ent. Nachr., 1892, S. 42.
Ophion Wüstneü (Sonderburg) S. 232, Slaviceki (Mähren) S. 233; Kriech-
baumer, Ent. Nachr., 1892.
Orthocentrus palpalis (Radauuethal, Westpr.); C. G. A. Brischke,
a. a. 0., S. 43.
Perilissus (Rhaestes Frst.) testaceipes (Langfuhr, Westpreussen); C. G. A.
Brischke, Schrift, d. Naturf. Gesellsch. Danzig, (N. F.), VIII. Bd., 1. Heft,
S. 19, (Synoditis Frst.'^) nigropunctatus (Radauuethal, .Westpr.); derselbe,
ebenda, S. 37.
Kriechbaumer charakterisirt die Gattung Perosis Frst. und beschreibt
P. albopicta (?) S. 214, gracilis (Leipzig, aus Sesia?) S. 216, (annulata Brischice
S. 217); Ent. Nachr., 1892, S. 211-218.
(Ischyiocryptus subg. n.) Phygadeuon caracensis (Caracas); T. A.
Marshall, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 62, geniculatus (Oberbaiern)
S. 343, forticornis (München), ülotho (München, Kreuth) S. 344, Lachesis (Kreuth)
S. 345, J.iropos (München, Tegern.see) S.346; Kriechbaumer, Ent. Nachr., 1892.
Pimpla instig ator, gewöhnlich in Schmetterlingsraupen, aus einer Blatt-
wespenlarve von Trichiosoma lucorum erhalten; C. G. A. Brischke, a. a. 0., S. 57.
V.argiopes (Caracas, aus dem Cocon von Argiope argentata) S. 65, Simonis
(ibid.) S.67; T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Plesiophthalmus paniscoides (Massachusetts); W. H. As h nie ad, Entom.
News, III, S. 107.
Polyblastus (Scopiorus Frst.) lucidus (Radauuethal, Westpr.) S. 40, alhi-
ventris (ibid.) S. 41; C. G. A. Brischke, a. a. 0.
Larve von Polysphincta carbonator Grvh. ein äusserer Spinnenparasit;
s. oben S. 54.
P. dicJiroa (Tovar); T. A. Marshall, Ann. Soc. Entora. France, 1892, S. 67.
Psilomastax cyaneus (Sardinien, aus Papilio Hospiton); Kriechbaumer,
Ent. Nachr., 1892, S. 101; (ist zuerst von Möcsäry als Ps. violaceus, dann
nochmals von Costa als Trogus cyaneipennis beschrieben worden; Mocsäry,
ebenda, S. 208).
Ueber Tryphon puuctus Gi-av. (= mesoxanthus) s. R. v. Stein, Ent. Nachr.,
f892, S. 102—105; Kriechbaumer, S. 203 f.
Arcli. f. Naturgeseh. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. P
22G Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tryphon grossus (Radaunethal, AVestpr.) S. 38, (Rhimphalia Frst. ?) püosa
(ibid.), (Phaestus Frst. ?) sericeus (ibid.) S. 39; 0. G. A. Briscbke, a. a. 0.
Die Gattung Udenia i^öj-s^. entbehrt nicht, wie der Autor angab, der area
superomedia, und ist vielleicht von Perilissus nicht zu trennen; Kriechbaumer,
Ent. Nachr., 1892, S. 40 f.
Braeonidae. A. D. Hopkins führt sonie bred West-Virginia Bra-
couidae mit dem betreffenden Wirth an; lusect life, IV, S. 156—259.
Die XL VII. Abhdlg. in C. G. Thomson' s „Opusc. eutomol.", fasc. XVII,
S. 1777—1861, enthält einen Bidrag til Braconidernas kännedom: I. Cy-
clostomi (Gatt. Vipio, Braco, Coelo'ides, Doryctes, Spathius, Euryholus, Dendro-
sotei', Chremylus, Hormius).
Euryholus (n. g. Spathiin., für Bracou incompletus Ratzeb. und) Itemipterus
(Skäue); C. G. Thomson, Opusc. entom. XVIII, S. 1856.
Arrhaphis awencrtHa (Florida), miniita (ibid.); W. H. Ashmead, Psyche,
VI, S. 289.
Ascogaster fuscipennis (Skäne), leptopus (?) S. 1713, dypealis {0&\?i\iA; Lund),
nigricornis (Skäne) S. 1719, Cynipum (Gyn. terminalis, Oeland), sternalis (?),
cavifrons ('?), cjibbiscuta ? S. 1720, (jraniger (Skäne) S. 1721; 0. G. Thomson,
Opusc. entomol., XVI.
Blacus (i. sp.) spinife)- (Skäne); C. G. Thomson, Opusc. entom., XVI,
S. 1735.
Erdi.Q,o\i praeteritus (tertiär); B. Förster, a a. 0., S. 450, Taf. XIII, Fig. 20.
Bracon haemobapJies (Tovar), T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 68, crassicornis (Skäne) S. 1806, concolor (Helsingborg) S. 1807, longicauda
(Skäne), fuscipennis (Schweden ; aus Trypeta pulchra) S. 1808, parvicornis (Skäne),
pallicarpiis (Lappland), longulus (Skäne) S. 189, flavipalpis (ibid.) S. 1810, macrurus
(Helsingborg) S. 1811, claripennis (Skäne) S. 1818, foveola (ibid.), efoveolatus
(ibid.) S. 1819, aequalis (ibid.) S. 1820, erassiceps (Norrland) S. 1821, brachycei-us
(Skäne), facialis (Gottland) S. 1822, flagellaris (Skäne), grandiceps (Skäue)
S. 1823, gallicus (Frankreich) S. 1824, arcuatus (Oeland), filicornis (Skäne) S. 1827,
punctifer (ibid.) S. 1828, brevicauda (Vestergötland), lativentris (Smäland) S. 1831,
scaber (Norditalien) S. 1832, striolatus (Skäne), crassicauda (Lund) S. 1835,
crassungula (Skäue) S. 1836, tarsator (ibid.) S. 1837, bilineatus (Norditalien),
semißavus (ibid.) S. 1842; C. G. Thomson, Opusc. entom. XVII.
Calyptus (i. sp.) mucronatus (Norrland) S. 1703, strigator (Skäne), truncatus
(ibid.) S. 1704, lapponicus (L.), macrurus (Skäne) S. 1705; C. G. Thomson,
Opusc. entom. XVI.
Coelo'ides unyularis (Skäne); C. G. Thomson, Opusc. entom. XVH, S. 1846.
C. G. Thomson macht kritische Bemerkungen zu einigen Chelonus-
Arten und beschreibt Ch. buccatus, seticornis (Skäue) S. 1713, caiidatus (= retusus
Nees fem., sulcatus Nees mas) S. 1714; Opuscul. entomol. XVI.
Euphorus grandiceps (Lund), brevispina (Oeland), facialis (Skäne), microcerus
(Lappland) S. 1748, rubricollis (Skäne), obscuripes (Lund) S. 1749, fulviceps
(Skäne), arenicola (ibid.) S. 1751; C. G. Thomson, Opusc. entom., XVI.
C. G. T h 0 m s 0 n , Opusc. entom. XVI, S 1685, theilt die Gattung Exothecus
Wesm. in die Untergattungen Clinocentrus, Colastus, Oncophanes, Bathystomus,
Rhysipolis, Phaenomeris, Exothecus, und beschreibt (Clinocentrus) tenuicorms
(Skäne), S. 1687, p>etiolaris (Skäne), striolatus (ibid.) S. 1688, graciUxjes (ibid.),
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 227
brevicalcar (ibid.) S. 1689, (Colastes) caudatus (Helsingborg) S. 1691, (Rhysipolis)
obscuripes (ibid.), varicoxa (Skane) S. 1692, (Phaenomeris) ylabricoUis (ibid.)
S. 1696, (Exothecus) foveolator (Skäne) S. 1698, laevis (ibid.), flavitarsis (ibid.),
lapponicus (Lappland), pubicornis (Skäne) S. 1699, laticarpus (ibid.), flaviventris
(ibid.) S. 1700.
Helcon (i. sp.) femoralis (Lappland - Skäne) S. 1725, (Aspicolpus) borealis
(Norrland) S. 1726; 0. G. Thomson, Opiisc. entom., XVL
A probable Microgaster parasite of Eleodes in the imago State;
C. V. Riley, Proc. Entomol. Soc. AVashiugtou, IL S. 211.
Pambolns bifasciatus (Morgantown, aus Authaxia viridicomis) ; W. H.
Ashmead, Psyche, VI, S. 289.
Perilitus omophli (Algier; aus der Imago vonOmophlus caeruleus); P. Lesne
Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 305, PI. 5, graciUpes (Lund) S. 1742,, caudatus
(Skäne), flaviventris (Lund), areolatus (Skäne) S. 1743, brevipetiolatus (Skäne)
S. 1744, facialis (ibid.), borealis (Dovre) S. 1745; C. G. Thomson, Opusc.
entomol., XVI.
Rhogas xant/ms (Caracas); T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 69.
C. G. Thomson theilt die Gattung Rhogas in Rh. s. str. und Aleiodes und be-
schreibt R. medianus (Skäne) S. 1668, rufipes (Lappland) S. 1669, alpinus (Dovre)
S. 1671, flavipalpis (Jemtland), Jiirtus (Norrland) S. 1672, (Aleiodes) ungularis
(Skäne) S. 1677, punctipes (ibid.) S. 1678, areticus (Lappland), borealis (ibid.)
S. 1679, crassipes (Jemtland) S. 1681 ; Opusc. entom., XVI.
Sigalphus antennalis (Oeland) S. 1706, parmis (Lund) S. 1707, breviventris
(Skäne), rimulosus (ibid.) S. 1708, opacus (ibid.), nigripes (Lund; Oeland) S. 1709,
crassieeps (Oeland) S. 1710; C. G. Thomson, Opusc. entomol., XVI.
Vipio radiatulus (Norditalien) S. 1790, rimulosus (ibid.) S. 1795, guttiventris
(Skäne) S. 1796, (Coelobracon) heteropus (Oestergötland), genalis (Schweden),
seulpturatus (Südeuropa) S. 1800, (Ipobracon) breincauda (Skäne), melanurus
(Lappland) S. 1802, obsciiripemiis (Lappland), (Bracambus) longipalpis (Skäne-
Norwegen) S. 1803, petiolaris (München) S. 1859; C. G. Thomson, Opusc.
entom., XVIL
Evaniadae. Aulacus sibiricola S. 215, Morawltzi S. 217; A. Semenow,
Revisio, a. a. 0.
Evania cribrata S. 198; A. Semenow, Revisio, a. a. O., Schlettereri
(Araxesthal); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII, S. 231.
Gasteryption intennedium S. 201, fallaciosum S. 202, diibiosum, obsoletuni,
insidiosum S. 203, fovciceps S. 205, Scheivyretvi S. 207, coniceps S. 208, dimidiatum
S. 210, dilutum S. 211, sibiricum S. 212, forticorne S. 214; A. Semenow, Revisio,
a. a. O.
Stephanus Martini (Deli, Sumatra); H. Stadel mann, Berlin. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 236, Taf. VI, Fig. 4.
Proetotrypidae. T. A. Marshall zieht seine Gattung Aleria zu Gunsten
Scelio's ein; Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 75.
Tanysoniis (u. g. Belytin.) Bolitoplnlae (Neu Seeland; Schmarotzer von
B. luminosa); T. A. Marshall, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 275— 278, mit
Holzschn. ; wird ^= Betyla fulva Cameron erkannt S. 808; vgl. dies. Ber. für
1889, S, 198.
p*
228 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftliclieii Leistungen
Monomachus viridis (Brasilien); H.Stadel manu, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 237, Fig. 5.
Pristocera rosmarus (Kamerun); H. Stadelmann, Berlin. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 237, Taf. VI, Fig. 6.
Prosacantha baeiformis (Caracas); T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 75, PI. 4, Fig. 5.
Scelio venezuelensis (Caracas; zeigt grosse Aehnlichkeit mit der korsischen
Aleria flavibarbis); T. A. Marsh all, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 74,
PI. 4, Fig. 4.
Chaleididae. Zur Biologie dieser Familie s. oben S. 215.
Larradomorpha (n. g.) msir/j?*s (Westafrika); H. Stadelmann, Berlin.
Entoniol. Zeitschr., 1892, S. 239, Taf. VI, Fig. 7.
ThQ introduction of the fig insect (Blastophaga psenesL.) into
Australia; s. A. S. Olliff, Agricult. Gazette N.S.Wales, 1892, S. 431— 434.
Cerchysius Iceryae (Jamaika, aus J. rosae); L. 0. Howard, Insect life
IV, S. 379.
L. 0. Howard vereinigt vorläufig unter dem Namen Tetracnemini
diejenigen Encyrtini, deren Männchen verästelte Fühler haben; die Gattungen
Tetracnemus, Tetracladius i;nd Caloceriuus bilden in der That eine Gruppe
verwandter Arten; dagegeu zeigen Hexacladia, Tanaostigma und Pentacnemus
keine Verwandschaft mit ihnen oder ixnter einander. Die Gattungen sind in
folgender Tabelle unterschieden:
Männchen.
Antennae quadriramose ; Mesoscutum linea trans-
versa, obliqua, impressa . Tanaostigma Hoiv.
mesoscutum normale,
scapulaedistantes, antennae
10-articulatae Tetracnemus Westiv.
scapulae contiguae; an-
tennae 11-articulatae.
funiculi articulus 6. plus
duplo longior quam ceteri 5 Calocerinus.
funiculi articulus 6. quinto
brevior Tetraciadia.
Antennae quinqueramosae Pentacnemus.
„ sexramosae Hexacladia Ashm.
Weibchen.
Scapus antennarum subtus procursu foliiformi . . Tanaostigma.
„ „ cyliudricus; antennae margini
clypeali insertae Pentacnemus.
„ „ cylindricus; antennae supraclypeo
insertae Hexacladia.
Die Arten sind Tetracnemus diversicornis Weatio.] Tanaostigma coursetiae
How.; Hexacladia Smithii Aahm.; Pentacnemus Buceulatricis (aus Bucculat.
thyiella Pr/Ä-.) S. 366, PI. XL VII, Fig. 1 ; Tetraciadia texana (College Station,
T.) S. 367, PI. XL VI, Fig. 1, gracilis (Florida) S. 368; Calocerinus floridanus
(Ashm.). Auch Tetracn. diversicornis Westio. und Hexacladia vSmithii Ashm.
sind abgebildet. Proc. U. S. Nation. Mus., XV, S. 361—369.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 229
Die Arten der Gattung Elasmus schmarotzen z. Th. in Larven von
Kleiiischmetterlingen (E. Tischeriae in T. solidaginifoliella, eine unbeschriebene
Art in Asi)idisca splendoriferelhi), theils in Microgaster-Larven (E. atratus aus
Cocons von Apanteles Hyphantriae und Limneria pallipes, w^elche ihrerseits
jiriniäre Parasiten von Hyph. cuuea sind); L. 0. Howard, lusect life, IV,
S. 253 f. mit Abbild, von E. varius ^.
Das 4. Heft des V. Bds. des Rec. zool. Suisse enthält auf S. 471—534,
PI. XXII — XXV den Schluss von E. Buguion's Recherches sur le developpement
posterabryonnaire et les moeurs de l'Encyrtus fuscicoUis; vgl. dies. Ber. füi'J1890,
S. 236.
Die Larve von Encyrtus hat 10 Paare Imaginalscheiben, 3 Paar unterer
thorakaler, für die 3 Beinpaare, 2 Paar oberer für die beiden Flügelpaare, 1 Paar
für die Augen und den hinteren Theil des Kopfes, 1 Paar für die Fühler imd
3 Paar für die äusseren Begattungswerkzeuge. Nachdem sie sich mit einer von
dem Sekret der Spinudrüse gelieferten Hülle umgeben hat, zieht sie sich zu-
sammen und geht in das Stadium der Semipupa, Pseudonymphe, über, uud aus
diesem durch eine Häutung (die 2.) in das der Nymphe. Bei dieser Verwandlung
in die Nymphe wird der grössere vordere Theil des hinter dem Kopfe der Larve
gelegenen Segments zum Kopf der Nymphe gezogen, der demnach aus den
3 primitiven Kopfsegmenten der Lai-ve uud einem Theil des 2. Larvensegmeuts
besteht ; zum Ersatz dafür nimmt der Thorax der Nymphe das 4 Larvensegment
(den Kopf nicht mitgezählt) als segment mediaire Latreille's noch zu sich und
besteht demnach aus Prothorax (Rest des 2. Larvensegineuts), Mesothorax, Meta-
thorax und segment mediaire ; diese 3 letzteren sind vollständige Segmente, aber
in verschiedener Ausbildung, indem Meso- und Metathorax eine sehr beträchtliche
Ausdehnung erreichen. Für den Hinterleib bleiben somit die Larvensegmente
5 — 12 übrig, wozu noch das postanale Segment hinzukommt, das durch eine
kleine nicht chitinisirte Hervorragung dargestellt wird. Die Larve hatte
9 Stigmenpaare , die Nymphe hat deren 10, indem an dem Hinterleibe ein
übei'zähliges Stigma an dem 6. Seitenstück auftritt. Die Stigmen gehören nach
Bugniou an: das 1. dem Mesothorax, das 2. dem Metathorax, das 3. dem segm.
med., die 7 folgenden den 7 ersten Hinterleibssegmenten. Bei der Image reduzirt
sich diese Zahl wieder, indem die beiden letzten zu einem grossen (oft doppelten)
verschmelzen; die 5 ersten Stigmen des Hinterleibes atrophiren mehr oder
weniger, und die Respiration der Imago geschieht durch die grossen Stigmen
des Mesothorax, seg. mediaire und das letzte des Hinterleibes.
Nach einer 21-tägigen Nymphenruhe häutet .sich das Insekt zum dritten
und letzten Male, arbeitet sich aus seiner Umhüllung und durch die Raupenhaut
heraus und fliegt als Imago davon; das Ausschlüpfen findet zwischen 23. Juli
und 2. August statt.
Das vollkommene Insekt hat 6 Malpighi'sche Gefässe, die als kurze Blind-
säcke hinter dem Chylusdarm einmünden. — Die Bauchkette des Nervensystems,
die bei der Larve einen einfachen Strang bildet, ist aus 3 Brustganglieu und
4 Abdominalganglien gebildet; von letzteren sind die beiden vorderen gross, die
2 folgenden klein, mit dem ersteren fast verschmolzen. An den Seiten des Hinter-
leibes, hinter dem 4. Ringe, findet sich jederseits eine Chitinplatte, die 3 grosse
230 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
und 2 kleine Borsten trägt. An dieselbe tritt ein Nerv heran, und Bugniun
deutet sie als Tastorgan (plaque tactile, setigöre).
Der männliche Geschlechtsapparat besteht jederseits aus dem birnförmigen
Hoden mit Ausführungsgang, der sich zu einer kugeligen Samenblase erweitert,
dann wieder verengt und seitlich an einer grossen birnförmigen Drüse vorbeigeht,
und dann sich mit dem der gegenüberliegenden Seite vereinigt.
Die Eierstocke bilden je ein Convolut von 8 Eiröhren , die sich in einem
kurzen Ovidukt öffnen; die beiden Ovidukte vereinigen sich zu einem als Be-
gattungstasche dienenden Uterus. Diesem hängt mit einem geschlungenen Stiel
das rec. seminis an; ferner findet sich eine umfangreiche zweilappige Drüse in
Verbindung mit dem Uterus. An der Basis des Stachels und an der Bauch-
seite der inneren Geschlechtsorgane liegt ein anderer Drüsenkomplex, bestehend
aus einem Haufen kugeliger Drüsenzellen, deren Ausführungsgänge in ein grosses
kugeliges Reservoir einmünden, das seinerseits mit einem verengten Halse nach
dem Stachel hin sich öffnet; zu beiden Seiten des Halses mündet in denselben
eine kleinere keulenförmige Drüse ein. Das Ei ist langgestreckt, hantelförmig,
das eine Ende der Hantel nur wenig verdickt, mit der Mikropyle, während das
andere Ende das Keimbläschen umschliesst; gewöhnlich sind diese Eier zusammen-
gerollt, und zwar so, dass das Mikropylende in den Eiröhren nach hinten ge-
richtet ist ; in dieser Lage finden sie sich auch zwischen den Stachelklappen im
Augenblick der Ablage.
Es ist noch hervorzuheben, dass die Schmarotzer der einen Raupe aus-
schliesslich oder doch vorwiegend männlichen, die einer anderen Raupe weiblichen
Geschlechtes sind. Diese Erscheinung Hesse sich so erklären, dass die Raupen,
die nur ^ liefern, von einem unbefruchteten "Weibchen angestochen sind, die
nur $ liefern, von einem befruchteten Weibchen mit reichlichem Sperma, und
die (^ und ^ liefern, von einem befruchteten Weibchen, dessen Spermavorrath
aber zur Befruchtung sämmtlicher Eier nicht gereicht hat.
Die Lebensgeschichte des Encrytus fuscicollis ist, kurz rekapitulirt,
folgende: Die Eiablage findet in der zweiten Hälfte des Mai statt, wenn die
Raupen von Hyponomeuta etwa 1 cm lang sind. Das Encyrtus-^ durchbohrt
mit seinem Stachel die Haut der Raupe und führt seinen gesammten Eivorrath
(50—129) mit einem Male in Form einer Kette in die Leibeshöhle ein. Aus-
nahmsweise kann dieselbe Raupe von einem 2. und 3. Schmarotzer angestochen
werden und beherbergt dann 2 oder 3 Ketten. Das häutige Rohr, welches die
Embryonen umschliesst, scheint eine Kutikularbildung des auskleidenden Epi-
theliums zu sein, und letzteres von dem Amnion der Embryonen herzurühren,
das sich von ihnen ablöst und mit den Nachbarn verschmilzt. Die das Rohr
füllende Flüssigkeit ist wahrscheinlich der Eidotter, vermehrt um durch Osmose
aus der Leibeshöhle aufgenommene Lymphe. Von diesem Inhalt nälu-en sich
die Larven bis zum 20—25. Juni (1 Phase), häuten sich, zerreissen die Wand
und gelangen frei in die Leibeshöhle, deren Lymphe sie absorbiren (2. Phase des
Larvenlebens).
Wenn sie sich der Verpuppung nähern, verzehren sie die Eingeweide und
schliessen sich durch einen erhärtenden Ueberzug aus den Speicheldrüsen gegen
einander ab; die Raupenhaut ist dann mit solchen Cysten ganz vollgestopft
(7. Juli). Die Verwandlung in die Nymphe geht wenige Tage nachher in den
Cysten vor sich, die jetzt, in Folge des Austrocknens der Raupe, mit Luft erfüllt
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 231
sind. Das Ausschlüpfen der Insekten erfolgt nach 3 Wochen , vom 27 Juli bis
2. August. Die aus derselben Raupe geschlüpften Insekten gehören meist dem-
selben Greschlecht an; die ^ sind wahrscheinlich parthenogeuetischer Herkunft.
Sehr- bald nach dem Ausschlüpfen findet eie Paarung statt, die, wie es scheint,
nur wenige Sekunden daiiert.
Die H3'ponomeuta cognatella hat nur eine Generation im Jahr, und wenn
dies mit Encyrtus ebenfalls so wäre, so müssten die Weibchen von August bis
zum nächsten Frühjahr (Mai) warten, um ihre Eier anbringen zu können. Es
wäre aber auch möglich, dass eine zweite Generation im Herbst oder ersten
Frühjahr erfolgte, die ihre Entwickelung in anderen Insekten durchmachen müsste;
ausser Hyponomeuta sind ja mehrere andere Arten als Wirthe des Encyrtus
bekannt; vgl. den 1. Theil.
Eurytoma rubicola saugt als Ektoparasit auch an den Nymphen ver-
schiedener Hymeuopteren, u. a. auch au Ceratina coerulea und Osmia lenco-
melaena; wahrscheinlich wird das Ei des Parasiten in die noch nicht geschlossene
Zelle gelegt und entwickelt sich laugsamer als das Ei des Wirthsthieres; es
ist nicht gut möglich, dass die Eurytoma mit ihrem kurzen und schwachen
Stachel durch das Holz das Ei ins Innere der bereits geschlossenen Zelle ablegt.
C. Verhoeff, Beiträge, S. 737 f.
Laelaps callisto (Tovar); T, A. Marshall, Ann. Soc. Eutom. France, 1892>
S. 73, PL 4, Fig. 3.
Leptomastix Dactylopii Hotv. in dem „common mealy-bug"; die an-
gestochenen Schildläuse (?) verlieren ihren Wachsüberzug und schwellen auf, so
dass sie einem Fliegenpuparium gleichen. Diese Aehnlichkeit wird noch dadurch
erhöht, dass der Parasit beim Ausschlüpfen am einen Ende des Wirthes einen
Deckel absprengt, wie die Fliege es beim Aixsschlüpfen thut. L. 0. Howard,
Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 237.
W. H. Ashmead gibt Notes on the genus Melittobia. Er zeigt
dass dieser von Westwood gegebene Name um 2 Jahre älter ist als der von
Newport gewählte Authophorabia (retusae). Die Gattung ist bemerkenswerth
wegen der Verschiedenheit der Geschlechter. Das Männchen hat rudimentäre
Flügel, die Augen sind zu einem einfachen Ozellus reduzirt, der Fühlerschaft
ist stark entwickelt, regelmässig verbreitert und an seiner Spitze gelappt; die
Geissei ist sehr kurz und kann unter den verbreiterten Schaft geschlagen
werden. Das Weibchen ist vollkommen geflügelt, mit normalen Augen und
Fühlern.
Die Gattung gehört nach Ashmead zu den Tetrastichinae, mit denen sie in
allen Punkten übereinstimmt, ausgenommen, dass sie 2 Sporen an den Hiuter-
schienen hat. — Aus Amerika sind bisher beschrieben (Authophorabia) Megachilis
Pack, aus den Zellen der M. centuncularis (und Anthophora abrupta), M. Pelopoei
Ashm. i. 1. aus Pelopoeus caementarius; neu ist M. Chalybii (aus Ch. caeruleum
L., Virginia), S. 231 ; Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 228—231.
L. 0. Howard macht noch einige Zusätze zu den habits of Melittobia
und stellt ein Verzeichniss der Wirthe auf; es sind meist Hymeuopteren; in
zwei Fällen wurde M. Pelopoei aus Dipterenpuparien (Anthomyiade und Sylle-
goptera, die wohl bei Pelopoeus schmarotzt hatten), erzogen; ebenda, S. 244—248.
lieber den Parasiten in den Eikapseln von Stagmomantis Carolinae, Pod-
agrion Manti(di)s Ashm., s. Insect life, IV, S. 242— 245 mit Abb.
232 Ph- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Prionopelma basilica (San Esteban); T. A. Mars hall, Ann. Soc. Entoni.
France, 1892, S. 71, PI. 4, Fig. 2.
Ueber die Entwickelung der Larve von Smicra clavipes s. oben. S. 214.
Sm. captiva jSm. abgeh.; T. A. Marshall, Ann. Soc. Entom. France, 1892,
PI, 4, Fig. 1.
T or^mw^ pertinax (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 452, Taf. XIII, Fig. 21.
Cjoiipidae. C. P. Gillette zählt Colorado Cyuipidae auf; Entomolog.
News, III, S. 246—248.
Andricus cellularms (Trinidad, Kolorado; Gallen kleine Kapseln in den
Knospen von Quercus undulata), frequens (Manitu, Kol. ; Gallen korkartig, Ver-
breiterungen kleiner Zweige von Qu. und.); C. P. Gillette, a. a. 0., S. 247.
Spathegaster punctatus (England, auf Eiche?); G. C. Bigneil, Entom.
Monthl. Mag., 1892, S. 176.
Chpysididae. A. Mocsäry bringt ein additamentum secundum ad
nionographiam Chrysididarum orbis terrarum universi; Termesz.
Füzet., XV, S. 213—237, mit adnotationes ad distributionem geographicani spe-
cierum Chrysididarum, ebenda, S. 238—240.
Chrysididarum species novae; A. Semenow, Melanges biologiques
tir. d. Bull. Ac. Imp. Sei. St. Petersbourg, XIII, S. 241—265.
Derselbe zerlegt seine Gattung Pseudochrysis in die Untergattungen
Spintliarina (Type vagans Rad.), Spintharis Dhlb. (virgo Sem.), Brug-
moja Bad. (pellucida Bad.), Euchroeus Ltr. Bahlh. (purpurata F.), Spinolia
Dhlh., Pseudochrysis Sem. (Humboldti) Blüh., Achryis (unicolor Dhlb.) und
zählt die Arten dieser Untergattungen auf; Hör. Soc. Eut. Boss.. XXVI,
S. 480-491.
Chrysis amoena (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 424, Taf. XIII, Fig. 2.
Chrysis (Gonochr.) teckensis S. 245, (Dichr.) bispina S. 247, (Tetrachr.)
graeüicornis S. 248, (Chr. i. sp.) Schalfeeivi S. 250, chrysophora S. 251, Büchneri
S. 253, Strauchi S. 255, Pleskei S. 257, leptopoecüa S. 258, Bianchii S. 260, Gru-
mwum S. 262, (Hexachrysis) Herzenstemi S. 264; A. Semenow, a.a.O., (Holo-
chrysis) Birmanica (Bhamo) S. 214, ignifasda (Palon) S. 215, mesochlora (Rhodus)
S. 216, sodalis (Araxes) S. 217, angusticollis (ibid.) S. 219, (Tetrachrysis) niono-
chroma (Parnass) S. 221, concolor (Araxes), circassica (ibid.) S. 222, natalensis
(N.) S. 224, angustata (Mandalay) S. 225, ionophris (Palon) S. 226, microtrema
(Austral.) S. 227, Sickmamd (Amur) S. 228, tenera (Biskra) S. 229, Araxana
(A.) S. 230, anomala (Biskra) S. 231, (Hexachrysis) igniceps (Mindanao) S. 233,
macrodon (Massailand) S. 234, i^e«»« (Schwegoo) S. 235; A. Mocsäry, Additam,
secundum.
Cleptes flammifer (Stideuropa) S. 180, obsoletus (Sarepta) S. 182, Buyssonis
(Montenegro) S. 184, Mocsarii (Ungarn) S. 184; A. Semenow, Revisio, a. a. O.
Cleptes Abeillei Bmjss. var. swor (Griechenland); A. Mocsäry, Additam.
secundum, S. 213.
Ellampus heros; A. Semenow, a. a. 0., S. 24.
Hedychrum collare; A. Semenow, a. a. 0., S. 243.
Holopyga (Hedychridium) piulchclla (Kaukasus); A. Mocsäry, Additam.
secundum, S. 214, (Hedychr.) Jäkowlewi; A. Semenow, a. a. O., S. 242.
Crabronidae. Fertonius n. g. (yeux aussi distants au bas de la face
qu'ä la hauteur du front; face largement et profondement excavee; chaperon
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 233
trös-court, souleve en son milieu en forme de dent aigue) für Crossocerus lutei-
collis Lepelet. = Crabro bucephalus; über die Lebensweise dieses Insekts s.
vmten; J. Perez, Actes Soc. Linn. Bordeaux, XLIV, S. 341.
Heliocausus (n. g.) Fairmairei (Chili); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh.
Hofmus. Wien. VII, S. 211, Taf. XIV, Fig. 5, 6, 11.
Larropsis u. g. (2. Submarginalzelle gestielt) für (Larrada) tenuicornis
Stnith; W. H. Patton, Entom. News, III, S. 90.
P. Marchai theilt Observations sur 1' „Amraophila ntiiniH" Kirby
mit; Lacaze-Duthiers' Arch. de zool. experim. et gen., (2. S.), X, vS. 23—36. Der
Verfasser beobachtete den Vorgang des Anstechens einer Raupe und des Trans-
portes des gelähmten Opfers und beschreibt ihn folgendermassen. Eine Raupe
von Agrotis segetum wurde von einer A. affinis bemerkt; die Wespe stieg auf
ihren Rücken und rückte auf demselben bis zum Kopfe vor. Hier packte sie
plötzlich mit den Mandibelu den Nacken und indem sie den Leib stark krümmte,
senkte sie den Stachel in die Mittellinie der Unterseite der Raupe, in der
Gegend des ersten Brustringes, und blieb in dieser Stellung länger als eine
Minute, während die Raupe mit dem vorderen Theile ihres Körpers hin und her
schlug. Allmählich werden die Bewegungen der Raupe langsamer und schwächer
und hören zuletzt auf; jetzt zieht die Wespe ihren Stachel heraus, um ihn gleich
darauf etwas weiter nach vorn in der Gelenkhaut zwischen Kopf und erstem
Brustring, immer genau in der Mittellinie, von neuem zu vergraben. Dann
lässt sie ihr Opfer fahren und gebärdet sich, als wenn sie von Krämpfen ergriffen
sei: sie wälzt sich am Boden, schlägt mit dem Kopf auf denselben, den Hinter-
leib in die Luft gestreckt, beisst wüthend in Alles, was in ihrer Nähe ist, bis
sie endlich zur Ruhe kommt. Ein ähnlicher „Siegestanz" ist von Ammophila
hirsuta und Julii durch Fahre beobachtet. Wenn man jetzt die Raupe berührt,
so bewegt sie sich zwar noch, kann aber nicht fortkriechen. Die Wespe kehrt
zu ihrem Opfer zurück, fasst es wieder im Nacken und sticht es in den ersten
Brustring, dann, allmählich nach hinten vorrückend, in die folgenden 5—6 Ringe,
doch kann die Wespe auch in derselben Stellung zwei Ringe stechen; ge-
wöhnlich treifen die Stiche die Gelenkhaut zwischen zwei Leibesringen. Ganz
regelmässig erfolgen diese Stiche übrigens nicht: bisweilen wird dieselbe Stelle
zweimal gestochen, was namentlich bei den vorderen Segmenten, besonders der
Basis der Kopfes, vorkommt; das letztere wahrscheinlich, um die Mandibeln der
Raupe zu lähmen.
Jetzt kommt das Durchkauen (Malaxation ; vgl. dies. Ber. für 1887, S. 159)
an die Reihe. Die Wespe führt mit ihren Mandibeln rhythmische und ge-
mässigte Beissbewegungen am Nacken der Raupe aus, welche allmählich stärker
werden, und aus dem Mund der Raupe tritt eine Flüssigkeit, welche die ganze
Gegend des Kopfes benetzt, welche die Wespe mit ihrer Zunge begierig aufleckt.
Hiermit fährt sie etwa eine halbe Stunde fort, abwechselnd den Hals beissend
und die hervorquellende Flüssigkeit aufleckend. Dann wurde die Raupe zum
Nest geschleppt, wobei unterwegs auch noch einmal das Durchkauen vor-
genommen und der Raupe in der Gegend des Kopfes ein Stich beigebracht
wurde. — In diesem Falle war die Haut der Raupe ganz unverletzt, und die
aus dem Munde austretende Flüssigkeit war jedenfalls kein Blut, sondern
stammte aus dem Darm und war nach Marchai Saft des von der Raupe ver-
zehrten Salats.
234 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Diese Beobachtung bestätigt den vom Verfasser bei Cerceris ornata aus-
gesprocheneu Satz, dass manche Hyraenoptereu auch ein persönliches Interesse
an den für ihre Brut bestimmten Insekten nehmen, indem auch sie selbst von
ihnen geniessen. (Auch gibt es zwischen den „Tödtern" und „Lähmern" Ueber-
gänge ; Cerceris ornata z. B., die ihren Larven eine 10 Tage lang gelähmt
bleibende Beute geben kann, verwundet dieselbe oft in einer sofort den Tod
herbeiführenden Weise). Die Ansicht Fabre's, dass Philanthus seinem Opfer
den mit Honig gefüllten Kropf deshalb ausleere, weil der Honig den Larven
schädlich sei, wird von Marchai nicht getheilt.
Theo. Pergande beobachtete eine A. gryphus, die auf einem kleinen
Raum wie suchend umherlief, an einer bestimmten Stelle Halt machte, dann
weiter ging und zurückkehrte u. s. f., und zuletzt auf dieser Stelle Kiesel-
steinchen zusammentrug. Nachdem sie sich endgültig entfernt hatte, räumte
der Beobachter die Kieselsteincheu fort, ohne anfänglich etwas besonderes
darunter zu finden. Beim Nachgraben kam aber aus einer Tiefe von 3 Zoll eine
Raupe von Heterocampa sub- albicans Pack, zum Vorschein, an deren Körper
ein Ei der Ammophila augeleimt war. Die AVespe hatte also, nachdem sie die
Raupe in ihre Höhle geschleppt hatte, den Eingang zu letzterer und die ganze
Umgebung wieder so geglättet, dass sie sich in Nichts auszeichnete. Proc.
Entomol. Soc. Washington, II, S. 256-^258.
Ampulex nüjrocoerulea (Pretoria); H. de Saussure in W. L. Distant's
„Natural, in the Transvaal", S. 212, Tab. IV, Fig. 6.
Astatus (jlaber (Rio grande do Sul, Bras.); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh
Hofmus. Wien, VII, S. 230.
Bembex Fischeroides (Ufer des Uebi); P. Magre tti, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2), X, S. 958.
Der in Sambncuszweigen nistende Cr abro capitosus trägt Empiden und
kleine Mücken ein; die Isolierung der einzelnen Zellen geschieht durch Mulm-
pfropfen, während ein Hauptverschluss fehlt. Seine Bauten sind polygam, und
die Nymphen haben 4 Paare Pleuralzapfen. — Der gleichfalls in Sambncus-
zweigen nistende Cr. sambucicola belegt zuerst Zellen mit weiblichen Eiern,
hernach mit männlichen. Da bei der geringen Zahl der überhaupt abgelegten
Eiern eine Erschöpfung des rec. sem. an Samen nicht angenommen werden kann,
so ist anzunehmen, dass die Differenziruug des Geschlechts noch von anderen
Faktoren abhängt (Nahrungsmenge). Die Zellen werden mit Chrysomyia polita
und einer Cyrtoneura-Art versorgt. C. Verhoeff, Beiträge, S. 717 — 725.
C. Verhoeff scheidet die Solenius in zwei Untergattungen: Mesocrabro,
Tarsen der Vorderbeine beim Männchen stark erweitert, mit M. spinicollis
H.-ScJi., guttatus V. ä. L., dives Lej)., parvulus H.-ScJi., und Solenius s. str. ohne
erweiterte Tarsen, mit S. vagus L., larvatus Wesm., rubicola Du f., nigifera
Dahlh., u. a. Von Mesocr. spinicollis wird eine ;Varietät, divitoides, beschrieben,
S. 70. Ferner beschreibt derselbe C. (Clytochrysus) longipalpis (Heidelberg)
S. 70; Ent. Nachr., 1892. S. 69—71.
Crabro nitidiventris (Camden Count.) S. 9, excavatus (Florida) S. 10; W. J.
Fox, Entomol. News, III, chrysites (Sikkim) S. 197, (Coelocrabro) styrius
(Admont) S. 198, amurensis (A.) S. 199, (Crossocerus) aamthophorus (Bozen)
S. 200, (Crabro) circumscriptus (Bahia) S. 201, (Lindenius) algira (A.) S. 202,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 235
columbianus (Brit. Col.) S. 203; F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus.
Wien, Vn.
Crossocerus luteicoUis Lep., für den Perez die neue Gattung Fertonius
errichtet hat, legt seine Brutzellen in sandigem Boden in geringer Tiefe und
ohne Ordnung an. Er trägt Tapinoma erraticum ein, die er diuxh einen Stich
lähmt. Anfangs sind die Ameisen noch lebhaft, nach wenigen Tagen sind sie
aber ganz bewegungslos. Es werden 40 — 50 Ameisen in eine Zelle gestopft;
das Ei wird mitten in diese Vorräthe, etwa im unteren Drittel vom Boden ge-
legt. Die Eutwickelung geht sehr rasch vor sich, und es folgen sich im Jahre,
vom Juli bis in den Oktober, 3 Generationen. Ein am 1. Juli begonnenes Nest
war am 15. fertig und eutliess seine Insassen am 10. August. Chr. Ferton,
Actes Soc. Linn. Bordeaux, XLIV, S. 341—346.
Diodontus hyalipennis (Baku); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus.
Wien, vn, S. 204.
Larra angusUfrons (Java), Saussurei (Madagaskar); F. F. Kohl, Ann.
k. k. naturh. Hofmus. Wien, Yll, S. 219.
Larrada similis (Nanking) S. 127, sinensis (ibid.) S. 128; A. Mocsäry,
Termesz. Füzet., XV.
Larraxena dux (Aeth. Reg.); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmiis.
Wien, VII, S. 220.
Liris coxalis (Florida); W. H. Patton, Entom. News, III, S. 89, (nach
Fox, ebenda, S. 138, = Tachytes aurulenta F.), (jihbosa (Arabien) S. 222,
mordax (Borneo) S. 223, anthrucina (Sikkim?), (ducalis Smith) S. 224, sayax
(Sikkim?), morio (ibid.) S. 225, (jocositarsa Sauss.) S. 226, nebst einer Ueber-
sicht sämmtlicher dem Autor bekannten Arten S. 227—229; F. F. Kohl, Ami.
k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII.
M ellin US arvensis stand im Rufe, Zweigbauten anzulegen und den
Larven noch Futter zuzutragen; beides bestreitet C. Verhoeff auf Grund der
Beobachtung zahh'eicher Bauten. Die Bauten sind Einzelbauten, freilich mit
(30—40 cm) tiefem Schacht. Auf der Sohle desselben findet sich je eine Zelle,
entweder mit 1—2 Fliegen (gewöhnlich Pollenia rudis) und dann noch offen und
ohne Ei, oder mit 5—6 Fliegen, einem Ei oder Larve und dann stets geschlossen.
Das Ei liegt ohne Befestigung zwischen den Fliegen. Die Larve zehrt die
Fliege auf und lässt auch von den Harttheilen nur geringe Reste übrig. Zur
Verpuppung verfertigt sie einen gelbbraunen, länglich-ovalen, undurchsichtigen
Freicocon. Beiträge, S. 696—699.
Miscophus Handlirschii (Biskra); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus.
Wien, VII, S. 214.
Notogonia sculpturata (Aegypten); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus.
Wien, vn, S. 221.
Oxybelus (Oxybeloides) odontox>horus (Araxesthal) S. 205, modestus (ibid.)
S. 206, obscurus (Korfu ; Melk in Niederösterreich) S. 207 , columbianus (Brit.
Kolumb.) S. 208, (Oxybelus) latifrons (Araxesthal) S. 209; F. F. Kohl, Ann.
h. k. naturh. Hofmus. Wien, VII.
C. Verhoeff fand einen aus 3 Zellen bestehenden Bau von Philanthus
triangulum; jede Zelle enthielt 2 Honigbienen. 2 der Zellen waren auch mit
je einem Ei besetzt, das wurstförmig gebogen ist und ohne Befestigung mit
seiner Längsachse parallel der Biene zwischen den Hüften liegt. Das Ei wird
23(-) Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
demnach erst abgelegt, nachdem die Nahrung für die zukünftige Larve bereits
beschafft ist; Beiträge, S. 696.
Solierella Sjnnolae (Chili) S. 212, chilensis (ibid.) S. 213; F. F. Kohl,
Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII.
C. V. Riley beschreibt Larve und Puppencocon von Sphecius speciosus.
Der Cocon wird in 2 Tagen hergestellt und ist unregelmässig länglich-eiförmig.
AVährend sein übriges Innere von gelber Seide ausgekleidet ist, befindet sich in
der Mitte ein ^/o — -/s '-^^^ Umfanges einnehmendes Feld, das mit feiner vv^eissen
Seide bedeckt ist. In diesem Felde, von der Seide bedeckt, befinden sich 8—20
dunkelbraune, erhabene Flecken, die den Deckel auf hohle Fortsätze an der
Aussenseite, wo sie sich öffnen, bilden. Vielleicht dienen diese Röhrchen der
Athmung. Proc. Entomol. Soc. Washington, II, S. 170—172.
Derselbe schildert die gesammte Lebensvv^eise dieses Insekts genauer;
Insect life, IV, S. 248—252 mit mehreren Abbildungen. Die Wespe legt ihren
Bau mit Vorliebe au trockenen Wegrändern au; derselbe besteht aus einer
Eingangsröhre, von der sich nach Verlauf von etwa 6" rechts ixnd links in ver-
schiedenen Intervallen 3—4 Seitengänge abzweigen, die an ihrem Ende zu
Brutkammern erweitert sind. Die Wespe lähmt durch einen Stich eine Cicada
prninosa und trägt sie im Fluge zu ihrem Nest. Das Ei ist an die Brust der
Cikade gelegt und die Larve verlässt die Eihaut nicht, sondern streckt nur den
Vorderkörper aus derselben hervor. Bis zum Ausschlüpfen der Larve aus dem
Ei vergehen nur 2-3 Tage und die Larve hat nach einer Woche ihre Ent-
wickelung vollendet. Wenn das Ei sich aus irgend einem Grunde nicht ent-
wickelt, so bleibt in geeigneteu (trockenen) Bruträumen die gelähmte Cikade
ein ganzes Jahr lang (und vielleicht noch längei') frisch.
Sphex (Priononyx) ferrugineus (Los Angeles); W. J. Fox, Entomol. News
III, S. 170.
Stigmus temporalis (Guatemala); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh Hofmus.
Wien, VII, S. 204.
A. Handlirsch bietet eine Monographie der Gattung Stizus Latr.;
Sitzgsber. d. Kaiserl. Akad. Wissensch., math. naturw. Klasse, Bd. CI, 1. Abth.,
S. 25-- 205, niit 3 Taff. Die Gattung ist hier in dem Sinne Latreille's ge-
nommen, also mit Einschluss der später abgezweigten Bembecinus, Stizomorphus
Costa und Megastizus Patton. In diesem Sinne enthält die Gattung 143 Arten,
die sich über die wärmeren Tbeile aller Hauptregioneu vertheilen. 44 derselben
sind neue: St. Magrettü (?) S. 43, Taf. III, Fig. 18, socius (Amboina) S. 44,
proximus S. 45, pusiUus (Andamanen, Java), Scmperi (Philippinen) S. 46, in-
sularis (Celebes) Fig. 4, S. 47, facialis (Arn) Fig 3, versicolor Fig. 17, 8.48^
javanus (J.) S. 50, egens (Port Denison) S. 51, antipodum (Sj'dney) S. 52, signatus
(ibid.) S. 53, antJiracimis (Neu-Guinea) S. 54, excisus (Brasilien) S. 59, Bolivari
(Amazonas) Fig. 20, S. 60, nanus (Georgia), consohrinus (Rio Grande do Sul)
S. 61, mexicanus (Orizaba) S. 66, yuttulatus (ibid.) S. 67, xanthochroas (Texas)
S. 69, Eotschyi (Ostafrika) S. 71, Fig. 2, discolor (Algier) S. 78, Taf. I, Fig. 18,
hoplites (Kaffrar.) S. 84, Mayri (Algier) ;S. 85, Gazagnairei (Nemur) S. 86,
gynandromorphus (Syrien) S. 89, inermis (Viti) S. 91, Taf. II, Fig. 30, ^rmci^i-
cornis (Araxesthal) S. 93, Taf. I, Fig. 17, davicornis (Südafrika) S. 95, Taf. II,
Fig. 31, 32; III, Fig. 9, 19 [calopteryx uov. nom. = Larra fasciata F. S. 110,
poeeilopterus nov. nom. = fasciata Klug S. 111), chrysorrhoeus (?) S. 122, Taf. II,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892, 237
Fig. 8, graciUpes (Araxesthal) S. 131, melanurus (Senegal) S. 132, Taf. II, Fig. 11,
tricolor (Syrien, Cypera) S. 133, niloticus (Sinai) S. 134, Fig. 9, Hüyclii (Indä^w)
S. 139, pij(jidiaUs (Rhodus) S. 140, Taf. I, Fig. 11, impenalis (Kaffrar.) S. 141,
hijalinipcnnis (Sinai) S. 142, Taf. II, Fig. 12, i¥a?-^7?ae (Oase Mraier) S. 143,
Taf. II, Fig. 5, Marnonis (Sudan) S. 145, euchromus (Kaukasus) S. 153, Fig. 21,
27, arenamm (Mraier) S. 154, Fig. 18, Dewitzii (Südafrika) S. 156, Fig. 20, rapax
(Aegypten) S. 157, Fig. 22. Für die beiden Geschlechter sind je ein conspectus
diagnosticus specierum zusammengestellt.
Tachyrrhostus daviger (Australien); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh, Hofmus.
Wien, VII, S. 229.
Tachysphex alcjira (Oran), austriacus (Wien) S. 215, (?) integer (Araxesthal)
S. 216, vestitus (Biskra), comocius (Helenendorf) S. 217, Simomji (Grau Canai'ia)
S. 218; F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien, VII.
Tachytes callosa (Rio Grande do Sul, Bras.); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh.
Hofmus. Wien, VII, S. 218.
Trypoxylon figulus nistet eben so häufig in Rubuszweigen wie in Lehm
und hat 2 Generationen im Jahr. In Rubuszweigen konkurrirt mit ihm die
schwächere Chevi'ieria uuicolor, welche letztere der Trypoxylon bisweilen ver-
drängt, nachdem sie ihre Zelle bereits zur Hälfte mit Blattläusen versorgt hat.
Das Ei wird abgelegt, nachdem der ganze Futtervorrath beisammen ist. Die
Nymphen haben zwischen dem Medial- und ersten zapfentragenden Segment nur
ein Segment. C. Verhoeff, Beiträge, S. 725—730.
Pompilidae. Ch. Ferton gibt Notes pour servir h l'histoire de
l'instinct des Pompilides; Actes Soc. Linn. Bordeaux, XLIV, S. 281 — 294.
Die Opfer der Pompiliden sind Spinnen, die meistens viel mal schwerer sind,
als die Wespe. So ergab die Wägung eines Pompilus luctuosus, der eine Lycosa
biimpressa bewältigt hatte, 7V2 Centigramm, während die Spinne 75 Centigramm
wog. Bisweilen dringt die Wespe in das Nest der Spinne ein und tödtet die-
selbe hier, z. B. eine kleine Pompilide eine in Erdlöchern wohnende Teraphoside;
flüchtet die Spinne, so gelingt es ihr bisweilen, zu entwischen; meist aber ver-
folgt die Wespe sie, spürt sie aus und dann ist die Spinne verloren. Selten
setzt die letztere sich zur Wehr: mit angezogenen Beinen erwartet sie den
Stich. Die Folgen des Stiches sind verschieden. Die meisten Spinnen sterben;
mehrfach machte Ferton aber auch die Erfahrung, dass sie sich wieder er-
holten. Eine von Priocnemis luctuosus gestochene Lycosa biimpressa war un-
mittelbar nach dem Stich bewegungslos, führte nach 2 Stunden schon langsame
Bewegungen und nach einer weiteren Stunde „Sprünge" von einigen Centimetem
aus; am anderen Morgen war sie ganz gesund. Man kann annehmen, dass in
diesem Falle entweder nicht die richtige Stelle getroffen oder die Menge des
Giftes zu gering war. Ein Pompilus wurde beobachtet, wie er einer Spinne
zahlreiche Stiche hintereinander, ohne jede Wahl einer bestimmten Körperstelle,
versetzte. Aus dem Umstand, dass die Stiche das Opfer nicht hinreichend
bewegungslos machen, mag auch das Verfahren von Agenia u. a. resultiren, die
ihren Opfern die Beine ausreissen.
Während der heissen Jahreszeit benutzen die Pompiliden Algiers gewöhnlich
vorhandene Löcher zur Anlage ihrer Brutzellen; Pogonius variegatus nistet in
Gehäusen von Helix aspersa und Stenogyra decollata; die Oeffnung des Gehäuses
wird mit Lehm verstopft. Es finden auch Kämpfe zwischen verschiedenen
238 Ph- Bertkau: Beiicht über die wissenschaftlichen Leistungen
"Wespen um den Besitz eines Opfers statt; so machen sich Pomp, rufipes gegen-
seitig oft dasselbe Objekt streitig und führen heftige Kämjjfe. Ceropales legt
seine Eier, wie J. Perez gezeigt hat, an die von anderen Pompiliden getödteten
Spinnen.
Aporus lugubris Verh. (s. Ber. 1890 S. 239) = Planiceps Latreillei v. d. L.;
C. Verhoeff, Ent. Nachr., 1892, S. 72.
Cyphononyx antennata (Pretoria); H. de Saussure in W. L. Distant's
„Natural, in the Transvaal", S. 217, Tab. V, Fig. 2.
Homonotus caerulans (Pretoria) S. 213, Tab. V, Fig. 1, pedestrls (ibid.)
S. 214, Fig. 6; H. de Saussure in W. L. Distant's „Natural, in the Transvaal".
Mygnimia belzehith (Pretoria) S. 218, Tab. V, Fig. 8, depressa (ibid.)
S.219, distans (ibid.) S. 220, Fig. 7, fallax (ibid.) S. 221, Fig. 5; H. de Saus-
sure in W. L. Distant's „Natural, in the Transvaal".
Planiceps planatus (San Diego, Kalif.); W. J. Fox, Entoni. News, III,
S. 171.
Pompilus nigerrimus Scop. var. Kohli; C. Verhoeff, Ent. Nachr., 1893,
S. 71.
Prioenemis vitripennis (Heidelberg) S. C5, fuscopiennis ! (ibid.) S. 66, fallax
(Mosel), relictus (Mittelrhein) S. 69; C. Verhoeff, Ent. Nachr., 1892, o^iacus
(Algier); J. Perez, Actes Soc. Linneenne Bordeaux, XLIV. S. 282 Anm.
Prioenemis hirsutiis (Pretoria; Cap); H. de Saussure in W. L. Distant's
„Natural, in the Transvaal", S. 216, Tab. V, Fig. 3.
Pseudagenia Blaisdelli (San Diego, Kalif.); W. J. Fox, Entom. News,
III, S. 171.
Trigonalis Simoni (Caracas); R. du Buysson, Ann. Soc. Eutoni. France,
1892, S. 59.
Tiphiadae. Plesia mandalensis (Mandalay); P. Magretti, Ann. Mus.
Civic. Geuov. (2. S.), XII. S. 257.
Tiphia (fumipennis Smith beide Geschlechter S. 249), policarinata ! (Carin-
Cheba) S. 250, vicina (Bhamo) S. 251, lyrata (Carin-Cheba) S. 252, (var.?) ro-
strata (ibid.), S. 253, laevkjata (ibid.), cordata (ibid.) S. 254, nodata (ibid.), trapezata
(ibid.) S. 255; P. Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII.
Seoliadae. Discolia praecana (Pretoria) Fig. 11, pi-aestabilis (ibid.) Fig. 9;
H. de Saussure in AV. L. Distant's „Natural, in the Transvaal", S. 222,
Tab. IV.
YWü reticulata (Poona) S. 109, Orientalis (Ceylon) S. 112; P. Cameron,
Hymen, orient., IV.
Elis harhata (Madag.; Pretoria); H. de Saussure in Grandidier, Mada-
gaskar, Hymenopt. , S. 217, und W. L. Distant „Natural, in the Transvaal",
S. 223.
Liacos fulvo-picta (Barrackpore); P. Cameron, Hymen, orient., IV, S. 98.
Mesa (n. g. H. de Saussure, in Grandid. Madagasc. , Hymenopt., S. 244)
diopAerof/amm (Pretoria); H. de Saussure in W. L. Distant's „Natural, in the
Transvaal", S. 225, Tab. IV, Fig. 8.
Myzine nitida (Poona); P. Cameron, Hymen, orient., IV, S. 114.
Scolia bengalensis (Poona); P. Cameron, Hymen, orient., IV, S. 104,
(Discolia) Bhamoensis (Bhamo) S. 239, barmanica! (Ranguu) S. 242, Kirbiji,
(Carin-Cheba) S. 244: P. Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892? 239
Mutillidae. H. Borries erhielt Mutilla erythrocephala F. aus dem
Neste von Crabro (Solenius) rubicola Duf. S Perr. in Brombeerstengehi bei
Triest. Entom. Tidskr., 1892, S. 247-249.
Mutilla tenera (tertiär); B. Förster, a. a. O., S. 423, Taf. XIII, Fig. 1.
Mutilla Kauthellae (Ceylon) S.124, Taprobanae S. 125, trimaculata (Poona)
S. 126, Wroughtoni (\h.) Fig. 15, imlchriventris (ib.) Fig. 5, S.127, metallica (Trinco-
mali) S. 128, poonaensiö- (P.) S. 129, veda (Poona), imlchriceps (Poona), S. 130,
Fig. 17. erythrocera (Poona) S, 131, Buddha (ibid.) S. 182, Fig. 9, serratula (ibid,)
Fig. 12, inmlaris (Sober Isl., Trincomali) S. 133, Kauarae (Ceylon) Fig. 2, Con-
stanceae (Poona) Fig. 10, S. 134, Yerburghi (Mahaagang, Ceylon) S. 135;
P. Cameron, Hymenopt. orient., IV, somalica (Wuorandi) S. 951, Eobecchii
(Ufer des Uebi) S. 952, Gestroi (ibid.), cuneatiformis , (ibid.; Obbia; Gabbon)
S. 953, Beckeni (Uebi) S. 954, Doriae (Ogaden), Teleki (Gabbon) S. 955, rufo-
guttata (Ogaden) S. 956, conjunctoides (Gabbon) S. 957; P. Magre tti, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2), X, lineola F. var. punctata (San-Esteban), Stephana
n. sp. (ibid.), cincta (ibid.), signata (ibid.), lamellifera (ibid.); R. du Buysson,
Ann. Soc.Entom. France, 1892, S.58, tridungulata S.209, Fcae S.210, Ninnii S.211,
pjectino-spinata, pulchrinella S. 212, Tenassefimica, conjungenda S. 214, laminella
S. 215, Kirbiji S. 216, Kohli S. 217, Maximinae S. 218, dissimilanda S. 219,
pilosella S. 220, emergenda S. 222, suhanalis S. 223, Enieryi S. 225, Hatidlirschi^
Stephani S. 227, Josephi S. 228, Gribodoi S. 229, Tomatorei, Schlettereri S. 230,
Cariana S. 231, exiloides S. 232, circumscribenda S. 233, (Dasylabris) sejugoides
S. 234 (alle von Birmah); P. Magretti, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII.
Mutilla albistyla (Pretoria); H. de Saussure in W. L. Distant's „Natural,
n the Transvaal", S. 225, Tab. IV, Fig. 7.
Sphaerophthalma Simoni (Corozal) S. 56, var. nigripes (San-Esteban), uncifera
n. sp. (Tovar), fraterna (San-Esteban), crocata (ibid.) S. 57; R. du Buysson,
Ann. Sog. Entom. France, 1892, anthracina (San Diego, Kai.); W. J. Fox, Ent.
News, III, S. 172.
Formieidae. A. Forel behandelt die Nester der Ameisen; Neu-
jahrsbl. herausg. von der Natnrf. Gesellsch. auf das Jahr 1893; XCV, Zürich,
1892; S. 1—26 mit einer Taf.
Viele Ameisen benutzen als Nester einfach vorhandene Spalten, Ritzen
u. s. w. (natürliche Nester); so Leptothorax; Plagiolepis pygmaea, Cremastogaster
sordidula, Prenolepis longicornis; in den Mauern u. s. w. der menschlichen
Wohnungen leben Lasius emarginatus; Monomorium Pharaonis; Phidole mega-
cephalus. Andere benutzen gern die von anderen Insekten bereiteten Höhlungen
in Pflanzentheilen oder höhlen sich selbst Pflauzenstengel aus und lassen sich
darin nieder.
Unter den künstlichen Nestern lassen sich nach dem Material, aus dem
sie bestehen, unterscheiden: Erdnester, Holznester, kombinirte Bauten,
Karton- und gesponnene Nester.
Die Erde ist das häufigste Material zum Nestbau der Ameisen. Dieselben
miniren entweder einfach Gänge in die Erde, ohne das Füllmaterial weiter zu
verwenden (Ponera contracta; Myrmecocystus ; Doryliden; Aphaenogaster sub-
terranea, die meisten blinden oder halbblinden Arten), oder sie miniren Gänge
unter Steinen, welche als Dach dienen (fast alle Arten, entweder ausschliesslich
240 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
oder vorzugsweise oder doch gelegentlich), oder es werden Erdoberbauten an-
gelegt. Gewöhnlich sind es kuppelförinige Bauten zwischen Grashalmen mit
Labyrinthgängen in der Tiefe; solche Bauten führen in Europa auf Tapinoma
erraticum, die meisten Lasius - Arten , Myrmica, Tetramorium caespitum u. a.
Sehr geschickt ist Lasius niger. — Pogonomyrmex barbatus und occidentalis
pflastern die Oberfläche der Erdkuppel mit kleinen Steinchen; wahrscheinlich
wird, wenigstens bei manchen Arten, Lasius flavus z. B. , der zu verwendenden
Erde Speichel der Ameise beigemengt, der dem Bau eine grössere Festigkeit
verleiht.
Im Holze fressen sich namentlich Arten der Untergattung Colobopsis von
Camponotus Wohnungen aus; oberflächliche, flache Nester mit wenig Kammern
frisst Leptothorax acervorum in der Korkschicht der Baumrinde aus. Beispiele
für kombinirte Bauten liefern z. B. Lasius niger, die in einem hohlen Pflanzen-
stengel Querwände von Erde anlegen und jiamentlich die AValdameisen (Form,
rufa, pratensis, truncicola u. s. w.) , die ihre Erdbauteu mit trockenen Pflanzen-
theilen (Tannennadeln, dürren Zweigen) bedecken und die Oeffnungen und Ein-
gänge derselben bei Regen oder Abends mit diesen Pflanzentheilen ver-
barrikadiren.
Beispiel für die Kartonnester bietet Lasius fuliginosus, der aus kleineu
Holzpartikelcheu oder Erdstäubchen mit Hilfe eines Kittes eine kartonähnliche
Masse herstellt, aus der die papierdünnen Wände des Nestlabyrinthes bestehen.
Aehnliches Material zu ihren Bauten verwenden die südeuropäischen Liome-
topum microcephalum und die exotischen Cremastogaster , Dolichoderus, Campo-
notus, Polyrrhachis- Arten, wobei der Unterschied in der relativen Menge des
toten Materials zu der Kittsubstanz besteht. Einige Polyrrhachis-Arten (dives,
spinigera) sowie Oecophylla smaragdina brauchen gar kein fremdes Füllmaterial
mehr, sondern verfeitigen die Wand ihrer gewöhnlich zmschen Blättern an-
gebrachten Nester aus reinem Seidengespinnst, Diese Gespinnstfäden sowie der
Kitt zu den Kartonnestern stammt wahrscheinlich aus der Oberkiefer-(Ricch-
schleim nach Wolff)-Drüse. Das Sekret dieser Drüse zersetzt sich an der Luft
unter Entwicklung von Gasbläschen und eines aromatischen Geruchs und |lässt
eine harzige, klebrige Masse zurück.
Ferner berücksichtigt der Verfasser die Symbiose und verwandte
Verhältnisse zwischen Ameisen und Pflanzen, zusammengesetzte
Nester, Nester der gemischten Kolonieen, Wandernester und Strassenbau.
Letzterer wird von Formica rufa, pratensis und Lasius fuliginosus in Wiesen
ausgeführt, um nicht beim Transport durch die Grasstengel behindert zu werden.
Es werden daher Wege von 2 — 4 cm durch Durchbeissen und Wegschaffen aller
Grashälmchen hergestellt; dieselben, bei grossen Nestern bis 8 und gar 12 an
an der Zahl, laufen strahlenförmig vom Nest ans und führen gewöhnlich zu
Bäumen, auf denen Blattläuse hausen; manche der Strassen verlieren sich all-
mählich im Gras.
E. Wasmann, S. J.: Die zusammengesetzten Nester und ge-
mischten Kolonieen der Ameisen; Münster i. W. 1891.
In dem vorliegenden Werke werden die g^eselligeu Beziehungen der
Ameisen untereinander behandelt, wie sie sich in den zusammengesetzten
Nestern und den gemischten Kolonieen zeigen. Ein zusammengesetztes Nest ist
ein von verschiedenen Ameisenhaushaltungeu bewohntes Nest; zusammengesetzte
im Gebiete der Entonaologie während des Jahres 1892. 241
Kolonieen sind Ameisenhaushaltungen, die aus Angehörigen verschiedener Ameisen-
arten bestehen. In Deutschland kommen zwei gesetzmässig zusammengesetzte
Ameisennester vor. Solenopsis fugax legt seine Nester unter oder in der
unmittelbarsten Nachbarschaft von den Nestern grösserer Arten: Formica rufa,
sanguinea, pratensis; Polyergus rufescens; Myrmica scabrinodis, lobicornis an.
Von hier aus brechen sie in den von jenen bewohnten Theil des Nestes ein
und richten unter den Puppen und den jungen, noch w'eichen Ameisen grosse
Verheerungen an. Ihre grosse Zahl, ihre Kühnheit und ihr wirksames Gift
macht sie dabei zu einem furchtbaren Feinde des ihnen an Grösse und Körper-
kraft vielmal überlegenen Gegners, der ihnen in ihren Gängen zudem nicht
nachfolgen kann. Während so Solenopsis fugax zu den genannten grösseren
Arten im Verhältniss eines Räubers und Einbrechers steht (Diebsam eise),
herrscht zwischen den zweierlei Insassen eines zweiten gemischten Nestes ein
friedlicheres Verhältniss: zwischen Formicoxenus nüidulus und Formica rufa
und pratensis, in deren Nestern ersterer wohnt. Der Formicoxenus ist noch
dadurch interessant, dass die Männchen ungeflügelt sind. Sie bilden kleine
Kolonieen, die ihre Nester innerhalb der Wände und Säulen, welche die Gänge
in dem Formica-Nest trennen, anlegen. Ihren Wirthen fügen sie keinerlei
Schaden zu, und werden von diesen geduldet, bezw. unbeachtet gelassen; die
grössere Wärme in dem Foimica-Nest ist wahrscheinlich das einzige, was
Formicoxenus in demselben sucht. Sie ist ein regelmässiger, aber kein
echter Gast von Formica, indem sie von letzterer Art nicht, wie die echten
Gäste unter den Käfern, gepflegt wird.
Weit mannigfaltiger als in den zusammengesetzten Nestern sind die Ver-
hältnisse in den gemischten Kolonieen. Diese bestehen aus Herren und
(Sklaven, besser) Hülfsameisen. In den meisten und den am besten bekannten
gemischten Kolonieen sind von den Herren alle 3 Kasten (Männchen , Weibchen
und Arbeiter), von den Hülfsameisen nur die Arbeiter vertreten. Herren und
Hülfsarbeiter gehören meist als nahe systematische Verwandte zusammen, und
es herrscht zwischen ihnen auch kein so grosser Unterschied in der Grösse wie
zwischen Bewohnern zusammengesetzter Nester. Mit Rücksicht auf das Ab-
hängigkeitsverhältniss, in dem die Herren zu ihren Hülfsameisen stehen, lassen
sich 3 Gruppen unterscheiden:
1. Die Herren sind unabhängig von ihren Hülfsameisen; die Arbeiterform
der Herren hat eine gezähnte Kaulade.
2. Die Herren sind wesentlich abhängig von den Hülfsameisen; die
Arbeiterform der ersteren haben sichelförmige Mandibeln.
3. Die Herren sind ganz und gar abhängig von ihren Gehülfen; sie haben
selbst keine Arbeiterform.
In die erste Kategorie gehört Formica sanguinea. welche als Gehülfen
die Arbeiter von F. fiisca und rufibarhis benutzt, die als Puppen geraubt werden.
Es kann F. sanguinea auch ohne die fremden Arbeiter bestehen und auch neue
Kolonieen gründen. Aber F. fusca und rufibarhis sind geschicktere Baumeister
und sorgsamere Pfleger der jungen Brut, und eine gemischte Kolonie gedeiht
daher besser.
In die zweite Kategorie gehört zunächst Polyergus rufescens, der ebenfalls
Formica fusca und rufibarhis als Hülfsameisen hält; die letzteren machen 7«
und mehr der Bevölkerung aus. Sie lassen sich gewöhnlich von ihren Sklaven
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II, H. 2. Q
242 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
füttern. Ihre Mundtheile sind rückgebildet, freilich nicht so, dass sie nicht
selbst Nahrung zu sich nehmen könnten. Aber auf längere Zeit kann ein Pol.
rufescens auch sein individuelles Leben ohne fremde Hülfe nicht fristen, und
zur Anlage der Bauten und gar zur Erziehung der Brut sind die Hülfsameisen
unentbehrlich. Eine neue Kolonie von Pol. rufescens kommt wahrscheinlich
durch ein Bündniss eines befruchteten Pohjergus - Weibchens mit mehreren
Arbeiterinnen von F. fusca bezw. rufiharhis zu Stande.
Hierher gehört ferner Strongylognathus testaceus, bei dem Tetra-
morium caes]r>itum Dienste leistet. Der Herr trägt zwar auch ein kriegerisches
Gebahren zur Schau, wie F. sanguinea und Polyergus rufescens, aber er ist
nicht kräftig und muss selbst bei den Raubzügen die Hauptarbeit seinen
Sklaven überlassen. Zur Not kann sich das einzelne Individuum von Str. testaceus
am Leben erhalten ohne fremde Hülfe; zur Erziehung der Brut ist aber Tetr.
caespitum unbedingt erforderlich. Die Zahl der letzteren ist 10 bis 40 Mal so
gross als die der Herren. Da Wasmann einmal ein befruchtetes Weibchen
der letzteren Art neben den Arbeitern in einem StrongylognatJius- 'S est fand,
so vermuthet er, dass eine Kolonie der letzteren durch ein Bündniss zweier
befruchteter Weibchen beider Arten eutsteht.
Eine in Schweden vorkommende Sklavenhaltende Art weicht insofern von
den bisherigen ab, als sie selbst nur in der Arbeiterform bekannt ist, während
von ihrer Sklavin alle 3 Kasten in der gemischten Kolonie vertreten sind.
Der Tomognathus suhlaeiiis hält als Hülfsameisen Leptothorax acervorum.
Wasmann vermuthet aber, dass die Männchen von Tomognathus wie die von
Formicoxenus ungeflügelt und daher bis jetzt übersehen sind, während unter
den Arbeitern sich auch Eier legende Weibchen befinden; auf diese Weise
würde die sonst schwer zu lösende Frage, wie Tomognathus sich fortpflanze,
die befriedigendste Antwort finden.
In die dritte Kategorie gehört Anergates atratulus, der selbst keine
Arbeiterform hat und von Tetramorium caespitum bedient wird. Eine solche
Kolonie enthält ausser den beiden G-eschlechtern von Anergates atratulus und
deren Larven und Puppen nur noch Arbeiter, keine Larven und Puppen von
Tetr. caespitum. Die Gründung einer neuen Kolonie geht hier wahrscheinlich
so vor sich, dass ein befruchtetes J.ner^aies- Weibchen entweder in eine Tetra-
wonwm-Kolonie, die ihre Königin verloren hat, eindringt, oder sich mit
Arbeiterinnen, die sich von der übrigen Kolonie getrennt haben, verbündet.
An die in vorstehenden Zeilen in groben Umrissen gezeichnete Mittheilung
der Thatsacheu sind dann 2 interessante Kapitel, Betrachtungen zur Psychologie
und zur Entwicklungsgeschichte der Ameisengesellschaften enthaltend, geknüpft,
die sich ebenso durch ihre vorsichtigen Schlussfolgerungen, wie die Schilderung
der Thatsachen durch ihre genauen und sorgfältigen Beobachtungen auszeichnen.
Desselben Mittheilungen zur Biologie einiger Ameisengäste s.
Deutsch. Ent. Zeitg., 1892, S. 347—351.
Ueber die internationalen Beziehi;ngen von Lomechusastrumosas. unten
bei den Staphyliniden.
G. Sergi's ricei'che su alcuni organi di senso neue antenne delle
formiche sind jetzt auch in dem Bull. Soc. eutom. Ital., 1892, S. 18—25 mit
einigen Holzschn. abgedruckt; vergl. den vor. Ber. S. 237. — Sergi untersuchte
die unter dem Namen „flaschen und champaguerpfropfen- förmige Organe" be-
im Gebiete der Entomologie Avähiend des Jahres 1892. 243
kannten Bildungen in den Fühlern der Ameisen. Von den Chitintheilen gibt
er eine genaue und zutreffende Beschreibung; dagegen gelang es ihm nicht,
über etwa zugehörige Weichtheile Kenntniss zu gewinnen; die Annahme, dass
Nervenfasern zu diesen Organen gehen , erklärt auch er für sehr nahe liegend,
gesteht aber ein, dass diese Annahme durch die Beobachtung als richtig zu be-
weisen, ihm nicht gelungen sei.
Ausser diesen in das Innere der Fühler eingesenkten Organen berücksichtigt
er auch Haargebilde zweierlei Art. Die einen sind am Grunde von einer Art
Scheide umgeben und sitzen auf einem doppelten Hohlraum, einem kleineren
oberen und einem geräumigeren unteren. Diese Haare dienen vermuthlich dem
Tastsinn, während die übrigen Haare lediglich zur Bedeckung dienen, ohne
eine besondere physiologische Funktion als Sinnesorgane zu haben.
C. Keller theilt neue Beobachtungen über Symbiose zwischen
Ameisen und Akazien mit, die sich auf die in den Somaliländern häufige
Acacia fistulosa beziehen; Zool. Anz. , 1892, &. 137 — 140. Die Mehrzahl der
langen elfenbeinweissen Dornen dieser Akazie ist normal; eine Minderzahl
erscheint blasig aufgetrieben; die kleineren haselnussgrossen Blasen sind weiss
die wallnussgrossen schwarzbraun. In den grossen Blasen finden sich Cremasto-
gaster Chiarinii Emery, in den kleineren, elfenbeinweissen Gallen Cr. Ruspolii
und Acaciae For. Wahrscheinlich gehören die Bewohner verschiedener Blasen
und sogar einiger benachbarter Akazien zu einer Kolonie; bei Cr. Chiarinii
lebt ein Paussus, P. spinicola Wasm. Die Ameisen wurden von A. Forel
bestimmt, ebenda, S. 140—143.
C. Emery verweist auf eine ältere Mittheiluug von F. Smith über das
Vorkommen von Ameisen (und einer Biene) in Dornen afrikanischer Akazien;
ebenda, S. 237.
0. "Warburg: lieber Ameisenpflanzen (Myrmekophyten); Biol. Centrbl.,
Xn, S. 129—142.
W. W. Smith lernte auf Neu Seeland an Tetramorium nitidiim und
striatum eine bisher unbekannte Methode der Gründung eines neuen Nestes
kennen. In den Nestern der genannten Arten leben mehrere Aphiden und
Cocciden, und ein neues Nest wird angelegt durch die Vereinigung verschiedener
Individuen beiderlei Geschlechts an solchen Stellen, die schon von Aphiden und
Cocciden bewohnt sind. Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 60— 65.
E. Was mann macht einiges über springende Ameisen bekannt;
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 316 f. Odontomachus- Arten schnellen sich durch
Anstemmen und plötzliches Schliessen der Kiefer fort; Anochetus puuctiventris
r. Punensis Forel und Sedilloti Emery r. indicus For. wahrscheinlich auf dieselbe
Weise. Dagegen macht nach Wroughton's Beobachtungen Harpegnathus
cruentatus Sm. wirkliche Sprünge, „wie ein Grashüpfer", also wohl mit Hülfe
der Beine.
E. Andre stellt einen Catalogue des fourmis et description des espöces
nouvelles zusammen auf Grund der Sammlungen, die M. Chaper auf Borneo
gemacht hat; es sind 16 Camponot., 5 Dolichoder., 4 Ponerin., 14 Myrmicin., im
Ganzen 39 Arten. Mem. Soc. zool. de France, 1892, S. 46—55.
Derselbe trägt Materiaux myrmecologiques zusammen; Revue
d'Entomolgie, XI, S. 45—56.
Q*
244 P^i- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
C. Emery gibt eine Revision critique des Fourmis de la Tunisie
(54 A.); Exploration scientifique de la Tunisie; Paris 1891, S. 1—21 (Separat).
Derselbe handelt sopra alcune formiche racc nel paese dei
Somali; Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 110-122.
A. Forel: Le male des Cardiocondyla et la reproduction con-
sanguine perpetuee; Ann. Sog. Eutom. Belg., 1892, S. 458— 461. Forel
bespricht die arbeiterähulichen (ergatoiden) Männchen einiger Ameisen (Anergates
atratulus; Formicoxenus nitidulus), welche zur Folge haben, dass die Be-
gattung immer zwischen G-eschwistern statt findet. Diese Gattungen haben
nur die eine genannte Art, ähnlich wie Tomognathus sublaevis, welche letztere
sich (wahrscheinlich) parthenogenetisch, also auch ohne Vermischung verschiedenen
Blutes, fortpflanzt. Anders die Gattung Cardiocondyla, welche 7 Arten enthält,
deren Männchen ebenfalls ergato'id sind (früher unter dem Namen Emeryia als
besondere Gattung aufgestellt). Während also die ersteren Gattungen ent-
sprechend den heute herrschenden Anschauungen über die Nützlichkeit der
Kreuzung und Schädlichkeit der Inzucht keine Neigung zur Ausbildung von
Arten zeigen, hat die unter gleichen Verhältnissen sich fortpflanzende Cardiocondyla
sich trotzdem in eine grössere Zahl von Arten gespalten.
Derselbe: Die Ameisenfauna Bulgariens (nebst biologischen Be-
obachtungen); Abb. Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 305-318, Taf. V.
Derselbe beschreibt nouvelles especes de Formicides de M ada-
gascar; ebenda S. 516 — 535.
Derselbe bearbeitet die Ameisen Neu Seelands; Mitth. Schweiz.
Ent. Gesellsch., VIII, S. 331 — 342 (Prolasius advena Smith, Ponera castanea
Smith, Rhytidoponera Mayri Emery, Amblyopone cephalotes Smith, Orectognathus
autenuatus Smith, perplexus Smith, Huberia striata Smith, Monomorium ant-
arcticum White, nitidum Smith, nebst 6 neuen Arten und 1 Var.).
Derselbe stellte eine Liste der aus dem Somaliland . . . zurück-
gebrachten (16) Ameisen zusammen; ebenda, S. 349 — 354.
Note sur les fourmis de la Belgique (mit Bestimmungstabellen); A.
Lameere, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 61—69.
Notes on a small collection of (8) Formicidae from Jamaica;
W. J. Fox, Entomol. News, III, S. 226.
A. Forel vereinigte die Gattungen Atta, Sericomyi-mex, Myrmicocrypta,
Apterostigma, Glyptomyrmex und Cyphomyrmex zu der Sippe der Attini, und
unterscheidet unter den Cryptocerideii Smith's 3 Gruppen, von denen nur die
erste (a. Gatt. Strumigenys, Orectognathus, Epitritus, .Hypomyrmex?; b. Daceton,
Acanthoguathus; c. Rhopalothrix, Ceratobasis, Cataulacus) sich an die Attini
auschliesst; sie mag den Namen Dacetonini führen; eine zweite Gruppe (Mera-
noplus und Calyptomyrmex) ist zweifellos ein Abkömmling von Tetramorium;
eine 3., Cryptocerus und Procryptocerus , die die Sippe Cryptocerini bildet, ist
durch die pilzhutartige Bildung des Kaumagens ausgezeichnet, und vielleicht auch
noch von Tetramorium abzuleiten. Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch, VIII, S 344 f.
Bimorphomyrmex (n. g. Camponotin.) Janeti (Borneo); E. Andre,
a. a. O., S. 51 mit Holzschn.
Huberia n. g. Forel, für (Tetramorium) striata Smith; H. Suter, Trans,
a. Proc. New Zeal. Inst., XXIV, S. 303 f.; vgl. dies. Ber. für 1890, S. 247.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 245
Myrmicites sp. (aus dem plattigen Steinmergel von Brunstatt); B.
Förster, a. a. 0., S 448, Taf. XIII, Fig. 19.
Prolasius subg. nov von Lasius (vom Ansehen einer Prenolepis, aber
die Fühlergrube geht vollständig in die Schildgrube über und die Schuppe ist
senkrecht) für (Formica, Prenolepis Mayr) advena Smith; A. Forel, Mitth.
Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 331.
A. Forel stellt eine Synopsis du genre Acantholepis Mayr nach
den Arbeitern auf, mit A. Frauenfeldi var. serieea (Indien), puhescens (Gabes)
S. 41, yracilicornis n. sp. (Aden), simplex n. sp. (Somali), S. 42, opaca n. sp.
(Kanara, Indien), var. pulchella (Poona) S. 43; Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 41—43; A. simplex auch Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 350, be-
schrieben.
A. carbonaria (Obbia); C. Eraery, Aun.Mus.Civic.Genov. (2.S.),XII, S. 119.
Emery bildet die Genitalbewaffnung des Männchens von Aenictus
Magre ttii Em. ab; Ann. Mus. Civ. Genov. (2. S.), XTI, S. 110.
Amblyopone Saundersi (Neu Seeland); A. Forel, Mitth. Schweiz, ent.
Gesellsch., VIII, S. 336, Gheonjhiefß (Sliven); derselbe, Abh. Zool. Bot. Gesellsch.
Wien, 1892, S. 309, Taf. V, Fig. 6.
Anergates atratulus Schenck bei Exaeten (Holland); E. Wasmann,
Tijdschr. v. Entomol., XXXIII, S. 96.
Aphaenogaster barbara L. r. sordida (Andalusien; Burgas) S. 452, striola
Boy. r. laevior (Andalusien) S. 453; A. Forel, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Apterostigma Wasmannü (Blumenau) S. 345, Mölleri (ibid.) S.348; A. Forel,
Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch., VIII.
Ein hermaphroditisches Exemplar von Azteca iustabilis Smith (s. oben
S. 29) gibt Forel Gelegenheit, die Charaktere des bisher unbekannten Männchens
dieser Gattung aufzustellen. Das Männchen ist um die Hälfte kleiner als das
Weibchen, und unterscheidet sich dadurch wesentlich von Liometopum, dessen
Männchen gross und breit sind.
Attopsis (cf. longipennis Heer, S.437, Taf. XIII. Fig. 8), extensa S. 438,
Fig. 9, moesta S. 439, Fig. 10, S. 440, Fig. 11, (cf. longipes Heer S. 442, Fig. 12),
maxima S. 443, Fig. 13, privata S. 444, Fig. 14, superha S. 445, Fig. 15, blanda
S. 446, Fig. 16, acuta Fig. 17, valida Fig. 18, S. 447 (aus dem plattigen Stein-
mergel von Brunstatt); B. Förster, a. a. 0.
Bothroponera yahonensis (G.); E. Andre, Revue d'Entomol, XI, S. 50.
Camponotus maculatus var. fellah (Aegypten, Syrien); C. Emery, Revision
er. des fourmis de la Tunisie, S. 18, ectatommotäes (Neu Seeland? Australien?);
A. Forel, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 333, foraminosus For. r.
Euspolii (Somali); derselbe, ebenda S. 350, micans Nyl.w rtZ6»>ef;i«<s (Mogadiscio),
Eobecchü n. sp. (Obbia); C. Emery, Ann. Mus. Civic. Genov. (2, S.), XH, S. 120,
lateralis var. rectus (Amhialo, Sozopolis); A. Forel, Abhandl. Zool. Bot. Ges.
Wien, 1892, S. 306.
Der Name Camponotus Mayri Cameron (vor. Ber. S. 238) kann nicht bleiben,
da Forel bereits früher eine gleichnamige Art aufgestellt hat; sollte die Art neu
sein, so wird C. Cameroni dafür vorgeschlagen; A. Forel, Ann. Soc. Entom.
Belg , 1892, S. 256, 462.
C. vehemens S. 428, Taf. XIII, Fig. 3, miserabilis S. 430, Fig. 4, compaetus
S. 431, Fig. 5 (tertiär); B. Förster, a. a. 0.
246 Pli- Beitkan: Bericlit über die wisseuschaftlicheu Leistungen
Cardiocondyla Stambuloffii (Burgas, Amhialo, Sozopolis, in kleinen Sand-
nestern) S. 310, Fig. 1—3, elegans Emery var. bulyarica (ibid.) S. 312, Fig. 4;
die Männchen sind ungeflügelt; vgl. oben; A. Forel, Abh. Zool. Bot. Gesellsch.
Wien, 1892, Taf. V.
Ceropachys Mayri For. var. brachynodus (Mad.); A. Forel, Formic. de
Madag., S. 520.
Cremastogaster hiformis (Borneo); E. Andre, a. a. 0., S. 53.
A. Forel gibt Tabellen zur Bestimmung der drei Formen der zur Gruppe
des Cr. Emmae gehörigen Arten Madagaskars mit 0. Marthae n. sp., Emmae
For. var. laticeps, PauUnae n. sp., Äc/netis n. sp. (aberrans von Thana, Indien),
hova For. var. latinoda; Formicid. de Madag., a. a. 0., S. 528—535, ferrwjinea
n. sp. (Somali); derselbe, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 353.
Cr. striatulus (Assim'e); C. Emery, Bull. Soc. Entom. France, 1892,
S. LIII, Acaciae (Soraaliland, in blasigen Dornen der A. fistulosa) S. 141,
Eus^wlii (ebenso) S. 142, Gerstäckeri n. nom. für Cr. cephalotes Gerst. praeocc.
S. 141; A. Forel, Zool. Anzeig., 1892; vgl. oben, S. 243.
Cr. scutellaris var. Christoivitchü (Bulgarien); A. Forel, Abh. Zool. Bot.
Gesellsch. Wien, 1892, S. 316.
Cylindromyrmex longiceps (Brasilien) ; E. A n d r e , Revue d'Entomol., XI, S. 47.
Cyphomyrmex Foxi (Jamaika); E. Andre, Eevue d'Entomol., XI, S. 55.
Echinopla rugosa (Borneo); E. Andre, a. a. 0., S. 47.
Ectatomma (Acanthoponera) Broivnii (Aucklaud); A. Forel, Mitth. Schweiz,
ent. Gesellsch., VIII, S. 385.
Emeryia Wroughtonii Forel (dies. Ber. 1890, S. 247) ist das ergatoide, un-
geflügelte Männchen von Cardiocondyla Wroughtonii; die Gattung Emeryia ist
daher einzuziehen; A. Forel, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 461; vgl. oben.
Gesomyrmex Chaperi (Borneo); E. Andre, a. a. 0., S. 47 mit Holzschu.
Die Gattung Holcoponera Cameroii (vor. Ber. S. 237; = Cylindromyrmex
Mayr; A. Forel, Ann. Soc. Entom. Belg, 1892, S. 255, 462.
Huberia (s. oben) striata var. rw/escens (Waikato, Neu Seeland) ; A. Forel,
Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, S. 339.
Hypoclinea explicans (tertiär); B.Förster, a.a.O., S. 434, Taf. XIII,
Fig. 7.
Leptogenys Pavesii (Obbia); C. Emery, Ann. Mus. Civ. Genova (2. S.),
XII, S. 111.
Leptothorax Hisii (Las Palmas, Kanaren); A. Forel, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 456, bulgaricus (Sliven); derselbe, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien,
1892, S. 314, Taf. V, Fig. 5.
Liometoum microcephalum ist carnivor und eine sehr kriegerische
Ameise. Ihre Kolonieen sind sehr gross und nehmen oft mehrere Bäume (bis 12!)
ein. Sie verfertigt im Inneren der hohlen Stämme Cartonnester. A. Forel
und G. Mayr, Abh. Zool. Bot. Ges. Wien, 1892, S. 308, 317 f., Taf. V, Fig. 7.
Lobopelta angusta (Andrangoloaka); A. Forel, Formic. de Madagascar,
S. 519, sulcinoda (Gabon); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 48.
3Ieranoplus nanus (Gabon); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 55.
Mouomorium Medinae (Laguna, Kanaren); A. Forel, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 454, termitobium (Amparafaravantsiv, in Nestern von Erdtermiten) ;
derselbe ebenda, S. 522, Sulcri (Ashburton) S. 340, Smithii (ibid.) S. 342; der-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 247
selbe, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII, gracillimum Sm. r. robustior
(Somali); derselbe, ebenda S. 352.
Mystrium mysticum Bog. Arbeiter beschrieben; A. Forel, Fonnie. de
Madag., S. 520.
Ocymynnex Eobeeehii (Uebi) S. 114, mit Holzschu., nnd r. nitidulus
(Obbia), WeitzecJceri (Basutoland) n. sp. S. 116; 0. Emery, Ann. Mus. Civ. Genov.
(2. s.), xn.
Oecophylla ^aedara (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S.432, Taf.XIII, Fig. 6.
Phidole Risii (Buenos Ayres); A. Forel, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 38, madecassa (Amparafaravantsiv) S. 525, veteratrix For. var. angustinoda
(ibid.), Sikorae For. var. litigiosa (Audraugoloaka), nemoralis n. sp. (ibid.) S. 526,
O'Swaldi For. n. r. decollata (ibid.) S. 527; derselbe, ebenda, (?) variolosa
(Mogadiscio); C. Emery, Ann. Mus. Civ. Genova (2. S.), Xn, S. 113.
Plagiolepis madecassa For. ist selbständige Art; A. Forel, Formic. de
Madag., S. 519.
PI. custodieus var. pilipes, var. hirsuta, var. detrita (Somali); C. Emery,
Ann. Mus. Civ. Genov. (2. S.), XII, S. 118.
Polyrrhacbis paradoxa (Gabon); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 46,
Jerdoni (Ceylon; verfertigt auf Blättern Nester, die aus Steinchen und kleinen
Pflanzentheilen zusammengewebt sind); A. Forel, Nester der Ameisen, S. 17
Anm., Fig. 17.
Ponera annamita (Hue); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 48.
Prenolepis amblyops n. r. rubescens (Madagaskar) S. 516, gracilis u. sp.
(ibid.) S. 517; A. Forel, Form, de Madag.
Sima spininoda (Gabon); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 51.
Strumigenys Grandidieri (Andrangoloaka, Madag.); A. Forel, Formic. de
Madag., S. 517, antarctica (Neu Seeland); derselbe, Mitth. Schweiz, ent. Ges.,
Vm, S. 338.
Tapinoma flamdum (ßorneo); E. Andre, a. a. 0., S. 51.
Tetramorium caespitum L. race exasperatum (Tunis); C. Emery, Revision
fourmis de Tunisie, S. 3, r. depressum (Las Palmas, Kanaren); A. Forel, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 455, (Xiphomyrmex) Steinheili (Andrangoloaka)
S. 520, Andrei For. r. robustior (ibid.), Nassonowi n. sp. (ibid.) S. 521, Sil{orae
(Amparafaravantsiv) S. 522; derselbe, ebenda.
Bienene hos Tomognathus sublaevis. Fr. Meinert bestätigt noch-
mals seine Angabe, dass die Arbeiter dieser Art Ozellen besitzen, während
Adler z sie ihnen wie den Arbeitern aller Myrmicideu abgesprochen hatte;
Entoraol. Meddelelser, III, S. 205f.
Tv\g\yiA\othrix gabonensis (G.); E. Andre, Revue d'Entomol., XI, S. 53.
Vespidae. G. Gribodo beschreibt neue oder wenig bekannte Arten und
Varietäten; Bull. Soc. Entom. Ital., XXin, S. 242—300.
A wave of wasp-life. G. W. Peckham registrirt die Beobachtung,
dass im Sommer 1886 in Wisconsin die Wespen (V. vidua, maculata, germanica)
ungemein zahlreich waren; in seiner unmittelbaren Nachbarschaft zählte er
47 Nester; im nächsten Jahre konnte er nur 4 finden. The Nature. 46, S. 611.
Paraicaria (n. g. Icariae affine; alarum ant. cellulae cubitales clausae
duae; secunda excipit venulas transverso-discoidales duas) bicolor (Cham-Yoma,
Ober-Birmah); G. Gribodo, a. a. 0., S. 249.
248 Pli- Bei'tkan: BeiicLt über die wissenschaftlichen Leistungen
Stroudia (n. g. Zethin.) armata (Port Elisabeth); G. Gribodo, a. a. O.,
S. 264.
Chartergus fraternus (Miarim, Brasil. ; Cayenue) S. 255, concolor (Merida)
S. 257; G. Gribodo, a. a. 0.
C. V erbos ff fand einen Bau von Hoplopus spinipes mit 2 Zellen, die
beide von einem Schmarotzer besetzt waren; die eine von Chrysis integrella,
die andere von Chr. ignita. In dem Hauptgange fand sich eine todte Chr.
ignita. Beiträge, S. 710 f.
Icaria marangensis (M., Sumatra) S. 243, fulvipennü (ibid.) S. 245, aberrans
(Indien) S. 246; G. Gribodo, a. a. 0.
]i[onobia funebris (Miarim, Bras.) S. 266, cavifrons (Pulo-Laut) S. 267, 270,
Mina-Palmnhoi (Muzo, Columbien) S. 270; G. Gribodo, a. a. 0.
Montezumia orientalis (Pulo-Laut) S. 272, Uliacea (Miarim) S. 273, UUaciosa
(Pevas, Peru) S. 275; G. Gribodo, a. a. 0.
Nectarina chartergo'ides (Cayenne); G. Gribodo, a. a. 0., S. 253.
Odynerus murarius trägt eine Käfer (-Chrysomeliden-?) Larve ein; bei
ihm schmarotzt Chrysis nitidula; D. Alfken, Ent. Nachr., 1892, S. 210f.
Odynerus Hyacinthae (Free town, Sierra Leona) S. 290, Bairstoivi (Benue)
S. 292, Emeryanus (Sierra Leona) S. 293, frendens (Port Elisabeth) S. 294, lami-
niger (Borneo) S. 299; G. Gribodo, a. a. 0., Äldrichi (ßrookings, Dakota);
W. J. Fox, Entomolog. News, III, S. 107.
Polybia sycophanta (Miarim, Bras.); G. Gribodo, a. a. 0., S. 251.
Pterochilus Bezzii (Pavia); E. Co belli, Abh. Zool. Bot. Gesellsch. Wien,
1892, S. 67,
G. Gribodo macht a.a.O., S. 276f., auf die Wichtigkeit des 2. Hinter-
leibssegments für die Artunterscheidung in der Gattung Khyuchium auf-
merksam und beschreibt Rh. Gianellü (Miarim, Bras.) S. 278, ancejis (Benue)
8.280, mephisto (Sierra Leona) S. 283, hicoloripenne (Pulo-Laut) S. 286, lami-
natum (Minahassa) S. 288.
Syuagris Prosetjnna (Bagamoyo); G. Gribodo, a.a.O., S. 265.
Tatua quadrüuherculata (Sarajaku); G. Gribodo, a. a. 0., S. 251.
Vespa crabro var. anglica (England); G. Gribodo, a. a. 0,, S. 242.
Zethus gigas Spin. (^ S. 259, cyanopterus Sauss. S. 260, javanus n. sp.
(Kalipare) S. 261; G Gribodo, a. a. 0., Slossonae (Punta Gorda, Florida);
W. J. Fox, Entom. News, IH, S. 29.
Apidae. J. Perez stellt einen Catalogue des Melliferes du Sud-
üuest zusammen; Actes Soc. Linneenne de Bordeaux, XLIV, S. 133 — 200. Das
kleine Gebiet, fünfmal kleiner als Ungarn, beherbergt 491 Arten in 43 Gattungen,
nahezu ^/^ so viel wie Ungarn, und reichlich so viel wie ganz Deutschland. Von
diesen sind 66 Arten ausschliesslich alpin, 196 sind dem Gebirge und der Ebene
gemeinsam, 229 sind der Ebene eigenthümlich; 262 Arten bewohnen demnach
das Gebirge, 425 die Ebene.
Die Bienen haben durchweg ein ausgedehntes Verbreitungsgebiet, was
einmal mit ihrer grossen Beweglichkeit und dann mit ihrer Unabhängigkeit von b e -
stimmten Pflanzen zusammenhängt; ihre Verbreitung im Sinne d. geographischen
Breite ist viel beschränkter als in dem der Länge. Für die Bienen lassen sich
keine Parallelzonen von Höhe über d. M. und geographischer Breite aufstellen;
die die Pyrenäen bewohnenden Arten sind zum kleinsten Theile nördliche Arten;
im Gebfete der Entomologie während des Jahres 1892. 249
ein Theil bevölkert ausserhalb des Gebietes die Ebene und selbst südliche Striche;
nur eine kleine Zahl (besonders Höhenhuinineln) sind nur in bedeutender Höhe
gefunden worden. ~ Vgl. die früheren Berichte.
J. Vachal erhielt Zonitis tboracica Xö^;. aus dem von den Randblütheu der
Centaurea micrantha gebauten Cocon der Osmia Saundersi VacJt. (annuluta Latr.
nach C. Ferton); da Z. Immaculata Oliv, aus den ßrutzellen von Anthidium
bellicosum, Osmia tridentata und Megachile varians, Z. nigripennis Luc. aus
denen von Megach. sericans Fonsc. und Z. flava F. aus Anthidium bellicosum,
scapulare, Megachile sericans bekannt sind, so folgt daraus, dass die Gattung
Zonitis bei Bauchsammlern schmarotzt; Bull. Soc. Entom. France, 1892,
s. xxm.
Ueber stylopisirte Bienen (Andrena, Halictus, Prosopis) s. unten bei
Strepsiptera.
Anthidium Buyssoni Perez i. 1. (Caracas); R. du Buysson, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 55, breviusculum (Agen?); J. Perez, Catal., S. 190.
Anthidium manicatum benutzt alte Bauten von Anthophora pilipes
und personata; sie überwintert im Larvenzustande ; C. Verhoeff, Beiträge
S. 710.
Anthophora Löcziji ( Jarkalo, Tibet); A. Mocsäry, Termesz. Füzet, XV,
S. 130.
Anthophora parietina legt ihre Bauten in Lösswänden an. Der Bau
ist ein Zweigbau, indem [am Ende des Anfangs horizontal verlaufenden und
dann rechtwinklig umbiegenden Hauptganges gewöhnlich 3 Zellen mit gesonderten
Eingängen augelegt werden; bisweilen ist auch die doppelte Zahl von Zellen
vorhanden, von denen aber ein Theil leer ist; wahrscheinlich rühren dieselben
vom vergangenen Jahi'e her. Diese Art macht einen knieförmig gebogeneu
Vorbau vor das Nest; der den Hauptgang schliessende Deckel ist viel zierlicher
als bei A. personata. — Die überwinternde Larve verpuppt sich im Freien erst
im April. — A. personata führt einen horizontal verlaufenden Hauptgang aus,
in welchem die einzelnen Zellen, stets senkrecht stehend, einmünden. Stollen
und Zellen sind schöu geglättet, und der Verschlussblock zeichnet sich durch
bedeutende Länge aus. — Bei Antophora pilipes findet sich der Verschlussdeckel
als dünne konkave Lehmplatte in einiger Entfernung vom Ausgang und täuscht
den Boden einer Zelle vor. C. Verhoeff, Beiträge S. 699— 703.
R. Temple: Die Biene als Baukünstler; 29. — 32. Bericht des Offenbacher
A^er. f. Naturk., S. 165-173.
A. J. Cook zeigte dem 40th meet. der Americ. Assoc. for the advancement
of Science, August 1891, Washington, mehrere abnorme Bienen vor: mehrere
Arbeiterinnen, die sonst normal waren, nur dass die Ozellen fehlten,
mehrere weissäugige Drohnen, die alle von einer Königin abstammten; auch
die Ozellen waren weiss; mehrere sog. Hermaphroditen, Drohnen und Arbeiterinnen;
in einem Falle war die eine Seite ganz Drohne, die andere ganz Arbeiterin.
Proceed., S. 327; soll ausführlicher in Gleanings in Bee Culture and Michigan
Agricultural Report erscheinen.
Bombus Culluraanus ^; C. G. Thomson, Opusc. entom., XVU,
S. 1863,
D. Alfken beobachtete den Nestbau von Chelostoma florisomne L.
250 Ph- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
in Phragmites-Stengeln, die zum Dachdecken verwandt waren; Entom. Nachr.,
1892, S. 209f.
Chelostoma incertum (Bordeaux); J. Perez, Catal., S. 189.
Coelioxys dentiyera (China); A. Mocsäry, Termesz. Füzet., XV, S. 131.
Diphysis Serratulae legt ihre Brutzellen in Y-förmigen Gängen in
der Erde an. Die einzelne Zelle ist keulenförmig und etwas gekrümmt; die
Wände bestehen aus Tannenharz, auf welches lange, schmale, einander nicht be-
rührende Blattstreifeu von Ei^ilobium angustifolium gürtelförmig aufgeklebt
sind; sie bilden die (9.) Gruppe der K ädsmetare-bin (Harzbienen);
J. Sahlberg, Meddel. Soc. pro Fauna et Flora fennica, XVII, S. 3 f.
Exomalopsis neglectus (Caracas); R. du Buysson, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S.55.
Halictus clavatus Perez i. 1. (Tovar); R. du Buysson, Ann. Soc. Ent.
France, 1892, S. 55.
B-nlictus sphecodimorphus (Spanien, Oran), angustifrons (Alger); J. Vachal,
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XXII, luridipes (Suakim), gihher (ibid.)
S. CXXXVI, Magrettii (ibid.) S. CXXXVII; derselbe ebenda.
Halictus sexcinctus F. als Verfertiger von Zweigbauten mit gehäuften
Zellen vermittelt den Uebergang von H. maculatus (Zweigbau mit getrennten
Zellen) zu H. quadristrigatus (Verfertiger eines Zweigbaues mit gehäuften Zellen
und Gewölbe); C. Verhoeff, Beiträge, S. 711— 713.
Heriades rubicola (Bordeaux; Toulouse); J. Perez, Catal., S. 190.
Megachile rhinoceros (Nanking); A. Mocsäry, Termesz. Füzet., XV,
S. 131, Bmjssoni (Pyrenäen) S. 190, pxjrenaea (Luz; Cauterets; Aragnouet),
deceptoria (Toulouse; Aden) S. 192; J. Perez, Catal.
M. analis legt ihre Brutzellen in ihrem cylindrischen Gange in der Erde
aus den papierdünnen Lagen der weissen, äussersten Birkenrinde an; zu den
Seitenwändeu der fiugerhutförmigen Zellen werden elliptische, dachziegelartig
sich deckende Stückchen, zu dem Boden einige kreisrunde gewählt; sie bilden die
(8.) Gruppe der Näfverklippare-bin (Rindchenschneider - Bienen);
J. Sahlberg, Meddel. Soc. Fauna et Flora fennica, XVII, S. 1—3.
Nomada excisa (Bordeaux; Tarbes) S. 193, glaucopis (Bordeaux; LaBrede;
Agen; Toulouse) S. 194; J, Perez, Catal., Baldiniana (Modena); A. Benzi,
Atti d. Soc. Natural, d. Modena, (Ser. III.), Vol. XI. S. 223.
C. Verhoeff beschreibt ein Nest von Osmiaemarginata Lepel. Dasselbe
war in einem horizontalen Mauerspalt so angelegt, dass alle Zellen in einer
horizontalen Schicht lagen. Als Baumaterial dienen dieser Biene wie bekannt
zerkaute und mit Speichel vermischte Pflanzentheile. Aus diesem Material war
aussen ein Vorbau, bestehend aus 2 Reihen Zellen mit verhältnissmässig dünnen
Trennungswänden aufgeführt. Mit dem Vorbau parallel kam dann eine i/, cm
dicke, kompakte Mauerschicht, und weiter nach innen folgten 23 Zellen.
Die Bedeutung des Vorbaues sieht Verhoeff darin, dem Neste einen Schutz
gegen die mit langen Bohrern versehenen Ichneumonen zu gewähren; die
Mauerschicht hält die Winterkälte ab. Von den 23 Zellen enthielten 15
je 1 Cocon von Osmia emarginata; 8 einen solchen von Stelis phaeoptera Kl.;
die Insassen dieser letzteren waren jünger als die Osmien. Der Cocon der
letzteren besteht aus 2 Schichten, einer äusseren, gelatineartigen, welche
aussen von Fäden übersponnen ist, und einer inneren, in der sich wieder
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 251
3 Schichten unterscheiden lassen, deren mittlere filzartig ist. An dem Kopfpol
des Cocons ist die innere Schicht von der äusseren etwas entfernt und lässt so
einen Hohlraum frei. Die 15 Cocons enthielten 11, meist entwickelte, Männchen,
3 noch im Larven- oder Vornymphenzustande befindliche Weibchen; der 15. ein
Dutzend von Pteromalinen-Puppen. — Der scheinbar nur einschichtige Cocon der
Rubus-Osmien ist thatsächlich auch 2 schichtig, aber die Aussenschicht be-
schränkt sich auf die nach dem Ausgange zu gelegene Seite. Beiträge, S. 703— 709.
Derselbe beschreibt einen Bau von Osmia tridentata, dessen (9) In-
sassen denselben nicht durch die obere Mündung, sondern durch seitlich neben
jeden einzelnen Cocon genagte Löcher verliessen. Alle diese Löcher lagen in
einer Ebene, die 5 unteren an der entgegengesetzten Seite des Stengels wie die
4 oberen; Entom. Nachr., 1892, S. 225-228.
Ch. Ferton theilt recherches s. 1. moeurs de qu. esp. alger. . . Osmia
mit; Actes Soc. Linneenne de Bordeaux, XLIV, S. 201—209 (0. fossoria, Fertoni
Per., annulata Latr.).
0. globicola (Kap. ; das kugelige, 20 mm im Durchmesser haltende Nest aus
Propolis- ähnlicher Masse, in welche auch Steinchen eingebettet sind, wird an
dünne Zweige geheftet; das Nest enthält etwa 8 Brutzellen); H. Stadelmann,
Berlin. Entom. Zeitschr. , 1892, S. 235, Taf. VI, Fig. 1-3, fossoria (Alger, in
dem Gehäuse von Helix pisana ihr Nest anlegend) S. 201, Fertoni (in derselben
Helix und in H. acompsiella) S. 206; (Perez-) Ferton, a. a. 0., Friesei (Spalato);
C. Verboeff, Ent. Nachr., 1892, S. 289.
Prosopis brevicornis verfertigt eben solche „Seidencylinder" wie Colletes;
sie sind nicht das Werk der Larve, sondern der Mutter. Sie ist mit Colletes
zu den Colletiden zu vereinigen, die den Pollen nicht äusserlich am Körper
eintragen, sondern im Körper, nnd mit Honig vermengt als zähflüssigen Futter-
brei erbrechen. C. Verhoeff , Beiträge, S. 732— 786.
Prosopis Magrettii (Keren); J. Vachal, Bull. Soc. Entom. France, 1892,
S. CXXXV.
C. Verhoeff hat jetzt auch selbst die grosse Aehnlichkeit seiner S a b u 1 i c o 1 a
Cirsii mit Sphecodes fuscipennis erkannt, glaubt aber, dass das verschiedene
Flügelgeäder die Aufstellung einer Untergattung (Sabulicola 2 Cubitalzellen,
Sphecodes 3 Cubitalzellen) rechtfertige. Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 63 mit
Holzschn. ; vgl. den Ber. für 1890, S. 251.
Stelis cognata (Araxesthal); F. F. Kohl, Ann. k. k. naturh. Hofmus. Wien,
VII, S. 230.
Tetralonia pygialis (San-Esteban); R. du Buysson, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 54.
Trigona apiformis (Tovar), ochrotrichus (ibid.); R. du Buysson, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 54.
Xylocopa Gribodoi (Uebi, Schoa); P. Magre tti, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 959.
Coleoptera.
Les racines du nerf alaire chez les Coleopteres sind
doppelt. Die eine Wurzel entspringt auf der Bauchseite der Gang-
lien, in einer mit Osmiumsäure sich stark schwärzenden Fibrillen-
masse („colonne ventrale"), die andere auf der Rückenseite aus
einer sich sonst nicht auszeichnenden Fasermasse; beide Wurzeln
252 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
vereinigen sicli innerhalb der Ganglienmasse. Bei den Ai'ten, die
kein Flugvermögen haben (Carabus, Blaps, Timarcha) fehlt die dorsale
Wurzel, und dieser Befund unterstützt die durch andere Be-
obachtungen gewonnene Annahme Faivre's, dass die ventrale
Wurzel des Flügelnervs sensorisch, die dorsale motorisch ist.
A. Binet, Compt. Rend. hebd. Se. de l'Ac. Sei. Paris, CXIV, S. 1130
bis 1132.
M. Verworn hat ein automatisches Centrum für die
Lichtproduktion bei Luciola italica L. aufgefunden; Centralbl.
f. Physiologie, VI, S. 69 ff. Der genannte Käfer leuchtet in der
Ruhe am Tage gar nicht oder kaum bemerkbar; aus der Ruhe aul-
gescheucht, beginnt er zu leuchten; das Licht erhscht dann aber
bald wieder. Am Abend dagegen, wenn die Thiere munter sind,
strahlen sie ihr intermittirendes Licht aus, bei welchem innerhalb
einer Minute 60 — 80 mal ein Aufleuchten bis zur Maximalentwickelung
der Leuchtthätigkeit und Absinken des Lichtes bis auf einen ganz
schwachen Schein eintritt. Wird einem in dieser Weise normal
leuchtenden Thiere mit scharfem Schnitt der Kopf abgetrennt, so
hört der Rhythmus des Leuchtens sofort auf und das Licht sinkt
bis zum völligen Verschwinden. Wird die Schnittstelle durch eine
Nadel gereizt, so blitzt das Leuchtorgan wieder auf. Dasselbe
findet jedesmal bei dem weiteren Abschneiden eines Stückes des
Körpers von vorn nach hinten Statt, imd selbst 40 Stunden nach
der Köpfung können die leuchtenden Segmente durch Druck zum
schwachen Aufleuchten gebracht werden.
Werden leuchtende Käfer durch Chloroform betäubt, so geht
das rhythmische Leuchten in kurzer Zeit in ein schwaches, konti-
nuirliches Leuchten über; Reize rufen auch jetzt noch Lichtbhtze
hervor. Nach dauernder Einwirkung des Chloroforms wird das an-
fänglich auf einen matten Schein herabgesimkene Licht wieder
lebhafter, bis selbst zur oberen Grenze seiner Intensität, bleibt so
1—2 Minuten und smkt dann allmählich bis Null, ohne auf Reize
wiederzukehren. Der Verfasser schliesst aus seinen Versuchen, dass
das Leuchtorgan in der Ruhe keine nennenswerthe Lichtproduktion
aufweist, dass aber in dem Schlundring ein Centrmn gelegen ist,
dessen Thätigkeit im wachen Zustand des Käfers auf dem Wege
durch die Nervenstränge des Bauchmarks regelmässige, rhythmisch
intermittirende Impulse für eine Steigerung der Lichtproduktion
nach dem Leuchtorgan entsendet.
J. B. Smith über die Homologieen zwischen Mandibel und
MaxiUe bei Copris s. oben S. 7.
C. Ribbe gibt eine Anleitung zum Käfersammeln in
tropischen Ländern; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892. S. 125 — 138.
Th. L. Casey hat Part IV seiner Coleopterological Notices
erscheinen lassen; dieselben sind fast ausschliesslich den Curculio-
niden gewidmet; Ann. New York Acad. Sei., VI, S. 359 — 712.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 253
A. Fleischer zählt (53) Coleopteren, entnommen und
gesiebt aus einem alten Eichenstamm, auf; Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 206 f.
Kolbe: Unter Moos lebende Käfer; Zeitschr. f. Entomologie
Breslau, (N. F.), 17. Heft, S. 4 — 12. — Kolbe unterscheidet unter
den zwischen Moos lebenden Käfern 3 Gruppen: Bewohner des
Mooses der Waldgründe und Buschränder von der Ebene bis in die
Vorberge; des Mooses an Felsen und Baumstümpfen; des Mooses
der Vorgebirgsbäche, und führt die von ihm gesammelten Vertreter
dieser 3 Gruppen auf.
Die Beobachtung eines Falles von Parasitismus einer Aricia
signata in Carabus italicus gibt E. Giglio-Tos Veranlassung, aus
der Literatur Fälle ähnlicher Art (Fliegenlarven in Käfern) zu-
sammenzustellen. Bull. d. Mus. d. zool. ed anat. compar. Torino, VII,
Nr. 116.
Xambeu schildert weiter mceurs et metamorphoses d'in-
sectes; L'echange, 1892, (mit besonderer Paginierimg) S. 1 — 42.
Aphodius granarius 7>. ; Quedius crassus Faivre^ cinctus Fayk.\
Protinus limbatus Mahl.] Agrilus sinuatus Oliv.\ Helops cerberus
Muh. ; Amara apricaria Payk.] Coraebus Rubi L.; Aphodius depressus
Kvgel.] Agrilus roscidus Am\; Abdera triguttata Oyll.'i Sunius sub-
ditus Rey\ Ateuchus laticollis L.\ Saperda similis Laich.] Clytus
arietis; Telephorus pulicarius; Rhagonycha nigripes Reitt.; Homa-
loplia ruricola Fabr.] Omophlus lepturoides F.; Ptinus sexpunctatus
Panz.] Choerorrhinus squalidus Fairm.] Poecilus Koyi Germ.] Cat-
opsimorphus pilosus Muh.] Ptinus brunneus Duft.).
Fr.Meinert veröffentlicht ein fortegnelse over zoologisk museums
billelarver: larvae Coleopterorum musaei Havniensis;Entomol.
Meddelelser, III, S. 167 — 205. Der Beginn dieses Verzeichnisses
reicht von den Cicindeliden bis zu den Staphjliniden und enthält
148 Arten, die zum allergrössten Theile Dänemark zum Vaterland
haben.
Notes on the habits of some California Coleoptera;
D. W. Coquillett, Insekt life, IV, S. 260—261.
Notes on the habits of some species of Coleoptera obs. in San
Diego county, Cal.; F. E. Blaisdell, ebenda, V, S. 33— 36.
Biological notes on New Mexiko insects; C. H. Tyler
Townseng, ebenda, S. 37 — 40.
In seinem II.Bidrag til kundskaben om Norges coleopter-
fauna zählt Tor Heiliesen namentlich StaphyKniden auf, unter
denen sich 99 für die Norwegische Fauna neue Arten finden.
Stavanger Museum Aarsberetning for 1891, S. 57 — 94.
Derselbe setzt sein Fortegnelse over Coleoptera, fundene
paa Jaederen i 1891, fort (1 Cicindelid., 10 Carabid., 5 Dyticid.,
1 Gyrinid., 4 Sphaeridiad., IHeterocer., 140Staphylinid., 3Pselaph.,);
ebenda, S. 95—113.
254 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
E. A. Loevendal beginnt in Entomol. Meddelelser, III, S. 235
bis 240 ein Fortegnelse over de i Danmark levende Crypto-
phagidae og Lathridiidae.
L. Bedel's Faune des Coleopteres du bassin de la Seine
ist mit T. V, Phytophages , fortgesetzt; S. 137 — 160; Appendix zu
Ann. Soc. Entom. France, 1892.
E. Coucke behandelt les Brachymeres de Belgique et des
regions voisines (Dermestidae ; Byrrliidae) in analytischen Tabellen;
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 69—79.
A. Claudon: Supplement au catalogue des Coleopteres
de l'Alsace etdesVosges; Mitth. d. naturh. Gesellsch. in Colmar,
(N. F.), I, S. 99—130.
J. Schilsky bringt einen VII. Beitrag zur Kenntniss der
deutschen Käferfauna; Deutsch. Entom. Zeitschr. , 1892, S. 193
bis 208.
J. Gerhardt versieht die 2. Auflage von K. Letzner's Ver-
zeichniss der Käfer Schlesiens mit Titel und Vorwort; S. I — XXVI;
Beilage zum 17. Heft der Zeitschrift für Entomologie, Breslau.
Als Zugänge zur schlesischen Coleopteren-Fauna führt derselbe
folgende 15 Arten auf: Heterothops binotatus Er.] Oxylaemus cylin-
dricus Panz. ; Malthodes lunifer CzwaL ; Dorytomus Schönherri Faust ;
Balaninus pelHtus Boh.; Apion basicorne III. , hadrops 7^A. ; Exo-
centrus Stierlini Gangib. ; Pogonochaerus decoratus Fairm.; Steno-
stola alboscuteUata Kr.; Galerucella pusilla Dft.] Chaetocnema
arida Foudr. ; Haltica ampelophaga (hter. ; Longitarsus longiseta Ws. ;
Dibolia Försteri Bach; Zeitschr. f. Entomologie, Breslau, (N. F.),
17. Heft, S. 1—3.
K.M.Heller theilt Kurze Notizen zur Käferfauna Braun-
schweigs mit; Ent., 1892, S. 33—36.
L. V. Heyden bereichert in einem 6. Nachtrag die Käfer von
Nassau und Frankfurt um 62 Ai'ten; 2 Arten müssen gestrichen
werden, so dass der Zuwachs 60 beträgt und sich die Gesammtzahl
der aus dem Gebiet nachgewiesenen Arten auf 3470 beläuft. Jahrb.
d. Nass. Vereins f. Naturkunde, 45, S. 65—82.
H. Jaccard stellt einen Catalogue des Coleopteres recolt.
ä Aigle et environs zusammen; Bull, des travaux de la Societe
Murithienne, Fase. XIX, XX, S. 21—60.
S. Bertolini setzt seine Contribuzione alla fauna Trentina
dei Coleotteri fort; Bull. Soc. Entom. Ital., XXHI, S. 169—217;
XXIV, S. 193—208, 346—368, (Lucanidae-Oedemeridae).
E. Ragusa setzt seinen Catalogo ragionato dei Coleotteri
di Sicilia fort; II Naturalista Siciliano, XI, S. 74 — 88, 122 — 142,
185—209, 258—269; XII, S. 1— 19.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 255
Derselbe führt weitere Coleotteri nuovi o poco conosciuti
della Sicilia auf; ebenda, S. 164—169, 253—256; XII, S. 26—31.
E. Reitter beginnt in den Verhandl. Naturf. Verein. Brunn, XXX,
S. 141 — 262 eine Bestimmungs-Tabelle der Lucaniden und
coprophagen Lamellicornen. — Die Arbeit reicht bis zur
Gattung Hybalus.
E. Reitter setzt seine Coleopterologische Notizen fort;
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 35— 27, 136, 186 188, 239 f.
Derselbe bringt einen 5., 6., 7. Beitrag zur Coleopteren-
fauna des russischen Reiches; ebenda, S. 59 — 68, 133 — 136,
151 — 154.
L. von Heyden theilt unter Mitwirkung von J. Faust,
A. Kuwert und J. Weise einen XIV. und XV. Beitrag zur
Coleopteren-Fauna von Turkestan, Turkmeriien und Südwest-
Sibirien mit; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 99— 104, 105—110,
131—140.
Coleoptera ... in China, praecipue boreali . . . collecta a
J. Frivaldszky recensita; Termesz. Füzetek, XV, S. 114 — 125.
A. F. Nonfried stellt ein Verzeichniss der um Nienghali in
Südchina gesammelten Lucanoiden, Scarabaeiden, Bupre-
stiden und Cerambyciden zusammen, nebst Beschreibung neuer
Arten; Ent. Nachr., 1892, S. 81 — 95.
Supplem. Nr. 1 zu Vol. LIX des Journ. Asiat. Soc. Bengal ent-
hält einen Catalogue of the Carabidae of the Oriental Region by
E. T. Atkinson; Suppl. Nr. 2 Dytiscidae, Gyrinidae, Paussidae,
Hydrophilidae, Silphidae, Corylophidae, Scydmaenidae, Pselaphidae,
Staphylinidae, von demselben.
In den Ann. Soc. Entomol. Belg. 1892 sind eine Reihe von Auf-
zählungen Bengalischer Käfer enthalten, die zumeist von den Patres
Cardon und Braet im Gebiet Chota- Nagpore gesammelt sind:
Coccinellides von J. Weise, S. 16 — 30, Clavicornes von A.
Grouvelle, S. 60 f., Lamellicornes coprophages von H.v.Schön-
feldt, S. 107— 111, Hydrocanthares von M. Regimbart, S. 112
bis 121, Histeridae von G.Lewis, S. 142 f. , Buprestides von
Ch. Kerremans, S. 171—226, Carabidae von H. W. Bates, S. 230
bis 233, Dascillides et Malacodermes von M. J. Bourgeois,
S. 234—238; Cetonides von A. Berge, S. 239—241, Phytophages
von A. Duvivier, S. 396—449, Elaterides von E. Candeze,
S. 480— 595, Cicindelides von W. Hörn, S. 537 f.
H. S. Gorham liefert Descriptions of Coleoptera coli, by
Mr. John Whitehead onKinaBalu, Borneo, — Fam. Hispidae,
Erotylidae, Endomychidae , Lycidae, Lampyridae. Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 83— 90, PI. IV.
T. Blackburn bringt Part X seiner Notes on Australian
Coleoptera, with descriptions of new species; Proc. Linn. Soc.
New South Wales (2.), VI, S. 479—550.
256 P^'- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
A. S. 011 iff bringt additions to the insect-fauna of Lord
Howe Island, and descriptions of two new Australian
Coleoptera; Records of the Australian Museum, Sydney, Vol. I,
S. 72—76, PL 10,
A. F. Nonfried bringt Beiträge zur Coleopterenfauna von
Africa und Madagascar; Eni Nachr., 1892, S. 105 — 111, 117
bis 127, 136—141.
L. Fairmaire bringt den 3. Theil seiner Coleopteres d'O-
bock; Revue d'Entomol., XI, S. 77—117.
R. Gestro gibt eine Nota di alcune (90) Coleotteri racc.
nel paese dei Somali . .; Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII,
S. 747—790.
H. S. Gorham und C. T. Gahan schreiben on the Coleoptera
coli. ... in the Aruwimi valley. Central- Africa (Cleridae, Bostrychidae,
Chrysomelidae, Erotyhdae, Coccinellidae) ; Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 90-96.
A.Duvivier gibt eine Note sur les Coleopteres des vallees
de l'Itimbiri-Rubi et de l'Uelle (region du Haut-Congo) . . .;
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 257—383.
E. Wasmann stellte Vergleichende Studien über Ameisen-
und Termitengäste an; Tijdschr. v. Entomol., XXXIII, S. 27 — 97,
Taf. I. Diese Studien geben I eine Uebersicht über die echten
Gäste; II über die Aehnlichkeit zwischen Ameisengästen
und Ameisen.
Die Ameisengäste lassen sich in regelmässige und zufällige
theilen; erstere sind entweder, was gewöhnlich der Fall ist, homo-
phil, d. h. sie leben in den verschiedenen Entwickelungsstadien bei
derselben Ameisenart, oder heterophil (Atemeies, die als Larve bei
Arten der Gattung Formica, als Imago bei Myrmica lebt). Einige
Ameisengäste sind überhaupt nur in gewissen Lebensstadien Gäste,
z. B. die Raupe von Orrhodia rubiginea, die Larve von Microdon,
von Eremocoris erraticus. — Die regelmässigen Gäste zerfallen nach
ihren Beziehimgen zu den Ameisen wieder in echte, die in freund-
schaftlichem Verhältnisse zu den Ameisen stehen, und unechte.
Unter den letzteren smd die einen (z. B. Myrmedonia funesta, cognata,
similis, humeralis, lugens, laticollis; Quedius brevis) feindlich ver-
folgte, die anderen geduldete, und zwar entweder eigentlich
geduldete (Dinarda; Thiasophila; Notothecta; Stenus aterrimus; Eri-
gone biovata) oder völlig unbemerkt bleibende (Oxypoda formiceticola;
Notothecta anceps; Dendrophilus; Myrmetes; Homalota talpa; Mono-
toma; Amphotis), die entweder wegen ihrer Kleinheit (?) oder
wegen ihrer langsamen Bewegungen der Aufmerksamlveit und Be-
achtung der Ameisen meist völlig entgehen; ein Theil von ihnen
sind Parasiten.
Als echte Gäste sind bisher mit Sicherheit nachgewiesen Cla-
viger, Atemeies und Lomechusa, bei denen Sekretionsbüschel als
Anpassung an die gasthche Symbiose mit den Ameisen vorkommen;
im Gebiete der Entomologie wahreml des Jahres 1892. 257
es sind aber auch unter den übrigen Myrmekophilen (Käfern) sicher
oder wenigstens sehr wahrscheinlich noch manche echte Gäste.
Unter den Pselaphiden ist hier Chennium bituberculatum, weniger
sicher Batrisus-Arten zu nennen; Gnostiden und Paussiden sind
sämmtlich zu den echten Ameisengästen zu rechnen ; ferner zahlreiche
Thorictus-Arten, während von den zahlreichen myrmekophilen Histe-
riden kein einziger als echter Ameisengast bekannt geworden ist;
unter den Staphyliniden stehen die seit langem als echte Gäste be-
kannten Atemeies und Lomechusa in ilirem Gastverhältniss isoliert,
indem ihre nächsten systematischen Verwandten, Myrmedonia, zu
den Ameisenfeinden gehören; dagegen haben die Staphyliniden in
den Gattungen Corotoca, Termitogaster und Spirachtha echte Ter-
mitengäste.
Eine Uebersicht über die Erscheinungen der Aehnlichkeit zwischen
den Ameisen und den verschiedenen Kategorieen ihrer Gäste gestattet
folgende Zusammenfassung:
Zwischen den echten Ameisengästen und ihren gewöhnlichen,
bezw. ursprüngHchen Wirthsameisen besteht meist in der Grösse und
Färbung, oft auch in der Gestalt eine gewisse Aehnlichkeit; am
vollkommensten ist dieselbe nicht bei den höchsten Ameisengästen
(Clavigeriden), sondern bei jenen, die durch zudringliches, ameisen-
ähnliches Benehmen sich besonders auszeichnen (Lomechiisa-Gruppe).
Zwischen den regelmässigen Ameisen fein den und deren ge-
wöhnhchen Wirthen waltet in der Grösse und Färbung, meist auch
in der Gestalt eine mehr oder minder täuschende Aehnlichkeit ob;
bei den häufigsten Arten ist diese Aehnlichkeit am vollkommensten
(Myrmedonia funesta, laticollis). Lebt dieselbe Käferart bei mehreren
an Grösse und Färbung bedeutend verschiedenen Ameisenarten, so
stimmt sie mit jener überein, gegen die sie des Schutzes am meisten
bedarf (Myrmedonia humeralis und Quedius brevis).
Zwischen den indifferent geduldeten Ameisengästen und
ihren Wirthen findet sich gewöhlich keine Aehnlichkeit in der
Grösse, Färbung und Gestalt. Bei jenen, die den Ameisen ganz
unbemerkt bleiben, ist nicht einmal eine Abhängigkeit der Körper-
grösse von der Grösse ihrer Wirthe vorhanden (Platy arthrus ; Beckia ;
Amphotis marginata; Homalota talpa; Myrmecoxenus). Bei jenen
dagegen, die von den Ameisen nicht selten bemerkt werden, pflegt
eine Abhängigkeit der Grösse zu bestehen (Notothecta fiavipes,
confusa; Thiasophila angulata, inquilina). Bei solchen endlich, die
häufig die misstrauische Aufmerksamkeit der Ameisen erregen, tritt
auch noch eine Aehnlichkeit in der Färbung hinzu (Dinarda dentata,
Märkelii, Hagensii).
Die Larven der echten Gäste Atemeies und Lomechusa ahmen
in Gestalt, Haltung und Benehmen die Formica-Larven nach.
Der nächste Zweck der Ameisenähnlichkeit bei den echten Gästen
und Ameisenfeinden ist derselbe, nämlich die Ameisen zu täuschen
und ihnen fälschlich jene Käfer als Ihresgleichen vorzustellen; der
weitere Zweck ist jedoch bei beiden grundverschieden: Die echten
Aich. f. Natuigesch. Jahrg. 1893. Bd. 11. H. 2. R
258 Pli- Bert kau: Bericht über die wissenschaftliclieii Leistungen
Gäste bewegen durch ihr Amei sengewand die Ameisen leichter zu
einer gastlichen Behandlung; die Feinde können sich durch das-
selbe leichter der Aufmerksamkeit entziehen.
H. F. Wickham theilt notes on some myrmecophilous
Coleoptera mit; Psyche, VI, S. 321—323.
S. H. Scudder zählt auf the Coleoptera hitherto found
fossil in Canada; Geol. surv. of Canada, Contribut. to Canad.
palaeont., Vol. II, Nr. 2, S. 27—56 , PI. II, III. Es sind 47 Arten,
die zum grössten Theile dem interglazialen Lehm von Scarborö
und Green's creek in Ontario entstammen. Dem eigentlichen Tertiär,
und zwar w^ahrscheinlich der unteren Hälfte, gehören die Ab-
lagerungen in Brit. Columbia an; die Kreideschichten von Millwood
(Manitoba) haben einen einzigen Best geliefert. Als neu sind hier
beschrieben und abgebildet Hylohiites cretaceus (Millwood) S. 30,
PI. II, Fig. 5; Tenebrio calcule7isis (Green's creek) S. 31, PI. III,
Fig. 1 , 6; Cryptocephalites 'pnndah(s (Similkameen river) S. 33,
PL II, Fig. 4; Limonius imjmncUis (Similkameen river) S. 37, PI. II,
Fig. 3; Fornax ledensis (Green's creek) S. 39, PI. III, Fig. 3, 4; Ela-
terites sp. (Similkameen B.) PI. III, Fig. 5; Byrrhus ottawensis (Green's
creek) S. 40, PL II, Fig. 6— 8; Arpedium stiUicidn (Scarborö) S. 42,
PL II, Fig. 2; Geodromicus stiricidii (ibid.) S. 43, Fig. 1; Platynus
düapidatns (ibid.) S. 49, PL III, Fig. 2.
Derselbe gibt einen Ueberbhck über the tertiary Rhyncho-
phora of North America und vergleicht dieselben mit den heute
lebenden und mit den tertiären Rüsslern Europas; Proc. Boston
Soc. Natur. Hist., XXV, S. 370 — 380. Diese Uebersicht ist das
Ergebniss einer Untersuchung von ca. 850 Stücken, von denen 750
sich zu einer einigermassen sicheren Bestimmung eigneten. 451 dieser
Stücke stammen von Florissant, Colo., die übrigen von 3 nicht sehr
weit entfernten Lokalitäten: Kamm der Roan Mts., Color., Ufer des
White river, nahe der Grenze Colorado-Utah, und die unmittelbare
Nachbarschaft von Green river city, Wyoming; 2 andere Fundorte
lieferten je eine Art: Fossil, Wyo. den Otiorrhynchites fossilis, und
die pleistocänen Ablagerungen von Scarborö, Ontario, den Hylastes
squalidens.
Von den fossilen Rüsslern sind 193 Arten in 95 Gattungen,
36 Tribus oder Unterfamilien und 6 Familien: Rhynchitidae, Otior-
rhynchidae, Curculionidae, Calandridae, Scolytidae, Anthribidae, ver-
treten; die Brenthidae und Rhinomaceridae haben bis jetzt keinen
Repräsentanten geliefert. Während gegenwärtig die Rhynchitiden
etwa 2V2 Vo aller Arten ausmachen, waren sie in der Tertiärzeit
verhältnissmässig stärker entwickelt, indem sie hier 10% ausmachen.
Von den heutigen beiden Unterfamilien sind die Pterocolinae fossil
nicht bekannt, die Rhynchitinae dagegen in allen heutigen Gattungen
(und dazu noch einer ausgestorbenen) nachgewiesen; dazu kommt
dann noch eine ausgestorbene Unterfamilie, die Isot[h]einae, die
sich einigermassen den Pterocolinae nähert (Vorder- und Mittel-
im Gebiete der Entomologie währeud des Jahres 1892. 259
hüften massig abstehend, Fühler vor der Mitte der Basalhälffce des
geraden , vorgestreckten Rüssels eingelenkt) mit 7 Gattungen und
13 Arten. An Artenzahl erreichen die tertiären amerikanischen
Rhynchitiden etwa Vs der heute lebenden, und der Reichthum und
die Mannigfaltigkeit dieser Familie ist ein hervorstechender Charakter-
zug in der tertiären Rhynchophorenfauna Amerikas. Die Otior-
rhynchidae sind ebenfalls stark vertreten und machen über 24 7o
aus. Sie überwiegen in den 3 Lokalitäten Roan Mts., White river
und Green river, die Scudder unter dem Namen der Gosiute fauna
Florissant gegenüberstellt. In ersterer sind 15 Gattungen mit
32 Arten, in Florissant 10 Gattungen mit 14 Arten gefunden.
100 Arten (beinahe 52 %) gehören zu den echten Curculioniden,
welche in der gegenwärtigen Zeit einen nur um wenig höheren
Prozentsatz der Rüsslerfauna ausmachen; von diesen machen die
Curculioninae die Hauptmasse aus, wie auch gegenwärtig; gut sind
auch die Alophinae vertreten, und zwar fast nur in ausgestorbenen
Typen.
Während die lebenden Calandridae etwa 15 7o ausmachen, sind
sie im Tertiär nicht ganz mit 3 "/o vertreten; die Scolytidae treten,
unzweifelhaft in Folge ihrer Lebensweise, noch mehr zurück, während
die Anthribidae wiederum reicher auftreten; unter ihnen ist die mit
der rezenten Gattung Cerambyrrhynchus verwandte Gattung Saperdir-
rhynchus durch die ausserordentlich langen Fühler besonders be-
merkenswerth.
Von den oben erwähnten 95 Gattungen sind 66 (mit 136 Arten)
auch in der Gegenwart vertreten. Von diesen sind 6 Kosmopoliten,
15 gehören der alten Welt, speziell Europa an, und IG sind für
die nördliche Halbkugel bezeichnend. Für 57 Arten sind 31 neue
Gattungen aufgestellt.
Im übrigen hat das Studium der tertiären Rüssler nur eine
Bestätigung der aus der Betrachtung der Wanzenfauna gezogenen
Schlüsse geliefert; vgl. dies. Ber. 1890, S. 79 f.; doch wurde in der
Familie der Rhynchitiden, wie oben angeführt, die Aufstellung einer
neuen Unterfamilie nöthig.
Coeeinellidae. H. S. Gorham bildet in Biol. Centr.-Americ., Coleopt. VII,
folgende bekannte Arten ab : Pelina hydropica Muls. ; Neobalyzia Perroudi
Muls.; Psyllobora confluens (F.), Roei Muls.; Gleis lynx Muls.; Cycloneda
Sallei Muls., retrospiciens Crotch, abdominalis Say, Guardini Muls.; Curinus
caerulens (Muls.).
J. Weise zählt auf les (17) Coccinellides du Chota-Nagpore, nach
Sammlungen, welche im Juli 1891 bei Mandar, im Norden von Ranchee, gemacht
sind; Ann. See. Entom. Belg., 1892, S. 16-30,
Derselbe bringt kleine Beiträge zur Coccinelliden-Pauna Ost-
afrikas (Bagamoyo; Dar es Salaam); Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 15 f.
Derselbe zählt Arten von Irkutsk auf; ebenda, S. 140 f.
Semichnoodes (n. g. Azuae et Bucolo affine, prosterno magno, antice
subassurgente distinctum) Künowi (Dar es Salaam); J. Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 16.
R*
260 P^'- Bertkai;: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sumnius (n. g. Rhizobio affine; antennae breves, 10-art., art. 1. magno,
subtriangulari, sequentibus sat gracilibus, ultimis 3 dilatatis, clavam formantibus;
prosteruum rnargine antice recte truncatum, processu haud carinato; tibiae sat
latae, compressae, anticis apice oblique sinuato - angustatis) Benardi (Mandar),
S. 29, Cardoni (ibid.) S. 30; J. Weise, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Adalia marginata (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 420, Taf. XII, Fig. 29.
Chilocorns inflatus (tertiär); B. Förster, a. a. O., S. 419, Taf. XII, Fig. 27,
politus S. 420, Fig. 2S.
Chnootriba Antinorii (Let Marefia, Schoa); H. S. Grorhara, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2), X, S. 911.
Clanis soror (Mandar); J. Weise, Ann. Soc Entom. Belg, 1892, S. 25.
Massenanhäufung von Coccinella septempunctata an Hippophae rha-
mnoides s. oben S. 26.
C. 12-maculata Gehl. var. Jakoivletvi (Irkutsk) ; J. Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 141.
C. pantherina (Guatemala) Tab. IX, Fig. 9, quichensis (ibid.) Fig. 10; H.
S. Gorham, Biol. Centr.-Americ, Coleopt., VII, S. 161.
Cycloneda electra (Guatemala); H. S. Gorham, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
VII, S. 173, Tab. X, Fig. 3.
Epilachna Fairmairei (zw. Su-tschou u. Kan-tschou); J. Frivaldszky,
Termesz. Füzet., XV, S. 121, scioensis (Let Marefia) S. 910, aegrota [ibid.; Mahal
Uonz) S. 911; H. S. Gorham, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Halyzia quatuordecimpunctata missbilduing (unsymmetrische Zeich-
nung der Flügeldecken); Cl. Grill, Entomol.Tidskrift, 1892, S. 52, Holzschn.
Halyzia japonica var. virginalis (Japan); J. Weise, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 17.
H. emaciata (Chiriqui) Tab. IX, Fig. 12, 13, epistictica (Guatemala), Fig. 14,
15, S. 164, Championi (Chiriqui) Tab. X, Fig. 1, S. 165; H. S. Gorham, Biol.
Centr.-Amer., Coleopt., VII.
Hyperaspis salaamensis (Dar es Salaam); J. Weise, Deutsch. Entom,
Zeitschr., 1892, S 15.
Le'is axyridis Fall. var. duodecim-signata (Ping-fan-schien) ; J. Frivaldszky,
Termesz. Füzetek, XV, S. 121.
Megilla maculata life habits und Larve; Ch. V. Riley, Proc. Entomol.
Soc. Washington, II, S. 168 f.
Neocalvia areolata (Chiriqui); H. S. Gorham, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
Vn, S. 169, Tab. IX, Fig. 20.
Ortalia discoidea (Mandar); J. Weise, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S, 27.
RodoYiAbreviuscula (Mandar); J. Weise, Ann. Soc Entom. Belg., 1892, S.26.
Scymnus punctum (nebst Thrips 6-maculata Pergande und einer Chrysopa-
larve) Vertilger der „red spider", Tetranychus telearius; J. C. Duffey, Transact.
St. Louis Academ., V, S. 539-542, PI. XL
Sc. angulatus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 421, Taf XH, Fig. 30.
Sc. (Nephus) Seve)-ini (Mandar) S. 27, (Pullus) dorsualis (ibid.) S. 28; J.
Weise, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, (Nephus) Jakoivleivi (Irkutsk); derselbe.
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S.141, Lophanthae (San Diego); F. E. Blaisdell,
Entomol. News, III, S. 51.
im Gebiete der Entomologie während des Jalires 1892. 261
Semiadalia Heydeni (Margelan); J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892,
S. 109.
Verania Cardoni (Chota - Nagpore) ; J. Weise, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 19.
Endomyehidae. Amphisternus armatus (Kinabalu); H. S. Gorham,
Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 86, PI. IV, Fig. 3.
Ancylopus fuscipennis (Pretoria); C. J. Gahan in W. L. Distant's „Natur,
in the Transvaal", S. 210, Tab' IV, Fig. 10.
Eumorphus tumescens (Kinabalu) S. 86, PI. IV, Fig. 4, lucidus (ibid.) S. 87,
Fig. 1; H. S. Gorham, Proc. Zool. Soc. London, 1892
Erotylidae. Asmonax (n g. ; „characteres plerumque sicut iuEncauste;
differt antennarum articulo tertio vix longiore quam secundus, prothoracis lateribus
compressis, sinuatis, angulis anticis depressis, disco inaequali, bicostato, elytris
interstitiis alternis costato-elevatis) Whiteheadi (Kinabalu; Nordborneo); H. S.
Gorham, Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 85, PI. IV, Fig. 5.
E. Reitter stellt eine Uebersicht der (9) europäisch -kaukasischen Arten
d.G. Triplax, Utg.PlatychnaTA.ow5., zusammen, mit T. ctna^is (Araxesthal)
S 133, swanetica (Sw.) S. 134; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 133 f.
Tr. Bagusae (Sizilien), caucasica (K.); derselbe, II Natural. Sicil, XI,
S. 257.
Chpysomelidae. F. H. Ohittenden gibt Notes on the food habits
of some species of Chrysomelidae; Proc. Entomol. Soc. Washington, II,
S. 261—267. — Orsadachna atra auf Weide, Anomaea laticlavia und Cerotonia
caminea auf Lespedezia spp. und Robinia pseudacacia; Bassareus detritus auf
Eiche und Ceanothus americanu.s; Triachus atomus und Pachybrachys sp. (bei
caelatus) auf Myrica cerifera; Luperus meraca auf Hamamelis virginica; Galeruca
tuberculata auf Weiden; G. notata auf Eupatorium perfoliatum; Disonycha
pennsylvanica auf Sagittaria variabilis; D. triangularis auf (Chenopodium, Beta,
Blitum,) Chenopod. album, Amaranthus .spinosus; Haltica manevagus auf Oenöthera
biennis; Crepidodera rufipes auf Robinia pseudacacia; Systena hudonias auf
Polygonum hydropiper, Rumex, Chrysanthemum leucanthemum und zahlreichen
anderen wild wachsenden Pflanzen; S. frontalis auf Polyg. hydrop und Cheno-
podium album; Odontota rubra auf Tilia americana; Coptocycla purpurata,
aurichalcea, guttata auf Convolvulus.
A. Duvivier: Les Phytophages du Chotah-Nagpore; Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 396-449.
J. Weise: Chrysomeliden und Coccinelliden von der Insel
Nias . . .; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 385— 400.
M. Jacoby liefert die description of (6) new genera and (168) species
of the Phytophagous Coleoptera . . . Burma; Ann. Mus, Civic. Genova
(2 S.), XII, S. 869-999.
Derselbe desgl. of some new genera and species of Phytophagous
Coleoptera from Madagascar; Proc. Zool. Soc. London, 1892, S. 564— 579,
PI. XXXIX.
Ed. Everts gibt eine tabellar. overzigtder in Nederl. waargenomen
Donaciini; Tijdschr. v. Entom., XXXV, S. 31— 58.
G. Jacobsohn stellt eine analytische Uebersicht der bekannten Donacia
und Plateumaris-Arten der alten Welt auf; Hör. Soc. Entom. Ross., XXVI,
262 Pli- Bertkau: Bericht über flie wissenschaftlichen Leistungen
S. 412 — .437. Er theilt die Gattung Donacia nach Skulptur und Gestalt
von Halsschild und Flügeldecken in 7, die Gattung Plateumaris in 2 Gruppen.
Aelianus (n. g. Galerucin. Malacosomati affine, tarsorum post. artic. 1.
longiore, prosterno vix visibili, non convexo diversuni) scutellatus (Madagaskar);
M. Jacoby, Phytoph. Madag., S. 577.
Allomorpha (n. g. Monoplatin.; corinis densissime hirsutum, unguiculi
appeudiculati, non inflati) scricea (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma,
S. 934.
Antiplnila (n. g. Galerucin. prope Antipham; prosterno distincto et epi-
pleuris elytralibus latissimis cum Halticinis congruens) semifulva (Teinzo);
M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 991.
Argopistoides (n. g., a Sphaeroderma et Argopiste, quibus simile, an-
tennis late separatis, mesosterno distincto, tars. post. art. 1. longo diversum;
ab Amphimela scrobibus coxalibus apertis, elytris irregulariter punctatis) septem-
punctata (Karin Cheba) ; M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 932.
Cassena (n. g., von Nisotra, Podagrica, Erystus in analytischer Tabelle
unterschieden und mit vollständiger Diagnose) celebensis (Pangie) S. 389, Eibbei
(ßonthain) S. 390; J. Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892.
Cyphotarsis (u.g. Scelidae et Chthoneidi affine, ab hoc thorace subquadrato,
autennar. art. 8., 9., 10, incrassatis, ab illa art. 3. antennarum brevi diversum)
niger (Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr. - Americ. , Coleopt., VI, 1, Suppl.,
S. 339.
Bichirispa n. g. für die afrikanischen Arten von Piatypria mit nur einer,
der basalen, Erweiterung der Flügeldecken (centetes Guer., coronata Guer., lu-
ctuosa Cliap., Raffrayi Chap., abdominalis Cliap.); die Gatt. Piatypria s. str. ent-
hält die asiatischen Arten (hystrix J'"". etc.) mit je 2 Erweiterungen der Flügel-
decken; E. Ges.tro, Ann. Mus. Civico Geuova (2.), X, S. 229 Anm.
DipJtaulaeosoma (n. g. Halticin., antennar. articulis 4 ultimis compressis
dilatatis,prothoracetransverso,lateribus medio valde dilatatis et ampliatis; scrobibus
coxalibus anter. apertis) la e r ip)en )ie ßiadagascar); M. Jacoby, Phytoph. Madag.,
S. 574.
Eumelepta (n. g. Monoleptae simile, Erganae affine; antennis brevibus,
articulis plurimis vix longioribus quam latioribus diversum) biplagiata (Birmah);
M. Jacoby, Phytoph. Burma, S- 988.
Galerusoma (n.g. Galerucin. Mimastrae simile, anteun. artic. 1. longissimo,
tenui; unguiculis bifidis distinctum) apicicorne (Madag.); M. Jacoby, Phytoph
Madag., S. 578.
Hemyloticus (n. g. Typophorin., margine post. prosterni bilobato, meso-
sterno quadrato, basi elevato, truncato distinctum) geniculatus (Madagaskar);
M. Jacoby, Phytoph. Madag., S. 572, PI. XXXIX, Fig. 6.
Hoplacerus (n. g. Halticin. pone Diphaulacam; anguli thoracis acute pro-
ducti, elytra profunde striato-punctata et costata; tibiae valde dilatatae) tibialis
(Durango, Mexiko); M. Jacoby, Biol, Centr.-Americ, Coleopt., VI, 1, Suppl.,
S. 344, Tab. XLIII, Fig. 21.
Hylaspoides (n.g. Hyla.spi propinquum; antennis serratis, elytris uovies-
seriatim punctatis, punctis serierum 6 exteriorum elongatis, hae series geminatae)
magnifica (Sikkim); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
im Gebiete der Eutomologie während des Jahres 1892. 263
Konbirella (u. g. Galerucin. loiigitudine auteimarum et prothoracis di-
stinctum) Cardoni (Koubir-Nowatoli) ; A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg,
1892, S. 438.
Mandarella (n. g. Agelasticin.) nagpurensis (Mandar; Kurseoug);
A. Duvivier, Ann. Soc. Ent. Belg., 1892, S. 434.
Mimast roi'des (n. g. Galerucin. Miniastrae siraile, tibiis niucronatis
diversum) madgascariensis (M.) ; M. Jacoby, Phytoph. Madag., S. 578, PI. XXXIX,
Fig. 11.
Nirina (n. g. Galerucin. Pachytonia affine; elytra deuse pubescentia;
tibiae apice haud dilatatae, tarsi aequilati, art. 3. brevissimo; unguiculi breviter
dentati) Jacobyi (Ostafrika); J. Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.,'l892, S. 403.
PacA«e^;/<oj3*r«s (n. g. Pachnephoro proximum; tibiae posticae simplices;
elytra non seriatim punctata; corpus densissime squamosum) Weisel (Ordubad);
E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 153.
Pachygnatha! n. g. (Name vergeben; zwischen Crosita und Ohrysomela)
für (Orina) dolens Kraatz; J. Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 352.
Parathrylea (n. g. Halticiu.) apicipetmis (Kurseong); A. Duvivier, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 421.
Piasus (u. g. prope Lacticam) fulvus (Acapulco); M. Jacoby, Biol. Centr.-
Amer., Coleopt., VI, 1, Suppl., S. 345, Tab. XLIII, Fig. 25.
Pse udoer ania (n. g. Monoleptae similliuiura, sed acetabula antica suboc-
clusa, Caput clypeo magno, antennae basi late distantes, fronti prope verticem
insertae, tibiae in dorso carina obsoleta instructae) to//?-o«* (Quango); J. Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 400.
Pseudodiahrotica (n. g. Diabroticae proxiraa, sed angustior et gracilior;
pedes longiores) metallica (Omilteme); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
VI, 1, Suppl. S. 334, Tab. XLIII, Fig. 16.
Pseudo'ides (n. g. Agelastin.; epipleurae elytrales latae, autice cuncavae,
margo inferior intra elytra ut in Oide) hivittata (Karin Cheba); M. Jacoby,
Phytoph. Burma, S. 966.
Pseudopiomera (n. g. Leprotin.) pullidicornis (Karin Cheba); M. Jacoby,
Phytoph. Burma, S. 908.
Eybakoivia n. g. für (Haltica) globicollis Bybak.; G. Jacobsohn, Hör.
Soc. Ent. Ross., XXVI, S. 465.
Abirus antennatus (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 912.
Achaenops facialis (Pretoria); M. Jacoby in W. L. Distant's „Natiu-. in
the Transvaal," S. 204, Tab. I, Fig. 4.
Adouia Weisei (Ping-fan-schien) ; J. Frivaldszky, Termesz. Füzetek,
XV, S. 120.
In der ersten ihrer Etudes sur l'ecrivain ou Gribouri (Adoxus
vitis) stellen H. Jolicoeur und E. Topsent die weiblichen Geschlechtsorgane
dar; Mem. Soc. zool. de France, V, S. 723-730, PI. IX.
Aenidea crassipalpis (Tenasserim); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 986,
Pretoriae (Pretoria); C. J. Gab an in W. L. Distanfs „Naturlist in the Trans-
vaal," S. 209, Tab. I, Fig. 10.
Agelasa sessilis (tertiär); B. Förster. a.a.O., S. 408, Taf. XII, Fig. 21.
Agelastica (?) flava (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 967,
264 Ph. Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
viridis (Chilpancingo ; Acapulco); derselbe, Biol. Centr.-Araer., Coleopt., VI,
1, Suppl., S. 334.
Allochroma teapense (Teapa) Tab. XLIII, Fig. 2, Flohri (Mexiko) Fig. 5;
M. Jacoby, Bio). Centr.-Aiuer., Coleopt., Vol. VI, Parti, Suppl. S. 319.
Aniphimela cyanea (Kurseong); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.
1892, S. 420.
Antipha pubescens (Karin Cheba) S. 971, inornata (ibid.) S. 972, antennata
(Rangun, Bhamö), Feae (Palon) S. 973, laevicolUs (Karin Cheba) S. 974;
M. Jacoby, Phyto ph. Burma.
Auisodera Nasuellii (Berge Carin); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2), X, S. 233, mit Umrisszeichnuug dieser Art und der A. propinqua Bcdy.
Antsianaka viridis (Madagaskar), elegantula (ibid.) Fig. 10; M. Jacoby,
Phytoph. Madag., S. 576.
Aoria nüjrita (Karin Cheba) S. 904, fulvifrons (ibid.) S. 905, semicostata
(ibid.) S. 906; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Ueber Aphthona atrovirens Forst, und var. aeneipennis s. J. Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 411.
Aphthona nigrilahris (Konbir); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 426, birmanica (Tenasserim, Palon); M. Jacoby, Phytoph. Burma,
S. 920.
Argopistes bis-tripundata (Mandar); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 425, nigromarginatus (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph.
Burma, S. 931.
Asphaera madagascariensis (M.), brevicornis (ibid.); M. Jacoby, Phytoph.
Madag., S. 573
Aspidispa Albertisii (Fly river, Neu-Guinea) S. 266, Holzschn. , nigritarsis
(ibid.) S. 266; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2), X, mit analytischer
Tabelle dieser Arten und tibialis Baly\ letztere ist ebenfalls abgebildet.
Aspidolopha thoracica (Rangun) S. 879, costata (Tenasserim) S. 881, caerulea
(Karin Cheba) S. 882; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Aspidomorpha aruivimiensis (A); H. S. Gorham, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 94.
Atysa (?) albofasciafa (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 977.
J. "Weise vertheilt die Aulacophora - Arten in die 3 Gattungen Rhaphido-
palpa Rosenh., Pachypalpa Weise, Orthaulaca Weise und unterscheidet
unter Orthaulaca wieder Orth. i. sp. , Copa Ws., Ceratia Chap., Cerania Ws.,
Cerarthra Ws. Als neu wird beschrieben Rhaph. bengalensis (Kalkutta), aruensis
(Aru-I. ; !Neu-Guinea), ceramensis (C. ; Borneo), niasensis (N.; Sumatra) S. 394,
chinensis (Shanghai) S. 395; Copa Kunowi (Dar es Salaam); Ceratia catti-
garensis (Shanghai; Japan) S. 397, tricolora (Sumatra), /"ioiesia (Celebes) S. 399;
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S 392-399.
A. melanocephala (Karin Cheba) S. 941 , intermedia (ibid., Rangun), semi-
fusca (Karin Cheba) S. 942, Gestroi (Palon, Pegu) S. 943, bhamoensis (Bh.)
S. 944; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Blepharida singularis (Puebla, Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt., VI, 1, Suppl, S. 347, Tab. XLIH, Fig. 23.
Bonesia serricornis Thoms. var. (Aruwimi); C. J. Gahan, Proc. Zool.
Soc. London, 1892, S. 92.
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1892. 265
BuT^hoinda. jmllida (Palon; Karin Cheba) S. 959, pieeo-limbata (Palon) S. 960;
M. Jacoby, Phytoph. Buinna.
Cacoscelis caeruUipennis (Teapa, Mex.); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt., VI, 1, SuppL, S. 346.
Calomicrus apicalis (Akbes); C. Demaison, L'echange, 1892, S. 54.
R. Gestro bildet Callispa Brettinghami Bcdy und dimidiatipeunis JSaZj/ in
Umrisszeichnung des Kopfes und Thorax ab; Ann. Mus. Civic. Genova (2), X,
S. 231.
C. arcana (Konbir); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 446.
Candezea lonrjicornis (ßhamö), marginipennis (Karin Cheba) S. 979, apicalis
(ibid.) S. 980, ornata (ibid.) S. 981; M. Jacoby, Phytoph. Bimna.
J. Desbrochers des Loges: Reponse ä Mr. Weise au sujet . . . Cassida
de France; Le frelon, II, S. 82-87.
Cassida Eramstae (tertiär); B. Förster, a.a.O., S. 407, Taf. XII, Fig. 20.
Cassida bonnyana (Aruwimi) S. 94, strigosa (ibid.), fuscopunctata (auch
W.-Afrik., Old Calabar) S. 95; H. S. Gorham, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
(Odontionycha) indicola (Barway); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 448, Beitteri (Armenisches Gebirge); J. Weise, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 238.
Cassidula turcmenica (T.); J. Weise, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 238.
Cerophysa fulvicoUis (Pegu) S. 947, monstrosa (Karin Cheba) S. 948; M.
Jacoby, Phytoph. Burma.
Cerotrus nigromaculatus (Karin Cheba); 31. Jacoby, Phytoph. Burma,
S. 940.
Chaetocnema nagpurensis (Barway); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 422, birmanica (Rangun), Duvivieri (Tenasserim) ; M. Jacoby, Phytoph.
Burma, S. 939, Smithi (Teapa), fulvilabris (Omilteme), interstitialis (Chilpancingo)
S. 313, Horrii (Teapa), Balyi (Mexiko), costatipennis (Guanajuato) S. 314; M.
Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., Vol. VI, Parti, Suppl.
Charaea (?) alhoplagiata (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma,
S. 975.
Chlamys Feae (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 887.
Choeridiona Feae (Peguj; R. Gestro, Ann. Mu.s. Civic. Genova, (2), X,
S. 239 mit Holzschn.
Moeurs et metamorphoses de Chrysochiis pretiosus F.] JCambeu, Le
Naturaliste, 1892, S. 117.
Chrysolampra varicolor (Karin Cheba) S. 893, miniita (ibid.) S. 894; M.
Jacoby, Phytoph. Burma.
Chrysomela coeralans var. oZwaceom^ra (Leitomischl, Böhmen); Fleischer,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 141.
Chrysomela sogdiorum (Alexander-Geb.) S. 138, cyrtonastes (ibid ) S. 139,
413; J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, abchasica (A.) S. 405, Rosti
(ibid.), fuscicornts (ibid.) S. 406; derselbe, ebenda.
Cleoporus Lefevrei (Mandar); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 414, hirmanicus (Bharau) S. 914, plagiatus (Pegu) S. 915; M. Jacoby, Phytoph.
Burma.
Cleorina Jacobyi (Kurseong); A. Duvivier, Ann. Soc. Eutom. Belg., 1892,
S. 415.
26G PI'- ßertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Cneorane Braeti (Kurseong; Sikkim); A. Duvivier, Ann. Soc Entom.
Belg., 1892, S 435, subaenea (Karin Clieba) S. 945, orientalis (ibid.) S. 946, Feae
(ibid.) S. 947; M. Jacoby, Phytopb. Burma.
Coenobius birmanicus (Karin Cheba); M. Jacoby, Pbytoph. Burma, S. 889.
Colaspo'ides sublaevicollis (Kurseong) S. 417, bengalcnsis (Kurseong) S. 418;
A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Colasposoma Aruwimicnse (A.); C. J. Gab an, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 91.
Coptocycla AVestringi Boh. ist von catenata J5oA. nicht zu trennen ;
J. Weise, Deutsch. Eut. Zeitschr., 1892, S. 352.
Coraia apicicornis (Ventauas, Durango); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt., Vol. VI, Part 1, Suppl., S. 324.
Corynodes Bonnyi (Aruwimi); C. J. Gaban, Proc. Zool. Soc. London, 1892,
S. 91, dilaticollis (Karin Cheba) S. 916, birmanicus (ibid.) S. 917; M. Jacoby,
Phytopb. Burma.
Crepidodera orientalis (Karin Cheba), obscurofasciata (Bharao); M. Jacoby,
Phytopb. Burma, S. 933.
Crioceris Koltzei (Alexander-Geb.); J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1892, S. 131, humeralis (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytopb. Burma, aterrima
(Omilteme, Mex.); derselbe, Biol. Centr.-Americ, Coleopt., VI, 1, S. 342.
Cryptocephalus nagpurensis (Mandar, Konbir) S. 400, suavis (Kurseong)
S. 401, laterimaciilatus (Konbir) S. 403, fraternus (Mandar) S. 404; A. Duvivier,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, Davivieri (Alexander-Geb.) S 134, placidus
(Turkestan) S. 135, personatus (Alexander-Geb.) S. 136, negligens (ibid.) S. 137;
J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, angulatofasciatus (Karin Cheba),
Gestroi (ibid.) S. 890, Feae (ibid.) S. 891, flavicindus (ibid.) S. 892; M. Jacoby,
Phytopb. Burma, scutellatus {^IMug.), Dohrni [ihlA.) Fig. 1^ derselbe, Phytopb.
Madagaskar, S. 566, PI. XXXIX.
Cynorta violacea (Karin Cheba) S. 970, subaenea (ibid.) S. 971; M. Jacoby,
Phytopb. Burma.
Demotina semifasciata (Karin- Cheba); M. Jacoby, Phytopb. Burma, S. 906.
Derocrepis pubipennis (Ordubad); E. Reitter, Wien. Entom. Zeitg., 1892,
S. 154.
Diabrotica Smithi (Omilteme), peregrina (Guerrero) Tab. XLIII, Fig. 12,
S. 330, guermroensis (G.) Fig. 13, blattotdes {OmWiftm^) S. 331, quatuordccim-
punctata (ibid.) Fig. 14, semiopaca (Acapulco), Eibbei (Chiriqui) S. 332, (?) an-
tennata (Mexiko) Fig. 15, S. 333; M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
VI, 1, Suppl.
Diapromorpha coerulea (Karin Cheba) S. 877, melanocephala (Karin Asciuci-
Gheku), gigantea (Karin Cheba) S. 878; M. Jacoby, Pbytoph. Burma.
Dioryctus castaneus (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytopb. Burma, S. 888.
Donacia disjecta (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 404, Taf. XII, Fig. 18.
M. Jacoby gibt eine eingehende Beschreibung von Doryida Mouboti
Baly nebst Charakteristik der Gattung; Pbytoph. Burma, S. 989 f.
Dovmesia grandis (Berge Carin) S. 241, elegans (ibid.) S. 242, lonpipennis
(ibid.) S. 243, Holzschn.; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2.), X.
Enneamera birmanica (Palon), limbatipennis (ibid.); M. Jacoby, Phytopb.
Burma, S. 935.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 267
Erystus podagroides (Ceram; Illo) S. 390, viUicus (Bangkei) S. 391;
J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892.
Eulychius nüjritarsis (Madagaskar); M. Jacoby, Phytoph. Madagascar,
S. 567.
Euryspa Loriae (Hiüa, bei Hood poiut); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X, S. 1016.
Galen;ca canigoensis ^(Le Canigou); A. Fauvel, Revue d'Eutomol., XI,
S. 315.
Galerucella affinis (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 415, Taf. XII>
Fig. 26.
Galerucella celebensis (Bontbaiu); J. Weise, Deutsch. Eut. Zeitschr., 1892,
S. 404, albopilosa (Kariu Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 969, amahilis
(Chilpancingo) Tab. XLIII, Fig. 11, terminalis (Chiriqui); derselbe, Biol.
Oentr.-Americ, Col, Vol. VI. Part 1, Suppl., S. 327.
Gouophora parüwZa (Berge Carin) S.237, rugicollis (ibid.) S. 238; R Gestro,
Auu. Mus. Civic. Genova, (2.), X, Modiglianii (Eugano); derselbe, ebenda,
XII, S. 793.
Gynandrophthalmus laticollis (Kurseong); A. Du vi vier, Ann. Soc. Ent.
Belg., 1892, S. 399, mandarina (China); L, Lefevre, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. XCIV, W-notata S. 132, pundatissima, viridiceps S. 133 (alle aus dem
Alexander-Geb.) ; J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, pictipennis (Karin
Cheba; Palon) S. 883, decemnotata (Kariu Cheba), octomaculata (Palon) S. 884,
birmanica (ibid.) S. 885; M. Jacoby, Phytoph, Burma.
E. A. Schwarz theilt Notes on the food-habits of some Halticids
mit; Insect life, II, S. 182. Disonycha pennsilvanica Larve auf Polygonum und
Rumex, Imago of Salix; Haltica chalybea auf Weinstock, Larve auf Aluus
serrulata; H. ignita Larve auf Oenothera biennis, Imago polyphag; H. puncti-
pennis auf Apfelbäumen als Larve und Imago schädlich; H. foliacea auf Wein-
stock; Phyllotreta pusilla (wahrscheinlich) auf Kohl.
Haltica äiffidlis S. 410, Taf. XII, Fig. 22, dubia S. 411, Fig. 24, magna
S. 412, Fig. 23 (tertiär); B. Förster, a. a. O.
Haltica Semenovi (Chotan) S. 462, Weiset nov. n. pro laeviuscula Weisei
praeocc, Balassogloi (Turkestau) S. 463; G. Jacobsohn, in einem conspectus
specierum ex Asia media . . .; Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI.
Haplosonyx rufipennis (Pedong); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 439, Orientalis (Karin Cheba) S. 962, ornata (ibid.) S. 963, inornatus
(ibid.; Palon), varipes (Karin Cheba) S. 964; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Heteraspis parvula (Karin Cheba), nitida (ibid.) S. 909, bhamoensis (Bh.)
S. 910; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Himatium nigritidiim (Florida); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 691.
R. Gestro liefert eine enumerazioue delle Hispidae der Reise von
L. Fea in ßirma und benachbarten Gebieten; Ann. Mus. Civic. Genova (2.), X,
S. 224 — 268. — Zu den 11 aus dem angegebenen Gebiete bekannten Arten wurden
durch Fea 44 weitere gefunden, von denen 23 bereits früher durch Baly be-
schrieben wurden, und 21 jetzt zum ersten Male beschrieben werden.
E. Balbi beschreibt eine neue italienische Hispa-Art; Boll. Soc. rom.
Studi zool., Vol. I (Roma); s. Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S. 369.
Hispa megacantha (Berge Carin) S. 249, Holzschn. , cariana (ibid.) S. 251,
268 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
maculata (Pegu) S. 252, hrevicuspis (Berge Carin) S. 253, discicollis (Pegu) S. 254,
Doriae (Berge Carin) S. 256, monticola (ibid.) S. 257, minuta (Pegu) S. 258,
xanthospüa (Bei'ge Carin) S. 261, platyprioides (ibid.) S. 262, Holzschu., muUifida
(Pegu) S. 263; K Gestro, a. a. 0., rubus (Ighibirei; Kelesi, Neu-Guinea); der-
selbe, ebenda, S. 1019, elegantula (Kurseongj; A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 447.
Homophoeta simulans (Durango) Tab. XLII Fig. 24, 25, violacea (Omiltenie);
M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., Vol. VI, Part 1, Suppl., S. 316.
Hyperacautha flavonigra Thoms. var. (Aruwimi); C. J. Gahan, Proc.
Zool. Soc. London, 1892, S. 92.
Hyperaxis disUncta (Mandar); A. Duvivier, Ann.Soc.Ent. Belg., 1892, S. 411.
Hyphaenia suhmetallica (Karin Cbeba); M. Jacoby, Pbytoph Burma, S. 985.
Hyphasis signata (Konbir); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 429, distincta (Karin Cheba) S. 936, intermedia (ibid.), inornata (ibid.) S. 937,
Baliji (ibid.) S. 938; M. Jacoby, Pbytoph. Burma.
Hypolampsis inornata (Cbilpancingo) ; M. Jacoby, Biol. Centr.- Americ,
Coleopt., Vol. VI, Part 1, Suppl. S. 323.
Ivongius nigroniaculatus (Madagaskar); M. Jacoby, Pbytoph. Madag.,
S. 569, PI. XXXIX, Fig. 5.
Labidostomis urticarum (Su-tschou und Kau-tschou); J. Frivaldszky,
Termesz. Fiizetek, XV, S. 119.
Lactica hipustulata (Karin Cheba); M. Jacoby, Pbytoph. Burma, S. 919,
vittatipminis (Panama, Vera Paz; Chiriqui) S. 345, Tab. XLIII, Fig. 22, hidal-
goensis (Zacualtipan), (?) varicornis (Vera Cruz; Guatemala) Fig. 24, S. 346;
derselbe, Biol. Centr.-Americ, Coleopt, VI, 1, Suppl.
Lema melanopa vriederbolt in Rubus-stengeln angetroffen; C. Verhoef f
Entom. Nachr , 1892, S. 298.
L. pulchella (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 406, Taf. XII, Fig. 19.
J. Weise unterscheidet in analytischer Tabelle L. Gestroi , fulvula, cora-
mandeliua, malayana, S. 387, und beschreibt L. centromaculata (Nias) S. 386;
Deutsch.Ent. Zeitschr., 1892, robusta (Teinzo) S. 869, mandibular is (Palon) S. 870,
dimidiatipennis (ibid.) S. 871, obscuritarsis (ibid.), birmanica (ibid.) S. 872, Feae
(Karin Gh^\)&), palonensis (Pegu) S. 873; M. Jacoby, Pbytoph. Burma, Smithi
(Omilteme, Mexiko), fulinpes (ibid.) S. 341, quinquelineata (Xucumanatlan,
Guerrero), sponsa (Amula, Guerrero) S. 342; derselbe, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt., VI, 1, Suppl., rugicollis (Madag.), madag ascariensis (M); derselbe,
Pbytoph. Madagascar, S. 565.
Lougitarsus rangoonensis (E.) S. 920, birmanicus (Karin Cheba) S. 921;
M. Jacoby, Pbytoph. Burma.
Luperodes Braeti (Kurseong); A. Duvivier, Ann. Soc. Ent. Belg., 1892,
S. 437, impressipennis (Karin Cheba) S. 950, subrugosus (Rangun ; Toungoo), tarsalis
(Bhamö) S. 951, pygidialis (Schwegoo) S. 952; M. Jacoby, Phytoph. Burma,
Salvini (Guatemala); derselbe, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. VI, 1. Suppl., S. 336.
Luperomorpha vittata (Barvray) S. 427, nigripennis (Mandar), albofasciata
(Kurseong) S. 428; A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Luperus turkestanicus (Alexander - Geb.) ; J. Weise, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 140, tenuelimbatus (Obock) ; L. Fairmaire, Revue d'Entom .
XI, S. 126, constricticollis (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 949.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 269
Malacorrhinus cobanensis (Coban, Vera Paz) Tab. XLIII Fig. 18, exda-
mationis (Chiapas) Fig. 19; M. Jacoby, Biol. Centr -Amer., Coleopt , VI, 1 S. 336.
Malacosoma nigricolle (Birma); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 976,
Sikorae (Madag.), aterrimum (ibid.) S. 575, flavicorne (ibid.) S. 576, Fig. 12; der-
selbe, Phytoph. Madag.
Malaxia paMi^jes (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 969.
Mastostethus angustovittatus (Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt., VI, 1, Suppl., S. 343.
Megalopus hasalis (Guerrero); M. Jacoby, Biol. Centr.-Americ, Coleopt.,
VI, 1, Suppl., S, 343.
Melasoma Populi var. Janaieki (Braunberg, Mähren); E. Reitter, Wien_
Ent. Zeitg., 1892, S. 240.
Menippus aeneijiennis (Bonthain, Süd-Celebes) ; J. Weise, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 404.
Menius Distanti (Pretoria); M. Jacoby in W. L. Distant's „Natural, in the
Transvaal", S. 205, Tab. I, Fig. 6.
Merista Cardoni (Kuresong; Konbir; Darjeeling); A. Du vi vier, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 440.
Mesodera ftremcoWis (Zacixaltipan); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
VI, 1, Suppl, S. 347.
Metacoryna laevipennis (Guatemala), pretiosa (Chilpancingo) Tab. XLIII,
Fig. 20; M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., VI, 1, Suppl., S. 338.
Microrrhymbus (7crs^. = Platynaspis Bedtb.; PI. abdominalis (Sansibar);
J. Weise, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 413.
Mimastra longicornis (Karin Cheba) S. 944, hirsuta (ibid.) S. 945; M. Jacoby,
Phytoph. Burma.
Monolepta Benallae (B., Vikt.), Frogyatti (Ballarat, Vikt.); T. Blackburn,
Notes, X, S. 549, maryinata (Karin Cheba) S. 981, birmanensis (ibid.) S. 982,
alboplagiata (Bhamö; Palon), Gestroi (Palon) S. 983, Feae (Karin Cheba) S.984;
M. Jacoby, Phytoph. Burma, morosa (Guerrero); derselbe, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt., VI, 1, Suppl., S. 340.
Monoplatus puncticollis (Omilteme); M. Jacoby, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt., VI, Part 1 S. 320.
Mouhotina birmanica (Palon, Pegu); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 913.
Neobrotica ruatanae (Ruatan Isl., Honduras) Tab. XLIII, Fig. 17, pallida
(Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt, VI, 1, Suppl. S. 335.
Neolepta ruficolUs (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 992.
Nestinus longicornis (Puebla); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
Vol. VI, Part 1, Suppl., S. 324.
Nisotra nigritarsis (Madagaskar), Klugii (ibid.); M. Jacoby, Phytoph.
Madag., S. 572.
Nodina tarsalis (Mandar); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 409, parcula (Rubinminen Birmahs) S. 902, robusta (ibid.) S. 903, birmanica
(Karin Cheba) S. 904; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Nodostoma variabile (Kurseong) S. 406, angulicolUs (ibid.) S. 408; A.
Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, bellum (Karin Cheba), S. 895, bha-
moense (Bh.) S. 896, semicaeruleum (Karin Cheba), Feae (ibid.) S.897, birmanicum
(Karin Cheba) S. 898, capitatum (Bhamö), bimaculicoUe (Karin Cheba) S. 899,
270 Pli- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
denticolle (Rangun) S. 900, violaceo - fasciatam (Palon) S. 901, semiinirpiireum
(Karin Cheha) S. 902; M. Jacoby, Phytoph. Burm.
Nonarthra albofasciata (Kurseong); A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 424.
Ochralea rufo-basalis (Karin Cheha) S.977, pallida (ibid.) S.978; M. Jacoby,
Phytoph. Burma.
Oediouychis clypeata (Vera Cruz) S. 317, Haroldi (Tepetlapa), durangoensis
(Ventanas) S. 318, pavonina (Vera Cruz) S. 319, Tab. XLllI, Fig. 1; M. Jacoby,
BioL Centr.-Amer., Coleopt., Vol. VI, Part 1, Suppl., clypeata (Madag.); derselbe,
Phytoph. JVIadag., S. 574.
Omotyphus suturalis (Chilpancingo) S, 322, Tab. XLIII, Fig. 3, carinatus
(Cohan, Guatemala) S. 323, Fig. 4; M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
Vol. VI, Part 1, Suppl.
Ootheca modesta (Pretoria); C. J. Gahan, in W. L. Distant's „Naturalist
in the Transvaal", S. 206, Tab. I, Fig. 11.
Ophraea opaca (Acapulco, Guatemala); M. Jacoby, Biol. Centr.-Americ,
Col., VI, 1, Suppl., S. 327.
OxQma pulchra (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 414, Taf. XII, Fig. 5.
Oxycephala longipermis (Kamali); R. Gastro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 1017.
Pachnephorus j^Zrt^m^ws (Palon); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 913.
Zur Unterscheidung von Pachybrachys glycyrrhizae Oliv, und uigropunctatus
Suffr. s. J. Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 413.
Pachybrachys Lecontei nov. uom. pro brevicollis Jacob, nee Leconte; M.
Jacoby, Biol. Centr.-Americ, Coleopt., VI, 1, Suppl., S. 348.
Pachytoma obscura (Aruwimi); C. J. Gahan, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S.93.
Parastetha nigricornis Balg var. nigncornis\ (Sikkim); A. Du vi vi er, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 442!
Paridea approximata (Konbir) S. 430, livida (Kurseong, Phedong) S. 432;
A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, bifurcata (Karin Cheba), ruficollis
(ibid.) S. 953, cornuta (ibid.) S. 954, nigripemiis (ibid ) S. 955, foveipennis (Karin
Cheba) S. 956, unifasciata (ibid.) S. 957; M. Jacoby, Phytojih. Burma.
Paropsides pardalis (Karin Cheba), nigropunctatus (ibid.); M. Jacoby,
Phytoph. Burma, S. 918.
Paropsis yilgarnensis (Yilg., W. A.) S. 545, latipes (Viktoria, alpin) S. 546,
regularis (ibid.) S. 547; T. Blackburn, Notes, X.
Pharus semiglobosus Karsch ist wahrscheinlich ein Platynaspis; J. Weise,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892. S. 413.
PheloticttS brunnem (Madng.) S. 567, (?) aeneicolUs (ibid.) Fig. 4, (?) bi-
fasciatus (ibid.) Fig. 3, S. 568; M. Jacoby, Phytoph. Madag., PL XXXIX.
Phyllotreta chotanica (Kurseong); A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 426.
Physimerus elongatulus (Araula, Mexiko) S. 321, flavopilosus (Chiriqui)
S. 322; M. Jacoby, Biol. Centr.-Americ, Vol. VI, Part 1, Suppl.
Ueber abnorm gefärbte Stücke von Plateumaris sericea s. W. P au Icke,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 416.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 271
Piatypria acanthion (Berge Carin) S. 245, Holzschu., ericulus (ibid.) S. 247;
K. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2.), X.
Platyxantha africana (Djabir-Bandja); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 167, indica (Konbir-Nowatoli) ; derselbe, ebenda, S. 445.
Plectroscelis Olliffi (N. S. W.); T. Blackbnrn, Notes, X, S. 548.
Podagrica decolorata (Ibembo, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 60.
Prionispa pulchra (Kina-balu, Borneo); H. S. Gorhara, Proc. Zool. Soc.
London, 1892, S. 84, PI. IV, Fig. 2.
Pseudocolaspis hengalensis (Konbir); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 412.
Pteleon puhescens (Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., VI,
1, Suppl. S. 337.
Rhembastus dimidiaticornis (Madagaskar) S. 569, antennatus (ibid.) S. 570,
M. Jacoby, Phytoph. Madagascar.
Rhinotmetus modestus (Chilpancingo) S. 320, minutus (Orizaba) S. 321; M.
Jacoby, Biol. Centr.-Americ, Vol. VI, Parti, Suppl.
Rhyparida aterrinia (Bhamu); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 911, striah-
collis (Madagaskar); derselbe, Phytoph. Madag. , S. 571, PI. XXXIX, Fig. 7.
Sastra fuMcornis (Karin Oheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 958.
Sastro'ides pan'wZa (Karin Cheba); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 959.
Scelidopsis (?) violacea (Mexiko); M. Jacoby, Biol. Centr.-Amer., Coleopt.,
VI, 1, Suppl, S. 339.
Sebaethe quadrimaculata (Karin Cheba), elongata (ibid.) S. 922, immaculata
(Palon) S. 923, (?) reciicoUis (Karin) S. 924; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Solenia abdominalis (Karin Cheba; Teuasserim) S. 986, integricollis (Karin
Cheba) S. 987; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Sphaeroderma antennata (Tenasserim) S. 925, nigrita (Palon) S. 926, birma-
nica (Karin Cheba), acutangula (Rubinmiuen) S. 927, varipennis (Karin Cheba;
Palon; Rangun) S. 928, disdcollis (Karin Cheba), terminata (ibid.) S. 929, iiallidi-
cornis (ibid.) S. 930; M. Jacoby, Phytoph. Burma.
Sphaerometopa intermedia (Palon); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 925.
Sphenoraia imitans (Palon); M. Jacoby, Phytoph. Burma, S. 961.
Spilocephalus viridipennis Jacob. (^; C. J. Gab an in W. L. Distant's
„Natural, in the Transvaal", S. 207, Tab. I, Fig. 12, Bistanti (Transvaal)
S. 208 Anm.
Spilopyra Olliffi (Richmond R., N. S. W.); T. Blackburn, Notes, X, S. 544.
Temnaspis flavicomis (Karin Cheba) S. 875, nigroplagiata (ibid.) S. 876;
M. Jacoby, Phytoph. Burma.
E. Balbi beschreibt Timarcha n. .sp., in merkwürdigen Ausdrücken
Bull, del Naturalista et. anno XII (Siena); s. Bull. Soc. Entom. Ital , XXIV,
S. 369.
Trichotheca hasifemorata (Kurseong); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom,
Belg., 1892, S. 410.
Trirrhabda vicina (Guerrero, Mex ) S. 324, Högei (Acupulco) Tab. XLIIl,
Fig. 8, sublaevicollis (Guerrero) Fig. 7, S. 325, semiviridin (Guatemala) Fig. 9,
rugosa (Guerrero) Fig 10, guatemalensis (Dueiias) S. 326; M. Jacoby, Biol.
Centr.-Amer., Coleopt., Vol. VI, Part 1, Suppl.
272 f*li- Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Wallacea inornata (Engano); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.),
Xn, S. 792.
Cerambyeidae. Ch. J. Gahan beschliesst seine Notes on Longicorn
Coleoptera of the group Ceranibycinae, with descriptions of new genera and
species; Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), IX, S. 19—32.
J. R. H. Neervoort van de Poll: On new or little known Australiau
Longicornia I; Tijdschr. v. Entom., XXXIV, S. 219-228, PI. 13.
M. Pic verzeichnet die Longicornes von der voy. de M. Ch. Delagrange
dans la Haute Syrie; Ann. Soc. Entom France. 1892, S. 413 ff.
H. W. Bates hinterliess additions to the Longicornia of Mexico
and Central-America, with remarks on some of the previously - recorded
species, welche von F. Du Cane Goodman herausgegeben sind; Trans. Entom.
Soc. London, 1892, S. 143-183, PI. V-VU.
Unter dem gleichnamigen Titel beschreibt auch C. J. Gahan neue Gattungen
und (20) Arten; die Zahl der aus Mittelamerika und Mexiko bekannten Bock-
käfer steigt dadurch auf 1372; ebenda, S. 255-274, PI. XII.
Agada (n. g. Callidio affine; antennis brevioribus, apicem versus incrassatis)
davicornis (Diego-Suarez, Madag.); L. Fairmai re, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CLXXII.
Anatinomnia (n.g. Piezocerin.) aheolatum (Teapa, Mexiko); H.W.Bates,
Additions, S. 151, PI. V, Fig. 8.
Axestoleus (n.g., für Batyle meridionalis Bates und) quinquejjunctatus
(Akapulko); H. W. Bates, Additions, S. 181, PI. YIL, Fig. 16.
Cyclocranium (n.g. Ametrocephalin. Ametrocephalae proximum) Stvierstrae
(Viktoria); J. R. H. Neervoort v. d. Poll, a. a. O., S. 220, Fig. 1.
Dalterus (n.g. Anauxesin., faciem Saperdae praebens) Auberti (Obock);
L. Fairmai re, Revue d'EntomoL, XI, S. 126.
Dar am US (n.g., Cyamophthalmo et Tetropio affine) serricoi-nis (Obock);
L. Fairmaire, Revue d'Entoraol, XI, S. 121.
Delagrangeus (n.g. Deilo affine, antennis apicem versus non incrassatis,
artic. 1. tarsorum reliquis longiore diversum) angustissimus (Hoch -Syrien);
M. Pic, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XCIV.
Elasmostoma (n. g. Dorcadionin., Athemisto et Lepromorridi affine,
pronoto bispinoso et quadrituberculato distinctum) insulana (Lord Howe Isl.);
A. S. Oliff, Records Austr. Museum, I, S. 74, PI. 10, Fig. 7.
Gasponia (n. g. Gnathaeniae affine, sed antennis corpore bevioribus . . . )
Gaurani (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 123.
Homoeophloeus (n.g. prope Onychocerum) lichcneus (Mexiko); C.J. Gahan,
Additions, S. 261, PI. XII, Fig. 6.
Ispatera (n.g. Exocentro affine, elytris lineatopunctatis . . . diversum)
longipilis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 123.
Lasiogaster (n.g. Monodesmin.) costipennis (Honduras); C. J. Gahan,
Additions, S. 256.
Nyoma (n. g. Acanthocin.) parallela (Ibembo); A. Duvivier, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 367.
Pachymerola (n.g, Coremiae affine) ritticollis (Mexiko); H. W. Bates,
Additions, S. 161, PI. VI, Fig. 11.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 273
Poecilornallus (u. g. Elaphidiiu.) pa-palis (Mexiko); H. W. Bates,
Additions, S. 151, PI. V, Fig. 6.
Protei nidiuvi (n. g. Elaj^hidiin.) brevicorne (Mexiko); H. W. Bates,
Additions, S. 150, PI. V, Fig. 4.
Tihetobia (n g, ; „a Monochammo praesertim antennis in iitroque sexu
longitudine non valde discrepantibus et aequaliter coloratis pedibusque brevibus
differt) Szechenyiana (Tibet); J. Frivaldszky, Termesz. Füzetek, XV, S. 118.
Triacetelus (n. g. Metalepto affine) sericatus (Guerrero); H. W. Bates,
Additions, S. 176, PI. VIT, Fig. 12.
Triehromia (n. g. Anthribolae simile ; capite brevi, oculis fortiter eraargi-
natis ; antennis juxta oculos iusertis, art. 3. 4" paullo breviore ; pronoti basi
medio lobiun trnncatum forniante; pedibus brevioribns robustioribus ; metasterno
in processiim crassum latum, niesosterniim obtegentem et usque ad coxas anticas
attingentem producta) Oherthüri (Diego-Suarez, Nordost-Madag.); L. Fairmaire,
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XXI.
Tritomicrus (n. g. Apodasyin. Hoplosiae et Anaesthetidi affine) mar-
rnoreus (Obock; Sanzibar); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 125.
Acanthcderes 2JJ2Jera^MS (Duraiigo) S. 262, PI. XII, Fig. 4, signatus (Guerrero)
S. 263, Fig. 3; C. J. Gahan, Additions.
Acypboderes crihrkollis (Durango); H. W. Bates, Additions, S. 160,
PL VI, Fig. 6.
Aelara severa (Basoko, Hoch-Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 360.
Alphitopola Lameerei (Gabon); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. 1892,
S. 351, Anm., Robecchii (Mogadiscio, Somali); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XII, S. 786.
Ancylocera rubella (Akapulko); H. W. Bates, Additions, S. 170, PI. VII,
Fig. 8.
Aneflus cylindricoUis (Jalapa, Mexiko) S. 147, PI. V, Fig. 1, (?) fulvijiennis
(Vera Cruz) S. 148, Fig. 2; H. W. Bates, Additions.
Anisopodus brevis (Guerrero); C. J. Gahan, Additions, S. 266, PI. XII,
Fig. 12.
Coutribution h l'etude du g. Anoplomerus par M. J. Belon; Ann. Soc.
Linneenne Lyon, (N.S.), XXXVI, S. 291-304.
Anybostetha Quedenfeldti (Ibembo, Kongo) ; A. Duvivier, Ann. Soc. Entom,
Belg., 1892, S. 59.
Apilocera hreviformis (Mexiko) Fig. 15, yucateca (ibid.) Fig. 16; H. W.
Bates, Additions, S. 165, PI. VI.
Aphneope quadrimaculata (Queensland); J. R. H. Neervoort v. d. Poll,
a. a. 0., S. 220, Fig. 2.
Arctolamia /asctato (Berg Carin, Nord-Tenasserim); R. Gestro, Ann. Mus.
Civico Genova (2), X, S. 222, mit Holzschn. dieser Art und von A. villosa Gestro.
Aristobia imlcherrima (Nienghala, Südchina); A. F. Nonfried, Ent.
Nachr., 1892, S. 94.
Aeemum glabrellum (Omilteme); H. W. Bates, Additions, S. 146, PI. V,
Fig. 7.
Athetesis convergens (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 171, PI. VII
Fig. 10.
Arch. f. JSatuigescli. Jahrg. 1893. Bd. IJ. H. 2. g
274 Pli- Bertkau: Bericht über die wisseuschaltlichen Leistungen
Batyle laevicollis (Vera Cruz); H. W. Bates, Additions, S. 181, PI. VII,
Fig. 15.
Brachyta bifasciata Oliv. var. caucasia (Abchasien) ; C. Rost, Eiit. Nachr.,
1892, S. 81.
Callidium aeneum Beg. var. syriacum (S.); M. Pic, Bull. Soc. Eiitom.
Frauce, 1892, S. CXI.
Callimus akhesicmus (Syrien); M. Pic, Bull. Soc. Eutom. Frauce, 1892,
S. CXI; ibid., Annal., S. 416.
A. F. Nonfried gibt eine monographische Uebersicht der Prio-
nidengattung Callipogon Serv. (C. Hauseri von Nord-Honduras S. 20, bar-
batus F., und var. senex Dup., var. ornatus Bates, Friedlaenderi von Central-
Honduras S. 22, Leinoinei BeicJie und var. Kraatzi aus Ekuador); Berlin. Entoni.
Zeitschr., 1892, S. 17-24, Taf. III.
Die Gattung Camira Thoms. kann nicht aufrecht erhalten werden, vi'eil
ihre Type aus 2 verschiedenen Arten angehörigen Stücken (Kopf und Prothorax
einer Pj'aonetha, Hinterleib und Flügeldecken eines Perissus) zusammengeleimt
war; C. Ritsem a Gz., Notes Leyden Mus., XIV, S. 54.
Les Cerambyx d'Europe et circa; R. P. Belon, L'echange, 1892, S. 70 f.
Geramhyx Scopolii Füssl. var. nitidus (Syrien); M. Pic, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. CXI.
Ceresium procerum (Lord Howe IsL); A. S. 011 iff, Records Austr. Mus.,
I, S. 74, PI. 10, Fig. 3.
Ghampiona Badeni (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 170.
Charisia nigerrima (Vera Cruz); H. W. Bates, Additions, S. 160, PI. VI,
Fig. 8.
Chrysoprasis guerrerensis (Akapulko), sthenias var. leptosthenia $ (Guerrero) ;
H. W. Bates, Additions, S. 167, PL VII, Fig. 3.
Cirrhicera conspicua (Guerrero) PI. XII, Fig. 13, hascdis (ibid ) Fig. 5;
G. J. Gahan, Additions, S. 269.
Clytus (Glytanthus cinctiventris Chevr. = nivipictus 7£^r. ; M. Pic, Bull.
Soc. Entom. France, 1892, S. LXXVII.
Clytus (Xylotrechus) FiZ^io«i (Kioto, Japan) ; L. Villard, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S.LI, (Sphegestes) J?e««m (Syrien), May eti {Sibirien); A. Thery,
ebenda, S. XCVI (= bifarius v. Heyd.; L. v. Hey den, ebenda, S. CXXXI;
= ciliciensis Chevr.; M. Pic, ebenda, S. CXLVII), (Glytanthus) hololeucus
(Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 163.
Conizonia Leprieuri (Böne, Algier); M. Pic, Bull. Soc. Eutom. France,
1892, S. LH.
Coptops hypocrita (Gabou); A. Lameere, Ann. Soc. Eutom. Belg., 1892,
S. 506.
Gordylomera anmUicornis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI,
S. 121.
Gortodera umbripennis Beitt. var. Eosti (Elbruz); M. Pic, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. LXXXIII, semilivida Pic var. ohscurans (Syrien); der-
selbe, ebenda S. CXI.
Cosmisoma nudicorne (Chiriqui); H. W. Bates, Additions, S. 166, PI. VII,
Fig. 2.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 275
■■*
Criodion fulvopilosum Buq., Dej. Cat. (Brasil.) S. 23, antennatum (Vene-
zuela) S. 24, Dejeani (Brasil.), tuberculatum Chevi'. i. 1. (Sarayaku) S. 25, testa-
ceum (Brasil.) S. 26, quadrimaculatum (ibid.), Sommeri Dej. cat. (ibid.) S. 27;
Ch. J. Gahan, a. a. 0.
Die im Cat. Gemm. Har. unter Criodion aufgeführten Arten annulipes,
bivittata, corvina, dorsalis, pictipes gehören zu Xestia; Ch. J. Gahan,
a. a. 0., S. 32.
Crioprosopus Gaumeri (Mexiko), S. 172, (basileus var. ?) nigricollis (ibid.)
S. 173; H. W. Bates, AdcUtions.
Crossidius militaris (Durango) S. 177, PI. VII, Fig. 14, aegrotus (Chihuhaua)
S. 178; H. W. Bates, Additions.
Crossotus suhlineatus (Gubbat); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.),
XII, S.788, Klugii (Pretoria, = sexpunctata Klug MS., Dej. Cat.); W.L.Distant,
A Naturalist in the Transvaal, S. 203, Tab. I, Fig. 8.
Deliathis diluta (Mexiko); C. J. Gahan, Additions, S. 257, PI. XII, Fig. 11.
Deltaspis rufostigma und var. (Guerrero) S. 173, fulva (Durango) S. 174,
tuberculicollis (Guanayuato) S. 175; H. AV. Bates, Additions.
Derobrachus Smithi (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 144.
Dichostates molossus (Djabir-Bandja); A. Duvivier, Ann. Soc. Entoni.
Belg., 1892, S. 359.
Dichostethes nebulosus (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol,, XI,
S. 124.
Distenia trifasciata (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 157, PI. VI, Fig. 1.
G. Kraatz bildet die (20) Varietäten des Dorcadion equestre Laxm.
ab; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 173 f., Taf. III, Fig. 3-22.
Dorcadion Cervae (Ungarn); J. Frivaldszky, Termesz. Füzet., XV, S. 133,
Uhagoni var. Panteli (Uclös, Cuenga); A. Thery, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. XCVI, vicinum (Sibirien), macropus Kr. var. obscurans (Amasia);
M. Pic, L'echange, S. 91.
Eburia Baroni (Mexiko) S. 148, PI. V, Fig. 3, porosula (ibid.) S. 149, Fig. 5;
H. W. Bates, Additions.
Ecyrus arcuatus (Yucatan); C. J. Gahan, Additions, S. 259, PI. XII, Fig. 2.
Elytroleptus scabricollis (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 172, PI. VII,
Fig. 7.
Entomosterna prolixa (Guerrero); H.W. Bates, Additions, S. 180.
Euclea nodicornis (Amboina); C. Ritsem a Cz., Notes Leyd. Mus., XIV,
S. 38.
Euderces cribrixiennis (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 165, PI. VI,
Fig. 15.
Euryptera unieolor (Mexiko) Fig. 3, planicoxis (Chiriqui) Fig. 5; H. W.
Bates, Additions, S. 159, PI. VI.
Exocentrus ruficollis (Kongo); A. Lameere, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 508.
Gaurotes multiguUatus (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 158, PI. VI,
Fig. 2.
Glenea florensis (Flores) S. 221, Oberthüri (Ms. Ardjoeno) S. 222; C. Rit-
sema Cz., Notes. Leyd. Mus. XIV.
Gnomidolon denticorne (Chiriqui); H. W. Bates, Additions, S. 155.
S*
276 PJi- Bertkan: Bericht über die wisseiischaftlicben Leistungen
Larven von Gracilia in Rubus-stengeln minirend; C. Verhoeff, Entom.
Nachr., 1892, S. 298.
Gr. minuta F. in Apothekervorräthen ; 0. T. Sandahl, Entom. Tidskrift,
1892, S. 53f.; 253.
Hammaticherus heros in vorgeschichtlichen Eichenstämmen, s. oben
S. 000-
Hammaticherus (macrus Bates = bellator Dej. coli), consohrinus Dej. cat.
(Cayenne) S. 19, Lacordairei Dej. cat. (Argentinien) S. 20, imnctulatus (Brasil.)
S.21, lasiocerus Dej. cat. (ibid.), murinus Dej. i. 1. (Corrientes), luridipennis Chevr.
i. 1. (Franz. Guyana) S. 22; Ch. J. Gahan, a.a.O.
Helcyrida lutulenta (Obbia); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.),
XII, S. 789,
Hexoplon Smithi (Mexiko) S. 154, PI. V, Fig. 12 , sylvariim (ibid.) S. 155,
Fig. 14; H. W, Bates, Additions.
Hippopsis imitans (Iberabo; Djabir-Bandja, Kongo); A. Duvivier, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 364.
Ueber Hysterarthron Thorns. s. unten bei den Lagriadae.
Ibidion ruatanum (Ruatan J., Honduras) S. 155, PI. V, Fig. 15, griseolum
(Mexiko) Fig. 13, Gaumeri (ibid.) Fig. 16, S. 156; H. W. Bates, Additions.
Iscbnocnemis cyaneus (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 178.
Leptostylus areif erus (Mexiko); C. J. Gahan, Additions, S. 265, PI. XII,
Fig. 8.
E. Balbi: Diagn. di due specie dei gen. . . . Leptura; Bull, del Natural,
et anno XII (Siena); s. Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S. 369.
Leptura unipunctata F. var. ohscure-pilosa (Russland); M. Pic, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. LXXXIV, (jrammopteroides Ab. i. 1. n. sp. (Libanon);
derselbe, L'echange, 1892, S. 44.
Liopus Batest (Mexiko); C. J. Gahan, Additions, S. 265, PI. XIL Fig. 9.
Lycidola levipennis (Chiriqui); C. J. Gahan, Additions, S. 272, PI. XII
Fig. 1.
Macrotoma femtefwn&afa (Aunanarivo); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 139.
Malacoscylus humilis var. cjrisescens (Omilteme), var. fulvescens (ibid.)
PI. XII, Fig. 16, S. 271, Uvittatus n. sp. (ibid.) Fig. 15, S. 272; C. J. Gahan,
Additions.
Mallonia graniilata (Pretoria, Transvaal); W. L. Distant, Ann. a. Mag.
Nat. Hi.st. (6\ X, S. 407.
Mecas marmorata (Mexiko); C. J. Gahan, Additions, S. 268, PI. XII,
Fig. 7.
Mesolita inermis (Queens!) S. 226, Fig. 8, Pascoei (ibid.) S. 227, Fig. 9;
J. R. H. Neervoort v. d. Poll, a. a. 0.
Metaleptus comis (Guerrero); H. W. Bates, Additions, S. 175, PI. VII,
Fig. 9.
Monohammus Frenchi (Mc. Donneil ranges, S.-A.); T. Black burn, Notes,
X, S. 543, Severini (Nieughala, Südchina); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 94.
Neoclytus Smithi (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 164, PI. VI, Fig. 9.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 277
M. Pic ergänzt seine Beschreibung von Neodorcadion Fla ebne ri und
var. disjjar; Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XXVII.
Nitocris gigantea (Sambesi); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 140.
Die jugendliche Larve vonOberea linearis frisst einen den vorjährigen
Zweig, in dem sie lebt, halb ringelnden Gang, der den Zweig allmählich tödtet,
indem er die normale Saftcirkulation hindert. K. Eckstein, Forstlich-natui'-
wissenschaftl. Zeitschr., 1892, 4. Heft.
Ochrestes nigritus (Omilteme) Fig. 10, clerinus (ibid.) Fig. 13, S. 162,
obscuricornis (Guerrero) , tulensis (Mexiko) Fig. 12, S. 163; H. W. Bates,
Additions.
Ochyra nana (N.-S.-Wales); J. R. H. Neervoort v. d.Poll, a. a. 0., S. 225
Fig. 7.
Odoutocera yucateca (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 159, PI. VI,
Fig. 7.
Olenecamptus Macari (Haut-Kassai); A. Lameere, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 507.
Ophistomis xanthotelus (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 158, PI. VI,
Fig. 4.
Oreodera affinis (Guatemala); C. J. Gahan, Additions, S. 262, PI. XII,
Fig. 14.
Pachyteria Pasteuri (Nias isl.) S. 218, lugubris (ibid.) S. 215, borneoensis
(Sagoo) S. 218; C. Ritsema Gz., Notes Leyd. Mus., XIV.
Paroeme Galiani (Pretoria); W. L. Distant, A Naturalist in the Trans-
vaal, S. 202, Tab. I, Fig. 7.
Parysatis perplexa (Mexiko); C. J. Gahan, Additions, S. 258.
Phaea unicolur (Omilteme); C. J. Gahan, Additions, S. 267.
Phytoecia (Coptosia) trüinea (Syrien); M. Pic, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CXII ,(Musaria) Perrisi (Libanon), Türki Gglb.var. grisekwnis (Syrien);
derselbe, L'echange, 1892, S. 44, Vaulogeri (Teniet-el-had); derselbe, Revue
d'Entom. XL S. 314, Pici (Ordubad); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 64.
Plocederus incertus (zw. Obbia und Berbera); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genov. (2. S.), XIL S. 784.
Polyarthron unipectinatum White in Aegypten, Kairo (in Dattelpalmen?);
L. V. Hey den, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 169 ff.
Praonetha lichenea (Djabir-Bandja) ; A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 363.
Prionus ruficornis (Turkestan) S. CXXIII, Nadari (ibid.) S. CXXIV;
L. Fairmairc, Bull. Soc. Entom. France, 1892.
Promeces crassicornis (Mogadiscio, Somali); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S ), XII, S. 785.
Psyrassa sthenias (Akapulko), punctulata (ibid.), cribellata (ibid.) PI. V,
Fig. 9, S. 152, pilosella (Guerrero) Fig. 11, nigricornis (Akapulko) Fig. 10, nigro-
aenea (Guerrero) S. 153; H. W. Bates, Additions.
Rhopalophora eximia (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 166, PL VII,
Fig. 1.
Spalacopsis similis (Akapulko), fusca (ibid.); C. J. Gahan, Additions,
S. 260.
278 I*b- Bertkaw Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Sphallenum literatum (Brasil.) S. 28, spadiceum Dej. cat (ibid.) S. 29;
Ch. J. Gahau, a. a. 0.
Sphenothecus qimdrivtttatus (Mexiko), cribricollis (ibid.), cribellatus (ibid.);
H. W. Bates, Additions, S. 179.
Spondylis sMieusis (ISienghali); A. F. Nonfried, Eut. Nachr., 1892, S. 92.
Stenaspis pilosella (Omilteme); H, W. Bates, Additions, S. 173, PI. VIII,
Fig. 11.
Petite etude sur le genr. Stenopterus Steph.; M. Pic, L'echange, 1892,
S. 21 — 23, 66, mit St. Kraatzi n. sp., rufus y&,y. si/riacus, nigripes var. inustulatus,
S. 22.
Stenosphenus sublaevicoUis (Akapulko) S. 168, sexlineatus (Mexiko) PI. VII'
Fig. 5, Gaumeri (ibid.), comus (ibid.), vitticollis (ibid.) Fig. 6, S. 169; H. W. Bates,
Additions.
Sternoplistes Schaiblei (Nieughali, Südchina); A. F. Nonfried, Eut. Nachr.,
1892, S. 92.
Strongylaspis lobulifer (Vera Cruz); H. "W. Bates, Additions, S. 145.
Sympleurotis armatus (Omilteme); C. J. Gahan, Additions, S. 266.
PL XII, Fig. 10.
Taurotagus Auberti (Obock); L. Fairmaire, Revue d'EntomoL, XI, S. 118.
Tetropiura guatemalanum (Tepan); H. W. Bates, Additions, S. 147.
Tilloclytus Conradti (Guatemala); H. W. Bates, Additions, S. 164.
Toxotus insitivus var. latus (Syrien); M. Pic, Bull. Entom. France, 1892,
S. CXI.
Tracby Stola arniata (Nieughali, Südchina); A. F. Nonfried, Ent. Nachr.
1892, S. 93.
Tragocephala timida (Ibembo, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 167, carbonaria (Kassa'i); A. Lameere, ebenda, S. 507, sulphurata
(Pretoria); W. L. Distant, A Natiualist in the Transvaal, S. 202, Tab. I, Fig 9.
Tragosoma nigripenne (Durango, Mexiko); H. W. Bates, Additions S. 146.
Trichoxys cinereolus (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 162.
Tylosis dimidiata (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 177, PI. VII,
Fig. 13.
Uracanthus cryptophagiis (New South Wales, in Organgebäumen bohrend);
A. S. Olliff, Agricult. gazette N. S. Wales, III, S. 895-897, PI. L VII, mit
Larve, Puppe und Frassgängen.
Volumnia transversalis (Haut-Kassai); A. Lameere, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 508.
Xestia (vgl. oben bei Criodion) denticornis Chevr. i. 1. (Brasil.), longipcnnis
Chevr. i. 1. (ibid.), globidicollis Chevi-. i. 1. (ibid.) S. 31; Ch. J. Gahan, a. a. 0.
Xystrocera parvicollis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'EntomoL, XT,
S. 120.
Zenochloris barbicauda (Mexiko); H. W. Bates, Additions, S. 168, PL VII,
Fig. 4.
Zoedia (v-album Boisd. Fig. 3), longipes (N. S. Wales) S. 222, Fig. 4, gra-
cilipes (QueensL) S. 223, Fig. 5, tenuis (Westaustral.) S. 224, Fig. 6; J. R. H.
Neervoort v. d. Poll, a. a. 0.
Anthotribidae. Cenchromorphus (n. g.) barbicomis (Diego- Suarez);
L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CLXX.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 279
31 et ad oticus (n. g. Phloeophilin. Ethimecae propiiiquum) pestüens (Mel-
bourne); A. S. Olli ff, Records Austr. Mus., I, S. 75.
Vit all s (u. g. prope Platyrrhinum) rubricollis (Diego-Suarez , Madag.);
L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CLXXI.
Phloeotragus p)-asinus (Ibembo, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 59.
Urodon cinctus (tertiär); B. Förster, a. a, O., S. 398, Taf. XII, Fig. 12.
Bruchidae. Bruchus pisi L. und Br. fabae Eil. (= obtectus Say)
Eutwickelungsgeschichte ; Insect life, IV, S. 297—302, V, S. 27—33.
Br. crassus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 377, Taf. XI, Fig. 21.
Bruchus orchesioides (Margelan); L. v. Hey den, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 109.
Bpenthidae. H. J. Kolbe bringt Beiträge zur Kenntniss der
Breuthiden; Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 162—175. In der Gruppe der Cy-
phagoginen unterscheidet er die Gattungen Calodromus Guer., Cyphagogus Perty,
Cormopus u. g., Usamhius n. g., Oncodemerus Senna, 3Iicrosebus n. g.,
Basenius n. g. , Pseudocyphagogus Desbr. d. Log., Zemioses Pasc, Sebasius
Lacord., Callipareus Senn.; neben Hoplopisthius /S'enna stellt er die neue Gattung
Carcinopisthius auf.
A. Senna liefert contribuzioni allo studio dei Brentidi, Bull. Soc.
Entom. Ital, 1892, (IX) S. 26—37 (Beschreibung einer neuen Gattung und Art,
nebst Betrachtungen über den am Rüssel sich ausprägenden Dimorphismus); (X)
S. 38 - 63 (Zusätze, Berichtigungen und kritische Bemerkungen zu dem Katalog
der Brenthiden); (XI), S 152—163, (Bemerkung zu Coptorrhynchus Frangoisi
Desbr. des Log. und Beschreibung zweier neuer Gattungen und Arten.)
Derselbe bearbeitete die Brenthiden der Reise von L. Fea nach
Birmah; Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 429 — 494, (36 Art., die
meisten neu).
Derselbe gibt als VIII. seiner contribut. to the knowledge of the faniily
Brenthidae eine enumeration of the species known as yet from Java;
Notes Leyd. Mus., XIV, S. 161—186 (37 A.).
Autarcus n. g. Ceocephalin. für (Ceocephalus Perroud, Hormocerus Gem.
<& Har.) laticollis Perroud; A. Senna, Contribi;z., X, S. 59.
Basenius (n. g., Pronotum integrum, lateribus antice compressis, dimidio
basali aut medio ami)liato; rostrum brevissimum, femora 3. p. elytrorum apicem
superantia; tarsi incrassati) laticornis (Usambara); H. J. Kolbe, a.a.O., S. 170.
Callipare\^i\us (n. g. Taphroderin.) Feae (Karin); A. Senna, Ann. Mus.
Civic. Genova (2. S.), XII, S. 445.
Carcinopisthius (n. g. ; angulus apicalis elytrorum externus in uncum
incurvatum prolongatus, angulus suturalis vix productus; costa elytrorum prima
integra, teuuis, secuuda alta, ante apicem angulatim abrupta, 3. fere tenuis,
4. alta . . .; ant. artic. 9 et 10 longiores quam crassiores, cylindrici; rostrum
cum fronte in ^ vitta sericeo-pilosa ornatum, in $ laeve, haud canaliculatum;
fem. 1. subtus breviter ciliata) Fruhstorferi (Tengger-Geb., Java) S. 174, Felschei
(Rubinminen, Birmah) S. 175; H J. Kolbe, a. a. 0.
Cormopus (n. g. ; pronotum antrorsum valde compressum, conum dorsalem
praebens; rostrum haud elongatura; prothorax cylindricus, antice compressus;
280 Ph. Bert kau: Bericht, über die wissenschaftlichen Leistungen
pedes postice elongati, valde difformes, metatarso stipitiformi) 2)eniciUifer
(Kamerun); H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 167.
Epieoenoneus (n. g. Belophorin.) femoralis (Karin); A. Senna, Ann.
Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 478.
Eremoxenus (n. g.) Chan (Transkaspien) ; A. Semenow, Hör. Soc. Ent.
Ross., XXVI, S. 440.
Hoplo^nsthius (n. g. Trachelizin.) trichemenis (Tenasserim) ; A. Senna,
Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XII, S. 452.
Hopliterrhynchus (n. g. Belophorin. Ectocemo proximum, structura
rostri in mare insigne) Emmae (Malesia); A. Senna, Contrib. IX, S. 27
Hyperephanus (n. g. Ephebocerin. Jonthocero proximum ; prothorax antice
strangulatus, in dorso sulcatus; elytra elongata, in niedio ampliata, apice
rotundata; tarsi med. et postici artic. 1. ceteros longitudine aequante) hirsutus
(Chili); A. Senna. Contribuz. XI, S. 155, Tav. II, Fig. 1—4.
Microsebus (n. g., pronotum integrum, metatarsus ped. 3. p. articulis
2 seg. brevior, rostrum capito paullo longius, multo angustius; antennae lateribus
rostri insertae; caput postice truncatum; tarsi 3. p. graciles) pmsio (Usambara),
adelphus (Ceylon); H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 169.
Oncodemerus (n. g. Taphroderin. Sebasio affine, elytris convexis, lateribus
paullum ampliatis, declivitate apicali rapide devexis, apice singulatim rotundatis
et sutura incisis, in dorso costatis, costis suturalibus elevatioribus; femoribus
posticis pedunculatis incurvis, a medio fortiter introrsum incrassatis, interne
tuberculatis et setosis; tibiis apicem versus ampliatis, interne fortiter dentatis,
apice acute unispinosis et spina bifida instructis distinctum) costipennis (Gabun);
A. Senna, Contribuz., XI, S. 160, Tav. n, Fig. 5-8.
Usambius (n. g., pronotum integrum, metatarsus ped. 3. p. art. 2 seq.
simul sumptis parum longior, femora 3. elytrorum apicem superantia, valde
clavata, tibiae crassae; caput prothoracis parte apicali latius; prothoracis latera
antice valde compressa) Conradti (Usambara); H. J. Kolbe, a. a. 0., S. 168.
Agriorrhynchus quadrituberculahis (Karin); A. Senna, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2. S.), XII, S. 470.
Cediocera tristis (West-Java); A. Senna, Notes Leyd. Mus., XIV, S. 181.
Cerobates sexsulcatus var. glaberrimus (Tenasserim), canaliculatus var.
carinensis (Karin); A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 450.
Coptorrhynchus Franooisi (Neu Hebriden), J. Desb rochers des Lbges,
Le frelon, S. 109. (Senna erkennt, dass diese Art zu Ithystenus gehört; Bull.
Soc. Eutora. Ital., 1892, S.92, 152).
Cordus peguanus (Palon); A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova, (2 S.),
XII, S. 463.
Diurus ominosus (Karin); A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.),
XII, S. 492.
Ectocemus (Megacerus) d e c e m m a c u 1 a t u s Montrouz. = Wallacei Pascoe ;
pterygorhynus Gesifro = ruficauda Bates, deceramaculatus Fairm. {non Montr.);
pogonocerus Montr. = spinipennis Fairm.; A. Senna, Contrib. X, S. 54.
Hoplopisthius {-a. g. Setma) javanus {Ost-J?i\a) S.173, celebensis (Bonümm)
S. 174; H. J. Kolbe, a. a. 0., trichemerus Senna ^, Doriae (Andai) S. 254,
Kolbei (ibid.), Oberthüri {}loehhirmah, Rubiuminen); A. Senna Bull. Soc. Entom.
Ital., XXIV.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 281
Miolispa javanica (West-Java) S. 167, metallica (ibid.) S. 169, nujjta (ibid.)
S. 171, conformis (ibid.) S. 175; A. Senna, Notes Leyd. Mus., XIV.
Orychodes degener (Tenasserim); A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova
(2. S.), XII, S. 471, piliferus (West Java); derselbe, Notes Leyd. Mus., XIV,
S. 177.
Prophthalmus versicolor (Karin); A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.)
Xn, S. 466.
Schizotrachelus intermedius (Bharao) S. 481 , carinensis (K.) S. 483 , con-
sawjuineus (ibid.), birmanicus (Bhamo) S. 485, sculptiventris (Tenasserim) S. 488,
carinirostris (Bhamo) S. 489; A. Senna, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII.
Trachelizus brevitibia (Tenasserim) S. 454, bhamoensis (Bh.) S. 456, gheeuanus
(Karin) S. 437, rufomaculatus (Tenasserim) S. 460, politus (Karin) S. 462; A.
Senna, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XII, insularis (Java; Penang) S. 163,
modestus (ibid.), moestus (Ost-Java) S. 165; derselbe, Notes Leyd. Mus., XIV.
Zemioses pubens (Karin) S. 439, laetus (ibid.) S. 441; A. Senna, Ann. Mus.
Civic. Genov. (2 S.), XII.
Seolytidae. A. Pauly veröffentlicht Borkenkäferstudien; Forstlich-
naturw. Zeitschrift, 1892, Heft 5, 6 (Eccoptogaster destmctor Ratz.); Heft 7, 8,
(Hylesinus micans Ratz.).
A. Pauly a. a. 0. bestätigte durch künstliche Zuchtversuche die Annahme,
dass Eccoptogaster destructor nur eine Generation hat. Der Käfer
erschien Anfangs Juni; die Schwärmzeit dauerte bis in den August; die Ueber-
winterung findet im Larvenzustande statt. Wahrscheinlich verhalten sich
sämmtliche Eccoptogaster-Arten ebenso.
A. Pauly a. a. O. stellte fest, dass Hylesinus micans unter günstigen
Witterungsverhältnissen ein Jahr zu seiner Entwickelung braucht, es kann aber
auch mehr als ein Jahr von dem Einbohren der Eltern bis zum Schwärmen der
Jungen vergehen. Dadurch sind verschiedene Entwickelungszustände zu derselben
Zeit möglich, aber die Annahme einer doppelten jährlichen Generation ist
durchaus zu verwerfen.
Hylesinus Uneatus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 401, Taf. XII, Fig. 16.
Hylesinus Henscheli (Herzegowina); J. Knotek (aus Glasnick zemalskog
mu.sea u Bosni i Herzegowini 1892, in) Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 234.
Der Pityophthoms aus Liquidambar ist nicht P. anuectens, sondern P.
consimilis; E. A. Schwarz, Proc. Entomol. Soc. Washington, S. 167; vgl. dies.
Bericht f. 1890, S. 284.
Scolytus Aceris (Herzegowina); J. Knotek, (aus Glasnik zemalskog musea
u Bosni i Herzegowini, 1892, in) Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 235, Taf. U.
CuFCulionidae. J. Faust zählt die von E. Simon in Venezuela ge-
sammelten Curculioniden auf; Stett. Ent. Ztg., 1892, S. 1 — 44.
Derselbe fährt in seinen Notizen über Rüsselkäfer fort; ebenda,
S. 44-52.
Derselbe behandelt dieAnchoniden-Gruppe; Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 17-60; beschreibt einige (6) neue Curculioniden S. 60— 64.
Derselbe beschreibt 5 neue Curculioniden von Australien; Stett.
Entom. Zeitg., 1892, S. 179-184.
Derselbe beschreibt 50 Curculioniden aus dem Malayischen
Archipel; ebenda, S. 184—228.
282 fi- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Stierlin liefert die Beschreibung einiger neuen Eüsselkäfer;
Mitth. Schweiz, entora. Gesellsch., VIII, S. 357-366.
Desbrochers des Loges macht (28) espöces inedites de Curcii-
lionides de Tancien raonde bekannt; Le frelon I^ S. 110— 123; II, S. 1— 12;
88-100.
Derselbe stellt tableaux dichot. des Cossonides d'Europe . . auf;
ebenda, II, S. 69 - 82 (Gr. Dryophthorus Schh. , Chaerorrhinus Fairm. , Amau-
rorrhinus Fairm., Pentarthrum TFoß., Cossouus Clairv., Rhopaloinesites Woll,
Mesites Schh., Phloeophagus Schh., Caulotropis Woll., Rhyncholus Steph.).
Derselbe: Revision des Balaninides et des Authonomides; ebenda,
S. 101—112.
Curculionen, die an Farsetia incana leben s. bei A. Fleischer,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 211.
Catalogo sinonimico e topographico dei Curculionidi di Sicilia;
F. Vitale, II Natur.-Sicil., XI, S. 219-232, 272-279; XII, S. 46-51, 64-68.
J. Faust stellt in der Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 201—204, eine Tabelle
der Hylobiinen-Gattungeu mit freien Krallen nud ungefurchtem Prosternum auf :
Hylobius Schh. , Eudocimus Schh., Sophronobius Faust, Paramecops Schlt.,
Pagiophloeus, Typacrus Kirsch, Cyriaspis Kirsch, Epistrophus Kirsch, Ischi-
omasthus Kirsch, Aclees ßch/i., Dyscerus, Pseudanchonus, Hilipus Germ.,
Calvertius Sh-p.
Abrachius (n. g. Rhynchophorin.) insiüaris (Aru-J.); W. Roelofs, Notes
Leyden Mus., XIV, S. 211.
Anephilus (n.g. ; Decken ohne Schultern; Trochanterenborsteu und Hinter-
episternen nicht sichtbar, Augen vorn an den Seiten des Kopfes, nicht vor-
ragend ; Fühlergeissel 7 - gliedrig) Simoni (San Esteban) S. 56 , lomjulus (ibid.),
guadulpianus (G.) S. 57, claviger (San Esteban) S. 58; Anchon. hispidus,
trossulus und cirriger gehören wahrscheinlich ebenfalls zu Anephilus; J.Faust,
Auchonin.
Äpotrepus (n. g.) densicollis (Arizona); Th. L. Casey, Col. Not., IV,
S. 695.
B üttikoferia {n. g.Vlomi^acm.) liberiensis (L.); W. Roelofs, Notes Leyd.
Mus., XIV, S. 137.
Canistes (n. g. Acalli affine; abdominis sutura prima distincta, valde ar-
cuata; segmento secundo multo lougiore quam 2 sequeutia, ut in Ac. nuchali,
ebenfalls Typus einer neuen Gattung) Schusteri (St. Louis, Missouri); Th. L. Casey,
Co). Not., IV, S. 447.
Carphonotus (n.g. Stenancylo affine) testaceus (Minnesota); Th. L. Casey,
Col. Not., IV, S. 694.
Catapastus (n. g., für Zygobaris conspersus Lee. und) diffiisus (Florida);
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 666.
Centrinites (n. g., a Centrino structura maudibularura et antennarum
diversum) strigicollis (Hotsprings, Karolina; Missouri); Th. L. Casey, Col. Not.,
IV, S. 616.
Centrinogyna (n.g., für Centrinus strigatus Lee. vmA) procera (S.Franzisko);
Th. L. Casey, Col. Not, IV, S. 622.
Centrinopus (u. g.) helvinus (Indiana; Illinois), alternatus (Maryland);
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 602.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 283
Cestophorus (n. g., wie Leprosomus, aber Fühlerschaft erreicht nur den
Augenhinterrand, Vorderhüften deutlich getrennt, für pararius Kirsch, necopiuus
Kirsdh buceros Kirsch und) idoneus (Columbien) S. 38, Simoni (San Esteban)»
S. 39, Guerini (Tovar), mendosus (Caracas), S. 40, gramdicollis (Corozal, Vene-
zuela), necessariiis (ibid.) S. 44, tribulus (Cauca - thal) , infidus (ibid.) S. 43;
J. Faust, Anchonin.
Ghaleponotus (n. g. Chalcoderraati affine; differt segmento abdominali
secundo longiore quam 2 seq. simul sumpt. ; coxis intermediis late separatis ; un-
guiculis tarsorum parvis, gracilibus, basi approximatis sed liberis) elusus (Indiana) ;
Tb. L. Casey, Col. Not., IV, S. 444
Ctenolobus (n. g., aspectum Barynoti praebens; corpus totum squamosum)
sqicamiger (Marokko); J. Desbrochers des Loges, Le frelon, S. 96.
Cyclomias (n. g.) w^/tocoides (Kleinasien) ; J. Desbrochers des Loges,
Le frelon, S. 120.
Cylloproetus (n. g. Sitoninarura Anypotacto Schh. propiquuum, humeris
deticientibus et coxis auticis sejunctis dignoscendum) murinus (Colonie Tovar),
modestulus (Columbien) S. 23, pyriformis (C. Tovar), vehemens (ibid.) S. 24,
Simoni (ibid.) S. 25; J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Desmoglyptus n. g. (Pseudobaridi affine, prosterno profunde sulcato,
coxis anticis remotis) für (Ampeloglypter) crenatus Lee; Th. L. Casey, Col.
Not., IV, S. 550.
Diaphorusl (n. g. Cyphin. ; Name wiederholt vergeben; „durch die wie
bei Chiloneus und Scythropus glatte, fein beschuppte und hinten erhaben ge-
]-andete Fläche an der Rüsselspitze nimmt diese Gattung eine Ausnahmestellung
ein; hinter Megalostylus einzureihen") morosus (San Esteban); J. Faust, Stettin.
Ent. Zeitg., 1892, S. 7.
Diastrophilus (n. g. Hyperin., a Phelypera scrobibus magis sultus directis,
epimeris metasternalibus non conspicuis diversum) astutus (S. Esteban); J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 32.
Dioptrophorus (n.g. Anchonin., wie Anephilus, aber Augen an den Seiten
des Rüssels und gewölbt, kräftig fazettirt, Schienen gerade; Vorderhüften schmal
getrennt, für Anchou. ocularis Fhrs. und) Sharpi (Guatemala) S. 58, simplex
(Mexiko), Fahraei (Guatemala) S. 59; J. Faust, Anchonin.
Dyscerus n. g. Hylobiin., für (Hyl.) macilentus BoJi. Type, cribratus Boel.,
elongatus Boel., notatus Pasc, consimilis Fst.; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 198; vergl. unten.
Eunyssobia n. nom. pro Euchaetes Lee. praeocc. ; Th. L. Casey, Col.
Nat., IV, S. 679.
Exophthalmida (n. g. Cyphin. Eustali affine, scrobibus basim rostri
versus dilatatis et evanescentibus, scapo marginem posteriorem oculorum paene
superante, processu abdominali longitudini metasterui aequilato diversum) ^Zrtwca
(Admiralitäts- und Salomon-L); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 188.
Geosomus (n. g. Pantopein., antennae submedianae, scapo marginem
posteriorem oculorum attingentes, rostnim basi obsolete trausverso-caualiculatum ;
tibi. post. corbulis apertis) Macleayi (Gawler); J. Faust, Stett. Entom. Zeitg.,
1892, S. 179.
Glyptoharis n. g., für (Onychobaris) rugicollis Lee; Th. L. Casey, Col.
Not., IV, S. 520.
284 l*li- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hesperobaris (n. g. Pseudobaridi affine, impressione prosteruali, processu
intercoxali, antennis aliter coustructis diversum) suavis (Austin, Texas; Missouri);
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 560.
Idiostethus (n. g. für Camptorrhinus calvus Say, Zygobaris subcalvus
Lee. und) elUpsoideus (Jowa; Missouri), dispersus (Alabama); Th. L. Casey,
Col. Not., IV, S. 654.
Iphthim07-(r)hiyius (n. g. Rhynchophorin.) Äustralasiae (Queensland);
W. Roelofs, Notes Leyd. Mus., XIV, S. 208.
Leptostylus n. g. (Episterua metath. haud conspicua; caput post oculos
constrictnm; rostruin couicum, scrobibus sub oculos flexis; scapus antennarum
marginem posticum oculorura uon superans; segmeutum abdominale secundum
3- io 4-toque simul sumptis aequilongum) für Cyphus juvencus Oliv.; J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 8.
Linonotus n. g., für (Centrinus) distinctus Boh.; Th. L. Casey, Col.
Not., IV, S. 603.
Madarellus n. g. für (Rhynchaenus) undulatus Say; Th. L. Casey, Col.
Not., IV, S. 540.
Metopotoma (n. g. Cossonin. Gononoto affine) repens (Kalifornien); Th.
L. Casey, Col. Not, IV, S. 690.
Microbaris (n. g. Pseudobaridi affine) (jalvestonica (Gr., Texas); Th. L.
Casey, Col. Not., IV, S. 561.
Nemosinus n. g. inter Styphloderem et Cotastrura, für (Anchonus) anguli-
coUis Suffr.; J. Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 18, Anm.
Neotocerus (n. g. Sphodrorrhinin.) Fausti (Ibembo); A. Duvivier, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 165.
Nicentrusl (n. g. für Centrinus lineicollis Boh., decipiens Lee, canus
I/ec. und) ingenuus (Illinois; Jowa; Texas) S. 610, scitulus (Texas) S. 611, effetiis
(Han creck, Florida), contradus (Florida) S. 613; Tli. L. Casey, Col. Not., IV.
Nyssonotus (n. g. prope Pseudopentarthrum) seriatus (El Paso, Texas);
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 701.
Oligolochus n. g. für (Zygobaris?) convexus Lee; Th. L. Casey, Col.
Not., IV, S. 648.
Oomorphidius n. g. für (Microcholus) erasus Lee. und laevicollis Lee;
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 659.
Oopterinus n. g. Otidocephalin. (ab Otidocephalo elytris ovatis, attenuatis,
postice acute rotundatis, humeris obsoletis, scutello nullo, oculis parvis diversum)
für (Otid.) perforatus Hörn; Casey, Col. Not., IV, S. 438.
Pagiophloeus (n. g. Hylobiin., für Aclees pacca F., Type, und) javanicus
(J.) S. 196, Rühli (ibid.) S. 197; J. Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892.
Pantorrhytes (n. g. Behrens i. 1., Pachyrrhynchin., für Pach. chrysoraelus
Montr., Type, biplagiatus Criier., quadriplagiatus Gestr., plutus Oberth. und)
Batesi (Neu-Guinea); J. Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892, S. 194.
Parameleus (n. g. Hylobiin.; metasternum coxis medianis vix aequilongum;
rostrum cylindricum, vix arcuatum; scrohes laterales margine inferiore ad
marginem inferiorem oculorum ducti; antennae .subapicales , art. 2. funicnli
elongato; femora clavata, dentata, tibiae rectae intus bisinuatae apice unguiculo
subcentrali ($) vel horizontali {^) et mucrone parvo instructae) Stevensi Jekel
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 285
j. 1. (Colonie Tovar) S. 34, insignatus (ibid.), negledus (Caracas) S. 35; J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Paraphilernus u. g.; Type bilunulatus Desbr., während fariuosus Gyll.
Type von Philernus ist. J. Desbrochers des Loges, Le frelon, II, S. 71.
Paraplinthus n. g. (a Plintho episternis metasteiiialibus conspicuis,
scrobibus ante oculos abbreviatis diversiim) für (Plinth.) carinatus iJo/«. ; J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 49.
Pentarthrinus (n. g. für Amaurorrhinus nitens Hörn und) parvicoUis
(Peunsylv.; Virginia) S. 699, ^mcws (Florida), atrolucens (ibid.) S. 700; Th. L.
Casey, Col. Not., IV.
Plesioharis (n. g., a Pseudobaride prosterno non sulcato, coxis modice
separatis, unguiculis parvis, sed plane liberis diversuui, für Pseudobaris albilatus
Lee, Baridins T-signum Boh. und) signatipes (Tampo, Florida) S. 510, aemula
(Florida) S. 512, disjuncta (Michigan; Missouri; Indiana; Süd-Karolina) S. 513;
Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Polymicrus (n. g. Hylobiin., a Parameleo, vid. supr., antemiis nnilto
brevioribus, artic. 1. funiculi incrassato quam 2-do longiore, femoribus haud
cjavatis niinute dentatis, tibiis intus vix bisinuatis, apice unguiculatis, tarsis
brevioribus distinctum) tessellatus (Colonie Tovar) S. 36, tuitus (S. Esteban) S. 37;
J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Promecotarsus (n. g.Erirrhin. Smicrouychi affine, tarsis longioribus, artic.
3-tio minore, 4-to longissimo, reliquis tribus subaequilongo diversum) maritimus
(San Diego, Kalif.) S. 409, densiis (Nebraska), fumatus (Montana) S. 410; Th. L.
Casey, Col. Not, IV.
Pseudaclees n. g. für (Hylobius) fasciatus Pascoe = Aclees bifasciatus
Beshr.; J. Faust, Stettin. Ent. Zeitg., 1892, S. 50.
Pseudanchus (n. g. Hilipin.) aequatorius (Ekuador); J. Faust, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 203.
Pseudoharynotus n. g., für (Baryn.) laticeps Bb.; J. Desbrochers des
Loges,, Le frelon, S. 102.
Psomus (n. g. Zygopin. Acopto affine; antennarum clava gracili non-
annulata, tarsis brevibus unguiculis appendiculatis majoribus diversum) politus
(Indiana); Th. L. Casey, Col. Not, IV, S. 450.
Pycnobaris (n. g. Baridi affine, corpore squamoso distinctum, für Baris
pruinosa Lee. und) squamotecta (Texas); Th. L. Casey, Col. Not.j IV, S. 515.
Bhadinomerus S. 46 (n. g. Sophrorrhinin. , a Mechistocero femoribus
linearibus, segmentis 2 primis liberis, processu intercoxali abdominis latiore
diversum) vigüans (Borneo; Sumatra) S. 215, maestus (Neu-Guinea), stolidus
(Sumatra) S. 216, simplex (ibid.) S. 217; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Phamphocolus (n. g.) tenuis (Aixstin, Texas); Th. L. Casey, Col. Not.,
IV, S. 703.
Bhinochrosis (n. g. Mylaco affine; rostro apice elevatione sublaevi,
postice arcuata, praedito; antennis gracilioribus; corpore squamulis obtecto
diversum) subglobatus (Tanger); J. Desbrochers des Loges, Le frelon, S. 122.
Bhyparonotus (n. g. Anchonin., wie Anchonus, aber Vorderhüften von
einander getrennt, für Anchonus libertinus Kirsch, immundus Kirsch, lineatus
Kirsch, dolosus Kirsch und) mendax (San Esteban) S. 54, Jekeli (ibid.) S. 55;
J. Faust, Anchonin.
286 PI'- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Schizonotus (n. g. Erirrhiu. Raymondionymo Woll. proximum; funiculus
antennarum 7-artic.) caecus (Kalifornien); Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Simophorus (n. g. Phyllohiin., a Parascythropode unguibus liberis, talo
tibiarum post. asceudente, thoracis margine antico obliquissime subtus truucato
diversum) pusfulosus (San Esteban); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 19.
Sophronopterus (n. g. Sophrorrhinin., a Mechistocero segraentis 3 ab-
dominalibus intermediis aequilongis, segniento 1. apice truncato et libero, femoribus
apicem corporis superantibus diversum) humeralis (Sumatra); J. Faust, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 214.
Stenancylus (n. g. Cossonin. Macrancylo affine) Colomboi (Florida); Th.
L. Casey, Col. Not., IV., S. 693.
Stictobaris (n. g., für Onychobaris cribrata Lee. und) pimalis (Arizona)
S.517, subacuta (Las Vegas; Neu Mexiko) S. 518, Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Trepobaris (n. g.) elongata (Texas); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 519.
Trigonosomus (n. g. Cryptorrhynchin. Cryptacro, Oemethylo, Rhinocheno
affine, femoribus incrassatis, valide dentatis, a Cryptacro episternis metasternalibus
latis, a Rhinocheno femoribus subtus uon sulcatis diversum) (Zraco, (Neu- Guinea);
J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 220.
Acalles profusus (Texas); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 446, edoughensis
(Mt. Edough, Böne), subglobatus (ibid.) S. 97, 1-costatus (Oran) S. 98, longus (Mt.
Edough) S. 99 J. Desbrochers des Loges, Le frelon, IL
Acamptus echinus (New York); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 445.
Aclees Lacordairei Desbr. = porosus Pasc; Roelofsi gehört zur Gattung
Pagiophloeus, und bifasciatus Desbr. = Hylobius fasciatus Pasc; J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 50; vgl. d. vor. Ber. S. 276 und oben, Pseudaclees n. g.
Agnesiotis blaiida (Australien); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 180.
Agathinus Broun ist wahrscheinlich sj'nonyra mit Agnesiotis; derselbe,
ebenda.
Aleides eruditus Faust i. 1. (Ibembo, Kongo) S. 312, Josephus (ibid.) S. 314;
A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg. , 1892, Bicitteri (^ eu-Gnme&), jiervkax
(ibid.) S. 207, reductus (ibid.), sellatus (Sumatra) S. 208, patruelis (ibid.; Java)
S. 209; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
KWomimwii politus (Texas); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 692.
Ambates nobilis (S. Esteban) S. 40, bipurtitus (ibid.), Buqueti (ibid.), S. 41;
J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Ampelogiypter longipennis (Pennsylv., Maryland, Nebraska); Th.L. Casey,
Col. Not., IV, S. 549.
J. Faust vereinigt a. a. 0. in seiner Gruppe Auchoninae die Arten
mit folgenden Merkmalen. Der Rüssel ist diametral in den kugeligen, nackten
und kaum sichtbar punktirten Kopf gleichsam eingepflanzt, die Schienen sin<l
ziemlich gereiht beborstet, zuweilen längsgekielt; das erste Glied der Fühler-
keule ist stets kürzer als die übrigen zusammen; Deckenstreif 10 nur an der
Basis, höchstens auch noch an der Spitze deutlich, Abdominalfortsatz mindestens
so breit als die Hiuterhüfteu , Hinterbrust höchstens so lang als die Mittel-
hüften; Fühler 7- oder 8-gliederig. Die Arten sind gewöhnlich mit einer Erd-
kruste bedeckt; von einigen ist der Aufenthaltsoit „unter Geniste", „am Meeres-
ufer unter Brettern" angegeben. In die Gruppe gehören die Gattungen Le-
prosomus Guer., Cestophorus, Anchonus Seh., Bhyparonotus, Anephilus,
im Gebiete der Entomologie wählend des Jahres 1892. 287
Bioptrophorus, Oucorrhinus Seh. Es sind 68 Arten behandelt, darunter die
meisten neu.
Anchonus imnamensis (P.), pudens (Guadeloupe) S. 43, laticollis (S. Esteban,
Corozal) S. 44, fraterculus (Costa-Rica) S. 45, murcidus (ibid.), fraudulentus
(Mexiko) S. 46, intricatus (Panama), brevis (Corozal) S. 47, mirus (Guatemala),
S. 48, Kirschi (Columbien), pedestris (Mexiko) S. 49, tardus (Fonteboa, Amaz.)
S. 50, morulus (S. Esteban), femoralls (Corozal) S. 51, confinis (Honduras), junix
(Bogota) S. 52, affaber (Caucathal) S. 53, confidens (San Esteban) S. 54; J. Faust,
Anchonin.
Anthonomus eurtulus (Syrien); J. Desb rochers des Loges, in einem
tabl.esp., Le frelon, 11, S. 112 u. 136, Faillae (Sizilien) S. 138; derselbe, ebenda.
Anypotactus sulcicollis (Colonie Tovar); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg..
1892, S. 21.
Apion sulcatum S. 379, Taf. XI, Fig. 22, levirostre S. 381, Fig. 23, parvum
S. 382, Fig. 24, (primordiale Heijd.) (tertiär); B. Förster, a. a. 0.
Apion fallaciosum (Algier), tui-kestanicum (T.) S. 107, swicinum (ibid.),
Reitteri (Margelan) S. 108; J. Desb rochers des Loges, Le frelon.
Apirocalus cornutus Pascoe var. ebrius (Neu Guinea); J. Faust, Stett.
Eutom. Zeitg., 1892, S. 189.
Arachnopus fossulatus (Neu Guinea), stigmatus (ibid.) S. 223, fenestratus
(ibid.) S. 224; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Attelabus (Lamprolabus) bihastatus (Jünnan); J. Frivaldszky, Termösz.
Füzetek, XV, S. 117.
Auletobius glaber (Caracas), tibialis (Colonie Tovar); J. Faust, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 43.
Aulobaris dux (Nebraska); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 546.
Axionychus insignis Pascoe durch seine Aehnlichkeit mit der Rinde
von Sterculia, auf der er sich aufhält, geschützt; Froggatt, Proc. Linn. Soc.
N. S. W. (2), VL S. 381.
Bagous palintonus S. 396, Taf. XII, Fig. 9, bicolor S. 397, Fig. 10 (tertiär);
B. Förster, a. a. 0.
Balaniuus nivosus (Neu Guinea) S. 205, jAuto (ibid.) S. 206; J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, Faillae (^); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
1892—93, No. 8—9, S. 113, in einer tabellarischen Uebersicht der Arten.
J. Desbrochers des Logos nimmt eine revision des Baridiides
d'Europe et des contrees limitrophes vor; Le frelon, II, S. 19—69
(Baridius, Lissotarsus).
Baridius Abeillei (Syrien) S. 44, litigiosus (Sarepta) S. 45, insularis
(Korsika) S. 48, triplagiatus (Griechenland, Syrien) S. 49, strictkollis
(Syrien) S. 54, edoughensis (Böne) S. 55, corinthius Fairm. i. 1. (Biskra, Teniet-
el-Haad) S. 57, siciliensis (S.) S. 59, mednoides (Tunis) S. 62, Bemaisoni (Aegypten)
S. 64; J. Desbrochers des Loges, a. a. 0., nebst Kirschi Famt S. 38 und
atronitens var. algiricus, gallicus S. 41, morio var. Lethierryi S. 48.
Baridium naviculare (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 387, Taf. XII, Fig. 2.
Th. L. Casey sieht (Col. Not., IV, S. 460 ff.) den Hauptcharakter der
Barini in dem deutlichen Schildchen und den seitlich und aufwärts vor-
gezogenen mesosternalen Epimeren, welche die Flügeldecken an den Schultern
schräg abstutzen und oft von oben sichtbar sind. Er stellt eine analytische
288 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Tabelle der (39) nordamerikanischen Gattungen auf, unter denen Plesiobaris,
Pycnobaris, Stictobaris , Trepobaris, Glyptobaris, Madarellus,
Desmoglyptus, Hesperobaris, Microbaris, Centrinopus, Linonotus ,
Nicentrus, Centrinites, Centrinogyna, Oligolochus, Oomorphidius ,
Idiostethus , Catapastus neu sind. Madarus biplagiatus Lee. und Cono-
proctus quadripustulatus (F.) gehören in eine Gattung, Conoproctus Lee; als
Typen für Madarus bähen vorticosus und migrator zu gelten.
Barilepton famelicum (Greeley, Kolorado) S. G77, falciyer (Kalif.) S. 678;
Th. L. Casey, a. a. O.
Barinus suffusus (Texas) S. 670, di^ficilis (Kalifornien) S. 671, curticollis
(Missouri, Louisiana) S. 673; Th. L. Casey, a. a. 0.
Baris ingens (Ai'izona) S. 476, arizonica (ibid.) S. 478, Impidula (Kolorado),
gravida (Big Springs, Texas) S. 479, callida (Georgia) S. 481, lubrica (Florida)
S. 482, soluta (Louisiana, Arkansas, Kolorado) S. 484, floridensis (Fl.) S. 485,
vespertina (Arizona) S. 486, ohlongula (Kolorado) S. 487, dilatata (Kalifornien)
S. 488, cuneipennis (Austin, Texas) S. 489, aprica (Arizona, Kolorado), dolosa
(Long Isl., Pensylv., Indiana, Jowa) S. 490, zuniana (Arizona) S. 491, op)acula
{K&\\i.), porös icollis (Nebraska) S. ^'d2, pimctiventris (Louisiana, Missouri, Indiana)
S. 493, rubrijies (Kalif.) S. 494, hrunneipes (ibid.) S. 495, deformis (Nord-Karolina,
Indiana, Missouri) S. 496, futilis (Kalif.) S. 497, inconspicua (Kolorado) S. 498,
subsim'dis (Pensylv., Indiana, Missouri), socialis (Missouri, Texas) S. 499, aperta
(Dakota) S. 500, abruxda (Pensylv.), tenuestriata (S. Franzisko) S. 501, discipula
(Indiana) S. 503, scintillans (Florida) S. 504, aeneomicans (Massachusetts), hyperion
(Florida) S. 505, vitreola (ibid.) S. 506, ancilla (ibid.), splendens (ibid.) S. 507,
exigua (Austin, Texas) S. 508; Th. L. Casey, Col. Not., IV, rectirostris
(Alexander-Geb.); J. Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 63.
Barynotus scutatus (Finnland) ; J. DesbrochersdesLoges, Lefrelon,S. 99.
Blosyrus obliquatus Faust i. 1. (Ibemho, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 164.
Brachyonius histrio (Colonie Tovar), hicostatus (ibid.) S. 14, Sallei (Caracas,
Corosal) S. 15; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Brachyomus ornatus Fleischer (Böhmen); G. Sti erlin, Mitth. Schweiz,
entom. Gesellsch., VII, S. 366.^
Bradybatus tomentosus (?); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
1892—93, S. 117, in einem tabl. des e.sp.
Cactophagus subnitens (Arizona); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 685.
Calandra rugicoUis (Florida); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 687.
Calandrinus insujnis (Kolorado) S. 619, obsoletiis (ibid.) S. 620; Th. L.
Casey, Col. Not., IV.
Camptorrhinus cineritius (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI,
S. 118.
Catamonus robustus Kolbe ist ein HeteroStylus i^aws^; J.Faust, Stett.
Ent. Zeitg., 1892, S. 47
Caulostrophus laticollis (Am-Sefra); A. Bonnaire, Revue d'Entomol.,
XI, S. 317.
Th. L. Casey theilt, Col. Not. IV, S. 5731, die Arten der Gattung
Centrinus in 10 Gruppen und beschreibt (1) C. tortuosus (Texas) S. 580, (II)
albotectus (Florida, Texas) S. 582, (III) grisescens (N. Karolina, Ohio, Illinois,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 289
Missouri) S. 583, finitimus (Texas, Missouri), Jiospes (TuQson, Ariz.) S. 585,
clarescens (Distr. von Columbia) S. 586, exulans (Gallup, Neu-Mexiko) S. 588,
(V) acuminatus (Tugson, Texas) S. 590, globifer (El Paso, Texas) S. 591, (VIII)
nuhecula (Texas), dientulus (Columbus, Texas) S. 594, (X) denticornis (Nord-
Karolina, Kansas) S. 597, salebrosus (New York, Indiana, Kentucky, Dakota,
Kolorado, Texas) S. 598, pinguescens (Littlerock, Arkansas) S. 599, indverulentus
(N. Kaiolina, Austin, Kolorado) S. 600.
Ceuthorrhynchus Fiseheri S. 390, Taf. XII, Fig. 4, crassirostris Fig. 6,
obliquus Fig. 5, S. 392 (tertiär); B. Förster, a. a. O.
Chalcocybebus Bichteri (Neu- Guinea); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 205.
Cbiloneus ottomanus (Türkei); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
S. 113.
Chirozetus elaphus (Sumatra); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 221.
Cleonus pudicus Mm. = fronto Fisch.; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 45.
J. Desbrochers des Loges beendet die revision du groupe des Cneor-
rhinides-Barynotides et monographie des Cneorrhinus; Le frelon,
S, 77-107.
Coeliosomus Motsch. = Mecysmoderes ScJih.; J. Faust, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 47.
Colobodes ^MrZ^aiits (Neu-Guiuea); J Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 210.
Compsus virginalia (San Esteban), hiimi/ressus (Corosal) S. 9, Simoiii
(Caracas, Colonie Tovar) S. 10, croesus (C. Tovar) S. 11, spectabüis (S. Esteban)
S. 12, gemmeus (ibid.) S. 13; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Conotrachelus compositus (Arizona) S. 439, carinifer (Texas) S. 440, integer
(Tu^son, Arizona^, duplex (Kalifornien) S. 441, rotundus (Austin, Texas) S. 442;
Tb. C. Casey, Ool. Not., IV.
Corigetus discolor (Sumatra), neglectus (ibid.) S. 190, alhovarius (Borneo)
S. 191; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, humiUs (Obbia); R. Gestro, Ann.
Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 783.
Cratopus aurostriatus (Seychellen); L. Fairmaire, Bull. Soc. Eutom.
France, 1892, S. CLL
Cryptorrhynchus (?) incertus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 389, Taf. XII,
Fig. 3.
Cyclomaurus Moraguesi (Algier) S. 117, hoghariensis (B., Algier) S. 118,
Vmdogeri (Tunis) S. 119; J. Desbrochers des Loges, Le frelon.
Cylloderus Josephii.s (Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 58.
Cyphicerus erinaceus (Sumatra) S. 191, praecanus (Neu-Guinea) S. 192;
J. Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892.
Dermatodes albarius (Eugauo) S. 185, succinctus (Sumatra), aptus (ibid.)
S. 186; J. Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892.
Dereodus cylindricolUs (zw. Obbia und Beibera) S. 781, elongatus (Uebi)
S. 782; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XIL
Desmidopborus Duhrni (Sumatra) S. 211, praetor (Almahera) S. 212;
J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Tb. L. Casey stellt in seinen Coleopt. Notices, IV, S. 361 ff. eine synoptische
Arch f. Natui-gesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. T
290 Ph. Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Tabelle der (26) Dorytomus-Arten auf und beschreibt D. inaequalis (Los
Angeles) S. 364, hrevisetosus (Arizona) S. 365, amplus (Kolorado), parvicolUs
(Indiana), hystricula (Kalifornien) S. 368, filiolus (Kolorado) S, 370, nuheeulinus
(ibid.) S. 371, cuneatulus (Siskiyou Co.), alaskanus (A.) S. 374, marginatus (Kalif.),
indiff'erens (New York, Illinois, Jowa , Kansas) S. 375, vagenotatus (Indiana)
S. 376, fusciceps (Jowa) S. 377, marmoreus (Neu-Mexiko) S. 381.
Dysceri;s virgatus (Sumatra) S. 198, cruciatiis (Java) S. 199, Linnei (Sumatra)
S. 200; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Edmundia sericea (Milmil, Somali); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova
(2. S.), XII, S. 780.
Elytrodon Baudii (Sizilien); G. Stierliu, Mitth. Schweiz, ent. Ges., VIII,
S. 363, II Natur. Sicil., XI, S. 156, impressifrons (Teniet-el-Haad, Algier) S. 115,
carinifrotis (Konstantine) S. 116; J. Desbrochers des Loges, Le frelon.
Epistrophus cristulatus (S.Esteban); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S.32.
Eremotes Heydeni (Turkestan); J. Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892.
S. 104.
Esamus (Cercophorus) floccosus, fistulosns und crassipes Chvrl. sind eine
Art = (Cercophorus) Verlorenii Vollenh.; 3. Faust, Stett. Ent Zeitg., 1892, S. 50.
EugithopiTs nobilis (Brunei, Borneo); W. Roelofs, Notes Leyd. Mus.,
XIV, S. 7.
Eugnamptus bifenestratus (S. Esteban), apicalis (ibid.); J. Faust, Stett.
Ent, Zeitg., 1892, S. 42.
Eupholus compositus (Neu Guinea); J.Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892,
S. 188.
Foucartia Karamani (Dalmatien); G. Stierlin, Mitth. Schweiz, entom.
Gesellsch., VIII, S. 364, conicicollis (Ordubad); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 153.
Gymnetron profundicolle (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 393, Taf XII,
Fig. 7.
Gymnetron nigritarse (Mt. Edough, BOne) S. 93, furcatum (Syrien) S. 94,
hircinum (Algier), aper (Syrien) S. 95, hirsutum (Antilibanon), canescens (Teniet-
el-Had) S. 96; J. Desbrochers des Loges, Le frelon, II.
Hadromerus scahricollis Chevi". i. 1. (Columbien; Colonie Tovar); J. Faust,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 1.
Hilipus (?) mediator (San Esteban); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 38.
Himatium nigritulnm (Florida); Tb. L. Casey, Col. Not., IV, S. 691.
Homoeonotus Jekeli (S. Esteban) S. 29, Lacordairel (Venezuela) S. 30;
J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Hyphautus maculifer (?) S. 16, distinguendus S. 17, uncinatus, dehiscens
S. 18, baccifer var. teretirostris S. 19 (die Arten, ohne nähere Vaterlandsangabe,
sind wohl alle aus Brasilien); J. Desbrochers des Loges, Le frelon, II, in
einer Revision der Gattung, S. 12—19.
Hypsonotus umbüicatus (S. Esteban) J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S.28.
Ithyporus nigro-signatus (Djabir-Bandja); A. Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 316.
Larinus largirostris (tertiär); B. Förster, a. a. 0 , S. 386, Taf. XII, Fig. 1.
Larinus fere^^mscw^Ms (Kleinasien) ; J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
II, S. 12, numidicus (Konstantine) S. 89, vülosiventris (Sizilien) S. 90, (auch
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 291
Natural. Sicil. XII, S. 37), villosicollis (Alger) S. 91, distwguendm (Syrien) S. 92,
senilis var. ruhripes S. 93; derselbe, ebenda.
Leprosomus sulcicoUis (Cauca-tlial) S. 36, Schünherri (Bogota), contractus
(Neu Granada) S. 37, vicarius (Cauca-thal) S. 38; J.Faust, Anchoninae.
Leptostylus (Gattungsdiagnose!) suturdlis (La Guaira); J. Faust, Statt.
Ent Zeitg., 1892, S. 8.
Th. L. Oasey vertheilt (Col. Not., TN, S. 624 f.) die Arten der Gattung
Limnobaris in 5 Gruppen und beschreibt (I) L. bracatül (St. Louis, Missouri)
S 627, limbifer (Florida), blandita (Austin) S. 628, tabida (Illinois) S. 629, depla-
nata (Knokuk, Jowa) S. 630, denudata (Florida) S. 632, planiuscula (Texas)
S. 633, oblita (Wisconsin) S. 634, seclusa (Arizona) S. 635, (III) ebena (Texas)
S. 631, puteifer (Indiana?) S.639, concurrens (Columbia) S.640, fratercula (Florida),
seminitens (Nebraska) S. 642, (IV) nitidissima (Galveston, Texas) S. 644.
Liophloeus PauUnoi (Azambuja, Portug.); J. Desbrochers des Loges,
Le frelon, S. 88.
Limonobius Theryi (Algier); F. Guillebeau, Revue d'entomolog. , X,
S. 324.
E. Lefövre meldet den Fund von Liosoma pyrenaeum bei Bordeaux;
der Käfer findet sich an den Wurzelstöcken von Clandestina rectiflora und lebt
vielleicht von Ficaria ranunculoides; Bull. Soc. Entoni. France, 1892, S. CXXf.
Zur Deutung des Lixus ( fascicularis d'ürvüle und) defloratus Oliv, s
J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 44f. ; turkestanus i^aMsi nicht = circum
cinctus Bo7i.; scapularis i^aws^ vielleicht = cinerascens Bob. var.; ebenda, S. 46
Lixus üimbirensis (Ibembo, Kongo); A. Du vi vi er, Ann. Soc. Entom. Belg.
1892, S. 164, feeundus (Alexander-Geb.) S. 61, imitator (ibid.; Margelan) S. 62
Christophi (Kaukasus) S. 63; J. Faust, Deutsch. Entom. Zeitschr. , 1892, albo-
pictus, farinifer (beide im Araxesthal, cylindrus F. äusserst ähnlich); E. Reitter,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 64.
Berosiris Pasc. = Mechistocerus Fauv.; J. Faust, Stett, Ent. Zeitg.,
1892, S. 46; vgl. oben Rhadinomerus n. g.
M. Pascoei (Sumatra); derselbe, ebenda, S. 213.
Meira Baudii (Rom, Campagna); G. Stierlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges.,
Vni, S. 362, subplana (Mitidja, Algier), sicula (S.) S. 4, subconiceps (Alger) S. 5,
tunicensis (Tunis) S. 6; J. Desbrochers des Loges, Le frelon, II.
Menetypus opalescens (Caracas), Kirschi (ibid.) S. 2, tnodestus (ibid.) S. 3,
robustus (Colonie Tovar) S. 4; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Metacinops calabrusl (K.); G. Stierlin, Mitth. Schweiz, ent. Ges., Vm,
S. 361.
Metallites Damryi (Sardinien); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
II, S. 2.
Minyops BertoUnii (Rom); G. Stierlin, Mitth. Schweiz, entom. Gesellsch.,
VIII, S. 364.
Mitophorus globosus (Las Ei, Somali) S. 778, humerosus (Uebi) S. 779;
R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S), XII.
Myllocerus benignus (Aschabad); J. Faust, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892,
S. 60, debilis (Obock), sparsutus (ibid.); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI,
S. 117.
Nauphaeus simius (Philippinen) ; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 222.
292 Pli- Bertkau: Beiiclit über die wisseni-cliaftliclieii Leistungen
Notaris dalmatina; G. Stierlin, Mittb. Scbweiz. entom. Gesellscb., VIII,
S 365.
Onychobaris corrosa (Kolorado), de^jressa (Sa. Monica, Kalif.) S. 525, mille-
2wra (Neu-Mexiko; Kolorado) S. 526, austera (S. Diego, Kalif.) S. 527, insidiosa
(W. Texas; S. Kalif.) S. 528, arguta (Kalif.) S. 529, audax (Kalif.), sticüca
(Arizona) S. 530, mystica (Arizona, Texas) S. 531, egena (Arizona) S. 532,
ambigua (ibid.), pauperella (ibid.) S. 533, remota (El Paso, Texas) S. 535, molesta
(Arizona) S. 536, illex (Kolorado) S. 537, diluta (Texas) S. 538, porcata (Arizona)
S. 539; Tb. L. Casey, Col. Not., IV.
Onychogymnus ursulus (Madagaskar) S. 50, (?) ocellatus (Gabon) S. 51 ;
W. Roelofs, Notes Leyd. Mus., XIV.
Ortboris cylindrifer (Arizona); Tb. L. Casey, Col. Not., IV, S. 571.
Ortbori'bimis alboqxirsus (Neu-Guinea) ; J. Faust, Stett. Eut. Zeitg., 1892,
S. 204.
Otidocepbalus nivosus (Arizona; Texas) S. 429, insignis (El Paso, Texas),
edriatus (Las Vegas, Neu-Mexiko) S. 430, cgregius (Arizona) S. 431, floridanus
(F.) S. 433, speculator (Texas) S. 434, ruficornis (Arizona) S. 435, cavirostris
(Florida) S. 437; Tb. L. Casey, Col. Not., IV.
Otiorrbynchus Brauciki am St. Bernbard; Cbobaut, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. CCXXIV; Le Naturaliste, 1892, S. 271.
Otiorrbynchus Kelecsenyii (Ungarn, Nitr. Com.); J. Frivaldszky, Tennesz.
Füzet., XV, S. 132, nevadensis (Sierra Nevada) S. 357, latifrons (Abruzzen)
S. 358, (Tournieria) brevipennis (Kreta), thoracicus (Mt. Barone, Penniniscbe
Alpen) S. 359; G. Stierlin, Mittb. Scbweiz. ent. Gesellscb, VIII, (Tournieria)
hystericus (Alexander-Geb.); J. Faust, Deutsch. Entom. Zeitscb., 1892, S. 61,
abchasicus (A.); C. Rost, ebenda, S. 402.
Observations sur les especes du genre Oxyopisthen et des g eures
voisins; W. Roelofs, Notes Leyd. Mus., XIV, S. 33-37; 133—135. Die
Gattung Stenophida ist von Oxyopisthen verschieden, und St. linearis Pasc.
nicht = Oxyopisthen suturale lioel., Stenopb. (?) trilineata Auriv.
Pandeleteius angustirostris (Colouie Tovar); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg.,
1892, S. 5.
Parascytopus Baudii (Kalabrien); G. Stierlin. Mittb. Schweiz, ent.
Gesellscb., VIII, S. 361.
Paratasis viridiaenea (Ostjava); K. M. Heller, Notes Leyd. Mus., XIV,
S. 269.
Peritelus Vitalei (Messiua); J. Desbrochers des Loges, II Natur. Sicil.,
XI, S. 233 und Le frelon, II, S. 7, Lostiae (Sardinien); derselbe, a. 1. 0., S. 88.
Pbacepbolis albaria (La Guaira); J.Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 6.
Pbyllobius Emgei Stierl. =^ brevis Gyllh. ^; E. Reitter, Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 239.
(Pbyllobius) Mariae Faust ist ein Leucodrusus, aber keine Var. von
tibialis Gyllh., sondern eigene Art; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 45.
Pb. siculus (S.); G. Stierlin, Mittb. Scbweiz. ent Gesellscb., VIII, S. 360,
II Naturalista Sicilian., XI, S. 156, Delagrangei (?); J. Desbrochers des
Loges, Le frelon, II, S. 3.
Phyrdenus bullatus (Arizona); Tb. L. Casey, Col. Not., IV, S. 458.
im Gebiete der Entomologie wäliieiid des Jahres 1892. 293
Phytobius velatus bei Detroit, Mich., gefiiuden; ueu ist Ph. griseotnicans
(Kansas; Dakota); E. A. Schwarz, Proc. Entom. Soc. Washington, II, S. 165.
Phytoscaphus leporinus (Sumatra); J. Paust, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 193.
Piazomias Desgodinsi (Jarkalo, Tibet) S. 115, Fuusti (Nanking) S. 116,
trapezicoUis (ibid.) S. 117; J. Privaldsky, Termesz. Füzetek, XV.
Ueberdie Biologie desPissodes scabricollis Eedt. s. A. Pauly, Forstlich-
naturwissenschaftl. Zeitschr., 1892, Heft 9.
Pissodes (?) planatus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 395, Taf. XII,
Fig. 8.
Polydrosus pulchellus (Dalmatien); Gr. Stierliu, Mitth. Schweiz, ent. Ges.,
VIII, S. 363, Delagrangei (Kleiuasien); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
n, s. 1.
Promecops luteus (S. Esteban) S. 25, jucundus (Porto Cabello) S. 26, OUvieri
(S. Esteban) S. 27, Stimulans (ibid.) S. 28; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Pseudobaris luctuosa (Cedar Keys, Florida), discreta (Texas) S. 554, fausta
(Arizona) S. 555, luguhris (Albuquerque, Neu Mexiko) S. 557, caelata (ibid.)
S. 559; Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Pseudocholus hivittatus (Neu-Guinea) S. 224, Lacordairei (ibid.) S. 225,
viridimicans (Amboina) S. 226; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Pseudopentarthrum robustum (Austin, Texas), simplex (Nebraska); Th. L.
Casey, Col. Not., IV, S. 697.
Ptochus interruptus (Ephesus) S. 122, vagepictus (Morea) S. 123, L. Des-
brochers des Loges, Le frelon.
Rhyncolus pullens (S. Franzisko) S. 703, spretus (Kalif.), dilatatus (ibid.)
S. 704, relictus (Neu-Mexiko) S. 705, nimius (ibid.) S. 706, discors (Florida) S.707;
Th. L. Casey, Col. Not., IV, syriacus (S.) S. 80, dalmatinus (D.) S. 81; J.
Desbrochers des Loges, Le fcelon, II, sulcirostris (Hailands Tylö); C. G.
Thomson, Opusc. entom., XVII, S. 1862.
Rhypochromus Motsch. = Phytoscaphus Schh.; J. Faust, Stett. Ent
Zeitg., 1892, S. 47.
Rhyssematus ovalis (Texas); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 443.
Rhytirrhinus confusus (Griechenland, bisher mit deformis vermengt) S. 8,
carthagenensis ! (Cartagena, Spanien) S. 9, varipes (Oran) S. 10, monstmosus
(Algier) S. 11; J. Desbrochers des Loges, Le frelon, IL
Sciaphilus siibnudus (Griechenland); J. Desbrochers des Loges, Le
frelon, S, 114.
Sipalus AurivilU! (Djabir-Bandja, Kongo); A. Duvivier, Ami. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 166.
Smicronyx antiqmis (tertiär); B. Förster, a. a. O., S. 399, Taf. XII, Fig. 13.
Smicronyx lineolatus (Illinois, Texas) S. 385, quadrifcr (Arizona) S. 388,
profusus (ibid.) S. 389, intricatus (El Paso, Texas) S 390, imbrkatas (Kalif.,
Arizona) S. 391 , süaccus (Arizona) S. 392, spurcus (Texas) S. 393, S2)arsus
(Kolorado) S. 394, pleuralis (Arizona) S. 395, connivcns (St. Louis, Missouri)
S. 398, fiducialis (Jowa) S.399, congestus (Kolorado) S. 401, scujittatus (Rhode Isl.)
294 Pfa- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
S. 402, sculpticollis (Virginia, Indiana, Texas), instabilis (Kalif.) S. 403, apionides
(Asheville, Nord-Karoliua), perpusillus (Florida) S. 405, defricans (Kalif.) S. 406,
gibbirostris (Delaware), squalidas (Pensylvania, Distr. v. Columbia, Indiana)
S. 408; Th. L. Casey, Col. Not. IV, mit analytischer Tabelle der Arten auf
S. 382 - 385.
Sphenocorynus scutellatus (Sumatra); J. Paust, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 227.
Stethobaris incompta (Florida) S. 655, corujermana (Massachusetts, New
York, Missouri), egregia (Arizona) S. 657; Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Strophomorphus uniformis (Syrien); J. Desbrochers des Loges, Le
frelon, S. 117.
Styphlus ursics (Griechenland); J. Desbrochers des Loges, Le frelon,
n, S. 89.
Synthlibonotus rufipes Schönh. i. 1. (Colonie Tovar) S. 17 , scap)ha (ibid.),
mucronatus (ibid.) S. 18; J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Taenophthalmus costifer (Taschkent); L. v Hey den. Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 108.
Temnoschoita eruditus (Ibembo), basipennis (ibid.); A. Duvivier, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 166.
Tentegia basalis (Peak-Downs) S. 181, ingrata (Endeavour) S. 182, sana
(Peak-Downs) S. 183; J. Faust, Stett. Entom. Zeitg., 1892.
Thylacites submttatus (Murcia) S. 110, cretaceus (Daya, Algier) S. 110,
suhahenus (Algier) S. 112; J. Desbrochers des Loges, Le frelon.
Thysanocnemis graphica (Arizona) S. 425, squamiger (ibid.)., horridula
(S. Kalif.) S. 426; Th. L. Casey, Col. Not., IV.
Tragopus fossulatus (Celebes), brevis (Java) S. 218, siilcifrons (ibid.) S. 219;
J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Trichobaris insolita (Florida) S. 565, covipacta (S. Kalif., Arizona) S. 566,
cijlindrica (Arizona) S. 567; Th. L. Casey, Col. Not, IV.
Trochorrhopalus sumatranus (S.); J. Faust, Stett. Ent. Zeitg., 1892?
S. 227.
Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 411, vertheilt die Tychius- Arten in
4 Untergattungen nach folgendem Schema: Antennarum fuuiculus 7-artic.; corpus
robustum, ovale; intervalla elytrorum setis recurvis plane destituta ... I.
. . .; corpus angustius; intervalla elytr. setis recurvis, semi-erectis
instructa IL
Antenn. funiculus 6-art.; corpus elongato-ovale; oculi grandes, paeue
orbiculares; elytra ut in II III.
, . .; corpus multo angustius, parvum; oculi transverse fusiformes . IV.
Als neue Arten werden beschrieben T. (II) Soltani (Wyoming) S. 416,
lamellosus (Utah) S. 418, (III) prolixus (Nevada) S. 419, (IV) variegatus (Arizona,
Texas; S. 420, simplex (ibid.), sibinioides (Arizona) S. 421, mica (ibid.) S. 422,
subfasciatus (Texas) S. 423, hispidus (Sa. Rita Mts., Arizona) S. 424.
T. longicriis (Algier, Tunis) S. 99, parallelogramnms (Oran), cinnamomeus
var. denticrus S. 100; J. Desbrochers des Loges, Le frelon, II.
T. latus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 385, Taf. XII, Fig. 27.
Tyloderma angustula (Austin, Texas) S. 451, contusa (Littlerock, Arkansas)
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 295
S. 452, rufescens (Indiana) S. 454, subpubescens (Austin) S. 455; Th. L. Casey,
Col. Not., IV.
Zur Unterscheidung des Xanthochelus perlatus F., coelestis Chevr., mi-
scelläneus (Hinterindieu), supericiliosus Gyllh., mixtus Boh. s. J. Faust, Statt.
Ent. Zeitg., 1892, S. 48.
Zygops suffusus (Texas); Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 459.
Oedemepidae. Ananca sellatu (Rioja), Iwidimembris (ibid.) ; L. Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 253, pallida (Obbia); ß. Gestro, Ann. Mus.
Civic. Geuova (2. S.), XII, S. 777.
Asclera partitipennis (Akbes, in der Färbung Malachius ruficollis, late-
plagiatus ähnlich); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 158,
lutescens (Amanusberge, Syrien); E. Abeille de Perrin, Revue d'Entomol.,
XI, S. 64, nebst Revision der übrigen Arten.
Chrysanthia oralis (Akbes) S. 158, chalcochroa (ibid.) S. 159; L. Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Oedemera apicipennis (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 157, basipes (Cypern); E. Abeille de Perrin, Revue d'Entomol.,
XI, S. 63.
Stenaxis parallela (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 158.
Xanthochroa foveuta (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 157.
Meloidae. K. Escherich setzt seine Meloiden Studien fort; Wien.
Ent, Zeitg., 1892, S. 174-177. (Zonitis Abeillei £ed. = ruficollis Fnv.; für
die Zouitis-Arteu mit schwarzen Flügeldecken und rothem Halsschild wird eine
neue Bestimmmigstabelle aufgestellt; Meloe murinus Brdt. und erythrocnemus
Pallas auf Capri; Zon. maculicollis Fairm. ist eine Var. von Nemognatha
chrysomelina Fl).)
G. C. Champion bildet in Biol. Centn- Americ, Coleopt. IV, Pt. 2,
folgende bekannte Arten ab: Henous mexicanus Duges; Cysteodemus AVizlizeni
Lee; Megetra cancellata Brdt. & Fn-ichs.; Nemognatha coeruleipennis Perty,
tarasca Duges, zonito'ides Duges, flava (Duges); Gnathium minimum (Sag);
Zonitis Flohri Duges, nigromaculata Duges, fulva Duges; Tetraonyx sexguttatus
(Oliv.), Batesi Haag, bipartitus Haag, Sallael Haag, maculatus Casteln., frontalis
Chevr.; Eupompha tissiceps Lee; Calospasta mirabilis Hörn; Macrobasis fumosa
(Sturm), purpurea Hörn, diversicoi'nis Haag, Beckeri Duges, ochrea Lee., seg-
mentata Lee.; Epicauta curvicornis Haag, basimacula Haag, rufipedes Duges,
rufipennis Chevr., funesta Chevr., punctum Deyr., ocellata Duges, pardalis Lee,
vitticoUis Gory, grammica Fisch., uiveolineata Haag, albolineata Sturm, carmelita
Dej., cinctipennis Chevr., croceicincta Dug., neglecta Haag; Pyrota terminata
Lee., punctata Casey, mylabrina Chevr., postica Lee., tenuicostata Dug., divirgata
Villada, decorata i?aa^, nobilis Haag, quadrinervata Herrent ; Cantharis cardinalis
Chevr., erythrothorax Mendom, 4-maculata Chevr., corallifera Haag, bipuncti-
collis Chevr., proteus Haag.
L. Weber beschreibt aus der Nähe von Kassel einen schwarzen Triun-
gulinus aus Blüthen von Anemone nemorosa; derselbe könnte zu Meloe autu-
mnalis, scabriusculus oder brevicoUis gehören; XXXVIII. Bericht d. Verein, f.
Natui künde zu Kassel, S. 1—5. ^
296 Ph. Bertkau: Bericht ülier flic wissenschaftlichen Leistungen
Calospasta sulcifrons (Mexiko); G. C. Champion, Biol. Centr.- Amer.,
Coleopt. IV, Part 2. S. 394, Tab. XVIII. Fig. 14.
Cantharis intricata (Durango) S. 441, Tab. XX, Fig. 18, aulvwlacea (Mexiko)
S. 445, scitida (ibid.) Fig. 25, signaticollis (ibid.) Fig. 24, S 446, michoacanae
(ibid.) S. 447; G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. IV, Pt. 2.
L. von Heyden bespricht die beiden Amur- Arten der Gattung
Cephaloon Neivm.: T^aWens Motsch. mit Var. maculicoUe, cinctipenne, picticolle,
Költzei und variabile Motsch. mit var. tristiculam; Deutsch. Entora. Zeitschr.,
1892, S. 167-169.
Epicauta Besgodinsi (Tibet); J. Frivaldszky, Termesz. Füzet., XV,
S. 115, griseonigra Fairm. var. Riojana (Rioja); L. Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 252.
Epicauta atripilis (Mexiko) S. 410, cinereiventris (ibid.) Tab. XIX, Fig. 8,
S. 411, evanescens (Guatemala), unicalcarata (Mexiko) S. 412, unilineata (Guate-
mala) Fig. 13, S. 415, atricolor (Mexiko) S. 419, tripartita (ibid.) Fig. 20, S. 421,
auricomans (ibid.) Fig. 22, S. 424, leucocoma (ibid.) Fig. 23, S. 425, candidata
(ibid.), emarginata (ibid.) Fig. 24, S. 426, singularis (ibid.) Fig. 25, compressicoUis
(ibid.) F. 26, S. 427; G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. IV, Part 2.
Halosimus Äraxis (Araxesthal); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 63.
J. Prochäzka nimmt eine Revision der Hapalus- Arten der paläarktischen
Fauna vor, wobei er die Unterg. Stenoria Mals., bisher bei Sitaris behandelt,
zu Hapalus zieht, und beschreibt H. biraaculatus var. Caruanae (Malta) S. 265,
necydaleus var. inornatus (Magnesia) S. 266, var. Phoehiis (Astrabad) S. 267,
270, binaevus n. sp. (Alexandergeb., Turkestan), Reitteri (Turkestan) und var.
immaculatus S. 270; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 263-270.
Horia auriadata (Arizona, Mexiko); G.C.Champion, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt, IV, Pt. 2, S. 372, Tab. XVII, Fig. 9.
Lydus püosicollis (Akbes), vulneratus (ibid.) S. 155, impressicollis (ibid.)
S. 156; L Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Macrobasis distorta (Mexiko) S. 396, Tab. XVIII, Fig. 8, disparüis (ibid.)
S. 398, Fig. 18, tenuicoi-nis (Chilpanciugo) S. 400, Fig. 21, megacephala (Mexiko)
S. 402, Fig. 24; G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. IV, Part 2.
Mylabris chinensis (Liang-tschou-fu), parimla (Vej-ho); J. Frivaldszky,
Termösz. Füzetek, XV, S. 114, tenuepicta (Akbes), posticata (ibid.); L. Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. Belg, 1892, S. 154.
Nemognatha hrevicoUis (Mexiko) Tab. XVII, Fig. 11, foveifrons (Vera Cruz)
Fig. 12, S. 376, nigripes (Mexiko, Guatemala), ephippiata (ibid.) Fig. 13, S. 377;
G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., IV, Pt. 2.
Pyrota rugulipennis (Mexiko) S. 431, Tab. XX, Fig. 4, hirticollis (ib.) Fig. 9,
märiarum (ibid.) S. 435; G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt., IV, Pt. 2.
Aus seinem Studium der Gesetzmässigkeit der Zeichnungen auf den Flügel-
decken von Mylabris (s. o. S. 25) zieht K. Escherich folgende Schlüsse:
In der Gattung Mylabris sind 4 Hauptzeichnungen zu beobachten: Längs-
streifung, Fleckenzeichuung, Qnerstreifung, Ein farbigkeit, und zwar treten diese
in der Reihenfolge auf, dass die Längsstreifung die ursprüngliche Zeichnung ist,
und aus dieser sich die Fleckenzeichnung, dann Querstreifung und Einfarbigkeit
entwickelt. Diejenigen Arten, die die Uebergäuge zwischen zwei der oben-
genannten Hauptzeichnun^sformen bilden, sind in Bezug auf die Zeichnung sehr
im Gebiete der Eiitomniogie wälnend des Jahres 1892. 297
unbeständig, während diejenigen Arten, welche eines der 4 Stadien in reiner
Form darstellen, sehr konstant sind. Die Längsstreifung erhält sich am längsten
vorn. Die Veränderungen treten zuerst an der Flügelspitze auf, von wo sie
allmählich nach vorn rücken. Die Stellung der Makeln steht in deutlicher
Beziehung zur Lage der Hauiittracheenstämme.
Die ursprüngliche Zeichnung ist gegenwärtig noch bei M. Pallasi Gehl.
und gemmula Dohrn erhalten: auf strohgelbem Grunde zwei grünlichblaue
Längsstreifen, der eine neben der Nath (Suturallinie), der andere innerhalb des
Randes (Intramarginallinie). Aus ihr sind die übrigen abzuleiten \md zwar
zunächst als Stammformen von zwei Reihen M. 14-maculata Pall. und Schreibersi
Reiche. Die erste Hess sericea Pall., Hieracii, Uhagoni, 10-punctata, 16-punct.,
callida, magnopunctata, 19-punct., Korbi etc., dann nach der einen Seite circum-
flexa, maculata, tekkensis, femorata, nach der anderen solonica, Khodjentica, floralis
hervorgehen, die andere 4-punct., variabilis, Oleae, Frolowi.
Die Zonitis-Arten sind Schmarotzer bei ßauchsammlern; s. oben S. 249.
Zonitis gracilenta (Akbös) (anatolica Friv.) S. 156, coeruleiceps (ibid.) S. 157 ;
L. Fairmaire, Ann Soc. Entom. Belg., 1892, gMftdncoZ/is (Turkestan) S. CLIII,
scutellaris (ibid.), sinuatipennis (ibid.) S. OLIV; derselbe. Bull. Soc. Entom.
France, 1892, tenebrosa (Mexiko) S. 382, Tab. XVII, Fig. 19, sancjuinicollis (ibid.)
Fig. 10, 21, S. 384, lateriUa (Chontales) Fig. 22, S. 385, megalops (Atitlan,
Guatemala) S. 386, Fig. 26; G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ, Coleopt.,
IV, Part 2.
MoPdellidae. Conalia Baudii Mids. findet sich bei Brunn in morschem
Tannenholz und auf demselben sitzenden Schwämmen, in denen auch Mordella
maculata Muls. = bisignata Beat, lebt; A. Fleischer, Wien. Entom. Zeitg.
1892, S. 209 f.
Mordellistena tenuis (Corozal); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 98.
Pentaria Oberthüri (Millas, Ost-Pyrenäen); G. C. Champion, Entom.
Monthl. Mag., 1892, S. 109.
Scraptia trotommo'ides (Syrien); M. Pic, L'echange, 1892, S. 4.
Rhipiphoridae. Rhipiphorus argentinus (Plata); L. Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 252, hasicoUis (Caracas); derselbe, Ann. Soc. Entom-
France, 1892.
Strepsiptera. R. C. L. Perkins theilt seine Beobachtungen über stylo-
pisirte Bienen mit; Entom, Monthl. Mag, 1892, S. 1—4. Die meisten Exem-
plare gehörten zu Andrena nana und Wilkella und waren Männchen. Nach
Beseitigung der Rückenhaut der Biene zeigt sich der weibliche Parasit über
den Eingeweiden, dieselben oft ganz verhüllend; die Aenderungen, die er an
den inneren Organen seines Wirthes verursacht, scheinen sehr gering zu sein.
Die Samenblasen enthielten stets bewegliche Spermatozoen , die Kopulations-
organe waren bisweilen etwas blasser und kleiner als in gesunden Individuen.
Nach den wenigen weiblichen Stücken, die Perkins untersuchte, kann er kein
Urtheil abgeben, ob die Geschlechtsorgane funktionsfähig waren oder nicht.
Mehrere "Weibchen hatten die Bürsten mit Pollen bedeckt, und eines, Halictus
cylindricus, hatte die Eier wie jedes andere Weibchen zu dieser Zeit entwickelt ;
bei einigen Weibchen waren aber die Bürsten verkümmert.
Da die männlichen Halicti im Herbst zu Grunde gehen, so wird es mit
298 P^- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
ihren Parasiten ebenso sein, denn die Larven entwickeln sich erst im Frühjahr
nach der Ueberwinterung; es werden also wahrscheinlich nur die weiblichen
Parasiten, welche in Halictus -Weibchen leben, den Winter überdauern. Auf-
fallend ist, dass in einigen Fällen die männlichen Halictus von dem Parasiten
allein oder fast allein heimgesucht sind; dann mögen die Larven schon vor dem
Tod des Halictus ausschlüpfen und überwintern.
Manche dieser Parasiten pflanzen sich wahrscheinlich parthenogenetisch
fort, da sich z. B. in allen H. tumulorum nur weibliche Parasiten fanden.
Folgende Arten sind stylopisirt: Halictus rubicundus, xanthopus, 4-notatus, albi^jes,
cylindricus, nitidiusculus, minutissimus, tumulorum, morio; Andrena atriceps,
Trimmerana, fulva, nigroaenea, Gwynana, praecox, varians, labialis, minutula,
nana, Afzeliella, Wilkella. Die Parasiten sind aber sehr lokal.
F. V. Theobald hat ganz andere Erfahrungen gemacht; ebenda, S. 40—42.
Er fand die weiblichen Bienen etwas stärker infizirt, als die Männchen; durch
die Anwesenheit des Parasiten, der sich wahrscheinlich durch Osmose nährt,
werden die Geschlechtsorgane des Wirths verkümmert, so dass gewöhnlich weder
Eier noch Spermatozoen in denselben angetroffen werden.
E. Saunders erhielt einen Elenchus tenuicornis als Parasiten aus
einer Liburnia; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 249f., 297; A. E. Eaton gibt
eine genaue Beschreibung eines männlichen Exemplars mit Abbildung von Kopf,
Hinterleib und Beinen; ebenda, S. 250— 253.
Pythidae. Rhinosimus ruficoUis F. var. viridicoUis (Grande -Chartreuse);
M. Pic, L'echange, 1892, S. 32, auch bei Frankfurt a. M.; L. v. Hey den,
Jahrb. d. Ver. f. Naturk. in Nassau, 45, S. 74.
Salpingus castaneus Pz. var. hrunnescens (St. Martin Lautosque); M. Pic,
L'echange, 1892, S. 32.
Anthieidae. Authicus Ghohauti (Algier); M. Pic, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. LXXV, hicarinifrom (Teniet-el-Haad), (fasciatus Ch. v. latus,
dolichocephalus Baud. var. ohseurans); derselbe, L'echange, 1892, S. 33,
Belagrangel (Syrien), pilosiis (Algier), Desloyesi (Oran) S. 43; derselbe, ebenda,
Henoni (Oran); derselbe, ebenda, S. 103 in einer etude des Anthicides d'Algerie,
latijiennis (Syrien); derselbe, Revue d'EntomoI. XI, S. 313.
Formicomus Fegasus (Taschkent, Sary-Jasi); E. Reitter, Wien. Entom.
Zeitg., 1892, S. 63, strigicoUis (Obock), spinicrus (ibid.); L. Fairmaire, Revue
d'EntomoI., XI, S. 116, Brisouti (Biskra); M. Pic, L'echange, 1892, S. 33.
Leptaleus truncatulus (Obock); L. Fairmaire, Revue d'EntomoI., XI,
S. 116.
Notoxus Jacqueti (Walachei); M. Pic, L'echange, 1892, S 4.
Xylophilus brevicornis Perris in England; G. C. Champion, Entom.
Monthl. Mag., 1892, S. 68 f.
Pedilidae. Bactrocerus cribripcmiis (Sau Estebau); L. Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. France, 1892, S. 97.
Macratria comosella (San Esteban); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 97.
LagPiadae. Die Gattung Hysterai'thron Thoms., vom Autor zu den
Cerambyciden gestellt, gehört nach Ausweis der Type in gegenwärtige Familie,
neben Statira und Casnonidea; C. Ritsema Cz., ISIotes Leydeu Museum,
XIV, S. 54.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 299
Statira Simonis (Tovar) S. 95, variicolUs (Corozal) S. 96; L. Fairmaire,
Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Cistelidae. Allecula seriatopora (Plata); L. Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Belg., 1892, S. 251.
Cistela forticornis (Akbes), flavida (ibid.); L. Fairmaire, Ann. Soc. Ent.
Belg., 1892, S. 150, ocularis (Obock), fusciventris (Abyssin.); derselbe, Revue
d'Entom., XI, S. 115.
Cteniopus impressicoUis (Akbös), (?) crassus (ibid.); L. Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 152.
Dietopsis acuminata (San Esteban); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 94.
Eryx asiatica (Smyrna); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 151.
Gonodera Delagrangei (Akbes) S. 150, atronitens (ibid.) S. 151; L. Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Lobopoda pi7osM?a (San Estebau); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 93.
Mycetochares grandicollis (Akbes), longior (ibid.); L. Fairmaire, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 149.
Omophlus (Heliotaurus) Brisouti (Algier) S. 794, Doriae (Tunis) S. 795;
L. Bedel, Ann. Mus. Civic. Genova, (2), X, densepunctatus (Akbes), cribricoUis
(ibid.), foveicollis (ibid.); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S, 153,
Willbergi (Margelan); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 135.
Pseudocistela gracilis (tertiär); B. Förster, a. a. O. , S. 375, Taf. XI,
Fig. 20.
Talanus paraZZe^MS (Caracas) S. 92, crenulatus (San Esteban) S. 93; L. Fair-
maire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Xystropus fascicularis (Caracas)^ S. 94, ulbovittatus (Corozal), gossypiatus
(Caracas) S. 95; L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Tenebrionidae. Abantis! (n. g. prope Clitobium; Name bereits bei
Schmetterlingen vergeben) aewescens (Obock) ; L. Fairmaire, Revue d'Entomol.,
XI, S. 110.
Ambig atus (n. g. Melanophoro propinquum) rufonüens (Rioja) S. 246,
stricticollis (Tucuman), bembidioides (ibid.) S. 247; L. Fairmaire, Bull. Soc,
Entom. Belg., 1892.
Azarelius (n. g. Vertreter der afrikanischen Gattung Gonocnemis in
Malaisien) sculpticollis (Sumatra); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. VII.
Cyclosattus n. g. Tenebriouin. , für (Eusattus) Websteri Gas.; Th. L.
Casey, Col. Not., IV, S. 713.
Haporema (n. g. Misolampidio affine?) decvpiens {Ohook); L. Fairmaire,
Revue d'Entomol., XI, S. 109.
Histiaea (n. g. Anemiae et Trachyscelidi affine) bidentula (Obock); L.
Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 107.
Paranemia (n. g. Trachyscelid.) Schröderi (Turkestan); L. v. Heyden,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 103.
Pimeliopsis (n. g. Epiphysin.) granulata (Mexiko); G. C. Champion,
Biol. Centr.-Anier., Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl. S. 477, Tab. XXII, Fig. 1.
300 f ^1- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Khicnodus (u. g. ; a Chaetyllo Pasc, articulo penultiiuo tarsorum non
(lilatatu nee bilobo diversum) asper (San Esteban; La Guayra) S. 87, Simonis
(San Esteban), parcegrafiatus (Tovar), striatopunctatus (Columbieu) S. 88; L.
Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Sepidiopsis (u. g., a Sepidio corpore angustiore, thoracis lateribus band
expansis, elytris convexis, disco haud deplanatis, cariua interna deficiente
diversum) cornigera (Uebi) S. 772, villosa (ibid.); ß. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2. S.), XII.
Tactoderus (n. g. Derosphaero proxiinum, statura angustiore, femoribus
non clavatis, antennis longioribus . . . diversum) siibopacus (Obock); L. Fairmaire,
Revue d'Entomol., XI, S. 112.
Tenesis (n. g. Amenophidi et Setenidi affine) femoratus (Ibenibo, Kongo);
A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S 163.
Ziaelas (n. g. Azarelio affine, femoribus anticis spina destitutis) insuUtus
(Hue); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CXI.
Acropteron maynicolle (San Estebau); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 90.
Adelium parallelura Germ, ist eine Seirotrana; neu sind S. simplex
(Murray bridge) S. 540, monticola (Gipfel des Baldi, Vikt.) S. 541 dispar (Vikt.)
S. 542; T. Blackburn, Notes, X.
Adelium pustulosum (Viktoria) S. 534, Victoriae (ibid.) S. 535, ineonspicuum
(Känguruh-I.) , (calosomoides Kby. var.?) alpicola (Viktoria, unter Rinde vou
Eucalyptus) S. 536, tropicum (S. Austr.) S. 537, lindense (Port Lincoln), an-
(julatum (ibid.) S. 538, aequale (ibid.) S. 539; T. Blackburn, Notes, X.
Adesmia leucosticta (Obbia) S. 765, nobilis {ibid.; Uebi) S. 766; R. Gestro,
Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII.
Amiantus undosus (Pretoria); W. L. Distant, A Naturalist in the Transvaal,
S. 199, Tab. I, Fig. 1.
Anaedus ptosticalis (Tovar); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France.
1892, S. 89.
Araeoschizus mexicanus (Tepetlapa); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1, Supplem. S. 491.
Argoporis unicalcarata (Mexiko), tridentata (ibid.) S. 519, luevicollis (ibid.)
S. 520; G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ. Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl.
Arthrodes byrrhiformis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI,
S. 106.
Arthrodes plicatus (Uehi); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.),
Xn, S. 764.
Aryenis minor (Rioja); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 251.
K%\Aü yeminata (Mexiko) Tab. Xlll, Fig. 8, S. 492, intricata (ibid.) Fig. 9,
S. 493, spinimanus (ibid.) Fig. 11, S. 494, tcnebrosa (ibid.) Fig. 12, fasciculata
(ibid.) Fig. 21, S. 495, Flohri (ibid.) Fig. 10, S. 496, muricoides (ibid.) Fig. 14,
seyreyata (ibid.) S. 497. foeda (ibid.) Fig. 16, tarda (ibid.) Fig. 17, S. 498, furcata
(ibid.) Fig. 19, S. 501, inyens (ibid.) Fig. 20, S. 503; G. C. Champion, Biol.
Centr.-Amer., Colegpt. IV, Part 1, Suppl.
Astrotus undaUis (Mexiko) Tab. XXII, Fig. 25, erosus (ibid.) S. 504,
im Gebiete der Entomologie wälirend des Jahres 1892. 301
nosodermoides (ibid.) Fig. 22, S. 505; G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1.
Blapstinus opatrinoides (La Guayra), pseudoaeneus (ibid.; Caracas) S. 81,
füiferus (Caracas), infitnus (Valencia) S. 82; L. Fairraaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, Coronadensis; F. E. Blaisdell, Entomolog. News, III, S. 242.
Blepegenes nitidus (Queensld.); T. Blackburn, Notes, X, S. 533.
Branchus opatroides (Vera Cruz); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1, S. 507, Tab. XXII, Fig. 24.
Calymnus longedentatus (Venezuela); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 83.
Capnisa cribratella (Tnrkestan); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CLIII.
Cardiogenius densegranatus (Plata); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 245.
Cataphronetis soror (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 110.
Centrioptera spiculosa (Mexiko); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl. S. 508.
Oenti'onopus bimaculatus (Mexiko); G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer ,
Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl. S. 521, Tab. XXllI, Fig. 1.
Cboaspes Simonis (San Esteban);L. Fairmaire, Ann. Soc Entom. France,
1892, S. 80.
Clitobius laevipennis (Obock), strongyloides (Sambesi); L. Fairmaire,
Revue d'Entomol., XI, S. 111.
Colpotus magnicolUs (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 148.
Cryptoglossa granulifera (Mexiko); G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt. IV. Pt. 1, Supplem., S. 508.
Cyrtosoma oblongulum (Tovar). impressipenne (ibid ) S. 89, crihricoUe (Brasil.)
S. 90; L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Daedrosis Victoriae (V., alpin); T. Blackburn, Notes, X, S. 533.
Diastolinus brevicoUis (Tovar) S. 80, iinpressicollis (San-Esteban) S. 81 ;
L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Elaeodes interrupta (San Diego); F. L. Blaisdell, Entomol. News., III,
S. 241.
Elaeodes maerura (Mexiko) S. 511, j)olita (ibid.), segregata (ibid.) S. 513,
olida (ibid.) S. 516, peropaca (ibid.), tessellata (ibid.) S. 517; G. C. Champion;
Biol. Centr.-Amer , Coleopt., IV, Pt. 1, Suppl.
Emmenastus mexicaniis (M.), sid)apterus (ibid.) S. 481, seriatus (ibid.), con-
strictus (ibid.) S. 482, stolidus (ibid.) S. 483, igualensis (ibid.) S. 484; G. C.
Champion, Biol. Centr.-Americ, Coleopt. IV, Pt. 1.
Epitragus aetieus (Plata; Brasil.), rufocastaneus (Rioja) S. 247, nitidicoUis
(ibid.), crassus (ibid.) S. 248, nanus (Plata), minutissimus (St. Paul, Brasil.)
S. 249; L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1^%2, pKirumpunctatus (Tovar)
S. 78, angustiformis (La Guayra) S. 79; derselbe, Ann. Soc. Entom. Fi'ance,
1892, cristatus (Mexiko) S. 485, Tab. XXII, Fig. 4, ruatanensis (Honduras) S. 488;
G. C. Champion, Biol Central.-Americ, Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl.
Eusattus venosus (Mexiko) S. 509, sculxAus (ibid.), mexicanus (ibid.), ob-
302 Pli Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
literatus (ibid.) S. 510; G. C. Champion, Bio). Centr.-Americ, Coleopt. IV,
Pt. 1, Siippl.
Glyptotus yucatanus (Mexiko); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl. S. 524.
Gonocephahim spoliatum (Syrien); C. B,ey, L'echange, 1892, S. 42.
Hedyphanes Koltzei (Alexander-Geb.); L. von Hey den, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 108.
Helopinus minor (Somali; Obock); L. Fairmaire, Revoil, Somalis, Col.
S. 77 und Revue d'Entomol., XI, S. 113.
Himatismus Pavesii (Obbia Maggio); R. Ge.stro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2. S ), XII, S. 779.
Hoplonyx distinctus (Ibembo, Kongo); A. Du vi vier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 163.
Isicerdes vicinus (Mittelamerika); G. C. Champion, Biol. Centr.-Amer.,
Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl. S. 524.
Lasiostola costuligera (Margelan); L. v. Hey den, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 107.
Leptodes (i. sp.) Semenowi (Ordubad); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 66, Heydeni (Ost-Turkmenien); derselbe, ebenda, S. 96.
Jjicmoma. jiallijjes (Australien); T. Blackburn, Notes, X„ S. 542.
Lyphia striolata (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 111.
Mesabates spissicwnis (Mexiko) S. 479, inaequalis (ibid.) S. 480; G. C.
Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. IV, Pt. 1.
Mesostenopa Äuberti (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI,
S. 107.
Micrantereus laevior (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 114.
Nuptis laticollis (Chiriqui); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ, Coleopt.,
IV, Pt. 1, S. 523.
Oeatus similis (Mexiko; Guatemala); G. C. Champion, Biol. Centr.-Americ,
Coleopt. IV, Pt. 1, S. 523.
Ologlyptus hebes (Kexiko); G.C.Champion, Biol Centr.-Americ, Coleopt.
IV, Pt. 1, Suppl., S. 506, Tab. XXII, Fig. 23.
Opatro'ides curtulus (Akbfes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 149.
Oxycara brevhiscula (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 107.
Phymatodes denticollis (Caracas; San-Esteban) S. 86, clavicornis (Buenos-
Ayres) S. 87; L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
H. Senac gibt eine Note sur les Pimelia des iles Canaries; Ann.
Soc. Entom. France, 1892, S. 103—108. Die 8 Hauptinselu dieser Gruppe lassen
sich in 3 Gebiete theilen: Das östliche ist gebildet von Gi-aciosa, Fuertaventura
und Lanzarote; hier findet sich nur Pimelia lutaria, sehr häufig an der sandigen
Meeresküste; das westliche ist gebildet von 3 Inseln, deren jede von einer eigen-
thümlichen Art bewohnt wird : Palma von P. laevigata, Gomera von P. Alluaudi
lind Hierro von P. costipennis. Die 3. Gruppe ist gebildet von Tenerifa i\nd
Gran Canaria; auf Tenerifa finden sich radula, von der Meeresküste bis 7—800 M.,
ascendens, auf dem Pik, 2000 M., canariensis auf dem Gipfel des Pik. Auf
Canaria kommen vor P. auriculata, granulicoUis und sparsa , letztere in einer
Höhe von 1000—1500 M., ihre Varietät serrimargo an der Küste und etwas
im Gebiete der Entomologie während des Jalires 1892. 303
höher. Nach Wollaston kommt P. costipennis in der typischen Form auf
Hierro, in einer Varietät auf Gomera vor; die letztere Form, die sich durch
eine matte Unterseite, granulierten zweiten Zwischenraum der Flügeldecken,
kräftigere und kürzere Beine aiiszeichnet, verdient als selbständige Art angesehen
zu werden und ist P. Alluaudi benannt, S. 106.
P. Latreillei Sol. var. permixta Sen. aus Somali; var. denticulata Sol. und
P- sericea Ol- var. balearica Sol. wahrscheinlich nicht von den Balearen;
derselbe, ebenda, Bull, S. XLVI.
Platydema hasicmne (Plata); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892
S. 250, contractum (Tovar); derselbe, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 84.
Poecilesthus vagelineatus (San Esteban); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 91.
Rbytidonota absurda (Uebi); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.),
XII, S. 768.
Scleron amplicolle (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 108.
Strongylium variolosum (Ibembo, Kongo); A.Duvivier, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 164, platense (Rioja); L. Fairmaire, ebenda, S. 251, pieicorne
(San-Esteban); derselbe, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 92.
Tenebrio angustus (Nord-Persieu), sijriacus (S.); V. Zoufal, Wien. Eut.
Zeitg., 1892, S. 284, in einer Uebersicht der ihm bekannten Arten, S. 283—286.
Trimytis ohovata (Mexiko) Tab. XXn, Fig. 2, iloJiri (ibid.); G. C. Cham-
pion, Biol. Centr.-Americ, Coleopt. IV, Pt. 1, S. 478.
Ulosonia parincornis (Plata); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg, 1892,
S. 250, ceratodera (Tovar); derselbe, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 85.
Ulus latus (San Diego river); F. E. Blaisdell, Entomolog. News, III,
S. 243.
Zopherus elegans Hörn Tab. XXII, Fig. 7, nodulosus Sharp Fig. 6; G. C.
Champion, Biol. Centr.-Amer., Coleopt. IV, Pt. 1, Suppl.
Zophosis amplicollis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 106,
ogadenica (Gnaden); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 762.
Bostryehidae. Apate rufocoi-onata (Obock); L. Fairmaire, Revue
d'Entom., XI, S. 104.
Moeurs et metamorphose du Xylopertha pustulata F.; Xanibeu, Le
Naturaliste, 1892, S. 66 f.
Xylopertha hexacantha (Rioja); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 245.
Ptinidae. Dysides platensis (Argentinien); L. Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 245.
L. V. Hey den erwähnt den Fund von Niptus hololeucus in den alten
Eichen von Schwanheim und nimmt an, dass sich der Käfer hier, „seit den
frühesten Zeiten der Waldregion erhalten hat;" Jahrb. d. Nass. Ver. f. Naturk.,
45, S. 73.
Ptinus senilis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 105.
Sitodrepa paniceaL. in Apothekervorräthen ; 0. T. Sandahl, Entomol.
Tidskrift, 1892, S. 52f, 254. — Damage to boots and shoes by Sitodrepa
panicea; Insect life, IV, S. 403 f.
Xyletinus (Calypterus) chinensis (Ch.); J. Frivaldszky, Termesz. Füzet.,
XY, S. 124.
304 P^i- Bertkan: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Cleridae. Eine Aufzälilung und Beschreibung der (23) japanesischen
Arten gibt G. Lewis in Ann. a. Mag. Nat. Hist. (6), X, S. 183—192: On the
Japanese Cleridae. In den einleitenden Bemerkungen führt der Verfasser
an, dass er nur zwei Mal eine grössere Zahl von Exemplaren zusammen ange-
troffen habe: Das eine Mal Tillus (notatus Klug) auf den mit Mehlthau bedeckten
Büschen, angezogen von (den Larven von Coccinella oder?) Aphiden; das andere
Mal Stigmatium pilosellum Kiesenw., Tomicus nachstellend. Die 23 Arten sind
Spinoza caerulea; Tillus notatus ä^/m^; Cladiscus obeliscus; Opilo carinatus, nipo-
nicus; Thanasimus nigricoUis, albomaculatus ; Omadius nigromaculatus ; Stig-
matium pilosellum Kiesemv.; Tarsostenus univittatus Rossi; Necrobia rufipes De
Gcer, violaceus L., ruficollis F.; Corynetes caeruleus De Geer; Opetiopalpus
morulus Kiesemv. (diese Arten bilden eine Sektion, bei welcher die einge-
stochenen Punkte der Flügeldecken reihenförmig angeordnet, und alle Tarsen-
glieder verlängert sind; bei der folgenden Sektion sind die Punkte unregel-
mässig angeordnet und die Basalglieder der Vordertarsen kui'z und quer, mit
Ausnahme der Tenerus- Arten) ; Tenerus cyaneus, raaculicollis, higonius, Hilleri
Har.; Thaneroclerus aino; Neoclerus ornatulus; Isoclerus pictus ; Lyctosoma
parallelum.
H. S. Gorhani zählt die (53) Arten auf, die L. Fea in Birma und Nach-
barschaft gesammelt hat, und beschreibt die zahlreichen neuen; Ann. Mus. Civic.
Genova, (2. S.), XII, S. 718—746.
Isoclerus (n. g., Thauasimo quoad staturani simile; tarsi ut in Thanero-
clero) jjiciMs (Nikko; Chiuzenji); G.Lewis, a.a.O., S. 191.
Lyctoso mu (n.g. prope Thaneroclerum) ^jan/ZieZ«m (Nagasaki); G. Lewis,
a. a. 0 , S. 192.
Neoclerus (n.g. Thaneroclero simile, tars. anteriorum art. basales brevissimi,
dilatati, anteunarura art. 1 bulbifoj'mis, 2.-4. aequales, 5.-8. moniliformes, 9.
duplo major quam 8., 10. — 11. clavam ovalem formantes) ornatulus (Oyayama;
Nikko); G. Lewis, a a. 0., S. 190.
Neohydnus (n. g. Hydnocerin... der östliche Vertreter der amerikanischen
Hydnocera) despectus (Bhamo); H. S. Gorham, a.a.O., S, 743.
Nodepus (n.g. Tillin.; tarsi 5-art., vix lamellati; cajnit in prothorace
receptum; antenn. 11-art. , subfiliformes, art. 3 ultimis laevioribus, clavam non
praebentibus . . .) conicicollls (Bhamo); H. S. Gorham, a.a.O., S. 720.
l'seudachlamysl (n.g. Tillin., Palleuidi affine; autennarum artic. 5. se-
quent. dilatati; elytra brevia, penicillata; femora postica abdomini aequilonga)
penicillatus (Djabir-Bandja, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entora. Belg., 1892,
S. 298.
Spinoza (n. g. prope Cymatoderam) caerulea (Kashinagi); G. Lewis,
a. a. 0., S. 185.
Xenorthrius (n.g. Clerin. ; oculi fortiter granulati, prominuli, distincte
excavati; antennae longae, art. 4 ultimis clavam laxam forniantibus; palp. max.
art. ult. subulato, labial, valde securiformi. Pronotum validum, cylindricum, antice
haud multum constrictum. ; femora parum clavata, tibiae simplices, posticae parum
arcuatae) Mouhoti (Laos; Karin) S. 734, suhfasciatus (Palon, Pegu), und var.
halteatus (Karin) S. 735; H. S. Gorham a. a. O.
Callimerus elegans (Karin) S. 720 und var., suuvis (ibid.) S. 722, Feae (ibid.)
S. 723, yracilis, faustus (ibid.) S. 724, festivus (ibid.) S. 725 und var. S. 726,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 305
pretiosus (Bhamö), pallidus (Karin) und var. S. 727, late-signatus (ibid.) S. 728;
H. S. Gorham, a. a. 0.
Cladiscus obeliscus (Kiushiu; Nagasaki; Kobe); G. Lewis, a. a. O., S. 185.
Deuops plagiatus (Obock) ; L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 102.
Ommadius nigromaculatiis (Higo); G. Lewis, a. a. 0., S. 187, parviceps
(Karin) S. 741, trieinctus (ibid.) S. 742; H. S. Gorham, a. a. 0.
Opetiopalpus karenicus (Karin); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 745.
Opilo carinatus (Kiushiu), niponicus (Nord -Inseln); G. Lewis, a. a. 0.,
S. 186, longipilis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 105, hijpo-
caustus (Karin); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 730, mirus (Uebi); R. Gestro,
Ann. Mus. Civic. Geuov. (2. S.), XII, S. 761.
Orthopleura funehris (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 148.
Orthrius Feae (Karin) S. 736, tarsalis (Bhamö) S. 737; H. S. Gorham, a. a. 0.
Peloniura lividum (Tenasserim) S. 744, discrepens (!, muss discrepans heissen;
Karin) S. 745; H. S. Gorham, a. a. 0.
Phloeocopus mediozonatus (Obock); L.Fairmaire,Revued'Entom.,XI, S. 103.
Stigmatium ohoekianum (0.); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 103,
birmanicum (Karin); H. S. Gorham, a. a. O., S. 740.
Tenerus bi^jlagiatus (Ohock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 104.
Tenerus cyaneus (Konose, Higo), maciilicoUis (Yuyama), higonius (ibid.);
G. Lewis, a. a. 0., S. 189.
Thanasimus nigricollis (Japan, unter Fichtenrinde), alboniaculatus (Higo);
G. Lewis, a. a. 0., S. 187.
Thaneroclerus «two fjunsai); G.Lewis, a. a. 0., S. 190, quinque-maculatus
(Karin); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 738.
Tillicera deroides (Karin) S. 731, bibalteata (ibid.; Tenasserim) S. 732; H.
S. Gorham, a. a, 0.
Tillus birmanicus (Bhamö); H. S. Gorham, a. a. 0., S. 729.
Trichodes suspectus (Syrien) S. 226, pulcherrimus (Salmas, Persien) S. 227,
maximus (Syrien), conjunctus (ibid.) S. 229, Heydenii (Araxesthal) S. 230; K,
Escherich, Wien. Ent. Zeitg., 1892.
Ueber Tr. sipylus L. s. K. E seh er ich, a. a. 0., S. 243.
Tr. syriacus Spin, ist nicht Olivieri Klug; derselbe, Soc. Entom., VII,
S. 124.
Malaeoderma. Heft 7 von Revue d'Entomologie, XI, enthält S. 173—208
der Faune gallo -rhenane: Malacodermes, suite; von J. Bourgeois. Diese
Blätter sind der Gattung Malthodes gewidmet, für deren beide Geschlechter
analytische Tabellen aufgestellt sind; den Beschreibungen sind die Holzschnitte
der letzten Hinterleibssegmente der Männchen mit den charakteristischen
Kopulationsorganen beigefügt. Die Untergattung Malthinellus Seiäl. für die
Arten, deren Pronotum von den Seiten durch eine kielförmige Leiste von der
Basis bis zu den Vorderecken getrennt ist, wird, da v. Kiesenwetter diesen
Namen bereits an eine Gattung vergeben hat, Malthodellus umbenannt.
Maltharchus n. g. (mandibulae denticulatae) für (Malthodes) brevicollis
Payk., hexacauthus, chyphonurus, apterus; J. Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
S. 408.
Cladophorus (Odontocerus) flabellifer (Kapaor) S. 496 sellatus (Ramoi),
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. H. 2. U
306 Pli- Bertkau: Bericlit über die wissenschaftlichen Leistungen
Beccarii (Ramoi; Dorei) S. 498, quadraticollis (Kapaor), jiectinatus (Hatam;
Fly r.) S. 500, dorsalis (Aru I.) S. 501, diaholiciis (Amboina), Belzebuth (Dorei)
S. 502, stygius (Ramoi; Andai), infernalis (Hatam; Goram) S. 503, acheronticus
(Andai) S. 504, palUdulus (Hatam), parallelus (Tly r.) S. 505, rubenti^tes {An\ 1.;
Neu-Guinea) S. 506, mandibularis (Andai; Ramoi) S. 507, ornaticollis i Dorei)
S. 508, tibialis (Ansus), rufitliorax (ibid.) S. 509, dimidiatus (Kapaor) S. 510,
septeviareolatus (Aru I.) S. 511, papueyisis (Dorei; Salvatti) S. 512 acutangulus
(Aru I.), obsoletus (Andai) S. 513; J. Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genov.
(2. S.), XII.
Diaphanes apicalis (Kinabalu); H. S. Gorham, Proc. Zool. Soc. Loudon,
1892, S. 89, PL IV, Fig. 8, mendax (Karingebirge) S. 597, plagiator (ibid.) S 598;
E. Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova, (2), X, S. 598.
Ditua nigrieornis (Fly r.) S. 514, alternata (ibid.; Andai), /Zawceps (Hatam)
S. 515; J. Bourgeois, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XII.
Hedybius amoenus (Pretoria); H. S. Gorham, inDistant's „A Naturalist
in the Transvaal," S. 197, Tab. I, Fig. 2.
R. Gestro liefert materiali per lo studio del genere Ichthyurus; Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 555-594, und appendice, S. 1022— 1048. Die
Gattung ist vorwiegend asiatisch und australisch; aus Afrika sind nur zwei
Arten bekannt, wozu Gestro eine dritte beschreibt. Die Arten zeigen sich
bei Beginn der Regenzeit, sind sehr lebhaft und fliegen viel. In der Ruhe
sitzen sie, den platten, am Ende tief gegabelten Hinterleib zwischen den klaffenden
Flügeldecken aufgerichtet, auf Blättern und Blüthen; ein Holzschnitt stellt ein
Männchen in dieser Stellung dar. Die Mäunchen unterscheiden sich durch die
stark verdickten Mittelschenkel; nur bei zwei Arten (propomacrus und abnormis)
sind die Vorderschenkel ausgezeichnet. Für die Unterscheidung der Arten ist
die Gestalt (der Mittelschenkel und) des Hinterleibsendes gut zu verwenden;
diese Theile sind von zahlreichen Arten im Holzschnitt dargestellt. Als neue
Arten werden beschrieben I. urospüus (Cariuberge) S. 561, luctuosus (ibid.) S. 562,
Feae (ibid.) S. 564, longimuda (ibid.) S. 566, nigromaculatus (ibid.) S. 569, mon-
tanus (ibid.) S. 571, nigriceps (ibid.) S. 573, agilis (ibid.) S. 574, spinicrus (ibid.)
S. 576, pallidus (ibid.) S. 578, vittatus (ibid.) S. 579, laniger (ibid.) ^.hSl, propo-
macrus (ibid.) S. 583, Rltsemae (Singapore) S. 588, crassicanda (ibid.) S. 539, 1034,
laticauda (ibid.) S. 590, Bourgeosii (China) S. 1023, 3Iouhoti (Slam; Malacca)
S. 1025, hirundo (Slam) S. 1027, obscurus (ibid.) S. 1028, Vandepollü (Nordchina)
S. 1029, Wallacei (Singapore) S. 1031, borneensis (B ) S. 1032, insularis (Singapore)
S.1033, curvicauda (ibid.) S.1035, pacMjgaster (ibid.) S. 1036, mocrurus (Cochinchina)
S. 1037, Davidii (Kiang-Si) S. 1038, Oberthuriil (Rubinmineu, Birmah) S. 1039,
malmjanus (Ardjoeno, Java) S. 1041, melanospilus (Sylhet) S. 1042, Lucassenii
(Sambas, Borneo) S. 1043, Beccarii (Simpar Tegal, Java) S. 1045, abnormis
(Darjiling) S. 1046, afer (Niger) S. 1047.
Idgia /7ay*i<cm(Mandar); J.Bourgeois, Ann. Soc. Entom.Belg., 1892,8.237.
Laius femoralis (S. Austr.), eyrensis (ibid., See Eyre) S. 531, pretiosus (ibid.)
S. 532; T. Blackburn, Notes, X.
Lamprophorus morator (Carinberge) ; E. Olivier, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 596.
E. Olivier zählt die (19) Lampyrides rapp. de Birmanie . . . auf;
Ann. Mus. Civ. Genova, (2.), X, S. 595—604.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 307
Lampyris bicarinata Muls. = Nyctophila Reichei J. Duv. var. hispanica
E. Oliv.; die Vaterlandsangabe Mulsant's: Korsika, ist wahrscheinlich irrig;
E. Olivier, Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. XLV.
Ueber das Leuchten von Luciola italica s. oben S. 252.
L. aemula (Carinberge) S. 601, seriata (ibid.) S. 602, aec/rota und var.
scutellaris (ibid.) S. 603, abscondita n. sp. (Rangun) S. 604; E. Olivier, Ann.
Mus. Civic. Genova (2.), X, cribellata (Ighibiiei, Neu- Guinea) S. 1010, pupüla
(ibid.) S 1011; derselbe, ebenda.
Lycus (Chlamydolycus) Distanti (Pretoria); Bourgeois, in Distant's
A Naturalist in the Transvaal, S. 196, Tab. I, Fig. 3.
Moeurs et metamorphoses du Malachius inornatxis Küst.; Xambeu,
Le Naturaliste, 1892, S. 157.
Malthodes obtusus (tertiär); B. Förster, a.a.O., S. 373, Taf. XI, Fig. 18.
Malthodes dispar Germ. var. Noualhieri (Haute Vienne; Puy de Dome);
J. Bourgeois, Faune gallo-rhen., S. 191, caudatiis (Gnesau, Kärnthen); J.
Weise, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 410.
Metriorihynchus gigas (Westaust.) S 524, semicostatus (Vikt., alpin) S. 525,
montkola (ibid.), occidentalis (Eyre's Sandy Patch, W. A.) S. 526, laetus (BuUi,
N. S. W.) S. 527; T. Blackburn, Notes X.
Plateros (?) cribripennis (Mandar); J. Bourgeois, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S.235.
Pyrocoelia collaris (Kinabalu); H. S. Gorham, Proc. Zool. Soc. London,
1892, S. 89, PI. rV, Fig. 7, laminjro'ides (Carinberge) S. 598, microceras (ibid.),
cribripennis (ibid.) S. 599, Feai (ibid.) S. 600; E. Olivier, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X.
Selasia Bobecchii (Obbia); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.),
XII, S. 759; (Drilus) pulchellus Gestr. gehört in diese Gattung, die gegenwärtig
ausser den genannten noch die Arten rhipiceroides Gast., unicolor Guer. und
decipiens Guer. zählt; letztere ist vielleicht einer anderen Gattung einzureihen.
Silis australis (S. Austr.); T, Blackburn, Notes, X, S. 530.
Telei^horus victoriensis (Vikt., alpin) S. 528, galeatus (ibid.), fusicornis
(Upper "Yarra riv.) S 529; T. Blackburn, Notes, X.
Trichalus hypocrita (Sarawak) S. 40, flavidus (Bomeo) S. 41; J. Bourgeois,
Notes Leyd. Mus. XIV.
Vesta aiirantiaca E. Oliv, abgebildet; Proc. Zool. Soc. London, 1892,
PI. IV, Fig. 9.
Xylobanus reticu latus Gorh. abgebildet; Proc. Zool, Soc. London, 1892,
PI. IV, Fig. 6,
X. liitsemae (Sambas, Borneo); J. Bourgeois, Notes Leyd. Mus., XIV, S. 89.
Daseillidae. Sclerocyphon (n. g. Cyphoni affine; . . prosterno retrorsum
fortiter anguste producto, raesosterno sat piano, antice ad Processus prosternalis
receptionem profunde triangulariter exciso) maculatus (Viktoria, alpin);
T. Blackburn, Notes, X, S. 523.
Dascillus calvescens (Kunbir Novatoli), rufovillosus (Mandar); J. Bourgeois,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 234.
Helodes princeps (Viktoria, alpin) S. 517, cinetus (ibid.), Olliffi (ibid.; S.A.)
S. 518, montivagans (Vikt.) S 519, (Cyphon?) pietus (ibid.), (Oyphon?) ovensensis
(Vikt.), (Cyphon?) frater (ibid.) S. 520, (Cyph.?) Adelaidae (S. A.), (Cyph.?)
U*
308 Pb. Bertkai^: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
sjnlotus (Port Lincoln) S. 5'21, (Cyphon?) lindensis (ibid.) S. 522; T. Blackburn,
Notes, X.
Scirtes Helmsi (Benalla, Vikt.); T. Blackburn, Notes, X, S. 524.
Rhipidoeepidae. Ueber Psacus attagenoides Pascoe s. unten bei
Dermestidae.
Elateridae. E. Candeze bringt den 2. Artikel über die Elaterides
rec. en Birmanie . . .; Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 771—793.
Elaterides rec. . . . dans l'ile d'Engano; E. Candöze, ebenda, XII,
S. 795—800.
Elaterides rec. ... dans la Nouvelle-Guinee meridionale et regions
voisines; derselbe, ebenda, S. 801— 805.
In einer Note sur les Physodactylini, Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 403—412, PI. 8, erklärt sich E. Fleutiaux für die Einreihung dieser Gruppe
unter die Elateriden, was durch die Insertion ihrer Fühler, die 5 Segmente des
Hinterleibes und die männliche Genitalbewaffnung gerechtfertigt erscheint. —
Sie gehören in die Unterfamilie der Elaterini und sind durch die Gestalt der
Mandibeln und die Grabfüsse mit den Plastocerini nahe verwandt. Die Gruppe
ist auf Brasilien beschränkt; ihre Larven sind noch unbekannt.
Fleutiaux unterscheidet 3 Gattungen:
I. Anteunar. art. 3. globosus, 4-to brevior; ungui-
culi tarsorum simplices.
a. Mandibulae in utroque sexu falciformes . . . Physodactylus Fischer.
b. Mand. maris falciformes, feminae bifidae . . Dactylophysus.
IL Antenn. art. 3. triangularis, 4-to aequilongus;
unguiculi bicuspidati, mandibulae falciformes. . , Telasena.
Dactylophysus n. g, (s. oben) für (Heterocrepidius) mendax, tibialis
Cand.; E. Fleutiaux, S. 409.
Octocryptus (n. g. ; antennae breves, in sulco parapleurorum receptae;
prosterni suturae laterales postice apertae, ad receptionen tarsorum anticorum;
metathorax et abdominis basis sulcis profundis munita ad receptionem tarsorum
ped. post; Vertreter der Octocryptites) Cardoni (Chota Napore); E. Candeze,
Ann. Soc. Entom. Belgique, 1892, S. 486.
SphenisGosomus n. g. (wie Melanotus; aber Fortsatz der Vorderbrust
zwischen den Vorderhüften horizontal nach hinten gerichtet; Mesosternum
horizontal mit aufstehenden Rändern, Körper nach hinten keilförmig ver-
schmälert) für (Mel.) cuneiformis Baudi, sulcicollis Mnls., amussitatus Cand.,
restrictus Cand., rusticus Cand., albivellus Cand.; 0. Schwarz, Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 132.
Telasena n. g (s. oben) für (Änclastes) femoralis Luc; E. Fleutiaux,
a. a. 0., S. 410.
Adelocera carinensis (Carinberge) ; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova.
(2.), X, S. 772, cognata (Bua-Bua); derselbe, ebenda, XII, S. 796.
Adiaphorus modestus (Chota-Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 488.
Aeolus pyroblajitus (Uruguay, ein Weizenschädling); C. Berg. An. Soc.
Cientif. Argent., XXXIII, S. 61.
Agrypnus falladosus (Obock), diver gens (ibid.); L. Fairmaire, Revue
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 309
d'Entomolog. ; XI, S. 101, labeculatus (Bua-Bua; Kifa-juc); E. Candeze, Elat.
Engano, S. 795.
Agonischius laetus (Karin-Cheba) S. 787, diversiis (ibid.), conjugatus (ibid.)
S. 788, Simplex (ibid.) S. 789; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X,
humilis (Chota Nagpore) S. 493, Umbatus (ibid.) S. 494; derselbe, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892.
Alans mahenus (Seychellen); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CLI, Modiglianü (Bua-Bua); E. Candeze, Elat. Engano, S. 797,
Loriae (Hood Bay, Kalo); derselbe, ebenda, S. 802.
Anchastus hengalensis (Chota -Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 490, imulsus (Bujakori, Neu-Guinea); derselbe, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XII, S. 804.
Aptopus hirmanicus (Carinberge) ; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 781.
Athous spectabilis Hampe wahrscheinl. = proximus Hampe $; G. Kr a atz.
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 176.
Athous sanguinicoUis (Japan); J. Frivaldszky, Termesz. Füzet., XV, S. 124.
Campsosternus Pasteuri (Nias); E. Candeze, Notes Leyd. Mus., XTV, S. 9.
Cardiophorus victoriensis (Viktoria, alpin), Eucalypti (ibid.; S. A., unter
Eucal. -Rinde); T. Blackburn, Notes, X, S. 516, seminalis (Carinberge) S. 778;
E, Candöze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, macer (Chota- Nagpore) ; der-
selbe, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 493, analis (Tokat, Kleinasien), peUitus
(Turkestan) S. 383, rufipes Er. var. persicus (Hyrkanien) S. 384, 0. Schvparz,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892.
Cardiotarsus antennalis (Carinberge); E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 780.
Coryrabites virens var. stramineus (Hockai, Belgien); E. Candeze, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 227.
C. (i. sp.) infirmus (Sidemmi, Ostsib.); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 152, Weidtii (Br. Columbia); G. W. J. Angell, Entom. News, III, S. 84.
Cryjrtohypnus sericeus (Konbir-Nowatoli) S. 490, pictus (Ufer des Snuk)
8.491; E. Candeze, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Diploconus rufulus (Carinberge) S. 781 , nutritus (ibid.), ornatus (ibid.),
serricornis (ibid.) S. 782; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, enga-
nensis (Bua-Bua); derselbe, ebenda, XII, S. 799.
Glyphonyx correctus (Carin-Cheba) ; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 789, suturalis (Chota-Nagpore); derselbe, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 494.
Hemiolimerus Gestroi var. carinensis (Karin-Cheba); E. Candeze, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 785.
Hemirrhaphes ruficollis (Konbir-Nowatoli); E. Candeze, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 491.
Heteroderes canus (Chota-Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 489.
Lacon brightensis (Bright, Vikt.) S. 503, murrayensis (Murray bridge),
lindensis (Port Lincoln) S. 504, Adelaidae (S. A.) S. 505, duplex (Viktoria) S. 506,
eucalypti (Port Lincoln, unter Rinde von Euc.) S. 507, Andersoni (Port Lincoln)
S. 508; T. Blackburn, Notes, X, mit analytischer Tabelle dieser und einiger
310 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
verwandter Arten, coUisus (Carinberge) S. 772, gypsatus (ibid.) S. 773, subcostatus
(ibid.) S. 774; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, fabularius (Chota-
Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom Belg., 1892, S. 483, indutissimus
(Kifa-juc); derselbe, Elat. Engano, S. 797, pupillus (Duo, Hula, Iguibirei);
derselbe, ebenda, S. 802.
Ludius clavus (CarinCheba);E. Candeze, Ann.Mus.Civic.Genova,(2.),X,S.786.
Megapenthes aspernendus (Chota Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom.
ßelg., 1892, S. 489, miisivatus (Bua-Bua); derselbe, Elat. Engano, S. 798,
fen<n«ive«i?7s (Kapakapa) ; derselbe, ebenda, S. 804, Uttcratus (Ost-Java\ remotus
(Celebes); derselbe, Notes Leyden Mus., XIV, S. 10.
0. Schwarz nimmt eine Revision der palaearktischen Arten der
Gattung Melanotus Eschsch. vor, wobei er zu den von Candeze abgesi)altenen
Gattungen Psellis und Diploconus noch Spheniscosomus neu aufstellt (mit
cuneiformis Baudi, sulcicollis Muls., restrictus Gand., amussitatus Cand.,
rusticus Er., albivellus Cand.). Die Gattung Melanotus hat im palä-
arktischen Gebiet 27 Arten, darunter Kraatzi (Griechenland) S. 155, hmnilis
(Alai) S. 156, Fig. 14, fragilis (Turkestan) S. 160, Fig. 24, {brunnicornis von
Pecking, S. 164, Fig. 36). Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 145-164, Taf. II;
die Tafel enthält die Abbildungen des Penis.
Melanotus repletus (Carinberge) S. 783, comatus (ibid.), conicus (ibid.)
S. 784; E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.) X, hericius (Bua-Biia; Kifa-
juc); derselbe, ebenda, XII, S. 799.
Melanoxanthus anUcus (Chota Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 490.
Melanoxanthus vinjatus (Carinberge) S. 777, punctum (ibid.) S. 778;
E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, palliatus (Malaconni), sex-
guttatus (Bua-Bua); derselbe, ebenda. XII, S. 799.
Meristhus indecorus (Chota Nagpore); E. Candeze, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 485.
Monocrepidius ruficoUis (Victoria, alpin) S. 509, frontalis (ibid.) S. 510,
alpicola (ibid.) S. 511, Macleayi (ibid.) S. 512, ovensensis (ibid.), baldiensis (ibid.)
S 514; T. Blackburn, Notes, X, mitigatus (Pulo Dua); E. Candeze, Elat.
Engano, S. 798, disjunctus (Iguibirei); derselbe, ebenda, S. 803.
Penia plagiata (Karin Cheba); E. Candeze, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 786.
Pericus discedens (Chota Nagpore); E. Candeze, Ann Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 485.
Physodactylus foveatostriatus (Bahia) S. 406, Fig. 2, Oberthüri (Süd-Brasil.)
Fig. 3, niyer (S. Paulo) Fig. 4, S. 407, brasiliensis (Caraga) S. 408, Fig. 6;
E. Fleutiaux, a. a. 0.
Silesis inficetus! (Chota Nagpore) S. 494, nigriceps (ibid.) S. 495; E. Candeze,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Singhalenus (jibbus (Konbir Nowatoli); E, Candeze, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 487.
Euenemididae. Dromaeolus interioris (lake Eyre, S. A.); T. Blackburn,
Notes, X, S. 502.
Drapetes sulcatus (westl. Kaukasus); C. Rost, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1892, S. 402.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 311
Buprestidae. Ch. Kerremans stellt einen Catalogue synony-
mique des Buprestides decr. de 1758 ä, 1890 zusammen (ca. 4200 Arten);
Memoires Soc. entom. Belg., 1892, S. 1—304.
Derselbe zählt die von E. Simon von den Philippinen mitgebrachten
Arten auf; Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 21—26; desgl. die von Alluaud
in Assinie gesammelten (17) Arten; ebenda, S. 301—304.
Derselbe desgl. die in Birmah von Fea gesammelten (54) Arten; Ann.
Mus. Civic. Genova, (2. S.) XII, S. 809-832.
Derselbe desgl. (16) in dem östlichen Papuasien gesammelte Arten; ebenda,
S. 1001-1008.
J. R. H- Neervoort van de Poll zählt Buprestidae der Faune
indo-chinoise auf; Ann. Soc. Ent. France, 1892, S. 17—20.
Das 3. Memoire von Xambeu's ,, Moeurs et raetamorphoses d'Insectes"
ist dieser Familie gewidmet; Revue d'Entomol., XI, S. 202—252. Nach einer
allgemeinen Schilderung wei'den die Larven und deren Verwandlung aus folgenden
Gattungen speciell beschrieben: lulodis 1, Buprestis 2, Eurythyrea 2, Chryso-
bothris 3, Melanophila 3, Psiloptera 1, Dicerca 3, Capnodis 1, Poecilonota 4.
Parataenia (n. g. ; articul. 2 et 3 antennarum hrevissimi globosi, fere
aequales, für Iiidot. opaca Lansh., chrysochlora Palis. und) inornata (Liberia;
Gabun), aspera (Sierra Leone ; Gabun; Kamerun; Kongo) S. 54, orbicularis {A\t-
Kalabar, Gabun; Sierra Leone), simplidcollis (Gabun) S. 55; Ch. Kerremans,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Acmaeodera smaragdina fTanganjika); Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom.
Belg , 1892, S. 56, interrupta (Konbir; Madras); derselbe, ebenda, S. 175,
hello, (Usagara) S. 126, dives (ibid.) S. 136; A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892
Agrilus siuuatus Ol. Entwickelungsgeschichte; die Art ist ein grosser
Schädling von 5 — 15jährigen Birnstämmen; R. Goethe, Bericht 1890/91 der
k. Lehranstalt für Obst- und Weinbau in Geisenheim; s. L. v. Heyden, Jahrb.
d. Nass. Ver. f. Naturk., 45, S. 68.
A. niveoguttatus La Ferte mss. (Indien) S. 210, birmanicus (Hoch Birmah)
S 211, Lafertei (Indien) S. 212, decoloratus (ibid.) S. 213, villosost)-iatus Jja Ferte
mss. und var. carmineus (ibid.) S. 214, imbellis La Ferte mss. (ibid.), mops
(Tenasserim) S. 215, mandaricus (Mandar) S. 216, mixtus (Hoch Birmah) S. 217,
ineptus (ibid.). neelgheriensis La Ferte mss. (N.) S. 218; Ch. Kerremans, Ann.
Soc. Entom. Belg.. 1892, striatocollis (Manilla); derselbe, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 24, violaceus (Südchiua), cyaneo micans (ibid.); A. F. Nonfried,
Ent. Nachr., 1892, S. 91, cavifrons (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol,
XI, S. 100, ostrinus (Karin Cheba) S 819, agnatus (ibid.) S. 820, modicus (ibid.)
S. 821, albopidus (ibid.) S. 822, dianthus (Bhamö), nubilus (ibid.; Teinzo) S 823,
inawJoewMS (Karin Cheba) S. 824, livens ;Bham6) S. 825; Ch. Kerremans, Ann.
Mus. Civic. Genova (2. S.), XII.
Amorphosomus pectoralis La Fertö mss. (Himalaya); Ch. Kerremans»
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 210, spaiAa^Mm (Karin Cheba) ; derselbe, Ann-
Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 818.
Ancylochira Salomonii Thoms. = Davidis Fawm., Nikolskyi Semen.\ L.
V. Heyden, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. IIL
Anthaxia Beneckei (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 371, Taf. XI, Fig. 17.
312 Ph- Bert kau: Bericht über die wissenschaftliclieu Leistuugeu
Anthaxia capitata (Koubir), morosa La Ferte mss. (ludien); Ch. Kerre-
maus, Aiin.SocEntom. Belg., 1892, S. 173, semüimhata (Amasia); A. Fleischer,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 209, ohockiana (0.); L. Fairmaire, Revue d'EntomoL,
XI, S.99.
Die Larve von Aphanisticus Krügeri Bits, minirt in den Blättern
des Zuckerrohrs; Ritsema, Tijdschr. v. Entomol., XXXIII, Versl., S. XXII f.
mit Holzschn.
A. metallescens La Ferte mss. (Indien); Ch. Kerremans, Ann. Soc. Eutom.
Belg., 1892, S. 219, Perraudierei (Pnom-Penh); J. R. H. Neervoort van
de Poll, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 19, cephalicus (Karin Cheba); Ch.
Kerremans, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 826, aipricornis (J.
Goodenough, Papuas); derselbe, ebenda, S. 1004.
Buprestis impressicollis (Indien); Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 172.
Catoxantha bicolor F. var. cyanura (Sikkim); Ch. Kerremans, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 171.
Chalcogenia viriditarsis (Abyssinien) ; A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 125.
Chalcotaeuia cupreosuturata (Abyss.); L. Fairmaire, Revue d'Entomol.,
XI, S. 101.
Chrysobothris tricolor La Ferte mss. (Indien) S. 196, carinata (ibid.) S. 197,
qudraticoUis La Ferte mss. (ibid.) S. 198, violacea (Hoch Birmah) S. 199; Ch.
Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, nana (Turkestan); L. Fairmaire,
Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. CLII.
Chrysodema navicularis (Mariannen) S. 21 , violacea (Manilla) S. 22 , /lebes
(Mindanao) S. 23; Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. France, 1892.
Coraebus dorsalis (Indien), cocruleus (Hoch Birmah) S. 200, cyaneopictus
(ibid) S. 201, chloropictus La Ferte (Indien), modestus (Hoch Birmah) S. 202,
fulgidiceps (Konbir; Mandar; Kalkutta), smaragdineus l (Kodeikanel) S. 203; Ch.
Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, Feae (Karin Cheba) S. 811, fossu-
latus (ibid.) S. 812, Gestroi (ibid.) S. 813; derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova
(2. S.), XII.
Cryptodactylus cyaneoniger (Mandar) S. 207 , scutellaris (ibid. ; Konbir),
cuprascens (ibid.) S. 209; Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Cylindromorphus sefrensis (Ain-Sefra); A. Bonuaire, Revue d'Entomol,
XI, S 317.
Cyphogastra abdominalis (Damma Isl.); Ch. O. Waterhouse, Ann a. Mag.
Nat. Hist. (6), X, S. 412, picata (Mariannen); Ch. Kerremans, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 23.
Endelus coraeboides (Indien) S. 219, aureociqyreus La Ferte mss. (ibid.)
S. 220; Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, curtus (Mt. Mooleyit,
Tenasserim); derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 826.
Iridotaenia cingulata (Zanguebar); Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 51.
Julodis cyphodera (Turkestan); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France,
1892, S. CLII.
Melobasis monticola (Viktoria, alpin) S. 496, beltanensis (Beltana, S. A.)
S. 499; T. Blackburn, Notes, X, coerulea (Bua-Bua, Engano) S. 1000, incerta
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 313
(Kapa-kapa), ignicauda (Kamali, Neu-Guinea) S. 1002; Ch. Kerremans, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2. S ) XII.
Melybaeus indicolus La Ferte mss. (Indien) S. 204, chrysomelinus (Hoch
Birmah), aurarius (ibid.) S. 205; Ch. Kerremans, Ann. See. Entom. Belg.,
1892, Delaimeyi (Hue); J. R. H. Neervoort van de Poll, Ann. Soc. Entom.
France, 1892, S. 18, laevipennis {KüairnQ), violaceicoUis (ibid.); Ch. Kerremans,
ebenda, S. 302, transversus (ßhamö) S. 814, venustus (Karin Cheba) S. 815,
magnificus (ibid.; Bhamö) S. 816; derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII.
Paracupta coelestis (Igbibirei, Neu-Gi;inea) ; Ch. Kerremans, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2. S.), XII, S. 1001.
Philanthaxia latifrons La Ferte mss. (Indien); Ch. Kerremans, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 173, splendida (Saigon); J. R. H. Neervoort van de
Poll, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 17.
Poecilonota magnifica (Konbir); Ch. Kerremans, Ann .Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 171.
Polycesta curta (Mandar); Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 174.
Pseudochrysodema (?) Walkeri (Damma Isl.); Ch. 0. Waterhouse, Ann.
a. Mag. :Nat. Hist. (6), X, S. 411.
Psiloptera Stormsi (Tanganjika) ; Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 56.
Sambus gibbicollis (Mandar) S. 206 , nielanoderus La Ferte mss. (Indien),
niijritus (ibid.; Hoch Birma) S. 207; Ch. Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, coloratus (Palon, Pegu) S 816, femm-alis (Karin Cheba) S. 817; derselbe,
Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, Loriae (Hula, Neu-Guinea) S. 1003; der-
selbe ebenda.
Sphenoptera curta (Trichiuopoli ; Almorah) S. 180, impressa (Hoch-Birma)
S. 182, aenea F. var. falsa S. 185, innocua La Ferte mss. (Indien) S. 187, de-
pressa La Ferte mss. (Indien), konbirensis (K.) S. 188, crebrepunctata La Ferte
mss. (Tetara; Kalkutta; Himalaya) S. 189, fidyidiceps La Ferte mss. (Indien)
S. 190, auricoUis Ls. Ferte mss. (Indien; Birmah) S. 191, deducta (Mandar; Konbir)
S. 192, gossypii Cotes mss. (Konbir; Madras) S. 195; Ch. Kerremans, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, nebst einer analytischen Tabelle sämmtlicher ost-
asiatischer Arten, latesidcata (Turkestan); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. CLIII, leonensis (Sierra Leone) S. 137, nervosa (Innerafr.) S. 138,
howa (Anannarivo) S. 139; A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892.
Strigoptera Frenchi (Gippsland, Vikt.) S. 500, australis (York's Halbins.),
marmorata (S.A.) S. 501; T. Blackburn, Notes, X.
Trachys aenescens (Kodeikanel) S. 221 , subviolacea (Hoch Birmah) S. 222,
flaviceps La Ferte mss. (Indien), obliqua (Mandar) S. 223 , transversa (ibid.), bi-
curinata (Konbir) S. 224, stiymatica (Barway), integra (Himalaya) S. 225; Ch.
Kerremans, Ann. Soc. Entom. Belg. 1892, nebst einer synoptischen Tabelle
sämmtlicher Arten Bengalens S 221, viridula (Manilla), rufescens (ibid.); der-
selbe, Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 25, Fleutiauxi (Hue, Tourane),
J. R. H. Neervoort van de Poll, ebenda S. 19, penicillata (Palon, Pegu)
S. 827, virescens (Rangun), lyra (Karin Cheba) S. 828, niyra (Bhamö) S. 829,
vexator (Bhamö), rulis (Meetan, Tenasserim) S. 830, polita (Palon) S. 831;
314 Ph- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Ch. Kerremans, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, rugata (Ighibirei,
Neu-Cxuinea); derselbe, ebenda, S. 1005.
Searabaeadae. H. J. Kolbe sprach in der Gesellsch. naturf. Freunde
Berlin über die von L. Conradt in Deutsch-Ostafrika, namentlich in
der Gebirgslandschaft von Usambara gesammelten melitophilen
Lamellicornier; Sitzgsb., 1892, S. 61— 75. Der Sammler hatte von Mitte
August bis Dezember 1891 in der 850m. hoch gelegenen waldreichen Landschaft
Derema in Usambara gesammelt und 25 Arten zusammengebi-acht, 17 im Ge-
birgslande, 8 an der Küste. Unter den ersteren sind 12 neue Arten und 4 neue
Gattungen, ein Beweis dafür, wie wenig noch so manche Theile Afrika's bisher
durchforscht sind.
Derselbe desgl. über die melitophilen Lamellicornier von Kamerun;
ebenda, S. 235 261. Die Zahl (52) der vorher schon aus Kamerun bekannten
Arten wurden durch die Sammlungen von Zeuner, Morgen, und namentlich
P. Preuss um 12 nene vermehrt, von denen 5 neuen Gattungen angehören.
Gegenüber dem Hinterlande Togo, das durch ein Ueberwiegen kleiner Formen
ausgezeichnet ist, piävaliren in Kamerun mittelgrosse und grosse Formen; von
den 6 Gnathocera-Arten Togo's ist keine einzige in Kamerun aufgefunden.
In seinem Beitrag zur Kenntniss der Gattungen Lepidiota und
Leucopholis spricht E, ßrenske zunächst aus, dass für die Eintheilung der
Melolonthini in erster Linie der Hautsaum am Vorderrande des Halsschildes
zu berücksichtigen sei, durch dessen Besitz die Schizonychiden sich vor den
Rhizotrogiden, Leucopholiden \md Polyphylliden auszeichnen ; Encya gehört dem-
nach zu den Schizonychiden. Die Polyphylliden sind durch das verlängerte
2. Füblerglied charakterisirt und nach diesem Merkmal gehört Encya zu den
Polyphylliden. Bei den Rhizotrogiden sind die Lippentaster auf der Fläche des
Kinns eingelenkt, die Zunge ist nicht verlängert und nicht verschmälert, die
Lippe ist länger als breit; beim AVeibchen der Sporn der Hinterschienen nicht
löffelartig erweitert; keine Spur eines Fortsatzes zwischen den Mittelhüften;
Körper ohne Schuppen; bei den Leucopholiden dagegen die Lippentaster am
Rande des Kinns, die Zunge ist hinter der Einlenkungsstelle verschmälert, oft
sehr stark verengt, die Lippe breiter als lang; der Sporn der Hinterschienen
beim Weibchen löffelartig erweitert ; Fortsatz zwischen den Vorderhüften
mindestens angedeutet, oft stark; beschuppte Arten.
Die Gattungen, deren Stellung bisher zweifelhaft war, bringt Brenske nun
folgendermassen unter : Lachnodera, Eutrichesis, Enaria und Encya bei den
Schizonychiden ; Heptophylla Motsch., Pollaplonyx WaterJi. bei den Rhizotrogiden ;
bei den Leucopholiden bleibt Tricholepis niveopilosa; (Tr.) grandis und vestita
Sharp bilden die Gattung Psilopliolis, lepidota Klug und Reichei (= Lepi-
diota unicolor Lansh.) bilden ebenfalls eine besondere Gattung; lactea Gory ist
ein Proagosternus. Die beiden Geschlechter (nicht nur von Lepidiota, sondern
auch von manchen anderen Melolonthinen) lassen sich leicht an der Gestalt der
Sporen der Hinterschieneu unterscheiden. Dieselben sind beim Männchen schmal
und spitz, beim Weibchen, namentlich gilt dies von dem grösseren, breit und
stumpf. Hierauf werden die Arten der Gattung Lepidiota (mit kurzem)
und Leucopholis (mit langem Mesosternalfortsatz) in Gruppen (15, bezw. 5) ge-
bracht, „denen auch Gattungsberechtigung beigelegt werden kann." Aus beiden
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 315
Gattungen werden 91 Arten aufgeführt; Berlin. Entora. Zeitschr., 1892, S. 33
bis 62; Nachtrag S 412.
A. Semenow macht Notae breves de quibusdam Melolon thidis;
Hör. Soc. Ent Ross., XXVI, S. 471— 476. (Monotropus; Mon. Suwortzewi Sem.
= Rhizotr. altaicus Mnnh.; Lasiopsis Bergrothi Ettr.; Rhizotrogus Potanini
Sem.; Hilyotrogus bicolor v. Heyd.; Euranoxia valida Sem., Cyphonotns n. sp.;
Anoxia cinerea Motsch.).
E. Brenske: Ueber die Verbreitung der Melolonthiden auf der
Erde; Soc. Entom., VI, S. 185 ff.
A. F. Nonfried liefert ein Verzeichniss der seit 1871 neu be-
schriebenen Glaphyriden, Melolonthiden und Euchiriden (69 Gatt.,
1264 Arten und Variet ); Berlin, Entom. Zeitschr., 1892, S. 249-290.
H. von Schoenfeldt verzeichnet (43) Lamellicornes coprophages
du Bengal occidental; Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 107—111.
H. J. Kolbe: Ueber die . . in Togo (Ober-Guinea) gesammelten
(39) melitophilen Lamellicornier; Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 125-142.
Elenco sistematico dei Coleotteri . . . valle Lagarina; Fase. V,
Platyceridae-Scarabaeidae; B. Halbherr, Rovereto, 1892.
G. Kraatz meint, dass Mystrocerus Burm. auf Heterorrhina Mac Leayi
Gory mit eingesetztem Kopf eines Diceros Gonj gegründet sei; Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 373, Taf. IV, Fig. 10.
Derselbe zeigt, dass Macronota Hoffmannsegg auf die Gymnetis-.Arten
anzuwenden sei, und gründet für die Abtheilung II in Macronota bei Burmeister
die n G. Mecinonota; ebenda, S. 375.
Änaspilus (u. g. Cymophoro proximum, clypeo antice lobato distinctum,
für Cymoph. leucostictus Schaum und) rufiventris (Pereuh, Togo); H. J. Kolbe,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 141.
Anelaphinis n. g. für Cetonia domiuula v. Harold (non Macrelaphinis
dominula Kraatz) und Elaphinis simillima Ancey; Fld. wie bei Protaetia in eine
zahnartige Spitze ausgezogen, aber mit schlankeren, dünneren Tarsen, welche
länger als die Schienen sind; H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 136.
Äphancsthes (n. g. Chordoderae dt.ifa\%) pseudincoidcs (Bwea); H. J. Kolbe,
melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 249.
(Jonradtia (n. g. Diplognathin. , pronoto augusto, postice longe producto,
scutellum ad maximam partem obtegente insigne) principalis (Usambara); H. J.
Kolbe, melitoph. Lamellic. Usambara, S. 70.
Corynotrichius (n. g Trichiin., clypeo corniculo armato, ceterum Ste-
goptero et Myodermati affine) bicolor (Baliland, Hinterland von Kamerun); H. J.
Kolbe, melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 260.
Diploa (n. g. Isclmostomin. Xiphoscelidi et Heteroclitae affine, Dynastidae
Heteronycho habitu et colore simile) 2^roles (Usambara); H. J. Kolbe, melitoph.
Lamellic. Usambara, S. 65.
DolichostctJius n. g. Anoplochilin., processu mesosternali breviter pugio-
niformi distinctum, für (Elaphinis) atomosparsa Fairm.; H. J. Kolbe, Stett.
Ent. Zeitg, 1892, S. 143. (Die Gattung ist nach G. Kraatz, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 415, identisch mit Somali bia van Lansh.)
Endoxazus (n. g. Trichiin., antennarum clava in ^ longissima; corpore
316 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
supra glabro) Conradti (Usambara); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usam-
bara, S. 73.
Ewpachnoda u. g. (corpus elongatum, supra nitidum; proc. mesost. semi-
globosus, si;tura intercoxalis . . .) für (Pachnoda) inscripta Gor. & Per eh.; H. J.
Kolbe, melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 253.
Eupegyl'is (n. g. Pegylidi affine, antennis 10-art., clava 6-art., art. 3. et
4. longissimis diversum) confusa (Ibembo, Kongo); A. Du vi vier, Ann. Soc-
Entom. Belg., 1892, S. 57.
Eutelesthes (n. g. Racelomae et Genyodontae affine, processu mesosternali
augusta, tenui distinctum) lateralis (Kamerun); H. J. Kolbe, melit. Lamellic.
Kamerun, S. 252.
Jothochilus (n. g. Anoplochilin.; corpus modice couvexum, parum pilosum;
clypeus antice subattenuatus , marginibus reflexis; prothorax anti'orsum atte-
nuatus, dorso convexo integro, prope niarginem posticum utrinque foveolatus, ante
scutellum subsinuatus; scutellum sat magnum, trigonum, acuminatum, lateribus
modice curvatis; tibiae ant. 3-dent , dente superiore fere nullo; tarsorum posti,
corum art. 1. compressus, lobatus) undulatus (Bismarckburg); H. J. Kolbe-
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 137.
Hadropoinllia n.; g. (aPopillia differt thorace media basi haud producta,
elytris regulariter 13-punctatostriatis, pone scutellum haud impressis, posterius
subdilatatis; pygidio nudo; processu mesosternali valido) für (P.) splendida Guer.
(reginae Newm.); Gr. Kr a atz. Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 289.
Hadrosticta (n. g. Cetonid. jirope Argyripam) viridiflua (}litte]a,menka) ;
G. Kraatz, Deutsch. Ent, Zeitschr., 1892, S. 378, Taf. IV, Fig. 11.
Ischnopopillia (n. g. für Pop. exarata Fairm., rugicollis Burm. und)
Moorei (Himalaya) S. 294, erythroptera (Kurseong) S. 295; Gl. Kraatz, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1892.
Isochirus n. g., für (Aphodius) latevittis Beitt.: E. Reitter, Bestimm.-
Tab., S. 171.
Liotrichius (u. g. Trichiin. Myodermati et Stringophoro affine, Anomalae
depressae simile) anomala (Usambara); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic.
Usambara, S. 74.
Mecinonota n. g. für die Macronota-Arten II bei Burmeister, mit regia
F. als typische Art; G. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 375.
Melichrus (n. g. Rhizotrogin., flabella 7-articulata, longa) Kolbei
(Darjiling); E. Brenske, Ent. Nachr., 1892, S. 156.
Octoplasian. g. (Ancylonychae proximum, antennis 8-articulatis distinctum)
für (Lachnosterna) lineata Sharp, princeps Sharp; E. Brenske, Ent. Nachr.,
1892, S. 152.
Penthima (n. g. Macronotin.) nigerrima (Java); Gr. Kraatz, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1892, S. 314.
Pleuronota (u. g. Macronotin. Cirrospilae affine) octomaculata (Java);
G. Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 312, Taf. IV, Fig. 7.
Poecilosticta (n. g. Popilliae affine, thorace basi utrinque leviter emar-
ginato, media basi haud producta; corpore nudo; . . .) princeps Schaum i. 1.
(Ceylon); G. Kraatz, Deutsch. Eutom. Zeitschr., 1892, S. 291.
Pseudomalaia u. g., für (Popillia) pilifera Burm., tagala ifeWer, (Malaia)
Semperi Kraatz; G. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 296.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 317
Pseudopholis (n. g. Leucopholidi affine) squamulosa (Ibemho, Kongo);
A. Duvivier, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 58.
Psilopholis u. g. für (Tricholepis) grandis, vestita Sharp; E. Brenske,
Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 38.
Ehyssemodes {n. g. Tssimmodin., für aspericeps Chevr., obsoletus Eei^i.
und) alutaceus (Margelan), tenuisculptus (ibid.), transversus (ibid., Ordubad);
E. Reitter, Bestimm.-Tab., S. 162.
Stenovalyus (n. g. Valgin.) carinulatus (ßismarckburg) ; H. J. Kolbe,
Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 142.
Stephanocrates (n. g. Ceratorrhinin. Compsocephalo affine; coniu clypeari
lato, cornu verticis furcato, pronoti margine antice truncato, angulis posticis
rotundatis; tibiis ant. intus grosse dentatis, mediis extus dentatis, tarsis brevibus
distinctum) Preussi (Bwea); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Kamerun, S 242.
Symmachia (n. g. Rhizotrogin. Brahminae affine) chinensis (Ch.);
E. Brenske, Ent. Nachr., 1892, S. 151.
Xenogenius (subg. nov. Coenochili; mentum canaliculatum, margine
antico incrassato, excavato, antice et postice sinuato; pedes graciles) Conradti
(Usambara); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usambara, S. 71.
W. L. Distant fand in Transvaal unter Steinen ungeheure Mengen von
Adoretus luteipes und einer anderen Art in einem torpiden Zustand, obwohl die
Sonne warm schien; als er dieselbe Stelle 8 Tage später besuchte, waren die
Käfer nur ganz spärlich unter den Steinen zu finden. Er vermuthet, dass diese
Ansammlung als Uebergang zu ihrer Ausbreitung nach der Verwandlung statt-
findet; der Käfer wird durch das Licht angezogen. A Naturalist in the Trans-
vaal, S. 47.
Adoretus Sykorae! (Anannarivo, Madag.), Kahlei (Sambesi); S. 110, fasci-
cularis (Abyssinien) S 117; A. F, Nonfried, Ent. Nachr., 1892, 2)arvice2)s (Obock);
L. Fairmaire, Revi;e d'Entomol., XI, S. 98.
Aegialia hybrida (Nikolajefsk); E. Reitter, Bestimm.-Tab., S. 251. •
Anectoma Gerst. =: Macrelaphinis Kraatz; H. J. Kolbe, melitoph.
Lamellic. Kamerun, S. 253.
Athyreus chalybeatus (Plata Orient.); L. Fairmaire, Ann Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 242.
Anomala viridicostata (Südchina) S. 86, hirsutula (ibid.) S. 87, nigripes
(ibid.) S. 88; A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, obscuripes (Obock; Abyss.;
Schoa); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S 97.
Anoploguathus punctulatus (Mt. Bellenden-Ker, Queensl.); A. S. Olliff,
Records Austr. Museum, I, S. 72, PL 10, Fig. 8, brevieollis (Burrundie, S. A.)
S. 493, Machmß (lake Eyre, S.A.) S.495; T. Blackburn, Notes X.
Aphodius bidentulus (Obock), gibbifrons (ibid.); L. Fairmaire, Revue
d'Entomol , XI, S. 92
E. Reitter vertheilt in seinen Bestimm.-Tab. S. 171 ff. die Aphodius-
Arten in folgende 31 Untergattungen; Colobopterus Muls., Teuchestes Muls.,
Megatelus, Mendidius E)-., Amoecius Muls., Paraphodius, Aphodius,
Loraphodius, Calamosternus 3Iotsch., Erytus 3Iuls., Bodilus Muls , Agrilinus
Muls., Oromus Muls , Nialus Muls., Plagiogonus Muls., Phaeaphodius, Esimus
Muls., Esimaphodius, Trichonotus Muls., Orodalus Muls., Amidorus Muls.,
Pseudacrossus, Volinus Muls., Nimbius 3Iuls., Melinopterus Muls., Mela-
318 P'i- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
phodius, Limarus Mvls., Gonaphodius, Calaphodius, Agolius Mtds.,
Biralus 3Iuls., Acrossus Muls , und beschreibt (Megatelus) scolytiformis (Syrien)
S. 179, (Mendidius) auricuiatus (Margelan) S. 181, rutiliniis (ßou-Saada), diffidens
(Ordubad) S. 182, atricolor (Turkestan) S. 183, (Aphodius) cardinalis (Syrien;
Andalusien), swaneticus (S.) S. 186, iJmmc/« (Sibirien) S. 187, (Loraphodius)
latisidcatus (Cirrkassien) S. 188, (Calamosternus) granarius var. brunnescens
(Syrien), trucidatus .var. suturifer (Astrachan) S. 189, (Eiytus) opacus (Algier),
p)-uinosus (Turkestan; Persien) S. 191, (Bodilus) beduiims (Marocco; Sizilien)
S. 193, (Agrilinus) punctatw (Chines Turkestan) S. 196, ater var. falsarius
(Kaukas.) S. 197, satyrus n. sp. (Italien; Schweiz; Boyern), rufoplagiatus (Kan-ssu)
S. 198, oblwiosus (Burchan-Budaj, mundiis und var. vitiosus (Syrien; Kaukasus)
S. 199, putridus var. transitus (Bosnien ; Sibirien) S. 200, (Phaeaphodius) Solskyi
var. biformis, var. semicolor S. 205, albocüiatus n. sp. (Transkaspien), acutangulus
(ibid.), fusculus (Taurus) S. 206, (Esinius) trochüus (Syrien), fumigatalus (Ordubad),
sculpturatus (ibid.) S. 208, (Esinmphodius) mendidio'ides (Ordubad ; Baku ; Namangan)
S. 209, (Orodalus) pusillus var. ochripennis (Ostsibirien), quadrinaevulus (Ordubad)
S. 212, biguttatus var. conjunctalus S. 213, (Amidorus) carinifrons (Tanger) S. 214,
circassicus (Kank.), dilatatus var. ampliatus (Sizilien) S. 215, Ragusae n. sp.
(Sizilien) S. 216, obscursus var. dichrous, cribrarius var. purpureipennis S. 217,
(Pseudacrossus) caminarius (Transbaikalien) S. 219, (Volinus) clathratus (Ordubad)
S. 223, obliquatus (Taschkent) S. 226, comma (Turkmenien; Turkestan . . .)
S. 227, pustulifer (Sarepta; Beirut) S. 228, (Calaphodius) Koltzei (Chabarofka)
S. 228, fundator (Amdo) S. 230, (Melinopterus) Beyi (Südfrankreich), punctato-
sulcatus var. funebris (Irkutsk), var. tingens (Südfrankreich; Spanien; Marocco)
S. 233, Bonnairei n. sp. (Algier) S. 234, inclusum (Ordubad), x-signum (Irkut)
S. 235, strigimargo (Margelan) S. 238, (Melaphodius) irritans (Algier) S. 239,
(Agolius) abchasicus (Kaukasus) S. 241, limbolarius (Bosnien; Herzegowina)
S. 242.
K. Escherich beobachtete den Kampf zwischen 2 Ateuchus-Männchen,
der für den Besiegten mit dem Verlust der Hinterschienen endigte. Da er so
verstümmelte Exemplare zahlreich antraf, so nimmt er an, dass solche Kämpfe
häufiger vorkommen; die verstümmelten Exemplare können nicht mehr die
zur Aufnahme der Kothpillen geeigneten Gruben graben; Soc. Entomol., VII,
S. 89 f.
Bolboceras Gaujani (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 95,
Gagarinei (Turkestan); L. Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France, 1892, S. CXXII.
Bolboceras Batesii (Pretoria); W. L. Distant, A Naturalist in the Trans-
vaal, S. 191, Tab. I, Fig. 5.
E. Brenske gibt die Unterschiede der nahe verwandten Gattungen Phy-
talus Er., Brahmina Blanch. und Rhizocolax Motsch., welche letztere Name
wohl nur als Untergattung für dilaticoUis beizubehalten ist; Cryphaeobius
Kraatz ist von Brahmina wahrscheinlich nicht zu trennen. Letztere Gattung
zählt 47 (48) Arten, indem zu den 3 bekannten Arten einmal (18) unter anderen
Gattungsnamen beschriebene Arten hierher zu ziehen sind, und dann zahlreiche
(27) neue beschrieben werden; die Gattung ist über Asien und den malayischen
Archipel verbreitet. Als neu sind beschrieben Br. Donckieri (Darjiliug) S. 86,
castanipes (Blagowestschensk), sibirica (Wladiwostok; Korea) S. 89, turl-estana
(T.) S. 94, phytaloides (Saigon, Cochinchina) S. 98, setosa (Kurseong bei Dar-
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 319
jeeliug) S. 99, Cotesi (Sikkim) S. 100, chinensis (Ch.) S. 101 , abscessa (Saigon)
S. 102, siamensis (S. ; Malakka) S. 103, microphylla (Bangkok), tavoyensis
(Kalkutta), fldbellata (Sikkim) S. 104, sumatrensis (S.), obscura (Khasi-Hills)
S 105, cribripennis Candöze i. 1. (Sumatra) S. 106, rugulosa (Sarawak) S. 107,
Heydeni (Korea), Cardoni (Kurseong) S. 108, thoracica (Khasi-h.) S. 109, striata
(China) S. 112, himalaijica (Darjeeling), sikltimemis (S.) S. 113, buruensis (ß.)
S. 114; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 79—124.
Qr. Kraatz tritt für die Berechtigung seiner Gattung Cryphaeobius
ein (clypeus truncatus), glaubt, dass Brahmina im Sinne Brenske's keine ein-
heitliche Gattung sei und benennt Brahmina rubetra Brenske (non Melol. mbetra
Falderm.) Br. Fuldermanni S. 309; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892. S. 307—311;
Cryphaeobius ist Taf. IV; Fig. 12 abgebildet.
R. Gestro liefert eine enumerazione delle (50) Cetonie ... in
Birmania . . .; Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 835-876, Tav. IL
Cetonia hungarica var. Merkli (Rumelien), sibirica var. kurdistana (K.);
A. F. Nonfried, Soc. Entom., VII, S. 97, (Potosia) metallica var. atroviolacea
(Rovereto); B. Halbherr, Elenco sistem., V, S. 32.
Cetonia rhododendri (Mt. Mooleyit, 1900 M.) S. 847, Tav. II, Fig. 9, Oatesii
(ibid.) S. 848, cariana (Carinberge) S. 850; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X.
Chaetopisthes termiticola (Birma, in Termitennestern); R. Gestro, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 904 mit Holzschu.
Charadronota pectoralis Bainbr. r. abdominalis (Barombi-Stat.) ; H. J. K ol b e ,
melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 258.
Chiragra Macleayi (Viktoria; auf Blüthen in den Alpengegenden); T. Black -
burn, Notes, X, S. 482.
Cyclocephala occipitalis (Rioja); L Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 244.
Cymophorus toganus (Bismarckburg) S. 139, flavonotatus (ibid.) S. 140;
H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Cymophorus monticola (Usambara); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usam-
bara, S. 71.
Cyphonotus oryctoYdes (Repetek); A. Semenovv^, Hör. Soc. Ent. Ross.,
XXVI, S. 474.
Diphroutis monticola (Bwea); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Kamerun,
S. 257.
Diphucephala elegans (Buffalo mt., Viktoria); T. Blackburn, Notes, X,
S. 481.
Diplognatha montana (Usambara); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usam-
bara, S. 68, mit Tabelle zur Unterscheidung dieser Art und silicea, g^gates,
anthracinn, pagana.
D. Praisei (Barombi-Stat.); derselbe, melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 256.
Empecta Cambouei (Anannarivo, Madag.); A. F. Nonfried, Ent. Nachr.,
1892, S. 107.
Epistalagma cornuta Kraatz das muthmassliche Weibchen von E. multi-
impressa Fairm.; G. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 376 f., Taf. IV,
Fig. 4.
320 P^^- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Euchlora Utydeni (Shaiigai): J. Fi ivaldi-z ky, Termesz. Fiizet., XV,
S. 124.
Eucosma flavoguttata (Bismarckburg) ; H. J. Kolbe, Stelt. Ent. Zeitg.,
1892, S. 132.
Eucosma hreviceps (Barombi - Stat.) ; H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic.
Kamerun, S. 253.
Eudicella Sniithi Mac Leay var. trilineata Quedf. = Thonisoni Ancey
= Hacquardi C?i. Oberth.; H. J. Kolbe, melit. Lamell. Usambara, S. 63.
In einem Beitrag zur Systematik der Geotrypini theilt G. Jacobsohn
die Gattung Geotrypes in 5 Gattungen:
Geotrypes Latr. 2. Glied der Fühlerkeule vom 1. und 3. halb eingeschlossen;
Flügel ausgebildet; Fld. nicht verwachsen; Kopfschild vorn nicht
halbkreisförmig; Hinterschienen nie mit 4 Querleisten.
Phelotrypes Jelel. 2. Glied frei, Fiüg. und Fld. wie vorhin; Halsschild un-
bewaffnet; die vorderen Seitenzähne der Vorderschieneu nach
aussen gerichtet; Hinterschienen mit 2 — 3 Querleisten,
Enoplotrype s Lineas. Vorderschienen beim Männchen unten ohne Zähne;
Seitenzähne nach vorn gerichtet. Kopfschild vorn halbkreis-
förmig, Stirn mit Höcker oder Hörn (beim (J); Halsschild des
(J zweispitzig; Hinterschienen mit 4 Querleisten.
Ceratophyus i^iscA. Vordere Seitenzähne der Vorderschienen nach aussen
gerichtet; Kopfschild vorn nicht halbkreisförmig.
Thorectes Mids. Flgld. kurz und konvex, gar nicht gestreift, an der Nath
verwachsen; Flügel verkümmei't.
Jede dieser Gattungen wird nun noch in Untergattungen getheilt, und die
Merkmale derselben, sowie auch der Gattungen an Abbildungen erläutert. Diese
Untergattungen sind (Geotr.) Stereopyge (Costa) mit Douei Gary; Geotrypes
i. sp. mit stercorarius L., hypocrita Serv., mutator Marsh., spiniger Marsh., fo-
veatus Marsh, etc.; Anoplotrypes Jekel, mit Balyi Jek., similis Jek., sjivaticus
Panz., molestus Falderm.; Trypocopris Motsch., mit alpinus fliaf^ewö., vernalis
X., autumnalis God. u.a.; (Phelotr.) Silotrypes Muls. mit epistomalis Muls.;
Phelotrypes i.sp. mit semicribrosusi^aw-m.,kuluensisJBa^es, crenulipennis i^raV/w.
u.a.; Mycotrypes Lee. mit retusus Mcleay, Cnemotrypes Jek., mit opacus
Hald., chalybeus Lee. . . .; Ouychotrypes Jek. mit splendidus F., Gilnickii
Jek., Starki Jek. . . .; Gynoplotrypes B. Oberth. mit Bieti Oberth.; Enoplo-
trypes i. sj)., mit barmanicus Gestr., variicolor Fairm. . . .; (Ceratoph.) Cera-
totrypes Jek. mit fronticornis jEV., Sturmi Jek., Mniszechi Jek.; Ceratophyus
i. sp. mit polyceros Fall., dauricus Motsch. ..; Minotaurus Muls. mit typhoeus
L., typhoeo'ides Fairm.; (Thorectes) Mesotrypes für lateridens Guir.; Chelo-
trypes Jek. mit hiostius Gene, momus F., matutiualis Band., laevipennis Gene;
Thorectes i.sp. mit asperifrons Fairm., creticus Fairm. . . .; Silphotrypes
Jek. mit punctatissinius Chevr., escorialensis JeÄ-., silpho'ides Jek.; Odontotrypes
Fairm. mit biconiferus FaM'w,, semirugosus F««>m. ; Lei/?roiri/jjeÄ, für inermis
Men., Fausti Reut.; Hör. Soc. Ent. Ross., XXVI, S. 245-257.
E Reitter macht zu diesem System einige kritische Bemerkungen; Wien.
Ent. Zeit., 1892, S. 272—278.
Ueber G. vernalis und pyrenaeus s. A. Fauvel, Revue d'EntomoI.
XI, S.57f., 62.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 321
Glaphyrus sogdianus (Serafschan); A. Semenow, Hör. Soc. Eut. Ross.,
XXVI, S. 477.
Glaresis oxiana (Niikus); A. Semenow, Hör. Soc. Entom. Ross., XXVI,
S. 469.
Gnathocera cincta Kraatz = villosa Janson; G. Kraatz, Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, S. 172.
Gnathocera trivittata Stoed. var. laevis (Togo), angustata n. sp. (ibid.) S. 128,
flavovirens (ibid.) S. 129, hyacinthina Jans. var. nigripes, ignea, intermedia, holo-
chlora, rufipes (ibid.) S. 130f.; H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
Gn. Schlütteril (übanghi, Innerafr.); A. F. Nonfried, Eut. Nachr., 1892,
S. 121 (nach G. Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 172, wahrscheinlich
Var. von hyacinthina).
Gnatholabis dorsalis (Labore; Kongo) S. 299 und var. nilotica (Aegypten),
Nickerli n. sp. (Leshumo, Afrika) S. 301; G. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892.
Uebersicht der europäischen Arten der Gattung G u o r i m u s Serv. ; V. Z o u f a 1,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 241— 243, mit Gn. Bartelsi Falderm. var. lunatus.
Ueber Gn. variabilis var. Heydeui Beck.; G. Beckers, ebenda, S. 315.
Heteronyx Baldiensis (Baldi, Vikt.) S. 485, terrena (Ballarat, Vikt.; N. S. "W.)
S. 486, incognitus (N. S. W.), alpicola (Vikt.) S. 487, tridens (Yilgarn) S. 489,
consanguineus (Vikt., Alpen) S. 490, proditor (Yilgarn) S. 492; T. Blackburn,
Notes X.
Heterorrhina euryrrhina (Carinberge) S. 838, Tav. II, Fig. 1, 2, Leonardi
(ibid.) S. 840, Fig. 3, 4; R. Gestro, Ann. Mus. Civic Genova, (2.), X.
Holotrichia bicolorea v. Heyd. ist ein Hilyotrogus; E. Brenske, Ent.
Nachr.. 1892, S. 154.
E. Brenske scheidet die asiatischen Arten von Lachnosterna unter dem
schon von Hope eingeführten Namen Holotrichia aus, und beschreibt neue
Arten dieser Gattung; Berlin. Entom. Zeitschr., 1892, S. 159—192: H. glahri-
dypeata (Indien), cochinchinae (C.) S. 161, obscura (Sikkim; Assam) S. 162, lata
(H(mgkong; Shanghai), Eic/iteri (Sumatra; Boraeo) S. 163, scahrifrons (Ceylon)
S. 164, Behrensi (Sumatra), Flachi (Manilla) S. 165; Staudingcri (Sikkim) S. 166,
frontalis (Sikkim), cavifrons (Darjiling; Nepaul; S. 167, sericata (Khasi-h.) S. 168,
siMimensis (S.) S. 169, Biehli (Darjiling; Sikkim), javana (J.) S. 170, nitida
(Khasi-h.) S. 171, uurosericea (Tenasserim) S. 172, foveolata (Borneo) S. 173,
scrobiculata (Sikkim) S. 174, hombycina (Tenasserim) S. 175, iridipennis (Seebs),
nigricollis (Himalaya) S. 177, singhalensis (Ceylon) S. 178, Karschi (Pondichery)
S. 179, parva (Ceylon), Sharpi (Penang) S. 180, longicarinata (Kallies) S. 181,
Standfussi (Sumatra) S. 182, maxillata (Java) S. 183, anthracina (Sylhet;
Shanghai) S. 184, Cotesi (Sikkim), jjZa</iaita (Indien) S. 185, bipunctata (Java;
Philippinen), Burmeisteri (Philipp.) S. 187, philippinica (Ph.) S. 188, pygidialis
(Sumatra), cjlabrifrons (Khasi-h ) S. 190, AtUnsoni (S. Indien) S. 191.
Homaloplia ursina (Akbös), mutilata (ibid.); L. Fairmaire, Ann. Soc.
Entom Belg. 1892, S. 147 (erstere Art = diabolica Beitt., Badeni BrensJce;
Brenske, ebenda, S. 170.)
Hoplia siningensis (Sining-fu); J. Frivaldszky, Termesz. Füzet., XV,
S. 123, fasciculata (Anannarivo, Madag.) S. 108, cornuta (ibid.) S. 109; A. F.
Nonfried, Ent. Nachr., 1892.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 2. y
322 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Hybalus tuberculicornis (Algier) S. 259, hicjihher (Sizilien, Algier) S. 260,
ramicornis (Algier) S. 261; E. Reitter, Bestimm.-Tab.
Während die übrigen Lachnoster na -Arten erst bei voller Dunkelheit
ihren unterirdischen Schlupfwinkel verlasssen, um umherzusch wärmen, kommt in
den alpinen Regionen des Wasatchegebirges in Utah eine zur fusca-Gruppe
gehörige Art vor, die in Gesellschaft von Tagschmetterlingen und Bienen im
hellen Taglicht fliegt; E. A. Schwarz, Proc. Entomol. Soc. Washington, 11,
S. 241-243.
L. senegalensis (S.); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 106.
Asceptonycha Zir«ai2 = Lasiopsis Er.; neu ist Lachnota Bedeli (Sibirien);
E. Bergroth, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 99.
Lasiopsis Bergrothi (Kaukasus); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 101.
Lepidiota (1. Gruppe, vgl. oben) pauper (Sumatra) S. 40, siamensis (S.)
S. 41, NonfriecU (Hongkong) S. 42, crenaticolUs (Indien) S. 43, (2. Gr.) Bichteri
(Himalaya) S. 44, (3. Gr., Eucirrus) elegans (Borneo) S. 45, (4. Gr.) sus (Singa-
pore; Sumatra; Java) (5. Gr.) hirsuta (China) S. 46, (6.) Gr.) ornata (Sumatra)
S. 47, (7. Gr.) africana (Senegal) S. 48, (10. Gr.) Beuleauxi (Neu-Guinea) S. 49,
labrata (Ternate), (12. Gr.) Quedenftldti (Aduma) S. 50, (13. Gr.) Oberndorferi
(Sumatra) S. 51, (14. Gr.) injgidialis, (15. Gr., Lexicophorus) flahellatus S. 39;
E. Brenske, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892.
Lethrus aenescens (Turkestan) S. CXXI, hradytus, mediocris (ibid.) S. CXXII;
L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom. France, 1892.
Leucocelis XMrallelocollis (Usambara), lunicollis (ibid.) S. 66, annulipes (ibid.),
polysticta (ibid.) S. 67; H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usambara.
Leucopholis (1. Gr., vgl. oben) rufa (Celebes Makassar) S. 52, pjanyiena
(Süd- Celebes) S. 53, celebensis [G.), sumatrensis (S.) S. 54, nigra (Borneo)
S. 55, (2. Gr.) lateralis (Malacca; China) S. 56, Staudingeri (Borneo) S. 57, (3. Gr.)
erassa (Assam; Sylhet), elongata (Indien?) S. 58, (4. Gr.) tristis (Malacca) S. 59;
E. Brenske, Berlin. Entom. Zeitschr., 1892.
Ligyrus bidentulus (Rioja), distinctus (ibid.); L. Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 244.
Liogenys opacicollis (Rioja), bidentulus (ibid.); L. Fairmaire, Ann. Soc.
Entom. Belg., 1892, S. 243.
Liparetrus spretus (Sydney) S. 482, alpicola (Viktoria) S. 483, brunneipennis
(Mudgee) S. 484; T. Blackburn, Notes, X.
Macrelaphinis Büttneri (ßismarckburg), Kraatzi (Aschanti = Macrelaph.
dominula Kraatz, nee Ceton. dominula v. Harold); H. J. Kolbe, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 134.
Macroraa insignis (Carinberge); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.),
X, S. 852, Tav. V, Fig. 10; Abbild, von M. superba v. d. Poll. Fig. 11, excla-
mationis (Bismarckburg), Klingi (ibid.); H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 138, mit einer Tabelle zur Unterscheidung sämmtlicher afrikanischer Arten
S. 139, Feistmanteli (Südchina); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 90,
camarunica (Bwea); H. J. Kolbe, melitoijh. Lamellic. Kamerun, S. 259.
Macrouota pulchella (Carinberge); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 844.
Malaia (?) Semperi mit var. marginvpennis und pallidipennis (Philippinen);
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 323
G. Kraatz, Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 178f.; (wird S. 297 zur G.
Pseudomalaia gebracht).
Mausoleopis argentata (Komoren); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 124.
Megalorrhiua Harrisi var. eximia Auriv. ist nicht = var. procera Kolbe;
H. J. K 0 1 b e , melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 243 ; eine n. V. ist limhata (Kamerun)
S. 245.
Sven Lampa erhielt aus 2 in einer Blechschachtel aufbewahi'ten Maikäfer-
larven eine grosse Anzahl von Cyrtoneura stabulansi*"aK. Ganz ausgeschlossen, wenn
auch nicht sehr wahrscheinlich, ist es nicht, dass eine Fliege ihre Eier unbemerkt
an die Engerlinge gelegt hätte, nachdem diese aus der Erde geholt, und bevor
sie in die Schachtel gebracht waren. Aber auch wenn die Fliege vor dem
Dazwischentreten des Menschen ihre Eier an die Engerlinge gelegt hatte, so
wird im Allgemeinen sich zu selten eine solche Gelegenheit bieten, als dass die
Cyrtoneura einen erheblichen Eiufluss auf die Vernichtung der Engerlinge aus-
üben könnte; Entomol. Tidskr., 1891, S. 62f.
Botrytis tenella et son emploi pour la destruction des vers
blancs; Bull. Soc. Vaud. Sei. natur., No. 106, S. 49 ff.
M. Kienitz bringt Beiträge zur Kenntniss der Entwickelung
des Maikäfers; Zeitschr. f. Forst- u. Jagdwesen, Januarheft 1892. Die Nahrung
des Engerlings besteht nicht nur in unterirdischen Pflanzentheilen, sondern auch
in kleineren Engerlingen und Drahtwürmern. Hieraus erklärt sich das seltene
Vorkommen der Maikäfer in Nichtflugjahren; die Engerlinge der Nichtflugjahre
werden durch die aus dem nächst älteren Flugjahre zumeist aufgefressen; um-
gekehrt kann ein älterer Engerling eines Nichtflugjahres unter den jungen
Larven des späteren Frassjahres grosse Verwüstungen anrichten. — Die Be-
wegung des Engerlings in der Erde geht so vor sich, dass er mit den Füssen
Erde nach hinten kratzt und zwischen Vorderkörper und Hinterleib anhäuft;
dann wird der Hinterleib um diesen Erdklumpen herum nach vorn gezogen,
wobei die Larve kopfüber schiesst und zeitweilig den Rücken der Seite der
Erdhöhle zukehrt, der vorher die Bauchseite zugewandt war. In lockerem Boden
kann der Engerling, wenn er in gerader Richtung fortarbeitet, in einer Stunde
20 cm zurücklegen.
M. Hippocastani var. baicalica (Baikalsee) ; E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 152.
Mendidius fecvlentus {0\)Ock\ L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 93.
Metabolus flavescens (Turkestan); E. Brenske, Ent. Nachr., 1892, S. 153.
Monotropus Slarcki (Charkow); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 142.
Ochodaeus cychramoides (Piemont) S. 255, thalycro'ides (Morea), inermis
(Aragonien) S. 256; E. Reitter, Bestimm.-Tab.
Onitis intermedius (Shanghai); J. Frivaldszky, Term6sz. Füzetek, XV,
S. 122.
Onthophagus imitator Beut. = crocatus Muls.; auch in Andalusien; E.
Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 26, 239.
Onthophagus trispinus (Margelan); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 62, sulcicollis (ibid.); derselbe, ebenda, S. 135, quadriarmatus (Ohac^); L.
Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 92.
Oreoderus playiicollis (Teinzo) S. 862, humilis (Carinberge) S. 863, humeralis
y*
324 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
(Bhamo) S. 864, Waterhousei (ibid.) S. S65, rufulus (Carinberge) S. 867, hrevipennis
(ibid.) S. 868, maculipennis (Bhamo) S. 869, borneensis (Sarawak) S. 875; R.
Gastro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Pachnoda Kustai (Ubanghi, Inuerafr.) S 122, Stehlini var. fuUginosa
(Abyssin.) S. 123; A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, Vossi (Baliland); H.
J. Kolbe, melitoph. Laniellic. Kamerun, S. 254.
\ Phanaeus Flohri (Jalapa) S. 33, (Oxysternon) Mae Leayi. (Para ; Amazon.),
2deroderum (Montevideo; Espir. Santo; Rio Janeiro) S. 34; B. G. Nevison,
Entern. Monthl. Mag., 1892.
Phyllognathus fortipes (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 98.
Plesiorrhina triplagiata (Usambara) und var. flavipennis S. 64, Watkinsiana
Lewis YSiY. barombina (Barombi-Stat.) S. 251; H. J. Kolbe, raelitophil. Lamellic.
Usambara; Kamerun.
Pleurophorus apieipennis (Taschkent); E. Reitter, Bestimra.-Tab., S. 167.
Beitrag zu einer Monographie der Gattung Plusiotis Burm.; II. Theil;
A. F. Nonfried; Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 127 f. 130.
Polystalactica Sansibar ia (S.); H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Usam-
bara, S. 75.
Polystalactica stipatrix (Bismarckburg) S. 132, contempta (ibid.) S. 133;
H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892.
G. Kraatz nimmt eine monographische Revision der Ruteliden-
Gattung Popillia Serv. vor; Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 177—192,
225 — 306, Taf. IV, Fig. 1 — 3. — Die im vorigen Jahre von Popillia abgezweigte
Gattung Malaia Heller ist berechtigt; ferner gründet Kraatz auf rugicollis
Burm., exarata Fairm.xxn^ verwandte die Grutt. Jschnopopillia, für spleudida
Guer. Hadropopillia. Von der Gattung Popillia s. str. sind 87 Arten be-
handelt, darunter P. Oberthüri (Zanguebar, Mrogoro) S. 184, Fig. 1, Candezei
(Fernando Po) S. 185, Welivichi Cand. i. 1. (Angola) S. 187, erythropus (Sierra
Leone) S. 191, (serena Har. var.?) circunicincta (Momboia) S. 225, smaragdina
(Lagos) und var. nigro-cyanea (Gabon) S. 228, cupripes n. sp. (Old-Calabar),
ZaevicoZfo's (Gabon) S.229, soror (Assinie) S.230, bitacta (Aschanti) mit Yar.intacta,
fuscipennis, viridi^ies 8.23^, s<n'f/i7«to n.sp. (Dar es Salaam) S. 235, signifera (Old-
Calabar) S. 237, opaca (Guinea) S. 238, atrocoerulea Bates 7 Varr. S. 245,
chinensis Friv. 3 Varr. S. 249, semiaenea n. sp. (Kiu-Kiang) S. 251, Simoni
(Hongkong) S. 252, viridula (Tibet) S. 255, subquadrata (Kiu-Kiang) S. 259,
anomaloides (Yunnan) S. 260, 6-macidata (Nyenhaug[i)S. 261, jPeae (Carin Cheba)
S. 269, testaceipennis (ibid.) S. 270, flavofasciata (Birmah) S. 276, opacicoUis
(Bombay) S. 272, Nottrotti (Burju) S. 273, laevicollis (Darjiling) S. 275, pilicollis
(Bengalen) S. 278, andamanica (Andara.) S. 279, sumatrensis (S.) S 282, variabilis
(Luzon) S. 283, picticollis (ibid.) S. 284, depressiuscida (Luzon) S. 286, depressa
(Philippinen) S. 287.
P, flavotaeniata (Kamerun); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 118.
Psammobius plicatulus (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol,
XI, S. 95.
Psammodius rotundipennis (Andalusien) S. 159, nocturnus (Beirut) S. 160,
generosus (Ordubad), pallidus (Syrien) S. 161; E. Reitter, Bestimm. -Tab.
Pseudinca Knutsoui Auriv. ist nicht Var. (von admixta Hope), sondern
selbständige Art; H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic. Kamerun, S. 255.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 325
Pseudotrochalus Brenskei (Sambesi); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 106.
Pygora lenocinia var. Brzozowskii (Anannarivo); A. F. Nonfried, Ent.
Nachr., 1892, S. 120.
Rhabdopholis melolonthoides (Südamerika? Manila?); E. Brenske, Ent.
Nachr., 1892, S. 157.
Rhizotrogus solstitialis var. montivagus (Valle di Cei); B. Halbherr,
Elenco sistem., V, S. 24.
Rhomborrhina flammea Oestro var. cariana (Cheba); R. Gestro, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 837.
Rhyssemiis asjjerocostatus (Bogos), laesifrons (Obock); L. Fairmaire,
Revue d'Entomol., XI, S. 94, sctulosus (Sizilien) S. 163, interruptus (Ordubad)
S. 165, parallelus (Algier, Marocco) S. 166, hybridus (Marocco) S. 167; E. Reitter,
Bestimm. Tab.
Schizonycha angusti for mis (Ohock), aspericolUs (A\)YSsin.) ; L. Fairmaire,
Revi;e d'Entomol., XI, S 96.
Serica fusconitens (Akbes); L. Fairmaire, Ann. See. Entern. Belg.
1892, S. 147, suhglohosa (Ubanghi, Innerafr.); A. F. Nonfried, Ent. Nachr.,
1892, S. 105.
Silotrupes Auvertl? (St. Martin-Lantosque); J. Cr oissandeau, Bull. Soc.
Entora. France, 1892, S. LVm.
Singhala SchaiUei (Südchina); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 89.
H. J. Kolbe vereinigt die von Stephanorrhina abgezweigten Unter-
gattungen Aphelorrbina und Coelorrhiua wieder mit der Hauptgattung und gibt
von den Arten derselben eine Bestimmungstabelle. Sie zerfallen nach der Be-
schaffenheit des Mesosternalfortsatzes in zwei Gruppen; in der ersteren ist der-
selbe breit, hinter der Mitte etwas eingeschnürt, am Ende länglich zugespitzt:
hierhin guttata Oliv., simillima Westio. (Julia Watefrh.), temeraria Kolbe. In der
zweiten Gruppe ist der Mesosternalfortsatz schmal, lang zugespitzt, ohne deut-
liche seitliche Erweiterung und ohne Einschnürung; hierhin St. Westwoodi
Kraatz, bella Waterh., Haroldi Kolbe, excavata Har., tibialis Westw. Die Arten
sind auch ausführlich beschrieben; St. guttata var. lnjbrida von Buea S. 148, var.
geminata S. 149, temeraria n. sp. von Buea S. 150, Haroldi n. sp. (Angola, Lunda)
S. 153; Stett. Ent. Zeitg., 1892 S. 145-155.
G. Kraatz macht Bemerkungen zu Taeniodera Rafflesiana West., histrio.
Burm., biplagiata Gory, picta Guerin, antiqua Gory, benennt Varietäten dieser
und anderer Arten und beschreibt T. rugosicollis (Malacca) S. 315, 4-strigata
(Darjeeling; Assam) S. 316, Taf. IV, Fig. 9, borneensis (B.) S.317; Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 315—320.
0. E. Janson unterscheidet die mit T. quadrilineata Hope verwandten
Arten (T. quadrilin., sceuica G. & P., und zwei neue), Notes Leyd. Mus. XIV,
S. 55 - 60, und beschreil)t T. Goryi (= quadrilineata G. & P., nee Hope) S. 58,
und virgata (Mungphu, Darjiling) S. 59.
Tanyproctus rugosidus (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 148.
Taurrhina longiceps (Togo); H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892, S. 127.
Tephraea Beinlingi (Sambesi); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892, S. 124.
326 P t. Bertkau: BericLt über die wissenschaftlichen Leistungen
Tmesorrhina iris var. camerunica (K.); A. F. Noufried, Eut. Nachr.,
1892, S. 120.
Tmesorrhina alpestris (Bwea) S. 249, haromhina (Barombi-Stat.) S. 250;
H. J. Kolbe, melitoph. Lamellic Kamerun.
Trichius fasciatns var. albohirtus (Baikalsee); E. Reitter, Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 152.
Trichius Jansonii (Carinberge) ; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2,), X, S. 854, Tav. U, Fig. 12.
Trigonophorus Feae (Cariuberge); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 841, Tav. II, Fig. 5, nebst Abb. von T. foveiceps Gestr., Fig. 7, 8.
Triodonta dispar, difformipes (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 146 (letztere Art = Siversii Eeitt. = flavimana Burm.;
Brenske, ebenda, S. 170).
Valgus longulus (Carinberge) S. 855, stictopygus (Bhamo) S. 857, luctuosus
(Palon) S. 858, tristis (Carinberge) S. 859, trisinuatus (Palon) S. 860, Doriae
(Sarawak) S. 870, cristatus (ibid.) S. 871, Beccarii (Kandari) S. 873, sumatranus
(Sungei-Bulu) S. 874; R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova, (2.), X.
Lueanidae. C. Ritsema Cz. zählt auf the species of Lucanoid
Coleoptera hitherto known as inhabiting the island of Java; Notes Leyden
Mus., XIV, S. 139—142.
Derselbe gibt additions and corrections to the list of Sumatran Lu-
eanidae; ebenda, S. 143f.
Cyclomraatus Frey-Gessneri (Java); C. Ritsema Cz., Notes Leyd. Mus,
XIV, S. 1, mit einem Verzeichniss der beschriebenen Arten S. 3 — 6, squamosus
(Sintang, Borneo); derselbe, ebenda, S. 45.
Nigidius Oherndorferi (Nossibe); A. F. Nonfried, Ent. Nachr., 1892,
S. 118.
Platycerus Delagrangei (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 145.
Prosopocoelus serricornis var. brunneus (N'Goro); A. F. Nonfried, Ent.
Nachr., 1892, S. 119.
Prosopocoelus Pasteuri (Java); C. Ritsema Cz., Notes Leyd. Mus, XIV,
S. 31, tarsalis (Magelang, Java); derselbe, ebenda, S. 191.
Parnidae. Dryops opacus (Bhamö), aenescens (ibid.); A. Grouvelle,
Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.) XII, S. 865.
Elmis columhiensis (Fräser river); G. W. J. Augell, Entomol. News,
III, S. 84.
Macronychus minusculus (Sumatra); A. Grouvelle, Notes Leyd. Mus.,
XIV, S. 187.
Potamophilus Feae (Bhamo), longipes {Ksixin Cheba) ; A. Grouvelle, Ann.
Mus. Civic. Genova (2. S ), XII, S. 864.
Sostea birmaniea (Meetau, Tenasserim); A. Grouvelle, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XII, S. 866.
Stenelmis testacea (Bhamö), birmaniea (ibid.); A. Grouvelle, Ann. Mus.
Civic. Genova (2. S.), XII, S. 867.
Stenelmis Bosschae (Sambas, Borneo), sulcata (Sumatra); A. Grouvelle,
Notes Leyd. Mus., XIV, S. 188.
Byrrhidae Nosototecus (n. g.) Marcovi (fossil); Scudder, s. oben S. 31.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 327
Depmestidae. Anthreims pimpinellae var. latefasciatus (Margelan);
E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg,, 1892, S. 134.
Attagenus gobicola (zw. Su-tschou-fu und Sa-tschiu); J. Frivaldszky,
Termesz. Füzetek, XV, S. 122.
Psacus attageuoides Pasc, ist kein Rhipidoceride , sondern ein Der-
mestide mit eigenthümlicheni Fühlerbau; van de Poll, Tijdschr. v. Entomol,
XXXni, Versl., S. XXVII.
Lathpidiadae. Colovocera oc«Za<a (Mandalay) ; M. J. Belon, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 878.
Corticaria perpulchra (Taschkent); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892,
S. 134, normanna (Calvados); Ch. ßrisout de Barueville, Revue d'Entomol.,
XI, S. 68.
Melanophthalma birmana (Bhamö); M.J. Belon, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X. S. 879.
Tritomidae. Tritoma Siculae! (S.); F, Baudi, II Natur. Sicil., XI, S. 141.
Cryptophagidae. Caenoscelis grandis (Dalsland); C. G. Thomson,
Opusc. entom., XVI, S. 1773.
Cueujidae. A. Grouvelle beschreibt 4 neue Arten, die E. Simon auf
seiner Reise nach Luzon gesammelt hatte; Ann. Soc. Entom. France, 1892,
S. 285-288 mit 4 Holzschn.
Derselbe zählt die (14) von AUuaud aus Assinie mitgebrachten Arten
auf; ebenda, S. 299 f.
Derselbe desgl. die (21) von L. Fea in Birma gesammelten Arten; Ann.
Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 857-864.
Silvanopsis (u. g. inter Silvanum etNausibium; antennae haud elongatae,
clava 3-art., ai't. 1. turbiuato, vix incrassato, 2. trausverso latiore, 3. ovato au-
gustiore. Anguli autici galae acuti, leviter producti; cava coxarum anticarum
conclusa; coxae posticae magis remotae; segment. abd. 1. elongatum) Simonis
(Manilla) S. 286, Baffrayi (Singapore) S. 287; A. Grouvelle, a.a.O., 1.
Catogenus Feae (Karin Cheba); A. Grouvelle, a.a.O., 2, S. 857.
Hyliata Feae (Karin Cheba) S. 858, fallax (Plapoo) S. 859; A. Grouvelle,
a. a. O., 2.
Laemophloeus rugifrons (Karin Asciuii Gheku), mandibularis (ibid.) S. 860,
spinosus (Karin Cheba) S. 861; A. Grouelle, a. a. 0., 2.
Monotoma punctata (Caronia, Siz.); E. Ragusa, II. Natur. Sicil., XI,
XI, S. 201.
Psammoecus Simonis (Antipolo); A. Grouvelle, a. a. 0., 1, S. 287.
Silvanus longicornis (Singapore; Manilla); A. Grouvelle, a. a. 0., 1,
S. 285, birmanicus (Karin Asciuii Gheku), Feae (ibid.); derselbe, 2, S. 863.
Colydiadae. A. Grouvelle zählt die (10) von Simon auf seiner Reise
in Venezuela erbeuteten Arten auf; Ann. Soc. Ent France, 1892, S. 99 — 102.
Derselbe beschreibt (5) neue Arten aus Assinie, ebenda 296—298 mit
Holzschn.
Cerylon ÄUuaudi (Assinie) S. 297, infimum (ibid.), striolatum (ibid.) S. 298;
A. Grouvelle, a. a. 0., mit Holzschn.
Corticus syriacus ( Akb^s) ; L. F a i r m a i r e , Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 144.
Ditoma opaca (Assinie), elongata (ibid.); A. Grouvelle, a.a.O., S. 296
mit Holzschn.
328 Ph- Bei'tkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Mychoceriis Simonis (Tovar); A. Grouvelle, a. a. 0., S. 102 mit Umriss-
zeichnuug.
Paryphus Erichsoni (Tovar) S. 99, serratiis (ibid.), crassus (Columbieu) S. 100,
ohestis (ibid.) S. 101, sämmtlich mit Holzschu. ; A. Grouvelle, a. a. 0., nebst
einem Tableau aller Arten.
Trogositidae. Helota Feae (Carinberge) S. 886, serratipennis (ibid.) S. 890,
rotundata (ibid.) S. 891, Gestroi (ibid.) S. 893, Immaculata (ibid.) S. 895, difficilis
(ibid.) S. 896, Doherhji (Upper-Burma) S. 898, notata (ibid.) S. 900, dubia (ibid.)
S. 901; C. Ritsema Gz., Ann. Mus. Civic. Genova, (2), X.
Die meisten Helota- Arten gehören der westasiatischen Fauna an und haben
metallische Far'ben; die 3 Afrikanischen Arten (africana OUiff, guineeusis Bits.,
costata Bits.) haben die Flügeldecken zur Hälfte schwarz und gelb, das Pro-
notum längs der Mitte schwarz, am Rande gelb; C. Ritsema Gz., Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 294 f.
Leptonyxa Fairmairei (Rio- Janeiro) ; A. Leveille, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. XCV.
Nemosoma siciüum (Madonie); E. Ragusa, II Natur. Sicilian., XI, S. 193.
Nitidulidae. A. Grouvelle zählt die (11) von Alluaud aus Assinie
mitgebrachten Arten auf und beschreibt die (2) neuen; Ann. Soc. Entom. France,
1892, S. 292 f.
Derselbe desgl. die (52) von L. Fea in Birmah erbeuteten Arten; Ann.
Mus. Civic. Genova, (2. S.) XII, S. 833—857; ich werde diese Abhandlungen
citiren a. a. 0. 1 u. 2.
Lohostoma (n. g. Nitidulae et Epuraeae propinquum; labro angustiore,
oculis majoribus . . . diversum) picea (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol.,
XI, S. 91.
Platamartus (n. g. prope Cercum) Jalcowleici (Minussinsk) ; E. Reitter,
AVien. Ent. Zeitg., 1892, S. 151.
Amphicrossus opacus (Bengalen); A. Grouvelle, Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S. 60.
Amphotis m arg in ata F. ist ein regelmässiger, (nicht indifferent ge-
duldeter, sondern) echter Gast von Lasius fuliginosus; E.Wasmann beobachtete
5 Fütterungen in einer halben Stunde. Die Amphotis geht zu einer Ameise,
erhebt den Kopf und schlägt mit ausserordentlich laschen Fühlerschlägeu die
Kopfseiten der Ameise. Diese öffnet die Kiefer und lässt die Unterlippe mit
einem Tröpfchen vortreten, welches die Amphotis aufleckt. E. Wasmann,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 347 f.
Brachypeplus ater (Assinie); A. Grouvelle, a. a. 0., 1, S. 292, birmanicus
(Karin Cheba), S. 834, Feae (ibid.) S. 835; derselbe, a. a. 0., 2.
Brachypterus opacus (Bloudan, Antilibanon) S. 66, (cinereus Heer var.
plumbeus, gravidus lU.), drusus (ibid.) S. 67; E. Abeille de Per r in, Revue
d'Entomol., XL
Carpophilus (Urophorus) bicolor (Karin Cheba), heros (ibid.) S. 836, (Ecno-
morphus) Murrayi (ibid.) S.837; A. Grouvelle, a. a. 0., 2, mit einer Tabelle
der Urophorus - Arten auf S. 838f., hemipterus var. circumdatus (Palermo),
sexpustulatus var. 4-maculatus (Madonie); E. Ragusa, II Naturalista
Siciliano, XI, S. 187, Bosschae n. sp. (Samba, Borneo); A. Grouvelle, Notes
Leyden Museum, XIV, S. 43.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 329
Cryptarcha Alliiaudi (Assinie); A. Grouvelle, a. a. 0., 1, S. 293, bicolor
(Karin Cheba), nigropunctata (ibid.) S. 854, Feae (Mooleyit, Tenasserim) S. 855;
derselbe, 2, mit einer Tabelle der birmanischen Arten, S. 856.
Cyllodes quadrinotatus (Karin Cheba), undulatus (Karin Asciuii Cheba)
S. 845, dubiiis (Kalvkareet) , migropunctatus (ibid.) S. 846, limbatus (Palon),
aenescens (ibid.) S. 847, humeralis (Pegu) S. 849; A. Grouvelle, a. a. 0., 2, mit
einer Tabelle sämmtlicher birmanischer Arten, S. 849 f.
Epuraea hirmanica (Karin Cheba), consobrina (ibid.) S. 840, reticulata (ibid.)
S. 841; A. Grouvelle, a. a. 0., 2.
Eugoniopus Eeitteri (Karin Cheba); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 852.
Ischaena Feae (Karin Gheku); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 842.
Librodor egregius (Karin Cheba); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 856.
Meligethes detractus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 370, Taf. XI, Fig. 16,
Neopallodes dentatus (Bhamo) S. 849, vicinns (Karin Cheba) S. 850; A.
Grouvelle, a. a. 0., 2.
Nitidula bipuuctata var. nigra (Sizilien); E. Ragusa, II Natur. Sicil.,
XI, S. 180.
Pallodes birmanicus (Bhamo), Feae (Palon, Pegu), A. Grouvelle, a.a.O.,
,2, S. 851.
Parametopia Bosschae (Sambas, ßorneo); A. Grouvelle, Notes Leyd. Mus.,
XIV, S. 44.
Physorrhina Eeitteri (Karin Cheba); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 843.
Pocadites dubitabilis (Plapoo); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 843.
Pocadius testaceus (Bengalen); A. Grouvelle, Ann. Soc. Entom. BeJg.,
1892, S. 60.
Rhizophagus oblongicollis (Sherwood; Staffordshire, unter Eichenrinde); W.
G. B latsch & A. C. Homer, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 303.
Tetrisus epuraeofdes (Karin Cheba); A. Grouvelle, a. a. 0., 2, S. 839.
Tricanus jnnidatissimus (Karin Cheba; Palon) S. 852, striatopunctatus (ibid.)
S. 853; A. Grouvelle, a. a. 0., 2.
Xenostrongylus histrio var. sicidus (S.); E. Ragusa, II Natur. Sicil., XI,
S. 192.
Phalaeridae. F. Guillebeau gibt eine Revision des Phalacrides
de la faune palearctique; Revue d'Entomol., XI. S. 141- 197. In den
Olibrini werden die neuen Gattungen Helectrus, LitochroYdes, Microtnerus,
Pyracoderus aufgestellt. — Er erhielt Ph. substriatus aus von Uredo befalleneu
Aehren von Carex brizo'ides und vermuthet, dass auch die Larven anderer Arten
in von Rost befallenen Pflanzentheilen leben.
Eustilbus Sharpi (Syrien); Fr. Guillebeau, a. a. 0., S. 191.
Grouvelleus (n. g.) prosternalis (Sai'gun); F. Guillebeau, Bull. Soc.
Eutom. France, 1992, S. CXXXIV.
Helectrus (n. g. Olibrin.) Brisouti (Jordan), Fr. Guillebeau, a. a. 0.,
S. 187.
Litochroides (n. g. Olibrin.) Sharpi (Djedda) S. 187, sinuaticollis (Isma'ilia)
S. 188; Fr. Guillebeau, a. a. 0.
3Ii crom er u s n. g. Olibrin. für (Litochrus) Koltzei Flach ;Fr. Guillebeau,
a. a. 0., S. 189.
Olibrus ornatus (tertiär); ß. Förster, a. a. 0., S. 369, Taf. XI, Fig. 15.
330 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Olibrus Deshrochersi (Pjn-enäen; Algiei-) S. 171, Selvei (Cypern) S. 177,
Bedeli (Algier; Tunis) S. 180, Bonnairei (Avignou), Beiß (Cefalonia) S. 181,
viennensis (Oesterreich) S. 182, hiplagiatus (Frankreich; Türkei; Algier), camptoides
Reitt. i. 1. (Turkestan), gentiUs (Kärnthen) S. 184, Abeillei (Savines) S. 185;
Fr. Guillebeau, a. a. 0.
Phalacrus confusus (Frankreich, auch L'echange, 1892, S. 20), S. 153 und
var. hipponensis S. 154, Grouvellei (Tunis), insular is (Korfu) S. 156, Mayeti
(Bone), Championi (= brunnipes Eye uec Bris.) S. 158; Fr. Guillebeau, a. a. 0.
Pyracoderus (n. g. Olibrin.) Xe worot (Biskra; Tunis); Fr. Guillebeau,
a. a. 0., S. 187.
Tolyphus Sedilloti (Tunis); Fr. Guillebeau, a. a. 0., S. 163.
Seaphidiadae. Baeocera Palumboi (Sizilien); E. Ragusa, II Natur.
Sicil., XI, S. 255.
Histeridae. G. Lewis schreibt on some (24) new species of
Histeridae (Burmah, Peiak, Sumatra, Ceylon, Tasniania); Ann. a. Mag. N. H.
(6.), IX, S 341-358.
Derselbe: On some new species of Histeridae, and one new
geuus; Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 102— 104.
Derselbe zählt die (53) Histeridae . . . in Birmania e regione vicine
auf (Part 2); Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 16-39.
J. Schmidt zählt die (17) von Alluaud aus Assinie mitgebrachten Arten
auf; Ann. Söc. Entom. France, 1892, S. 289 - 292.
Derselbe beschreibt (17) neue Histeri den; Ent. Nachr., 1892, S. 17-30.
Platyhister u. g. (Platysomati affine, multo major . . .) für (Platysoma)
ovatum Er. Type; G. Lewis, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 103.
Abraeus mikado (Kiga, Konose, Nara, Yezo); G. Lewis, Ann. a. Mag.
N. H. (6.), IX, S. 356, stigmaticus (Perak); J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, S. 29.
Aci'itus shogunus (Sapporo, Japan), Tasmaniae (T.); G. Lewis, Ann. a.
Mag. N. H. (6.), IX, S. 357.
Apobletes niyritulus (Tamatave, Madag.); G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H.
(6.), IX, S. 342, nirvana (Karin Cheba); derselbe, Ann. Mus Civ. Genov.
(2. S.), Xn, S. 20, anceps (Perak); J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, S. 19.
Carcinops sumns (Sumatra); J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, S. 27,
karenensis (Carin Ghecu); G. Lewis, Ann. Mus. Civ. Genov. (2. S.), XII, S. 31.
Cylistix asiatica (Perak) S. 343, orientalis (Siam; die beiden ersten asiatischen
Vertreter dieser bisher für amerikanisch geltenden Gattung) S. 344; G.Lewis,
Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX.
Eblisia cavipyga (Rubinminen, Birmah); G. Lewis, Entom. Monthl. Mag.,
1892, S. 102, monticola (Karin Cheba); derselbe, Ann. Mus. Civ. Genov., (2. S),
XII, S. 19.
Epiechinus Taprohanae (Ballangoda, Ceylon) S. 355, birmanus (Bhamo)
S. 356; G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX.
Epierus nemoralis (Potkai mts., Assam); G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H.
(6.), IX, S. 347.
Epierus amandtts (Java, Tengger-Geb.) S. 25, monticola (ibid., Perak) S.26;
J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892.
Eretmotus approximans Fairm. = Leprieuri Mars.; G. Lewis, Ann.
a. Mag. N. H. (6.), IX, S. 350.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 331
Gr. Lewis (Ou Eretmotus and Epiechinus, Ann. a. Mag. Nat. Hist.
(6.), X, S. 231-236, PI. XIX) erklärt die Streifen der Flügeldecken für
„guiding-lines", die den Zweck haben, einer Art, deren Lebensweise sie
nicht nothwendiger Weise zwingt, sich in gerader Linie zu bewegen, diese Be-
wegung zu erleichtern. Die in den Gängen von Bohrkäfern lebenden Teretrius-
und Tryponaeus- Arten brauchen keine solche guiding-lines und haben daher auch
keine Streifen auf den Flügeln; Eretmotus ebenfalls nicht, der in Ameisen-
nestern unter Steinen lebt, und beim Aufheben des Steines so rasch als möglich
au das Ende einer Gallerie tiefer ins Nest geht, sich fallen lässt und mit an-
gezogenen Beinen todt stellt. Für den Flug dieser Käfer scheinen die Streifen
keinen Zweck zu haben. — Die Artmerkmale der Gattung liegen zumeist im
Bau des Prosternura, das von 7 Arten (corpulentus n., Lucasi Mars., cirtensis n.,
sociator Coq., kabyliae u., Leprieuri Mars., tangerianus Mars.) abgebildet ist,
ebenso wie von Epiechinus birmanus Lew., hispidus Mars, und taprobanae Lew.
die drei Brustplatten. Als neu sind dann ferner beschrieben Eretmotus corpu-
lentus (Metija) Fig. 1, cirtensis (Constantine, Bone) Fig. 3, S. 233, kabyliae
(Hamman Rirha) Fig. 5, S. 234, Bedcli (Teniet el Had) S. 235. Die 8 Eretmotus-
Arten leben bei Aphaenogaster testaceopilosa, mit Ausnahme von E. Leprieuri,
die bei A. striola Boger (?) vorkommt.
Hetaerius Hornii (Cheyenne, Wyoming); H. F. Wickham, Psyche, VI,
S. 322.
„Hister" cinnamomeus White = Platysoma Carolin um Payh.; die
White'sche Vaterlandsangabe ist unzweifelhaft unrichtig; G. Lewis, Ann. a.
Mag. N. H. (6.), IX, S. 343.
H, rucjistrius (Mandar, Bengal.), famulus (Sumatra); derselbe, ebenda,
S. 346, rohusticolUs (Natal); derselbe, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 104,
tropicola (Guinea) S. 23, punctipennis (Sierra Leone), oblongulus (Margelan) S. 24;
J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, pransus (Karin Asciuü Cheba) S. 24, gentiUs
(Karin Cheba) S. 25, stenocephalus (ibid.) S. 26, sinuaticollis (Karin Asciuü
Ghecu) S. 27, fragosus (Karin Cheba) S. 28, dentipes (ibid.) S. 29, ixion (Karin
Asciuü Ghecu) S. 30, striatipennis (ibid.) S. 31; G. Lewis, Ann. Mus. Civ.
Genov. (2. S.), XII.
Hololepta dilatata (Gabon', (Lioderma) pinguis (ibid.); J. Schmidt, Ent.
Nachr., 1892, S. 17, Feae (Karin Cheba); G. Lewis, Ann. Mus. Civ. Gen. (2.),
Xn, S. 17.
Idister Gestroi (Karin Cheba); G. Lewis, Ann. Mus. Civic. Genova, (2. S ),
XII, S. 18.
Liopygus famelicus (Karin); G. Lewis, Ann. Mus. Civic. Genov., (2. S.),
XIL S 21.
Notodoma solstitiale (Perak) S. 348 , rufulutn (Martapura, Borneo) S. 349 ;
G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX.
Onthophilus tubereulatus (Rubinminen, Burmah) S. 353, sculptilis (Manipore,
Burmah) S. 354; G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX, Julii (Mexiko); der-
selbe, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 124.
Pachycraerus violaceipennis Lew. = Ritsemae Mars.; G. Lewis, Ann.
a. Mag. N. H. (6.), IX, S. 345.
Paratropus Severini (Mandar, Bengalen); G. Lewis, Ann. Soc. Entom-
Belg., 1892, S. 142 mit Holzschn.
332 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
G. Lewis führt in seinen Bemerkungen on some Japanese species
of Paromalus aus Japan ausser P. complanatus Pam., parallelepipedus Herbst,
musculus Mars, die neuen Arten meadicus (Kashiwagi, Higo^, viaticus (Nikko,
Oyama, Nara . . .) 8. 33, fujisanus (Kiga, Hakoue, Nikko) S. 34, vernalis (TSIara,
Oyayama, Yuyama), tardipes (Miyanoshita, Kiga, Kashiwagi) S. 35, omineus
(Ominesan) S. 36, montivagiis (Fujisan) S. 37 auf; Ann a. ]\Iag. Nat. Hist. (6.),
IX, S. 33-38.
P. indicus (Karin Cheba) S. 32, vermiculatus (ibid.), brevipes (Karin Ghecu)
S. 33, stibmetallicus (Karin Asciuii Cheba) S. 34; derselbe, Ann. Mus. Oivic.
Genov. (2 S.), XII.
Platysoma jejunum (Perak); G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX,
S. 343, striatistcrnum (Martapura, Borueo); derselbe, Entom. Mouthl. Mag.,
1892, S. 103, distinctum (Java) S. 19, sincerum (Perak) S. 20, hiimiwessum
(Queensl.) S. 21, semüineatum (Austral.), robustmn (ibid.) S. 22; J Schmidt,
Ent. Nachr., 1892.
Platysoma solivagum (Karin Cheba); G. Lewis, Ann. Mus. Civ. Genova
(2. S.), XII, S. 22.
Plesius bisinuatiis (Arn I.); J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, S. 18.
Psiloscelis limatulus (Assam); G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX,
S. 345.
Saprinus meridianus (Gard, Cannes); A. Fauvel, Revue d'EntomoL, XI,
S. 314.
G. Lewis widerruft seine vorjährige Angabe (s. dies. Ber. S. 324), dass
Sternocoelis nur eine Kralle an allen Füssen habe und beschreibt St. viaticus
(Hamman Meskoutin ; Teuiet el Had); Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 263.
Teretriosoma rajah (Karin Cheba); G. Lewis, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2. S.), XII, S. 37.
Teretrius Walkeri (Hobart, Launceston , Tasman.); G. Lewis, Ann. a.
Mag. N. H. (6.), IX, S. 353.
Triballus onustus (Sansibar), opimus (Martapura, Borneo); G. Lewis,
Ann. a. Mag. N. H. (6.), IX, S. 350, cyclonotus (Karin Asciuii Ghecu), orphanus
(Karin Cheba); derselbe, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XH, S. 35.
Trypeticus (Dohertyi Lew.), yiemorivagus (Rubinminen, Burmah) S. 351,
praedaceus (Perak) S. 352; G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H. (6,), IX, crassus
(Tebing-Tinggi, Sumatra; Peraki; J. Schmidt, Ent. Nachr., 1892, S. 28.
Xestipyge Fryi (Rubinrainen. Burmah); G. Lewis, Ann. a. Mag. N. H.
(6.^, IX, S. 348.
Triehopterygidae. A. Matthews gibt Notes on Dr. C. Flach's
synonymic list of the European Triehopterygidae; Ann. a. Mag. Nat.
Hist. (6.), IX, S. 442-448. Matthews ist im Allgemeinen mit den von Flach
angenommenen Untergattungen nicht einverstanden, die unnatürlich seien, wie
er an den Untergattungen von Ptenidium und Ptilium im einzelnen zeigt.
Silphidae. E. Was mann fand Anemadns strigosus Kr. in den Nestern
von Lasius bruuneus am Fuss von Bäumen unter der Rinde; Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 350.
Blitophaga hexastigma var. bistigma (Sining-fu); J. Frivaldszky,
Termesz. Füzet., XV, S. 122.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 333
Catops fuscipes Men. ist eine Choleua; E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 240.
Choleua major (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 144.
Seydmaenidae. Neuraphes panorrnitanus (Mte. Pellegrino); E Ragusa,
II Natur. Sicil, XI, S. 80.
Paussidae. Die gelben Haarbüschel, an denen die Paussiden von den
Ameisen beleckt werden, finden sich nicht bloss am Thorax, au den Fühlern,
am Pygidium, den Rändern der Flügeldecken, sondern bei P. cornutus Chevr.,
spinicola auf der Spitze des Scheitelhorns; P. spinicoxus Westtv. hat solche
Büschel an den Seiten der tiefen Thoraxgrube und zwischen den Hüften, auf
der Unterseite. Sein Scheitelhorn trägt kein Haarbüschel, ist aber hohl und
hat am Ende eine Oeffnung; überhaupt scheinen die Poren und Gruben im Haut-
skelette der Paussiden, in denen Raffray Gehörorgane sah, mit Exsudaten in
Verbindung zu stehen. Die australischen (Arthi'opterus-) Arten, die bisher
nicht bei Ameisen gefunden wurden, haben auch keine gelben Haarbüschel
oder ähnliche Bildungen. E. Wasmann, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII,
S. 356 f.
R. Gestro führt die von L. Fca aus Birmah mitgebrachten Paus-
siden auf; Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.), XII, S. 705—709. Es sind Pla-
tyrrhopalus Westwoodi Saund. , Mellyi Westw. ; Paussus Bowringii Westiv.,
Jousselini Gtie'r., sowie eine neue Gattung und Art, und zugleich Vertreter
einer neuen Tribus Protopaussini, ausgezeichnet durch 11-gliedrige Fühler
neben den Cerapterini mit 10—6 güedrigen, und Paussini mit 6—2 gliedrigen
Fühlern :
Protopaussus (corpus elongatum; ant. 11-art.; mandibulae valde arcuatae;
palp. max. 4-, labiales 3-art., articulo ultimo majore, subfusiformi, apice attenuato
et truncato; ligula magna, ovata, apice setulosa. Prothorax utrinque expansus,
expansione crassa, postice in appendicem retrorsum directam apice fasciculatam
desinente. Elytra elongata; pygidium haud detectum; pedes breves, haud cal-
carati) Feac (Karin Cheba) S. 707 mit Holzschn.
Paussus spinicola fSomali, in Nestern von Cremastogaster Chiarinii Em. in
hohlen Akaziendornen); E. Wasmann, Mitth. Schweiz, ent. Gesellsch., VIII,
S. 355, cervinus (Madagaskar?); G. Kraatz, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 8,
opacus (Madagaskar?); derselbe, ebenda, S. 377.
Pselaphidae. L.W. Schaufuss: „System-Schema der Pselaphiden"
ein Blick in die Vorzeit, Gegenwart und Zukunft, Tijdschr. v. Entom., XXXIII,
S. 101—162, Taf. 2 — 6, basiert auf der naturphilosophischen Anschauung, dass
das System des Thierreichs im Ganzen wie das einzelner Ordnungen und Familien
durch Parallelreihen dargestellt werde, die überall die gleiche Anzahl von Gattungen
enthalten. Vielfach sind in einem solchen künstlichen Schema noch unaus-
gefüUte Lücken ; bei den Pselaphiden sind aber einige dieser Lücken jetzt durch
die im Bernstein erhaltenen Formen ausgefüllt, die viel zahlreicher waren als
die in den baltischen Provinzen jetzt lebenden Formen und ein europäisches
Gepräge tragen.
In dem Schema werden nun 3 Parallelgruppen: Clavigeriden, Pselaphiden,
Euplectiden unterschieden. Die Clavigei'iden haben einen aus 3 von oben sicht-
baren Ringen zusammengesetzten Hinterleib, und die Zahl der Fühlerglieder
334 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
beträgt 2—6 (nur eine Klaue an den Füssen). Nach der Zahl der Fühlerglieder
werden die Gruppen der Articerini (2), Adrauini (3), Clavigerodini (4), Clavi-
geropsini (5) und Clavigerini (6) gebildet; die Pelaphiden haben 5 Abdominal-
segmente und 5—12 gliederige Fühler: Goniastini (5), Listriophorini (6), Cyathi-
gerini (7), Simini (8), ? (9), Pselaphini (10—12); die Euplectiden haben einen
sechsgliedrigen Hinterleib und 9 —11 gliedrige Fühler: Bythinoplectine (9), Zethini
(10), Euplectiui (11). Jede dieser Gruppeu hat in dem Schema nun mindestens
4 Gattungen, je nachdem die Hinterhüften entfernt und flach, entfernt und er-
höht, genähert flach, genähert erhöht sind; bei den Pselaphini und Euplectiui
kommen 12 Gattungen vor, indem der Unterschied der Hinterhüften bei Gattungen
mit 1, 172 und 2 Klauen vorkommt. Die das vorstehende Systemschema er-
gänzenden Gattungen und Arten des baltischen Bernsteins sind dann beschrieben
und z. Th. abgebildet; ebenso sind einige rezente Gattiuigen abgebildet.
B aryhraxis (n. g. Pselaphin. Bryaxi affine, diifert palpis minoribus, tho-
racis basi punctis impressis, abdominis segmento utrinque bifoveolato) lata (bal-
tischer Bernstein); L. W. Schanfuss, a. a. 0., S. 122, Taf. 3, Fig. 11.
Ctenestodes (n. g.) daviger (baltischer Bernstein); L.W. Schaufuss,
a. a. 0., S. 142, Taf. 5, Fig. 17.
Cymhalizon (n. g. Pselaphin., cox. post. distantes, planae; tarsorum un-
guiculi 2 aequales) tyro'ides (baltischer Bernstein); L.W. Schaufuss, a. a. 0.,
S. 138.
Dantiscaniis (n. g. Pselaphin.) costalis (baltischer Bernstein); L. W.
Schaufuss, a. a. 0., S. 143, Taf. 5, Fig. 18.
Deuterotyrus (n. g. Pselaphin. Tyro affine, cox. postic. approximatis,
planatis) redivivus (baltischer Bernstein); L. W. Schaufuss, a. a. 0., S. 131.
Eudranes (n. g. Tyrin. , trochanteres iutermedii elongati, anter. posteri-
oresque breves; palpi max. parvi; antennae ad insertionem appi'oximatae; un-
guiculi bini, aequales; corpus densissime punctatum, setulis minutis vestitum)
carinatus (Adelaide river, Australien, in Ameisennest); D. Sharp, Entom.
Monthl. Mag., 1892, S. 242.
Eulasinus {la. g. Tyrin. Pselaphodi, Lasino et Labomimo affine, segmento
dorsali 1 brevi diversum) Walkeri (Ta-maou Isl., Chusan Archip.); D. Sharp,
Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 240.
Greys (n. g. Goniastin.) conciliator (Bernstein), L. W. Schaufuss, a. a. 0.,
S. 113.
Hagnometopias (n. g. Pselaphinorum , tarsorum unguiculi 2 inaequales)
pater (halt. Berastein); L. W. Schaufuss, a. a. 0., S. 134, Taf. 4, Fig. 13.
Hetereuplectus (n. g. Euplectin.) retrorsus\ (baltischer Bernstein);
L. W. Schaufuss, a. a. 0., S. 156.
Monyxl (n.g. Pselaphin) spiculatus (baltischer Bernstein); L.W. Schaufuss,
a. a. 0., S. 129.
Nugaculus (n.g. Euplectin.) ealcitrans (baltischer Bernstein); L.W. Schau-
fuss, a. a. 0., S. 148.
Nugator (n. g. Euplectin.) stricticollis (baltischer Bernstein); L.W. Schau-
fuss, a. a. 0., S. 149.
Pammiges (n.g. Pselaphin.) spedrum (baltischer Bernstein); L.W. Schau-
fuss, a. a. 0., S. 144, Taf. 5, Fig. 19.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 335
Pantobatrisus (u. g. Pselaphin.) Cursor (baltischer Bernstein); L. W.
Schaufuss, a. a. 0., S. 145.
Batrisus pristinus S. 134, antiquus S. 136 (baltischer Bernstein); L. W.
Schaufuss, a. a. 0.
B. adnexus Hampe und oculatus Äube sind gleich B. formicarius friedlich
geduldete Gäste in den Nestern von Lasius brunueus. Die beiden ersteren
leben von Milben; E. Wasmann, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 349f.
Bryaxis glabrella S. 117, veterum S. 120 (baltischer Bernstein); L.W. Schau-
fuss, a. a. 0.
Bythinus tenuipes S. 123, foveopunetatus S. 124, typicus S. 125, caviceps
S. 127 (baltischer Bernstein); L. W. Schaufuss, a.a.O., (die letzte Art ist
von Reitter Sehaufussi genannt; s. d. vor. Ber., S. 327).
Euplectus lentiferus S. 152, quadrifoveatus S. 154, Mozarti S. 155 (baltischer
Bernstein); L. W. Schaufuss, a. a. 0.
Faronus porrectus Taf. 6, Fig. 26, tritomicrus Fig. 27 ^baltischer Bernstein);
L. W. Schaufuss, a. a 0., S. 158.
Rhexidius trogasteroides (Chestnut ridge, Pa.) S. 12, intermedius (Franklin
count.) S. 13; E. Brendel, Entom. News, III, mit Bemerkungen über die
Gattung, mit der Prorrhexius identisch ist.
Trogaster Boriae (Busalla, Ligurien, Casanova, Bisagno); A. Dodero,
Ann. Mus. Civic. Geuova, (2.), X, S. 666, mit analytischer Tabelle dieser und
der beiden Arten von Korsika, aberrans, heterocerus.
Tychus radians (halt. Bernstein) S. 114, avus (ibid.) S. 115, L. W. Schau-
fuss, a. a. 0.
Tyrus electricus (baltischer Bernstein); L. W. Schaufuss, a.a.O. S. 139.
Staphylinidae. Tor Heiliesen bereichert die Fauna Norwegens mit
99 neuen Arten; Stavanger Museum, Aarsberetning for 1891, S. 57— 94, 119.
E. Eppelsheim bringt einen Beitrag zur S taph ylinenfauna
Turkestan's mit Beschreibung zahlreicher neuer Arten; Deutsch. Entom.
Zeitschr., 1892, 321-346.
Achenium Hauseri (Djizak); E. Eppelsheim, DeiUsch. Ent. Zeitschr.,
1892, S. 336.
Arena Octavii Fauv. eine für Grossbritannien (Ilfracombe; Lynmouth)
neue Gattung und Art; W. G. Blatch, Entom. Monthl. Mag., 1892, S. 160.
Zur Entwickelungsgeschichte von Lomechusa und Atemeies theilt
E. Wasmann mit, dass unter günstigen Verhältnissen die Entwickelung vom
Ei bis zur Imago bei Lomechusa 4-5 Wochen dauert. Von den zur Ver-
puppung eingesponnenen Larven geht ein grosser Theil in Folge der unzweck-
mässigen Behandlung von Seiten der Ameisen zu Grunde; vgl. dies. Bericht
1890, S. 331. — Lomechusa strumosa gibt bei Berührung manchmal einen
aromatischen Geruch von sich, der dem von Atemeies gleich, aber stärker ist,
Tijdschr. v. Entom., XXXIII, S. 93ff., 96.
Atemeies pubicollis Bris. var. Foreli (Vogesen); E. Wasmann, Deutsch.
Ent. Zeitschr., 1892, S. 351.
Atheta (Homalota) flavida (Margelan) S. 322, (Metaxya) Uanda (ibid.;
Taschkent) S. 323, concolor (ibid.) S. 324, (Microdota) turanica (Taschkent)
S. 325; E. Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, (Hydrosmecta) tenuissima
336 Pli- Beitkau: Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Eauv. i. 1. (Prag; Pyot; St. Raphael); derselbe, Wien., Ent. Zeitg., 1892,
S. 292.
Belonuchus nulli-cedo (Philippinen); CA. Do hm, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 74.
Bledius Simulator (Taschkent; Altai) S. 344, immaturus (Djizak) S. 345;
E. Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, lividipes (Obock); L. Fairmaire,
Revue d'Entom., XI, S. 90.
Boreaphilus carinthiacus (Petzen); L. Ganglbauer, Soc. Entom., VII,
S. 17.
Conurus pubescens Pk. ynr.decurtatus (Taschkent) ; E. E p p e 1 s h e i m , Deutsch.
Ent. Zeitschr., 1892, S. 328.
Dilacra Fleischeri (Ufer der Thaja, Mähren); E. Eppelsheim, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 293.
Falagria subaenea (Taschkent); E. Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.
1892, S. 326.
Ein neues Geschlechtsmerkmal in der Gattung Geodromicus
ist in dem letzten Fühlerglied gelegen, das beim Weibchen einfach zylindrisch,
vorn kurz zugespitzt, beim Männchen hinter der Basis abgeschnürt ist, so dass
dadurch der Schein 12-gliedriger Fühler entsteht; E. Eppelsheim, Soc. Entom.,
VII, S. 43 f.
Geostiba Apfelbecki (Bosnien); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S.289.
Lathrobium (Lobrathium) cognatmn (Turkmenien) ;E. Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr., 1892, S. 335.
Leptusa (Sipalia) bosnica (Igman-Geb.); E. Eppelsheim, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 294.
Liogluta montivagans (Tatra; Helenendorf, Kaukasus); E. Eppelsheim,
Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 291.
Liparocephalus Mäkl. gehört nicht zu den Paede rini, sondern zu den
Aleocharini, bei Phytosus; Th. L. Casey, Col. Not., IV, S. 711.
E. Wasmann untersuchte die internationalen Beziehungen von
Lomechusa strumosa; Biol. Centralbl., S. 584— 599, 638 — 669. Die genannte
Art ist ein regelmässiger und echter Gast bei Formica sanguinea, kommt
sekundär auch bei F. rufa und pratensis vor. Wasmann versetzte nun die
Lomechusa aus einem Neste von F. sanguinea in andere Nester derselben Art
und von 18 anderen Arten mit sehr verschiedenem Erfolge. Sie wurde sofort
aufgenommen und als Gast behandelt bei allen F. sanguinea und den ihr am
ähnlichsten Arten F. rufa und pratensis; geduldet bei Polyergus rufescens; nach
anfänglichen Feindseligkeiten wurde sie aufgenommen und gefüttert bei F. fusca
und rufibarbis, welche selber nahe Verwandte von Lomechusa als normale Gäste
haben; beleckt (aber nicht gefüttert) wurde sie von F. exsecta und Myrmica
rubida; zweifelhaft verhielten sich Lasius fuliginosus und umbratus, wähi'end
Campon. ligniperdus; Myrmica scabrinodis, ruginodis, laevinodis; Lasius flavus,
niger; Tapiuoma erraticum; Tetramorium caespitum; Leptothorax tuberum und
Formicoxenus nitidulus sie entweder vertrieben oder doch nur indiiferent duldeten
(die beiden letztgenannten).
Der Umstand, dass Lomechusa von F. sanguinea unter allen Umständen,
auch wenn letztere bis dahin noch keine Lomechusa kennen gelernt hat, auf-
genommen wird, ist auf einen ererbten Instinkt zurückzuführen; als Stammgast
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 337
wird Lomechusa durch den „Berührungsgeruch" erkannt. Eine solche instinktive
erbliche Anlage ist, wenn auch in geringerem Grade, bei F. rufa und pratensis
vorhanden. Die anderen Ameisen haben keinen solchen ererbten Instinkt, lernen
aber z. Th. die Annehmlichkeit des Gastes schätzen und behandeln ihn dann
freundlich, während die übrigen in Folge des Grössen missverhältnisses und
ihres misstrauischen , reizbaren Charakters sich an den Gast nicht gewöhnen
können.
Medon propinquus Bris. var. nigrinus (Taschkent); E. Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr., 1892, S. 337.
Microglossa Lederi (Taschkent); E. Eppelsheim, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 321.
Mycetoporus ruhricus Reitt. i. 1. (Taschkent; Margelan); E. Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 329, Eätteri (Hohe Tatra); derselbe, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 296.
Myrmedonia afra (Errer-es-Saghii% Somali); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova (2. S.), XII, S. 753.
Myrmoecia Fussi Kr., bisher als Parasit von Anthophora bekannt,
ebt bei Prag in den Nestern von Tapinoma erraticum als feindlich verfolgter
Einmiether, der nächtlicher Weile die Ameisen auffrisst. Ausser dieser Art
sind noch M. plicata Er., hippocrepis Saulcy; Myrmedonia erratica v. Hag. und
Lamprinus haematopterus als regelmässige Gäste von Tapinoma bekannt. E.
Wasmann, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 348 f.
Niphetodes Apfelbecki (Bosnien); L. Ganglbauer, Soc. Entomol., VII, S. 17.
Oxytelus ominosiis S. 367, Taf. XI, Fig. 13. (?) levis S. 368, Fig. 14 (tertiär);
B. Förster, a. a. 0.
Oxytelus sexualis (Taschkent) S. 342, suUilis (ibid.) S. 343; E. Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892.
Paederus debilior (Taschkent; Margelan); E. Eppelsheim, Deutsch. Ent.
Zeitschr., 1892, S. 339.
Tor Heiliesen stellt die Unterschiede von Philonthus uigi'itulus Grav.
und trossulus Nordm. einander gegenüber und bildet beide ab; Stavauger Museum,
Aarsberetniug for 1891, S. 78, 79, PI. 1, Fig. 5, 6,
Ph. «ajm&i'Zis (Taschkent) ; E. Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892,
S. 833, flavicornis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 89.
Philorium Hopffgarteni (Siebenbürgen; Morea); E. Eppelsheim, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 297.
Platystethus depravatus (Taschkent; Stettin'?); E. Eppelsheim, Stettin
Ent. Zeitschr., 1892, S. 341.
Quedius mesomelinus Marsh. Fig. 1 (= temporalis Thoms.) var. microcephalus
(Jaadereu) S. 73, Fig. 2, alpinus n. sp. (Telemarken) S. 74, Fig. 4, (umbrinus
Er. abgebildet Fig. 3); Tor Heiliesen, Stavanger Museum, Aarsberetniug for
1891, eapitalis (Taschkent) S. 329, novus (ibid.) S. 331; E. Eppelsheim, Deutsch.
Entom. Zeitschr., 1892.
ScimhA\h\iü grandiceps (Margelan); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S.68.
Scopaeus similis (Taschkent); E. Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr.,
1892, S. 337, aliiceps (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 89.
Th. L. Casey macht, Col. Not., IV, S. 711 f , folgende synonymische Be-
merkungen: Stenus rugifer Gas.^ anastomozans Gas. ; vexatus Cas. = insularis
ArcL. f. Naturgesch. Jahr^. 1893. I5d.II. H,2. W
388 Ph- Bertkau: Bei'ieht übe) die ■wissenscliaftlicheu Leistutigen
Gas.; placidus Gas. = tixmicollis Gas.; villosus Ca«. = jejnmis Gas.; milleporus
Gas. = sectilifer Gas.; difficilis Gas. =^ teiiiüs Gas.; iiauus St. ^= namilus Gas.;
huniilis Er. ^= inammops Gas.; rigiclus Gas. = agens Gas.; brumalis Gas. {^)
= paiiperculus Gas. ((J); gratiosns Gas. = hirsutus Gas.; morio Grav. =
indistinctus, haplus Gas.; umbratilis Cas. = fratermis Gas.; pollens Ca«. := patens
Gas.; reconditns Gas. ^= propinquus Gas.; callosus .Er. = varipes Gas.; Hubbardi
Gas. = simiolus Gas.; lucidus Gas. = leviceps, politulus Gas.
St. posticalis (Taschkent); E. Eppelsheim, Deutsch. Ent. Zeitschr. 1892,
S. 340.
Stenus (miatus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 365, Taf. XI, Fig. 12.
Tacbyporus iiitiduhis i^. var. erw.« (Taschkent, Margelan); E. Eppelsheim,
Deutsch. Ent. Zeitschr., 1892, S. 328.
Trygaeus javanims (Mt. Poentjak); D. Sharp, Notes Leyden Mus.,
XIV, S. 61.
Xantholinus ocÄnptww'« (Taschkent, Margelan); E Eppelsheim, Deutsch.
Ent. Zeitschr., 1892, S. 334.
Hydrophilidae. Berosus fu.scostrudas (Obock) S. 87, immaeuUcolUs (ibid.)
S. 88; L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI.
Escheria convexa S. 359, Taf. XI, Fig. 9, inmctulata S. 361, Fig. 8, dlmi-
diata S. 363, Fig. 10, crassipunctata ^.ZM, Fig. 11 (alle aus dem plattigen
Steinmergel von Brunstatt); B. Förster, a. a. 0.
Helophorus lyunctatosulcatus (Alai); A. Kuwert, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 102.
L. Bedel gibt eine Synopsis des grands Hydrophiles (gre.
Stethoxus Sol); Revue d'entomol., XI, S. 306 — 323. Nach einem historischen
Rückblick stellt er eine Uebersicht der Gattungen (Stethoxus, Tropisternus,
Hydrophilus, Sternolophus) und eine solche der (30) Arten der G. Stethoxus
(richtiger Stethoxys) auf. Diesen Namen braucht er für die bisherige Gattung
Hydrophilus (mit piceus z. B.), welchen Namen er für den bisherigen Hydrous
(carabo'ides) vervi^endet. Die Gattung zerfällt in die Untergattungen Tenniopterus
Sol., Stethoxys s. str. mit cavisternum (Tonking, Siam, Malakka), indicus
(Moradabadi S. 310, 316, rufocinctus (Moradabad) S. 309, 317, iMdipaliMs
(Australien) S. 312, 317, piceus var. j^Z/'a/e»- S. 313 Anm., si»mZrtiw (Guyana)
S. 313, 320, und Dibolocelus Bed.
H. gansuensis Sem. ist näher mit aterrimus Eschseh. als mit pistaceus.
Gast, verwandt; A. v. Semenow, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 163.
Hydrous dichromus (Akbes); L. Fairmaire, Ann. Soc, Entom. Belg.,
1892, S. 144.
Limnebius (Tricholimnebius) Grouvellei. (Spanien); F. Guillebeau, Bull.
Soc. Entom. France, 1892, S. CXXXHI.
Ochthebius turkestanus (Alai); A. Kuwert, Deutsch. Entom. Zeitschr.,
1892, S. 102.
Spercheus intetriiptus (Ohock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 88.
Gyrinidae. Dineutes neo-yurneensis (Rigo, Kelesi, Kapakapa); M. Re-
gimbart, Ann. Mus. Civic. Genova, (2 ), X, S. 995.
Gyrinus smaragdinus (Karinberge); M. Regimbart, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X, S. 547.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 339
Orectochilus apicalis (Karinberge) S. 548, birmanicus (ibid.) S. 550, crihra-
tellus (ibid ) S. 551, villosovittatus (ibid.) S. 552, tomentosus (ibid.) S. 553; M. Re-
gimbart, Ann. Mus. Civic. Genova, (2,), X.
Porrhorrhynchus depressus (Dilo, Neu-Guinea) ; M. Regimbart, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, S. 996.
Dytieidae. M. Regimbart liefert eine enumeration des (47) Dytis-
cidae et (15) Gyrinidae rec. . . . en Birmanie; Ann. Mus. Civic. Genova,
(2), X, S. 537-554.
Derselbe desgl. . . . nella Papuasia Orientale; ebenda, S. 978 — 997.
Derselbe desgl. ... du Bengale Occidental; Ann. Soc. Entom. Belg.,
1892, S, 112-121.
Bidessus (juttulatus (Toungoo); M. Regimbart, a. a. 0., S. 542, Loriae
(Rigo) S. 989, neo-guineenais {Rigo)S. 990; derselbe, ebenda, Ärenni (Mandar)
S. 116, indicus (ibid., Konbir Nowatoli) S. 117, consanguineus (Konbü- Nowatoli),
antennatus (ibid.) S. 118, inconstans (ibid.) S. 119, Uvcns (ibid.) S. 120; der-
selbe, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892.
Copelatus Gestroi (Rigo, Kapakapa, Hula, Kelesi); M. Regimbart, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 991.
Cybister hypomelas (Rigo); M. Regimbart, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 994.
Dyticus marginalis u. var. (Bordeaux); A. Peytoureau, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. XLVIII.
Sulla variabilitä delle apofisi raetasternali nel Dyticus marginalis;
A. Griffini, Boll. d. Mus. Zool. ed anat. comp. Torino, VII, No. 115.
Haliplus signatipennis (Rigo), ferruginipes (ibid.); M. Regimbart, Ann.
Mus. Civic. Genova, (2.), X, S. 979, angustifrons (Konbir Nowatoli); derselbe,
Ann. Soc. Entom. Belg., 1892, S. 112.
Hydaticus epipleuriciis (Tenasserim); M. Regimbart, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X, S. 545, suffusus (Rigo) S. 992, rhuntaticoides (ibid.) S. 993;
derselbe, ebenda.
Hydrocoptus opatrinus (Sambas, Borno) S. 11, Bosschae (ibid.) S. 12; M. Re-
gimbart, Notes Leyden Mus., XIV.
.Hydrovatus j>m^««'.s (Konbir Nowatoli); M. Regimbart, Ann. Soc. Entom.
Belg., 1892, S. 114.
Hyphoporus Severini (Konbir Nowatoli); M. Regimbart, Ann. Soc. Ent.
Belg., 1892, S. 115.
Hyphydrus Loriae (Rigo) S. 985, lyratus Swartzvar. foveolatus (ibid.), gibbi-
collis n. sp. (ibid., Kelesi), curvipes (Rigo) S. 987; M. Regimbart, Ann. Mus.
Civic. Genova, (2.), X, flavicans (Konbir Nowatoli); derselbe, Ann. Soc. Ent.
Belg., 1892, S. 115.
Laccophilus birmanicus (Carinberge), S. 538, planitarsis (Rangun) S. 539;
M. Regimbart, a. a. 0., univittatus (Rigo), auriculatus (ibid.); derselbe
ebenda, S. 981.
Macroporus piceatus (Rigo); M. Regimbart, Ann. Mus. Civic. Genova,
(2.), X, S. 984.
Neptosternus speciosus (Dilo) S. 982, hicinctus (Ighibirei, Rigo), S. 983;
M. Regimbart, Ann. Mus. Civic, Genova, (2.), X.
W*
340 Ph. Bertkair. Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen
Rhysodidae. Rhysodes africanus (Assiniej; A. Grouvelle, Ann. Soc.
Entom. France, 1892, S. 299.
Amphizoadae. H. Ct. Hubbard gibt Notes on the larva of Amphizoa,
die er in kalten Gebirgsbächen der Wasatschberge, bei Glenwood Springs, Colo.,
und in einem Gebirgsbach bei North Beud, im Kaskadengebirge von Br. Columbia
gefunden hatte. Die Larve bietet Aehulichkeiteu mit denen weit entfernter
Gruppen der Adephaga. Ihr breit spindelförmiger Körper und die seitlich in
Flügel ausgezogenen Rückenschilder erinnern an Cychrus; auch die Zahl der
Stigmen, Bau der Mandibelu, Gestalt der Mundhöhle sind Merkmale, welche sie
mit den Carabideu verbinden; doch ist ihr Hinterleib achtgliederig. Auch mit
Dyticideu, namentlich Colymbetinen, hat sie manches gemeinsam; so die Stellung
ixnd den Bau der Fühler, die Gestalt der Maxillen und Unterlippe, die end-
ständigen Stigmen des 8. Segments und die von einem versteckten 9. Segment
entspringenden Cerci; aber die Mandibeln sind nicht zum Saugen eingerichtet.
Kurz, Amphizoa theilt mit Pelobius alle die unterscheidenden Dyticiden-
charaktere, welche letztere Gattung hat, und wie diese zu den Dyticideu, so
führt Amphizoa zu den Carabideu hinüber. Die Larvenmerkmale rechtfertigen
aber vollkommen Horu's Ansicht, der für Amphizoa eine besondere Familie er-
richtet hatte. Insect life, V. S. 19—22, mit Holzschn. und Proc. Entom. Soc.
Washington, n, S. 341-346, PI. III
Carabidae. H. W. Bates stellt eine list of the (440) Carabidae von
Birmah zusammen; Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XH, S. 267—428.
Aristolchia (n. g. Lebiin., differt a Lebia tibiis intermediis niaris apice
haud incisis, sed bidenticulatis, elytris apice late truncatis, utroque angulo acute
dentato) quadridentata (Bhamö); H. W. Bates, a. a. 0., S. 428.
Arsenoxenus (n. g. Loxandro affine) harpaloides (Bhamö; Pegu); H. W.
Bates, a. a. 0., S. 365.
Chlaenioctenus subg. nov. Chlaenii, unguibus pectinatis; H.W. Bates,
S. 309.
Coleolissus subg. nov. Hypolithi; H. W. Bates, a.a.O., S. 338.
Euryaptus (n. g. Trigonotoinin. Trigonotomae affine) nigellus (Bharao;
Pegu); H. W. Bates, a. a. 0., S. 355, assamensis (A.), rufipes (Andaman J.)
S. 356.
Ecnomolaus (n. g. Trigonotomin.) clivinoides (Rangun , .); H.W. Bates,
a. a. 0., S. 358.
Harpaliscus (n. g. Harpalo affine) Birmanicus (Teiuzo; Schwegoo);
H. W. Bates, a. a. 0., S. 341.
Hemiaulax subg. nov. Anoplogenii; HW. Bates, a. a. 0., S. 347.
Hemichlaenius (n. g. Chlaeniin. inter Claenium et Callistum, maxillae
et mandibulae ut in Pristomachaero) microspilus (Karin Cheba); H. W. Bates,
a. a. 0., S. 308.
Metabacetuü (n, g. Abaceto valde affine) immarginatus (Karin Cheba);
H. W. Bates, a.a.O., S. 364.
Monacanthomjx (n. g. Calatho affine) pjocillator (Karin Cheba); H. W.
Bates, a. a. 0., S. 367.
Nanochlaenius (n. g.) Feae (Rangun; Pegu); H. W. Bates, a. a. 0.,
S. 322.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 341
Ophoniscus (n. g. Ophono proximum, differt capite breviore, oculis valde
prorainentibiis, capite thoracisque disco laevissimis, menti sinu edentato, fundo
recte tnmcato) iridiilus (Pegu) S. 337, cribrifrons (Bhamu), hypolithoides (Te-
nasserim); S. 338; H. W. Bates, a. a. O.
Abacetns cydodes (Bengalen); H. W. Bates, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S. 232, insolatus (Pegu; Tenasserim), üluminans (Tenasserim) S. 359, sulculatus
(Rangun, Pegu), foveifrons (Tenasserim) S. 360, antepunctatus (Teinzö; Katha)
S. 362; derselbe, Ann. Mus. Civic. Genov. (2. S.), XH.
Acanthogenius infuscatus (Bhamö); H. W. Bates, a. a. 0., S. 389.
Moeurs et metamoi'phoses de TAcinopus picipes Olin.\ Xarabeu, Le
Naturaliste, 1892, S. 200.
Acupalpus sinuellus (Bhamö; Pegu): H.W. Bates, a. a. 0., S. 350.
Allocota aerata (Bhamo): H. W. Bates, a. a. 0., S. 425.
Amara sinuata (tertiär) S. 350, Taf. XI, Fig. 2, procera S. 351, Fig. 3;
B. Förster, a. a. 0.
Amblystomus rotundiceps (Bengalen), vittatus (ibid.); H. W. Bates, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 231, magnus (Rangun; Mandalay), tetrastigma (Bhamö;
Teinzo; Rangun) S. 335; derselbe, Ann. Mus. Civic. Genova (2. S.). XII.
Anatrichis birmanica (Rangun); H. W. Bates, a. a. 0., S.325.
Anchomenus bipunctatus (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 348, Taf. XI,
Fig. 1.
Anisodactylus basicollis (Seychellen); L. Fairmaire, Bull. Soc. Entom.
France, 1892, S. CLL
Anophthalmus Antoniae (Ordubad); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg. 1892,
S. 60.
Li seinen Nuovi materiali per lo studio degli Anophthalmus italiani,
Ann. Mus. Civic. Genov., (2. S.), XII, S. 79—85, Tav. IV, gibt R. Gestro
Notizen zu A. appenninus Gestr. (abgeh.), Vaccae Gestr. (abg.), Spagnoli Gestr.,
Ramorinii Gestr. (abgeb.), Doriae Fairm. und beschreibt A. Launi (Grotte del
Camosciere, bei la Certosa di Pesio) S. 80, Fig. 1, Bensae (Guhbio, Prov. Perugia)
S. 81, Fig. 2.
S. auch unten bei Trechus.
Anoplogenius planicollis (Bhamö) S. 345, patincdis (ibid.) S. 346, (Hemi-
aulax) dentipennis (Pegu) S. 346; fl. W. Bates, a. a. 0.
Antisphodrus leptoderus (Margelan); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 67.
Apotomus latifjena (Hamman Rirha, Algier); E. Reitter, Wien. Ent.
Zeitg., 1892, S. 137, 188, in einer Uebersicht der paläarktischen Arten, hirsutus
(Rangun; Pegu, Kalkutta); H. W. Bates, a. a. 0., S. 287.
Ed. Everts giebt eine tabellarisch overzicht der in Nederland
waargenomen Bembidioni (Tachypus Cast., Tachys Steph., Cillenus Sam.,
Bembidion Latr., (Aepus Sam.), Blemus Gast.); Tijdschr. v. Entom., XXXIII,
S. 1—21. Bembidium humerale St. und octomaculatum Goeze sind neu für die
Fauna. — B. decoratum Duft, in Luxemburg (Orsinfaing); A. Preudhomme
de Borre, Ann. Soc. Entom Belg., 1892, S. 228.
B. tenellum var. Telemics (Sizilien); II Natural. Sicil., XI, S. 253.
Bembidium (Peryphus) subcylindrimm (Taschkent); E. Reitter, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 59, (Pseudolimnaeum) Doderoi (Val Pesio, Alp. marit.);
342 Pli- Bertkau: Bericht über die wissenscliaftlicheu Leistungen
L. Ganglbauer, ebend. S. 314, xanthotelum (Rangun); H. W. Bates, a a. 0.,
S. 287.
Bembidium laevigatum (tertiär); B. Förster, a. a. 0., S. 356, Taf. XI,
Fig. 7.
Blechrus discoidalis (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Eutoin., XI, S. 83.
Brachinus concinnus (Rangun), flavicapillus (Bbamo) S. 393, exqiiisitus
(Teiuzo) S. 394, evanescens (Karin Asciuii Cheba), darescens (Rang-un) S. 395,
circumtinctus (Semnigion), intactus (Rangun; Pegu) S. 390, H. W. ßates, a. a. 0.
BracbycbiJa rugulipennis (Tenasserim; Pegu); H. W. Bates, a. a. 0., S. 406.
Calleida sidtana (Karin Cheba) S. 421, excelsa (ibid.), Doriae (Bhamö) S. 422;
H. W. Bates, a. a. 0.
Carabites exanimus (fossil) s. oben, Scudder, S. 31.
F. de Vuillefroy erhielt von der spanischen Seite der Pyrenäen
einen Carabus rutilans mit der Färbung des C. hispanus, und glaubt demnach,
dass Fabricius seinen C. hispanus nach einem so gefärbten Stück aufgestellt
habe. Die bisher für C. hispanus gehaltene Art aus den Cevennen (die noch
nie in Spanien gefunden ist), muss demnach einen neuen Namen, C. cebennicus
S. 320, erhalten. Ann. Soc. Entom. France, 1892, S. 317—320.
C. Scheidleri Pz. var. polonicus (Lubaczow, Ostgalizien) , (Trachycarabus)
Estreicheri Fisch, var. rufofemoratus (Brody, Ostg.); J. v. Lomnicki, Soc.
Entom., VI, S. 172.
Carenidium Kreuslerae 3Iad. = lacustre Mad.; Th. G. Sloane, Proc. Linn.
Soc. New South Wales, (2.), VI, S. 432.
Careuum (Calliscapterus) Odewahni Cast. = ordinatura Mach; Th. Gr. Sloane,
a. a. 0., S. 430, Bouellii Brüll. = viridipenne Westw. = Westwoodi Gast. =
scitulum Mad ; brisbaneense Gast. = submetallicum Mad.; Castelnaui Chaud.
= occultum Mad.; derselbe, ebenda f.
Carenum ignotus (zw. York und Yilgarn, Westaustr.) S. 427, habilis (ibid.)
S. 428; Th. G. Sloane, Proc. Linn. Soc. New South Wales, (2.), VI, mit Be-
merkungen über die Verbreitung von Arten dieser und verwandten Gattungen
S. 430—432.
Casnonia alhicolon (Karin Cheba), ^raciZijpes (Bhamo; Teinzo) S. 381, xanthc
(Rangun) S. 382; H. W. ßates, a. a. 0.
Catascopus mirabilis (Karin Cheba); H. W. Bates, a. a. 0., S. 409.
Chlaenius rudicollis (Diego-Suarez, Madag.); L. Fairmaire, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. CLXIX, lateripidus (Obock) S. 82, cyaneo-rufus (ibid.)
S. 83; derselbe, Revue d'Entomol., XI, (Homalolachuus) Feaniis (Teinzo) S. 308,
(sub. nov. Chlaeniochenus) pectinipes (Karin Ghecu) S. 309, (Ch. i. sp.)
Bhamoensis (Bh.) S. 311, annulipes (Karin Ghecu) S. 312, prrivatus (Asciuii Cheba)
S. 315, delicatus (Teinzo), odiroptras (Rangun; Bhamo) S. 316, poecilinus
(Tenasserim) S. 317, corrosidus (Temzo) 8.319, caendeiceps (Karin Cheba) S. 321 ;
H. W. Bates, a. a. 0.
Clivina sagittaria (Rangun) S. 275, sedifrons (ibid. ; Pegu) S. 376, laeviceps
(ibid.) S. 277, debüis (Rangun), pileolata (ibid.), sdssa (ibid.) S. 278, sc.uticeps
(Bhamö) S.280, occipitalis (ibid.), costidipennis (Pegu) S. 281, ddorizans (Teiuzo)
S. 282; H. W. Bates, a. a. O.
Colpodes Muleyitus (Tenasserim), caelitis (Karin Cheba) .S. 372 , janellus
(ibid.) S. 373, acroglyptus (Karin Asciuii Ghecu), caataniventris (ibid.) S. 374,
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 343
dunctulicollis (ibid.), undulipennis iBhamö; Katha) S. 375, eucnemis (Karin Cheba),
ischioxanthus (ibid.) S. 376, spinulifer (ibid.) S. 377; H. W. Bates, a. a. 0.
Coriza (?) araticeps (Obock); L. Fairmaire, Reviie d'Entomol., XI, S. 84.
Creagris hinoculus (Bhamö; Khasia Hills), hamaticoUis (Sarawak); H. W.
Bates, a. a. 0., S. 390.
Ueber die Verbreitung von Cycbrus in Nordamerika (Scaphinotus
Snowii in Arizona) s. H. F. Wickham, Entomol. News, III, S. 6-8.
Cj'clothorax eyrensis (Lake Eyre, S. Austr.); T. Blackburn, Notes, X,
S. 480; der C. punctipennis (Macl.) BMb.1888, ist wahrscheinlich C. lophoides
Chaud., jedenfalls nicht punctipennis Macl.
Cj'mindis humeralis var. rubrotestacea (Comit. Biliar); A. Fleischer, Wien.
Ent. Zeitg., 1892, S. 208.
Cyraindoidea plamdata (Pegu); H. W. Bates, a. a. 0., S. 417.
Dendrocellus Gestroi (Karin Cheba); H. W. Bates, a. a. 0., S. 385.
Dischissus alaticolUs (Thagata); H. W. Bates, a. a. 0., S. 302.
Distichus rectifrons (Bhamö; Katha); H. W. Bates, a. a. 0., S. 272.
Dolichoctis rutilipennis (Karin Cheba), S. 412 angusticollis (Tenasserim)
S. 413, incerta ,ibid.), iridea (Karin Cheba) S. 414, exjjansicollis (Bhamö; Karin
Cheba) S. 415; H. AV. Bates, a. a. 0.
Drypta siderea (Karin Cheba) S. 382, fimbriata (Teinzo) S. 383; H. W.
Bates, a. a. 0.
Dyschirius obscurus Gyllh. bei Jaederen, neu für Norwegen; T.
Heiliesen, Stavangor Museum, A arsberetning for 1891, S. 57.
D. aeneobrachialis (Semuigion); H. W. Bates, a. a. 0., S. 283.
Eudynomena discoidalis (Karin Cheba); H. W. Bates, a. a. 0., S. 423.
Epicosmus brevifurmis (Karin Cheba), mandarinellus (Bhamö) S. 299, lati-
yenis (Karin Cheba) S. 300, brevisternis (Thagata) S. 301, yraeüipcs (Bhamo)
S. 302; H. W. Bates, a. a. 0.
Eudromus opacus (Diego- Suarez); L. Fairmaire, Bull. Soc. Ent. France,
1892, S. CX.
Eurydera rotundata (Diego -Suarez, Madag.); L. Fairmaire, Bull. Soc.
Entern. France, 1892, S. CLXIX.
Eutoma Newmani Cast. = puuctulatum ilfrtcZ. ; Th. G. Sloane, Proc. Linu.
Soc. New South Wales, (2.), VI, S. 431.
Galerita Birmanica (Bhamö) S. 385, Feae (Karin Cheba) S. 386; H. W.
Bates, a. a. 0.
Gnathaphanus acutipennis (Rangun) S. 328, exaratiis (Karin Cheba), ruß-
tacto)- (Bhamö) S. 329; H. W. Bates, a. a. 0.
Haplogaster ampliatus (Catcin Cauri) und var. mollitus (Karin Cheba);
H. W. Bates, a. a. 0., S. 270.
Harpalus offusus S. 352, Taf. XI, Fig. 4, excavutus S. 354, Fig. 5 (tertiär);
B. Förster, a. a. 0.
Hari)alus (?) Karennius (Karin Gheku); H. W. Bates, a. a. 0., S. 341.
Hoplolenus atronüens (DiegoSuarez, Madag.); L. Fairmaire, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. CLXX.
Hydroporomorpha obockiana (0.1; L. Fairmaire, Revue d'Entomol.,
XI, S. 86
344 Ph- Bei'tkau: Bericht über die wissenscliaftlichen Leistungen
Hypolithus suhtilis (Bhamö), (Coleolissus) lamprotus (Teiuzo) S. 338,
bicoloripes (Karin Cheba, Pegu) S. 339, viridellus (Shwegoo), eulamirrus (Pegu)
S. 340; H. W. Bates, a. a. 0.
Lachnoderma i?) biguttatum (Shwegoo); H. W. Bates, a. a. 0., S. 424.
Lebia scapularis var. Codes (Ficuzza, Sizil.); E. Ragusa, II Natur. Sicil.,
XI, S. 253.
Lebia Cardoni (Konbir); H. W. Bates, Ann. Soc. Entom. Belg., 1892,
S.233, chrysis (Taschkent); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 27, in
analytischer Weise von violacea Ball, und festiva Fald. unterschieden, Karenia
(Karin Cheba) S. 426, maharani (Bhamu) S. 427; H. W. Bates, a. a. O.
Lecauomerus major (Burrawang, N. S. W.), striatus (ibid.); T. Blackburn,
Notes, X, S. 479.
Leptorembus Kolhei (Ibembo, Kongo); A. Duvivier, Ann. Soc. Entoni.
Belg., 1892, S. 57.
Lymnastis püosus (Bhamo) S. 296, atricapillus (Katha) S. 297; H. W.
Bates, a. a. 0.
Macrochilus ferruginipes (Diego-Suarez, Madag.); L. Faimaire, Bull. Soc.
Entom. France, 1892, S. CLXVIII.
Masoreus (Aephnidius) submacidatus {Bq^vl); H. W. Bates, a.a.O., S. 405.
Mastax rugiceps (Prome, Palon) S. 397, rtZveotoiMS^(Palon), carissimus (Teinzo)
S. 398, Gestroi (Karin Cheba) S. 399; H. W. Bates," a. a. 0.
Megalonychus Birmanicus (Bhamö, Teinzo), dilaticoUis (Karin Cheba)
S. 369, ct/anipennis (Assam) S. 370; H. W. Bates, a. a. 0.
Metabletus subvittatus (Bhamö) S. 417, cymindulus (Karin Gheku) S. 418;
H. W. Bates, a. a. 0.
E, Balbi beschreibt eine neue italienische Art von Micro typhlus; BoU.
Soc. rom. Studi zool., Vol. I, (Roma); s. Bull. Soc. Entom. Ital., XXIV, S. 369.
Giard fand eine neue Laboulbeniacee (Thaxteria n. g. Künckeh n. sp.)
auf Mormolyce phyllodes; Bull. Soc. Entom. France, 1892, S. LX.
Nebria araschinica (Ordubad); E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 66.
Nematopeza Äuberti (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entomol., XI, S. 84.
Notiophilus melanophthalmus Schlosser; s. Wien. Ent. Zeitg.,
1892, S. 97.
Omophron Oberthurii! (Pedong, Sikkira); R. Gestro, Ann. Mus. Civic.
Genova, (2.), X, S. 962, mit einem Verzeichniss der (39) Arten S. 963 f.
Onycholabis melitopus (Karin Asciuii Cheba); H. W. Bates, a. a. 0.,
S. 371.
Codes cribristernis (Karin Cheba), Peguensis (Palon) S. 323, rhodopus (ibid.,
Bhamö) S. 334; H. W. Bates, a. a. 0.
Ophionea Bhamoensis (Bh.); H. W. Bates, a. a. 0., S. 380.
Orthogonius qiiadricollis (Karin Cheba) S. 400, dispar (ibid.) S. 401, rufi-
ventris (ibid.) S. 402, apiculatus (ibid,) S. 403; H. W. Bates, a. a. 0.
Orthotrichus alternatus (Prome, Katha), indicus (Karin Asciuii Cheba);
H. W. Bates, a. a. 0., S. 368.
Oxycentrus acutulus (Tenasserim), omaseoides (Rangun, Pegu); H. W.
Bates, a. a. 0., S. 344.
Oxydrepanus ftirmanjc WS (Katha; Meetan); H.W. Bates, a. a. 0., S. 283.
Pentagonica daimiella (Nagasaki); H. W. Bates, a. a. 0., S. 426.
im Gebiete der Entomologie während des Jahres 1892. 345
Perigona bigener (Karin Gheku); H. W. Bates, a. a. 0., S. 379.
Perileptus melanapygus (Obock); L. Fairmai re, Revue d'Entomol.,
XI, S. 87.
Pheropsophus acuttcostatus (Diego-Suarez, Madag.); L. Fairmaire, Bull.
Soc. Entom. France, 1892, S. CLXVIIl, infantulus (Karin Cheba) S. 390, nanodes
(Assam) S. 391; H. W. Bates, a. a. 0.
Pirantillus extensicollis (Karin Gheku); H. W. Bates, a. a. O., S. 370.
Platymetopus longulus (Mandalay) S. 330, (?) erebius (Rangun), (?) edentatus
(Bhamö, Pegu), (?) suhlaevis (Rangun, Pegu) S. 331, (?) grandiceps (Karin Asciuii
Cheba), (?) gnathaphanoides (Assam, Perak, Java) S. 332, (?) amariformis
(Tenasserim) S. 332; H. W. Bates, a. a. 0.
Plectes platessa Motsch. Puschkin! var. Kamberskyi Eeitt.\ C. Rost,
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 142.
PI. Biebersteini var. adelphus (Abchasienl; derselbe, ebenda, polychrous
n. sp.; derselbe, ebenda, S. 401.
J. C. Duffey beschreibt die transformations of a Carabid (Plo-
chionus timidus) . . .; Trans. St. Louis Akad. Sei., V, S. 533-539, PI. X.
Die Weibchen dieses Käfers legen ihre Eier in die Gewebe, mit denen die
Raupen von Hyphantria cunea die Zweige überziehen; die Larven ver-
zehren die Raupen und verpuppen sich in dem Raupengewebe. Es kommen
mindestens 2 Generationen im Jahr vor: im Juli und September, bezw. Ende
August. In welchem Zustande das Insekt überwintert, konnte Duffey nicht
ermitteln. — Vgl. auch M. E. Murtfeldt, Bull. No. 26 des U. S. departement
of agriculture, division of entomoL, S. 41 f.
Poecilus Koyi Germ, in Luxemburg; A. Preudhomme de Borre, Ann.
Soc. Entom. Belg., 1892, S. 228.
Pogonoglossus carinipennis (Karin Cheba); H. W. Bates, a. a. 0., S. 388,
Polyhirma somalica (Uorandi, Uebi); R. Gestro, Ann. Mus. Civic. Genova
(2. S.), XII, S. 751.
Pristomachaerus quadristiyma (Bhamö, Pegu) S. 303, rubellus (Karin Cheba),
eucharis (ibid., Bhamö) S. 305, lebioides (Karin Cheba), cauliops (Pegu) S. 306;
H. W. Bates, a. a. 0.
Pristonychus fezzensis (Höhle A'in-Fezza, bei Tlemcen); A. Bonnaire,
Revue d'Entom., XI, S. 316.
Pseudotaphoxenus gracilicornis (zw. Su-tschou u. Kan-tschou-fu) ; J. Fri-
valdszky, Termesz. Füzetek, XV, S. 121.
Pterostichus (Agastillus subg. n.) cucujinus (Ordubad); E. Reitter,
Wien Ent. Zeitg., 1892, S. 61.
Rhembus rectificatus (Rangun, Pegu) S. 325, laevigatus (Tenasserim),
colossus (Pegu) S. 326; H. W. Bates, a. a. 0.
Scotodipnus Mayeti (Grasses, Alp. marit.); E. Abeille de Perrin, Revue
d'Entomol., XI, S. 62.
Siagona subUlis (Rangun), anguUfrons (il)id.) S. 284, angustipennis (Pegu)
S. 286; H.W. Bates, a.a.O.
Simons lampros (Bhamö; Pegu); H.W. Bates, a. a. 0., S. 322.
Sinurus nitidus (Karin Cheba) S. 407, gracilipes (Karin Gheku) S. 408;
H. W. Bates, a. a. 0.
346 Ph. Bertkan: Bericht über rlie wissenschaftlichen Leistungen
Stenolophus harpaloidcs (Raugnn; Mandalay) S. 347, rcdifrons (Rangun;
Teiiizo) S. 348, chans (Rangun; Katha) S. 349; H. W. Bates, a. a. 0.
Stomonaxus düaticolUs (K-Avm Cheba) S. 351, incrmis (Teinzo) S. 352;
H. W. Bates, a. a. 0.
Tachys vittatus Motsch.; E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 67.
T. sellatus (Obock); L. Fairmaire, Revue d'Entom., XI, S. 87, prolixus
Karin Asciuii Ghecu), photiniis (Bhamo) S. 288, enryodes (Karin Ghecu), obso-
lescens {ibid.), halijdoides (Bhamo) S. 289, remotiporisl (Tenasserim) S. 290, trmm-
umbratus (Seninigion), (Bary tachys) callispilotus (Te'mzb) S. 291, -Fca^m-s' (Bhamö),
ocellatus (Teinzo) S. 292, expansicoUis (Karin Ghecu) S. 293, mirahilis (Bhamo),
S. 294, (Nietneri, = ornatum Nietn, nee. Apetz S. 295), imitarius (Karin-Cheba)
S. 296; H. W. Bates, a.a.O.
Taeniolobus Birmanicus (Teinzo); H. W. Bates, a.a.O., S. 270.
Taridius Birmanicus (Teinzo; Karin Cheba); H. W. Bates, a. a. 0., S. 416.
Trechus capito (tertiär); B. Förster, a.a.O., Taf. XI, Fig. 6.
Trechus Ängelicae (Ordubadj; E. Reitter, Wien. Ent. Zeitg., 1892, S. 60,
(Auophthalmus) Speiseri (Volujak, Herzegowina); L, Gauglbauer, ebenda,
S. 233, birmanicus (Karin Asciuii Ghecu) S. 297, cauliops (Karin Ghecu) S. 298;
H. W. Bates, a. a. 0.
S. auch oben bei Auophthalmus.
Triaenogenius oboclciamis (0.); L. Fairmaire, Revue d'Entoniol., XI, S.85.
Trichotichnus Birmanicus (Karin Cheba); H.W. Bates, a.a.O., S. 342.
Trigonognatha Feana (Mt. Mooleyit, Tenasserim); H. W. Bates, a. a. O..
S. 365.
Trigonotoma Inmprodera (Karin Cheba), igneicollis (Pegu), iodes (Assam),
S. 353, Bhamoensis (Bh.; Teinzo), vJirysites (Karin Cheba) S. 354; H.W. Bates,
a. a. 0.
Triplogenius Feajii's (Karin Cheba) S. 356, Pegucnsis (P.) S. 357; H. W.
Bates, a. a. 0.
Zabrus dispar (Laverdure, bei Souk-Arras, Algier); A. Bonnaire, Revue
d'EntomoL, XI, S. 316.
Zuphium formosum (Pegu) S. ^SQ, pracstans (ibid.) S. 387; H.W. Bates,
a. a. 0.
Cieindelidae. W. H o r n beschreibt F ü n f D e k a d e n n e u e r C i c i n d e 1 e t e n ;
Deutsch. Entom. Zeitschr., 1892, S. 65 -92.
Derselbe bespricht die Cicindeliden des Wiener Hofmuseums;
ebeuda, S. 92-98; 144 (IL Beitrag), IIL Beitrag, S. 209-219.
Derselbe: Weitere Nachträge zu den alphabetischen Cicin-
deliden-Listen von Gemm. & Har., Demoor und Dokhtur.; ebenda,
S. 222—224.
Derselbe bringt Nachträge zur Monographie der Cicindeliden- Gattung
Collyris (Chaudoir 1864); ebenda, S. 353-368.
H. Beuthin macht Vorschläge über die Benennung der Varietäten
bei den paläarktischen Cicindelen; Ent. Nachr., 1892, S. 290f.
Oxygoniola (n. g., statura formaciue Oxygoniae simile; antennae longi-
tudini totius corporis aequales, palpi tenuissimi, toti pallidi, articulo ultimo
labialium longissimo, penultimo fere aequilongo) chamacleon (Celebes; Männchen
und Weibchen von verschiedener Grösse und Färbung); W. Horu, a. a. 0., S. 71.
im Gebiete der Entomologie wäliieml des Jahres 1892. 3-47
Tetreiirytarsa u. g. (art. 3 tarsorum ant. et iuterm. in (^ dilatati; labruni
mediocriter porrectiim. dentibus nullis, in 5 tridentatum ; in utroque sexu artic.
penult. palp. lab. incrassatus, inflatus, ultimus parvus, abdominis latera parce
pilosa) für Euryoda tetrasticta Wiedem. (colon Klug); AV. Hörn, a.a.O., S. 95.
Cincidela flexuosa F. Varr.; H. Beuthin, Ent. Nachr., 1892, S. 333— 335;
litoralis Dej , S. 359-362, Fischeri Adams S. 376— 378.
Cicindela Sevcrini (Barway); W. Hörn, Ann. See. Entom. Belg. , 1892,
S. 537, (Calochroa) JunJceri fNjam-Njam); H. J. Kolbe, Stett. Ent. Zeitg., 1892,
S. 144, (gen. nov.) paradoxa (Ceylon) S. 75, (Cicindela) interposita (Luzon) S. 76,
(juineensis (Neu-Cr.), affinis (Venezuela), eleyantissima (Bodjo) S. 77, catoptroides
(Sumatra), longipalpis (Java) S. 78, Gestroi (Ajer-Mantcior), labioaeneu! (Ceylon)
S. 79, seriepunctata (Darjeeling), dubia (Indien?), teniiilineata (Madagaskar) S. 80,
Gyllenhali Dej. var. imtnaculata, nivicinctoides n. sp. (Malaiischer Archip.?), incerta
(Philippinen), oblongata (Celebes) S. 81, differens (Sansibar), longipes F. var.
flava (Bodjo), ineognita n.sp. (Neu- Seeland?) S.82, novaseelandica (N.-Seeland) S.83,
laphijricornis (Zulukaifrarien) S. 84, securicornis (Cap), Drakei (Mendoza) S. 85,
unicolor (Argentin. Hochgeb.), despectata (Luzon), plumigera (Trichinopolis, Indien)
S. 86, (Calochroa) ceylonensis (C), Strachaui Hojic var. nigra (Guinea), cyanea
(F.) (iiiordheug&len) S. 87, prodotiformis (Westafrika) S. 88, Ganglbaueri (Ceylon)
S. 95; (Cratohaerea) cratohaeroides (Guinea) S. 220, Staudingeri (Sao Paulo)
S. 368, discreta Schaum var. reducta (Sumatra), var. subfasciata (ibid.) S. 370,
Chevrolati u. sp. (Yukatan) S. 371; W. Hörn, a. a. 0.
Variation of color-markings in Coleoptera; G. H. Hörn, Entomol.
News, III, S. 25—28, PI. I (Cicindela betreffend).
Collyris Bugei (Mindanao) S. 354, Batest (Indien) S. 355, thoracica (?) S. 356,
labiomaculata (Borneo) S. 357, angularis (Luzon) S. 358, Erichsoni (Philippinen)
S. 359, spuria (Sumatra) S. 360, speciosula (Palawan), similis (Mindanao) S. 361,
Chaudoiri (ibid.) S. 362, affinis (Luzon) S. 363, Fleutiauxi (Borneo) S. 364, Kraatzi
(Java), Boeschkei (Kalkutta) S.365, flavolabiuta (Cornwallis), Schaumi (ibid.) S. 366 ;
W. Hörn, a. a. 0.
Cosmema intermedia (Kaffrarieu); W. Hörn, a. a. 0., S. 68.
Ctenostoma hirsutum (Brasilien); W. Hörn, a. a. 0., S. 66.
Derocrania Schaumi (Ceylon); W. Hörn, a. a. 0., S. 65, flavicornis (ibid.)
S. 92; derselbe, ebenda.
Dromica i-costata (Natal); \V. Hörn, a. a. 0., S. 67.
Euprosopus 4 notatus Dej. vai'. binotatus (Brasilien) ; \V. H o r n , a. a. 0., S. 69.
Euryoda similis (Guiueaj S. 70, madagascaricnsis (Nossibe) S. 71; W. Hörn,
a. a. O.
Megacephala angulicollis (Viktoria Nyanza); H. J. Kolbe, Stett. Ent.
Zeitg., 1892, S. 145, Kriipcri '.Westafrika); W. Hörn, a. a. O., S. 91.
Megalomma Schaumi (Madagaskar), fulgens (He de Bourbon) S. 73, affine
(Madag.) S. 74; W. Hörn, a. a. 0.
Myrmecoptera Schaumi (Madinula; Witu, Ostafrika); W. Hörn, a. a. 0.,
S. 220.
Odontochila Batesi Chd. var. semicincta S. 79, chrysopyga u. sp. (Westafrika?)
S. 70, Hennebergorum (Njam-Njam) S. 221; W. Hörn, a. a. 0.
Omus Hornianus (Kalifornien?); W. Hörn, a. a. 0., S. 91.
348 i'h. Bertkau; Bericht über die wissenschaftlichen Leistungen etc.
Ophryodera Bichteri (Westafrika); W. Hörn, a. a. O., S. 72.
Oxychila Batesi (Sao Paolo), similis (Rio Grande do Sul) S. 89; W. Hörn,
a. a. 0.; (die erstere Art wird später = Cophognathus opacipennis Waterh. ^
erkannt; die Gattung Cophognatus Waterh. kann höchstens als Untergattung
von Oxychila beibehalten werden; derselbe, ebenda, S. 143).
Pogonostoma bisinnosum (Madagaskar), bidentatum (ibid.); AV. Hörn, a. a. O.,
S. 65, pusillum var. flavomaculatum (Madagaskar); derselbe, ebenda, S. 372.
Styphloderma Schautni (Sudan); W. Hörn, a. a. 0., S. 369.
Tetracha njam-njamensis (Njam-Njani), thoracica (Amazonenstr.); W. Horu,
a. a. 0., S. 90, Horni (Cumbese, Peru); Rüge, ebenda, S. 130, (lucifera Er.
var.?) Brichsoni (?); W. Hörn, S. 369.
Therates Schäumt (Borneo); W. Hörn, a. a. 0., S. 69.
Thopeutica therato'ides Schm. var. albapicalis (Tombegu; Sumatra), exiniia
var. fulvescens (Tombegu) S. 74, Schautni n. sp. (Minabassa), S. 75; W. Horu,
a. a. 0.
Tricondyla frontalis (Philippinen); W. Hörn. a. a. 0., S. 66, cyanea Dej.
var. paradoxa (Borneo); derselbe, ebenda, S. 371.
Bericht
über
die Leistungen in der Carcinologie
wälu'end des Jalires 1890.
Von
Dr. F. Hilg-endorf,
unter Mitwirkung
von W. Müller, H. Stadelmaun, J. Vosseier, W. Weltuer.*)
I. Verzeichniss der Publikationen.
Ambronn, H. (1). Ueber den Glanz der Sapphirinen. Mitth.
zool. Stat. Neapel. Bd. 9, Heft 3., p. 479—82. — Die Schillerfarben
der Sapph. sind nicht Spectralfarben eines Gitters, werden vielmehr
offenbar dadurch erzeugt, dass zwischen dem äusseren Chitin und
der tiefer liegenden Prismen- (Hypodermis) Schichte eine schwach
lichtbrechende Schichte als ,, dünnes Blättchen sich einlagert, dessen
Farben durch starke Refleetion der Prismenschichte glänzender
wurden. Die Farben können durch Veränderungen in der dünnen
Schichte verschwinden, auch wenn die Prismenschichte erhalten
bleibt. Vo.
— (2) Cellulosereaction bei Arthropoden u. Mollusken. Ebd.
pg. 475 — 8. — Die innere Schichte des Hautpanzers besteht bei
vielen Arthrop. u. auch bei Sapph. fulgens aus Cellulose (oder einem
nahe verwandten Stoff), die äussere aus Chitin. Vo.
Andrews, E. A. Autotomy in the Crab. Amer. Natur. Vol. 24,
p. 138 — 142, tab. VI. — Der Verfasser schildert eine Einrichtung
an den Beinen der Decapoden, wodurch die Bruchfläche beim selbst-
ständigen Abwerfen der Beine zum grössten Theil geschlossen wird.
Dies geschieht durch eine Membran, welche an dieser Stelle die
*) Mü.: Ostracoden, Vo.: Copepoden, We.: Cii'ripedien , 8t.: Anat. u.
Entwickl. der Decap., Isop. u. Amphip., Hf.: Syst. der höli. Crust., die Phyllop.
u, Xiphosuren,
350 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
Gliedmaassen durchzieht und nur eine kleine Oeffnung zum Durch-
tritt des Nerven und der Gefasse besitzt. St.
[Anonym, Taylor?] (1). Abnormal size and weight of Lobster.
Zoologist XIV, 359 (6 Zeilen). — S.Systematik!
— (2) The Angular Grab at Cullen, Banffshire. Ebd. (1(5 Z.). —
Desgl. bei Gonoplax.
Aubert, A. J. M. et A. Dollfus. Notice sur les Isopodes
terrestres de Marseille et de Salon [40 km NW]. Bull. soc. et.
scient. Paris, 1890. (S. A.) 12 S. 1 Taf. — 33 Sp. (6 n.) in 15 Gatt,
(neu die bhnde G. Stenoniscus) ; biol. Bemerk. Das Territorium
26 km lang, Höhe bis 659 m. ///.
Beddard, F. E. On the minute structure of the eye in some
shallow-water and deep-sea species of the Isopod genus Arcturus.
Proc. Z. Soc. London p. 365, Taf. 31. — Leben die Arten schon seit
längerer Zeit in der Tiefsee, so sind sie blind. Im anderen Falle
zeigen die Augen deutliche Spuren von Degeneration. Im letzteren
Falle sind die Rhabdome klein und die Retinulazellen gross, während
die Tiefseearten grosse Rhabdome und kleine Retinulazellen haben. St.
Barrois, Th. Sur la presence de l'Harpacticus fulvus Fisch,
dans le Boulonnais. Rev. Biol. Lille. 2. Annee pg.288. Zu den von
Canu aufgezählten Cop. fügt B. die gen. Art (im Sommer gefangen). Vo.
van Beneden, P. J. Une coronule de la baie de St. Laurent
(C. reginae). Bull. ac. roy. sc. Belg. (3) XX, p. 49—54, 1 Tfl. — Siehe
Syst. (Cirrip.). We.
Bernhard, H. Hermaphroditismus bei Phyllopoden. Jenaische
Ztschr. f. Naturw. XXV 337 — 8. — Vf. findet bei einer Lepidurus-
Art von Spitzbergen, dass bei den anscheinenden $ die hinter
der Geschlechtsöftnung liegende Fortsetzung der Geschlechtsdrüse
Samenzellen erzeugt, u. dass daher diese Art sicher einen Zwitterkrebs
darstellt; bei den andern Apus-Arten ist wohl gleichfalls die an-
geblich parthenogenetische Fortpflanzung nur scheinbar. IJf.
Blanchard, A. Sur une matiere colorante des Diaptomus
analogue a la Carotine des vegetaux. Compt. rend. Acad. scienc.
Paris T. 110, pg. 292. u. Mom. Soc. Zool. France T. 3, pg. 113.
Der rothe Farbstoff des D. bacillifer Kölb. ist einem Lipoehrom
ähnlich, sehr nahe verwandt mit dem vegetabilischen Carotin oder
sogar identisch. Vo.
Blanchard, R. u. Richard, J. Sur les crustaces des Sebkhas
et des Chotts d'Algerie. Bull. soc. zool. Fr. XV 136 — 8. — In diesen
Salzseen wurden gesammelt: Artemia sal., Branchipus piscif,, Apus
cancrif. u. Estheria may., Daphnia magna, Moina sp., MacrothrLx
hirsutic, Alona sp., Chydorus letourneuxi. Ferner 9 Copep.: 1 Ca-
lanide, 3 Harp., 2 Meeresformen (Laophonte u. Dactylopus) u. die
Salzformen Diapt. salinus u. Mesochroa blanchardi. — Dasselbe auch
C. r. acad. Paris, T. 101, p. 118. ///. Vo.
in der Carcinologie wählend des Jahres 1890. 351
Boas, J.PL V. Lehrbuch der Zoologie für Studirende u. Lehrer.
Jena 1890. 8". 578 S., 378 Xyl. — Crustacea p. 197—238 (39 Xyl.).
Vf. gruppirt: Unterklasse Entomostraca mit 7 Ordn,, Phyllop., Clad.,
Xiph., Trilob., Ostr., Cop., Cirr. u. Untkl. Malacostraca mit 7 Ordn.,
Euphansiacea , Mysidacea, Cum., Isop., Amph., Dec. , Stomat. Die
Gatt. Nebalia, ,,am richtigsten den Blattfüsslern zuzurechnen", wird
in e. Anmerk. zu den Malakostr. besprochen. Die Entwicklung u.
Morphol. sind vorwiegend berücksichtigt. Ein Theil der Xyl. sind
Originale. Vf. bezeichnet den Anhang des 1. Gliedes der Füsse,
also den Epipodit, als „Nebenast'' im Gegensatz zum ,,Aussenast"
(Exopodit) u. zum ,, Stamm" (Innenast -f- 2 Grundglieder, Claus),
Claus braucht Nebenast u. Aussenast als Synonyme. ///'.
Bonnier, J (1). Le dimorphisme des males chez les Crustaces
amphipodes. C.r., T. 111, p. 987 — 9. — Die Form des entwickelteren (^
entspricht dem Hochzeitskleid der Vögel; also kein echter Dimor-
phismus. Vergl. Syst.: Orchestia u. Bathyporeia. ///'.
— (2) Les Amphipodes du Boulonnais II (Microprot. mac), III
(Cressa dubia). Bull, scient. France Belg. XXII p. 173—201, Tf. 8
bis 10 ( = Contr. et. faune mar. Wimereux XI, p. 287—315.). —
Vergl. Syst. (Farn. Phot. u. Stenoth.). Hf.
Bourne, G. C. (1). Eep. of. a trawling cruise in H. M. S.
,, Research" of the S.-W. coast of Ireland. J. Mar. Biol. Ass. of Un.
Kingdom. (2) Vol. I 306 — 323. — Etwas südlicher als Green im
,,Flying Fox"; Crust. p. 314 — 7: 9 Brachyuren, 7 Anom. , 1 Ponto-
philus, 1 Aega, 5 Amphip., 1 Cop. (Artotrogus boeckii) in Tiefen bis
400 Fd. (Vergl. Syst. bei Brachyura, Parapagurus u. Amphipoda).
Einige Notizen von Norman u. Walker. Tlf. Vo.
— (2) Rep. on the surface collections (by Grenfeil) in the North
Sea [530 N. Br.] and W. of Scotland. Ebd. 376—381. — Pagurus-
Larven, Proto ventr., Evadne, Podon u. junge Corystes erwähnt.
Genauer nur die Copep.: 2 Cyclop., 9 Harp., 3 Calan. ; Hersil. sp.
n. (s. System.). ///. Vo.
— (3) Notes on the genus Monstrilla. Quart. Journ. Microsc.
Science (2) Vol. 30. pag. 565. — B. vereinigt Cymbasoma Thomps.
mit Monstrilla Dana, die 6 Arten werden aufgeführt. Die Mon-
strilliden bilden eine Untfam. der Corycaeiden u. sind wohl keine
Parasiten. Nervensystem wird beschrieben. Antennendrüse ist wahr-
scheinlich vorhanden (Vergl. Thompson [2]).
Bouvier, E. L. (Ij. Note sur l'Eupagurus anachoretus. Bull,
soc. philom. Paris, (8) II p. 120 u. C. r. s. ph., p. 17 (12. Apr. 90).
— Vergl, System, bei Paguristes u. Eup.
— (2) Revision des Cenobites du Museum. Ebd. p. 143 u. C.
r., p. 28. (Nachtrag 1891, III p. 21; C. r., p. 5, betriÖ't C. rüg. u.
compr.).
— (3) Sur le cercle circulatoire de la carapace chez les
Crustaces decapodes. Comptes rend., Tome 110 p. 1211. — Das
352 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Blut der Antennenarterien der Dekapoden geht nicht durch die
Kiemen, sondern kehrt direkt zum Perikardium zurück. Der dünn-
häutige Theil des Schildes dient hier wie bei Mysis als Respirations-
organ u. erlaubt manchen Krebsen (Landkrabben) lange ausserhalb
des Wassers zu leben. Vergl. Bouvier (8 u. 11). St.
— (4) Observ. prelim. sur l'organisation de la Dromia vulgaris.
Bull. soc. philom. Paris (8) II p. 28—30. u. C. r. s. phil. 28. Dec. 89,
p. 1. — Durch ihr ziemlich langes Rectal-Coecum, durch Concen-
trirung der Thoracalggi. in eine eif. Masse, in der indess die Ggl-
paare noch unterscheidbar sind, u. durch den asymmetrischen Lauf
der Arteria abdom. sup., sowie durch einen einfachen Ast der Art.
Sternalis zur Versorg, des 4. u. 5. Schreitfusses derselben Seite ist
Dromia den Brachyuren ähnlich. Das unpaare, sehr kurze, hornf.
Caecum pylor., die einfache Art later. post. des Schildes und die
aus 5 Gglnpaaren gebildete (im Thorax lagernde) abdom. Nerven-
kette nähert sie den Macruren. Eine den Magen u. die vordere
Hälfte des Schildes überziehende, rosarothe, baumf. Drüse steht viell.
mit den Urin-Drüsen in Zusammenhang. ///'.
— (5) Obs. complem. sur l'org. de la Dr. vulg. Ebd. p. 44 — 5
bez. 25. Jan. 90. — Das Caecum mündet hinter den 4. Abdgsm.
Die Art. stern. u. A. abdom. sup. entspringen am Herzen getrennt,
wie bei echten Brachyuren. Die baumf. Drüse wird von Divertikeln
der Vesicula der grünen Drüse gebildet. ///'.
— (6) Sur Torganis. de la Gebia deltura. Ebd. II p. 4G, bez.
25, Jan. 90. — Den Pagurus schon ähnlich durch Reduction der
Arteria abdom. inf., welche das 5. Abdsgm. nicht überschreitet, u.
die sehr genäherten Aeste der Art. für die Mundtheile (excl. Mandb.),
obgleich diese Aeste noch nicht so asymmetrisch sind wie bei Pag.;
Ursprung der Art, stern. u. abd. sup. am Herzen gesondert wie bei
Pag. — Gebia weicht aber von Pag. ab durch den normalen Lauf
der Art. abd. sup, u, die Vertheilung der Art hep. Das Caecum
des Rectums massig lang. Die grüne Drüse als schwärzliche Masse
seitlich u. bis zum Magen weit ausgedehnt. JJf.
— (7) Observ. prel. sur l'anatomie des Galathees (G. squamifera).
Ebd. II p. 56, bez. 22. Febr. 90. — Die Circulation sehr ähnHch
wie Porcellana: Die Arteria abdom, sup. mit 2 gleichgrossen Aesten,
die schon dicht am Herzen sich trennen. ///.
— (8) Sur un cercle circulatoire annexe chez les Cr. decap.
Ebd, II p, 135 bez. C. r. phil. p. 27 (14. Juni 90). — Vf. beschreibt
die in der Wandung der Kiemenhöhle (ausser der Kiemen athmung)
stattfindende Hautrespiration, die besonders bei Cardisoma guanh.
ausgebildet ist, ähnHch wie bei der von Semper beschr. Luftathmung
des Birgus. Vergl. Bouvier (3 u. 11). IJf.
— (9) Variations progressives de l'appareil circulatoire arteriel
chez les Crust. Anomures. Ebd. II 179—182, bez. p. 35 (12. JuH 90).
— Behandelt die anat. Beziehungen zw. Macruren u. Anom., hpts.
Circulation u. Athmung. Paguristes mac. steht zwischen Gebia u.
in der Carcinologie während des Jabres 1890. 353
Eupagurus, so besonders bez. der Kiemen, die nicht mehr einfach
blattf. sind wie bei Eiip. ///.
— (10) Sur la respiration et qq. disposition organiqiies des
Paguriens terrestres du g. Cenobite. Ebd. II 194 — 7, bez. p. 38
(26. Juli 90). — Das Blut kehrt, nachdem es nicht nur in den
schwachen Kiemen und in den häutigen Wänden der Athemkammer,
sondern auch in e. 3. Centrum, den Wandungen des Abdomens, oxy-
genirt ist, zum [p. 38, ,,du" wohl Druckf. für „au"] Pericardium
zurück durch Gefässe, die in den 3 Centren entspringen. Im abdom.
Centrum finden sich an der Ventralseite noch 2 aussen vortretende
contractile Blasen, die das Blut zum Pericardium treiben. Auch
einige Bern, über Nerven, Darm u. Nieren. Vf. unters, lebende
Coenobiten, die Luft wird von diesen wohl ebenso oft gasförmig, als
im Wasser gelöst geathmet. Hf.
— (11) Sur la circulation pulmonaire des crabes terrestres du
g. Cardisoma. C. r. soc. biol. (9) II 379 — 381. — Die Unters, (an
C. guanh.) stimmen wesentlich mit denen von Semper über Birgus
überein (vergl. Ber. 1878), widersprechen aber den Angaben Jobert's
(76). Die Fähigkeit auf dem Lande zu leben verdanken die Card,
der mächtigen Entwicklung des vom Vf. (s. oben [3] u. [8]) beschr.
Ürganes. Den postcardialen Sinus Jobert's, in den die ausführenden
Lungencanäle endigen sollen, konnte Vf. ebensowenig finden, wie
die Vielheit der letzteren. St.
— (12) Preparation de l'appareil circulatoire de l'ecrevisse.
Feuille j. natur. XXI (No. 241) p. 15—16. — Zur vollst. Darstellung
des Blutlaufs sind 3 Injektionen nothwendig (am massig narkotisirten
Krebs): 1) Herz u. Arterien (durch Einstich vom Herzen). 2) Venöse
Lacunen u. die zuführ. Gefässe; hierzu das Blut zu entleeren durch
Einstich vom Stemm oder ventr. Abdomen, durch denselben Stich
dann Injektion, die oft unvollkommen. 3) Pericardium u. die zuführ.
Gef. für beiderlei Athmungscentren : vom Peric. aus, wobei sich aber
gleichzeitig die Arterien füllen. Diese Methoden sind nicht nur für
Astacus, sondern für alle Dekapoden anwendbar. Hf.
Bovallius, C. The Oxycephalids. Nova acta reg. soc. sc.
Upsal, ser. 3. Upsala 1890. '4». 141 S., 87 Xyl, 7 Taf. — Liste
u. Besprechung der Litt. p. 2 — 11. Syst. Stellung der Gruppe
p. 12 — 19. Morphol. Bemerk., meist auf das für die Syst. wichtige
Chitinskelett bez., etwas über Nerven u. Hautdrüsen (dabei periodische
zum Festkleben der Eier); ferner Abb. von ausgeschlüpften Xipho-
ceph.; p. 20 — 43 (viele Xyl). Gen. nov. CranocepJudvs, Stebbinr/dla,
Dorycephalus. Diagnosen etc. aller Arten; Zahlr. Abb., auch Copien
der älteren Autt. Vergl. Syst., wo alle Sp. aufgeführt, 5 neu. (Vorl.
Mitth. hierzu 1887.) ///".
Cano, G. Specie nuove o poco conosciute di Crostacei Deca-
podi del Golfo di Napoli. Boll. soc. di naturalisti IV, p. 33 — 39,
Tfl. IV. — S. Syst. bei Lucifer, Hippoly^te, Chorot. (Pandalidae),
Brachycarpus (Palaem.), Arctus, Heterocrypta, Ergasticus.
Aldi f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. H. H. 2. X
354 Dl'- F. Hilgendoi'f: Bericht über die Leistungen
Canu, E, (1) Les copepodes marins du Boiüonnais. IV Les
Calanides pclagiques. Bull. 8e. France et Belg. T. 22, 23 — 25. Er-
gänzt seine erste Liste freileb. Calan. (vergl. Ber. 1888), zählt 11 Arten
auf u. beschreibt Acartia discaudata Giesbr. A. clausii Giesbr. u.
Parapontella brevicornis Lubb., giebt Abbild, von diesen u. v, der
(^Antenne von Centropages typicus. Giesbrechts Angaben über ge-
schlechtl. Umbildung bei ^ freileb. Copepoden werden bestätigt.
Als weiteres Beispiel für stärkere Ausbildung von Muskeln (an den
2ten Antennen) wird Acartia S angeführt. Bei den freileb. Copep.
sind die 3 stärker umgewandelt als ?, umgekehrt ist das bei den
parasitär lebenden. Als Ursache davon bezeichnet C. die nachweis-
bare Hyperpolyandrie bei jenen, Hyperpolygynie bei diesen, ferner
wird die ,, Progenese" in Betracht gezogen. Die <^ der Doropygier
u anderer Parasiten sind geschlechtsreif, ehe sie die definitive Grösse
erreicht haben, ebenso die $ der Calaniden. Vo.
— (2) Sur le dimorphisme sexuel des copepodes ascidicoles.
C. r. Acad. Sc. Paris, T, 111 p. 757. — Das ? von Enterocola fulgens
(von Bened.) zeigt während seiner Entwicklung eine dem zweiten
Cyclopsstadium ähnliche Form (Metanaupliusstadium fehlt) u. sucht
zu dieser Zeit einen Wirth. Nach der nächsten Häutung verliert
dasselbe alle Merkmale eines freilebenden Copep. Antennen verein-
fachen sich, Sinnesborsten verschwinden, Beine verkümmern. Das
S aber macht eine normale Cyclopsentw. durch u. gleicht schliesslich
den halbparasit. Notodelphyiden. Die Enteropsiden zeigen ähnliche
Verhältnisse. Halygryps teres u. H. aculeatus aus Molgula ampulloides
sind das erwachsene u. ganz junge J von Enteropsis sphinx. Vo.
— (3) Sur le developpement des Copepodes ascidicoles. Ebd.
p. 919. Die Entwicklung der Notodelphyiden ist nicht abgekürzt,
wie die der Enterocoliden. Auf das Naupliusstadium mit 3 Glied-
massenpaaren, das während mehrerer Häutungen bestehen bleibt,
folgt Metanauplius. Aus dem Entoderm entsteht der Darmtractus.
Im 1. Cyclopoidstad. besitzt der Körper 6 Segmente u. die Furka,
die Ant. I noch einen Nebenast, der im 2. Cyclopstad. fehlt. Hierauf
parasitiren die Thiere in einfachen Ascidien. Vo.
Car, Laz, Ein neues Copepodengenus (Sapphir) aus Triest.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 56, p. 263—71, Taf.14 (vergl. Dahl). Vo.
Chevreux, Ed. (1) Microprotopus maculatus et Micr. longi-
manus. Bull. soc. zool. Fr. XV 148 — 53, 7 Xyl. — Vergl. Amphi-
poda, bei Farn. Photidae u. bei Grimaldia (Fam. Leucothoidae). ///.
— (2) Descr. de FOrchomene grimaldii, Amph. nouv. des eaux
profondes de la Mediterranee. Ebd. 164 — 6. Vergl. Syst., Fam.
Lysianass. Ilf.
Chilton, Ch. (1) Distrib. and varieties of freshwater crayfish
of New Zealand. Tr. Proc. New Zeal. inst. XXI 237—252, Tf. X.
— Vergl. Astacidae. Hf.
— (2) Note on the Parasite (Temnocephala) found on the fresh-
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 355
water crayfish of N. Zeal. Ebd. 252 — 3. Eher ein Commensale ;
T. novae-zeal. auf beiden Paranephrops-Arten, ///.
Claus C. lieber die Organisation der Cypriden. Anzeiger
Kaiserl. Akad. Wissensch. Wien 1890, No. VIII. p. 55-60. — Be-
schrieben wird das Nervensystem, das dreith eilige Stirnauge, das
Endoskelet, der Yerdauungsapparat, die Absonderungsorgane und
der Geschlechtsapparat. — Das Nervensystem besteht aus dem
Gehirn u. dem aus fünf Ganglienpaaren gebildeten Bauchstrang.
Jeder der Pigmentbecher des Auges enthält 16 — 20 Zellen, die von
aussen innervirt werden, tiefer eine breite Lage von Zellen. Als
Endoskelet wird eine breite Chitinplatte beschrieben, die sich unter-
halb des Schlundes findet. Von Drüsen finden sich die Antennen-
drüse, welche in den Schalenraum gerückt ist, die Kieferdrüse,
deren Ausführungsgang in den Schaft der zweiten Maxille herabzieht,
zwei Drüsen in der Oberlippe, drüsenartige Zellen in den Basal-
gliedern der Extremitäten und in der Schale. Der Oviduct verläuft an
beiden Seiten des Darmes, sondert mittelst seines Drüsenepithels die
Schale ab. — Abstr. in Journ, R. Microscop. Soc. London 1890; 5
p. 602. Mü.
Costes, M. Note prel. sur les coecums, giandes intestinales
et nouv. glande des crust. Decapodes. C. r. soc. biol. Paris, (9) II,
p. 557 — 560. — Bau und Lage der Darmanhänge u. Intestinaldrüsen
von verschiedenen Dekap. beschr. Die neue Drüse im Vorderkörper,
ausschliesslich bei Brachyuren. St.
Cornish, Th. Rare crabs in Cornwall. Zoologist XIV, p. 145
(18 Zeilen). — Inachus dorh. u. dors., Eurynome, Stenorh. tenuir.,
Ebalia bryeri erwähnt. Hf.
Courtin, M. Gas de parasit. chez les Crust. F. jeunes natur.
XX p. 11. — Ein Mytilus hat in der linken Orbita das Auge ver-
drängt; Platyc. pagurus [wie gross?] mit e. ^^erjähr. Auster auf dem
Schild. ///:
Daday, E. v. (1) Branchipus paludosus 0. Fr. Müller in der
Ungarischen Fauna. — Termeszetrajzi Füzetek, XIII, Theil 1, p. 34 — 39,
3 Xyl. — Vergl. Phyllopoda. ///.
— (2) Conspectus Diaptomorum faunae hungaricae. Ebd. 633. Vo.
Dahl, Fr. Berichtigung. Zool. Anz. Jahrg. XIII, pg. 633. —
Sapphir Car (s. oben) identisch mit Goniopsyllus. Vo.
Demoor, J. Rech. exp. sur la locomotion des arthropodes.
C. r. T. 111, p. 839—40. — Vergl. Bertkau's Bericht Entomol. 90,
p. 20. Hf.
Dollfus, A. (1) Isopodes terrestres du ,,Challenger" Bull. Soc.
d'et. scient. Paris, (1889) XII. (S. A.) 8 S., 2 Tfl., 8«. — 12 Spec.
(4 n.), nov. g. Microniscus; Bermudas, Cap -Verde -I., Juan Fern.,
Fidschi, Philipp., Hawai, Chile. ///'.
— (2) Note au sujet des Isop. terr. du Chall. Ebd. Juni 1890.
— Micron, als praeocc. umgetauft (9 Zeilen). Hf.
X*
356 ür. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Dollfus, A.(8)Tableaiix synoptiqiies de la faime frangaise; Crust.
Isopodes. Feiiille des jeunes naturalistes XX p. 153 — 6, 180 — 2,
189 — 92, XXI 8 — 12; zahlreiche Xyl. — Diese Theile umfassen die
ganze für die Syst. nöthige Terminologie, wobei einige dem Vf. eigen-
thümliche Bezeichnungen (Metepistome = Clypeus autt.). Die Figg.
meist von Onisciden, vielfach original. Da Vf. selbst ein frucht-
barer Autor für Isopoden, ist diese „Introduction" sehr willkommen, flf.
— (4), vergl. bei Aubert.
Ehrenbaum, E. Zur Naturgeschichte von Crangon vulgaris.
Studien über Bau, Entwicklung, Lebensweise u. Fang des Nordsee-
Granat. Sonderbeilage zu den Mittheilungen der Sektion für Küsten-
und Hochseefischerei. Berlin 1890. 8*^. — Zuerst schildert Verf.
die systematische Stellung von Cr. vulg. u. hierauf den Bau des
Thieres, ohne im wesentlichen neues zu bieten. In dem der Ent-
wicklungsgeschichte gewidmeten Kapitel finden sich viele neue Einzel-
heiten, besonders was die Larvenstadien anbelangt. Eine bestimmte
Orientirung des Eies, resp. des sich entwickelnden Embryos ist in
Abrede zu stellen. Im NaupHusstadium tritt auch bei Crangon ein
deutlicher Ruhepunkt ein. Bei Crangon scheinen am Naupliusauge
lichtbrechende Körper u. die Zweitheilung an der Spitze des Organs
zu fehlen. Bei der Zoea tritt ein deutliches Rudiment des Rücken-
stachels auf, u. zw. liegt es in Gestalt einer rundlichen Schalen-
verdickung in der Gegend des Herzens. Der Nährdotter ist beim
ausschlüpfenden Thier ganz verschwunden. Das zweite Larvenstadium
wird gekennzeichnet durch das neue Borstenpaar, welches am hinteren
Telsonrande in der Mitte auftritt u. durch die im Innern des Schwanz-
blattes sich ausbildenden Anhänge des 6. Abdsgm. Die Trennung
zwischen dem 6. u. 7. Abdsgm. ist noch immer unvollkommen. Das
3. Larvenstadium charakterisirt sich dadurch, dass das 6. Abdominal-
fusspaar als zweiästiger Anhang frei geworden ist, dass es jedoch
die Länge des Telsons noch nicht erreicht hat, dass der Innenast
noch beinahe um Vg kürzer ist als der Aussenast u. der Borsten bis
auf 2 oder 3 sehr kleine noch entbehrt. Gerade über dem After
ist an dem nunmehr sehr deutlichen Hinterrande des 6. Abdsgm.
ein kräftiger Analstachel aufgetreten. Ausserdem ist der Aussenast
des ersten Gehfusspaares völlig ausgebildet u. fungirt als Schwimmast.
Im 4. Larvenstadium sind beide Aeste des 6. Abdominalanhanges
ungefähr gleich lang u. kaum kürzer als das Telson, ihre inneren u.
hinteren Ränder sind reichlich mit Borsten besetzt. Die übrigen
5 Abdominalfusspaare sind erheblich verlängert u. zeigen die Anlage
ihrer Innenäste als minimale Knospen. An der Wurzel der Gehfüsse
sind jederseits 4 kleine Knospen aufgetreten, welche die früheste
Anlage der Kiemen darstellen. Die länglichen Schläuche, aus denen
die späteren Gehfüsse hervorgehen, beginnen sich zu gliedern. Das
5. Larvenstadium charakterisirt sich dadurch, das hinter den ersten
4 Kiemenknospen die 5. aufgetreten ist, welche an Grösse noch
zurücksteht. Alle Gehfusspaare sind voll entwickelt, annähernd
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 357
gleich lang u. wohl gegliedert. Auch die Abdominalfusspaare haben
sich noch erheblich verlängert u. die vordersten zeigen an ihren
Spitzen unter einer dünnen Hülle die noch fast völlig invaginirten
Borsten. Auffallend ist, dass die Gesammtlänge der Jugendform,
in der diese vielen charakteristischen Kennzeichen des ausgebildeten
Thieres auftreten, die des letzten Larvenstadiums nicht erreicht.
Von Larveneigenthümlichkeiten sind in diesem Stadium noch vorhanden
die Athembewegung des Afters u. das Naupliusauge , das nahe der
Unterseite am Grunde der Augenstiele an der inneren Antenne
sichtbar bleibt.
Das Laichgeschäft dauert bis in den Juli, dabei scheint der
Granat zum Laichen das gleichmässig temperirte Wasser zu bevor-
zugen, welches wahrscheinlich den jüngeren Larven zuträglich ist.
Der Granat hat zwei Perioden der Eiablage, die erste fällt in die
Zeit von Mitte April bis Anfang Juni, eine zweite in den Oktober
und November. In der Larvenzeit erfolgen die Häutungen in
ungefähr 8-tägigen Zwischenräumen. In der warmen Jahreszeit
verlassen die Granaten ihre Heimath, das starksalzige Wasser, u.
kommen in die Brackwasser, um dort Nahrung zu suchen. Nur
während der Larvenzeit führt der Granat ein rein pelagisches Leben.
Die Nahrung ist neben Algen hauptsächlich eine animalische, u. zw.
sind dies in erster Linie Amphipoden u. Schizopoden. Bei den
W' anderungen in die Wattenmeere gehen die grösseren Thiere voran,
die Ideineren folgen. St.
Faxon, W. Notes on North American Crayfishes, Fam. Asta-
cidae. Proc. U. S. Nation. Mus. XII (Nr. 785) p. 619—34. — 2 n. sp.,
vergl. Systematik. ///".
Forbes, S. A. Preliminary report upon the invertebrate
animals inhabiting lakes Geneva and Mendota, Wisconsin, with
account of the Fish-epidemie in lake Mendota in 1884. Bull. U. S.
Fish. Comm. Vol. 8 p.473. — Fand Epischura lacustris, Diapt. siciHs,
imperfectus, gracilis, Limnocalanus macrurus, Cycl. spec. u. pectini-
cornis. Im Lake Mendota: Cyclops, Diaptomus, Epischura (un-
bestimmt) Vo.
Fowler siehe Weldon.
Fritze, A. Zur Fauna von Central -Japan. Zool.-Anz. XIII
p. 14. „IL Eine jap. Leptodora". — 9 Zeilen. Ob Leptodora
hyalina? Hf.
Gadeau de Kerville, H. L'existence du Palaemonetes varians
dans le dop. Seine-inf. — Bull. soc. zool. Fr. XV p. 21 — Rechts
an der Seinemündung in einem Graben mit 3,18 Procent Salz-
gehalt. Hf.
Garst an g, W. Foreign substances attached to crabs. Nature
Vol. 41. — Anknüpfend an Pascoe's Bemerkung (s. Ber. 89; auch
abgedruckt in Zoologist XIV p. 30) äussern sich Weiss (p. 272):
Dromia bedeckt sich absichtlich mit Schwämmen. Dann Walker;
358 Dr. F. Hilgeiulorf ; Benclit über die Leistmigen
Dorippe trägt, um sich unsichtbar zu machen, Muscheln oder Blätter
über sich, auch wohl gegen Sonnenwärme; Atylus bedeckt sich mit
e. Blattstück (p. 296). Wilson-Barker: Dromia wählt im Nothfall
zur Bedeckung Steine , Muscheln oder selbst todte Fische (p. 297).
R. V. Lenden leid: Ein austral. Dromia-Expl. mit 7 Schwamm- Arten,
andere mit Ascidienmassen, 10 — 30 mal so gross als die Dromia
(p.317). Herdmann: v.L.'s Asc. ist Atopogaster; Hyas oft ganz bedeckt
und unsichtbar. Garstang: Weist auf Bateson hin (Ber. 89). Die
(grösseren) Pagurus wollen sich durch die Schalen nicht verbergen,
sondern schützen. P. couanensis trägt einen Schwamm, dessen
Geruch die Fische vertreibt; so werden auch die Schwämme u. As-
cidien der Dromia „warning" [Trutz-] u. nicht „protecting" [Schutz-]
Mittel sein (p. 417 — 8, V2 Seite); beide Waffen können auch vereint
vorkommen (490, V2 S-)5 Actinien schützen sicher gegen Octopus
(538, V2 S.)- Holt: Actinien u. Ascidien werden von Fischen z. Th.
gern gegessen (463, 515, 586). ///'.
Gerstäcker, A. Arthropoda, Liefr. 28 (in Bronn, Klass. u.
Ordn., V, 2. Abth.). — Enthält (p. 753—800) eine histor. Einleit.
zu der 5. Unterordn. Decapoda [s. s.], sowie den Anfang der Litteratur-
liste (ohne Tfl.). Hf.
Giard, A. (1) Le laboratoire de Wimereux en 1889 (Rech,
fauniques). Bull. sei. France Belg. XXII, 257—84. — Crust. S. 280—2.
Neu für die Küste: Je 1 Sp. Ebalia, Portunus; Unciola, Erichthon.,
Microprot., Cressa, Laphyst., Orchestia, Apseudes; Pleurocrypta,
Pinnoterion; Cytheridea., Hf. — Caligus truttae auf Salmo
trutta. Caligidium Claus ist verwandt mit der Gattung Cancerilla
Dalyell. Vo.
Giard, A. et J. Bonnier. (1) Prodome d'une monogr. des Epi-
carides du Golfe de Naples. Bull, scient. Fr. Belg. XXII, p. 367 — 391,
5 Xyl. — 39 Spec. in 15 Gatt, im Mittelmeer, 5 sp. n. von Bop. u.
2 von Athelges. S. System. (Isopoda). ///'.
— et — (2). Espece nouv. de Callianassa du G. de Naples (G.
truncata). Ebd., p. 362—6, 4 Xyl. ///.
Groom, Theo. T. u. J. Loeb. Der Heliotropismus der
Nauphen von Baianus perforatus u. die period. Tiefenwanderungen
pelag. Thiere. Biol. Centrbl. X. 160—177, 219-220. — Die Ver-
suche, welche die Verf. über den Einfluss des Lichtes auf die Bo-
wegung eines pelagischen Thieres angestellt haben, ergaben für die
Nauplien von Baianus perforatus: 1. der durch das Licht auf die Bew.
der Nauplien ausgeübte Reiz ist derart, dass die Nauplien tägliche
periodische Wanderungen von der Oberfläche in die Tiefe und wieder
zurück machen müssen; 2. die Ansicht von Fuchs und anderen über
die Abhängigkeit der Bewegungen dieser Thiere vom Lichte („hcht-
scheu", ,, Thiere der Dunkelheit") ist irrig. Vielmehr beruht die
ganze Erscheinung der Wanderung pelagischer Thiere auf einem
Wechsel im HeHotropismus (d. i. Richtung der Thiere durch den
in fler Carciiiologie währenrt des Jahres 1890. 359
Lichtstrahl). Verf. konnten auch an den Larven von Chthamalus
stell, u. Lepas pect, ein ähnliches Abhängigkeitsverhältnis vom Lichte
wie bei Baianus perf. konstatiren. We.
Gourret, P. Nouv. contr. faune pelag. du Golfe de Marseille.
Arch. de Biol. (van Ben.) X 311—326, Taf. X. — Crust. p. 324—5;
ausser den 1884 in den Ann. Mus. Mars. u. im Arch. Biol. IX 1889
erw. fand Vf. : Siriella interm. Leptomysis mar. ; Thalestris rob., Oicona
[Oithona ?] sp.; Cypridina medit. ; 2 Podon, Axius-Larve (Abb.). Nur
kurze Bern. üb. Häufigkeit u. Fundort. Hf.
Guerne, J. de et Richard, J. (1) Diagnose d'un Diaptomus
nouveau du Congo (D. Loveni.) Bull. Soc. Zool. France, T. 15, p. 117.
— Als dritten D. in Afrika — ■ den ersten südl. des Aequators —
beschreiben die Aut. D. Loveni. Vo.
(2) Description du Diaptomus Alluaudi n. sp. recueilli
par M. Alluaud dans un reservoir d'eau douce ä Lanzarote (Canaries)
Ebd. T. 15, p. 198 — 200. Dieser neue Diaptomus erinnert an das
Genus Broteas Lov. Der Eiersack der $ ist nierenförmig, enthält
viele Eier. Vo.
— — (3) La distribution geographique des calanides d'eau
douce. Assoc. Franc. Avanc. Scienc. Congres de Paris 1889, 5 p. —
Die Verbreitung der 10 nicht im Meere lebenden Genera mit 77
(sicheren u. zweifelhaften) Species ist kartographisch u. tabellarisch
veranschaulicht. Es werden euryhaline, eurytherme, Relicten-Formen,
ferner die für die Verbreitung wichtige Eigenschaft der Eier von
Diaptomiden, jahrelang gänzliche Austrocknung zu überdauern,
kurz angeführt. Vo.
Hacker, V. lieber die Reifungsvorgänge bei Cyclops. Zool.
Anz. Xni, pg. 551 — 8. — Die im Keimlager liegenden Kerne theilen
sich wahrscheinlich direkt (8 Schleifen); sie umgeben sich mit Plasma,
Kernmembran tritt auf, Schleifen werden weniger scharf, Nucleolus
nimmt an Grösse zu. Neben diesen treten 1 — 2 ,,Micronucleolen"
auf. Nucleolus nimmt die Form eines dichten Fadenknäuels an.
Mit Beginn der Bildung der Richtungskörper ersetzt den Nucleolus
ein mit Vacuolen versehener „Macronucleus"; gleichzeitig wird
im Kern ein peripheres Chromatingerüst bemerkbar, das sich später
in isolirte Knäuel (8 Chromatininseln) sondert. Hieraus entstehen
8 Doppelfäden in äquatorialer Anordnung (Aequatorialplatte der
ersten Richtungsspindel). Letztere entsteht, indem je 4 Schleifen
sich auf die Pole vertheilen, während Kernmembran schwindet,
Macronucleus kleiner wird, die Micronucl. sich aber erhalten.
Hierauf treten im Kern 8 einfache Chromosomen auf, neben dem-
selben im Dotter ist eine Plasmainsel (erster Richtungskörper) zu
sehen. Darauf entsteht die zweite Richtungsspindel, wobei je
4 Chromosomen nach den Polen wandern. Es ist wahrscheinlich,
dass bei der Bildung eines Richtungskörpers eine Reduction der
Kernschleifen stattfindet (entgegen Boveri u. Lameere). Vo.
360 Dl"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Hansen, H. J. Cirolanidae et familiae nonnullae propinquae
Musei Hauniensis. Beitr. z. Kenntnis einiger Farn, der isopoden
Krebse. Vidensk. Selsk. Skr. (6) nat.-math. Afd. V Nr. 3. S. 237
bis 426, 10 Tfl. Mit franz. Res. — I. Einleitung (bis S. 245):
Vf. unters» 34 Sp. wovon 24 neu ; Methode der Untersuchung und
Zeichnung (in trefflichem Kupferstich reprod.) IL Histor. Uebs.
u. Littverz. (246 — 262), wo eine Betrachtung üb. Bathynomus gig.
(252); eine Kritik betreffend Schiödte's Schrift ,, Saugmund der
Krebse", von der Vf. in syst. u. morph. Bez. abweicht; Vf. hat an
den Mxp. der CiroL cähnliche Hautplatten für die Circulation in der
Bruttasche beobachtet wie Giard u. Bonnier bei Cepon (p. 255).
III. Systematik u. Charaktere. Char. , die dem Familien-
Complex der Cirolaniden + Cymothoiden (wozu auch die Coralla-
nidae, Alciron., Barybr. u. Aegidae) gemeinsam sind, wobei aber für
Cymothoidae das durch Parasitismus noch unbeeinflusste Stadium
pulli 11 zu Grunde zu legen ist (S. 263). Primäre u. sekund. Sexual-
char., S. 268; Species- u. Genus-Char. (270); vergl. hierzu Syst.
IV. Mundbau. Wird für alle 6 Familien eingehend behandelt
(p. 275 — 317); Vf.'s frühere morph. Auffassung der ,,Lacinia mobilis"
(zw. der Schneide u. dem Molarfortsatz der Aland, gelegen) u. des
3. Glieds der Max. II wird verändert (S. 276 u. 277, Anm); eine
syst. Uebers. nach den Mundteilen p. 310- — 7 (vergl. Syst.). V. Syst.
der Farn., Gatt. u. Arten (318 — 407); für Aegidae u. Cymoth.
verweist. Vf. bez. der Gatt. u. Sp. auf Seh. u. Mein.); die neuen
Fam. Gen. u. Sp. siehe bei Syst. — Der Geschlechtswechsel der
Individuen scheint auf die Cymothoidae beschränkt zu sein (267 Anm.).
— [Die beschr. Species von Westindien (13), Brasilien, Samoa,
Sunda-L, Nicobaren, England, Mittelmeer, Californien]. Hf.
Hargill, C.W. Some habits of the Cray Fish. Amer. monthly
microsc. journ. XI p. 111 — 4. — Betrifft Cambarus. Hf.
Hartwig, W. Züchtung von Apus productus. Naturw. Woch-
schr. (Potonie) V p. 55. — Eier im Frühjahr 1889 abgelegt ent-
wickelten sich 1890 nach Trockenlegung u. Frieren der Erde wie
bei dem von anderen gezüchteten A. cancrif. ; Nauplius beobachtet
(24 Zeilen). ///.
Haswell, W. A. On Sacculina infesting Australian Crabs. Pr.
Linn. Soc. N. S. Wales (2) III 1711—2. We.
Heilprin, A. The Bermudas Islands, a contr. to physical
bist, and zoology of the Somers Archipelago. Philad. 1889. 8"^. —
Die Crust. fast alle von tropischem oder subtr. Charakter (Florida,
Westindien. Brasilien), nur Scyllarus sculptus eigenthümUch: 3 paci-
fische Macruren (wie auch Mollusken) sehr auffallend (p. 90). 26 Sp.
Dekap. u. 1 Stomat. in der Liste p. 146 — 152, etwa die Hälfte neu
f. Bermudas (vergl. Syst., wo alle Sp. notirt). Schutzfärbung bei
Goniopsis; einige krit. Bemerk. Die Amphip. u. Isop. noch nicht
bearbeitet. (Vergl. Bericht 1888). Hf.
iu der Carcinologie wälirend des Jahres 1890. 361
Henscber, J. Zur Naturgeschichte der Alpenseen. Ber- St.
Gallischen natw. Ges. 88/89, p. 371 — 91. — Einige niedere Crust.
p. 390. ///.
Hensen, J. Reinke u. K. Brandt. Die Exped. [15. — 25. Sept.
87] der Sekt. f. Küsten- u. Hochseefischerei in der östl. Ostsee.
Unters, des Planktons sowie der Thiere u. Pflanzen des Meeresbodens.
Mit 1 Tfl. Plankton d. östl. Ostsee (Hensen), Algen (Reinke), die
mit der Ciirre od. Drege ges. Thiere (Brandt). 6. Ber. Komm. wiss.
Unters, deutsch. Meere für 87/89 (Jg. 17—19), Heft 2, p. 103—147.
(Vergi. Hensen 1887). Im Plankton werden von grösseren Crust.
erw. Mysis, Orchestia, Cuma!; wesenthch sind Copepoden u. Daph-
niden (diese in der Ostsee an Zahl den Cop. höchstens gleich, im
Süssw. des Stettiner Haffs aber um V4 grösser). Die Dredge ergab:
Crangon vulg., 4 Mysis, Cuma, 2 Idotea, Jaera, 6 Amphip., Baianus.
Hf. — In der westl. Ostsee u. im Süsswasser sind die Copep. zahl-
reicher als in der östl.; an der salzärmeren Oberfläche sind sie
ebenfalls seltener als in der Tiefe. Das numerische Verhältnis der
Eier und Larven zu den fertigen drückt eine Abnahme der Frucht-
barkeit in schwach salzhaltigem Wasser aus. Calanus finm. nimmt
wie die meisten anderen Copep. von Westen nach Osten an' Häufig-
ab u. verschwindet endlich. Dias longiremis u. Clausia elongata
scheinen dagegen in dieser Richtung zuzunehmen. Der salzreiche
Unterstrom führt neues Material in die Lücken, die unter den in
dem ausgesüssten Oberflächenwasser lebenden Cop. entstehen. Die
Zahl der S ist von der der $ wenig verschieden. Vo.
Herdmann, W. A. , Nature Vol. 41, p. 344 (V4 Seite), s.
Garstang. Hf.
Herrick, F. H., The development of the American lobster:
Homarus americanus. Johns Hopkins Univ. Circ. Vol. 9 p. 67. —
Verfasser vergleicht in kurzen Zügen die Entwicklung von H. amer.
mit derjenigen von Alpheus. St.
Herrmann, G., Notes sur la structure et le developpement
des spermatozoides chez les Decapodes. Bull, scient. France Belg.
Tome 22 p. 1 — 59, 4 Tfl. — Es wird eingehend besprochen die
Spermatogenese verschiedener Dekapoden. Besonders hervorgehoben
wird die Anordnung der Spermatoblasten und Samenzellen zu be-
sonderen Gruppen. Aufmerksam gemacht wird auf die Bedeutung der
Form der Spermatozoiden für die Systematik St.
Herzenstein, S. Zufäll. Verschleppung eines Landeinsiedler-
krebses nach St. Petersburg. Zool. Garten, Jg. XXXI, S. 342 — 3.
— Coenobita diog. kommt nach 80 Tagen mit Sandelholz von Haiti
in P. an u. lebt noch 9 Wochen; läuft Nachts umher, gräbt sich
eine Höhle, bleibt Vi Stun de unter (Süss-)Wasser. Hf.
Hilgendorf, neue S ^omatopoden-Gattung Pterygosquilla. Szb.
Ges. natf. Fr. Berlin, 90, P. 172—7, 187, IXyl. — Von West-Mexico.
Am Schluss Bem. über die Bewegungen der Füsse bei Squilla. Hf.
362 ür. F. Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
Holt, E. W. L., Nature XLI 463 (V4 Seite), 515 (12 Zeilen),
586 (Ve S.); s. Garstang. ///".
Imliof, Em. (1). Notiz bez. der Berichtigung von Poppe in
No. 300. — Zool. Anz. XIII, (No. 330) S. 140—3. — Betrifft Bosmina
(s. Cladocera). Hf.
— (2) Poppe's Bern, zu meiner Notiz etc., Ebd. 580. — Betr.
Bosm. (s. Syst.) u. Allgemeines üb. Cyclops u. Diaptomus. Hf. Vo.
— (3) Notizen üb. die pelagische Thierwelt der Seen in Kärnthen
u. in der Krain. — Ebd. 261, 347, 372. — 22 Seen untersucht; die
pel. Fauua wesentlich wie in den tiefergelegenen Schweizerseen oder
wie in Oberitalien, Oberbayern, Salzkammergut, Norddeutschland.
Etwa 25 Sp. Cladoc. (9 nur der Gattung nach) aufgeführt. Von
Copep. 21 mal unbest. Cyclops, 10 mal je 1 Sp. Diapt., einmal D.
castor erhalten. (Vergl. Syst., Cladocera.) Hf. Vo.
— (4) Notiz über pel. Thiere aus e. Teiche in Galizien. Ebd.
284 — 5. Von Crust. 5 Zeilen: ,,Daphnia sp., Bosmina sp. , Moina
micrura (bemerkenswerth), — Cyclops sp., Diaptomus sp." Hf. Vo.
— (5) Quelques representants de la faune pelagique des bassins
d'eau douce. C. R. Trav. 63. Sess. Helv. Scienc. Nat. 1890, Vo.
— (6) Notizen über die Süsswasser-Calaniden. — Zool. Anz.
XIII p. 629 u. 654. (Siehe Systematik.) Vo.
— (7) Das Cladocerengenus Bosmina. Ebd. 359 — 61. — Siehe
Systematik. Hf.
Intosh s. M'Intosh.
Joubin, L. Rech, faune Turbell. France. C. r. assoc. fr. av.
sc. sess. 18, partie II p. 577. 1889. — Vermisst stets in den Kiemen
der Galathea strig. die Nermertine (Carinella galatheae), welche Dieck
dort fand. Hf.
Jurinac, A. E. Ein Beitr. z. K. der kroat. Fauna der Gegend
u. Höhlen von Ogulin-Slunjo. Abh. der südslavischen Akademie der
d. Wiss., Buch 83, math. nat. Section, VIII 1; Agram 1887, p. 96
bis 100 Taf. 1—3. (Slavisch; vergl. Ber. 1889). ///'.
de Kerherve, L. B. Generalites et remarques sur les Moina.
Bull. soc. zool. France XV p. 183—9, 1 Xyl. (Stammbaum). — Vergl.
Syst. (Cladocera).
Kingsley, J, S. The ontogeny of Limulus. Zool. Anz. XIII
p. 536—540. — Die künstlich befruchteten Eier wurden bis zum
Ausschlüpfen beobachtet. Mehrfache Abweichungen von Osborn
1885. Die Verwandschaft mit den Arachniden erscheint nach Vf.
deutlich und die mit Crustaceen schwächer. Die dem subcentralen
Furchungskern entsprungenen Theilkerne wandern besonders schnell
zu der Stelle der Eioberfläche, wo der Embryo erscheinen soll; dann
erfolgt die Segmentation (40 St. nach der Befr.), die zunächst einen
meroblastischen Character trägt [,,mesobl." Druckfehler'?]; schliesslich
zerfällt das ganze Ei in Dotterzellen. Aus kleineren, dotterarmen
in der Carciuologie walirend des Jahres 1890. 363
Zellen bildet sich an einem Pol ein Blastoderm , als hellerer Fleck
erkennbar u. dem Primitivcumulus der Arachniden sehr ähnlich.
8 — 11 Tage n. d. Befr. mitten im Prcum. eine kreisf. Grube, der
Blastoporus, die nun dreieckig u. dann länghch wird. Eine zweite
Blastodermverdickung erscheint als sich vergrösserude Wolke hinter
dem Prcum. ; die Furche des Blastop. (Primitivrinne) dringt in diese
Wolke ein. Von der Prrinne wandern Mesodermz. zwischen Blastod.
(Ektoderm) u. Entod. (Dotter); die Gastrulation liefert nach Vf.
kein Entoderm. Am 15. T. verflacht die Prrinne; die Keimscheibe
wii'd durch e. Querfurche in eine Kopf- u. e. j)ostorale Platte getheilt,
nach 12 St. grenzt e. zweite Qfurche das 1. Somit von der ungetheilten
Caudalplatte ab. Durch weitere Furchen werden 6 Somite gebildet,
worauf dann gleichzeitig an allen (lateral) die Extremitäten hervor-
sprossen; jetzt ist auch das Nervensystem sichtbar. Von den 6 Paaren
segmentaler Verdickungen für die Sinnesorgane wird das 1. Paar zu
den medianen Ocelli, das 2. zu e. unbeschriebenen Sinnesorgan, das
3. verschwindet, das 4. wiid ,, Dorsalorgan", das 5. liefert die paarigen
zusammenges. Augen, das 6. verschwindet. Die ziegelrothe Drüse ist
mesodermalen Ursprungs u. enthält die Höhlung des 5. postoralen
Somits. Auch Entw. von Darm u. Sternal-Arterie berührt. ///'.
Dieselbe Arbeit ist auch abgedruckt in: Amer. Naturalist 1890.
p. 678—681.
Knipowitsch, N. (1) Dendrogaster astericola nov. g. et sp.,
eine neue Form aus der Gruppe Ascothoracida ; vorl. Mitth. Biol.
Centrbl, X. p. 707—11. 3 Xyl. — S. System. (Cirrip.). We.
— (2) Dasselbe inRussisch. Vystnik, St.Petersburg I 353—7. We.
Köhler, R. Les crustaces parasites des Ascidies. Le Natural.
Paris XII No. 78. 79. p. 131—4, 137—8. 12 Xyl. — Vf. beschreibt
Form u. Lebensweise u, bildet ab von der Farn. Notodelph. : Noto-
pterophorus pap. und elong. , Botachus fusif., Doropygus gibber,
Gunentoph. glob.; von Fam. Ergasilidae: Lichomolgus elong. Von
Ascidicolidae werden erwähnt Botrylloph., Enterocola, Narcodes;
von Amphipoden Leucothoe, Caprella, Anonyx, Stegocephalus ; von
Dekap. Pontonia u. Pinnoteres. Vo. Ilf.
Koschewnikoff, G. Ein Zimmer-Aquarium mit Tieren aus
dem Schwarzen Meere. Zool. Garten, Jg. 31, S. 6 — 12. — Nach
Moskau transportirt pflanzten sich Gammarus loc. fort, und die
Jungen hatten nach 35 Tagen schon Eier; junge Copepoden u.
Sphaeroma erzielt. Hf.
Labbe, A. Note sur qq. Crustaces, Rot. et. Ann. du Dep. de
la Mayenne. Bull. soc. d'ctudes scient. d' Angers, (2) XIX (89),
p. 35—44, Tf. 1.-12 Copep. (Argul., 8 Cycl., 2 Canthac, Diapt.);
11 Ostr. , (Notodr., Candona", Cypridopsis, 8 Cypris); 20 Clad.,
(5 Daphnia, 2 Ceriod., Simoc, Moina, Macrothrix, Ilyocr., Euryc,
Camptoc, Acrop., 2 Alona, Pleuroxus, Perac, 2 Chyd.); 1 PhylL,
(Br. stagn.); 7 Isop. (Asell., Onisc, 2 Pore, Trichon., Platyarthr.,
Armadillo); 2 Amph. (G. pul. u. fluv.), 1 Dec. (Ast. fluv.). Hf.
364 Dl'- ^- Hilgeudorf: Beiicht über die Leistuugen
Lebedinski, J. (1) Einige Untersuchungen über die Ent-
wickelungsgescliichte der Seekrabben. Biolog. Centralbl. 1890. p. 178.
— Untersucht wurde Eriphia spinifrons. Die V2 i^m grossen Eier
sind in Mengen an den Haaren der Abdominalfüsse befestigt. Der
Furchungsvorgang wurde nicht studirt. Die Beobachtungen beginnen
mit dem Stadinm, wo das Blastoderm nur einen Pol bedeckt. Von
der Keimscheibe lösen sich Tochterzellen ab und legen sich theils
darunter, theils kriechen sie amöbenartig in den Dotter. Sie bilden
das Mesoentoderm. „Das proliferirende Cylinderepithel stellt das
Ectoderm, die verlängerten Zellen das Mesoderm und die amöboiden
Zellen das Entoderm dar.'"' Hierauf schildert Verf. die Entstehung
der einzelnen Organe. Zum Schluss hebt Verf. hervor ,,1) dass die
exkretorischen Organe (Segmentalorgane I) der Krabben mit den
Segmentalorganen der Anneliden, dem Bojanusorgan der Mollusken
und Pronephros der Selachier am auffallendsten übereinstimmen
und 2) dass sie ohne weiteres denselben homologisirt werden können
und 3) dass damit noch einmal die prinzipielle phylogenetische
Bedeutung derselben nachgewiesen ist." Die Untersuchungen enden
mit dem Zoea-Stadium. St.
— (2) [Entw. von Eriphia spin.j Zapiski novoross. obsch.
estestvoisp., Odessa XIV 131-200, 3 Tfl. — Ausführl. Publ. des
Vorigen. St.
Leichmann, G. (1) Ueber die Eiablage und Befruchtung bei
Asellus aquaticus. Zool. Anzeiger XHI, p. 715. — Die Eiablage
geht nicht wie bei den Onisciden vor sich. Die Geschlechtsöffnungen
bleiben offen u. durch sie gelangen die Eier in den Brutraum. Die
Befruchtung findet im receptaculum seminis statt, welches durch
den stark angeschwollenen mittleren Theil der Ovidukte gebildet
ist. St.
— (2) Ueber Brutpflege bei Isopoden. Zool. Anzeiger XHI,
p. 688. — Als Untersuchungsobjekt diente Sphaeroma rugicauda.
Die Brutlamellen sind Ausstülpungen der Hypodermis. Die Eier
gelangen wahrscheinlich aus dem Ovidukt in dieselben u. dringen
von hier in die Brutsäckchen. St.
Leidy, J. Parasites of Mola rotunda. Proceed. Ac. Nat.
Sciences Philadelphia 1890 P. H, pg. 281. In der Haut tief ein-
gebohrt sass Penella filosa am Grund der Flossen, ferner Cecrops
latreillei, Laemargus muricatus u. Dinematura serrata ('?). Vo.
Lendenfeld, R. v. Nature, Vol. 41, p. 317 (15 Zeilen) siehe
Garstang. Hf.
Lütken, Chr. Einige unerwartete Erweiterungen aus der
nordischen Meeresfauna (Dänisch). Vidensk. Medd. naturh. Foren.
Kjoeb. 89, S. 358—62. — In v. Maltzan's Samml. von Vadsoe u.
Utne im Hardangerfjord Gonodactylus chiragra u. Dromia- Larven;
viell. mediterrane Irrgäste, da eine Fundortsverwechslung nicht wahr-
scheinlich. Hf.
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 365
de Man, J. G. Carcinological stiidies in the Leyden Museum.
Nr. 4. — Notes Leyden Mus. Vol. 12, p. 49- 126, Tf. 3 — 6. —
Vergl. die Gatt.: Carpilodes, Actaeodes, Xantho, Lophozoz., Leptod.,
Chlorodopsis, Heteropan., Pilumnus (n. sp.), Trapezia, Eriphia, Gonio-
caphyra, Xenophth., Geryon, Macrophth., Myctiris, Leptogr., Pachygr.,
Plagusia, Clistocoel., Sesarma (2 n. sp.), Eupag., Calcinus, Cliban.,
Alpheus, Hetairocaris (n. g., n. sp.), Penaeus. Meist pacifische Sp. ;
7 Tahiti, 2 Pomatou, 3 Samoa, 1 Fidschi, 4 Carohnen, 4 ,,pacif.",
3 Amboina, 2 Batavia, 1 Rothes Meer (Xenophth.), 1 Californien
(Pachygi-.), 1 Chile (Leptogr.); andere unbek. Fundorte. IJf.
Marchai, Paul. (1) Sur la structure de l'appareil excreteur
de l'Ecrevisse. Compt. Rend., Tome 110 p. 251.
— (2) Sur l'appareil excreteur de quelques Crustaces decapodes;
ibid. Tome 111, p. 458.
— (3) Sur l'appareil excreteur de la Langouste, de la Gebie
et du Crangon; ibid. p. 580.
1. Die grüne Drüse von Astacus besteht aus drei Theilen, dem
sacculus, der weissen u. der grünen Substanz. Der sacculus
ist durch Septen getheilt, so dass er an den Bau der Lungen
einiger Reptilien erinnert. Bei den Brachyuren entwickelt er
sich, indem sich die Aeste mächtig entfalten. Die grüne Sub-
stanz stellt ein Knäuel von Kanälen dar, die untereinander
anastoniosieren und Divertikel entsenden, von denen jedes in
eine Ampulle endigt. In Bezug auf die weisse Substanz be-
stätigt Verfasser die Ansicht von Wassiliew.
2.U.3. Verfasser beschreibt genauer die Excretionsorgane vonHomarus,
Pagurus bernhardus, Galathea strigosa, Stenorhynchus pha-
langium, Palinurus, G. deltura u. Cr. vulgaris. St.
— (4) Sur la morphol. de l'antenne chez les crust. Decapodes.
C. r. soc. biol. Paris (9) II, p. 561 — 6. — Vf. vergleicht die Ant. II
der Macruren (Astacus) u. Brachyuren (Maja). Der Deckel des Ex-
cretionsorganes bei Brach, ist dem 1. Antgliede der Macr. homolog,
u. die Zahl der SchaftgHeder bei beiden 5. Der Exopodit ist bei
einigen Typen, wo man ihn als nicht vorhanden annahm, doch vor-
handen, wenn auch in rudimentärem Zustande. St.
— (5) Sur la vessie des Brachyures. Bull. Soc. zool. Fr. XV.
p. 171 — 174. fig. — Verf. schildert den Bau und die Lage der Ex-
cretionsdrüse von Platycarcinus pagurus und giebt eine halbschematische
Abb. derselben. Er unterscheidet eine vordere Drüse (vessie ante-
rieure), die theils unter, theils neben dem Magen liegt, und eine hintere
(Arriere- vessie). Zum Schluss jvorgleicht er das Organ dieser Art
mit dem von Xantho, Carcinus maenas, Portunus puber, Pilumnus
und Maja. *S^,
Matile, Paul. Die Cladoceren der Umgegend von Moskau.
Bull. soc. imp. Natur. Moscou 1890, Nr. 1, p. 104—169, Tf. 3—5. -
Vf. beobachtet selbst 74 Arten; als besonders reich, auch an pelag.
Sp., fand er den grossen Borissow'schen Teich in Zarizino. 42 Sp.
366 Dl'- F. Hilgendoi'f: Bei'icht über die Leistungen
waren für Moskau, 10 für Russland, 2 (Daphnia u. Ceriod.) als
Speeies neu (1 Macrotlirix sp. n. von Kiew). Die sonst aus der
Gegend schon bek. oder sehr wahrscheinlich noch zu findenden
Formen werden erwähnt. Bestimmungs-Schlüssel für die 74 Sp. u.
die Gattungen (für 48 Sp. Originalabbild.); Synonymie u. Species-
kritik. ///'.
Mayer, P, Die Caprelliden des Golfes von Neapel u. der an-
grenz. Meeres -Abschnitte. Nachtrag zur i\Ionographie derselben.
(= Monogr. XVII der „Fauna u. Fl. des G. v. N.") Berlin, 1890,
VIII u. 157 S., 7 Taf. 4^, — Zusätze und Verbesserungen auf Grund
reichen neueren Materials gegeben in engem Anschluss an die 1, Publ.
(188*2) besonders bez. der Systematik (12 gen. n., s. Syst). Bezüglich
der Phylogenie nimmt Vf. nicht an, dass die Dulichiden die Stamm-
form der Laemodipoden seien; Gourret's Phylogenie, (1888) wonach
die Cyamiden von Isopoden, die Capr. von Amphip. abgezweigt
wären, verwirft er. Die Cyamiden stammen vom Genus Caprella
ab; die vom Vf. postulirte Uebergangsform zw. den normalen Amphi-
poden u. den Caprelliden ist (wenn noch lebend) unbekannt (p. 145
l)is 151). Eine phylog. Reihe bilden die Gatt.: Proto, Dodecas,
Caprellina, Hircella, ferner: Aegina, Aeginella, Hemiaegina; auch
Liropus, Podalirius u. Pseudolirius gehören zus., so auch Protella,
Pseudo- u. Metaprotella, aber die weiteren Verknüpfungen des Stamm-
baums sind noch unsicher. Innerhalb der Gatt. Caprella sind für
die Gruppe acanthifera u. für den Rest der Gatt, viell. zwei ver-
schiedene Genera als Stammformen anzunehmen (p. 151). — Bez.
der Anatomie p. 104 — 144 ist hervorzuheben: In der Gliederung
des Schaftes der Antenne II weicht Vf. von Boas ab., die Lacinia
niobiHs der Mandibel ist nur e. entwiciveltere Borste; der Mndbpalpus.
wird durch Reduction zweigliedrig, fehlt (bei 5 Gatt.) ganz, oder
wird durch 1 — 2 Borsten vertreten. Die Max. I (mit Hansen) als
fünfgliedrig betrachtet, 3. Glied zur (äusseren) Kaulade entwickelt,
4. u. 5. zum Palpus; an Mx. II ist nur die Innenlade u. Aussenl.
(oder Palpus?) u. ein unpaarer Basaltheil (oder Theil der Kopfwand?)
erkennbar; Mx. I u. II systematisch unwichtig. Der Mxp. hat die
typ. 7 Glieder, das 1. des rechten u. link. Mxp. verschmilzt zu e. un-
paaren Platte (fehlt meist an Präparaten), das 2. u. 3. mit Lade.
Von den 7 Brustbeinen fehlt III, IV, V bei Hircella; das 1. Glied
ist wie bei norm. Amphip. so auch bei Capr. beweglich (mit Hansen),
die Muskeln dazu vorhanden. Die ,, grosse Greifhand" u. besonders
deren Einschlagdorn ausführlich geschildert, von den 3 hintern Bein-
paaren die ,, abgestutzten Dorne" (jetzt nicht als abgenutzte D.
betrachtet) am 5. Glied behandelt u. das 6. Glied (der Greiffuss).
Das Abdomen von Cercops hat (nach Hansen) 5 Ringe u. die dorsale
Afterklappe, 4, u. 5. Ring mit deutl, Beinen, bei c^ auch am 1. u. 2.
(reducirt); bei Proto., Dod. u. Hirc. früher die 1. Abdfüsse für Penes
gehalten. Die allmähliche Reduction des Abd. vom fast normalen
Cercops bis zum völligen Schwund der Beine beiParvip., Trit.,Pseudaeg.
u. Caprellinoides scheint auf verschiedenen Wegen erfolgt zu sein.
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 357
Im Capitel ,,Integuinent" wird die Verwandtschaft der Hypodermis
mit Bindegewebe geleugnet u. die Abscheidung des Chitins aus-
schliessHch dem Ectoderm vorbehalten (gegen Claus), p. 130. Die
Lage der Cristalliten in Chitin u. Matrix ist wandelbar. Einige der
früher für pflanzl. p]pizoen gehaltenen zarten Gebilde sind doch wohl
Haare des Thieres (Cellulosereaktionen nicht entscheidend), wofür
ihr Vorkommen an constanten Stellen (nur bei alten cJ; am Fühler,
Greifhand etc.) spricht; nur auf ihnen, nicht auf den Chitinhaaren,
setzen sich Algen- u. Pilzfäden fest, p. 138. Unter „Abnormitäten"
werden scheinbare Hermaphroditen beschrieben; innere Org. ^, aber
Abdf. fehlen u, Brutlamellen entwickelt; bei der pelagischen C.
acutifrons var. andreae zuweilen 3% solcher Zwitter. Ein echter
Zwitter mit Eiern und Sperma bei C. acutifrons (Azoren) beob.,
p. 142. Eine atavistische Variation bei jungen Aegina, p. 36.
(Die Biologie erfährt keine Zusätze.) — Die Geogr. Verbreitung
der Arten, p. 94 — 103; Tabelle. Die neuen Arten sind meist von
Neapel, Ceylon, Ostasien, Californien. — Auch die Morphologie der
Cyamiden wird p. 146 — 9 revidirt. II f.
Meinert, Fr. ,,Crustacea malacostraca" in: Det videnskabelige
Udbytte af Kanonbaaden ,,Hauch's" Togter. Kopenhagen 1890, 4*^
S. 147—230, 2 Tfi., Atlas 14 Karten fol. — Die zahlreichen Schlepp-
netzzüge (im Kattegat) ergaben einen Zuwachs zu Meinert's früheren
Listen (1877 u. 80) von 177 auf 253 Species (die Land- u.. Süsswcrusi,
sowie die Bopyriden sind hierbei ausgeschlossen, desgl. 11 nicht-
dänische, früher aufgenommene Sp.; p. 229). Die Aufzählung der
so bekannten dän. Malac. umfasst: 113 Amphip., 41 Isop., 28 Cum.,
14 Schiz. abr. , 2 Seh. eubr. , 55 Decap. — 3 gen. nn. Chimaeropsis
(Amphip.), Eugerda u. Vana (Isop.); 10 sp. nn. (8 Amph., 2 Is.).
Auf den Karten wird die Verbreitung von 198 Sp. im Kattegat
dargestellt. Alle Arten mit Bemerk. (Fundorte , Verbreit. , Synon.).
Milne-Edwards, A. Diagnose d'un crustace macrure nouveau
de la Mediterranee. Bull. soc. z. Fr. XV, p. 163. — Vergl. Syst.
Farn. Acanthephyridae. ///.
M'Intosh, W. C. On the pelagic fauna of the bay of St. Andrews
dur. 1888; Part 2. 8. Ann. Rep. Fishery B. Scotl. (for 89), Part III
p. 270—282. — Forts, zu dem Artikel M'I.'s im Ber. 1889 p. 361
welcher ,,part 1" wäre), enthält ,,Bem. üb. die interessanteren
Glieder der pelag. Invert. -Fauna", Copep. p. 271 — 5, Clad. 275. (s,
Syst.). Mehrere bekannte Copepodenarten sind bez. ihres Auftretens
von der Jahreszeit abhängig. ///". Vo.
V. Monaco, Fürst. Faune des eaux profondes au large de
Monaco. C. r. acad. Paris, T. 110 p. 1179—81. — Mit Tiefsee-Reusen
auf angeblich thierlosem Grunde 1650 m tief viele Acanthephyra
pulchra, die trotz schnellen Heraufziehens noch tagelang lebten,
erbeutet; Gennados interm. aus 1380, Geryon 950 m Tiefe. Ilf.
Moniez, R. Note surla faune des eaux douce de la Sicile. Feuille
des j. natur. XX p. 17 — 19 (Dec. 89). — A. Dollfus sammelte im
368 ^^- ^- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Flusse Anapo (bei Syrakus) 1 Ostrac. (Cythere s. Syst.), 1 Clad.
(Alona s. Syst.) u. Gammarus sp. — Im See von Lentini: Cantho-
cainptus staph. , Cyelops vir. u. fimbr. , ferner 9 weitverbreitete
Cladoc. ///.
Müller, G. W. (1). Neue Cypridiniden. Zool. Jahrb., Abth.
Syst. V. p. 211 — 252 3. Tfl. — Die von Hilgendorf an der japanischen
Küste, von Chierchia bei einer Erdumsegelung gesammelten Cypridinen
werden besprochen. — Lebensweise: Die Untergattung Pyrocypris
führt ein überwiegend, vielleicht ausschliesslich pelagisches Leben.
Die Arten der genannten Gattung scheiden eine sehr hell leuchtende
Flüssigkeit ab, dieselbe wird wahrscheinlich von der umfangreichen
Oberlippendrüse gebildet. — Anatomisches: Die Entstehung der
verschiedenen an der Schale erkennbaren, meist concentrischen Linien
wird besprochen. Die Verstärkung der äusseren Lamelle erstreckt
sich ziemlich weit auf die innere Lamelle, der verdickte Theil grenzt
sich in scharfer Linie gegen den nicht verdickten ab. Aussen- u.
Innenlamelle verschmelzen bis zur Verschmelzungslinie; weiter ein
durchsichtiger Saum vorhanden, der nahe dem Schalenrand entspringl;
derselbe ganzrandig (Cypridina), verschhtzt (Philomedes), in einzelne
Borsten aufgelöst (Asterope). Die Bluträume der Schale bilden bis-
weilen (Asterope brevis) ein System von radiären Canälen. Die
Fiedern an den Schwimmborsten der zweiten Antenne sind längliche
Blättchen mit verstärktem Rand; Mandibulartaster mit umfangreicher
Drüse, welche an der Spitze des Nebenastes mündet. Die abweichend
gestaltete erste und zweite Maxille von Astrerope versucht Verf. auf
die Form von Cypridina zurückzuführen; Philomedes soll hier, wie
in anderen Punkten ein Bindeglied zwischen Cypridina und Asterope
bilden. Bei Cypridina hilgendorfii finden sich beim Männchen sieben
dorsale Kiemen, welche continuirliche , nicht in der Mitte unter-
brochene Hautfalten bilden. (Vergl. bei Systematik). — Abstr. in
Journ. R. Microscop. Soc. London 1890. P. 6^ p. 721. Mü.
— (2) Ueber Halocypriden. Ebd. V p. 253—280, 2 Taf. —
Behandelt hauptsächlich clas von Chierchia gesammelte Material. ■ —
Anatomisches: Der Frontalfortsatz wird l3ei den Männchen der
Gattung Conchoecia durch zwei ringförmig gebogene Borsten an die
beiden ersten Antennen befestigt, alle drei Fortsätze wirken zusammen
als ein Greiforgan; die kleinen Borsten und Dornen am Frontal-
fortsatz dienen zum Festhalten, sind keine Sinnesborsten. Die Fiedern
der zweiten Antenne sind Schwimmblättchen , wie bei Cypridina;
Mandibulartaster mit Drüse, ebenfalls wie bei Cypridina. — Der
Magen besitzt zwei Leberschläuche, in seiner vorderen Hälfte ist er
erfüllt von zahlreichen dünnen, den Magen fast in ganzer Breite
durchsetzenden Hautfalten, vergleichbar der Spiralklappe der Selachier
(Vergl. bei Systematik). — Abstr.: Journ. R. Microscop. Soc. London
1890 P. 6, p. 721. Mü.
Norman [Autorschaft von Ebaha nux]. Ann. Mag. (6) VI 342.
(Vergl. Pocock). IJf.
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 369
NussbaiinijM. Anatomische Studien an californischen Cirripeden.
Bonn 40, 97 S., 12 Taf. — Die Untersuchungen des Verf. sind an
Pollicipes polymerus, Lepas hilli und Conchodenna auritum an-
gestellt. Leider sind die Resultate dieser ausführlichen Arbeit
nur ganz vereinzelt resumirt. Verfasser behandelt als Einleitung:
Verschiedenheit der jungen Exemplare von Pollic. pol., Systematik
und Stellung der Cirripedien im System, Methodik der Untersuchung
(p. 8, 27, 32). Allgemeine Beschreibung der Form der Lepadiden,
das Capitulum, Wachsthum der Schaalenstücke , Histologie und
chemische Analyse der Schaalenstücke, Analyse der Blutflüssigkeit.
Sodann I. Topographische Bestimmung der Theile, IL Leibesform und
Körperanhänge. IIL Die Kiefer. IV. Die Kiefermuskeln von
Homarus vulgaris. V. Die Muskeln, 1. die Muskeln der Kiefer,
2. des Kopfes und Rumpfes, 3. der Beine, des Penis und
Afters, 4. des Stieles, 5. zur Histologie der Cirripedienmuskeln,
6, Allgemeine Betrachtungen (Entstehung und Umbildung der sym-
metrischen ventralen Körperanhänge bei den Larven der Cirripedien,
Metamerie des Körpers und die nervösen Centralorgane, die gekreuzten
Adductoren der Cirr. und die Wanderung von Muskelansätzen, die Quer-
muskeln der Cirr., Mechanik der Arthropodenmuskulatur). VI. Das
Nervensystem. VII. Nervenendigungen. VIII. Undefinirbare Organe.
IX. Die Augen. X. Das Herz und die Blutgefässe. XI. Kiemenhöhle,
-Anhang u. -Drüse. XII. Die Kittdrüsen: Bern, über Sekretion und
Drüsenformen im Allgemeinen; verästigte Kerne. XIII. Der Ver-
dauungskanal (Oesophagus, Magen, Darm, Magendrüsen, äussere
Form und Lage der Drüsen bei L. hilli, Pollic. pol. und Conch. aur.,
Histologie der Magendrüsen). XIIII. Gregarina valettei. XV. Histo-
logisches : 1 . Zellen mit Fransenbesatz, Porensaum und Wimperzellen,
2. das Bindegewebe, 3. das Pigment. XVI. Die Generationsorgane
(Form und Lage der Hoden, die ausführenden Wege, Penis, erste
Anlage der Hoden, Spermatogenese ; die Eileiter und die Begattungs-
tasche, die Eisäcke oder Cocons, Eierstöcke und Oogenese, Richtungs-
körper, die Bildung der Eikuchen im Mantelraum und das Eindringen
der Samenfäden durch die trichterföi-mig erweiterten Poren des
Cocon). XVII. Befruchtung, Furchung und Gastrulation. XVIII. Zeit-
angaben über die Entwicklungsdauer von Pollic. polym. — Koehler
(Rev. biol. Nord France 1891 p. 161—171) hat die Arbeit einer
Kritik unterzogen. We.
Ortmann, A. Die Decapoden-Krebse des Strassburger Museum,
mit bes. Berücks. der v. Döderlein bei Japan u. den Liu-Kiu-J. ges.
Formen. I. Untord. Natantia. — Zool. Jahrbücher, syst. Abth. V,
p. 437 — 542, Tf 36,37. — Ausser den jap. Arten meist europäische
u. südpacifische ; amerikanische u. südafr. sehr spärHch. Vf gibt
alle Syn. u. alle bek. Fundorte, sowie vollst. Liste der Strassb. Expl. ;
Betrachtungen über Verw. der Farn. Von mehreren Gatt. Abb.
der Mundtheile. Phylogenie der Kiemen (p. 538), Geschlechtsfüsse
von Penaeus (445), das Thelycum ein Receptac. seminis. Nov. gen.:
Hemicaridina; ca. 15 n. sp. In der Syst. folgt Vf meist Boas. Hf.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.H. H.2. Y
370 Dr. F. Hilgeiulorf: Bericht über die Leistungen
Parker, G.H. (1) The histolosy and development of the Eye in
the Lobster. Bull. Mus. Harvard Coli. Vol. 20, p. 1—60, 4 Taf. —
Die diagonalen Bänder der meist quadratischen Korneafacetten ver-
laufen parallel. Jede darunter liegende Zelle zeigt zwei Kerne,
welche in einer Diagonale liegen. Krystallkegelzellen und Rhabdome
entstehen getrennt. Die ersteren entsenden feine proximale Ausläufer,
welche in der Basalmembran endigen, sie wird von den dünnen
proximalen Spitzen der distalen Retinulä durchsetzt. Das dickere
distale Stück der letzteren enthält den Kern. Zwischen diesen
Retinulä und den Kegelzellen befindet sich unten eine Flüssigkeit.
Die Rhabdome sind von Pigmentzellen umschlossen, welche von den
proximalen Retinulä gebildet werden. Die Rhabdome sind senkrecht
zur Längsachse geschichtet. Die Nervenendigungen von Patten sind
keine nervösen Elemente. Im Gegentheil gehen die proximalen
Retinulä in den Sehnerven über. Die Nervenfasern treten in die
Retinulä ein und umgeben fibrillenartig die Rhabdome. Das Licht
wird durch die Kristallkegel den lichtempfindenden Rhabdomen zu-
geführt. Das Auge entsteht aus einer einfachen Verdickung des
Ektoderms. (Vergl. Bericht 1888.) St.
— (2) The eyes in blind Crayfishes. Bull. Mus. comp. zool. XX,
No. 5. p. 153-162, 1 tab. — Die Untersuchungen erstrecken sich
auf Cambarus pellucidus Tellk. aus der Mammuth-Höhle. Ganglion
Optimum und Sehnerv sind vorhanden; letzterer endet in der Hypo-
dermis der ,,Retinalregion". Sie hat die Form einer linsenartigen
Verdickung der Hypodermis und enthält vielkernige granulirte
Elemente, im Gegensack zu C. setosus, wo sich nur einige zusammen-
gedrängte Zellen nachweisen lassen. Verf. vermuthet in ihnen Haufen
von degenerirten Kegelzellen, Wenn Packards Untersuchungen
richtig sind, so ist die Retina hier ebenso reducirt vde bei C. setosus.
Doch ist nach Verf.'s Untersuchungen dies nicht wahrscheinHch. St.
Parker, T. J. Studies in Biol. for New Zealand Students.
No. 4: Skeleton of the N. Zeal. Crayfishes (Palinurus, Paranephrops).
London 8». 6 Fig. Hf.
Pereyaslawzewa, S. & M. Rossiiskaja-Koschewniko. Et.
sur le developpement des Amphipodes. 4. Partie: Dev. de la
Synamphithoe valida Czern. et de l'Amphithoe picta Rathke. Bull.
Soc. Natural. Moskou (2) Tome 4 p. 82 — 103. — Verf. setzten ihre
entwicklungsgeschichtlichen Studien fort (vergl. Ber. 1889) Der
Keimstreif erscheint zuerst am ovalen Pole und breitet sich dann
über die Bauchfläche des Eies aus. Zuerst entstehen die Kopf lappen. St.
Pfeffer, G. (1) Die Fauna der Insel Jeretik, Port Wladimir,
an der Murman-Küste. Nach Samml. v. Kapt. Hörn. Jahrb. Hamb.
wiss. Anst. VII, 34 S. — Von Crust. 26 Sp. , sehr arm. 2 Hyas,
Lithodes, Eupag. pub., Cr. boreas. Hipp, gaim., sow., phippsi, pus.;
5 Isop., 9 Amph., 3 Cirr. ; p. 21 — 25, Verbreitungstabelle, p. 32. ///'.
— (2) Ueb. e. Dimorphismus bei den Weibchen der Portuniden.
Jb. Hamb. wiss. Anst. VII. (S. A., 8 S., 2 Taf.). — Die bek. Ver-
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 371
schmälerung des Abdomens bei manchen Port.-W. (von früh. Autoren
als „sterile ?" bez.) beschreibt der Vf. bei 4 Neptunus- u. 1 Thalamita-
Art. Die bei $ ii. auch bei S der Th. stimpsoni auftretende Doppel-
form des Abd. bezieht Vf. [wohl mit Recht] auf 2 versch. Varietäten.
Vf. rechnet im Ganzen 6 Abdsegm. (Gerstäcker u. A. 7); ,,7. Glied"
p. 6. wohl Druckfehler. Vf. scheint den Dimorph, als normale Er-
scheinung zu betrachten. ///'.
— (3) Die niedere Thierwelt des antarktischen Ufergebietes.
S. A. aus: Ergebn. der deutschen Polar-Exped., allg. Theil, Bd. II. 17.
120 S. — Im allg. Theil (p. 4 — 12) bespricht Vf. theoretisch die
Entstehung dieser Fauna. Sie ist, gleich der arkt., ein Rest der
bis zur Jurazeit noch einheitlichen Thierwelt der ganzen Erdfläche;
daher die Aehnlichkeit der arkt. u. antarkt. Fauna. Von den
Polen aus wurde (erst spät) die Tiefsee hauptsächlich bevölkert, da
diese in Bezug auf lange Dunkelheit u. gleichmässig kühle Temperatur
den Polarseen verwandt ist. Auch die in Ost u. West noch mehr-
fach ähnlichen Formen der nächstliegenden, schon wärmeren Zonen,
der borealen u. notalen, sind noch solche Reste. Die Wärme in den
tropischen Meeren wirkte stärker umbildend auf die ,,transmutatorische
Energie der lebenden Substanz", woher die jetzige tropische Fauna
stärker von der Urfauna abweicht. In den gemässigten Zonen ist
die ungünstige weitgehende Wärmeschwankung des Wassers zu be-
rücksichtigen. Von Bezirken der antarkt. Fauna nimmt Vf. 4 an.
Der magalhaensische Bez., Südspitze Südamer.'s ostl. bis LaPlata-
Mündung, westl. bis Nordende des Smyth-Canal; östlich ohne nördl.
Beimischung, w. aber mit chilenischen. Südgeorgien, wozu wohl
noch Südshetland- und Südorkney.Ins. , ist rein antarktisch. Der
kerguelensche B. von 43*^ [33V] bis 73^ 0 (Prinz Eduard- bis
McDonald-L), dem vorigen sehr ähnlich. Der aucklandische B.
(Auckl.- u. Campbell-I.) hat mit Neuseeland vieles ausgetauscht.
Im Gegensatz zur Nordpolarfauna haben die 4 Bez. geringe ,,Circum-
polarität": durchgehende Arten giebt es recht wenige, Gatt, nicht
viele, was für andauernde Isolirung der 4 Landmassen von Alters
her spricht. Auf p. 20-26 werden die antarkt. Crustaceen kurz
überblickt. Auf p. 50 — 57 syst. Aufzählung der Crust. von Süd-
georgien [Serolella sbg. nov.] mit Bemerkungen, meist schon in der
früh. Publ. (vergl. Ber. 88) enthalten. Liste der antarkt. Crust.
(„Uferthiere") excl. Copep. mit Angabe der Verbreit, der Gatt. u.
Sp. auf der Erde, eine mühsame u. dankenswerthe Arbeit (vergl.
Syst.), p. 93—104. Hf.
Pilsbry, H. A. Description of a new Japanese Scalpellum.
Pr. ac. nat. sc. Philad. 1890, p. 441—3, Fig. — S. Syst. (Cirrip.). We.
Pocock, R. J. (1) Crustacea in: Ridley, Zoology of Fernando
Noronha. Journ. Linn. soc. Lond., XX. (Nr. 124-5), p. 506 -526.
— 28 Sp. (27 Decap., 1 Stomat. [Gon. chir.]) gesammelt. Sp. n.:
2 Alpheus, 1 Panulirus, i Stenopusculus. Fauna ähnl. der des benach-
barten Amerikas. 1 n. Süssw.-Ostracode erwähnt. Biol. Bemerk. Hf.
y*
372 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
- — (2) Report upon the Crustacea coli, by Bassett-Smith during
the survey of the Macclesfield and Tizard Banks, in the China Sea,
by H. M. S. „Rambler". Ann. Mag. (6) V p. 72—82. — [IG^N. Br.j
In V2 — 40 Fd. 17 Sp. (u. Alpheus sp. ind.) gesammelt: Gonodact.
chir. , Galathea austr. , ? Dynomene hispida, Nursilia dent. , Caphyra
laevis, 4 Trapezia, Actumnus setifer, Daira perl., 2 Actaea (1 n.),
Parthenolambrus cal.; Hyastenus (n.), Naxia (n.), Huenia proteus. IJf.
— (3) [lieber Autorschaft von Ebalia nux], Ann. Mg. (6) VI
p. 101 u. 469. (Vergl. Norman.) Hf.
Poppe, S. A. (1). Bern, zu Imhof s „Notiz" in No. 330. — Zool.
Anz. XIII (No. 339) p. 365. — Betrifft Bosmina (s. Cladocera). ///.
— (2) Mein letztes Wort an Imhof. Ebd. 717. — Nur Persön-
liches. Vo.
Pogojeff, L. [Ueb. Nervenzellen in Scheere u. Herz von Astacus
fluv.] Russisch. Vyestnik, Petersburg, I p. 232, 1 Tfl. Hf.
Poppe, S. A. et J. Richard (1). Note sur divers Entomostraces
du Japon et de la Chine (Leptodora). Bull. soc. zool. Fr. XV p. 73
bis 78. — Leptodora kindti var. nova ? in China (bei Shanghai u.
im Sitai-See); Daphnia schmackeri sp. n. u. Bosmina japonica sp. n.
im Hakone See. Alle 3 von Schmacker gesammelt. In China noch
die Gatt. Daphnia, Scaphol. , Simoc. , Bosm., Chyd., Pleur., Alona,
Acrop. u. Camptocercus constatirt. Hf. — Copep. bei Yokohama:
Cyclops (strenuus ?) ; von China Cy. stren., Diapt. incongr., Limnocal.
sinensis, Schmackeria n. g., Canthocamptus aufgezählt. Vo.
(2) Description du Schmackeria forbesi n. g. , n. sp.,
Calanide nouveau recueilli par M. Schmacker dans les eaux douces
dans les environs de Shangai. Mem. Soc. ZooL France III 396. —
Siehe Systematik. Vo.
Pouchet, G. Sur un flagelle parasite visceral des Copepodes.
C. R. Soc. Biol. Paris (9) T. 2. pg. 312. — In der Leibeshöhle von Dias
lebt ein Flag., der bei den $ Mangel der Eierstöcke verursacht. Vo.
Rabe, F. La question de s'ecrevisse. Sezanne, Patoux, 8^
92 p. Figg. Hf.
G. Ret z ins. Biologische Untersuchungen. Neue Folge I. Zur
Kenntniss des Nervensystems der Crustaceen. Stockholm, p. 1. 14Taf.
— Aus den unipolaren Ganglienzellen entspringt ein Stammfortsatz,
der sich in eine kommissurale Nervenfaser fortsetzt. Die Punkt-
substanz der GangHen wird durch die sich reichlich verzweigenden
Nebenfortsätze gebildet. Ist eine bi- oder multipolare Ganglienzelle
vorhanden, dann liegt sie am proximalen Ende der Bauchganglien.
Die Stammfortsätze ziehen in jeder Richtung nach den Längs-
kommissuren des Bauchstranges und vereinigen sich ev. mit den
nächstfolgenden Ganglien.
Die Myehnscheide der Nervenfasern von Palaemon reicht fast
bis zur Endverzweigung und ist in bestimmten Intervallen mit Ein-
schnürungen versehen. In der Mitte jedes durch die Einschnürung
in der Carcinoiogie während des Jahres 1890. 373
gebildeten Abschnittes liegt ein Kern. Bei Astacus und Homarus
fehlen Myelin und Einschnürung. St.
Richard, J. (1) Entomostraces d'eau douce recueillis ä Belle
Isle (Morbihan) Bull. Soc. Zool. France T. 15, p. 33—34. Die Wasser
der Insel enthalten Cycl. prasinus, tenuicorn. virid. serrulat., ersteren
häufig. Vo. — Ausserdem von demselben nordamer. Fundort 2 Ostrac.
erwähnt. Hf.
— (2) Sur la glande du test des Copepodes d'eau douce. Ebd.
p. 113. — Beschreibung der Sehalendrüse u. Ergänzung der Angaben
von Claus. Der mehrfach gewundene Canal der Drüse mündet mit
einer feinen Öffnung an an der oberen Aussenseite der ersten Maxillar-
füsse. Der Canal ist am kürzesten bei den Arten, die den marinen
am nächsten stehen (Poppella), am längsten bei reinen Süsswasser-
arten (Cyclops). Untersucht wurden Diapt. Eurytemora, Heterocope,
Limnocalamus, Epischura. Vo.
(3) Note preliminaire sur le Systeme nerveux de quelques especes
de Diaptomus. Ebd. p, 212. — Vom unteren Schlundganglion, das
mit dem oberen durch Commissuren verbunden ist u. aus mehreren
Ggln. besteht, geht die 4 Thoracalggl. umfassende Bauchganglienkette
bis zum 4. Beinpaare, wo eine Gabelung eintritt. Die Gabelung
wird als eine 5. gangliöses Centrum angesehen, von welchem Nerven
zum 5. Beinpaare u. zwei grosse Stränge zum Abdomen gehen. Im
Nervensyst. sind Hohlräume (zur Ernährung), als Umhüllung ein zartes
Neurilem vorhanden. Das Plasma der unipol. Ganglienzellen ist
spärlich. Vo.
— (4) Descr. du Bradya edwardsi, Copepode aveugle nouveau,
vivant au bois de Boulogne avec divers Entomostraces dans les eaux
alimentees par le puit artesien de Passy. Mem. Soc. Zool. France
T. III, p. 214, — Von dem bis jetzt nur in 2 Arten bek. Gen. Bradya
beschreibt R. den ersten nicht im Meere lebenden Vertreter. Der-
selbe soll ursprüngHch unterirdisch leben. Die erwachsenen Tliiere
ermangeln der Augen vollständig, auch bei eben ausgeschlüpften
Larven fehlt das Augenpigment ganz. Ausserdem werden 6 Cyclo-
piden, Diapt. caeruleus u. Canthoc. hibernicus genannt. Vo.
(5) Sur les Entomostraces et quelques autres animaux inferieurs
de lacs de l'Auverg-ne. Rev. Science Nat. Appliq. Paris Nr. 10. 1890.
(37. Annee) p. 472. — Diapt. denticornis tritt in den z. Th. zum
ersten Mal untersuchten Seen in Unmasse auf. Ausserdem D. laci-
niatus u. caerul.; ferner 3 Cycl. u. 1 Canthoc. Vo.
Richard, vergl. auch Blanchard, Gueme, Poppe.
Robertson, D. (1). Hyas araneus. Trans, Glasgow nat. liist.
soc. II p. 216. Hf.
— (2) Stenorhynchus longirostris. Ebd. p. 218. (Abdr. in J. r.
microsc. soc. 90 p. 458). — Ist wahrsch. Pflanzenfresser. Hf.
Rossiiskay a, M. Siehe Pereyaslawzewa,
374 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Roule, L. Sur le developpement du blästoderme chez les
Crustaces isopodes (Porcellio scaber Latr.). Comptcs Rend. Tome 110
p. 1373. — Verf. erweitert und stellt durch neue Untersuchungen
die in seinen früheren Mittheilungen niedergelegten Thatsachen
richtig. St.
Rutherford, W. Structure and contraction of the striped
muskulär fibre of the crab and lobster. Pr, r. soc. Edinb. XVII
p. 146 — 9. — Vf. kommt zu entgegengesetzten Ansichten als Melland
und Gebuchten; er behauptet, dass die Sarkodemasse wesentlich aus
contractilen Fibrillen besteht, mit einer Interstitialsubstanz. Die
Fibrillen sind die Elemente in den nicht gestreiften Muskeln. Die
Fibrillen der gestreiften Muskeln sind segmentirt, und der Vorgang
der Contraktion ist das Fortschaffen von Flüssigkeit aus einem
Segment zum andern. Das Bowmansche Element ist das längste und
scheint das einzig contractile zu sein. Seine Undurchsichtigkeit ver-
dankt es einer dem Myelin ähnlichen Substanz, die in ein contractiles
Geflecht eingeschlossen ist. Die Anwesenheit einer Transversalmembran
wird bestritten. Das „intermediate segment'" ist halb so lang und
liegt zwischen den Enden der B. 'sehen Elemente. Es ist ein Geflecht
mit wässeriger Flüssigkeit angefüllt, nicht contractu und dient als
Puifer, wenn die Enden der B.' sehen El. während der Contraction
sich nähern. Wenn die nicht zusammengezogenen Fibrillen ihre
volle physiologische Länge haben, sieht man zwischen den Enden
der B. 'sehen El. und dem ,, intermediate segment" das ,, proper clear
Segment." Bei der Contraction wird das Intervall zwischen den
Enden des B, 'sehen Elements verkürzt. Dies geschieht durch Auf-
saugen von Flüssigkeit aus dem B.'schen El. in die klaren und inter-
medialen Segmente. St.
Sars, G. 0. (1) An account of the crustacea of Norway with
Short descriptions and figgures of all the species. Vol. I (Amphipoda).
Kristiania, 8°. 1890 erschien Part 1 (Hyperiidea), 2 u. 3 (Drehest.
Lysianass.), p. 1—68, Tf. 1 — 24. — Auf S. 3 — 4 Terminologie, er-
läutert an Gamm. locusta (Tf. 1). Der Körper zerfällt in e. „vordere
Abth." u. ,,hint. Abth.", die vordere in Cephalon (bis Mxpd. incl.)
u. Mesosom (mit Pes. 1—7), die hintere in Metasom (Pleonsegment
1 — 3) u. Urosom (Plsgm. 4 — 7). Von den 31 Gatt, der Lysian. sind
nur die 15 ersten behandelt (wobei 2 sp. n.). Die Taf. sind vom
Vf. autographirt ; mit reichem Detail. Auch eine colorirte Ausgabe
erscheint. Kritische Notizen üb. Gatt. u. Spec. ; Verbreitung, Lebens-
weise. (In der Syst. alle Species referirt.) ///'.
— (2) Oversigt af Norges Crustaceer etc. II (Branchiopoda,
Ostracoda, Cirripedia). Videnskabs-Selskabs Forhandlinger, Christiana.
1890, Nr. 1. 80 S. Vf. zählt auf 2 NebaHa, 5 PhyUopoda (2 neu
für Norwegen), 103 Cladoc. (20 n. f. N., 10 sp. n.), 137 Ostr. (22 n.
f. N., 6 sp. n.), 21 Cirr. (7 n. f. N., 1 sp. n). Die Sp. n. sind z. Th.
mit Diagnosen, welche LiDjeborg in seinen Vorlesungen mittheilte,
verglichen u. daher von Sars als „n. sp., Lillj. M. S." bezeichnet.
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 375
Die Bemerk, p. 27 — 80 bring, die Beschr. d. neuen Arten, Kritisches,
Biolog., Geogr. ///. AIü. We.
— (3) Bidrag til Kundskaben om Decapodernes Forvandlinger.
III: Farn. Crangonidae. Arch. for. Math, og Naturvid. XIV p. 132
bis 195, 6 Tri. — Die Larvenformen unterscheiden sich bei den
Crangoniden oft schärfer als die Erwachsenen. Die Mundtheile zeigen
z. Th. noch nicht die Reduktionen, welche die Systematik für die
Familie hervorhebt, sodass die Crang. als eine Abzweigung der typ.
Cariden gelten müssen. Kröyer's Myto gaimardi ist eine Larve von
Sabinea. Vergl. Systematik. ///'.
Scott, Th. (1) Additions to the fauna of the Firth of Forth.
8 Rep. Fish. Board Scotland, Part. III, p. 312—333, Tf. 12, 13.
(Crust. 317 — 330). — Vergl. Syst. bei Copep., Ostrac. (4 sp. n.),
Amphip. (1 sp. n.), Sphaeroma, Cumacea, Schiz. (Erythrops). 61 Sp.
Crust. neu für das Forth. ///'.
— (2) The invertebrate fauna of Inland waters, I. (Rep. on Loch
Coulter and the Coulter Burn, Stirlingshire). Ebd. p. 334 — 347. —
Dieser See speist die Fischzucht -Anstalt von Howietown im östl.
Schottland [56^|N. Br.]. Von Crust. lieferten Schwebnetz u. Dredsche
im See oder im Abfluss (C. Burn) Gamm. pulex, 5 Cladoc, 7 Copep.,
17 Ostrac. (Vergl. Syst.). Ausserdem nur noch 14 Mollusken erw.
Am Schluss Tabellen, worin auch die Verbreitung in Britannien
bezeichnet. Hf.
Sim, G. Lumpenus lampetr. on its habits etc. Journ. Linn.
Soc. London Vol. 20, pg. 38. — Der Magen v. L. enthielt vorwiegend
„Entomostraca and Copepoda" (Dactylopus tisboides Brady). Vo.
Solger, B. Die Richtungskörperchen von Baianus. Zool. Anz.
XIII, p. 607—609. 1890. -- Verf. konnte das 2. Richtungsbläschen
bei Bai. improvisus nachweisen (cf. Bericht für 1888 p. 376). Während
das 2. abgeschnürt wird, liegt das erste schon der Aussenhülle des
Eies an. In Eiern der Eilamelle fand Verf. eine Spindel, welche er
für die erste schon im Ovarialei angelegte anspricht. Die Pol-
strahlung dieser ersten Spindel wurde dann auch am Ovarium selbst
entdeckt; ein Centrosoma war nicht erkennbar; die doppelreihige
Anordnung der Chromatinkörner zu 2 Hufeisen wurde hier wieder-
holt gesehen. We.
Steiner, J. Die Funktionen des Centralnervensystems der
wirbellosen Thiere. Szb. K. preuss. Ak. Wiss. Jg. 90 I S. 39. — Die
Arthropoden allein von den Evert. haben ein echtes Gehirn, d. h.
„ein allgemeines Bewegungscentrum in Verbindung mit den Leistungen
wenigstens eines der höheren Sinnesnerven." P]xperimentell wird
dies für Crust, an Ast. fluv., Carcinus, Maja, Oniscus mur. erhärtet
dadurch, dass nach Abtragung der einen Hälfte des Oberschlundggl.
(oder auch nur der einen Schlundcommissur) Kreisbewegungen erzielt
werden. Das dorsale Ganglion allein (ohne 1. Bauchggl.) stellt das
Gehirn dar. Hf.
376 Dl'- F- Hilgendorf: Bericht, über die Leistungen
Stebbing, Tb. R. R. Tbe rigbt generic Names of some
Ampbipoda. Ann. Mag. (6) V, p. 192—4. — Helleria (68) wird
Guernea (87) oder Prinassus (87); Eriopis Eriopisa, Orthopalame
Micropotopus, Dryope Unciola; Ampbitopsis viell. Laotboes. ///'.
Sterry, A. C. Tbe life and babits of crabs. Pr. Holmesdale
nat. bist, club (London) 1886/7, p. 65. ///'.
Taylor, J. (Vergl. aucb bei Anonym). Tbe Circular Grab
on tbe Aberdeen coast. Zoologist, XIV 359 (4 Zeilen). — S. System,
bei Atelecyclus (Coryst.). ///".
Tballwitz, J. Ueber Dapbnia curvirostris Eylm. Szb. u. Abb.
der Natiirw. Ges. Isis in Dresden, Jg. 1890, Abb. p. 23 — 25 (siebe
System.). Hf.
Thompson, I. C. (1) On some new and rare Copepoda recently
found in Liverpool Bay. Rep. 59. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. pg. 638. Vo.
— (2) Monstrilla and tbe Cymbasomidae. Trans. Biolog. Soc.
Liverpool Vol. 4. pg. 115. — Vergl. Systematik. Vo.
— (3) Types of Metamorpbosis in tbe development of tbe
Crustacea. Researcb, a montbly illustr. Journ. Science, Liverpool.
1890. — Scbilderung der postembrj'-on. Gestaltsveränderungen der
verscbieden. Copep. Gruppen. Im Stammbaum der Crust. stellt Tb.
die Copep. wie Claus zwischen Ostrac. u. Cirrip. Vo.
Thomson, G. M. Notes on, and recent add. to, tbe New
Zealand crustacean fauna. Trans. Proc. New Zewland Inst., 1888,
XXI, p. 259—268, Tf. 13, 14. — Hippolyte sp. n.; 17 Ampbip.;
9 Isop. (Cassidina n. sp.). Hf.
Van Beneden, siehe Beneden, van.
Vayssiere, A. Atlas d'anat. comparee des Invertebres. Paris
4f'. 60 Tfl. — Crust. Tfl. 17—24 (24 Xiphosuren). Hf.
Vedeler. Nerver i Hummerens Ovarie. Arch. for Math, og
Naturvid. XIV p. 94—100, 1 Taf. — Bebandelt die Anat. u. Eist,
des Ovars von Homarus überhaupt.
Viallanes, H. Sur la structure des centres nerveux du Limule
(L. polyphemus). C. r. acad. Paris, T. 111, p. 831 — 3. Vf. unter-
scheidet 1, ein Protocerebrum, entsprechend dem der anderen
Arthrop. ; es besitzt 2 faserige Knötchen oder Loben verbunden durch
eine praeoesopbagiale Commissur, die Loben haben eine Rinde
grosser unipolarer Zellen und geben je einen Nerv für das Neben-
auge ab. Der Nerv des zusges. Auges verbindet sich mit dem
Protocerebrum durch einen Lohns opticus, der (ähnlich dem der
Crust, u. Ins.) eine GangHenplatte, e. Chiasma extermmi u. innere u.
äussere Markmassen enthält; doch ist er bei Lim. kleiner u. in die
Hirnmasse versenkt. Jedem Protocerebral-Lobus ist (wie bei Insekten)
ein Corpus pedunculatum angefügt; über dem Protoc. verästelt es
sich stark u. bildet 99% der Masse des Hirns. Hinten an das
Protoc. schHesst sich 2, das ,,Cerveau posterieur", bestehend aus
1 Paar nervöser Massen, die durch eine praeoesoph. Comm. verbunden
in der Carcinologie wahrend des Jahres 1890. 377
sind u. dem Nerv der Cheliceren den Ursprung geben. Es
folgen 3, die Seitentheile des Schlundrings aus 5 Paaren von
Gangliencentren bestehend u. die 5 Kieferfüsse innervirend; ihnen
entsprechen die 5 postösoph. Commissuren (die Öfter scheinbar theil-
weise verschmelzen). 4, Hintertheil des Schlundrings aus 2 Paaren
eng verbundener Gglcentren zusammengesetzt und bezw. den falschen
Thoracalfuss u. das Operculum innervirend. ///.
Wagner, J. [üeb. Entwickl. der Schizopoden] Russisch. Vyest-
nik, Petersburg, I p. 13—15, 78—80, 103—4. ///.
Walker, A. 0. (1) Note on some habits of Crustacea. Pr.
Trans. Liverpool biol. soc. IV p. 84 — 86. — Oniscus asellus L. kann
15 Stunden unter Wasser leben. Atylus (Amphipoda) u. Dorippe
(Anomura), vergl. Garstang. ///.
— (2) [4] Report on the higher Crustacea of Liverpool Bay
taken in 1889. Ebd. IV, p. 239—251 , Tfl. 16 (vergl. 3. Rep. im
Ber. 89). — Vergl. Siriella, Mysis, Gastrosaccus ; Cuma, Lamprops,
Diastylis; Cymodocea; Amphipoda. 29 Sp. n. f. Livp., 4 n. f. England.
Bem. über Lebensfärbung, Biologie, Geschlechtsdimorph, etc. Hf.
— (3) Nature, Vol. 41, p. 296—7 (V2 Seite; Auszug aus 1),
Siehe Garstang. Hf.
Watase, S. On the morphologie ofthe Compound eyes of the
arthropods. Johns Hopkins Univ., Stud, biol. labor. IV (No. 6) S. 287
— 334. Tfl. 29 — 35. — Vf. schildert hpts. das Auge von Serolis,
Talorchestia, Cambarus, Homarus, Callinectes und besonders das von
Limulus (auch Entwickl.) u, resumirt (p. 323): Das Ommatidium von
Serolis kann zurückgeführt werden auf eine einfache ektodermische
Einstülpung der Haut; auch für die obengen. andern höhern Crust.
trifft diese Deutung des 0mm. zu u. findet ihre stärkste Stütze in
der Thatsache, dass bei Lim. das 0mm. ein ofihes Grübchen der
Haut darstellt. Wenn man annimmt, dass diese Grube des Lim.
sich vertiefte und dabei Modificationen in Bau u. Anordnung der
componirenden Zellen stattfanden, so kann man die Wahrscheinlich-
keit der Grundanschauung, dass das 0mm. des zusammengesetzten
Arthropodenauges eine unabhängige Hauteinstülpung ist, nachweisen.
Danach wäre die Einheit des zusges. Auges kein so complicirtes
Gebilde, wie manche glauben ; die enorme Zahl der 0mm. auf einem
bestimmten Räume der Haut findet eine Parallele in dem bekannten
Hergang bei Bildung morphologischer Organe, d. h. in der Ver-
dopplung der einfachen Einheit. (Vergl. auch Bertkau, Ber. üb.
Entom. 90, p. 7.) ///'.
Weiss, F. E. Nature Vol. 41 p. 272 (12 Zeilen), s. Garstang. ///.
Weldon, W. F. R. (1). The variations ocurring in certain
Decapod Crustacea. I Orangen vulgaris. Proc. roy. soc. Lond.,
Vol. 47, p. 445 — 453. — Galton's Resultat, gewonnen an Menschen
u. Hausthieren wird vom Vf. durch statistische Messungen an völlig
frei lebenden Formen bestätigt. Die Schildlänge u. einige andere
(relative) Maase an Cr. vulg. von Plymouth, Southport u. Sheerness
378 J^J'- F, Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
zeigten, dass an jedem Ort der Mittelwerth jedes Masses sich ändert
(247,5 bis 250), aber auch die Abweichungen vom Mittel (3—4,53);
die Frequenz der Abweichungen harmonirt indess immer mit der
Irrthumscurve. Selektion erhöht die Häufigkeit der Abweichungen
also nicht. ///".
— (2) Palaemonetes varians in Plymouth. J. mar. biol. assoc.
Un. Kingdom (2) I 459 — 461. — Variation der Erwachsenen bez.
der Rostralzähne für 915 Expl. Die Entwickl. nach dem nordischen
(Salzwasser-)Typus, obgleich der natürliche Aufenthalt schwachsalziges
W. u. das Experiment im süssem Wasser erfolgte. ///'.
Weldon und Fowler. The rearing of Lobster Larvae. J.
Mar. biol. assoc. Un. Kingdom (2) Vol. I p. 367—370. — Nur bis
12 Tage nach dem Ausschlüpfen am Leben; Nahrung Oberflächen-
Thiere (Dekapodenlarven). Hf.
Weltner, W, Branchipus (Chirocephalus) cervicornis n. sp. aus
Südamerika. Sitzb. Ges. Natf. Fr. Berlin, März 90, p. 35—41, 6 Xyl.
— Vergl. Phyllopoda. Hf.
Whitelegge, T. List of the marine and freshwater Invertebrate
Fauna of Port Jackson and neighbourhood. J. r. soc. NSW. XXIII
163—332. — Crust. de Meeres p. 212—32, des Süssw. 317—20. ///.
Wiedersheim, R. Bewegungserscheinungen im Gehirn von
Leptodora hyahna. Anat. Anz. V 673 — 9, 5 Xyl. — Die Bewegungen
treten hauptsächlich in dem vorderen Drittel des eigentl. Gehirns,
also hinter dem Ggl. opticum auf; sie bestehen in trägem Fliessen
der Zellen u. Körner, im Trüb- oder Hellwerden der Elemente, Er-
scheinen von Vacuolen etc. Zur besseren Beob. ist Cloroformirung
nöthig. Die einzelnen Hirntheile (alle unpaar) werden von hinten
nach vorn kurz geschildert u. benannt als: wurstf, walziges, kugelf.
Gebilde, Pars mobihs des eig. Gehirns; hinterer Bezirk, Körnerzone,
vord. Bez. des G. opt. [Die Bewegung 1891 von Samassa anders
gedeutet.] Hf.
Wilson -Barker, D., Nature, Vol. 41, p. 297 (11 Zeilen),
s. Garstang.
Wrzesniowski, A (1). Ueber drei unterirdische Gammariden.
Z. f. wiss. ZooL, Bd. 50, p. 600—724, Tf 27—32. — Historisch. Vor-
bem. 602—612. Ueb. die Gatt. Gammarus, Niphargus, Eriopsis
(nom. n.) Crangonyx, Goplana u. Boruta (g. n.) p. 612 — 642. Beschr.
V, Niph. tatrensis n. sp., N. putianus var. n. (Böhmen) und 4 nom. n.,
Uebers. der bisher bek. N.- Arten, Boruta sp. n. (Tatra) 642-687.
Die von de Rougemont behaupteten Metamorphosen der Gatt. Niph.
bei den Häutungen werden bestritten u. die von R. zu 1 Art zusammen-
gezogenen Species aufrecht erhalten p. 687—694. Geogr. Verbr. der
unterirdischen u. tieflebenden Süsswgammariden ; Stammbaum dieser
Formen; p. 694—706. (Vergl. Syst.) ///'.
— (2) Ueber drei unterirdische Amphipoden. Biol. Centrbl. X
p. 151—9. — Vorl. Mitt. zu voriger Arbeit; vergl. auch Ber. 89,
S. 369 üb. die erste (poln.) Publ. aus d. J. 1888. Hf.
in der Carcinologie wahreud des Jahres 1890. 379
Zacharias, 0. Ein interess. Kapitel der Seenkunde. Biol.
Centrbl. X p. 123 — 8. — Die sog. Relictenseen sind nur z. Th. ehe-
malige Meerestheile. In die meisten sind die sog. Relictenformen
durch passive Wanderung aufgestiegen. Hf.
Zschokke, F. (1). Beitrag z. K. der Fauna von Gebirgsseen.
Zool. Anz. XIII p. 37—40. — 3 Seen der Schweiz (NO -Grenze von
Graubünden) untersucht; der See von Partnun (1874 m hoch) enthält
Crust.: Lynceus quadrang.u.sphaer., Cypris compressa, Cyclops tenuic.
u. elong. See von Tilisuna (2100): L. quadr. u. acanthocercoides,
C. compr. See von Garschina (2189 m): L. qu., C. compr., Cyclops
serrul., Diapt. castor, Gamm. pulex. Hf. Vo.
— (2) Faunistische Studien an Gebirgsseen. Verh. Naturf.
Gesellsch. Basel. Bd. 9. pg. 1. Vergl. Zsch. (1).
— (3) Faunistisch- biologische Untersuchungen an Gebirgsseen.
Biolog. Centralbl. Bd. 10. pg. 205.
IL Uebersicht nach dem Stoff.
Für das vorstehende alphabetische Verzeichuiss. (Systematik siehe unter lU.)
Allgemeines und Vermischtes.
Litteratur: Gerstäcker, Geschichte u. Litt, der Dekapoden.
Lehrbücher: Boas; Vayssiere.
Nomenklatur. Populäres. Oekonomisch Wichtiges.
Methoden: Hansen, Untersuchung u. Zeichnen der Giro) aneu; Bouvier^^j^
Gefässinjektion ; Nussbaum, Consej-viren der Cirrip. ; Koschewnikoüf , Aquarium.
Vermischtes: Herzenstein, Verschleppung einer Coenobita.
Anatomie, Physiologie, Entwicklung.
Anatomie. Morphologie u. Terminologie: Dollfus ^), Term. der
Isopoden; Sars ^), Term. der Amphipoden. Marchai •*), Antenne I.
Anatomie, gesammte: Boas, Lehrbuch; Vayssiere, Atlas; Ehrenbaum,
Crangon; Mayer, Caprell.; Kerherve, Moiua; Müller ^)^, Cypridiuiden u. Halo-
cypriden; Claus, Cypriden; Nussbaum, Cirripedien.
Haut: T. J. Parker, Paliuurus u. Paranephrops ; Sars '), Amphipoden;
Bovallius, Oxyceph.; P. Mayer, Caprell.; Dollfus 3), Isop.; Ambroun^), Glanz
der Sapphirinen; A.-), Cellulose in der Haut.
Mundtheile: Ortmann, Dekap.; Hansen, Isop.; Dollfus^), Isop.; Mayer,
Caprell.
Muskeln: Rutherford, Hist.. u. Physiol; Nussbaum, Homarus (in Kap. IV)
u. Branchipus.
Nervensystem u. Sinnesorg.: Retzius, Histol.; Pogojeif, HistoL;
Vedeler, Hummer-Ovar.; Bouvier *) '"), Dromia bez. Coenobita; Villanes, Limulus;
Wiedersheim, Bewegungen im Hini; Steiner, Hirnfunktion; Bourue ^), Copep.;
Richard ^) , Cop. — Dollfus ^). Ocellen der Isop. ; Watase, Phylog. des Auges u.
seine Entw. bei Limulus; Parker ^), Auge v. Homarus, Histol. u. Entw.; Parker -)
3S'0 Dl'- F- Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
blinder Cambarus; Beddard, verkümmerndes Auge v. Arctui'us; Richard *)
blinder Copepode; Courtin, fehlendes Auge (Carcinus).
Circulationsorg.: Bou vier "*)'') ^0 > Dekap. besonders Cardisoma; ß. ^),
Anomuren; B. '") Paguriden; vergl. auch B. *) — '') u. ^-).
Darm u. Coelom: Costes, Drüsen.
Kiemen: Ortmann, Dekap ; Bouvier ^)^)*)"), Athmung der Dekapoden,
besonders Cardisoma; B. ^'^) abdominale Lunge bei Coenobita; B. ^) Anomuren.
Excretionsorg.: MarchaP) Astacus; M.-)u. ^) Dekapoden; M.^) Brachy-
uren; Bouvier-*) ^), Dromia; B. ''), Gebia; B. ^") Coenobita.
Geschlechtsorg. u. sekund. Charakt.: Vedeler, Ovarium v. Homarus;
Herrmann, Spermatogenese der Dekap.; Hacker, Oogenese v. Cyclops; Bernard,
Apodiden sind normale Zwitter; Mayer, Zwitter bei Caprell. — Canu')-), sek.
Geschlchar. der Copep.; Pfeffer-), dimorphe $ bei Portuniden; Bonnier^), dim.
(^ bei Amph. ; Hansen, Isop.
Abnormitäten: Courtin, Auge.
Histologie: Mayer, Caprelliden; Nussbaum, Cin-ip. ; Ambronn, Haut;
Rutterford, Muskeln; Pogojeff u. Retzius, Nerven; Watase, Auge; Vedeler,
Ovarium; Herrmann, Spermatog.; Hacker, Oogenese.
Physiologie: Andrews, Abwerfen der Scheeren; Blanchard, rother Farb-
stoff des Diapt.; Rutherford, Contraction der Muskeln; Müller ^), Leuchten der
Cypr.; Bouvier, Athmung und Circulation, Cardisoma u. Coenobita: Walker^),
Athm. Oniscus.
Entwicklung. Ontogenie: Boas; Lehedinski^) -), Eriphia; Herrick,
Homarus; Ehrenbaum, Crangon; Wagner, Schizop. ; Perey. u. Ross., Amphipoden;
Roule, Porcellio; Nussbaum, Cirrip.; Kingsley, Limulus. — Hacker, Oogenese
Cycl. ; Herrmann, Spermatogenese Dekap. ; Leichmann, Eiablage u. Befr. Asellus;
Solger, Richtk. Baianus; Parker^), Auge, Homarus; Watase, Auge, Limuhxs,
— Thompson-^), postembr. Entw. Crust.; Sars-^), Crangon-Larven ; Weldon, Palae-
monetes; Bovallius, Oxyceph.; Wrzesniowski, Gammariden-Metamaa-ph. bestritten;
Canu -) ^), Copep. postembr.
Phylogenie u. Variabilität: Mayer, Phylog. der Caprell.; Wrzesniowski,
Stammb. der Gammar. — Weldon, Variabil. von Crangon u. Palaemonetes;
Walker-), Färbungsvar. Amphilochus.
Biologie. Sterry, „Crabs"; Hargill, Cambarus; Ehrenbaum Crangon;
Herzenstein, Coenobita; Andrews, Autotomie; Demoor, Gang; Hilgendorf, Fi;ss-
bewegungen, Squilla; Courtiu, Häutung 4 Jahre unterblieben; Garstang U.A.,
Maskiruug; Heilprin, Schutzfärbung; v. Monaco, Druck; Blanch. u. Rieh., Salz-
seen-Crust.; Hensen, Optimum des Salzgehalts Cladoc. ; Müller^), Leuchten der
Ostrac. ; Wrzesn. ') -) , Dunkelleben der Gammariden ; Aubert u. Dollf., blinder
Oniscide; Beddard, Augen der Tiefsee- Arcturus; Richard*), blinde (unterird.?)
Bradya; Parker-), blinder Cambarus; Groom u. Lob, Lichteinwirk. auf Cirrip.-
Nauplius; (anonym) riesiger Homarus; Meinert, Leuchten von Ligia.
Tiefsee: v. Monaco.
Parasitismus (aktiver) u. Commensalismus: Leidy, Copep. auf
Mola; Courtin (eher Commens.); van Beneden. Cirrip. u. Cyamus auf Walen.
Parasitismus (passiver): Chilton^), Astacidae; Pouch et, Copep.; Nuss-
baum XIIT, Gregarinen in Cirrip.; Joubin, Nemertinen in Galathea.
in der Carcinologie wählend des Jahres 1890. 381
Fortpflanzung: Kerhei-ve, Moina; ßeniard, Apns (Zwitter); Hansen,
Brutpflege der Isop.; Leicbmann-) desgl.
Krankheiten: Rabe, Astacus; Courtin, atrophirtes Auge.
Züchtung: Weldon u. Fowler, Homarus.
Nutzen: als Fischnahrung, Sim, Entomostraca.
Geographische Yerbreitiing.
Meeresfaunen.
Allgemeines: Ortniann, Macruren; Bouvier-), Coenobita; Bovallius, Oxy-
cephaliden; Mayer, Caprelliden; Hausen, Cii'olanen; Müller^) -), Cypridinen u.
Halocypr.
Tiefenverbreitung: Milne - Edwards, Acantheph. 1650 m; v. Monaco,
Mittelmeer; Chevreux, Orchoraene 475 m; Beddard, Augen v. Arcturus.
Arktisches Meer: Sars^) Amphip.; Sars-), Norg. Orust. ; Sars^), Crangon-
Larven; Pfeffer^), Jeretik; Knipowitsch, Cirrip.
Atlantischer Ocean: Sars^)-), s. oben; Lütken mediterr. IiTgäste;
Henseu, östl. Ostsee; Meinert, dän. Malac. ; Bourne-), Nordsee u. "Westschottl. ;
Scott 1) Firth of Forth; Mlntosh, Ostschottl.; Thompson i), Liverpool; Walker 2)
Liverp.; Corniscb, Cornwall; Bourue^), S.-W.-Irlaud; Taylor, Brittauuieu; Giard^)
Boulogue; Gadeau de K., Nordfr. Palaemonetes ; Canu^), Boul. Copep.; Chevreux^),
Microprot.
Milne-Edwards, Acanteph. Monaco; v. Monaco, Tiefsee; Gourret, , Marseille;
Cano, Neapel, Dekap.; Giard u. B.-), Neapel, Callian.; Bouvier i), Pagiir;
Mayer, Caprell.; Chevreux'-), Orchomene; Giard u. B.^), Epic. Neapel; Car,
Adria, Sapphir.
Heilprin, Bermudas Dekapod.; Leidy, Copep.; Hansen, Westind. Cirol.;
Pocock ^), Fern. Norouha; Ortmann, südbras. Macruren.
IndopacifischesMeer: de Man, Dekap.; Ortmann, Mauritius Macruren;
Mayer, Capr. Ceylon u. Ostasien; Pocock, Dekap. Ostasien 16° N.; Ortm.,
Japan Macruren ; Müller i), Cypridiueu Japan ; Pilsbry, Japan Cirr. ; Whitelegge,
Port Jackson; Ortm., Tahiti etc. Macruren; Thomson, Neuseeland Palinurus;
Mayer, Californien; Nussbaum, Calif. Cirr.; Hilgendorf, Westmexico Squillide.
Antarktisches Meer: Eintheil. der antarkt. Regionen. Liste der
Crustacea. Pfeffer ^).
Land- u. Süsswasserfaunen.
Allgemeines: Hensen, Plankton; Zacharias, Relictenfaunen ; Dollfus*),
Challenger, Isop. (atl. u. pac. Inseln) ; de Guerne u. Rieh. ■*), Calanideu.
Europa: Sars-), Norges Crust. ; Heuson, Stettiner Haff; Scott-), Schottl,
Loch Coulter, Entomostraca; Weldon-), England Palaemonetes; Thallwitz,
Dresden Dapbnia; Poppe i) u. Imhof^)-)^), Bosmina; Zschokke ^)-)^), Schweiz;
Imhoff*^), Calauiden; Henscher, Alpen Entomostr.; Imhof'% Kärnthen (pelag.);
AVrzesn. , Böhmen u. Polen Gammar.; Jurinac, Kroatien; Daday^)-) Branchip.
u. Diapt. Ungarn; Imhoff"*), Galizien.
Richard*), Paris, Bradya; Kerherve, Moina; Labbe, Mayenne; Rich.^),
Höhleu der Auvergne, Entom.; Aub. u. Dollfus, Marseille Onisc; Dollfus^),
Frankr. Onisc; Moniez, Sicilien Entomostraca.
Matile, Moskau Cladoceren.
382 Dr. F. Hilgeiulorf: Bericht über die Leistungen
Afrika: Bland), u. Eich., Salzseen Algier; de Guerne n. Rich.^) -), West-
afr. Diaptomus.
Asien: Poppe n. Eich.') -), Ostasien Entomostraca ; Fritze, Shanghai
Leptodora.
Australien: Thomson, Neuseeland Astacidae; Chilton, Neuseel. Astacidae;
Whitelegge, Port Jackson Crustacea.
Amerika: Richard^), Belle-Isle Entomostraca; Faxon, Astac; Forbes,
Wisconsin (Amphip., Clad., Cop.). — Weltner, Argentinien Branchipus.
III. Systematik.
NB.! Die neuen Arten und Gattungen sind durch cursiven Druck
gekennzeichnet.
Allgemeines. Boas (Lehrbuch der Zool.), Herrraann (Form der Sperma-
tozoiden systematisch verwerthbar, Dekapoden), Bouvier ^~) (Präparation des
Gefässsystems der Dekap.), B. ^) **) (Hautathmung der Dekap.).
Bracliyura.
Bourne fand im S.W. von Irland Atelecyclus heter., Portunus tubeix.,
Bathynectes longispina, Xantho tub., Anaraathia carp. (seit 73 v. England bek.),
Inachus dors. , Lispogn. thomsoui (seit 73 v. Engl, bek.), Stenorh. tenuir.,
Ebalia nux.
Meiner t zählt 18 zur dänischen Fauna gehör. Species: Cancer, Perimela,
Xantho riv. , Geryon, Carcinus, 4 Portunus, Corystes, Pinnot. pis., Eb. cranchi,
Eurynome, 2 Hyas, Inachus dory. (n. f. Dän.j u. dors., Sten. rostr. p. 211—6.
Ueb. antarkt. Brachyuren (s. Pfeffer) p. 20—21 u. 93-94; 17 Species der
Gatt. Eurypodius, Epialtus, Paramithrax, Pisoides, Libinia, Prionorh., Hali-
carcinus, Hymenicus, Cancer, Nectocarc, Platyon., Calappa, Hyopelt., Gomeza.
Inaehidae. Stenorhynchus, s. Robertson -) ; Excretionsorgane, MarchaP).
Ergasticus clouei, Neapel 150 m. tief; Cano p. 39.
Majidae. Maja, Gehiruexperimente, Steiner.
Hyas, s. Robertson ^). Maskirung, Garstang.
Hyastenus (Chorilia) tenuicornis , enorm lange u. divergirende „rostral
spines"; 7 mm breit, Chin. Meer, 25—32 Fd. Pocock-) p. 76. (Vergl. Naxia.)
Naxia taurus, 14 mm breit, Chin. Meer 32 Fd.; Schlüssel der bek. Sp. von
Naxia; hystrix, robill., elegans (hat auch den Nebendorn am Rostram u. hätte
von Miers consequenterweise zu N. gestellt werden müssen statt zu Hyast.),
taurus, hirta, serpulif. — Pocock -) p. 77.
PerieePidae. Mithrax (Teleophrys) cristulipes Stps. var. oder n. sp.?,
Fern. Noronha; ebd. M. verruc, M. (Mithraculus) coron., sowie Micro phrys bicorn.
Pocock^).
Mithraculus hirsutipes, Bern.; Bermudas, wo auch Microphrys bicornutus;
Heilprin p. 147.
Parthenopidae. Heterocrypta marionis bei Neapel, Cano 39.
Caneridae. Pocock^), p. 510 sammelte Carp. corall., Actaea acantha,
Leptod. amer., Lophact. lob., bei Fern. Noronha.
in der Carcinologie wühreiul des Jahres 1890. 383
Platycarcinus pagurus, Excretionsorgan, Marclml^); lebt 4 Jahre ohne
Häutung, Courtin.
Actaea tesselata, nahe rufopunct.; beide Sp. im Chin. M., Pocock-) p. 74.
Actaea setigera, Bemerk ; Bermudas, wo auch Panopaeus herbsti var. serr.;
Heilprin p. 147.
Carpilodes tristis, Tahiti, Untersch. von laevis; de Man, p. 50.
Actaeodes richtersi, Tahiti, $ ad. u. (^ juv. beschr.; de Man, p. 51.
Xantho punctatus, de Man p.52, Tf. III 1 (Scheere de.s (^); X. nudipes
((^ juv. u. 5 juv.), ebd. ; X. (Lachnopodus) tahit. , ebd.
Lophozozymus .superbus A. ME. nee D., Upolu, $ jun.; de Man, p. 53.
Leptodius gracilis, Ponape, von gracilis versch.; de Man, p. 54.
Chlorodopsis areolata, (^jun., Fidschi-I., beschr.; de Mau, p. 54.
Eriphiidae. Heteropanope serratifrons , Untersch. v. iudica; de Man,
p. 56, Tf. III 2 (Scheere ^).
Pihimnus globosus D., Beschr. (actumnoides versch); de Man, p. 59,
Tf. III 3 (Scheere); P. tahitensis, Scheere Avie cristimanus sonst ähnl. vestitus,
10 mm breit, ebd. 61, IIT 4.
Lobopilumnus agass., Bermudas; Heilprin, p. 147.
Trapezia guttata, Samoa, Bern.; de Man, p. 64; Tr. flavopunct. (syn.
latifrons), von rufop. nur durch Zeichn. versch., Tahiti ; ebd. 65. — Tr. coer.,
cym., gutt. u. Tetr. cavim. in ^/- — 20 Fd., Chines. M. ; Pocock-) p. 73.
Eriphia scabricula, Untersch. v. smithi; de Man, p. 66.
Poptunidae. Dimorphismus der $, Pfeffer-).
Neptunus diacanthus, pelag., sanguiu., cribrar., Abd. der ^ u. die dimorphen
Abd. der $ abgebildet u. beschr., Pfeffer 2), p. 4-7, Tf. I, 11 1—3, 7-8. —
N. hastat., Bermudas, Heilprin, 147.
Callinectes, Auge; Watase.
Thalamita crenata, Abd. des ^, $ u. aberranten$, Pfeffer-), p. 7, Tf. II
4 — 6; Th. stimpsoni, nach dem Abd. ein Dimorphi.smus bei rj u. §, oder wohl
eher 2 Var., ebd. p. 6. II 9-11.
Portunus pusillus bei Boulogne, Giard^), p. 280.
Goniocaphyra truncatifrons 1888 wird syn. zu Oatoptrus nitidus 1870 (vergl.
unten); de Man, p. 67.
Carcinus maenas, grüne Drüse, MarchaP), Gehirn, Steiner, Muskel-
structur, Rutherf., durch Mytilus atrophirtes Auge, Courtin.
Corystidae, siehe hinter Leucosiidae.
Telphusidae.
Geearcinidae. Gecarcinus lateralis einzige Sp. auf Bermudas („G. lagost?"
Miers, Chall. XVII), nahe am Meer in 4 Fuss 1. Gängen. Heilprin, p. 148.
Cardisoma guanhumi, Hautathmung ähnlich wie Birgus, Bouvier ■')'*) ").
Farn? Catoptrus nitidus A. ME., dazu syn, Goniocaphyra tr. ; vergl.
Portunidae. [Wurde (1870) von ME. zu den Catometopen gestellt u. als Binde-
glied zu den Cyclomet. bezeichnet].
Oeypodidae. Xenophthalmodes moebii, Expl. von Djeddah noch mit kleiner
Cornea u. Merus der Mxp. III viereckig; de Man, p. 68, Tf. III 5.
Geryou 1837, Chalaepus 1856 damit zu vereinigen; G. tridens, 1 ^ unbek.
Herkunft beschr., auch Notiz über das Oiigexpl. des Berl. Mus. (nach Hilgdf.'s
384 Dl'- F- Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Angaben); Schlüssel der 4 bek. Sp. (5-dent., tridens, longipes, trisp.); de Man,
p. 69-75, Tf. IV 6.
Gonoplax aus dem Magen eines Gadus morrhua in Nordschottland; Taylor,
Zool. XIV 359.
Macrophthalmus crassipes (Origex.), verglichen mit dilat. (Origex.) u. carini-
manus; de Man, p. 76-9, Tf. IV 7-9 (Scheere der 3 Sp.). M. paeif. D., syn.
bicar. Heller; <^ u. ? ad. beschr., ebd. 79, IV 10 (Scheere).
Myctiris longicarpus (syn. deflexifrons Deh.); de Man, p. 83.
Grapsidae. Bei Fern. Noronha: Grapsus macul., Plag, depr., Leiol.
planiss. (sowie Ocypode aren); Pocock''), p. 512.
Leptograpsus ansoni u. planifrous versch. vom Origexpl. des L. varieg.;
de Man, p. 84.
Pachygrapsus crassipes, dazu wohl syn. Lept. gonagrus, aber maurus
versch.; de Man, p. 86, Tfl. V.
Goniopsis cruentatus, klettert auf Mangrove-Stämme ; bewerkenswerthe
Schutzfärbung ähnl. den abgefallenen Blättern; Bermudas-I., wo noch Nautil.
min., Grapsus mac, Pachygr. trausv. (häufig), Cyclogr. integer, Sesarma cinera
(häufig). Heilprin, p. 148-9.
Sesarma aubryi , Untersch. v. rouss. (mit diesem vermengt 1887), de Man
p. 93. S. edwardsi var. brevipes, Maasse; ebd. 94. S. sniithi, Fidschi, Maasse;
ebd. S. atrorubens, Fidschi, Maasse; ebd. 95. S. trapez., die var. lougitarsis
wohl nur individ. Abweichung ; p. 96. Schlüssel der 9 indopac. Sp. der Sectio III
(ohne Seitz., Hand mit Kammleiste): picta, leptos., melissa, edam., anders, u.
die 4 folg. Sp.; ebd. 97. S. quadr., dazu affinis Deh. als Var., aspera Hll. desgl.;
ebd. 99. S. erythrodact., Bem., ebd. 100. S. bataviana, viell. = melissa, 16mmbr.;
Batavia; ebd. p. 101—4, Tf. VI 12 (Scheere). S. barbimana, nahe andersoni,
aber Scheerenfinger aussen bärtig., der bewegl. mit 12 Querwülsten, 11 mm br. ;
Batavia; de Man^), p. 104, VI 13 (Scheere).
Clistocoeloma mergu., Var. mit 2 Seitenz., schmalen Füssen u. glatter
Scheere; Araboina; de Man, p. 92.
Plagusia speciosa, Untersch. von immac. u. depr. ; ebd.
Pinnoteridae. Rhizopidae.
Calappidae. Calappa flammea, Vaterland (bisher unbek.) ist Bermudas-
Insel, wo als einziger Oxystome gesammelt. Heilprin, p. 149.
Leueosii^ae. Ebalia uux, dazu ist Autor A. Milne-Edwards nach Norman
[falls M.-E's Kecueil de Figures 1883 (s. Ber. 85/86) als rite publicirt gilt] oder
[sonst] Pocock 1889 (s. Ber. 89); Pocock^). — Eb. tumef. bei Boulogne, Giard^),
p. 280.
Corystidae. Atelecyclus heterodon in e. Kabliau bei Aberdeen; Taylor.
Anomura.
Anatom. Beziehungen zw. Anom. u. Macruren, Bouvier^).
Zur dänischen Fauna gehören: Lithodes, 5 Eupagurus, Porcell., Galathea
strigosa (n. f. Dan.), squam., nexa, interm.; zus. 10 Arten; Meinert, p. 216—220.
Antarkt. Anom., Pfeffer-'), p. 21, 94 (9 Sp.: Lithodes, Paralomis, Eupagurus,
Pethrolisthes, Porcellanopagurus, Porcellanella, Munida Galathea).
Dorippidae. Dorippe, Maskirung; Garstang.
in der Carciiiologie während des Jahres 1890. 385
Dromiidae. Dromia nach der innern Anatomie zw. Brachyuren u.
Macruren stehend, Bouvier^) ^). — Maskirung, Garstang, Walker^). Dromia-
Larve als Irrgast in Norwegen, Lütken.
Homolidae. Raninidae.
Hippiidae. Remipes scutell. bei Fern. Noronha; Pocock, p. 515.
Albuneidae. Lithodidae.
Paguridae. Coenohita athmet Luft, besitzt am Abdomen e. complicirte
Lunge; Bouvier'°). — Excretionsorg. v. Eupag. beruh. , Marchai-). Coenohita
diogenes, derzeit schon 1 Jahr lebend gehalten: Bermudas, wo auch Calcinus
obscurus u. Clib. tricolor nicht selten; Heilprin, p. 149. — C. diog. nach Peters-
burg verschleppt, Herzenstein.
Coenohita, 7 Arten u. weitere 7 Var. anerkannt; die letzten 2 Sp. (rüg. u.
perl.) mit röhreuf. vorspringender Ejaculationsöifniing der ^. C. clyp. Latr.
(nee Hb. nee Owen) auch durch 3 linke zweiästige Abdanhäuge der (^ den
Pagurus ähnlicher, var. brevimauus D. (auch bei Gahon?); C. diogenes (syn.,
clyp, Hb.), zuweilen noch Abdauh. beim (^, auch bei Bombay?; C. cavipes
häufig u. weit verbreitet im indopacif. M., meist verkannt; C. spinosa (syn.
brunnea u. Birgus hirs.), ob mit Ejacröhr.?; C. olivieri näher spin. als compr.,
Neucaledonien ; C. rugosa M. E. 1837 (syn. clyp. Owen nee Latr.), 4 Formen
a) typus (nachträgl. als Var. zu d), b) var. granulata (Palaos, Sandwich, Madag.),
c) var. jousseaumi (Aden häufig), d) corapressa 1830 (nachtr. als typus bezeichnet,
syn. violascens, Bourbou, Indien, Panama) hierzu viell. als juv. carnescens D.
oder höchstens var. zu rugosa; C. perlata, nur rechts eine Ejacrör. heim ^,
dazu viell. 3 Var. : a) purpurea Stp., b) panam. Streets (= intermedia Str.),
c) affinis Miers; diese Art, die von Pagurus am weitesten abweichende
Bouvier-).
Eupagurus anachoretus (Risso), dessen Deutung unsichei', daher als Eup.
pictus (M. E.) bezeichnet; .syn. sind annulic, rubrovitt. u. Clibanarius! mediterr.
Bouvier ^).
Eupagurus hirtimanus 88, ? syn. japon. 80, ? syn. sinuatus 58, Ponape;
nächst verw. ist traversi Filh. , aber dessen Hand mit 6 Läugsreihen conischer
Höcker; de Man, p. 107.
Calcinus elegans, Beschr. ; de Man, p. 108. C. nitidus Hll. (nee Richters
81), Tahiti, Beschr.; ebd. 111.
Clibanarius vulgaris (syn. infraspiu.), dazu als var. P. cliban. Hb.; de Man
p. 112. [Würde wohl Clib. cliban. Hb. heissen müssen.] C. taeuiatus (syn. P.
clib. Q. Gr. 24), Ost-NeuhoU., Untersch. von vulg., padav., striol., longitarsis; ebd.
113. — Clib. medit., s. bei Eupagurus.
Paguri.stes mac. hat e. Bürste von Schuppenhaaren auf dem Propodit des
4. Fusses, u. ferner (wie Pagurus striatus u. a.) an den unpaaren Abdfüssen des (^
eine kleine Anhangslamelle neben der grossen. Bouvier^), p. 17 der Cr. —
Kiemen u. Circulationsorg. v. Paguristes, Bouvier'').
Parapagurus pilosimanus (syn. jacobi), 400 Fd., ost- u. westatlantisch, n. f.
Engl.;Bourne') p. 316; ebd. erwähnt: Eupag. metic, p\ib., carneus(u.3Galatheidae).
Popeellanidae. Petrolisthes ? marginatus, ob P. asiatica var.?, Beschr.;
Fern. Noronha, 20 mm. ; Pocock '), p. 513. — Petr. armata, Bermudas; Heilprin
p. 149.
Aich. f, Naturgescli. .Taliig.1893. Bd. II. H.2. Z
386 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Galatheidae. Galatliea squani., Anatomie älmlich Porcellana; Gefässe,
Bouvier^). — G. strig., Excretionsorg., Marchai-); ohne parasit. Nemertinen
Jon bin.
Macrura.
Bezüglich der Anatomie, Entwicklung etc. vergl. die Uebersicht S. 379 u.
nnten bei den betreff. Gattungen.
Ortmann p. 442 theilt mit Boas die Decap. in Natautia u. Rept. , erstere
wieder in die Penaeidea (statt Penaeidae Boas, Decap. Slaegtskabsf. 1880, p. 156)
u. Eucyphidea (Eucyphotes B.); dem genieinsamen Ursprung der Bept. n. Nat.
noch nähei' placirt Vf. die Stenojndea, von Pen. haupts. durch trichomoj'phe Kiemen
versch. (p, 443, 538). Die Penaeidea mit 2 Farn : Penaeidae u. Sergest. Von
den Eucyph. wei'den 13 Farn, auf ihre Verwandtschaft untersucht (Gnathophyll.
Hymenoc. u. Rhynchocin. werden eigne Farn.), p. 454 — 62, Stammbaumfigur 463.
Macruren der dänischen Fauna: Axius; Calocaris macandreae (n. f. D.);
Gebia stell, (n. f.D., syn. delt. u. litt.); Homarus; Nephrops; Crangon vulg. u.
allm. ; Cherophilus nanus; Pontoph. norv. u. spin. (n. f. D.); Nika; Athanas; Hippel,
gaim., spinus, cranchi, pus.; Virh. varians u. fasc. ; Pand. brevir. ; mont. , bor.,
serr. ; Pal. squilla u fahr.; Palaemonetes varians; Pasijjhae tarda (n.f.D.). Im
ganzen 26 Sp. Meiner t p. 220-7.
Autarkt. Macr., Pfeffer »), p. 22, 50, 94 (10 Spec: Crangon, Alpheus,
Hippol., Nauticaris, Pandalus, Oampylonotus, Leander).
(Pyloehelidae.) Thalassinidae.
Callianassidae. Callianassa truncata, Neapel, 31 mm; Hand nur wenig
grösser als Carpus, Zahn des Brachium gesägt, Telson länglich u. trapezf. (hei
subt. halbkreisf.). Giard u. Bonnier-) p. 362, Xyl.
Gebia deltui-a, Excretionsorg; MarchaP); Excretorg. , Gefässe, Darm
beschr. , schon mehrfache Hinneigvmg zu Pagurus, Bouvier'^). — G spinigera,
Feinando Noronha; Pocock^), p. 515.
Axiidae. Axius-Larve, Abb., Gourret. Thaumastoehelidae.
Seyllaridae. Scyll. sculptus , Bermudas als Vaterland erkannt; hier auch
ein Palinurus (wohl americanusj. Heilprin p. 150.
Arctus ursus var., Tiefsee bei Neapel, Schild gleich lang wie breit (22 mm),
Cano, p. 39.
Palinuridae. Excretionsorgan, Marchai ■\). Skelett, T. J. Parker.
Panulirus inermis, juv. (Cephaloth. nur 11 mm 1.), Basalpsatte der Ant. I
ohne Dornen, Fernando Noronha; hier auch echinatus u. ornatus (auch von
Panama); Pocock ^), p. 516.
Epyonidae.
Homaridae. Homarus vialg., Muskelstructur, Ruth erfor d; Kiefermuskeln,
Nussbaum IV; Nerven, Retzius; Auge, Watase (H. amer.); Excretionsorg.
Marchai-); üvarium, Vedeler; Ontogenie (H. amer.), Herrick; Entw. des
Auges, Parker^), G. H. — Versuch künstl. Züchtung, Weldon u. Fowler. —
Maasse e. riesigen Hummers: Rostrum -Telson -Länge 18 Zoll; „crusher claw"
17^/4 Zoll, 12 Umfang; GeAvicht 9 Pf. 6 Unzen; bei Withy gefangen. (Anonym)
Zoologist XIV p. 359.
Astaeidae. Astacus fluv., Gehiinexperimente, Steiner; Nervensystem,
Retzius u. Pogojeff; Gefässinjectioncn, Bouvier^'-). Ki'aukheit, Rabe.
in der Carcinologie waln'end des Jahres 1890. 387
Ast. klamathensis n. nigresceiis, Bemerk.; Faxon, p. 634.
Oanibarus. Faxoii liefert ein Supplement zu seiner Revision of the Asta-
cidae 1885. Seine Bemerk, betreffen 29 Formen: C. blandingi, bland, acutus,
versutus, alleni (jetzt $ bek.), evermnnni (nahe alleni, Pensacola Flor., 7 cm,
p. 620), barb. (penicill. autt.), pelluc, simulans, grac, bartoni, bart. rob., longulus
(von bart. zu trennen), acum., dubius, diog., argillicola, setosus (die den andern
blinden Sp. , pell. u. hamul., gemein schaftl. Eigenschaften, Durchsichtigkeit,
Augen-Verkümmerung, Dünnheit von Leib u. Scheeren, Breite der Antenuen-
schuppe, sind Anpassungen u. ohne syst. Werth), afflnis, propinq., neglectus (von
prop. verschieden), viridis, nais, immunis, imm. spinir., rust., spinosus, Jiyla!^
(nahe putnami, 6 cm, im Black River Missouri p. 632), forceps, monteznmae,
S, 619-634.
Cambarus, Lebensweise, Hargill; Auge, Watase; blinde Augen, Park.-).
Paranephrops planifrons, syn. tenuicornis D.; Beschr., Abb.; auch südl.
von der Cookstr. (bis Greymouth); Pai\ neo-zelanicus, syn. setosus; Beschr. u.
Abb., Südinsel excl. deren Nordvs^est-Theil. Beide Arten variabel; das Vor-
kommen der Gatt, auf Fidschi geleugnet. Chilton^). Commensaler Trematode
des Paran., Ohilton-). — Skelet von Paran., T. J. Parker.
G. H. Parker 2).
Stenopidae. Bilden neben dem Penaeidea u. Eucyphidea eine 3. Abth.
der echten Macruren; sind theils primitiver als die Pen. (Mx. II), theils den
Reptantia ähnl. (Trichobr , Ein'meren), theils eigenthümlich (3. Fuss gross), sonst
den Pen. gleich. Ortmann, p. 443 u. 538.
Stenopus hisp. u. Spongic. venusta, Bern.; Ortmann, 539.
Sepg"estidae. Sergestes kommt nicht bei Dänemark vor. Mein er t, p. 227.
Lucifer typus die einzige Art des Genus, da auch die Untersch. gegen
reyuaudi nur auf individuellen Kennzeichen beruhen; Cano, p. 33—36, Tf. IV 2.
Penaeidae. Penaeus, Schlüssel für 7 Sp., hauptsächlich nach Petasma u.
Thelycum, p. 446. P. canal., Abb. des Pet. u. Thel., Tf. 36, Fig. 2; brasil.,
desgl., Fig. 1.; monoc, dsgl., F. 3; curvirostris, F. 4.; P. crucifer, Japan, viell.
der P. monoceros mancher Autt., Abb. des Th. u. P., Fig. 5; velut., desgl.
Fig. 6; semisulc, syn. mondon Bäte e. p. (^). Ortmann, p. 445 — 52. Penaeus
velutinus, bisher nurpacif.; bei Bermudas; Heilprin, p. 152.
Sicyonia lancifer,syn. : cristata, Japan; Ortmann, p. 453.
Steuopusculus spinosus (? = crassimauus Rcht.), Fern. Noronha; Pocock,
p. 523.
Gennadas im Mittelmeer, v. Monaco.
Crangonidae. Char. der Fam., Ort manu, p. 462.
Crangon vulg., Bem.; Ortmann, p. 530, Tf. 36, F. 25 (Mx. II). — Unters,
üb. Variabilität, Weldon'), — Anat., Entwickl., Biol. etc., Ehrenbaum. —
Excretionsorg., Marchai ■^).
Sars^) p. 135—147 untersucht die Larvenformen von Crangon vulg. n.
allmanni; durch einen Mediandorn am 3. Abdsgm. sind die Larven der ersteren
Art stets von allm. unterschieden (Cr. v. Tfl I 1—28, Cr. all. 29-31). — Bem.
üb. afflnis u. allm., Ortmann, 531, 532.
Cheraphilus, die Larven durch gedrungenere Körperform und durch Vor-
handensein (bei älteren Larven) von Schwimmästen auch am 2. Fus.spaar gegen-
Z*
388 Dr. F. Hilgeudorf: Bericht über die Leistungen
über Crangon ausgezeichnet; Sars-^) p. 147—153, Tf. II 1—21 fechinul.), 22—27
(nanus).
Pontophilus ist ausser durch grössere Kiemenzahl (6 -|- 1 rud.) auch durch
die Larven von Crangon verschieden ; das Rostrura u. die 3 Stacheln des Pleon
sind sehr lang, das Telson tief gespalten, Körper u. Füsse schlank. Sars^),
p 153—168, Tf. III (P. spinosus), IV (P. norv.) — Pont, trisp., norv., spin.,
Bern.; Ort mann, p. 533.
Sabinea septemc, dazu gehört als Larve Myto gaim. Kr.; schon beim Aus-
schlüpfen 7,7 mm 1., ausgezeichnet durch Seiteudornen am 1. — 5. Abdsgm.; Sars^)
p. 168—180, Tf. V, VI 1—13. — S. sept., Bern.; Ortmann, 536.
Sclerocrangon, dazu vi^ohl Cheraph. agassizi S. Smith; die Gatt, hat grössere
Eier als andere Crangoniden, die Jungen schlüpfen wahrsch. schon vpeit ent-
wickelt aus, einige Eistadien beob., dann aber erst Junge von 11mm., welche
schon dem Erwachsenen gleichen. Sars-'^), p. 180-8, Tf. VI 14—31. — Sei.
boreas u. angustic, Bern.; Oi'tmaun, p. 532.
Aegon fasc. u. cataphr., Bem. ; Ortmann, 535.
Nikidae. Char. der Fam., an sie schliessen sich die Orangonidae und
Gnatoph. an; alle 3 mit ungetheilter Mndbl., reducirtem medialen Theil der
Mx. II u. ohne Mastigobr. (Epipod.) an den Pereiop. ; Ort manu, p. 461.
Nika edulis, Japan; Ortmann, p. 528, Tf. 36, F. 24 (Mx. II). N. japon.
Beschr., ebd. 529.
Rhynehoeinetidae. Von den Hippolytidae nur versch. durch bgwegliches
Rostnim u. ungegl. Carpus des Pes II; Ortmann, p. 4.59 u. 507. Rh. typ.,
Mundtheile, Tii. 37, Fig. 7.
Alpheidae. Char. der Fam., Ortmann, p. 456.
Alpheus, damit zu vereinigen Alpheoides Pauls., weil die Anhänge an den
ersten Gl. der Pereiop. nicht abweichen. Schlüssel von 25 dem Vf. vorliegenden
Sp.; Ort mann, p. 468. A. edwardsi, dazu nicht syn. : brevirostris, avarus de
Haan (nee Bäte), strenuus [gegen Miers u. de Man], pacificus Hf, bisincisus;
dazu als var. pacif. D.; ebd. 470. A. avarus Fabr. nicht identificirbar; 471.
A. haani n. n. für minor Deh. (uec minus Say); ebd. 472. A. maerodactylus,
nahe haani aber Pollex so lang als Haud, Sidney; ebd. 473, Tf. 36, F. 10. A.
doliclwdacti/liiü, ähnl. haaui, aber Finger der kleinen Scheere sehr lang, klaifend,
Tokio-Bay, ebd., Fig. 11. A. acaiitliomerus, Merus des 3. u. 4. Fusses mit Dorn
unten, Tahiti; ebd. 474, Fig. 12. A. lobideus, ob var. v. strenims?; kleine Hand
gekerbt. Tokiobay; ebd. 474. A. strenuus, vergl. oben edwardsi; p. 475. A.
japon., syn. longimanus Bäte (Chall.), beschr.; ebd. 476, Tf. 36, F. 14. A. platy-
rhynchus Hll., syn. edwardsi ME, megacheles Norm, beschr.; ebd. 477 u. A;
dentipes 478. A. obesomanus n. var. japonica, 478. A. crinitus, beschr., Japan.,
A. brevirostris, syn. malab. var. Hf. (vergl. oben edwardsi); 479. A. malabaricus
F., syn. kiugsleyi 79 u. ? dispar Rand, p. 481. A. rapax, beschr.; 481. A. ruber,
Bem.; 482. A. parvirostris, Japan (Kagoshima), beschr.; p, 483. A. collumianus,
beschr., Kagoshima, Malediven ; ebd. 483, Tf. 36, F. 15., A. prolificus 88, beschr.,
Jaimn ; p. 484. A. laevimanus, Mittelm., beschr., ebd. 485, Fig. 16. A. macrocbirus
Rcht. (nee de Man, dessen Art zur laevis-Gruppe), Tahiti; ebd. 485. A. laevis,
syn. Alpheoides 1., Japan, beschr.; 487. A. gracilipes beschr. 488. A. frontalis,
beschr., Liu-Kiu-L, 489. A. pachychirus, beschr., Südjapan; Ort mann, p. 489,
Tf. 36, F. 17.
in der Carcinologie wälirend des Jahres 1890. 389
Alpheus paehychirus, Tahiti; besitzt e. winzigen Stirnstachel (Abb. Tf VI
14); Untersch. von criuitus, frontalis, latifrons (Abb. des Kopfes VI 15); de
Mau^), p 116.
Alpeus ridleiji, (p. 518) nahe edwardsi, welcher ebd., so auch minor,'? panani.,
obesomanus !, rodratipes (522) u. 2 unbestimmte Sp. ; im Korallenriff von Fernando
Norouha, Pocock, p. 518—23.
Alpheus avarus F., dazu syn. edwardsi u. bermudensis ; je älter desto tiefer
meist die Grube der Hand; Bermudas, wo auch A. minus u. der in der Lebens-
färbung abweichende fonno.sus. Heilprin, p. 150.
Gnathophyllidae. fam. n.; Charaktere; Ortmaun, p. 462.
Gnathophyllum elegans, Bem.; Ortmann, p. 537, Tf. 36, F. 26 (Mx II
u. Mxp. III). Gn. pallidum, ohne Zeichnung, sonst wie el. u. fasciol., Tahiti;
ebd. 537.
Hippolytidae. Char. der Fam.; aus ihr entstanden die Alph., Thalass.
u. Fand, durch einseitige Entw.; Ortmann, p. 458. Die Bate'sche Eintheilung
in Gatt, zu weit gehend ; die Seiten-Dornen vorn am Schild u. Zahl der Mastigo-
branchien hierfür nicht verwendbar. Nach Bau der Mndb. (ein- oder zweiästig,
mit od. ohne Plp.), des 2. Carpus (ob ein- od. vielgl.), nach Vorkommen von
Epipoditen auf Pereiop. u. von Epip. u. Exognath. auf Mxp. III unterscheidet
Vf.: Caridion, Hippel, (mit 5 Bate'schen Gatt, als Syn.), Virbius (= Hipp. Bäte)
Nauticaris, Latreutes, Lysmata; ebd. 493.
Hyppolyte. Schlüssel für 12 dem Vf. vorlieg. Sp. ; Ortmann, p. 495. H,
mann., Bern., p. 497, Tf. 36, Fig. 18 (Mndb.). H. gibber., Bern., ebd. 497. H.
phippsi, Bem., 498. H. gaimardi, Bem., 499, Fig. 19 (Mxp. III, mit Expodit!)-
H. bor. wohl nicht ^^ zu polar.; p. 502. H. ponajjensis, Ortmn,ma, p. 502, Tf. 36,
Fig. 20. H. geniculata, Besclir.; ebd. 503, Tf. 37, Fig. 3 (Thier u. Mundtheile).
Hipp, bunseni (die einzige ausser cranchi bek. Mittelmeersp.) nur von
Mallorca bek., jetzt in grösserer Tiefe bei Neapel gef.; ebd. auch Virbius lepto-
ceros; Cano, p. 36.
Hipp, s^etcarii, Stewart-!., 25 mm; Thompson, 259, Tf. XIII 1.
Hetairocaris n. g. (zum Gen. Hippolyte der alt. Autt. gehörig), der
pacif. Repräsentant des atl. Hetairus; wie dieser mit e. Supraorbital- u. nur
1 Antennalzahn u. mit 7-gl. Carpus des 2. Fusses. Aber Carpus des 1. F. beim
n. g. kurz u. tief concav (wie bei Hipp. s. s. Bäte 88), Rostrum unten ungezähnt,
die Frontolateralecke des Schildes gerundet , der Mxpd. III mehr verlängert-
Hipp. (s. s. Bäte 88) hat 3 gl. Carpus, Mxp, III kurz u. 2 Antz. — H. orientalis,
2 $ ovif. 40 mm; Ponape; de Man, p. 120-4, Tf. VI 16.
Hetairus, hierzu wohl nicht Hipp, rectir. Stp. (Japan), weil der Suprorbtz.
zu fehlen scheint; de Man, p. 121 Anm.
Latreutes, dazu gehört planirostris (nicht zu Platybema, wozu nur 1 Sp.,
rug(isum), auch in Südjapan; Ortmann, p. 505, Tf. 37, Fig. 4 (Mundth. u. Füsse).
L. laminirostris, sehr nahe dorsalis, Japan (Tanagava); ebd. 509, Fig. 5 (Thiei').
L. acicularis, Japan (Kadsiyama); ebd., Fig. 6 (Thier, Mundth., Füsse).
Pandalidae. Char. der Fam.; Ortmann, p. 457.
Pandalus, Bate's Theilung der Gatt, (in Plesion., Nothoc, P. u. Pandalopsis)
verworfen; 7 europ. Sp. erwähnt (1. Fuss v. P. annulic. Tf. 37, F. 2); Ortmann,
p. 490-3.
Chlorotocus gracilipes, 45 mm 1., 350— 460 m tief, bei Neapel; Cano, 36-
390 Dr. F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen
Thalassoearidae. Char. der Farn.; die Reduktion des 1. Fusses besteht
(wie bei Pandah) im Fortfall des Dactylus. Ortmann, p. 457.
Thalassocaris lucida, ebd. 490, Tf. 37 Fig. 1 (Mundth. u. Füsse).
Atyidae. Char. der Farn., sie zerfällt in: Ephyrinae u. Atyinae; Ortmann ,
p. 455.
Mier.sia compressa (Deh.), nicht zu Atyeph. gehörig; Ortmann, p. 463.
Hemicaridina g. n. für Gar. demaresti, weil hier an Pes. I u. II ein
Epipodit, der den echten Caridiua-Sp. fehlt; also Uebergang zwisch. Ephyrinae
(Pes. I— V mit Ep.) u. Atyinae (I— V ohne Ep.).
Atya sculptata, nahe margaritacea, aber sculptirt; Afrika; Ortmanu,
p. 465. A. marg., Bern.; ebd. (Tf. 36, Fig. 7). A. pilipes, Beschr., ebd. 466,
Tf. 36 Fig. 8. A. gustavi (nacb d. Sammler, G. Schneider), Sumatra; ebd. 467,
Fig. 9.
Pontoniidae. Char. d. Fam., Ortmann, p. 460.
Typton .spong., Ortmanu, p. 508, Tf. 37, F. 8 (Aut. u. Mundth.).
Pontouia tridacnae (Ptrs.), Ort mann, p. 509, Tf. 37, F. 10 (Mundth.);
Syn. V. tyrrh. u. flavom., ebd.
Coralliocaris snperba var. n. japonica, Südjapan; Ortmann, p. 509, Tf. 36
F. 22 (Pes. II). C. inaequalis, Südjapan n. Samoa, ebd. 510, Fig. 21 (Thier,
Mundth.).
Anchistia spinigera, Samoa; Ortmann, p. 511, Tf. 36, Fig. 23 (Thier,
Ant. I).
Hymenoeeridae, eigne Fam., nahe den Ponton., aber mit Mndbplp. u.
mit blattf. Verbreiterungen an Ant. I, Mxp. III u. Pes. II; Ortmaun, p. 460.
Hym. elegans, Bern., Mauritius; ebd. 511, Tf. 37, F. 11 (Aut. II).
Carieyphidae.
Aeanthephypidae (Miersiidae). Ac. pulchra, 33 Expl. 1650 m tief (ge-
fangen in e. dreikantigen Reuse) bei Monaco; A. Milne-Edwards, Vergl.
V. Monaco.
Palaemonidae. Char. d. Fam., Ortmann, p. 461; sie wird, wie die
Rhynch. u. Ponton , von den Hippol. abgeleitet (p. 463). Bez. der Eintheilung
schliesst sich Vf. Stimpsou u. v. Martens an (geg. Bäte); Leander ist Grund-
form, davon einerseits Palaemonetes, anderers. Bithynis, Palaemon, Felaemonella.
(Bith. u. Pal. SS. behandelt Vf. erst 1891.)
Leander, Nervensystem, Retzius. — Eine Revision der Gattung nebst
Schlüssel. Zur Gruppe 1. mit längerem Rostr. 8Sp.: L. edwardsi, Bem.; Ort-
mann, p. 515. L. debilis, die nach Zahl der Rostrz. nntersch. Sp. (atten., longic.^
Ind., semmel.) wohl nur Varr.; ebd. 515. L. serr., Beschr., ebd. 517, Tf. 37,
Fig. 12 (Telson). L. treill. viell. zu serr. als var., 517. L. xiphias, ebd. L.
longipes, Mitteljapan, ebd. 519, Fig. 13. L. longirostris var. n. japonica, Mittel-
japan, p. 519, Fig. 14 (Thier, Telson), var. n. carinata, China, p. 521. Zur
Gruppe 2. (Rostr. kürzer) gehören ca. 10 Sp., die nach dem Grad der Tiennung
der kurzen Geisselu an Ant. I eiugetheilt werden ; 6 Sp. vom Vf. untersucht.
L. squilla, Bern., 522, Tf. 37, Fig. 15 (Ant. I). L. intermedius, Beschr. 523. L.
adspersus Rathke 37 (syn. squilla ME. part., rectir. Zdd.) Beschr., 524. L.
brasiliensis, Rio Grande do Sul, p. 524, Tf. 37, F. 16. L. serrifer, Japan, Beschr.
525, Fig. 17. L. natator, syn. latirostris, teuuirostris; Ortmanu, p. 525.
iu der Carciuologie Aviilirend des Jahre.s 1890. 391
Palaemouetes variaus in saJz. Gräben neben der Seine-Mündung; G ade au
de K . — Die Entw. des P. var. im Süssw. (bei Plymouth) geht nach dem Typus
der nordischen (Salzw.-)Form vor sich; Variation der Rostralzähne, Spitze ebenso
oft doppelt als einfach, normal ~)2 ' ^^^^' ^"'^^^ IZl ^^^<^^- Weldon-). — P.
varians beschr., Ortmann, ih 526.
Palaemon affinis, bisher nur pacifisch, bei den Berrauda.b' häufig, wo P.
vulg. nicht gefunden. Heilprin, 151.
Brachycarpus, dazu^ auch (fälschlich mit Bäte) beaupresi u. petitthouarsi;
vom Golf V. N. Br.neapolitanus: Cano, p. 38, Tf. IV 1.
Palaemonella tenuipes, Bermudas, ganz mit der Beschr. der so weit ent-
fernten ,Sooloo-Expl. stimmend, Gatt, neu für Atl. Oc. Heilprin, p. 151. —
P. tenuipes, Südjapan, Beschr.; Ortmann, p. .527.
Nematoeareinidae. Stylodaetylidae.
Pasiphaeidae. Char. der Fam., Ortmann, p. 455.
Oodeopidae. Heetarthropidae.
Schizopoda.
Entwickelang der Schiz., Wagner. — 2 Schiz. neu f. Marseille, Gourret.
— Antarkt. Schiz., Pfeffer-'), p. 22, 95 (2 Euphausia, 2 Thysan., 1 Macromysis).
Bei Dänemark 17 Species (5 n. f. Dan. mit * bez.) : Ery. serr. ; Pseudomma
roseum*; Mysidopsis didelphys* u. gibbosa*; Macropsis slabb.*; Gastr. sanctus;
Mysis flex., negl. (ob von flex. versch.?), inerm., spir., orn. , lamoruae (syu. aur.)
niixta, vulg. — Nyct. norv. (syn. nana), Boreoph. inermis (n. f. Dan.), Thys.
longic. (syn. tenera). Meinert, p 206—210.
Euphausiidae. Eueopidae. Lophog-astridae.
Mysidae (u. Petalophth.) Siriella norwegica, etwas abweichend u. crassipes
ähnl., n. f. England, Walker"^), p. 244.
Erythrops serrata im Firth of Forth, Scott^), 330.
Mysis ornata (in Rep. I fälschlich als M. spiritus) ; M. neglecta n. f. Livp.
wird, auf e. schwarze Platte gestellt, in 1 Stunde dunkel, einige Expl. mit
Epistylis bedeckt; M. inermis. n. f. Livp. Walker-), p. 245.
Gastrosaccus spinifer, n. f. Liverpool, Walker-) p, 241.
Stomatopoda.
Die Bewegungen der Füsse bei Squilla; Hilgendorf, p. 176.
Pterygosqiiilla n. g. Die ersten 5 Abdsegm. stark verbreitert, ziemlich
wagerecht, wodurch von allen Formen unterschieden; sonst nahe Squilla (s. str.),
aber Zähne der Fangsichel 9—10 bei Pt. (bei Sq. weniger), Kiele auf Thorax
u. Abd. u. Hauptdornen am Telsonrand schwächer; in diesen Abweichungen
sich Lysiosq, nähernd, Pt. laticauda, 16 cm 1. ; ohne Fundort, aber nach briefl.
Mitth. Pfeffers im Hamb. Mus. dieselbe Art von Mazatlan [diese 2. Expl. der
sichere Beweis, dass die Flügel keine Missbildung]. Hilgendorf, p. 172,
187. Xyl.
Gonodactylus chiragra bei Bermudas, Heilprin, p. 152. — G. chi)'. als
Irrgast im nördl. J^orwegen, Lütken.
392 Dr. F. H ilgenclorf : Bericht, über die Leistungen
Ciimacea.
Durch Mein er t jetzt 28. Sp. von Dänemark bekannt (die 14, welche neu
f. J). mit *): Cuma scorpio. (? = edvvardsi), pulcheUa*; Iph. trisp. (syn. grac);
(Jumopsis goods.*; Lamprops fasc; Hemila. rosea (syn. C^aia elegans); Leucou
nasicus, nasicoi., acutir.*; Eudorella trunc, nana*, emarg., hirs.*; Eudorellopsis
def., Diastylis rathkei, corn.* (syn. bic. u. bisp.), lue, rüg.*, ech.*, tum.*, laevis,
serr.*, bipl.*, resima*; Leptostylis longim.*, amp. ; Psevidoc. cerc. (syn. bella);
Campyl. rubic*
Antarkt. Cum., Pfeffer 3), p. 22, 51, 95 (je 1 Vaunth., Paralamprops,
Lencon, Diast., Oampyl.).
Cuma pulchella, Firth of Forth. n. f. Britannien; Scott ^) 329. — Cuma
scorpioides u. edwardsi, Bemerk.; Walker-) p. 24G.
Lamprops fasciata, n. f. Livp., Bemerk.; Walker -) p. 247, Tf. XVI 1 — 3 (^.
Eudorellopsis deforrais, Firth of Forth, n. f. Brit.; Scott^) 329. Diastylis
spinosa 68, dazu bradyi als $ (nicht zu echinata, womit jetzt Sars einverstanden).
Walker-) p. 247. D. spin. n.rathkei n. f. Livp.; ebd. — D. rugosus im Firth of
Forth, Scott 1) 329.
Campylaspis affinis, nahe rubricimda, Firth of Forth, Scott') 329.
Leptostraca.
Nebalia bipes (syn. geoffi'.) u. tj'phlops, Bemerk., Sars 2) p. 27.
Ampliipoda.
Pfeffer'), p. 24, führt von Jeretik an: Pleustes glaber u. pan., Calliop.
laev., Haiice ab., Gamm. loc. u. mar., Amphithoe pod., Capr. sept., Cyaraium
boopis.
Im Plankton der östl. Ostsee Orchestia; vom Grunde gedredscht: Coroph,
longic, Bathyp. pil., Pontop. fem. u. furc, Call, laeviusc, Gamm. loc; Hensen,
p. 108, 142 (Brandt).
Scott') p. 325 erw. als neu für das Firth of Forth 11 Sp. (1 Phoxoc. sp.
n.), vergl. unten.
14 Sp. neu für Liverpool, 2 n. f. England, Walker-) vergl. unten!
Amphitopsis latipes, Metopa bruz., Erithonius diff"., Melita obtusata, u.
Stenothoe marina bei SW- Irland gefangen; Bourne') p. 317 (nach Bestinnu.
von Walker).
Forbes fand im flachen W. des Geneva-Sees (neben Cambarus virilis)
Gammrus fasciatns u. Allorchestes dentata; im Mendota-See nur Allor.
Thomson, p. 261—2 erwähnt Megamaera, Maera, Melita, Aora, Pherusa,
Dexamine, Phoxas u. 2 Sp. Panoplaea von Neuseeland; vergl. auch unten.
Antarkt. Amph., Pfeffer 3) p. 23, 55, 98. Von 49 Gatt, finden sich 28 im
Norden wieder, 15 andre sind nur in 1 Art bekannt; 3 Arten an beiden Polen.
80 Sp. aufgezählt. Die Amph.-Sp. scheinen die Tiefsee mehr zu meiden u.
besitzen daher beschränktere Verbreitungsbezirke.
Orehestiidae. Char. der Fam. (so wie des „Tribus 2 Gammaridea"), Sars')
p. 21. Auge von Talorchestia, Watase.
in der Carcinologie wäin'end des Jahres 1890. 393
Talitrus locusta (P.), Sars'), p. 23, Tf. 9.
Orchestia littorea (Moiit.), Ou. gamarellus P. als Art unbestimmbar; Sars^),
[). 24, Tf. 10. — 0. mediterranea, n. f. Boulogne, Giard ^), p. 281.
Orchestia littorea, auch hier sind (Avie bei Cambarus) die wenige)- ab-
weichenden (^ nicht die Jungen (wie Blanc annimmt), sie sind im Frühling u.
Herbst häufiger als die typischen (^ u. haben Spermatozoiden ; es handelt sich
um einen Dimorphismus der (^. Bonnier').
Talorchestes tumida, Beschr. u. Abb. des $, Thomson, p. 260, XIII 4—8.
Hyale nilssoni, Sars'), p. 26, Tf. XI 1 u. H. lubbockiana, 27, XI 2.
Allorchestes ueo-zealanica, Abb. des 2. Gnathopod.; Thomson, p. 260,
XIII 3.
Lysianassidae. Char. d. Fam., wozu auch Trischizostoma. Sars') p. 28.
Trischizostoma. Von Boeck zu den Gamraarina als Fam. Prostomatae, von Bov.
neben Synopia als Fam. Trisch., von Lillj. als Subf. Trisch. neben die Phoxina
gestellt, ist nach Sars^) p. 29 eine echte Lysianasside, die Mundtheile sehr
ähnlich Acidostoma; Tr. raschi, Sars^), p. 31, Tf. 12.
Normania quadrimana, Sars^), p. 33 Tf. XIII 1.
Cheirimedon latimanus (Norm. lat. Sars 82), Sars'), p. 35, Tf. XIII 2.
Opisa eschrichti, Sars'), p. 36, Tf. XIV 1.
Acidostoma obesum, Sars^), p. 38, Tf. XIV 2.
Acidostoma laticorne, neu f. Dänem. (wo noch obesum); Meinert, 157.
Ichnopus, dazu nicht umbonatus [vergl. 1891]; I. spinicornis, syn. minutus
u. calceol.; Sars^), p. 40, Tf. 15.
Lysianassa costae, syn. plumosa als ^, einzige nord. Art; Sars'), p. 42,
Tf. 16, Fig. 1.
Socarnes, hierzu Lys. bidentic. (syn. ovalis), kröyeri u. mehrere Heller'sche
niediterr. Anonyx; S. vahli, Sars^), p. 44, Tf. 16, F. 2. — S. vahli n. f. Dänem.
Meinert, 151.
Ambasia, dazu nicht integricauda 88; A. danielsseni, Sars'), p. 46,
Tf. 17, 1.
Aristias, hierzu Lys. ciliata u. humilis; A. audouinianus, syn. neglectus,
Sars^), 48, Tf. 17, 2.
A. tumidus Kr. nee Boeck, syn. Men. arct. ; ebd. 49, 18, 1. — A. aud.,
Beschr. Abb.; A. neglectus, beide n. f. Dänem.; Meinert, 152, Tf. I 1—6.
Lysianella petalocera, Sars^), p. 51, Tf. 18, 2.
Lepidepecreum mirabüe, 6,5 mm; nördl. Kattegat 7 Fd.; Meiueit, p. 153,
Taf. I 7—12.
Callisoma crenata, Sars^), p. 53, Tf. 19, 1, u. C. kröyeri, 54, 19, 2. C. cren.
n. f. Dänem., Meinert, 151.
Hippomedon denticulatus, Sars^), p. 56, Tf. 20; H. propimiuus , ebd. 57,
XXI 1: holbölli (Kr. nee Boeck), 58, XXI 2. — H. holl, im Firth of Forth,
Scott').
Orchomene batei, viell. syn. zu melanophth. ; Sars') p. 60, Tf. 22; 0. serratus,
62, 23,1; 0. crispatus, 63, 23,2; 0. pectinatus, 64, 23,3; 0. amblyops, p. 65,
Tf. XXV, 1. - Orch. minutus, Abb.; Meinert, p. 154, Tf. 1 13-17. 0. hanseni,
8 mm, mittl. Kattegat 7-16 Fd.; ebd. 154, I 18- 24. — Orch. (jrimaldii, 7 Expl.
in 475 m bei Monaco in e. tetraedi'ischen Reuse gefangen (zus. mit vielen Callisoma
ki'oy.); Chevreux-').
394 Dr. F. Hilgendorf: Bciiclit über die LeistiiDgen
Orcliüiiieiiellii, hierzu viell. Tryiihosa barbatipes 88; 0. ininuta, 8ar.s'),
p. G6, Tf. 24,1; 0. pinguis, 67, 24,2.
Tryphosa crosa, 4,5 mm, östl. Kattegat, 13 Fd.; Meinert, ebd. 155, I
25-29. — T. serra, 7 mm, östl. Katt. 23 Fd., ebd. 150, I 30-8. Bei Dan. iiuch
T. nniia, liörr., iianoides (n. f. Dan), longipes; ebd.
Valettidae.
Stegoeephalidae. Steg, cluistianensis, n. f. Dänem., Skagerak; Meinert,
p. 160.
Amphiloehidae. Ampliil. boecki, iiom. n., = A. manudeus Boeck nee Bäte,
aber coucinuns Stebb. (nee Hansen) verscliiedeu; neu für Dänem., wo noch
concinn. u. odonto. u. Gitana sarsi. — Amphiloehus manudens, Färbung lebhaft
Scharlach, oder braungefleckt oder ganz schwarz; kein Species- Charakter;
Walker-). 249 — Gitana sarsi im Firth of Forth; Scott') 325.
Stenothoidae. Char. u. Stellung der Farn., welche 3 Gen. hat. Palp.
mand. mit 3. Glied lang ( = 2.) bei Cressa, kurz bei Metopa, Palp. fehlt bei Sten.
B 0 n n i 6 r -) , p. 310. (Vergl. Ber. 89, 381.)
In Dänemark: Sten. monoculo.; Met. alderi, rubrovitt. (n. f.D.) n. nasuta
(n. f. D.); Meinert.
Metopa rubrov. n. f. England, Walker-) 248.
Cressa, Gattdiagn. , einzige Sp. Cr. dubia, beschr., syn. sehiödtei, minuta u.
als var. abyssic; südlichstes Vorkommen bei Boulogne, Bounier, p, 300—312,
Tfl. 10. — Cr. dubia, n. f. Boulogne, Giard p. 281.
Leueothoidae. Leuc. spinicarpa, Bem.; Meinert 167; im Firth of Forth
in Ascidien, Scott ^).
Grimaldia armata Ch. 89 ist syn. zu Seba saundersi 75; Chevreux, p 153.
Vergl. Bericht 89. p. 382.
Syrrhoidae. Tiron aeanthurus, nördl. Skagen, Meinert, 162.
Synopiidae. Hierzu nicht die Gatt. Trischizostoma, s. Lysiauassidae.
Sars').
Pontoporeiidae. Meinert zählt auf als dänisch: Pont. fem. u. äff., Bath.
phil. u. ten., Uroth. mar., Phoxus holb., Harp. crenul. (neu f. Dan.), plum. u. ant.
(sp. n.), Lepid. aren. ; p 157—60.
Phoxocephalus fultoni, 2 Formen; Firth of Forth 13 Fd., Scatt ') 327,
Tf. XII 10—12, XIII.
Prinassus nordensk. Hansen 87 wahrsch. syn. zu Helleria coalita Norm.
(Ant. I sind nur aus Versehen von N. als „mit" sekund. Appendix bezeichnet)
welche Chevreux 87 in Guernea coal. umtaufte (Hell, praeocc. bei Oniscidae); ob
Prin. od. Gu. Priorität hat, ist zweifelhaft. Steh hing p. 192. (Vergl. Fam.
Atylidae).
Urothoe elegans im Firth of Forth, Scott ') 327.
Bathyporeia pilosa, dazu gehört pelagica als $ u. robertsoni als typisches,
begattungsfähiges (^; die Verlängerung der Antennen u. die Caleioli sind als
Hochzeitskleid aufzufassen, das nach der Brutzeit wieder verschwindet, wobei
das (J iudess an Grösse zunimmt. Bonnier^)
Harpinia antennaria, = plumosa Boeck e. p. nee. Kr.; Meinert p. 160,
Tf. I 39—41; Norwegen u. Kattegat (9—32 Fd.).
Oedieeridae. Monoculodes, norwegicns u. longirostris n. f. Dänem., avo
auch carinatus (? syn. affinis Mein.) u. grubei, Halim. müll. , Pontocr. haploeheles
in der Carcinologie wäliieud des Jahres 1890. 395
(ii. f. D.) u. norv.; Me inert p. 162—4. — Mon. car. im Firtli of Fortli,
Scott,!) 326.
Pleustidae. Pleustes (im Sinne von Boeck) dem Namen Paramphithoe
vorzuziehen; PI. assimilis (mit Robertson) syn. zu glaber. Walker ^j, p. 249. .
Pararaphitoe bicuspis u. gabra bei Daenem., Me inert 164.
Epimeridae. Epimeria cornigera im Firth of Forth, Scott !).
Laphystius sturioris, n. f. Boulogne (auf Lophius); Giard p. 281.
Iphimedidae. Iph. obesa, Dänemark; Meinert 164.
Atylidae. Calliopius fluviatilis auch in ziemlich salzigem Wasser;
C. subterr. in e. Brunnen zu Ashburton; Thomson, p. 262.
Amphitopsis latipes (syn. Call. oss. i\. fing.), im Firth of Forth, Scott ^) 328.
Amphitopsis dubia Voss. 89, syn. zu A. glacialis Hns. [88]; Amph. aber
wahrsch. syn. zu Laothoes (wird durch Laothoe nicht praeocc). Stebbing p. 194.
Gruernia coalita, vergl. Prinassus (Fam. Pontoporeiidae); im Firth of Forth,
13 Fd., Scott 1) 326.
Atylus falcatus, Maskirung, Walker, Nature 41; n. f. England; wegen
des Mndi)alp. nicht zu Tritaeta (gegen Stebb.). Walker^) 250. — At. ve.-
mensis, n. f. Dänem., wo auch swammerd., Dexam. spin. u. thea, Halir. bispin.,
Calliop. laev. u. norv.; Meinert, p. 165.
Tritaeta dolichonyx ist (^ ad. zu gibbosa, Walker-), p. 249, Tf, XVI 4—6;
vergl. Atylus.
Eusipidae. Lilljeborgia pallida, Bem., neu f. Livp. ; Walker-), 250.
Pardaliseidae.
Fam.? Chimaeropsis g. n. [nom. praeocc, Zittel 87, foss. Fisch], vom
Vf. zw. Atylidae u. Gammaridae eingereiht. Die ob. Ant. erinnern an Lysianass.,
Auge u. das 7. Fusspaar an Ampelisc, die letzten Segm. an Atylidae, der
Habitus an Pardalisca. — Ocellen disjunct; 1. Schaftgl. der Ant. I kräftig,
Flag. länger als Schaft u. mit sehr langem 1. Glied; Schaft der Ant. II sehr
lang. Mandbpalp. mit 3 Gl. (1. winzig); Mxplp. 2-gl.., verbreitert. Vordere
Füsse einfach, die des 7. Paares sehr verbreitert (2. Glied). Die 2. letzten
Abdsgm. hinten in e. starken Zahn ausgezogen ; Telson bis zur Basis gespalten (?).
— Ch. danica. Etwas compress. Auge mit 4 Doppelocellen. Flag. der Ant. I
6-gl., Nbgeiss. kurz (2-gl.). An Ant. II das vorletzte Schaftgl. selir lang, letztes
lang, Gss. mit 8-9 langen Gl. 1. Fuss schlank, 2. F. kürzer; am 7. F. 3. u. 4. Gl.
vom 2. verdeckt, 5. u. 6. breit. 1 (^ 3 mm; nördl. von Insel Anholt (Kattegat).
Meinert, p. 167, Tf. II, 42—47.
Gammapidae. Die mit Gammarus nächst verwandten im Dunkeln lebenden
Gatt, leitet Wrzesniowskii), p. 698 von einer dem Crangonyx ähnl. Form
ab (mit nur 1 Uropodenast) , Niphargus ist ein umgewandelter Gr., stammt
nicht von Gammarus; 2 Stammbäume, 1 nach Vf. u. 1 nach Stebbing (von G.
locusta ausgehend) p. 705.
Gammarus Fabr. restr., Diagnose, wobei der Bau an Mx. I, Mx. II u. Mxp.
berücksichtigt, sonst nach Boeck; Wrzesniowski '), p. 612-9. G. stagnalis
bei Warschau (? = pulex var.j, Abb. der Mundtheile; ebd. 618 u. Tf. 28 (Fig. 10
bis 12), 29 (7-11), 30 (7-10); nur 1 Art in tiefem Süssw., p. 698.
Gamm. locusta, Bem. üb. Synon. u. Verbreit.; Meinert, p. 168. — Fort-
pflanzung im Aq., Koschewuikoff.
396 Dr. F. Hilgeiulorf; Bericht über die Leistungen
^ipliiiigns, wenigstens als Subg. von Gammarus zu trennen, eher als Clenus.
Diagnose der Gattung. Augen bei keiner Art sicher nachgewiesen (Licht-
enipfindlichkeit haben auch augenlose Thiere). Mx. I mit Gabeldornen; Palp.
gross, 2-gl., rechter u. linker an der Spitze nur mit Borsten (bei Gamm. reclits
mit Zähnen, 1. nur Dornen), Innenlade nur mit 2—3 Borsten apical. Mx. II mit
nur apical beborsteter Innenlade. Die Mundtheile u. die Bewaffnung der Ant.
(hyal. Stab.) bilden die wesentl. Unterschiede zw. N. u. Gamm. Wrzesuowski')»
p. 620— 032. JSJ. tatrensis, flacher Kellerbrunnen in Znkopane, Nordabhang der
Tatra; ebd.p.G43-655, Tf.27-'32. N.puteanus \i\Y.veidorsl-yi- Böhmen (Prag etc.);
ebd. 655-661, Tf. 17, 18, 30. Die Angaben früherer Beob. als zuverlässig an-
genommen, wären löverscb. andere Formen bekannt: N. puteanus (Koch, Heft 36)
u. de la Valette, N. ratishonensis? (für G. put. Koch, Heft 5), N. pungens, N.
casparianus? (für G. put. Caspaiy), longicaud.?, stygius Schiö. uec Westw.,
fontauus, kochianus, caspary? (Pratz), godeti? (für G. put. G. u. forma VI Roi;g.),
foreli, orcinus, croaticus, moniezi? (für G. put. ä main ovale M.); ebd. 661 — 677.
Rougemonts Ansichten (1876) bekämpft, vergl. oben, p. 378. Die geogr. Verbr.
der Niphargus, p. 694.
Eriopis (88 von Wrzn. wieder von Niphargus getrennt) ist praeocc. durch
Bruz., daher zu ändern in Eriopisci] Steh hing, p. 193.
Eriopsis n. nov. für Eriopis Bruz. präocc. ; die Maxillen ähnl. Gararaarus,
aber durch 2 gl. Nebenflag,, schlanken Körper, niedrige Coxen u. letzten Uro-
poden nahe Niphargus; daher zw. beiden als eigne Gatt, beibehalten. Wrzes-
niowski^) p. 632. — Eriopisa elong. n. f. Dänem., Meinert, p. 171.
Crangonyx, Mundtheile noch unbekannt, 10 Sp. erwähnt; Wrzesn.^) 634.
Verbreitung ebd. 697.
Goplana, Diagnose. Wohl mit Crangonyx zunächst verwandt (nicht mit
Gammarus), aber durch die 3 verwachs. Abdsgni. u. das kurze u. konische End-
glied des letzten Uropoden abw. G. polon., Abb. von Mx. I u. II u. Mxp.
(Tf. 28, 30, 31); von ambulans versch. (geg. Stebb.) [Vf. kannte aber Schmidt's
Artikel 1888 noch nicht]; Wrzesn. ') p. 635— 9.
Boruta n. g. (1888, Name aus slav. Mythol.), nahe Goplana durch ver-
wachs. 3 Abdsgm., eiuästige kleine Uropod. etc., aber: Mnd. mit kurzer Borste
am Molaiforts. u. mit kammf. Reibe Borsten am Endglied des Plp.; Hypo-
pharynx ohne abgesonderten medialen Lappen; Mx. I mit lauter kammf. Borsten
(keine gabelf.) der Aussenl.; Innen), der Mxp. nur 2 (statt 3) Sägezähne. Ohne
Körperpigraent u. Augen. Wrzesniowski i) p. 639-42.
B. tenebrarum, mit Niph. tatr. zus. in Brunnen von Zakopane, $ 7 mm,
^ 4 mm 1., Beschr. der Jungen (2 mm) ; ebd. 677—87, Tf. 28—32.
Cheirocratus drechseUi, 4 mm, nördlich. Kattegat (Frederikshavn), Nachts
in Menge, 3 — 7 Fd.; Ch. assim., n. f. Dänem., wo noch .sundevalli; Meinert,
p. 170, Tf. II 48—52.
Bern. üb. Maera loveni, Melita obtus., palm., dent. Meinert 169; üb.
Amathilla homari, p. 171. Melpbidippe longipes n. f. Dänem, p. 172.
Megaluropus agilis, in Firth of Forth, Scott i),
Ampeliseidae. Amp. spinipes, neu f. Dänem., wo noch tenuiconis (syn.
typica), maci'oceph., laevig , Haploops tubic. u. car., Byblis gaim.; Meinert,
p. 172-4.
in tler Carciiiologis wäliiend dos Jahres 1890. 397
Photidae. Meinert führt als dänisch an (nehst Bern.): Ptilocheirus pi-
losus, Photis reiuh., lütk., Micoprotopus mac, Microdeut, gryll , anom., Aora
grac, Autonoe lougipes, plum. (n. f. Dan.), Protomedeia fasc, longim., Gram-
maropsis erythr., melanops (n. f. Dan., syn. erythr. Boeck nee Lillj.), Podoceropsis
sophiae u. batei (syn. excav. n. riniap.); p. 174 — 178.
MieropPOtopidae [podidae], eigne Fani. für 2 Gatt. Micropr. u. Giimaldia
(s. Ber. 89 p. 382); Char. der Fam. Bonnier-), p. 297 (s. Ber. 89. p. 381).
Microprotopus (syn. Orthopalame), Gattdiagu., einz. Sp. maculatus (syn.
tersch. u. longim,), beschr. Bonnier p. 287— 99, Tf. 8, 9. — M. mac, syn. ist
Orth. tersch.; Stebbing p. 193. — M. macul. neu f. Boulogne, Giard, p. 281.
— Die von Bonnier B. sc. Fr. Belg. XXII Tf. 8, 9 abgebildete Form ist Micr.
longiuianus Ch. 87; Unterschiede von macul. Norm. 68; Chevreux, 7 Xyl.
Podoeeridae. Entwickl. v. Amphithoe u. Synamph., Perey. u. Ross. —
Als dänisch erwähnt (mit Bern.): Amphithoe podoc, Podoc. anguipes, falc, Ja-
nassa varieg. (n. f. Dan.), Erichthonius abditus, difformis, hunteri (n. f. Dan.),
longim., Coroiih. gross., crassic. äff., Siphonoec. colletti, Unci. steenstr. Meinert,
p. 178—182.
Podocerus isopus, ^, Bem ; Walker-) 250, Tf. 16, Fig. 7.
Sunamphithoe gammaroides (fehlt in Norm. Cat.), n. f. England; ebd
CoPOphiidae. Dänische Cor. s. Meinert bei Podoeeridae.
Chorophium contractum, Abb. der (? vom Cor. gebauten) Wohnröhre;
Thomson, p. 260, XIII 2.
Unciola, Bouuier's Schlüssel zur Einth. der Amphipoden, Coroph. etc.,
übersetzt in Ann. Mag. (5) V 263-4. Vergl. Ber. 89 p. 381 u. 386.
Unciola, syn. ist Dryope; Stebbing p. 194 (Vergl. Ber. 89).
Erichthonius difformis bei Boulogne (gehört nicht zu Cerapus); ebd. auch
Unciola creu. ; Giard p. 281.
Siphonoecetus colletti?, neu für Firth of Forth; Scott') 328.
Harmonia (crassipes) wohl bei Eurystheus zu belassen; Thomson, p. 261.
Duliehiidae. Als dänisch (mit Bem.) aufgezählt: Dul. porr., monac. u.
Laetm. tuberc. Meinert, p. 182.
leiliidae.
Helaidae. Neohela monstrosa, neu f. Dänem.; Meinert, p. 182.
Chelupidae.
Cappellidae. P. Mayer liefert einen sehr umfangreichen Nachtrag (vergl.
p. 366). Statt 8 jetzt 23 Gatt., für deren Bestimmung 1 Tabelle u. 3 Schlüssel
p. 8. Vf. zieht vor, kleinere Gatt, zu bilden, aber die Species möglichst wenig
zu zersplittern. Bei Scheidung der Gatt, auch der Maxillarfuss (gegenseitiges
Verhältniss der 2 Laden u. die Borstenmenge der Innenlade) u die Penes (ob
median genähert oder nicht) berücksichtigt, sowie die Borstenzahl am Endgliede
des Mandibularpalpus.
Als dänisch (mit Bem.) erwähnt : Proto ventr., Protclla phasma (n. f. Dan.).
Capr. lin. (nicht in Grönland), sept. (syn.: loveni u.? puuct.), Podal. typ. Meinert,
p. 183-5.
Cercops hat rud. Beine am 3. u. 4. Brustsegment; Abd. beim ,^ mit 4,
beim § 2 Stummelpaaren (nach Mitth. Hansen's üb. die Origexpl.); P. Mayer,
p. 10, Taf. I Fig. 1, 2, III 1-3, V 1-2, VI 32.
398 l^i"- F. Hilgendorf: Bericht über die Leistuugeii
Proto. Der Nnme Phtisica Slabber iiiclitbiiiäi'; 4 Sp. anerkannt: 1) Fr.
veutricosa, syu. bninneovitt. als altes Thier u. goodsiri (Palmarand durch unvollst.
Häutung modificirt) ; 2) spinosa; 3) condyliata; 4) novaehoUandiae (auch am Cap).
Vergl. Hircella. — P. Mayer, p. 11, Tf. HI 4-6, V 3-6, VI 1, VII 1 (Pr. ventr.).
Dodecas, zw. Proto u. Caprellina; D. elong., Einschlagdorn am 6. u. 7. Bein
beim § wie bei Proto. — P. Mayer, p. 15, Tf. V 7—9 (Abdomen), VI 2 (Mxp.).
Caprellina longic. Bemerk.; P. Mayer, p. 15, Tf. VI 4 (Mxp.).
Hircella u. g. (provisorisch schon 82), weil das 3. — 5. Biustsegment ohne
Spur von Beinen (bei Proto e. rudim., viergl. Bein am 5. Sgm.), also Maximum
der Reduction bez. der Brustfüsse; 1 Sp. : H. cornigera. P.Mayer, p. 16,
Tf. V 10, 11 (Abd.), V 3 (Mxp.) u. 22 (Mndp.).
Protellopsis, 1 Sp.: kerguel., Bemerk.; P.Mayer, p. 17, Tf. V 12, 13
(Abdomen).
Pi'otella Dana in 4 Genera getbeilt: Protellopsis (s. oben), Pi-otella (s. s.),
Metapr., Pseudopr., bei welchen das Abdomen in dieser Reihenfolge mehr u.
mehr verkümmert. — Pr. (s. s.), 2 Sp. : 1) Pr. gracilis D. nee Stebb (nach dem
Origexp. u. nach Japan. Expl. beschr.), p. 21, Tf. I, 10, 11, III 17-20, V 15-17,
VI 6, 21. 2) Pr. australis (syn. gracilis Stb.?), ob zu Pseudopr.? — P.Mayer,
p. 18, 21—23. — Pr. echin. siehe Paradeutella.
Pseudoprotella g. n. für Pr. phasma, in dieser Sp. 4 Varianten: «) forma
ti/pica, nördl. Europa; ß) minor n. /) quadrispinis, Mittelmeer; ö) bispinis,
Mittelm., 60 m tief. — P. Mayer, p. 19; Tf I 12-18, III 21—25, V 14, VI 5
(nur ß, y, <)'). Zu Pseudopr. viell. Pr. australis, p. 23.
Metaprotella g. n. (Typus Pr. haswelliana Mayer 82). Letzter Brust-
ring mit dem 6. verschmolzen, Abdomen reducirter. P. Mayer, p. 24. — M.
haswelliana, forma tapi-ohanica, nördl. Ceylon ; p. 24, Tf. I 22, 23, III 28, 29,
V 23, 24, VI 7, 23. Auch bei den Philippinen. — M. excentrica, Ceylon (9" N.i;
ebd. p. 25, I 20, 21, 11130,31, V 22. —^M. jjroblematica, Ceylon, Mundtheile u.
Abdomen abweichend, viell. besondre Gatt. ; ebd. p. 26, I 19, III 26, 27, V 25, 26,
VI 8. — Zu Metapr. gehört wohl nccb Aeginella tenella u. acul. Dana; ebd. p. 26.
Deutella n. g. Mndpalp. dreigliedrig; Geissei der Ant. II zweigl.; Bein-
rudimente am 3. u. 4. Sgm., beim $ am 4. S. weit von der Kieme; Abdomen
des ^ mit 1 Paar eingl. Stummel. P. Mayer, p. 27. — Z). californica, 9 mm
]., 40" N., die 2 prox. Glieder der Ant. I beim (^ krumm (bei ven. grade); ebd.
p. 27, Tf. I 3, 4, in 15, 16, V 18. — D. venenosa, Coquimbo, altes ^ mit enormem
Giftzahn der Greifhaud ; ebd. p. 28, I 5-9, in 7—14, V 19-21, VI 11, 24. —
D. sp., Pontiuische Inseln, 1 ^, ebd. p. 28.
Paradeutella n. g. Maudplp. dreigliedrig, Geissei der Ant. II zweigl ,
Beimudimente am 3. u. 4. Sgm. sehr klein, am 4. S. beim ^ weit von der Kieme; am
Abdomen die Gliedmaassen klappenf. (wie bei Pseudoprot. u. abw. v. Deutella).
P. Mayer, p. 29. — P. hidentata, Ceylon (9^ J^.), ebd. p. 29, Tf. I 35, 36, III
36- 41, V 34, 35, VI 12, 25. P. echinata (Hsw.), p. 30, Tf. III 42-44.
Tritella n. g. .Mundtheile ähnl. Pseudopr. u. Deutella; Geissei der
Ant. II zweigliedrig; Beinrud. an Sgm. 3 u. 4 klein, eingl.; Abdomen mit nur
I Paar Klappen. (Die Hinterfühler mit Ruderbaaren, welche sonst nur bei
Caprella-Arten.) P.Mayer, p. 30. — Tr. pilimana, Mendocino (Calif.) 40'^ N.,
II mm; ebd. 31, Tf. I 37, III 48-50, V 50, VI 9, VII 7.
in der Carcinologie wälii'eiid des Jalii-es 1890. 399
Aegina, der Name beibehalten, obgleich praeocc. (Acalepha). Ae. longi-
cornis, dazu syu. laevis (als $ jnv.); Origex. von long, beschr.; 3 Localvar. :
(() typica (fast glatt, Glied 4 des 2. Beines hinten rund), ß) nodosa (mit kurzem
Stach., Gl. 4 spitz), y) spinifera (? syn. spinosissima Stp., lange St., Gl. 4 spitz);
Tf. V 27- 29, VI 19, 28. Auch Ae echinata (davon versch. Ae. spino.siss.) viell.
nur eine Form von longic. — Ae. capillacea Ch. 87 zu ? Parvipalpus, sodass
viel], nur 1 Sp. von Aegina bisher beschr. (vergl. Metapr.). P. Mayer, p. 31—36.
Aeginella. Keine Kiemenbeine (wie Aegina), nur 1 Borste statt Bein;
bei Jungen aber zuweilen noch entwickelte Beine u. versch. Reductionsstadien ;
Penes lateral (bei Aegina, wovon zu trennen, medial) Borsten am Mxp. l + 10-(-l
(statt 1 + 6 -j- 1). 1 Art: Ae. spinosa (syn? spinosissima Stp., cf. Aegina).
P. Mayer, p. 36, Tf. I 24, V. 30—33.
Pseuäaeyinella n. g. = Aeginella Stbb. nee Boeck. Mndbpalp. dreigl.;
Geissei der Ant. II zweigl.; keine Kiemenbeine; von Aeg. u. Aegll. durch Fehlen
der Abdbeine und schwachbeborsteten Mxp. verschieden. 1 Art: tristanensis,
P. Mayer, p. 37, Tf. V 51, VI 14.
Parvipalpus n. g. Mandibularpnlpus zweigliedrig (!) ; GeisselderAnt.il
mit mehr als 2 Gl.; keine Kiemenbeine; Abdomen statt der Beine mit einer
grossen, unpaaren Klappe. P. Unea, die magerste Caprellide, Sgm. 3, 4 u. 5
besonders beim i^ sehr verlängert (sonst dem $ ähnlich); 10 bez. 7 mm, Neapel
20— 50 m. — P. Mayer, p. 38, Tf. I 31-34, III 51—55, V 54-56, VI 20,
27, VII 6.
Heniiaegina n. g. Maudibularpalpus fehlt; Geissei der Ant. II zwei-
gliedrig; Beinrudimente an Sgm. 3 u. 4, Abd. bei ^ u. $ mit 1 Paar zwei-
glied. Beine (ähnlich dem 1 Paar bei Aegina). Mxp. wenig beborstet, Penes
lateral. H. minuta, Amoy, 8—25 Fd , iu;r 5 mm. P. Mayer, p. 40, Tf. I 25-7,
III 32—5, V 52-3, VI 13, 33, 34, VII 4.
Taracaprella g. n. Mndbpalp. fehlt; Geissei der Ant. II zweigl.; Bein-
rndimente (zweigl.) am 3. u. 4. Sgm. : Abd. des ^ mit 2 Paar Beinen (ähnl,
Caprella). Mxp. schwach beborstet. P. pusilla, am basalen Glied des 2. Beines
beim ^ ein Vorsprung, medial mit kegelf. Erhabenheiten bedeckt; nur 4 mm 1.,
Rio Janeiro (u. ? Amoy). P. Mayer, p. 41, Tf. I 28-30, III 45-7, V48-9,
VI 10.
Caprella. Durch Mangel des Mndbpalp. bei gleichzeitigem Fehlen der
Kiemenbeine von allen 22 Gatt, der Fam. verschieden. Von den zahlreichen
(ca. 30) Sp. wird die Gruppe der Cr. acauthifera durch getrennte Penes (u. Ant. II
meist ohne Ruderhaare) vom Rest getrennt, von diesem die Gruppe der C.
acutifrons durch abgestutzte Dornen am 5.-7. Bein (Arm 2 immer kurz); ca.
20 Arten bleiben als 3. Gruppe übrig. Der Schlüssel berücksichtigt die er-
wachsenen ^. P.Mayer p. 42 - 44. — Es folgen krit. Bern, über früher bek.
Spec.C. acauthifera (dazu syn.: protelloides, aber nicht verrucosa) in 6 Hauptformen
zei'legt: a) typica, ß) discrepans, y) tuberigera, J) elatior, *) laevissima, l) grandimana
(82 als Art); C. armata viel!, zu ß gehörig, aspera u. leptonj'x zu y; alle medi-
terran; p. 44, Tf. II 1-5, IV 11—15, V 36, VI 18 b„ 35, 36. - C. aequilibra
(syn. dazu obtusa Hell. u. gigas Costa, aber nicht kroyeri u. laticornis). sehr
weit verbreitet u. überall typisch, nur in Neuseeland daneben noch ein Local-
variante (novae-zeal. Kirk) ; p. 48, Tf. II IV VI. — C. acutifrons ist nicht
„penantis" zu nennen; syn. viell. spinifrous Nie, nicht aber obtu.sa; 9 Formen
400 Dr. F. Hilgeiulorf: Beiiclit über die Leistungen
unterschieden: f^ typica (Europa, Eio), ß) minor (Rio), y) tabida (Algier),
d) neglecta (Hongkong), *) yibhosa (Coquimbo), C) andreae (pelagiscb), >/) carolinensis,
ii-) Virginia ('? syn. geometrica), /) lusitanica ; Tabelle zur Bestimmung der 9 Formen ;
p. 50-57, Tf. n 34-41, IV 52-71, VII 16-17. - C. liparotensis, syn. dentata;
p. 57, Tf. V 44, VII 9—11, 53. — C. danilevskii, syn. wird belleri u. inermis,
Südaustralieu, Japan, Rio, Bermudas, Mittelmeer; p. 58, Tf. V, VII. — C. fre-
tensis, ^ haben am 2. u. 3. Gl. der Ant. II einen Pelz aus Haaien, die in heisser
concentrirter Schwefelsäure löslich (also kein Chitin); p. 62, Tf. IV V. —
Caprella linearis (mit grossem Giftzahn der Greifhand) viell. von sept. (rudim. Gz.)
artlich nicht versch.; nicht im Mittelmeer (auch nicht Azoren, wo aequil), nur
atl. bei Nordeur. u. Nordam. ; Mittelformen zu sept. bei Sylt, auch laticornis Boeck
ist eine solche; p. 63. — C. septentrionalis, dazu syn. longicornis, loveni, gigantea
u. wahrsch. robusta u. verrucosa (aber nicht punctata); 8 Formen unterschieden:
((') typica, ß) longicornis, y) nodigera (hierzu wahrsch. hystrix B. et W.), d") poly-
ceros, ^) 2)aTva (Nordjapan), t) robusta, rj) verruc. (Californien), d) die von Hansen
zu microtuberculata gestellte var. spinigera. In Europa geht sept. bis Kiel u.
?Plymoutb, in Am. bis 45« N. Br. südlich; p. 65, Tf. II, IV, VI - O.horrida, syn.
ist spinosissima Norm. p. j68. — C. microtub. p. 69 u. ciliata p. 70, Bemerk. —
C scaura Tmpl., 4 Formen unterschieden: a) typica (wozu atteu.), ß) diceroa (Japan),
y) cornuta D., ö) sjiinirostris (Coquimbo), wozu viell. Expl. von Honkong, C.
California u. Expl. v. Tschifu zu rechnen; p. 70, Tf. IV, VI, VII. — C. kroyeri
de Haan, gute Art; syn. spinosa Lock.; Japan, p. 74, Tf. II, IV, Y, VII.
P. Mayer, p. 74— 76.
Neue Arten werden 15 beschrieben. Zur Gruppe I (acanthifera) gehöi'en
3 neapolit. Sp.: C. rajmx, p. 76, Tf. II 89, V 37, 38; telarpax II 12, 13, IV 19
bis 22, V 39; hirstita, 77, II 19, IV 26—9.; C. mitis, Neapel (zu Gruppe III),
p. 78, Tf. II 6, 7, IV 16-18, V 43. C. eximia (Gr. III), Osta.sieu, p. 79 II 10
bis 11. C. acantJiogaster, Gr. III, Ostasien od. Südaustralien?, p. 80, Tf. VII 52,
53. C. rhopalochir, Gr. I. ? Ostasien; 80 V 40, VII 45-47. C. drepanochir,
Gr. n, ?Ostasien; p. 81, VII 15, 33, 34. C. bisjnnosa, Gr. III, Sibirien (46» N.>,
p. 82 II 24, IV 33, 34, Vn 14, 42, 43. C. graciUima, Gr. III, Ostasien, p. 83
II 25. C. irregularis, Gr. III, Korea, 84 II 16—18, IV 32. C. simplex, Gr. III,
Korea, 84 II 14, 15, IV 23 — 5. Die 3 letzten von Japan (Yedobai): suhinermis,
Gr. II, 85 V 45, VII 18, 44; decipiens, G. IL 86 VII 37-40; monoceros, Gr. III
nahe scaura, 87 VII 32.
Caprelliuoides, dazu gehört auch Caprellina mayeri Pf. Die Gattdiagn.
lautet nun: Mndbpip. dreigl., Geissei der Ant. II fünfgl; Beinstummel an Sgm.
3 u. 4 fehlen, an 5 dreigl.; Abdomen ohne Beine. — Näher an Liropus (nach
den Mundth.) als an Caprellina. C. mayeri, Beschr. ; P. Mayer, p. 88, Tf. V
VI VlI.
Liropus n. g. Mndbpip. dreigl., GeisselderAnt.il zweig!., Stummelbeiue
an den Kiemensegmenten ein-, am 5. Segment dreigl. — L. elongatus, Neapel,
P. Mayer, p. 89, Tf. I 38, IV 4-6, V 60— 1, VI 10, 31, VII 5.
L. tnimmus, Neapel (früher Podalirius minutus p. p.); p. 90, I IV V VI.
Podalirius, obgleich präocc, beibehalten. P. typicus, dazu minutus als juv.;
P. Mayer, p. 92, Tf. IV 7, 8, V 62—4, VI 17.
Pseudolirius , n. g. Abdomen mit (1 Paar) deutlichen Beineu, darum
von Podalii'ius abgetrennt. P. kroyei'i, Giftzahu zu e. „Höcker" reducirt u.
in der Carcinologie wählend des Jahres 1890. 401
wohl nicht mehr fungirend, aber die Klaue voll Drüsen. P. Mayer, p. 91,
Tf. IV 9, 10, V 65.
Cyamidae. „Nachträge zur Morphologie der Cyamiden" liefert P. Mayer,
p. 146—9 (über Phylogenie vergl. oben p. 366). Die Mundtheile sind durch Re-
duction aus dem Typus der Oaprell. entwickelt; am Mxp. ist der Taster nicht
nur bei Platyc. (auf 1 Glied) verkümmert, sondern auch bei Cy. grac. u. nod.
(1 Glied) u. bei globic. völlig verschwunden (bei Larven von nodosus aber noch
normal). Am Abdomen des (^ wird bei Jungen die paarige Anlage der Anhänge
coustatirt. Die Nebenkiemen sind nicht modificirte Dorne. An Jungen wird
eine Annäherung der Beinbildung an die der Caprell. nachgewiesen. Die Ver-
schmelzung des 1. Brustsegm. mit dem Kopfe findet sich bei Platycyamus auch,
wenigstens im Mediantheil.
Cyamus, Vertheilung der Arten nach den Wirthsthieren, van Beueden.
Amphipoda hyperiidea. Bovallius, p. 14 behält die Dreitheilung (s.
Ber. 88, p. 409) bei, benennt „A" als Hyperiidea recticornia, B als H. fdicornia,
C als curvicornia, bei den Subtribus A u. B sitzt die Ant. I. am Vorderkopf,
bei C am Unterkopf. Statt 12 Fam. (88) jetzt 18 Farn.: Scinidae, Lanc, Vib.,
Cyll., Paraphr., Thaum., Mim.; Hyp., Phron., Anch. ; Phorcoraphidae (= Phor-
cidae od. Euph.), Pron., Euthamneidae, Lycaeida, Oxyc, Xiphoceph., Parasc,
Eutyphidae. Schlüssel zu deren Uebersicht: ebd. p. 18.
Seinidae. Scina borealis, syn. ?clausi; Sars^), p. 20 Tfl.8.
Laneeolidae. Vibilidae. Cyllopidae. Paraphp. Thaumatops.
(= Cystis.). Mimoneetidae.
Hyperiidae, Char. der Fam. (sowie des Tribus Hyperiidea). Sars i), p. 5, 6.
Hyperia galba, syn. latreilli M. E. (als ^ jun.) u. medus. Boeck; Sars^)
p. 7 Tf. n, III 1. H. medusarum (Müll.); ebd. III 2.
Hj^)eria (Tauria) macrocephala bei Neuseeland; H. dubia (ohne Beschr.)
ebd.; Thomson, p. 263.
Hyperoche kröyeri, syn. abyss. u. lütk.; Sars\), p.9, Tf. 4.
Parathemisto oblivia (syn. abyss.); Sars^), p. 10, Tf. V 1.
Euthemisto (Bov. 87 := Themisto präocc.) wohl mit Parath. zu vereinen ;
Eu. compressa (syn.? bispinosa Bov. nee Boeck), Sars^), p. 12 Tf. V2. Eu. li-
bellula, syn. arctica u. wohl auch nordensk. 87; ebd. 13, VI 1. Eu. bispin. Boeck;
ebd. 14, VI 2.
Phronimidae. Anehylomeridae. Phoreorhaphidae. Pronoidae.
Tpyphaenidae, Bovallius, p. 18 Anm., löst diese Familie auf (veigl. seine
„Syst. List" 87): Die 2 Gatt. Thamyris u. Euthamneus (n. n. für Thamneus
präocc.) bilden die Fam. Euthamneidae, während Lycaea u. Pseudolycaea die
Lycaeidae zusammensetzen; Tryphaena kommt zur Fam. Phorcoraphidae (=rPhor-
cidae oder Euphorc), Paralycaea zu den Pronoidae, Simorhynchotus aber zu den
Oxycephalidae.
Tryphaenidae, dafür wegen Prior. Lycaeidae zu setzen; Char. der Fam.;
Sars^) p. 15. - Tr. malmi, dazu als (^ nordensk. u. boecki; Sars^) p. 17, Tf 7.
Oxycephalidae, davon getrennt Xiphoceph. als Fam.; Simorh. von den
Trj'phaen. hierher; Char. der Fam., Bovallius, p. 19 u. 45, u. Schlüssel für
die 10 Gatt. p. 46.
Arcb f. Naturgesch. .Tahrg.1893. Bd.II. II.-2. AA
402 I^''- F. Hilgemlorf: Bericht über die Leistungen
Simorliynchotus, wegen der i'iid. Mx. trotz kurzen Kopfes zur Farn. Ox.;
8 Sp. S. antenn., stehhingi (antenu. St. nee Claus) p. 50. lilljeborgi 87 (Tf. I
1—7 u. 7 Xyl.) beschr. Bovallius, p. 47-54.
Oxycephalus, davon 4 Sp. zu Streetsia, 2 zu Stebb., so dass nur 5 Sp. bleiben:
O. piscator (.syn. ocean., bulb. sim. edw.), p. 56, Tf. I 8— IG u. 10 Xyl, circum-
terran; clausi 87 (tuberc. Str. nee Bäte, pisc. Claus nee Edw.) I 19—24, II 1 u.
6 Xyl., circterr.; tuberc, II 2—3 (cop.); pectin. 87, II 4—6 u. 3 Xyl., trop. atl.;
latirostris, II 7—12, 1 Xyl. Bovallius, p. 54—68.
Tiillbergella cuspid. 87, Bovallius, p. 68-72, Tf. II 13 u. 10 Xyl.
Calamorbynchus pelluc, Bov., p 72, Tf. II 14, 15 (cop.); rigidus p. 74.
Dorycephalus n. g., von Leptocotis getrennt, weil bei D. letztes Uralsgm.
u. Uropoden kürzer u. breiter u. Innenast der letzten Urp. mit dem Stamm
verwachsen D. lindstroerai 87, Tf. II 16-18, III 1 u. 6 Xyl.; D. ambobus 88.
Bovallius, p. 75—79.
Streetsia, Gattungsdiagn.; hierzu 6 4-? 1 Sp. (cf. Oxyc. und Leptoc). S.
challengeri 88; porcellus, Tf. IV 4-6 (cop.); pronoides 87, III 7 -12 u. 2 Xyl;
cnrinata, trop. Pacif; Panama, p. 87 Tf. III 13 - 15, IV 1 u. Xyl.; steenstr. 87,
III 2— 6u. 4Xyl.; longiceps, I V 3 (cop). Bovallius, p. 80-93. Str. mindana-
onis (oder selbständige Ciatt ?) für Lept. mind. Stbb. 88.
Cranoec^j/ialus., n. g. Kopf kuiz und dick, hinten enger, mit sehr kurzem,
scharfgespitztem, unten offenem Rostrum, Ant. II ^ ersti'eckt sich gefaltet noch
unter das Pereion ; Pes. I u. II subcheliform, Pes V mit nicht dilatirtem Carpus
u. Metac, das letzte (verschmolzene) Uralsgm. ist länger (aber nicht 2 mal so
lang) als das 1., es ist nicht 2 mal so lang als breit. Innenäste aller 3 Urop.
frei, Telson zungenf. verlängert. Cr. goesi, die letzten 3 Femora verbreitert,
trop. Atl, 8 mm. Bovallius, p. 94— 97, Tf. IV 7- 9, 3 Xyl.
Stebbingella n. g. Zw. Oxyc, Streetsia u. Leptocotis. Kopf massig 1.
u. br., hinten enger; Rostrum massig lang, scharfspitzig, unten geschlossen.
Ant. II nur unter Kopf. Pes I u. II subcheliform; an Pes V Carpus u. Metac.
nicht verbreitert. Letztes (verschmolz.) Uralsgm. länger (doch nicht 2 mal so
lang) als 1., nur wenig länger als breit. Innenäste aller 3 Urp. frei; Telson
dreieckig, scharf gespitzt. St. sclerotica, Tf. IV 13—16 (cop. v. Streets); typhoides
Cl IV 10— 12 (cop.); St. thcell, Ind. Oc, 21 mm. p. 101, Tf.Vl-4 u. 2 Xyl.
Bovallius, p. 97-104.
Glossocephalus 87 ; Gl. milne-edwardsi, trop. Atl, 17 mm, Tf. V 5 u. 3 Xyl;
.spiuiger, Ind. Oc, V 6— 9, 2 Xyl Bovallius, p. 105-110.
Leptocotis (vergl Streetsia); L. spiuifera, Tf. V 15—17 (cop. v. Str.'!;
L. tenuirostris, V 10— 14 (cop. v. Claus). Bovallius, p. 110— 4.
Xiphoeephalidae als Fam. n. von den Oxyc. getrennt. Telson frei, nicht
mit Uralsgm. V -f- VI verw. ; letzter Pereiopod umgebildet, sackförmig. Brut-
lamellen fehlen. Xiphocephalus Guer. 41 hat Prior, vor Rhabdosoma 48.
X. armatus, syn. longir., Tf. VI 1—20, 3 Xyl; X. whitei (syn. armatus Eyd.,
Claus e. p., Stbb., u. investig. 87), Tf. VII 1-20 u. 22 Xyl; X. lüljeborgi, 17^' N.
37" W., 60 mm, p. 131, Tf. VII 21- 24; brevicaud. 88. Bovallius, p. 114-134.
Isopoda.
Vergl Dollfus^^), Terminologie u. Anat. des Hautskeletts; Steinei',
Gehirnfunction (Oniscus); Watase, Auge (Serolis); ßeddaid, Auge (Arcturus,
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 403
mit Beziehung auf Meerestiefe); Walker^), Athnmug- im Wasser bei Oniscus.
Eoule, Entwickl. von Porcellio; Leichmann, Befr. u. Eiablage von
Asellus, Brutpflege bei Sphaeroma.
Pfeffer^), p. 22 führt von Jeretik an: Jaera alb , Janira mac, 1 Munna,
Aega ps., Phryxus abd.
Labbe, Isopoden NW.-Frankreichs, s. S. 363.
Thomson, p. 263 — 7 erwähnt: Ceratothoa, Nerocila, Janira, Armadillo u.
Cylloraa; vergl. auch unten.
Pfeffer 3), Isop. von Südgeorgien, p. 51-53, Liste u. Verbr. der anarkt.
Isop. (59 Species + 9 Tanaiden), p. 96—98, auch p. 22.
Tanaidae. Apseudes spin. im östl. Kattegat, Meinert p. 185. — Aps.
talpa neu f. Boulogne, Griard^), p. 281.
Als dänisch noch erwähnt: Tanais tom., Heterot. oerst., Typhlot. brevic;
Leptogn. filif. u. 3 f. Dan. neue Sp., longiremis, brevir. u brevimanus; Pseudot.
forc. Meinert, p. 185 — 7.
Aneeidae. Auceus maxill. (syn. triglae u. ? manticora); Meinert, 188.
Oniseidae. Armadillo trifolium, 1. Thoi'Sgm. mit 3 Höckern, Cap- Verde-!.,
5 mm; Dollfus, Chall., p. 1, Taf. I 1. A. vitiensis ad , Kandawu, beschr.; ebd.
p. 2, 12. A. javaneusis 89, Philippinen, Honolulu, beschr.; ebd. 2 13.
Armadillidium esterelauuin (1887) Dollf. , grau., assim., depr., vulg. bei
Marseille, wo auch Armadillo off.; Aubert u. Dollf., p. 5. — Arm. vulg.
Bei-mudas; Dollfus, Chall. p. 4,
Porcellio scaber Juan-Fernandez u. Tristan d'Acunha [fehlt in wärmeren
Zonen nicht! cf. B.-L. St. Croix u. Mexico], u. P. laevis von Bermudas Cap-
Verde-I., Honolulu; Dollfus, Chall. p. 4.
Pore. (s. s.) marioni, Marseille, (p. 6, Fig. 1) u. provincialis, Salon, (p. 7,
Fig. 2); bei Mars, noch dilat., monticola, pictus, laevis, auch Cylist. convexus.
Lucasius als Gatt, aufrecht erhalten u. erweitert; bei Mars. L. pallidus (B.-L.)
u. L. hirtus (p. 8, Fig. 3), Aubert u. Dollf., p. 6—8.
Metoponorthus sexfasc, Bermudas; Dollfus, Chall. p. i. — M. meridionalis ,
n. n. für cingendus B.-L. uec Kin., welch letzterer [wie schon B.-L. verrauthete]
verschieden; Marseille, wo auch M. meleagris, sexfasc. u. pruin. Aubert u.
Dollf., p. 8.
Bathytropa granulata, Marseille, Aubert u. Dollf., p. 9; Fig. 4 ebd. auch
Leptotrichus panzeri.
Platyarthrus caudatus (Fig. 6), Marseille, wo auch hoffm. u. schoebli (Fig. 5)
Aubert u. Dollf., p. 10.
Stenoniscus n. g. Sehr schmal (2,8 : 6 mm), Prosepistom eben, Metepistom
sehr entwickelt, vorn mit dreieck. Medianfortsatz. Augen 0. Ant. II kui'z, Geissei
2 gl. Thorsgme. hinten nicht concav, am 2.-7. die Epimeren abgegliedert. 2.-5.
Pleonsgm. mit hinterem, plattenf. Fortsatz (forte et large saillie tergale). Urop.
ganz unter dem grossen, weit gerundeten Telson verborgen, der laterale Anhang
sehr kurz, ^'3 des medialen. (Mundtheile?) Vorläufig wegen 2g]. Geissei der
Porcellio-Gruppe angereiht. St. pleonalis, weiss, 1 Expl. unter Zosteramassen
am Ufer, Marseille. Aubert u. Dollfus, p. 10, Fig. 7.
Philo scia anomala, Tarsus des 3. u. besonders des 4 Beines beim ^ ad.
(? zur Copulationszeit) paletten artig verbreitert. (Eine Phil. sp. von Venezuela,
desgl. Ph. couchi u. Ph. buccul. von Chile haben gleiche Bildung, bei bucc. in
AA*
404 Dr. F. Hilg-eiulorf; Bericht über die Leistmigeii
Nicolet's Fig. an den Kopf! gezeiclinet.) Valparaiso n. Juan Fernandez, 13' ;, mm ;
Dollfns, Chall. p. 4, Tf. II 1. — Phil, elong., cell u. couchi bei Marseille; Aub.
u. Doli f., p. 11.
Armadilloniscus litoralis (Fig. 8) u. candidus (Fig. 9) bei Marseille unter
FucvTS am Ufer; Aubert u. Doli f., p. 12.
Trichouiscns? murrayi, Valparaiso, 6 mm, D oll f vis, Chall., p. 5, Tf. II 2.
Tr.? australis, Tristan d'Aciinha; ebd. 6, II 3. — Tr. i'oseus, bei Marseille;
Aub. u. Doli f., p. 12.
Microniscus n. g. wird mit Trichon. verglichen, aber Kopf vorn umge-
bogen, daher der Stirnrand sich auf die Facialregion neigend, u. das Auge mit
nur 1 Ocelle. M.. monocellahis, Juan Fernandez, 4^/4 mm; Dollfus, OhalL, p. 7
Tf. II 4. (Die Antennen fehlen dem einz. Expl.). — Umgeändert in
Oligoniscus monoc. weil präocc, (1870), Dollfus-).
Ligia exotica, beim (J von Bermudas der Tarsus mit längeren steifen
Haaren (var. hirtitarsis) als bei ^ v. Senegal (Tf. II, Fig. 5 u. 6). L. cursoi',
Juan Fernandez. Dollfus, Chall., p. 7. — L. ital., bei Marseille; Aubert u.
D., p. 12. -
Ligia oceanica, Verbreit, in Dauern.; 1 leuchtendes Expl.; Mein er t, p. 190.
Tylos niveus von Bermudas (Tf. I Fig. 5; mit ähnl. Färb, wie latreillei
(Fig. 4) statt weiss; Unterschied v. latr.; Dollfus, Chall, p. 8. — T. latr. bei
Marseille, Aub. u. D., p. 12.
Serolidae. Serolella sbg. nov. für Serolis pagenst. wegen des keinen
Klammerfuss bildenden 2. Beiupaares. Pfeffer^), p. 51.
Asellidae. Bei Dänemark: Janira mac, Jaira nordm. (n. f. D.) u. albi-
frons, Muuua fahr. (n. f. D.) u. boecki, Pleurog. inerme (n. f. D.) u. spinös.,
Ischnosoma bispin. (n. f. D.); 2 gg. nn. Eug. u. Vana s unten; Meinert,
p. 192-5.
Jaera (Jais) neo-zealanica, ? syn. zu pubesceus D. ; Thomson, p.265.
Munna fabricii? bei Jeretik; wegen mangelhafter bisheriger Beschr. dieser
Art nicht sicher identificirbar; auch die Gattchar. früher ungenau (Abdomen),
so dass nur deswegen die antarktische Form (Haliacris 1888) wohl ohne Grund
als generisch verschieden angesehen wurde. Pfeffer 3), p. 23.
Haliacris viell. syn. zu Munna, s. diese Gatt.
Eugerda n. g. Schmal (nur 1. — 3. Segm. etwas breiter). Kopf zieml.
gross, kugelig, mit zw. den Ant. vorspringendem Rande. Augen rundlich, wenig-
bemerkbar. 1. Segm. kurz; 2.-4. viel grösser, hinten allmählieh kleiner; 5.-7.
gross, h. allm. kleiner, mit gerundeter Ecke. Abdsgm. gross, suboval. Ant. I
sehr kurz, mit wenigen Gl. (5); Ant. II lang, Flag. kürzer als Stiel. Mndbplp.
0; Schneide mit wenigen runden Zähnen, ein 3 zähniger Fortsatz. Mxp. mit
dünnem vorletzten u. winzigem Endglied. 1. Fuss schlank, lang, nackt; 2.-7.
lang, viel breiter, die 2 Endgl. deutl. verbreitert und mit langen Borsten u.
langer, schwertf. Klaue. Abdoperc. gross, gauzrandig, kreisf., das Abd. fast
bedeckend. Urop. lang; Aeste integer, innerer kürzer, seitlich am. Basalglied des
äuss. sitzend. - Eu. (jloUceps, 3 mm, Kattegat 58° (u. 57°) N., 70-125 (u. I7V2)
Fd. Meinert, p. 194, Tf. II 53-62.
Vana n. g. [Nach Stebbing (1893) = Macrostylis Sars]; longiremis [nach
Stb. viell. syn. zu M. spinigeraj; 3 mm, viele Expl. nördl. v. Skagen, 125 Fd.
Meinert, p. 195, Tf. II 63-73.
in der Oarcinologie wälireiid des Jahres 1890. 405
Munnopsidae. Die Faiii. bei Dänemark nachgewiesen; Muunopsis typ.,
Ilyarachna longic. u. Eurycope robusta; alle 3 n. f. D. (nördl. Skagen, 58° N.,
120 Fd.); Meiner t, p. 196.
Idotheidae. Bern. üb. 1 Glyptonotus u. 3 Idothea, Meiuert, p. 190.
Cleantis tubicola, beschr.; Thomson, 264, Tf. XIV 5-8.
Astacilla pusilla u. dilat , n. f. Dänem., wo noch longic; Meinert, p. 191.
Anthuridae. Cyathnra cariuata, Bemerk.; Meinert, p. 187.
Sphaeromidae. Limnoria lign., neuerdings bei Frederikshavn. Meinert,
p. 190.
Sphaeroma rugicauda, Bem.; Meinert, p. 190. — Neu f. Firth of Forth,
Brackwasser, Scott i) 329.
Cymodocea emarg. (n. f. Livp.) u. Sphaeroma rugic. zus. in e. Baianusschale
gefunden, ob (nach Hesse) ^ u. ^ von einander? Walke r-j.
Cassidina neo-zealanica, 10 Fd , Bay of Islands; Thomson, p. 264, Tf. 14,
Fig. 1—4.
Cirolanidae. Hansen fasst 6 Fam. als Cirolaniden-Cymothoiden-Gruppe
zus. [viell. als „Oberfam." zu bezeichnen]. Er charakterisirt diese p. 263 bez.
422: 1) Am Abdomen alle 6 Sgm frei, 6. gross; alle Pleop. mit grossem Stielgl.
das medial mit Haken versehen (am 5. nicht immer), u. mit 2 gr., blattf., zieml.
gleichgrossen , meist gewimperten Aesten; Urop. mit 2 beweg!., blattf, un-
gegliederten Aesten, welche mit dem Telson einen meist gut bewimperten
Schwimmfächer bilden. 2) Die 5 vord. Brustsegm. mit entwickelten Brut-
lamellen. 3) Beim eiertragenden $ sind am Mxp. das 1. Gl. u. sein Epip. sowie
das 2. Gl. (lateral) mit grossen m. od. wen. gewimperten Lamellen verseheu.
4) 1. Thorsegm. frei. 5) Stiel der Ant. II nur 4—5 Gl. 6) Der Molarfortsatz
der Mndbl. dient nie zum Kauen, ist oft reducirt; Palpus wohlentwickelt.
7) 1. Gl. des 2.-7. Thoracalfusses als Epimere mit dem Sgm. fest od. schwach
beweglich verbunden. 8) Pleop. der ^. u. $ nur durch Appendix masculina versch.;
App. schmal, ohne Höhlung u. so lang od. wenig länger als der Innenast. —
Diese Char. finden sich meist bei den Sphaeromidae wieder. — Die Einth. in
6 Fam. beruht auf den Mundtheilen, die nur zw. Cymoth. u. Aegidae (Rocinela)
ähnlich, sonst aber (schon mit der Lupe) sofort zur Erkennung der Fam. ge-
nügend sind. — Die Fam. Cirol. hat (gemeinsam mit den Corall. u. Alcir.) am
Mxp. einen freien, auf den 2 Endgl. beborsteten (nicht bedornten) Palpus u.
an der Mx. I das Endgl. medial verbreitert; ferner (gem. mit Corall.) die Mudb.
mit kräftiger, siciitbarer distaler Hälfte, u. auswärts od. vorw. gebogener prox.
H., aber (im Ggs. zu Cor.) mit breiter Schneide und gross. Molarfortsatz und
Zwischenhöcker (Lac. mobil.). Die Mx. I mit 3 Dornen an der inn. Kaulade
(„Lappen des 1. Gl." Hns.), an d. äuss. Kl. mit vielen D. Die Mx. II massig,
mit 3 freien, borstenreichen Lappen. Mxp. mit breitem, borstenreichem Palpus.
Pes. I — VII ohne hakenf. Endglied; dessen Klaue abgegliedert. Hansen,
p. 375, 310, 317, 318. Tabelle zur Diagnose der 5 Gatt. p. 318.
1 Cirolana u. 1 Eurydice in Dauern., Meinert, p. 189,
Cirolana. Hansen, Char. der Gatt. (Schaft der Ant. II fünfgi, Stammgl.
der Ui'op. medial stark vorspringend); Bestimmungstabelle für 15 Sp. (p. 319
bis 21), die später in 5 Sectionen vertheilt sind, alle beschr. u. abgebildet. —
Section I: C. borealis, p. 321, Tf I, Fig. 1; hirtipes ME. (nee. autt.), 326, 12
(nur am Cap!); necjlcda, Mittelmeei-, 327, 13; graciUs St. Thomas, 329 II 2;
406 Dr. F. Hilgeiidorf: Bericht über die Leistungen
eximia, Brasilien, 331 II 3 ; coucbarxim, atl. Nordam., 333, 114. Ferner gehören
zu dieser Sect. (nicht vom Vf. gesehen u. beschr.): microphth. (nicht syn. zu
conch.), polita, impressa, laevis, rossi, tenuistylis. — Sectio II: C. sulcata, Cap,
336 II 5; californica, St. Diego, 338 III 2; 2Jarva, Westindien u. Sanioa, 340 II 6;
cranchi (syn. swainsoui), 341 III 3. Zu S. II noch arabica. — Set. III: C. elongata
ist pelagisch, Ostindien bis Japan, 345 III 4; minuta, St. Thomas; 347 1115.—
Set. IV (Laminae front, lang, eingeschnürt) : C. japonica, pelag., Yedo-Bai, 349,
ly 2. — Set. V (5. Abdsgm. seitl. nicht vom 4. bedeckt): C. sphaeromiforinis,
St. Thomas, 351 IV 3 ; orientalis D., Nikobaren, 353 IV 4, — Zur Gatt. Cir.
gehören sonst noch : armata D., latistylis D., schiödti M., lata Hsw., cooki Flh:,
?Aega harsfordi Lock.: dagegen, sind wohl nicht Cir.: sculpta ME. (Corall.?),
rugic. Hll. (Cor. od. Alcir.?), Nel. desmar. Perty (Farn?). Sicher nicht: C. trunc.
Norm. (Eurydice), longic. Stud. (Eur.), Aega multidig. D. u. Miers (Alcir.?),
rosacea B,is.so (Aega). — Hansen, p. 319— 358.
Conilera. Hansen, Char. der Gatt. (Pleop. I eigenthümlich) , nur 1 Sp.:
C. cylindr. (syn. montagui), sehr gefrässig ; p. 358- 61, Tf. IV 5, V I. Aega
(Con.) interr. Mart. ist eine Aega, 361.
Eurydice. Hansen, Char. der Gatt. (Schaft der Ant. II viergl., Mxp.
ohne Klammerhaken am 2. Gl., Stamm der Urop. nach hintinnen wenig vorgezogen);
Schlüssel der 5 unters. Sp., (alle beschr. u. Abb.). — Eu. degantula, 56«— 60" N.
Br., ö^»— 18° W. L., pelagisch, au Beroe, p. 364, Tf. V 2; inermis, Cap Lizard,
366 V3; spinUjera, ? Westindien, 367 V 4, VI 1; orientalis, Java, 369 VI 2;
pulchra, Beschr., Lebensweise (syn. Slabb. agata, grac. u. agilis, p. 370, VI 3.
Weitere Eur.- Arten: truncata, grimaldi, longicornis Stud. (als Cirol.); viell. auch
Helleria pontica Czern. — Hansen, p. 362— 75.
Bathynomus gig., zur Fam. Cirolanidae gestellt, weil selbst die wichtigeren
vorhandenen Abweichungen (gänzlich untere Lage der Augen u. deren grosse
Facettenzahl, sowie die starke Kiemen-Entwicklung nicht zur Begründung einer
besonderen Fam. oder höheren Gruppe genügen. Hansen, p. 252, 376.
Anuropus 1886 entweder zur Familie Cirolanidae oder eine eigne Fam.;
Hansen, p. 254, 376.
Corallanidae. Von den Cirol. verschieden durch: Mndb. mit langer die
Symmetrieebeue weit überragender Spitze, ohne Molarforts, u. Lac mob.; luuen-
ade der Mx. I unbewaffnet, Aussl. mit 1 langen Dorn; ]\Ix. II schwach, mit
rudim., schwachburstigen Lappen; Mxp. mit schmalem, schwachborst. Palp. Die
Füsse zum Schwimmen kaum geeignet. Nur 1 Gatt. Hansen, p. 280 ,311, 376.
Corallana, Gattchar. und Schlüssel für 7 untersuchte (westindische) Spec.
Hansen, p. 378. Sectio I (Augen getrennt): Cor. tricornis, p 379, Tf. VI 4.
VIII; quadricornis , 382 VII 2; suUilis, St. Thomas, 382, VII 2; antiUemii,
383 VII 4. — Set. II (Augen stossen zusammen): C. fissicauda, 385 VII 5;
oculata, 386 VII 6; uwmingi, 18*^ N. 35° W., 387; VII 7. — Zur selben Gatt.
(oder doch Fam.) gehören noch: acuticauda M., Ae. basalis HIL, C. collaris S.
et M., brevipes S. M., birtic. D., nodosa S. M., hirsuta S. M., macrouema (?Blk.)
M.; viell. hierher Cirol. sciilpta ME. u. Cir. rugicauda Hll. — Hausen, p. 376
bis 390.
Aleironidae. Fam. n. Von den Cirol. u. Corall. versch. durch Mand.
mit schmaler distaler Hälfte u. medial erweiterter prox. H. Die Mx. I mit
unbewaff. Inneulade, Aussl. mit 1-2 Dornen; 3Ix. II schwach, mit 0—1 Lappen
in de)' Carcinologie wälirciul des Jahres 1890. 407
u. wenig' 0(1. 0 Borsten; Palp. des Mxp. massig breit, Glieder alle kurz. Ant. I
mit zweigl. Schaft; Ant. II, lang od. massig, Schaft 5-gi., öfters verlängert.
Pedes mit abgegl. Klaue, nie Schwimmfüsse ; Klaue IV— VII immer kürzer als
7. Gl. (Dactylus). Am Pleon das 5. Sgm. lateral vom 4. bedeckt. 3 Genera. —
Hansen, ix 285, 312, 390.
Alcirona n. g. Clypeus sehr gross, mondf., einen grossen Theil der
Mandb. bedeckend; Ant. II mit verläng. Schaft. — Ä. krebsi, St. Thomas; (^ 9,2,
$ 18 mm; Tfl. VIII 1. A. insidaris, Samoa, <^ jnn. 5,i, Tfl. VIII 2. —
Hausen, p. 391.
Lanocira n. g. Clypeus klein, 7. Gl. von Pes I— III nicht verlängert u.
5. Gl. ohne Lappen; 6. Gl. von VI u. VII schlanker als 3. u. 4. GL; Schaft der
Aut. II massig lang. — L. kröyeri, Rio de Janeiro, $ jun. 4 mm; Hansen,
p. 395, Tf. VIII 3.
Tachaea Seh. M. 79. Pes I— III am 5. Gl. mit Lappen; Pes VI u. VII
mit breitem 6. Gl. T. crassipes, Beschr., Tf. VIII 4, IX 1. (Die von Seh. u.
M.. beschr. Expl. sind wahrsch. $ jun., nicht ^.) T. incerta, Tf. IX 2. (Fund-
ort ?). Hansen, p. 397- 400.
Zur Farn. Alcir. gehören noch Aega multidig. D. (Miers' Cir. mult. wohl
nicht synonym) u. efferta D. ; viell. auch Cirol. rugic. HU., Aega novi-zeal. D.
u. Aega macronema Blk. Hansen, p. 400.
Corilana erythraea Kossm., Kritik; viell. zur Fam. Alcir.; Hansen, p. 401.
BarybPotidae, fam. n. Palpen der Mxp. umfassen (wie bei den Aegidae
u. Cymoth. u im Ggs. zu den Cir. Cor. u. Ale.) die conisch vortret. Mundtheile
u. sind distal ohne Borsten und (bei ^ u. jung. $) mit Haken; zugleich Mx. I
mit schmaler Aussenlade. Im Ggs. zu Ae. u. Cy. sind die JMx. II schwach u.
ohne Haken u. die verwachsenen 4. u. 5. Glieder der Mxp. sehr lang. — Nur
1 Sp. : Barybrotes agilis, Beschr., Tf. IX 3; syn. B. indus u. agilis. Hansen, p.402.
Cymothoidae. Char. der Fam. (vergl. Barybr. u. Aeg.); Hansen, p, 302
31G, 406. Die 3 Fam. Seh. u. M.'s, Anilocridae, Saophr. u. Cymoth., bildeu nur
1 Fam., die den Aeg. aequivalent ist; Livoneca gehört (immer nach dem Mund-
bau) eher neben Nerocila (Fam. Anil.) als zu Cerath. u. Cym. (Fam. Cym.);
ebd. 407.
Nerocila bivitt., Mundtheile beschr., deren Verändrung beim Gescblechts-
wechsel des Individuums geringer als bei Ceratothoa; Hansen, p. 304, Tf. X3.
Ceratothoa banksi, Mundtheile in den versch. Stadien beschr. als Typus
der weitgehendsten Abänderung innerhalb der Oberfamilie Cir.-Cym. ; Hansen,
p. 304, Tf. X 4.
Aegidae, Char. der Fam. (vergl. Barybr.); gegenüber den Cymoth. durch
die (immer?) deutl. Lac. mobilis der Mndb., u. unerweitertes Basalgl. des Mndbplp.,
sowie die meist 7-gl. Mxp. (bei 4-gI. Mxp. ist das Endglied kurz, stumpf) aus-
gezeichnet; auch durch die graderen Endgl. des Pes IV — VII, gut abgesetzte
Geissei der Ant. I u. II, behaarte vord. Pleop. (der $), Mangel des Herniaphro-
ditismus verschieden. Hausen, p. 294, 315, 405. Vf. theilt die Fam. nach Ver-
halten der Maxpd. in 2 Gruppen: 1) Aega; 2) Rocinela, Alitropus (diese 2 sehr
nahe) u. Syscenus. Eine Zahl von Arten, die früher als Aega beschr. wurden,
bringt Hansen zu den Fam. Cirol., Corall. u. Alci. — 4 Aega u. 1 Rocinela als
dänisch erwähnt, Meinert, p. 188.
Aega psora, Mundtheile beschr. u. Abb.; Hausen, p. 29, Tf. 9.
408 Dr. F. Hilgeiidorf: Bericlit über die Leistungen
Kociueia daniuouien.'^is, Mnndtlieile besclii'.; Hansen, p 298, Tf. X 1.
Bopyridae. Bopynis, die 6 eur. Sp. werden benannt: B. fougerouxi i\. n.,
nicht mediteri'an, häufig im Caual, 1772 von Foug. de Bondaroy als „iusecte",
dann von M. E. u. Sp. Bäte als B. squill. Latr. beschr., auf Pal. serr. (der alt.
Name wäre Mon. crangorum F. 1798.). B. ratJikei auf P. rectir. u. B. Hellen
(Fig. 1, 2) auf P. squilla, beide von Rathke untersucht 1837. B. treillianus auf
P. tr., von Walz mit helleri eonfundirt. B. xiphias auf P. xiph., Neapel, Fig. 3, 4.
B. palaemonis Risso e. versch. Art (ob aber noch zu Bop. gehörig?), auf Alpheus.
Giard u. B.i), p. 368—73 u. 382.
Hexone parasitica Risso, Avahrsch. das ,^ eines Bopyrus. G. u. B.^), p. 380.
Bopyrina virbii, ocell., nit. u. hipp, im Mittelineei-, G. u. B.^), p. 388.
Palaegyge, I Arten mit warzigen Pleonlamellen (auf Anomala u. Tha-
lassida), II A. mit glatten Lam., auf Eucyphota; zu I P. hyndm., fraissi (medit.)
u. 3 neap. Sp. (dohmi, callian., insiguis); zu II borrei, äff. u. hoyli. Giard
u. B.i), p. 373— 7; die 4 medit. Sp. aufgeführt, p.384 (desgl. Gyge brauch.).
Pleurocrypta, Untersch. v. Palaegyge, G. u. Bon.^), p. 373, 2 medit. Sp.
(galatheae u. strigosa), p. 385. — PI. (intermedia sp. n.) auf Gal. interm., ßou-
logne; Giard^), p. 281.
Athelges xwideauxi auf Pag. prid., Neapel (Fig. 5); A. guitarra, Nea.;
Giard u. Bo.^), p. 378; im Mittelm. noch A. cardonae Kossm. auf Oliban.
misanthr., p. 386.
Hemiarthrus typt, philouika, virbii, cranchi, Mittelm.; Giard u. B.^),
p. 386.
Jone thor., vicina, gebiae, mediterran; Giard u. B. ^), p. 387.
Portuuicepon cervicornis von Risso 1816 auf Portunus arc. entdeckt,
(= Cepon portuni Kossm.) u. Ergyne cerv. benannt (R. verwechselte aber Kopf
und Schwanz). Erg. hat eigentlich Prior vor Port. Giard u. ß.^), p. 379.
[Von Stebbing 1893 Ergyne statt P. anerkannt.]
Entoniseidae. Grapsion cavolini, Portunion maenadis und salvat., von
Giard u. B. ^), p. 388 als mediterran erw.
Pinnoterion. Giard u. B.'s Arbeit (s. Ber. 89) übersetzt in Ann. Mg.
(6) V 122. — P. (vermiforme sp. n.) auf dem Pinn. der Modiola (cf. 89),
Cabiropsidae. Podascon della-vallei, einz. Mittelmeer-Form; G. u. B.'),
p. 389.
Cryptoniseidae. Lyriopsis pygmaea, monopht., species (von Gourret 1887
u. 88 als Cryptoniscns- Larve beschr. ist aber (^ ad.), sp. (Odessa. 1867 von
Marcusen beschr.), als mediterran aufgeführt; Giard u. B.^), p. 389.
Cryptoniscns pag., Daualia curv., lobianc. u. dohrni desgl., p. 390.
Dajidae. Cyproniseidae. Mieponiseidae.
Phjilopoda.
Nussbaum, p. 40, Nervenendigungen (Brauchipus). Bernard, Zwitter
(Apodiden) s. unten.
ßlauchard u. Richard, Salzseen Algier's. — Pfeffer^), p. 102, von
antarkt. Phyllop. nur 1 Brauchineeta sp. bekannt.
Apodidae. Lepidurus sp., von Ost-Spitzbergen (durch Besitz der Ant, II
von L. glac. verschieden), als hermaphroditisch erkannt. — L. glac, 4000 Fuss
iii der Carcinologie während des Jahres 1890. 409
üb. d.M. in e. nicht ausfrierendem oder austrocknendem Wasser; 2 (^ beob. ;
Sars2), p. 27.
Apus productus, Züchtung; Hartwig.
Branehipodidae. Branch. paludosus, neu für Ungarn, in den Tatraer
Raupenseen; Syn.: niiddendorf., groenland. (u. grubei in Broun, Cl. Ordn. V Tf. 29,
F. 2 u. 4.); das Subg, Branchinecta nicht anerkannt; Br. ferox vorläufig als
verschieden anzusehen, v. Daday^), 3 Xyl.
Branchipus (Chirocephaius) cervicornis, Salztümpel bei Totoralejos (nördl.
Cordoba, Argentinien): mit Br. jheringi der einzige bek. Vertreter der Farn,
in Südam. Weltner, 6 Xyl. (auch Eischale).
Limnadidae. Limu. lenticularis, neuerdiugs (seit Rathke) iu I^orw. ge-
funden (bei Areudal u. Hamar); unbefruchtete Eier entwickelt. Sars-j, p. 28.
Limnetidae. Limn. brachyura, n. f. Norwegen, in Finmark (Matsjok);
Sars^), p. 29.
Cladocera.
Gehirn von Leptodora, Wiedersheim.
Im Plankton des Stettiner Haffs massenhaft (Chydorus sphaer. 67°/oi Bosm.
rot. 22, Hyalod. kahlb. 5, Daphnia longisp. 1,6, Sida cryst. 4, Leptod. hyal. 0,37o
der ganzen Cladocerenzahl); in der See nicht 1 Expl. dieser Sp. getroffen.
Hensen, p. 115.
Zchokke^— ä), Clad. der Schweizerseeu.
Imhof 3) findet in Kärnthen (22 Seeen) pelagisch fast immer Daphuella,
brachyura, dann Bosmina- u. Daphnia- Arten. Leptodora in 8, Polyphemus in
2 Seeen, Bythotr. long, nur im Millstätter-See; immer in gi-osser Zahl (ausgen.
Polyph.). Von andern Gatt, noch 18 Arten, die mehr littoral oder Grundbewohner;
häufig Pleuroxus truuc. (8 Seeen), die seltene Latona setif. im Jeserz-See.
(20 Sp. det., 9 indet.)
Imhof *), pelag. Clad. in Galizien.
Labbe, Cladoc. des nord-westl. Frankreichs.
Scott 2) erwähnt vom Loch Coulter: D. pulex u. vet.; Acrop. harpae, Chyd.
sph., Euryc. lam.
Blanch. u. Rieh., Salzseen Algiers.
Poppe u. Rieh., Cladoc. von China (v. Japan siehe unten).
Forbes fand im Geneva-See (Wisconsin) in tiefem W.: Daphnia retrocurva,
Daphnella brachyura; in flachem: Alona sp., Acroperis leucoceph., Euryc. lamell.,
Ophryoxus grac.?, Moina rectir., Latona setif., Sida crist., D. retroc, Simoceph.
sp., Daphnella brach., Leptodora hyalina. Im Mendota-See: Leptodoia, Daph-
nella, Eurycercus.
Auf Belle -Isle (Ostküste Brit. Nordamer.): Daphnia pulex var. schödleri,
Chyd. sphaer., Ceriod. retic, Simoc. ex.spin., Alona äff., gutt. Richard').
Sididae. Sars-) p. 30, Bem. üb. Sida u. Diaphanosoma.
Sida elong. syn. zu crystallina, Matile p. 110.
Daphnella brachyura u. brandt. bisher von allen Autt. (ausg. Hudeud.) ver-
wechselt; Matile p. 111.
Holopedidae. Holopedium gibberum var. ornata, Sars-) 31.
Daphniidae. Daphnia eurvirostris (parthen. $) bei Dresden (Dippelsdorfer
Teich), Untersch. gegen pulex; Thallwitz.
410 r)i'- F. Hilgeiidorf: Bciiclit ülter die Leistungen
Daphnia obtusa n. f. Norw. ; zalüreiche frühere Arten werden (wie aucli in
andern Gattnngen) nun als Varietäten aufgeführt ja zeitweis war Vf. geneigt,
nur magna pulex u. lougispina anzuerkennen, hat schliesslich indess auch obtus.,
lacustris, galeata u. hyalina angenommen. Sars-) p. 4, 9, 31 — 34.
Daphnia, Schlüssel für 13 Sp.; D. schaff., caudata, dentata (p. 117, Fig. 3,
4, bei Skhodnia), kahlbergensis (syn, cederströmi) abgebildet; Zu hyalina als
varr. galeata u. gracilis (pellucida versch.); zu cucull. syn. vitrea. Matile.
Daphnia lougispina var. sarsi in N. W.- Frankreich, Labbe p. 38, Tf. I, 1.
Daphnia schmackeri , Hakone-See (östl. am Fusi-Yama), Japan; Poppe u.
Richard, p. 74.
Hyalodaphnia jardini mit var. obtus , cuc, berol., apic. u. kahlb. ; H. cristata
mit forma vernalis u. var. longir. , pus., tenuir. , laticeps u. cederstr. ; Sars -)
p. 10, 34.
Ceriodaphnia hamata, Insel Sartorö bei Bergen; quadrangula u. f. Norw.,
bei Christiania, eine N2m. producta 5000 Fuss üb. d.M. Sonst in Norw. retic.
mit var. rosea, serr. u. minor.; pulchella mit var. microcephala, laticaud. ii. rot.;
Sars-), p. 10, 36. — Cer. reticul. (Fig. 13), megops (F. 14 syn. cristata Birge),
pulch., quadrang. (F. 15), laticaud. (F. 16), rot. w. setosa (p. 128, Fig. 17, Zarizino;
Skulptur wie echiiiata 88) bei Moskau, Matile.
Simocephalus, Bern, über die 3 norw. Sp.; Sars-) p. 11, 37. Sim., Abb.
aller 3 mosk. Sp. (vet., exsp. u. seir.), Matile, p. 121.
Scapholeberis microcephala Lillj., südl. Norwegen, u. var. subcornuta; Sars -)
p, 11, 38. Sc. n.'ucr. mit var. longispinosa; ebd. — Sc. aurita (syn. nasuta), Abb,
Fig. 12, Sc. obtusa Hellich versch. von obt. Schödler; Matile p. 124.
Moina wird von de Kerbe rve (mit Birge) als Stammform der Lyuceiden,
Daphniden u. Sididen betrachtet. Schilderung der äuss. u. Innern Baues. Beobacht.
über Fortpflanzung an M. macrocopus (Straus) ßobin 72 (syn. flagell. 76, fischeri
77, u. paradoxa), Fundorte; Liste der bek. 9 Species.
Moina paradoxa, neu für Norwegen; Sars-), p. 11. 39.
Moina micrura (Fig. 18; micr. Hellich versch. V), flagell. Hud. (F. 19, syn.
paradoxa u. fischeri), rectirostris O. F. M. (syn. lect. Fischer, Leyd., Hell., brachiata
P. E. Müller) u. brachiata (br. Ulj. versch ) bei Moskau; Matile, p. 129.
Bosmina, Vorzeichniss der bek. 29 Arten u. 4 Var.; alle europ.. nur 1 Aegypt.
u. 1 Nordamerika. Imhof ").
Bosmina berolinensis von bohemica verschieden ; B. minima, 0,2 mm 1.,
Müggelsee bei Berlin; Imhof^) u. -).
B- hohem, vielleicht eine Mittelform zw. der hohen skandinav. „bohemica"
u. der schlanken berol. Poppe ^).
Bosmina brevicornis, hohem, u. corregoni n. f. Norwegen; similin (p. 39)
hrevispina (41), eletjans (42), microptera (43), alle 4 nach Lilljeb. M S. von
Sars-) publicirt; 14 Sp. nebst 7 Var. in Norwegen; p. 11, 39—44. — Bosmina
maritima, Verbreitungscentrum in der östl. Ostsee, wo 5 mal mehr als Copepodeu
im Plankton; ,^ nur 6—10%. Optimum in Wasser von 0,7% Salzgehalt.
Hensen p. 112, 123.
B. longir.. cornuta u. lilj. (Fig. 20) bei Moskau; Matile, 132.
Bosmina jojjojwca, Hakone-See, Japan; Poppe u. Richard^), p. 76; ebd.
auch Monospilus sp. u. Alona sp. (p. 77).
in der Caicinologie walirend des Jahres 1890. 411
Macrotliiix laticoruis (Fig. 21, 22; (^ beschr., Weismanns ^ gehört zu
hirsutic ) u. ro^ea bei Moskau; 31. horysthcnica, bei Kiew, Matile, p. 166,
Tf. V ¥. 50. — Gatt, neu f. J^orwegen; M. laticoruis bei Christionia, hirsuticornis
im nördl. Norw. ; M. arctica, Vardoe (Finmark); Sars-) p. 44, 12.
Streblocerus senicaud. Fisch, bei Moskau (Str. serr. Hellich versch.?)
Matile, p. 137.
Acantholeberis, die Gatt, bei Moskau noch nicht gefunden (Lathon. rectir.
dort nicht selten); Matile, p. 133.
Drepanothrix dentata var. obsoleta, Norwegen, Sars-) p. 45.
Iliocryptus, nur sordidus bei Moskau; Matile, p. 139. — II. sord.V, in
NW.-Frankreich, Labbe, p. 39, Tf. I 2. — II. agilis n. f. Norw., Sars-) p. 45.
Ophrj'oxus grac, var. spinifera, Norwegen; Sars-), p. 45.
Lynceidae. Leydigia quadraugularis, neu f. Norw., Sars-) 46.
Eurycercus lam , bei Moskau überall häufig, Matile, p. 139.
Camptocercus lilj. u. rectir. (Fig. 26) von Matile beob., p. 141; von Mos'kau
auch biserr. u. macrurus Schdl. (nee macr. P. E. MU.) bekannt.
Acroi)erus leucoc. (Fig. 27) u. angust. bei Moskau; Matile, 143; Abb. des
A. alonoides Hud. (von Rjasan), ebd. (F. 28).
Alona, Schlüssel zu 15 Sp.; A. leyd. (Fig. 29), äff. (F. 30), quadr,, sanguinea
(F. 31, bisher nur in Dänemark), latiss. (F. 32, syn. angusticaud. Hud.), tenuicau.
(F. 33), costata (F. 34, nicht syn. lineatus Fisch., von dem coron. K. verschieden),
gutt. (F. 35, gutt. P. E. Mll. wohl versch.), coron. (s. ob.; syn. inorn. Hud.),
"tuberc. (? var. zu cor.), pulchra (F. 36, lineata Fiscli. ist nicht zu deuten, spinif.
wohl versch.), rostr., testud. (F. 37), alle bei Moskau beob., wo auch wohl acan-
thocercoides u. falcata sein dürften; A. minuta Pogg. 74 nie wiedergefunden;
Matile, p. 143-150.
Alona sanguinea nur var. von quadrang. ; A. lineata u. parvula n. f. Nor-
wegen, wo 9 Sp. ; Sars -), p. 46. — AI. latissima, in Sicilien etwas abweichend,
Moniez.
Camptocercus rectirostris u. lilljeb. n. f. Norw.; Sars 2). p. 13, 47.
Alonella latiss. u. exigua, n. f. Norw., wo 5 Sp.; Sars-), p. 13, 48.
Peracantha laevis, dazu syn. Pleuroxus hast.; Sars-), p. 48.
Pleuroxus vergl. Perac; PI. unciu. ßaird, var. deflexa; Sars^j, p. 48.
Pleuroxus, Schlüssel für 11 Sp ; PI. nanus, excisus (Fig. 38), exig. (F. 39),
griseus (F. 40; gehört zu PI. subg. Alonella, somit auch der letzte „Lynceus"
umgetauft u. der Name verschwunden), trunc, gracilis Hud. (F. 41, 42, syn. ist
striatus Hll. nee Schd. u. ? unidens Birge), hast. (F. 43), trigonellus (F. 44),
aduncus (F. 45), person. (F. 46, syn. glaber); diese 10 Sp. beob. von Matile,
p. 150—9, der aber Poggenpobl's PI. (Rh.) convexus nicht wiederfand,
Chydorus glob. (Fig. 47), latus (F. 48, 49), ovalis, caelatus (syn. aduncus
u. ? tuberc. Pogg.), sphaericus von Matile, p. 160-3 beob., welcher aber Pog-
geup.'s Gh. alex., eil. u. tuberc. (mangelhaft beschr.) nicht wiederfand, wie er
auch den Monosp. tenuir. (von Kortschagiu bei Moskau beob.) nicht sah.
Chydorus mt«or Lillj. ('? = sphaer. var.), gibbus Lillj., Norwegen, wofür als
neu auch nitidus, caelatus u. ovalis notirt; Sars-), p. 49, 50.
Polyphemidae. Bythotrephes longimanus, syn. cedeiströmi; B. borealis
Lillj., alpine Seeeu Norwegens u. Sümpfe in Finmarkeu, 41/, mm (ohne Schwanz).
Sars -), p. 51.
412 Dr. F. Hilgendorf: Bericht iil)ev die Leistungen
Polyplienius pedic, bei Moskau iiäufig; Matile, p. 1G4; den ßythotiephes
longimanus (syn. cederströnii) sah Mat. aber nicht selbst.
Podontidae. Podou (4 sp.) u. Evadue normauni, in der östl. Ostsee im
Maximum; Heusen 113. Auftreten von Pleopis polyphemoides u. Ev. norm,
bei Schottland; M'Iutosh, 275.
Podou polyphemoides (Leuck., syu. minutus), leuckarti u. interniedius bei
Norwegen; Sars-), p. 14, 52. — P. min., polyph. bei Marseille, Goui'ret.
Evadue spiuifera, neu f. Norwegen; Sars-j.
LeptodoPidae. L. hyalina [kindti] in Menge in Zarizino (4. Fundort im
Crouv. Moskau), Matile, 165. - L. hyal , daneben in Norw. eine var. angusta,
Sars^), p. 53. — L. kindti var. n.?, in Ostchina. Poppe u. Richard^). —
L. (? hyal.) in Japan, See am Nordfusse des Fusiyama; Fritze.
Ostracoda.
(Bearb. von W. Müller.)
Claus, Organisation der Cypriden; Müller^), Neue Cypridiniden ; Lebens-
weise u. Anatomisches s. S. 368; Müller-), Ueb. Halocypriden, Anatomisches,
s. S. 368. Wierzejski, als Schmarotzer in Cypris Candida ein Sporozoon (?);
Blanchardia cypricola (bei Krakau); Bull. soc. zool. Fr. XV p. 192-8; 6 Xyl.
„Note prel. sur le Bl. cj'pr., n. g., n. sp."
Sars -), Uebersicht der norweg. Ostrac: 6 Cypridiuidae, 3 Haloc, 3 Polycop.;
1 Cytherell., 48 Cypridae (41 aus Süssw., 7 aus Salzw.), 3 Bairdiidae, 73 Cytheridae.
Scott 1), 32 Spec. neu für d. Firth of Forth (4 anscheinend neue Sp., nur
nach Schaalen), p. 320.
Scott-) erwähnt vom Loch Coulter u. Abfluss: Cyria exsc , ophth., serena,
Cycloc. glob., Cypris retic, Erpetoc. rept., strig., tumef., Cypridopsis vidua u. vill.,
Candona cand., lactea, rostr., kingsleyi, fabaef., acum., Ilyoc. gibba. Auch einige
Synonyme dieser Species.
Zschokke, Ostr. des Rhätikon; Labbe, 0.str. von N. AV.- Frankreich
Gourret, Cypridina raedit. neu f. Marseille; Moniez, Oythere emarg. in Sicilien;
(riard, Canal s. Cytheridea.
Pfeffer 3) p. 25, 102, antarkt. Ostr., 19 Gatt, mit 53 Species.
Richard 1) auf Belle -Isle (östl. Nordam.): Cypris compressa, Cypridopsis
villosa.
Cyppidinidae. Pyrocypris subg. nov. v. Cypridina, ausgezeichnet durch
die stark entwickelte Oberlippendrüse. Müller^).
Cypridina hilgendorfii, jap. Küste, Müller^).
Pyi'ocypris chierchiae, arab. Meer, Oberfläche; rivilli, ebd.; mollls , ebd.;
punctata, bei Hongkong; japonica, jap. Küste; Müller i).
Philomedes Jajjonjca, jap. Küste ; sordida ebd.; Müller^).
Asterope hrevis, Jiügendorfii, fusca, jap. Küste; A. americana, Pernambuco;
Müller^). — A. mariae im Firth of Forth; Scott i) p. 325.
Haloeypridae. JEuconchoecia g. n. Ausgezeichnet durch die Gestalt
der Ant. T, welche ein Büschel von zahlreichen Sinnesborsten trägt, durch den
Nebenast der Ant. II, den Kaufortsatz der Mandibel. Nur ^ bekannt. Müll er -).
Halocypris dubia, verschiedene Meere, Oberfläche; Müller-).
in der Carcinologie während des Jahres 1890. 413
Conchoecia striata, westl. Südamerika; cuneata; oUonga, westl. Südam.;
variabüis in versch. Meeren u. versch. Tiefen; rotunda, Stiller Oc; caiulata ehd.;
Müller-}.
Eiiconchoecia cJiierchiae, brasil. Küste; Müller-).
Polyeopidae. Polycope ^mstulata, westl. Norw., 1 Expl., 0,5 mm., Sars-)
p. 53. — P. orbic, Firth of Forth; Scott i) 325.
Cytherellidae.
Cyppididae. Sars 2) giebt zahlreiche Bemerk, üb. Synonymie.
Cypria lacustris Lillj. (?var. von ophthalmica), Norw. u. Schweden 6 - 30 Fd.,
Sai's -) p. 54; exsculpta neu f. Norw., ebd.
Cyprinotus salina ii. fret. neu f. Norw., Sars -) p. 56.
Cypris, Sars-) p. 17 zählt in Norw. 8 sp. (4 neu gefunden).
Iliocj'pris bradyi (= gibba Br. ex p.), Christiauia; Sars-), p. 59.
Herpetocypris glacialis (Cypris juuini Sars nee Zdd.)., Fiumarken u. Spitz-
bergen; Sars-) p. 61. In Noi-w. 5 Herpetoc. ; ebd.
Candona stagnalis u. zerikeri, bei Christiania; in Norw. 10 Spec. v. Cand.;
Sars 2), p. 65.
Aglaia complauata im Firth of Forth, Scott^), p. 320.
Pontocypris acupunctata u. trigonella im Firth of Forth, Scott^).
Bairdiidae. Bairdia inflata neu für Firth of Forth, Scott'), p. 321.
Darwinulldae.
Cytheridae. Zahlreiche Bern, zur Syn. der 15 in Norw. vorkomm. Gatt.,
Sars-;.
Limnicythere inopin., incisa u. st.-patricii in Norwegen, Sars-), p. 69.
Cythere albomac. neu f. Norw., wo 11 Sp. ; Bem. zur Synou.; Sars-j, p. 70.
Cythere finm., whitei im Firth of Forth; C. ? semiovata, nur Schaale, ebd.;
Scotti), p. 321, Tf. Xn 1-2.
Cythereis, 12 Sp. in Norw., Bem. zur Synon. ; Sars-), p. 19, 71.
Cytheridea, 5 Sp. in Norw., Bem. zur Syn. Sars-), p. 72.
Cytheridea torosa, am Pas de Calais; von Moniez viell. mit Limnicyth. inop.
confundirt. Griard, p. 282. — C. tor. im Brackwasser, Firth of Forth
Scotfi) 322.
Loxocoucha viridis, raultiforau. fragilis im Firth of Forth, Scott') 321, 325.
Krithe angusta n. f. Norw., wo noch bartou.; Sars-), p. 73. — Kr. hart.,
Firth of Foi-th, Scott').
Cytherura gibba, cornuta, mucronata (p. 323, Tfl. XII 3—5), bodotria (322,
XII 6, 7), Simplex, fulva neu f. Firth of Forth; Scott^).
Cytheropteron punct. im Firth of Forth, Scott').
Bythocythere turgida u. recta im Firth of Forth, Scott') 324.
Cytherois fischeri im Firth of Forth, Scott').
Paradoxostomidae.
Paradoxostoma ensiforme u. flexuosum n. f. Norw., wo 7Sp. ; Sars-j, 21.
Parad. variabile, obli^uum, hibernicum, arcuatnm, hodgei u. P.? affine,
(p. 325, Tfl. XII 8,9), neu für das Firth of Forth; Scott').
Braiicliiura.
414 ür. F. Hilgeiulorf: Bericht ülier die Leistungen
Copepoda.
(Bearb. von J. Vosseier.)
Verbreitung im Meere: Barrois, Canu') (Boulonnais) ; Bourne ^) u. -) Irland,
Nordsee, Scliottl.; Car (Triest); Gourret (2 sp. neu für Marseille); Hoyle (Engl,
s. Ber. 89.); M'Intosb. Tbompson^) (Brit.); Hensen (Ostsee, Stettiner Haff).
Thompson^) fügt zu den bisher von Liverpool bek. 94 marinen Copep.-
Sp. 4 Sp. n. : Cynibas. herdm., Hersilioides puffiini, Jonesiella hyaenae, Lichom.
sabellae (alle ohne Beschr). Neu für Brit. sind: Paracal. parvus, Pont, kröy.,
Giardella cellian.. Lichom. albens, Cymb. rigidum., Lernaea brauch., Artotr. orbic.
Das elektrische Licht lockte viele versteckt lebende Cop. an die Oberfläche in
das Schwebnetz.
M'Intosb p 271 (Fauna St. Andrews) giebt Nachricht über Auftreten nach
Jalireszeit und Tiefe für Calauus finm.; Pseudoc- elong., Acartia longir. u.
bifil., Hallt, longic, Centrop. ham. u. typ., Longipedia cor., Anomalocera pat.,
Oithona spinifr., Thalestris ruf.. Cyclopina litt., Dactylopus tisb. Von den bei
Kiel gefundenen Sp. sind 14 Cop., bei A. noch nicht beob.
Verbreitung im Süsswasser: Vergl. Daday (Diapt. in Ungarn); Forbes
(Verein. Staaten); Guerne et Richard (1. Congo, 2. canar. Inseln, 3. Verbreit,
von Diaptom.); Imhof (3. Kärnthen Krain, 4. Galizien, 6. Verbreit, von Diaptom.);
Labbe (1 Sp. in NW-Frankreich); Poppe et Richard (1. Japan u. China); Richard
(1. Belle Isle [Morbihau], 4. Bois de Boulogne. 5. Auvergne); Scott-) (Schott-
land, Loch Coulter); Zschokke (Rhätikon).
Im SalzAvasser: vergl. Blanchard et Richard (Algier).
Anatomie u. Histologie: vergl. Ambronn i"--) (Integum.); Blanchard,
(Farben): Richard (2. Schalendrüse, 3. Nervensyst.); Bourne (3. Nervensyst. der
Monstrilliden).
Entwicklung: vergl. Cauu (2 u. 3. Enterocoliden, Notodelphiden); Hacker
(Reifungsvorgänge bei Cyclops); Thompson^) (postembryon. Metamorphosen.)
Parasiten vergl. Bourne (3. Monstrilla): Canu (1.— 3. Hypeipolygynie u.
Eutwickl. der ascidicolen Paras.i; Köhler (ascidicole Parasiten); Giard (Caligus,
Caligidium, Cancerilla); Leidy (Penella, Dinematura, Cecrops, Laemargua an
Mola rotunda); Tliompson (Monstrilla).
Parasiten in Copep.: Pouchet (Flagellaten in der Leibeshöhle).
Sim (Copep. als Fischnahrung).
Blanchard fand in Diapt. eine Art Carotin, das die Rothfärbuug verursacht.
Systematisches.
Bourne-) beschreibt Hersilioides canucnsis n. g.\ n. sp.; vereinigt in
3. Cyrabasoma Thomps. mit Monstrilla Dana u. betrachtet die Monstrilliden als
Subfamilie der Corycaeiden.
Nach Canu-) ist Halycryps teres das erwachsene, Hai. aculeatus das
ganz junge ^ von Euteropsis sphinx.
Der von Car als neu beschriebene Sapphir wird von Dahl als identisch
mit Goniopsyllus rostratus Brady erklärt.
Giard hält das Genus Caligidium Claus verwandt mit Cancerilla Dalyell.
in der Carcinologie -wälirend des Jahres 1890. 415
Guerne et Eichard heschreiben Diaptom. loveni n. sp. vom Coiigo u.
Diapt. alluaudi ii. sp. von den Cauaren.
Irahof*^) giebt einen Schlüssel zur Bestimmung von 30 der bis jetzt
bekannten 47 Arten des Gen. Diaptomus:
Eine Einleitung über die Verbreitung der Calan. Die 30 Arten werden
in 7 Gruppen angeordnet. Bestimmung mit Hilfe der blassen Anhänge der
männl. Antennen in zweiter Linie durch das 5. Fusspaar. Sodann schildert I.
die Verbreitung von D. alpinus, denticornis u. helveticus u. führt 4 Arten
Heterocope z. Thl. mit Unterscheidungsmerkmalen auf. H. robusta Grub, ist von
H. saliens Lillj. verschieden u. könnte Weismanni genannt werden. H. romana
ist synonym mit saliens, welche I. auch im Titisee (bad. Schwarzwald) auffand.
Poppe et Richard^,-) beschreiben einen Calaniden: Schmackeria
forhesi n. g. n. sp. In Seen u. Flüssen (Whangpoo) Chinas gefunden, zeigt Schm.
forb. wenig Verwandschaft mit irgend einem Sässwassercalaniden, gleicht am
meisten Poppella guernei Rieh, trägt aber 2 Eiersäcke wie Cycl. Das 5. Fuss.
paar mit nur einem Ast. 4 Schwimmfusspaare mit 3 gliedrigen Aesten gleichen
denen der Poppella. Ant. I des $ 22-gliedrig (15 Glieder mit Sinneskölbchen).
Ant. II 2 ästig, beide Aeste auf 1 Grundglied. Abdomen incl. Furca enthält
beim $ 5, beim ^ 6 Segmente, rechte Ant. I des letzteren 20 gliedrig, dessen
rechter fünfter Fuss gleicht dem eines Diapt., der linke bildet ein Greiforgan.
Richard-*) fand eine neue Bradya {edivardsi) im Bois de Boulogne (die
erste im Süsswasser).
Thompson-) rechnet die Monstrilliden nicht zn den Corycaeiden (vergl.
Bourne -), sondern zu den Cymbasomatiden, deren nächste Ve.iwandten die Arto-
trogiden sind. Die bekannten 6 Arten Monstrilla werden aufgezählt u. eine neue
(M. longicornis) beschrieben. Die system. Unterschiede zw. Coryc. u. Cymbas.
werden aufgeführt.
Cirripedia.
(Bearb. von W. AVeltner).
Groom u. Loeb, Heliotropismus der Nauplien von Baianus perf. ; Knipo-
witsch, Anatomie von Dendrogaster u. seiner Larve; Koschewnikoff hält
Balan. impiov. von Sebastopol in A([uarien in Moskau; Nussbaum, gesammte
Anatomie, besond. PoUicipes polym. ; Pfeffer^) zählt Couch, aurit , Coronula
diad. u. Balan. crenatus von der Murmanküste auf u. giebt deren Verbreitung;
Pfeffer^) kennt als antarkt. Cirrip. (p. 26 u. 104) 7 Gatt, mit 12 Sp.; Pilsbry
nennt die von Japan gefundenen Cirripedien, 8 Arten; Sars-) führt 21 bisher
von Norwegen bekannte Arten an; Solger bespricht die Richtungskörper von
Balan. impr. ; Heusen (Brandt), Bai. impr. bei Memel gedredscht (p. 142).
Balanidae. Coronulidae. Nach B e n e d e n ist der Wal, der die von Dawson
bespr. Coronula reginae Darw. aus der Bai von St. Lawrence trug, Balaena
biscayensis gewesen. Nach Darwin wäre Coron. reg. pacifisch. Beneden macht
wichtige Bern, über die Wale, welche Cirripedien tragen.
Lepadidae. Pilsbry beschreibt eingehend Scalpellum stearnsi n. sp. von
Japan (syn. mit Sc. calcariferum Fischer 1891 Bull. Soc. zool. France Tome 14)
u. zählt 8 japanische Cirrip. auf.
Sars-) beschreibt neu Scalpellum hispidum von Norwegen.
416 Dr, F. Hilgendorf: Bericht über die Leistungen etc.
Aleippidae. Cryptophialidae. Proteolepadidae. Peltogastridae.
Aseothopaeidae. Knipowitsch will die Ascothoracida als Uuter-
abtheiluug der Cirripedien angesehen wissen und stimmt Fowler (Petrarca Ber.
1889) nicht bei, der die Ascoth. als eine selbständige Abtheilung der Entomo-
straca ansah. Kn. gibt die geogr. Verbreit, der bekannten Ascotbor. und be-
schreibt Dendrogastcr astericola n.g. n.sp. aus dem Solowetzkischen Meerbusen.
Xiphosura.
lieber Abstammung der Xiphosuren vergl. Fernald in Bertkau's Ber. üb.
Entomol. 1890 p. 1. — Entwicklung von L. polyph., Kingsley; Nerven, Yillanes
Auge, Watase.
Kroi.l's Buchdruckerei, Berlin S., Sebastianstrassc 76.
Jahresbericht
über
die Tunicaten für 1892 u. 1893\
Von
Dr. Carl MatzdorfT,
Oberlehrer in Berlin.
A. Allgemeines und Vermischtes.
1. Geschichte,
Seeliger, 0. Tunicata. (H. G. Bronns Klassen und Ordnungen
des Thier-Reichs. 3. Bd., Suppl.) 1. Lief. Leipzig, 1893. 8. 1—48.
Der erste Abschnitt giebt einen geschichtlichen Ueberblick.
Verf. geht ausführlich kritisch auf die uns bekannten Erwähnungen
von Tunicaten seitens Schriftsteller des Alterthums (so z. B. auf
die Tethea Homers) und des Mittelalters ein, um die Zoologen
der Renaissance und die Systematiker des 18. Jahrhunderts folgen
zu lassen. Es erfolgte sodann die Begründung des Tunicatentypus
durch Cuvier, Lamarck und Savigny. Chamisso entdeckte ihren
Generationswechsel,
Derselbe. Berichtigung zu Herrn Salensky's Abhandlung
„Morphologische Studien an Tunicaten I." (Zool. Anz., IG. J., 1893,
Leipzig, 1894, S. 472—473.)
Des Verf.'s 1894er Abhandlung ist fast gleichzeitig mit der
von van Beneden und Julin erschienen.
*) In Zukunft wird Ref. sowohl in diesem als auch in seinem unten
folgenden Bericht über die Bryozoen Auszüge und Berichte, wie sie sich im
Neapeler Jahresbericht, im Zoological Record, im Zoologischen Anzeiger und
Zoologischen Centralblatt, im Journal of the Royal Microscopical Society, in
der Nature, im American Naturalist, in der Revue scientifique u. a. Zeitschriften
finden, nicht mehr aufführen, es sei denn, dass er bei der Unmöglichkeit, die
Originalschriften zu erlangen, diese Auszüge (natürlich unter Nennung) benutzt.
Die in keiner Form dem Ref. zugänglichen Arbeiten sind mit einem * kenntlich
gemacht worden. Ref. würde den betreffenden Herren Verfassern für ihre
Zusendung dankbar sein und dann das Referat später bringen, wie er dann
überhaupt die gütige Mittheilung von Tunikaten- und ßryozoenarbeiten,
namentlich von an schwer zugänglicher Stelle veröffentlichten, erbittet.
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. U, H.3. 1
2 Dr. C. Matzdorff:
2. Cultur.
Julin, Ch. Culture of the Larvae of Ascidians, Worms,
Echinodeims etc. (Amer. Natur., V. 24, Philadelphia, 1890, S. 1217
bis 1218.)
Die ausschlüpfenden Larven werden mit der Pipette in bedeckte
Gefässe mit reinem Seewasser gebracht und im Halbdunkel gelassen.
3. Conservirting,
Vgl. unten Julin S. 4.
4. Pathologie,
Schmarotzer s. unter C2 auf S. 27.
B. Anatomie und Entwickelung.
a) Zusammeufassende Darstellimgen.
Hertwig, R. Lehrbuch der Zoologie. Jena, 1892, VIT, 588 S.,
568 Abb. Die Tunicaten werden als Anhang zu den Würmern
besprochen.
Boas, J. E. Y. Lehrbuch der Zoologie. Jena 1890. 578 S.,
378 Abb.
Als Anhang zu den Wirbelthieren w^erden (S. 561, Fig. 377
und 378) die Mantelthiere behandelt.
*Bi'ass, A. Atlas zur allgemeinen Zoologie und vergleichenden
Anatomie. Leipzig, 1893, 150 S., 30 Taf.
Hess, W. Spezielle Zoologie. Bd. 2. Stuttgart, 1891, VI,
334 S., 146 Abb.
Kurze Darstellung der Tunicaten auf S. 74 ff.
Tasclieiiberg, 0. Repetitorium der Zoologie etc., Breslau, 1891,
VIII, 343 S., 177 Fig.
Die w^esentlichen Thatsachen über den Bau, die Entwickelung
und die Systematik der Tunicaten werden S. 248 ff., Fig. 143 — 146
geschildert.
ßiehm, G. Repetitorium der Zoologie. 2. Aufl. Göttingen,
1892, IV, 179 S., 260 Fig.
Darstellung des Baues und der Entwickelung der Tunicaten
mit besonderer Betonung der Beziehungen zu den Wirbelthieren
S. 126—129.
, Marsliall, W. Die niederen Tiere. (Brehms Tierleben, 3. Aufl.,
10. B., Leipzig und Wien, 1893, 716 S., 16 Taf., 1 Karte, 496 Abb.)
Die Tunicaten werden auf 12 S. geschildert. Eine Anzahl
Formen wird abgebildet. Eintheilung in Ascidiae (mit den
Appendicularien) und Thahacea.
Haacke, W. Die Schöpfung der Tierwelt. Leipzig und Wien,
1893, X, 557 S., 20 Taf., 1 Karte, 469 Abb.
Schilderung der Tunicaten auf S. 292; Abb. von Ascopera
pedunculata.
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 3
b) Einzelabhandlimgen*).
1. Anatomie.
Vgl. auch unten Brooks S. 21, Jourdain S. 25, Gadeau de
Kerville S. 27, Kitt er S. 30, Borgert S. 32, Metcalf S. 32,
Garstang S, 32,
Kupffer, C. y. Entwickelungsgeschichte des Kopfes. (Ergebn.
Anat. u. Entwgesch., = Anat. Hefte 2. Abth., 2. B. 1892, Wiesbaden,
1893, S. 501—564.)
Für den Kanal, der bei Ascidien und Salpen zeitweilig Neural-
und Darmrohr vorn verbindet, schlägt Verf. den Namen Canalis
neurentericus anterior vor, für die glande hypophysaire von van
Beneden und Julin Neuraldrüse. Da die ventrale Oeffnung jenes
Kanales, aus der die bleibende Flimmergrube hervorgeht, dem
Endoderm angehört, ist sie nicht der Riechgrube des Amphioxus
homolog; ebenso wenig entsprechen der Kanal oder die Neuraldrüse
der Hypophysis der Vertebraten.
Davidoff, M. y. Ueber den „Canalis neurentericus anterior"
bei den Ascidien. (Anat. Anz., 8. J., Jena, 1893, S. 301—303.)
Die vordere Mündung der Sinnesblase bei den Ascidienlarven
findet nach Hjort (s. S. 15) in den Darm, nach Willey (s. S. 14)
in den Munddarm statt, also nach ersterem im Ento- nach letzterem
im Ectoderm. Beide Autoren deuten den Kanal als Hypophysis.
Das ist falsch; es entspricht dem Infundibulum der Wirbelthiere
und stellt eine Communication zwischen dem Gehirn und dem
medianen Abschnitt der präoralen Kopfhöhlen dar, die bei den
Wirbelthieren verloren gegangen ist. Kupffer benannte den Kanal
mit dem im Titel genannten Namen.
Herdman, W. A. Note on Atrial, or Circumcloacal, Tentacles
in the Tunicata. (Bull. sc. France Belgique, t. 25, Paris, Londres,
Berlin, 1893, S. 56—58.)
Verf. macht gegenüber Julius Angabe (s. S. 4), dass atriale
Tentakeln bisher nicht beobachtet worden seien, darauf aufmerksam,
dass er sie 1882 für Bathyoncus mirahilis (sie stehen in zwei
Kreisen) und 1886 für Goodsiria pJacenta (in einem Kreis) be-
schrieben und später an drei Chorizocormus- Arten in gleichfalls
einem Kreis gefunden hat.
Derselbe. Note on Atrial, or Circumcloacal, Tentacles in the
Tunicata. (Rep. 62. Meet. Brit. Assoc. Adv. Sc. Edinburgh 1892,
London, 1893, S. 788—789.)
Atrialtentakeln finden sich (s. Julin S. 4 und das vorangehende
Ref.) bei ßafhyonci/s mirabilis in zwei Reihen, bei Goodsiria place?ifa
in einer, sowie bei drei australischen Chorizocormus. Wahrscheinlich
werden sie sich bei noch anderen Styelinen und Polystyeliden
*) Die hier unter 1 und 3 sowie im systematischen Abschnitt (D 2)
besprochenen Aufsätze sind thunlichst nach dem System Herdmans (s. Ber. f.
1891, S. 11) geordnet.
1*
4 Dr. C. Matzdorff:
finden. Es dienen wohl diese Atrialtentakeln dazu, um den Strom
des Wassers gelegentlich eine umgekehrte Richtung einschlagen
zu lassen.
Willey, A. The Morphology of the Ascidians. (Rep. 62.
Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. Edinburgh 1892, London, 1893, S. 345
bis 347.)
Kurze Darstellung der in Neapel gemachten Untersuchungen.
Vgl. S. 12.
Derselbe. Report on the Occupation of the Table at the
Laboratory of the Marine Biological Association at Phymouth.
(Rep. 62. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. Edinburgh 1892, London, 1893,
S. 362—363.)
Kurze Darstellung der in Neapel fortgesetzten Untersuchungen.
Vgl. S. 12.
Watt, J. On the Structure of Doltenia pacliydermatina. (Transact.
Proc. New Zealand Institute 1801, V. 24, Welhngton, 1892, S. 334
bis 348, Taf. 31—34.)
Diese Qdeolus nahe stehende Art wird ausführlich anatomisch
und histologisch beschrieben.
Julin, C. Les Ascidiens des cotes du Boulonnais I. Recherches
sur l'Anatomie et l'embryogenie de Stydop-^is grossiilaria (gen.
Traustedt, sp. P. J. van Beneden). (Bull. sc. France Belgique, t. 24,
Londres, Paris, Berlin, 1892, S. 208—259.)
Derselbe. Structure et developpement des glandes sexuelles;
ovogenese, Spermatogenese et fecondation chez Sti/clopsis (/rossidaria.
(eb., t. 25, eb., 1893, S. 93—154.)
Diese beiden Aufsätze betreffen die Naturgeschichte oben
genannter Art, die eine Monographie der Ascidien der Küsten des
Boulonnais beginnt. Verf. geht zunächst auf die Bibliographie,
Synonymik und geographische Verbreitung ein, um dann die äusseren
Merkmale der lebenden und conservirten Thiere (in Alkohol und
Eisessig) zu schildern. Die mit blossem Auge oder mit der Lupe
gefundenen anatomischen Verhältnisse beziehen sich 1. auf die
Färbung der erwachsenen Thiere, ihrer Organe und der Larven.
In der Epidermis finden sich, wie bei fast allen Tunicaten,
Zooxanthellen. Sie kommen auch in der darunter liegenden Binde-
gewebs-Muskelschicht vor. Daneben existiren Chromatophoren.
Die Epithehen sind farblos. Die Eier enthalten dasselbe Pigment
wie die elterlichen Gewebe. Dasselbe hält sich difi"us während der
Entwickelung bis zum Stadium der geschwänzten Larve in allen
Epithelien. Es scheint sodann von den Mesenchymzellen absorbirt
und in Körnerform fixirt zu werden. Die Zooxanthellen wandern
wahrscheinlich durch den Verdauungskanal ein. Es folgen Schilde-
rungen 2. der Körperwandung und der Siphonen, 3. des Nerven-
systemes und der Hypophysendrüse, 4. der Geschlechtsorgane,
5. des Herzens, 6. des Kiemensackes, 7, des Verdauungskanales
und der Mesenterialfalten, 8. der Peribranchialhöhle, der Kloake
und des Befruchtunssraumes.
Jahresbericht über die Tuuicaten für 1892 u. 1893. 5
Die zweite Abhandlung beschäftigt sich 1. mit dem Bau der
Geschlechtsorgane (s. 0. No. 4) und sodann 2. mit ihrer Ent-
stehung. Ihre erste Anlage, die Differenzirung der Ovarialröhre
und der Ursprung der primordialen Geschlechtszellen werden ge-
schildert. Die männlichen und weiblichen Zellen differenziren sich
aus einem Syncytium, das von einer kleinen Zahl mesoblastischer
Zellen abstammt. Dann trennen sich Ovarial- und Testicularröhre
derart, dass der von Epithelzellen umkleidete Zellenstrang eine
obere, zum Eierstock, und eine untere, zum Hoden werdende Schicht
aufweist, die nach Trennung durch Epithel hohl werden. Dann
verbinden sie sich mit dem Peribranchialraum nnd öffnen sich in
diesen. 3. In der Ovo- und Spermatogenese kann man vier Stufen
unterscheiden. Auf die Periode der Bildung von primordialen Ei-
und Spermazellen folgt die ihrer Vermehrung bis zur Anlage von
Ovo- und Spermatogonien. Drittens erfolgt das Wachsthum derselben,
im Eierstock zu Ovocyten erster Ordnung, im Hoden zu Spermatocyten
erster Ordnung. Schliesslich bilden sich dort Polzellen und reife
Eier, hier je vier Spermatiden, die zu Spermatozoiden werden. Die
drei ersten Stadien des Ovogenese erfolgen im Keimepithel, das
vierte geschieht nach der Oeffnung des Follikels. Die Spermatogenese
vollzieht sich m den Spermaampullen. Sämmtliche Stadien werden
sehr ausführlich dargestellt. Der Parallelismus zwischen Einzel-
heiten in der Entwickelung des Eies und des Spermatozoids ist
sehr bemerkenswerth. Nach der Differenzirung der Keimzellen in
je neun primäre Follikelzellen und drei Ovogonien treten zu je
einem der letzteren drei der ersteren. Die primären Follikelzellen
theilen sich zu secundären, die sich in äussere und innere Follikel-
und Testazellen differenziren. Bei der Spermatogonienbildung
werden nur keine Follikelzellen gebildet und erfolgen mehr
Theilungen. Die vier pi'imären Chromosome der Ovocyten erster
Ordnung theilen sich ferner längs, die der Spermatocyten nicht.
Der männliche Pronucleus hat zwei Chromosome wie der Eikern.
Der Nucleolus der Ovocyten wird bei der Auflösung der Kernmembran
im Protoplasma aufgelöst, der der Spermatocyten bildet sich zum
Centrosom um. 4. Die Befruchtung. — Zum Schluss geht Verf.
auf Bau und Theilung der Kerne ein.
Warham, A. E. On Variations in the Dorsal Tubercle of
Ascidia Virginia. (Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc, V. 7, Liverpool,
1893, S. 98—99, Taf. 7.)
Verf. beschreibt 37 Formen dieser zweigehörnten Fortsätze,
Die beiden Hörner steigen gerade auf oder biegen sich nach innen
oder nach aussen, wobei jedes Hörn anders als das andere gebogen
sein kann.
Newstead, A. H. L. On the Perivisceral Cavity of Ciona.
(Quart. Journ. Micr. Sc, V. 35, London, 1894, S. 119—128, Taf. 8.)
Die von Kupffer entdeckte Leibeshöhle (Coelom) ist die Peri-
visceralhöhle. Verf geht zunächst auf ihren Bau beim erwachsenen
Thiere ein, um dann die Entwickelung in der Larve zu verfolgen.
6 Dr. C. Matzdorff:
Den ursprünglichen Zustand des Epicardiums finden wir bei CJavelUna,
wo es ein Knospungsorgan ist. Bei Ciona haben die Stolonen
diese ihre urspi-üngliche Funktion verloren, und sind nicht als ent-
stehende Organe anzusehen. Da bei Ciona die Perivisceralhöhle
aus zwei Fortsätzen des Kiemendarmes entsteht, so ist sie dem
Epicardium von ClaveUina homolog und nicht der primären Leibes-
höhle, dem Blastocoel, von Appe?idiGnlana. Ciona ist modificirt;
die andern einfachen Ascidien haben nicht eine Perivisceralhöhle
besessen, die später rückgebildet ist. Die fertige Perivisceralhöhle
von Ciona öffnet sich mit zwei ungleich weiten Spalten in den
Kiemendarm, hat aber keine Verbindungen mit dem Peribranchial-
raum.
Salensky, W. Morphologische Studien an Tunicaten. 1. Ueber
das Nervensystem der Larven und Embryonen von Distapliu magyii-
larva. (Morphol. Jahrb., 20. B., Leipzig, 1893, S. 48—74, Taf. 4, 5.)
Die Gehirnblase der Larven zerfällt in drei Abschnitte, die
„Trichter-", „Sinnes-" und „Ganglionblase". Das Rnmpfmark be-
steht aus einem epithelialen, dem „dorsalen", Kanal und aus dem
„Rumpfganglion". Alle diese Abschnitte werden ausführlich ge-
schildert. Alle Theile der Sinnesblase, Retina, Linse, Pigmentschicht,
Otolithenzelle, sind durch die Differenzirung einer und derselben
Epithelschicht der primitiven Gehirnblase entstanden.
Was die Homologieen anbetrifft, so sind dieselben zwischen
den Ascidienlarven und Appendicularien leicht aufzustellen. Das
hintere Ganglion der letzteren ist wahrscheinlich gleich dem Rumpf-
ganglion der ersteren. Das Gehirn der Ascidien ist ein degenerirtes
Organ. Noch tiefer steht es bei den Pyrosomen und Salpen. Be-
treffs der Homologieen des Auges steht Verf. Bütschli (s. S. 7) nahe
und Göppert (s. S. 7) gegenüber. Wenn auch das Ascidienauge
und das Parietalauge der Wirbelthiere in einigen Punkten der Ent-
wickelung von einander abweichen, so stimmen doch die typischen
Vorgänge der Ausstülpung des Gehirns und der Theilung desselben
durch eine Furche, also die beiden Vorgänge, die die Beziehungen
der Epiphysis und des Auges zur Gehirnblase und zu einander be-
stimmen, überein. Es sind Homologa die Sinnesblase der Ascidien
und die Epiphysis der Wirbelthiere, das Ascidien- und das Parietal-
auge der Wirbelthiere.
*Swamson, (j. A new Form of Appendicularian „Haus."
(Intern. Journ. Microsc. and Nat. Sc, Jan. 1892, London, 3 S., Taf. 5.)
Nach: Zool. Rec. for 1892, V. 29, London, Herdman, Tunicata, S. 2.
Vgl. Ber. f. 1890, S. 8 und f. 1891, S. 2.
Herdmaii, W. A. Notes on the Strueture of Oikopleura.
(Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc, V. 6, Liverpool, 1892, S. 40—56,
Taf. 1—4.)
Die an Oikopleura (wahrscheinHch ßahclhcni) gemachten zahl-
reichen einzelnen Beobachtungen betreffen die meisten Organe des
Thieres.
Jahresbericht über die Tnnicaten für 1892 u. 1893. 7
Pizon. Les Diplosomides. (Le Naturaliste, 14. ann., Paris,
1892, S. 203—204, 2 Fig., S. 221, 2 Fig.)
Schilderung des Baues und der Entwickelung dieser Familie.
2. Histologie.
Vgl. auch oben Julin S. 4, unten Garstaug S. 21, Brooks
S. 21.
Bütschli, 0. Einige Bemerkungen über die Augen der Salpen.
(Zool. Anz., 15. J., Leipzig, 1892, S. 349-353, Fig. 1—5.)
Die Untersucbung wurde mit Traustedt gemacht. Der Gipfel
des Auges wird von der Retina gebildet; an der Basis befindet
sich ein Gürtel von Pigmentzellen. Die Retinaelemente sind ent-
weder sämmtlich nach oben gerichtet oder seitlich nach aussen
gedreht. Aus letzterem Falle entwickelt sich ein hufeisenförmiges
Auge und weiter tritt eine Differenzirung in drei Augen ein, ein
mittleres nicht invertirtes und zwei seitliche invertirte. Vielleicht
lässt sich der Bau dieses dreifachen Auges auf eine blasige Form
zurückführen. Es würde dann dieses Auges mit den drei Wirbel-
thieraugen zu homologisiren sein.
Oöppert, E. Untersuchungen über das Sehorgan der Salpen.
(Morphol. Jahrb., 19. B., Leipzig, 1893, S. 250—294, Taf. 8—10,
1 Fig.)
Die an den Einzel- und Kettenformen von fünf Salpenarten
gemachten Untersuchungen stellen zunächst in eingehender Weise
den histologischen Befund fest. Sowohl für die Einzel- als auch
für die Kettenformen werden die Ergebnisse zusammengestellt, und
die physiologische Wirksamkeit der geschilderten Organe wird er-
örtert. Abgesehen von Einzelheiten stimmen im allgemeinen die
Augen beider Formreihen überein. Das Sehorgan ist für die Salpen
das wichtigste Orientirungsmittel; w^enn es auch kein Bild giebt,
so ist doch die Lokalisation annähernd genau und das Gesichtsfeld
weit. Die Einzelform kann hauptsächlich dorsal-, die Kettenform
auch ventralwärts sehen. — Verf. kommt zu dem Schluss, dass
das Salpenauge dem der Ascidienlarven und Pyrosomen nicht ho-
molog ist. So liegt z. B. das Pigment im Auge der Ascidienlarven
im Innern der Gehirnblase, nicht an ihrer Oberfläche, und die licht-
brechenden Körper jener fehlen den Salpen. Auch mit den Wirbel-
thieraugen (s. Bütschli, vor. Ref.) haben die der Salpen keine Be-
ziehungen.
Todaro, F. Sur l'origine phylogenetique des yeux des vertebres
et sur la signification des epiphyses et des hypophyses de leur
cerveau; de la fosse ciliee et de la glande de Hancook des tuniciers.
(Arch. ital. BioL, t. 9, Turin, 1888, S. 55—57.)
Das Sehorgan der Salpen besteht aus zwei distalen freien und
zwei proximalen oben am Gehirn angehefteten Augen. Hornhaut
und Krystallkörper fehlen, die Retina ähnelt der der Wirbelthiere.
Weiter geht Verf. auf die Entwickelung der Augen sowie die Ho-
8 Dr. C. Matzdorff:
mologie mit den Wirbelthieren ein. Die distalen Salpenauj^en ent-
sprechen ihrer Epiphyse, die proximalen ihren Augen. Die Wimper-
grube der Tnnicaten ist ein Athemorgan. Die Hypophyse ist
gleichen Ursprungs, Die Hancook'sche Drüse ist eine Kopfleber.
Derselbe. Sulla struttura della retma degii occhi delle salpe.
(Atti R. Accad. Lincei, anno 290, 1893, ser. 5, Rendic, classe sc. fis.,
mat. e natur., V. 2, 1. sem., Roma, 1893, S, 549.)
Nur Titel.
Derselbe. Süll' organo visivo delle Salpe. (Eb., 2. sem.,
Roma, 1893, S. 374—381, 1 Fig.)
Die Augen der Salpen und Wirbelthiere entsprechen sich in
ihrem Bau. Es ist eine Pigmentschicht und eine Retina da, die
von einem gemeinsamen Anfang entstehen, der sich durch Spaltung
vom oberen Theil der Gehirnblase erhebt. Bei den zusammen-
gesetzten Formen wird das Auge in eine verschiedene Zahl von
Secundäraugen umgewandelt, von denen einige verkümmern. Die
Ausbildung variirt von Art zu Art. Man kann an einem Secundär-
auge eine Lage von Nervenfasern, eine Kernschicht von Sehelementen,
Stützfasern und eine Pigmentschicht unterscheiden.
Metcalf, M. M. On the Eyes, Subneural Gland, and Central
Nervous System in Salpa. (Zool. Anz., 16. J., 1893, Leipzig, 1894,
S. 6—10.)
Vorläufige Mittheilung zu dem auf S. 23 besprochenen Beitrag
zu Brooks Monographie.
Knoll, Ph. Ueber protoplasmaarme und protoplasmareiche
Musculatur. (Denkschr. Kais. Ak. Wiss., math. -natur. GL, 58. Bd.,
Wien, 1891, S. 633—700, Taf. 1—9.)
Von Tunicaten wurden Mantelmuskeln von iSalpa maxima
ufricana und *S'. Telesii sowie Herzmuskulatur der letzteren unter-
sucht (S. 671—672, Taf. 5, Fig. 19—25). Die Muskelbänder des
Mantels sind sehr protoplasmareich. Die cyhndrischen Fasern
spitzen sich kegelig zu, sind quergestreift und zerfallen leicht in
Säulchen und Fibrillen. Eine mächtige feinkörnige Markmasse
strahlt breit gegen die Peripherie hin aus, die in keilförmigen
Blättern angelegte Rindensubstanz durchsetzend. Der Protoplasma-
reichthum fällt mit bedeutender Dauer und Grösse der Leistung
zusammen. Im Marke liegen Säulchen contractiler Substanz. Sie
und die keilförmigen Randsäulchen sind aus Fibrillen zusammen-
gesetzt. Auch die Herzmuskulatur ist quergestreift und zerfällt
leicht in Säulchen und Fibrillen.
Wackwitz, J. Beiträge zur Histologie der Mollusken-Muskulatur,
speziell der Heteropoden und Pteropoden. (Zool. Beitr., B. 3,
Breslau, 1892, S. 129—150, Taf. 20—22.)
Im Innern der Muskelfasern der Salpen liegen Kerne; es sind
das keine Markkörner. Ferner hat Knoll behauptet, es befänden
sich in der Markmasse Säulchen contractiler Substanz. Das ist bei
Salpa maxima und zonata (deren Muskelbänder abgebildet werden)
nicht der Fall. An der Peripherie erscheint dagegen die contractile
JahresbericLt über die Tniücaten für 1892 u. 1893. 9
Substanz in dünnen keilförmigen Blättern angeordnet. Das Innere
zeigt eine gekörnelte Markschicht.
Cuenot, L. Etudes sur le sang et les glandes lymphatiques
dans la serie animale. (Arch. Zool. exper. et gen., 2. ser., t. 9, 1891,
Paris, S. 593—670.)
Bei den Ascidien enthalten die Amoebocyten Fett. Haematien
finden sich bei ihnen accidentell.
Knoll, Ph. Ueber die Blutkörperchen bei wirbellosen Thieren.
(Sitzber. math.-natwiss. Cl. Kais. Ak. Wiss., 102. Bd., Abth. 3, Wien,
1893, S. 440—478, Taf. 1. 2.) _ _
In den untersuchten Ciona intestinalis^ Styela gyrosa^ Phallusiu
ynentida^ P. depressa und Rhopalea ncapolifana konnten Haematien,
die Cuenot beobachtet hatte, nicht gefunden werden. Häufig bei
Phcdhisia mentida, seltener bei Ciona fanden sich neben den mit
gelben Granulationen erfüllten Leucocyten solche mit gelbrothen
Kugeln. Vereinzelt kamen bei Ciona gelbrothe runde Scheiben
ohne Protoplasmasaum vor, ötter solche mit halbmondförmigem.
Der Kern war stets klein, bald central, bald excentrisch gelagert.
Solche Kerne fanden sich auch, nur mit einem minimalen Proto-
plasmasaum umgeben, zwischen den anderen Zellen. Analog waren
die Verhältnisse bei ISalpa (4 untersuchte Arten), jedoch zeigte der
Kern, der dort structurlos erschien, hier kleine Punkte; auch kamen
grössere Kerne vor. Bei den Salpen wechselte die Grösse der fein-
und grobgekörnten Zellen sowie die der Körner. Sie zeigten amöbode
Bewegung. Die Körner werden weiter geschildert.
Flemming, W. Ueber Unsichtbarkeit lebendiger Kernstructuren,
(Anat. Anz., 7. J., Jena, 1892, S. 758—764.)
Im frischen Eierstock von Ascidien erscheinen die Kerne der
kleinen und mittelreifen Eier als leere klare Kugeln mit den stark
lichtbrechenden einfachen Nucleolen. In gefärbten Eiern sieht man
ausserdem im Kernraum ein Fadengerüst, das sich bei Safranin-
Gentiana violett färbt, während die Nucleolen roth werden. Aus
Beobachtungen bei der Fixirung mit Essigsäure geht hervor, dass
das Lininfadengerüst mit den Chromatinkörnern aber kein Kunst-
product ist.
Julin, C. Le corps vitellin de Balbiani et les elements de la
cellule des Metazoaires qui correspondent au Macronucleus des
Infusoires cilies. (Bull, scient. France Belgique, t. 25, Paris, Londres,
Berlin, 1893, S. 295—345.)
Mit Beziehung auf die auf S. 4 besprochene Arbeit homologisirt
Verf. den Nucleolus bezw. das Centrosom mit dem Macronucleus
der Infusorien.
3. Ontogenie.
Vgl. auch oben Julin S. 4, Newstead S. 5, unten Herdman
S. 27.
VVeismanu, A. Das Keimplasma. Eine Theorie der Vererbung.
Jena, 1892, 628 S., 24 Fig.
10 Dr. C. Matzdorff:
Es wird auf die Regeneration der Blastomeren der Eier, auf
die Knospungsvorgänge und die Embryogenese (die Knospung erfolgt
vom Ekto-, Ento- und Mesoderm aus) sowie auf die zur Strobilation
führenden Salpenknospung eingegangen.
Wagner, F. von. Einige Bemerkungen über das Verhältniss
von Ontogenie und Regeneration. (Biol. Centrbl., 13. B., Leipzig,
1893, S. 287—296.)
Es giebt, wie bei den Tunicaten, regenerative Vorgänge, die
dem Antheil der Keimblätter nach nickt mit den embryonalen in
Einklang stehen.
Kenuel, J. v. lieber Theilung und Knospung der Thiere.
Festrede. Dorpat, 1887, 60 S.
Verf. unterscheidet axiale Knospung (Strobilation) und laterale.
Letztere ist bei den Tunicaten vorhanden, doch sind in der Knospung
der Salpenketten aus dem Stolo prolifer vielleicht beide Formen
vereinigt.
Korscheit, E. und K. Heider. Lehrbuch der vergleichenden
Entwicklungsgeschichte der wirbellosen Thiere. Specieller Theil.
Jena, 1893, XII, 1509 S., 899 Fig.
Die Tunicaten bearbeitete Heider. (S. 1266—1428, Fig. 735
bis 865.)
Die Entwickelung aus dem Ei wird, da 1. von den Appendi-
cularien hier fast nichts bekannt ist, 2. für die Ascidien behandelt.
In ausführlicher Weise geht Verf. ein auf die Eiablage, die Be-
fruchtung, die Eihüllen, die Furchung, die Bildung der Keimblätter,
die Anlage des Medullarrohres und der Chorda, die Ausbildung der
freischwimmenden Larvenform (Körperform, Mantel, Nervensystem,
Flimmergrube, Chorda, Mesoderm, Leibeshöhle, Muskeln, Darm, Peri-
branchialraum, Kloakenhöhle, Herz, Peri- und Epicardium) und ihre
Organisation, ihre Festsetzung und die darauf erfolgende rück-
schreitende Metamorphose. Angeschlossen wird die abgekürzte
Entwickelung der Molguliden. 3. wird Doliolum^ 4. werden die
Pyrosomen betrachtet. Schliesslich werden 5. die Salpen abgehandelt.
Die ungeschlechtliche Fortpflanzung wird 1. bei den socialen
und zusammengesetzton Ascidien verfolgt. Der Vermehrung durch
Quertheilung schliessen sich die stoloniale Knospung, die palleale
der Botrylliden und die der Didemniden und Diplosomiden an. Im
Zusammenhang wird die Organentwickelung in den ungeschlechthch
erzeugten Individuen verfolgt. 2. Kommen die Dolioliden zur Er-
örterung. Für die 3. Pyrosomen und 4. Salpen folgt auf die
Schilderung der Ausbildung des Stolo prolifer die der Knospen-
entwickelung. Betreffs 5. der Auffassung des Generationswechsels
bei den Tunicaten ist Verf. der Ansicht, das er infolge von Stock-
bildung durch Arbeitstheilung entstanden zu denken ist.
Im Allgemeinen müssen bei der Tunicaten Knospung und em-
bryonale Entwickelung scharf auseinander gehalten werden. Nur bei
letzterer kommt es zur Neubildung von Organen; bei ersterer gehen
stets alle wichtigeren Organanlagen aus dem Mutterthier in den Stolo
Jahresbericht über die Tunicateu für 1892 u. 1893. H
und die Knospen über. Weiter sind die Appendicnlarien als ge-
schlechtsreife Larven einer festsitzenden Form zu betrachten, unter
den Ascidien die solitären für die ursprünglicheren zu erachten. Die
Pyrosomen sind eine freie Synascidiencolonie mit gemeinsamer
Kloake und vermitteln den Uebergang zu den Dolioliden. Diese
sind die ältesten Thaliaceen, die Salpen von ihnen abzuleiten. Die
Octocnemiden sind wahrscheinlich umgewandelte Salpen. - — Die
Tunicaten können die Kluft zwischen den Chordaten und den übrigen
Thieren nicht überbrücken helfen. Ihre hypothetische Ausgangs-
form ist ein Chordonier, und der Mangel der Segmentirung, des
Coeloms und der Nephridien sowie das Vorkommen ungeschlecht-
licher Fortpflanzung sind Neuerwerbungen im Anschlüsse an die
festsitzende Lebensweise.
Cholodkovski, H. Zur Mesoderm- und Metameren-Theorie.
(Revue sc. nat., publ. Soc. Nat. St.-Petersbourg, 1892, S. 204—209.)
Russisch.
Mehrfache Erwähnung der Tunicaten.
Salensky, W. Ueber die Entstehung der Metagenesis bei
Tunicaten. (Biol. Centralbl., 13. B., Leipzig, LS93, S. 126—146.)
Als Resultat stellt Verf. folgende Sätze auf. Die Urform der
Metagenese ist durch die Synascidien dargestellt, welche als Larven
sich ungeschlechtlich vermehren. Unter den Synascidien besitzt
nur Distaplia einen Generationswechsel, während die Entwickelung
der Didemniden ihm fern [steht. Die primordiale Knospe der
Distaplia-LarYe bildet eine Uebergangsform zwischen der einfachen
Knospe und dem Stolo prolifer der metagenetischen Tunicaten.
Dieser Stolo ist aus einer Knospe entstanden, die vor der Los-
lösung von der Mutter sich theilte oder knospte. Bei den ältesten
metagenetischen Formen starb die Amme nach der Production der
geschlechtlichen Generation ab. Weiterhin wird das Leben der
Amme immer dauerhafter. DoUolum stellt in dieser Beziehung
einen Uebergang zwischen den Synascidien und den Salpen dar.
Haacke, W. Gestaltung und Vererbung. Leipzig, 1893, VI,
337 S., 26 Fig.
Die erste Furche bei der Theilung des Ascidieneies entspricht
der Mediane des Thieres, die dritte scheidet Ekto- und Entoderm.
Ascidien sind bilateral-symmetrische 'Thiere, deren Körperhälften
nicht congruent sind.
Kowalevsky, A. Einige Beiträge zur Bildung des Mantels der
Ascidien. (Mem. Ac. Imp. Sc. St.-Petersbourg, 7 ser. t. 38, No. 10.
St.-Petersbourg, 1892, 20 S., 2 Taf.)
Die an Larven von Fhalhma mamilluta unternommenen
Untersuchungen werden ausführlich beschrieben. Die Mantelzellen
stammen aus dem Mesoderm; wahrscheinlich wird das auch bei
den socialen und zusammengesetzten Ascidien der Fall sein. Die
Auswanderung der Lymph- bezw. Mesodermzellen bei den Ascidien
und höheren Wirbelthieren ist eine homologe Erscheinung.
12 Dr. C. Matzdorff:
Verf. geht weiter auf einige weitere Fragen in der Entwickelung
der Ascidien ein.
Seeliger, 0. Einige Beobaclitungen über die Bildung des
äusseren Mantels der Tunicaten. (Z. f. wiss. Zool., 56. B., Leipzig,
1893, S. 488—505, Taf, 24.)
Verf. bestätigt die von Kowalevsky (s. vor. Ref.), Salensky (s. Ber.
f. 1891, S. 6) und Julin (s. S. 4) gemachten Angaben für das
Auswandern von Mesenchymzellen in den Mantel an Sa/pa democratica,
indem er mannigfache Einzelheiten neu beobachtet. Sodann wird
der gleiche Vorgang für Clavelina Jepadifonnis nachgewiesen. Bei
den Appendicularien {Oikopleura cophocercci) bildet sich das Gehäuse
nicht nach Art einer Cuticula, sondern ist mit der Absonderung
der Haut- und insbesonders der der Milchdrüsen zu vergleichen.
Es treten in die ausgeschiedene Substanz auch Zellen oder Zell-
theile über, um in ihr zu zerfallen.
Garstaiig, W. On the Development of the Stigmata in Ascidians.
(Proc. R. Soc. London, V. 51, London, 1892, S. 505—513.)
Während die Stigmata bei Cluvelma^ Ferophora und Distaplia
unabhängig von einander entstehen, bilden sie sich durch wiederholte
Theiluug bei Phallnsia scahroides. Bei Botryllus entstehen, wie bei
bei den Ascidien, die Stigmata des Oozooids durch Theilung der
Protostigmen und die der Knospen unabhängig von einander. Für
Thylachim sylvani und Styela grossidaria wurde die Theilung der
Protostigmen genauer untersucht. — Botryllus und die Styelinen
müssen als die einfachsten Ascidien angesehen werden.
Willey, A. Studies on the Protochordata L On the Origin of
the Brauchial Stigmata, Praeoral Lobe, Endostyle, Atrial Cavities etc.,
in Ciona intestinalis^ L., with Remarks on Clavelina lepadiformis.
(Quart. Journ. Micr. Sc, V. 34, London, 1893, S. 317—360,
Taf. 30—31, 6 Fig.)
Die vier ersten primären Stigmata von Ciona entstehen aus
einer primitiven Kiemenspalte. Diese theilt sich durch frühzeitige
Entwickelung eines Zungenbalkens in zwei Hälften, das spätere erste
und vierte Stigma, zwischen denen das zweite und dritte als gleich-
falls zunächt gemeinsames, später sich theilendes Product entstehen.
Das fünfte und sechste Stigma bilden sich hinter ihnen als selbst-
ständige Oeffnungen. Diese sechs primären Stigmata entstanden
also aus drei Paaren von ursprünglichen Kiemenspalten. Die anderen
Stigmata der erwachsenen Ciona und der anderen einfachen Ascidien
entstehen im allgemeinen durch Subdivision der sechs primären;
vielleicht bildet sich eins oder das andere selbstständig. Der Endo-
styl liegt anfangs ganz vorn dorsoventral vor den Mund, und
seine primäre Längsachse steht rechtwinklig zu seiner definitiven.
Die Höhlung in dem Haftstolo, dem Praeorallappen, ist die praeorale
Körperhöhle und enthält freie Mesodermzellen, die von zwei lateralen
Mesodermbändern herstammen. Die Stellung des Praeorallappens
ändert sich durch Drehung des Ascidienkörpers um 90°. Die
Wandungen der Peribranchialräume und der Kloake sind ectodermaler
Jahresbericht über die Tanicaten für 1892 n. 1893. 13
Herkunft. Die Pjdorusdrüse entstellt als ein blindes Divertikel vom
Magen an seiner am Intestinum gelegenen Grenze und ist anfangs
von einem Säulen- oder Würfelepithel überzogen. Das Pericardium
entsteht vom Endoderm des Kiemensackes; das Herz hat kein
Endothel. Das Herz von Ciona entsteht paarig; es bilden sich
zwei getrennte Pericardialhöhlen, die sich später vereinigen. Bei
Clavelma sind die aus einer soliden entodermalen Anlage entstehenden
Pericardiallumina durch ein Septum nur unvollständig getrennt.
Der Praeorallappen dient der Insertion aller Längsmuskeln, die
spät auftreten. Clavelma zeigt gegen Ciona eine abgekürzte Ent-
wickelung, was mit der Ausbildung ihres Embryos in der Peribranchial-
höhle und dem grösseren Dotterreichthum ihrer Eier zusammen-
hängt. Die Appendicularien sind rückgebildete Formen. Betreffs
der Homologieen mit Aniphioxus ist Verf. der Ansicht, dass seine
erste, wieder verschwindende Kiemenspalte, die kolbenförmige Drüse,
mit dem vordersten Spaltenpaar der Ascidien homolog ist. Ferner
sind die Peribranchialräume beider Grnppen, der Ascidienkörper
und der Rumpf des Amphioxas, beider Darmkanal, der Entoderm-
strang im Ruderschwanz der Larven und der Postanaldarm der
Vertebraten homolog. Nicht homolog sind die Herzen beider
Gruppen. Endlich finden sich folgende Beziehuugen:
1. Mund ventral, kein Endostyl.
a) Thiere sitzend, u-förmiger Verdauungskanal, ein Paar
Kiemenspalten, Knospen: Ceplialodiscus.
b) Thiere frei, gerader Verdauungskanal, mehrere Kiemen-
spalten, keine Knospen: Balanoglossiis.
2. Mund dorsal, Endostyl.
a) wie 1 a, nur drei Paare Kiemenspalten: Ascidien.
b) wie 1 b: Ampluoxus.
Derselbe. Studies on the Protochordata. IL The Development
of the Neuro-hypophysial System in Ciona i7itestinalis and Clavelina
lepadifonnis, witli an Account of tbe Origin of the Sense-organs in
Ascidia mentula. III. On the Position of the Mouth in the Larvae
of the Ascidians and Ampliioxtifi^ and its Relation to the Neuroporus.
(Quart. Journ. Micr., Sc, V. 35, London, 1894, S. 295-333,
Taf. 18—20.)
Bei Ascidia mentula wurde der Verschluss des Neuroporus und
die Anlage der Sinnesorgane untersucht. Auge und Otolith ent-
stehen dorsal im vorderen Nervenrohr. Sie liegen anfangs neben
einander. Infolge stellenweiser Verdünnung der Sinnesblasenwand
tritt die Otolithenzelle auf die Ventralseite der Blase; das Auge
liegt später hinten rechts. Sodann wird der Ursprung des
Neurohypophysialsystems für Ciona und Clavelina eingehend be-
schrieben. Von der Sinnesblase spaltet sich der Neurohypophysial-
kanal ab. Er steht anfangs hinten mit dem Nervenrohr, dann
dauernd mit dem Stomodäum in Verbindung. Das Ganglion ent-
steht als eine Wucherung auf der Dorsalseite dieses Kanales (^Ciona')
oder links an der Sinnesblase {Clavelina). Ventral am Kanal ent-
14 Dr. C. Matzdorff:
stellt die Hypophysisdrüse; er selbst wird zur Hypophysis, deren
trichterförmiges Endstück, die Flimmergrube, sich in das Stomodäum
öffnet. Die Flimmergrubenöffnung erklärt Verf. für den nur vor-
übergehend geschlossenen Neuroporus, und die Flimmergrube selbst
ist ein dem Neurohypophysialkanal entgegenwachsender Abschnitt
des Stomodäums. Der vordere Abschnitt der fertigen Hypophysis
ist die Flimmergrube, der hintere umfasst vor allem die Subneural-
drüse. Infolgedessen sind homolog die Flimmergruben der Ascidien
und die des Änvphioxvs und die Subneuraldrüsen der ersteren, die
Amphioxus fehlt, dem Infundibulum der Vertebraten. Verf. geht
des weiteren auf die phylogenetische Entwickelung der Protochor-
daten ein.
Derselbe. On the Development of the Hypophysis in the
Ascidians. (Zool. Anz., 15. J., 1892, Leipzig, S. 332—334, 1 Fig.)
Bei Ciona intestinalis und Cluvelinu lepadifonnis scheint zwischen
Ganglion und Hypophysis das gleiche Verhältniss zu bestehen wie
bei den höheren Wirbelthieren zwischen Infundibulum und Hypophysis.
Aber während die beiden letzteren rudimentär werden, bleiben die
beiden ersteren in Function.
Derselbe. Observations on the Post-Embryonic Development
of Ciona intestinalis! und Clavelifia lepadiformis. (Proc. R. Soc.
London, V. 51, London, 1892, S. 513—520, 3 Fig.)
Die Larve von Ciona setzt sich fest, indem die Proboscishöhlung
mit Mesodermzellen gefüllt wird und sich sodann der Stamm der
Ascidie um 90 "^ dreht. Ueber den Endostyl sieht man die erste
Kiemenspalte, die also keinesfalls (wie van Beneden und Julin
wollten) mit der Proboscishöhle und der präoralen Grube des
AmpJiioxus homolog sein kann. Verfasser geht dann sorgfältig
auf die Entstehung der weiteren Kiemenspalten ein. Dieselbe ver-
läuft einfacher bei Ciona als bei Clavelina, Bei ersterer stammen
die ersten vier Stigmata von einer Kiemenspalte ab. Es ergiebt
sich demnach eine völlige Homologie für Amphioxus und die
Ascidien in der Lage von Proboscishöhle, Endostyl, Mund und erster
Kiemenspalte.
Seeliger, 0. Ueber die Entstehung des Peribranchialraumes
in den Embryonen der Ascidien. (Z. f. w. Z., 56. B., Leipzig, 1893,
S. 365—401, Taf. 19, 20.)
Die an Clavelina lepadiformis gemachten Untersuchungen be-
trafen neben der Entwickelung des Peribranchialraumes den Flimmer-
bogen und den Endostyl. An Ciona intestinalis (?) wurde die
Bildung des Kiemenkorbes erforscht. Das Ergebniss ist, dass die
gesammte Wandung des Peribranchialraumes vom Ectoderm ab-
stammt, während dieser Raum in den Knospen der Ascidien aus
Entodermdivertikeln entsteht. Es können also homologe Organe
aus verschiedenen Keimblättern ontogenetisch entstehen. Es besteht
kein Parallelismus der Organentwickelung in Knospen und Embryonen.
Ferner kamen Egestionsöffnung und Kloake so zu Stande, dass die
beiden Peribranchialbläschen sich dorsal zu ausbreiteten und die
Jahresbericht über die Tnnicaten für 1892 u. 1893. 15
beiden Oeffnungen und die angrenzenden proximalen Abschnitte sich
verbanden. Weiter geht Verf. auf die Kiemenspaltenbildung bei
Ciona ein.
Hjort, J. Ueber den Entwicklungscyclus der zusammengesetzten
Ascidien. (Mitth. Zool Stat. Neapel, 10. B., Berlin, 1891—1893,
S. 584— 617, Taf. 37—39.)
Es wurde Botrylhi><^ hauptsächlich violaceus, dann auch auro-
lineatvs, untersucht. Die erste Anlage der Knospen geschieht stets
palleal, sie entstehen meist im vorderen Drittel. Sie bilden eine
zweiblättrige Blase ectodermaler Herkunft, und zwischen beide
Blätter wandern Mesodermzellen. Die Poribranchialblase geht aus
dem Ectoderm der Larve hervor. Verf. schildert weiter die paarige
Anlage der Peribranchialhöhle, die Bildung der Ingestions- und
Egestionsöffnungen, des Darmtractus und des dorsalen Rohres. In
den Knospen sämmtlicher zusammengesetzten Ascidien entsteht
letzteres aus der inneren Blase der Anlage, um sich später zur
Hypophyse und zum bleibenden Ganglion zu differenziren. Das
Herz wird unpaar rechts als compacter Zellhaufen angelegt.
Schilderung der Entstehung der Gcochlechtsorgane.
Ein Vergleich der Bildung des Nervensystems in der Larve
und Knospe lührte zu einer Untersuchung der Larven von DutapUa
magnüarou D. V. Auch hier gehen aus der ectodermalen Gehirn-
blase durch Differenzirung Hypophyse sowie larvales und'persistirendes
Nervensystem hervor. Die larvale Gehirnblase steht später durch
den Anfang der späteren Hypophysis mit dem Darm in Verbindung.
Das Lumen der Hypo])hysis ist bei den erwachsenen Thieren der
einzige Rest der larvalen Gehirnhöhle.
Derselbe. Zum Entwicklungscyclus der zusammengesetzten
Ascidien. (Zool. Anz., 15. J., Leipzig, 1892, S. 328—332.)
Derselbe. A Contribution to the Developmental Cycle of
the Compound Ascidinns. (Ann. Mag. Nat. Hist., V. 11, 6. ser.,
London, 1893, S. 335-338.)
Beide gleichlautende Aufsätze bilden eine vorläufige Mittheilung
des vorang. Aufsatzes.
Pizon, A. Developpement de l'organe vibratile chez les As-
cidies composees. (C. r. seanc. Ac. Sc, T. 114, Paris, 1892, S. 237
bis 239.)
Das verschieden (Riechorgan, Hypophysendrüse, hypoganglionäres
Organ, Dorsalorgan) benannte Flimmerorgan wurde bei den Bo-
tryllideU;, Polycliniden, Didemniden, Diplosomiden, Perophoren und
Clavellinen untersucht. Es entsteht als eine blinde Röhre, die von
der primären Endodermblase abzweigt, und öffnet sich secundär in
die Branchialblase, während sein hinterer Abschnitt atrophirt. Es
ist kein Homologen der Hypophyse der Wirbelthiere.
Derselbe. Histoire de la blastogenese chez les Botryllides.
(Ann. sc. nat., Zool., T. 14, Paris, 1893, S. 1—386, Taf. 1—9.)
1. Theil. Organogenese. Das 1. Kap. behandelt die Ent-
wickelung der Knospen bei Botryllus^ die bei allen Arten gleich-
16 Dr. C. Matzdorff:
massig vor sich geht. Verf. schildert fünf Entwickelungsstufen. Auf
der 2. treten Herz, Riechorgan (Dorsalorgan, Hypophysengrube,
Vibratilorgan), Mesodermband und Genitaldrüsen auf. Die Endoderm-
blase weist sechs Divertikel auf: zwei bilden die Peribranchial-, zwei
die Perivisceralhöhle, eins das Pericardium und eins das Vibratil-
organ. Auf der 3. Stufe steht das Blastozoid mit dem elterlichen
Individuum nur noch durch den Ectodermstiel im Zusammenhang.
Das Pericardium ist getrennt, die Trennungswülste der Perivisceral-
höhlen bilden sich, die Dorsalröhre endet vorn noch blind, ihre
hintere Oeffnung liegt etwas links, von der dem Epiblast unter-
gelagerten Mesodermplatte wandern Zellen zwischen die beiden
Blätter ein. Die 4. Stufe ist folgendermaassen gekennzeichnet. Die
vorn sehr entwickelte Centralblase lässt die Anlage des Endostyls
erkennen. Die Peribranchialsäcke öffnen sich in einander und stehen
mit der Perivisceralhöhle im Zusammenhang. Die künftige Kloaken-
höhle ist noch ein ungetheilter Abschnitt. Die Verdauungsröhre ist
noch nicht völlig von den Seitendivertikeln getrennt, die Kiemen-
und Kloakalöffnung sind noch blosse Endodermausbiegungen. Das
Vibratilorgan öffnet sich hinten in die Kloakalhöhle. Das Nerven-
system wird durch einen Strang gebildet. Auf der 5. Stufe bilden
sich Dorsalröhre und Nervenstrang fast völlig aus, die Wände des
Branchialsackes zeigen die Verdickungsstreifen, die den künftigen
Kiemenspalten entsprechen, der Verdauungskanal ist von den Lateral-
säcken getrennt. Im 2. Kap. wird in gleicher Weise die Entwicke-
lung der Blastozoiden bei Botrylloides behandelt. Im 3. Kap. geht
Verf. auf einige Punkte in der Organogenese der Larve ein: 1. auf
die Frage nach dem Ursprung der Peribranchialhöhle, 2. auf den
Ursprung der Dorsiilröhre und des Nervensystems und auf die Be-
deutung der ersteren, 3. auf die Entwickelung der Blastozoiden aus
der Larve. Die Untersuchungen an den auf 4 Stadien behandelten
Larven ergeben, dass die Furchungshöhle des Eies zur primitiven
enterischen Larvenhöhlung wird und dass aus Divertikeln derselben
die Peribranchialhöhle sowie das Doi-salrohr werden. Die beiden
larvalen Orificien liegen nicht, wie bei Appendicularia und PhaUusia^
dorsal-lateral, sondern medio-dorsal hintereinander, verschmelzen
auch nicht, wie bei den einfachen Ascidien, sondern sind die de-
finitiven Orificien. — Das 4. Kap. behandelt die Organogenese im
Zusammenhang der erforschten und der bisher bekannt gewordenen
Ergebnisse. Es werden nach einander besprochen die Kiemenblase,
der Verdauungskanal, das „Organe refringent", das Verf. nicht für
eine Drüse, sondern für ein der Absorption von Speisebrei gewid-
metes Werkzeug hält, die Peribranchialhöhle, die Perivisceralhöhle,
das Nervensystem und das Vibratilorgan, deren ersteres sammt den
Sinnesblasen bei den Larven bereits vom Ectoderm angelegt ist,
wenn auch keine Spur des Endodermdivertikels, der das letztere
bildet, vorhanden ist (bei den Knospen stammt das Nervensystem
direkt von dem der Elternknospe ab), die Entwickelung des Dorsal-
rohres bei den anderen Familien der zusammengesetzten Ascidien, bei
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 17
denen gleichfalls das Vibratilorgan endodermatischen Ursprungs
ist, die Bedeutung dieses Organes, das Verf. für ein sehr alt-
vererbtes, jetzt aber physiologisch werthloses Organ hält, das der
Hypophyse der Wirbelthiere nicht homolog ist, die Entwickelung
des Herzens, das Ganglion und die Nerven der erwachsenen Blasto-
zoiden und schliesslich die Verwandtschaft der zusammengesetzten
Ascidien mit den Echinodermen, die in der That namentlich mit
Rücksicht auf die Crinoiden besteht.
2. Theil. Die Bildung der Kolonieen. Kap. 5 ist der Bildung
des ersten Systemes gewidmet. Die Knospung der Larve beginnt
bilateral, wird aber bald unilateral rechts. Auf einer zweiten Stufe
findet sich eine degenerirende Masse, die die erste Generation, das
Oozoid, darstellt, ein rechts der Larve entstandenes, herangewachsenes
Ascidiozoid, die zweite Generation, und zwei junge Blastozoiden der
dritten Generation. Die zweite Generation hat keine Genitaldrüsen,
wohl aber die dritte. Von dieser Generation an erfolgt die Knosjjnng
weiter bilateral. Es ist stets nur eine Generation im erwachsenen
Zustand. Verf. schildert acht auf einander folgende Stufen. Daneben
kommen andere Formen der Koloniebildung vor. Eine beruht auf
einer Agglomeration von Larven, eine zweite und dritte auf einer
secundären Aneinanderlagerung junger Blastozoiden. Das 6. Kap.
behandelt die Blastogenese älterer Kolonieen, das 7. die allgemeinen
Gesetze der Blastogenese. Die Larve fängt sehr früh zu knospen
an, die Knospung ist bei allen Ascidiozoiden bilateral, die peri-
branchiale Blastogenese kommt allein bei den Botryllideen vor, in
jedem Ascidiodema (d. h. einem erwachsenen Blastozoid mit seinen
Knospen) finden sich drei Generationen, die jungen Generationen
rücken allmählich dem Centrum zu. Im 8. Kap. wird die Ent-
wickelung des kolonialen Gefässsystems behandelt. Alle Blastozoiden
eines Stockes stehen durch dasselbe im Zusammenhang. Derselbe
wird in seiner Entstehung, seiner Bedeutung und seinem Zerfall ge-
schildert.
3. Theil. Die geschlechtliche Fortpflanzung. Kap. 9: Die
hei'maphrodite Drüse wird von jungen Zellen gebildet, die in jeder
jungen Knospe von dem mediodorsalen Mesodermstreifen erzeugt
werden und sich um junge und alte Eier gruppiren, welche vom
elterlichen Blastozoid ausgewandert sind. Diese jungen Zellen bilden
z. Th. für diese Eier Follikel und werden z. andern Th. selbst Eier.
Hieraus entsteht der Eierstock. Die übrigen undifferenzirten
jungen Zellen werden zum Hoden, Kap. 10 behandelt die Ent-
wickelung der Hodenfollikel, Kap. 11 die der Larvenhüllen. Der
primitive Eifollikel stammt aus dem Ovar, er erzeugt sodann durch
Proliferation den inneren Follikel, während die Testazellen (cellules
de rebut) vom Dotter gebildet werden. Im Kap. 12 wird die
Wanderung der geschlechtlichen Elemente erörtert. Die ersten
Generationen sind anfangs geschlechtlich, überweisen aber dann die
Geschlechtszellen ihren Knospen und werden dadurch neutral. Jedes
Blastozoid fügt neue Zellen hinzu (s. o.). Ei'st in der 7. oder
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1893. Bd. H. H.3. 2
18 Dr. C. Matzdoiff:
8. Generation sind die ersten Eier reif, da die Blastogenese der
ersten Generationen die meiste Nahrung für sich in Anspruch nimmt.
Die männlichen Zellen entwickeln sich rascher als die weiblichen.
Daher gilt für die Befruchtung (Kap. 13), dass die erste geschlechts-
reife Generation männlich ist und keine reifen Eier hervorbringt,
sondern dass diese von Spermatozoiden der vorangehenden Ge-
neration befruchtet werden. Kap. 14: der Entwickelungscyclus der
Ascidiozoiden.
*D er selbe. Histoire de la blastogenese cliez les Botryllidees.
(Congres des soc. savantes 1893.)
Oka, A. üeber die Knospung der Botrylliden. (Z. f. wiss.
Zool., 54. B., Leipzig, 1892, S. 521-547, Taf. 20—22.)
Die Untersuchungen werden vornehmlich an einem zu Misaki
in Japan gesammelten Botryllus gemacht. Auf eine Schilderung
des Baues des Stockes folgt die der Entwickelung der äusseren
Gestalt der Knospe und derer einzelnen Organe. Es ergiebt sich
aus diesen Beti'achtungen die Auffassung des Peribranchialsackes
als eines Mesodermderivates. Es scheint der Peribranchialraum die
secundäre Leibeshöhle darzustellen. Der Blutraum stellt die pri-
märe Leibeshöhle dar. Die Pericardialhöhle entsteht unabhängig
vom Peribranchialraum, ist aber doch wohl als analoge Bildung und
demnach als selbstständiger Abschnitt der secundären Leibeshöhle
zu betrachten. Die Knospe entstellt also aus einem Ectoderm
und einem Entomesoderm. Das Mesoderm trennt sich vom Entoderm
unter Bildung seitlicher Ausstülpungen. Aus dem Ectoderm ent-
stehen äussere Wand, In- und Egestionsrohr, Gehirn, aus dem
Entoderm Darmtractus, Kiemensack, Hypophysis mit Zwischenrohr und
Flimmergrube, aus dem Mesoderm Peribranchialsack und Herz.
Endlich geht Verf. auf die Stockbildung bei Botryllus ein.
Salensky, W. Morphologische Studien an Tunicaten. IL Ueber
die Metamorphose der Distaplia magnilarva. (Morphol. Jahrb.,
20. B., Leipzig, 1893, S. 449—542, Taf. 16—20, 1 Fig.).
Verf. schildert 1. den anatomischen Bau der Larve der ge-
nannten Aseidie, der verwickelter als bei den meisten anderen As-
cidienlarven ist. Der Cellulosemantel enthielt Kalymmocyten, durch
deren Vacuolisirung die Mantellakunen entstehen, grosse Zellen mit
körnigem Plasma und Pigmentzellen. Am Anheftungswerkzeug
finden sich drei Saugnäpfe, die mit iliren Basaltheilen, den „Trichtern",
am Larvenkörper sitzen, und ein „Stolo", Er ist ein Anfangs einfaches,
später in der Mitte getheiltes Rohr. Die Körpermuskulatur ist
umfangreich. Der Kiemendarmapparat besteht aus Mundhöhle,
Kiemendarm, Fhmmerbogen, den Verf. „pericoronale Rinne" nennt,
Kiemensack mit Epikardialhöhlen und Darmkanal. In der primären
Leibeshöhle liegen in einer homogenen Gelatine Mesenchymzellen.
Sodann wird 2. die Bildung und Entwickelung der perimordialen
Knospe während der embryonalen Entwickelungsperiode beschrieben.
Die Larve entwickelt nur eine Knospe, die Verf. daher primordial
nennt. 3. Parallel mit der Knospenentwickelung gehen regressive
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 19
Erscheinungen im Larvenleibe. Dieselben werden nach ihrer mor-
phologischen und histologischen Seite hin erörtert. Insbesondere
geht Verf. auf die mit der Degeneration verbundene Phagocytose
ein, indem er auch andere Synascidien heranzieht. Die von
Metschnikoff behauptete Phagocytose der Muskelzellen scheint dem
Verf. eine Dissociation zu sein, mit der ein Freiwerden der Zellen
verbunden ist. Der grösste Theil dieser Zellen geht in die Leibes-
höhle der Knospen bezw. die Nährstolonen über, um zu Mesenchym
zu werden; ein zweiter Theil dient als Nahrung für die wandernden
Zellen, die als Phagocyten functioniren ; der dritte Theil zerfällt in
einen Brei, der wohl auch aufgefressen wird. Einzelne der freien
Zellen fressen abgestorbene Muskelzellen: Nekrophagocy ten ; andere,
die zur Resorption des Dotters beitragen und mit den Entoderm-
zellen Zellenpackete bilden, sind Synphagocyten. Ferner geht Verf.
4. auf die Ausbildung der Knospe während der postembryonalen
Entwicklung der Dlstaplia ein. Die beiden Peribranchialausstülpungen
lösen sich vom Entoderm los, umwachsen den Kiemendarm und
vereinigen sich dorsal. Zwischen den beiden Epikardialausstülpungen
entsteht aus Mesenchymzellen das Perikardialsäckchen, das später
zum Herzen und Perikardium wird. Das Nervenrohr differenzirt
sich in Flimmergrube, Ganglion und den späteren Visceralnerven.
Die hintere ektodermale Leibes wand wird zu einem Stiel.
5. In allgemeinen Betrachtungen wird zunächst die Organo-
genese bei der Knospung der Ascidien erörtert. Unter allen Organ-
systemen bereitet das Nervensystem die grössten Schwierigkeiten.
Dasselbe entwickelt sich bei dem Embryo von Distaplia in
derselben Weise wie bei ihrer primordialen Knospe, und der Trichter
ist einer seiner Theile. Es steht das zu den an Botryllus gefundenen
Ergebnissen im Widerspruch. Die secundären, tertiären u. s. f.
Knospen bekommen ihr Nervensystem durch Theilung des mütter-
lichen von diesem. Sodann wird die Entwickelung der Distaplia-
knospen mit der des Keimstockes der metagenetischen Tunicaten
verglichen und endlich die Bedeutung der Metamorphose der Distaplia
für die Entwickelung der Metagenesis erörtert. Die erste Anlage
der Knospe der Distaplia ist einerseits derjenigen der Knospen
anderer Ascidien, andererseits dem Keimstocke der metagenetischen
Tunicaten homolog. Die weiteren Entwickelungsvorgänge in den
Knospen der DistapMa und der andern Ascidien sind die gleichen.
Die primordiale Knospe der Dintaplia erscheint als ein selbstständiges
Gebilde, das seinem Bau nach dem Stolo prolifer der metageneti-
schen Tunicaten ähnlich und nach der Art desselben zur Quer-
theilung befähigt ist. Es bildet diese Primordialknospe also einen
Uebergang zwischen der Ascidienknospe und dem Keimstock der
metagenetischen Tunicaten. Phylogenetisch ergiebt sich aus dieser
Verwandtschaft, dass die Ammengeneration der letzteren aus der
Larvenform der ascidienförmigen Thiere hervorgegangen ist, die
die Fähigkeit besass, sich durch Knospen zu vermehren und ge-
schlechtsreif zu werden. Der Stolo prolifer ist aus einer Knospe
2*
20 Dr. C. Matzdorff:
enstanden, bei der die Knospungs- durch Theilimgsfähigkeit ersetzt
wurde.
Derselbe. Ueber die Thätigkeit der Kalymmoc^'ten (Testa-
zellen) bei der Entwickelung einiger Synascidien. (Festschr. 70.
Geburtstage R. Leuckarts, Leipzig, 1892, S. 109—120, Taf. 14. 15.)
Die Untersuchung der Bildung des Cellulosemantels bei den
Embryonen von Distaplia magnilarcu führte zu dem Schluss, dass
die Kalymmocyten die Hauptelemente des Mantels bilden, indem sich
ihre Vacuole zu der Flüssigkeit der Celluloselacunen, ihr Protoplasma
zu der halbmondförmigen Zelle, die die Lacunen begrenzt, um-
wandeln. In späteren Stadien wandern dann auch aus der primitiven
Leibeshöhle stammende Elemente in die Celluloseschicht ein.
Sodann erforschte Verf. die Placenta der Aplididen. Zwischen
Follikelhaut und Ei befindet sich eine Kalymmocytenschicht. Diese
sammeln sich zur Zeit der Eireife in Gruppen; man kann am un-
segmentirten Ei zwei erkennen, eine hämale und eine neurale. Die
erstere wird zur Bildung der Placenta foetalis verwendet. Bei
Fragarmm areolutum stellt eine Verdickung der Bruthöhlenwandung
die Placenta materna dar. Zwischen ihr und dem Ei liegt eine
Kalymmocytenplatte, die foetale Placenta. Eine Placentafalte schützt
den Embryo. Circinalium cojicrescens zeigt ähnliche Verhältnisse;
die Placentafalte ist stärker. Noch mehr ist die bei Amaroecium
roseuTn entwickelt.
Oka, A. Die periodische Regeneration der oberen Körperhälfte
bei den Displosomiden. (Biol. Centralbl., 12. B., Leipzig, 1892,
S. 265—268, 1. Fig.)
Dis2)losoma Mitoukurii nov. sp. von der japanischen Küste (auf
Sargassum) erneuert periodisch die obere Körperhälfte. Jedes
Lidividuum hat zwei Kiemen- und zwei Peribranchialsäcke von
verschiedenem Alter; auch die andern Organe sind doppelt. Während
die ältere KörjDerhälfte abstirbt, entwickelt sich an der jüngeren
ein neues drittes Halbindividuum.
Seeliger, 0. lieber die erste Bildung des Zwitterapparates in
den jungen Pyrosomenstöcken. (Festschr. 70. Geburtstage R. Leuckarts,
Leipzig, 1892, S. 374—384, Taf. 38.)
Die Entstehung des Geschlechtsapparates in den vier ersten
Ascidiozooiden der Stöcke von Pyrosoma giganteum ist die folgende.
Die erste Anlage ist eine mesodermale Zellgruppe dorsalwärts vom
Keimstrang für den Stolo, trotz Salensky's Einwurf, Verf. schildert
die weitere Entwickelung und kommt dann zu einigen allgemeinen
Erörterungen. Eine oft schon im Zwitterapparat auftretende Höhlung
ist, wie ähnliche im Hoden oder zwischen Ei und Follikel befindliche
Spalträume, Theile der primären Leibeshöhle. Sie ist ebensowenig
wie der bei Ascidien beobachtete Hohlraum ein Enterocöl. Ferner
gehen aus des Verf. Untersuchungen die Homologieen des Eifollikels
und des Gesammtepithels des Hodens, des Ei- und Samenleiters
sowie des Spermatozoons und der befruchtungsfähigen Eizelle hervor.
Derselbe. Bemerkungen zu Herrn Prof. Salensky's ,, Beiträge
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 21
zur Embryonalentwickelung der Pyrosomen". Zool. Jahrb. Bd. 5.
(Zool. Anz., 15. 7., Leipzig, 1892, S. 78—84.)
Verf. setzt sich mit Salensky (s. Ber. f. 1891. S. 6) betreffs
einer Anzahl differirender Beobachtungen bezw. Schlüsse auseinander.
Garstang, W. Note on Salensky's account of the Development
of the Stigmata in Pyrosoma. (Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc,
V. 7, Liverpool, 1898, S. 245—247.)
Die Kiemenspalten liegen nicht der Achse des Embryos, also
dem Endostyl, parallel, sondern stehen rechtwinklig zu ihnen, und
zwar besteht diese Lage für alle Zeiten fort.
Brooks, W. K. The genus Salpa. (Mem. Biol. Labor. Johns
Hopkins Univ., IL) With a Supplementary Paper by M. M. Metcalf.
Baltimore, 1893, V, 396 S., 57 Taf., 27 Fig.
1. Theil: Lebens- und Entwickelungsgeschichte von Salpa. Im
1. einleitenden Kapitel werden die Salpen ihi-em allgemeinen Bau
nach geschildert. Das 2. ist der Entwickelung der solitären Salpe
aus dem Ei gewidmet. Die Untersuchungen sind zumeist an Salpa
pinnata ausgeführt. Das Ei, das das Ovar hervorgebracht hat, sowie
die frühen embryonalen Stadien liegen in den Blutkanälen der
Kettensalpe. Der Befruchtungskanal heftet das Ei an die Wandung
der Kloake und öffnet sich in diese. Hier dringen die Spermatozoen
ein. Mit seinem Wachsthum dringt der Embryo in die Kloaken-
höhle ein, indem eine Ausstülpung des Kloakenepithels, die Epithelial-
kapsel, den Follikel umhüllt und ihn nur an einer Stelle mit der
mütterlichen Leibeshöhle in Verbindung lässt. üeber der Epithelial-
kapsel wölbt sich als Ringfalte der gleichfalls aus dem Kloaken-
epithel entstandene Embryosack oder das Amnion empor. Es öffnet
sich gegenüber jener Verbindungsstelle in die Kloakenhöhle, und
diese steht somit mit der Brutkammer in Verbindung. Der Embryo
besteht 1. aus Derivaten des FolHkels und der Epithelialkapsel, die
die Organe anlegen, 2. aus den Abkömmlingen des Eies, den Blasto-
meren, die in jene Organanlagen eindringen, sie verzehren und so
ersetzen. Daher stammt das junge Thier allerdings ausschliesslich
vom Ei ab, allein formbildend wirken vor allem jene ausserhalb des
Eies belegenen mütterlichen Bestandtheile. Verf. schildert die Ein-
wanderung der Follikelzellen in die Follikelhöhle und die darauf
folgende Anlage der embryonalen Organe durch sie. An der Stelle
der Einwanderung hängt das periphere Follikelzellenlager, das
somatische, mit der inneren Masse eingewanderter Follikelzellen,
dem Viscerallager, zusammen. Aus ersterem entsteht jederseits eine
Einstülpung, die perithoracale oder Spiracularröhre, die sich median
vereinigen und dann in die Kloake und zwei Blindsäcke differenziren,
welche in den inzwischen gebildeten Pharynx als Kiemenspalten
durchbrechen. Später entsteht die Egestionsöffnung. Nach der
Abschnürung der perithoracalen Röhren theilt sich das Follikel-
epithel in einen dorsalen Abschnitt, der bald aufgelöst wird, und in
einen ventralen, der sich mit dem Rande des als Stützring be-
zeichneten Placentaabschnittes vereinigt, um das Dach der Placenta
22 Dr. C. Matzdorff:
und die blutbildende Knospe zu bilden. Die Epitbelialkapsel legt
das spätere Ektoderm an. Haben die Blastomeren sie ersetzt, so
fängt die Mantelausscheidung an. Das Viscerallager bildet die
meisten inneren Organe vor. Als Spalt entstellt in ihm der Phar3^nx,
als seine Ausstülpung der Verdauungskanal. Früh bricht der Mund,
später der Anus durch. Dann legen sich Nervensystem und Peri-
kardialblase an, sowie der Elaeoblast, der dem Ruderschwanze der
Ascidienlarven zu vergleichen ist. — Die Ernährung der Embryos
findet durch die Placenta in der Weise statt, dass diese vom Blute
der mütterlichen Salpe ernährt wird, selbst aber den Embryo da-
durch ernährt, dass ihre Zellen in dessen Leibeshöhle einwandern,
um hier verzehrt zu werden. Die Atmung des Embryos findet so
statt, dass das in der Kloakenhöhle befindliche Wasser ihm den
Sauerstoff liefert. Es ist also in beiden Beziehungen zwischen der
,, Placenta" der Salpen und der der Säuger ein Unterschied. —
Ein 3. Kapitel erörtert die morphologische Bedeutung des Salpen-
embryos. Die Bedeutung der Follikelzellen für das Ascidienei bietet
den Ausgangspunkt für die Vorgänge, die sich, auf zwei divergiren-
den Linien sich bewegend, bei Salpa und Pyrosoma abspielen und
als secundäre Modificationen jener einfacheren Thatsachen anzusehen
sind. — Im 4. Kapitel wird der Ursprung des proliferirenden Stolos
behandelt. Dieser, der an der Ventralseite des Embryos entsteht,
zeigt ein proximales, hinteres, und ein distales, vorderes, Ende. Die
Seite, an der das Nervenrohr liegt, ist die Höha, die, wo der
Genitalstab sich befindet, der Boden des Stolos. Es werden sodann
Ectoderm, Nervenrohr, Entodermrohr (eine Ausstülpung des Kiemen-
darmes des Embryos), Blutgefässe (Fortsetzungen der embryonalen
Blutbahnen, die erst nachträglich mit Endothel ausgekleidet werden),
Perithoracalröhren (ektodermalen Ursprungs), Mesoderm (aus freien
einwandernden embryonalen Mesodermzellen gebildet) und Genital-
stab besprochen. — Das 5. Kapitel umfasst die Thatsachen der
Umwandlung des Stolos in die beiden Reihen aggregirter Salpen.
Der Stolo gliedert sich in eine Anzahl Stücke, deren jedes alle
Organe des Stolos enthält und zu einer Salpe aus wächst. Ausführlich
wird diese Ausbildung geschildert: Ectoderm; Entoderm; Kloakel-
röhren; Nervenrohr; der Genitalstab des Stolos, der der des
Embryos ist, geht in die Kettensalpen über und bildet hier ein
Zwitterorgan, und das Ei gehört der Solitärform an, der erst später
entwickelte Hoden der Kettensalpe; Perikardialblase; der dem
Klaeoblasten homologe Stoloblast; primäre Leibeshöhle. Die Salpen
rlicken weiter abwechselnd rechts und hnks und bilden dadurch die
zweireihige Kette. Die Längsachsen der einreihigen Kettensalpen
stehen senkrecht zur Achse des Stolos, ihre Oralseiten sind der
Höhe, ihre aboralen dem Boden, ihre dorsalen dem proximalen,
ihre ventralen dem distalen Ende des Stolos zugekehrt. Bei der
Bildung der zwei Reihen drehen alle Individuen ihre Rückenseite
nach aussen. Oft folgen noch weitere Verschiebungen.
2. Ilieil. Die systematische Verwandschaft von Sulpa in ihrer
Jahresbericht über die Tuiiicaten für 1892 u. 1893. 23
Beziehung zu den Bedingungen primitiven pelagischen Lebens; die
Phylogenie der Tunicaten; die Vorfahrenschaft der Chordaten.
Betreffs der systematischen Stellung der Salpen (6. Kapitel) kommt
Brooks zu dem Ergebniss, dass sie von einer festsitzenden Form
abstammen. Es wird Salpa mit Doliolvm und Pyrosoma verglichen,
und es werden sodann die Beziehungen aller drei zu den Ascidien
erörtert. Verf. kommt zu dem Ergebniss, dass iialpa (mit Octac-
nemius)^ Doliolvm (mit Anchinia und Dolcliinid) und Pyrosoma nahe
mit einander verwandt sind, sowie dass Salpa und Pyrosoma zwei
von festsitzenden Ascidien abstammende Formgruppen darstellen.
Zur weiteren Begründung der Phylogenie geht er im 7. Kapitel auf
allgemeine Grundsätze der Entwickelung organischen Lebens ein
und erörtert zunächst den Gegensatz zwichen dem Leben auf dem
festen Lande und dem im Meere, der sich namentlich in der ver-
schiedenen Ernährung der Thiere bemerklich macht. Sodann wird
die Fauna der hohen See behandelt, in der leuchtende Salpen und
Pyrosomen eine Rolle spielen. Ihre Nahrung stammt in letzter
Linie von pflanzlichen Microorganismen, denen sich thierische an-
reihen. Ihren Ursprung hat die pelagische Fauna, wie sich für die
verschiedenen Thierklassen nachweisen lässt, von festsitzenden oder
Thieren des Grundes genommen. Ihre primitive Form, insbesondere
die primitiven Kruster, sowie die Phylogenie der Metazoen werden
im Anschluss hieran behandelt. Für den Ursprung der Chordaten
(8. Kapitel) weist Verf. die Theorie der Ableitung derselben von
Anneliden und die Annahme, dass die Tunicaten degenerirte Wirbel-
thiere seien, zurück.
3. Theil. Kritik der eigenen und fremden Beobachtungen über
die geschlechtliche und ungeschlechtliche Fortpflanzung der Salpen.
Hier setzt sich der Verf. mit den Forschungen anderer Beobachter
auseinander über folgende Punkte: 9. Kapitel: Entstehung und
Reifung des Eies; 10. Kapitel: Die Geschlechtsverhältnisse; 11. Kapitel:
Die Befruchtung und Eifurchung; 12. Kapitel: Die accessorischen
Theile des Embryos; 13. Kapitel: Follikel und Placenta; 14. Kapitel:
Die Ontogenie der Organe.
4. Theil (von M/M. Metcalf.) Die Augen und die Subneural-
drüse von Salpa. Es wurden elf Arten, meist in ihrer solitären
und Kettenform, untersucht. 1. Die Augen der Einzelformen aller
Arten stimmen überein, während die der Kettenformen verschieden
gebaut sind. Verf. beschreibt nun die verschiedenen Augen der
Cyclosalpa pinnata sowie damit vergleichend die der andern Arten.
Eine Art Stammbaum, dessen Ausgangspunkt S. africana-maxima
bildet, erläutert die phylogenetische Entwickelung der Augen bei den
einzelnen Arten. Der Fundamentalplan des Salpenauges beruht
darauf, dass es vom Nervensystem und nicht unmittelbar vom
Ektoderm abstammt, dass es einfach und dem Vertebratenauge ver-
gleichbar ist und aus einer Anzahl von optischen Einheiten besteht,
deren jede eine Stäbchen- und eine oder mehrere PigmentzeUen
enthält. Das Ende der Stäbchenzelle, das den Nerven empfängt,
24 Dr- C. Matzdorff:
ist dünnwandig und enthält den Kern, während das entgegengesetzte
Ende dickwandig ist. Doch ist das Salpenange dem der Vertebraten
nicht homolog. 2. Die Innervation des Wimpertrichters geschieht
von einem dorsal von ihm gelegenen Plexus aus, der mit zwei vom
Gehirn ausgehenden Nerven in Verbindung steht. 3. Anatomie und
Entwicklung der Subneuraldrüse. Den dorsalen Theil des Salpen-
ganglious homologisirt Verf. mit dem erwachsenen Ascidienganglion,
das ventrale Drittel oder Viertel mit der Ventralwand des Visceral-
theiles des larvalen Ascidiennervensystems.
Derselbe. The Origin of the Organs of Salpu. (Ann. Mag.
Nat. Hist., V. 12, 6. ser., London, 1893, S. 123—138.)
Derselbe. Gleicher Titel. (Johns Hopkins Univ. Circ, V. 12,
Baltimore, 1893, S. 93—97.)
Dieser Aufsatz stimmt mit Kapitel 14 des im vorangehenden
Ref. besprochenen grossen Werkes des Verf. überein.
Derselbe. On the Nutrition of the Salpn Embryo. (Ann.
Mag. Nat. Eist., V. 12, 6. ser., London, 1893, S. 369-374.)
Derselbe. Gleicher Titel. (Johns Hopkins Univ. Circ, V. 12,
Baltimore, 1893, S. 97—98.)
Die sog. Placenta ist erforderlich, weil die Embryonen der
Snlpen ungemein rasch w^achsen. Die Ernährung wird von dem
Follikel und der Placenta besorgt. Diese ist natürlich der verte-
bralen nicht homolog. Wenn auch beide Organe den Embryo er-
nähren, so geschieht das doch auf verschiedenem Wege. Während
bei den Wirbelthieren mütterliches und embryonales Blut durch
Diffusion ihre Stoffe austauschen, werden die Placentarzellen der
Salpen vom elterlichen Blut ernährt, um zu degeneriren und Nahrung
für den Embryo zu liefern. Eine Oxydation des embryonalen Blutes
oder Fortführung verbrauchter Stoffe besorgt hier die Placenta nicht.
Heider, K. Mittheilungen über die Embryonalentwicklung der
Salpen. (Vhdlg. Deutsch, zool. Ges. 3. Jahresvers. Göttingen 1893,
Leipzig, 1894, S 38—48, Fig. 1—14.)
Die Untersuchungen wurden an Salpa ft/siformis (und Ä. rnuxima)
gemacht. Verf. schildert den Eifollikel, die Verkürzung des Oviductes
und die Befruchtung sowie die erste Anlage der Placenta und
Plncentarhöhle. Der Embryo wird von einer Faltenhülle bedeckt,
deren Höhle wie die Placentarhöhle von Bluträumen der Mutter
erfüllt ist. Zuerst wird ventral unpaar die Kloakenhöhle angelegt.
Eine Ectodennfalte des Embryos verbindet ihn mit der Placenta:
Amnionfalte; zwischen ihr und dem Embryo tritt eine Amnionhöhle
hervor. Beides sind provisorische Gebilde. Die anfangs offene
Höhle verschliesst sich später durch die unteren Ränder der
Amnionfalte, wo die ectodermale Basalplatto des Embryos durch
Wucherung entsteht. Es weichen die Amnionblätter aus einander
und der Raum wird von Mesenchym erfüllt, das die Anlage aller
meso- und entodermalen Organe darstellt. Am Boden der Kloake
treten zwei Kiemenwülste, unter ihr später die Pharynxhöhle auf.
Kiemenspalten vereinigen diese mit der Kloakenhöhle zur Athem-
Jahresbericht über die Tiuiicaten für 1892 w. 1893. 25
höhle. Fast alle weiteren Organe werden angelegt. Auf der
Placenta erhebt sich eine Falte, die den Embrj^o trägt: das Mauer-
blatt der Placenta. Ein Supraplacentarraum bildet sich dadurch. —
Bei Cyclosalpa innnata scheint, wie bei den Ascidien, die Kloake
paarig angelegt zu werden.
Derselbe. Die Bedeutung der Follikelzellen in der Embryonal-
Entwickelung der Salpen. (Sitz.-Ber. Ges. natf. Fr. Berlin, 1893,
S. 232—242.)
Verf. spricht sich gegen die ,,folliculäre Knospuug" Salensky's
sowie auch gegen die ähnlichen Angaben Brooks (s. S. 21) aus.
Der Ersatz der Follikelzellen durch die Blastomeren, den letzterer
schildert, konnte Verf. nicht bestätigen. Sondern es sind diese
Blastomeren, d. h. die Abkömmlinge der Eizelle, die Meso- und
Entoderm des Embryos liefern. Auch das Ectoderm ist embryonaler
Herkunft. Die Follikelzellen werden dagegen von den Blastomeren
aufgenommen, in homogene polygonale Körper umgewandelt und
dann endgültig assimilirt. Es geschieht diese Aufnahme viel früher,
als Brooks behauj)tet. Ob alle Follikelzellen, wie geschildert, zu
Grunde gehen, konnte bei ihrer grossen Aehnlichkeit mit denkleinen
Embryonalzellen, aus denen offenbar das Ectoderm hervorgeht,
nicht sicher festgestellt werden. Die Testazellen der Ascidien sind
gleichfalls Follikelzellen (Kalymmocyten Salensky's), die nicht den
Mantel aufbauen.
C. Physiologie und Biologie.
1. l'hysiologie.
Vgl. auch oben Herdman S. 3, Göppert S. 7, Pizon
S. 15, Salensky S. 18, unten Lohmann S. 35.
Miugazzini, P. Sulla rigenerazione nei Tunicati. (Boll. Soc.
Natural. Napoli, Ser. 1, V. 5, 1891, Napoli, S. 76—79.)
Die Versuche wurden an Ciona intestinalis angestellt. Seitliche
Einschnitte in den Mantel führten die Bildung einer dritten Röhre
herbei.
Loel), J. Untersuchungen zur physiologischen Morphologie der
Thiere. 11. Organbildung und Wachsthum. Würzburg, 1892,
82. S., 2 Taf., 9 Fig.
Einschnitte in Mund- und Auswurfsöffnung von Ciona intestinalis
führten zur Bildung von Ocellen an beiden Schnitträndern. Es
sprosst sodann aus dem Einschnitt eine neue Röhre hervor. Es
wurden auf diese Weise neben einander 4 neue Röhren hervor-
gerufen. Exstirpirt man ferner das Centralnervensystem, so bleiben
die Reflexe des Thieres bestehen, nur ist die Reizschwelle für die-
selben erhöht. Innerhalb 4 Wochen regenerirten die enthirnten
Thiere ihr Gehirn, gelegentlich anstatt eines mehrere kleine.
Jourdain, S. De la deglutition chez des Synascidies. (Bull.
Soc. philom. Paris, 8. ser., t. 4, Paris, 1892, S. 35 — 36.)
26 Dv. 0. Matzdorff:
Die an Clavelma nnd Perophora gemacliten Untersuchungen
ergaben, dass die Nahrungsaufnahme, wie Giard nachwies, auf der
dorsalen Seite stattfindet. Im Niveau des perioesophagealen Nerven-
ringes liegt ein Streifen von Flimmercilion, die die Nahrungspartikeln
gegen ein grübchenförmiges Organ führen, das, bewimpert, dorsal
in der Nähe des Gehirns liegt. Diese Grube scheidet viel Schleim
ab, der die Nahrungspartikeln zu einem Strang vereint, der mit
Hülfe eines branchialen Cilienstreifens gegen den Mund hinabsteigt.
Knoll, Ph. Ueber die Herzthätigkeit bei einigen Evertebraten
und deren Beeinflussung durch die Temperatur. (Anz. Kais. Ak.
Wiss., math.-natwiss. Gl., 30. J., 18^)3, Wien, S. 207. Sitzgsber.
math.-natwiss. Gl. Kais. Ak. Wiss., 102. B., Abth. 3, Wien, 1893,
S. 387—405.)
Die auch auf Tunicaten sich erstreckenden Untersuchungen
ergaben, dass trotz des Fehlens von Ganglien und Nervenfasern am
Herzen die Temperatur bei ihnen ebenso wie bei den Wirbelthieren
von Einfluss ist. Der Stillstand des überwärmten Herzens erfolgt
früher als bei den Amphibien und beruht nicht auf Gerinnung des
Muskelplasmas. Die Untersuchungen betrafen Ciona intestinalis,
Fhalhisia mentula, P. depressa, Styela fiyrosa, Salpa- Arten. Bei den
Salpen tritt der Wechsel der Peristaltik häufiger ein als bei Ciona
und I'halhis/u. Die Frequenz des Herzschlages betrug bei Ciona
(14,5*' — 18^) 23 (17 — 32) in der Minute, hei iSa/pa maxima africana
(150—180) 25 (21—34), bei S. hicaudata (19") 40, bei S. pinnata
(22 0) 108. Bei 35"— 38« C. trat Stillstand ein. Die Athmung erlosch
vor der Herzthätigkeit.
Daiiilewsky, B. Ueber die physiologische Wirkung des Cocains
auf wirbellose Thiere. (Arch. f. ges. Physiol., 51. ß., Bonn, 1892,
S. 446—454.)
Die Anaesthesie trat bei Ciona und Cynthia sehr rasch ein.
Auswaschen mit Wasser hebt sie wieder auf.
Schütze, R. Ueber Thiercellulose. (Mitth. pharm. Inst. Erlangen,
2. H., S. 280—281.) Ber. nach: Jahr.-Ber. Fortschr. Thier-Chemie,
19. B., Wiesbaden, 1890, S. 328.
Die Mäntel von PJudlusia marmnillaris enthielten Cellulose,
Cholesterin, Fett, freie Fettsäuren (Gel-, Valerian-, wahrscheinlich
auch Palmitin- und Stearinsäure). In der Asche fanden sich Si Og,
Ps 0,, Fe, 0.3, Al^ 0,, Ca, (P 0,)2, Ca C 0„ Mg C O3.
Wintersteiii, E. Zur Kenntniss der Tunicins. (Ber. D. ehem.
Ges. 26. Jahrg., B. 1, Berlin, 1893, S. 362—364.)
Das aus getrockneten Ascidien- Mänteln gewonnene und ge-
reinigte Tunicin ergab bei der Hydrolyse, wenn auch nicht von
anderen Zuckerarten völlig freien, Traubenzucker.
Derselbe. Zur Kenntniss der Thiercellulose oder des Tunicins.
(Ztschr. physiol. Chemie, 18. B., Strassburg, 1894, S. 43-56.)
S. vorang. Ber.
Grifflths, A. B. Sur la ;'-achroglobine, nouvelle globuline
respiratoire. (C. r. seanc. Ac. Sc, T. 115, Paris, 1892, T. 738 — 739.)
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 27
Das oben genannte, aus dem Blut von Tunicaten {Ascidia^ Molgtilo,
Cynthia) gewonnene Globulin ist zusammengesetzt:
In verdünnter Lösung von Magnesiumsulfat ist sein Drehungs-
vermögen:
[a]o = —63«.
Herdman, W. A. A Functional Hermaphrodite Ascidian.
(Nature, V. 46, London and New York, 1892, S. 561.)
Eine Ascidie (wahrscheinlich A. rnbicnnda Hanc.) stiess ab-
wechselnd Eier und kurz darauf Spermatozoen aus, sodass Selbst-
befruchtung eintreten konnte.
Schnitze, F. Vergleichende Seelenkunde. 1. B., 1. Abt.,
Leipzig, 1892, 207 S.
Auf S. 47 f. wird auf die Nervenphysiologie der Ascidien
eingegangen.
2. Biologie.
Vgl. auch oben Julin S. 4, Brooks S. 21, unten Kitter
S. 30, Möbius S. 33.
Plateau, F. La ressemblance protectrice dans le regne animal.
(Bull. Acad. roy. sc, lettr, et beaux-arts de Belgique, 62. ann.,
3. ser., t. 23, Bruxelles, 1892, S. 89—135.)
Der auf Didemmcm ^ LeptocUmim u. a. hausende Gastropod
Lameilaria perspicua ahmt ihre Farbe nach und wechselt dieselbe nach
dem Aufenthalt.
Beddard, F. E. Animal Coloration. London, New York,
1892, 288. S., 4 Taf., 36 Fig.
Die Salpen (S. 33. 122) sind durchsichtig, ausgenommen den
Nahrungskanal, der einem Stück flottirender Alge ähnelt.
Oadeau de Kerville, H. Die leuchtenden Thiere und Pflanzen.
Aus dem Franz. üb. v. W. Marshall. Leipzig, 1893, VI, 242 S.,
1 Taf.j 27 Abb.
Eigene Abschnitte behandelten die Mantelthiere sowie die Leucht-
organe von Pyrosoma giganfeinn.
Broiigniart, C. La recolte des Arthropodes. (Revue scient.,
T. 51. Paris, 1893, S. 742—754.)
In Salpen und Pyrosomen findet man pai-asittär oder sym-
biontisch lebende Krebse.
Meissner, M. Das Einnisten von Crenella marmorata (Forb.)
in den Mantel der Ascididla virginea (Müll.) (Sitz.-Ber. Ges. natf.
Fr. Berlin, 1893, S. 259—260.)
Die schon 1778 im Ascidienmantel beobachtete gen. Muschel
steht mit der Aussenwelt durch einen Schlitz in Verbindung. Sie
bohrt sich also wohl mit der Schlossseite voran in den Mantel ein und
hält den Schlitz durch den Analsipho offen. Die Mantelhöhle ist
durch die Eindringlinge eingeengt.
Holt, E. W. L. Survey of Fishing Grounds, West Coast of
Ireland, 1890 — 1891. Reports on the scientific Evidence bearing
28 Dr. C. Matzdorff:
on the Economic Aspects of the Fishes collected dnring the Siirvey.
(Scient. Proc. R. Dublin Soc, N. S., V. 7, Dublin, 1891—1892,
S. 388—477.)
Mokjvla bildete gelegentlicli Futter für Pleuronectes platessa und
limanda. Oestlicli von Schottland, nicht aber an der Westküste
Irlands, fr-isst letzterer auch L^elonaia.
D. Systematik.
1. Phylogenie und Verwandtschaft.
Vgl. auch oben Kupffer S. 3, Newstead 8. 5, Heider
S. 10, Salensky S. 11, Willey S. 12, Pizon S. 15, Brooks S. 21,
unten Trantzsch S. 29.
*Theopliiloff, St. Zur Phylogenie der Tunicaten. Jena, 1892.
Keimel, J. de. Sur une division definitive du regne animal en
,,phyla", division basee sur les recherches morpho-embryologiques.
(Congres Internat, de Zool., 2. sess., a Moscou, 1. partie, Moscou,
1892, S. 68—73.)
Die Tunicaten werden als fraglich bei den „Segmentata" unter
den bilateralen Metazoen aufgeführt. Sie bilden eine von 17 Klassen.
Yillot, A. La Classification zoologique dans l'etat actuel de
la science. (Revue biol. Nord France, T.^3, Lille, 1891, S. 245-261.)
Die Tunicaten gehören als Ordnung (mit drei Unterordnungen:
Biphores, Ascidiens und Appendicularies) zur Klasse der Mollus-
coiden und diese zum Stamm der Mollusken.
Haeckel, E. Anthropogenie oder Entwickelungsgeschichte des
Menschen. 4. Aufl., Leipzig-, 1891, XXVI, 906 S., 20 Taf., 52 Tab.
440 Abb.
Verf. geht, namentlich im 16. und 17. Vortrag, ausführlich auf
die Tunicaten als Vorfahren der Wirbelthiere ein.
Roule, L. Considerations sur l'embranchement des Trocho-
zoaires. (Ann. Sc. nat., Zool., T. 11, Paris, 1891, S. 121 — 178.)
Die Tunicaten oder Urochordier werden in der Gruppe der
echten Enterocölier den Wirbelthieren vorangestellt.
Schimkewitsch, W. Versuch einer Klassification des Thier-
reichs. (Biol. C, 11. B., 1891, Leipzig, S. 291—295.)
Die Tunicalen gehören zu den Metazoa bilateralia und hier
wiederum zu don chordaten Notoneura, die neben ihnen die Lepto-
cardier und Vertebraten umfassen.
Derselbe. Sur les relations entre les Enteropneustes et les
Acraniens. (Revue sc. nat., Soc. Nat. St. Petersbourg, 1892,
S. 92 — 109, 3 Fig.) Russ. mit französ. Zusammenfassung.
Die Peribranchialhöhle des Amphioxus und die Branchialhöhle
der Tunicaten sind physiologische Analoga.
Derselbe. Sur les relations genetiques de Metazoaires.
(Congres intern. Zool., 2. sess., Moscou, 1892, 2. partie, Moscou,
1893, S. 215—240, 6 Fig.)
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 29
Wiederholt wird auf die Tunicaten Bezug genommen. Sie
bilden einen den Wirbelthieren nahestehenden Zweig der „Notoneura
Chordata."
Brooks, W. K. Salpa in its relation to the Evolution of
Life. (Johns Hopkins Univ. Baltimore. Studies from the Biol.
Labor., V. 5, Baltmiore, 1893, S. I— IV, 129—211.)
Kap. 7 und 8 des auf S. 21 besprochenen Werkes.
Marshall, A. M. Outline Classification of the Animal Kingdom.
(Manchester Mus., Owens College. Museum Handbooks.) 2. edit,
Manchester, 1892, 15 S.
Die Tunicaten gehören zur 1. Gruppe der Verteb raten, den
Acrania. Diese umfassen die Hemichorda, Urochorda oder Tunicaten
und Cephalochorda. Weitere Eintheilung: Larvacea, Ascidiacea,
Thaliacea.
Tliiele, J. Die Stammesverwandtschaft der Mollusken. Ein
Beitrag zur Phylogenie der Tliiere. (Jenaische Ztschr. f. JSTatwiss.,
25. B., Jena, 1891, S. 480—544.)
Die Organe der Tunicaten sind mehr centralisirt als die des
Aynphioxus. Sie stehen also der Urform der Chordaten ferner.
2. Systetnatih der Klasse. Neue Formen.
Vgl. auch oben Julin S. 4, Heider S. 10, Garstang S. 12,
Oka S. 20, Marshall S. 29, unten Lohmann S. 35, Kiaer S. 36.
Trautzsch, H. Das System der Zoologie mit Berücksichtigung
der vergleichenden Anatomie. Stuttgart, 1889, IV, 120 S.
Als achter Stamm werden die Tunicaten, degenerirte Chordaten,
aufgeführt. Verf. theilt sie ein:
I. Perennichordata.
IL Caducichordata.
1. Simplicia.
A. Solitaria.
B. Socialia.
2. Compositae.
A. Natantia.
B. Sedentaria.
3. Consertae.
A. Salpidae = Desmomyaria.
B. Doliohdae = Cyclomyaria.
Lahille, F. Classification des Tuniciers. Groupes primordiaux.
(Le Naturahste, 14. ann., Paris, 1892, S. 59—62, Fig. 1—13.)
Verf. setzt das Herdman'sche System (vgl. Ber. f. 1891, S. 11,
mit dem seinigen (s. Ber. f. 1890, S. 5) aus einander.
Herdman, W. A. Notes on British Tunicata. Part IL (Journ.
Linn. Soc, Zool., V. 24, London, 1894, S. 431—454, Taf. 33—36.)
Verf. giebt 1. Nachträge zu einer früheren Arbeit, die die
Ascidiiden betraf. Die dort genannte Ascidia lata ist eine Form
von Ä.mentula] A. fusiformis gehört zu derselben Art. A. trnncuta
30 Dr. C. Matzdorff:
und A. triangularis sind zu Ä. aspersa 0. F. Müller zu stellen
und vielleicht identisch mit A. jjustulosa Alder und A. aculeata
Alder. A. Patonl gehört zu A. venosa, A. exigua zu A. pleheja.
Ascidiella Roule umfasst die britischen Arten A. venosa 0. F. M.,
A. virginea 0. F. M., A. aspersa 0. F. M. und A. scabra 0. F. M.
Sodann giebt Verf. die modernen Synonyme für die Arten, die
Möllers Zoologia danica, Forbes und Hanleys British Mollusca,
Alders Aufsatz a. d. J. 1863 und Hancocks Arbeit a. d. J. 1870
enthalten.
Zweitens geht Verf. kritisch auf die Familie der Cynthiiden
ein. Er behandelt Polycarpa glomerata (Aid.), P. qiiadrangularis
(Forbes), Styela rustica (L.), S. monoceros (Möller) und Forhesella
tessellata (Forbes).
Heiden, H. Ascidiae aggregatae und Ascidiae compositae von
der Insel Menorca. (Zool. Jahrb., Abth. f. Syst. u. s. w., 7. B.,
Jena, 1894, S. 341—364, Taf. 13.)
Die Sammlung umfasste folgende Arten: Perophora lüteri
Wiegm., Clavelina hpadiforniis Sav., Diazona hyalina n. sp.,
Botryllus^^.^ Cystod it es in flatus n. sp., C. polyorchis n.sj)., C.irregidaris
n. sp., Distomus crystaUim/s Renier, D. tridentatus n. sp., Distcqjlia
intermedia n. sp., Amaroecium fuscum v. Dräsche, A. hlocJiTnannin. sp.,
A. willi n. sp., A. fimhriatum n. sp., A. rodriguezi n. sp., A. ruhusticm
n. sp., Leptoclimim fnJgens M. Edw., L. commune Della Valle,
h. candidum Della Valle, L. margmatum v. Dräsche, L. Tnaculatum
M. Edw., L. exaratum Grube, Tj. infundibulum n. sp., L. verrucosum
n. sp.
Herdman, W. A. Notes on the CoUection made during the
Cruise of the S. Y. ,,Argo" up the West Coast of Norway in July,
1891. (Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc,, V. 6, Liverpool, 1892,
S. 70-93, Taf. 6. 7.)
Von einer Anzahl Fangstationen werden Tunicaten aufgeführt.
Die Liste der insgesammt gefundenen Formen enthält die n. sp.
Microcosmus molguloides zwischen Havö und Maasö, sowie einige
vielleicht neue Arten.
Kitter, W. E. Tunicata of the Pacific Coast of North America.
I. Perophora annectens n. sp. (Proc. California Ac. Sc, 2. ser.,
V. 4, 1893, S. 37-85, T. 1—3.)
Die vorliegende neue Art vermittelt dadurch den Uebergang
von den einfachen zu den zusammengesetzten Ascidien, dass die
Zooide oft völhg, oft wenigstens mit dem basalen Theile in den
gemeinsamen Mantel eingebettet sind. Ihre bleich grüngelben
Kolonieen überziehen Fremdkörper. Die Zooide sind 1,25 mm lang
und 1 mm breit, seitlich zusammengedrückt. Der transparente
Mantel überzieht sie (s. o.) sowie die verzweigten und anastomo-
sirenden Stolonen. Von den terminalen Oeffnungen hat die branchiale 6,
die atriale 5 oder 6 Lappen; die Branchiallappen sind gelbfleckig.
Etwa 12 verschieden lange und unregelmässig angeordnete Tentakeln.
Das Athem Werkzeug hat vier Kreise von Stigmen, etwa 18 in jedem
Jahresbericht über die Tunicaten für 1892 u. 1893. 31
Halbkreis. Horizontalmembranen sind vorbanden, die inneren
Papillen ansebnlicb, drei Dorsalzungen. Der Gang der Neiiraldrüse
öffnet sich rechts von der Mediane. — Verf. geht ausführlich auf
die anatomischen und histologischen Einzelheiten ein. Der Mantel,
dessen Cellulose vom Ectoderm ausgeschieden wird, enthält einge-
wanderte Mesodermzellen. Das Intestinum ist frei von Muskelfasern.
Die „Pylorusdrüse" hat keine secretorische Function. — An den
Tentakeln findet sich ein schmarotzendes Protozoon, im Magen eine
Gregarine und im folgenden Darm kommen rundliche Körper vor,
die seine Wandung durchwandernd in den Blutraum der Leibeshöhle
gelangen.
Nott, J. T. On the Composite Ascidians of the North Shore
Keef. (Transact. Proc. New Zealand Institute 1891, Vol. 24,
WelHngton, 1892, S. 305-334, Taf. 24—30.)
Nach einer Schilderung des Fundortes und der Fänge beschreibt
Verf. anatomisch und histologisch und bildet ab die neuen Arten
Leptoclinv m niveuTn, L. deiisum^ L. titberafian, L. mucidatum, Poly-
syncraton paradoxum, P.fuscum^ Cystodytes ai/cklajidicits, C. perspicuus.
Betreffs der neuen Gattung Pol ysyno-aton schliesst sich Verf.
Jourdain an^ der die Didemniden und Diplosomiden als Oligosomiden
vereinigte. Zu dieser Familie gehört dann die neue Gattung, die
neben Didemnum und Diplosoma einen dritten Zweig derselben
bildet. PolyHyncraton stimmt im Bau der Branchialöffnungen (vier
Reihen) und der Atriallippen mit Leptodinum überein, aber im
Bau der Geschlechtsorgane und der sternförmigen Nadeln mit
Coelocormus.
Oka, A. and A. Willey. On a New Genus of Synascidians
from Japan. (Quart. Journ. Micr. Sc, V. 33, London, 1892,
S. 313—324, Taf. 17. 18.)
^^Sarcodidcmnoides misakiense Oka et Willey. Generic Cha-
racters. Colony (or cormus) forming very thick lobose masses,
laterally compressed; sessile, but not encrusting. Excurrent orifices
placed on the tips of the knoll-like prominences. Ascidiozooids
very numerous, not arranged in Systems; branchial sac with four
rows of Stigmata; canal System complicated, differentiated into peri-
pheral and central portions. Specific Characters. Atrial
apertures of Ascidiozooids simple pores without teeth or languet;
spicules fairly abundant, extremely delicate, confined to a thin layer
near surface of test. Test gelatinous, containiug numerous bladder-
cells, crystals, fusiform cells, and pigment concretions. Stomach of
Ascidiozooids vertically placed; surface of attachment of colony
narrower than the free portion. Colour, brilliant red." In der
Benennung der Gattung schliessen sich die Verf. Dräsche und nicht
Lahille an ; es müsste der Name sonst Sarcolepioch'mwi lauten. Sie
steht Didemnoides am nächsten. Diese Ascidie fand sich zu Moroiso
nördlich Misaki in Japan und hing im Juli und August an der
Unterseite von Felsen nahe der Fluthgrenze.
32 r>r- C. Matzdorff:
Borgert, A. Ueber Doliolvm denticuJatam und eine neue dieser
Art nahe verwandte Form aus dem atlantischen Ocean. (Z. f. w.
Zool., 56. B., Leipzig, 1893, S. 402—408, 1 Fig.)
Nachdem Verf. die verwickelte und durch falsche Synonyme
verirrte Nomenclatur von DoJiolum dantkidaivm Quoy et Gaimard
gesichtet hat, geht er auf die auf der Plankton-Expedition erbeutete
neue Art Doliolvm nationalis ein. Die Kieme ist hier zwischen dem
4. und 5. Muskelringe befestigt. Dieses Doliolam fand sich haupt-
sächlich im Gebiete des Nordäquatorial-, Guinea- und Südäquatorial-
stromes.
Metcalf, M. M. Notes upon an apparently new species of
Octacnemus, a deep-sea, Salpa-\\ke Tunicate. (Johns Hopkins Univ.
Circ, V. 12, Baltimore, 1893, S. 98—100, Fig. 1—6.)
Der Fundort dieses Octacnemus pafagoniensis ist nahe dem Port
Oteoay in 1050 Faden Tiefe. Die Individuen bilden eine Kette und
sind durch dorsale und ventrale Fortsätze an einander geheftet.
Die Tentakeln sind nicht ausgerandet, an ihrer Spitze bilden die
Querfasern der Muskeln keine Leiter, sondern ein Gitter. Der Ein-
geweideknoten ist länglich und die Muskeln seiner Dorsalseite sind
höchst characteristisch angeordnet.
Garstang, W. An Attempt to elucidate the real Structure and
Relations of Moss's Polystigmatic Appendicularian. (Proc. Trans.
Liverpool Biol. Soc, V. 6, Liverpool, 1892, S. 57—69, Taf. 5.)
Die von Herdman anfangs Appe?i(Hcularia Mossi, dann Mosda
dolioloidcs genannte Form gehört zu Kowalcvskia und ist demnach
K. Mossi zu nennen. Es wird auf ihren Bau und den der ver-
wandten Gattungen eingegangen und es werden die Unterschiede
von Koivalevskia temds genau angegeben.
E. Faunistik.
a. Geographische Terbreitung im Allgemeinen.
Herdman, W. A. Note on Geogi-aphical Distribution of As-
cidians. (Rep. 62. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc. Edinburgh 1892,
London, 1893, S. 787—788.)
Das Challenger-Material stammt meist von der südlichen Ilemi-
späre; namentlich die Magellanstrasse, die Kerguelen und die Bass-
strasse sind reich. Es folgt sodann der höhere Norden, während
Tropen und Subtropen arm an Ascidien sind. Ferner ist an den
genannten Orten auch die Zahl der Individuen oft sehr gross.
Diese Ergebnisse bestätigen die auch sonst bekannten Verhältnisse
der Verbreitung z. B. der südlichen grossen Molguliden, der
nördlichen Boltenien, der StyelaBxiQn n. s. f.
Jahresbericht über die Tunicateii für 1892 u. 1893. 33
Trouessart. E. L. Die geographische Verbreitung der Thiere.
Aus dem Französ. üb. v. W. Marshall. Leipzig, 1892, VI, 371 S.,
2 Karten.
Gelegentlich werden pelagische Tunicaten genannt.
Walther, J. Einleitung in die Geologie als historische Wissen-
schaft. 1. u. 2. Th., Jena, 1893, 534 S.
Bei der Besprechung des sessilen Benthos sowie des Planktons
werden die Tunicaten genannt. Mehrfach gehören sie der Fauna
des Meeresbodens an. In den Kapiteln vom Salzgehalt, von den
Gezeiten und Wellen finden sie Erwähnung. Sie kommen für die
Flachsee und für das offene Meer in Betracht, einige Formen sind
Tiefseethiere, und ihre Larven gehen auch in ausgesüsste Lagunen.
Paläontologische Funde sind nicht vorhanden.
b. Einzelne Gebiete.
1. Nordsee,
Vgl. auch unten Bourne S. 33.
Möbius, K. lieber die Thiere der schleswig-holsteinischen
Austernbänke, ihre physikalischen und biologischen Lebensverhält-
nisse. (Sitzgsber. Kgl. preuss. Ak. Wiss. Berhn, 1893, S. 67—92.)
Cyntlda rustica (L.) und Oikoplevra flabellum (J. Müll.) finden
sich auf schleswigschen Bänken. Oikopleura dient den Austern zur
Nahrung. Auf der helgoländer Bank wurden Phallusia virginea
(Müll.) und Molgtda sp. erbeutet, auf einer in der südlichen Nordsee
gelegenen dieselbe Phallusia und Molgiila arenosa A. H.
Apstein, C. Die während der Fahrt zur Untersuchung der
Nordsee vom 6. — 10. August 1889 zwischen Norderney und Helgo-
land gesammelten Thiere. (6. Ber. Komm. wiss. Unt. d. Meere, in
Kiel, f. 1887—1891, 17.— 21. Jahrg., S.Heft, Berhn, 1893, S. 191
bis 198.)
Es wurden Oikopleura flabellum J. Müller und Botrylloides sp.?
erbeutet.
2. Britische Getvässer.
Herdman, W. A. Proposed Handbook to the British Marine
Fauna. (Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc. , V. 7, Liverpool, 1893,
S. 248—252.)
Eine Probe giebt Verf. u. a. auch aus dem Gebiete der
Tunicaten.
Bourne, Gr. C. Report on the Surface Collections made by
Mr. W. T. Greenfell in the North Sea and West of Scotland. (Journ.
Mar. Biol. Assoc. Un. Kingd., N. S., V. 1, London, 1890, S. 376-381.)
Aich. f. Naturgescb. Jahrg. 1893. Bd. H. H. 3. o
34 ' I^r- C. Matzdorff:
An vier Oertlichkeiten der Nordsee wurden Anfangs März
Appendicularien gefangen,
Brook, G., Haddon, A. C, Hoyle, W. E., Thompson, J. C,
Walker, A. 0. und Herdman, W. A. The Marine Zoology in the
Irish Sea. Report of the Committee. (Rep. 63. Meet. Brit. Ass.
Adv. Sc. Nottingham 1893, London, 1894, S. 526 — 536, Taf. 4,
Fig. 1,2.)
Es wurden erbeutet Ascidia mentula^ venosa, virginea, plebeja,
Molgula citrina, Styela grossularia, Botryllus Schlössen^ violaceus^
smaragdits, Distomuni rtibrum^ Amaroucium proliferum, argus^ Lepto-
clinum maculatum^ Didemnum gelatinosum^ Botrylloides rubrum,
Leachii, albicans, Corella 'parallelogramma.
Herdman, W. A. Fifth Annual Report of the Liverpool Marine
Biological Station now on Puffin Island. (Proc. Trans. Liverpool
Biol. Soc, V. 6, Liverpool, 1892, S. 10—39.)
Ausser gelegentlichen Dredschfängen wird die Erbeutung von
Fritillaria furcata und einer Oikoplenra seitens Swainson's zu
St. Annes erwähnt.
Derselbe, Sixth Annual Report of the Liverpool Marine
Biology Committee, and their Biological Station at Port Erin. (Proc,
Transact, Liverpool Biol. Soc, V. 7, Liverpool, 1893, S. 45—97.)
Auf den Dredschzügen wurden mehrfach Tunicaten erbeutet.
Holt, E. W. L. Survey of Fishing Grounds, West Coast of
Ireland, 1890 — 1991. Report on the Results of the Fishing Ope-
rations. (Scient. Proc. R. Dublin Soc, N. S., V. 7, Dublin, 1891—92,
S. 225-387.)
In der Aufzählung der 242 Fangstationen wird mehrfach mancher
Tunicaten Erwähnung gethan.
Bles, E, J. Notes on the Plankton observed at Plymouth
during June, July, August and September, 1892, (Journ, Mar. Biol.
Assoc, N. S., V. 2, London, 1892, S. 340—343.)
Appendicularien erschienen am 28. Juni. Am 4. Juli war
namentlich Oikopleura cophocerca (mit Jungen) gemein.
3. Kanal.
Vgl auch oben Julin S. 4, Bles S. 34.
Bizet, E. Catalogue des Mollusques observes ä l'etat vivant
dans le departement de la Somme, 2, partie. (Mem. Soc. Linn.
Nord France, T. 8, Amiens, 1892, S, 262—405,)
Von Tunicaten (S. 385 ff.) werden aufgeführt Ascidia micro-
cosmus Lam., grossularia van Ben., Clavelina pumilio M, Edw,,
Savignyana M. Edw., Perophora Listen Wiegm,, Botryllus smaragdus
M, Edw., gemmeus Sav,, Marioni Giard, pniinosus Giard, violaceus
Jahresbericht über die Tunicateu für 1892 u. 1893. 35
M. Edw., hivittafAts M. Edw., dellahis Lara., Botrylloides albicans
M. Edw., rubrum M. Edw., Folyclinum subidosum Giard, ApUdi'um
ficus Sav., zostericola Giard, Amaroucium Nordmanni M. Edw.,
Morchellium argusM. Edw,, Leptoclmummacidosiim M. Edw., fuJgens
M. Edw., perforatum Giard.
4. Atlantischer Ocean.
Vgl. auch oben Borgert S. 32, Metcalf 8. 32, Holt S. 34,
unten Steinen S. 39.
Mensen, V. Die Plankton -Expedition und Haeckel's Darwi-
nismus. Kjel und Leipzig, 1891, 87 S., 2 Taf.
Es wird auf den Reiclithum an Appendicularien, die die Plankton-
Expedition erbeutete (gegen 200 Fänge), hingewiesen. Auch sonst
werden gelegentlich Tunicaten angeführt.
Loliniaun, H. Vorbericht über die Appendikularien der Plankton-
Expedition. In: 0. Krümmel, Reisebeschreibung der Plankton -Ex-
pedition, S. 139 — 149. Fig. 29—33. (Ergebn. der in dem Atl. Oc.
ausg. Pl.-Exp. d. Humboldt- Stiftung, her. v. V. Hensen, B. 1, Kiel
Leipzig, 1892, 371 S.)
Die Aufgabe des Gehäuses sieht Verf. in der Entlastung des
Schwanzes von der Fortbewegung des Körpers und in der Ver-
wendung desselben zur Besorgung des Athmungs- und Nahrangs-
wassers. — Die Appendicularien sind nächst den Copepoden die
der Zahl nach wichtigsten mehrzelligen Plankton -Organismen des
Meeres. Sie besiedeln drei Wohngebiete: die hohe See, die See
in der Nähe der Kontinente, abgeschlossene Meerestheile. Vertical
gehen sie in grösserer Menge nur bis 400 m tief; hier aber fehlen
sie nie im Ocean. Oikopleura und FritUlaria stellen das Haupt-
contingent, Appendiculariu^ Stegosoma, Koioalcvskia, Folia n. gen.
und Althof fia n. gen. betheiligten sich stets nur mit einzelnen In-
dividuen. Jene beiden Gattungen kommen im Norden allein vor,
und jeder Fang enthielt höchstens 2 Arten. Vom Sargasso-Meer
an kommen alle Gattungen vor; jeder Fang enthielt 9 — 10 Arten
aus 4—5 Gattungen. Im Hafen von Bermuda, im Kanal, in der
Nordsee finden sich jedesmal wiederum höchstens zwei Arten. —
Folia aeihiopica n. sp. und F. gracilis n. sp. werden abgebildet. —
Für mehrere Gebiete werden Zahlen-Tabellen der gefangenen Exem-
plare gegeben.
Folia nov. gen.: „Rumpf einfach, langgestreckt; Endostyl vor-
handen; Kiemenöffnungen rund; Munddrüsen nahe dem hinteren
Rande des Endostyls liegend; Speiseröhre steigt hoch über das
Hinterende des einfachen Magens in die Höhe und biegt im spitzen
Winkel zur Einmündung in denselben um; Keimdrüsen winklig ge-
bogen, wie bei Stegosoma Chun. Schwanz ohne Zellgruppen.
Rumpf 1225 jm, Schwanz 6125 jti."
3*
36 Dr- C. Matzdorff:
Althof fia nov. gen.: Rumpf einfacli; hinter der Kiemenhöhle
mächtiges Schleimgewebe, durch welches der Magen unter die
Rückenfläche gedrängt wird. Magen einfach, aber horizontal liegend,
Darm lang und dünn, an der linken Seite herabsteigend. Hoden
ventral, Ovar dem dorsalen Rande des Hodens aufliegend; Kiemen-
öffnung klein, rund; Endostyl vorhanden; Munddrüse bisher nicht
gefunden. Schwanz mit zahlreichen kleinen runden Zellen nahe
der Spitze jederseits der Chorda. Rumpf eines noch nicht
reifen Exemplares 1000 /*, Schwanz 3600 ju."
Art A. tumida.
ö. Mittelmeer.
Vgl. oben Heiden S. 30.
ß. Grönland.
Vanliöffen, E. Bericht über botanische und zoologische Beob-
achtungen im Gebiet des Umanak-Fjords. (Von der Grönland-
Expedition. 3. Verh. Ges. Erdkunde Berlin, B. 20, Berlin, 1893,
S. 338—353.)
Der Sermidlet-Fjord beherbergte am 7. Juli 1892 Appendicu-
larten, das Plankton der Station Ende September Fritillarien, im
Oktober beide Formen. Mitte Januar 1893 fanden sich Cynthien.
7. Dänemark.
Traustedt, M. P. A. Ascidiae simplices. (Det videnskab.
Udbytte af Kanonbaaden „Hauchs'' Togter i de Danske Have inden-
for Skagen i aarene 1883 — 1886, ved J. Petersen, Kjöbenhavn,
1893, S. 307—316.)
Verf. giebt eine Bestimmungsübersicht über die vorkommenden
20 Arten und zählt dann diese auf. 5 von ihnen sind arktisch,
8 westeuropäisch, 6 Mittelmeerbewohner. Dazu kommt Molgida
Lütkem'ana.
8. Norwegische See»
Vgl. auch oben Herdman S. 30.
Kiaer, J. Oversigt over Norges Ascidiae simplices. (Forhandl.
Vid.-Selsk. Christiania, aar 1893, Christiania, 1894, 105 S., 4 Taf.)
Es werden folgende 34 (darunter 6 neue) Arten ausführKch
besprochen: Ciona iiüestinalis L., Ascidiella virginea 0. F. Müll.,
A. patida 0. F. Müll., A. aspersa 0. F. Müll, A. minvta n. sp.,
A. expansa n. sp., Ascidia obliqua Alder, A. gelatinosa n. sp.,
A. venosa 0. F. Müll., A. complariafa Fab., A. primitm 0. F. Müll.,
Jahresbericht über die Tnnicaten für 1892 u. 1893. 37
A. conchilega 0. F. Müll., A. mentula 0. F. Müll., A. longisiphonata
n. sp., Corella parallelo(/ram7na 0. F. Müll., Chelyosoma Macleayamtm,
Brod. et Sow., I'elonaia corrugdfaForhes^ Styelarusticalj., S. Lovenii
M. Sars, S. aggregata J. Rathke, S. grossularia v. Ben., Polycarpa
pomaria Sav., P. Fimnarkiensis n. sp., P. lihera n. sp., Forhesella
tesselata Forbes, CyntMa echinata L., C. pyriformis Ratlike, Micro-
COHHIHS glacialis M. Sars, Molgulu dirystalUna Möller, M. umpulloides
V. Ben., M. nana Kupffer, M. occulta Knpffer, M. siphonalis M, Sars,
Eugyra glutinans Möller. Eine Tabelle giebt ihre Verbreitung in
sechs norwegischen Gobieten (Südküste, Westküste bis 63° n. Br.,
Throndhjemsfjord, Lofoten, Westfinmarken, Ostfinmarken) sowie in
dem übrigen nordwestlichen Europa, dem Mittelmeer, dem Nordmeer,
dem nordamerikanischen Ostküstengebiete, dem nördlichen und dem
südlichen stillen Ocean an.
Herdman. Tunicata. In: Norman. A. Month on the Trondhjem
Fiord. (Ann. Mag. Nat. Hist., 6 ser., V. 12, London, 1893,
S. 341—367, 441—452, Taf. 16. 19. Eb., V. 13, London, 1894,
S. 111—113, 150—164, Taf. 6. 7.)
Es fanden sich MoJgida imgyroides Traust., Polycarpa pomaria
Sav. (?), P. jOMszV/« Herdm., Ascidia co7npressa 0. F. MüM.^ A. pleheia
Alder, A. venosa 0. F. Müll., eine Ascidiella, Ciona intesfinalis L.,
Corella parallelogramma 0. F. Müll., Leptoclinum temie Herdm.,
Amaroucium pomutn M. Sars, ein neues Psamtnaplidium und ein
Aplidium.
9. Nördliches Eismeer.
Kttkenthal, W. Bericht über die von der Geographischen
Gesellschaft in Bremen veranstaltete Forschungsreise in das euro-
päische Eismeer. (Dr. Kükenthal und Dr. Walter.) (Deutsche geogr.
Blätter, B. 13, Bremen, 1890, S. 1—92, 2 Taf., 1 K.)
Im Fjord bei Port Vladimir (Jeredike) an der Murman-Küste
fanden sich Cynthien.
10. Weisses Meer.
Schlater, G. Umriss der Hydrofauna und Verzeichniss der
Medusen des Uferlandes der Solowietzkischen Inseln. (Revue sc.
nat., publ. Soc. Nat. St. Petersbourg, 1891, S. 334— 342.)
Cynthia Nordenskjöldü fand sich einige Male tiefer als 12 Faden.
Knipovitch, M. N. Etüde sur la repartion verticale des animaux
le long du littoral des iles Solovetsky et sur le but vers lequel
doivent se diriger tout d'abord les recherches sur la faune de la
mer Blanche. (Congres intern, de Zool., 2. sess., äMoscou, 2. partie,
Moscou, 1893, S. 58—72.)
38 Dr. C. Matzdorff:
Die Litoralzone besiedelt Molgula crystallina, in der zweiten,
von 1 — 17 m Tiefe, finden sich Styela rtfsfica^ Cyntliia echinata,
C. Nordenskjöldn, Molgula groenlandica, Chdyosoma Mac-Leyanum,
je eine Art (ilandida, Cluvellinu und Polyclinium. Die dritte,
bis ca. 60 m Tiefe gehende Zone enthält die genannten Styela^
Cyntliia^ CJielyosoma^ Glandida und Molgida crystallina. Die Schlamm-
region bewohnen Molgula groenlandka, Cyntkia Nordenshjöldii und
Styela rustica.
Stieren, A. Die Insel Solowetzk im Weissen Meere und ihre
biologische Station. (Sitzgber. Natf.-Ges, Jurjew (Dorpat), 10. B.,
Jurjew, 1895, S. 255—297.)
Das Solowetzk-Gebiet enthält Archidistoma aggregatum, Ascidia
dymphiana^ A.glacialis^ Chelyosoma. Maclayanum^ Circi^ialiiim pachy-
dermicum, Cynthia echhiata^ C. ixipillosa^ Eugyra gltdinosa (f),
Glossophorum sabulosvm, Molgula groefdandica, M. nana^ M. occidta,
M. oculataj M. septentrioiiaJis, Pera crystallina, Polycarpa pomaria^
P. rnstica, Pelonaya corrugata^ ? Styelopsis grossularia. Für alle
werden die verticalen Regionen und der Boden angegeben.
*Jacol)SOU, Gr. Bericht über die Tunicaten des Weissen Meeres.
(Trudui zootomitschskagho Cabinetta St. Petersburg, 1892.)
11, Pacifischer Ocean, anierihafiische Küste.
Vgl. auch oben Ritter S. 30.
Agassiz, A. Reports on the Dredging Operations off the West
Coast of Central America to the Galapagos, to the West Coast of
Mexico, and in the Gulf of Califoi'nia, in charge of Alexander Agassiz,
carried on by the U. S. Fish Commission Steamer ,,Albatross",
Lieut. Commander Z. L. Tanner, U. S. N., commanding. IL General
Sketch of the Expedition of the ,,Albatross", from Februarv to
May, 1891. (Bull. Mus. Comp. Zool. Harvard College, V.* 23,
Cambridge, U. S. A., 1892, S. 1—89, Taf. 1—22.)
Im Panamadistrict enthielt die pelagische Fauna bis zu 200
Faden Tiefe in Menge ein kleines DoUolum sowie Salpen. Auch
in mittleren Tiefen wurden dort Pyrosomcu, Dolioloi, Appendicularien
gefangen. Die Tiefenfauna lieferte einige Ascidien^ darunter eine
Corinascidia.
12. Neuseeland.
Vgl. oben Nott S. 31.
IS. Japan.
Vgl. oben Oka und Willey S. 31.
Jahresbericht über die Timicaten für 1992 n. 1893. 39
14. Antarktisches Meer,
Steinen, K. von den. Allgemeines über die zoologische Thätig-
keit und Beobachtungen über das Leben der Robben und Vögel auf
Süd-Georgien. (Die internal. Polarforschung 1882 — 1883. Die
Deutschen Exped. u. ihre Ergebnisse, Bd. 2, Berlin, 1890, S. 194—279,
1 K., 10 Abb.)
Birnenförmige, ziegelrothe Ascidien wurden vom Ufer aus er-
beutet, andere mit dem Schleppnetz.
Pfeffer, G. Die niedere Thierwelt des antarktischen Ufer-
gebietes. (Die intera. Polarforschung 1882 — 1883. Die Deutschen
Expeditionen u. ihre Ergebnisse, B. 2, Berlin, 1890, S. 455—572.)
Auf die Antarktis sind beschränkt Ascopera^ Colella, Tylohrachion^
Ätopogaster^ MorchelUoides^ Psammaplidium und Chorizocormus. Als
Gegenstücke zu arktischen Formen treten Älolgula, Eugyra,
Morchellk/m, Sidnyttm^ Amanroecium^ Leptodinum^ Systyela auf.
Zu den Kosmopoliten gehören Boltenia, Styela, Polycarpa, Cynthia,
Ascidia, Polyclinum, ApUdium.
Die Formen Süd - Georgiens sind Polycarpa viridis^ Colella
pedtincvlata, concreta und n. sp., Goodsiria coccinea, Chorizocormus
reticidatus.
Eine eigene Uebersicht giebt die Verbreitung der antarktischen
Uferformen an; hier auch Thahaceen.
40
Dr. C. Matzdorff: Jahresbericht etc.
Autorenverzeichniss.
(Die beigefügteu
Zahlen bezeichnen die Seiten,
zu finden sind.)
Seite.
Hess 2
Hjoi-t 15
Holt 27. 34
Jacobson .... 38
Jourdain .... 25
Julin .... 2. 4. 9
Kennel . . . . 10. 28
Kiaer 36
Knipovitsch ... 37
Knoll .... 8. 9. 26
Kowalevsky ... 11
Kükenthal .... 37
Kupffer 3
Lahille 29
, 25
. 35
, 29
. 2
. 27
auf denen die Referate
Loeb
Lohmann . . .
Marshall, A. M. .
Marshall, W. . .
Meissner . . .
Metcalf ... 8. 23. 32
Mingazziui . . . 25
Möbius 33
Newstead .... 5
Nott 31
Oka 18. 20
Oka u. Willey . . 31
Pfeffer 39
Pizon 7. 15
Plateau 27
Bericht
über die
BrachiopodeiiLitteratur*) des Jahres 1892.
Von
Dr. Maximilian Meissner**).
I. Verzeichniss der Publikationen.
Beecher, C. E. Development of the Brachiopoda. Paii II.
Classification of the Stages of Growth and Decline. — Amer. Journ.
Science XLIV, p. 133—154, 36 Figg., 1 Taf., 1892.
Verf. schildert ausführlich unter Beifügung zahlreicher Abb. die
Entwicklung der Brachiopoden, er macht auf die Aehnlichkeit des
Brachiopoden-Embryos mit den Larvenstadien von Spirorbis borealis
Daudin aufmerksam, welch letztere er nach Fewkes copirt. Die
gebrauchten Bezeichnungen für die einzelnen Entwicklungsstadien
der Brachiopoden sind Hyatt (Genesis of Arietidae) und Jackson
(Phylogeny of Pelecypoda) entnommen, die Abbildungen meist Ko-
walewski und Shipley. Verf. unterscheidet danach: Protemhryo
(Ei und Theilungsstadien vor der Bildung der Blastulahöhle), Mes-
emhryo (Blastosphaera), Metemhrijo (Gastrula), Neoemhryo (Trocho-
sphaera), Typemhryo (Larve mit über dem Kopfsegment gefalteten
Mantellappen), Fhylembryo (Brachiopod mit Protegulum). Bra-
chiopod in der nepionischen (mit jungen Schalen vor dem Erscheinen
der unterscheidenden specifischen Charaktere), in der neulogischen
(allmähhche Entwicklung der specif. Charakt.),_ epheboUschen (nor-
maler erwachsener Zustand), geratologischen Periode (es zeigen sich
Anzeichen höheren Alters sowohl in der Onto- als Phylogenie).
Typen für einen extremen gemtologischen Zustand, der als nosto-
logisch bezeichnet wird, sind Cistella, Gwynia und Atretia. — Auch
auf die Entstehung des Deltidiums und der Deltidialplatten kommt
Verf. zurück (cf. Bericht für 1891).
Bizet, E. Catalogue des Mollusques obseiwes a l'etat vivant
dans le Departement de la Somme. IL — Mem. See. Linn. d. Nord
de la France (Amiens) VIII, p. 262—405.
*) Im Interesse der Vollständigkeit meiner Jahresberichte im Archiv für
Naturgeschichte erlaube ich mir, die Herren Autoren zu bitten, mir Separat-
Abzüge ihrer Arbeiten über Echinodermen und Brachiopoden, namentlich aus
weniger verbreiteten Zeitschriften, zu senden oder doch mir das Erscheinen
ihrer Arbeiten per Postkarte freundlichst mitzutheilen. — Referent. Berlin,
Museum für Naturkunde, luvalidenstrasse 43.
**) Bezüglich der Publikation über fossile Brachiopoden verweise ich auf
die Referate im „Neuen Jahrbch. f. Mineralogie etc."
42 Dl'- Maximilian Meissner:
Brach, p. 390—392.
Blochmann, F. (1). lieber die Anatomie und die verwandt-
schaftlichen Beziehungen der Brachiopoden. — Arch. Frnde. Naturg.
Mecklenbg. 1892, p. 37 -50. — Ref. Naturw. Rundschau VII, 1892,
p. 223.
Nach einer kurzen Schilderung der anatomischen Verhältnisse
und Kritik der bisherigen Arbeiten, kommt Verf. zur Frage der
natürlichen Stellung der Brachiopoden im System. Er fasst mit
Lang die Brach., Phoroniden, Sipunculaceen und Bryozoen als
Prosopygier zusammen, es sind dies „unsegmentirte Thiere mit
echtem Coelom, einem (ausnahmsweise 2) Paar Nephridien, meist
mit in der dorsalen Medianlinie weit nach vorne in die Gegend des
Mundes verlagertem After, so dass die Rückenfläche im Verhältniss
zu der weit ausgedehnten Bauchfläche stark reducirt ist, mit dor-
salem Ganglion, welches durch den Schlund umgreifende Com-
missuren mit einem ventralen manchmal zu einem Bauchstrange
sich verlängernden Ganglion in Verbindung steht. In den übrigen
Organisationsverhältnissen zeigen sich unter den einzelnen Gruppen
wieder engere Beziehungen, so zwischen Brachiopoden, Phoroniden,
Bryozoen durch den Armapparat, das Epistom und die Festheftung
des Körpers durch ein der Ventralseite entsprechendes, fussartiges
Organ; zwischen Brachiopoden, Phoroniden, Sipunculiden durch die
Larven. "
„Im Allgemeinen scheinen die Beziehungen zwischen den Bra-
chiopoden und Phoronis am engsten. Mit Phor. hängen wohl die
Sipunculiden zusammen."
„Eine etwas mehr isolirte Stellung nehmen die Bryozoen ein,
worauf schon oben hingewiesen wurde."
Blochinanu, F. (2), Ueber die Anatomie von Crania. — Ver-
handl. Deutsch. Zool. Ges. IL Jahresversamml. Berhn. 1892, p. 113.
Ankündigung von Blochmann (3).
Bloclimanii, F. (3). Untersuchungen über den Bau der Bra-
chiopoden. I. Die Anatomie von Crania anomala 0. F. Müll. —
Jena 1892 — 4" — , 1 Heft p. 1—65 u. 1 Heft Tafeln mit Erkl.
Taf. 1 — 7.
Nach einer allgemeinen Einleitung und ausführlichem Litteratur-
verzeichniss giebt Verf. eine bis in die feinsten histiologischen De-
tails gehende, durch zahlreiche Abbildungen erläuterte Untersuchung
der Crania anomala Müll. Betreffs des näheren Inhalts sei auf das
Werk selbst verwiesen.
Crane, Agnes. Recent Observations on the Anatomy and
Development of the Brachiopoda. — Natur. Science I, p. 603 — 611.
1 Fig. 1892.
Besprechung der Ergebnisse der neueren Arbeiten auf diesem
Gebiete.
Fischer, P., und Oehlert, P. (1). Sur l'evolution de l'appareil
brachial de quelques Brachiopodes. — C. R. Vol. 115, p. 749 — 751.
Bei der Entwicklung des Armgerüstes kann man verschiedene
Stufen unterscheiden, die, da sie oft lange constant bleiben, zur
Bericht über die Brachiopoden-Litteratur des Jahres 1892. 43
Aufstellung von Gattungsunterschieden gedient haben. So sind
MaguSj Magasdla und TerebrateUa nur Uebergangsstadien zu dem
Endstadium Magdlania. Das jl/a^e^^a/r/a-Stadium bildet den defini-
tiven Typus, zu dem die borealen Species (septigera und cranium)
sich durch ein Centr-onella-, Ixmenid- und Terehratella-^iSidiiwva. ent-
wickeln, während die australischen (venosa und grayi) Formen ein
J'raenuu/as-, Mof/as-^ MagdMlla- u. Tercbrafe/laStiidium durchlaufen.
Fischer, P., und Öehlert, P. (2). Brachiopodes de l'Atlan-
tique Nord — als Fascic. III der Result. des Campagnes scient
par Albert I de Monaco. — Monaco 1892 — 4*^ — pag. 1 — 30.
Taf. 1—2.
Cf. Ber. 1890. Fischer u. Oehlert (2). — Nach einer allge-
meineren, der geograph. u. bathymetr. Verbr. d. Brach, gewidmeten
Einleitung werden in dem Catalogue des especes folgende Arten
mit genauen Litteratur- uud Verbreitungsangaben aufgeführt:
Crania anomala Müll. var. turbinata Poli; Terebratulina caput
serpentis L., T. septentrionalis Couth., Discolia wyvillei Davids.,
Terebratula sphenoidea Phil., Magellania septigera Lov., Mühlfeldtia
truncata L., Platidia davidsoni Deslgch. —
Es folgt ein Ueberblick über die Vertheilung der „Hirondelle"-
Brachiopoden und eine sehr ausführliche Bibliographie.
Fischer P., und Oehlert, P. (3). Mission scientifique du Cap
Hörn (1882—83). Brachiopodes. — Bull. soc. Autun V, p. 254—334.,
5 Taf., Holzschnitt.
Ber. im nächsten Jahre!
Joiibin, L. Recherches sur l'anatomie de Waldheimia venosa,
(Sol.). — Mem. Soc. Zool. France V, p. 554—583, 26 Figg. — 1892.
Verf. giebt zuerst eine genaue Schilderung der Structur des
Verdauungstractus, den er an wohl conservirtem Material von der
Magellan-Str. untersuchen konnte. Der Verdauungsapparat hängt
eng mit dem Circulationsapparat, der des näheren beschrieben wird,
zusammen. Ein pulsirendes Herz ist vorhanden. Die von Hancock
beschriebenen Arterien unterscheiden sich von solchen in vieler Hin-
sicht. Es sind lymphatische Lacunen. Zum Schluss folgen noch
einige Bemerkungen über die deutlich quergestreiften und von einem
zarten Sarcolemm umgebenen Fasern der Bewegungs - Muskeln.
Zwischen den Fasern finden sich grosskernige, langgestreckte
Zellen, die Verf. als ganglionäre Anschwellungen der Nerven an-
sieht. Auch Nerven-Endzellen hat er constatirt.
Pfeffer, Georg. Die niedere Thierwelt des antarctischen Ufer-
gebietes, — Ergebn. d. dtschn. Polar-Expeditionen, Allgemeiner Theil
Band II, 17. — Berlin 1890. — (S. A. p. 1—120.)
P. 18 schreibt Verf. bei der Besprechung der Aehnlichkeit der
arktischen und antarktischen Formen: „Die Brachiopoden sind geo-
graphisch keine recht ausgezeichnete Klasse. Sie leben im Durch-
schnitt nicht gern in flachem Wasser, sind aber andererseits durch-
aus keine Tiefseegruppe. Sie sind in gemässigten Breiten mehr
vertreten als in den polaren und tropischen, ohne jedoch hier im
mindesten zu fehlen. So muss man sich mit dem Endergebniss be-
44 -Dr. Maximilian Meissner: Bericht etc.
gnügen, dass die in der Antarctis vertretenen Brachiopodengattungen
Liothyris, Waldheimia, Terebratella, Magasella und Rhynchonella
freilich eine ziemlicli allgemeine Verbreitung haben, aber doch durch-
gängig zu Gattungen gehören^ welche zugleich einen grossen Procent-
satz der arktischen Brachiopoden ausmachen. Die Arten Liothyris
uva und Terebratella dorsata sind die einzigen weitverbreiteten,
insofern sie von dem magelhaensischen und kerguelensischen Bezirk
bekannt sind."
P. 46 wird unter den Thieren von Süd-Georgien: Waldheimia
smithi Pfeff. aufgeführt (cf. 1885. Martens u. Pfeffer, Mollusken von
S. Georg.)
P. 85 — 86. Brach, d. Antarctis: Liothyris uva Brod.; Wald-
heimia venosa Sol., kerguelensis Davids., smithi Pfeff.; Terebratella
dorsata Gm.; Magasella flexuosa King, patagonica Gould, laevis
Dali, malvinae Orb. ; Rhynchonella nigricans Sow.var.pixidata Watson.
Sowerl)y, G. B. Marine shells of South Africa, a catalogue
of all the known species. — London 1892 — 4*^ — 89 pp., 5 Taf.
Brach, p. 67: Terebratulina radiata Rv.; Kraussia rubra Pall.,
cognata Chemn., natalensis Krauss, pisum Val., deshayesi Davids.
Täte, R. A third Supplement to a List of the lamellibranch
and palliobranch Mollusca of S. Australia. — Trans. R. Soc. S. Austr.
XV, 1892, p. 133-136.
II. Uebersicht nach dem Stoflf.
Anatomie, Physiologie etc. : Bloclnnann (1), (2), (3), Crane, Joubin.
Phylogenie: Bloclimann (1).
Ontogenie: Beecher, Crane, Fisclier und Oehlert (1).
III. Faunistik.*)
Allgemeines: Fisclier und Oehlert (2), Pfeffer.
Nordatlantisehes Meer: Fischer und Oehlert (2), Bizet.
Mittelmeer: Fischer und Oehlert (2).
Südmeer: Fischer und Oehlert (3), Sowerby, Täte, Pfeffer.
IV. Systematik.
Crania anomala Müll., Abb.: B lochmann (3).
turbinata Poli, Abb.: Blochmann (3).
Terebratulina caput-serpentis L., Abb: Fischer und Oehlert (2).
septentrionalis Couth., Abb.: Fischer und Oehlert (2),
Beecher.
Cistella neapolitana Scacchi, Abb.: Beecher.
Thecidium mediterranemn Eisso, Abb.: Beiecher.
Dyscolia vvyvillei Davids., Abb.: Fischer und Oehlert (2).
Glottidia albida Hinds, Abb.: Beecher.
*) Cf. Möbius, Thiergebiete d. Erde: Dieses Arch. 1891.
Jahresbericht
über
die Bryozoen für 1892 u. 1893*^.
Von
Dr. Carl Matzdorff,
Oberlehrer in Berlin.
A. Allgemeines und Vermischtes.
Conservirting.
Lo Biauco. (Mitth. Zool. St. Neapel, 9. B., Berlin, 1890, S. 435
bis 47-4. Bull. Sc. France et Belgique, T. 23, Londres, Paris,
Berlin, 1891, S. 100—147.)
Das Conservirungsverfahren, das auf der Neapeler Zoolog.
Station bei den Bryozoen angewendet wird.
Cri'Oult, P. Conservation des animaux marins. " (Le Naturaliste,
13. annee, Paris 1891, S. 196, Fig. 50—52.)
Die Conserviningsmethoden der Bryozoen.
B. Anatomie und Entwickelung.
a. Zusammenfassende Darstellungen.
Hertwig, R. Lehrbuch der Zoologie, Jena, 1892, S. 280—283.
Verf. stellt die Bryozoen in einen dem Stamm der Würmer
beigefügten „Anhang" mit den Tunicaten und Brachiopoden zu-
sammen. Er schildert die Endoprocten und die Ectoprocten (Stelma-
topoden imd Lophopoden) und bildet Loxosoma singulare, Fliistra
7nemhranacea und Lophopus crystallinus ab,
Brass, A. Atlas zur allgemeinen Zoologie und vergleichenden
Anatomie. Leipzig, 1893, 150 S., 30 Taf.
Taf. 23, Fig. 17 und 18 Plumatella repem. In dem zugehörigen
Text (auf S. 113 f.) Schilderung des Baues der Bryozoen und ins-
besondere den der genannten Art.
*) Vgl. die Anmerkiiug auf S. 1.
46 Dr. Carl Matzdorff:
Riehm, G. Repetitorium der Zoologie, 2. verb. Aufl., Göttingen,
1892, 179 S., 260 Fig.
Die Biyozoen als 5. Klasse der Würmer (S. 67 f., Fig. 108, 109).
Marshall, W. Brehm's Thierleben, 3. Aufl. Niedere Thiere,
Leipzig und Wien, 1893, S. 219—227, 7 Abb.
Die Br. werden mit den Brachiopoden als Molluscoidea zu-
sammengestellt.
*Wlieatcroft, W. G. Polyzoa. (Internat. Journ. Microscopy and
Nat. Sc, V. 3, London, S. 405—411, 1 Taf.) Nach. Zool. Record
for 1893, Bd. 30, London, Woodward, Bryozoa, S. 2.
b. Einzelabliandluugeu*).
1. Anatomie und Histologie.
Vgl. auch unten Prouho S. 58, Levinsen S. 69, Meissner
S. 75.
Ehlers. (Vhdlg. D. Zool. Ges. 3. Jahresvers. Göttingen 1893,
Leipzig, 1894, S. 10).
Die Bedeutung der Termini „proros" und „prymnos" für die
Topographie des Bryozoenkörpers.
Prouho, H. Contribution a l'histoire des Bryozoaires. (Arch.
Zool. exper. et gen., 2. s., t. 10, 1892, Paris, S. 557—656, Taf. 23
bis 30, 10 Fig. im Text).
Mannigfache Untersuchungen an folgenden Meeresbryozoen:
l^herusa tnhulosa (Ell. et Sol.), Fhistrdla Jiispida (Fab.), Alcyoni-
dium variegatum n. sp. , A. alhidum (Alder), A. duplex n. sp.,
Memhraniponi püosa (L.), Ilypophorella expansa (Ehlers), Cylm-
droecium dilatatuni (Hcks) und die Larve von Pedicellina echinata
(Sars). — Das Ergebniss der Umwandlung der Larve ist das Oozoit;
aus ihm gehen durch Blastogenese die Blastozoiten hervor. Alle
Glieder einer Kolonie heissen Bryozoiten. Cystid und Polypid als
Individuen sind nicht aufrecht zu erhalten; Polypo - Cystid ist mit
Bryozoit gleichwerthig. Sein äusseres Skelett ist das Zooecium.
Polypid bezeichnet nur in kurzer Weise die Weichtheile des Thieres.
— Verf. geht auf die Beziehungen der Larvengewebe bei den Gymno-
laemen zu den Geweben der erwachsenen Thiere ein, indem er sich
zugleich mit den mannigfachen in der Litteratur aufgetretenen Namen
für die verschiedenen Gewebe auseinandersetzt. — Bau, Fortpflan-
zung und Entwickelung von Fhervsa tubidosa. Sie gehört in die
Familie der Flustrellidae Hinck's, die demnach Flustrella und Phe-
rttsa umfasst. Vgl. Ber. f. 1889, S. 29 oben. — Alcyonidinm va-
riegatum bewohnt alte Molluskenschalen, wurde bei Banyuls ge-
funden und ähnelt A. gelatinosuiif. seine Larve hat den Typus von
A. mytili. — Nachdem ferner Verf. auf die Naturgeschichte von
*) lu diesem, sowie iu dem systematischeu Abschnitt wird tlumliclist die
Reihenfolge der Meeresformen nach dem von Oitmann (s. Ber. f. 1889, S. 30)
gegebeneu System iuue gehalten werden.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 w. 1893. 47
A. alhidum eingegangen ist, legt er die Diagnose dieser Art klar,
um darauf auf die Unterscheidung mehrerer Alcyonidien zu kommen.
— A. duplex steht A. mytili nahe. Es fand sich auf Pm/taschalen
zu Banyuls. Sein Bau u. s. w. wird ausführlich abgehandelt. —
Weiter folgen eingehende Beiträge zur Kenntniss von Memhrani-
pora pilosa und Ilypophorella expcmsa. — Das Intertentakularorgan
spielt bei den vom Verf. beobachteten Thieren die Rolle eines Ovi-
ductes. Sollte es auch Spermatozoen entleeren, so dürfte das nur
eine Fortschaifung überflüssiger Sp. aus der Körperhöhle sein.
Ueberhaupt ist dieses Organ der Gymnolaemen, das nur bei den
Geschlechtsbryozoiten vorkommt, ein Genitalgang, niemals ein Ne-
phridium, aber es nimmt den Platz der Mündung des Metanephri-
diums der Phylactolaemen ein und kann accessorisch die Trümmer
degenerirter Polypide entfernen. — JMemhranipora piL, Alcyonidium
alh. und HypophorcUa expunsa haben Cyphonatites-IjSirven. Bei
allen dreien kommt Selbstbefruchtung vor. Die Entwickelung des
Eies zum Cyphonautes wird ausführhch geschildert. Verf. kommt
zu dem Ergebniss, dass alle Ectoprocten mit freier Entwickelung
die genannte Larvenform haben. Bau des entwickelten Cyphonautes.
— Nach den Beziehungen zwischen dem Embryo und dem Bryo-
zoiten lassen sich zwei Gruppen der Ectoprocten unterscheiden.
Lagimada repens ist ovipar, die andern dagegen vivipar. Und
zwar entwickelt sich das Ei bei Alcyonidium duplex im Diaphragma;
zahlreiche Cteno- und Chilostomen haben in Gestalt der Tentakular-
scheide eines abortirten Polypides eine Bruthöhle; bei vielen Chi-
lostomen tritt eine besondere Bruttasche auf; viertens entwickelt
sich das Ei, wie bei Cylindrocciwn dilatatum, in der Körperhöhle.
Die Verhältnisse der Cyclostomen sind noch zu wenig bekannt. —
Vergleich des Cyphonautes mit der Larve von Pedicellina. — Schliess-
lich erörtert Verf. die Keimblätter, die Stellung der Endo- und
Ectoj)rocten, die, entgegen Hatschek (s, Ber. f. 1891, S. 37), ver-
einigt bleiben müssen, die Theorie des Polypo-Cystids (s. o.), De-
generation und Erneuerung des Polypides, die Bildung der braunen
Körper bei den Ectoprocten, für die sich bei den Endoprocten kein
Analogon findet, und endlich den Einfluss der Abwesenheit von
Excretionsorganen auf die Metamorphose der Larven.
Ehlers, E. Zur Morphologie der Brvozoen. (Nachr. Kgl. Ges.
Wiss. u. Georg-Augusts-Univ. Göttingen, 1893, N. 12, S. 483—490.)
Fussend auf die im vorang. Ref. behandelte Arbeit Prouhos
geht Verf. auf die Einrichtungen ein, die die Namen Intertentakular-
organ, Geschlechtsgang oder -Öffnung, Nephridium erhalten haben.
Der Nervenknoten der Pedicelliniden ist dem der Br. gleichzustellen.
(Vgl. über diese beiden Gruppen Ehlers im Ber. f. 1890, S. 15.)
Alle Oeffnungen, die Geschlechtsproducte oder Auswurfsstoffe ent-
leeren, fallen in die durch Mund und After gehende Mediane.
Von ihr wird auch der Nervenknoten symmetrisch geschnitten. Die
zwischen Mund und Nervenknoten liegenden Oeffnungen mögen
adoral, die zwischen N. und After liegenden adanal heissen. Bei
48 Dl'. Carl Matzdorff:
den Pedicelliniden findet sich eine adorale excretorische und eine
adanale Gesclilechtsöffnung. Dagegen besitzt kein Br. beide zugleich.
Die Phylactolaemen, Memhranipora und Alcyonidium haben eine
adorale, Ht/pophorella hat eine adanale Oeffnung. Die Oeffnung der
Phylactolaemen ist die Mündung für zwei Nieren oder Nephridien,
bei Memhr. und Alcyon. werden durch sie Geschlechtsproducte und
Auswurfsstoffe entleert. Durch die Oeffnung der Uyp. treten erstere
aus. Die Verhältnisse, die vom Verf. in schematischen Zeichnungen
übersichtlich festgestellt werden, lassen an der Verwandtschaft der
Br. und Pedicelhnen festhalten (vgl. dagegen Hatschek im Ber. f.
1891, S, 37). Letzere würden den stoloniferen Br. am nächsten
stehen, denn bei beiden werden die Geschlechtsproducte durch die
adanale Pforte nach aussen geschafft.
CosmOYici, L. C. Ce qu'il faut entendre par „Systeme aquifere,
organes segmentaires, organes excreteurs, Nephridies", rapport pre-
sente au Congres international de Zoologie de Moscou. (Congres
international de Zool. 2. sess., a Moscou, 1. partie, Moscou, 1892,
S. 16—40.)
Die Segmentalorgane der Entoprocten sind zwei W^imperröhren,
die sich nach innen in die Leibeshöhle, nach aussen ins Peristom öffnen.
Cori, C. J. Die Nephridien von Cristatella. (Z. f. wiss. Zool.,
B. 55, Leipzig, 1893, S. 626—644, Taf. 26. 27.)
Die Kowalevskysche Methode, Nierenorgane durch Farbstoff-
fütterung und Injection nachzuweisen, wurde auf Cristatella an-
gewandt. Des Verf. Untersuchungen bestätigen seine (s. Ber. f. 1889,
S. 21) mit Verworn und Oka übereinstimmende, von Bräm bekämpfte
Ansicht der Bryozoenniere. Es wurden sowohl lebende Cvistatellen-
kolonieen in Karminpulver enthaltendes Wasser gesetzt, als auch
betäubte mit Karmin injicirt. Verf. geht kurz auf den Gesammtbau
von CV. ein. Er betrachtet die Tentakelkrone als Prosoma, die
Lophophorhöhle als Prosomhöhle, den übrigen Körper als Metasoma
und die übrige Leibeshöhle als Metasomhöhle. Die Niere liegt
analwärts vom Oesophagus, und zwar in der Leibeswand zwischen
Peritonealschicht und Epithelschicht. Von ihr gehen zwei Nieren-
kanäle aus, die mit weiten Nephrostomen beiderseits des Ganglions
in die Metasomhöhle münden. Das Diaphragma lässt nicht allein
Muskeln, sondern auch diese Nierentrichter durchtreten. Diese
Trichter sind mit Wimpern besetzt. Nach aussen führt aus der
Niere ein unpaarer kurz vor der Aussenöffnung blasig erweiterter
Gang. Die drei Abschnitte der Niere zeigen verschieden gebaute
Epithelien. Durch die Niere werden losgelöste Peritonealzellen aus-
gestossen. Man findet in der Leibeshöhle sowohl amöboid wandernde,
als auch in ihrer Flüssigkeit flottirende Zellen. Die letzteren werden
in die Niei'entrichter hineingestrudelt und durch die Niere nach
aussen entleert. Mit Geschlechtszellen haben sie nichts zu thun.
Ob die Nieren auch diese entleeren, ist eine noch offene Frage.
Da kein Blut vorhanden ist, so werden offenbar losgelöste Peritoneal-
zellen zu Lymphzellen, die amöboid wandernd die Körpergewebe
Jabresbeiicht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 49
von den giftigen Harnsalzen befreien, um dann, wie geschildert, aus
dem Körper entfernt zu werden. Den Anstoss zur Loslösung gewisser
Peritonealzellen giebt walirsclieinlicli die Aufnahme von Harnsalzen
aus benachbarten Geweben. Die Niere ist nicht selbst excretorisch,
sondern führt nur die excretorischen Zellen nach aussen.
Waters, A. W. Observations on the Gland-like Bodies in the
Bryozoa. (The Journ. of the Linn. Soc, Zool., V. 24, London, 1894,
S. 272—278, Taf. 19.) _
Verf. hatte schon in seinem Bericht über die Bryozoen des
Challengers drüsenälmliche Körper in der Avicularkammer von
Lepralia tnargaritifeva besprochen. Seine an reicherem j\Iaterial
fortgesetzten Untersuchungen ergaben, dass Aviculardrüsen bei
L. f'oliacea und Retepora ceUulosa auftreten. Sie zeigen bei ersterer
eine wellige Oberfläche, die aus kleinen länglichen Zellen besteht.
Die Avicularien anderer Arten besassen keine Drüsen. Zweitens
geht Verf. auf die Suboraldrüsen ein. Sie wurden an SchizoporeUa
sanguinea und Retepora celhdosa studirt, kommen aber auch bei
vielen andern Arten vor. Drittens fand sich bei Schiz. sanguinea
ein eigenthümlicher median gelegener, von der Opercularregion herab-
hängender, wurstförmiger Körper. Er enthält unregelmässig geformte
stark lichtbrechende Massen. Neben ihm enthielt dasselbe Zooecimn
ein Ovar. Aehnliche Beobachtungen konnten an DiacJioris ma-
gellanica und Adeonella polystomella gemacht werden.
Daveiii)Ort, C B. On Umutella gracilix. (Bull. Mus. Comp.
Zool. at Harvard College, V. 24, N. 1, Cambridge, 1893, S. 1— 44,
Taf. 1—6.)
Im anatomischen Theile wird zuerst der Stamm untersucht.
Er ist segmentirt, inmitten jedes Abschnittes durchsichtig, da-
zwischen opak. Eine Schicht der Guticula überzieht ihn völlig,
während sich an der Mittelzone jedes Segmentes noch eine zweite
Schicht unter ihr ausbreitet. Die erstere Schicht bildet auch die
Septa zwischen den Segmenten. Im Innern des Stammes befinden
sich verlängerte Zellen, die oft Vacuolen enthalten. Intercellular-
substanz tritt nur an älteren Stämmen auf. Die Muskelschicht be-
steht aus radial gestellten Fibrillen und erstreckt sich durch den
ganzen Stamm. Weiter finden sich im Stamm Flimmerzellen von
kugeliger Form, die den Excretionscanälchen der PlatyheLminthen
ähneln, und die in eine Wimperflamme (Cirrus Bütschli) ausgehen.
Diese ist kegelig und besteht aus verklebten Cilien. In den Zellen
des Stammgrundes entstehen Fettkörnchen, die mit zunehmender
Zelldegeneration zusammenfliessen. Es findet hier also eine Auf-
sammlung von ReservestoiTen statt. Die Septa werden von einer
Ectodermfalte gebildet, deren Oeffnung spindelförmige Mesenchym-
zellen ausfüllen. Das den Calyx abschliessende Septum ist etwas
complicirter gebaut.
Die Körperw^andung des Kelches ist von einem dünnen hie und
da papillösen Epithel bedeckt. An der Atrialöffnung ist es ver-
dickt und bildet ein Kamptoderm. Die Vereinigungslinio desselben
Arch. f. Natnrgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. II. 3. 4
50 Dl-. Carl Matzdorff:
mit der Körperwand, der Randwulst der Phylacto-, das Diaphragma
der Gymnolaemata, zeigt auch hier einen muskulösen Sphincter.
Verf. nennt diese einer Rand verdickung ähnliche Bildung die Atrium-
lippe. Die Tentakeln zeigen aussen säulenförmige Epithelzellen,
innen Mesenchymgewebe. 2 Muskeln bewegen jeden Fühler. Das
Atrium zeigt den oralen Abschnitt mit dem Mund, den aboralen
mit dem sich in eine Kloake öffnenden Rectum. Jener ist seitlich
in zwei aboralwärts verlaufende Rinnen, die „Atriumrinnen", aus-
gezogen. Sie leiten mit ihrem Flimmerepithel die Nahrung zum
Munde. Eine „innere Lippe"" trennt Mund und Kloake. Der Ver-
dauungskanal gleicht dem der Pedicelliniden, nur hängen die untere
Wand des Rectums und die obere des Darmes zusammen. Oeso-
phagus, Magen, zwischen beiden eine Art Klappe; eine Pylorus-
klappe führt in den Darm; das Rectum. Die Körperhöhle enthält
Mesenchym, Röhrenzellen, Muskeln, Excretions-, Geschlechtsorgane,
Nerven. Die Röhrenzellen befinden sich am Kelchgrunde und zeigen
Flimmerzellen. Die 2 Nephridialröhren öffnen sich in einen Raum,
das vas deferens, das in die Kloake mündet. Sie enden blind in
Flimmerzellen. Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus
Hoden und vas deferens. Das Gehirn besteht aus centralen Fasern
und würfeligen Rindenzellen.
Die ungeschlechtliche Vermehrung geschieht durch zweierlei
Knospen, Zweige, die typisch median und oral stehen, und Stolonen,
die lateral entspringen. Die Segmentation des Stockes ist wahr-
scheinlich eine Anpassung an die Vermehrung durch Knospung,
indem die Möglichkeit des Bruches und die Eintheilung in Ab-
schnitte erhöht werden. Die Individuen sind derart orientirt, dass
(wie bei allen Endoprocten) die orale Seite der Knospen gegen den
Mittelpunkt der Proliferation gerichtet ist. Ferner erhebt sich das
Hauptganglion bei allen Bryozoen in die Gegend der Verwachsung.
Es ist demnach w^ohl als suboesophageal anzusehen. Die Histologie
der Knospen gleicht der des Stammes. Eier konnten nicht be-
obachtet werden. Die jüngsten beobachteten Stöcke bestanden aus
einem Stolo und zwei Individuen. Sie besitzen eine Basalplatte
von cylindrischer Form. Sie entstehen aus den Stolonen des elter-
lichen Stockes, die zur Begründung neuer Kolonieen frei werden.
Die Entstehung neuer Individuen wird kurz geschildert. Verlorene
Kelche können wieder ersetzt werden. Die Segmente können für
den Winter die Rolle von Statoblasten spielen, wozu sie nament-
lich durch ihren Gehalt an Fett (s. o.) geeignet sind.
Die nächste Verwandtschaft für Ur7iatella bildet Arthropodaria
Benedeni. Sie gehört also zu den Pedicelliniden. Die Br. über-
haupt stammen wahrscheinlich von Räderthieren ähnlichen Vor-
fahren ab.
Demade, P. Le Statoblaste des Phylactolemates (Bryozoaires
d'eau douce) etudie chez V Alcyonella fvngosa et la Crütatella mvcedo.
(La Cellule, T. 8, 2. Fase, Lierre et Louvam, 1892, S. 333—379,
Taf. 1. 2.)
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 51
Untersucht wurden die Statoblasten von Alci/onella fvngosa und
CridateUa mticedo. Es wurde die Histologie 1. der Membran, 2. der
Bildungsmasse ins Auge gefasst. Nach einer historischen Einleitung
geht Verf. auf die erstere ein. Als Ergebniss der sehr eingehenden
Beschreibung der Membran stellt Verf. fest, dass diese nicht als
Secret aufzufassen ist, sondern dass sie ihren Ursprung einer Zell-
vermehrung und darauf folgenden Specialisirung oder Differenzirung
der Zellen, der Chitinisation, verdankt. Insbesondere entsteht die
Schutzmembran der Statoblasten von Alcyonella aus den beiden
cystogenetischen Blättern, der Schwimmring nur aus dem äusseren.
Das innere verschwindet später, und an seine Stelle tritt eine Chi-
tinschale. In ähnlicher Weise entstehen hei Cristatella das System
der Anker und der Schwimmring sowie ein Theil der Chitinschale
aus dem äusseren, der Rest der letztgenannten aus dem inneren
Blatt. In den Chitinschalen chitinisiren sich die ganzen Zellen, im
Schwimmring jedoch nur die Membranen.
Zweitens behandelt Verf. die Bildungsmasse. Dieselbe ist weder
einer einzigen Zelle homolog, noch ungetheiltes Protoplasma mit
mehreren Kernen, sondern stellt sich als ein echtes Gewebe dar.
Verf. beschreibt seine Entwickelung und den Bau seiner Zellen.
Fowler, H. The Morphology of Rhahdopletim Normani AUm.
(Festschrift zum 70. Geburtstag Rudolf Leuckart's, Leipzig, 1892,
S. 293—297, Taf. 30.)
Die Exemplare sassen auf einer LophoheHa-Kolome auf, welche
vom Challenger 1873 bei der Nachtigalinsel 100 — 150 Faden tief
gefunden worden war. Verf. stellte mehrere Structureigenthüm-
lichkeiten fest, die früheren Untersuchern infolge damals noch nicht
angewendeter Präparationsmethoden entgangen waren. Rh. ist mit
Cephalodiscns nahe verwandt und einfacher als dieser gebaut, wie
wiederum C. einfacher als sein Verwandter Balanoglossus ist. Verf.
giebt folgende Uebersicht: Die Hemichordaten sind Coelomaten, deren
Körper in drei Abschnitte zerfällt: 1. eine praeorale Proboscis,
2. einen Halstheil, 3. einen Rumpf. Bei den Enteropneusten besitzt
der Pharynx zahlreiche Kiemenspalten, bei den Cephalodisciden zwei,
und beide Gruppen besitzen Rüsselporen. Den Rhabdopleuriden
fehlen Kiemenspalten und Rüsselporen.
Derselbe. Note on the Structure of Rhabdopleura. (Proc.
Roy. Soc. London, V. 52, London, 1893, S. 132-134, Fig. 1—3.)
Rhcibdopleura (Verf. untersuchte auf Lophohelia sitzende Chal-
lengerexemplare) ist Cephalodiscus nahe verwandt, gehört also zu
den Hemichordaten. Das Epistom entspricht der Proboscis von
Balanoglossus und Cephalodiscus und enthält, wie diese, einen Theil
des Coeloms, die präorale Körperhöhle. Die Halsregion (Lankester's
Thorax) schliesst ihren centralen Abschnitt ein, dessen hintere Fläche
eine Ectodermverdickung ist, die der Nervenplatte des Cephalodiscus
und der Nervenröhre von Balanoglossus entspricht. Die Halshöhlung
setzt sich aufwärts in die Tentakeln fort. Vom Pharynx ragt als
ein Divertikel das Notochord aufwärts. Der Rumpftheil der Körper-
4*
52 Dl- Carl Matzdorft:
höhle ist von dem Halstheil abgeschnürt. Die Unterschiede Rhahdo-
pleuras von den beiden genahnten Verwandten sind negativ: es
fehlen Rüsselporen und Kiemenspalten.
Spengel. (Vhdl. Deutsch. Zool. Ges. 1892, Leipzig, S. 146.)
Präparate von Cephalodisais dodeealophus M'Int.
2. Ontogenie.
Vgl. oben Prouho S. 46, Davenport S. 49, Demade S. 50.
Wagner, Jul. Betrachtung des gegenwärtigen Standes der
Frage über das Vorkommen und die Bedeutung des Befruchtungs-
processes. (Revue sc. nat., Soc. Nat. St. Petersbourg, 1892,
S. 88—91, 145—155, 4 Fig.)
Gelegentlich kommt Verf. auf Pedicellma zu sprechen.
Wagner, F. y. Einige Bemerkungen über das Verhältnis von
Ontogenie und Regeneration. (Biol. C., 13. B., Leipzig, 1893,
S. 287—296.)
Auch die Bryozoen sprechen dafür, dass der Antheil der Keim-
blätter an embryonalen und regenerativen Vorgängen ein verschiedener
sein kann.
Kennel, J. von. Ueber Theilung und Knospung der Thiere.
Festrede. Dorpat. 1887. 60 S.
Verf. unterscheidet u. a. axiale und laterale Knospung. Letztere
kommt bei Bryozoen vor.
Weismann, A. Das Keimplasma. Eine Theorie der Vererbung.
Jena, 1892, 638 S., 24 Fig.
Die Knospung bei den Bryozoen wird mit Rücksicht auf die
Umstände besprochen, dass Ekto- und Mesoderm an ihr betheiligt
sind, sowie dass sie gelegentlich auch an abnormen Stellen erfolgt.
Korscheit, E. und K. Heider. Lehrbuch der vergleichenden
Entwicklungsgeschichte der wirbellosen Thiere. Specieller Theil.
Jena, 1893. XII, 1509 S., 899 Fig.
Die Bryozoen sind von K. Heider bearbeitet worden.
1. Bryozoa ectoprocta. (S. 1187—1232, Fig. 692— 714.) Nach-
dem die Eibildung, Befruchtung und Lage des Embryos geschildert
sind, geht Verf. auf die Embryonalentwicklung ein. Für die Meta-
morphose unterscheidet er 6 Larventypen. Der erste, mit ausgebildetem
Darmkanal, kommt bei Alcyonidium., Tendra, Memhraniporu und
Flustrella vor. Darmlose Chilostomenlarven mit wenig entwickelter
Corona finden sich hauptsächlich bei den Escharinen. Solche mit
mit mächtig entwickelter Corona kommen vor allen den Cellularinen
zu. Es folgen die Typen der Vesicularinen-, Cyclostoraen- und
Phylactolämenlarven. Weiter wird auf die Entwicklung der Polypids
eingegangen. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung der Ectoprocten
wird unter den L eberschriften Knospung, Statoblasten- und Hiber-
nakelnentwicklung abgehandelt. Regeneration. Allgemeines.
2. Rhahdopleura und Cephalodiscus (S. 1253—1254, Fig. 728.)
Verf. hält sie als sedentäre Enteropneusten für verwandt mit
Bala n oglossiis.
Jahresbericht über die ßryozoeu für 1892 u. 1893. 53
3. Entoprocta. (S. 1255— 1265, Fig. 729—734.) Verf. schliesst
dieselben wie die beiden vorangehenden von den Molluskoideen
(Phoronideen, Ectoprocten, Brachiopoden) aus. Ei- und Larven-
entwicklung, Metarmorphose und Knospung werden geschildert.
Cholodkovski, H. Zur Mesoderm- und Metameren-Theorie.
(Revue sc. nat., publ. p. Soc. Nat. St. Petersbourg, 1892, S. 204—209.)
Gelegentliche Erwähnung der Bryozoen.
Polejaeff, N. Sur la signification systematique du feuillet moyen
et de la cavite du corps. (Congres Internat, de ZooL, 2. sess., ä
Moscou, 2. partie, Moscou, 1893, S. 241—252.)
Gelegentliche Erwähnung von PedicelUna bei der Besprechung
der Urmesodermzellen.
Bräm, F. Die Keimblätter der Bryozoenknospe. (Zool. Anz.,
15. J., Leipzig, 1892, S. 113—115.)
Verf. ist, wie Davenport (s. Ber. für 1891, S. 28) stets der
Ansicht gewesen, dass das innere Keimblatt der Bryozoenknospe
indifferent und nicht Entoderm ist. Das äussere ist Mesoderm.
Auch die Frage nach dem Ursprung des embryonalen Zellmaterials
der Knospe hat Verf. schon früher im gleichen Sinne wie D. gelöst,
(s. Bräm im Ber. für 1891, S. 25). Verf. modificirt seine Behauptung
(s. Ber. für 1888, S. 93), dass in der ersten Knospe -des keimenden
Statoblasten sämmtliche künftigen Knospen implicite enthalten sind,
nur dahin, dass der Statoblast selbst den Werth einer Knospe hat.
Davenport, C. B. The Germ-layers in Bryozoan buds. (Zool.
Anz., 15. J., Lpzg., 1892, S. 261—263)
Antwort auf Bräms Bemerkungen. Verf. giebt zu, dass B.
nicht das innere Keimblatt für entodermal gehalten hat; jedoch ist
seine indifferente Natur auch nicht aus B.'s Erörterungen herauszu-
lesen gewesen. Verf. kann auch nicht zugeben, dass seine Ansichten
betreffs des embryonalen Knospungsmaterials mit denen Bs.'s über
einstimmen.
Harmer, S. F. On the Occurrence of Embryonic Fision in,
Cyclostomatous Polyzoa. (Q. Journ. Miscrosc. Sc, Vol. 34, N. Ser.-
London, 1893, S. 199—241, Taf. 22—24.)
Bei Crisid. ramoHa ist das Ovicell dem Zooecium morphologisch
gleichwerthig und entwickelt sich wie dieses am Wachsthumspunkt.
In ihm findet sich eine Polypidknospe mit Tentakelscheide und den
Ernährungskanal vertretendem Abschnitt. Einige der am Wachs-
thumspunkt vorhandenen kleinen Eizellen haben enge Beziehungen
zu diesem potentiellen Ernährungskanal. Er wird zu einem Follikel,
der das Ei umschliesst. Dieses segmentirt sich; seine Beziehungen
zum Follikel entsprechen den von Sälen sky für Saipa geschilderten
Verhältnissen. Inzwischen ist das Ovicell vom Wachsthumspunkt
abgerückt und hat seine endgültige Form erreicht. Die Oeffnung
hat sich verengert und ist röhrig geworden. Wenn die Segmentation
beendet ist, besteht der Embryo aus einer Masse undifferenzirter
Zellen, die am distalen Follikelende liegt. Der Follikel ragt als
kugeliger Knopf in das Innere der Tentakelscheide hinein. Ein
54 Dr. Carl Matzdorff:
verwickeltes Gewebe verbindet ihn mit der Oeffnung. Sodann würd
der Follikel vakuolenhaltig und bildet ein kernhaltiges Protoplasma-
netz. Der Embryo bildet fingerförmige FortScätze, diese schnüren
sich quer ein, und jede abgeschnürte Zellmasse wird zu einer voll-
ständigen Larve. Diese Bildung von Embryonen währt solange an,
als das Ovicell physiologisch thätig ist. Von dem primären Embryo
können über 100 secundäre durch die geschilderte Knospung ent-
springen. Jeder der sekundären Keime wird von einem Protoplasma-
netz, das ihn umgiebt, ernährt.
Derselbe. On the Embryology of the Ectoprocta. (Stud.
Morphol. Lab. Camhridge, V. 5, 1890, S. 1—15, Taf. 1. 2.)
Nach dem Zool. Jahresber. f. 1890, her. v. P. Mayer, Berlin,
1892, Bryozoa und Brachiopoda, S. 1 die üebersetzung des Aufsatzes
aus dem Arch. Zool. exper. et gen., 2. ser., t. 5, S. 443. Vgl. Ber.
f. 1888, S. 93.
Derselbe. On the Origin of the Embryos in the Ovicells of
Cyclostomatous Polyzoa (Stud. Morph. Labor. Cambridge, V. 5, S. 102.)
Identisch mit dem Aufsatz in den Proc. Cambridge Phil. Soc,
V. 7, S. 48. Vgl. Ber. f. 1890, S. 22.
Kraepelin, K. Die Deutschen Süsswasser-Bryozoen. Eine
Monographie. IL Entwicklungsgeschichtlicher Theil. (Abh. Geb.
Naturwiss. her. v, Naturwiss. Ver. in Hamburg, 12. B., Hamburg,
1892, 67 S., 5 Taf.)
Der Monogra[)hie der deutschen Süsswasser-Bryozoen ent-
wicklungsgeschichtlicher Theil. Der erste Abschnitt desselben be-
handelt die Spermatogenese. Die Spermatozoen entstehen aus dem
Mesoderm und zwar meist aus dem des Funiculus. Bei PaludiceUa
finden sie sich auch theilweise, bei Victorella ausschliesslich an der
Leibeswand. Bei Phnnatella kamen sie hin und wieder gleichfalls
an derLeibeswand oder sogar am hinteren Darmende zur Entwickelung.
Es entstehen bei dieser letztgenannten am Funiculus traubige
Wucherungen, an deren Bildung auch Verzweigungen des inneren
Funiculusgewebes Theil nehmen. Die Zellen, aus denen die Sp.
hervorgehen, sind membranlos und werden niemals frei beweglich.
Korotneffs Unterscheidung von Spermatogonien, Spermatocysten und
Spermatiden ist hinfällig. Die Sp. Cysten z. B. sind zusammen-
geflossene Zellen. Die Spermatozoen bestehen aus Kopf-, Hals- und
Schwanztheil. Die beiden letzteren sind vom Achsenfaden durch-
zogen. Der Kopf besteht aus dem ursprünglichen Nucleolus der
Spermatide. Es sitzt ihm eine nach einer Kerntheilung abgespaltene
Chromatinschicht als Haube auf. Der Rest des Chromatins bildet
den Achsenstrang. Er wird in der Kernblase vorgebildet und fertig
durch Zusammenziehung des Kerns ausgestossen. Der übrige Hals-
theil entsteht aus Zellplasma, das bald zu einer gewellten Membran
erhärtet. Der Schwanz wird von dünnflüssigerem Zellplasma ge-
bildet, das am Achsenfaden entlang fliesst und sich ebenfalls mit
einer Membran umgiebt. Ein Rest des Plasmas bleibt zurück und
Jahresbericht über die Bryozoeu für 1892 u. 1893. 55
bildet mit seinesgleichen und dem übrigen Gewebe des Lobus einen
Restkörper. Richtungskörper wurden nicht beobachtet.
Die Embryogenese wurde bei Phanatella und Pectinatella unter-
sucht. Auch die Eier entstehen aus Mesodermzellen in einem von
Mesodermepithel bekleideten traubigen Eierstock. Plumatella^ Crista-
tella und Pectinatella haben Eiertrauben, Victorella und Palndicella
wenige Eior. Bei Fredericella findet man wenigzellige Trauben.
Am kleinsten waren die Eier bei Paludicella^ am grössten bei
Fliimatella punctata. Bei der Reifung des Eies entstehen Dotterballen,
deren lJrsj)rung wahrscheinlich das Kernchromatin darstellt, die sich
nach der Befruchtung auflösen. Richtungskörper scheinen aus-
gestossen zu werden. Die Befruchtung findet im Ovar statt. Das
sein Epithel durchdringende Spermatozoon wandelt sich zu einem
kronenartigen dreizackigen Knopf um, der sich an zwei Spitzchen
des Eies anlegt. Oft legten sich mehrere Sp. an ein Ei an. Nach
der Befruchtung, zuweilen auch nach dem Beginn der Furchung,
nimmt eine polyi^idartige Knospe, die an der Cystidwandung in der
Nähe des Eierstockes steht, das Ei auf. Die ersten Theilzellen er-
scheinen verschiedenartig. Die Morula entwickelt sich unter Streckung
und Bildung eines inneren Hohlraumes zur Blastula. Das Mesoderm
entsteht durch ej)ibolische Gastrulation und legt sich dem Ectoderm
innen als Epithel an. Ein Larvendarm fehlt. Der zweischichtige
Hohlkörper schwebt frei im Follikelraum. Erst später wachsen
Ectodermzellen des Epiblastes zu einer gürtelförmigen Placenta aus,
die mit der Bildung des Ringwulstes oder Mantels schwindet. Die
auftretende Muscularis entspringt sicher dem Epi- und Hypoblast.
Der Mantel, aus beiden Schichten gebildet, überwölbt schliesslich
den oralen Pol kappenförmig. Die Larve bekleidet sich am distalen
Ende und auf dem Ringwulst mit Cilien. Sie gelangt durch die
Oeffnung eines abgestorbenen Polypids nach aussen. Sie setzt sich
dadurch fest, dass am distalen Pol die Zellschichten verschleimen
und sie ankleben. Es befindet sich also hier weder ein Saugnapf
noch ein Sinnesorgan. Durch Muskeldruck stülpt sich der Ring-
wulst um und tritt der polypidtragende Theil der Larve aus. An
der Umbiegungsstelle wird die Embryonalhülle unter Verlust der
Cilien in die endgültige Körperwandung umgeformt. Der Rest des
nach innen und unten geschlagenen Mantels wird ins Innere der
Körperhöhle gebracht und hier assimilirt.
Die Knospung beruht (entgegen Brära, in Uebereinstimmung
mit Metschnikoff) im wesentlichen in einer Einstülpung beider
Schichten der Leibeswandung. Namentlich bei Fredericella und
Pluinutella ist dieselbe ausgesprochen, während bei Cristatella und
Pectinatella das Ectoderm abgespaltet wird, sodass hier der Vorgang
als Gastrulation bezeichnet werden kann. Abgesehen von den
Doppelknospen, entstehen die Knospen unabhängig von einander in
jugendlichem Gewebe, der Knospenzone. Das ursprüngliche Knospen-
lumen entspricht dem Atrium und dem Oesophagus. Magen und
Darm werden als Längsrinne des Knospenlumens angelegt. Die
56 Dr- Carl Matzdorff:
Muskelschicht des Darmes geht aus dem Ectoderm (dem inneren
Blatt) der Knospenanlage hervor. Durch Einstülpung desselben
Blattes entstehen Centralnervensj^stem, Ringkanal und Lophophor-
höhle. Eine die Peripherie der Knospe schräg umziehende, durch
Einstülpung der beiden Knospenblätter gebildete Furche dringt zu
beiden Seiten des Enddarmes ein und liefert so die Lophophorarme.
Die Bildung des Funiculus beginnt am Fundus des Darmes. Er
besteht aus den beiden ursprünglichen Schichten der Cystidwandung.
Eine Verwendung des Knospenmaterials zum Aufbau der benach-
barten Cystidwand findet nicht statt. PaJvdicella verhält sich wie
die Phylactolaemen.
Die Statoblasten werden von zwei Elementen gebildet. Das
eine entstammt dem inneren Gewebe des Funiculus und ist ecto-
dermalen Ursprungs, das andere gehört dem Mesoderm an. Der
erstere Theil des Statoblasten geht ursprünglich aus einer Zelle
hervor, die erst später zu einer Blastula wird. Er Hefert die Chitin-
schale des St. und das Ectoderm der Cystidwand des zukünftigen
Stockes. Der meso dermale Theil dagegen wandelt sich in die
Dotterbildungszellen um, deren Kerne im reifen Statoblasten erhalten
bleiben. Bei Fredericdia scheidet die äussere Ectodermschicht
innen gleichmässig Chitin aus. Der Schwimmring der anderen
Formen wird von einem durch Zelltheilung gebildeten secundären
Ectodermepithel geschaffen, das dem fertigen Schwimmring auf-
gelagert ist. Bei den sitzenden St. ist die Bildung der Chitin-
kammern, aber nicht die der chitinösen Randlamelle unterdrückt.
Der Wall, der sie an der Cystidwand befestigt, wird vornehmlich
vom Ectoderm der Cystidwand gebildet. Der Schwimmring von
Cristutella entsteht nicht durch Faltung, sondern durch Spalteu-
bildung und Umwandlung der diese Spalten begrenzenden Cylinder-
zellen. Bei der Keimung des St. wandert ein Theil der Dotter-
zellenkerne an die Peripherie zur Bildung der Mesodermlage der
Cystidwandung. Die Knospenbildung im St. vollzieht sich, wie am
erwachsenen Stock, durch Einstülpung der beiden Prünitivschichten
der Cystidwandung. Die ersten Polypide entwickeln sich nicht, wie
Bräm behauptet, anders als die späteren. Die an der Unterseite
sich in der Mitte entwickelnde primäre Knospe gelangt durch
Drehung oder Wanderung an den peripherischen Rand des St., der
sich zweiklappig öffnet. Der Inhalt des St. ist als Stock aufzufassen
und nicht einer einzelnen Polypidknospe gleich zu setzen.
Die Winterknospen der Paludicella sind Cystidknospen ohne
Mündungskegel. Sie enthalten schon zur Zeit ihrer specifischen
Ausbildung eine Polypidknospe im mittleren Stadium. Sie sind
gleich dem Statoblasten mit Dotterkörnchen gefüllt. Ihre Homo-
logisirung mit diesen ist noch eine offene Frage.
Zum Schluss geht Verf. auf die seit dem Ei'scheinen des ersten
Theiles seiner Arbeit (s. Ber. f. 1886 u. 87, S. 12 u. 34) aufgefundenen
neuen Süsswasserbr. ein. Die von Stuhlmann bei Bibisande ge-
fundenen Statoblasten gehören Plumatella iJri7iceps, PI. polymorpha
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 57
und J'ectinatella Carteri Hyatt an. Es fanden sich zwischen ihnen
winzige Samen, die auffallend Statoblasten, etwa eines Lophopus,
vortäuschten.
Bräm, F. Ein Wort über Herrn Prof. Karl Kräpelin und
seinen neuesten Beitrag zur Bryozoenkunde. Cassel, 1893, 14 S.
Verf. geht auf den 2. Theil von Kräpelins Monographie der
Stisswasser-Bryozoen (s. vorang. Ref.) betreffs derjenigen Punkte
ein, in denen Kräpelin des Verfassers Werk (s. Ber. f. 1891, S. 25)
seiner Ansicht nach falsch aufgefasst bezw. ausgelegt hat. Neben
mehreren Einzelheiten hält Bräm vor allem an seiner Ansicht fest,
dass alle Neubildungen, die sich in der Kolonie abspielen, von einer
embryonalen ZelLmasse ausgehen, die sich einzig in zwei Keimblätter
differenzirt hat. Ferner konnte er die Kuospennatur der Statoblasten
und ihre Entstehung aus einem zweischichtigen Keimstock durch
massgültige Beobachtungen feststellen. Bräm kritisirt die diesen
Punkt betreffenden Behauptungen Kräpelins, die z. Th. seinen Beob-
achtungen widersprechen, als grundlos. Die Entwicklung des
keimenden Statoblasten ist gleichfalls von Kräpelin nicht erkannt
worden.
C. Physiologie und Biologie.
1. Vliysiolof/ie.
Vgl. auch oben Cori S. 48, unten Simroth S. 57, Walther
S. 65.
Kriii)eliu, K. Die Brutpflege der Thiere, Hamburg, 1892, 26 S.
Zu den Thieren, denen das Wasser die Nahrung zuführt, ge-
hören die Bryozoen.
Yerwoni, M. Die Bew^egung der lebendigen Substanz. Mit
19 Abb. Jena, 1892. 103 S.
Bei der Besprechung des Contractionsmechanismus glatter Muskel-
fasern zieht Verf. auch die der Tentakel-Retractoren von Bryozoen
heran; Fig. 16 b.
Ambroiin, H. Cellulose-Reaction bei Arthropoden und Mol-
lusken. (xMitth. Züol. Stat. Neapel, 9. Bd., Berlin 1889-1891, S. 475
bis 478.)
Am Skelett der Bryozoen tritt keine Cellulosereaction auf.
2. Biologie.
Vgl. auch oben Prouho S. 46, Kräpelin S. 54, unten
Walther S. 65, Möbius S. Q<c^, Garstang S. 68, Bräm S. 74.
*CTirO(l, P. Les societes chez les animaux. Paris, 1891. 342 S.,
53 Fig.
Simroth, H. Die Entstehung der Landthiere, Leipzig, 1891,
492 S., 254 Fig.
Verf. koannt auf folgende Punkte im Bau der Bryozoen zu
58 'Dr. Carl Matzdorff:
sprechen. Die früher weit verbreiteten Cyclostomen beschränken
sich jetzt vorwiegend auf die kalten Meere. Die Bryozoen sind
Hydatozoen. Zur Ueberwinterung, wie zur Verbreitung durch die
Luft dienen die Statoblasten. Für eine Ursprünglichkeit der pe-
lagischen Lebensweise kommen die Br. nicht in Betracht. Den
Süsswasserbr. fehlt die Polymorj^hie der Kolonieen, es fehlen Vibra-
cula, Avicularien und Ovicellen. Dafür treten Statoblasten characte-
ristisch auf. FredericeUa sultana ist von der Oberfläche in die Tiefe
gewandert. Statoblasten sitzen im Schmutz von Entenfüssen. Im
allgemeinen sind halo- und potamophile Br. getrennt. Nur aus
Südostasien kennt man marine Eindringlinge: Hislopia bei Nagpoor
(1858 Curtis) und Norodonia aus China und Cambodja (1880 Jullien).
Eine Brackwasserform ist Victorella patüda. Aehnlich Paludicella.
Sechs Bryozoengattungen mit 11 Arten, sämmtlich marin, leben in
der Ostsee; am weitesten geht Memhrampora pilosa in sie hinein.
Die echte potamophilen Br. sind phylactoläm; ihr Deckel ist ein
Schutz gegen das veränderte Medium; nie bilden sie Kalkgehäuse.
Auch die gymnoläme Paludicella ist kalkfrei oder -arm. Sesshaftig-
keit und Koloniebildung hindern die Br. am Parasitismus. Palu-
dicella bildet keine Statoblasten, wohl aber Hibernakeln. Wahr-
scheinlich ist der Schutz gegen das Austrocknen das primus agens
für ihre Bildung und die der Statoblasten. Die Cuticula von Br.
enthält Eisen. Die Sesshaftigkeit, die die Brandung sehr allgemein
zur Ursache hat, führt zuweilen Austrocknen und damit Bildung
von Schutzröhren mit sich.
Gadetui de Kerville, H. Die leuchtenden Thiere und Pflanzen,
üb. von W. Marshall, Leipzig, 1893, S. 112, 232.
Leuchtthiere sind Scrupocellaria reptans, AJemb/ymipora pilosa
und M. membranacea. Verf. lässt die Frage offen, ob sie nicht
vielleicht ihr Licht leuchtenden Spaltpilzen verdanken.
Plateau, F. La ressemblance protectrice dans le regne animal.
(Bull. Ac. roy. sc. lettr. et beaux-artes de Belgique. 62. ann., 3. ser.,
t. 23, Bruxelles, 1892, S. 89—135.)
Bryozoen erzeugen auf Sargassmn weisse Flecken.
Joyeux-LafTuie, J. Etüde monographique du Chetoptere (Chae-
tojjtervs variopedatns Renier) suivie d'une revision des especes du
genre Cltaetopterus. (Arch. zool. exper. gen., 2. ser., t. 8, Paris, 1890,
p. 245—360, Taf. 15—20.)
Verf. kann nicht entscheiden (p. 338), ob Ehlers Recht hat
(s. Ber. f. 1889, S. 24), wenn er den Kommensalen Delagia Chae-
topteri (s. eb. und Ber. f. 1888, S. 98) mit Hypophorella expansa
identificirt.
ProuiiO, H. Sur l'appareil perforant de VHypophoreUa ex-
pansa (Bryozoaire Ctenostome). (Ass. fr. Av. Sc, 20. sess., Marseille
1891, 1. Partie, Paris, 1891, S. 247—248.)
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 59
llypophoreUa exputisa Ehlers an Chaetoptents wurde beobachtet.
Verf. fand, dass jedes Bryozoit mit dem Inneren der Röhrenhöhhmg
seines Wirthes durch ein Loch in Verbindung steht. Das Werk-
zeug, mit dem dasselbe hergestellt wird, ist eine Art Raspel, die
das Thier bei den Bestrebungen sich auszubreiten, in Drehung ver-
setzt. Diese hat bei anderen Br. kein Homologon.
Jiiliii, C. Les Ascidiens des cotes du Boulonnais. I. Recherches
sur l'anatomie et l'embryogenie de Styclopsis f/rosstilaria.
(Bull. sc. France Belgique, t. 24, London, Paris, Berlin, 1892,
S. 208-259.)
Auf dem Mantel dieser Ascidie sitzt oft Pedicellina echinata.
Engler, A. Syllabus der Vorlesungen über specielle und me-
dicinisch-pharmaceutische Botanik, kl. Ausg., BerHn, 1892, S. 9.
Die zu den Chaetophoraceen gehörige Alge Epicladia Flustrae
ist ein Bewohner von Bryozoen. Sie wurde (Ber. D. bot. Ges. Bd. 6,
1888, Heft 7) von Reinke auf Flustra foliacea beobachtet.
Korotueff, A. Myxosporidium hryozoides. (Z. f. w. Z., 53. B.,
Leipzig, 1892, S. 591-596, Tf. 24.)
Ein Schmarotzer, der sich im Binnenraum des Zooides von
Alcyonella fnngosa aus der Umgegend Moskaus fand, ist Myxospo-
ridium hryozoides. In Südrussland und in Westeuropa scheint dieser
Parasit zu fehlen.
Alcock, A. A Gase of Gommensalism between a Gymnoblastic
Anthomesoid and a Scorpaenoid Fish. (Ann. Mag.Nat. Hist., G. ser.,
V. 10, London, 1892, S. 207-214.)
Auf Flustra allein kommt Ilydranthea margurica^ gelegentlich
Ectopien va Diimortieri vor.
Joul)iii, L. Recherches sur la Faune des Turbellaries des cotes
de France. (Ass. franc. l'avanc. sc, C. r. 18. sess., Paris, 1889, 2. p.,
Paris, 1890, S. 570—579.)
Im Mittelmeer kommen bei 50 m Tiefe mannigfach bestimmte
Nemertinen in Bryozoenrasen vor.
D. Systematik.
1. Phylogenie und Verwandtschaft.
Vgl. auch oben Hertwig S. 45, Davenport S. 49, Fowler
S. 51, Heider S. 52.
Keimel, J. VOU. Sur une division definitive du regne animal
en „phyla", division basee sur les recherches morphoembryologiques.
(Gongres Internat, de Zool., 2. sess, a Moscou, 1. partie, Moscou,
1892, S. 68—73.)
60 Dl"- Carl Matzdorff:
17 Thierklassen, deren eine die Br. bilden. Er theilt ein:
I. Protozoa.
IL Metazoa.
1. Radiata.
2. Bilateralia.
a. Insegmentata. (Hierher die Br.).
b. Segmentata.
oder 2. Bilateralia
a. Thiere mit Gastrula.
b. Thiere mit Trochosphaera.
«. Insegmentata. (Hieher Rotatoria, Br, und
Mollusca.)
ß. Segmentata.
Marshall, A. M. Outline Classification of the Animal Kingdom.
(Manchester Mus., Owens College. Mus. Handbooks.) 2. edit.
Manchester, 1892, 15 S.
Die Bryozoen bilden eine Klasse der Vermes und werden ein-
getheilt: 1. Pterobranchia. 2. Entoprocta. 3. Ectoprocta, a. Gymno-
laemata, b. Phylactolaemata.
Haacke, H. Die Schöpfung der Thierwelt, Leipzig und Wien,
1893, S. 292—293, 2 Abb.
Die Bryozoen sind ein .sich von den Würmern abgliedernder
Stamm, der durch Anjjassung an gleiche Lebensweise grosse
Aehnlichkeit mit den Hydroidpolypen erworben hat
Lameere, A. Prolegomenes de Zoogenie. (Bull. Sc. France
Belgique, t. 23, Londres, Paris, Berlin, 1891, S. 399—411.)
Die Bi-. gehören zu den Helminthozoariern oder A[)locoeliern.
Sie entsprangen der Fixirung einer Larvenform der Anneliden.
Thiele, J. Die Stamm esverwandschaft der Mollusken. Ein
Beitrag zur Phylogenie der Thiere. (Jen. Ztschr. f. Natwiss., 25. B.,
Jena, 1891, S. 480-544.)
Die Biyozoen können schon der grösseren Centralisation ihrer
Organe wegen nicht die Stammeltern der Mollusken sein. Ob ihre
angelieftete Seite dem Rücken oder dem Bauch der verwandten
Thiere entspricht, ist ungewiss. Der Tentakelkranz steht vermuthlich
zu dem Räderapparat der Rotatorien in genetischer Beziehung. Bei
der Erörterung der Trochopliora wird noch mehrfach auf die Bryo-
zoen eingegangen.
Scliimkewltsch, ^^, Sur les relations entre les Enteropneustes
et les Acraniens. (Revue sc. nat., Soc. Nat. St. Petersbourg, 1892,
S. 92—109, 3 Fig.)
Die Metanephridialcanäle zeigen drei Formen, deren erste bei
den Anneliden und Mollusken, zweite bei den Wirbelthieren, dritte
bei den Enteropneusten, Chephalodiscns^ den Echinodermen und
wahrscheinlich beim Amphioxus vorkommt. Meist entwickeln sie
sich im letzten Falle aus dem Ectoderm; sie öffnen sich nach aussen.
Derselbe. Sur les relations genetiques de Metazoaires.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 ii. 1893. 61
(Congres Internat, de ZooL, 2. sess., a Moscou, 2. partie, Moscou,
1893, S. 215—240, 5 Fig.)
Die Verwandtschaftsverhältnisse der Bryozoen. Von einem
hyothetischen Trochozoon leitet er die mit einem Paar von Cölom-
säcken versehene Enterocoelula ab. Auf der folgenden Stufe hat
sich das Cölom in einen Abschnitt für den Kopf läppen und die
Tentakeln und in ein Rumpfcölom gegliedert. Dieses Stadium
{Tentaculiger) stellen die Biyozoen, Phoroniden, Sipunculiden und
Echinozoen dar, von denen die drei erstgenannten Gruppen das
Metanephridialsystem im hinteren, die Echinozoen im vorderen Theile
der Körperhöhle tragen. Cephalodiscus gehört zu den Enteropneusten
und steht als monobranchiale Form den polybranchialen ßalano-
und SuccoglossKs gegenüber.
Cholodkowsky, N. Contribution a la theorie du mesoderme
et de la metamerie. (Congres Internat, de Zool. 2. sess., ä Moscou,
1. partie, Moscou, 1892, S. 58 — 65.)
Die Er. gehören zu den Thieren, deren Mesoderm von Zellen
abstammt, die sich während der Segmentation des Dotters oder
während der Gastrulation differenziren. Die Br. gehören ferner zu
den Archicoeliern, deren Leibeshöhle unmittelbar von der Urhöhle
der Segmentation herstammt.
Blochmann, F. lieber die Anatomie und die verwandt-
schaftlichen Beziehungen der Brachiopoden. (Arch. Ver. Fr. Nat-
gesch. Mecklenburg, 46. J. (1892), Güstrow, 1893, S. 37—50.)
Bei der Beurtheilung der systematischen Stellung der Brachio-
poden wird auch auf ihre Beziehungen zu den Br. eingegangen.
Verf. schliesst sich Caldwell an, der die Brachiopoden, Bryozoen,
Fhoronis und die Sipunculiden zusammenfasste, und nimmt den
von Lang (s. Ber. f. 1889, S. 16) gewählten Namen der Prosopygier
für diese Gruppe an. Sie sind alle unsegmentirte Thiere mit echtem
Coelom, einem Paar Nephridien, einem in der dorsalen Mittellinie
weit nach vorn verlagertem After, mit dorsalem Ganglion, Schlund-
ring und ventralem Ganglion. Ferner haben die Br. mit den
Brachiopoden und Phoroniden den Armapparat, das Epistom und
die Festheftung durch einen ventralen Fuss gemein, während ihre
Larvenform und einige andere Verhältnisse ihnen eine isolirte Stellung
anweisen.
Willey, A. Studies on the Protochordata I. (Quart. Journ.
Micr. Sc, V. 34, London, 1893, S. 317—360, Taf. 30. 31. 6 Fig.)
Vergl. für die Stellung von Cephalodiscns das Ref. auf S. 12.
Morgan, T. H. The Growth and Metamorphosis of Tornaria.
(Journ. of Morph., V. 5, Boston, 1891, S. 407—458, Taf. 24—28.)
Verf. kommt mehrfach auf die Verwandtschaftsverhältnisse der
Bryozoen, sowie von Cephalodiscus und Rhuhdopleura zu sprechen.
Fischer, H. Recherches sur la morphologie du foie des
62 Dr. Carl Matzdorff:
Gasteropodes. (Bull. Sc. France Belgique, t. 24, Londres, Paris,
Berlin, 1892, S. 260—34(5, Taf. 9—15.)
Vergleich der Leber der Gasteropoden mit der Br. Beide sind
in der Embryonalperiode analog, später aber verschwindet die
Aehnlichkeit völlig.
2. Systematik der Klasse» Neue Fot^tnen.
Vgl. auch oben Prouho S. 46, Davenport S. 49, Marshall
S. 60, unten Meissner S. 75.
Hiiicks, T., Contribution towards a General History of the Marine
Polyzoa, 1880—91. Appendix. (Ann. Mag. Nat. Eist., V. 9, 6. ser.,
London, 1892, S. 327—334).
Fortsetzung der Beiträge zur Naturgeschichte der Meeresbr.
(S. Ber. f. 1891, S. 38). Mncronella laevis Mac G. ist identisch mit
AI. teres. M. spmosissima ist von M. Peacldi var. odocientata Hincks
verschieden. Die vom Verf. als major bezeichnete Form ist eine
eigene Art, für die er den Namen perforata vorschlägt, ExocheUa
longirostris Juli, ist Mucro?iella tricnspis. Lumdites incisa gehört wohl
zu Co7iescharellina d'Orb. Craspedozoum Mac G. ist synonym mit
J[Je7nbrampora. Crasp. ligulatvm und spicatum sind kaum von
Menibr. rohovata unterschieden. Auf Memhnmipora ampledens ist eine
neue Gattung zu begründen:
Heterooecium: „Zooecia pyriform, aperture large, occupyiug about two
thirds of the front, closed in by a membranous covering- and furnisbed with
marginal spines (calcareous); immediately below the aperture a tall articulated
spine. Ooecium borne on gigantic cells, which are elongate and of considerable
width, extending over almost the wbole of the aperture, which is covered by a
roof composed of rib-like processes springiug from the opposite sides of the cell-
wall, and bending slightly inward so as to meet in the centre, where their
extremities are soldered together, whilst they are united laterally by a calcareous
expansion, the oral arch pointed; ovicelligerous cells placed betw^een the divergent
lines of zooecia at a bifurcation".
Membranipora variegata ist M. echinata d'Orb. Diachoris didcms
ist nicht D. spinigera. Membranipora pilosa L. forma multispinata
ist unter letzterem Namen zur Art zu erheben.
Derselbe. Contributions towards a General History of the
Marme Polyzoa, 1880—1891. Appendix. (Ann. a. Mag. Nat. Eist.,
V. 11, 6. ser., London, 1893, S. 175—182, V. 12, 6 ser., London, 1893,
S. 140—147).
Weitere Beiträge zur Naturgeschichte der Meeresbr. (s. Ber. f.
1880 und 1881, S. 194; Ber. f. 1882 und 1883, S. 180, 183—185;
Ber. f. 1884 und 1885, S. 252, 253, 257, 258; Ber. f. 1891, S. 38
und 40, sowie das vorang. Ref.) Zunächst setzt Verf. die Sj^nonymie
einiger Stegano- und Thalamoporellen auseinander. Monoporella albi-
cans gehört zn Schizoporella aperta. Weitere Bemerkungen betreffen
Euthyris obtecta, Stirparia, Farcimia apjjendmdata^ Schizoporella
cinctipora, Lepralia foraminigera^ L. rectilitieata, Mncronella bicuspis.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 63
Membranipora margmella, Smittipora ahyssicola^ Microporella Fue-
gensisj Porella malleolus. Fedicellinopsis muss mit Barentsia ver-
einigt werden. Schliesslich werden besprochen Cellana fisttdosa var.
australisj Menipea marginata^ Cydipora praelojiga, Schizoporella suh-
sinuata, Seh. biturräa, Diachoris quadricormita, Flustra spinuligera,
Schizoporella concinna.^ Seh. bimunita und Lepralia lancifera.
Norman. A Month on the Trondhjem Fiord. (Ann. Mag. Nat.
Hist., S. 6, V. 12, London, 1893, S. 341—367, 441—452, Taf. 16, 19.
Eb. V. 13, 1894, S. 111-133, 150-164, Taf. 6, 7).
Auf den Dredschzügen im Throndhjem - Fjord gefundene
Bryozoen. Die Arten, die die grossen Tiefen bewohnen, sind
Caherea Ellisii, Bicellaria Alderi^ Menipea Jeffreysii^ Flustra
Barleei, Tessarodoma gracile, llornera lichenoide», H. ciolacea, Id-
monea atlantica, Rhabdopleura Normani. Im speciellen Theil geht
Verf. auf den Bau, die Synonymik und die geographische Ver-
breitung der folgenden Gattungen und Arten ein. Menipea Jeffreysii
Norman. Kinetoskias Smitti Dan. ist identisch mit Bugula flexilis
Verrill; Naresia cyathus Wyv.-Th. muss in die Gattung Kinetoskias
versetzt werden; bemerkenswerth sind in der Gattung K. die Wurzel-
fasern, mit denen sie im Mud festsitzt, ähnlich wie Rhizocrinus,
Aglaophenia und Stylocordyla. Scrnpocellaria intermedia n. sp. steht
>S'. scrupea nahe. Flustra Barleei Busk. Die Gattung Electra
Lamouroux, insbesondere E. pilosa L. wird ausführlich abgehandelt.
Verf. zählt von dieser Art 10 Varietäten, darunter mehrere neue,
auf. Der Gattung Foveolaria Busk nahe steht
Eamphonotus nov. gen. : „The zooecia, if developed freely in form, remind
US of those of Electra, being turbinate, with a calcareous part posterior to the
area, widening upwards Irom the base; but ordinarily, in their crowded State,
only a sufficieut part of this posterior portion remains to support the avicu-
larium ; the area is nearly as wide as long and often somewhat trifoliate in
form ; the mouth-opening is a slit close to its anterior margin, the border
surrounding the area is calcareous and may be armed with spines. Ooecia
large, globose, and imperforate. An avicularium of lai'ge size (sometimes mon-
strously so), with acute mandible, would seera to be habitually present on the
adult zooecia, situated on the central portion of the zooecium on or immediately
behind the hinder margin of the area, and is often elevated on a pedestal".
Hierher gehört R. minax (Busk) = Membranipora Flemingii
forma oninax Smitt = Membr. minax Hincks. Tessarodoma gracile
M. Sars. Der Gattung Mticronella steht nahe (doch fehlt die
„lyrula")
Hemicyclopora gen. nov,: „Zooecia with pores confined to the sides and
sometimes anterior portion of front wall. Mouth opening well arched above,
lower margin straight (no denticle within the lip). Reproduction by ooecia,
which are imperforated. No avicularia. No special pore („fenestrelle)".
Discopora emucronaia Smitt = Lepralia polita Hincks wird unter
dem Namen Hem,icyclopora polita (Norman) hierher gerechnet. Die
Synonymie von Forella bella Busk wird genau erörtert. Smittia
g4 Dl- Carl Matzdorf f:
Lundshorovii Johnst. S. urcfica n. sp. = Escharella porifera Smitt.
Celleporella hyalina L. var, nov. catenifera Norman. Die syste-
matisclie Stellung von Rhahdopleura Normani Allm. wird erörtert.
— Ausserdem werden noch weitere Arten mit ihren Fundorten auf-
gezählt.
Wilson, J. B. On a New Species of Blcellaria. (Proc, R. Soc.
Victoria, V. 2 (N. S.), Melbourne, 181)0, S. 64).
Steht Stirparia nahe und verbindet beide Gattungen. Fundort
Point Nepean.
Mc Gillivray, P. H. Description of New or Little Known
Polyzoa. Part 13. (Proc. R. Soc. Victoria, V. 2 (N. S.), Melbourne,
1890, S. 106—110, Taf. 4, 5).
Beschreibungen von Notamia gracilis Mc G., ßtirpariu exili
n. sp. (vgl. das vorang. Ref., wo die Art zu Bicellariu gestellt ist)^
Biflustra sericea n. sp., B. uncinata n. sp., Schizoporella impur n. sp.,j
S. speciosa n. sp., S. nodulifera n. sp., Ä Porteri n. sp., Mucronella
mentalis n. sp., Lagenipora simplex n. sp., Amaihia jjhonosa n. sp.
Derselbe. Descriptions of New or Little-Known Polyzoa.
Part. 14. (Proc. Roy. Soc. Victoria, V. 3 (N. S), Melbourne, 1891,
S. 77—83, Taf. 9, 10).
Es werden behandelt Menipeu Porteri Mc G., Euthyris Woosteri
n. sp., Membranipora sejnncta n. sp., Biflustra coronata Hincks, B. aci-
culata n. sp., B. Savartii Aud. var., Micropora ahyssicola Smitt, Lc-
prulia lateralis n. sp., L. Fcegeensis Busk, Schizoporella pinlchra n. sp.,
S. insignis Hincks, iSmittia ohsciira n. sp., Fasciculipora laevis n. sp.
Helm, St. CordylopJiora lacusfris, and five new forms of animal
life. (Journ. New- York Microsc. Soc, V. 8, New-York, 1892, S. 43
bis 50, Taf. 29—31).
Verf. fand an zwei Stellen des bei New-York gelegenen Morris
and Essex-Kanales zwei Bryozoen. Urnatella Walkerii n. sp. unter-
scheidet sich von U. gracilis Leidy durch den glatten Stamm, hat
8 bis 10 Tentakeln mit jederseits 30 - 40 Cilien. Octocella libertas
n. gen. n. sp. hat 8 Tentakeln ; sie scheint Valkeria pnstidosa Hincks
nahe zu stehen, besitzt jedoch eine Röhre.
E. Faunistik.
a. Geographisclie A'eibreitimg im Allgemeinen.
Vgl. auch oben Simroth S. 57.
Müller, C. Kosmopolitische Thiere. (Der zool. Garten, 34 J.,
Frankfurt a. M. 1893, S. 83—87, 117—122, 144—150, 179—186,
206—213, 227—232, 277-281, 307—310, 339—345, 375—381).
Zu den kosmopolitischen Thieren gehören folgende Br. (S. 345)
Bvgula neriima und Aetea unguina sind nahezu panthallische Arten.
Trouessart, E. L. Die geographische Verbreitung der Thiere,
üb. V. W. Marshall, Leipzig, 1892, VI, 371 S., 2 Karten.
Führt die Biyozoen unter den Thieren auf, die hauptsächlich
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 65
Seebewolmer, den Verbreitnngsgesetzen der Seethiere unterliegen.
Er betont ihre Wanderfähigkeit im Larvenstadium und ihre Ver-
schleppung im Statoblastenstadium durch Vögel. Sie sind Cha-
rakterthiere der Strandzone der „Brachiopoden und Korallen", die
Tiefen von 91 bis 185 m umfasst.
Waltlier, J. Einleitung in die Geologie als historische Wissen-
schaft, 1. u. 2. Theil, Jena, 1893, 534 S.
Mehrfach geht Verf. auf die Lebensverhältnisse der Br. ein.
Zoohothrwm jjellucidnm ist ein algenführendes Thier. Viele Br. ge-
hören zum sessilen Benthos. Ihre befruchteten Eier dagegen sind
planktonisch. Man kann daher die Br. meroplanktonisch nennen.
Bei den Ryk-Ys-Inseln bildeten Kalkbryozoen dichte Rasen in 90 m
Tiefe. Verf. zählt 17 euryhaline Arten auf; die übrigen Meeres-
bryozoen sind meist stenohalin. Die Br. betheiligen sich an der
Ausscheidung des Kalkes aus dem Meerwasser und somit an der
Bildung von Kalklagern. Flustra foliacea enthält 21,3 % Dolomit.
Die Br, gewähren sich durch ihr Zusammenleben Schutz gegen die
Wasserbewegung. An der Schorre unserer nordischen Küsten leben
Br. geschützt von einem Mantel von Tangen. Die Felsen des Block-
strandes sind oft mit Br. bedeckt. Zwischen den i'othen Kalkalgen
des Golfes von Neapel leben Echura, Lepralia^ Flustra. Zu den
Relicten-Formen von Binnenseen gehört .Memhranipora Lacroixii.
Bewohner des rothen Thones, also echte Tiefseethiere, sind Furci-
minaria pacifica (4206 m), Salicornaria malvinensis (2651), S. tenui-
rcstris (4023), S. hicornis (4023) und Bifaxaria ahyssicola (5714).
Reich an Br. sind die oceanischen Inseln. Bryozoen siedeln sich
oft auf absterbenden Korallen an. Manche Brachyuren tragen Br.
auf dem Rücken.
Ein eigener Abschnitt (S. 331 — 345), der den Bryozoen ge-
widmet ist, geht namentlich auf ihre Verbreitung und insbesondere
auf ihre verticale Vertheiluno- ein.
b. Einzelne Gebiete.
a. M e e r e s g e b i e t e.
1. Ostsee.
Kojevnikov, G. La faune de la mer Baltique Orientale et les
problemes des explorations prochaines de cette faune. (Congres
Internat, de Zool. 2. sess., ä Moscou, 1. partie, Moscou, 1892, S. 132
bis 157.)
Zur Fauna der östlichen Ostsee gehört allein Memhranipora
pilosa L. var. memhranacea Smitt. Sie kommt in 0 bis 94 m Tiefe
vor bei Rügen, Bornholm, an der schwedischen Küste, in der Stolper,
Mittel-, Hoborg-, Danziger Bucht, bei Brüsterort, Memel, Polangen,
Libawa, Windawa, Gotland, Dalarö, Worms Dago, Port Balt., Reval,
Aldi. f. Natmgescli. .laliig. 1893. P.d.U. H.3. 5
66 Dr- Carl Matzdorff:
Paponwiek, Nanva, Helsingfors, im Klippenmeer, in der Alandsee,
bis zu 62 0 6 ' n. Br.
2. Nordsee,
Möbius, K. lieber die Tliiere der schleswig-holsteinischen
Austembänke, ihre physikalischen und biologischen Lebensverhält-
nisse. (Sitzgsber, kgl. preuss. Ak. Wiss., 1893, Berlin, S. 07 — 92.)
Zu den Thieren der schleswigschen Austernbänke gehören
Memhra?npora reticulum (L.), Alcyonidiu?u mytili Dal., A. gelati-
nosum (L.) und Pedicellina nutans Dal. Sie ernähren sich u. a.
auch von Austernschwärmlingen. Andererseits fressen die Austern
Bryozoen, namenthch ihre Schwärmlinge. Das Gallertmoosthier
erschwert das Fischen der Austern.
Auf der Helgoländer Austernbank wurden Bicdlana ciliata (L.),
Biigida plumosa (Fall.), ScrupoceUaria scrupea Busk, Alcyoiiidium
gelat. (L.), A. parasiticvm. (Flem.) u. Pedicellma cernuu (Fall,) ge-
funden, in dem Austerngrund der südlichen Nordsee Caherea ellisi
(Flem.), Membr. püosa (L.), Uornera vioJacca Sars und //. liche-
noides (L).
Dahl, F. Untersuchungen über die Thierwelt der Unterelbe.
(6. Ber. Comm. wiss. Unters, d. deutschen Meere, in Kiel, f. d. J. 1887
bis 1891, 17.— 21. Jahrg., 3. Heft, Berlin, 1893, S. 149—185, 1 K.)
In der Unterelbe fanden sich Fhstra foliaccd (L.) und Memhra-
nipora pilosa (Fall.) var. niembranacea Müll.
Apsteiu, €. Die während der Fahrt zur Untersuchmig der
Nordsee vom 6. — 10. August 1889 zwischen Norderney und Helgo-
land gesammelten Thiere. ((5. Ber. Comm. wiss. Unt. d. deutschen
Meere, in Kiel, f. d. J. 1887—1891, 17.— 21. Jahrg., 3. Heft, Berhn
1893, S. 191—198.)
Zwischen Norderney und Helgoland wurden gesammelt: Scrnpo-
cellaria scruposa van B., Canda reptans L., Bvgula flabcUafa Bush,
Flustra foJiaeea L., 4 Membranipora, 5 Lepralia^ Crisia ehrniea L.,
Tubidipora flabeUnris Johnst., 2 Aleyonidinm^ Vcncnlaria cnsciiiu L.,
Cyphonautes.
M'Intosli. The Felagic Fauna of the Bay of St. Andrews.
(11. Ann. Rep. Fishery Board Scotland, for the year 1892, Fart 3,
Edinburgh, 1893, S. 284—389.)
Eine sehr ausführliche Liste von pelagischen Fängen in der
Bai von St. Andrews. Sowohl im Oberflächen- als auch im Mittel-
wassernetz wurde an vielen Orten Cyphonautes gefangen.
5. Irische See.
Herdmaii, W. A. Fifth annual Report of the Liverpool Marine
Biological Station now on Fuffin Island. (Froc. Trans. Liv. Biol.
Soc, V. 6, Liverpool, 1892, S. 10-39.)
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 n. 1893. 67
Aus den Dredschungen der Hyaena sammelten W. Thornely
und J. V. Milward 19 Arten imd 2 Varietäten, darunter Scla'zopom
unicornis. Neu für die Puffininsel ist PediceUina cernua var. glahra.
An der Hilbreinsel fanden sich 18 Arten, darunter als neu für die
Localfauna Cellaria fistulosa^ Cellepora avicularis und Boioerhankia
pustulosa.
Derselbe. Sixth Anmial Report of tlie Liverpool Marine Bio-
logy Committee, and their Biological Station at Port Erin. (Proc.
Trans. Liv. Biol. Soc, V. 7, Liverpool, 1893, S. 45—97.)
Die Ergebnisse der Biologischen Station zu Port Erin i. J. 1892
bis 1893. 3 miles westlich von Fleswick fand sich bei 20 Faden
Cellaria fistulosa, 14 miles w. von Dalby wurden in 60 F. Tiefe
30 Arten gefischt, darunter Beania mirahilis, Cellaria fistulosa^ C. si-
nuosa^ Stomatopora grajiulata. 8 miles w. von Fleswick, 33 F.:
Membranipora trifolium^ Schizoporella simplex. 1 mile westlich von
Calf Island^ 20 Fad.: Schizoporella linearis, Hippothoa flabellum.
Im Ganzen wurden am 5. Juni, dem Tage dieser Dredschungen,
57 Br. gefunden. Am folgenden Tage fand man 25 miles südöst-
lich von Port St. Mary in 23 Faden Tiefe Cellaria fistulosa, im
Ganzen 24 Arten. Einige weitere Fundorte ergaben gleichfalls nicht
unbedeutende Fänge; aus der Morecambe Bay ist zu erwähnen
Bov)erhankla caudata, aus der Laxey Bay Membranipora spinifera.
Brook, G., Haddon, A. C , Hoyle, W. E., Thompson, J. C,
Walker, A. 0., und Herdman, W. A. The Marine Zoology of the
L'ish Sea. (Rep. 63. Meet. Brit. Ass. Adv. Sc, Nottingham 1893,
London, 1894, S. 526—536, Taf. 4, 2 Fig.)
Folgende Funde von Br. in der irischen See. Laxey Bay
(Ostseite der Insel Man): Membranipcra spinifera^ Cellepora ramu-
losa, PediceUina gracilis u. a. In der Nähe des Port Erin: Chori-
zopora Brog?iiartii^ Cyli^idroecium dilatatimi, Smittia trispinosa, Dia-
stojjora suborbicularis, Aetea recta und Alcyonidium mamillatwn.
6 miles westlich von Contrary Head (W.seite Maus) bei 37 Faden:
Ale. mam.^ Cellepora dichofotna^ PediceUina grac. Vor der Port
Erin Bay: Membranipora imbellis, M. Dimierilii, MucroneUa ventri-
cosa, M. variolosa, Stomatopora gramdata^ S. major^ Lepralia pertusa,
Schizoporella linearis in drei Abarten. Nordseite der Fleshwick Bay,
15 Faden: Pulmicellaria Skenei. 6 miles nw. von Port Erin, 33 Faden:
Alcyonidium gelatinosum. IV2 miles von Bradda Head (in der Nähe
Port Erins), 12 — 15 Faden: Bowerbankia caudata. Im Ganzen be-
stimmte L. R. Thornely 81 Arten, Neu für den District sind: Alcyo-
nidiui7i mamillatum^ Palmicellaria Skenei und Lepralia edax.
4. Kanal.
Bizet, E. Catalogue des Mollusques observes a l'etat vivant
dans le departement de la Somme. 2. partie. (Mem. Soc. Linn.
Nord France, T. 8, Amiens, 1892, S. 262—405.)
5*
68 I>r- Carl Matzdorff:
Die den Mollusken angeschlossene Fauna der Bryozoen (S. 393 ff.)
umfasst folgende Arten: Flvinatella cnstata Lam., campanulata Lam.,
repens Lam., Ivcifvga de Blainv., Cristatella vagans Lam., Alcyo-
?iella ßuviatüe Brug., PahidiceUa articidata Gerv., Eschara foliacea
Lam., Lepralia reticvlata Macy, jKdlasiana Macy, foliacea Ellis,
pertusa Esper, adpressa Busk, hippoptfs Smitt, Retepora cellulosa
Lam., Beaniana King, Lichenopora verrwcaria Fab., radiata Aud.,
hispida Flem., Domopora trvncata Johns., stellata Gold., Diastopora
siihorhicularis Hincks, patina Lam., Sarnieiisis Norm., obelia John.,
Cdlepora pumicosa L., avicidaria Hincks, dichotoma Hincks, armata
Hincks, Costazü Hincks, ramulosa Hincks, Memhranipora püosa L.,
membranacea L., Lacroivii Aud., Flemifigü Busk, spinifera John.,
craticula Aid., Dimierilii Aud., nitida John., JElectra verticilLata
Lamour., Cellaria salicornia Lam., sinuosa Hass., Bicellaria ciliata
de Blainv., avicularia Fall., reptans de Blainv., Biigida flabellata
Thomps., pliimosa Fall., turhinata Aid., purpurotincta Norm., calatJms
Norm., Scnrpocellariu scruposa L., elliptica, scntpea, Menipea Jeffreysii
Hincks, ternata Ellis, Eucratea chelata Lamour., Gemellaria loricata
Sav., Fivstra foliacea L., papyracea Esper, securifrons Fall., Barleei
Busk, telacea Lam., Anguinana anguina Ellis, Tuhdipora serpens L.,
lobulata Hass., fimbria Lam., Crisia denticidata, Lamour., cormda
Lamour., ehurnea Lamour., Hornera lichenoides Lamour., Vesicidaria
sjnnosa L., Serialaria lendigera Lam.
Hallez, P. Deuxieme Supplement ä la liste des Bryozoaires
du Boulonnais. (Revue biol. du Nord de la France, T. 5, 1S92
bis 1893, Lille, 1893, S. 123—124.)
Eine weitere Vervollständigung der Verzeichnisse der Br. der
Küste von Boulogne (s. Ber. f. 1889, S. 27; f. 1891, S. 42). Es sind
Alci/onidiuni parositiaon Flem., Amathia lendigera L., Bowerhankia
pustulosa Ell. et Sol. und Pedicellina cernua Fall.
Micro Marine Zoology at Home. (Sc.-Gossip, V. 27, London,
1891, S. 89.)
Von Jersey Alcyonidium papillosum^ Membra^iipora pilosa, Crisia
denticidata u. a. kleine Bryozoen.
* Gabbett, H. S. On the Marine Folyzoa of Eastbourne. (Trans.
Eastbourne Nat. Hist. Soc, V. 2, 1893, S. 342—349.)
Garstang, W. Notes on the Marine Invertebrate Fauna of
Plymouth for 1892. (Journ. Marine Biol. Assoc. United Kingdom,
N. S., V. 2, No. 4, 1892, S. 333—339.)
In der Fauna von Flymouth ist Pedicellina gemein. Crisia den-
ticidata ist jenseits des Brackwassers häufig. Philine punctata
war mit Bugida besetzt.
Parkinson, C. Fishing in Sea-Fuddles. (Science-Gossip, V. 26,
London, 1890, S. 196—199, F. 108—114.)
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 w. 1893. 69
Das Aestuar von Salcombe in South Devon ist reich an Bryo-
zoen ; eine Anzahl derselben wird genannt, einige werden abgebildet.
Derselbe. Hunting for Zoophytes. (Sc.-Gossip, V. 27, London,
1891, p. 248—249, Fig. 206-209.)
Schilderung von Becmia mirahilis vom Salcombe Harbour auf
Plocamium coccmeum.
5. Dänemark.
Lerinsen, G. M. R. Polyzoa. (Det videnskab. Udbytte af
Kanonbaaden ,, Hauchs" Togter i de Danske Have indenfor Skagen
i aarene 1883—1886, ved J. Petersen, Kjöbenhavn, 1893, S. 243
bis 306, Taf. 1—3.)
Zuerst wird anf die Verkalkungen und die Verbingsplatten einge-
gangen. Es unterscheidet Verf. eine fing-, linien-, gürtelförmige und
gestaltlose (homogene) Verkalkung. Ein zweiter Abschnitt ist den
Ovicellen gewidmet. Es folgen Bestimmungsübersichten für die
dänischen Gattungen und Arten. Zum Schluss w^erden diese, im
Ganzen 65, aufgezählt.
6*. Norwegen.
Vgl. auch oben Norman S. 63.
Herdman, W. A. Notes on the Collection made during the
Cruise of the S. Y. ,,Argo" up the West Coast of Norway in
July 1891. (Proc. Trans. Liverpool Biol. Soc, V. 6, Liverpool,
1892, S. 70—93.)
Folgende Funde von der Westküste Norwegens. Rhahdopletira
mirahilis auf Steinen im Korsfjord bei Leere-osen, 89 Faden;
Leköe Fjord, 130 Fd. Flustra u. a. Arten bei Ask, 4 miles von
Bergen, 200 F. Retepora cellulosa und 7 a. A. im Throndhjem
Fjord. Dieselbe u. 22 a. A. zwischen Havö und Maasö, 50 Fad.
Dieselbe und a. A. 11 miles vom Nordkap, 150 Faden. Im
Kekstenfjord fanden sich 23 Ai'ten. Die Liste zählt 55 Formen auf.
Nordgaard 0. Enkelte traek af Beitstadfjordens evertebratfauna.
(Polj^zoa, Echinodermata, Hydroidae.) (Borgens Mus. Aarbog for
1892, Bergen, 1893, Non 2, 11 S.)
Der Beistadfjord beherbergt folgende Br. : Scrupocellaria scahra
van Ben., Caberea ellisii Flem., Btigula mwrayana Johnst., Kindoskias
smittii Kor. et Dan,, Flustra foliacea L., Membranipora pUosa L. var.
dentatcij Cribilina figularis Hcks., Porella laems Flem., Smittia
reticulata McG., S. landsborovii Johnst., Mticronella peachii Johnst.,
M. pavonella Alder, Retepora cellulosa Johnst., Stomatopora major
Johnst., Idmonea serpens L., J. atlantica Forbes, Diastopora patina
Lam., Ilornera lichenoides L., Lichenopora hispida Flem.
70 Dr. Carl Matzdorff:
7. Weisses Meer.
Schlater, Gr. Umriss der Hydrofauna und Verzeichniss der
Medusen des Uferlandes der Solowietzkischen Inseln. (Revue sc.
nat., publ. Soc. Nat. St. Petersbourg, 1891, S. 334-342.)
Als vierte Zone ist die der Hydroiden und Bryozoen anzusehen;
sie reicht bis 24 Faden.
Kiiipowitscli, N. Zur Frage von den zoogeographischen
Zonen des weissen Meeres. (Eevue sc. nat., publ. Soc. Nat. St.
Petersbourg, 1891, S. 202—206.)
Flustra foliacea, F. tmncata sowie Kalkbryozoen sind für mehrere
Zonen characteristisch.
Derselbe. Etüde sur la repartion verticale des animaux le
long du littoral des iles Solovetsky et sur le but vers lequel
doivent se diriger tout d'abord les recherches sur la faune de la
naer Blanche. (Congres Internat, de Zool., 2. sess., ä Moscou,
2. partie, Moscou, 1893, S. 58—72.)
Es gehören zu den Charakterthioren derjenigen Zone des
Küstengebietes der Solowezkiinseln, die mit 11 — 17 m beginnt und
bis 60 m und wohl auch noch tiefer hinabsteigt, Flndra foliaca und
F. truncata. Daneben kommen zahlreiche andere Er., namentlich
auch kalkige Formen vor. Die Kalkbr. characterisiren neben
Hydroidpolypen und Brachiopoden diese Zone.
Cliworostansky, C. Ueber die Zonen des Küstenstriches der
Öolowezki-Inseln. (Zool. Anz., 15. J., Lpzg., 1892, S. 214—215.)
Die Bryozoen vertheilen sich auf die folgenden Küstenzonen
der Solowezki-Inseln (s. Ber. für 1890, S. 25) folgendermaassen :
1. Littorale Zone, Fucus: '2 Membrtmipora; 2. Laminarien (4 — 5
Faden) und Florideen (6—8 Faden): 14 Arten; 3. bis 26 Faden:
25 Arten. Von den Solowezki-Bryozoen haben einen arktischen
Charakter Celhdaria Peachii Busk, Tuhulipova fimhria Lam.,
Älci/07iidium 7namillaUim Alder, Vesiciilariu uvae L., Gemellaria
loncata L., Alembrmiipora lineata L. u. M. tmicornis Flem.
Stieren, A. Die Insel Solowetzk im Weissen Meere und ihre
biologische Station. (Sitzgsbr. Natf.,-Ges. Jurjew (Dorpat), 10. B.,
Jurjew, 1895, S. 255—297.)
Tiefer wie 16 m finden sich 2 Flu streif darunter F. foliacea^
und (iemellaria loricata.
S, Karisches Meer.
Chworostauski, K. Verticale Vertheilung der Lebewesen im
Karischen Meere. (Revue sc. nat., publ. Soc. Nat. St. Petersbourg,
1892, S. 33-35.)
Es werden für die verschiedenen Zonen mannigfache Bryozoen
als Charakterthiere aufgeführt.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 71
O. Ch'önland,
A'^aiiliöffen, E. Bericht über botanische und zoologische
Beobachtung-en im Gebiet des Umanak-Fjords. (Von der Grönland-
Expedition.' 3. Verh. Ges. Erdkunde Berlin, B. 20, Berlin, 1893,
S. 338—353.)
Am Strand von Korne fanden sich auf ausgeworfenem Tang
Bryozoen. Auch bei der Station im Umanak-Fjord wurden im
Januar mehrfach Bryozoen gesammelt.
10, Atlantisches ^ordanieriha.
Vgl. auch oben Helm S. G4.
Hiiicks, T. The Polyzoa of the St. Lawrence: a Study of
Arctic Forms. (Ann. Mag. Nat. Hist., 6 ser., V. 9, London, 1892,
S. 149—157, Taf. 8.)
Fortsetzung des Berichtes über Bryozoen vom St. Lawrence
(s. Ber. f. 1888, S. 105; f. 1889, S. 34). Es ^'Qx^^n Flustm soUda
Stimps., Ä/onoporella spimdifera Hcks. var., SchizojJorella cruenta
Norman, Seh. cinda Hcks. var,, Lepralia peHusa Esper,
Memhranipora armifera Hcks., Porella concinna Busk, Cellepova
canaliculata Busk, Lagenipora spinulosa Hcks., Smittia Landshorovii
Johnston und Myriozoum planum Dawson geschildert und ab-
gebildet.
11. Mittelmeer.
Caziot. Faunule locale de Bandol (Var) '(Feuille jeun. natural.,
23. ann., 1892-1893, Paris, S. 126-127.)
Von der an Bryozoen reichen Oertlichkeit werden Lepralia
foliucea., L. Pallasiana, Retepora cellulosa^ Smtttia cervicornis^ Cellepora
avicidarisj C. Costazii^ Myriozoum truncahim.^ Frondipora verrucosa.,
Schizoporclla avriculata^ S. unicor^iis und S. linearis genannt.
12. Bothes Meer.
Namias, J. Su alcune forme briozoarie del mar rosso. (Atti
della Soc. Nat. di Modena, Ser. 3. V. 11, Anno 26, Modena 1892,
S. 74—77.)
Auf einen von der „Scilla" im rothen Meere am 1. December
1891 bei 97 m Tiefe unternommenen Dredschfang wurden erbeutet:
Salicornaria farciminoides Johnst., Cellnlaria (ptadrata Busk,
Memhranipora Lacroixii Aud., Mt/cronella delicaUda Busk, Biflustra
delicatnla Busk, Cellepora ttihigera Busk und Cellepora sp.
Bentivoglio, F. Analisi dei sedimenti marini di alcune
profonditä del mar rosso. (Ebendort, S. 185—202.)
72 D»'- Carl Matzrtorff:
Bezugnahme auf den vorangehenden Aufsatz.
Boiitau, L. Voyage dans la Mer Rouge. (Revue biol. Nord
de hl France, tom. 4, Lille, 1892, S. 182.)
Am Strande des Ataka, südlich Suez, fand sich auf Cardium
auricula Schizoporella Cecilii Aud.
13. Pacifisches Amerika.
Agassiz, A. Report on the Dredging Opperations of the West
Coast of Central America to the Galapagos, to the West Coast of
Mexico, and in the Gulf of California, in charge of Alexander
Agassiz, carried on by the U. S. FishCommission Steamer „Albatross",
Lieut. Commander Z. L. Tanner, U. S. N., commanding. II. General
Sketch of the Expedition of the „Albatross", from Fobruary to May,
1891. (Bull. Mus. Comp. Zool. Harvard College, V. 23, Cambridge,
U. S. A., 1892, S. 1—89, Taf. 1—22.)
Die Tiefenfauna des Panamadistrictes enthielt Exemplare einer
Naresia {Kinet oskias) .
14. Australien.
Vgl. oben Wilson S. 64, Mac Gillivray S. 64.
Haswell, W. A. Observations on the Chlorhaemidae, witli
special reference to ccrtain Australian Forms. (Proc. Linn. Soc.
N.S.Wales, 2. ser., V. 6, Sydney, 1891, S. 329— 356, Taf. 26-28.)
Auf einer neuen Form, Coppingeria longisetosa^ von Port Molle
in Queensland sassen zahlreiche Loxosoma.
ß. Süsswassergebiete.
Vgl. auch oben Kräpelin S. 54, Bizet S. 67.
1, Europa,
Timm, R. Ueber die Flora der Hamburger Wasserkasten vor
Betriebseröffnung der Filtrations-Anlagen. (Verh. Natwiss. Ver.
Hamburg, 1893, 3. Folge I, Hamburg, 1894, S. 1—14.)
In einem der Hamburger Wasserkasten fanden sich im April
1893 zahlreiche Statoblasten.
Lampert, K. Bemerkungen zur Süsswasserfauna Württembergs.
(Jahresh. Ver. vaterl. Naturk. Württemberg, 49. Jahrg., Stuttgart,
1893, S. CII— CIX.)
In Württemberg fand Verf. Alci/oncUu fungosa Pall. (= Flumatella
pohjmorplia Kräp. var. d fungosa) sowie lluuiatella repens (= Fl.
Jahresbericht über die Bryozoeii für 1892 u. 189B. 73
pnl. Kräp. var. a repens) weit verbreitet. Von ersterer wurde
eine 163 g wiegende, an einem Schilfstengel sitzende Kolonie
in einem kleinen Eisweiher bei Feuerbach gefunden, eine zweite
aus dem Aalkistensee bei Maulbronn bedeckte einen Schilfstengel
in 69 cm Ausdehnung. Im See von Monrepos bei Ludwigsburg
Sassen kleine Kolonien an Polygonumblättern. Cristatella viiicedo
Cuv., bisher aus Württ. nicht bekannt, wurde in der Schmiech bei
Ehingen a. d. D. gefunden. Sie war im August (1802) voll von
Statoblasten.
Derselbe. Demonstration von Cristatella 7micedo, (Vhdlg.
Ges. D. Naturf. u. Aerzte, 65. Vers, zu Nürnberg 1893, 2. Theil,
Leipzig, 1894, S. 141.)
Die von Rösel 1754 entdeckte Cristatella rmicedo fand Verf. im
Dutzendteich bei Nürnberg.
Fritsch, A. und Vavra, V. Vorläufiger Bericht über die Fauna
des Unter-Pocernitzer und Gatterschlager Teiches. (Zool. Anz., 15. J.,
Lpzg., 1892, S. 26-30.)
Im Unter-Pocernitzer Teich fanden sich Cristatella ophidioidea
Cuv., Plumatella fungosa (Pall.) und Fl. repens Blainv., im Gatter-
schlager Teiche die beiden erstgenannten.
Kafka, J. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer
Böhmens. 11. Die Fauna der böhmischen Teiche. (Arch. natwiss.
Landesdurchf. von Böhmen, 8. B., N. 2, Prag, 1892, 115, 4 S.)
Es wurden 50 Teiche durchforscht und einige ältere Durch-
forschungen herangezogen. Bryozoen sind in den böhmischen
Teichen weit verbreitet; sie, nicht das fiiessende Wasser, sind ihr
Hauptaufenthaltsort. Die mit Vorliebe dort, in Teichen also an
bewegten Stellen vorkommenden Arten sind Plmnatella repens und
Fredericella lucifuga. Von den echten Teich- und Tümpelformen
ist Plumatella fungosa am weitesten verbreitet. Cristatella ophidioidea
ist gleich weit verbreitet. Ili/alinella vitrea, Lopho/ms Trembleyi
und Paludicella Ehrenhergi sind nur von einigen Oertlichkeiten
bekannt.
Yävra, V. Ein Beitrag zur Kenntniss der Süsswasserfauna von
Bulgarien. (Sitzgsber. Kgl. böhm. Ges. d. Wiss., math.-natw. GL,
1893, No. 46, Prag, 4 S.)
In Material, das aus Plovdiv (Philippopel in Bulgarien) stammte,
fanden sich Statoblasten von PUmiatella. Sie waren in den Cisternen
der Stadt und in einem Flussarm der Marica gesammelt worden.
Steck, Th. Beiträge zur Biologie des grossen Moosseedorfsees.
(Mitth. Natf. Ges. Bern a. d. J. 1893, Bern, 1894, S. 20—73, Taf. 2.)
Plumatella repens L. ist häufig.
Moniez, R. L'odeur du cours d'eau au Square Vauban ä Lille.
(Revue biol. du Nord de la France, 6. annee, Lille, 1893, S. 55 — 61.)
74 I>r- Carl Matzdorff:
In den Gewässern des Square Vaiiban zu Lille sass an Pota-
mogeton Lophopus Tremblei/i, an NenupLar Plntnatella rcpens. Im
Grand Carre, nicht weit vom j ardin Vauban, findet sieb auch Crista-
tella mucedo.
Halsev, J. Pond-Hunting. (Sc.-Gossip, V. 26, London, 1890,
S. 242—243.)
Zwischen anderer Beute fand sich in Sammlungen aus Teichen
L ophopnts crystallinus.
2. Asien,
Bräm, F. Notiz über Cristatella. (Zool. Anz., IGJ., Leipzig,
1803, S. (55-66.)
Die von Dybowski (s. Ber. f. 1889, S. 36) auf Sponciilhi lacustris
aus dem Chalaktir-See (Kamtschatka bei Petropawlowsk) gefundenen
„Gemmulae" sind Statoblasten von Cristatella mucedo Cuv. Diese
kommt also auf Kamtschatka vor.
Ferner stellt Verf. fest, dass auf demselben Bryozoon die Larve
von Sityra fuscata schmarotzt.
3, Azoren.
Olierne, J. de. Excursions zoologiques dans les iles de Fayal
et de San Miguel (A^ores). (Campagnes scientif. du Yacht Mone-
gasque l'Hirondelle, 3. annee, 1887.) Paris, 1888, 111 S., 1 Taf.,
9 Fig.
Plwniatella repens fand sich in der Lagoa Azul auf San Miguel,
ihre Statoblasten wurden in mehreren Seen von Sete Cicadas sowie
in Gewässern der Gärten von Ponta Delgada beobachtet. Auf
Fayal wurden keine Bryozoen gefunden.
4. Afrika,
Vgl. auch unten Kräpelin S. 75.
Meissner M. Beitrag zur Kenntniss der geographischen Ver-
breitung der Bryozoengattung Pb/matcUa in Africa. (Zool. Anz.,
16. J., Leipzig, 1893, S. 385—386.)
Plumatella ist, wie Stuhlmanns Sammlungen zeigen, auch im
Albert- und im Albert-Edward-See einheimisch. Ferner konnte Verf.
auf Schalen von Äetherien des Berliner Museums Phmiatellastato-
blasten nachweisen, und zwar auf Aetheria CaUhmdi Fer. aus dem
Nildelta und verschiedenen Oertlichkeiten des Niles sowie des
Senegals, auf Ä. Cuill. var. Carteroni Michel des Niger, und auf
A. plumhea Fer. aus dem Nil und dem Niger.
Jahresbericht über die Bryozoen für 1892 u. 1893. 75
5. Sädametnica.
Meissner, M. Eine anscheinend neue Süsswasser-Bryozoe
{Lophopus jherinqi n. sp.) aus Brasilien. (Sitzgs.-Ber. Ges. natf.
Fr. Berlin, J. 1893, Berlin, S. 260—263, 2 Fig.)
Rio grande do Sal lieferte dem Verf. PlumaUlla pnnceps und
einen neuen Lophopus^ L. jheringi. Verf. giebt die Maasse der
Kolonien, der Einzelthiere und beschreibt die Statoblasten. Sodann
giebt er eine Bestimmungstabelle der drei bekannten Lophopussivten
nach der Form der Statoblasten, die geographische Verbreitung der
Gattung und zählt die bekannten Süsswasserbr. auf. Es sind 20.
Kraepelin. Ueber afrikanische und südamerikanische Süss-
wasserbryozoen. (Verh. Natwiss. Ver. Hamburg, 1893, 3. Folge,
I. Hamburg, 1894, S. 14—15.)
Stuhlmann hat in Afrika folgende Süsswasserbr. gefunden.
Fredericella sultana, Plumatella i'epens und princeps und die bisher
nur von Bombay bekannte Pedinatella Carteri. — Aus Südamerika
sind folgende bekannt. 1 885 sandte Fritz Müller Plumatella princeps
aus Brasilien. Mchaelsen fand in Patagonien Fredericella sultana
und Plumatella yunctaia Haue. Von Jhering entdeckte bei St. Paolo
in Brasilien Plum. princeps^ Fred, sult.^ Plum. j^olymorpha repens
und Lophopus Lendenfeldi Ridley. Meissners (s. vorang. Ref.)
L. Jheringii ist mit letzterem identisch.
76
Dr. Carl Matzdorff: Bericht etc.
Aiitorenverzeichiiiss.
(Die beigefügten Zahlen bezeichnen die Seiten, auf denen sich die Referate
finden.)
Seite.
Agassiz 72
Alcock 59
Auibronn .... 57
Apstein .... 66
Bentivoglio .... 71
Bizet 67
Blochmann .... 61
Boutan 72
Bräm ... 53. 57. 74
Brass 45
Brook etc 67
Caziot 71
Cholodkowsky . . 53. 61
Chworostansky . . 70
Cori 48
Cosmovici .... 48
Dahl 66
Davenport . . .49. 53
Deniade 50
Ehlers . . . . 46. 47
Engler 59
Fischer 61
Fowler 51
Fritsch u. Vävra . . 73
Gabbett 68
Gadeau de Kerville 58
Garstang .... 68
Girod 57
Groult 45
Guerne 74
Bericht
ültei"
die Rotatorieii-Litteratur im Jahre 1892.
Von
Dr. Ant. Colli n.
I. Verzeichniss der Publikationen mit Inhaltsangabe.
(F = siebe unter Faiinistik ; S = siebe unter Sj'steuiatik. Die mit * bezeichneten
Arbeiten waren dem Ref. unzugänglicli )
Anderson, H., H. & Shephard, J. Notes on Victorian
Rotifers. — Proc. R. Soc. Victoria (new ser.) IV, p. 69 — 80,
Taf. XII— XIII. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1893, p. 48. —
Aufzähluno- von 56 Arten; mehrere neu. F: Australien S.
(Bell," F.) vergl. Dixon-Nuttall, Hood (3) und Wright.
Bergeudal, D. (1). Beiträge zur Fauna Grönlands. Ergebnisse
einer im Jalire 1890 in Grönland vorgenommenen Forschungsreise.
I. Zur Rotatorienfauna Grönlands. Lunds Univ. Arsskr. [Acta
Univers. Lund.] XXVIII [= Kongi. Fysiograf. Sällskap. i Lund
Handl. (Acta Reg. Soc. Physiogr. Lund), ny följd Bd. III] 1891/92,
No. IV.; 180 pp., 6 Taf. — Seite 1—129 systematischer Theil, in
welchem Verf. vielfach auch auf die Anatomie näher eingeht.
Seite 130 — 149 handelt ,,über einige in Grönland beobachtete
Rotiferenmännchen nebst einigen Bemerkungen über die Männchen
und die Wintereier der Räderthiere." Verf. beschreibt ein Männchen
von Furcularia, welches dem 3 von Pleurotrocha mustela und von
Diglena catellina ähnelt, und zwei andere c^, und erörtert eingehend
die Ansichten von Cohn, Hudson, Plate, Maupas und Anderen über
die Copulations- und Fortpflanzimgsfrage. Die Ansicht von Cohn
über die Bedeutung und das Auftreten der Männchen in einer
gewissen Periode scheint richtig zu sein; jedoch ist diese nicht
nur von der Jahreszeit abhängig, sondern vielleicht noch viel mehr
von der Beschaffenheit der Wasseransammlungen, in welchen die
Räderthiere leben, und von den Verhältnissen der anderen in
denselben vorkommenden Thiere und Pflanzen. Auf Seite 150 ff
stellt Verf. Vergleichungen mit anderen Faunengebieten an. In
thiergeographischer Hinsicht können die Rotiferen wenig Interessantes
78 Dl"- Aut. Collin:
bieten, da sie leicht durch den Wind und durch Vögel verschleppt
werden können, und es daher kaum Grenzen für ihre Verbreitung
giebt. Die sehr reiche grönländische Rotiferenfauna bestätigt
die schon an sich wahrscheinliche Annahme von der ausserordentlich
weiten Verbreitung der Gattungen und Arten der Räderthiere,
Eigenthümlicherweise sind die Rhizota (ausser Floscularia) sehr
selten. Es ist erstaunlich, dass eine solche Menge Rotatorienarten
unter so harten Lebensverhältnissen existiren können, während
andere Thiergruppen nur in äusserst geringer Artenzahl ver-
treten sind. F. S.
Derselbe (2). Ehrenberg's Euchlanis lynceus wiedergefunden ?. —
Ibid. No. V, 2 pp. Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1892. p. 794—795. —
Vorlauf. Mittheil, über Gastroschiza n. g. als Vertreter einer neuen
Familie und Anapus n. g. aus Schweden (F, S).
Bertram, — . Beiträge zur Kenntniss der Sarcosporidien nebst
einem Anhange über parasitische Schläuche in der Leibeshöhle von
Rotatorien. Zool. Jahrbuch. Anat. Abth. V, p. 581— G04, Taf.
38—40. (Rotat. p. 596—600. Taf. 40, Fig. 33-39). — B. beschreibt
cyhndrische parasitische Schläuche mit sehr dünner structurloser
Membran, welche rundliche bis polyedrische Zellen enthalten.
Die mit Schläuchen behafteten Rotat. sterben nach einigen Stunden,
platzen auf und die Schläuche zerfallen. Die frei gewordenen
parasit. Zellen wurden von nicht inficirten Rotat. in Menge auf-
genommen und wuchsen in deren Leibeshöhle durch Zelltheilung
zu neuen Schläuchen aus. Die systematische Stellung der Parasiten
lässt Verf. zweifelhaft. Sie fanden sich bei Brachionus urceolaris
Ehi'bg., B. oon Gosse und B. amphiceros Ehrbg.
Bilflnger, L. Ein Beitrag zur Rotatorienfauna Württembergs. —
Jahreshefte Ver. f. vaterl. Naturk. Württembg. Jahrg. 48, p. 107
bis 118. — Aufzählung von 117 Arten, wovon ca. 30 neu für ganz
Deutschland. (F).
Bryce, D. (1). On some moss-dwelling Cathypnadae; with
descriptions of five new species. — Science Gossip XXVIII, p. 271
bis 275, Fig. 155—159. — 1892. F: Grossbritannien. S: Distyla,
Monostyla.
Derselbe, (2). On the Macrotrachelous Callidinae. Journ.
Quekett Micr. Club (2) V, p. 15-23, Taf. II. 1892. — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 795. — Allgemeine Bemerkungen
über die Systematik und Lebensweise der Callidina- und Maciotrachela-
Arten. Von 21 bekannten Arten finden sich 19 in Grossbritannien.
Beschreibung von 4 neuen Arten. F: England, S.
Bütschli, 0. Untersuchungen über mikroskopische Schäume
und das Protoplasma. Versuche und Beobachtungen zur Lösung
der Frage nach den physikalischen Bedingungen der Lebens-
erscheinungen. Leipzig, 234 pp. 23 Fig., 6 Taf. Sep.-Atlas von
19 Mikrophotographieen (Rotat. p. 80—81, Taf. IV, 4—5). — Die
reifen Eier von Hydatina senta zeigen bei starker Pressung recht
deutlich die netzmaschio-e Structur des lebenden flüssiß-en Plasmas mit
Bericht über die Rotatorien-Litteratur im Jahre 1892 79
massenhafter Einlagerung stark lichtbrechender Körnchen in den
Knotenpunkten; die Oberfläche des Eies wird, unter der dünnen Dotter-
haut, von einer schön radiär gestreiften Alveolarschicht gebildet, welche
durch einen dunklen dicken Grenzsaum nach aussen abgeschlossen ist.
Abbildungen des Plasmas des stark gepressten lebenden Eies mit
wabiger Stuctur und der lebenden Zellen des hinteren Wimperkranzes;
im letzteren ist das Plasma nicht fibrillär- wabig structurirt.
Calinan, W. T. On certain new or rare Rotifers from
Forfarshire. — Ann. of Scott. Nat. Hist. 1892, No. 4, p. 240 bis
245, pl. VIII. — Beschreibung von Notops 'pygmaeus n. sp., Copeus
ehrenbergi Gosse, Triarthra terminalis Plate von Dundee. F, S.
Cosmovici, L. (1). Rotiferes. Organisation et Faune de la
Roumanie. — Naturalisto XIV, pp. 44-45, 58—59, 70—71, 83;
5 Fig. — Berichtet über Untersuchungen über die rumänische
Rot.-Fauna; von einzelnen Arten wird eingehender die Organisation
besprochen, wobei C. auf seine früheren Ansichen über die Be-
deutung der contractilen Blase etc. wieder zurükkommt. 23 Arten,
mit 2 (event. 3) n. sp. (F: Rumänien, S: Monostyla, Brachionus,
Notholca).
Derselbe (2). Ce qu'il faut entendre par ,, Systeme aquifere,
organes segmentaires, organes excreteurs, Nephridies." — Congres
Internat. Zool. II, 1. partie, Moscou 1892, p. 16 — 40. Verf. be-
spricht die Benennungen der Exkretionsorgane der Thiere,
gelegentlich auch das Exkretionssystem der Rotatorien Die Namen
Segmentalorgane od. Exkretionsorgane sind aus der wissenschaftlichen
Nomenklatur zu streichen und nur die Namen „glandes renales"
oder ,,Nephridien" anzuwenden. Bei Thieren ohne Nejshridien
werden die Ausscheidungsprodukte wahrscheinlich durch das
Wassergefässsystem entleert, doch ist das letztere nicht den Nephridien
homolog.
Cueiiot, L. Commensaux et Parasites des Echinodermes
(deuxieme note). — Rev. biol. Nord Fi'ance 5'' annee, pp. 1 — 23, Taf. I
(Rotat. pp. 13—14). Ref. v. Matzdorff in: Helios X, 1893, pp. 90—92.
Discopus synaptae Zel. an Syn. digitata bei Arcachon u. Roseoff.
Daday, E. v. (Jeiiö) (1). A Mezösegi tavak mikroskopos
faunaja. — Mathem. es Termeszettud. Ertesito X (1891/92), 1892,
pp. 132—136. — Vorlauf. Mittheilung zu (2).
Derselbe (2). Die mikroskopische Thierwelt der Mezöseger
Teiche. — Termeszetr. Füzetek XV, Heft 3, 1892, pp. 166—207, Taf. I.
Verf. untersuchte zahlreiche Teiche in den Comitaten Torda-Aranyos,
Kolos und Szolnok-Doboka (Siebenbürgen). 53 Rotatorien wurden
gefunden, von welchen 24 nur in je einem Teiche vorkommen;
1 3 Arten sind neu für die ungarische Fauna. Ferner Beobachtungen
über das Auftreten der Thiere zu verschiedenen Tageszeiten. F: Ungarn.
Dixon-Nuttall, F. R. [Furcularia n. sp.], [Briefl. Mittheil, an
J. Bell]. — Journ. R. Micr. Soc. 1892, pp. 444 u. 446. — Erwähnung
einer Furcularia n. sp., die jedoch von Rousselet u. Hudson für
F. tenuiseta ^ehalten wurde.
80 Dl'- Aiit. Collin:
Fritscli, A. & Yävra, V. Vorläufiger Bericht über die Fauna
des Unter-Pocernitzer und GatterscUager Teiches. Zool. Anz. XV,
pp. 26-30. F: Böhmen.
Oiieriie, J. de, et J. Richard (1). Voyage de M. Charles Rabot
en Islande. Sur la faune des eaux douces. — Bull. Soc. Zool.
France XVII, pp. 75 — 80. — Auszug in: Compt. rend. Acad. Sei.
Paris CXIV, 1892, pp. 310— 313; übersetzt in: Ann. Mag. Nat. Hist.
(6) X, 1892, pp. 340—342. — 2 Rotat. aus dem Thal von Lagar-
fljöt genannt. F: Island.
Dieselben (2). Sur la faune pelagique de quelques lacs des
Hautes-Pyrenees. — Assoc. fran^. p. l'avanc. des Sciences (Congres
de Pau (seance du 19. sept. 1892); 3 pp. — Untersuchungen über
Material aus Seen in Meereshöhe von 400 — 2000 m. — F: Pyrenäen.
Hood, J. (1), Floscularia quadrilobata. — Internat. Journ.
Microsc. and Nat. Sei. (3) II, pp. 26-28, Taf. III— IV, 1892. — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 375. — Beschreibung dieser neuen
Art von Dundee. F. S.
Derselbe (2). Floscularia gossei: a new Rotifer. — Intern.
Journ. Microsc. and Nat. Sei. (3) 11, pp. 73—78, Taf. VI— VII. —
Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 375. — Ausführliche Be-
schreibung des Männchens und Weibchens dieser neuen Art von
Stormont Loch, Blairgowrie und Dundee in Schottland. F. S.
Derselbe (3). [Upon a new Rotifer, Notops ruber], [Briefl.
Mittheil, an J. Bell]. Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 911. Nur Namen
und Demonstration der Thiere. S.
Jägerskiöld, L. A. Zwei der Euchlanis lynceus Ehrenberg
verwandte neue Rotatorien. Verlauf. Mitth. — Zool. Anz. XV,
p. 447—449^ 2 Fig. 1892. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1893,
p. 192. Beschreibung von 2 neuen Gastroschiza-Arten. (F. S.)
Imhof, 0. E. (1). Beiträge zur Kenntniss der Lebensverhält-
nisse der Rotatorien. üeber marine, brackische und eurhyaline
Rotatorien. Biol. Centralbl. XII, pp. 560 — 566. Ausz.: Journ. R.
Micr. Soc. 1892, p. 794. — Aufzählung der bisher nur im Meer-
und Brackwasser gefundenen Rotatorien (41 Arten), von denen nur
eine im Golf von Mexiko, alle anderen in europäischen Meeren vor-
kommen; Ostsee 9 Arten und 3 Varietäten, Nordsee 25 Arten, Irische
See 1 Art, Mittelmeer 7 Arten. Nordsee und Mittelmeer haben 1 Art,
Nordsee und Ostsee 3 Arten gemeinsam. — Es folgt eine syste-
matische Uebersicht der eurhyalinen Rotatoria, mit Beifügung der
marinen Fundorte: 40 Arten, von denen der Nordsee nur 4, der
Ostsee 37 Arten angehören.
Derselbe (2). Ueber das Leben und die Lebensverhältnisse
zugefrorener Seen. — Mittheil. Aargau. naturf. Ges. VI, pp. 43—58,
Aarau 1892. — Das Leben in den Seen besteht unter dem Schutze
einer ansehnlichen Schnee- und Eisdecke trotz langer andauernder
Kälte der Luft und trotz der niedrigen Temperatur des oft sehr
wenig tiefen Wassers fort: „subglaciale Faima", z. B. Synchaeta
pectinata auf dem Monte San Bernardino 2080 m über Meer unter
Bericht iibei' flie Rotatorien-Littevatuv im Jahre 1892. 81
einer Eisdecke von 0,55 m bei einer Wassertiefe von nur 0,58 m.
— Quantitative Bestimmungen wurden im Züriclisee ausgeführt, in
welchem unter dem Eise Anuraea aculeata Ehrbg., A. cochlearis
Gosse und ausserordentliich massenhaft A. longispina Kellic. ge-
funden wurden.
Derselbe (3). Beiträge zur Fauna der Schweiz. Thierwelt der
stehenden Gewässer. — Mittheil. Aargau. naturf. Ges. VI, pp. 59
bis 110. (II. Rotatorien, pp. 93 — 110). — Litteraturverzeichniss über
die Rotat. d. Schweiz (45 N°'). Uebersicht der Familien nach Hudson-
Gosse. Aufzählung der bisher in der Schweiz beobachteten Rotatorien
(130 Arten, 3 Vaiiet.). Aufzählung der früher aus der Schweiz als
neu beschriebenen Arten. (F).
Derselbe (4). Die Zusammensetzung der pelagischen Fauna
der Süsswasserbecken. — Biol. Centralbl. XII, pp. 171- — 182, 200
bis 205. (Rotat. pp. 176—178, 203). — Aufzählung der pelagisch
lebenden Süsswasser-Rotatorien: 1 Floscularia, 2 Conochilus, 4 As-
planchna, 1 S^'nchaeta, 3 Polyarthra, 1 Triarthra, 2 Mastigocerca,
1 Dinocharis, 1 Scaridium, 1 Euchlanis, 3 Gastropus, 1 Metopidia,
7 Anuraea, 1 Notholca, 1 Pedalion (zusammen 29 spec. u. 1 var.).
Davon! nur selten gefunden: Floscul. mutabilis Bolt. (Birmingham
und Schwarzwald), Conochilus dossuarius Huds. (Birmingh. und
Schwarzw.), Mastigocerca cylindrica Imh. u. Gastropus hudsoni
Imh. (nur Schwarzwald), ferner selten: Anur. tuberosa Imh,, A. inter-
media Imh., A. stipitata Ehrbg., A. tecta Gosse; Pedalion mirum
Huds. schon weiter verbreitet. — Die Mehrzahl der pelag. Rot.
findet sich in sehr grosser Individuenzahl, zuweilen in so dichten
Schwärmen, dass das Wasser dadurch eine besondere Färbung er-
hält: besonders auffallend Conoch. volvox im Zürichsee. Ausser
den obigen seltenen Arten sind die übrigen pelag. Rot. geographisch
sehr weit verbreitet, ganz besonders: Conoch. volvox, Anur. cochl.,
Notholca longisp., Asplanchna helvet. — Vertikales Vorkommen:
Polyarthra piatypt, bis 500 m, Synchaeta pectin. bis 2307 m, Notholca
longisp. bis 2640 m über Meer; letztere Spec. in hochalpinen Seen,
das häufigste pelag. Rotator. — Aufzählung der Gebiete, aus welchen
Berichte über die pelag. Fauna vorliegen, mit einigen näheren An-
gaben über Azoren etc.
Kafka, J. Untersuchungen über die Fauna der Gewässer
Böhmens. II. Die Fauna der Böhmischen Teiche. — Arch. naturw.
Landesdurchforsch. von Böhmen VIII, Nr. 2, pp. 1 — 115 (Rotatorien
besonders pp. 112 — 113). — Den Charakter der Teichfauna be-
stinunen von den Würmern nur die Räderthiere, besonders einige
pelagische Formen. Viele zerstreute Angaben über das Vorkommen
verschiedener Arten. (F.).
*Kellicott, D. S. Rotifer Notes. -- Amer. Monthly Micr.
Journ. XIII, Nr. 1, p. 12, 1892.
Kemiel, J. de. Reponses [aux questions proposees par Mr. le
Prof. Leon Cosmovici]. — Congres Internat. Zoologie II, 1. partie,
Ai-cli. f. Naturgeach. Jahrg. 1893. Bil. II. H. 3. g
g2 I^r. Ant. Collin:
Moscou, 1892, pp. 68—73. — K. unterscheidet 17 Thierklassen ; Ro-
tatorien, Bryozoen und Mollusken bilden die Gruppe „Insegmentata"
der „Trochosphaera-Thiere". — Als Exkretionsorgane sind alle
Organe zu bezeichnen, welche die löslichen oxydirten Produkte des
Stoffwechsels eliminiren, ohne Rücksicht auf den Bau dieser Organe.
Das Wort „Wassergefässsystem" muss fallen gelassen werden. (Cf.
Cosmovici [2]).
Kojevnikov, G. La Faune de la mer Baltique Orientale et les
problemes des explorations prochaines de cette faune. — In: Congres
Internat, de Zool. II, 1. partie, Moscou 1892, pp. 132 — 157. — Ver-
zeichniss der Rotatorien, Gastrotrichen u. Echinoderen der östlichen
Ostsee, auf Seite 144—145. (F.).
Lagerlieim, Gr. de. Die Schneeflora des Pichincha. Ein Bei-
trag zur Kenntniss der nivalen Algen und Pilze. - — Ber. Deutsch.
Botan. Ges. X, pp. 517—534, Taf. XXVIII. — Philodina im rothen
Schnee. (F.j.
Levander, K. M. (1). Eine neue Pedalion-Art. — Zool. Anz. XV,
pp. 402—404, 1892. — Ausz.: Journ. R. Micr. See. 1893, p. 334.
— Beschreibung von Pedalion fenniciitn n. sp. und ausführl, Angabe
der Unterschiede von P. mirum. S. F.: Finland.
Derselbe (2). Mikrofaunistiska anteckningar. — Meddel. af
Soc. pro Fauna et Flora Fennica XVII Haftet (1890—92) 1892,
p. 129 — 143. — Untersuchungen über die Fauna des Süss- u. Salz-
wassers bei Helsingfors. (F, S.)
*Lewis, — . List of Rotifers found in ponds near Ealing. —
Rep. Ealing Micr. Nat. Eist. Soc. XV, p. XIV, 1892.
Lord, J. E. Notes on the Genus Distyla, Class Rotifera. — Science
Gossip XXVIII, pp. 15— IG, 1892, — Weitere Bemerkungen über
Distyla und Cathypna. Verf. ist zur Ueberzeugung gelangt, dass
D. u. C. wohl charakterisirte Gattungen sind (cf. Ber. f. 1890, p. 33,
Lord (2) und Ber. f. 1891, p. 45, Bryce).
Parsons, F. A. Notes on Two Rotifers Found in Epping
Forest. — Journ. Quekett Micr. Club (2) IV, Nr. 30, pp. 378—380,
Taf. XXV, Fig. 1, la, 3, 3a— b. 1892. — Auch in: *Amer. Monthly
Micr. Journ. XIII, Nr. 12, p. 277—278. — Ausz.: Joura. R. Micr.
Soc. 1892, p. 213. — Beschreibung von Callidina magna-calcarata
n. sp. und Pterodina caeca n. sp. S. F.: England.
Poiicliet, Gr. Sur la faune pelagique du Dyrefjord (Islande).
— Compt. rend. CXIV, p. 191 — 192. F: Island. Trotz der grünen
Farbe ist das Leben an der Oberfläche vorwiegend animalisch (be-
sonders Synchaeta pectinata). Die bevorzugte Nahrung der Thiere
sind frei im Meere befindliche Blutkörperchen, welche vielleicht mit
dem in der Nähe betriebenen Walflschfang in Verbindung zu
bringen sind.
Rousselet, Ch. (1). On Notops minor, a New Rotifer. — Journ.
Quekett Micr. Club (2) IV, No. 30, pp. 359—360, Taf. XXIV, Fig.
Bericht über die Rotatorien-Litteratur im Jahre 1892. 83
9—10. 1892. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 212. —
Kurze Beschreibung. S. F.: England.
Derselbe (2). On Conocliilus unicornis and Euchlanis parva. —
Two New Rotifers. — Journ. Quekett IMicr. Club (2) IV, No. 30,
pp. 367—370, Taf. XXIV, Fig. 11 a— e, 12. 1892. — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 212—213. — Auch in: * Amer. Monthly
Micr. Journ. XIII, No. 12, pp. 273—277; 1 pl. — Kurze Be-
schreibungen. S. F.: England.
Derselbe (3). On the Sense of Vision in Rotifers. — Journ.
Quekett. Micr. Club (2) IV No. 30, pp. 371—373, 1892. — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 213. — Nach R.'s Versuchen em-
pfinden die Rotatorien nicht nur Lichteindrücke im Allgemeinen,
sondern einige Arten können auch Gegenstände unterscheiden. Das
schnell schwimmende Pedalion und ebenso Polyarthra reagirten bei
Annäherung einer Pipette oder Nadel auf V4 inch stets durch eilige
Flucht. R. glaubt, dass auch viele andere Rotat., wie Conochilus
volvox, C. unicornis, Triarthra longiseta, Pompholyx, Stephanops etc.
deren Augen ähnlich wie bei Pedalion gebaut sind, Objecte wahr-
nehmen können, ja vielleicht allen Rotat. diese Fähigkeit eigen sei.
Derselbe (4). Further Note on the Sense of Vision in Ro-
tifers.— Journ. Quekett Micr. Club (2) IV No. 30, pp. 376—377.
1892. — Bei einer Discussion über R.'s vorige Arbeit (3) bleibt R.
bei seiner Ansicht. Bei seinen Versuchen konnte das stetige Aus-
weichen des Pedalion vor der Pipette weder die Folge von Be-
wegungen des Wassers noch des Schattens der Pipette sein.
Derselbe (5). On the best methods of examining Rotifers
under the Microscope. — Trans. Middlesex Nat. Hist. Soc. 1892 (?)
p. 23—30, 3 Fig. (read 6 February 1890). — R. berichtet über
seine Erfahrungen über die besten Methoden der mikrosk. Unter-
suchung der Räderthiere und beschreibt mehrere empfehlenswerthe
Apparate, welche auch abgebildet sind.
Ternetz, 0. Rotatorien der Umgebung Basels. — Jnaug.-
Diss. Basel. 8». 54 pp., 3 Taf. 1892. — Aufzählung von 107
Speeies, von denen viele neu für den Continent sind. Triarthra und
Polyarthra werden zu den Scirtopoda gestellt. Stephanops 1 n. sp.,
Pterodina 3 n. sp.; der zweite Theil bildet „anatomische und syste-
matische Studien an einigen Rotatoriengenera" besonders über
Pterodina, vergl. F. S.
Thompson, J. C. [New speeies ofRotifer]. In Herdmann, W.A.,
Notes on the CoUections made during the cruise of the S. Y. „Argo"
up the West Coast of Norway in July 1891. — Proc. Trans. Liver-
pool Biol. Soc. VI, pp. 70—93 pl. VI— VII (pp. 77— 78). — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 795. S: Anuraea; F: Norwegen.
Thompson, P. G. (1). Moss-Haunting Rotifers; with Descriptions
of two new Speeies. — Science Gossip, XXVIII, pp. 56^ — 61, Fig.
26—33. 1892. — Ausz.: J. R. Micr. Soc. 1892, p. 375. — Ueber
moosbewohnende Rotiferen und Beschreibung von 2 neuen Arten
Macrotrachela. F: Grossbritannien; S: Macrotrachela.
6*
84 I^i'- A-Ut. Coli in:
Derselbe (2). Notes on the Parasitic Tendency of Kotifers
of the Genus Proales; with an accoimt of a new Species. Science
Gossip XXVIII, p. 219-221, Fig. 125. 1892. — Ausz.: Jonrn.
R. Micr. Soc. 1892, p. 795. — Bemerkungen über den „Gelegenbeits"-
Parasitismus von Proales und Notommata. Beschreibung von Proales
daphnicola n. sp. von Daphnia pulex, welcher Furcularia gammari
Plate nahe steht. — F: England. S.
Turner, C. H. Notes upon Cladocera, Copepoda, Ostracoda,
and Rotifera of Cincinnati, with descriptions of new species. —
Bull. Denison Univ. VI, pp. 57—74, Taf. I— II. — 6 n. sp. F:
Cincinnati U. S. A. S: Asplanchna, Cathypna, Monostyla, Metopidia,
Brachionus, Anuraea.
Vetter, B. Ueber Rotatorien. — Sitzber. Ges. Isis 1892
(Jan. — Juni), p. 4. — Ein Vortrag, nur Titel ohne Text.
Western, Cr. (1). Notes on Rotifers, — Journ. Quekett Micr.
Club. (2) IV, No. 29, pp. 320—322, pl. XXI, 1891. — Beschreibung
von Pleurotrocha grandis n. sp., Geeistes mucicola Kellic, Limnias
myriophylU n. sp. aus England. Vergl. Rot. - Ber. f. 1891, p. 53:
Western (2). F. S.
Derselbe (2). Two Male Rotifers hitherto undescribed. —
Journ. Quekett Micr. Club (2) IV, No. 30, pp. 374—375, Taf. XXV,
Fig. 2, 4, 4 a— b, 5, 5a, 6, 6a. 1892. — Auch in: * Amer. Micr.
Journ. XIII, pp. 278—279. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1892,
p. 213. Beschreibung der Männchen von Notops clavulatus Ehrbg.
und Triphylus lacustris Ehrbg. aus England. F. S.
Wierzejski, (A. 1). Skorupiaki i wrotki (Rotatoria) slodkowo-
dne zebrane w Argentynie. (Süsswasser-Crustaceen und -Rotatorien
gesammelt in Argentinien). — Anz. Ak. Wiss. Krakau (= Bull.
Acad. Cracovie), Mai 1892, pp. 185—188. (Vorl. MittheiL z. Folgend.)
Derselbe (2). Dasselbe. In:RozprawWydzialu matem.-prz3"rodn.
Akad. Umiejetn. Krakowie XXIV, pp. 229—246, Taf. V— VII, 1892.
(Potator, p. 244). — 9 Arten von Argentinien aufgezählt (F).
Derselbe (3). Zur Kenntniss der Asplanchna-Arten. — Zool.
Anz. XV, p. 345—349; 2 Fig. — Ausz.: Journ. R. Micr. Soc. 1893,
p. 48. — Systematisches und genauere Beschreibung von Aspl.
herricki Guerne; oberhalb der Kloake eine aus zwei grossen Zellen
gebildete Drüse, deren geschlängelter Ausführungsgang oberhalb
der Kloakenöffnung mündet; ist vielleicht Kittdrüse, keinesfalls der
Hoden ; Bemerkungen über A. girodi Guerne. S. F: Galizien.
Derselbe (4). Rotatoria (wrotki) Galicyi (Resume). Bull.
Acad. Cracovie, 1892, (= Anz. Ak. Wiss. Krakau) Dezemb. 1892
(erschienen 1893), p. 404— 407. Auszug einer später erscheinenden
ausführl. Arbeit. Vom Verf. wurden 161 sp. in Galizien gefunden.
Atrochus n. g., Bipalpus n. g. — 8 neue sp. aus d. Gatt. Floscularia,
Atrochus, Synchaeta, Bij)alpus, Mastigocerca, Coelopus, Euchlanis,
Pterodina. S. F: Galizien, Holstein.
Wright, J. C. [Mittheil, an J. Bell]. Journ. R. Micr. Soc.
Bericht über die Rotatorien-Litteratur im Jahre 1892. 85
1892, p. 444 u. 446. — Ueber Rotat. an den Kiemen einer „newt"
(Triton?). Die beigefügten Abbild. Hessen nach Bell nicht erkennen,
ob es sich nm Rotat. oder Vorticellen handelt.
Zacharias, 0. Vorlauf. Bericht über die Thätigkeit der Bio-
logischen Station zu Plön. — Zool. Anz. XV, p. 457—460. S: As-
planchna; F: Holstein.
Zelhika, K. [Demonstration des subösophagealen Ganglions von
Discopns synaptae und Callidina russeola]. Verhandl. Deutsch.
Zool. Ges. II. Jahresversamml. 1892, p. 146. Auf Längs- und
Querschnitten von Discopus sichtbar; auf Längsschnitten durch einen
Embryo von Call, erschien es als ectodermale Anlage des Unter-
lippenhügels.
Zschokke, F. Die Fortpflanzungsthätigkeit der Cladoceren der
Hochgebirgsseen. Festschrift f. Leuckart. Leipzig, 4*^, 1892, pp.
396—404. 1892 (Rotator. p. 397). - F:' Schweiz.
II. Uebersicht nach dem Stoff.
1. AUgenieiues und Vermischtes.
Untersuehungsmethoden. Rousselet (5).
2. Anatomie, Entivicklung, Phylogenie, Biologie.
Anatomie. Verschiedene Arten (Bergendal (1), Cosmovici (1), Ter-
netz). Asplanchna (Wierzejski (3)). Pedaliou (Levander). Suböso-
phageales Ganglion (Zel in ka). Excretionsorgane (Cosmovici (2), Kennel).
Ei-Struktur (Bütsch li). Männchen (Bergendal (1), Hood (2), ^^ estern(2)).
Biologie und Physiologie. Gesichtssinn (Rousselet (3, 4)). Ver-
schleppung (Bergendal (1)). Passiver Parasitismus, Schläuche in d. Leibes-
höhle (Bertram). Symbiose (Bryce (1,2), P. G. Thompson (1)). Com-
mensalismus: Rot. an Echinodermeu (Cueuot), an Daphnien (P.G.Thomp-
son (2)), fragliches Rot. an Triton (Wright). Auftreten nach Tageszeiten
Daday (2)). Höhenfauna (Guerne et Richard (2), Irahof (2, 4), Zschokke).
Marine, Brackwasser- u. eurhyaline Rotatorien (Imhof (1)). Rotat. unter dem
Eise (Imhof (2)). Rot. im Gletscherschnee (de Lagerheim). Pelagische
Formen (Imhof (4)).
III. Paunistik.
A. Europa.
Ostsee. Finland, Insel Löfö (b. Helsingfors) : Pedalion /e/imcMm w. «p.
( L e V a n d e r 1). — H e 1 s i n g f o r s u n d U m g e b u n g : Süsswasser : Conoch. vol vox
Ehrbg., Metopidia lepadella Ehrbg., Anur. cochl. Gosse var., A. falculata Ehrbg.,
A. aculeata Ehrbg., A. longispina Kell., Triarthra lougiseta Ehrbg., Asplanchna
priodonta Gosse var. hclvetica Imh., Flosculai'ia appendiculata Leyd., Melic.
ringens Ehrbg., Monommata longiseta Ehrbg., Colurus caudatus Ehrbg., Brachionus
86 Dr. Ant. Collin:
bakeri Ehrbg.. Stephanops u. sp.? — Salzwasser: Floscul. append. Leyd., Syn-
chaeta monopus Plate, S. apus Plate, Dinrella rattuhis Ehrbg., Colurus caudatus
Ehrbg , Euchlanis lima Ehrbg., E. hipposideros Gosse, Brachionus nrceol. Ehrbg.,
B. brevisp. Ehrbg. Dinocharis pocillum Ehrbg., Anur. tecta (?) Gosse, A. biremis
Ehrbg., A. foliacea Ehrbg., A. cochlearis Gosse var. cariiiata. A. aculeata Ehrbg.,
Pterodina patina Ehrbg. — Levander (2). — Oestliche Ostsee: Anuraea
aculeata Ehrbg.. A. cochlearis Gosse, A. tecta Gosse, A. lougispiua Kell., A. baltica
Eichw., A. valga Ehrbg., A. striata Ehrbg., A. quadridentata Ehrbg., A. foliacea
Ehrbg.; Polyarthra platyptera Ehrbg.; Triarthra loiigiseta Ehrbg, ; Euchlanis luua
Ehrbg. ; E. hornemanni Ehrbg. ; E. emarginata Ehrbg. ; Monostyla luuaris Ehrbg. ;
M. quadridentata Ehrbg.; M. coruuta Ehrbg.; Metopidia acuminata Ehrbg. ; Monura
colurus Ehrbg.; Colurus caudatus Ehrbg.; Brachiouus plicatilis Müll., B. brevi-
spinus Ehrbg., B. bakeri Ehrbg.; Pterodina patina Ehrbg.; Asplauchna girodi
Guerne, A. syringoides Plate; Synchaeta baltica Ehrbg., S. monopus Plate,
S. apus Plate; Distemma marinum Ehrbg.; Diglena graudis Ehrbg., D. aurita
Ehrbg.; D. forcipata Ehrbo., D. catellina Ehrbg ; Notommata decipiens Ehrbg.,
jS. aurita Ehrbg.; Pleurotrocha leptura Ehrbg.; Monocerca bicornis Ehrbg.,
M. rattus Ehrbg.; Furcularia forficula Ehrbg.; F. gibba Ehrbg., F. reinhardti
Ehrbg.; Rotifer macrurus Ehrbg., R. vulgaris Ehrbg., R. citriuus Ehrbg.;
Tubicolaria najas Ehrbg.; Floscularia proboscidea Ehrbg. — 47 Species —
(Kojevnikow).
Schweden. Rönne Mölla: Gastroschiza triacantha n.geii. yi.sp., Anapus
ovalis n.g.n.sp. (Bergendal (2)). — Dalarö bei Stockholm: Gastroschiza
trincantha Bergend., G. foveolata n. sp. ( Jägerskiüld). — Mälarsee (Ekoln):
Gastroschiza flexilis n. sp. ( Jägers kiöld).
Norwegen. Bukken- Fjord: Anuraea cruciformis n.sp. ( J. C. T h o m p s o n).
Island. Asplanchna helvetica Imh., Anuraea sp. (Guerne et Richard (1)).
— Dyrefjord: Synchaeta pectinata Ehrbg. (Pouchet).
Deutsehland. Holstein (Plön): Asplanchna priodonta var. pelagica
(= A. helvetica Imh.). Im grossen Plöner See 36 Spec. Räderthiere (keine
Namen) (Zacharias). — Bipalpus vesiculosus n.g. n.sp, [= Gastroschiza flexilis
Jäger sk.), Mastigocerca capucirm n. s^). Wierz. et Zach. ( Wierzejski (4)). —
Württemberg: Floscul. regalis, corouetta, ornata, coruuta, cyclops, campa-
nulata, longicaudata, ambigua, algicola, hoodi; Stephauoc. eichhorni; Melicerta
ringens, tubicolaria; Limnias ceratophylli , aunulatus; Cephalosiphon liinnias;
Geeistes crystalliuus, intermedius, ptygura, serpeutinus, longicoruis; Laciuul.
socialis; Megalotrocha alboflavicans ; Philodina erytrophthalma, roseola, citrina,
megalotrocha, aculeata, macrostyla; Rotifer vulgaris, tardus, macroceros, ma-
crurus; Actinurus neptun.; Callidina elegans; Adineta vaga; Microcodon clavus;
Asplanchna priodonta; Sacculus viridis; Synchaeta pectinata; Polyarthra pla-
typtera; Hydatina senta; Notops brachionus; Triphylus lacustris; Taphrocampa
annulosa, selenura; Notommata aiirita, tripus, laciuulata; Copeus labiatus, cer-
berus; Proales decipiens, sordida, petromyzon; Furcularia forficula, gracilis, eva,
longiseta; Eosphora aurita, digitata, elongata; Diglena grandis, forcipata, cau-
data, catellina, uncinata, mustela, biraphis; Mastigocei'ca carinata, scipio, elon-
gata, rattus, bicornis ; Diurella tigris, stylata, rattulus ; Diuocharis pocillum ;
Scaridium longicaudat., eudactylotum ; Stephanops lamellaris, unisetatus; Dia-
Bericht über die Rotatorien -Litteratiir im Jahre 1892. 87
schiza semiaperta; Diplax trigoua; Salpiiia mucrotiata, brevispina, ventralis;
Euchlauis dilatata, triqnetra, deflexa, pyriformis; Cathj'pua h;na; Distyla hidwigi,
flexihs; Moiio.styla hiuaris, corniita, buUa, quadridentata ; Colurus bicuspidatus,
miciuatus, obtusus; Metopidia lepadella, solida, bractea, acuraiiiata, triptera,
rliomboides; Pterodiua patina, mucronota, reflexa; Pompholyx sulcata; Brachionus
urceolaris, bakeri, dorcas; Noteus quadricornis ; Anuraea aculeata, stipitata;
Notholca striata. (Bil finge r.)
Schweiz. Basel (mit angreuzeudeii Gebieten von Deutschland): Floscul.
ornata Ehrbg., carapanulata Dobie', mutabilis Bolt., edentata Collins, Stepha-
noceros eichhorni Ehrbg., Melic. janus Huds., Limnias ceratophylli Schrk., Co-
nochilus volvox Ehrbg., Philod. erytrophthalma Ehrbg., citriua Ehrbg., roseola
Ehrbg., megalotrocha Ehrbg., aculeata Ehrbg , Rotifer vulgaris Schrnk., tardus
Ehrbg., trisecatus "Weber, Actinuinis neptunius Ehrbg., Callidina elegans Ehrbg.,
elegans var. roseola Perty, bideus Gosse, parasitica Gigl., Adineta oculata
Milne, Microcodon clavus Ehrbg., Asplanchna priodonta Gosse, Sacculus viridis
Gosse, Synchaeta pectiuata Ehrbg., oblonga Ehrbg., tremula Ehrbg., Tapbro-
campa annulosa Gosse, Notommata aurita Ehrbg., tripus Ehrbg., najas Ehrbg.,
lacimilata Ehrbg., Copeus ehreubergi Gosse, pachyurus Gosse, Proales parasita
Ehrbg., Furcularia foificula Ehrbg., gibba Ehrbg., F. cf. micropus Gosse, longiseta
Ehrbg., aequalis Ehrbg., aurita Ehrbg., Diglena grandis Ehrbg., forcipata
Ehrbg, caudata Ehrbg., Mastigocerca earinata Ehrbg., bicristata Gosse, bi-
cornis Ehrbg., rattus Ehrbg. elougata Gosse, scipio Gosse, Coelopus porcellus
Gosse, Dinocharis pocillum Ehibg., tetractis Ehrbg., Polychaetus subquadratus
Perty, collinsi Gosse, Scaridium longicaudum Ehrbg., Stephauops lamellaris
Ehrbg., bisetahts n. sp., cf. chlaena Gosse, Diaschiza semiaperta Gosse, hoodi
Gosse, exigua Gosse, Salpina mucronata Ehrbg., brevispina Ehrbg., Diplois pro-
patula Gosse, Euchlunis cf. lyra Huds., dilatata Ehrbg, triquetra Ehrbg., Cat-
hypna luua Ehrbg., Monostyla lunaris Ehrbg., cornuta Ehrbg., bulla Gosse,
quadridentata Ehrbg., Distyla gissensis Eckst., ludwigi Eckst., flexilis Gosse,
Gastropus ehrenbergi Imh., hudsoui Imh., Colurus obtusus Gosse, deflexus Ehrbg.,
Metopidia lepadella Ehrbg., acuminata Ehrbg., oxysternum Gosse, triptera Ehrbg.,
M. notogonia (= Notogouia ehrenbergi Perty), Squamella bractea Ehrbg., Pte-
rodiua patina Ehrbg., mucronata Gosse, incisa n. sp., parva n. sj^., hidentata n. sp.,
Pompholyx sulcata Huds., Noteus quadricornis Ehrbg , Brachionus urceolaris
Ehrhg., rubeus Ehrbg., bakeri Ehrbg., militaris Ehrbg., Anuraea cochlearis
Gosse, aculeata Ehrbg., Notholca acuminata Ehrbg.. heptodon Perty, longispina
Kellic, Triarthra longiseta Ehrbg., Polyarthra platyptera Ehrbg., latiremis?
Imh., Pedalion miruui Huds. (Ternetz). — Schweiz: Floscularia ornata Ehrbg.,
F. campanulata Dobie; Stephanoceros glacialis Perty, Melicerta ringens Schrnk.,
M. tubicolaria Ehrbg., M. coprophila Schoch, Limnias ceratophylli Schrnk,,
L. annulatus Bailey, L. doliolum Schoch, L. granulosus Web., Anthos quadri-
lobus Schoch; Geeistes socialis Web.; Conochilus volvox Ehrbg.; Philodina eiy-
throphthalma Ehrbg., Ph. roseola Ehrbg., Ph. citrina Ehrbg., Ph. aculeata
Ehrbg., Ph. melagotrocha Ehrhg.; Rotifer vulgaris Ehrbg., R. citrinus Ehrbg.,
R. macrurus Ehrbg., R. trisecatus Web., R. elongatus Web.; Actinurus neptu-
nius Ehrbg.; Callidina elegans Ehrb., C. elegans var. i'osea Perty, C. cornuta
Perty, C. scarlatina Elirbg., C. alpium Ehrbg., C. rediviva Ehrbg.; Microcodon
clavus Ehrbg.; Asplanchna helvetica Imh.; Sacculus helveticus Perty; Synchaeta
88 Dr. Ant. Colli n:
pectiuata Ehrbg., S. obloiiga Ehrbg. ; Polyartbra trigla Ebrbg., P. platyijtera Ehrbg..
P. latiremis Imli. ; Triarthra longiseta Ehrbg. ; Hydatiiia senta Ehrbg., H. bra-
chydactyla Ehrbg.; Notops brachioiius Ehrbg; Notommata byptopus Ehrbg.,
N. lacinulata Ehrbg., N. forcipata Elirbg., IS. collaris Ehrbg., N. weriieckei
Ehrbg., N. aurita Ehrbg., N. tripus Ehrbg., N. saccigera Ehrbg., N, bracliyota
Ehrbg., N. roseola Perty, N. onisciformis Perty; Copeus centrurus Ehrbg.,
Proales gibba Ehrbg., P. decipiens Ehrbg., P. petomyzon Ehrbg.; Furcularia
gibba Ehrbg., F. forficula Ehrbg., F. gTacilis Ehrbg., F. longiseta Ehrbg,;
Eosphora elongata Ehrbg., E. digitata Ehrbg.; Digleua graiidis Ehrbg., D. for-
cipata Ehrbg., D. catellina Ehrbg., D. coiiura Ehrbg., D. cauflata Ehrbg.; Tri-
phylus lacustris Ehrbg.; Distemma setigerum Ehrbg., Triophthahnus dorsualis
Ehrbg., Theoi'us venialis Ehrbg., Th. uuciuatus Ehrbg.; Mastigocerca rattus
Ehrbg., M. carinata Ehrbg., M. coruuta Eyf., M. bicornis Ehrbg.; Rattulus tigris
Ehrbg., R. lunaris Ehrbg.; Dinocharis pocillum Ehrbg., D. subquadratus Perty;
Scaridiirin longicaudum Ehrbg.; Stephauops lamellaris Ehrbg., St. muticus Ehrbg.;
Notogoiiia ehreiibergi Perty; Salpina mncronata Ehrbg., S. spinigera Ehrbg.,
S. ventralis Ehrbg., S. reduuca Ehrbg., S. brevispina Ehrbg., S. bicariuata
Ehrbg., S. rautica Perty; Euchlauis triquetra Ehrbg., E. macnrra Ehrbg., E. di-
latata Ehrbg., E. eraarginata Eichw., E. bicarinata Perty; Gastropus ehrenbei'gi
Imh., G, stylifer Irah. ; Cathypna luna Ehrbg.; Moiiostyla cornuta Ehrbg., M. qua-
dridentata Ehrbg., M. Iiniaris Ehrbg. ; Colurus unciiiatus Ehrbg., C. bicuspidatus
Ehrbg, C. caudatus Ehrbg.; Metopidia lepadella Ehrbg, M. acumiuata Ehrbg.,
M. ovalis Ehrbg., M. emargiiiata Ehrbg., M. bractea Ehrbg., M. oblouga Ehrbg. ;
Moimra cohirus Ehrbg., M. dulcis Ehrbg.; Pterodina patina Ehrbg.; Brachiomis
pala Ehrbg., B. bakeri Ehrbg., B. iirceolai'is Ehrbg., B. militaris Ehrbg., B. aiu-
phiceros Ehrbg. var. Web.; Noteus quadricoriiis Ehrbg.; Aniiraea testudo Ehrbg.,
A. aculeata Ehrbg., A. aciü. var. regalis Imh., A. valga Ehrbg., A. stipitata
Ehrbg., A. stip. var. wartmauui Asp. Heusch., A. brevispina Ehrbg. var. Web.,
A. serrulata Ehrbg., A. cochlearis Gosse; Notholca striata Ehrbg., N. acuminata
Ehrbg., N. heptodon Perty, ]SI. longispina Kellic. (Imhof (3)). — Rhaeticon,
Todtalpsee (Höhe 2340 m): Notholca longispina Kell., Furcularia gibba Ehrbg.,
F. micropus Gosse (Zschokke).
Oestepreieh. Böhmen: In Teichen pelagisch: Conochilus volvox, La-
cinularia socialis, Asplanchna vulgaris u. helvetica, Anuraea longispina; in der
tychopelagischen Zone, besonders am Rande der Ufervegetation : Polyartbra pla-
typtera, Triarthra longiseta; in der litoralen Zone ferner: Floscularia appeu-
diculata, Brachionus militaris, B. pala, Salpina brevispina, Anuraea aculeata,
A. foliacea, A. stipitata, A. stricta, Noteus quadricornis, Melicerta ringens,
Synchaeta mordax. (Kafka.) — Pocernitzer Teich: Triarthra longiseta
Ehrbg., Polyartbra piatypt. Ehrbg., Asplanchna priod. Gosse, Rotifer sp. (auf
Asellus), Brachionus polyacanthus Ehrbg., Anuraea acul. Ehrbg., Conochilus
volvox Ehrbg., Melicerta ringens Ehrbg, Lacinul. soc. Ehrbg. — Gatter-
schlager Teich: Synchaeta mordax Ehrbg., Scaridium longicaud. Ehrbg.,
Monocerca rattus Ehrbg., Rattulus lunaris Ehrbg., Dinocharis tetractis Ehrbg..
Salpina redunca Ehrbg., Rotifer sp., Biach. polyacanth. Ehrbg., B. bakeri Ehrbg..
Anuraea stipitata Ehrbg., Conochilus volvox Ehrbg., Melicerta pilula Cub.,
.Floscular. appendic. Leyd. (Fritsch u. Vävra^. — Galizien: Asplanchna
Bericht über die ßotatorieu-Litteratur im Jahre 1892. 89
priodoiita Gosse, A. herricki Guerne, A. ebbesborni Huds., A. brightwelli Gosse,
A. girodi Gucrue (Wierzejski (3)). — Krakau: Floscularia uniloba n. sp.,
Atrochus tentacidatus n. g. n. sp., Synchaeta stylata n. sj)., Bipalims vesiculosus
n. g. n. sp. (= Gastroschiza flexilis Jägersk.), Bip. (Euchlanis) lyuceus? Ehrbg.,
(= Gastrosch. foveolata Jägersk.), Mastigocerca capucina n. sp. Wierz. et Zach.,
Coelopiis similis n. sp., Stephanops bifurcus? Boltou. — Westgalizien:
Euchlanis elegans n. sp. — Lemberg: Pterodiiia emarginatn n. sp. — (Wier-
zejski (4)1.
Ungarn. Siebenbürgen (Mezöseger Teiche): Conochilus dossuarius
Huds., Notommata centrura Elirbg., N. tardigrada Duj., J5. ansata Ehrbg.,
Eosphora elongata Ehrbg., Synchaeta tremula Ehrbg., S. pectinata Ehrbg., Ro-
tifer vulgaris Ehrbg., Philodina erythrophthalma Ehrbg., Ph. megalotrocha Ehrbg.,
Metopidia lepadella Ehrbg., Euchlanis deflexa Gosse, Monostyla Innaris Ehi'bg.,
M. quadridentata Ehrbg., M. coiuuta Ehrbg., M. buUa Gosse, Cathypna luua
Ehrbg., C. diomis Gosse, C. ungulata Gosse, Coelopus tenuior Gosse, Colurus
bicuspidatus Ehrbg., C. grallator Gosse, C. micromela Gosse, C. uncinatus Ehrbg.,
Diglena catellina Ehrbg., D. uiicinata Mihie, Salpina bicarinata Ehrbg., Pom-
pholyx complanata Gosse, Stephanops lamellaris Ehrbg., Dinocharis pocillum
Ehrbg., Brachionns amphiceios Ehrbg., B. brevispinus Ehrbg., B. nrceolaris
Ehrbg., B. pala Ehrbg., B. minimus Bartsch, B. margöi Daday, B. militaris
Ehrbg., B. bakeri Ehrbg., B. dorcas Ehrbg , Anuraea longiremis Gosse, A. tecta
Gosse, A. stipitata Ehi'bg., A. aculeata Ehrbg., A. cochlearis Gosse, A. testu-
dinaria Ehrbg., Noteus quadricornis Ehrbg., Pterodina patina Ehrbg., Triarthra
lougiseta Ehrbg., Polyarthra platyptera Ehrbg., Hexarthra polyptera Schuiarda,
As2)lanchna triophthalma Daday, A. priodonta Gosse, A. syrinx Ehrbg
(V. Daday (2)).
Rumänien (meist Jassy): Geeist, serpeut. Gosse, Phil, roseola Ehrbg.,
Rot. tardus Ehrbg., R. macnirus Schrnk., Actinur. nept. Ehrbg., Tiiarthra
longis. Ehrbg., Hyd. senta Ehrbg., Notops hyptopus Ehrbg., Notomni. ansata
Ehrbg., Mastigoc. bicornis Ehrbg., Scarid. longicaud. Ehrbg., Metopidia lepad.
Ehrbg., M. solida Gosse, Monostyla lunaris Ehrbg., M. tentaculata n. sp., Pterod.
patina Ehrbg., Brach, urceolaris Ehrbg., Br. i'ubens Ehrbg., Br. dorcas Gosse,
B. amphiceros Ehrbg. (od. n. sp.?), Anur. cochl. Gosse, A. aculeata Ehrbg., ISotholca
(a)equispinata n. sp. (Cosmovici (1)).
Frankpeieh. Pyrenäen: Polyarthra platyptera Ehrbg., Asplanchna hel-
vetica Imh., Notholca longispina Kell., Amiraea sp. (Guerne et Richard (2)). —
Arcachon: Discopus synaptae Zel. (Ouenot). — Roseoff: Discopus synaptae
Zel. (Cuenot).
GrossbPitannlen. England, Epping Forest, Suaresbrook: No-
tops minor n. sp. (Rousselet (1)). — Epping Forest: Distyla agilis n. sp.
(Bryce (1)). — Callidina plicata 'n. sp., C. lata n. sp., C. aspcra n. sp.
(Bryce (2)). — Chiiigford; Triphylus lacustris Ehrbg. J (Western (2)). —
Richmond Park: Geeistes niucicola Kellic. (Western (1)). — Notops clavu-
latus Ehrbg. (^ (Western (2)). — Oxsliott: Limnias mijriophylU n. s^).
(Western (1)). — Wandsworth: Pleurotrocha grandis n. sp». (Western (1)).
— E s s e X , Wa nstead Park: Macroti achela multispinosa n. sp. ( P. G. T h o m p -
90 Dr- Aut. Colliu:
soll (1)). — Essex, Leytoustone: Proales daphnköla n. sj). (P. G. Thomp-
son (2)). — Keston: Conochilus unicornis n. sp., Euchlanis parva n. sp.
(Rousselet (2)). — Wood Street: Callidina magna-calcarata n. sp. (Par-
sons). — Loughton: Pterodina caeca n. sp. (Parsons). — Sussex, Hin-
dover: Macrotrachela papulosa n. sp. (P. Gr. Thompson (1)). — Ealing:
Rotifera (Lewis). — IsleofWight: Callidina plicata n. sp., C. lata n.sp.:
C. spinosa n. sp., C. aspera n. sp. (Bryce (2)). — Sandown: Distyla dara n. sp.,
D. inermis n.sp., Mouostyla hifurca n. sp., M.. galeata n.sp. (Bryce (1)). —
Schottland, Duudee: Notops pygmaeiis n. sp., Copeus ehrenbergi Gosse,
Triarthra terminalis Plate (C ahn an). — Floscularia quadrilobata n. sp. —
Hood (1). — Dundee u. Stormont Loch, Blairgowrie: Floscularia
gösset n. sp. — Hood (2).
B. Amerika.
Grönland. 82 sp. : Floscularia oi-uata Elirbg., F. cornuta Dobie, F. cam-
panulata Dobie, F. coronetta Cnb.?, Melicerta tubicolaria Huds., Conochilus
volvox Ehrbg., Philodina erythrophthalma Ehrbg., Ph. roseola Ehrbg., Ph. acu-
leata Ehrbg., Ph. tuberculata Gosse, Ph. hexodonta n. sp., Rotifer viilg. Ehrbg.,
R. inacrurus Ehrbg., Callidina elegans Ehrbg., C. laevis n. sp., C. tentaculata
n. sp., C. sp., JVIicrocodon clavus Ehrbg., Microcodides dubius n. g. n. sp., Hyda-
tina senta Ehrbg., Hypopus ritenbcnki n. g. n. sp., Taphrocanipa annulosa Gosse,
T. levinseni n. sp., Pleurotrocha sp., PI. sp., PI. aurita n. sp., PI. marina n. sp.,
Notommata cf. aurita Ehrbg. (?N. cf. saccigera Ehrbg.), N. cf. tardigrada Leyd.,
N. tarda n. sp , N. grönlandica n. sp., N. sp., N. celer n. sp., N, distincta n. sp.,
N. longipes n. sp., Notostemma n. subg. macrocephala n. S2X, N. affinis n. sp.,
N. bicarinata n. sp., Monommata longiseta Bartsch., Copeus caudatus CoUins,
Proales sp., Diops marina n. g. n. sp., Furcularia cf. gracilis Ehrbg., F. cf. gibba
Ehrbg., F. sp., Eosphora cf, najas Ehrbg., E. sp., Diglena forcipata Ehrbg.,
D. cf. catellina Ehrbg., D.? natans n.sp., Arthroglena n. subg. lütkeni n.sp.,
Distemma dubia n. sp., Mastigocerca rattus Gosse, M. cf. lophoessa Gosse?,
M. bicornis Gosse, Diurella tigris Bory St. Vinc. D. cf. rattulus Eyf., Dino-
charis tetractis Ehrbg., D. intermedia n. sp., Scaridium longicaudum Ehrbg.,
? Sc. longic. f. maculatum nov. form., Stephanops cf. laniellaris Ehrbg., St. grön-
landicus n. sp., St. chlaena Gosse, Salpina cf. mucronata Ehrbg., Euchlanis
dilatata Ehrbg., ?E. macrura Ehrbg., E. triquetra Ehrbg., Cathypna sp., Mo-
nostyla quennerstedti n. sp., M. cf. cornuta Ehrbg., Colurus uncinatus sp., Monura
amblytelus Gosse, Metopidia cf. lepadella Ehrbg., M. solida Gosse, M. affinis
n. sp , M. acuininata Ehrbg., M. triptera Ehrbg., Pterodina cf. elliptica Ehrbg.,
Brachiouus cf. bakeri Ehrbg., Br. ?sp., Notholca «w&if/M« n.sp. (Bergendal (1)).
Vereinigte Staaten. Cinciunati (Ohio): Floscularia ornata Ehrbg.,
Philodina roseola Ehrbg., Ph. niegalotrocha Ehrbg., Rotifer vulg. Schrank,
Asplanchna cineinnatiensis n. sp., Mastigocera rattus Ehrbg., Rattulus tigris
Müll., Scaridiuui longicaudum Elirbg., Salpina mucronata Ehrbg., S. brevispina
Ehrbg., Euchlanis dilatata Ehrbg., E. triquetra Ehrbg., Cathypna ohioensis
Herrick, C. leontina n. sp., Mouostyla lunaris Ehrbg , M. quadridentata Ehrbg.
M. truncata n. sp., Metopidia bractea Ehrbg., M. elliptica n. sp., M. dentata n. sp.
Bericht über die Rotatorieu-Litteratur im Jahre 1892, 91
Pterodina patiiia Ehrbg,, Brachionus pala Ehrbg., B. urceolaris Ehrbg., B. bakeri
Ehrbg., B. militaris Ehrbg., B. tuberculus n. sp., Anuraea tecta Gosse, A. cochlearis
Gosse (28 spec.) — Turuer.
Ecuador, Pichincha: Philodina roseola oder uahe verwandte Art im rothen
Schnee (de Lagerheim).
Argentinien (Jujui \\. Mendoza): Asplanchna myrmeleo Ehrbg., Rotifer
vulg. Ehrbg,, Digleua catellina Ehrbg., Euclilauis dilatata Ehrbg., Cathypna
luua Ehrbg., Colurus deflexus Ehrbg., Mastigocerca sp., Brachionus rubens Ehrbg.,
Notens quadricornis Ehrbg. (Wierzejski (1, 2)).
C Australien.
Victoria. Floscularia coronetta, ornata, cornuta, campanulata, ambigna
evansonii n. sp., Stephanoceros n. sp.l; Melicerta ringens, conifera; Limnias
ceratopbylli, annulatus graniüosus (?); Cephalosiphon limnias; Geeistes crystal-
linns, intermedins (mit einer nov. var.); iongicornis, wilsonii n. sp.^ Laci-
nularia socialis, pedunculata, reticulata n. sj5. , Conochilus volvox; Philodina
roseola, citrina; Rotifer vulgaris, tardus; Asplanchna brightwelli; Asplanchnopus
myrmeleo; Synchaeta pectinata, tremula; Polyarthra platyptera; Triarthra longi-
seta; Hydatina senta; Notommata aurita, ansata, najas; Copei;s ehreubergi;
Mastigocerca carinata ; Dinocharis tetractis ; Stephanops muticus ; Diaschiza semi-
aperta; Salpina bevispina; Euchlanis dilatata; Cathypna n. sj;. (nahe C. lima);
Distyla ichthyoura n. sp.; Monostyla quadridentata ; Colurus bicuspidatus (?);
Metopidia solida, ovalis n. sp.; Pterodina intermedia, trilohata n. sp.; Brachionus
rubens, bakeri; Noteus quadricornis; Anuraea curvicornis, aculeata. (56 spec.)
(Anderson u. Shephard).
IV. Systematik.
Anapus n. g., ohne Euss, mit ebenem Panzer, ohne Hönichen, aber in
anderen Punkten der Gastroschiza ähnlich; A. ovalis n. sp. (Bergen dal (2)).
Anuraea cruciformis n. sp. — J. C. Thompson. — A. cochlearis Gosse —
Turner, p. 66, pl. I, 7. — A. aculeata Ehrbg., A. cochlearis Gosse, A. lougispina
Kellic. — Imhof (2), im Zürichsee unter dem Eise. — A. cochlearis Gosse var.
carinata — Levander (2), p. 142—143.
Arthro(jlena «. s«<6^. (Diglena); Augen fehlen, Zehen gegliedert. — Bergen-
dal (1), p. 96. — A. liükeni n. sp., ibid., p. 96-100, Taf. V, 30, b, c, Taf. VI, 30, a.
Asplanchna cincinnatiensis n. sp. — Turner, p. 59, pl. I, 4—5. — A. hel-
vetica Imh. ist nur eine mit kräftigerem Mastax ausgerüstete Form von A. prio-
donta Gosse, für welche der Name A. priod. var. pelagica vorgeschlagen wird
(Zacharias). — A. herricki Guerne; Beschreibung; ist als Art aufrecht zu
erhalten, steht A. priodouta am nächsten. Wierzejski (3), p. 345— 347, Fig. 1
bis 2; A. girodi nicht = A. (Notommata) syrinx Ehrbg., ibid. p. 347—348; A. hel-
vetica Imh. u. Zach, und A. krameri Guerne = A. priodonta Gosse; als A. sie-
boldi Leyd. sind verschiedene Formen beschrieben, die zu A ebbesborni und
92 Dl'- Ant. Collin:
A. brightwelli gehören; A. sieboldi, ebenso A. triophthalma Daday, A. amphora
HikIs., A. intermedia Huds. als selbstständige Arten zweifelhaft, ibid. p. 349.
Ätrochus n. g. AVierz. ii. Zach. (Farn. Flusculariidae?) ohne Räderorgan. —
A. tentaciüatus n. si). — Wierzejski (4), p. 404.
Balatro- oder Drilophaga- ähnliches Eotator an Nais — Levander (2),
p. 141—142.
[Bipalpus n. g. (lässt sich in den bekannten Familien nicht unterbringen,
steht Notops am nächsten); B. vcsiculosus n. sp. Wierz. u. Zach. — Wier-
zejski (4), p. 404—405; B. (Euchlanis) lynceus? Ehrbg., ibid. p. 405. — Nach
W.'s Schlussberaerlcung (p. 407) ist Bip. lynceus = der inzwischen publicirten
Gastroschiza foveolata Jägersk. und Bip. vesiculosus = Gastr. flexilis Jäger-
skiüld (cf. unten). Die Gatt. Bipalpus ist daher ans Prioritätsgründen ein-
zuziehen].
Brachionus tuberculus n. sp. — ' Turner, p. 65, pl. I, 6; B. bakeri Ehrbg.,
ibid. p. 64, pl. I, 1-3. — B. amphiceros Ehrbg. (oder vielleicht n. sp.) — Cos-
movici (1), p. 71. — B. cf. bakeri Ehrbg. — Bergendal (1), p. 126; B. (?) sp.;
ibid., p. 126—128.
Callidina laevis n. sp. — Bergendal (1), p. 29 — 30, Taf. I, 5; C. tenta-
culatn n. sp., ibid , p. 30—32; C. elegans Ehrbg., ibid., p. 29; C. sp., ibid., p. 32. —
C. magna-calcarata n. sp. — Parsons, p. 378 — 379, pl. XXV, 1, la. — C pli-
cata n. sjj. — Bryce (2), p. 21—22, pl. II, Fig. 1, la, Ib; C. lata n. sp.., ibid.,
p. 22, pl. II, 2; C. spinosa n. sp., ibid., p. 22—23, pl. II, 3, 3a; C. aspera n. sp.,
ibid., p. 23, pl. If, 4.
Cathypna leontina n. sh. — Turner, p. 61, pl. I, 12. — 0. n. s})., (nahe
C. luna) — Anderson u. Shephard, p. 77-78, pl. XII, 4. — C. sp. —
Bergendal (1), p. 117-118, Taf. V, 38.
Coelopus similis n. sp. — Wierzejski (4), p. 406.
Colurus uncinatus Ehrbg. — Bergendal (1), p. 119—120.
Conochilus unicornis n. s}). — Rous seiet (2), p. 367 — 369, pl. XXIV,
IIa— e. — 0. volvox Ehrbg. — Bergendal (1), p. 20.
Copeus caudatus Collins — Bergendal (1), p 81— 83, Taf. IV, 25, a— d.
— 0. ehrenbergi Gosse (=: Notommata copeus Ehrbg.) — Calman, p. 242— 244,
pl. VIII, Fig. n, IIa— c.
Diglena (?) natans n. sp. — Bergendal (1), p. 94—96,; D. forcipata Ehrbg.,
ibid., p. 93; D. cf. catellina Ehrbg., ibid., p. 94.
Dinocharis tetractis Ehrbg. — Bergendal (1), p. 107; D. intermedia n. sp.,
ibid., p. 107—109, Taf. VI, 33, a, b.
Diops n. g. (Notommatidae; ein doppeltes stirnständiges Auge; Mastax
ohne Fulcrum; sonst die Charaktere der Notommatidae, am nächsten Furcularia);
D. marina n. sp. Bergendal (1), p. 83-89, Taf. IV, 27, a — d; V, 27, e — g.
Vergleich mit nahestehenden Formen.
Distemma dubia n. sp. — Bergendal (1), p. 100—101, Taf. VI» 31.
Distyla clara n. sp. — Bryce (1), p. 271— 273, Fig. 157; D. agilis n. sp.,
Bericht über die Rotatorien-Litteratur im Jahre 1892. 93
ibid., p. 273— 274, Fig. 155 u. 159; D. inermis n. sp., ibid., p. 274. — D. ich-
thyoura n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 78, pl. Xu, 5.
Diurella tigris Bory St. Vinc. — Bergen dal, p. 104—106; D. cf. rattuhis
Eyf., ibid., p. 106.
Eosphora cf. najas Ebrbg. — Bergendal (1), p. 91 93, Taf. V, 29, a, b;
E. sp., ibid., p. 93.
Euchlanis elegans n. sp. — Wierzejski (4), p. 406 — 407. — ¥j. parva
n.sp. — Rousselet (2), p. 369—370, pl. XXIV, 12. — E. dilatata Ehrbg. —
Bergendal (1), p. 115; E. macrura Ehrbg., ibid., p. 116; E. triquetra Ebrbg.,
ibid., p. 117. — E. lyuceus Ehrbg. — vergl. Gastroschiza.
Floscularia evansoni n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 70, pl. XII, 1.
— F. uniloba n. sp. — Wierzejski (4), p. 403—404. — F. cpiadrilobata n. sp. —
Hood (1), p. 26-28, pl. III, 1; IV, 1, 2. — F. gossei n. sp. ^^t^. — Hood (2),
p. 73 — 78, pl. VI~VII. — F. ornata Ehrbg. — Bergendal (1), p. 16. —
F. cornuta Dobie, ibid., p. 17. — F. carapanulata Dobie, ibid., p. 17. — F. coro-
netta Cub.?, ibid., p. 18. —
Fiircularia cf. gracilis Ehrbg. — Bergendal (1), p. 90; F. cf. gibba Ehrbg.,
ibid., p. 90-91, Taf. IV, 26, a, b; F. sp., ibid., p. 91; F. sp. S, ibid., Taf. V,
28, a — c. — F. n. sp. — Dixon - Nuttall, (von Rousselet u. Hudson = F. tenui-
seta erklärt).
Gastroschiza n. g. triacantha n. sp. Lorikate Form mit gefurchtem, unten
gespaltenem Panzer, der vorn 3 Hörnchen trägt. Kopf mit 2 fingerförmigen
Tastern. Fuss bauchständig, geringelt, nicht gegliedert, mit 2 Zehen. Mastax
gross mit starken Kiefern. Auge schwaiz, nackenständig. — Steht Euchlanis
lynceus Ehrbg. sehr nahe, welches Verf. als zweihörnige Art zu Gastroschiza
stellt. (Bergendal (2)). — G. foveolata n.sp. — Jägerskiöld, p. 447 — 448,
Fig. 1 ; G. flexilis n. sp., ibid., p. 448, Fig. 2 (letztere Art vielleicht zu einer
neuen Gattung zu stellen).
Hydatiua senta Ehrbg. — Bergendal (1), p. 43—45.
Hypopus n. g. (Notommatidae) : Kopf quer abgeschnitten, schmäler als der
nach hinten folgende Theil des Körpers, der Cilienkranz einfach aus gleich
grossen Cilien bestehend; Fuss etwas vor dem Hinterende von der Unterfläche
des Körpers ausgehend, Kiefer schwach zangenförmig; Auge occipital hinter
dem grossen Gehirn liegend. — H. ntenhenlä n.sp. — Bergendal (1), p. 45
bis 47, Taf. I, 6a-b.
Klypeoglena n. g. (Notommatidae) — Bergendal (1), p. 96; eventuelle neue
Gattung für Digleua? natans n. sp.
Lacinularia pedunculata Huds. — Anderson u. Shephard, p. 72.; L. reti-
culata n. sp., ibid., p. 73—74, pl. XIII, 2, 2a.
Limnias myriophylli n. sp. (Limnioides Tätern) — Western (1), p. 321
bis 322, pl. XXI, 2, 2 a.
Macrotrachela multispinosa n. sp. — P. G. Thompson (1) p. 57—59, Fig. 26
bis 29; M. papillosa n. sp., ibid., p. 60—61, Fig. 30—33.
Mastigocerca capuzina n. sp. Wierz. u. Zach, — Wierzejski (4), p. 405
94 Dr. Aiit. Collin:
bis 406. — M. rattus (Ehrbg.) — Bergen dal (1), p. 102—103; M. cf. lophoessa
Gosse?, ibid., p. 103, Taf. VI, 32; M. bicoriiis (Ehrbg.), ibid., p. 103-104,
Taf. VI, 40.
Melicerta tubicolaria Huds. — Bergeiidal (1), p. 18-— 20,
Metopidia elliptica n. sp. — Turner, p. 62, pl. I, 8; M. dentata n. sp.,
ibid., p. 63, pl. I, 9. — M. ovalis n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 78,
pl. XII, 6, 6a. — M. notogonia (= Notogonia ehrenbergi Perty) — Ternetz,
p. 34. — M. cf. lepadella Ehrbg. — Bergendal (1), p. 121 — 122, Taf VI,
37 a, b; M. solida Gosse, ibid., p. 122; M. affinis n. s})., ibid., p. 122, Taf. VI,
42; M. acuminata Ehrbg., ibid., p. 122— 123; M. triptera Ehrbg., ibid., p. 123
bis 124.
Microcodides n. g. (nahe Microcodon, aber mit zwei ungleichen Zehen,
von denen die eine grössere die Fortsetzung des Pussgliedes bildet; cf. Rot.-
Ber. f. 91, p. 45: Bergendal); M. dubius n. sp. — Bergendal (1), p. 34— 43,
Taf. I, 7 (?), 8, 10, 11. Eventuell wäre eine neue Fani. zu bilden, nahe den
Microcodidae und Notommatidae.
Microcodon clavus Ehrbg. — Bergendal (1), p. 33—34 ff.
Monommata longiseta (Ehrbg.) — Bergendal (1), p. 75—81, Taf. I, 14, a, b.
Monostjle», quennerstedti n. sp. — Bergendal (1), p. 118— 119, Taf. VI,
39, a, b; M. cf. cornuta Ehrbg., ibid., p. 119. — M. triincata n. sjj. — Turner,
p. 62. pl. I, 11; M. quadridentata Ehrbg., ibid. p. 62, pl. I, 10. — M. tentaculafa
n.sp. — Cosmovici (1), p. 70. — M. hifurea n. sp. — Bryce (1), p. 274—275,
Fig. 156; M. galeata n. sp., ibid., p. 275, Fig. 158.
Monura amblytelus (Gosse) — Bergendal (1), p. 120—121, Taf. VI, 35a, b.
Notholca amhigua n. sp, — Bergendal (1), p. 128—129, Taf. IV, 24, a, b.
— N. (a)eqicispinata n.sp. — Cosmovici (1), p. 71.
Notommata tarda n. sp. — Bergendal (1), p. 55 — 56, Taf. II, 16a— c. —
N. grönlandica n. sp., ibid., p. 56 — 59, Taf. 11, 21, a, e, f; III, 21, b, c, d, g,
(steht in mancherj Beziehung einigen Proales - Arten sehr nahe); N. sp., ibid.,
p. 59—60, Taf. III, 22 a, b, c; N. celer n. sp., ibid., p. 60—61; N. distincta n.sp.,
ibid., p. 61—66, Taf. III, 23, b, c, d; IV, 23, a; N. longipes n. sp., ibid., p. 66
bis 68, Taf. II, 20, a — c; N. aurita Ehrbg., ibid., p. 54; N. saccigera Ehrbg.,
ibid., p. 54; N. tardigrada Leyd., ibid., p. 54— 55.
Notops minor n. sp. — Rousselet (1), p. 359—360, pl. XXIV, Fig. 9, 10.
— N. j^y^rmoeMÄ n. sp. — Calman, p. 240—242, pl. VIII, Fig. I, Ja, Ib. —
N. clavulatus Ehrbg. ^ — Western (2), p. 374, pl. XXV, 6, 6a. — N. ruber
n. sp. — Hood (3) (nur Namen). —
Notostemma n. subg. (Notommata). Urafasst: »kleinere Arten mit festerer
Cttticula; Vorderende ziemlich quer abgeschnitten, von einem Cilienki'anz um-
geben. Meistentheils ohne ohrförmige Wfmperlappen. Keine breiten Cilieu-
bänder an den Seiten und hinter der Mundöffnung. Fuss kurz. Auge nacken-
ständig ohne Verbindung mit einem Kalkbeutel.» (Bergendal (1), p. 68.) — N. ma-
crocephala n. sp., ibid., p. 69—70, Taf. III, 19a, c; II, 19b; N. affinis n. sp., ibid.,
Bericht über die Eotatorien-Litteratur im Jahre 1892. 95
1). 70, Taf. II, 17a — c; N. hicarinata n. sp. {= Notommata gibha Ehrbg.?), ibid.,
p. 70—72, Taf. II, 18a— c. — Ibid. p. 73—75 allgemeine Betrachtnngen über die
System. Stellung von Notostemma.
Geeistes wilsoni n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 72— 73, pl. XIII,
3, 3a, 3 b; Oe. intermediiis Dav. var. nov., ibid., p. 74—75. — Oe. mucicola
Kellic. — Western (1), p. 321, pl. XXI, 1, la— c.
Pedalion fennicum n. sp. — Beschreibung und ausführliche Angabe der
Unterschiede von P. mirum Huds. (Le van der (1)).
Philodina erythrophthalma Ehrbg. — Bergendal (1), p. 21. — Ph. roseola
Ehrbg., ibid., p. 21. — Ph. aculeata Ehrbg., ibid., p. 21—22. — Ph. tuberculata
Gosse, ibid., p. 22—23, Taf. I, 1—3. — Ph. hexodonta n. sp., ibid., p. 24—25. —
Die Philodiniden möchte Verf. (p. 43) im System vor oder nach den übrigen
Räderthieren stellen, nicht zwischen Rhizota u. Ploima. — Ph. sp. —Western (2),
p. 375, pl. XXV, 2.
Pleurotrocha aurita n. sp. — Bergendal (1), p. 49— 50, Taf. II, 15. —
P. marina n. sp., ibid., p. 50—53, Taf. I, 13 a, b. — P. sp., ibid., p. 49, Taf. I, 9.
Verf. möchte die Pleurotrocha-Arten am ehesten zwischen Fnrcularia n. Diglena
stellen. — P. grcmdis n. sp. — Western (1), p. 320-321, pl. XXI, 3, 3a, 3b.
Polychaetus subquadratus Perty — Ternetz, p. 26—31, Taf. I, 1-6. —
P. collinsi Gosse (= spiuulosus Archer), ibid., p. 31 — 32, Taf. I, 7.
Proales daphnicola n. sji. — P. G. Thompson (2), p. 220-221, Fig. 125. —
P. sp. Bergendal (1), p. 83.
Pterodina - Litteratur — Ternetz, p. 35— 36. — Pt. patiua Ehrbg., ibid.,
p. 37-39, Taf. II, 10; lU, 11—14. — Pt. mucronata Gosse, ibid., p. 39-41,
Taf. II, 15—18. — Pt. incisa n. sp , ibid., p. 41—42, Taf. III, 19-20. — 'Pt. parva
n. sp., ibid., p. 42-43, Taf. III, 21, 22. — Pt. bidentata n. sp., ibid., p. 44,
Taf. in, 23. — Uebersicht und Bestimmungstabelle der bekannten Arten, ibid.,
p. 45— 47. — P. emarginata n. sp. — Wierzejski (4), p. 407. — P. trilohata
n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 79, pl. XII, 7. — P. eaeca n. sp. —
Parsons, p. 379-380, pl. XXV, 3, 3a, 3b. — P. truncata (?) — Western (2),
p. 375, pl. XXV, 4, 4a— b. — P. cf. elliptica Ehrbg. — Bergendal (1), p. 124
bis 126. Taf. VI. 36, a-c. —
Rotifer vulgaris Schrnk. — Bergendal (1), p. 26—27, Taf. I, 4 (aiü'-
gelöste Augenflecke); R. macrurus Schrnk., ibid., p. 27—29.
Salpina cf. mucronata Ehrbg. — Bergendal (1), p. 114— 115, Taf.IV, 34, a, b.
Scaridium longicaudum Ehrbg. — Bergendal (1), p. 109—110; S. longic.
f. maculatum nov. form., ibid., p. 110.
Stephanoceros n. sp. — Anderson u. Shephard, p. 70—71.
Stephanops bisetatus n. sjj. (? = bifurcus Bolton) — Ternetz, p. 33,
Taf. II, 8-9. — St. bifurcus ? Bolton — AVierzejski (4), p. 406. — St. cf.
lamellaris Ehrbg. — Bergendal (1), p. 111; St. grönlandicus n. sp., ibid.,
96 ßi"- Ant. Collin: Bericht etc.
p. 111-112, Taf. VI, 41; St. chlaena Gosse, ibid , p. 112-114; letztere Art
gehört in eine neu zu bildende Gattung. — St. n. sp. '? — Levander (2),
p. 136-137.
Synchaeta sttjlata n. sp. — Wierzejski (4), p. 404. — S. pectinata
Ehrbg. — Imhof (2), 2080 m üb. Meer unter dem Eise.
Taphrocanipa levinseni n. sp. — Bergendal (1), p. 48 — 49, Taf. II, 12a, b;
T. annulosa Gosse, ibid., p. 47.
Triarthra terminalis Plate — Calman, p. 245, pl. VIII, Fig. III, lila.
Triphylus lacustris Ehrbg. ^ — Western (2), p. 374-375, pl. XXV, 5, 5a.
S Rotator von fraglicher Art — Bergendal (1), p. 140—141, Taf. VI, 43.
Bericht
über
die wissenscliaftlichen Leistnngen in der Natnrgescliiclite der
Helminthen im Jahre 1892.
Von
Dr. von LinStOW^ in Göttingen.
Allgemeines.
Looss belianclelt den Parasitismus in der Thienvelt im All-
gemeinen. A. Looss. Sclimarotzert/ntm i?i der lliierwelt., Leipzig
189-2, 180 />^.
Die Wanderungen einiger Parasiten werden von Brandes be-
sprochen, (j. Brandes, lieber die Wanderungen einiger menschlicher
und thierischer L\irasiten^ Correspondenzhl. d. ?iaturw. Vereins v. Sachs.
u. rhiir. 1892, pag. 41—46.
Die Parasiten des Menschen sind mehrfach bearbeitet:
M. Braun. Auf loelche Weise inficiH sich der Mensch mit Pa-
'rasitenf Hamburg 1892, 31 pg.
Zschokke berichtet über ein Exemplar von Taenia (Hymeno-
lepis) diminuta Rud., das in der Sammlung von Alfort bei Paris
befindlich ist und aus dem Menschen stammt; in Basel wurde bei
einem .39jährigen Manne Cysticercus cellulosae unter der Haut von
Arm und Bein beim Menschen gefunden, und in Alexandria wurde
ein Exemplar von Distomum lanceolatum im Menschen entdeckt.
Dem Exemplar von Taenia diminuta fehlte der Scolex; die Art ist
identisch mit Taenia fiavopunctata Weinl. und nach Grassi auch
mit Taenia leptocephala Duj. F. Zschokke. Seltene Parasiten des
Menschen. Centralblatt für Bacter. n. Parask. Bd. XII. , Jena 1892,
No. 15, pag. 497—500.
Railliet beschreibt die Parasiten, welche von Thieren auf den
Menschen übertragen werden, und giebt die prophylaktischen Mass-
nahmen zur Verhütung der Einwanderung an ; die Helminthen werden
pag. 23 — 42 behandelt, und zwar Taenia saginata, Taenia solium
und Cysticercus cellulosae, Taenia serrata, die in Algier 2 mal beim
Menschen gefunden ist, Taenia cucumerina, Taenia nana, Taenia
diminuta = fiavopunctata, Bothriocephalus latus, Distomum hepa-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. H.3. 7
98 Dl'- von Linstow: Bericht über die wisseuschaftl. Leistungen
ticum, Distomum lanceolatum, Distomiim trimcatum = conjimctum,
in Calcutta in der Leber des Menschen gefunden, Distomum sinense,
= spatiilatum, Distomum Westermani = Ringeri und pulmonale;
Echinorliynchus moniliformis, Ascaris mystax, Eustrongylus gigas,
Strongylus paradoxus, Dracunculus medinensis, Trichina spiralis,
Echinococcus. Was den Cysticercus der Taenia saginata betrifft,
so bemerkt Verf., dass derselbe beim Rinde besonders in den Mas-
seteren und den Musculi pterygoidei aufgesucht werden muss.
A. Railliet. Parasites animavx. Les parasites transmissibles des
animcmx ä lliomme envisugh specialement cm point de vue de la
prophyhixie. Paris 1892, 48 jjg.
Bereuter -Feraild. Le tenia dans les colonies fran(;aises, V Al-
gerie et la Tnnisie. Bullet, acad. med. 1892, pag. 32, piag. 248 — 257.
Folgende Arbeiten behandeln die Helminthen der Hausthiere:
L. O. Neumann. Traite des maladies parasitaires ?io?i micro-
hiennes des mmnaux doinestiqties, 2. edit. Paris 1892, 364/(/. Treatise
on t/ie parasites and parasitic diseases of the domestic animals^ transl.
by G. Fleming. London 1892, 812 pg.., 365 ilhistr.
J. Dewitz. Die Eingeweidewürmer der Ihnissävqetliiere. Leipzig
1892, 180/)^., 141. Abbild.
L. V. Graff. Die auf den Menschen iibertragbaren Parasiten der
IJanssäitgefhiere. (iraz 1892, 40 pg.
G. Meyer. Statistische Beiträge Z7/, dem Vorkommen thierischer
Parasiten bei den SchlachttJderen. Zeitschr, für Fleisch- n. Milch-
hygiene, Jahrg. LI, Lieft 7, 1892, pg. 125—129.
Zschokke beendigt seine Arbeiten über die Parasiten des
Lachses und kommt zu dem Resultat, dass der Lachs des schotti-
schen Tay-Flusses andere Gewohnheiten haben müsse als der Rhein-
lachs, denn ersterer beherberge bald nach seinem Eintritt in den
Fluss auch Süsswasserparasiten, nehme also im Flusse Nahrung zu
sich; letzterer aber, dessen Darm die Meerparasiten, die er mit-
brachte, wie der Tay-Lachs, bald verliere, beherberge nach kurzem
Aufenthalt im Rhein bald gar kerne Parasiten im Darm mehr, da
er im Flusse keine Nahrung aufnehme. Im Ganzen werden 33 Pa-
rasitenarten beüii Lachs gefunden, welche Verf. z. Th. näher cha-
rakterisirt: Ascaris adunca Rud., Ascaris angulata Rud., Ascaris
clavata Rud., Ascaris capsularia Dies., Ascaris communis Dies.,
Ascaris Aculeati v. Linst., Cucullanus elegans Zed., Echinorhynchus
proteus Westr., Echinorhynchus pachysomus CrepL, Echinorhynchus
acus Rud., Echinorhynchus agilis Rud., Distomum varicum Zed.,
Distomum reflexum Crepl., Distomum Miescheri Zschokke, Distomum
appendiculatum Rud., Distomum ocreatum Rud., Distomum tereti-
colle Rud., Distomum spec? Mc'Intosh, Bothriocephalus infundibu-
liformis Dies., Bothriocephalus cordiceps Leidy, Bothriocephalus Os-
meri v. Linst., Bothriocephalus spec? Zschokke I — III (Larven),
Schistocephalus dimorphus Crepl., Triaenophorus nodulosus Rud.,
Leuckartia spec? Moniez, Tetrabothrium minimum v. Linst., Rhyn-
chobothrium paleaceum Rud., Tetrarhynchus solidus Dum., Tetra-
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 99
rhynchus grossiis Rud., Tetrarhynchus macrobothriiis v. Sieb. = Ste-
nobothrium appendiculatum Dies., Tetrabothriiim spec. ? Mc'Intosh.
F. Zschokke. Die Pavasitenfauna von Trutta sular (Schluss). Centndhl.
für ßacter. tc. Parask. Bd. XI, Jena 1892, No. 25, pag. 829—838.
Linton untersucht die Hebninthen nordamerikanischer Wasser-
vögel, die hierunter in der entsprechenden Famibe angeführt werden.
E. Linion. Notes on Avian Entozoa. Proceed. Un. St. Mus. Wushington
1892, vol. XV, No. 393, jjag. 87—113, tab. I-V.
Dasselbe gilt von folgenden Arbeiten:
M. Stossich. Osservazioni elmintologiclie. Glasnik hrvatskoga
nuravoslovnoga drvztva. VII (jodina, Zagreb 1892, pag. 62 — 73,
tah. I-II.
0. y. Linstow. Helmiiithen von Süd- Georgien. Jahrb. d. Ham-
burgische?i ivissenschaftl. Anstalten IX, 2, Hamburg 1892, pug.l — 19,
tab. I—IL] s. ferner:
R. Wernicte. Nneva contribtizione a la parasitologia Argen-
tina. Ann. di circ. med. Argentin. Buenos Aires 1892, 2)ag. 794 — 796.
A. Railliet. Notices parasitologiques. Bullet, soc. zooloq. France,
t. XVII, 1892, pag. 110—117.
E. Setti. Elminti di Eritrea e delle regioni limitrofe. Mtis.
zoolog. anat. comp. Genova 1892, No. 6; eine vorläufige Anzeige; die
ausführliche Arbeit wird im Bericht 1893 besprochen.
Curtice führt die von ihm in Amerika in und am Menschen,
im Schaf, Rind, Pferd, Schwein, Hund, Katze, Kaninchen, Lepus
americanus, sylvaticus und texicanus, im Meerschweinchen und im
Huhn gefundenen Parasiten an. C. Curtice. Parasites. Jovrn. com-
par. med. and veterin. Arch. 1892, pag. 223 — 236.
Die Beschreibung von den in
0. V. Linstow, Beobacldungen an Helminthenlarven, Archiv für
microscop. Anatom., Bd. XXXIX, BonnlSd2, pag. 325 — 343, tab. XV,
beschriebenen Formen erfolgt weiter unten.
Saint -Remy untersucht, ob die Cestoden und Trematoden sich
durch Generationswechsel oder Metamorphose entwickeln und con-
statirt, dass erstere nur bei Coenurus und Echinococcus anzunehmen
ist. G. Saint- Remy. Les idees acttielles sicr le developpement et les
relations des Cestodes et des Trematodes. Revue cjin. des sc. pures et
appliq. ann. III, 1892, No. 6, pag. 184—188.
Yoncken behandelt die durch Helminthen hervorgerufenen Ver-
giftungserscheinungnn. Vonchen. Empoisonnemeyit par retention de
toxines intestinales die ä la presence de vers intestina^ix. Arch. tned.
beiges 1892, vol. II, No. 1, ;j«^. 8—12.
R. Ostertag. Handbuch der Fleischbeschau für Thierärzte,
Aerzte und Richter. Stuttgart 1895, 568 pag., 108 Abbildungen.
7*
100 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistniigeu
J. C. Huber. Bibliographie der klinischen Helminthologie^ Heft 3
V. 4. Die Darmcestoden des Menschen. Mi'iyichen 1892, pag. 65 — 150.
Parona bringt mit den Namen von Tommasi bis Zuccliinetti
den Schluss des alphabetischen Verzeichnisses der italienischen Hel-
minthologen. C. Parona. Elmintologia Italiana. Favia ^Sd^. Bollet.
scientif. cmn. XIV, No. 2 — 3, 'pag. 92 — 96.
Nematoden.
Ueber die Karyokinese und ersten Entwicklungsvorgänge machten
Mittheilungen
T. Boveri. Ueber die Entstehung des (Jegetisatzes zwischen den
Geschlechtszellen und den somatischen Zellen bei Ascaris megalocephcda^
nebst Bemerkungen zur Ertwicklungsgeschichte der Nematoden. Sitzungs-
ber. der Gesellsch. für Morpholog. u. Bhysiol. MÜ7ichen, Bd. VlIIj
1892, 12 pg.^ 5 Holzschn., und
H. Lebrun. Les centrosomes dans Voeuf de V Ascaris megalo-
cephalu. Anatom. Anzeig. 7. Jahrg. ^ 1892, No. 19 — 20, pg. 627—628.
Nach Hamaun bestehen die Nematoden -Embryonen zu einer
gewissen Periode aus einem einschichtigen Ektoderm, das zur Epi-
dermis und Cuticula wird, an dem innen das Mesoderm liegt; das
Entoderm bildet die Darmwand. Die Mesodermzellen scheiden an
ihrer Aussenseite contractile Substanz ab und bilden die Längs-
muskeln, in den Seitenlinien werden sie aber von den Längswülsten
des Ektoderms unterbrochen. Die Excretionsgefässe entstehen aus
einer oder zwei Cölomzellen des Mesoderms, zugleich auch bilden
sich die Geschlechtsorgane aus einer Mesodermzelle. Die Verbin-
dung der mesodermalen Excretionsgefässe mit den ektodermalen
Seitenwülsten ist eine secundäre. Das Mesoderm besteht aus nur
einer Zellschicht und zerfällt nicht in ein somatisches und splanch-
nisches Blatt, letzteres fehlt somit dem Darm; das Cölom aber ist
ein Hohlraum zwischen der Mesodermzellschicht und dem Darm.
0. Hamann. Zur Entstehung des Excretio7isorgans, der Seitenlinien
und der Leibeshöhle der Ne>natode?i. Centralbl. für Bacter. u. Parask.
Bd. XI, Jena 1892, pag. 501—503.
Nach Chatiu besteht die Haut der Nematoden aus 2 Schichten,
der Cuticula und der Epidermis oder Hypodermis; bei Heterodera
Schachtii wird die Epidermis von fast cubischen Zellen gebildet;
das Protoplasma ist körnig, der Kern sehr gross; später schwindet
die zellige Structur, man erkennt nur eine Plasmaschicht, die von
zahlreichen Kernen durchsetzt ist. J. Cliatin. Contribution u Vctude
des Clements epidermiques chez les Nematodes. Campt, rend. soc. bioloq.
Paris, sSr. 9, t. 4, 1892, No. 6, pag. 135—136.
Jarames nennt die Subcuticula und das Nervensystem bei
Ascaris megalocephala und A. suilla mit einer gemeinsamen Be-
zeichnung die substance granuleuse, welche auch den den Oeso-
phagus umgebenden Nervenring bildet, sowie die 4 Längswülste;
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 101
zahlreiche Zellen sind in das fibrilläre Netzwerk eingebettet; so
vereinigt Verf. Nervensystem und Subcuticula zu einem einheitlichen
Organ, wie Villot Nervenstrang und Hypodermis bei den Gordien.
Von dem Nervenringe strahlen 8 Nerven in die Subcuticula aus; in
seiner Auffassung wird Verf. dadurch bestärkt, dass er die Aus-
strahlungen des den Oesophagus umgebenden Nervenringes in die
Subcuticula übergehen sieht. Die Innenseite der Cuticula zeigt in
Qnerreihen gestellte, kugelförmige Körperchen mit zwei kurzen Aus-
läufern, die in ihrer Form an Pflanzenknollen und -Wurzeln er-
innern; sie senken sich in die Subcuticula ein und werden vom
Verf. für Zellkörper angesehen, die eine Rolle bei der Bildung der
Cuticula spielen. Die Subcuticula und das Nervensystem sind fibrillär
gebaut mit Einlagerungen von Zellen ; sie gehen ohne scharfe Grenze
in einander über und sind morphologisch nicht trennbar; sie
sind neuroepithelialer Natur und bilden ein einheitliches Ganzes.
L. Jammes. Contrihitions ä Vi^.tude de la couche souscttticulaire des
Nematodes et particulierement du genre Ascaris^ Annal. sc. nafur.
zoolog. t. 13, ^aris 1892, No. 6, pag. 321—342, tob. IX. .
Rohde unterscheidet an den Nerven der Nematoden einen
Axencylinder und eine Scheide; der Hauptnerv in der ventralen
Medianlinie besteht bei Ascaris megalocephala und A. lumbricoides
aus 20 — 25, der in der dorsalen aus 10 — 15, die Sublateralnerven
immer aus 3 Nervenfasern. Die Muskelfortsätze verlieren da, wo
sie sich mit einem Nerv verbinden, ihre Scheide, so dass die Muskel-
substanz in den Axencylinder des Nerven hineinragt; das Spongio-
plasma der Muskeln scheint direct in das des Axencylinders über-
zugehen, so dass die Innervation der Muskelzelle durch ihre Mark-
substanz erfolgt; der Reiz ist mithin allein an das Hyaloplasma
gebunden und wird durch dieses an die Muskelsäulchen übertragen;
auch bei den sensiblen Nerven wird die Empfindung durch das
Hyaloplasma übertragen. E. Rohde. Muskeln und Nerven hei Nema-
toden. Sitzungsher. d. K. Preuss. Akad. d. Wissensch. XXVI 11^
Berlin 1892, pag. 515—526.
Rohde behandelt in einer anderen Arbeit dasselbe Thema aus-
führlicher; die Muskeln von Ascaris megalocephala sind nach dem
coelomyaren Typus gebaut; sie bestehen aus einer contractilen
Rindenschicht und einer stark entwickelten Marksubstanz, die blasen-
förmig in die Leibeshöhle vortritt und Querfortsätze zu den Nerven
sendet. Die Muskelzellrinde zeigt homogene, längsgerichtete, con-
ti'actile Muskelsäulchen, die meistens radiär angeordnet sind, ferner
eine die Säulchen trennende Interfibrärmasse, welche die Fortsetzung
der axialen Marksubstanz und ein spongioplasmatisches Flechtwerk
erkennen lässt. Vom Nerveniinge treten nach vorn und hinten je
2 Nerven aus; die nach hinten verlaufenden liegen in der Bauch-
und Rücken- und den 4 Submedianlinien ; sie bestehen aus einer
grobkörnigen Scheide und einem Axencylinder; letzterer wird von
einem Spongioplasma mit längsverlaufenden Fibrillen gebildet, die
Nervenfasern sind die Fortsätze der in den Nervenstämmen liegenden
102 Dl"- voll Li n stow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Ganglienzellen. Die Nervenfasersclieide ist eine Fortsetzung des
Subciiticnlarfasergewebes; das eigentliche leitende Nervengewebe
ist die von dem Spongioplasma umgebene homogene Zwischen-
substanz, das Hyaloplasma. Die Muskelfortsätze verbinden sich mit
den Mediannerven in der Weise, dass die Nervenfaserscheide an der
Verbindungsstelle aufgelöst wird imd die Muskelsubstanz in Form
eines Zapfens in den Axencylinder hineinragt, so dass das Spongio-
plasma der Muskelzelle in das des Axencylinders des Nerven über-
zugehen scheint. Eine directe Verbindung zwischen Nervenfaser
und Muskelsäulchen existirt also nirgends, überall nimmt das Hyalo-
plasma des Nerven zugeleiteten Reiz auf und überträgt ihn auf die
Muskelsäulchen. Die Nervenfasern stehen durch zahlreiche Quer-
äste mit einander in Verbindung; die Nerven, welche in die Pa-
pillen des männlichen Schwanzendes treten, sind sensible, welche
den Reiz zunächst nach hinten zum Schwanzende und von hier nach
vorn in die Ganglienzellen der Hauptnervenstämme leiten. E. Rohde.
Muskel ujid Nerv. I. Äscaris. Zoologische Beiträqe^ Bd. III, Heft 2,
Breslau 1892, jt>a^. 96—106, iah. VIII—XIII.^
Hesse beschreibt das vollständige Nervensystem von Ascaris
megalocephala. Die Nerven suchen nicht die Muskeln auf, sondern
die Muskeln die Nerven. Der Nervenring, der um den Oesophagus
gelagert ist, ist das Centralorgan; von ihm gehen nach vorn 6, nach
hinten 4 Nerven ab; von den ersteren verlaufen 2 in den Seiten-
und 4 in den Submedianlinien ; jede der 3 Lippen hat 2 Paar in-
nervirte Sinnesorgane, davon die eine Art als Papillen bekannt sind;
in ihnen tritt der Nerv frei zu Tage; von den nach hinten ver-
laufenden Nerven sind 2 in den Medianlinien verlaufende stark ent-
wickelt, die beiden seitlichen theilen sich, und die 4 so enstehenden
Sublateralnerven verlaufen zu beiden Seiten der Seitenlinien in der
Subcuticula. Der Bauchstrang spaltet sich vor der Mündung des
Excretionsgefässes, die Vulva umgeht er rechts; vor dem Anus
schwillt er zu einem Analganglion an. Rücken- und Bauchnerv
sind in je einer Körperhälfte durch Commissuren verbunden, von
denen das Männchen 42, das Weibchen 45 — 46 hat; die rechte
Körperhälfte besitzt 2V2mal mehr als die linke. Beim Männchen
umzieht ein Nervenring die Kloake und in jede Papille tritt ein
Nervenast, dessen Ende hier aber nicht die Cuticula durchsetzt.
Diese Nerven stammen von dem Bursalnerven, der aus den unteren
Sublateralnerven entspringt und mit dem Bauchstrang durch zahl-
reiche Commissuren verbunden ist. Der Bauchnerv tlieilt sich vor
der Kloake in 2 Aeste, die sich mit den verschmolzenen Lateral-
nerven derselben Seite verbinden und den Seitennerv bilden. Ver-
wandtschaftliche Beziehungen zeigen die Nematoden, wie besonders
auch aus der Bildung ihres Nervensystems hervorgeht, zu keiner
Klasse der Würmer. R. Hesse, lieber das Nervensystem von Ascaris
meqalocephala. Halle 1892 u. Zeitschr. für wissenscli. Zoolog. Bd. 54,
Leipzig 1892, Heft 3, pag. 548—568, tah. XXIII— XXIV.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 103
(x. Brandes, üeber das Nervensystem von Ascans megaloc&phala.
Ber. <1. natin-f. Ge-seUsch. Halle 1892, pag. 106—107.
Bütschli untersucht die Muskeln von Ascaris lumbricoides und
Echinorhynchus angustatus bei Linearvergrosserungen von 2600 —
8500—4000; die Marksubstanz nennt er Sarcoplasma, die sich in
den Markbeutel fortsetzt; die Muskelzellen durchziehen dunklere,
fibrillenartige Gebilde oder Platten der Länge nach parallel, und
zwischen je 2 Platten der Marksubstanz verläuft eine dunkle Linie,
die sich färbt wie das Sarcoplasma; von der Schmalseite aus ge-
sehen bestehen die Platten aus Wabenreihen, die über einander
gelagert sind, von der Fläche aus gesehen erscheinen sie parallel-
fibrillär; die dunkle Linie des Sarcoplasma trennt die beiden Waben-
reihen. Die äusserste Wabenschicht der Zelle setzt sich direct auf
den Markbeutel fort und bildet dessen äussere Hülle; sie entspricht
der Alveolarschicht, deren äusserste Grenzlamelle Pellucula genannt
\vird. Auch die contractile Substanz besteht aus Wabenreihen. Von
der dunklen Mittellinie, welche die beiden Wabenreihen des Sarco-
plasma trennt, gehen links und rechts regelmässig Fädchen aus,
welche je 2 Waben trennen. 0. Bütschli. lieber den ferneren Bau
der contractilen ISuhdanz der Muskelzellen von Ascaris , nehst Be-
merkungen über die Mnskelz eilen einiger anderer Würmer. Festschrift
zum 70. Geburtstage R. Leuckart's, Leipzig 1892, pag. 328 — 336,
tab. XXXIV.
Epstein liess Eier von Ascaris lumbricoides sich entwickeln
und verfütterte die Embryonen enthaltenden Eier an 3 Kinder; bei
dem einen derselben wurden 87 Tage nach dem Versuch Ascariden-
Eier in den Faeces gefunden, bei einem anderen wurden durch
Santonin am 88. Tage 16 weibliche und 6 männliche Ascariden ent-
leert; bei einem anderen am 115. Tage 41 weibliche und 31 männ-
liche; auch das dritte hatte Eier in den Faeces; die Geschlechts-
reife des Weibchens tritt in der 10. — 12. Woche ein; nach 12 Wochen
sind die Männchen 13 — -15 und die Weibchen 20 — 23 cm lang.
A. Epsteiti. Ueber die UebeHragung des menschlichen Spulwurms.
Jahrb. für Kinderkrankh. n. phys. Erziehung. N. F. Bd. XXXII^
Leipzig 1892, Heft 3.
Deraateis berichtet über 27 Fälle, in denen während des Fiebers
Ascariden aus dem menschlichen Darm entleert wurden, was durch
die Temperaturerhöhung bewirkt wird; meistens sind 10 — 15 Fieber-
tage erforderlich; Trichocephalen werden durch Fieber nicht be-
einflusst. P. Demateis. Das Ausireten der Ascariden bei Fieber-
bewegungen. Centralbl. für Bact. u. Parask. Bd. XI, Jena 1892,
iVo. 21, pag. 653-660.
W. W. Roseublatt. (Eiterige Leberentzündung in Folge von Ver-
stop fufig des ductus hepaticus durch Ascaris lumbricoides) (russisch).
Wratsch 1892, No. 27, pag. 675.
Nach Railllet und Lucet lebt Heterakis perspicillum Rud.
= inflexa Rud. im Darm von Numida meleagris, die Eier entwickeln
den Embryo in 7 Monaten im Wasser; Heterakis papillosa Bloch
104 Dl'- von Li u stow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
= vesicularis Frölich wird im Darm von Phasianus veneratus, Ce-
riornis satyra und Anser domesticus gefunden. A. Railliet u. A. Lttcet.
Ohservations et experience mr qttelqt/es helminthes du geiire Heterakis
Diijardin. Heterakis 2)erspiciUum Rud. Heterakis impillosa Bloch.
Bullet SOG. Zoolog. France 1892, pag. 117—120.
de Magalhäes beschreibt Heterakis brasiliensis n. sp., die
in Brasilien im Darm von Gallus domesticus lebt; das Männchen
ist 24 mm lang und 0,6 mm breit; die Spicula sind ungleich; vor
dem Saugnapf steht 1 Papille, hinter demselben befinden sich 2,
1 neben der Cloake und jederseits G postanale, ganz hinten zwischen
den beiden letzten 1 unpaare; in der Zeichnung im Ganzen sind jeder-
seits 10 Papillen erkennbar. P. S. de Afagallnies. Notes dltehnm-
thologie Bresilien)ie. Heterakis brasiliensis de la poule domestiqtie.
Bullet. SOG. zoolog. vol. XVII, Paris 1892, pag. 219—221.
de Nabias und Sabrazes beschreiben das Männchen von Filaria
sanguinis aus Rana esculenta und R. temporaria, das im Unterhaut-
zellgewebe und im intermuskulären Bindege\vebe, besonders der
ünterzungenbeingegend und der Schenkel lebt; es ist 8 — 9 mm lang
und 0,25 mm breit. Das Schwanzende ist eingerollt, die Spicula
messen 0,160 und 0,300 mm; an der Bauchseite des Schwanzes
stehen Papillen; das Weibchen misst 25—31 mm in der Länge und
1 mm in der Breite, die Vulva liegt 0,8 mm vom Kopfende; letzteres
zeigt 4 Stacheln von 0,012 mm Länge; die Farbe ist weiss; die
Embryonen dringen in das Gefässsystem und kreisen mit dem Blute;
sie sind 0,07 mm lang und 0,004 mm breit und zeigen noch keinen
Darm. Die Verff. meinen, es fehle die Kenntniss des Männchens
der meisten beschriebenen Filaria- Arten ; was sie unter Filaria san-
guinis Medinensis Fedchenko verstehen, ist nicht klar. B. M. de Na-
hias u. </. Sabrazes. Die Filaria sanguiyiis des Frosches. Entdeckung
des Männchens, Prager medic. Wochcnschr. 1892, XVII, No. 49,
pag. 597 — 599. Vortrag in d. Assoc. fran^. avanc. des sciences, Pau,
d. 16. September 1892. La filaire du sang des grenou /lies; decotiverte
du male. Joiirn. de ml'd. de Bordeaux 1892, No. 43, pag. 474 — 477.
Deupser untersucht Filaria papulosa, die in serösen Höhlen,
im Bindegewebe und in der vorderen Augenkammer des Pferdes
und Rindes wohnt; die Embryonalform lebt im Blute derselben
Thiere; Verf. brachte weibliche reife Filarien in die Bauchöhle von
Kaninchen und konnte 14 Tage darauf die Embryonalform im Blute
nachweisen; die weitere Entwicklung findet vermutlilich in blut-
saugenden Insekten statt, mit welchen die. Larven wieder in das
eigentliche Wohnthier gelangen. Deupser. Zur Entwicklungsgeschichte
der Filaria papulosa. Zoolog. Anzeig. XV, Leipzig 1892, No. 388,
pag. 129-131.
TLiesing schildert den Bau eines Weibchens von Filaria Ban-
crofti, das Verf. Filaria sanguinis hominis nennt, w^elches in Rostock
bei einer Deutschen in dem einen Ovarium gefunden wurde, die
15 Jahre in Brasilien gelebt hatte. Nach einer Darstellung der Ge-
schichte unserer Kenntniss des Parasiten, in welcher Manson stets
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 105
Mauson genannt wird, giebt Verf. an, das Weibchen sei 70 mm lang
gewesen; die Maasse sind mit Vorsicht aufzunehmen, denn als Durch-
messer für das Vorderende wird 0,056 mm angegeben, für die Ge-
gend der Geschlechtsöffnung 0,128 mm, für die Gegend des An-
fangs des Darms 0,15 mm und für die Körpermitte 0,170 mm;
2 mm von der Schwanzspitze entfernt soll der Durchmesser aber
1,18 mm betragen haben. Am Munde findet man (3 Papillen, der
Excretionsporus liegt 0,285 mm, die Geschlechtsöffnung 0,88 vom
Kopfende und der Anus 0,24 mm vom Schwanzende entfernt. Die
Seitenfelder, auch Seitenlinien genannt, nehmen ^/g des Körper-
umfanges ein und enthalten ein feines Excretionsgefäss. Die Mus-
kulatur soll der Gruppe dei' Meromyarier angehören, ^Yärend die
Filarien sonst zu den Polymyariern zu zählen sind. 2,475 mm von
der Vaginalöffnung entfernt theilt sich bereits das Geschlechtsrohr.
Es handelt sich um ein unbefruchtetes Weibchen, daher im Blute
der menschlichen Leiche keine jungen Filarien gefunden wurden.
Da nach de Magalhäes bei Filaria Bancrofti die Vulva 2,56 mm
vom Kopfende entfernt liegt, da das Weibchen bei einer Länge von
155 mm 0,715 mm breit ist, was einem Verhältniss der Breite zur
Länge von 1 : 217 entspricht, bei der hier beschriebenen Form, welche
die Muskeln der Meromyarier hat, die Vulva 0,88 mm vom Kopf-
ende entfernt liegt und das fadendünne Thier bei einei" Länge von
70 mm 0,170 mm breit ist, was ein Verhältniss von 1 : 412 ergiebt,
so ist es fraglich, ob hier ein Weibchen von Filaria Bancrofti be-
obachtet ist, wie auch bei dieser Art Papillen am Kopfende fehlen.
IL Thiesing. Beiträfje zur Anatomie von Filaria sanguinis hominis.
Dissert. Basel. Leipzig 1892, 32 />a</., 1 tah.
V. Linstow untersucht die Embryonalforra von Filaria Bancrofti
aus dem Blute des Menschen nach ihm von de Magalhäes aus Bra-
silien geschickten Pi'äparaten ; die Länge beträgt durchschnittlich
0,290 mm, die Breite 0,0091 mm; es wird über eine die Unter-
suchung der Geschlechtsthiere dieses Parasiten betreffende Arbeit
von de Magalhäes berichtet und die Lebensgeschichte, die besonders
von Manson studirt ist, wiedergegeben und das scheinbare pe-
riodische Verschwinden der Filarien aus dem Blute besprochen.
0. V. Linstoiv. Ueher Filavla Bancrofti Cohhold. Centralbl. für
Bacter. u. Parask. XLLL, Jena 1892, No. 2—3, pag. 88—92.
de Nabias u. Sabrazes finden in der Hydrocele- Flüssigkeit
eines Kranken, der aus Guadeloupe herübergereist war, die Em-
bryonalform von Filaria Bancrofti, die 2 Tage am Leben blieb;
Deckgläschen Mairden mit die Filarien enthaltender Flüssigkeit be-
schickt, mit Borax-Carmin und Salzsäure-Alcohol gefärbt, nachdem
durch Osmium-Dämpfe fixirt war, hierauf ausgewaschen, mit wäss-
riger Methylenblaulösung nachgefärbt imd in Balsam eingebettet.
Die Cuticula erscheint dann blassroth, das Innere lebhaft blau; den
hellen Hof, welcher dem Bulbus des Oesophagus entspricht, halten
die Verf. für die Anlage des Verdauungstracts, der übrigens noch
nicht sichtbar ist; das Lmei'e des Körpers besteht aus einer Keihe
106 Dr. von Liiistow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
von Zellen mit einem stark färbbaren Kern. B. de Nahias u. J. Sa-
brazes. Snr les emhryoyis du sang de Vliomme, La semaine medicale
1892, No. 27, paq. 212. Compt. rend. soc. hioloq. 9. ser., t. 4, Paris
1892, Nn. 19, pag. 455—400. Bordeaux 1892,' 10 pag., 2 /ig.
de Mag-alliäes beschreibt die Aehnlichkeit von Filaria Bancrofti
mit Filaria immitis und giebt die Hauptunterschiede an, welche
darin bestehen, dass das Männchen von Filaria Bancrofti am Schwanz-
ende keine Bursa und warzige, zottige Papillen, das von Filaria
immitis eine Bursa und glatte Papillen hat; das Kopfende des
Weibchens von Filaria Bancrofti ist keulenförmig, das von Filaria
immitis verdünnt. F. S. de MagalJmes. Die Filaria Bancrofti Cob-
hold und die Filaria immitis Leidy. Centralhl. für Bact. t(. Parask.
X, Jena 1892, No. 15, pag. 511—514.
P. S. de Mag'alhäes. As novos Filarias do sangue liumano.
(ras. med. da Bahia, April 1892.
Jausoü giebt an, dass in Japan im Hunde als Parasiten vor-
kommen Distomum pulmonale, Taenia cucumerina, T. marginata,
T. serrata, Echinococcus, Cysticercus tenuicollis, Bothriocephalus,
Dochmius trigonocephalus, Ascaris marginata, Eustrongylus gigas,
Spiroptera sanguinolenta, Filaria immitis. Letztere Art kommt
ausserdem in China, Amerika, vereinzelt in Italien, Fi-ankreich und
Deutschland vor; sie lebt in der rechten Herzhälfte und den ein-
mündenden Adern, selten in anderen Gefässen; in Japan leiden
50 Procent der Hunde an diesem Parasiten, der sich in einem Thiere
zu 1 — 50 P]xemplaren findet; sind beide Geschlechter vorhanden, so
leben die Embryonen im Blute. Verf. bespricht den anatomischen
Bau des Parasiten und die durch denselben hervorgerufenen Krank-
heitserscheinungen und pathologisch -anatomischen Veränderungen.
In Moskitos und andere blutsaugende Thiere gehen die Embryonen
über. Janson findet Filaria immitis auch im Herzen eines japanischen
Wolfes, der im zoologischen Garten in Tokio unter den Erschei-
nungen von Blutcirculationsstörungen gestorben war. In der rechten
Vorkammer und Kammer des Herzens, in der Arteria pulmonalis
und der Vena Cava posterior lagen zahlreiche Exemplare, welche
das Lumen dieser Gefässe völlig verstopften und so den Tod des
Thieres herbeigeführt hatten. Filaria immitis war bisher nur im
Hunde gefunden. ./. L. Janson. Filaria immitis und andere in
Hunden in Japan vorkomm,ende Parasiten. Archiv für pract. Thier-
heilk. Bd. XVIII, Berlin 1892, No. 1—2, pag. 63—79. J. L. Janson
u. IL Tokisliige. Filaria immitis und aridere hei Hunden iti Japan
vorkommende Parasiten. AlittJteil. d. Deutschen Gesellscli. für Natur-
u. Völkerkunde Ostasiens, 48. Heft, pag. 349 — 360, 2 tab. J. L. Janson.
Filaria immitis bei einem japatiischen Wolf. Berlin, thierärzt. Wochen-
schrift 1892, No. 49, pag. 580.
S. D. van Meter. The Maria imitis (sie!). Internaz. med. gaz.
1892, vol. I, No. 10. pag. 1060—1064.
A. Cavazzani. Ipertossicitä delle urine in un caso di filaria
immitis. Gazz. di ospitali 1892, No. 153, pag. 1411 — 1412.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 107
Railliet u. Moussu beobachten in der Haut des Pferdes und
des Esels Knötchen, die leicht bluten, und bei diesen Thieren findet
man im subcutanen, intermusculären und interfasciculären Binde-
gewebe eine Filarie, Filaria haemorrhagica Railliet, = Filaria multi-
papillosa Condamine und Drouilly; der letztere Name hätte wohl
beibehalten werden können, weil Molin's Art nicht multipapillosa,
sondern multipapilla heisst. Das Männchen ist 28 mm lang und
0,26 — 0,28 mm breit; die beiden Spicula sind sehr ungleich, das
eine misst 0,68 — 0,75, das andere 0,13 — 0,14 mm; jederseits stehen
8 grössere Papillen; das Weibchen ist 40 — 56 mm lang und 0,42
— 0,44 mm breit; die Eier haben eine Länge von 0,052 — 0,058 mm
und eine Breite von 0,024 — 0,033 mm. Die Vulva liegt ganz vorn
am Kopfende und die Embryonen sind 0,22 — 0,23 mm lang und
0,009 — 0,011 mm breit; ein Austrocknen vertragen sie nicht.
A. Railliet u. Moiissu. La ßlaire des houtojis hemoi'ragiques observ>'e
chez Vdne; decouverte du male. Compt. rend. sog. biolog. 9. ser., t. 4,
Paris 1892, No. 23, pag. 545—550.
Calamlruccio findet, dass die Larve von Filaria recondita des
Hundes in Pulex serraticeps, P. irritans und Rhipicephalus siculus
lebt, und zwar in einer vierfachen Form. Die jüngste entspricht
den Blutfilarien der Hunde, sie zeigt keinerlei innere Organe, ist
schlank und sehr beweglich und ist 0.280 mm lang und 0,005 mm
breit; von den genannten Hautparasiten werden sie mit dem Blute
der Hunde aufgesogen, dringen in den Darm und in den Fettkörper
ein und entwickeln sich hier weiter zur zweiten Form; dieselbe ist
weit dicker, nur das Schwanzende bleibt dünn, der Oesophagus und
Darm, die Anlage des Schlundrings und des Excretionsorgans sind
sichtbar; die Länge beträgt 0,770 mm, die Breite 0,031 mm; die
Bewegungen sind langsam; am Kopfende findet sich eine kleine
Papille oder eine röhrenförmige Verlängerung des Oesophagus-
Lumens; nun erfolgt eine Häutung; den Oesophagus nennt Verf.
stomaco und unterscheidet eine vordere und hintere Abtheilung, die
stomaco muscolare und ghiandolare genannt werden; das dritte
Stadium zeigt ein abgestutztes Kopfende mit einer kleinen Pro-
minenz an der Rücken- und Bauchseite; die Kopfpapille ist ver-
schwunden, das Schwanzende abgerundet und letzteres führt 3 kurze,
fingerförmige Verlängerungen. Das vierte Stadium ist das im Fett-
körper eingekapselte. Das erwachsene Thier ist erst einmal in
einem weiblichen, 30 mm langen und 0,168 mm breiten Exemplar
beobachtet ; am Kopfende stehen 4 kleine Papillen, am Schwanz-
ende 3; der vordere Oesophagus-Abschnitt misst 0,420, der hintere
1,960 mm, das Schwanzende 0,238 mm; die Vulva liegt ganz vorn,
0,850 mm vom Kopfende. Auch in einer Culex (zanzara) fand Verf.
Nematoden-Larven. S. Calaiidruccio. Descrizione degli embrioni e
delle larve delki Filaria recondita Grassi. Ätti Accad. Gioenia sc.
natural, ser. 4, vol. F, arm. LXfX, Catania 1892, AJemorie /, pag. 1
— 15, Fig. 1 — 17.
Coiidorelli fasst Filaria palpebralis Pace, Filaria conjunctivae
108 Dl"- von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Addario und Filaria pevitonei hominis Babesin unter dem Namen
Filaria apapillocephala zusammen; die Art lebt unter der Con-
junctiva der Augenlider und des Bulbus, in der vorderen Augen-
kammer und in der Leibesböble, am Ligamentum gastrolienale beim
Menschen, beim Pferde und beim Esel. M. Condorelli. Sopra uno
nuovo specie di Filaria. Bollet. soc. Rom. studi zoolog., vol. /, 1892,
No. 3 — 5, pag. 168 — 179. Lo Spallaiizani, ann. 21, scr. 2, fasc. 5
bis 6, pacf. 109—120.
Stiles beschreibt Filaria cervina Duj. = terebra Dies. == pa-
pillosa Kud. e. p., die in der Leibeshöhle von Cervus elaphus, Cervus
virginianus und Bos taurus vorkommt. Das Männchen ist 40 — 60 mm,
das Weibchen 60 — 120 mm lang; am männlichen Schwanzende
stehen jederseits 3 prae-, 1 par- und 5 postanale Papillen; die Art
ist bisher zusammengeworfen mit Filaria equina Abild. = F. pa-
pulosa Kud. e. p. aus der Leibeshöhle des Pferdes, Esels und Maul-
thiers; hier ist das Männchen 60 — 70, das Weibchen 90 — 120 mm
lang und am männlichen Schwanzende stehen jederseits 4 prae-
und 4 (? oder 5) postanale Papillen; die Vorderpapille ist bei F. cer-
vina gespalten, bei F. equina einfach, und bei letzterer Art stehen
am vorderen Körperende, das aufgetrieben ist, in den Submedian-
linien 4 chitinige Dornpapillen. C. W. Stiles. Notes o?i parasites.
5. A Word in regard to the Filaridae fovnd in the hody cavity of
cattle and horses. Joiirn. of compar. med. and veterin. arch. 1892,
pag. 65.
Stiles beschreibt als neu Dispharagus Gaste rostei, der
encystirt und frei in der Leibeshöhle von Gasterosteus aculeatus
lebt; das Männchen ist 10 mm lang und 0,24 mm breit, die Spicula
messen 0,7 und 0,16 mm; 4 prae- und 5 postanale Papillen finden
sich jederseits; das Weibchen ist 12 — 16 mm lang und 0,24 mm
breit; am Kopfe steht eine Halskrause.
Spiroptera scutata setzt Verf. in das neue Genus Myzomimus.
Die Art liegt hin- und hergewunden in dem Oesophagus-Epithel von
Bos taurus, Equus caballus, Ovis aries und Sus scrofa dom. und
findet sich besonders häufig in Ohio. Die Männchen messen 32 —
52 mm, die Weibchen 8 — 145 mm, die Haut ist fein quergeringelt
und zeigt am Kopfende rundliche Schilder; seitlich von der Mund-
öffnung stehen jederseits 3 kleine Papillen in einer Linie, darauf
folgt ein Ring und nach aussen von diesem stehen wieder jederseits
3 etwas grössere Papillen, dorsal und ventral aber findet sich je
eine saugnapfartige Einziehung. Am männlichen Schwanzende stehen
Papillen in variirender Anzahl, meistens findet man jederseits 6 prae-
und 6 postanale, die ersteren sind mitunter auf 5 und 4 reducirt;
beim Weibchen liegt die Vulva 4,5, der Anus 0,3 — 0,36 mm vom
Schwanzende entfernt; die Muskeln gehören zur Gruppe der Poly-
myarier; die Mundöffnung führt zunächst in ein sogenanntes Vesti-
bulum, auf welches der Oeso])hagus folgt; die Spicula sind ungleich;
das rechte misst 0,28, das linke 16 mm, ist also ausserordentlich
lang; wie gewöhnlich bei den Nematoden ist der Hoden einfach,
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 109
während die weiblichen Geschlechtsorgane von der Vagina an doppelt
sind, man findet 2 Uteri und 2 Ovarien ; die dickschaligen Eier ent-
halten einen völlig entwickelten Embrj^o von 0/25 mm Länge; am
Kopfende steht ein kleiner Haken in der Baiichlinie, und 2 viel
kleinere in den Submedianlinien, während am Schwanzende 4 sehr
kleine Spitzen zu bemerken sind. Wenn Verf. meint, die Diagnose
der Filaridae müsse geändert werden, da für dieselbe 4 praeanale
Papillen am männlichen Schwänzende gefordert werden, so muss
dagegen bemerkt werden, dass dieses nur für das Schneider'sche
Genus Filaria gilt. C. W. Stiles. On the unatomy of Mijzoinimus
scutatus Müller. Festschrift zum 70. Geburtstage Leuckart''s. Leipzig
1892, pag. 126 — 133, tob. XVII. Notes on parasites Dispharagtts
(Filaria) gaster ostei Stiles, 1891; Myzomimus. Journ. compar. med.
and vcterin. arcli. vol. XIII, 1892, No. 9, pag. 520 — 52G.
Giles bespricht Spiroptera verrucosa n. sp., die in Indien
im Magen des Schafs lebt; nur das Weibchen wurde beobachtet,
das 90 mm lang und 0,5 mm breit ist, die Eier messen 0,05 und
0,027 mm. (Der Name Spiroptera verrucosa ist bereits von Molin
für einen Pai'asiten aus Cervus paludosus gebraucht.) Strongylus
colubriformis n. sp. lebt im Dünndarm des Schafs in Indien, eine
sehr zarte, dünne Form; das Männchen ist 6 mm lang und 0,13 mm
breit, das Weibchen hat eine Länge von 8 und eine Breite von
0,3 mm; die Eier sind 0,09 mm lang und 0,046 mm breit; die Spicula
sind kurz, die Bursa des Männchens ist von 12 Rippen gestützt.
J. Giles. A description of two new Nematode parasites found in
sheep). Scientific, mem. h\j med. offic. in the army-of India^ VII., Cal-
cutta 1892, pag. 45 — 49, 1 tah.
Die beiden Arbeiten
B. Wandolleck. Zxcr Emltryonalentivicklung des Strongylus pa-
radoxns. Arch. für Naturgesch. Bd. 58, Berlin 1892, Bd. 1, lieft 2,
pag. 123—148, tab. IX, und
H. Stadelmann. lieber den anatomischen Bau des Strongylus
convolutus Osterfag. Arch. für Naturgesch. Bd. 58, Berlin 1892,
Bd. 1, Heft 2, jmg. 149—176, tah. X,
sind im Jahre 1891 als Dissertationen ohne Abbildungen erschienen;
s. Bericht 1891, p. 71-72.
Stiles findet in Amerika Ätrongjdus convolutus Ostertag im
Magen des Rindes und Schafes wieder und will den Namen in
Strongylus Ostertagi ändern, weil Pseudalius convolutus früher
Strongylus convolutus genannt ist. C. \V. Stiles. Notes on parasites.
6. On the presenee of Strongylus OsteHagi Stiles in America. Journ.
of compar. med. and veter in. arch. March 1892.
Hassall und Stiles berichten, dass in Nordamerika im Magen
der Schweine ein sehr kleiner Nematode in ausserordentlicher Menge
lebt, der Strogylus rubidus n. sp. genannt wird. Das Männchen
ist nur 5 mm lang und 0,087—0,128 mm breit; die 0,13 mm langen
Spicula gleiten in einem gabeligen Stützapparat, jede Hälfte der
Bursa ist von 6 Rippen gestützt, die unpaarc Endrippe ist am ausser-
HO Dl*- von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
sten Drittel und am Ende gegabelt; das Weibchen ist 8 — 8,5 mm
lang, die Eier messen 0,045 — 0,036 mm und bei beiden (jesclilecli-
tern zeigt die Haut 40 — 45 Längsstriche. A. llast:allu. C. W. Stiles.
Strongylus rtibidusj a new species of ^lematode parositic in pigs. Journ.
of compur. med. and veterin. archives, 1892, pag. 207 — 209.
Kailliet u. Cadiot finden in einem Hunde, der längere Zeit
krank gewesen war, in der rechten Herzhälfte und der Lungen-
arterie Strongylus vasorum; in den Lungen zeigten sich Knötchen,
die mit kleinen Zweigen der Lungenarterie communicirten, welche
Eier und Embryonen enthielten; die Männchen waren 14 — 18, die
Weibchen 18 — 21 mm lang; die Embryonen zeigten eine Länge
von 0,3 — 0,36 mm und eine Breite von 0,013 mm, der Oesophagus
der letzteren nahm mehr als 1/3 der Gesammtlänge ein; die Em-
bryonen fanden sich auch in grosser Menge im Schleim der Bronchial-
schleimhaut. Railliet u. Cadiot. Strongylose du coetir et du paumon
chez im chien. Compt, -rend. seances de la soc. de hiologie Paris 1892,
9. ser., t. 4, No. 20, pag. 482—486.
ßailliet u. Cadiot konnten Hunde mit Theilen einer von Stron-
gylus vasorum bewohnten Hundelunge nicht inficiren; der Embryo
verträo;t kein Austrocknen und bleibt vom Schleim umgeben in
Wasser höchstens 14 Tage am Leben; wenn Laulanie angab, Hunde
mit einer solchen Lunge direct inficirt zu haben, so glauben Verff.,
dass derselbe Hunde zu diesen Versuchen benutzte, die bereits in-
ficirt waren. Railliet et Cadiot. Essais de transmission du Strongylus
vasorum dv chien au chien; resultats negatifs. Compt. rend. soc. biolog.
sh: 9, t. 4, Paris 1892, No. 28, pag.'702—703.
A. Ströse. lieber Strongylus micrurus nebst Bemcrku?igen über
die Untersuchunc/smethode der Lungenwürmer. Berliner tliierärztl.
Wochenbl. 1892,' No. 5, jmg. 49—52, s. Bericht 1891, p. 70. Beitr.
zur Kenniniss d. Lungenhaarwurmkrankheit der Schafe^ ibid. No. 52,
pag. 614 — 616.
A. Railliet. Si/r la frtquence de la strongylose gastro-intestinale
des leporides. Rec. de med. veterin. 1892, No. 8, pag. 195 — 199.
A propos de la strongylose gastro - intestinale des leporides .^ ibid.
pag. 244 — 245.
Michalik. Lungenblute?i bei eiiiem Pferde durch Strongylus ar-
matus verursacht. Berliner tliierärztl. Wochenschr. 1892, pag. 97.
Criles beobachtet, dass Oesophagostomum columbianum in Lidien
eine schwere Krankheit der Schafe erzeugt. Das Männchen wird
12 — 15, das Weibchen 14— 18 mm lang; die jungen Thiere leben
in Knötchen der Darmschleimhaut, die Eier sind 0,082 mm lang
und 0,047 mm breit; die 0,5 mm lange und 0,08 mm breite Em-
bryonalform lebt im Dünger der Schafe; bald verlassen die jungen
Thiere die Knötchen in der Darmschleimhaut, um im Dickdarm und
Blinddarm geschlechtsreif zu werden; in Assam ist die von den
Helminthen hervorgerufene Krankheit so häufig, dass hier Schafe
schliesslich nicht mehr gehalten werden können. ./. Giles. On no-
dular disease of the i?itestine of sheep. Scientific, mem. by med. offic.
in the army of India VII. Ccdcutta 1892, pag. 31 — 44, 1 tab.
in der Naturgeschichte dei- Helminthen im Jahre 1892. m
Giles beschreibt ferner den Ban und die Entwicklung von
Sclerostomum tetracanthum, einem Parasiten, der in Indien grosse
Verwüstungen unter den Pferden anrichtet. So starben in Burma
von 176 Pferden 173 an der Surra, wie das von dem Nematoden
hervorgerufene Leiden genannt wird. Derselbe lebt im Blind- und
Dickdarm in enormen Mengen. Das Weibchen producirt zahlreiche
Eier, die mit den Excrementen nach aussen gelangen, wo sie bei
einer Lufttemperatur von 21" C. in 3 Tagen den Embryo aus-
schlüpfen lassen ; die Embryonalform, 0,34 mm lang und 0,0"25 mm
breit, lebt massenhaft in den von Pferden herrührenden Dünger-
haufen, aus welcher sich eine freilebende zweigeschlechtliche Rhabdi-
tisform entwickelt, die an Pflanzen am Rande der ersteren zu finden
ist; die Eier sind 0,11 mm lang und 0,05 mm breit; die Rhabditis-
form hat am Kopfende einen Bohrstachel, mit dem Pflanzen ver-
wundet werden. Das Männchen ist 1,7 mm lang und vor den Girren
stehen jederseits 4 Paar fingerförmige Papillen; das Weibchen wird
2 — 2,25 mm lang und 0,136 mm breit und hat anfangs, wie die
Embryonalform, einen sehr langen, äusserst fein zugespitzten Schwanz,
der später kurz und kegelförmig wird. Die Eier desselben gelangen
mit Futterpflanzen wieder in den Darm des Pferdes, und die aus
ihnen ausschlüpfende Embryonalform bohrt sich in die Magen-
schleimhaut ein, wo sie in Cysten lebt; nach einiger Zeit verlassen
die jungen Thiere dieselben, um im Darm geschlechtsreif zu werden.
Während der Zeit des Einbohrens in die Magenschleimhaut er-
kranken die Pferde schwer an Fieber, dessen Temperatur bis 41,1*'
steigen kann. J. GUes, 8ome ohservatio7is on the life-history of
Sclerostomum tetracanthum Dies, and on Sclerostomiasis in Equine
animals. Scientific, mein, hy med. offic. in the army of India. VII,
Calcutta 1892, pag. 1—23, tah. I—III.
Gües beschreibt Sclerostomum robustum n. sp., das in
Indien im Dickdarm von Equus mulus lebt und ein gefährlicher
Blutsauger ist; das Männchen ist 13 mm lang und 0,8 mm breit,
das Weibchen 22 mm lang und 1,1 mm breit; Sclerostomum equi-
num lebt in Aneurysmen bei Pferden und Maulthieren und ist von (Scle-
rostomum tetracanthum specifisch verschieden; die Unterschiede
dieser 3 Arten, besonders in der Bildung des Kopfes und der männ-
lichen Bursa, werden beschrieben und abgebildet. J. Giles. On a
new Sclerostome from the large intestine of Mules. Scientific, mem.
hy med. offic. in the army of India, VII, Calcutta 1892, pag. 25
—30, 1 tab.
G. L. BllfflllgtOll. Sclerodoma tetracanthum. Journ. of compar.
med. and veterin. arch. 1892, jjag. 1?A — 741.
Beuckelmann u. Fischer beobachten sehr zahlreiche Exem-
plare von Ankylostomum duodenale bei einem deutschen Berg-
mann in der Gegend von Dortmund, die eine schwere Anämie her-
vorgerufen hatten. Beuckelmann ti. Fischer. Anchylostoma duodenale
bei einem deutschen Bergmanii. Deutsche medicin. Wochenschr. 1892,
No. 50, pag. 1136—1137.
112 Dr. von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
J. E. A. Ferguson. Aspects of anchylostomiasis. British Guiana
med. Annahm 1892, pa^. 140 u. 200.
C. S. Lopez. Sohre un caso de ancUylostomusia en los mihos.
Ann. d. circ. med. Argentin. Buenos Ayres 1892, pa^. 790 — 794.
G. Cremagnani. Due casi di ancJdlosto - anemia in promncia
di Bergamo. (Jazz. med. lombard. 1892, pag. 395, 408, 418.
G. M. Giles. Notes on anchylostomiasis, being, for the m,ost part.,
a resume of a repoH o?i the diseases knoum in Assafji as hala-azar
and beriberi. Indian. med. gaz. 1892, No. 6, pfff/. 170 — 173, No. 7,
pag. 193—196.
Ilberg. Demonstration von Anchylostomum duodenale und An-
guilhda. Berlin. Min. Wochenschr. 1892, No. 36, pag. 906—907.
Charles berichtet, dass das Männclien von Dracunculus me-
dinensis im Subperitonealgewebe des Menschen in Indien von ihm
gefunden sei; es war weit in eine Leibesöffniing des Weibchens
mit seinem Hinterleibsende eingedrungen; letzteres war 148 mm
lang und 1,2 mm breit; Verf. meint, dass die Larven mit Cyclopen
durch Trinkwasser in den Darm des Menschen gelangen, aus dem
sie auswandern, um im subperitonealen Bindegewebe die Copula zu
vollziehen, worauf dann das befruchtete Weibchen weiter wandert,
während das Männchen am ersten Orte stirbt. Verf. spricht von
einer Vulva oder Geschlechtsöffnung des Weibchens, die es doch
nicht giebt, und sagt, das Schwanzende des Männchens stecke in
dem Körper des Weibchens und könne daher nicht gesehen werden.
Es ist höchlichst zn bedauern, dass es nicht herausgezogen ist,
denn beschrieben ist das bisher nie gesehene Männchen nicht mit
einem einzigen Worte. H. Charles. A contribiitio?i on the Ufc history
of the male Filaria medinensis founded in the examination of specimens
remooed from tlip- abdominal cavity of man. Scientific, mem. by
medic. offic. in the army of India.^ ^-^A Calcufta 1892, pag. 51 — 56,
1 tub.
E. Hillier. Guinea warm in the t07igue. Indian. med. record
1892, jjag. 79.
Railliet findet in Foetorius furo einen nicht bestimmbaren
Trichocephalus. A. Railliet. Trichocephale de Vintestin du Füret.
Notices, l. c.
Linton beobachtet in der Brusthöhle von Spizilla socialis einen
männlichen Nematoden ohne Kopfende, 25 mm lang und 0,9 mm
breit, von leuchtend rother Farbe; das Schwanzende ist etwas ver-
dickt mit einer napfförmigen Einziehung, in die ein kurzes, 0,42 mm
grosses Spiculum mündet; die Form wird Trichosoma rubrum
n. sp. genannt, E. Linton. Notes on a Nematode from the Chip-
ping Sparrojv {Spizilla socialis). American Naturalist , vol. 26,
pag. 705—707.
Nach Laiigerlians wurde bei einer Frau, die vermuthlich vor
31 Jahren eine Trichinose acquirirt hatte, nur ein kleiner Tlieil
Kapseln normal und mit lebenden Trichinen angetroffen; die meisten
Kapseln waren verkalkt und die Trichinen in ihnen ebenfalls ; an-
in fler Naturgeschichte der Helminthen im Juhre 1892, 113
dere Kapseln waren kaum noch als solche zu erkennen, die Tri-
chinen in ihnen waren geschwunden; Verf. schliesst aus seinen
Beobachtungen, dass der Verkalkung der Kapseln diejenige der
'Jrichinen voraufgeht, und dass sowohl Trichinen wie Kapseln völlig
resorbirt werden können. R. LaiigerJians. Ucber regressive Veräyide-
rnngcn der Trichinen und ihrer Kapseln. Archic für 'patholng. Anat.
V. Physiol. Bd. 130, lieft % Berlin 1892, pag. 205—216.
J. Klapliake. Fütfenmgsversnche mit amerikanischen Tricldnen.
Zeitschr. für Fleisch- u. Milclihyg. 1892, No. 8, pag. 152 — 153.
Nach Janssen verendete eine erhebliche Anzahl mit trichi-
nösem amerikanischem Schinken gefütterter Ratten und Mäuse bald
nach dem Experiment und im Darm fanden sich völlig ausgebildete
Darmtrichinen; die Weibchen enthielten P^ier, so dass die Angabe,
dass die in Amerika gebräuchliche Herstellungsweise der Schinken
ausreiche, die Muskeltrichinen zu tödten, hier unrichtig gefunden
wurde. F. Janssen. (^Amerikanische Trichinen.) Arch. für pract. v.
wissensch. Thierheilk. Bd. XVI 11^ Berlin 1892, ^^a^. 381— 382.
F. Janssen. F ütteningsvers^iche mit aus Amerika eingeführtem.!
hier trichi7ws befundenem gesalzenem Schweinefleisch. Berlin, thierärztl.
Wochenschr. 1892, pug. 237—238.
C. W. Macdonald. Trichinosis; report of cases. Boston, med.
and surg. Journ. 1892, No. 22, pag. 551 — 552.
F. H. Drew. An outbreak of Trichinosis in Colrain. Med.
comniunic. of the Massach. med. soc. 1892, pag. 669 — 685.
L. N. Livesay. Trichinosis or ivorms. Medical Standard, 1892,
pag. 13.
Ostertag. Vermögen Darmtrichi?ien und wandernde Trichinen
in einen neuen Wirtk überzugehend Zeitschr. für Fleisch- u. Milclihyg.
Berlin 1892, No. 3, pag. 45—50.
S. Friis. Om forekomsten af Trichiner in Danmark. Tidskr.
f. Sundhefspleje. Bd. 11, pag. 152.
Wasserfuhr. Trichinose im Königreich Bayern. Deutsche med.
Wochenschr. 1892, No. 7.
Verfügimg betr. Massregeln zum Schutze gegen die Trichinen-
krankheif bei den Mensche7i. Veröffentl. d. k. (jes^indheitsamtes 1892,
No. 19, y^ar/. 315.
A. J. Wartnanoff. (lieber Trichinenerkrankungen in Tiflis.)
Protok. der kaiserl. haukas. med. Gesellschaft 1892, No. 2, pag. 23.
(^russischy
W. N. Sherman. Trichina spiralis. Americ. monthly microscop.
Journ. vol. XIV, pag. 154-158.
P. Cerfontaine. Contribution ä l'etude de la Trichinose. Bullet.
Acad. r. sc. Beige, 3. ser., t. 25, a7in. 65, No. 5, pag. 464 — 488.
Monticelli beobachtet in Synapta digitata und S. inhaerens eine
Nematodenlarve, ein Agamonema n. sp., das in der Muskulatur
gefunden wird; vermuthlich gehört der definitive Wirth zu den
Plagiostomen. F. S. Monticelli. Notizia preliminare intorno al al-
Arch. f. Naturgesch. Jalirg.1893. Bd. H. H.3. g
114 Dv. von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
cuni inqiiüini degli Ilolothurioidea del golfo di Napoli. Monitore
zoolo(jico Italiano. ann. III^ Firenze 1892, No. 12, pag. 248 — 256.
Kuhiit berichtet, dass sich bei einem 31 Jahre alten Lehrer in
Sachsen - Altenburg unter der Netzhaut des einen Auges in der
Gegend der Macula lutea eine rundliche, weisse, 1,85 mm grosse
Geschwulst bildete unter- heftigen Schmerzen und sehr erheblichen
Sehstörungen ; die Geschwulst zeigte Bewegungen, so dass an-
zunehmen war, dass ein Parasit sie bewohne; durch einen seitlichen
Schnitt in den Bulbus wurde ein kleiner Nematode entleert, der von
Leuckart untersucht wurde; derselbe ist 3,8 mm lang und zeigt
Oesophagus und Darm, aber keine Geschlechtsorgane, ist also eine
Larvenform, die vermuthlich zum Genus Filaria oder Strongylus
gehört; weiter erfahren wir, was die zoologische Seite des Falles
betrifft, nichts, und Verf. bespricht ausserdem die sämmtlichen Fälle,
in denen Nematoden im menschhchen Auge gefunden wurden; ge-
legenthch erwähnt Verf. auch, bei einem 21jährigen Soldaten einen
3 — 3,5 mm langen und 0,125 mm breiten Nematoden in einer cata-
ractösen Linse beobachtet zu haben. //. KuJmt. Extraction eines
neuen Etitozoen aus dem (Jlaskörper des Menschen. Archiv für Augen-
heilkunde Bd. XX/F, Berlin 1892, No. 3, pag. 205—229.
Nach Willacli finden sich im Auge von jungen Pferden, und
zwar im Glaskörper, Nematoden -Larven von 0,125 mm Länge und
0,012 mm Breite; ein Darm durchzieht den ganzen Körper, der
Anus liegt dicht vor dem Schwanzende, das Kopfende ist nicht aus-
gezeichnet; in einigen anderen Augen wurde im Glaskörper eine
kleinere Form gefunden, die 0,095 mm lang und 0,0075 mm breit
war; das Kopfende war gerade abgestutzt. /*. Willach. Zur Aetio-
logie der Augenerkrankungen, inshemndcre der periodischen Augen-
entzündung {Mondhlindheit des Pferdes). Archiv für 2visse7ischaftl. u.
pract. Thierheilk. XVIII, 1892, pag. 345—380.
V. Linstow beschreibt bei Göttingen gefundene Helminthen-
Larven, und zwar Ascaris Pterostichi n. sp., eingekapselt in
Pterostichus niger, Filaria Gammari n. sp. in Gammarus pulex,
Filaria Ephemeridarum n. sp. in Ephemera vulgata und Oligo-
neuria rhenana; die Larve von Angiostomum macrostomum fand
sich eingekapselt unter dem Peritonealüberzug der Leber von Anguis
fraffilis; Trichosoma Bombinatoris ist eine kleine Larve aus
Darm von Bombinator igneus und Nematodum Gamasi eine
massenhaft in Gamasus coleoptratorum frei in der Leibeshöhle lebende
Larve (/. c).
Railliet bemerkt, dass seit 1884 in inficirten Ställen Dochmius
trigonocephalus und Trichocephalus depressiusculus stets bei Hunden
vorkommen, welche diese Ställe bewohnen, obgleich letztere oft
gereinigt sind; die Embryonen von Strongylus rufescens ertragen
ein Austrocknen von 42- und 68-tägiger Dauer; die Zeit bis zum
Wiederaufleben ist grösser, je länger diejenige des Austrocknens
dauerte. A. Radlief. Observatioiis sur la rcsistence vitale des emhryons
in der Natui'geschichte der Helminthen im Jahre 1892. 115
de quelques nematodes. Compt. rend. soc. biolog. Paris 1892, No. 28,
jyag. 7 O'S -104:.
Linton beschreibt Filaria serrata n. sp. aus dem Darm von
Circus cyaneus, ein 8 mm langes Männchen ohne Halskrausen, mit
4 prae- und 4 postanalen Papillen jederseits; ferner Ascaris spicu-
ligera aus Pelecanus erythrorhynchus u. F. fuscus (l c).
Stossich findet in Croatien Ascaris Scombrorum n. sp. in
der Leibeshöhle von Scomber colias und Heterakis Monticelliana
n. sp. aus Otis tarda; Acipenser sturio und Sciaena aquila sind neue
Wohnthiere für Ascaris capsularia Rud. (/. c).
Nach Voigt bildet Heterodera Schachtii mehrere Varietäten,
die sich an je eine gewisse Culturpflanze gewöhnen und erst nach
Jahren eine andere befallen, W. Voigt. Beiträge zur Naturgeschichte
des Rüben-.! Hafer- und Erbsennematoden. Dciitsche landwirthschuftl.
Presse XIX, 1892, No. 78.
Voigt findet ferner, dass Heterodera radicicola in Nordamerika
in Kartoffelknollen lebt, was eine in Deutschland in Passionsblumen
gefundene Form nicht that. W. Voigt. Das Wurzelgallenälchen als
neuer Feind der Ctdtur pflanzen in Nordamerika. Deutsche land-
■wirthschaftl. Presse XIX, 'l892, No. 79.
E. A. Gröldi. Relatorio sobre a Molestia ( Verme Nematoide) do
Cafeeiro na Provi^icia di Rio de Janeiro. Rio de Janeiro Arch.
J\h(s. Nac. 1892, 117 pag,. 1 cart., 1 tab.
Massolongo findet Tylenchus nivalis in Edelweiss, Leonto-
podium alpinum. C. Mmsolongo. SulV elmintocecidio deW Edelweiss.
(^Aelchengallen beim Edehveiss.) Ntiov. (iiorn. botan. ital. vol. XXI fJ,
No. 2, pag. 375.
de Man findet in Gallen einer Meeresalge, Fucus (Ascophyllum)
nodosus, einen Nemaden, der Tylenchus fucicolan.sp. genannt wird.
Die Geschlechtsröhre des Weibchens ist einseitig, unpaar, nach vorn
gelagert; das Männchen ist 1,25 mm lang, das Weibchen 1,45 mm
lang und 0,021 mm breit; die Cuticula ist sehr fein quergeringelt;
der Oesophagus misst Ve — Vö? der männlich Schwanz Via — Vn der
Gesammtlänge, der des Weibchens, dessen Ende in eine scharfe,
nach der Bauchseite umgebogene Spitze ausläuft, ist relativ ebenso
lang; am nächsten ist die Art, die erste in einer Meerespflanze ge-
fundene, mit Tylenchus devastatrix verwandt. J. G. de Mail, lieber
eine neue in (i allen einer Meeresalge lebende Art der Gattung Ty-
lenchus Bast. Festschrift zum 70. Geburtstage P. Leuckart's. Leipzig
1892, pag. 121-125, tab. XVI.
Cobb beschreibt das Vorkommen von Tylenchus devastatrix in
Australien, wo er besonders die Zwiebel zerstört; ausserdem lebt
er in Karden, Hyacinthen, Roggen, Buchweizen, Kartoffeln, Klee
und Moos. Der Oesophagus zeigt zwei Anschwellungen, der Bohr-
stachel wird durch besondere Muskeln hervorgestossen; in der Seiten-
linie ist der Körper beiderseits rinnenförmig eingezogen; hinter dem
Ende des Oesophagus mündet in der Bauchlinie eine Drüse; die
Vagina liegt ganz hinten, von dieser Stelle geht nach hinten ein
8*
116 Dr. von L in stow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
rudimentärer Theil des Ovarium; 2 Muskeln treten von vorn und
2 von hinten an die quergestellte Vulva, um dieselbe bei der Co-
pula und bei der Eiablage zu öffnen; der Uterus liegt in der
Rücken-, der Darm in der Baucbliälfte der Leibeshöhle. N. A. Cobb.
The devastating eel-ivorm (Tylenchvs devastatrix Kühn). Department
of ugricidture^ miscellaneous puhlication No. 9, ßidney 1892, j^ag. 1
— 8, 2 Fig.
Ritzema Bos giebt eine umfangreiche Monographie von Ty-
lenchus devastatrix Kühn; die Stellung im System wird besprochen;
das Männchen, ist 1,19 — 1,51, das Weibchen 1,26 — 1,54 mm lang;
Synonyme sind Tylenchus Dipsaci Kühn, T. Hyacinthi Prillieux,
T. Allii Beyerinck, T. putrefaciens Kühn, T. Havensteinii Kühn, T. As-
kenasyi ßütschli; alle sind Pflanzenparasiten; Tylenchus intermedius
de Man ist die freilebende Form; Verf. bespricht die Embryologie
und die Pflanzen, in denen die Art lebt, Ranunculus, Thlapsi,
Spergula, Geranium, Medicago, Trifolium, Dipsacus, Centaurea,
Bellis, Sonchus, Myosotis, Plantago, Polygonum, Narcissus, Scilla,
liyacinthus, Galtonia, Allium, Anthacanthum, Holcus, Avena, Poa,
Triticum, Seeale, Hypnum, Brassica, Dianthus, Vicia, Solanum und
Polygonum. Besonders werden Roggen, Hyacinthen und Zwiebeln
aufgesucht. Die durch den Nematoden bedingten Veränderungen
an den Pflanzen werden geschildert, die Lebensgeschichte wird be-
schrieben, besonders aber die Pflanzenkrankheiten besprochen, des
Roggens, der Hyacinthen, der Zwiebeln, des Hafers, des Klees, der
Wicke, des Buchweizens, der Nelken, der Kartoffeln. Das Männ-
chen zeigt 2 gleiche Spicula mit einem Stützapparat und beiderseits
eine Bursa ohne Papillen; beim Weibchen liegt die Vulva weit
hinten. J . Ritzema Bos. L'AngtaJlula de la tige, Tylenchvs devasta-
trix Kühn^ et les maladies des plantes^ dues ä ce Nematode (contin.).
Arch. du Musie Teyler. 2. ser., vol. III , Haarlem 1892, pag. 162
—348, 545—588, tah. I-X.
Losty giebt an, dass in Baltimore die Gartennelke von einem
Heterodera Schachtii verwandten Nematoden befallen wird, ausser-
dem aber in England von Tylenchus devastatrix. ./. P. Losty. Eine
amerikanische Neiaatodenhraixkheit der Gartennelke. Zeitschr. für
Pflmizenkrankheiten^ Bd. IIj Stuttgart 1892, No. 3, pag. 135—136.
H. Klebahn. Zwei vermuthlich durch Neynatoden erzeugte Tfianzen-
krankheiten. Zeitschr. für Pflanzenkrankheiten .^ Bd. 1, Stuttgart 1892,
No. 6, pag. 321—325.
Sonsino berichtet über 3 FäUe des Parasitismus von Rhabdo-
nema intestinale; 2 der Kranken starben; 2 waren Karrenschieber,
1 Erdarbeiter. P. Sonsino. Tre casi di Tnalattia da Rhahdonema
intesti?iale o Rhahdonemiasi. Swpplem. Rivista gener. ital. di Clin.
Tned. Juli 1892.
A. Biva. Sopra n?i caso di anguillulosi intestinale. Sperim.
memor. orig. 1892, pag. 40 — 69.
T. Linstow beschreibt unter den von der deutschen Station in
den Jahren 1882 — 83 bei Süd -Georgien gesammelten Helminthen
in der Naturgeschichte der Heminthen im Jahre 1892. 117
Leptosomatum antarcticnm n. sp., einen frei lebenden Meeres-
nematoden mit 2 Ocellen; das Männchen ist 12,6 — 19, das Weibchen
19 — 20 mm lang; der innere Bau wird untersucht, bei dem beson-
ders die mächtigen Seitenwülste auffallen; die Leimdrüse ist ein
doppelter, am Schwanzende mündender Kanal; eine andere Species
desselben Genus, das nur in einem Exemplar vorhanden war, konnte
nicht bestimmt werden; ebenso ungenügend waren Formen des
Genus Monhystera, Oncholaimus und Euchromadora. Ascaris oscu-
lata wurde im Magen von Stenorhynchus leptonyx gefunden, ausser-
dem wird eine Ascaris ans Cystophora proboscidea erwähnt (/. c).
zur Strassen untersucht in eingehendster Weise die von v. Sie-
bold unter dem Namen Filaria rigida eingeführte Form aus Aphodius
fimetarius, die Bradynema genannt wird, während Moniez sie
dem Genus Allantonema zutheilte, und hält Verf. die Ansicht des
letzteren, dass die freie Geschlechtsform mit Anguillula = Rhabditis
brevispina Bütschli identisch sei, für nicht richtig. Die Geschlechts-
form liegt frei in der Leibeshöhle des Körpers und ist 3—3,5 mm
lang und 0,15 — 0,27 mm breit; eine Subcuticula fehlt, unter der
Haut liegen 4 Längsfelder, ein Rücken-, ein Bauch- und zwei doppelt
so breite Seitenfelder, zwischen ihnen 4 Muskelfelder; eine Körper-
höhle ist nicht vorhanden, sie wird durch ein Mesenchym und
Parenchym ersetzt. Die Muskeln sind stark atrophirt und nach
innen von der schwachen contractilen Substanz geht das Gewebe
ohne erkennbare Grenzen in das Parenchym über; ein Darm fehlt
vollkommen; der Genitalapparat besteht aus nur einem Schlauch,
dem stark entwickelten Uterus, der dicht vor dem Schwanzende
mündet, einem Receptaculum seminis und dem Ovarium. Beide
Körperenden sind abgerundet und das rostrale ist dicker als das
caudale; das Ovarium ist vom Receptaculum seminis und dieses
vom Uterus durch eine Art von Ventil geschieden, durch welches
ein Zurücktreten der Eier vom Uterus zum Receptaculum und
Ovarium verhindert wird; ein ähnlicher Apparat befindet sich an
der Uterusmündung. In den Eiern werden 2 Richtungskörperchen
gebildet, der männliche und weibliche Pronucleus verschmelzen mit
einander und beide enthalten nur einen Nucleolus. Die Furchung
vollzieht sich in allen Fällen mit grösster Regelmässigkeit; die erste
Furchungsebene theilt das Ei ungleich, die vordere, kleinere Kugel
entspricht dem Ektoderm, die hintere, grössere dem Ento- und
Mesoderm. Zuerst theilt sich die Ektodermkugel in 2, von letzteren
wieder die eine und von den so entstandenen wieder eine der letzt-
gebildeten in 2, dann auch die Mesoderm- und die Entodermkugel
in 2, so dass nun 2 Mesoderm-, 2 Entoderm- und 4 Ektodermkugeln
vorhanden sind, worauf die letzteren das Ento -Mesoderm um-
wachsen; zuletzt schliesst sich die Entodermschicht vorn in den
Bauchlinien, am Protostoma, da, avo später das Excretionsgefäss
mündet. Aus dem Entoderm bildet sich der Darm. Das Mesoderm
besteht aus 2 seitlichen und 1 ventralen Längsband und bildet am
Kopf- und Schwanzende eine Anschwellung, das Stomadaeum und
118 Dr. von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
Proctodaeum, sowie den Genitalapparat, die Längsfelder und bei
anderen Nematoden die Subcuticula. Vom Ektoderm entstehen die
Prostoma-Rölire und das Nervensystem. Die Geschleclitsanlage ist
citronenförmig und enthält 3 Kerne; an beiden Endkernen werden
die Terminalkerne der Ovarien beim Weibchen, beim Männchen
wird der vordere ebenfalls zum Terminalkern des Hodens, der
hintere aber bildet den Endapparat, die grosse mittlere Zelle ist
die Keimzelle. Die Embryonen, welche aus dem Ei ausschlüpfen,
sind 0,140 mm lang und werden im Uterus länger und schmaler;
bald kann man erkennen, dass sie beginnen, sich in männliche und
weibliche Exemplare zu sondern; darauf verlassen sie den Uterus
und wandern in die Leibeshöhle des Käfers aus, wo sie zu Larven
werden und erheblich wachsen. Das Bradynema-Mutterthier bildet
die ersten Larven im Mai oder Juni, im Oktober sind letztere er-
wachsen und verlassen die Leibeshöhle des Käfers. Die Larven
lassen ein Darmlumen nicht erkennen, ebensowenig eine Mund-
öffnung; im Hoden der männlichen Exemplare tritt eine mehrfache
Zelltheilung ein, bis das ganze Organ von Samenkörperchen erfüllt
ist; Copulationsorgane werden aber nicht gebildet. Der Körper
wächst bis zu einer Grösse von 0,490 mm heran; im Gegensatz
hierzu verändert sich die Geschlechtsanlage der weiblichen Thiere
garnicht und die Grösse steigt bis auf 0,510 mm. Versuche, diese
Larven in der Erde zur vollen geschlechtlichen Entwicklung zu
bringen, schlugen alle fehl, und vermuthet Verf., dass die männ-
lichen Exemplare protandrische Hermaphroditen und die späteren
parasitischen Bradynema-Formen werden, während die weiblichen
untergehen. Die Lai'ven durchbohren die Darmwand des Käfers
und gelangen so unter dessen Flügeldecken und ins Freie, wo sie
monatelang leben können. Es würde sich also um eine Paedo-
genesis handeln, und Bradynema wäre ein protandrischer Herma-
phrodit ohne Heterogonie. 0. zur Strassen. Bradyiiema rigidmn
v. Sieb. Zeitschr. für loissensch. Zoolog. Bd. LIV, Leipzig 1892,
pag. 655—747. tah. XXIX-XXXIII.
Ward findet die Larve von Nectonema agile in der Leibes-
höhle von Palaemonetes, wo sie aufgerollt liegt; die Borsten der
Haut fehlen noch; gefunden wurde eine weibliche Larve von 75 mm
Länge; die Haut erscheint auf Querschnitten doppelt, die äussere
Schicht wird bei einer Häutung abgestreift werden, die innere trägt
bereits die Borsten der freilebenden Geschlechtsform. H. B. Wai-d.
Vreliminary conmuDiication on the host of Nectonema agile Verr.
Proceed. Americ. Acad. nat. sc. Pliiladelphia .^ 9. Nov. 1892, pag. 260
— 26L
Ward beschreibt in eingehender Weise das im Meere frei lebende
Nectonema agile. Die Cuticula ist quergeringelt und trägt auf jeder
der beiden Medianlinien 2 Reihen hohler Borsten; der Darm ist
atrophirt und wird nach hinten zu immer dünner; ein Anus fehlt,
am Kopfende ist durch eine quere Scheidewand eine vordere Kammer
gebildet, in der das Gehirn liegt. Der Oesophagus besteht aus
iu der Natiu'geschichte der Helminthen im Jahre 1892. 119
einem Chitinrohr, das in einem Zellenstrang verläuft; hinten geht
es, nachdem es eine Schlinge gebildet hat, in den Darm über. Das
Männchen ist 32 — 130, das Weibchen 34 — 40 mm lang; ersteres
hat eine sehr kräftige, letzteres eine wenig entwickelte Muskidatur.
Unter der Cuticula liegt eine dünne Hypodermis; die Muskellage
ist in den Medianlinien durch breite Längswülste unterbrochen, die
Verbreiterungen der Hypodermis sind. Der Bauchwulst enthält den
Hauptnervenstrang; vorn ist der Körper um seine Längsaxe ge-
dreht; die Muskeln sind nach dem Typus der Coelomyarier gebildet;
der Oesophagus liegt in der vorderen Kammer an der Rückenseite
des Gehirns; hinten schwindet die Chitinröhre des Oesophagus ganz,
dahinter tritt sie als Strang ohne Lumen wieder auf; der Oeso-
phagus nimmt V-io — V90 ^^^^ Gesammtlänge ein; der Darm besteht
anfangs aus 4 neben einander liegenden Zellen, er ist ein degene-
rirtes Organ und atrophirt nach hinten zu ganz. In der Bauch-
seite der vorderen Kammer liegen jederseits 5 das Gehirn bildende
Ganglienzellen mit nach hinten austretenden Nerven; die 1., 2.
und 3. sind birnförmig, die 4. und 5. kugelförmig; die grössten
sind die 1. und 5.; an der Rückenseite finden sich 4 gekernte
Zellen, die Ausläufer nach der Bauchseite zu den eben beschriebenen
Ganglienzellen senden und wahrscheinlich auch nervöser Natur sind;
der Bauchnerv besteht aus 3 neben einander liegenden Abtheilungen
und enthält Ganglienzellen; am Schwanzende bildet er ein Anal-
ganglion. Die männliche Geschlechtsröhre, Hoden und Vas deferens,
ist in der Leibeshöhle in der Dorsallinie suspendirt; ein Cirrus ist
nicht vorhanden; in dem nach der Bauchfläche gekrümmten Schwanz-
theil ist das äusserste Ende des Vas deferens chitinisirt und wird
als nicht vorstülpbaros Begattungsorgan dienen. Beim Weibchen
füllen die Eier die ganze Leibeshöhle aus; die Geschlechtsöffnung
liegt im äussersten Schwanzende; bei den in's Wasser gelegten
Eiern treten radiär abstehende, am Ende rundliche Strahlen her-
vor, welche die Schale dicht bedecken; der Darm functionirt augen-
scheinlich nicht, der Anus fehlt und das Thier nimmt offenbar im
Wasser keine Nahrung auf; man kann also annehmen, worauf auch
die grosse Menge von Eiern deutet, dass die Larve wie bei Gordius
und Mermis parasitisch lebt. Die Bildung des Oesophagus, der
Mangel des Anus, der Bauchnervenstrang erinnern an Mermis,
letzterer wie die Dreitheiligkeit desselben, der Mangel eines männ-
lichen Begattungsorgans an Gordius, die Borstan an Chaetosoma.
//. B. Ward. On Nectonemu agile Verrill. Bullet. Mtts. of conipar.
zooloqy at Harvard College. Cambridge 1892, yag. 135 — 188, tah. I
— VIII.
Gordius und Mermis.
ßohde findet bei Gordius tolosanus 3 verschiedene Formen
von Muskeln, bandartig dünne Protoplasmamassen zwischen den
Muskeln, die wohl die ersten Entwickhmgsstadien sind, ferner zwei
parallele Platten, die durch eine centrale Marksubstanz verbunden
120 Dl'- von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
und am Aiissenrande nach der Subcuticula hin offen sind, endlich
coelomyare Zellen, welche eine die contractilen Mnskelsäulchen ent-
haltende Rindenschicht mit einer centralen Marksubstanz darstellen.
Bei Gordius Preslii sind die Muskelzellen fast sämmtlich an der
Innenseite geschlossen und nach den Subcuticula hin offen. Die
Subcuticula ist eine einheitliche, körnig-fibrilläre, von Kernen durch-
setzte Protoplasmamasse; Radiärfasern ziehen sich um die Kerne
zusammen und täuschen Zellgrenzen vor. An dem Bauchstrang ist
der eigentliche Nerv und die aus dem Subcuticularfasergewebe ge-
bildete Hülle zu unterscheiden. Das Nervensystem steht mit der
Subcuticula durch eine dünne Lamelle in Verbindung, ein Zusammen-
hang zwischen Muskeln und Nerv ist nicht nachweisbar. E. Rohde.
Muskel und Nerv. III. Gordins. Zooloqisclie Beiträge, Bd. III,
Heft 3, Breslau 1892, pag. 183—192, fah. XXV, fiq. I—IV, tab XXVI,
fig. V—VII.
Nach Rohde kommen bei Gardius tolosanus neben den wie bei
Ascaris gebildeten Muskeln des coelomayaren Typus auch solche vor,
die auch am Aussenrande offen sind und aus zwei pai-allelen Platten
bestehen, die durch eine centrale Marksubstanz verbunden sind;
dazwischen stehen bandartig dünne Protoplasmamassen, aus denen
wohl die anderen Muskelzellen entstehen; bei Gordius Preslii finden
sich coelomyare Muskelzellen, die aber umgekehrt wie bei Ascaris nach
der Subcuticula offen sind. E Rohde. (nebt es ilolomyarier?
Sitzmigsber. d. K. Prenss. Akad. d. Wissensch. Berliii 1892, XXXV,
pag. 665 — 667.
Camerano beschreibt Gordius Modiglianii n. sp. von der
Insel Engano, der 158 mm lang und 1,5 mm breit ist; es liegt ein
weibliches Exemplar mit ventraler Kloake vor, in der ßauchlinie
verläuft ein aus Papillengruppen bestehender Wulst; die Cuticula
zeigt elliptische Areolen und Papillen, beide in 2 Formen. L. Ca-
merano. Descrizione di iina nuova specie del genere Gordius raccolta
neir isoJa di Engano dall Dott. E. Modigliani. Annal. Mus. civic.
stör, natur. (ienova, ser. 2, vol. XII (XXXII), 1802, pag. 593—514.
Camerano findet im Blaps mucronata, Sphodrus leucophthalmus
und Harpalus aeneus in sehr zahlreichen Fällen, so in 336 Blaps-
Exemplaren 58 mal Gordius pustulosus Baird in allen Alterklassen,
so dass er annimmt, dass Blaps der normale Wirth für die Larve
dieses Gordius ist; 20 — 30 cm unter der Erdobei-fläche wurden auch
Blaps-Larven mit Gordius-Larven gefunden. Da die Käfer in unter-
irdischen Gewölben, nicht aber im Wasser leben, meint Verf., die
Eier dieses Gordius müssten sich auch in feuchter Erde entwickeln,
und zwar direct, ohne einen vorherigen ersten Zwischenwirth der
Embryonalform. Die jüngsten gefundenen Larven waren nur 1 mm
lang, die grösseren waren entweder noch weiss oder von der Farbe der
freien Geschlechtsform. C. Camerano. Ricerche i7itorno al parax.n-
tismo ed uJlo sviluppo del Gordius pustulosus Baird. Atti R. Accad.
sc. Torino, vol. XXVII, 1892, pag. 595-607; Bo/let. Mus. zoolog.
anat. comp. Tori?io, vol. VII, No. 124.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 121
V. Lhistow beschreibt unter den Helminthen -Larven auch die
erste, embryonale Larvenform von Gordius tolosanus. die im Freien
in Wiesenbächen in der Wasser-Larve von Sialis lutaria und in der
von Cloeon dipterum gefunden wurde (/. c).
Rohde findet, dass bei Mermis die Marksubstanz der Nerven
den Reiz an die Muskelsäulchen übermittelt, mit den letzteren selbst
treten die Nervenfasern nicht zusammen; einige die Zellrinde bil-
denden Muskelsäulchen geben den Längsverlauf auf und verlaufen
quer, um von der Marksubstanz begleitet den Nerven zu erreichen;
so bilden sich Querstränge, die in den Nerven übergehen; dieselben
sind früher für vom Hauptnerven abgehende Seitennerven gehalten.
E. Rohde. Mttskel und Nerv bei Mermis und Amphioxus. ISitzvugs-
hericht d. K. Prenss. Akad. d. Wissensch. Berlin 1892, XXXI',
pag. 659 — 6G4.
Rohde giebt über denselben Gegenstand an, dass die Haupt-
nervenstänmie bei Mermis in den Medianlinien verlaufen; der ven-
trale ist der stärkere; die Muskeln gehören zu dem coelomyaren
Typus ; bei der Verbindung der Querstränge der Muskeln mit den
Nerven, die bei den Ascariden nur von der Muskelmarksubstanz
hergestellt wird, betheiligen sich hier auch die Muskelsäulchen;
letztere treten mit den Nervenfasern aber nicht in Zusammenhang,
der Reiz wird auch hier nur durch die Marksubstanz geleitet; am
centralen Ende der Querstränge findet sich ein feingranulirtes Polster,
das von den Quersträngen gebildet wird: am Schwanzende ist die
dorsale Mittellinie der Länge nach in 3 Theile gespalten. E. Rohde.
Miiskel und Nerv. II. Mermis und Amphioxus. Zoolog. Beiträge^
Bd. III, Heft?,, Breslau 1892, pag. 161—182, tah. XXIII, flg. 1
—3, tab. XXVI.
V. Linstow findet in der Leibeshöhle von Stenobothrus pra-
torum häufig, selten in der von Decticus brevipennis die Larve von
Mermis nigrescens, meistens nur 1 Exemplar in jeder Heuschrecke;
die Länge schwankt zwischen 54 und 230 mm; am Kopfende be-
merkt man bei jüngeren Thieren noch den embryonalen Rohrzahn,
bei älteren gleicht dasselbe den freilebenden Exemplaren; in den
Heuschrecken werden mindestens 2 Häutungen durchgemacht; das
Verdauungsorgan nimmt etwa Vs der ganzen Leibeslänge ein: es
ist drüsiger Natur, in der Mittelaxe verläuft ein hinten geschlossenes,
enges, aber dickwandiges Chitinrohr, das in Entfernungen von 1 zu
1 mm kleine Oeffnungen hat; in der Mitte zweigt sich ein ßlind-
sack ab; es functionirt offenbar als Oesophagus und als Darm und
kann als ein in den Darm hineingeschobener Oesophagus aufgefasst
werden; ein Anus fehlt; 6 Längswülste, 1 dorsaler, 2 dorsolaterale,
2 ventrolaterale und 1 ventraler theilen die Muskulatur, die am
Kopfende mächtig entwickelt ist, in 6 Längsfelder; in den doso-
lateralen Wülsten liegen 3, in den ventralen 2 Reihen von Kernen;
am Schwanzende schwellen die G Wülste an und berühren sich; der
ganze Leibesraum wird vom Fettkörper ausgefüllt, aus dem die Ge-
schlechtsorgane gebildet werden; ein Rückennerv innervirt die
122 i^i"' von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
Rückenmuskoln, ein Bauchnerv die Seiten- und Bauchmuskeln, deren
Marksubstanz sich in queren Strängen mit den Nerven verbindet.
Die Geschlechtsform lebt in der Erde und kommt nach einem Ge-
witterregen Nachts an die Erdoberfläche, ringelt sich auch an
Pflanzen empor und macht hier mit der freien vorderen Körper-
hälfte hin- und herpendelnde Bewegungen, mit Sonnenaufgang ver-
bergen sie sich wieder. Die Haut der freilebenden, geschlechts-
reifen Thiere besteht aus Epidermis und einem dreischichtigen Co-
rium ; die äussere Lage ist homogen, die mittlere wird von 2 schräg
gekreuzten und die stärkste, innere von 2 rechtwinklig gekreuzten
Fasersystemen gebildet. Die Vagina liegt in der Körpermitte; die
braunen Eier tragen an den beiden Polen in einen Quast auslaufende
Fäden; die Eier von Mermis albicans sind farblos und ohne solche
Fäden; die Lai'ven von Mermis albicans, die vorwiegend in Schmetter-
lingen und Raupen leben, haben am Schwanzende ein gekrümmtes
Hörn, das bei den Larven von Mermis nigrescens fehlt. 0. v. Linstow.
üeher Mermis nigrescens. Archiv für microsc. Anatomie^ Bd. XL,
Bonn 1892, img. 498—512, tob. XXV 111— XXIX.
Stiles findet die vom Ref. in Deutschland entdeckte Mermis
crassa in Nordamerika wieder; die Larven leben in den Wasser-
Larven von Chironomus plumosus; das Männchen wird 19—25, das
Weibchen 23 — 40 mm lang; ersteres hat nur 1 Spiculum mit einem
Kanal in der Mittelaxe; postanal stehen in der Mittellinie 2 Pa-
pillenreihen, nach aussen von ihnen je eine, und praeanal finden
sich dieselben 4 Reihen, zu denen nach aussen noch jederseits eine
kommt, so dass hier 6 Reihen zu finden sind. C. W. Stiles. Notes
on pdrasites. Mermis crassa v. Linstow. Journ. compar. med. and
veter. arch. cL XIII, 1892, pag. 520—526.
F. Trybom. Mermislarver hos Chironomus. Entomolog. Tidskr.
Stockholm 1892, 12 pg.
V. Linstow findet, dass die Larve von Mermis crassa in Chiro-
nomus leucopogon und ihrer Wasser- Larve lebt; Mermis Gam-
mari n. sp. ist eine Larve aus Gammarus pulex und Mermis Sia-
lidis n. sp., eine andere aus Sialis lutaria (l. c).
J. H. Fowler. A curious parasite [Filaria?) in Epinephele
tithonus. Tlie Entomologist, vol. 25, Od., pag. 247.
Acanthocephalen.
Kaiser fährt fort in seiner Arbeit über die Acanthocephalen
und schildert den muskulösen Rüsselaj^parat von Echinorhynchus
porrigens und E. trichocephalus ; letzterer besitzt 2 Retractores
receptaculi, einen dorsalen und einen ventralen, von denen ersterer
kräftiger ist; der Retractor colli hat die Form eines geschlossenen
Hohlcylinders und beginnt an der Halsbasis, während die Retinacula
2 dicke, cylindrisch eingerollte Längsmuskelplatten sind, welche die
beiden grossen, hinteren Lateralnervenstämme einschliessen ; Ech,
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 123
gigas und Ech. moniliformis haben auch Protrusores receptaculi;
allen Arten sind drei Muskeln gemeinsam, welche den Rüssel be-
wegen, der Retractor proboscidis, welcher das Einziehen bewirkt,
das Receptaculum proboscidis, das den eingezogenen Rüssel wieder
hervordrängt, und der Retractor receptacuh, der das Receptaculum
festhält. Die Winkelstellung des Rüssels wird durch die ungleiche
Vertheilung der Muskelmassen in den Wandungen des Receptaculum
bewirkt. Ech. clavaeceps hat keine Retinacula. Die vordere Hälfte
des Rüssels dient als Bohrwerkzeug, die hintere als Fixirapparat ;
bei Ech. gigas wird die Einstülpung der hinteren Rüsselhälfte durch
die Retractores receptaculi besorgt. Die Function der Retractores
colli ist die, den Halstheil einzustülpen, in anderen Fällen dienen
sie zu einer Compression der Lemnisken; dieselben stehen bei den
meisten Arten in keiner Beziehung zu den Retractores colli ; bei
Ech. proteus fehlen letztere ganz. Verf. behandelt nun die Ent-
wicklungsgeschichte des muskulösen Rüsselapparates; bei der Larve
wächst das Hautmuskelsyncytium über den Ganglienhaufen hinweg,
aus der inneren Hülle des Ganglions gehen die Wandungen, die
Retractores, die Protrusores, die Retinacula und das Receptaculum
hervor; das Receptaculum proboscidis wird auch bei Ech. gigas in
Form zweier auf einander liegender Muskelstränge angelegt, die
später zu einer Muskelrinne verschmelzen. Das Nervensystem besteht
aus einem sehr grossen, ovalen Ganglion cephaHcum, das hinter der
Rüsselscheide zwischen den Retractores proboscidis liegt, in dem
sich viele unipolare Ganglienzellen, weit seltner solche mit mehreren
Ausläufern finden. Bei Ech. gigas gehen 8 Nervenstämme von dem
Ganglion ab, ein vorderer Mediannerv, ein vorderer Ventralnerv,
zwei vordere, zwei mittlere und zwei hintere Seitennerven; die
mächtigsten sind die Nervi laterales posteriores; bei Ech. trichoce-
phalus strumosus, porrigens, haeruca und angustatus ist Nervus
medianus anterior mit Nervus ventralis anterior verschmolzen; hier
wie bei Ech. porrigens sind die vorderen Seitennerven nicht vor-
handen, während die mittleren Seitennerven nur kurz und schwach
entwickelt sind. Verf. schildert den Verlauf der Nerven im Körper
und besonders ihre Insertion an die männlichen und weiblichen
Geschlechtsorgane. Das Ganglion cephalicum sowie die peripherischen
Nerven scheinen ectodermalen Ursprungs zu sein. Die Genital-
ganglien enstehen in der männlichen Larve unabhängig von dem
Ganglion cephalicum, anfangs stehen sie in der Medianebene auf
einander, werden dann aber durch den Ductus ejaculatorius getrennt.
Es folgt eine Schilderung der männlichen Geschlechtsorgane nach
einer geschichtlichen Uebersicht über die Kenntniss derselben; die
zwei Hoden liegen in der Regel hinter einander, nur bei Ech. strumosus
und Ech. hystrix neben einander, meistens in der Körpermitte, bei
Ech. trichocephalus aber in einer eiförmigen Auftreibung des
Vorderleibes. .7. Kaiser. Beiträge zur Kenntniss der Anatomie,
llistulogic 1(11(1 Enticicklung-geschichfe der Acantocephalen, Lieferung 4,
124 Dl"- von L in stow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
Cassd 1892, pag. 113—136, Thcil II pag. 1—32, tab. X. Bihlio-
theca zoologicu Heft VII.
Kaiser beschreibt ferner Nephridien bei Echinorhynchus gigas,
die beim Männchen am oberen Rande des muskulösen Ductus
ejaculatorius rechts und links von der dorsalen Medianlinie, beim
Weibchen an den Seitentheilen des oberen Glockenrandes ihren Sitz
haben und in zwei flockig-lappigen oder blumenkohlartigen, gestielten
Polstern bestehen, die frei in die Leibeshöhle hineinragen. Im
Innern zeigt sich ein dendritisch verzweigtes Röhrensystem, das in
den Polsterstiel einmündet und beim Weibchen in den Uterus führt.
In jedem der zahlreichen, cylindrischen Endstücke undulirt eine
Wimperflamme von 0,014 — 0,017 mm Breite und 0,04-0,05 mm
Länge, die aus zahlreichen, dünnen Wimperhärchen zusammengesetzt
ist; bei 36—40" C. zählt man 90—108 Schwingungen, bei 18— 20«
nur 58 — 72 in der Minute; bei kälterer Temperatur hört die Be-
wegung ganz und gar auf; beim Weibchen findet man in jedem
Polster 450 — 500 Flimmerröhren, welche für den Körper unbrauch-
bare Substanzen aus der Leibeshöhle durch den Uterus nach aussen
leiten sollen. .7. Kaiser. Die Nephridien der Acanthocephalen.
Centralhl. für Bader, u. Parask. Bd. XI, Jena 1892, No. 2,
pag. 44 — 49.
Hamann theilt das Genus Echinorhynchus in 3 Familien.
Echinorhynchidae (proteus, haeruca, polymorphus) mit glattem, ge-
strecktem Körper, die Wandung der Rüsselscheide ist doppelt, in
der central das Gehirn liegt, die Haken haben einen unteren Fort-
satz und ihre Pulpa ist nur an der Spitze mit einem Chitinbelag be-
kleidet; die Gigantorhynchidae (gigas, spira, taenioides, echinodiscus)
haben einen geringelten Körper, die Haken zeigen 2 Wurzelfortsätze,
das Gehirn liegt excentrisch in der Rüsselscheide, welche keinen
Hohlraum hat, und die Haken sind überall von einer Chitinhülle
umgeben; die Neorhynchidae (clavaeceps, agilis) haben eine Rüssel-
scheide mit einfacher Wandung, in der Haut und den Lemnisken
liegen nur wenige Riesenkerne, die Ringmuskelschicht ist einfach
entwickelt, Längsmuskeln finden sich nur streckenweise. 0. Ha.7na?m.
Das System der Acaiithocepluden. Zooioc/. Anzeig. Bd. XV,
Leipzig 1892, pag. 195—197.
Bütschli fand bei Echinorhynchus angustatus Muskeln, bei
denen die contractilen Elemente unregelmässig im Sarcoplasma zer-
streut waren; beide Formelemente bestehen aus Wabenreihen; zwi-
schen je zweien der contractilen Elemente sind 1 — 2 Wabenreihen
des Sarcoplasma eingeschoben und in beiden Formelementen sieht
man sehr stark tingirte Granula; ähnliche Verhältnisse können auch
im Nematodenmuskel vorkommen; die contractilen Elemente tingiren
sich stärker als das Sarcoplasma. Die Subcuticula ist nicht con-
tractil. 0. Bütschli. lieber den feineren Bau, l. c.
V. Linstow findet unter den Helminthen aus Süd-Georgien eine
sehr merkwürdige Art, Echinorhynchus Hamanni n. sp. aus
Stenorhynchus leptonyx; die Rückenseite ist bedornt, der Körper
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 125
besteht aus drei Abtheilungen, von denen die vorderste die breiteste
ist; sie ist scheibenförmig und an der Bauchseite ausgehöhlt; in
dieser Höhle wurzelt das Rostellum; die mittlere Körperabtheilung
ist erheblich schmaler, noch schmaler die hinterste; es sind 4 band-
förmige Lemnisken vorhanden. Echinorhynchus bulbosus n. sp.
lebt im Enddarm von Cystophora proboscidea und Echinorhynchus
megarhynchus n. sp. im Darm von Notothenia coriiceps; eine
Art aus Liparis Steineni war unbestimmbar (/. c).
Borgström untersucht Echinorhynchus turbinella, brevicollis
und porrigens. Ech. turbinella ist 22 — 28 mm lang, der Rüssel
führt 19 — 20 Hakenreihen, die Haken sind 0,04 — 0,087 mm lang,
die Art lebt in Balaenoptera borealis und B. musculus; Ech. brevi-
collis erreicht eine Länge von 26 mm; der Bulbus ist mit Haken
besetzt, der Rüssel zeigt 24 — 25 Hakenreihen, die Haken messen
0,08 — 0,0V)3mm; die Art lebt in Balaenoptera Sibbaldii; Ech. por-
rigens wird 80 — 110 mm lang, der Rüssel ist mit 24 — 25 Haken-
reihen versehen und in jeder Reihe stehen 6 — 7 Haken, die 0,06 bis
0,067 mm lang sind; das Wohnthier ist Balaenoptera borealis. Verf.
schildert die anatomischen und histologischen Verhältnisse der drei
Arten; als Hautschichten werden unterschieden die Cuticula, die
aus zwei Lagen besteht, die äussere ist hyalin, die innere färbbar,
ferner ein compacter und ein lockerer Theil der Subcuticula, letzterer
mit Kanälen; unter der Subcuticula findet sich eine Grenzmembran;
was die Muskeln betrifft, so finden sich zu äusserst Ring-, nach
innen Längsmuskeln; sie werden vom Sarkolemm umgeben, das mit
der Grenzmembran durch Bänder vereinigt ist; zwischen der Grenz-
membran und den Ringmuskeln liegt eine homogene Schicht. ' Die
Lemnisken sollen den Geschlechtsorganen frische Nahrung zuführen.
Die Eiballen entstehen bei Ech. turbinella als zwei Zellenpackete
von ungleicher Grösse, die hinter einander liegen und von einer
Hülle des Ligaments umgeben werden, übrigens aber aussen an
demselben liegen. Das Ganglion liegt nicht im hintersten, sondern
im vorderen Theil der Rüsselscheide. Bei Ech. turbinella und brevi-
collis fehlt ein Muskelmantel der Lemnisken. Der weibhche Schluck-
apparat besteht aus 14 Zellen. Die Kittdrüsengänge vereinigen sich
zu einem Gang, der vom Vas deferens getrennt zum Penis verläuft.
Die männliche Bursa hat ausser den Ringmuskeln auch Längs-
muskeln an der Aussenseite. E. Borgström, üeber Echinorhi/nchus
tiirbiJiella , brevicollis tind "porrigens. Kong. Svensk. Vetensk. Akad.
Handliiig. Bihang, Bd. XVI I^ Stockhohn 1892, img. 1—60, tnb. I—V.
Stiles' Mittheilung über den Zwischenwirth von Echinorhynchus
gigas in Amerika ist eine Wiederholung des Artikels in den Bullet,
soc. zool. France, s. Bericht 1891, pag. 87. C. W. Stiles. Notes on
parasites HI. On the American intermediate host of Echinorhynchus
gigas. Zoolog. Anzeig. Jahrg. XF, Leipzig 1892, No. 383, pag. 52
—54.
R. Wernicke. El Echinorhynchus gigas. Rev. de la soc. med.
Argentin. 1892, No. 1, pag. 44 — 48.
126 Dl"- von Linstow. Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Liiitoii beschreibt Echinorbynchiis rectus n. sp. aus dem
Darm einer nicht bestimmten Larus-Art; die Form ist 8,5 -1) mm
lang; wenn Verf. als Unterschied von Ech. transversiis anführt,
dass letztere Art nach Dujardin nur einen Hoden haben soll, so
ist diese Angabe wohl kaum richtig; Echinorhynchus striatus wurde
im Darm von Oidemia americana gefunden {L. c).
Stossicli führt die in Croatien gesammelten Helminthen als
neue Fundorte an Barbus plebejus für Echinorhynchus proteus
Westr. und Turdus viscivorus für Echinorhynchus transversus
Rud. {l c).
F. M. Coildorelli. Su alcuni Echinorinci avicolari. Bollet. soc.
Roman, sti/di zoolog. vol. 2, fasc. 1 — 3, Roma 1892, ^iöf/. 79 — 82.
F. M Coildorelli. ISnlV identitä specifica delV Eclmiorhynchus
glohoccmdatus Zeder e delV Ecliinorhyyichus tuba Rud. Bollet. soc.
Roman, stndi zoolog. vol. 4, fasc. 6, Roma 1892, i)ag. 224 — 232. Lo
Spallanzcmi, ann. 21, ser. 2, fasc. 7 — 9.
Zschokke meint, dass die Larvenform von Echinorhynchus
proteus, die in verschiedenen kleinen Süsswasserfischen gefunden
ist, angeblich auch in Gammarus pulex, immer durch Gammarus
wandern muss, von wo sie entweder direct in den definitiven Wirth
oder zunächst in die erwähnten kleinen Fische übertragen wird;
auch der Lachs kann Zwisclienwirth sein, in den, da er im Süss-
wasser keine Nahrung aufnimmt, die Eier des Echinorhynchus ge-
langen müssen. F. Zschokke. Zur Lehcnsgcscliicldc des Echinor-
hynclms proteus Westr. Verliandl. d. naturf. Ijeselhcli. Basel, Bd. A',
Heft 1, 1892, pag. 73—83.
Y. Linstow beschreibt die in Gammarus pulex vorkommenden
Larven von Echinorhynchus polymorphus ; wenn die von Ech. proteus
auch in Gammarus vorkommt, so ist sie hierher wohl nur verirrt,
da sie normaler Weise massenhaft in Phoxinus, Gobio, Cottus,
Cobitis und Gasterosteus lebt (l. c).
Trematoden.
Moiiticelli macht eine vorläufige Mittheilung betreffend die
Spermatogenese der Trematoden, über die im vorigen Jahresbericht
(pag. 88) Angaben gemacht sind, woselbst der M^esentliche Inhalt
der nun vorliegenden ausführlichen Ai'beit, die mit 2 Tafeln versehen
ist, angeführt ist. Die Hoden sind von einer membrana propria
umgeben, die wieder von einer feinen Lage Ring- und Längsmuskeln
umschlossen ist; an der Innenwand der Hodenbläschen bilden sich
epitheliale Spermatogonien; aus diesen werden Spermatocyten,
welche sich unter karyokinetischen Erscheinungen theilen ; die durch
die Theilung neu entstandenen Spermatocyten hängen durch einen
Stiel, den Cytophor, mit einander zusammen; auf einer gewissen
Grenze bleibt die Theilung stehen und nun ist die Spermatomorula
entstanden. In den sich bildenden Spermatocyten streckt sich der
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 127
Kern sehr in die Länge, aus den Spermatocyten werden Sperma-
tiden, in denen das Nnclein sich vom Caryoplasma sondert; die Kerne
werden stäbchenförmig nnd sammeln sich in dem einander in der
Spermatomorula zugekehrten Ende der langgestreckten Zelle, deren
anderes, das Cytoplasma enthaltende Ende immer länger und dünner
auswächst und den Faden des Spermatozoon bildet, in welches die
Spermatide sich endlich umbildet. Eine ausführliche geschichtliche
Einleitung ist der eigentlichen Arbeit vorausgeschickt. Die Unter-
suchungen sind angestellt an Distomimi veliporum Crepl., Distomum
nigrovenosum Bellingh. , Distomum Richiardii Lopez, Distomum
calyptrocotyle und Distomum Betencourti, zwoi neuen vom Verf.
benannten Arten, und Pseudocotyle Squatinae Hesse und van Bened. ;
auch ein neues Monostomum Stossichianum wird besprochen. Das
Nuclein der Spermatide bildet das Köpfchen der Spermatozoen, das
Caryoplasma clen centralen Theil, Körper oder Hals, das Cytoplasma
den Schwanz; zuletzt legen sich die Spermatozoen zu parallelen
Bündeln zusammen, jedes Bündel entspricht einer Spermatomorula.
Die Spermatide ist dem Ei homolog, und wie dieses durch Theilung
aus dem Epithel des Ovarium entsteht, bildet jene sich durch
Theilung aus dem Hodenepithel oder den Spermatogonien in Form
der Spermatocyten, aus denen die Spermatiden sich bilden. Einen
accessorischen Kern hat Verf. bei der Bildung der Spermatiden
nicht gefunden. F. 8. MontlcelU. Ricerche fsulla spermatogenesi nei
Trematodi I. Internat. Monatmchr. für Änut. u. Physiol. Bd. /X,
Heft 3, Leipzig 1892, pag. 1—35, tah. VIII— IX.
Monticelli studirt auch den Dotterkern in den Eiern der Trema-
toden und findet, dass bei Distomum veliporum und Distomum
Richiardii entweder ein Körperchen von kleinen Dimensionen oder
deren zwei von verschiedener Grösse vorhanden sind; in grösseren
Eiern ist er deutlicher und seine Phasen stimmen überein mit dem
Wachsthum des Ei's; zwischen einem diffusen und einem concreten
Dotterkern kann Verf. nicht unterscheiden, wie einige Autoren
wollen; mit der Befruchtung hat er nichts zu thun und ist ein
Product des Cytoplasma der Eizelle. F. S. Monticelli. Sul nucleo
vifellifw delle uova dei Trematodi. Bollet. soc. natitr. Napolij ser. 1,
an7i. 6, vol. 6, 1892, pag. 5 — 8.
Nach Crety ist die Innenfläche des Ovarium von Distomum
Richiardii von einer Epithelschicht ausgekleidet, die ein Keimepithel
ist; die hier entstehenden Ovarialeier enthalten Dotterkerne in ver-
schiedener Zahl; die jungen Eier enthalten ein Keimbläschen und
wenig Protoplasma; der Keimfleck liegt excentrisch, ist kugelförmig
und hat eine Vacuole im Centrum, das Keimbläschen zeigt ein
zierhches chromatisches Netzwerk und zerstreute chromatische
Granula; das Protoplasma führt ein intensiv sich färbendes Körper-
chen, den Dotterkern (nucleo vitellino), die mitunter fehlt, selten
doppelt vorhanden ist. Er schmilzt später im Protoplasma, das von
nun an die Fähigheit erhält sich zu färben; bei Trematoden, denen
der Dotterkern fehlt, findet man letztere Eigenschaft von vornherein.
128 Dl'- von Linstow: Bericht über die wisseiischaftl. Leistungen
Distomimi Richiardii ist der einzige Helminth mit einem nncleo
vitellino. C. Creti/. Intorno cd nucleo viteUino dei Trematodi.
Rendiconti R. Accad. Lince/', vol. I. faxe. 4, Roma 1892, />«/>. 92 — 97.
Le noyeau vitellin dans les ocufa des Treonatodes. Arch. Ital. hiolog.
t. XVII, fasc. 3, pag. 39G-399.
Braiides bespricht den feineren Bau der Rindenschicht der
Trematoden und unterscheidet zu äusserst eine Cuticula, die von
einer die äusseren Muskeln mit ihren Ausführuup'so-ängen durch-
setzenden Hautdrüsenschicht abgesondert wird; die sogenannte Sub-
cuticula ist nur ein Theil des parenchymatösen Bindegewebes, das
im Gegensatz zu dem inneren Entoparenchum das Ektoparenchym
genannt wird. Unter der Cuticula liegen bei Amphistomum conicum,
Onchocotyle appendiculata , Apoblema aus Alosa finta eine Ring-
und dann eine Längsmuskellage, bei Pseudocotyle »Squatinae aber
zwei Ring- und eine Längsmuskellage, bei Monostomum proteus
folgen eine Ring-, Längs-, Ring- und Längsmuskelschicht auf
einander; Didymozoon Sphyraenae hat nur Längsmuskeln in der
Rindenschicht, Tristomum papillosum aber eine Diagonal-, Längs-,
Ring- und wieder eine Diagonalmuskelschicht. Bei Temnocephala
werden zwei Sphincteren im Pharynx gefunden; es sind ringförmige,
aus hohlen Muskelfasern bestehende Muskeln, die auf Querschnitten
einem Netzwerk gleichen; an der Rücken- und Bauchseite finden
sich Diagonalmuskeln; Temnocephala ist auch in Bezug auf Cuticula
und Hautmuskeln in einer von derjenigen der Trematoden ganz
abweichenden Art gebaut, die Hautdrüsenschicht fehlt, und glaubt
Verf., sie nicht zu den Trematoden, sondern zu den Turbellarien
stellen zu müssen. Monostomum proteus hat, wie Notocotyle
triserialis, an der Bauchseite reihenweis gestellte, die ganze Rinden-
schicht mit ihren eng an einander liegenden Ausführungsgängen
durchsetzende Bauchdrüsencomplexe. Notocotyle ist also ein un-
glücklich gewählter Name, da die betreffenden Organe nicht am
Rücken liegen und keine Sauggruben sind. G. Brandes. Zum
feineren Bau der Trematoden. Zeitsclir. für wtssetiscliaftl. Zooloq.
Bd. LIII, Heß 4, Leipzig 1892, |>w/. 558—577, tab. XII.
Crety giebt an, dass in der Muskelmasse der Saugnäpfe von
Distomura megastomum grosse Zellen mit unregelmässigen Contouren
und vielfachen Ausläufern liegen, die als Ganglienzellen angesprochen
werden; man beobachtet feine Ausläufer, die mit einem anastomo-
sirenden Netz die Muskelfasern umgeben und starke, die collaterale
und terminale Aeste entsenden; die längeren der letzteren anasto-
mosiren mit den entsprechenden anderer Zellen. Bei Distomum
Richiardii findet Verf. dichtgedrängte, warzenartige Vorragungen
an der Fläche des Mundsaugnapfes, in die feine Nervenäste eintreten
und die als Tastorgane angesehen werden; feine Muskelfasern treten
in die Papillen hinein, von denen einige dieselben abflachen oder
zuspitzen, andere ihnen eine Seitenbewegung geben können. C. Crety.
Intorno la struttura de/le ventose e di alcuni organi tattili nei Distomi.
Rendiconti R. Accad. Lincei^ 5. ser., vol /., fasc. 1, Ro7na 1892,
pag. 21—26.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 129
Braun veröffentlicht die 18. — 27. Lieferung seines ausgezeich-
neten Helminthenwerks, in denen zunächst ein Nachtrag zum Lit-
teraturverzeichniss der Trematoden gegeben wird, worauf Verf. die
Digenea der letzteren nach Gestalt, Anhängen, Membranen, tentakel-
artigen Bildungen, Hautorganen, Mund- und Bauchsaugnapf und
deren Grössenverhältnissen unter einander, secundären Saugorganen,
Haftapparat der Holostomiden, Stacheln, Grösse und Farbe be-
handelt. In der Darstellung der Anatomie wird zunächst die Körper-
bedeckung besprochen; die bisher Cuticula genannte Schicht der
Trematoden ist die Epidermis, die der Hypodermis anderer Hel-
minthen gleichzusetzen ist; sie entsteht aus einzelnen Zellen, die
mit einander verschmelzen, und enthält oft Kerne; sie darf daher
weder Cuticula noch Basalmembran genannt werden, sondern etwa
Hautschicht oder Grenzmembran ; ferner wird besprochen die Structur
der Stacheln, der Bau der Tentakel und Papillen, die Hautdrüsen,
die Muskulatur, unterschieden nach Hautmuskelschlauch und Pa-
renchymmuskeln, die histologische Structur der Muskeln, der Bau
der Saugnäpfe, das Parenchym derselben, ihre Drüsen, ihre grossen
Zellen, die als Muskelbildungszellen anzusehen sind, die Excretions-
gefässe und Terminalzellen in den Saugnäpfen; ferner werden be-
sprochen die Bewegungen und das Parenchym; letzteres besteht
aus membranlosen Zellen und solchen mit Ausläufern, die unter
einander ein Netzwerk bilden; die peripheren Schichten bestehen
aus hüllenlosen Zellen, die vielfach für Drüsenzellen gehalten sind;
endlich wird der Excretionsapparat mit den Wimpertrichtern oder
Terminalzellen, den Capillaren, den Sammelröhren, die oft Flimmer-
läppchen haben, und die Excretionsblase behandelt. In die End-
blase münden bald 2, bald 4 Sammelröhren, in einzelnen Fällen
auch G; die Anastomoseii derselben werden besprochen, ebenso der
Inhalt des Excretionsapparates, Körnchen oder Concretionen ; das
Verhältniss zwischen Excretionsapparat und dem Körperparenehym
und die Function des Gefässsystems wird erörtert. Verf. wendet
sich nun zu den Verdauungsorganen, dem Mundsaugnapf mit seiner
Muskulatur und seinen Drüsenzellen, dem Oesophagus und Pharynx
mit den Speicheldrüsen, dem Magendarm oder den Darmschenkeln,
deren Structur besprochen wird, worauf die Nahrung und deren
Aufnahme erörtert werden. Weiter schildert Verf das Nerven-
system und die Sinnesorgane; die vorderen Nerven, 1 — 3 Paare,
die seitlichen, ebenfalls 1 — 3 Paare, und die hinteren, von denen
meistens jederseits 3 gefunden sind, und ihre Histologie; die grossen
Ganglien, periphere Nervenzellen und die Endigungen der Nerven,
welche in den Papillen der Haut und des Mundes beobachtet sind;
Gehörorgane fehlen, als Tastorgane gelten die Papillen; die im
Larvenzustande öfter vorhandenen Augen sind nur ausnahmsweise
in Resten erhalten. Der Genitalapparat im Allgemeinen und hiei'auf
der männliche im Besonderen wird geschildert, der Bau der Hoden,
die Samenkörperchen, das Begattungsorgan, der Cirrus mit Cirrus-
beutel, Samenblase und Prostata; ferner der weibliche Geschlechts-
Arch. f. Naturgesdi. Jahrf?.1893. lU. n. H.3. 9
130 Dl", von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
apparat, Keimstock, Samenblase oder Receptaciünm seminis, der
Laiirer'sche Kanal, die Dotterstöcke mit ihrem Bau und ihrer Lage
im Körper, die Dottergänge, der Uterus, die Schalendrüse, die Ge-
schlechtsöffnungen. Die Lagerungsverhältnisse der beiden Geschlechts-
öffnungen gegen einander und in Bezug auf die Saugnäpfe werden
besprochen, ferner die besonders bei Amphistomum stark entwickelte
Geschlechtskloake, die Formen mit auf zwei Individuen vertheilten
männlichen resp. weiblichen Geschlechtsorganen; es folgt die Dar-
stellung der Entwicklungsgeschichte, die Zeit der Fortpflanzung,
die Begattung, die gegenseitig, einseitig, Selbstbegattung und Selbst-
befruchtung sein kann, wobei die Bedeutung des Laurer'schen Kanals
erörtert wird, der mit dem canalis vitello-intestinalis der Monogenea
nicht gleichbedeutend ist; seine Function ist noch nicht bekannt
und werden alle über ilm geäusserten Vermuthungen angeführt;
ferner wendet Verf. sich zur Bildung und Befruchtung der Eier
und giebt die Form, Grösse und Zahl derselben an, worauf die
Entwicklung der Digenea in historischer Folge besprochen wird;
die specielle Entwicklungsgeschichte, welche in die Entwicklung des
Embryo, vom Verf. als Miracidium bezeichnet, die Umwandlung
desselben, die Bildung der Cercarien in den Grossammen und
Ammen, die Einkapselung der Cercarien und die Entwicklung der
geschlechts reifen Form eingetheilt w^ird; die Miracidien werden be-
schrieben und ihre biologischen Verhältnisse geschildert. Bei ein-
zelnen Formen, den Holostoniden, verwandelt sich das Miracidium
direct in die Jugendform, die unter der Bezeichnung Tetracotyle
bekannt ist; gewöhnlich aber werden Ammen gebildet, aus denen
Sporocysten entstehen, in welchen entweder Cercarien oder zunächst
Redien entstehen, in denen sich dann Cercarien bilden. Den Inhalt
der Arbeit wiederzugeben ist an dieser Stelle natürlich nicht mög-
lich, es können gewissermassen nur die Ueberschriften der einzelnen
Kapitel angeführt werden. M. Bruvn, Brmm's Klassen und Ord-
■nu7i(jen des TJdcrreichs, Bd. IV, Vermes, Lieferung 18 — 27, Leipzig
und Heidelberg 1892, pog. 561—816, tab. XVIII-^XXXI.
Stossich stellt die sämmtlichen in Säugethieren gefundenen
Distomon zusammen, deren Beschreibungen mit der entsprechenden
Litteratur gegeben werden; dem Genus Gynaecophorus gehören 3,
Cladocoelium 6, Distomum 31, Echinostomum 5 und Mesogonimus
3 Arten an; zweifelhafte Arten werden 10 und Larvenformen 3 auf-
geführt. Die von van Beneden irrthümlich mit Distomum chilo-
stomum vereinigte Art führt Verf. unter dem Namen Distomum
Aristotelis ein. M. Stossich. I Distomi dei ma^nmiferi. Trieste
1892, Programvi. civica scuola reale super.
Auch die bisher in Vögeln gefundenen Distomen stellt Stossicll
übersichtlich zusammen und giebt die Beschreibung aller Arten mit
der Litteratur; zur Gattung Polyorchis gehört 1 Art, zu Cephalo-
gonimus 2, zu Cladocoelium 2, zu Crossodera 1, zu Distomum 33,
zu Echinostomum 20, zu Mesogonimus 2; ungenügend beschriebene
Arten werden 37 angeführt, Larvenformen 2. M. Stossich. 1 Distomi
in der Naturgeschichte der Heminthen im Jahre 1892. 1 31
degli nccelli. BoUet. soc. adriat. sc. natur. Trieste, vol. XIII, p. 11,
1892, pm/. 1—54.
Lutz stellt im Honolulu Untersuchungen über die Entwicklung
von Distomum hepaticum an und findet, dass der Embryo in Lim-
naeus cahuensis Souleyet einwandert und sich in ihm in der von
Leuckart und Thomas angegebenen Weise entwickelt; die Cercarien
verlassen nicht von selbst, sondern erst nach Zerstörung der Schnecke
ihren Wirth, um sich an Wasserpflanzen zu encystiren, mit denen
sie von den bekannten Säugethieren gefressen werden. Diese
Cysten verfütterte Verf. an Meerschweinchen und fand in deren
Leber die jungen Distomen wieder, die nach 8 — 9 Tagen 1 mm,
nach 27 — 31 Tagen 3 — 8 mm, nach 32 Tagen 9 — 15 und nach
44 Tagen 20 mm gross waren; sie begeben sich an die Peripherie
der Leber und bohren sich von hier in das Gewebe derselben und
die Gallenblase hinein, mitunter gelangen sie auch in die Peritoneal-
höhle. Die eingekapselte Larve verliert die bekannten Stäbchen-
zellen. Eine andere Redienart, deren Cercarien sich ebenfalls im
Freien einkapselt, lebt massenhaft in Melania. A. Lutz. Zur
Lehejisqeschichte des Distoma hepaticum. Ccntrcdhl. für Bad. tc. Parask.
Bd. XT, Jena 1892, No. 25, pag. 783—796.
J. W. SpengeL Demonstration von Ahiormitäten des Ge-
schlechtsapparats von Distomum hepaticum,. 2. Jahresversammhing. d.
deutschen zoolog. (JeseUschaft, Berlin 8. — 10. Juni 1892, jjag. 146—147.
Sonsino findet in Zamenis viridiflavus Distomum subflavum
n. sp. und Distomum Baraldii n. sp., erstere Art ist 8 mm lang
und 2 mm breit; der Mundsaugnapf ist etwas kleiner als der
Bauchsaugnapf, die Eier sind 0,08 mm lang; letztere Art hat eine
Länge von 2,5 mm und eine Breite von 0,5 mm, die Saugnäpfe
sind gleich und die Eier messen 0,036 mm; erstere Art lebt im
Darm , letztere im Munde und Oesophagus von Zamenis. Unter
der Schleimhaut des Mundes derselben, des Schlundes und unter
dem Pericard fanden sich Cysten mit Distomumlarven , und Verf.
meint, es könnten jugendliche Formen von Distomum Baraldii sein,
welche statt in einem zweiten Zwischenwirth in ihreui definitiven ihr
eingekapseltes Stadium verlebten, ähnlich wie Sclerostomum tetra-
canthum und Taenia nana es thun. P. Sonsino. Dei Distomi dello
Zamenis viridiflavus Lacep. e di una fase del ciclo vitale cli uno di
essi. Process. verbal, soc. Toscan sc. natur. Pisa, vul. VIII, 1892,
jMg. 91 — 95.
Yamagiva beschreibt die Krankheitserscheinungen und die
pathologische Anatomie der in Japan an Distomum pulmonale =
Ringeri Leidenden; zoologisch bietet die Arbeit nichts neues.
R. Yamagiva. (Jeher die hung end ist omen- Krankheit in Japan. Arch.
für pathol. Anat. u. Physiol Bd. CXXVII, Berlin 1892, No. 3,
pag. 446—456.
Asclioff berichtet, dass in der Strassburger Klinik in der Leber
eines an einer Peritonitis und Perforation des Processus vermiformis
gestorbenen 15 jährigen Knaben in Schnitten der Leber ein Parasit
132 Dr- von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
von 2 mm Breite gefunden wurde, der Uterus, Dotterstöcke, Hoden
und Darm erkennen Hess; die Eier waren 0,042 — 0,049 mm lang
und 0,026—0,029 mm breit, was auf Distomum lanceolatum scliliessen
lässt. L. Aschoff. Ein Fall von Distomum lanceolatum in der
'menschlichen Leber. Archiv füs patholog. Anat. u. Physiol. Bd. CXXX,
Berlin 1892, pag. 493—496, tab. XIII flg. 4.
Leuckart findet, dass das grosse von Hassall unter dem Namen
Fasciola carnosa und von Leidy unter dem Namen Distomum texa-
nicum in der Leber von Rindern lebende grosse Distomum mit dem
von Bassi in Italien gefundnen Distomum magnum identisch ist.
Ä. Leuckart. Ueber den grosseti amerikanischeyi Leberegel. Centralbl.
für Bad. u. Farask. Bd. XI, Jena 1892, No. 25, pag. 797—799.
Stiles führt die in Amerika in Rindern lebenden Parasiten an;
das in amerikanischen Rindern vorkommende Distomum magnum
Bassi ist nicht identissh mit Distomum hej)aticum : Distomum magnum
Bassi = Fasciola carnosa Hassall = F. americana Hassall = Distomum
texanicum Francis; es lebt in Antilope picta, Bos taurus, Cervus
AristoteUs, C. canadensis, C. dama, C. elaphus und C. virginianus.
C. W. Stiles. Notes 07i parasites. Animal parasites of cattle. Distoma
magnum Bassi 1875. Journ. compar. med. and veterin: arch.
vol. XIIL 1892, pag. 346—350, 464—466. A word in regard to
Dr. Francis' Distonuim texanicum. ibid. pag. 65 — 67.
Braun giebt an, dass Distomum folium aus der Harnblase von
Esox lucius, Cottus gobio. Thymallus vulgaris, Trutta variabilis und
Salmo umbla nicht 4, sondern 2 Darmschenkel hat wie die meisten
anderen Distomen; was von Zschokke für Keimstöcke gehalten
wurde, sind Dotterstöcke; Zschokke's Schalendrüse ist das Dotter-
reservoir, Zschokke's Dotterstöcke sind Eieransammlungen und seine
Dottergänge üterusschlingen. M. Braitn. lieber Distomum folium
Olf. Centralbl. für Bacter. u. Parask. Bd. XI, Jena 1892, No. 15.
pag. 461 — 463.
Linton findet im Darm von Larus californicus Distomum
verrucosum n. sp. (dieser Name ist bereits dreimal, von Molin,
Poirier und Busch, in anderem Sinne gebraucht); Distomum
flexum n. sp. ist eine kleine, 2,5 mm grosse Form aus dem Darm
von Oidemia americana, die zum Subgenus Echinostomum gehört, da
der Mundsaugnapf von einem Hautsaum umgeben ist, der 45 Dornen
von 0,055 mm Länge trägt; auch die Haut ist vorn bedornt; Ho-
lostomum variabile wurde im Darm von Circus cyaneus ge-
funden (l. c).
Noack schildert in eingehender und genauer Weise die Anatomie
und Histologie von Distomum clavigerum Rud. aus dem Darm der
Frösche und Kröten; die Geschlechtsöffnungen münden vorn seit-
lich neben einander. Es werden geschildert die Haut, die Haut-
und Parenchymmuskeln und die Subcuticularschicht, das Körper-
parenchym, das bald faserig, bald grossblasig, bald homogen und
feinkörnig ist; die Muskulatur der Saugnäpfe wird geschildert, ferner
Pharynx und Darmkanal. Der Raum zwischen dem Hinterende des
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 133
Mundsaugnapfes und Pharynx wird Pharyngealtasche genannt; der
Darm zeigt aussen Längs-, darunter Ringmuskeln, dann folgt eine
dünne Basalmembran und ein hohes Darmepithel. Das Excretions-
system zeigt hinten ein breites, am Schwanzende in einen Porus
ausmündendes Centralgefäss mit sehr hohem Epithel, das an der
Peripherie Körperchen hat; das Centralgefäss gabelt sich vorn und
von den beiden Aesten entspringen nach vorn sich verästelnde Ge-
fässe, welche in Capillaren übergehen, diese aber endigen mit
Wimperflammen; ausserdem werden Nierenzellen und excretorische
Capillaren unterschieden. Im Cirrusbeutel liegt hinten die Samen-
blase, in der Mitte die Prostata und vorn der ductus ejaculatorius,
dessen Ende der Penis ist. Ovarium, Oviduct, Receptaculum se-
minis, der Laurer'sche Canal, die ganz vorn liegenden Dotterstöcke
werden einzeln und in ihrem Zusammenhange beschrieben, W'ie auch
Schalendrüse und Uterus, und endlich wird das Nervensystem in
seinen wichtigsten Punkten dargestellt; vom Centraltheil treten
2 Nervenstämme nach vorn. 1 nach aussen und 1 nach hinten jeder-
seits. E. J. Noack. Die Anatomie und Histologie vo?i Distovium
clavigerum Rud. Dissert. Rostock. Leipzig 1892, 56 pag., 2 tab.
Winogradoff findet im Menschen, in Hunden und Katzen in
Sibirien zahlreiche Distomen, 50, 60, 100, 200 Exemplare, in
124 Fällen 9 mal, die an Distomum lanceolatum erinnern; die Haut
ist unbedornt; die Länge beträgt 13,5 mm, die Breite 3 mm, der
Mundsaugnapf misst 0,328 mm, der Bauchsaugnapf 0,308 mm, die
Geschlechtsöffnungen liegen hinten im Körper, der Uterus vor ihnen,
die Hoden sind gelappt^ die Eier sind 0,026 — 0,038 mm lang und
0,010 — 0,022 mm breit. Die Art wird Distomum sibiricum n. sp.
genannt und sie erzeugt eine Cirrhose der Leber und braune
Atrophie, auch stellenweise Eiterung derselben. (Nach einem spä-
teren Referat von Braun handelt es sich um Distomum felineum
Rivolta.) Eine kleinere, einmal in der Leber des Menschen ge-
fundene Art ist 2,5 mm lang und 1 mm breit; die Haut ist ganz
mit Stacheln besetzt (nach Braun ist es Distomum truncatum Rud.).
R. Winogradoff. {lieber eine neue Distomimi-Art in der Leber des
Menschen.) Nachrichten von der Kaiserl. Univers. Lomsk, Bd. ZF,
Tomsk 1892, Äbth. II, No. XIII, pag. 116—130, 1 tab. (russisch).
(Ei7i ztveiter Fall von Distomum sibiricum in der Leber des Menscheti)
ibid. No. IX, pag. 131 — 136 (^russisch). {Ueber die Eingeweidewürmer des
Menschen nach den Ergebnissen der patJtolog .-anatom.. Kaiserl. Univers.
To7nsk. Nachricht, d. Kaiserl. Univers. Tomsk für das Jahr 1893,
13 pag. (rui^sisch).
S. Kajama. {Beobachtungen über Distoma.) Zeitschr. d. Tokio-
med. Gesellsch. 1892, No. 18, pag. 32 — 36 {japanisch).
Walter findet im Darm von Chelonia viridis Amphistomum
scleroporum, Monostomum trigonocephalum, Monostomum reticulare
und Monostomum proteus. Bei letzterer Art endigt die dorso-
ventrale Muskulatur in der Grenzmembran, die sie durchsetzt; die
feinen Endfibrillen täuschen Porencanäle vor. Bei jungen Exem-
134 Dl'- von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
plaren von Monostomum reticulare wurden etwa 50 in 2 Reihen an-
geordnete runde Blasen gefunden, die bei dem weiteren Wachsthum
immer seltener werden; bei dieser Art fehlt ein Cirrusbeutel; nur
ein Muskelschlauch ist vorhanden, in den der männliche und weib-
liche Geschlechtsgang münden; die Vagina hat keine Ringmuskeln.
Bei allen drei Monostomum- Arten fanden sich sackförmige Divertikel
um den Endtheil des Ausführungsganges der Excretionsblase von
rosettenförmiger Anordnung. E. Walter. Ueber einige Monostomen
aus dem Darm ei?ier Schildkröte. Zoolog. Anzeiger XV, Leipzig
1892, No. 395, jmg. 248—250.
Monticelli untersucht Monostomum capitellatum Rud. aus Box
salpa; der Oesophagus ist sehr lang und nimmt den dritten Theil
der ganzen Länge ein; dicht hinter seinem Ende liegen die beiden
Geschlechtsöffnungen; ein Laurer'scher Kanal fehlt; im hintersten
Körperende liegt das Ovarium, links daneben die Schalendrüse, da-
vor die beiden Hoden vor einander ; sehr merkwürdig ist der Dotter-
stock, der netzförmig im ganzen Körper verzweigt ist; die Eier sind
ohne fadenföi'mige Anhänge. Monostomum Stossichianum n. sp.
aus demselben Wirth ist von Stossich, Carus, Parona und Setti
unter dem Namen Monostomum capitellatum beschrieben; hier ist
der Dotterstock wie gewöhnlich traubenförmig gebildet; die Hoden
liegen nicht vor, sondern neben einander, der Saugnapf ist roth
gefärbt, die Eier haben an einem Pol einen langen, fadenförmigen,
am Ende geknöpften Anhang; die Länge beträgt 4 — 6 mm; die
übrigen Verhältnisse gleichen den bei M. capitellatum angegebenen.
F. iS. Monticelli. Studii stn Treynatodi endoparassiti; dei Monostomum
del Box salpa. Atti R. Accad. sc. Torino, vol. XXVII, 1892, j^ag. 514
—534, 1 tab.
Monticelli untersucht ferner Monostomum cymbium Dies, und
findet, dass die Art identisch ist mit Monostomum flavum Mehlis.
Ein eigentlicher Saugnapf ist, wie in der Regel beim Genus Monos-
tomum, nicht vorhanden; auf die Mundöffnung folgt ein röhren-
förmiger Praepharynx und auf diesen ein Pharynx, der wie ein
Sphincter wirkt; die beiden Darmschenkel vereinigen sich im hinteren
Körperende mit einander. Zwei grosse Ganglienmassen liegen an
der Grenze zwischen dem Praepharynx und Pharynx und sind an
der Rückenseite desselben durch eine Commissur verbunden; von
ihnen gehen nach vorn 2 kleine Nerven ab, seitlich 2 starke hori-
zontale Aeste, und nach hinten 2 dicke Stämme, die an den Seiten
des Körpers ausserhalb der Darmschenkel verlaufen. Die Geschlechts-
öffnungen liegen ganz vorn, neben einander, dicht hinter dem
Pharynx an der Bauchseite; die Hoden finden sich im hintersten
Körperabschnitt, der eine schräg neben und vor dem anderen; die
Vasa efferentia vereinigen sich erst ganz vorn im Körper zu einer
Samenblase. Das Ovarium liegt etwas vor und neben dem vorderen
Hoden; sein Ausmündungsgang führt in den Anfangstheil des
Uterus ; in diesen Gang tritt der Ausführungskanal der Dotterstöcke,
welche die Seitenränder des Körpers einnehmen. Die Schalendrüse
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 135
umgiebt das Ootyp, welches in den Anfangstheil des Uterns mündet.
Eine weibliche Samenblase, ein Laurer'scher Kanal und eine Dotter-
blase fehlen; am Beginn des Oviduct's bemerkt man einen Sphincter
ovaricus. Die Eier haben keine Fäden an den Polen; der Uterus
ist in regelmässigen Schlingen rechts und links hin- und her-
gewunden; der im Ei schon völlig entwickelte Embryo führt vorn
einen grossen Augen - Pigmentfleck. Monostomum mutabile Zed.,
das mit M. lanceolatum Wedl. identisch sein soll, unterscheidet sich
von M. flavum dadurch, dass der Körper nach vorn verschmälert
ist, während er bei M. flavum sich nach vorn verbreitert, wie bei
M. sarcidiornicola Megnin, das nach innen verästelte Darmschenkel
hat. Verf. unterzieht nun alle Monostomiden, welche aus den
Genera Monostomum, Notocotyle, Ogmogaster und Opistotrema ge-
bildet werden, einer anatomischen und systematischen Revision.
Von den Arten aus Säugethieren streicht er M. Delphini Blainville
wegen ungenügender Beschreibung, es wird eine Cestodenlarve sein;
dasselbe gilt von M. spec? van Beneden aus Lagenorhynchus
Eschrichtii; M. Dujonis Leuckart ist ein Opisthotrema; M. Vesper-
tilionis Rud. ein Distomum, ebenso M. lentis v. Nordm. ; M. Leporis
Kuhn ist Cysticercus pisiformis und M. Settenii eine Oestridenlarve,
Von Arten aus Vögeln werden ausgeschieden M. macrostomum Rud.,
das ein Holostomum ist, M. semifuscum Olsson und M. echinostomum
Dies,, die Distomen sind, und M. cornu Zeder, das zu Amphistomum
gehört; M. crenulatum Rud. ist ebenfalls ein Distomum. Unter den
Arten der Reptilien ist M, incommodum identisch mit Distomum
pseudostomum v. Willemoes-Suhm , M. molle Leidy mit Amphisto-
mum grande Dies, und M. aculeatum v. Linst, wird Distomum
Linstowii Stossich benannt ; von den in Amphibien lebenden Arten
sind M. asperum Vaillant und M. ellipticum Rud. Distomen und unter
den aus Fischen stammenden gehört M. gemellatum Steenstr. und
M. filum Duj. zu Didymozoon, M. liguloideum Dies, zu Amphiline;
M. caryophyllum Zed. und M. gracilo Rud. sind aus der Beschreibung
nicht zu erkennen; M. spec? Leuckart aber aus Sagitta ist nichts
anderes als Cercaria setifera, welche den Schwanzanhang verloren
hat. F. S. Monticelli. Studii sui Trematodi endoparassiti. Monos-
tonnum cymhium Dies. Contrihuzione allo studio dei Motiostomidi.
Metnor. Accad. sc. Torino, ser. 11^ t. XLFI, 1892, par/. 1 — 47, tab. I.
Auch»Brandes unterzieht das Genus Monostomum einer Revision,
deren Resultate vorläufig mitgetheilt werden; zu streichen aus dem
Genus sind M. liguloideum Dies., das zu Amphiline, M. squamula
Dies., das zu Distomum gehört; M. echinostomum Dies. = Distomum
plenicolle Rud., M. hystrix Molin ist ebenfalls ein Distomum,
und zwar D. endolobum Duj., M. spirula Dies, ist wiederum ein
Distomum, M. cochleariforme Rud. gehört zu Gasterostomum, M.
cornu Rud. ist wahrscheinlich ein Bandwurmglied; M. Stossichi-
anum Mont. ist identisch mit M. spinosissimum Stossich., als neu
werden beschrieben Monostomum arcuatum, das bisher mit M.
mutabile verwechselt ist; Monostomum Tringae, Monos-
136 d'- von Linstow: Bericht über die Wissenschaft). Leistungen
tomuin proteus nnd Monostomum macrorchis, letztere beide
aus dem Darm von Seeschildkröten. M. attenuatum, lineare und
verrucosum sind gleichbedeutend, zu denen auch Notocotyle ge-
hört, das keine an der Rückenseite gelegenen Saugnäpfe, sondern
bauchseitig gelegene Drüsenmündungsstellen zeigt, welche an manchen
Exemplaren schwer odar garnicht zu sehen sind. Monostomum
holostomoides aus dem Darm von Podiceps cristatus, Monosto-
mum pingue aus den Nierenkanälen von Podiceps cristatus und
Monostomum nephriticum aus den Ureteren von Colymbus
arcticus sind von Mehlis gebrauchte Catalognamen. 12 ungenügend
beschriebene, darunter 6 von Leidy aufgestellte Arten, kannte Verf.
nicht in den typischen Exemplaren untersuchen; 11 Formen sind
als Larven anzusehen und schlägt Verf. vor, dieselben nicht mit
Monostomum, sondern mit Monostomulum zu bezeichnen, ebenso die
Benennungen Distomulum, Amphistomulum und Diplostomulum im
entsprechenden Sinne einzuführen, (j. Brandes. Revision der Mo-
nostomiden. Centralhl. für Bact. u. Parask. Bd. X, Jena 1892,
No. 15, pag. 504—511.
Monticelli findet, dass Notocotyle an der Bauchseite 3 Längs-
reihen von Papillen oder Warzen hat; die Arten gleichen so sehr
dem Genus Monostomum, dass eine Beibehaltung des ven Diesing
unrichtig bezeichneten Genus wohl nicht nöthig gewesen wäre.
Die beiden Geschlechtsöffnungen liegen dicht hinter dem Saugnapf
unmittelbar hinter einander, die beiden Hoden neben einander ganz
hinten ; im Cirrusbeutel finden sich Prostata-Drüsen und hinter einer
spindelförmigen Erweiterung des letzten Theils des Uterus findet
sich ein Kranz von Leimdrüsen; eine innere, weibliche Samenblase
und ein Laurer'scher Kanal fehlen. Die Beschreibung bezieht sich
auf Notocotyle verrucosa aut. = Notocotyle triserialis Diesing und
Notocotyle alveolata Mehlis = Monostomum alveolatum. F. S. Monti-
celli. Studü svi Trematodi e?idoparassi.ti; sul genere Notocotyle Dies.
Bollet. SOG. natur. Napoli ser. /, vol. VI^ ann. F/, 1892, pag. 26
—46, tah. I.
Braun bemerkt, dass Eurycoelum Sluiteri Brock ein Distomum
ist und in das Subgenus Apoblema gehört. Ein Laurer'scher Kanal
fehlt und die Sammelräume des Excretionsapparates sind auflallend
gross, ebenso der Bauchsaugnapf; die Hoden liegen vor dem Keim-
stock, der Dotterstock hat Rosettenform und der Porus genitalis
liegt unmittelbar hinter dem Mundsaugnapf, wo ein langes Vestibulum
genitale beginnt. M. Braun. Ueber Eurycoelmn Sluiteri Br.
Centralhl. für Bact. u. Farask. Bd. XI, Jena 1892, No. 23,
pag. 727—729.
Braun findet, dass die Darmschenkel vom Distomum folium Olf.
ungegabelt sind; zwei kleine Dotterstöcke liegen symmetrisch hinter
dem Bauchsaugnapf, der Keimstock findet sich vor dem rechten
Hoden; der Laurer'sche Kanal mündet etwas links von der Mittel-
linie am Rücken. Bei Eurycoelum Sluiteri Brock ist das vorn ge-
gabelte Sammelgefäss des Excretionsapparats von ganz ungewöhn-
in der Naturgeschichte der Helmiuthen im Jahre 1892. 137
lieber Ausdehnung; die Hoden liegen vor dem Keirastock; der
Dotterstock hat Rosettenform, ein Laurer'scher Kanal fehlt; die
gemeinschaftliche Geschlechtsöffnung liegt in einem Ausschnitt des
Hinterrandes des Mundsaugnapfes ; von hier verläuft nach hinten ein
Kanal mit muskulöser Wandung, der mit einer bulbusartigen
Erweiterung endigt; der Keimstock liegt hinter den Hoden, die
Schalendrüse links vom Uterus; demnach gehört die Art zu Disto-
mum und zwar zum Subgenus Apoblema. Amphistomum
b othriophoron ist eine neue Art aus dem Magen von Bos indicus
(Zebu) ; ventral dicht hinter der Mundöffnung liegt ein grosser Hohl-
raum, in dessen Grund die Geschlechtsöffnungen münden; ebenso
wird ein ähnliches noch viel stärker entwickeltes Organ bei Gastro-
thylax zu deuten sein, nämlich als ein grosses Genitalatrium. Mo-
nostomum mutabile hat eine 0,021 mm dicke Hautschicht, die von
0,0023 mm grossen Kernen durchsetzt ist, so dass man annehmen
muss , dass die Cuticula der Trematoden ein metamorphosirtes
Epithel ist. M. Braun. Ueher einige wenig bekannte resp. neue
Trematoden. Verhandl. d. Deutschen zoolog. Gesellsch. Berlin 1892,
pag. 44 — 52.
LOOSS giebt eine vollständige Darstellung der Entwicklungs-
geschichte von Amphistomum = Diplodiscus subclavatum und seiner
Anatomie. Die Muskulatur besteht aus innen hohlen Fasern oder
Röhrenmuskeln, wie sie bei Bilharzia und Temnocephala gefunden
werden; die Hoden sind mitunter zu einem einzigen Organ ver-
wachsen, das aber auch dann stets zwei Vasa deferentia hat; der
Endtheil des weiblichen Leitungsapparats ist zugleich Begattungs-
organ, eine eigene Vagina fehlt. Das Excretionsgefässsystem ist
mächtig entwickelt; vom hinten gelegenen Porus geht jedorseits ein
breiter, gewundener Stamm nach vorn, um hier plötzlich weit
schmaler zu werden und wieder nach hinten umzubiegen ; an diesen
schmaleren Stamm setzen sich zahlreiche Capillaren, welche in
Wimpertrichter endigen; in der Schwanzscheibe endigen die Gefässe
in hakenförmig umgebogenen blind auslaufenden Aesten; die nicht
zahlreichen Dotterdrüsen liegen an den Körperrändern hinten. Das
Nervensj^stem besteht aus 2 durch eine Commissur verbundenen
Ganglien, die hinter dem Mundsaugnapf liegen; ausserdem besteht
noch eine zweite über der Schlundcommissur gelegene Querver-
bindung; nach hinten verlaufen G Hauptnerven, die am Rücken durch
8, an der Bauchseite durch 2 Quercommissuren verbunden sind.
Bei der Embryonalentwicklung im Ei sieht man, dass die Chromatin-
massen der Dotterzellen aus denselben auswandern, sich an den
Embryonalkörper anlegen und in das Innere desselben hineingezogen
werden; die Dottermassen sind von nun an aber kernlos und
achromatisch. Im Embryo bemerkt man einen rudimentären Darm,
2 grosse Flimmertrichter und die Anlage eines vorn gelegenen
Nervensystems; im Hinterende des Körpers liegt ein zelliges Keim-
lager, welches eine Leibeshöhle ausfüllt. Der Embryo verlässt die
Eischale und schwimmt im Wasser umher, um sich in Schnecken,
138 I^i'- von LiiistowT Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
nicht nur in Planorbis nitidus, vortex und marginatus, sondern auch
in Planorbis rotundatus, spiralis und contortus einzubohren und hier
zur Sporocyste zu werden; in derselben entstehen aus dem Keim-
lager Redien; in 3 Wochen bei einer Länge von 0,48 mm bemerkt
man die ersten ; sie besitzen ausser dem Darm, wie ihn die Sporocyste
zeigt, auch einen Saugnapf; auch die Redien haben ein Nerven-
system vorn im Körper, der anfangs geschlossene Mund öffnet sich
nach einer Häutung, hinten im Körper bemerkt man Keime, die sich
zu Cercarien umbilden; zwei Gefässstämme mit je 3 Wimpertrichtern
münden hinten an 2 gesonderten Stellen nach aussen; auch die
junge Cercarie hat, wie Sporocyste und Redie, anfangs 2 Wimper-
trichter mit je einem nach hinten verlaufenden Gefässe, bei der
späteren Ausbildung des Schwanzes sieht man, dass die Hauptgefässe
mit 2 Oeffnungen am Hinterende desselben münden. In der Haut
liegen Zellen, welche 8 — 10 längliche Stäbchen und einen Kern
haben, welche die Function besitzen, Stoff zu einer Cyste abzu-
sondern; die Cercarien kapseln sich, nachdem sie 15 — 28 Stunden
im Wasser umhergeschwommen haben, nach Verlust des Schwanzes
frei auf dem Boden des Wassers ein. Embryo, Redie und Cercarie
sind anfangs fast gleich gebaut; sie entstehen alle drei aus einem
Keimlager durch eine auf mehrere Generationen vertheilte Metamor-
phose. A. Looss. üeher Am^j/iistoimitn suhclavattim Rtul. und seine
Entwickelung . Festschrift zum 70. Geburtstage R. LeuckaH''s^ Leip-
zig 1892, pag. 147—167, tah. XIX— XX.
ßailliet berichtet, dass in Tonkin Amphistomum conicum im
Magen der Rinder vorkommt; die meisten beherbergen es und oft
in grossen Massen ; Amphistomum Collinsii lebt massenhaft im Darm
der Pferde auf den Suda-Inseln. A. RaiUiet. iSur les amphistomes
des animaux domestiques de Tonkin. Compt. rend. soc. biolog. Paris
1892, No. 26, jmg. 633—634.
Lang beobachtet die Entwicklung von Amphistomum subcla-
vatum; die Cercarien encystiren sich auf dem Grunde der Gewässer,
aber auch auf der Haut von Fröschen und Molchen ; letztere häuten
sich wiederholt und haben die Gewohnheit, die abgestreifte Haut
zu fressen, wodurch sie sich dann mit den Am^ihistomen inficiren.
A. Lang, lieber die Cercarie von Aynphistommn subclavatum. Frei-
burg, naturf. Gesellscli. 1892, 9 pag.
Railliet beobachtet den Embryo von Gynaecophorus haema-
tobius, der im Ei liegt, so lange letzteres im Urin bleibt, aber leb-
haft wird und ausschlüpft, sobald es in's Wasser gelangt. Der
Körper zeigt 3 Einschnürungen, von der Basis des Rüssels ver-
laufen 2 Kanäle nach hinten, um in einer rundlichen Tasche zu
endigen; sie nehmen einen Raum mit granulirtem Inhalt zwischen
sich, der einem rudimentären Verdauungsrohr entspricht, hinter
jeder der beiden vorderen Einschnürungen liegt ein Paar Wimper-
tiichter. A. RaiUiet. Observations sur Vembryon du Gynaecophonis
haematobius Bilharz. Bullet, soc. zoolog. France^ t. X VII-, No. 6,
Paris 1892, 2^cig- 161—154.
i]i der Naturgescbichte der Helniintlieii im Jahre 1892, 139
Cahier beobachtet ebenfalls das Ausschlüpfen der Embryonen
von Bilharzia haematobia ans den Eiern; im Embryo werden die
Wimperflammen beobachtet; in dem vorderen^ cylindrischen Theil,
der rostre genannt wird, sieht Verf. 4 Kanäle, die in 3 oder 4 Caeca
münden, welche im vorderen Körpertheil liegen. M. Cahier. Notes
siir les oeufs et Vembryoii de Bilharzia haematobia. Compt. rend. soc.
hiolog. Paris 1892, No. 24, p«^. 570 — 576.
Napier. Bilharzia haematobia. Transact. Glasgotö -pathol. and
clinic. soc, 1892, pag. 88 — 91.
Monticelli beschreibt unter dem Namen Cotylogaster Mi-
chaelis n. gen., n. spec. einen neuen Trematoden aus dem Darm
von Cantharus orbicularis; die Länge beträgt 4 — 5 mm; vorn ist
der Körper halsartig verschmälert und nach dem Kopfende zu
wieder pfeilspitzenartig seitlich verbreitert; die ganze Bauchseite
wird von einer grossen Haftscheibe eingenommen, welche durch
etwa 20 quere Septen in Querfelder eingetheilt und am Rande von
etwa 50 kreisförmigen Saugnäpfen umgeben ist und eigenthümliche
Tast- oder Sinnesorgane enthält. Am Kopfende führt eine trichter-
förmige Grube in den Praepharynx und dieser in den Pharynx, der
in den ungetheilten, hinten sackförmig erweiterten Darm übergeht.
Das Excretionsgefässsy^stem mündet in eine Endblase, deren Foramen
caudale an der Kückenseite ziemlich weit vom Schwanzende ent-
fernt steht; die Mündung ist von einer Fortsetzung des Ectoderm
ausgekleidet, die in die Epithelialauskleidung der Schwanzblase
übergeht und letztere ist nach vorn in 2 Arme oder Ausbuchtungen
verlängert; 2 grosse Ganglien im Kopftheil legen sich dem Prae-
pharynx an und bilden das Gehirn, von dem nach vorn jederseits
3 Nervenstämme abgehen, 1 vorderer ventraler, 1 vorderer lateraler
und 1 vorderer dorsaler, von denen der 1. und 3. je einen secun-
dären Nervenstamm austreten lassen; nach hinten entspringt von
jedem der beiden Ganglien ein starker Lateralnorv, die in der Höhe
des Pharynx unter sich und mit den der anderen Seite durch eine
ringförmige Commissur verbunden sind; ausserdem entspringt von
den Ganglien noch jederseits ein kleiner Nerv, der nach hinten und
nach der Bauchseite hin verläuft. Zu hinterst im Körper liegen
die Schlingen des Uterus, etwa an der Grenze zwischen 2. und
3. Drittel des Körpers ein Hoden, schräg vor ihm der andere, links
vor ersterem das Ovarium, die Dotterstöcke finden sich an den
Seitenrändern des Körpers, im Bereiche der grossen Saugscheibe,
und zwar nach innen von den kleinen Saugnäpfen am Rande der-
selben. Die Cirrusblase ist sehr gross und liegt im mittleren
Körperdrittel, sowohl die männlichen wie die weiblichen Geschlechts-
organe besitzen eine Samenblase; der Endtheil des Uterus ist von
Leimdrüsen vmd der Cirrusbeutel von Prostatadrüsen umgeben.
Dicht vor dem Vorderrand der grossen Bauchhaftscheibe bemerkt
man ein trichterförmiges Antrum genitale, in das Cirrusbeutel und
Oviduct oder Uterus einmünden; den letzteren theilt Verf. in einen
inneren und äusseren und beschreibt am Ovarium das Epithel und
140 Dl'- von Li n stow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
die Oogonien, sowie einen Sphincter ovaricus, der in das Ootyp
führt. Bei der Embryonalentwicklung werden die sich theilenden
Blastomeren und die Dotterzellen von einer Hüllmembran um-
wachsen; der Embryo besitzt keinen Flimmermantel. Die Haut-
schicht wird gebildet von einem Ectoderm, einer Tunica propria
desselben und massenhaften darunter liegenden Hautdrüsen, wäh-
rend die Bauchscheibe auf Querschnitten Radialmuskeln und kugel-
förmige Drüsenzellen erkennen lässt; unter der Haut liegt eine
Bing- und eine Längsmuskelschicht. Die Parenchymmuskeln be-
stehen aus Dorsoventralfasern^ im Innern des Körpers findet sich
aber noch ein zweiter Muskelschlauch, welcher den Darm, den
Cirrusbeutel, die männliche Samenblase, den äusseren Oviduct, den
aufsteigenden Theil des Uterus, die Leim- und Prostatadrüsen ein-
schliessen, während die übrigen Organe, Hoden, Ovarium, die weib-
liche Samenblase, Schalendrüse, Dotterstöcke ausserhalb derselben
liegen; Verf. nennt diesen Schlauch Saccus muscularis genito -in-
testinalis internus. Die Familie der Aspidobothridae besteht aus
den Gattungen Aspidogaster (conchicola, limacoides, Macdonaldi),
Platyaspis (Lenoiri), Cotylogaster (Michaelis), Aspidocotyle (cochlea-
riformis) und Macraspis (elegans). F. S. MontkeUi. Cotylogaster
Michaelis n. gen.^ 7i. sp., e Revisione degli Aspidobothridae. Fest-
schrift zum 70. Geburtstage R. Leuckarfs^ Leipzig 1892, pag. 167
—214, tah. XXI— XXII.
Stossich führt bei den in Croatien gesammelten Helminthen
als neue Fundorte an Labrus merula für Distomum fasciatum Rud.,
Zeus faber für Distomum bicoronatum Stossich und Larus canus
und L. melanocephalus für Holostomum bursigerum Brandes (/. c).
Criard und Bill et finden in Tonkin im Rinde Distomum he-
paticum, in der Leibes- und Brusthöhle desselben aber Distomum
coelomaticum n. sp.; die Art, welche 15 mm lang und 5 mm
breit ist, erinnert an D. hepaticum, der Darm ist aber einfach, die
Farbe roth, die Hoden liegen neben einander. Homologaster
Poirieri n. sp. Avurde angeheftet an der Schleimhaut des Dick-
darms gefunden; der Mund ist von feinen, fingerförmigen Papillen
umgeben; die beiden Hoden sind in je 2 Theile getheilt, so dass
man 4 Hoden zu sehen glaubt. A. Giard nnd A. Billet. Sur quelques
trcmatodes jjarasites des boeufs du Tonkin. Compt. rend. soc. biolog.
Paris 1892, No. 25, |?a^/. 613—615.
Zacliarias berichtet, im Herzen eines im Plöner See gefangenen
Coregonus maraena 200 — 300 Cysten mit Distomum-Larven gefunden
zu haben; einige sassen auch am Aorten-Stiel. 0. Zacliarias. Das
Vorkommen von Distomumcysteji betrcffhid. Centralbl, für Bacter. n.
Parask. Bd. XII, Jena 1892, Xo. 21, pag. 752—753.
Willacli fand in der Lunge des Pferdes sagokorngrosse Knöt-
chen, die 0,35 mm lange und 0,20 mm breite Distomum-Larven, da-
neben auch gedeckelte Eier enthielten; Verf. nennt diese Larven
Redien und nimmt an, es könnten mit dem Wasser Distomum-Eier
aufgenommen sein, aus denen sich in der Lunge Sporocysten und
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 141
aus diesen Redien entwickelt hätten. (Eine solche Entwicklung
wäre allerdings etwas völlig neues.) P. Willach. Distomenhrut in
den Lungen des Pferdes. Archiv für pracf. u. wissenscJiaftl. Thier-
heilk. Bd. XVni, 1892, No. 1—2, paq. 118—123.
In Pferdeaugen fand Willach 0,027 -0,033 mm lange und 0,01
— 0,17 mm breite Distomum-Larven ; ein Exemplar wird als eine
Cercarie bezeichnet und soll einen 0,013 mm langen Schwanz be-
sessen haben; die mangelhafte Beschreibung ist zu bedauern. Zur
Aetiologie etc. l. c.
Willach bei-ichtet ferner, dass bei einem in Berlin geschlachteten
Bullen die ganze Muskulatur von zahlreichen stecknadelknopf- bis
haferkorngrossen Heerden durchsetzt gefunden wurde; sie bestanden
aus einer verkästeten Masse, welche gedeckelte Eier von 0,08 mm
Länge und 0,04 mm Breite und schwach gelblicher Farbe ent-
hielten, die für Distomum-Eier gehalten werden ; ferner Distomen
von 0,275 mm Länge und 0,135 mm Breite mit Mund- und Bauch-
saugnapf und Darm, ohne Geschlechtsorgane, welche Cercarien ge-
nannt werden. P. Willach. Disloynenhrut im Muskel fleische eines
Bidlen. Archiv für wissenschaftl. u. pract. Thierhcilk. Bd. XVII T^
1892, No. 3, 2^a9- 239—242.
Bloclimann fütterte Igel mit Cercariaeum aus Helix hortensis
und erzog so Distomum caudatum v. Linst. Die Eier des Distomum
mit entwickeltem Embryo werden von Helix aufgenommen, aus dem
Embi'yo geht eine Sporocyste hervor, in der sich Cercarien ent-
wickeln, und diese bohren sich aus derselben heraus und werden
in der Niere der Schnecke zum Cercariaeum, das im Darm des
Igels geschlechtsreif wird. F. Blochmann. lieber die Entwicklung
von Cercariaeuni aus Helix hortensis zum geschlechtsreifen Distoimcm.
Centralhl. für Bader, u. Parask. Bd. XII, Jena 1892, No. 19,
pag. 649 — G52.
Sonsino findet in egyptischen Süsswasser-Mollusken zahlreiche
Cercarien, Cercaria microcotyle de Filippi in Melania tuberculata
und Cleopatra bulimoides, in denselben und an der Oberfläche von
Conferven auch encystirt; Cercaria cristata de la Valette = Lopho-
cercaria fissicauda Diesing in Cleopatra bulimoides und Melania
terberculata, in letzterer in etwas kleinerer Form, Cercaria fissi-
cauda de la Valette in Physa alexandrina, Cercaria vivax n. sp.
in Cleopatra bulimoides, 0,986— 1,300 mm gross; auch hier ist der
Schwanz hinten gespalten und scheint die Cercaria zu einem Mo-
nostomum zu gehören; Cercaria obscura n. sp. inquir. , 1 mm
gross, lebt in Limnaea natalensis; auch hier ist kein Bauchsaugnapf
sichtbar; Cercaria pleurolophocerca n. sp. inquir. ist 0,4 — •
0,65 mm gross und findet sich in Cleopatra bulimoides; sie hat vorn
2 Augenflecken und vorn und hinten einen Saugnapf, wird also zu
einem Amphistomum gehören; die Haut trägt vorn kleine Dornen;
der Schwanz ist beiderseits von einer hyalinen, breiten Membran
eingefasst, gefunden in Melania tuberculata; Cercaria? agilis de
Filippi aus Physa alexandrina, die zu Distomum recurvatum v. Linst.
142 d'- von Li 11 stow: Bericht über die wisseuschaftl. Leistungeu
gehört, ist 0,25 — 0,15 mm lang; der Bauchsaugnapf ist viel grösser
als der Mundsaiignapf; sie findet sich auch in demselben Thiere in
0,16 mm grossen Cysten, und bei diesen Exemplaren ist der Mund-
saugnapf von einem Kranze von Stacheln umgeben; die Cysten
verfütterte Verf. an Enten und erzog in deren Darm ein Distomura,
das dem D. recurvatum v. Linst, gleicht; Cercaria pigmentata
n. sp, aus Physa alexandrina und Ph. micropleura ist 0,76 — 1,0 mm
lang und gehört zu einem Ampliistomum, auch im und am selben
Thiere in 0,21 — 0,28 mm grossen Cysten eingekapselt, sowie auch
an Pflanzen; Cercaria distomatosa und Cercaria capsularia
n. sp. aus Cleopatra bulimoides ist dadurch merkwürdig, dass sie
sich schon in den 3 — 4 mm langen Sporocysten encystirt in einer
gestreckten, in einen Schwanz auslaufenden Cyste. P. Sonsino.
iShidi S7ii parasiti dl tyiollusdd di acqita dolcß nei dintorni di Cairo
in Eqitto. Festschrift ztmi 70. Gebirrtstage R. Leiickarfs. Leipzig
1892', pag. 133—146, iah. XVIII.
Ciienot findet in Echinodermen, und zwar eingekapselt in den
Tentakeln von Synapta inhaerens die Cercaria, welche zu Di-
stomum leptosomum gehört, und eine Cercaria capriciosa n. sp.
in den Genitalien und Eingevveiden von Ophiothrix fragilis und
Ophioglypha alba, sowie an den Tentakeln von Synapta inhaerens
eingekapselt. Cnhiot. Comynensatix et parasites des Echinodennes.
Revue biolog. du Nord de la France^ ann. 5, Lille 1892, No. 1,
1)ag. 1 — 24, tah. I.
T. Linstow findet Cercaria Limnaeae truncatulae mit
einer kleeblattförraigen Excretions-Endblase; die eingekapselte Larve
von Distomum endolobum findet sich ausser in der Wasserlarve
von Limuophilus flavicornis und Limnophilus rhombicus auch in der
von Limnophilus griseus. Distomum Pulicis n. sp. wird encystirt
in kleinen, ovalen, dünnwandigen Kapseln in Gammarus pulex ge-
gefunden; Distomum Sialidis eingekapselt in der Wasserlarve
von Sialis lutaria und die Larve von Distomum echinatum encystirt
in Pisidium fossarinum. Gyrodactylus elegans hat einen deutlichen
Mundsaugnapf und hinter demselben zwei seitliche Blasen des
Excretionsgefässsystems. Hoden, Vas deferens, Cirrus, Ovarium,
Dotterstock, Schalendrüse fehlen; man findet nur ein Keimlager und
davor einen Keimballen, aus dem sich wie in dsn Keimschläuchen
der Trematoden ein Embryo auf ungeschlechtlichem Wege bildet;
in diesem entsteht noch vor der Geburt in derselben Weise ein
neuer, zweiter, in dem zweiten ein dritter und mitunter in dem
dritten ein vierter; alle entstehen durch ungeschlechtliche Zeugung,
und das Thier ist eine sich fortpflanzende Larve, wie ein Echino-
coccus eine ist (/. c).
M. Braun. Demonstration von Sporocysten und der aus diesen
hervorgehenden Cercaria mirahilis; Uastrothylux crumeniferttm und
Amphistom.um hothriophoron., lebender Finnen von Bothriocephahis
latus. 1, Jahresversam/mlnng d. Deutschen zooloq. Oesellsch. Berlin.
8.— 10. Ju7ii 1892.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 143
Saint-Remy untersucht die Geschlechtsorgane der Tristomiden
und findet bei Tristomum molae, dass das Organ, welches Taschen-
berg Cirrusbeutel nennt, der wirkliche Penis ist und diese Bezeich-
nung tragen muss; ein eigenthümliches Organ ist die Vesicula
prostatica, in welcher sich das von den einzelligen Prostata-Drüsen
abgesonderte Secret sammelt; eine Vesicula ejaculatoria mit einem
Canalis ejaculatorius besteht daneben; die Vagina mündet links,
nicht weit und etwas nach aussen von den beiden anderen Geschlechts-
öffnungen ; sie führt in ein Receptaculum seminis. Bei Phyllonella
soleae fehlt eine Vagina, der Oviduct oder die Uterusmündung muss
als solche dienen; der Penis, welcher in die Geschlechtscloake
mündet, enthält in seiner Basis eine Vesicula prostatica, von der
ein Theil als Vesicula prostatica accessoria über denselben hinaus
nach hinten ragt in Form einer Blase, die mit dem Haupttheil durch
einen Gang verbunden ist; 2 Hoden liegen hinten im Körper sym-
metrisch neben einander; der Canalis seminalis und die Vesicula
prostatica setzen sich im Penis zusammen in einem gemeinschaft-
lichen Kanal fort; der kurze Oviduct führt in ein Ootyp, an dessen
Hinterrande die Schalendrüse liegt, und setzt sich nach hinten fort
in den Keimgang, in welchen die 3 daneben liegenden Organe,
Keimstock, Dotterblase und Receptaculum seminis führen. Pseudo-
cotyle Squatinae hat 2 Vaginen, welche symmetrisch an der ßauch-
fläche münden; der Penis ist in einer grossen Tasche eingeschlossen,
welche sich in die Geschlechtscloake öffnet; der Verbindungsgang
zwischen Hoden und Penis, der Canal ejaculateur, hat eine dicke,
hornige Wandung und besitzt ein nur kleines Lumen. Microbothrium
apiculatum hat nur einen Hoden, der vorn eine Sammelblase führt;
der von dieser nach vorn verlaufende Sammelkanal erweitert sich
blasenförmig, und tritt, bevor er nach mehreren Windungen in den
Penis gelangt, in eine Vesicula ejaculatoria; die Vagina mündet links
und führt in ein Receptaculum seminis. Udonella Pollachii besitzt
ebenfalls nur einen Hoden und eine Vagina fehlt; es ist nur eine
gemeinsame Geschlechsöffnung vorhanden, ein Penis fehlt, und in der
ihn ersetzenden Vesicula ejaculatoria liegt eine Vesicula prostatica;
der lange Oviduct erweitert sich hinten, dicht am Vorderrande des
Hodens, zu einem Receptaculum seminis; hier münden auch Keim-
und Dotterstock hinein, und in der Mitte seines Veidaufs liegt das
Ootyp. Die Resultate zusammenfassend, giebt Verf. an, das Älicro-
bothrium und Udonella einen, Phyllonella und Epibdella zwei,
Tristomum und Pseudocotyle zahlreiche Hoden haben, welche eine
besondere Hüllmembran besitzen; das Secret der Prostatadrüsen
wird in einer Vesicula prostatica gesammelt, der Same wird durch
eine Vesicula ejaculatoria hervorgedrängt; entweder findet man einen
erectilen, muskulösen Penis oder eine gemeinschaftliche Geschlechts-
öffnung; überall, ausser bei Tristomum, besteht eine Geschlechts-
cloake; die Schalendrüsen sind immer einzellig; im Oüt3'p wird das
Ei gebildet; stets findet sich ein Receptaculum seminis; eine links
mündende besondere Vagina besitzen Tristomum coccineum, papil-
144 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenscbaftl. Leistungen
losum, Pelamydis, iincinatum und Molae, sowie Microbothrium
apiculatum; eine rechts mündende Acanthocotyle, Nitzschia elongata,
Trochopiis tiibiporus, eine in der Mitte der Bauchfläche mündende
Monocotyle Myliobatis, 2 symmetrisch an der Bauehfläche mündende
zeigen Pseudocotyle Squatinae und Calicotyle Kröyeri, während eine
besondere Vagina fehlt bei Phyllonella Soleae, Epibdella Hendorffii,
Udonella Lupi und Udonella Pollachii. G. Saint- Remy. Contribidion
a Vctiide de Vappareil genital chez les Tristomiens. Archives de
biologie^ vol. XII^ fasc. 1, Gand, Leipzig et Paris 1892, pag. 1 — 55,
tah. I—JI.
Samt-Reniy studirt Microbothrium apiculatum Olsson und findet,
dass die Rindenschicht an der Bauchseite viel schwächer entwickelt
ist als an der Rückenfläche; unter der Cuticula folgt eine Schicht
mit elastischen Fasern, in der Transversalmuskeln verlaufen; dar-
unter folgen . fibres obliques und Längsmuskeln ; das Parenchym
besteht aus einem sehr zarten Maschengewebe mit zelligen Ele-
menten; der Mund ist kein Haftorgan, er führt in einen Pharynx,
der aus mächtigen Muskelmassen besteht, einer inneren Aequatorial-
schicht, einer äusseren und einer inneren Meridionalschicht; der
Darm besteht aus 2 Hauptästen, von denen Blindsäcke ausgehen;
vor dem Hoden geht von beiden Aesten ein Ast nach innen, von
denen der rechte das Ovarium umgiebt, der linke die Samenblase;
die übrigen Aeste legen sich zwischen die Dotterdrüsen. G. Saint-
Remy. Matcrianx pour Vanatomie des Moiiocotylides. Revue hiolog. du
Nord de la France^ t. T, No. 2, Lille 1892, pag. 45—52.
Saiiit-Remy stellt ferner in übersichtlicher Weise alle bis jetzt
bekannt gewordenen monogenetischen Trematoden zusammen; die
Arbeit beginnt mit einer synoptischen Tafel der Gattungen, dann
folgt die Artbeschreibnng mit den Litteraturangaben und den Fund-
orten; folgende Gattungen werden angeführt mit der Anzahl der
genannten Arten: Temnocephala 7, Nitzschia 1, Epibdella 3, Phyl-
lonella 1, Trochopus 2, Placunella 3, Tristomum 12, Acanthoco-
tyle 2, Encotyllabe 3, Pseudocotyle 2, Microbothrium 2, Calico-
tyle 1, Monocotyle 1, Udonella 7, Echinella 1, Pteronella 1, Gcto-
bothrium 23, Vallisia 1, Pleurocotyle 1, Diplozoon 2, Anthocotyle 1,
Hexacotyle, Phyllocotyle 1, Plectanocotyle 1, Platycotyle 1, Poly-
stomum 4, Onchocotyle 5, Erpocotyle 1, Diplobothrium 1, Micro-
cotyle 12, Gastrocotyle 1, Axine 2, Pseudaxine 1, Calceostoma 3,
Gyrodactylus 3, Dactylogyrus 23, Tetraonchus 4, Amphibdella 1,
Diplectanum 5, Anoplodiscus 1. Den Schluss bildet ein vollstän-
diges Litteraturverzeichniss und jede Gattung ist durch die Abbil-
dung einer Art repräsentirt. G. Saint- Remy. Synopsis des Trema-
todes monoc/eneses. Lille 1882. Revue biolog. du Nord de la France,
ann. IV, No. 4—6, Lille 1892, pag. 1—92, 1 tab.
Parona und Perugia geben als neuen Fundort für Tristomum
interruptum die Kiemen von Thynnus thynnus an; beschrieben und
abgebildet werden Octocotyle (Octobothrium) leptogaster von den
Kiemen von Chimaera monstrosa, Octocotyle Scombri, Octocotyle
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 145
Thynninae von den Kiemen von Thynnus tliynnina, Plagiopeltis
duplicata von den Kiemen von Pelamys sarda und Thynnus thynnus,
Dactylocotyle Taschenbergii von den Kiemen von Sargus Rondeletii,
Tetraonchus Van Benedenii von den Kiemen von Mugil auratus und
M. clielo, Calceostoma elegans von den Kiemen von Sciaena aquila
und S. umbra, endlich Calceostoma inerme von den Kiemen von
Corvina nigra und Umbrina cirrhosa. C.Parona u. A. Perugia. Note
sopra Trematodi ectoparassiti. Res Ligusticae XVII, Annal. Mus.
Cime. Genooa, 2. ser.^ vol. XII., (XXXII), 1892, pag. S6 — 102,
tab. II— III.
Vayssiere beschreibt Temnocephala madagascariensis n.sp,
von Astaco'ides madagascariensis; der Körper ist birnförmig, nach
hinten verschmälert und 6 mm lang, 3 mm breit und 1 mm dick;
vorn stehen 12 lanzettförmige Fortsätze, hinter ihnen befindet sich
die Mundöffnuftg und der grosse Pharynx, links und rechts von
letzterem hegen 2 contractile Endblasen des Gefässsystems, davor
bemerkt man 2 Ocellen; hinter dem Pharynx liegt der Darm und
der Dotterstock, seitlich von letzterem je 2 Hodenbläschen, hinter
ihnen Keimstock und Penis; am Hinterende steht ein Saugnapf;
die Eier sind von einer hornig-chitinigen Hülle umgeben ; sie werden
auf die Körperoberfläche des Krebses abgelegt und durch einen
kurzen, aber festen Stiel befestigt. A. Vayssiere. Etüde sur un
nouveau Temnocephala., parasite de VAstacoides madagascariensis. An-
nales de la faculte des sciences de Marseille, t. III., fasc. V, Paris
1892, pag. 77 — 99, tab. 1. Compt. rend. sc. Acad. Paris t. 115, No. 1,
pag. 64 — 65.
Haswell giobt an, dass die Aussenschicht von Temnocephala
aus Cuticula, Epidermis oder einer gekernten Protoplasmaschicht
und einer nicht protoplasmatischen, homogenen Basement-Membran
besteht, alle sind von Porenkanälen durchsetzt. W. A. Haswell.
Note on the minute structure of t/ie integument of Temnocephala.
Zoolog. Anzeig. Bd. XV, Leipzig 1892, No. 402, pag.3Q0—d6-2.
Haswell bespricht auch die vervv^andtschaftlichen Beziehungen
von Temnocephala zu den Turbellarien und den Trematoden, und
zwar überwiegen die Beziehungen zu den Trematoden gegenüber
denen zu den ersteren. W. A. Haswell. On the systematic position
and relationships of the Temnocephaleae. Abhandl. d. naturf. G eselisch.
Halle Bd. 17, Heft 3—4, pag. 455—460.
Haswell giebt ferner an, dass die 2 Müundungen für das Ex-
cretionsgefässsystem bei Temnocephala wie bei den meisten mono-
genetischen Trematoden vorn an der Rückseite des Körpers Hegt;
sie führen in je einen contractilen birnförmigen Sack, der als eine
durchbohrte Zelle anzusehen ist; auch die in die Säcke hinein-
mündenden Gefässe sind, wie man an der Lage der Kerne erkennt,
intracellulär, und letztere laufen in Capillaren aus, die Wimper-
flammen führen; jede der beiden Endblasen wird von einer sehr
grossen, perforirten Zelle gebildet, die an der Wandung reich ver-
Aich. f. Naturgesch. Jaliig. 1893. Bd.U. H.3. IQ
146 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
zweigte Capillaren mit Wiraperflammen enthält; einige Gefässäste
münden in sehr grosse Zellen, die Excretilonszelen. W. A. Hasivell.
On the excretory system of Temnocephala. Zoolog. Anzeig. Bd. XV,
Leipzig 1892, No. 389, pog. 149—151.
Cestodaria.
Monticelli stellt die neue Ordnung der Plathelminthen, Cesto-
daria genannt, auf, welche den 'J'rematoden und Cestoden äqui-
valent ist; er kündigt eine Monographie derselben an und beschreibt
vorläufig als hierher gehörig Amphilina liguloidea Dies. = Mono-
stomum liguloideum Dies. Die Hoden sind in traubige Drüsen auf-
gelöst und liegen an den Seitenrändern des Körpers, die Sammel-
blase findet sich ganz hinten, dahinter Cirrus und Cirrusbeutel und
die männliche Geschlechtsöffnung im äussersten Schwanzende; hinten
im Körper liegen auch Ovarium und Schalendrüse, die Dotterdrüsen
erstrecken sich an den Aussenrändern der Hoden, der Oviduct ist
ein langes geschlängeltes Rohr, das von der Schalendrüse etwas
nach hinten verläuft, dann umbiegt, um bis ganz nach vom zu ver-
laufen und hierauf wieder nach hinten und nochmals nach vorn
zieht, um rechts neben dem vorderen Saugnapf zu münden; ausser-
dem existirt eine besondere Vagina, die in der Mittellinie des
Körpers verläuft, blind endigt und ganz hinten etwas vor und links
vom Cirrus mündet; dicht vor der Schalendrüse liegt eine innere
oder weibliche Samenblase.
Caryophyllaeus tuba Wagener = Monobothrium tuba Dies, hat
eine männliche Geschlechtsöffnung, die am hinteren Viertel des
Körpers in der Bauchlinie liegt; davor finden sich zerstreut die
zahlreichen Hoden bis zum vorderen Körperende; das Ovarium liegt
in der Mitte des hintersten Viertels des Körpers und besteht aus
2 symmetrischen Flügeln; dahinter bemerkt man die grosse Schalen-
drüse; die traubigen Dotterstöcke reichen bis an das hinterste
Körperende; der Oviduct wird eine Strecke nach seinem Beginn
von birnförmigen, einzelligen Drüsen eingefasst und wird nun als
Uterus glandularis bezeichnet; es besteht eine besondere Vagina
und diese wie der Uterus münden dicht neben einander in ein
Antrum genitale femininum, eine grosse Höhle mit runder Mündung,
die dicht hinter der ähnlichen männlichen Geschlechtsöfihung liegt.
Verf. meint, dass Selbstbefruchtung stattfindet mit Immissio penis,
wie bei allen Cestoden.
Was Diesing Ligula proglottis nennt, gehört wahrscheinlich
auch unter die Cestodaria und wird als Wageneria proglottis
zu bezeichnen sein. F. S. Monticelli. Appunti sui Cestodaria. Atti
R. Accad. sc. fis. e matem. NapoU, ser. 2, vol. V, No. 6, 1892,
pag. 1 — 11.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 147
Cestoden.
Grassi und Rovelli veröffentlichen die ausführliche Aus-
arbeitung ihrer im Jahre 1889 herausgegebenen vorläufigen Mit-
theilung über die Enibryonalentwicklung der Cestoden, deren Inhalt
im Bericht über 1889, pag. 93 — 94, angegeben ist. Bei der Onco-
sphaere von Taenia elliptica = cucumerina stehen die 6 Embryonal-
haken in 3 Gruppen zu zweien, eine links, eine rechts und eine
hinten; im zweiten Stadium bildet sich eine innere Höhlung, die
Muskulatur und die Kalkköperchen treten auf und ein hinterer
Schwanzanhang bildet sich; im dritten erscheinen vorn Rostellum
und Saugnäpfe; im vierten und fünften wird das Rostellum aus-
gebildet, der Schwanz wird scharf vom Körper abgegrenzt, das
Gefässsystem tritt auf, ebenso das Nervensystem, während die primi-
tive Höhlung wieder vesch windet; gleichzeitig beginnt der vordere
Körpertheil mit Rostellum und Saugnäpfen sich nach innen einzu-
stülpen, die ursprüngliche Einstülpung wird in eine vordere und
hintere Erweiterung geschieden, beide sind mit primitiven Cuticular-
häkchen oder Spitzen bekleidet; die der hinteren fallen ab, die der
vorderen aber werden zu den Scolex-Haken. Es erscheint die End-
blase des Gefässsystems mit 4 Längscanälen, die aus Subcuticular-
zellen und dem Parenchym entstehen; im 6. Stadium wird das
Rostellum völlig ausgebildet, der Schwanz verlängert sich und der
vordere Körpertheil stülpt sich weiter nach hinten ein, so dass der
Bulbus des Rostellum ganz hinten liegt, das 7. Stadium ist das der
Reife des Cysticercus; der Schwanz ist nun 3 mal so lang wie der
Körper, der vordere Körpertheil wird ausgestülpt und wieder ein-
gezogen, die 4 — 5 Hakenreihen des Rostellum sind ausgebildet; die
Larve lebt in Pulex serraticeps, Pulex irritans und Trichodectes canis
in 1 — 2 — 3 — 50 Exemplaren und wurde regelmässig mit Erfolg an
Hunde verfüttert. Taenia murina Duj. ist identisch mit Taenia nana;
die Larve hat einen nur kleinen Schwanzanhang und die Eihülle
wird im Magensaft von weissen Ratten aufgelöst, worauf die
Oncosphaere sich in die Dapmzotten einbohrt, um sich hier zu ent-
wickeln; darauf gelangt sie wieder in den Darm und wird so ohne
Zwischen wirth zur Tänie; auch hier tritt eine primäre Höhlung in
der Oncosphaere auf. Wenn früher der von Stein in Tenebrio
molitor gefundene Cysticercus auf Taenia murina bezogen wurde,
so ist das ein L-rthum; er gehört, wie experimentell nachgewiesen
wurde, zu Taenia microstoma aus Mus musculus. 80 — 90 Stunden
nach der Fütterung der weissen Ratten mit Eiern von Taenia murina
zeigten die Cysticerken schon Haken am Rostellum; die Anwesen-
heit von vielen Exemplaren von T. murina im Darm bewahrt die
Ratten vor weiterer Einwanderung, auch müssen die Tänieneier
durch den Magensaft erweicht werden, so dass durch die Tänien
im Darm keine neue directe Infection erfolgen kann. Die Larve
von Taenia cuneata v. Linst, im Huhn lebt in Allolobophora foetida;
sie hat keinen Schwanzanhang und ist von einer vom Zwischen-
10*
148 I^r- von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
wirtli gebildeten Cyste eingesclilossen. Der Cysticercus von Taenia
proglottina, welcher in Limax cinereus, L. agrestis und L. variegatus
gefunden wurde, bildet nur vorübergehend einen kurzen Schwanz;
die 6 Haken stehen in 3 Gruppen seitlich und hinten. Taenia
leptocephala Crepl.=: diminuta Rud, ?= flavopunctata Weinl. ent-
wickelt ihren Cysticercus in Akis spinosa, Scaurus striatus, Aniso-
labis annulipes und Asopia farinalis; er hat einen langen Schwanz
und liegt in einer länglichen, vom Wirth gebildeten Cyste; 15 Tage
nach dem Verschlucken solcher Cysten mit Akis spinosa von einem
Mann erschienen Eier von Taenia leptocephala oder flavomaculata
in dessen Fäces; die Tänien wurden durch Filix mas entleert. Die
Larve von Taenia infundibuliformis hat keinen Schwanzanhang.
Unbestimmte Cysticerken wurden gefunden in der Leber von Asca-
lobotes mauritanicus mit 20 Haken, in Trogosita, in Blatta aegyptiaca
mit 12 Haken, in Anisolabis annulipes mit 15 und 25 Haken, und
und in Akis spinosa mit 20 Haken. Die Cestodenlarven werden
eingetheilt in 1. Cysticerken mit unbeständiger Einstülpung und ohne
Embryonalhülle (Archigetes). 2. solche mit später Einstülpung
(T. elliptica, murina, leptocephala); bei den beiden letzteren wü'd
eine Embryonalhülle gebildet; 3. solche mit früher Einstülpung, der
die Bildung der Embryonalhülle folgt (Cysticercus cellulosae); die
geschwänzten Cysticerken zeigen die nahe Verwandtschaft mit den
Cercarien; aus einem einheitlichen Blastem entwickeln sich alle
Organe. B. Grassi w. li. Rovelli. Ricerche embriologiche sui
Cestodi. Aiti Äccad. Gioenia sc. natvr. Catania^ 4, ser, vol. IV,
Memorie II, Catania 1892, 2>ö^- 1 — 108, tah. I — IV.
Kraemer beschreibt in ausführlicher und erschöpfender Weise
den Bau von Cyathocephalus truncatus, Taenia filicollis und Taenia
torulosa. Cyathocephalus truncatus Kessler kommt ausser in den
als Wirthen bekannten Fischen auch in den Apj)end. pylor. von
Trutta fario und Lucioperca sandra vor; die Geschlechtsöffnungen
stehen abwechselnd dorsal und ventral, und zwar vorn die männ-
liche, dann die Vagina, hierauf die Uterusöffnung; die Cuticula be-
steht aus 2 Schichten, von denen die äussere die stärkere ist; nach
innen folgt eine sehr dünne Matrix, dann eine subcuticulare Schicht;
dicht hinter der trichterförmigen Einstülpung des Scolex liegt eine
Gehirnmasse, von der jederseits ein Hauptnervenstamm nach hinten
verläuft; sie liegen in der Mittelschicht des Körpers zwischen Hoden
und Keimstöcken; 6 Längsgefässe durchziehen den Körper, jederseits
einer an der Innenseite des Nerven und zwei an der Aussengrenze
der Mittelschicht; die 4 äussersten bilden vorn um den Trichter
einen Ring, die zwei inneren lösen sich im Scolex in ein Netzwerk
auf; auch hinten bilden die 4 äusseren Gefässe einen Ring, in den
die inneren einmünden; aus demselben treten 4 Gefässbogen, die in
eine nach aussen mündende Endblase führen. Als erste Anlage
der Geschlechtsorgane erkennt man 4 Zellhaufen, aus denen
Vagina, Uterus, Cirrusbeutel und Vas deferens hervorgehen; unab-
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 149
hängi^ von ihnen entstehen Hoden, Ovarien und Dotterstöeke. Der
männHche Geschlechtsporus ist von Papillen umgeben. Die Dotter-
stöcke liegen rings unter dem Hautmuskelschlauch; 2 Ovarien er-
strecken sich flügeiförmig links und rechts nach innen von den Ge-
fässen; das Ootyp liegt in der Mittellinie, in das Vagina, Ovarien,
Dottergänge und Schalendrüse führen, und hier entspringt der
Uterus, der neben der Vagina mündet. Die Schalendrüse ist hier
ein langgestrecktes, zweitheiliges Organ, das links und rechts ge-
lagert ist; die Hoden sind gross und wenig zahlreich; die Eier sind
gedeckelt; der Scolex ist unbewaffnet, der Körper ungegliedert, die
Geschlechtsorgane aber wiederholen sich wie in einem Bandwurm-
körper. Sowohl Nerven- wie Gefässsystem beweisen die monozo'ische
Natur des Thieres. Taenia filicollis Rud. aus Gasterosteus aculeatus
und G. pungitius, Perca fluviatilis und Coregonus ferus ist identisch mit
Taenia ocellata aus Acerina cernua, Sebastes norvegicus, Lota
vulgaris, Salmo salvelinus und Esox lucius; vor den 4 Saugnäpfen
im Scheitel steht ein kleinerer fünfter. Die Geschlechtsöffnungen
liegen unregelmässig abwechselnd am Rande der Glieder und zwar
die Vagina vor dem Cirrus; den Körper durchziehen 4 Längs-
gefässe, die nach aussen von den Dotterstöcken und nach innen von
den Nervenstämmen liegen, und bilden unterhalb der Saugnäpfe
eine ringförmige Commissur, mit der ausserdem noch ein reich ent-
wickeltes Capillarnetz zusammenhängt; letzteres mündet im Scolex
und Halstheil ausserdem durch senkrecht die Cuticula durchsetzende
Kanälchen nach aussen und an den Oeffnungen stehen Büschel
feinster Härchen und Cilien. Der Cirrus ist mit nach hinten ge-
krümmten Chitinhäkchen bewaffnet, der hintere, im Cirrusbeutel
liegende Theil aber erscheint fernrohrartig ein- und ausstülpbar.
Die Vagina trägt an ihrer Aussenseite eine Schicht rundlicher
Drüsen, die Innenwand aber zeigt dicht gedrängte, nach der Mündung
gerichtete Cilien. Die Ovarien liegen flügelartig links und rechts
am Hinterrande des Gliedes, in dem von ihnen gebildeten Winkel
liegt das Ootyp und zwischen diesem und dem Ausmündungsgang
der Ovarien ein elliptischer Schluckapparat, der die Keimzellen dem
Ootyp zutreibt; auch hier ist die Cuticula doppelt und die Aussen-
schicht ist von Porenkanälen durchsetzt; die Parenchymzellen sind
sternförmig; ein unter dem Ootyp aufgerollter Theil der Vagina
functionirt als Samenblase.
Taenia torulosa Batsch erinnert in ihrem Bau sehr an die vor-
stehend geschilderte Art, hat aber nur 4 Längsgefässe und eine
ventrale Uterusöffnung; die Dotterstöcke sind paarig. Bei den Fisch-
tänien steht am Hinterende eine Gefässblase, in welche die Längs-
gefässe einmünden; die Vagina öffnet sich neben und vor der
männlichen Geschlechtsöffnuno;; die Vag-ina legt sich vor der Ein-
mündung in das Ootyp in Schlingen, die Lage und Form der Dotter-
stöcke erinnert an die von Tetabothrium, Echinobothrium und Cal-
liobothrium; am Scolex fehlt ein Rostellum mit Haken, an dessen
150 Dr. von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Stelle oft ein fünfter scheitelständiger Saugnapf gefunden wird.
A. Kraemer. Beiträge zur Anatomie und Histologie der Cestode?i der
Süsswasser fische. Zeit sehr, für wissensch. Zoolog.^ Bd. LI II, lieft 4,
Leipzig 1892, pag. 647 — 722, tah. XXVII— XXVIII. Ueber den
inneren Bau der Täriien der Süsswasserfische. Zoolog. Anzeig. Bd. XV,
Leijjzip 1892, No. 381, pag. 14—18.
Blochmanii bemerkt, dass die plasmatisclien Längsgefässe
Sommer's bei Taenia saginata und T. solium keineswegs die grossen
Längsnerven sind, die Sommer bei diesen Cestoden nicht gesehen
hat, sondern der zweite Stamm des Excretionsgefässes, im Gegen-
satz zu den durch eine Quercommissur verbundenen Hauptstämmen.
Bei T. crassicollis treten vom Hauptstamm 2 Commissuren ab und
zwischen beiden verläuft der Nebenstamm oder das plasmatische
Längsgefäss. Letzteres kann nicht als Nervenstamm gedeutet werden,
da es nach innen vom Hauptgefäss liegt, der Nervenstamm aber
verläuft nach aussen von letzterem. F. Blochmann. Ueber Sommer's
sogen, plasmatische Längsgefässe bei Taenia, saginata Goeze und Taenia
solium L. Centralbl. für Bact. u. Parask. Bd. XII, Jena 1892, No. 11
— 12, pag. 373—379.
Monticelli untersucht Bothriocephalus = Diplogonoporus Balae-
nopterae aus dem Darm von Balaenoptera borealis und B. Sibbaldii.
Die beiden Sauggruben stehen dorsoventral, die Proglottidenkette
wird von Längsfurchen durchzogen und in zweien derselben an der
ventralen Fläche liegen die Geschlechtsöffnungen; die Uterusmün-
dungen scheinen dorsal zu liegen; ein Exemplar zeigte eine Miss-
bildung, bestehend in einer Zweispaltung der Kette; die Muskulatur
ist kräftig entwickelt, besonders die äussere Schicht der Längs-
muskeln; unter diesen verlaufen Transversal- und Dorsoventral-
muskeln; die sogen. Cuticula der Grenzmembran ist ein umgewan-
deltes Epithel, das die Kerne verloren hat. Besondere Hauptstämme
des Gefässsystems sind nicht erkennbar und die Gefässe liegen nicht
in der Marksubstanz, sondern ausserhalb der Muskeln in der Rinden-
schicht; das Nervensystem zeigt 2 Hauptstämme, die in der Spitze
des Scolex durch eine Commissur verbunden werden. Die Ge-
schlechtsorgane sind, wie bei Dipylidium, in jeder Proglottide ver-
doppelt, die Hoden liegen im Markparenchym ; man findet einen
Cirrus, einen Cirrusbeutel und ein grosses, kugelförmiges Organ;
die Vagina liegt gleich hinter dem Cirrus; die Eier sind ellipsoidisch.
Tetrabothrium = Diplobothrium affine lebt im Darm von Balae-
noptera borealis; man findet 2 Paare von Längsgefässen mit Anasto-
mosen am Hinterende der Proglottiden; im Scolex bemerkt man,
da jedes Gefäss sich spaltet, 8 Gefässe; 2 Hauptnervenstämme liegen
nach aussen von den Gefässen; die Geschlechtsöffnungen stehen
marginal und einseitig. Diplobothrium simile van Bened. aus Lamna
cornubica unterscheidet sich von voriger Art durch eine andere Ent-
wicklung der Septen der Bothrien und dadurch, dass hier die Ge-
schlechtsöffnungen zwar auch marginal, aber unregelmässig ab-
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 151
wechselnd stehen. Die Vagina liegt vor dem Cirrus in einem Sinus
genitalis und ihre innere Grenzmembran trägt dicht gestellle Haare;
zwei kräftige Sphincteres vaginae verhindern bas Zurückströmen
des Samens. Was Zschokke unter dem Namen Calliobothrium
(Onchobothrium) uncinatum beschreibt, ist eine neue Art, für die
Verf. den Namen Calliobothrium Zschokkei vorschlägt. Eben-
falls in Lamna cornubica lebt Dinobothrium septaria van Bened. ;
in den Sauggruben finden sich grosse, kolbenförmige Zellen, die
gang'lionärer Natur zu sein scheinen; die Grenzmembran des Scolex
trägt kleine Stacheln; das Gefässsystem der Gliederkette besteht
aus 2 Paar Hauptstämmen, von denen die beiden dorsalen viel
kleiner sind als die ventralen; sie verlaufen seitlich in der Mark-
substanz und nach aussen von ihnen liegen die beiden Hauptnerven-
stämme. E. Lönnherg. Anatomische Stadien über skandinavische
Cestoden IL Zwei Parasitrn avs Walfischen und zwei aus La7nna
cornubica. Kong. Svensk. Vetensk. Akad. Ilandling. Bd. 24, No. 16,
Stockholm 1892,' pag. 1—28, tah. I.
Zograf untersucht, ob die Cestoden wirklich, wie es u. a. von
V. Roboz und Griesbach behauptet wird, kein Ectoderm besitzen,
das das Miracidium mit der Wimperhülle abstossen soll, und findet,
dass bei dem frei schwimmenden Miracidium von Triaenophorus
nodulosus Protoplasmafäden die Verbindung zwischen der Wimpern
tragenden Hülle und dem übrigen Körper herstellen und dass, wie
Hamann für den Embryo von Taenia lineata angiebt, in dem vor-
deren Körpertheil kleine das Ectoderm, im hinteren grosse das
Entoderm bildende Zellen liegen, daher sowohl der sechshakige
Embryo wie die erwachsenen Cestoden ein Ectoderm besitzen dürften.
N. Zvgraf. Les Cestodes offrenf-ils des fissus d^origitie ectodermiquef
Archives de Zoologie expcrimentale, 2. .ser., t. X, Paris 1892, pag. 331
—344, tab. Xril.
Monticelli untersucht die bisher Subcuticula genannte Schicht
der Cestoden auf ihren Bau und ihre Function und findet, dass die-
selbe mit der sogen. Cuticula in keinem Zusammenhange steht,
sondern durch Muskelschichten von ihr geschieden ist; sie kann
also keine Hypodermis sein, kein die Cuticula absonderndes Epithel;
letztere ist aber auch keine wirkliche Cuticula, sondern ein um-
gebildetes zelluläres Ectoderm, das in ein kernloses Syncytium ver-
wandelt ist; sie entsteht aus einer anfangs gekernten peripheren
Schicht; im Gegensatz zu Schauinsland, welcher die später verloren
gehende Flimmerhülle als Ectoderm auffasst, lässt Verf. dieselbe
aus einer der beiden embryonalen Furchungszellen als extraembryo-
nale Hüllenmembran entstehen, die aus dem von der ersteren ab-
stammenden einheitlichen Blastem gebildet wird. Von der peri-
pheren Schicht der Morula differenziren sich Zellen, platten sich
ab, verlängern sich und verschmelzen zu einer Masse; die Zell-
grenzen schwinden und es entsteht ein kernloses Syncytium, das
wie eine Cuticula aussieht, aber keine ist, sondern ein umgebildetes
152 D'"- von Li n stow: Bericht über die wissenschaftl. Leisstimgen
Ectoderm. In einzelnen Fällen erkennt man bei erwachsenen Thieren
noch Spuren ihrer Zellnatur in Gestalt von Kernen. Die sogen.
Subcuticularzellen können also keine Subcuticula und Hypodermis
sein, sondern müssten submuskuläre Zellen genannt werden. Ihrem
Bau nach können sie auch keine Drüsenfunction haben, vielmehr
ersetzen sie, da den Cestoden ein Mund und Darm fehlt, die Function
der letzteren, indem sie mittels Osmose durch das Ectoderm hin-
durch Nahrungssäfte absorbiren, um sie dem Mesenchym zu über-
mitteln. Die Zellen haben ein granulirtes Cystoplasma, in dem
grosse und kleine Vacuolen vorkommen, ein Bau, der von dem der
Drüsenzellen der Trematoden abweicht und an den der Darmepithel-
zellen der letzteren erinnert. F. S. Monticelli. Sülle cosidetta
suhcuticola dei Cestodi. Rendiconti R. Accad. sc. ßs. e mafem.
Napoli 1892, fasc. 7—12, pag. 158—166.
V. Linstow giebt an , dass Taenia malleus eine Scolex - lose
Missbildung verschiedener dünnhalsiger Vogeltänien ist; die ganze
Proglottidenkette ist steril; sie ernährt sich zwar durch die Rinden-
schicht, der Mangel des trophischen Einflusses des Gehirns lässt
aber die Geschlechtsorgane nicht zur Entwicklung kommen. Taenia
sphenocephala, eine Art mit hakenlosem Scolex aus der Haustaube,
hat keinen Cirrus, die beiden Geschlechtsöffnungen münden in einen
verschhessbaren Sinus; der männliche Leitungskanal ist im Innern
mit nach aussen, der weibliche mit nach innen gerichteten Borsten
ausgekleidet. Der langgeschwänzte Cysticercus von Taenia setigera
lebt in Cyclops brevicaudatus , der ähnliche von Taenia brachy-
cephala aus Machetes pugnax in Cyclops crassirostris. 0. v. Linstow.
Beohachtimgen an Vogeltänien. Centralbl. für Bacter. u. Parask.
Bd. X, Jena 1892, No. 15, j^ag- 501—504.
Stossich findet unter den in Croatien gesammelten Helminthen
Taenia Vallei n. sp., eine nur 0,75 — 1 mm lange Art mit 10 Haken
am Rostellum aus Tringa minuta; neue Fundorte sind Totanus
glareola für Tetrabothrium macrocephalum Rud., Larus melanoce-
phalus für Tetrabothrium porrigens Molin und Myliobatis aquila
für Echinobothrium typus van Bened. (l. c.)
Linton berichtet, dass Dibothrium cordiceps im Larvenstadium
in Salmo mykiss lebt, in Pelecanus erythrorhynchus und Larus
californicus geschlechtsreif wird; Dibothrium exile n. sp. ist
160 mm lang und lebt im Darm von Larus californicus; Epision
plicatus n. gen., n. sp. ist ein nicht geschlechtsreif entwickelter
Cestode aus dem Darm von Gidemia americana; die grösste Länge
beträgt 23 mm; die Geschlechtsöffnungen waren nicht erkennbar,
ein Scolex fehlt, der vordere Körpet^theil ist umgebogen; (es handelt
sich um die unter dem Namen Taenia malleus bekannte Form von
Vogeltänien, welche durch den Verlust des Scolex steril geblieben
und vorn monströs geworden sind). Ferner werden erwähnt Taenia
porosa aus Larus californicus, Taenia filum aus demselben Vogel.
Taenia macrocantha n. sp. aus Gidemia americana; der Scolex
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 153
trägt 9 sehr grosse Haken von 0,21 mm Länge; Taenia com-
pressa n. sp. aus Fuligula vallisneria und Oidemia americana mit
10 Haken von 0,05 — 0,055 mm Länge; die Haken gleichen in Form,
Zahl und Grösse denen von Taenia sinuosa; diese Art hat aber
nicht den Dornbesatz der Geschlechtsöffnungen, welchen T. sinuosa
zeigt (l. c).
Nach Diamare lebt im Dünndarm der Katze eine Taenie,
Dipylidium Trinchesii n. sp. mit Geschlechtsöffnungen an beiden
Rändern einer jeden Proglottide und zwar jederseits von der Mitte
des Randes; das Vas deferens bildet reichliche Schlingen am
vorderen Proglottidenrande, die Vagina mündet oberhalb des Cirrus-
beutels, in jeder Uterustasche liegt nur ein einziges Ei; die Länge
beträgt nur 25 mm und am Scolex stehen 85 Haken in 4 Querreihen.
V. Diamare. Di un nuovo Cestode del genere Dipylidium. Rendicont.
Accad. sc. fis. e not. Napoli.^ ser. 2, vol. VII, fasc. 5, pag. 223;
Bollet. soc. natur. Napoli, ser. 1, vol. VI, arm. F/, 1892, p. 46 — 48.
Rosseter berichtet über die im vorigen Jahresbericht pag. 112
erwähnte Taenia Rosseteri und den zu ihr gehörenden Cysticercus.
T. B. Rosseter. Ou a new Cysticercus and a tiew tapeworm. Journ.
Quekett microscop. cluh London 2. ser., t. IV, 1892, No. SO, p. 361
—366, 2 tab.
Lüpke findet Taenia crassula im Darm von Psittacus erithacus.
F. Lüpke. Parasitologisches. Repertorium der Thierheilkunde.
Jahrg. LI II, Stuttgart 1892, Heft 9, pag. 257—264.
de Magalhäes beschreibt die in Brasilien wiedergefundene
Taenia cuneata v. Linst, aus dem Huhn ; die Tänie wird nur 3 — 4 nmi
lang und besteht aus 12 — 13 Proglottiden ; in der dritten beginnen
schon die Geschlechtsorgane aufzutreten. L. S. de AJagalhäes.
Notes d'helminthologie Bresiiienne. 1. Taenia cuneata von Linstoic.
Bullet, soc. zoologique, vol. XVII, No. 6, Paris 1892, pag. 145 — 146.
de FiHppi beschreibt ausführlich Taenia bothrioplitis Plana
( = tetragona Molin). Ausser dem Hakenkranz am Scheitel des Scolex
sind auch die Ränder der Saugnäpfe mit Haken besetzt, die eine
andere Form haben als die ersteren; die 2 aufsteigenden Aeste des
Gefässsystems sind klein und haben unregelmässige Queranastomosen,
die 2 absteigenden mit grossem Lumen regelmässige, diese münden
im letzten Gliede in eine Endblase. Die Hoden liegen in der
hinteren Hälfte der Proglottide in der mittleren Hälfte des Flächen-
schnittes in 2 seitlichen Gruppen, das Vas deferens verläuft von
der Mittellinie nach vorn und tritt nach vielen Windungen in den
kleinen, birnförmigen Cirrusbeutel, der in den an der Vorderseite
des Seitenrandes gelegenen Sinus genitalis mündet; die Vagina tritt
hinter der männlichen Geschlechtsöffnung in letzteren und erweitert
sich am Ende zu einem rundlichen Receptaculum seminis; das
Ovarium ist fächerförmig und liegt in der Vorderhälfte der Pro-
glottide, im mittleren Drittel des Flächenschnittes; der Oviduct ver-
154 Dr. von Li n stow: Bericht über die wisseiischaftl. Leistungen
läuft nacli hinten, von der Seite mündet der Canalis seminalis oder
das Ende der Vagina in ihn, hinten nimmt er den Dottergang auf;
der Dotterstock ist klein und länglich rund und liegt in der Mittel-
axe hinter dem Ovarium, der längere Durchmesser in dem Quer-
durchmesser der Proglottide; die Schalendrüse findet sich an der
Ventralseite des Dotterstocks. Die Eier sind in Kapseln ein-
geschlossen. Die Tänie kann 357 mm lang werden bei einer Breite
von 8,57 mm, sonst ist sie 142 — 210—243 mm lang und 1,97 mm
breit; ein Uterus fehlt; ausser im Huhn kommt die Art auch in
Coturnix commimis vor und scheint identisch mit Taenia pluriunci-
nata Crety. C. de Filippi. Ricerche istologiche ed anatomiche sulla
Taenia bothrioiMtis Plana. Atti R. Äccad. Lincei^ sc. fis..^ matem. e
natur. ann. 287, 4. ser. vol. ILII^ Memorie, Roma 1891 (erschienen
1894, ausgegeben 1895), pag. 250 — 294, tab. I — ^X Nota prelimin.
sul sistema riproduttore della Taenia bothrioplitis. Bollet. soc. Romana
sind, zoolog. vol. I, pag. 75 — 79.
Railliet u. Lucet finden Exemplare von Taenia (Davainea)
proglottina im Huhn, die sämmtlich 5 Proglottiden an Stelle der
sonst beobachteten 4 zeigten. A. Railliet u. Lucet. Sur la Davamea
proglottina Davaine. Bullet, sog. zoolog. Fraiice, t. XVII, Paris 1892,
pag. 105—106.
Railliet giebt an, dass Taenia (Hymenolepis) diminuta=flavo-
punctata der Ratten auch im Menschen vorkommt, wie schon 1842
von Dr. Ezra Palmer mitgetheilt wurde. Verf. bespricht die Fälle,
in denen dieser Parasit weiter beim Menschen beobachtet ist, die
auf Kinder beschränkt sind, sowie die von Grassi und Rovelli ent-
deckte Entwicklung; einen fünften Fall des Vorkommens im Menschen
hat Verf. in Frankreich constatirt, der etwa aus dem Jahre 1810
stammt. A. Railliet. Un cas tres-ancien de Taenia {Hymenolepis')
diminuta chez rhom^ne. Compt. rend. soc. biolog. de France, 9. ser.^
t. 4, Paris 1892, No. 35 pag. 894—89(3.
StilciS findet, dass bei Taenia Giardi die Geschlechtsöffnungen
in der Regel abwechselnd stehen, aber auch doppelt sein können;
die Art darf nicht Taenia ovilla genannt werden, da Gmelin diesen
Namen einer anderen Art gegeben hat. Taenia (Moniezia) expansa
Rud. zeigt am Hinterrande jeder Proglottide eine Anzahl rundlicher
Körper. Taenia planissima n. sp. hat einen grossen, viereckigen
Scolex, die GeschlechtsöÖhungen liegen am Rande in der vorderen
Hälfte der Proglottide rechts, die Vagina dorsal, der Cirrus ventral,
an der Ventralseite verlaufen 2 grosse Gefässe; die Länge beträgt
2000 mm; die Proglottiden werden 26 mm breit, bei P. expansa nur
15 — 16 mm, die Art lobt im Schaf und Rind. C. W. Stiles. Notes
on parasites. 13. Sur le Taenia Giardi. 14. Sur le Taenia expaiisa
Rud. Bullet, soc. zoolog. France, t. XV 11, No. 6, pag. 157 — 159.
Compt. rend. soc. biolog. 4. ser., t. 9, Paris 1892, No. 27, pag. 664
—666.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 155
Bailliet findet in Columba domestica eine Tänie, die er Taenia
Delafondi n. sp. nennt; sie ist 100 — 130 mm lang und hinten
3 — 4 mm breit, der Scolex fehlte; die Geschlechtsöffnungen stehen
unregelmässig abwechselnd, die Zahl der Hoden ist gross, der Uterus
liegt in der Transversallinie und hat nach vorn und hinten ver-
zweigte Aeste; die Art ist identisch mit der von Megnin unter dem
Namen Taenia sphenocephala Eud. beschriebenen; mit Taenia sphe-
nocephala, die identisch ist mit Alyselminthus Columbae Zeder und
Taenia (Davainea) crassula Rud., stimmt die hier beobachtete Art
aber nicht überein. (Taenia sphenocephala ist unbewaffnet, T. cras-
sula aber bewaffnet Ref.) A. Raüliet. Sur un Tenia du pigeon
domestique, reprcsentant ime espcce nouvelle (Taenia Delafo?idi). Compt.
rend. soc. biolog., 9. sei-., t. 4^ Paris 1892, No. 3, pag. 49—53.
ßailliet beobachtet einen Cysticercus pisiformis mit 6 Saug-
näpfen, eine Taenia rhopaliocephala aus einem Kaninchen mit
schieferfarbigem Aussehen, mehrere Exemplare von Taenia cucu-
merina aus dem Hunde mit seitlichen Ausschnitten in der Pro-
glottidenkette; 3 Glieder dieser letzteren Tänie wurden in einer
Analdrüse des Hundes gefunden; Cysticercus tenuicollis fand sich
in der Leber und im Diaphragma einer 4 — 6 Wochen alten Ziege,
ferner im Mesenterium von Oryx beisa^ und Taenia tenuirostris im
Darm von Anser cinereus domesticus. A. Railliet. Notlces parasi-
tologiques. Cysticercvs pisiformis ä sijc ventouses. Tcniade de colo-
ration ardoisee reciieilli cliez un lapiti de garenne. Sur les Tmiades
echancres du chien. Dipylidium caninum dans les glandes anales du
chien. Cysticercus tenuicollis chez un chevreau de quatre ä six semaines.
Cysticercus tenuicollis chez VOryx heisa. Taenia tenuirostris Rud. chez
l'oie domestique; remarques sur la Classification des Cestodes parasites
des oiseaux. Bullet, soc. zoolog. de France, t. XVI f, Paris 1892,
pag. 110-117.
Mertens constatirt den ersten Fall des Vorkommens von Taenia
nana in Deutschland ; in Köln wurde ein ßjähriger Knabe in's
Krankenhaus gebracht, weil er an Oxyuris litt; in den Faeces wurde
durch microscopische Untersuchung ein massenhaftes Vorkommen
von Taenien-Eiern festgestellt, und nachdem 3 Tage lang 3mal
täglich 0,025 grm Santonin gegeben war, wurden Oxyuren, aber
keine Tänien entleert; daraufbekam er 2mal täglich 2,5 grm Extract.
fil. mar. und V4 Flasche Bitterwasser, worauf 300 — 350 Exemplare
von Taenia nana abgingen; jedoch fand sich nur ein einziger Scolex;
schon 15 Tage später traten wieder Eier in den Faeces auf und
nach 18 Tagen waren sie so zahlreich wie zuvor; in 1 grm Stuhl-
gang wurden 6400 Eier gezählt. Nun wurden wieder 305 Tänien,
9 mit Scolex entleert; bei einer dritten Kur gelang es, 70 Tänien,
darunter 3 mit Scolex zu entleeren. Die 0,047 — 0,048 mm langen
und 0,038 — 0,039 mm breiten Eier werden beschrieben und mit
denen der übrigen Tänien des Menschen verglichen; die Proglottiden-
kette ist 24 — 25 mm lang, die 24 — 28 Haken messen 0,015—
156 Dr« von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
0,016 mm. Mertens. Ueber Taenia nana. Berlin, klin. Wochenschr.
1892, No. 44, pag. 1099—1101; No. 45, pag. 1134—1137.
Leichtensteru bemerkt, dass in den Faeces der von Darm-
parasiten bewohnten Menschen Charcot-Robin'sche Krystalle vor-
kommen und erwähnt den angeführten Fall des Vorkommens von
Taenia nana in Köln. 0. Leichteftster?i. Ueber die Charcot- Robin^-
sclien Krystalle in den Faeces nebst Bemerkungen über Taenia nana
in Deutschland. Deutsche medic. Wochenschr. 1892, No. 25.
E. Perroncito. Sopra im caso di Taenia nafia osservata per
la prima volta in Piemonte. Giern. Accad. med. Torino, ann. 54,
pag. 285—286.
L. Cr. Neumann. Sur la place du Tae7iia ovilla Riv. dans la
Classification. Comid. rend. soc. hist. natur. Toulouse, 2. 7l7ar2;1892, ^pg.
F. C Mahon. The hydatic forming tapeworm, Taenia echino-
coccus. Veterin. Jour?i. 1892, pag. 251 — 257.
Blaiichard giebt an, das Taenia saginata im westlichen Europa
seit mehr als zwei Jahrhunderten vorgekommen ist, und zwar
häufiger als Taenia solium; in den Museen von Paris und London
findet sich erstere in sehr alten Exemplaren und zahlreicher als
letztere; Sanches hat sie 1636 in Toulouse beobachtet; in Paris
kommen 1000 Exemplare von Taenia saginata auf 21 von Taenia
solium; wenn erstere Art erst seit 1860 aufgeführt wird, so ist der
Grund lediglich der, dass man von dieser Zeit an durch Küchen-
meister die beiden Arten unterscheiden lernte; in der Neuzeit wird
Taenia saginata immer häufiger, weil viel rohes Rindfleisch gegessen
wird, während Taenia solium immer seltener wird, weil die Schweine-
finnen leicht zu finden sind. Bothriocephalus latus war um 1700
in Paris gemein, kommt aber jetzt dort nur aus der Schweiz oder
anderen Ländern eingeschleppt vor. R. Blanchard. Notices sur les
parasites de Uhomme. \.sh\ Mem. soc. biolog. Paris 16. Juli 1892,
p. 1 — 16. Compt. rend. soc. biolog. A. ser.. t. IX, Paris, No. 28,
pag. 243—258.
B^renger-Feraud giebt an, dass in den 5 Kriegshäfen Frank-
reichs, Cherbourg, Brest, Lorient, Rochefort und Toulon, die Fälle
des Vorkommens von Taenia im Menschen in den Marinehospitälern
während der Jahre 1860 — 1890 von 3 auf 522 zugenommen haben,
oder von 0,13 auf 18,53 promille; auch in Paris nehmen die Fälle
zu, in den Jahren 1866 — 1890 von 3,27 auf 6,14 promille; in den
Militärlazarethen in Frankreich nnd Algier war keine regelmässige
Zunahme zu bemerken; die grosse Zunahme in den Marinehospi-
tälern hat ihren Grund darin, dass dieselben stets eine Menge
Kranke aus überseeischen Ländern aufnehmen; in Frankreich kommen
jetzt 4,93 Tänienfälle auf 1000 Kranke; die meisten finden sich an
der belgischen und schweizer Grenze, sowie an der Küste des mittel-
ländischen Meeres. Berenger - Feraud. Sur raugmentatioti de fre-
quence du Taetiia en Fraiice depuis un demi-siecle. Bullet de VAcad.
in der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 157
de med. ^. ser., No. XXVII, Paris 1892, iVo. 4, pag. 112— 127.
Bullet, gem'r. de therapeut. 1892, No. 12, pag. 241 — 256.
B^renger-Feraud. Nombre et longueur des Teiiias chez V komme.
Revue scientif. t. 51, No. 4, pag. 126.
B^renger - Feraud. Cyde hiologique des Temas de Vhomme.
Paris 1892, 24: pg.
T. W. Balten. Tape worm. Jotirfi. of Americ. med. assoc. 1892,
No. 7, pag. 191—193.
Gr. Colin. Sur la frequence relative des diverses especes de Tenia.
Bidlet de VAcad. de med. Paris 1892, p)ag. 176 — 192.
Berenger - Fdraud. Distribution geogr. des tenias de V komme.
Bullet. Acad. med. Paris 1892, pag. 282—304.
B. Hofer. (^Fische als Verbreiter der Bandwürmer des Menscke?i),
(Fisckereisacken 1892, No. 5, pag. 75 — 77) (^russisch).
E. Lönnberg. Ofversigt öfver de kos m,enniskan snyltande band-
maskar?ie ock deros larver. Upsala Lc'ikere förnenings Förhandl.
XXVII, 1892, 2—3, 2b pg.
G. Alessandrini. Quäle sia la specie di Taenia predominante
in Roma e sua provincia. Bollet. soc. Rom. studi zoolog., vol. II,
fasc. 1—3, pag. 83—86.
Küchel beobachtet eine 1650 mm lange, aus 895 Proglottiden
gebildete Taenia saginata, welche aus Ostafrika stammte, bei einem
Italiener, der vorher in Egypten gelebt hatte. Der Scolex ist
schwarz pigmentirt, ausgenommen das Centrum; er ist wie ein drei-
seitiges Prisma gebildet und trägt 6 paarweise stehende ovale Saug-
näpfe; die Gliederkette ist ebenfalls dreiseitig gebildet; die Ge-
schlechtsöffnungen stehen unregelmässig abwechselnd auf einem der
3 Kämme, mitunter auch auf 2 derselben in derselben Proglottide,
seltener auf allen dreien. Der Uterus liegt in der Mittelaxe, die
Zahl der Vaginen und Canales deferentes entspricht derjenigen der
Geschlechtsöffnungen. In jedem Kamm verläuft ein grosses Längs-
gefäss; die Oncosphaeren zeigten 6, 8 und 10 Haken. B. Kückel.
Eine Drillingsmissbildung bei Taenia saginata. Dissert. Kiel. Köln
1892, 16p<7., 1 tab.
de Nabias beschreibt eine schwarze Tänie des Menschen, deren
Cuticula schwarz pigmentirt war durch Gallenfarbstoffe, wie durch
die chemische Analyse nachgewiesen wurde, de Nabias. Taenia
noir chez l'komme; etude chimique et experimentale de la coloration.
Semaine medicale, f. XII, Paris 1892, pag. 401.
M. Condorelli. Sopra una rara anomalia della Taenia solium
Bollet. soc. Roinana stud. zoolog. vol. I, Roma 1892, No. 1 — 2,
pag. 31 — 35.
Lönnberg giebt an, dass man Cestoden einen Monat und
länger am Leben erhalten kann, wenn man sie in eine schwach
saure 3 — 4 procentige Pepsin-Peptonlösung legt, die alle 3 Tage er-
158 ^^- von Linstow: Bericht über die Wissenschaft! . Leistungen
neuert werden muss. E. Lönnherg. Einige Experimente^ Cestoden
künstlich lebend zu erhalten. Centralbl. für Bader, u. Parask. Bd. XI,
Jena 1892, No. 3—4, pag. 89—92.
Monticelli erneuert das von Duvernoy aufgestellte Cestoden-
Genus Bothrimonus für Bothrimonus Sturionis = Disympliytobothrium
paradoxum Diesing, ßotlirimonus Olriki Krabbe = Diplocotyle Oriki
Krabbe = Bothrioceplialus Carpionis Rud. und Bothrimonus Rudolph!
Monticelli = Diplocotyle Rudolph! Mont. = Ceiohalocotyleum Pleu-
ronectis Soleae Rud. Es fehlt bei diesem Genus eine äussere Seg-
mentirung des Körpers, im Innern wiederholen sich die Geschlechts-
organe in einer Reihe wie bei den segmentirten Formen. Die
Geschlechtsöffnung ist flächenständig, bald an der Bauch-, bald an
der Rückenseite, wobei die Seite der Uterus-Mündung als Bauchseite
gilt; vorn steht die männliche Geschlechtsöffnung, dahinter, wenn
die Geschlechtsöffnungen an der Bauchseite liegen, neben einander
rechts die Uterusmündung und links die Vagina. Die Cestoden
sind nicht polyzoisch. Zu ihrer Eintheilung schlägt Verf. folgendes
Schema vor:
I. ungegliedert IL gegliedert
Diplocotylidae 1. ohne Rüssel
Tricuspidaridae. A. mit einem Saugnapf
Cyatobothridae.
B. mit zwei Saugnäpfen
Pseudobothridae
Dibothridae.
C. mit vier Saugnäpfen
Tetrabothridae
Tetracotylidae.
2. mit Rüsseln
Tetrarhynchidae.
F. S. Monticelli. Sul genere Bothrimonns Duvernoy e proposte per
une classificazione dei Cestodi. Monitore zooloq. Italian, ann. III,
Firenze 1892, pag. 100—108.
Moiiticelli beschreibt zwei Cestoden, Ceratobothrium
xanthocephalum n. gen., n. sp., aus der Spiralklappe von Lamna
cornubica; der Scolex ist gelb und zeigt 4 grosse Sauggruben, vor
denen 4 kleinere stehen, letztere haben an ihrem Hinterrande je 2
kleine nach innen gebogene Hörner; die Geschlechtsöffnungen sind
randständig und unregelmässig rechts und links abwechselnd; die
Proglottiden sind spindelförmig; das Ovarium hegt ganz hinten und
ist in 2 Flügel getheilt; der Dotterstock besteht aus einer rundlichen
Masse; die Vagina ist ein breiter Kanal, der in der Mittelhnie von
hinten bis ganz nach vorn geht, um dann nach links oder rechts
und rückwärts umzubiegen; die Hoden sind über die ganze Pro-
glottide vertheilt; die Länge beträgt 15—20 mm. Prostecocotyle
Forsten = Taenia Forsteri Krefft aus dem Darm von Delphinus
in der Naturgeschichte dei' Helminthen im Jahre 1892. 159
delphis hat 4 Saiignäpfe, die nach vorn eine hornartige Verlängerung
zeigen; die Geschlechtsöffnungen stehen einseitig und randständig;
die Hoden sind gross und wenig zahlreich und stehen in einer Reihe
am Vorderrande der Proglottiden; Ovarien und Dotterstöcke sind
wie bei voriger Art gelagert, die Geschlechtsöffnungen münden in
ein grosses, becherförmiges antrum genitale mit weiter, runder
Oeffnuug; die Länge beträgt 25 — 65 mm. F. S. Monticelli. Nota
intorno a due forme di Cestodi. Bollet. mus. zoolog. ed anatom.
compar. Torino^ vol. VII^ 1892, No. 127, jjag. 1 — 9, tah. 1.
R. Moniez. Notes hehninthologiques XII. Sur itn Tetrarhyn-
chus nouveau, provenant des campagnes de rilirondelle {Dibothrio-
rhynchus Monticellii). Revue biolog. du Nord de la France, 4.,6'f,V.,
ann. 7, Lille 1892, pag. 279.
R. Moniez, Le Gymnorhynchns reptans Rud. et sa migration.
Revue biolog. du Nord, de la France, ann. IV, No. 4, Lille 1892.
Matz unterzieht eine grössere Zahl von Bothriocephalen einer
eingehenden, vergleichend - anatomischen Untersuchung und findet,
dass wahrscheinlich alle Bothriocephalen dorsoventrale Saugnäpfe
haben, wenigstens sind die marginalen nicht genügend constatirt
und vom Verf. niemals gefunden. Unter der Rindenschicht findet
man Längsmuskeln, nach innen von ihnen liegen die Dotterdrüsen,
dann folot eine Schicht Transversalmuskeln, welche die übrigen
Geschlechtsorgane, die Hoden, das Vas deferens, das Ovarium, das
Receptaculum seminis, die Schalendrüse, die Vagina, den Cirrus und
den Uterus einschliessen ; letzterer durchbricht die Muskulatur an
einer Stelle in der Mittellinie, da er bei allen Arten hier nach
aussen mündet. Die Geschlechtsöffnungen stehen bald in der Mittel-
linie der ventralen Fläche, wo dann der Cirrus vor der Vagina liegt
und die Uterusmündung dahinter, so bei Bothriocephalus hians aus
Phoca vitulina, B. ditremus aus Colymbus septentrionalis und B.
dendriticus aus Larus canus; oder marginal, wo die Vagina vor dem
Cirrus liegt, wie bei B. infundibuliformis aus Trutta salar u. T.
trutta, B. rugosus aus Lota vulgaris, B. microcephalus aus Ortha-
goriscus mola und B. fragilis aus Alosa vulgaris; oder die Ge-
schlechtsöffnungen und der Uterus münden in der Mittellinie der
Fläche, aber auf entgegengesetzten Seiten, und zwar wird die Seite,
an welcher die Geschlechtsöffnungen stehen, für die Dorsale ge-
halten, so bei B. punctatus aus Cottus scorpius und Rhombus
maximus und B. claviceps aus Anguilla vulgaris; hier liegt die
Mündung des Cirrus wieder vor der der Vagina; bei B. hians sind
die Geschlechtsöffnungen von einem deutlichen Papillenfelde um-
geben; bei B. infundibuliformis = suecius Lönnberg und B. hians
liegt der Hauptnerv dorsal, bei B. microcephalus ventral vom Cirrus;
bei letzterer Art münden die Geschlechtsöffnungen unregelmässig
abwechselnd rechts und links. F. Matz. Beiträge zur Kenntniss
der Bothriocephalen. Archiv für Naturgesch. 1892, pag. 97-^122^
tah. VIII.
160 DJ'- von Linstow: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
V. Schröder findet, dass Bothriocephalus latus bei den St. Pe-
tersburgern von dem Genuss von Hechten aus dem finnischen Meer-
busen stammt. A. v. ISchröder. Wie bekommt die Einwohnerschaft
von St. Petersburg den breite?i Bandwurm (Bothriocephalus latus)?
St. Petersb. medic. Wochenschr. Jahrg. XVII^ No. 22, pag. 214—215.
Wrafsch, 1892, No. 19, pag. 475—476.
Nach Lönnberg kommt Bothriocephalus latus im südlichen
Schweden beim Menschen selten vor, im nördlichen aber an der
Küste des Meeres oder des Mälarsee's so massenhaft, dass in manchen
Gegenden nur wenig Menschen von ihm befreit sind. Die Zwischen-
wirthe sind Esox lucius, Coregonus lavaretus, bei dem die Larven
in den Muskeln und der Leibeshöhle, und Coregonus albula, bei
dem sie in der Leibeshöhle encystirt gefunden werden. In Salmo
alpinus lebt im Peritoneum encystirt eine Bothriocephalus-Larve,
die glatt und ohne Runzeln und 5 — 7 mm lang ist; sie ist dünner
als die von B. latus und wird Bothriocephalus Salvelini n. sp.
genannt; die Geschlechtsform ist nicht bekannt. In Salmo alpinus
lebt ausserdem Bothriocephalus infundibuliformis und Cyathocephalus
truncatus, in Coregonus lavaretus auch Taenia fihcollis und in den
Muskeln encystirt Triaenophorus nodulosus, ferner in Coregonus
albula im Darm Taenia filicollis, die Larve in Cysten der Leber.
E. Lönnberg. lieber das Vorkommen des breiten Bandwur^ns in
Schweden. Centralbl. für Bacter. u. Parask. Bd. X/, Jena 1892,
No. 6—7, pag. 189—192.
Braun bemerkt zu der vorstehend angeführten Mittheilung von
V. Schröder, dass er bereits im Jahre 1883 den Hecht als die Quelle
von Bothriocephalus latus angegeben habe. M. Braun. Bothrio-
cephalus-Fintien in Hechten des St. Petersburger Fischmarktes. St. Pe-
tersb. medic. W oche7ischrift XVI 1. Jahrg. 1892, A-'o. 28, pag. ^10.
V. Linstow findet unter den bei Süd -Georgien gesammelten
Helminthen Bothriocephalus quadratus n. sp. in Stenorhynchus
leptonyx mit fast quadratischen Proglottiden und 12 — 14Längsgefässen
zwischen Subcuticula und Dotterdrüsen; Bothriocephalus tectus
n. sp. aus Cystophora proboscidea hat sehr kurze Proglottiden und etwa
60 Längsgefässe, die innerhalb der Dotterdrüsen verlaufen {l. c).
F. Lüpke. Zweiköpfiger Cysticercus fasciolaris. Repertorium
d. Thierheilk. Jahrg. LIII, Stuttgart 1892, Heft 9, yag. 271—272.
Schieferdecker, lieber das Vorkommeii der Finnen beim Rinde
und die Beurtheilung des Fleisches finniger Rinder. Berlin, thierärztl.
Wochenschr. 1892, pag. 398—401.
B^renger-Feraud, De la ladrerie chez Vhomme. Anales cVhy-
giene publ. 1892, pag. 481 — 517.
J. Hirschberg. lieber die Finnenkrankheit des menschlichen
Auges. Berlin, klin. Wochenschr. 1892. pag. 325—328, 359—363.
Richard findet in Eurytemora lacinulata einen Cysticercus, der
als zu Taenia sinuosa erkannt wird. J . Richard. Sur la presence
iu der Naturgeschichte der Helminthen im Jahre 1892. 161
d\in Ctjsticercoide chez nn Culanide d\'cni donce. Bnllet. soc. zoolog,
France, t. XVII, Paris 1892, No. 17—18.
Villot bespricht die Arbeit von Grassi in Rovelli über die
Embrjonalentwicklung der Cestoden und theilt wie bisher die Larven-
formen in Cysticerken, Cysticerkoiden und Pseudocysticerken ein;
zu den letzteren gehört die Larve von Taenia elliptica; diese Ein-
theilung stehe im Einklang mit der Structur und der Entwicklung.
A. Villot. Encore un uiot svr la dassi/ication des Cystiques. Zooloq.
Anzeig. Bd. XV, 181)2, pag. 210—212.
V. Linstow findet, dass in Gammarus pulex viele Cysticerken
vorkommen; hier wurden gefunden Cysticercus Taeniae integrae
Hamann, Cysticercus Taeniae tenuirostris Rud., Cysticercus Taeniae
sinuosae Rud., Cysticercus Taeniae Hamanni Mrazek und Cysticercus
Taeniae bifurcae Hamann; ausserdem aber Cysticercus Taeniae
paychgacanthae, eine auffallend grosse, in ausgestrecktem Zu-
stande 8,7 mm lange Form mit 14 Haken von 0,15() mm Länge,
welche an die von Taenia teres Krabbe erinnern; ferner Cysti-
cercus Taeniae acanthorhynchae Wedl aus der Wasserlarve
von Agrion puella, dessen Tänie in Podieeps nigricollis lebt, und
Cysticercus Lacertae, ein Plerocerco'id , das frei in der Bauch-
höhle von Lacerta agilis vorkommt und keine Haken führt {l. c).
Biehm macht Injectionen mit einem Farbstoff in das Excretions-
gefässsystem von Ligula simplicissima aus der Leibeshöhle von
Gasterosteus, und findet, dass dasselbe ein ungemein reich ver-
zweigtes Netzwerk bildet; eine nicht genau bestimmbare, wechselnde
Anzahl von stärkeren Längsgefässen durchzieht den ganzen Körper,
in jeder Proglottide aber mündet rechts und links ein feiner Ge-
fässstamm nach aussen; bei der Injection von Berliner Blau ergoss
sich an den beiden Seitenrändern einer jeden Progiottide ein feiner
blauer Strahl nach aussen, nur in den vordersten 6 Gliedern wurden
die Mündungen nach aussen nicht beobachtet. Unter der Subcuti-
cula liegt eine äussere Ring-, darunter eine Längs-, hierunter eine
innere Ringmuskelschicht. fV. Riehui. Weber die excretorischen Ka-
näle von Schistoce/'/ialvs dimorplnis. Zeitschr. für Naturiaisscnsch.
Bd. 65, Leipzig 1892, Heft 3, pag. 132—136, tab. IL
Mangold führt den multiloculären Echinococcus auf eine be-
sondere Hundetänie zurück. C. Mangold, lieber den midtilocidären
Echinococcus und seine Taenie. Dissert. Tübingen 1892, 31 pg.; auch
Berliner Min. Wochenschr. No. 2, pag. 21 — 25; No. 3, pag. 50 — 55.
Nach Stiles kommt Echinococcus multilocularis auch in Nord-
amerika im Rinde vor. C. W. Stiles. Notes on parasites. Joum.
compar. med. and veterin. urch. vol. XIII, 1892, pag. 350.
A. Puky. {^Zwanzig Fälle von Echinococcus.) Magyar orvosi
archioon 1892, No. 3 — 4 {ungarisch).
H. H. Mlldd. Eclmiococcus multilocularis of the brain. Amer.
Joum. f. med. sc. 1892, pag. 412-422.
ArcU. f. N;itai{,'csch. Juliii,'.1893. IUI. U, 11.3. \\
162 £>!■. von Linstow: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen etc.
M. W. Schulten u. E. A. Hom^U. Fall af echinoccus i hackend
och bukhkle?!. Finska Läkaresälhhtpets Förh. Bd. XXXII^ pag. 358.
C, Hubrich. Ein Fall von Echinococcus multilocularis der Leber.
München 1892, 15 pg.
W. L. Howard. An explanafioji of the cause of prevalence
of Echinococcus hominis in Iceland. Muryhmd med. journ^ 1892,
pag. 551.
J. J. KiliyOUU. Echinococcus hominis of the hidneys, liver and
hladder. Attnal report of the marine hospital seroice for 1891
pag. 147—149.
N. S. Krusenstern. {Der erste Fall von Echinococcus multilocu-
laris in Sibirien.) Wratsch, 1892, No. 35, pag. 873—876 (russisch').
J. Schniitzler. Ein Fall von Knochen- Echinococcus. Internat,
kl in. Rundschau 1892, No. 28—29.
Bericht
über
die wissen scliaftliclien Leistungen in der Natnrgescliiclite
der freilebenden Würmer während des Jahres 1891.^)
Von
Dr. Carl MatzdorlT,
Oberlehrer in Beilin.
I. Verzeichniss der Publikationen.
(F = siehe unter Faunistik, S = siehe unter Systematik. Die mit * bezeiclmeteu
Arbeiten waren dem Ref. unzugänglich.)
Andrews, E. A. (l). On the Eyes of Polychaeta. A preli-
minary communication. — Zool. Anz. XIV, p. 285 — 286.
Die an Sabelliden, Nereiden, Uniciden, Sylliden, Polynoiden u. a.
gemachten Beobachtungen lassen als Ange eine Anzahl Pigment-
zellen erkennen, deren Cnticulaende einen lichtbrechenden Abschnitt
enthält und die am inneren Ende einen Nerveni'ortsatz haben.
Manche Kiemenaugen von Pöhrenbewohnern lassen keine Ver-
schmelzung der Linsen erkennen; sie sind zusammengesetzt. Bei
Hypsicomus sind die eingesenkten Augen einzellig und haben einen
Linsenfortsatz, um den die Pigmentzellen gestellt sind; eine An-
näherung an die Cameraaugen der freilebenden höheren Polychaeten.
Bei diesen finden sich eine offene Pupille, eine Linsenmasse, ein
Retinabecher. Helle Stäbe, jeder einer Retinazelle angehörig, bilden
in letzterem ein Lager. In manchen Fällen findet sich zwischen
diesem und der Linse ein Glaskörper. Linse und Glaskörper be-
stehen aus Verlängerungen der Stäbe. Die Retina besteht aus
einer Schicht epidermoidaler Zellen, die einen pigmentirten Theil
mit dem Kern und jene Stäbe zeigen. In einigen Fällen kommen
Retinalgefässe vor.
Derselbe (2). Compound Eyes of Annelids. — Journ. of
Morph. V, p. 271—299, Taf. 20—21, 2 Fig.
1. Potamilla reniformis Malmgr. Die Augen sind umgewandelte
*) Einige der vorliegenden Referate hat Herr Dr. A. Coli in verfasst.
11*
164 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenscliaftl. Leisfcungeu
Epithelfelder auf den Hauptstämmen der Kopf kiemen. Jedes Auge
besteht aus langen Pigmentzellen, deren einige am Aussenende
lichtbrechende Körper und modificirte axiale Theile haben. Diese
sind Sinneszellen und sie sind durch Pigmentzellen getrennt.
2. Sabella microphthalnia Verrill, S. melanostigma Schmarda
und Dasychone conspersa Ehlers (vielleicht = Sabella melania
Schmarda) haben ähnlich gebaute Augen, doch liegt das Pigment
tiefer und die Linsen stehen mit der Cuticula im Zusammenhang.
3. Bei einem der Art nach unbestimmten Hypsicomus finden
sich keine zusammengesetzten Augen, sondern einzelne vom Bau
der Einzelelemente der vorangehenden Formen. Der lichtbrechende
Körper stellt einen cuticula ren Einwuchs dar, der nicht in einer
Zelle liegt. Auch der umgewandelte axiale Theil ist kürzer. Es
ist also dieses Auge nicht allein einem Ommatideum gleich, sondern
es hat auch Aehnlichkeit mit den gewöhnhchen Kopfaugen höherer
Anneliden.
4. Hydroides dianthus Verrill, hat keine Augen noch andere
besondere Sinnesorgane an den Kiemen.
Augen, wie die geschilderten, finden sich bei vielen Sabelliden
und Serpuliden. Verf. geht auf die Litteratur ein und stellt sodann
Vergleiche mit Arthropoden- und Molluskenaugen an. Die physio-
logischen Thatsachen stimmen mit der Verbreitung der Augen bei
den unter 1 bis 4 genannten Würmern überein.
Derselbe (3). Reproductive Organs of Diopatra. — Joui'n,
of Morph. V, p. 113—124, Taf. VII— VIII.
Die Eierstöcke und Hoden von Diopatra magna und D. cuprea
liegen an derselben Stelle und sind Massen peritonealer Zellen.
Es finden sich an den ersteren Stränge von ZeUen, die dieser
Gattung eigenthümlich sind; etwas ähnliches kommt nur bei Bonellia
vor. Die Entwdckelung der Eier und Spermatozoen wird aus-
führlich geschildert. (F, S.)
Derselbe (4). Report upon the Annelida Polychaeta of Beau-
fort, North Carolina. — Proc. U. S. Nat. Mus. XIV, p. 277—302,
Taf. XII— XVIII. — F. 57 spec, 9 nov. spec. S.: Harmothoe,
Eunice, Diopatra, Ophelina, Polydora, Axiothea, Petaloproctus, Am-
mochares, Loimia.
Derselbe (5). The Distribution of Magelona. — Johns Hopk.
Univ. Circ. X, p. 96. — Ref. im nächsten Bericht.
Derselbe (6). A Commensal AnneHd. — Amer. Natur. XXV,
Philadelphia, p. 25—35, Taf. I— IL
Eingehende Beschreibung von Polydora commensalis n.sp. Dieser
Wurm lebte in Höhlungen von Schneckenhäusern, z. B. der Spindel,
in denen Eupagurus polhcaris und auf denen eine Hydractinia w^ohnte.
Der Körper zählt ungefähr 100 Ringel, ist 25 mm lang und 1 mm
breit, farblos. Kiemen und Borsten gut entwickelt. (F, S.)
Apatliy, S. (1). Keimstreifen und Mesoblaststreifen bei Hiru-
dineen. — ZooL Anz. XIV, Leipzig, p. 388 — 393 u. 436.
Auseinandersetzung mit Bergh und Rhode über die fraglichen
in der Naturgeschichte d. freileb. "Würmer wahrend d. Jahres 1891. 165
Punkte. Vom Macromeron schnürt sich zuerst ein oberes Drittel,
das Ectodormale, ab; es bildet 6 Teloblasten. Ihre Derivate sind
der Keimstreifen, der die Nervenanlage bildet. Ganglien- und Nerven-
zellen sind hier wohl zu unterscheiden. Die zwei hinteren Drittel
des 4. Macromeron liefern den Mesoblaststreifen. Vor allem sind
die Abkömmlinge des 4. u. 5. Teloblasten deutlich als zu diesem ge-
hörig zu erkennen.
Derselbe (2). Ueber die „Schaumstruktur" hauptsächlich bei
Muskel- und Nervenfasern. — Biol. Centralbl. XI, p. 78 — 87 ; Nach-
trag p. 127—128.
Bei Pontobdella muricata werden die Primitivfibrillen weder
der leitenden noch der contractilen Substanz durch Querbalken mit
einander verbunden, sodass eine Wabenstruktur herauskäme. Verf.
hält an seinen Ansichten entgegen Bütschli fest.
Apstein, C. Die Alciopiden des naturhistorischen Museums in
Hamburg. — Jahrb. Hamb. Wiss. Anst. VIII; 19 pp.; 1 Taf. Be-
handelt 12 Arten aus 8 Gattungen, mit Bestimmungstabelle der Gat-
tungen. Callizonella n. g., 3 nov. sp. (Vanadis, Callizona). F: Atlant.
Ocean, Chile, Ind. Ocean, Banda-See, Neapel. S.
Bertdard, F. E. (1). On an Earthworm of the Genus Sipho-
nogaster, from West Africa. — Proc. Zool. Soc. 1891, p. 48—52, 3 Fig.
Bei S. millsoni sind die Anhänge des 16. u. 17. Segmentes, die
bei S. aegyptiacus gross sind, klein. Auch sind die sie besetzenden
Borsten anders gestaltet. Die Genitalborsten ähneln denen von
Nais elinguis. (F, S.)
Derselbe (2). Preliminary Account of an Earthworm from
West Africa referable to a new Genus. — Proc. Zool. Soc. 1891,
p. 172—176.
Nach der Aufzählung von 33 aus Central- und Süd-Afrika be-
kannten Regenwürmern (ausg. Lumbricus und Allolobophora) be-
schreibt Verf. kurz Libyodrilus violaceus n. g., n. sp. S. darüber
unten (4). (F, 8.)
Derselbe (3). Prehminary Notice of a New Form of Ex-
cretory Organs in an Oligochaetous Annelid. — Proc. R. Soc. XLIX,
London, p. 308—310. — Vorläufige Mittheilung zu (4).
Derselbe (4). On the Structure of an Earthworm allied to
Nemertodrilus Mich., with Observations on the Post-Embryonic De-
velopment of certain Organs. — Quart. Journ. Micr. Sei. XXXII,
p. 539—586, Taf. XXXVIII— XXXIX.
„Libyodrilus F. E. B. Nephridia paired, but connected with a network of
tubes ramifying in the integument; those of some of genital segmeuts disappear
in mature worins, but network remains. A large unpaired sac opening on
Segment 13 extends through five segments and lodges receptacula ovorum ;
oviducts pass from these to apertures on 15th segment. Atria two, with thick
muscular walls opening by a common orifice on middle line between Segments
17, 18. Each is furnished with a single penial seta. Vasa differentia without
dilatations er muscular coat, open ncar to summit of atria. Oesophagus without
calciferous glands or ventral pouches; three gizzards present at end of oeso
phagus in Segments 23, 24 and 25. Integument without sense bodies."
](')6 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Die Merkmale dieses Wui'ms, sowie die gesammte Anatomie und
Histologie werden ansfülirlich beschrieben. Auf die anderen Gat-
tungen der Eudriliden wii-d vergleichend eingegangen. Die wesent-
lichen neuen Thatsachen sind die folgenden. Die paarigen Ne-
phridien offnen sich nicht nach aussen, sondern sind mit einem
reichlich verästelten System von Röhi^en verbunden, die in die Ring-
und Längsmuskulatur eingebettet sind. Es sind vier Hauptlängs-
stämme und in jedem Segment ein Ringgefäss da. In einigen Ge-
nitalsegmenten fehlen die Nephridien und es ist allein das Inte-
gumentalnetzwork übrig. Dieses fehlt dem jungen Wurm und ist
also secundär entstanden. Ferner gleichen die Reproductionsorgane
des jungen Wurmes denen anderer Regenwürmer. Bei dem er-
wachsenen hegt ein grosser unpaarer Sack über dem Darm; er
schliesst die receptacula ovorum ein und öffnet sich durch eine
mediane Pore auf Segment 13. Er besteht aus mesoblastischem
Gewebe und ist daher den Spermathecen von Lumbricus u. a. nicht
homolog, wenn er auch dieselbe Function hat. Er entsteht inner-
lich und wächst gegen die Epidermis hin. Er steht anfangs in
offener Verbindung mit der Leibeshöhle. Seine vordere Wand bildet
das Intersegmentalseptum 12 — 13. Die Ovarien verschwinden, be-
vor es fertig ist, und sind in ihm eingeschlossen. Er und der Ei-
sack sind allein durch den Eileiter verbunden, der sich durch dasWachs-
thum des Spermathecalsackes in zwei getrennte Röhren theilt, deren
eine sich in diesen, die andere sich in den geschlossenen Eisack öffnet.
Ihre Vereinigung l3ildet den Oviduct, der sich im 15. Segment öffnet,
gerechnet die äussere Furche, oder zwischen dem 14. u. 15., gerechnet
die Septa. Die Samengänge haben keine erweiterten Spermabehälter,
sie öffnen sich in röhiige Atria mit Muskelwänden und Drüsen nahe
den blinden Enden, Beide haben eine gemeinsame Pore auf der
Grenze zwischen Segment 17 und 18. Jeder hat eine kurze Penial-
borste. Kalkführende Drüsen und ventrale Oesophagealtaschen fehlen
am Verdauungskanol. Am Ende des Oesophagus hegen drei Kröpfe.
Der Darm hat anfangs drei Typhlosolarfalten. Später verschwinden
die beiden seithchen kürzeren. Die Bauchwand des Pharynx ist
mit den Nephridialröhren dieser Segmente verwachsen; sie öffnen
sich in ihn. Die die Borsten umgebende Fläche jeder Körperseite
ist von der allgemeinen Leibeshöhle getrennt und bildet paarige
Reihen von Kammern. In der Oesophagoalregion ist ein perihämaler
Coelomraum entwickelt, der die Suboesophagealgefässe umgiebt.
(F, S.)
Derselbe (b). Abstract of some Investigations into the Structure
of the Oligochaeta. — Ann. Mag. N. Hist. (6), VII, p. 88—96 ; 2 Fig.
1. Die alte Klassification der Oligochäten in Limicolae und
Terricolae ist hinfällig. Für die Eintheilung in Naidomorpha und
Lumbricomorpha, letztere in Micro- und Megadrili spricht manches.
Doch vereinigt Ocnerodrilus die beiden letztgenannten Gruppen.
2. Verf. erhielt aus Neu-Seeland aus nassem Boden Würmer,
die eine neue Gattung, Pelodrilus, darstellen. Sie steht sowohl den
in der Naturgeschichte d. freileb. Wärmer während d. Jahres 1891. 167
Lumbriculiden, als auch den Plireoryctiden nahe. Es fehlt ihr der
Gefässplexus auf den Nephridien. Die Gonaden liegen im 10. bis
12. Segment, vorn die Hoden, hinten die Eierstöcke. Die Sperma-
gänge öffnen sich mit Trichtern in die Segmente, die die Hoden
enthalten; ihre äusseren Oeffnungen liegen im 12. Segment. Die
Vasa deferentia offnen sich getrennt. Es liegen hier also Beziehungen
zu Phreoryctes und Eisenia vor. Auch darin erinnert Pelodrilus an
die höheren Formen, das's in bestimmten vorderen Segmenten die
Intersegmentalsepta verdickt sind.
3. In Wasser auf Neu -Seeland fand sich eine Gattung, die
Ecb'pidrilus Eis. nahe steht: Phreodrilus n. gen. Sehr eigenthüm-
lich ist der Bau des Spermaganges. Von der im 12. Segment ge-
legenen äusseren Atrialöffnung erhebt sich eine Röhre, die sich zu
einem dünnwandigen Sack mit muskulöser Wandung erweitert. In
ihm liegt die stark gewundene P'ortsetzung des Atriums und des
vas deferens. Dieses geht vom Atrium fern von seinem Eintritt ab.
Nahe dabei entspringt ein Blindsack, der nahe dem Tiüchter endigt,
in den das vas deferens ausgeht. Der Periatrialsack ist mit Sper-
matozoen angefüllt, ist aber nicht cölomatischer Natur. Das blinde
Divei'tikel ist wohl das Homologon des zweiten vas deferens der
Lumbriculiden. Die Dorsalborsten sind haarförmig und stehen ein-
zeln, nur in einigen vorderen Segmenten doppelt. Die zu zweien
stehenden ventralen Borsten sind verschieden und jedenfalls ein-
spitzig. Phreodrilus stellt daher den Verti'eter einer zwischen den
Lumbriculiden und Naidomorphen stehenden Familie dar.
4. Etwas vom Schwanzende entfernt fand sich bei Urochaeta
corethrura eine Stelle, die Embryonalborsten, drüsenlose Epidermis
u. a. Eigenthümlichkeiten aufwies, die sie als eine hier gelegene
Wachsthumszone ansehen lassen.
5. Pontodrilus bermudensis n. sp. (F, S.)
Derselbe (6). Observations upon the Structure of a Genus
of Oligochaeta belonging to the Limicoline Section. — Trans. R.
Soc. Edinb. XXXVI, p 1 — 17; 1 Taf. - Ref. im nächsten Bericht.
Derselbe (7). New Genera of Aquatic Oligochaeta. — Trans.
R. Soc. Edinb. XXXVI, p. 273—305; 3 Taf. — Ref. im nächsten
Bericht.
Derselbe (8). Anatomy of Ocnerodrilus. — Trans. R. Soc.
Edinb. XXXVl/p. 563—583; 1 Taf. — Ref. im nächsten Bericht.
Derselbe (9). On the Structure of Two new Genera ofEarth-
worms belonging to the Eudrilidae, and some Remarks on Ne-
mertodrilus. — Quart. Journ. Micr. Sei. (new. ser.) XXXII, p. 235
bis 278; Taf. XVI— XX.
Die vorliegenden neuen Formen fanden sich im Kew Garden
und stammten aus Lagos in Westafrika.
1. Hyperiodrilus africanus n. gen. n. sp. Er ist der Gattung
Stuhlmannia nahe verwandt. Das Prostomium theilt nicht völlig
das Peristomialsegment, sondern entsendet nach hinten eine Ver-
längerung, die in dieses Segment eingebettet ist. Die Dorsalborsten
IßS I^i'- O-Av] Matzdoi'ff: ßeviclit über die Wissenschaft). Leistungen
stoben paarig, die Paare der ventralen stehen etwas getrennt. Das
Clitellum gellt um den ganzen Körper und umfasst Segment 14 — 17
oder 15 — 17. Nephridioporen liegen auf den meisten Segmenten,
Dorsalporen fehlen. Die Eileiter öffnen sich auf dem 14. Segment
und bilden halbkugelige Papillen hinter den Dorsalborsten. Die
Samengänge öffnen sich in einer medianen Oeffnung zwischen dem
17. und 18. Segment; auch hier findet sich eine Papille. Auch auf
dem 13. Segment liegt eine mediane Oeffnung. Integument. Borsten.
In der Haut liegen, wie bei Eudrilus, Teleudrilus und Heliodrilus,
unregelmässig zerstreut Organe, die den Pacinischen Körpern sehr
ähneln und M^ohl Sinnesorgane sind. Ernärungskanal. Kalkhaltende
Drüsen. Drei ventrale Oesophagealtaschen in Segment 9, 10 und 11.
Ein Paar Hoden im 11. Segment, zwei Paar Saraensäcke in Seg-
ment 11 und 12, vasa deferentia wie bei Teleudrilus, im 17. Segment
zwei Prostatadrüsen oder Atria mit einem vorstreckbaren Penis.
Penialborsten fehlen. Die weiblichen Organe gleichen denen von Stuhl-
mannia variabilis ziemlich stark. Die Ovarien (im 13. Segment)
sind je in einen kugeligen Coelomsack eingeschlossen, der auch
einen Theil des Nephridiums einschliesst. Die bursa coj)ulatrix
öffnet sich auf Segment 13. Von ihr geht als blinde Tasche die
Spermatheca aus, die in einen Coelomsack eingeschlossen ist. Das
Receptaculum, der Eisack, ist durch Trabekeln in Compartimente
getheilt. Dei' Eileiter ist kurz und öffnet sich auf Segment 14.
2. Heliodrilus lagosensis n. gen., n. sp. Die meisten äusseren
Merkmale stimmen mit denen von Hyperiodrilus überein. Auffallend
sind sechs saugnapfähnliche Structuren auf Segment 10 — 15, von
denen die drei letzten median, die drei ersten mehr oder weniger
links liegen. Die Hoden liegen im 10. und 11. Segment, die Sper-
matheca öffnet sich auf letzterem, wenn sie auch im 13. Segment
liegt.
3. Bemerkungen über Nemertodrilus griseus Mich., dem die
Hautsinnesorgane fehlen, und der eine aberrante Form der Eudri-
liden darstelft. (F, S.)
Derselbe (10). Formation of a temporary Cyst in the Fresh-
water Annelid Aeolosoma. — Nature XLV, p. 28.
A. quaternarium bildete farblose transparente Cysten, in denen
er aufgerollt lag.
Derselbe (11). Preliminary Notice of a new branchiate Oligo-
chaete. — Nature XLV, p. lOD— 110.
Im Victoria regia -Becken der Botan. Ges. in London fand Verf.
neben Chaetobranchus Bourne einen neuen Kiemen tragenden Ohgo-
chaeten, den er Branchiura Sowerbü nennt. Allgemeines Ansehen
und die Borsten erinnern an Tubifex. Die letzten 60 der 130 bis
170 Segmente tragen je ein Paar Tentakeln gleichender Fortsätze,
die Kiemen sind und von Muskelfasern bcM^egt werden. (F, S.)
Eenliam, W. B. (1). The Nephridium of Lumbricus and its
Blood supply; with Remarks on the Nephridia in other Chaetopoda.
in der Natargeschicbte d. freileb. Würmer währeiicl d. Jahres 1891. 169
Quart. Journ. Micr. Sei. (new. ser.) XXXII, p. 293—334, Taf. XXIII
bis XXV; 3 Holzschn.
Verf. stellt die Benennungen der einzelnen Abschnitte des Xe-
pliridiums von Lumbricus fest und schildert ihre Lage, um dann
auf den histologischen Bau der einzelnen Theile einzugehen. Er
vergleicht es sodann mit dem gleichen Organ bei einer ganzen
Reihe anderer Gattungen, sowie insbesondere bei Perichaeta mala-
maniensis. Sodann geht er auf die Blutgefässversorgung der Ne-
phridien ein und schliesslich auf die von Arenicola. (F, S.)
Derselbe (2). Report on an Earthworm collected for the
Natural History Department of the British Museum, b}^ Emin Pascha,
in Equatorial Africa. — Journ. R. Micr. Soc. for 1891, London a.
Edinburgh, p. 161-168, Taf. III— IV.
Der zu Karague gesammelte Wurm gehört einer neuen Gat-
tung an: Eminia equatorialis n. gen., n. sp. Der 2 cm lange Wurm
hatte 190 Segmente. Er war noch nicht geschlechtsreif. Wenn o
der Zwischenraum zweier Borsten des äusseren (lateralen) Paares,
i der zweier des inneren (ventrolateralen) Borstenpaares ist, dann
ist i =: 3o und L (Raum zwischen den beiden Paaren derselben
Seite) = V (Raum zwischen den beiden inneren Paaren) := 6o. Die
Nephridioporen stehen zwischen den Borsten III und IV. Dorsal-
poren fehlen. Prostom klein. Anus terminal. Auch die inneren
Organe werden ausführlich beschrieben. Prostata fehlen. Ein Paar
Hoden und Spermasäcke.
Eminia gehört zu den Geoscoleciden. Von Diachaete unter-
scheidet sie sich durch kalkführende Drüsen, sowie durch ein Caecum
des Nephridiums. Von Urochaete und Geoscolex unterscheidet sie
sich durch die Lage der Hoden im Ringel XI, durch Zahl und
Lage der Kalkdrüsen und durch die Lage des Kropfes. (F, S.)
Derselbe (3). Note on a Couple of Abnormalities. — Ann.
Mag. N. Hist. (6) VII, p. 256—258, Taf. III.
Ein Lumbricus herculeus Sav. zeigte links die normale Lage
der Geschlechtsöffnungen, rechts waren beide um einen Rino-el
nach vorn verschoben. Auch die Ernährungs- und Geschlechtsorgane
im Innern waren asymmetrisch.
Derselbe (4). Notes on some Aquatic Oligochaeta. — Quart.
Journ. Micr. Sei. (new ser.) XXXHI, p. 187—218, Taf. V— VH.
1. Heterochaeta costata Claparede hat nicht auf Segment 5 — 8
oben becher-, sondern fächerförmige (j^almate) Borsten. Verf. geht
auf eine ganze Anzahl anatomischer und histologischer Eigenthüm-
lichkeiten dieser Art ein, für die die Originalarbeit einzusehen ist.
U. a. werden auch mancherlei Abänderungen und Abnormitäten be-
schrieben, sowie die Geschlechtsorgane eingehend behandelt. Ein
Vergleich der Gattung Heterochaeta mit anderen Tubificiden be-
schliesst diesen Aufsatz.
2. Spirosperma ferox Eisen war bisher nur aus Schweden be-
kannt. Er fand sich nun auch in der Themse und im Cherwell,
Beschreibuno; des Wurmes.
170 J^i'- Carl Matzdorff: Bericlit ühev die wisseiischaftl. Leistungen
3. Psaminoryctes barbatiis Vejd. im Cherwell. Einzelne Eigen-
thümlichkeiten.
4. Form der Borsten von Tubifex rivulorum.
5. Stylodrilus Vejdovskyi n. sp. bei Goring-on-Thames. Unter-
schiede von den beiden bisher bekannten Arten.
6. Die Geschlechtsorgane von Nais elingnis 0. F. Müll.
7. Die Zahl für n ist bei Stylaria lacustris nicht constant 27,
sondern wechselt von 20 — 34, ist bei Nais barbata nicht immer 17,
sondern auch 14 und 15. (F, S.)
Bergendal, D. Kurzer Bericht über eine im Sommer d. J.
1890 unternommene zoologische Reise nach Nord-Grönland. — Bih.
Sv. Ak. Handl. XVII, Afd. IV, No. 1 ; 20 pp. — Faunistische Notizen.
Nereis pelagica nur Nachm. und Abds. an der Meeresoberfläche
gefunden. Nemertinen und Polycladen nur wenig vertreten, Rhabdo-
coelen zahlreicher. Allgem. faunist. Angaben. (F.).
Bergll, R. S. Neue Beiträge zur Embryologie der Anneliden.
IL Die Schichtenbildung im Keimstreifen der Hirudineen. — Z. wiss.
ZooL LH, p. 1—17, Taf. I— IL
Verf., der sich i. allg. Whitman anschliesst, untersuchte 1. Clep-
sine. Hier entwickeln sich die 4 Zellreihen, die jederseits die
mittlere Schicht des Keimstreifens bilden", folgendermassen : Die
mediale Reihe wird zur Bauchkette, die drei lateral gelegenen
Reihen bilden die Ringmuskulatur und haben keine Beziehung zu
den Nephridien. Die Schlingentheile derselben entstehen in den
inneren Muskelplatten. Die ursprüngliche Epidermis wird zur
Oberhaut. 2. Aulastoma. Hier geht aus den drei lateral gelegenen
Zellreihen nach Abgabe einiger zur Bildung der Ringmuskulatur
bestimmten Zellen die definitive Rumpfepidermis hervor. Die Ne-
phridien lassen sich auch hier nicht von ihnen ableiten.
Die Uebereinstimmung mit den Ohgochäten tritt, namentlich
bei Clepsine, hervor. Bei den Kieferegeln ist ein später erworbener
Typus vorhanden.
Biedermann, W. Ueber den Ursprung und die Endigungs-
weise der Nerven in den Ganglien wirbelloser Thiere. — Jena.
Z. f. Nat. XXV, p. 429—466, Taf. XVII— XXIII.
Es wurde das herauspräparirte Neiwensystem mit Methylenblau
gefärbt.
1. Hirudo medicinalis. Die Centralfasermasse oder Punkt-
substanz Leydigs setzt sich aus Elementen verschiedener Herkunft
zusammen und stellt ein ausserordenthch complicirtes Geflecht oder
vielleicht ein in sich geschlossenes Netz feinster Nervenfasern dar,
welches theils aus der Verästelung von Ganglienzellenfortsätzen, theils
aus unmittelbar sich verzweigenden Wurzelfasern hervorgeht. Dazu
kommen noch Seitenzweige der die Ganglien durchsetzenden Kom-
missuren-Längsfasern.
2. Nereis pelagica. Auch hier stammen die complicirt in ein-
ander geflochtenen Nervenfasern aus der genannten dreifachen
Quelle. Während aber bei Hirudo die sich verästelnden Achsen-
in der Naturgeschichte cl. freileb. Würmer währeiul d. Jahres 1891. 171
cylinder vorherrschen, treten hier die Zellfortsätze und ihre Ver-
zweigungen in den Vordergrund. Anastomosen von Zellfortsätzen
unter einander oder mit Fasern, die aus anderer Quelle, konnten
bei keinem der beiden Würmer sicher nachgewiesen werden.
Schliesslich erörtert Verf. die physiologische Bedeutung der
gefundenen Ergebnisse.
Blanchard, R. Courtes notices sur les Hirudinees. 1. Sur la
sangsue du cheval du Nord de l'Afrique (Limnatis nilotica Savigny
1820j. — Bull. Soc. Zool. Fr. XVI, p. •218-221; auch in: Compt.
rend. Soc. Biol. (D) III, p. 693—696.
Dieser Egel bewohnt Nordafrika, die Azoren und einen Theil
Westasiens, bis zum schwarzen Meer. In der Sahara (Oued Rir'j
fand sich L. mysomelas, am Senegal L. africana. Aehnlich wie der
einheimische Hirudo sanguisuga heftet er sich im Mund, Schlund
und den Nasenhöhlen von Pferden und Rindern an. Ein Exemplar
wurde aus dem Pharynx eines Soldaten genommen. In London
fand man in der Schwemme von Yaks indische Egel.
Bles, E. J. Report on tlie Occupation of Table of the British
Association at the Zoological Station at Naples. — Rep. 61. Meet.
Brit. Ass. adv. Sei. 1891, London, 1892, p. 373— 376.
Verf. studirte die Chlorhaemiden an Siphonostoma diplochaetos
Otto, Trophonia plumosa Clap., Stylarioides monilifer D. Ch. und
St. Edwardsii (Costa). Vor allem wurde die erstgenannte Art
untersucht. Die durchsichtige Epidermis lässt die Eingeweide
durchschimmern. Die weiche Hülle entsteht als Schleim in den
Köpfen von Hautpapillen. Frischer Schleim war in Natiiumcarbonat
löslich; die alte Hülle nicht mehr. Weiter Borsten und Sinneshaare.
Vertheilung derselben und Ausbildung der Parapodien. Das Duo-
denum, das hintere Ende der Nephridien und die hinteren Ovarien
liegen im Septum zwischen Segment 9 und 10. Es trennt den
thoracalen vom abdominalen Abschnitt des Coeloms. Bei Tro-
phonia fand sich ausserdem zwischen dem 5. und 6. Segment noch
ein vorderes Septum. Das Gefässsystem enthält dunkelgrünes Blut ;
das Herz. Die einfach gebauten Nephridien, deren Trichter beob-
achtet wurde, entsprechen den thoracalen der Serpuliden. Die
Chlorhaemiden sind wahrscheinlich tubicole Anneliden, die secundär
freilebend geworden sind.
Bölimig, L. Untersuchungen über rhabdocoele Turbellarien. —
II. Plagiostomina und Cylindrostomina Graff. — Zeitschr. f. wiss.
Zool. LI, p. 167—479, Taf. XII— XXI; 21 Textfig. 1890. — Ref.:
Journ. R. Micr. Soc. 1891, p. 196—198.
In sehr ausführlicher Weise geht Verf. zunächst auf den Bau
im allgemeinen ein. Das Epithel, die Cuticula, die Basalmembran
(Stützhaut), die Muskulatur, das Parenchym, das Pigment, die Drüsen,
der Pharynx, der Darm, das Excretionssystem, das NeiTensystem,
die Augen, die Tastorgane, die Wimperrinne, die Hoden, die Sperma-
togenese, die weiblichen Geschlechtsdrüsen, die Keimdotterstöcke,
der männliche und der weibliche Begattungsapparat kommen nach
172 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
einander zur Behandlung. In einem speciellen Theile wird auf
folgende Arten nun noch im besonderen eingegangen: Plagiostoma
Girardi v. Graff var. maj., PI. G. var. min. n. v., F. sulphureum v. Graff,
P. reticulatum v. Graff, P. siphonophorum v. Graff, P. maculatum v.
Graff, P. bimaculatum v. Graff, P. dioicum v. Graff, P. Lemani v,
Graff, Vorticeros auriculatum v. Graff, Monoophorum striatum
Böhmig, Cylindrostoma Klostermannii Jens., C. quadrioculatum Jens.
Der systematische Theil geht auf die Diagnosen der durch von
Graff begründeten Rhabdocoelidengruppen ein. Die der Alloiocoelen
sowie der Plagiostomiden müssen etwas abgeändert werden (s. Orig.).
Zu der Subfamilie der Plagiostominen gehören Vorticeros mit, Pla-
giostoma ohne Tentakeln. Bestimmungstabellen für die Arten dieser
(jattungen s. S. 467. Weiter werden die Allostominen besprochen.
Zu den Cylindrostominen gehört Cylindrostoma und Monoophorum
nov. gen. Diese Gattung wird auf Enterostoma striatum v. Graff
begründet, das nunmehr Mon. striatum Böhmig heisst. (S.).
BolsillS, H. (1). Nouvelles recherches sur la structure des
organes segmentaires des Hirudinees. — Cellule VII, p. 1 — 77, 3 Taf.
Die an 4 Clepsine, 2 Hemiclepsis und Haemopis vorax ange-
stellten Untersuchungen ergeben folgende Thatsachen, die früher
gemachte Beobachtungen (s. Ber. f. 1890, p. 108) ergänzen. Der
Endtrichter des Segmontalorganes fehlt stets. Bei Haemopis ist das
ganze Organ gegenüber Hirudo und Aulastomum woniger gedrängt
und gekrümmt; eine einzige Drüsenzellenschicht umgiebt die Zellen,
die den Sammelkanal einschliessen, ausgenommen den nackten Theil
des Kanales nahe der Blase; sodann ist der Kanal nackt an der
Stelle, wo er durch den Cy linder der Drüsenzelleu hindurchgeht.
Bei den beiden Gattungen Clepsine und Hemiclepsis nehmen die
drei Kanäle ihren Ursprung aus Verzweigungen oder Lacunen, die
drei selbstständige Systeme, eines für jeden Kanal, bilden. Die
Ursprungssysteme können durch eine eigenthümüche Verlängerung
von einer Zelle zur andern übergehen. Die drei Kanäle vereinigen
sich schliesslich zu dem Sammelkanal; die Vereinigung geschieht
bei den verschiedenen Arten bald nahe der unteren Mündung, bald
entfernt davon. Bei denselben beiden Gattungen ist das Zellproto-
plasma in durch dunkle Linien getrennte Territorien zerlegt, die
getrennt jeden Kanal umgeben. Dieselben vereinigen sich an einer
Stelle mit dem gemeinsamen Plasma des Zellenleibes. Doch sind
jene Grenzen keine Membranen. Bestimmte Kanäle besitzen eine
innere Auskleidung, deren Natur nur noch wenig feststeht. Ferner
geschieht die typische Zellvereinigung durch soviele Verlängerungen,
als es in den Zellen Kanäle giebt.
Derselbe (2) Les Organes cilies des Hirudinees. I. L'organe
cilie du genre Nephelis. — Cellule, T. 7. Lierre, Louvain. p. 289 — 320;
2 Taf.
Die drei untersuchten Arten vulgaris, atomaria und testacea
zeigten keinen Unterschied. Die Wimperorgane von Nephelis sind
Becher, deren Rand grosse mit Cilien versehene Zellen bilden, deren
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 173
Innenwand und undurchbohrter Boden aus unbewimperten Zellen
besteht. Wenn sie aucb den Endtrichtern der Segmentalorgane der
Chaetopoden homolog sind, so zeigen sie doch andere anatomische
Beziehungen und eine andere [»hysiologische Function. Die Wimper-
organe kann man nicht Endtrichter von Segmentalorganen nennen,
weil sie Becher mit undurchbohrtem Boden sind, und weil sie die
Segmentalorgane nicht beenden. Sie sind durch einfache Binde-
gewebsstränge im Innern einer geräumigen Kapsel aufgehängt, die
zur Leibeshühle gehört. Diese Kapsel hat keinen Zusammenhang
mit den Segmentalorganen, sondern ist von ihnen durch Muskeln
oder Bindegewebe getrennt, lieber die Funktion] der Wimperorgane
kann man zwei Hypothesen aufstellen. Entweder besorgen sie die
Blutcirculation, oder, da ihre Höhlung von kleinen Zellen angefüllt
ist, die den Blutkörperchen ähneln, sie sind der Erzeugungsort dieser
Blutzellen, der Haematocyten.
Bos, J. ßitzema. Thierische Schädlinge und Nützlinge für
Ackerbau^ Viehzucht, Wald- und Gartenbau; Lebensformen, Vor-
kommen, Einflnss und die Massregeln zu Vertilgung und Schutz.
Berlin, 1891, XVI u. 876 pp., 477 Fig. — Ausz. von W. Fream:
Journ. R. Agric. Soc. (3) III, p. 415—420.
Die auf S. 701 — 827 abgehandelten Würmer umfassen folgende
Formen: Regenwürmer; Strongyliden, Trichotracheliden, Filariden,
Ascariden; Anguilluliden mit den Gattungen Tylenchus, Ironus,
Tylencholaimus, Dorylaimus, Aphelenchus, Heterodera. Auf diese
Gruppe wird besonders ausführlich eingegangen. Sodann die
Acanthocephalen, Cestoideen, Trematoden.
Boiirne, A. G. (1). On Megascolex caeruleus Templeton, from
Ceylon; together with a Theory of the Course of the Blood in
Earthworms. — Qu. Journ. Micr. Sei. (new ser.) XXXII, p. 49 — 87,
Taf. VI— IX.
Meg. coer. ist identisch mit Pleurochaeta MoseleyiBedd. Vielleicht
ist auch Perichaeta leucocycla Sclimarda derselbe Wurm. Verf.
schildert den Bau dieses Wurmes ausführlich, besonders eingehend das
Vascularsystem und den Weg des Blutstromes. Jenes besteht aus einem
Abschnitt in der Kopfregion und metamerisch wiederholten Ab-
schnitten in allen folgenden Segmenten. In der Kopfregion findet
eine Synthesis und das Vorkommen contractiler Herzen statt. Das
Blut wird durch die contractilen Gefässe in periphere Netzwerke
gedrängt, durch ein System von Eingeweide-Haut-Gefässen in Ein-
gevveidecapillaren geführt und kehrt von hier in die contractilen
Gefässe zurück. (S.).
Derselbe (2). Notes on the Naidiform Oligochaeta; containing
a Description of New Species of the Genera Pristina and Ptero-
stylarides, and Remarks upon Cephalization and Gemmation as
Generic and Specific Characters in the Group. — Qu. Journ. Micr.
Sei. (new ser.), XXXII, p. 335— 35(), Taf. XXVI— XXVII, 11 Fig.,
Tabellen.
Nachdem Verf. auf die Knospung eingegangen ist, behandelt
174 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenscliaftl. Leistungen
er das System der Naidomorplien. Er rechnet zu ihnen Aulophorus
Schmarda mit 3, Dero Oken mit 7, Nais 0. F. Müll, mit 5, Bohe-
milla Vejd. mit 1, Ophidonais Gerv. mit 1, Slavina Vejd, mit 1,
Stylaria Lam. mit 1, Pterostylarides Czerniavsky mit 2, Paranais
Czern. mit 2, Pristina Ehrbg. mit 3, Naidium 0. Schmidt mit 1,
Chaetobranchus Bourne mit 1 Art. Skizzen, die die ersten 9 Seg-
mente darstellen, erläutern die meisten Typen. Die Unterschiede
der Gattungen werden eingehend dargestellt, als Merkmale nament-
lich die Kopfsegmente und die Knospungsformen herangezogen.
(F., S.).
Braim, M. Bericht über die Fortschritte in der thierischen
Parasitenkunde. — Centralbl. Bakt. Paras. X; Anneliden p. 497 — 498.
Aufführung von schmarotzenden Borstenwürmern in anderen
Würmern, vornehmlich nach Saint- Joseph (vgl. Ber. f. 1888).
Briiiichorst, J. Die biologische Meeresstation in Bergen. —
Bergens Mus. Aarber. f. 1890, 31 pp., 4 Taff., 2 Fig. 1891.
Es werden als der Wurmfauna von Bergen angehörig etwa
70 Gattungen sowie manche Arten derselben aufgezählt (F.).
Bürger, 0. (1). Untersuchungen über die Anatomie und
Histologie der Nemertinen, nebst Beiträgen zur Systematik. —
Zeitschr. f. wiss. Zool. L, p. 1—277, Taf. I— X, 12 Textfig. 1890. —
Ref.: Journ, R. Micr. Soc. 1890, p. 608—609.
B. untersuchte das von Brock im indischen Archipel gesammelte
Material, welches zum grössten Theil neue Arten umfasst (F., S.),
ferner eine Anzahl Species von Neapel. Die Anopla sind durch
besonders intensive Färbungen und durch bedeutende Länge aus-
gezeichnet, während die Enopla monoton oder meist ungefärbt und
im allgemeinen kurz und dünn sind. Die meisten Nemertinen sind
zusammengedrückt, die langen Formen (z. B. Poliiden) rund, voll-
kommen bandartig ist Drepanophorus latus. Kopfende nur selten
anders als durch die Zeichnung abgesetzt: so besitzt Cerobr. albo-
vittatus ein rüsselartiges, ausgeprägtes Vorderende. Rüsselöffnung
klein, terminal; Mund ventral; After terminal. Es folgt eine kurze
morphologische Uebersicht des Körperbaues. Ein Rhynchodaeum
bildet das enge Rohr, durch welches sich der Rüssel aus- und ein-
stülpt. Als eine Leibeshöhle fasst B. den dorsal auf dem Darm
gelegenen, vorn und hinten gesclilossenen Raum auf, in welchem
der Rüssel liegt; er steht nicht mit der Aussenwelt in Beziehung
und enthält eine Flüssigkeit mit Zellkör(ieru. Dieses „Rhyncho-
coelom" besitzt bei Drepanophorus seitliche , metamere , blind
endigende „Rhynchocoelomsäcke". — Im „systematischen Theil"
bespricht Verf. die aufgestellten Systeme. Das System von M. Schnitze
wird durch das von Hubrecht nicht werthlos, sondern beide lassen
sich combiniren.
Prosadenoporus nov. gen. gehört zu Hubrechts Hoplonemertinen
und würde zwischen Oerstedia und Nemertes zu stellen sein. Er
lebt im Wasser und unterscheidet sich dadurch von dem nahe
stellenden Geonemertes palaeensis, jedoch hat dieser 6 Augen, Pros-
iu der Naturgeschichte d, freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 175
adenoporus 4. Aehnlich ist die Gattung auch Monopora vivipara,
allein diese ist getrennt geschlechtlich, Prosadenoporus Zwitter.
Letztes Merkmal, sowie die grosse Kopfdrüse und das Zusammen-
fallen von Mund- und Rüsselöffnung trennen die neue Gattung von
den verwandten wasserbewohnenden Enoplen.
Der anatomisch-histologische Theil behandelt in ungemein ein-
gehender Weise die einschlägigen Thatsachen, namentlich das Ner-
vensystem. Es lässt sich daher hier ein Bericht darüber nicht gut
erstatten. (F, S.)
Derselbe (2). Ueber Attraktionssphären in den Zellkörpern
einer Leibesflüssigkeit. (Anat. Anz., 6. J., Jena, 1891, p. 484 — 489,
7 Fig.)
Es finden sich bei den Nemertinen im Rhynchocölom Zellen,
die im Zustande völliger Ruhe verharren und gleichwohl eine At-
traktionssphäre mit Centralkörpern besitzen. Diese Rhynchocölom-
zellen sind flache elliptische Kuchen mit Pseudopodien. Das Centrum
ihrer Attractionssphären liegt dem Kern nahe. Es wairden Amphi-
porus pulcher, A. lactifloreus und A. reticulatus n. sp. untersucht.
(S.)
Derselbe (3). Vorläufige Mittheilungen über Untersuchungen
an Nemertinen des Golfes von Neapel. — Nachr. Kgl. Ges. Wiss. etc.
Göttingen, 1891, No. 9, 16 S.
Zu den bisher bekannten 52 Formen kommen über 30 z. Th.
überhaupt neue hinzu. Die neapler Nemertinen sind nicht auf-
fallend gross; Cerebratulus marginatus von 1 m Länge ein Unicum.
Die waffenlosen sind durch Färbung und Zeichnung gut gekenn-
zeichnet, die bewaffneten sind schwer zu unterscheiden. Unter den
letzteren finden sich drei im Sande lebenden Arten mit je einem
Otolithen in paarigen Blasen ohne Wimpern. Von den waffenlosen
besitzt Carinella einen discusartigen Kopf, der sich nicht einziehen
lässt. Balanocephalus pellucidus Kennel gehört zu Eupolia. Cari-
nella Aragoi Joubin (s. Ber. f. 1889, S. 128) ist C. annulata Mc Int.,
aber nicht Valencinia ornata Quatrefages; sie heisse C. Mc Intoshii.
Die neapler Cerebratuliden gehören mindestens in die Gattungen
Cerebratulus, Mikrura und Lineus; dreierlei Formen lassen sich
unterscheiden. Auch Langia und Borlasia sind characteristisch ge-
baut. Hubrecht's und Max Schulze's Systeme sind künstlich. Verf.
giebt ein Schema, das des weiteren erörtert wird. 1. Bei Carinina
liegen die Seitenstämme epithelial, bei Carinella unter der Basal-
membran. 2. Bei Cephalothrix und Carinoma liegen sie in der
Längsmuskulatur. 3. Bei den Hubrecht'schen Hoplonemertinen
liegen sie im Leibesparenchym. 4. Bei Polia, Valencinia, Lineus,
Borlasia, Mikrura, Cerebratulus und Langia liegen sie wie bei Ca-
rinella, allein zwischen Epithel und Ringmuskulatur haben sich
Drüsen-, Bindegewebe und Längsmuskeln gebildet.
Für den Bau der neapler Nemertinen werden viele neue That-
sachen gefunden. Häufig ist ein vorstülpbarer Sinneshügel, der der
Grube homolog ist, in die die Kopfdrüsen einmünden. Tasthaaro
176 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
am Kopfe und (bei Tetrastemma) am Schwanzende. Sehr viele
Einzelheiten betreffen den Bau des Nervensystems. Der Zusammen-
hang zwischen Nephridialapparat und Blutgefässsystem ist der, dass
sich die blinden Enden der Kanäle des erstereu, die mit Wimper-
flammen versehen sind, in die Wandungen des letzteren einbohren.
Das Excretionsgefässsystem weist auf das der Turbellarien hin. Bei
der Zucht konnten keine Eier erhalten werden. Doch wurden
solche von Nemertes gracihs bekommen, die sich total aequal
furchten und zu einem bewimperten mit 2 Geissein versehenen
Embryo wurden. Prosorochmus Claparedii von Nizza enthielt in
jeder Seitentasche 4 Nebenstilette mit glattem Knauf, P. Cl. von
Neapel je 2 mit fünftheiligem Knauf. In einem Prosorochmus-
Exemplar Hessen sich alle Entwicklungsstadien finden. Männchen
wurden nicht entdeckt. Die Hauptstilette kommen aus den Seiten-
taschen; die in ihnen enthaltenen sind Reservestilette. (F, S.)
Derselbe (4). Die Enden des excretorischen Apparates bei den
Nemertinen. Eine Mittheilung. — Z. wiss. Zool. LIII, p. 322 — 333,
Taf. XVl.
Es bestätigt sich die Silliman'sche Ansicht und es laufen die
Zweige der Excretionskanäle in blinde Enden aus, in denen eine
Wimperflamme (ein Cilienschopfj schwingt. Die blinden Enden der
Excretionskanäle sind von einem einschichtigen Epithel ausgekleidete
Kölbchen. Das wurde bei Arten der Gattungen Eupolia, Nemertes,
Prosorochmns , Tetrastemma, Amphiporus, Drepanophorus nach-
gewiesen. Das Blutgefäss steht mit den Excretionskanälen im
innigsten Zusammenhang, ohne dass eine offene Verbindung besteht.
(F, S.)
Derselbe (5). Beiträge zur Kenntniss des Nervensystems der
Wirbellosen. Neue Untersuchungen über das Nervensystem der
Nemertinen. — Mitth. zool. Stat. Neapel X, p. 206 — 254, Taf. XIV
bis XV.
Verf. führt zunächst aus, dass die vordem (s. oben unter 1)
aufgestellten Ansichten, dass die Ganglienzellen der Nemertinen nur
einen Fortsatzpol besitzen, dessen Fortsätze in die Centralsubstanz
abgehen, und dass ihre aus der Rindenschicht entspringenden
Fäserchen sich nicht in die Centralsubstanz wenden und sich nicht
mit denen benachbarter Zellen verbinden, aufrecht zu ei"halten sind,
auch entgegen Haller's (s. unten) Behau [)tungen von multipolaren
Ganglienzellen und von Verbindungen der Fäserchen benachbarter
Zellen. — Es wurden mit der Methylenblaumethode Cerebratulus
marginatus Renier, Eupolia delineata Delle Chiaje, E. curta Hub.,
Nemertes gracilis Jolmst., Drepanophorus-, Amphiporus-Arten und
Carinelliden untersucht. Es wurde vor allem der Rüssel ins Auge
gefasst. Die ins Einzelne ausgeführten und hier abgehandelten
Boobachtungrn führten zu dem Ergebniss, dass die Ganghenzellen
unipolar sind, dass zwischen der Nervenfaser und der zu innervirenden
Epithelzelle Zellen eingeschaltet sind, die Nervenzellen, aber nicht
Ganglienzellen vorstellen, da sie nur leiten, aber nicht erregt werden,
in der Naturgeschichte d. freileh. Würmer während d. Jahres 1891. 177
dass bei den Nemertmen nichts für eine doppelte Ursprungsweise
der Nerven spricht, und dass der Rüssel GangHen- und Nerven-
zellen besitzt.
Derselbe (6). Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der Hiru-
dineen. Zur Embi-yologie von Nephelis. — Zool. Jahrbuch., Anat.
Abth. IV, p. 697-738, Taf. XLI— XLIII.
Die Entwicklung des Coeloms und der Blutgefässe erfolgt so,
dass sich in jedem Segment ein Paar Ursegmenthöhlen bildet, die
in der Mitte des Keimstreifens mit einander verschmelzen und sich
hier zu einem continuirlich den gesammten Keimstreifen der Länge
nach durchsetzenden Rohr, der Mittelhöhle, ausweiten. Diese ver-
bindet die Ursegmenthöhlen, die Seiteuhöhlen, mit einander, sowohl
die eines Segmentes als die jedes der folgenden Segmente. Die
Ursegmenthöhlen legen sich von vorn nach hinten getrennt von
einander an, durch Spaltung der beiden inneren Zellenschichten des
Keimstreifens, welche ein somatisches und ein splanchnisches Blatt
liefern. Jene Seitenhöhlen sind ferner dieselben Hohlräume, die die
Nephridial-Trichter aufnehmen, und mithin echte Cölome, homolog
den segmentalen Abschnitten der Leibeshöhle der Anneliden. Die
beiden Blutgefässräume treten relativ spät zuerst in der Schlund-
region auf, gehen dort entweder aus Resten der primitiven Furchungs-
höhle hervor, die sich nach vorn und hinten, die GeM^ebe aus ein-
ander drängend, activ fortpflanzen, oder sie entstehen in ihrer ganzen
Länge durch Spaltung, die in der Schlundregion beginnt. Mit dem
Cölom oder seinen Blättern hat ihre Entwicklung nichts zu thun. —
Die Entwicklung der Nephridien geschieht im Cocon. Sie stimmt
in ihren Grundzügen mit den entsprechenden Vorgängen bei Crio-
drilus und Lumbricus überein. — Die Eierstöcke bilden sich am
Peritoneum in Abschnitten derLeibeshöhle, die sich später von ihr
abschnüren und ohne Verbiudungsöffnung mit ihr jederseits als
Ovarialhöhleu bestehen. Die Hoden legen sich als eine Zellenleiste
an, die aus der Verschmelzung von Anlagen hervorgegangen sein
muss, welche in jedem Segment ihren Ursprung im Cölom am Pe-
ritoneum als Zellenwucherung genommen haben. Die Leiste schnürt
sich vom Cölom ab und höhlt sich zu einem Schlauch aus, der die
Hodensäcke hervorbringt, indem er zahlreiche Ausstülpungen ent-
wickelt, die sich ausweiten, aber stets mit dem Geschlechtsschlauch
in offener Verbindung bleiben. Das Epithel der Hodensäcke, das
in letzter Linie vom Peritoneum abstammt, entwickelt das Keim-
lager der männlichen Geschlechtszellen. Der Schlauch wird zum
vas deferens.
Collin, A. (1). Ueber Planaria alpina (Dana). — Sitzb. Nat.
Erde. 1891, p. 177—180.
Die bei Sachsa im Harz gefundenen Exemplare waren bis
15 mm lang. Verf. stellt die bekannten Fundorte zusammen, zu
denen noch die der mit vorliegender Art identischen PI. abscissa
Jjima kommen. Sie wurde von Meissner auch bei Friedrichsroda
gefunden. PI. gonocephala kam im Harz mit jener Art nicht zu-
Arcli. f. Natuigescl). Jahrg. 1893. Bd. U. H. 3. -.n
178 Dl'. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
sammen vor; ihre gestielten Cocons fanden sich an ruhigen
Stellen. (F).
Derselbe (2). Ein seltener Fall von Doppelbildung beim
Regenwurm. — Naturw. Wochschr. VI. p. 113 — ^115; 3 Fig.
Das Stück, dessen vorderer Abschnitt fehlte, gabelt sich in
zwei gleiche Schwanzenden, deren jedes 18 mm lang ist und 75 bis
80 Segmente hat. Auch die Verzweigungsstelle ist geringelt. So-
wohl die äusseren als auch die inneren Organe sind in jedem
Schwänze entwickelt. Die vorliegende Doppelbildung ist wohl auf
dem Wege abnormer Regeneration entstanden.
Derselbe (3). lieber Echiurus chilensis Max Müller. — Zool.
Anz. XIV, p. 463 — 464. — Kurze Beschreibung des Original-
exemplars; nur ein Borstenkranz vorhanden; 3 Paar Segment-
organe. (S).
Cori, C. J. Untersuchungen über die Anatomie und Histologie
der Gattung Phoronis. — Zeitschr. f. wiss. Zool. LI, p. 480 — 568,
Taf. 22—28. — Ref.: Journ. R. Micr. Soc. 1891, p. 201—202.
Biol. Centralbl. XI, p. 478-481. 1890.
Nach einer Erörterung der Conservirungsmethoden geht Verf.
ausführlich auf den derzeitigen Stand unserer Kenntniss von
Phoronis ein. Im speziellen Theil werden zunächst sämmtliche be-
kannten Formen vergleichend besprochen. Man kennt einige
Actinotrochen, deren erwachsene Zustände unbekannt sind. Im
weiteren Verlauf wird besonders Phoronis psammophila be-
rücksichtigt. Die biologischen Daten werden vom Verf. ausführlich
behandelt; es finden sich hier viele neue Einzelheiten. Weiter geht
er auf die Röhre, ein Secret mit Fremdkörpern, auf die Körper-
form ein. Ausser der Tentakelkrone kennt man den Rumpf mit
einem kolbigen Endstück. Lophophor und Epistom. Weiter legt
Verf. die Termini: mediane Mund-Afteiiinie, mediane Sagittalebene,
Oral- und Analseite fest, an Stelle älterer leicht misszuverstehender.
Die Leibeswand besteht aus Epithel, Ring-, Längsmuskulatur und
Peritonealüberzug. Auf ihren histologischen Bau geht Cori näher
ein. Die Tentakeln haben einen trapezförmigen Querschnitt, sie
zeigen Aussen- und Innen- und je zwei Seitenfelder. Unter
dem Epithel liegt Stützsubstanz. Eigenthümlich ist die Einfügung
der Tentakeln in den Lophophor. Am Verdauungskanal kann man
Oesophagus, Vormagen, Magen, Dünn- und Afterdarm unterscheiden.
Eine Leibeshöhle ist deutlich vorhanden; der Somatopleura ent-
spricht eine Splanchnopleura. Eine quer zur Achse des Thieres
gestellte Wand ist das Diaphragma. Es trennt die Körperhöhle von
der Tentakelkronenhöhle, die wieder aus Lophophor-, Epistomhöhle
und den Tentakelhöhlen besteht. Parallel der Achse verlaufen drei
Mesenterien, das Hauptmensenterium und zwei Lateralmesenterien.
Aus dem Bau der Nephridien geht hervor, dass Phoronis ein Cölom be-
sitzt, und dass die Niere retroperitoneal liegt. Die Nephridien zeigen
einen Wimpertrichter, einen wimperartigen Kanal und eine Aus-
mündunffsöffnuno;. Sie dienen der Excretion und als Ansführwege für
in der Naturgeschiclite d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 179
die Geschlechtsorgane, sind also Metanephridien. Das Blutgefäss-
system, das Blut mit rothen Blutkörperchen enthält, zeigt beim er-
wachsenen Thiere ein Median- und ein Lateralgefäss (letzeres liegt
kurz nach der Verwandlung auch median), Coecal-, Lophophor- und
Tentakelgefässe. Sie sind Falten der Muskel- undPeritonealschicht des
Darmes, die mit Endothel ausgekleidet sind. Wahrscheinlich sind die
Blutkörperchen abgelöste Endothelzellen. Das Nervensystem ist gering
entwickelt. Das Ganglion liegt in der Lophophorconcavität dicht vor
der Afterpapille. An der Basis des Lophophors verläuft ein Ring-, links
anahvärts ein Lateralnerv. Die Lophophororgane, die bald als Sinnes-
organe, bald als Drüsen angesehen worden sind, sind in Form und
Vorkommen variabel. Von den Nephridienöffnungen verlaufen
zu ihnen Flimmerrinnen. Cori kommt zu keinem sicheren Ergeb-
niss über ihre Funktion. Die Geschlechtszellen werden in einer
Hülle, die Verf. Gefässperitonealgewebe nennt, erzeugt.
Zum Schluss geht Cori auf die systematische Stellung von
Phoronis ein. Er findet mannigfache Beziehungen zu den Bryozoen,
ohne sie zu diesen stellen zu können. (S).
Cu^not, L. (1). Etudes sur le sang et les glandes lymphati-
ques dans la serie animale; 2e partie: Invertebres. — Arch. Zool.
exper. (2) IX, p. 13—90, 365—475, 593—670, Taf. I— IV, XV—
XVIII, XXIII. (Vermes p. 410-475, 593—613, Taf. XVI— XA^II,
XXIII).
Die hier niedergelegten Untersuchungen betreffen eine grosse
Menge von Einzelheiten, doch sind die wesentlichen Ergebnisse
bereits früher (s. Ber. f. 1889, S. 108—109) derart vom Verf. mit-
getheilt worden, dass hier auf dieselben verwiesen werden kann.
Derselbe (2) Infusiores commensaux des Ligies, Patelles et
Arenicoles. — Rev. biol. Nord Fr. IV, p. 81—89; 4 Fig. — Rhab-
dostyla arenicolae Fabr.-Dom. an den Kiemen von Arenicola.
Daday, E. y. Beiträge zur microscopischen Süsswasserfauna
Ungarns. — Termeszetr. Füzetek XIV (füz. 1 — 2), p. 107 — 123,
Taf. I. — Ungar. Text: Adatok Magyarorszag edesvizi mikroskopos
faunajanak ismeretehez; ibid. p. 16—31. — Faunist. Untersuchungen
über mehrere ungar. Seen u. Thermen. (F: Ungarn); vergl. Rotat.-
Bericht f. 1891, p. 47.
Dahl, F. Untersuchungen über die Thierwelt der Unterelbe.
VI. Ber, Commiss. Unt. Deutsch. Meere Kiel 17. — 21. Jahrg.,
p. 151—185 (Vermes p. 171) — (F.)
Davison, C. On the Amount of Sand brought up by Lobworms
to the Surface. The Geol. Magaz. N. S., Dec. III, Vol. VIII,p. 489
bis 493. London.
Verf. stellte durchschnittlich 82423 Würmer für den acre fest
und fand, dass die Regenwürmer jährlich 1911 tons Erdreich pro
acre an die Oberfläche brachten. Die Beobachtungen wurden auf
Holy Island angestellt.
Deiidy, A. (1) The Anatomy of an Australian Land-Planarian.
12*
180 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
- Trans. R. Loc. Victoria II, p. 50—95, Taf. VII— X. 1890. —
Ref.: Journ. R. Micr. Soc. 1890, p. 332.
Sämmtliche australische Landplanarien gehören zu den Gattungen
Geoplana mit mehreren und Rhynchodemus mit 2 Augen. Die vor-
liegende Art, G. spenceri, ist unten schön blau und zeigt eigen-
thümlich gebaute Geschlechtswerkzeuge, die vielleicht überhaupt
von systematischem Werth für die Landplanarien sind. Verf. geht
auf die Lebensgewohnheiten der Thiere ein (kleine Nematoden
schmarotzen in dem Gewebe unter dem Nahrungskanal), auf seine
morphologischen, anatomischen und histologischen Eigenschaften.
Dieser ausführliche Abschnitt ist für Einzelheiten im Original ein-
zusehen. (F, S).
Derselbe (2) Additional Observations on the Victorian Land
Planarians. — Tr. R. Soc. Vict., V. 2. Melbourne, p. 25—41, Taf. IV.
Die Fauna der Landplanarien Victorias umfasst jetzt 22 Arten.
Verf. giebt eine nach den Oertlichkeiten, an denen sie gefunden
wurden, aufgestellte Liste derselben (F, S).
Derselbe (3). Short Descriptions of new Land Planarians.
Proc. R. Soc. Vict. (n. ser.) IV, p. 35—38. 1891 (ganz. Heft er-
schienen April 92) — Beschreib, von 5 n. sp. et var. von Geoplana,
1 Rhynchodemus nov. von Victoria. (F, S).
Derselbe (4). On the Presence of Cilated Pits in Australian
Land Planarians. — Proc. R. Soc. Victoria, N. S., V. 4, Melbourne,
1891, p. 39—46, Taf. 5.
Flimmergruben wurden bei einer ganzen Reihe von Arten der
Gattung Geoplana sowie bei Rhynchodemus simulans gefunden und
auch z. Th. an lebenden Objecten untersucht. Man findet sie nur
bei stärkerer Vergrösserung und unter günstigen Beleuchtungs-
verhältnissen. Sie stehen am vorderen Rande des Thieres und
scheinen Geruchsorgane zu sein, kommen wohl allen Landplanarien
zu und sind den Kopfgruben der Nemertinen homolog.
Duregiie, — . Animaux nouveaux pour la region recueillis a
Arcachon. — Act. Soc. Linn. Bordeaux vol. XLIII (ser. 5 III),
Compt. rend. p. LXXV. 1889. Nemertinen von Arcachon (F).
Felix, W. Die erste Anlage des Excretionssystems des Hühn-
chens. — Festschr. 50jähr. Doctor-Jub. Näg-elis und KöUikers, Zürich,
p. 89 — 121, 4 Taf.
Die Nephridien des Amphioxus sind das Grundschema für das
Excretionssystem des Vertebraten. Damit ist der Weg zwischen
Anneliden und Vertebratennejjhridien frei. Sodann ist ein 2. Hemm-
niss gefallen durch die Einsetzung des Vornierenkanälchens anstelle des
Urnierenkanälchens. Jenes gleicht nicht allein dem ausgebildeten
Annelidennephridium, sondern entsteht auch auf gleiche Weise, durch
eine grössere mesodermale Aus- und eine kleinere ectodermale
Einstülpung.
Field, H, H. The Development of the Pronephros and Seg-
mental Duct in Amphibia. — Bull. Mus. Comp. Zool., Harv. Coli.
XXI, p. 201—340, 8 Taf.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d Jahres 1891. 181
Im Verfolg seiner Betrachtungen über die Ausdehnung des
Vorkommens von Nephridien innerhalb und ausserhalb des Wirbel-
thierkreises kommt Verf. auch ausführlich auf die Nephridien der
Würmer zu sprechen. Er discutirt die vorliegenden Ansichten über
diese Organe und schliesst sich der Ansicht an, dass das Excretions-
system der Wirbelthiere den metamerischen Nephridien, wie wir sie
bei den Anneliden finden, ähnlich ist, dass aber kein sicherer
Schluss auf ihren phjdogenetischen Zusammenhang gestattet ist.
Fischer, P. Nouvelle contribution ä l'Actinologie frangaise. —
Act. Soc. Linn. Bordeaux Vol. XLIII (ser. 5 III), p. 251—309 1889.
Polychaeten von Arcachon (Gironde) aus der Zone der grossen
Buccinen. (F.)
Frenzel, J. (1). Untersuchungen über die microscopische Fauna
Argentiniens. Vorlauf. Bericht. — Arch. micr. Anal. XXXVIII,
p. 1—24, Taf. I.
Im Teichwasser fanden sich oft Catenula u. a. Turbellarien.
Nematoden waren häufiger als Planarien. Eine ganze Reihe An-
guilluliden, Tubifex ähnliche Formen, Nais, Dero, Aeolosoma u. a.
Naiden leben im Teichschlamm. Ein kleiner, unsegmentirter Wurm
mit bewimperter Bauchseite und 6 Borstenreihen auf dem Rücken
wird kurz beschrieben; Name oder systematische Zugehörigkeit
konnten nicht bestimmt werden, (F).
Derselbe. (2). Untersuchungen über die microscopische Fauna
Argentiniens. Ein vielzelliges, infusorienartiges Thier. — Zool Anz.,
XIV, p. 230 — 233.
Das in einem Salzwasseraquarium zu Cordoba in Argentinien
entdeckte Wesen besteht aus einer Zellschicht. Es ist schlauch-
förmig, im Querschnitt halbkreisförmig. Die Bauchfläche ist be-
wimpert, auf dem Rücken und an den Seiten stehen Borsten. Den
Mund umgeben Girren; hinten ein After. Das Lumen des Thieres
bildet den Darm. Die Fortpflanzung geschieht durch Quertheilung
oder durch Conjugation mit nachfolgender Encystirung. Kleine
einzellige Wesen sind vielleicht die Larven. (F.)
Derselbe (3). Untersuchungen über die mikroskopische Fauna
Argentiniens. Salinella salve nov. gen., nov. spec. Ein vielzelliges,
infusorienartiges Thier (Mesozoon). — Arch. f. Nat. LVIII, Bd. I,
p. 66—96, Taf. VII. 4 Fig.
„Schlauch- oder wurstförmig, turbellarienähnlich, voni und hinten rundlich
zugespitzt. Dorso-ventral abgeplattet, bilateral. Massige, kontraktile Gestalt-
veränderungen. Zwei bis zwei und einhalb mal so lang als breit, etwas breiter
als hoch. Länge normal = 0,18 bis 0,22 mm.
Vielzellig, Körperwand einschichtig. Bauchfläche fein bewimpert, Rücken
und Seiten kurz borstig, Mund vorn, subterminal-ventral, mit stärkeren Zirren.
After terminal, mit steifen Borsten. Innere Darmhöhle der Körpergestalt ähn-
lich, mit längeren Zilien.
Fortpflanzung durch Quertheilung, wie auch durch Encystirung mit voran-
gehender Conjugation. Jugendform (Larve) einzellig.
Wohnort: Salinensalz — Lösung (27o)- Cördoba (Argentinien).
Eine Species: S. salve n. sp. mit den Charakteren der Gattung."
182 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wisseuschaftl. Leistungen
Dieser Diagnose folgt eine ausführliche Beschreibung des Thier-
chens, sowie seiner einzelnen Zellen. Von letzteren kann man unter-
scheiden: Bauchzellen, nämlich Sohl-, basale Seitenwand-, untere
After-, Mund- und vordere Polzellen ; Rückenzellen, und zwar eigent-
liche Rücken- und Seiten-, obere Afterzellen; die beiden Gebieten
angehörenden Theilungszellen. Salinella ist ein Entodermthier. Es
frisst Verwesungsproducte und Bacterien. Bei der reifen Salinella
ist die Theilung eine amitotische, bei den Larven steht sie der mi-
totischen nahe. (F, S.)
Derselbe (4). Das Mesozoon: Salinella. — Biol. Centralbl.
XI, p. 577—581.
Salinella ist das einzige Beispiel eines echten Mesozoons, dessen
Zellen die Selbstständigkeit aufgegeben haben, so dass ein „Mittel-
darmthier" entstand, ein Thier, dessen Darmepithel aus Mittel-
dai'mzellen zusammengesetzt ist. Verf. erörtert die P^ntwicklung
der intrazellulär verdauenden Zelle (Larve) zu dem extrazellulär
verdauenden reifen Thier. (S.)
Friend, H. Identification of Templeton's British Earthworms.
— Nature, XLIV, p. 273, 1 Fig.
Der im Mag. Nat. Hist. V. 9 1836 p. 235 beschriebene Lum-
bricus xanthurus Tempi, ist L. puter Hoffm. = Dendrobaena Böckii
Eisen. L. gordianus ist Allolobophora mucosa Eisen. L. omilurus
= Omilurus rubiscens Temp. ist vielleicht = L. rubellus Hoffm.;
jedoch fand Verf. auch eine andere Form, die er L. rubescens
(Temp.) nennt.
Crarstaug, W. Phoronis at Plymouth. — Journ. Mar. Biol.
Assoc. (new. ser.) II, p. 77—78. — (F.)
Oiard, A. Sur la distribution geographique du Photodrilus
phosphoreus Duges et la taxonomie des Lombriciens. — Compt. rend.
Sog. Biol. T. III, p. 252—255.
Die australische Herkunft der Gattungen Photodrilus, Ponto-
drilus und Microscolex ist wahrscheinlich. Steht doch Pontodrilus
Cryptodrilus nahe, wenn auch jene Gattung zu den Meganephrica,
diese zu den Plectonephrica gehört. Es finden sich jene und diese
Form auch bei den Geoscoleciden (Diachaeta und Deodrilus), den
Acanthodriliden (Diplocardia und Acanthodrilus), den Perichaetiden
(Perionyx und Perichaeta). Die Abstammung der Regenwürmer
kann folgendes Schema (vgl. Benham im Ber. f. 1890, S. 104) dar-
Acanthodrilus.
Diplocardia.
Hormogaster — Lumbricidae.
Rhinodrilidae.
\ n X j M frPontodrihis) Eudrilidae.
1. Cryptodnlus[^^^^^.j^^_
2. Perichaetidae — Perionyx.
jTyphaeus.
3.1 Deodrilus.
[Moniligaster — Geoscolecidae. (F, S.)
stellen:
Lumbricomorpha
B.
in der Naturgeschichte d. freileb. "Würmer während d. Jahres 1891. 183
Girard, C. Deux especes nonvelles de Planaires americaines.
— Naturaliste XIII, p. 80. — Kurze Beschreibung v. Hydrolimax
brunneus n. sp., und Phagocata coronata n. sp. S. F. Ver. Staat.
V. Amerika.
Graft", L. v. (1). Die Organisation der Turbellaria acoela. —
Leipzig, 4", 1891. Mit einem Anhang (cf. Haberlandt). 90 pp.,
10 Taf., 3 Holzschn. — Ausz.: Bio!. Centralbl. XI, p. 654—666.
Die Epithelzellen liegen dicht aneinander, sitzen aber dem
Hautmuskelschlauch mit verzweigten Füsschen auf. In die Lücken
der letzteren sind interstitielle Zellen eingelagert. Eine Cuticula
fehlt. Die Fussstücke der Cilien täuschen eine vor. Der Haut-
muskelschlauch besteht aus drei Faserschichten. Hautdrüsen be-
fördern einzelne oder in Packeten vereinigte oder Schleimtröpfchen
an die Oberfläche. Die Sagittocysten der grünen Convoluten sind
wohl Reizmittel bei der Begattung. Die bei Convoluta paradoxa
und C. fiavibacillum gefundenen mehrzelligen drüsenähnlichen Gebilde
sind vermuthlich parasitische Protozoen. Bei C. sordida finden sich
aber flaschenförmige Drüsen, die den Giftorganen anderer Arten
ähnlich sind. Die Mundölfnung liegt stets ventral und geht in ein
Pharyngealrohr über. Bei Convoluta sordida und Aphanostoma di-
versicolor bildet der Mundrand ein Diaphragma, ehe der Pharynx
beginnt. Im Parenchym findet sich ganz allgemein Muskulatur.
Ferner sind ihm Pigment- und Geschlechtszellen eingelagert, nicht
aber die Stäbchenzellen. Das Parenchymgewebe zeigt drei Typen.
Der erste(RepräsentantAmphichoerus cinereus) zeigt ein schwammiges
Gerüst von Platten und Balken, ein Reticulum, dessen centrale und
periphere Theile wenig verschieden sind. Bei dem zweiten Typus
(Convoluta paradoxa) besteht das centrale aus feinkörniger Proto-
plasma-Masse mit Vacuolen, das periphere aus dichtgedrängten
rundlichen Zellen. Der dritte Typus (Monoporus rubropunctatus)
besteht aus gleichmässigem, kernhaltigem Plasma. Es sind im
Parenchym ento- und mesodermale Elemente vereinigt. Aus den
einfacheren Verhältnissen des 1. und 3. Typus haben sich bei Con-
voluta paradoxa durch centrifugale Wanderung der freien Zellen
Ento- und Mesoderm gesondert. Hier übernimmt dann auch das
Entoderm allein die Verdauung, die bei Amphichoerus noch die
amöboiden Mesodermzellen besorgen. Bei Amphichoerus cinereus
und Proporus venenosus besteht das Gehirn aus einem die Otolithen
versorgenden dorsalen Ganglion und zwei ventralen Ganglienpaaren.
Ersteres bildet vorn einen Plexus, dessen Fortsetzung auch der
äussere Längsnerv ist. Die vordere Kommissur ist eine accessorische
Bildung und auf eine Plexusbildung der Frontalnerven zurückzuführen.
Das Dorsalganglion ist sensoriell. Die ventralen, motorischen, ent-
senden die Mittel- und Innennerven. Mit Härchen endigende Haut-
sinnesorgane besitzen Amphichoerus cinereus und Convoluta para-
doxa. Der Otolith entsteht aus einer Zelle, seine Blase wahr-
scheinlich aus parenchymatischen Zellen. Eine Anheftung des
Otolithen ist nicht sicher beobachtet. Ob dennoch der Apparat ein
184 T>i: Carl Matzclorff: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
Gehörorgan ist, muss zweifelhaft bleiben; eher kann man an ein
Organ des Gleichgewichtssinnes denken. Das Frontalorgan ist weder
Sinnesorgan noch Mund, sondern eine Drüse, die vielleicht Angriffs-
und Vertheidigungs-, vielleicht Spinnorgan ist. Geschlechtsorgane.
Die Acoelen wurden folgendermassen eingetheilt.
I. Familie: Proporida. Acoelen mit einer Geschlechtsöffnung.
1. Gattung: Proporus. Bursa seminalis fehlt.
2. „ Monoporus n. gen. Mit Bursa seminalis.
IL Familie: Aphanostomida. Acoelen mit zwei Geschlechts-
öffnungen, die weibliche vor der männlichen gelegen, mit Bursa
seminalis.
3. Gattung: Aphanostoma. Bursa seminalis ohne Hartth eile.
4. „ Convoluta. Bursa seminalis mit einem chiti-
nösen Mundstück.
5. Gattung: Amphichoerus n. gen. Bursa seminalis mit zwei
symmetrisch gestellten Chitin-Mundstücken.
Es gehören nun zu Proporus: venenosus (0. Schm.), Cyclops
0. Schm.; zu Monoporus: rubropunctatus (0. Schm.); zu Aphano-
stoma: diversicolor Oerst,; zu Convoluta: saliens (Graff), flavibacillum
Jens., sordida Graff, Lacazii n. sp. (von der vorangehenden Art
durch 4 Augenflecke verschieden), paradoxa Oerst., Schultzii 0. Schm.,
Roscoffensis Graff; zu Amphichoerus: cinereus (Graff). (F, S.)
Derselbe (2). Sur l'organisation des Turbellaries acoeles. —
Arch. zool. exper. (2). IX, p. 1 — 12.
Vorläufiger Bericht über die im vorangehenden Ref. besprochene
ausführliche Arbeit.
*Derselbe (3). Planarians. Reprint from Encyclop. britann.,
Zool. Articles. London 4^. 1891.
Grifftths, A. B. On thee Blood of the Invertebrata. — Proc.
R. Soc. Edinb. XVIII (1890—91), p. 288—294, Fig. 1. — Blut-
analysen von Lumbricus terrestris ergaben, dass der Farbstoff des
des Blutes dem der Vertebraten (Hund) chemisch vergleichbar ist;
das Spectrum desselben ist identisch mit dem des Haemoglobins
der Vertebraten.
GT(roult), P. Conservation des animaux marins. — Le Na-
turiste XIII; Vermes p. 173 — 174; 6 Fig. — Kurze Angaben über
Conservirungsmethoden für alle Wurmgruppen; Abbild, von Bala-
noglossus, Bonellia, Pontobdella, Branchellion, Serpula, Aphrodite.
Haberlandt, G. Ueber den Bau und die Bedeutung der Chlo-
rophyllzellen von Convoluta roscoffensis. — Anhang zu Graff (1).
Leipzig, 1891, p. 75—90.
Die membranlosen Protoplasten haben einen muldenförmigen
Chloroplasten mit einem Pyrenoid, das eine Stärkehülle umgiebt.
VV^ie die grünen Zellen in den Wiu'm gelangen, ist nicht bekannt.
Nach dem Tode des Wurms vermögen sie nicht weiter zu leben.
Ihre Membranlosigkeit ist eine Anpassung an das Leben im Wurm-
körper. Wenn auch nicht die ganzen Zellen als Nahrung dienen,
so werden doch kleine grüne Plasmatheilchen , die sich von den
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 185
grünen Zellen durch die Bewegungen des Wurms loslösen, verdaut.
Ob gelöste Assimilate an diesen abgegeben werden, steht nicht
sicher fest. In Nährlösungen vermehrten sich die grünen Zellen
(im Wurm) lebhaft und speicherten reichlicher Stärke auf. Die
positive Phototaxis der Convoluten ist den grünen Zellen förder-
lich; dazu kommt ihre negative Geotaxis.
Haller, B. Beiträge zur Kenntniss der Textur des Central-
Nervensystems höherer Würmer. — Arb. zool. Inst. Wien VIII, p. 175
bis 312, Taf. 16-20; 4 Fig. 1889. — Ref. Journ. R. Micr. Soc. 1890,
p. 177. — Zweck von H.'s Untersuchung ist, bei Nemertinen, Sipun-
culiden, Polychaeten und Oligochaeten das centrale Nervennetz und
die doppelte Ursprungsweise der Nerven nachzuweisen. A. Poly-
chaeten. a. Raubpolychaeten. Untersucht wurden Lepidasthenia
elegans Gr. und Nereis Costae Gr. Das Neurilemm bildet mit einem
der Neurogha der Wirbelthiere identischen Stützgewebe, einem peri-
neuralen Netz, ein enge zusammenhängendes Ganzes. Am Gehirn
liegt unter dem Körperepithel (Hj^podermis) eine deutliche Basal-
membran, die dieses vom perineuralen Netz und somit auch vom
Neurilemm trennt. Sie ist der Gliahülle der Wirbelthiere zu ver-
gleichen. Das perineurale Netz, das das Hirn umgiebt, ist chemisch
anders beschaffen als das des Bauchmarkes. Dieses ist gegen die
Hypodermis nicht durch eine membranartige Hülle abgegrenzt, son-
dern das Netz setzt sich in die Hypodermis fort. Diese Netze
nennt Verf. „perineurales" Neuroglianetz. Es ist weitmaschig und
birgt in seinen Maschen die Ganglienzellen. Es steht in innigem
Zusammenhang mit einem der centralen Fasermasse eigenen „cen-
tralen" Neuroglianetz. Innerhalb dieser Fasermasse existiren zwei
in einander verschlungene, aber nicht verbundene Netze, ein gröberes,
Neuroglia- und ein viel feineres Nervennetz, das sich aus den Fort-
sätzen der Ganglienzellen aufbaut und peripheren Nervenfasern zum
Ursprung dient. — Das centrale Nervennetz vermittelt den Zu-
sammenhang unter der Gesammtheit der Ganglienzellen, doch kommen
an bestimmten Stellen auch direkte Anastomosen zwischen diesen
vor. Die eingehend in Betracht gezogenen topographischen Befunde
fähren zu dem Schluss, dass die Gehirn- und Bauchmarknerven bei
den erranten Polychaeten eine doppelte Ursprungsweise haben.
Weiter giebt jede der lateralen Kolossalzellen je einen mächtigen
Fortsatz ab, der zwar in den anderseitigen Faserkern sich fortsetzend
von dort als periphere Nervenfaser abtritt, jedoch daneben sowohl
in seinem als auch in dem anderseitigen Faserkern feine Aeste ab-
treten lässt, die sich in das centrale Nervennetz auflösen. Die
laterale Kolossalfaser baut sich wenn nicht ganz, so doch haupt-
sächlich aus dem centralen Nervennetz auf. b. Von Röhren-
bewohnern wurde Serpula (vermicularis?) untersucht. Hier ist das
centrale Nervennetz von keinem Neuroglianetz durchwebt. Die
doppelte Ursprungsweise der Nervenfasern lässt sich auch hier
erweisen.
186 Dr. Carl Matzdorf f: Bericht über die wisseuschaftl. Leistungen
B. Oligochaeten. Lumbricus terrestris L. wurde untersiiclit,
doch wird bei den verschiedenen Oliffochaeten die Neuroglia sich
quantitativ sehr verschieden verhalten. Es wird auf die eigenthüm-
lichen Zellen eingegangen, die sich in der centralen Nervenmasse
finden. Sie sind amöboid und kriechen während des Lebens aus
den Lücken der Nervenhülle oder aus der Muskelschicht in die
Nervenmasse und zurück. Sie stehen mit dem Stoffwechsel des
Nervengewebes im Zusammenhang. Die Neurogliahülle sendet bei
Lumbricus keine Fortsätze in das centrale Nervennetz; auch bildet
sie keine Umhüllungen um periphere Ganglienzellen, wie sie bei
rhipidoglossen Mollusken u. a. sich finden. Es besteht also kein
Neuroglianetz innerhalb des Central-Nervensystems , wie es die
erranten Polychaeten aufweisen. Die Kolossalfasern bauen sich theil-
weise aus dem centralen Nervennetz auf und haben auch einen in-
direkten Ursprung; oder: sie geben zahlreiche feinste Aestchen ab,
die sich in das centrale Nervennetz auflösen. Weiter hängen sie
mit Ganglienzellen zusammen und geben ausserdem noch dickere
Aeste ab, von denen wenigstens ein Tlieil als periphere Nervenfaser
abtritt. Auch hier haben die Nervenfasern eine doppelte Ursprungs-
weise. Das Bauchmark ist einheitlich und nicht, wie bei den Poly-
chaeten und Hirudinen, aus zwei symmetrischen Theilen aufgebaut.
Ferner kommen unipolare Zellen, wie sie sich bei diesen beiden
Gruppen finden, nicht vor; alle Ganglienzellen sind mehr oder
weniger multipolar. Jedoch sind direkte Anastomosen fast gar
nicht vorhanden, ausgenommen die dorsalen, multipolaren, kleinen
Zellen. Wo sie vorkommen, sind sie nicht kurz, sondern erstrecken
sich auf weite Entfernungen. Jeder paarige Nerv erhält L Fasern
beiderlei Ursprunges aus derselben und aus der anderseitigen Hälfte
desselben Ganglions. Zweitens enthält er Fasern aus dem vor-
hergehenden und aus dem folgenden Ganglion derselben und der
ienseitigen Bauchmarkhälfte.
C. Sipunculaceen. Sipunculus nudus L. besitzt am Bauch-
mark eine äussere, eine innere Neurogliahülle und ein inneres
Neuroglianetz. Birnförmige Zellen liegen in den Maschen des äusseren
Neuroglianetzes und sie stehen nicht unter einander in Verbindung,
sondern ihre Fortsätze vermitteln entweder eine direkte Verbindung
mit der Ganglienzellschicht des Kenntheiles oder mit dem centralen
Nervennetze. Die multipolaren Ganglienzellen jener Schicht vereinen
sich zu einem Zeilverbande. Es besteht bei Sipunculus ein äusseres
und ein inneres Neuroglianetz, von denen das erstere innig mit der
äusseren und der inneren Neurogliahülle, von denen es sich chemisch
unterscheidet, zusammenhängt. Ausserdem hängt es aber auch durch
Lücken in der inneren Neurogliascheide mit dem inneren Netze zu-
sammen, das mit dem inneren Rande der inneren Hülle fest ver-
bunden ist. Das innere Neuroglianetz hört mit der Ganglienzell-
schicht ventralwärts auf und dorsalwärts erstreckt es sich nur auf
kurze Strecken in das centrale Nervennetz fort. Es kommt in der
centralen Fasersubstanz neben dem Nerveunetz also kein Glianetz
in der Naturgeschichte d. freileb Würmer während d. Jahres 1891. 187
vor — eine Annäherung an die Tubicolen. Die peripheren Nerven-
fäden entspringen einerseits ans den Ganglienzellen, andererseits
aus dem Nervennetze.
D. Nemertinen. Cerebratulus sp. Unter einem groben Netz
liegt ein dünnes Häutchen, das allein die Neuroglia darstellt, und dann
folgen die Ganglienzellen. Die Neuroglia tritt also hier in einem
sehr einfachen Zustand auf. Sie umhüllt das Centralnervensystem
aussen und tritt auf die peripheren Nerven ab, sie besitzt selten
Kerngebilde und hängt mit einem Neuroglianetz innerhalb des Cen-
tralnervensystems nicht zusammen. Dieses besitzt nur nervöse Ele-
mente. Die Ganglienzellen sind sämmtlich multipolar; sie kommen
in grosser Anzahl vor.
Im allgemeinen Theil geht Verf. erstens auf das Wesen der
Neuroglia ein, die eine Eigen thümlickkeit der Bilateralien ist. Zwei-
tens hält er die multipolaren Ganglienzellen für älter als die pseudo-
unipolaren. Diese entwickeln sich aus jenen durch Vereinigung der
Fortsätze in eine Ursprungszelle. Für die Systematik ergiebt sich,
dass die Nemertinen alte Stammformen sind, von denen einerseits
die Mollusken, andererseits die Anneliden, Hirudineen und Arthro-
poden, sowie die Wirbelthiere abzuleiten sind.
Haswell, W. A. Observations on the Chlorhaemidae, with
special reference to certain Australian Forms. — Proc. Linn. Soc.
N. S. Wales (2) VI, p. 329—356, Taf. XXVI— XXVIII. — Ausz.:
Journ. R. Micr. Soc. 1892, p. 611.
Coppingeria n. gen. ist Stylarioides nächst verwandt.
„Body not greatly elongated, swoUen in front, composed of a moderate
nnmber of segments which are not distinct except in the posterior portion of
the body. Parapodia not prominent, with two sets of setae, except in a few of
the most anterior segments; setae of both sets few in number; those of the
dorsal set very fine, tapering; those of the ventral set stouter, curved at the
ends. The setae of the most anterior segments greatly prolonged, forming a
complete circlet directed forwards. The praestomiura with two pairs of eyes.
Branchiae numerons, cylindrical, borne on a pair of club-shaped prolongations
of the praestomium. Tentacles very long, cylindrical, smooth, with a ventral
longitudina! groove. Peristomium produced, capable of being retracted together
with the praestomium (and the branchiae?) within a sheath formed for it by the
following Segment. Papulae very numerons, not arranged in rows, and equally
developed on all sides of the body; some of those around the bases of the an-
terior large setae extremely produced." C. longisetosa n. sp.
Nach der Beschreibung dieser und zweier neuer Arten von
Stylarioides geht Verf. auf die Anatomie der Familie ein. Die
schleimige Epidermis ist mit Sinnespapillen besetzt. Blutgefässe
und Kiemen, Ernährungskanal und Nephridien, Nervensystem, Augen
und Tentakeln werden beschrieben. (F, S).
Hatschek, B. Lehrbuch der Zoologie. 3. Lief., Jena, p. 305
bis 432.
Der vierte Stamm der Metazoen, die Zygoneuren, zu denen
188 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
ausser den Arthropoden, Mollnskoideen und Mollusken auch die
Würmer gehören, wird mit einer Erörterung der Trochophora-
Theorie eingeführt. Diese Thierform ist die charakteristische Larven-
form des Stammes. Von der ursprünglichen Form sind die vielfach
abweichenden Larvenformen z. B. der Anneliden abzuleiten. Die
Protrochula stellt die Stufe dar, von der aus die Entwickelung der
Platoden abgeht. Man kann sie daher als die Wiederholung des
Protrochozoons betrachten, der Stammform aller Zygoneuren, wie
die Trochophora die des Trochozoons ist, des Ahnen aller über den
Platoden stehenden Zygoneuren.
1. Svbti/fms der Zygonem'en: Antoscolecida.
4. Cladus der Metazoen: Scolecida. „Zygoneuren mit primärer
Leibeshöhle, mit Mesenchymmuskeln, mit Protonephridien und mit
primären Sackgonaden. Das Nervensystem liegt meist subepithehal."
Die erste Klasse bilden die Platoden, zu denen ausser den
parasitären Trematoden und Cestoden die freilebenden Turbellarien
gehören. Sie sind durch ein Flimmerepithel, Sinnesorgane und eine
oft weit nach hinten gerückte Mundöffnung ausgezeichnet. Ihre
weitere Eintheilung ist diese:
I. Dendrocoeliden.
1. Polycladidea (Acotylea und Cotylea).
2. Tricladidea (Planariidae und Geoplanidae).
IL Rhabdocoeliden.
1. Alloeocoela,
2. Rhabdocoela.
3. Acoela.
Die zweite Klasse umfassen die Gastrotrichen. Ihnen schliesst
Verf. auch die Echinoderiden an.
(Die Rotatorien bilden die dritte Klasse, die Endoprocten die
vierte. Vgl. die diesbezüglichen Referate.)
Eine fünfte Klasse stellen die Nematoden dar. Sie werden
weiter gegliedert in Enopliden, Anguilluliden, Mermithiden (Filari-
aden, Trichotracheliden, Strongyliden und Ascariden). Einen An-
hang bilden die Gordiiden.
(Sechste Klasse: Acanthocephalen.)
Anhangsweise werden zu den Scoleciden auch die Nemertinen
gerechnet. Sie müssen den Anneliden genähert werden. Eintheilung
in die Ordnungen der Palaeo-, Schizo- und Hoplonemertini.
2. Suhtypus der Zygoneuren: Cephalidia.
,,Z. mit secundären Organsystemen, d. h. mit paarigen Peri-
tonealsäcken, mit Metanephridien, mit Blutgefässsystem, meist mit
epithelogenen (vom Coelomepithel abstammenden) Muskeln und meist
mit Bauchmark." Prosom mit den primären Trochophora-Organen
und Metasom mit den secundären Organsystemen. Ausser auf die
hierdurch angeregten Fragen geht Verf. auch auf die Metameren-
theorieen ein,
5. Cladus der Metazoen: Articulata. ,,Cephalidier mit ausge-
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 189
prägter Metamerie des Körpers; mit meist deutlich gegliedertem
Bauchmark. Für die Entwickelung ist die Ursegmentalbildung und
das Auftreten einer Bauchfurche charakteristisch."
Die erste hierher gehörige Klasse bilden die Anneliden. Zu
ihnen sind zu rechnen die Archianneliden (mit Dinophilus), die
Chaetopoden. In der Erörterung ihres Baues bricht die Lief. ab.
Herdman, W. A. The Biological Results of the Cruise of the
S. Y. „Argo" round the West Coast of Ireland in August 1890. —
Proc. & Trans. Liverp. Biol. Soc. V, p. 181— '212 (Vermes p. 203). (P)
Holt W. L. Additions to the Invertebrate Fauna of St. Andrews.
Bay. - Ann. Mag. N. Hist. (6), VIII, p. 182—184, Taf. XL
Polygordius- Larven im August und Oktober. Pilidium im
Oktober. Tornaria im August. (F).
Horst, R. (1). Sur quelques Lombriciens exotiques appartenant
au genre Eudrilus. — Mem. Soc Zool. France III, p. 223—240,
Taf. VIII.
Beschreibung von Eudrilus jullieni n. sp. von Liberia. Gürtel
auf Segm. 14 — 18. ? Oeffnungon am 14., c^' am 17. Segm. Keine
Rückenporen, In der Hypodermis fand H. die schon von Beddard
beschriebenen ovalen Körper, welche unmittelbar der Ringmuskel-
schicht aufliegen; sie erinnern an die Pacini'schen Körperchen der
Vertebraten. Am Darm finden sich im 10. u. 11. Segm. unpaare
ventrale, im 12. Segm. paarige Drüsenanhänge, deren Structur an
die Morren'schen Drüsen erinnert. Im 17. Segm. eine rudimentäre
Typhlosolis-ähnliche Bildung, welche sonst bei Eudrilus fehlt. Weiter
hinten trägt der Darm kleine dorsale Drüsen, der Enddarm besitzt
eine ventrale Rinne. Im 7. — 12. Segm. paarige Herzen. Segm.-Organe
beginnen im 5. Segm. und sind von zweierlei Art, indem vom 16.
Segm. ab die der Endtasche parallele Schlinge zu einer dunklen gelb-
lichen Masse geworden ist, welche vollständig mit kleinen Fett-
körnchen erfüllt ist, die ein Netz bilden, in dessen Maschen sich die
zahlreichen intracellulären Röhrchen befinden. Männl. Geschlechts-
apparat ist genau wie bei E. boyeri und E. sylvicola (Beddard); es
folgt eine ausführliche Beschreibung desselben. Ovarium im 13. Segm.
an der Vorderwand, umgeben von einer tubulären Tasche (condotto
ovarico Rosa's), welche durch das 13. Segm. zu dem ausmündenden
Kanal der Bursa copul. zieht. Am Ovar keine Blutgefässe und
keine Peritonealzellen. Der „Ovarialkanal" besteht an der basalen
Partie aus einer feinen bindegewebigen Membran doch wird an
seiner röhrigen Partie die Wand sehr dick u. muskulös ; sein Inneres
ist mit Peritonealzellen ausgekleidet, welche nicht eine gleichmässige
Schicht bilden, sondern zu kleinen Massen angehäuft in das Lumen
hineinragen. Die Bursa copul. bildet einen weiten röhrigen, ge-
krümmten Sack mit dünner Muskel- und starker Epithelschicht.
Etwas jenseits des Vereinigungs[)unktes des Ovarialkanales und der
Bursa copulatrix grenzen noch 2 Organe an, vorn eine kleine Kugel
und hinten eine enge, lange Röhre, die in eine nierenförmige Tasche
mündet, die wohl das receptaculum ovorum ist. — Verf. erörtert noch
190 I^i'- Cf'i'l Matzdorf f: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
die ähnlichen sonstwo beschriebenen Verhältnisse bei verwandten
Formen. Das Organ des 14. Ringels hält er nicht für ein Ovar.
(F, S.)
Derselbe (2). Over de Morphologie van het vronwelijk geslachts-
organ van Eudrilus. — Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. (2) III, 1890—1892,
Verslag., p. XXXV— XXXVI.
Das im 14. Segment liegende eiergefüllte Säckchen ist ein
Receptaculiim ovorum nnd kein Ovai'. Die Verhältnisse bei Eudrilus
sind denen von Teleudrilus ähnlich. Aber bei dieser Gattung haben
Oviduct und Receptaculum seminis getrennte Ausfuhrgänge behalten.
Derselbe (3). 1. Een exemplar van Allolobophora longa Ude
met tree staart-einden. — 2. Over den bouw en de functie der
receptacula seminis bij eenige tropische Lumbriciden. — Tijdschr.
Ned. Dierk. Ver. (2) III, 1890, Verslag., p. LXXXV. — 1. Horst
stimmt nicht Colhn zu, der die Abn. auf abnorme Regeneration
zurückführt. — 2. Perichaeta u. Benhamia. Das Sperma wird in dem
kleinen Anhängsel des grossen sackförmigen Receptaculums aufge-
nommen. Für die einheimischen Lumbriciden liegen noch nicht ge-
nügend genaue anatomische Untersuchungen vor.
Derselbe (4). Descriptions of Earthworms. — Notes Leyd.
Mus. XIII, p. 77—84, Taf. VI.
Anteus gigas Perrier. Die genaue Beschreibung eines aus
Brasilien stammenden Exemplars führt zu dem Schluss, dass diese
Art nicht mit Microchaeta rappi identisch ist. Weiter erörtert Horst
die von Bourne (s. o. [1]) aufgestellte Theorie der Blutcirculation,
die er schon 12 Jahre früher aufgestellt hat. (S).
Derselbe (5). Preliminary note on a new genus of Earthworms
— ZooL Anz. XIV, p. 11—12. — Ref.: J. R. Micr. Soc. 1891,
p. 193. — Glyphidrilus weberi n. g., n, sp. Clitellum auf Segm.
18 — 32, ? Oeffnungen auf Segm. 14, ^ zwischen dem 27/28 Seg-
ment. Vasa deferentia mit kleiner Prostata an ihrem Endtheil.
Zahlreiche Spermathecae (1 — 3 Paare in jedem Segm.) in den
Segmenten 14 — 19. Die Gattung ist besonders durch die soweit
zurückliegenden S Oeffnungen und durch das Vorhandensein von
mehr als einem Paar Spermathecae in jedem Segment charak-
terisirt. (F: Malayischer Archipel. S).
*Hiibreclit, A. A. W. Nemertines. Repoint from Encyclop.
brit., Zool. Articles. London, 4« 1891. —
Jheriug, H. y. Sur les relations naturelles des Cochlides et
des Ichnopodes. — Bull, sei, France Belg. XXIII, p. 148 — 257,
4. Fig., Taf. 4—6 (Vermes p. 194).
Entsprechend den von Jhering aufgestellten Molluskengruppen
kann man Platy- und Arthroscoleciden unterscheiden. Die letzteren
werden später alle Würmer umfassen, deren Genitaldrüsen nicht
mit besonderen Ausführgängen versehen sind, oder deren Nephridien
der Ausleitung der Geschlechtsproducte dienen, wie bei den Arthro-
cochliden. Bei den Platyscoleciden dagegen ist wie bei den Platy-
cochliden die Geschlechtsdrüse unpaar und mit einem besonderen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 191
Ausführwerkzeug versehen, das unabhängig von den Nephridien
ist. (S).
jourdaii, E. (1). Les corps jaunes des Echinodermes et des
gephyriens inermes. — Assoc. frang. avanc. Sei. (Marseille) 1891
Compt. rend., 1. part. p. 240:
Derselbe (2). Dasselbe. Ibid., 2. partie (1802), p. 537— 538.
Im Bindegewebe des Tegumentes und des Verdauungskanales
kommen bei den Sipunculiden Zellen vor, die Körnchen eines
Glycogenstoffes enthalten und die Rolle von Reservebehältern
spielen, ähnlich der der Fettzellen bei höheren Thieren, die hier
fehlen.
Derselbe (2). Les corpuscles sensitifs et les glandes cutanes
des Gephyriens inermes. — Ann. Sei. nat. Zool. (7) XII, p. 1 — 14,
Taf. I. -
Untersucht wurden Sipunculus nudus, Phascolosoma elongatum,
Aspidosiphon scutatum und Phascolion Strombi. Die Sinnes-
körperchen sind in wechselnder Zahl über die ganze Haut zer-
streut, namentlich aber zahlreich an der Endkuppel. Sie be-
stehen aus Epithelzellen, die dem Körperepithel entstammen und
sich zu einem eiförmigen Körperchen zusammenschliessen. Diese
liegen im Bindegewebe und besitzen einige Nebenapparate. Zu
jedem tritt eine Nervenfaser. Neben ihnen findet man bei Sipun-
culus Drüsenorgane, namentlich zahlreich am Rüssel. Für die
andern genannten Arten liegen die Verhältnisse ähnlich, wenn
auch im einzelnen etwas abweichend.
Derselbe (3). L'innervation de la trompe des Glyceres. —
Compt. rend. CXII, p. 882—883. — Ueber der Muskelschicht des
Rüssels von Glycera finden sich 18 Nervenfäden, welche in einem
an der Rüsselöffnung gelegenen Nervenring endigen. Die Fasern
dringen in die epitheliale Schicht ein und verzweigen sich nach
den einzelnen Rüsselpapillen hin; an der Spitze derselben ist die
Cuticula durchbohrt. Jede Papille besteht aus pigmentirtem Plasma
ohne Zellgrenzen mit 1 — 2 Kernen ; im Innern findet sich ein
Bündel von spindelförmigen Sinneszellen. Hiernach wäre dem
Phar}^nx eine feine Tastfunktion zuzuschreiben, was durch das
Verhalten der lebenden Thiere bestätigt wird.
Derselbe (4). Die Sinne und Sinnesorgane der niederen
Thiere. Uebers. v. W. Marshall. — Leipzig, 8» 330 pp., 1891.
(Würmer: Gefühl p. 69—100; Geschmack p. 132—141; Geruch
p. 159—161; Gehör p. 209-211; Gesicht p. 244—254).
Joyeux-Laffuie, J. Etüde monographique du Chetoptere
(Chaetopterus variopedatus Renier), suivi d'une revision des especes
du genre Chaetopterus. — Arch. zool. exper. VIII, p. 245 — 360,
Taf. XV— XX. — Ref. Journ. R. Micr. Soc. 1891, p. 39. 1890.
Die sämmtlichen auf die obengenannte Art bezogenen Individuen
stammten von Luc, Roseoff, Neapel. Der Wurm lebt in einer Tiefe,
wo das Wasser ruhig ist; hier oft in grosser Menge; Fang. — Das
Thier zeigt eine dorsale und ventrale Fläche. Kopf- und Mund-
192 D'"- GüyI Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Segment sind verschieden. Man kann drei Regionen unterscheiden.
Die oberste besteht ans 11 Segmenten. Hier finden sich der Mund-
trichter, das Brustschild, die beiden Fühler, die Flimmerrinne, die
mit Borsten versehenen Parapoden. Die Borsten des vierten Paares
sind besonders gross. Von den 5 Segmenten des mittleren Körper-
abschnittes sind das erste, das zweite und die drei letzten verschieden
von einander. Alle 5 Segmente tragen die grossen Fortsätze, die
dem Thier den Namen gegeben haben, das 13. aber ausserdem einen
eigenthümlichen gestielten Saugnapf, die folgenden Anschwellungen
des Verdauungskanales auf der Rückenfläche. Ferner finden sich auf
diesen drei Ringeln die Paletten. Der unterste Abschnitt ähnelt in
seinem Bau dem der gewöhnlichen Anneliden und besteht aus
27 — 40 Ringeln, selten aus weniger als 25, noch seltener aus mehr
als 40. Jeder trägt jederseits zwei Ruder. — Die durchsichtige,
theilweise zart gefärbte Haut besteht aus Epidermis und Derma.
Erstere besteht z. Th. aus Flimmerzellen und enthält hie und da
einzellige Schleimdrüsen. Der Schleim leuchtet. — Der Apparat
der Flimmerrinnen dient dem gleichen Zweck wie der Endostyl
der Ascidien. — Die Leibeshöhle ist durch Scheidewände ge-
theilt. Diese sind, namentlich in dem untersten und mittleren
Abschnitt, von Oeffnungen durchbrochen. Endothel. Verschiedener
Bau der einzelnen Kammern. — Das Muskelsystem bildet zugleich
ein inneres Skelett. Die oberste Region besitzt in der ganzen
Wandung Längs- und Quermuskeln, in der mittleren und
untersten finden sich zwei grosse Ventralbünde], während Dorsal-
muskeln fast ganz fehlen. — Das Nervensystem lässt sich allein an
verschiedentlich präparirten Lidividuen studiren. Es liegt unter der
Haut und ist im untersten Abschnitt am einfachsten gebaut. Von
den Ganglien der Doppelkette strahlen je 4 Nerven zu den Dorsal-,
zu den äusseren und inneren Aesten der Ventralruder aus. Aehnlich,
aber etwas verwickelter, sind die Verhältnisse im Mitteltheile des
Körpers. Im obersten Körperabschnitt, wo die Dorsalruder an den
ersten beiden Segmenten fehlen und die ventralen nur am 11. vor-
handen sind, ist denn auch die Nervatur stark abgeändert. Die
Nervenkette hat sich in zwei seitliche Nervenfäden mit wenigen
Commissuren umgebildet. Man findet ferner Augen-, Antennen-
(3 Paar), Mundtrichter- und Flimmerrinnennerven. — Die Sinnes-
organe sind einmal solche des Tastsinnes (vor allem die Antennen,
dann die Haut), sodann zwei Augen. — Der Verdauungskanal, der
eine lange Röhre darstellt, ist von einem Epithel ausgekleidet, auf
das eine Zellenmuskelschicht folgt. — Das Circulationssystem weist
ein Dorsal-, ein Ventralgefäss und einen Peribuccalring auf. Weiter
sind Tentaculargefässe vorhanden. Das Blut ist farblos. — Die
Athmung wird allein durch die Haut besorgt; besondere Werkzeuge
fehlen. — Der unterste Teil der viel zahlreicheren Männchen ist
weiss, der der Weibchen rosa durchschimmernd. Die Geschlechts-
organe liegen paarweise in allen Ringeln des mittleren und untersten
Leibesabschnittes. Sie sind ziemlich lange abgerundete Wülste mit
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 193
vielen Windungen. Ei. Sperraatozoid. Auch die Segmentalorgane
fehlen dem obersten Körperabschnitt; alle anderen Segmente, ausge-
nommen die allerletzten, haben welche. Recht verschieden liegen im
mittleren Abschnitt die Mündungen. Jede zeigt eineFlimmergrube, eine
Segmentalröhre und eine Ampulle. Die Innenschicht bildet eine für
Excretionsorgane kennzeichnende Zellenschicht, dann folgt ein Zellen-
muskelgewebe. Die Segmentalorgane dienen zugleich der Ausführung
der in der Leibeshöhle gereiften Geschlechtszellen und der Excretion.
Autotomie und Vervollständigung des Körpers. — Kommensal leben
in der Röhre Polynoe setosissima Sav. und Nychia cirrhosa Malmgr.,
Hypophorella expansa, ein Nematode und Infusorien. — Es sind
homolog die Dorsalruder des untersten Körjjertheiles den Rändern
der Paletten, den Seitenfalten und dem dorsalen Saugnapf des 13.,
den grossen Armen des 1'2, und den Parapodien der vorangehenden
Segmente ; ferner die äusseren Lappen der Ventralruder (unten), den
kleinen Seitenhöckern der Paletten, dem oberen Rande der ventralen
Näpfe des 13. und 12. Segmentes; weiter die inneren Lappen der
genannten den Näpfen des 16., 15. und 14. Segmentes, wenigstens
im oberen Rande, und den kleinen beilförmigen Anhängen des 11. —
Schliesslich steht fest, dass alle (unter 9 Namen beschriebenen)
europäischen Formen eine .\rt bilden, der der Name Ch. variopedatus
Renier et Claparede (1804) zukommt, (S.)
Kingsley, J. S. (1). Some recent papers on Earthworms. —
Amer. Natur. XXV, Philadelphia, p. 1 — 11.
Besprechung einiger neueren Arbeiten.
Derselbe (2). Record of American Zoology. — Amer. Natur
XXV, Philadelphia. (Vermes p. 255-256, 986—987).
Verzeichniss neuerer Arbeiten.
*Koningsl>erger, J. C. (1). Verslag van de onderzoekingen,
verriebt aan de Neederlandsche Tafel van het Zoologisch Station
van Dr. A. Dohrn te Napels. Utrecht, 3 pp. (Vorl. Mittheil.)
Derselbe (2). Ontwikkelingsgeschiedenis van het middelste
kiemblad van Lineus obscurus. — Tijdschr. Nederl. Dierk. Veren.
(2) III, Verslag. p. XXXVIII.
Die Ansicht Hubrechts, dass das mittelste Keimblatt bei dieser
Ai't aus den beiden ursprünglichen hervorgegangen ist, konnte be-
stätigt werden.
Derselbe (3). Over het watervaatstelsel bij de Polycladen. —
Tijdschr. Ned. Dierk. Ver. (2) III, Verslag. p. LXXXIII Leiden,
1890—92.
Während das Wassergefässsystem von Lang nur bei Thysanozoon
beschrieben wurde, fand es Verf. bei zahlreichen Gattungen. Infolge-
dessen stellten sich ihm auch die Verwandtschaftsverhältnisse der
Polycladen anders dar als seinem Vorgänger. (S).
Korschelt, E. u. Heider, K. Lehrbuch der vergleichenden
Entwicklungsgeschichte der wirbellosen Thiere. Specieller Theil.
Jena, Heftl, p. 1 — 308 (Vermes. p. 103—258). 1890. Fig. 75—172.
Die Würmer sind von Korscheit bearbeitet worden.
Aldi. f. Niituigesch. Jahrg. 1893. Bd. U. H.3. 13
194 I^r Carl Matzclorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
4. Kap. Plathelminthen. I. Tnrbellarien. 1. Polycladen. Hier
wird zunächst die directe, dann die indirecte Entwickelung behandelt.
2. Tricladen. 3. Rhabdocölen. — Bei allen Tnrbellarien ist die
Embryonalanlage radiär gebaut. Es würde das für ihre Abstammung
von den Ctenophoren sprechen, ebenso wie ein Vergleich der Wimpern
und des Gehirnes mit der Scheitelplatte der Ctenophoren angeht.
Coeloplana und Ctenoplana sind keine Zwischenformen. (II. Trema-
toden. III. Cestoden. Für beiden Gruppen s. das Ref. über Parasiten).
5. Kap. Orthonectiden und Dicyemiden. Die Verf. schliessen
sich der Ansicht an, die diese Thiere für rückgebildete Plattwüi'mer
hält. Es würden dann die letzteren den fortgeschritteneren Zustand
darstellen. Die Orthonectidenweibchen sind Distomeenembryonen
sehr ähnlich.
6. Kap. Nemertinen. 1. Entwickelung durch die Pilidiumlarve.
Hier werden u. a. die verschiedenen Pilidien sowie ihr Verhältniss
zur Trochophora und der Tornaria erörtert. 2. Entwickelung nach
dem Desor'schen Typus. 3. Directe Entwickelung. Die erste Ent-
wickelung ist die älteste, wenn auch sie nicht die ursprüngliche sein
kann. Das Pilidium zeigt zur Müller'schen Larve sowie zur
Trochophora Beziehungen. Das Nervensystem der Nemertinen schliesst
sich am nächstem dem der Turbellarien an; auch der Rüssel bildet
einen Vergleichungspunkt. Dagegen sind After, Blutgefässsystem
und Bau der Genitalorgane unterscheidende Merkmale. Die Beziehun-
gen der Nemertinen zu den Wirbelthieren sind hj^Dothetischer Natur.
7. Kap. Nemathelminthen. I. Nematoden. IL Gordiiden. Die
Stellung dieser Gruppen im System ist noch sehr zweifelhaft.
10. Kap. Anneliden. I. Chätopoden und Archianneliden. Zu-
nächst behandelt Verf. die Entwickelung durch frei schwärmende
Larven. Von der Trochophora ausgehend werden die verschiedenan
Larvenformen besprochen. Sodann folgt die Entwickelung der
Oligochäten ohne freie Larve. Ein dritter Abschnitt behandelt die
Bildung der Oi"gane nach ihrer Entstehung aus den drei Keim-
blättern. Viertens werden die ungeschlechtlichen Fortpflanzungs-
arten, Theilung und Knospung, sowie die damit verbundene Stock-
bildung und Generationswechsel erörtert. II. Echiuriden. Der Schil-
derung der Furchung und Keimblätterbildung folgen die der Larven
und Metamorphose bei Echiurus und Thalassema sowie der bei
Bonellia. Die Echiuriden sind modificirte Chätopoden. III. Dino-
philns. Seine Entwickelung stimmt mit der der Anneliden zusammen.
IV. Myzostoma bildet einen abweichenden Zweig des Anneliden-
stammes. V. Hirudineen. Die Furchung, Keimblätterbildung und
Anlage der äusseren Körperform werden für die Rhyncho- und die
Gnathobdelliden gesondert abgehandelt. Sodann kommen zur Be-
sprechung die Larven der letzteren, weiter Körperausbildung sowie
Anlage von Kopf und Rumpf bei den Hirudineen, dann die Bildung
ihrer Organe. Die Hirudineen sind höher als die Chätopoden ent-
wickelte Anneliden mit mancherlei secundären Abänderungen.
in der Naturgeschichte d freileb. Würmer während d. Jalires 1891. 195
VI. Brancliiobdella zeigt in der Anatomie Beziehuncren zn den
Oligochäten, in der Entwickelung solche zu den Hirudineen.
Für alle Anneliden kann man von der Trochophora ausgehen.
Diese setzt sie mit den Mollusken und Molluskoideen in Beziehung.
Durch das Pilidium steht sie ferner mit den Nemertinen und weiter
mit den Turbellarien in Verbindung. Die Stammform scheint aus
einer allseitig bewimperten, gastrulaähnlichen Form hervorgegangen
zu sein.
11. Kap. Sipunculiden. Es werden Sipunculus und Phascolosoma
gesondert abgehandelt. Ihre Larven lassen sich mit der Trochophora
vergleichen. Von den Echiuriden, Anneliden und Gephyreen sind sie
deutlich verschieden; nur wenige Anklänge erinnern an die Anne-
liden. Auch die Beziehungen zu Phoronis und den Molluskoideen
sind undeutlich.
12. Kap. Die Chaetognathen nehmen eine völlig vereinzelte
Stellung ein.
13. Kap. Enteropneusten. Die Anatomie des Balanoglossus, die
Entwickelung ohne und durch die Tornarialarve und die weitere
beider Typen lässt erkennen, dass die Tornaria zu den Echinodermen-
larven nur äussere, dagegen zur Trochophora engere Beziehungen
hat. Andererseits finden sich Verhältnisse, die zu den Echinodermen,
aber auch zu den Chordaten hinleiten. (S.)
Kulagilij N. lieber einige im europäischen Russland und in
Sibirien vorkommende Arten von Regenwürmern. — Mclanges biol.
tir. du Bull. Ac. Imp. Sei. Petersbg. XIII, p. 87 — 96. — Besprechung
früherer überhaupt nordischer Lumbriciden-Litteratur; untersucht
sind 7 Arten von Allolobophora, Lumbricus, Dendrobaena. Liste
von 18 arktischen Arten (von Skandinavien, Nord-Russland, Sibirien
und Nordamerika) TF, S).
Lang, A. Üeber die äussere Morphologie von Haementaria
Ghilianii F. de Filippi. — Festschr. 50jähr. Jubil. Nägeli u.
Kölhker. — Zürich, 1891, p. 199-211; 1 Taf; 3 Textfig.
Da die Filippische Beschreibung nicht vollständig, wenn auch
richtig (und nur von Leuckert missverstanden) ist, so geht Ref.
auf ein ihm zu Gebote stehendes Exemplar dieses Riesenegels ein.
Es ist 19 cm lang, 10 cm breit und 8 cm dick. Der Mittelkörper
hat 12 Segmente, auf deren jedes dorsal 3, central 5 Ringel
kommen, von denen je der erste derselbe ist, während die beiden
dorsalen hinteren unten getheilt sind. Jedoch hat das 12. Segment
nur oben 2, unten 3 Ringel. Die Haut trägt zahlreichen ,,Zacken"-
und ,, Glatthöcker", und zwar jedes erste Ringel dorsal von letzteren
sechs und von ersteren durchschnittlich 36; die beiden andern
Ringel tragen 40 und mehr Zackenhöcker. Ventral trägt jedes
erste Ringel 2 Nephridialöffnungen. Die 6 vor dem Mittelkörper
liegenden 6 Segmente bilden die • Clitellarregion. Die männliche
Geschlechtsöffnung liegt zwischen dem 3. und 4. centralen Ringe
des 5. Segmentes, die weibliche liegt drei Ringe hinter ihr. Neph-
ridialöffnungen finden sich am 2. — 5. Segment dieser Region. Die
13*
196 Dr- Carl Matzdorff: Bericht über die wisseiiscbaftl. Leistungen
Kopfregion besteht aus einem hinter dem Saugnapf gelegenen Be-
zirk, der dorsal 2 Segmente zeigt, die ventral aber reducirt sind.
Saugnapfbezirk. Mund mit Rüssel. Die Analregion umfasst 3 Seg-
mente. Die terminale Haftscheibe.
Lehnert, G. H. Beobachtungen an Landplanarien. Ärch. f.
Natgesch. 57. J. ß. 1. p. 306-350, auch sep. Berlin, 1891, 47 S.
Dem Verf. standen Bipalium kewense aus Leipzig, Berlin und
London sowie Geodesmus bilineatus aus Stetzsch bei Cossebaude
zur Verfügung. Nach einem geschichtlichen Ueberblick giebt er
eine Beschreibung der Thiere. Von Bipalium lernte er ausser der
typischen Form eine var. viridis von Leipzig und Berlin kennen.
Es wird demnächst die Bewegung der Thiere abgehandelt. Ihre
Mittel sind Wellenbewegungen und Flimmerung der Sohle, Schleim-
Absonderung und Schlängelung. Die Cilien befinden sich stets in
der Schleimschicht. Auf continuirlicher Unterlage jeder Lage und
Beschaffenheit findet die Bewegung stetig statt; in der Regel
werden von Bipalium 6 — 7 cm, von Geodesmus 3 — 4 cm in der
Minute zurückgelegt. Für die Ueberwindung discontinuirlicher
Unterlagen werden Brückenfäden, bei grösserem Abstand durch die
Luft Gleitfäden gebildet. Gewicht und Grösse der Thiere und
ihrer Schleimfäden wurden genau gemessen. Die Belastung des
Gleitfadens von Bipalium kann 2000 g für 1 qmm Durchschnitt
betragen. Seine Festigkeit ist 10 mal grösser als die eines Seiden-
raupenfadens und fast gleich der gewalzten Kupfers. Die Haupt-
nahrung der Bipalien sind Regenwürmer, Schnecken (nackte) nur
in zweiter Linie. Angriff und Bewältigung der Beute werden aus-
führlich geschildert. Geodesmus frisst auch Regenwürmer; ob sie
aber die wirklichen Nahrungsthiere sind, ist fraglich. Es kommen
Tast-, Seh- und Riechorgane vor. Nalirung wird bis auf die fünf-
fache Körperlänge gerochen. Das Luftbedürfniss ist gering.
Flüssiges Wasser wird geflohen. Wasserdampf ist aber un-
entbehrlich. Das Licht wird vermieden. Die Temperatur muss
etwa 15 — 25"C betragen, wenn auch Abkühlung bis unter dem
Nullpunkt ertragen wird. Anorganische Fremdkörper werden durch
den Schleim und die Flimmerhaare entfernt. Thiere und Pflanzen,
die nicht Nahrung darbieten, werden wenig beachtet; vor Feinden
schützt Flucht, aber auch das Losschiessen der Stäbchen.
Geodesmus stammt wohl aus West- oder Ostindien und wird viel
durch Adiantum cuneatum verschleppt. Bipalium scheint aus dem
westlichen Sumatra zu stammen, B. viride vielleicht vom süd-
asiatischen Festlande. Orchideentransporte haben sie mitgenommen.
Regenerationen erfolgen bei beiden Gattungen leicht. Freiwillig
theilt sich Bipalium. Weiter geht Verf. ausführlich auf die Ana-
tomie von Bipalium ein. Hier werden zahlreiche Einzelheiten ge-
nauer oder neu beschrieben. Sodann wurden auch regenerirte Ab-
schnürungsstücke genau untersucht. (F).
Leiihossek, M. v. (1). Demonstrationen nach Golgi's Methode
in rler Naturgeschichte d. fieilob. Würmer wählend d. Jahres 1891. 197
li ergestellter Präparate. — Anat. Anz., VI, Jena, p. 206. — Titel
der folgenden Arbeit.
Derselbe (2). Demonstrationen von Präparaten des Nerven-
systems, welche nach Golgi's rascher Methode hergestellt sind. —
Verh. Anat. Ges. auf d. V. Versamml. in München, 1^91. (Anat.
Anz., Erg.heft zum 6. Jahrg.). Jena 1891. p. 267— 269. Fig.
Querschnitte aus dem Bauchstrange von Lumbricus rubellus.
Die Kolossalfasern lassen sich nicht imprägniren, sind also keine
Nerven. Die Nervenzellen sind birnförmig, unipolar. Der dicke
Fortsatz tritt in die Dendritenzone ein und giebt hier zarte ver-
ästelte Dendriten ab, die sich mit benachbarten zu einem dichten
Gewirr (centrale Punktsubstanz) verflechten. Dann läuft der Fort-
satz zur Peripherie. Im proximalen Theil jedes Ganglions liegt eine
grosse, mediane, multipolare Zelle. In allen Nervenwurzeln sind
starke und zarte Fasern gemischt. Letztere sind vielleicht die
sensiblen Elemente.
Malaquin, A. (1). Sur la reproduction des Autolyteae. —
Rev. ßiol. Nord Fr. III, p. 172—183.
1. Die Bildung der Stolonen. Ein Bildungsringel giebt an
seiner proximalen Fläche einem Kopfe den Ursprung, wenn diese
Fläche im Contact mit einer freien Oberfläche steht (Erneuerung
des vorderen Körperendes) oder mit einem Pygidium (Stolonen-
ketten bei Autolytus und Myrianida). Die Proliferation hört hier
bald auf. Er lässt gewöhnliche Ringel entstehen, wenn er auf dieser
proximalen Fläche im Contact mit normalen Segmenten steht. Das
ist der gewöhnlichste Fall, der bei allen Anneliden vorkommt.
Dagegen giebt ein Bildungsringel an seiner distalen Fläche einem
Pygidium den Ursprung, wenn dieselbe mit einer freien Oberfläche
in Berührung steht (Erneuerung des hinteren Körperendes), oder
mit einem Stolo (Kolonenketten bei Autolytus und Myrianida). Wenn
die distale Fläche mit einem gewöhnlichen Segment in Contact ist,
tritt keine Proliferation ein. Das ist der Fall der Knospung des
Kopfes bei der Erneuerung oder Spaltung, und besonders der
medianen Knospung der Procerastea.
2. Das Wachsthum der Stolonen wurde an Polybostrichus,
Sacconereis und Procerastea verfolgt. Letztgenannte Gattung weist
eine besondere Bildungszone für mit Füssen versehene Segmente
auf, die denen der entsprechenden Region der Sacconereis von
Autolytus und Myrianida ganz ähnlich sind.
3. Die Furchung des Eies von Myrianida ist epibolisch.
Derselbe (2). Notes morphologiques sur les Annelides. —
Rev. biol. Nord Fi-. III, Lille, p. 458—469.
Zunächst wird die Entwickelung der Parapodien bei den Sylliden
vergleichend betrachtet. Sie bestehen aus Dorsal- und Ventral-
rudern und -cirren bei Syllideen und Exogoneen im Augenbhck der
Vermehrung, aber nur an den Ringeln ohne Schwimmborsten. Der
Ventralcirrus fehlt den Autolyteon. Das Ventralruder mit beiden
Cirren tritt bei den Syllideen und Exogoneen im geschlechtslosen
198 Dl". Carl Matzdoi'ff: Bericht über die wisseuschaftl. Leii^tungen
Zustand auf, Wcälirend bei den Aiitolyteen dann nur Ventralruder
und Dorsalcirrus Yorlianden sind. Bei Procerastea besteht das
Paraped nur aus einem ventralen Höcker mit Borsten; doch kommen
bei der Gescbleclitsform vorn der Dorsalcirrus und in der Mitte
dieser und das Dorsalruder hinzu.
Der Vergleich der Kopfanhänge mit denen der Parapodien führt
zu folgenden Ergebnissen. Ruder mit Borsten kommen am Kopfe
bei Tomopteris vor. Zu Sinnescirren sind sie bei den Euniciden
umgestaltet, wie ja auch sonst die Girren Schuppen, Kiemen, An-
tennen werden können. Der Bau des Kopfsegmentes lässt sich auf
den der anderen zurückführen. Die vorderen Seitenantennen sind
den ventralen, die hinteren den dorsalen Rudern homolog, die
Medianantenne den beiden Dorsal- und die Palpen den Ventral-
cirren. Verf. führt diese Vergleiche noch morphologisch und ent-
wickelungsgeschichtlich für eine Anzahl Formen durch.
Derselbe (3). Etüde comparee du deveioppement et de la
morphologie des parapodes chez les Syllidiens. — Compt. rend.
CXIII, p 45 — 48. — Fast wörtlicher Abdruck eines Theiles von (2).
Derselbe (4). Sur l'homologie des appendices pedieux et ce-
phaliques chez les Annelides. — Compt. rend. CXIII, p. l.^ö— 158.
— Auszug eines Theiles von (2).
Malard, A. E, (1). Aphroditiens rapportes par l'expedition
du Cap Hörn. — Compt. rend. Soc. philom. 1891, No. 16, p. 1 — 2.
— Vorl. Mitth. zu (3, 4).
Derselbe (2). Coecums hepatiques des Aphroditiens. — Compt.
rend. Soc. philom. 1891, No. 17, p. 2. — Vorl. Mitth. zu (5).
Derselbe (3). Sur une nouvelle Aphrodite du Cap Hörn,
decrite ä tort par Mac Intosh comme A. echidna (De Quati-efages). —
Bull, Soc. philom. (8) III, p. 125— 127. — Aphrodite magellanica
n. spec. (F, S.)
Derselbe (4). Sur 1' Aphrodite sericea contideree comme une
Variete de l'Aphrodita aculeata parculiere aux mers abritees. —
Bull. Soc. phüom. (8) III, p. 127—128. — A. sericea Aud. M.-E.
ist nur eine Form der mehr abgeschlossenen und flacheren Meere
(Nordsee, Ostsee, Mittelmeer) von A. aculeata, welche rein oceanisch
ist. Zwischen beiden Formen Uebergänge im Kanal und Nordsee.
(F, S.)
Derselbe (5). Note sur le mode de fermeture des coecums
glandulaires des Aphrodites. — Bull. Soc. philom. (8) III, p. 158
bis 159. Die Leberanhänge von Aphrodite acul. können an ihrer
Einmündungsstelle in den Darm durch zwei herzförmige Klappen
verschlossen werden.
Matzdorff, 0. Ursprung des leuchtenden Regenwurmes
(Photodrilus phosphoreus). — Helios IX, p. [58 — 59].
Bericht über die Funde in Frankreich: Vermuthung des ge-
legentlichen Auftretens in Deutschland.
Megiiiii, P. Sangsues d'Algefie et de Tunisie ayant sejourne
plus d'un mois dans la bouche de boeufs et de chevaux. - Bull.
in der Naturgeschichte d. freileh. Würmer während d. Jahres 1891. 199
Soc. Zoül. Fr. XVI, p. 222. — Auch in: Compt. rend. 8oc. Biol (9)
III, p. 720—726.
Artilleriepferde, die aus Tunis zurückgekommen waren, wiesen
3 — 4 Wochen später an der Zunge Egel auf, die sich als Limnatis
nilotica herausstellten.
Michaelsen, W. (1). Oligochaeten des naturhistorischen Mu-
seums in Hamburg. IV. — Jahrb. Hamb. wiss. Anst. VIII, 42 pp.,
1 Tafel.
Preussia n. (j. (Teleudrilinij. Gürtel ringförmig auf Segm. 1 4
bis 17; eine einzige mediane S Oeffnung vor der Intersegmental-
furche 17/18. Eine einzige ventrale Samentaschen-Oeffnung auf dem
15. Segment. Oviducte münden seitlich am 14. Segm.; 2 Paar Samen-
blasen in Segm. 10 und 11, durch Brücken in jedem Segment mit
einander verbunden. Jede Samenblase communicirt mit einem birn-
förmigen Samensack des nächsten Segments, die Samenblasen des
10. Segm. auch noch mit Samensäcken im 10. Segm., so dass 3 Paare
in den Segm. 10 — 12 vorhanden sind. Die beiden Samenleiter jeder
Seite vereinigen sich im 12. Segm.; ein Paar Prostatadrüsen mündet
durch die gemeinsame Oeffnung im 17. Segm. aus. Borsten in
4 Paaren, 2 lateralen und 2 ventralen. P. siphonochaeta n. sp.
Paradrilus n. g. (Teleudrilini). Borsten in 4 engen Paaren,
2 lateralen, 2 ventralen. Gürtel ringförmig, auf Segm. 13 — 18.
Eine einzige mediane i^ Oeffnung an der Intersegmentalfurche 17/18.
Eine einzige mediane Samentaschen-Oeffnung auf dem 12. Segm.;
2 Paar Samenblasen in Segm. 10 und 11, deren jede mit einem
Samensack des folgenden Segments communicirt. Unter jeder Samen-
blase eine Erweiterung des Samenleiters. Prostatadrüsen. Mit ilmon
münden eine bursa propulsoria und eine bursa copulatrix aus. Zwei
riesige Penialborstensäcke mit je einer Borste von 32 mm Länge.
Der weibliche Geschlechtsapparat hat ein Atrium, das in die dicke
Samentasche übergeht. Diese theilt sich hinter dem 15. Segment
in zwei dünne darmumfassende Aeste. 2 Ovarien. Von jedem geht
ein Kanal in eine kleine Eitrichterblase. P. Rosae n. sp.
Fletcherodrihis n. g. Hierin werden die Arten zusammengefasst,
die sich um Cryptodrilus ? unicus Fletcher gruppiren. Die Oeff-
nungen der Prostatadrüsen sowie der Samentaschen sind ventral-
median verschmolzen. „Borsten in 8 weitgetrennten Reihen ; Oeffnung
der Prostatadrüsen (auf dem 18. Segment gelegen) median und
unpaarig; ebenso die Oeffnungen der Samentaschen; Gürtel nicht
über die Oeffnung der Prostatadrüsen nach hinten hinausragend,
ringförmig geschlossen; Darm mit einem einzigen Muskelmagen vor
und mit Kalkdrüsen hinter den Hodensegmenten; je ein Paar grosser
Segmentalorgane in den einzelnen Segmenten (ausmündend in den
Borstenlinien IV); Lagerung der Geschlechtsorgane normal; ein
Paar schlauchförmiger Prostatadrüsen (im 18. Segment); Penial-
borsten nicht vorhanden." Es gehören zu dieser Art Cryptodrilus
unicus Fletch., C. purpureus Mich, und C. fasciatus Fletch., die zu
einer Art zu vereinigen sind und als drei Varietäten unter dem
200 Dr. Carl Mtitzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Namen Fletcherodrilus nnicus Fletch. typicns, var. purpureus Mich,
und var. fasciatus Fletch. zu führen sind. Eine vierte neue Varietät
pelewensis lernte Verf. von den Pelew-Inseln kennen. (F, S.)
Derselbe ("2). Beschreibung der von Herrn Dr. Fr. Stuhl-
mann auf Sansibar und dem gegenüberliegenden Festlande ge-
sammelten Terricolen, Anhang I. Uebersicht über die Telendrilinen.
IL Die Terricolen - Fauna Afrikas. — Jahrb. Hamb. wiss. Anst. IX,
72 pp., 4 Taf.
„Die Telendrilinen sind meganephridische, mit 4 Borstenpaar-
Reihen ausgestattete Terricolen, die eine einzige ventral-mediane
männliche Geschlechtsöffnung auf oder am 17. Segment und eine
einzige ventral - mediane Samentaschen - Oeffnung hinter der Inter-
segmentalfurche 10/11 besitzen." Sie stellen die höchste Stufe
der Rosa'schen Familie der Eudrihden dar. Es gehören zu ihnen
folgende Gattungen.
Eudriloides Mich, mit 3 Arten.
Platydrilus n. gen. „Die Borsten stehen zu 4 gleichen Paaren
in den einzelnen Segmenten. Bie Borstenpaare des Mittelkörpers
sind eng, die der Körj)erenden weit. Zugleich sind die Borsten an
den Körperenden grösser als die des Mittelkörpers. Im 5. Segment
liegt ein Muskelmagen. Der Gürtel ist sattelförmig. Zwei Paar
Hoden und Samentrichter hingen frei in der Segmente 10 und 11
hinein; zwei Paar Samensäcke liegen in den Segmenten 11 und 12.
Die Borstendrüsen sind schlauchförmig, mit Penialborstensäcken
ausgestattet. Die Ovarien hängen frei in das 13. Segment hinein,
desgleichen die Eitrichter. Die Eileiter sind mit einem recepta-
culum ovorum ausgestattet. Sie kommuniziren durch einen Kanal
mit einer medianen im 13. Segment ausmündenden Samentasche."
3 Arten.
Megachaeta n. gen. Die Borsten eines Segmentes sind ver-
schieden gross (I > II > III >; IV). Sie stehen zu 4 Paaren in den
einzelnen Segmenten. Die Borsten eines Paares stehen um so
näher bei einander, je kleiner sie sind. Der Darm modificirt sich
im 5. (6?) Segment zu einem Muskelmagen. Die Prostatadrüsen
sind einfach schlauchförmig, mit Penialborstensäcken ausgestattet.
(Ein Paar Hoden nnd Samensäcke liegen im 11. Segment?) Eine
mediane Samentasche mündet im 13. Segment nach aussen. (Ein
Paar Dissepimentaldrüsen entwickelt sich am Dissepement II — 12?
Die Eitrichter liegen frei im 13. Segment?)". 2 Arten und vielleicht
M. (Tritogenia) sulcata Kinb.
Reithrodrilus n. gen. „Die Borsten stehen zu 4 gleichen Paaren
in den einzelnen Segmenten. Im 5. Segment findet sich ein Muskel-
magen. Der Gürtel ist ringförmig. Der Prostatadrüsen-Apparat ist
unsymmetrisch; einer einzigen schlauchförmigen Prostatadrüse liegt
ein einziger Penialborstensack gegenüber. Zwei Paar Geschlechts-
borstensäcke (in den Segmenten 15 und 10) enthalten Geschlechts-
borsten, welche in Gestalt und Skulptur der Penialborste gleichen.
in der ^atui gesell iclite d. freilcb Würmer wiihreiid d. Jahres 1891. 201
Eine einzige mediane Samentasche mündet im 13. Segment nach
aussen." 1 Art.
Siphonogaster Lev. 1 Art.
Stuhlmannia Mich. 1 Art.
Metadriliis n. gen. „Die Borsten stehen zu 4 gleichen Paaren
in den einzelnen Segmenten. Im 5. Segment findet sich ein
Muskelmagen. Der Gürtel ist sattelförmig. Zwei Paar linden und
Samentrichter liegen frei in den Segmenten 10 und 11, zwei Paar
Samensäcke von gedrängt traubiger Gestalt in den Segmenten 11
und 12. Die einfachen, schlauch- oder tonnenförmigen Prostata-
drüsen sind mit je einer (ausstülpbaren) Bursa propulsoria (Penis)
ausgestattet. Die Ovarien sind in grosse Ovarial-Eitrichtersäcke
eingeschlossen. In diese Ovarial-Eitrichtersäcke führen die beiden,
durch die gemeinsame Oeffnung auf der Intersegmentalfurcho 14
bis 15 ausmündenden (zu einfachen, kurzen Kanälen reducirten)
Samentaschen direct ein. Ein Paar seitlich am 14. Segment aus-
mündende Eileiter eröffnen sich ebenfalls in die Ovarial-Eitricliter-
blasen. An der Eintrittsstelle der letzteren ist den Ovarial- Ei-
trichterblasen ein Receptacatum ovorum aufgelagert." 1 Art.
Hyperiodrilus Bedd. = Hyperiodrilus -f Heliodrilus Bedd.
2 Arten.
Notykus n. gen. „Die Borsten stehen zu 4 gleichen Paaren in
den einzelnen Segmenten Im 5. Segment findet sich ein Muskel-
magen. Der Gürtel ist ringförmig. Ein Paar Hoden und ein Paar Samen-
trichter im 11. Segment sind von einer Samenblase umschlossen,
die mit einem Paar Samensäcken im 12. Segment kommunicirt. Die
Prostatadrüsen sind schlauchförmig, mit Penialborstensäcken aus-
gestattet. Eine mediane Samentasche mündet im 13. Segment durch
ein dickes Atrium hindurch nach aussen. Die Ovarien sind (ventral-
median verschmolzen und) von einer Ovarialblase umschlossen.
Diese Ovarialblase umhüllt auch das Atrium der Samentasche." 1 Art.
Preussia Mich. 2 Arten.
Paradrilus Mich. 3 Arten.
Teleudrilus Rosa. 1 Art.
Polytoreutes Mich. 1 Art.
Die Terricolen-Fauna Afrikas umfasst nach einer Liste
12 Lumbriciden, 6 Geoscoleciden, 3 Cryptodrihden, 2G Eudrihden,
11 Acanthodriliden, 8 Perichaetiden und 8 meist von Kinberg auf-
gestellte Arten unbestimmbarer Stellung. Für alle Formen werden
die bekannten Fundorte, das Gebiet (Tropen, n. und s. gemässigte
Zone sowie insulare Gebiete) und die Beziehungen zu andern
Faunen (Südamerika und Westindien, antarktisches, indisch-
australisches Gebiet) angegeben. Die Gebiete des tropischen,
nördlichen und südliehen Afrikas sind durch die Sahara und die
Kalahari getrennt. Nordafrika schlicsst sich mit seinen Lumbi'iciden
an Europa an. Im Nilthal dringen tropische Formen vor. Ben-
hamia und die Teleudrilinen sind für das tropische Afrika kenn-
zeichnend. In Südafrika herrschen die Geoscoleciden vor. Doch
202 Dr. Carl Matzdorff: Bericht iihcr die wisseiiscliaftl. Leistungen
sind hier Beziehungen zu andern Gebieten, namentlich dem südlich
circumpolaren, deutlich. Die Azoren und Canaren gehören zum
eiiropäisch-nordafrikanischen Gebiet. Die kleinen Inseln des
indischen Oceans haben vornehmlich Beziehungen zum indisch-
mala3'isch-australischen Gebiet, Madagascar zu diesem und dem
südafrikanischen.
Derselbe (3). Terricolen der Berliner zoologischen Sammlung.
I. Afrika. — Arch. f. Nat. LVII, Bd. 1, p. 205—228, Taf. VIII. —
Kynotus n. gen. 230 mm lang, 12 mm dick, c. 250 Segmente.
Ventral-mediane Borstendistanz am Mittelkörper 15 mm, dorsal-
mediane 12 mm. An den ersten 25 Segmenten keine Borsten.
Rückenporen nicht erkennbar. Segmentalorganöffnungen liegen in
den Linien der unteren Borstenpaare. Männliche Geschlechts-
öffnungen auf dem 25. Segment. Starke Incongruenz zwischen
äusserer und innerer Segmentirung. Dissepiment I entspricht der
Intersegmentalfurche 7—8, II 8—9, III 10—11, IV 12—13, V U
—15, VI 16—17, VII 18—19, VIII 20—21, IX 22—23, X 23—2-1,
XI 24 — 25 u. s. f. Prostratadrüsen. Die Lage der Segmentalorgan-
öffnungen und das Vorhandensein der Prostratadrüsen stellen Be-
ziehungen zu Callidrilus scrobifer Mich. dar. Dieser und Kynotus
gehören zu den Geoscoleciden Rosa. Penialborsten fehlen, aber es
finden sich jederseits 3 Paar anderer eigenthümlicher Geschlechts-
borsten. Jedes Borstenpaar hat eine eigenartige Drüse. Zahl-
reiche kleine Samentaschen. (F, S).
Morgan, T. H. (1). The Anatomy and Transformation of
Tornaria. A preliminary Note. — • Johns Ho23k, Univ. Circ. X,
p. 94 — 96. — Ref. im nächsten Bericht.
Derselbe (2). The Growth and Metamorphosis of Tornaria. —
Journ. of Morph. V, p. 407—458, Taf. XXIV— XXVIII.
Die an der Küste Neu Englands gefischte Tornaria stammt
nicht von Balanoglossus Kowalevski. Vielleicht ist sie gleich der
Tornaria der englischen Küsten, die Bourne für T. Krohnii des
Mittelmeeres hält.
Verf. giebt eine sehr eingehende Beschreibung dieser mit allen
Methoden untersuchten Tornaria sowie ihrer Verwandelung. Die
Chorda entwickelt sich genau in derselben Weise wie beim
Amphioxus.
Sodann erörtert er die wesentlichsten Punkte im Bau einer
Tornaria, die von Nassau (Bahamas) stammt.
Nachdem weiter die Geschichte der Tornaria und die sich
hierbei ergebenden Theorieen behandelt werden, kommt Verf. zu
theoretischen Auseinandersetzungen. Einmal bestehen morpho-
logische Beziehungen zu der Auricularia, also zu Echinodermen-
larven, zweitens steht Balanoglossus zu den Chordaten in genetischem
Zusammenhang. (S).
Pictet, C. Recherches sur la Spermatogenese chez quelques
Invertebrcs de la Mediterranee. — Mitth. Stat. Neapel X, p. 75 — 152,
Taf. 8—10.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 203
Die bei Eteone pterophora Ehlers von Nizza beobachteten Ver-
hätnisse (p. 129 — 136, Taf. 10, Fig. 133 — i-iG) sind die folgenden.
Die Spermatogemmen sind in kleine Kapseln eingeschlossen: Sper-
matocysten. Die Hülle spaltet sich und die »Spermatocyten werden
frei. Diese theilen sich anfangs karyokinetisch, allein schliesslich
entstehen die Spermatiden akinetisch. Die aus diesen entstehenden
Spermatozoiden entwickeln ihi-en Schwanz auf zweierlei Art (das
genauere s. im Original) ; jedenfalls entsteht er aus dem Zellplasma.
Die Cytomicrosomen vereinigen sich ferner zum Nebenkern und
dieser liegt später zwischen dem Kern und dem Schwanzfaden. Das
Nuclein zieht sich in den hinteren Theil des Kernes zurück und dieser
trägt an seinem vorderen Ende eine Kopfhaube.
Plessis, G. du. Sur une nouvelle Oerstedia aveugle mais por-
tant une paire de vesicules auditives (otocystes). Zool. Anz. XIV,
p. 413-416.
Es sind schon zwei ähnliche Arten beschrieben worden, 0. palHda
Keferstein und eine zweite von Claparede, die Verf. 0. Claparedii
nennt. Letztere hat zwei Otocysten mit je mindestens drei Otolithen,
erstere vier Otocysten. Die zu Nizza gefundene neue Art 0. auran-
tiaca besitzt deren zwei mit je einem Otolithen, die weder durch
Wimpercilien bewegt werden noch sich activ bewegen. Nacli
Diesing's Nomenclatur möchten die drei Formen das genus Typhlone-
mertes ausmachen. (F, S).
Pruvot, G. (l). Sur la regeneration des parties araputces com-
paree ä la stolonisation normale chez les Syllidees. — Assoc. fran^.
avanc. Sei., Compt. rend. 19. Sess. (Liraoges) 1890, 1. partie,
p. 208.
Derselbe (2). Dasselbe. Ibid., 2. partie, p. 521—526 (1891).
Sectionsversuche an Syllis prolifera ergaben die rasche Er-
neuerung sei es des Kopf-, sei es des Schwanzendes. Auch einfache
Einstiche oder massige Ligaturen liessen an der verletzten Stelle
Abschnürungen, die neue Segmentrudimente hervorbrachten, ent-
stehen. Die an Constrictionen neu erzeugten Theile unterschieden
sich etwas von den nach einer Amputation entstandenen. Das
Kopfrudiment hatte 2 Kopflappen anstatt eines sofort unpaaren
Kopfes, blieb astom und bekam weder die unpaare Antenne noch
das Buccalsegment. Das Schwanzrudiment weist gleichfalls anfangs
doppelte Segmente auf; hier wie dort rührt dieser Umstand von
der seitlichen Stellung des Knospungsheerdes her. Ferner schliesst
sich zuerst das Caecum und später entsteht durch Einstülpung eines
ßlindsackes und Durchbrechung des Integumentes ein After. Die
normale Stolonisation beruht gleichfalls auf einem Einschnürungs-
reflex, der durch die Anhäufung der Geschlechtsprodukte in der
unteren Körpergegend herbeigeführt wird. Bei Trypanosyllis Zebra
findet sich in der Schwanzknospe ein echter Eingeweidering, der
die Ganglienkette umgiebt. Der Stolo von Syllis hyalina ist ein
interessantes Mittelstück zwischen dem gewöhnlichen physiologischen
204 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die Avissenscliaftl. Leistungen
Vorgang der Stolonisation und der zufälligen Ruptur mit darauf-
folgender Regeneration.
Randolph, H. The Regeneration of the Tail in Lumbriculus.
— Zool. Anz. XIV, p. 154—156.
Das neue Ectoderm leitet sich von dem alten her. Es bildet die
ventrale Nervenkette und den Lateralnerv. Dazwischen entstehen
die Nephridien und die Bauchborsten. Auch die des Rückens ent-
springen dem Ectoderm. In ähnlicher Weise entsteht das neue
Entoderm vom alten. Das neue Mesoderm bildet sich aus Zellen in
der Gegend des peritonäalen Epithels der bauchständigen Längs-
muskeln. Diese „Neoblasten" sind grösser als die Zellen des
Peritonaeums. Sie bilden Embryonalgewebe, das sich in ein medianes
und zwei laterale Elemente umgestaltet.
Eetzius, G (1). Biologische Untersuchungen. Neue Folge, IL
Stockholm, 1891, 4". I. Zur Kenntniss des centralen Nervensystems
der Würmer, p. 1—28, Taf. I— X.
Es wurden von Annulaten die polychäten Nephthys spec,
mehrereNereis, vor allemN.diversicolor,Lepidonotus, eine Terebellide,
Arenicola, Aphrodita spec, dann Lumbricus, ferner eine Nemertine
und von Hirudineen Aulastomum gulo und Hirudo medicinalis mit
der Methylenblaumethode untersucht. Die typische Gestalt stimmte
bei allen Formen überein. Die Ganglienzelle ist nämlich fast stets
unipolar und sendet ihren einzigen Stammfortsatz unmittelbar oder
mittelbar nach der Peripherie, um ihn dort als Nervenfaser zu ihren
Endverästelungen laufen zu lassen. Während des Verlaufs durch
die Ganglien geben diese Stammfortsätze Seitenzweige ab, Neben-
fortsätze. Diese verzweigen sich wiederholt dichotom, und durch
diese reichlichen Verzweigungen wird die sog. Punktsubstanz haupt-
sächlich gebildet. Es treten in sie noch die centralen Endverästelungen
der aus den peripherischen Nervenzweigen stammenden Fasern ein.
Freilich wechselt bei den verschiedenen Würmern nun die nähere
Zusammensetzung der Punktsubstanz.
Derselbe ('2). lieber Nervenendigungen an den Parapodial-
borsten und über die Muskelzellen der Gefässwände bei den poly-
chäten Annulaten. — *Biol. Foren. Förhandl. III, p. 85—89, T. 4. —
Ref. nach.: Zool, Jahresber. f. 1891, her. v. d. Zool. Stat. zu Neapel,
Berlin, 1893, Vermes, S. 72.
An den inneren Enden der Parapodienborsten von Lepidonotus,
Nephthys, Arenicola und Glycera finden sich reich verzweigte End-
netze von Nervenfasern, die der Borstenoberfläche anliegen. Am
Borstenende theilen sie sich dichotomisch, um mit freien, verdickten
Ausläufern zu endigen. Ganglienzellen wurden nicht gefunden.
Verf. hält diese Nerven für sensibel. — Auch die Muskelzellen der
Gefässwände wurden nachgewiesen.
Rohde, E. (1), Histologische Untersuchungen über das Nerven-
system der Hirudineen, — Zool. Beitr. III, p. 1 — 68, Taf. I — VII.
Vornehmlich sind Aulastomum gulo und Pontobdella muricata,
daneben nur Hirudo medicinalis, Ne2:)helis vulgaris und Clepsine
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 205
complanata untersucht worden. Von mit Sublimat und Alcohol ge-
härteten und gefärbten Exemplaren wurden Schnittserien hergestellt.
Die Golgi'sche Methode war erfolglos. Es wurden auch Zupf-
präparate von frischem Material gemacht, für die die Methylen-
blaumethode gute Dienste leistete. — Ein besonderer Abschnitt be-
handelt Apathy's Nervenreformationslehre, gegen die sich Verf. aus-
spricht. — Die Ergebnisse seiner Arbeit fasst er folgendermassen
zusammen. I. Alle nervösen Elemente bestehen aus fibrillärem
Spongio- und von diesem umschlossenem homogenem Hyaloplasma.
Das erstere färbt sich intensiv, das letztere fast gar nicht. Osmium-
säure reducirt nur das erstere. IL Ganglien. Jedes zerfällt in eine
Centralsubstanz und in eine periphere Gangiienzellenschicht. Letztere
wird aus den Ganglienzellen und aus einem fibrillären Stützgewebe
zusammengesetzt, in welches erstere eingebettet sind. Die Fibrillen
sind die Ausläufer von „Stützzellen", deren jedes Ganglion 6 be-
sitzt. Da diese Zellen mit ihren Ausläufern eine bestimmte Anzahl
von Ganglienzellen umfassen, theilen sie das Ganglion in G Packete.
Das Spongioplasma der Centralsubstanz und der Ganglienzellen wird
von regellos durcheinander ziehenden Fibrillen gebildet. Diese sind
in den letzteren bei Aulastomum verschieden stark, bei Pontobdella
durchweg zart. Die Ganglienzellen sind unipolar. Ihre Fortsätze
sind feinfibrillär und gehen in die Fibrillen der Centralsubstanz
durch allmähliches Gröberwerden über. Nur wenige gehen unmittel-
bar in die Commissuren und Nerven hinein. Die Fibrillen der
Ganglienzellen gehen peripher direkt in die des Stützgewebes über.
Die Stützzellen haben bei Aul, körnig-fibrilläres Spongioplasma; ihre
Fibrillen treten deutlich ab, um als Stützfibrillen weiter zu ziehen.
Bei Pont, geht der ganze Zellleib in Stützfibrillen auf. III. Nerven.
Sie enthalten dreierlei Elemente: a) die Centralsubstanz ist die Fort-
setzung der des Ganglions und besteht aus längsziehenden Fibrillen,
die denen des Ganglions an Stärke gleichen; b) aus a differenziren
sich Nervenröhren, deren umscheidende Fibrillen denen von a gleich
stark sind und nach aussen in sie übergehen. Das Innere der
Röhren enthält bei Pont, wenige, lockere, den Scheidenfibrillen
gleichwerthige, bei Aul. viele, dichte, feinere Fibrillen ; c) bei Aul. 3,
bei Pont. 6 — 7 Ganglienfortsätze. Ihr Spongioplasma besteht aus
den feinsten Fibrillen. — Beim Zerfall der Hauptnerven in kleinere
gehen in diese nur c oder nur b, oder b-fc, oder nur a, oder a-f-b,
oder a + c, oder a4-b + c ein. IV. Commissuren. Die Fibrillen sind
so stark wie die von III a; sie sind die Fortsetzungen der Ganglien-
centralsubstanz und ziehen bei Pont, regellos, bei Aul. meist längs.
Sie treten an bestimmten Stellen zu dicken radiären Scheidewänden
zusammen. Der Faivre'sche Nerv ist wie die Commissuren gebaut.
Den Illb entsprechende Elemente fehlen. IIIc kommen bei Pont, in
den Commissuren, bei Aul. im Faivre'schen Nerven vor. V. Nerven-
zellen, die im Bau von den centralen Ganglienzellen abweichen.
1 . Einzelne maki'oskopisch sichtbare periphere Ganglienzellen in den
Nerven von Pont. Sie sind nmltipolar (die centralen Ganglienzellen
206 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die Wissenschaft!. Leistuugeii
unipolar), haben feste Fibrillen von der Stärke der der Nerven-
centralsubstanz und ihre Fortsätze gleichen dieser letzteren. 2. In
der Älitte jeder Commissur eine grosse „Commissurenzelle", die gegen-
über den centralen Ganglienzellen bei Aul. gleichniässigeres Spongio-
plasma, bei Pont, festere und stärkere Fibiillen haben. 3. In der
CentralsLibstanz jedes Ganglions ventral median zwei „Medianzellen",
die multipolar sind, und deren Fibrillen in die der Centralsubstanz
übergehen. 4, Bei Aul. liegt zwischen den beiden Nerven an ihrer
Austiittsstelle eine den Medianzellen ähnliche mit je einem dicken
Fortsatz für jeden Nerven. VI. VII. Das Spongioplasma stellt in
sämmtlichen nervösen Elementen nur ein nicht nervöses Stützgerüst
dar. Es lässt sich das des näheren aus dem Verlauf der Fibrillen
erkennen. VIII. Die Identität der Fibrillen der Gangliencentral-
substanz, der Commissuren und der Nerven einer- und der centralen
Ganglienzellen andererseits lässt sich weiter beweisen. IX. Das
Hyaloplasma ist das Nervöse. Allein in den Zupfpräparaten tritt es
deutlich zu Tage. X. Ganglien, Nerven und Commissuren besitzen
ein festes, bindegewebiges, oft lamellöses Neurilemm. Im Ganglion
trennt ein inneres Neurilemm Centralsubstanz und Ganglienzellen, ein
äusseres diese und die Leibeshöhle bezw. den Blutsinus. Auch
trennen Fortsätze desselben die Ganglienzellpackete. In den Nerven
von Pont, bildet es eine äussere Scheide, während es bei Aul. in's
Innere eindringt. Die radiären Scheidewände der Commissuren sind
keine Fortsetzungen des Neurilemms.
Derselbe (2). Histologische Untersuchungen über das Nerven-
system der Hirudineen. Sitzgsbr. K. preuss. Ak. Wiss. Berlin, J. 1891,
p. 21 — 32, 5 Fig. — Stimmt mit der vorangehenden Arbeit überein.
Rosa, D. (1), Die exotischen Terricolen des K. K. naturhist.
Hofmuseums. — Ann. Hofmus. Wien VI, p. 379—406, Taf. XIII—-
XIV. — ■ Ref. im nächsten Bericht.
Derselbe (2). Viaggio di L. Fea in Birmania e regione
vicine, XXVI Perichetidi, 2a parte. — Ann. Mus. Civ. Genova
(2) X, (XXX), p. 107—122, Taf. I, 1890. — (F, S).
Roule, L. (1). Etudes sur le developpement des Annelides et
en particulier d'un oligochaete limicole marin (Enchytraeoides
Marioni nov. sp.). — Ann. Sei. nat, Zool. (7) VII, p. 107—442,
Taf. Vlll-XXn 21 Fig. 1889. — Ref.: Journ. R. Micr. Soc.
1890, p. 37—39.
1. Theil. Die Entwickelungsstufen.
Die Cocons enthalten 6—9 Eier; die Jungen besitzen beim
Ausschlüpfen schon 14 — 15 Ringel. Die Furchung ist total und
etwas inaequal:^ die beiden ersten Blastomeren sind von ver-
schiedener Grösse, doch tritt keine Trennung zwischen Nahrungs-
und Bildungsdotter auf; es erfolgt niemals eine epibolische Be-
deckung des grossen Blastomers durch die Elemente der kleineren.
Später verschwinden die Unterschiede in der Grösse ganz. Ge-
wöhnlich bildet sich kein Blastocoel; wenn es auftritt, verschwindet
es bis zum Ende der Furchung wieder. Am Ende der Eitheilung er-
in der Naturgeschiclite d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 207
reichen alle Blastomeren den Eimittelpunkt. Später werden sie
durch tangentiale Spaltungen in peripherische und centrale Elemente
getheilt; die letzteren theilen sich weiter in kleine stets innen
bleibende Zellen, während sich die ersteren wiederum durch tang-
entiale Theilungen in peripherische Zellen und in solche theilen,
die die centralen Zellen umgeben. Es liegt jetzt eine Planula mit
einem einschichtigen Ectoblasten und einem Meso-Endoblasten in
Gestalt eines Zellenhaufens vor. Beide Blätter entstehen aus beiden
Primordialblastomeren. Im Mesoendoblasten bildet sich nun eine
Höhle, das Archenteron, das zum Verdauungskanal des er-
wachsenen Thieres wird. Seine Begrenzungszellen gestalten sich
gleichmässig und bilden somit den Endoblasten, während die
fünf oder sechs Zellschichten zwischen ihm und dem Ectoblasten
den Mesoblasten darstellen. Dann treten im letzteren zwei Spalten
auf, je eine auf jeder Seite der Mediane. Sie vereinigen sich oben
und unten, umgeben das Archenteron, und so entsteht das Coelom.
Das durch dieses gebildete äussere mehrschichtige Mesoblastblatt
ist die Somatopleura, das innere meist einschichtige die Splanchno-
pleura. Einige Mesoblastzellen lösen sich los und gelangen in das
Coelom, um dort frei zu werden. Es sind die Mesenchymelemente.
Darauf streckt sich der Embryo, Archenteron und Coelom werden
grösser. Der Ectoblast bildet vorn die Kopfplatte, den Anfang der
Oberschlundganglien. Eine entsprechende Verdickung auf der ven-
tralen Mediane ist die Medullarplatte, die Anlage des ventralen
Nervenstranges. Anfangs sind sie getrennt und einfach, jedoch
werden sie durch das Hervortreten zweier Wucherungsmittelpunkte
doppelt. Mit dem Archenteron setzen sich ein Proct- und ein
Stomodaeum in Verbindung. An dem sich weiter streckenden
Embryo treten vorn 4 oder 5 Ringel auf. Die Somatoiileura und
einige freie Elemente bilden Querwände bis zur Splanchnopleura
hin. Die erste trennt den Kopflappen vom Mundsegment; jener
stellt also das erste Segment dar. Der inneren Segmentation ent-
spricht eine äussere Ringelung. Die Kopfplatte entsendet zwei
Fortsätze, die den Schlundring bilden. Das Stomodaeum bildet
den Pharynx, das Proctodaeum das Rectum. Es entstehen nach
hinten zu neue Ringel, sodass 12 oder 13 vorhanden sind. Dann
entstehen die letzten von hinten nach vorn. Die Borsten ent-
wickeln sich vom Ectoblasten, ihre Muskeln von der Somatopleura
aus. Die Kopfplatte löst sich vom Ectoblasten los und wird zum
Gehirn Die äusseren unter dem Ectoblasten gelegenen Zellen der
Somatopleura bilden in der Peripherie contractile Substanz. Es
entstehen glatte Muskelfaserzellen, aussen der Ring-, innen der
Längsmuskulatur, innerhalb derer Peritonealendothel verbleibt. Die
Nephridien erscheinen als Stränge in der tieferen Schicht der
Somatopleura. Gruppen von 4 oder 5 Zellen treten mit den
Scheidewänden in Verbindung, bilden ein Synplasma und lassen
durch Spaltung in sich die Vibratilkanäle entstehen. Ringel 1 bis 5
entbehren der Segmentalorgane, Ringel 6 bis 8 haben dicke
208 Dr. Carl Matzdori'f: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Scheidewände, die Anlagen der Septaldrüsen, Ringel 9 bis 11 be-
sitzen Segmentalorgane, Ringel 1 2 keine, dann aber wieder alle folgen-
den. Jetzt verlassen dieEmbryonen denCocon. Nnnraehr erscheinen die
Blutgefässe (das dorsale schon etwas früher) als Stämme, die spätermit-
einander in Verbindung treten. Sie bilden sich ohne eigene Wandung
zwischen Splanchnopleura und Endoblast, doch liefert erstere später
eine Wandung. Wenn etwa 22 Ringel vorhanden sind, zeigen Körper-
wandung und Nerven System den endgültigen Bau. Auch die Nephridien
sind fertig. Jedes zeigt einen Körper, der von dem nach aussen ge-
öffneten Kanal durchsetzt ist, und einen engen Hals, der die
Hinterwand des vorangehenden Ringels mit einer Flimmergrube
durchbohrt. Die Zellen der Splanchnopleura füllen sich mit gelb-
grünen Körnchen und bilden somit die den Verdauungskanal aus-
kleidende chloragogene Schicht. Wenn 30 Ringel ausgebildet
werden, entstehen die Geschlechtsdrüsen und die Spermiducte.
Die Segmentalorgane des 11. Ringels verschwinden, dann legen
sich die Hoden im 11., die Eierstöcke im 12. Ringel an, beide aus
dem Peritonealendothel der vorderen Wand jedes der Ringel. Die
Hoden werden lappig und bilden Synplasmen mit kleinen Kernen.
Die Ovarien bleiben ungetheilt und ihre Zollen verschmelzen nicht.
Die Spermiducte treten im 12. Ringel anstelle und in der Art der
Segmentalorgane auf, denen sie durchaus homolog sind. Sie öffnen
sich mit einer weiten Höhlung in den 11. Ringel; nach aussen bilden sie
in der Wand des 12. den Penis. Die 1 cm langen 36 — 40 ringeligen
Thiere entwickeln nun die Geschlechtsdrüsen. Die Hoden treten oft
auch in den 10., die Ovarien in den 13. Ringel ein, deren Nephridien
dann atrophiren. Jetztsind die Thiere erwachsen^ die Geschlechtsorgane
sind reif, die Clitellarregion des 10. bis 13. Segmentes wird deutlich. In
den Hodenbläschen sind Spermoblasten, aus denen durch Theilung
Spermatogemmen entstehen, die eine centrale Cytophore und peri-
phere Spermatocyten enthalten. Aus letzteren bilden sich die Sper-
matozoiden. Die Ovoblasten th eilen sich in das Ei und eine zweite
Zelle, die an einem Eipol einen Zellenhaufen entstehen lässt. Der
Eikern theilt sich und es entsteht somit ein Follikel, der jedoch
vom Ei, wie jener Zellenhaufen vom Dotter resorbirt wird. Einige
Spermatozoiden verlassen den Körper durch den Spermagang, aber
die meisten mit den Eiern durch einen Riss der Körperwand in der
hinteren Gegend des Clitellums. Sein Schleim bildet einen Schutz.
Schliesslich tritt Degeneration der Gewebe ein und das Individuum
stirbt.
2. Theil. Die Organe und ihre Entwickelung. Was die
Keimblätter betrifft, so scheint das Mesoderm in der gesammten Ent-
wickelung der Anneliden, die abgekürzt^ ohne Larvenformen und mit
einer Planula verläuft, von einer mehrzelligen Meso-endoblast-masse
abzuleiten zu sein (ähnlich wie bei den gesammten cranioten Wirbel-
thicren). Der peripher abgeschnürte Mesoblast ist den Mesoblast-
streifen der Trochosphära homolog, doch ist er infolge der Abkürzung
der Entwickelung sofort complex. Der primordiale Endoblast der
in der Naturgeschichte d. freileb. "Würmer während d. Jahres 1891. 209
Trochosphära ist selbst dem Meso-endoblasten von Enchytraeoides
homolog, da ja ans ilim erst der endgültige zum Endoderm werdende
Endoblast sowie die beiden Mesoblastinitialen hervorgehen. Dieses
Verhältniss findet sich wieder bei allen Coelomaten, während bei
den Coelenteraten der primordiale Endoblast wirklich einfach ist und
Endoblast bleibt. Den Embryonen von Enchytraeoides fehlt das
gesammte blastocölische Mesoderm, zumal es ja auch bei der Larve
den Beziehungen zur Aussenwelt dient. Eine Initialgeschlechtszelle,
wie sie Nussbaum für Clepsine beschrieben hat, fehlt allen Anneliden,
ebenso wie Polygordius. Ob die zur Zeit bestehenden Unterschiede
in der Entwickelung von Enchytraeoides und der der anderen
Oligochäten vorhanden sind, kann erst nach neueren Untersuchungen
an letzteren sicher festgestellt werden. — Vom Ectoblasten stammen
das Ectoderm (der Ausdruck Hypoderm ist zu verwerfen), dessen
Cuticula nicht von der Dotterhaut abstammt, die Borsten und das
Nervensystem ab. — Der Endoblast bildet das Endoderm. — Vom
Mesoblasten rühren die Somato- und die Splauchnopleura, das
Coelom, die Blutgefässe, die Segmentalorgane, die Septaldrüsen und
die Geschlechtsorgane her.
3. Theil. Der Bau der Anneliden im Allgemeinen. Für
die Bedeutung des Mesoendoblasten s. die Ausführungen im 2. Theil.
Das Coelom der Anneliden ist kein wahres Enterocöl, da es nicht
unmittelbare Beziehungen mit dem Archenteron hat, sondern in der
Mitte von Zellen, die von den Mesoblastinitialen abstammen, ent-
steht. Hierin stimmen sie mit den Mollusken überein; ja sogar die
als Schizocoel gemachte Anlage des Coeloms ist die gleiche. Ebenso
ist die EntAvickelung des Mesoderms die gleiche. Man darf daher
nicht die Anneliden mit Hertwig unter die Enterocoelier versetzen.
Eine Eintheilung der Metazoen in Entere- und Pseudocoelier geht
nicht an — Da die Hirudineen eine wahre Körperhöhle haben, darf
man sie nicht mit Lang zwischen die Plathelminthen und Chaeto-
poden stellen, zumal sie stets, wie bei den letzteren, in Metameren
getheilt ist und nicht, wie bei den ersteren, einfach. Zu den Coelen-
teraten haben die Anneliden keine Beziehungen. Dagegen stehen
sie den Mollusken sehr nahe, mit denen sie einen Zweig der Trocho-
zoarier darstellen. Dieser Zweig steht durch die Larvenform der
Trochosphäre den Plathelminthen nahe.
Derselbe (2). Considerations sur l'embranchement des Trocho-
zoaires. — Ann. Sei. nat., Zool. (7), XI, p. 121 — 178.
Zu den Trochozoariern gehören folgende Klassen der Würmer:
Archianneliden, Hirudineen, Chaetopoden, Sternaspidier, bewaffnete
und unbewaffnete Gephyreen. Die Charaktere des Stammes werden
unter Besprechung der Entwickelung dieser einzelneu Klassen fest-
gestellt. Sie sind vor allem durch das Auftreten der Trochophora
gegeben, die ectodermale Wimpern, die oft Kinge bilden, deren
einer als Mundkrone bestehen bleibt, ein aus wenigen Initialien ent-
stehendes Mesoderm und eine spaltbürtige Leibeshöhle sowie ein
Paar Kopfnieren besitzt.
Aldi. f. Natnrgesch. Jahrg. 1893. Bd.U. H.3. 14
210 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Die Trochozoarier sind entweder mono- oder polymer. Letztere
Gruppe zerfällt in 2 Unterstämme^ deren erster die unverändert
polymerischen Thiere oder Anneliden umfasst, die sich wieder in
die Klassen der Archianneliden und der Euanneliden gliedern.
Letztere sind Chaetopoden (Oligo- und Polychaeten) und Achaeten
(Hirudineen).
Der 2. Unterstamm umfasst die Thiere, deren Polymerie zerstört
ist, die Pseudoanneliden, die in die Klassen der Sternaspidier und
bewaffneten Gephyreen zerfallen. — Zu den monomeren Trocho-
zoariern gehören u. a. die unbewaffneten und die röhrenbewohnenden
Gephyreen. (S).
Schimkewitsch, W. Versuch einer Klassifikation des Thierreichs.
— Biol. Centralbl. XI, p. 291—295.
Die Würmer gehören zu den Metazoa bilateraüa und zwar hier
zu den Gastroneuren. Diese werden eingetheilt in:
a. Acoelomata.
1. Anaemaria oder Plathelminthes.
2. Haemataria oder Nemertini.
ß. Pseudocoelomata.
1. Nemathelminthes: Kinorhyncha, Echinorhyncha, Nema-
matodes und Nematomorpha.
2. Trichhelminthes : Asegmentata (Rotatoria und Gastro-
tricha), Segmentata (Dinophilidae) und Parasita (Or-
thonectidae, Dicyemidae).
;'. Eucoelomata.
1. Helminthozoa oderVermes: Inarticulata (Sipunculoidea,
Phoronida, Bryozoa, Rhabdoj)leurida), Triarticulata
(Chaetognatha u. Brachiopoda) u. Articulata (Chaeto-
poda, Stelechopoda, Hirudinei und Echiuridea).
2. 3. 4.
Schulze, F. E. Ueber Trichoplax adhaerens. ■ — Abh. Ak.
Wiss. Berlin 1891; 23 pp., 1 Taf.
Die offenbar aus Triest stammenden Thiere halten sich an
grünen Algen auf. Sie sind farblos, bei auffallendem Licht weisslich.
Die Kreisscheibenform ändert sich oft ähnlich wie bei Amoeben.
Das Fortgleiten sowie gelegentliches Falten des Körpers werden
näher beschrieben. Die Dimensionen wechseln. Gesammtgrösse
bis 3,5 mm. Man kann drei parallel über einander liegende Ge-
webschichten unterscheiden, eine dorsale aus einschichtigem Platten-,
eine ventrale ans einschichtigem cilientragenden Cylinderepithel und
eine mittlere, in deren hyaliner flüssigen Grundsubstanz spindel-
oder sternförmige Zellen liegen. Es ist also der Körper einaxig,
imgleichpolig. Die dünne Randparthie entbehrt im ventralen Lager
die sonst überall vorhandenen kleinen glänzenden Kugeln. Irgend
ein mehrzelliges Organ konnte nicht beobachtet werden. Ausser
den Glanzkugeln finden sich grüngelbe höckerige Knollen, die vielleicht
Zoochlorellen sind. Die Spindelzellen des Innern zeigen zuckende
Bewegunoen. Die Ernähruno;s weise konnte nicht sicher festgestellt
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 211
werden. Eine Vermehrung durch Theihing wurde beobachtet.
Dieselbe fand statt, nachdem ein Individuum bandförmig geworden
war, und zerlegte es in zwei gleiche Hälften. Die Auffassung des
Trichoplax als Larve, als abnorme Form oder auch als acöle Tur-
bellarie kann sich Verf. vorläufig nicht anschliessen.
Sharp, B. On a probable new species of Bipalium. — Proc.
Acad. N, Sei. Philad. 1891, p. 120—122. — (P, S).
Shipley, A. E. (1). On the Occurence of Bipalium kewense,
Moseley, in a new Locality; with a Note upon the Urticating Organs.
— Proc. Cambridge Phil. Soc. VII, Cambridge, 1892. p. 142— U7.
Verf., der die zoogeographischen und biologischen Thatsachen
über Bipalium kewense zusammenstellt, erhielt diesen Wurm auch
aus der Umgegend von Bath. Insbesondere geht er auf die Nessel-
organe des Wurmes näher ein. Die Kapseln und ihre Fäden
wnrden deutlich beobachtet. (F).
Derselbe (2). On a New Species of Phymosoma, with a Syn-
opsis of the Genus and some Account of its Geographical Distri-
bution. — Qu. Journ. Micr. Sei. (new ser.) XXXII, p. 111 — 126,
Taf. XI.
Die auf der Bimini-Insel (bei den Bahamas) gefundene neue
Art Ph. Weldonii Avird beschrieben, und es werden die Unterschiede
von Ph. varians erörtert. Ferner giebt Verf. eine Bestimmungs-
übersicht für die 27 Arten der Gattung. 17 von ihnen bewohnen
den malaiischen Archipel, 13 davon endemisch. Ferner finden sich
3 in Westindien, 5 im rothen Meere und 4 auf Mauritius. Ph.
japonicum kommt in Japan, den Fiji-Inseln und Australien, Ph.
Agassizii von derVancouvers-Insel bis zur Magellanstrasse, Ph.Lovenii
bis Bergen und Ph. granulatum im Mittelmeer und bis zu den Azoren
vor. Ausser diesen und Ph. antillarum sind alle Formen tropisch.
Sie sind Seichtwasserthiere und finden sich in Gemeinschaft mit
Korallen. (F, S).
Siinroth, . . . [Rothfärbung in der Natur]. — Sitzb. Naturf.
Ges. Leipzig. XV. u. XVI. Jahrg. (1888—90), Leipzig 1890, pp. 80
bis 81 und 87—88.
Roth sind viele Regen- und Röhrenwürmer, wie die Tubificiden
und Serpuliden.
Soulier, A. (1). Recherches sur les organes formateurs du
tube chez quelques Annelides Tubicoles des Cette, — Assoc. frang.
avanc. Sei., Compt. rend. 19. sess. (Limoges) 1890, 1. partie, p. 201.
Derselbe (2). Dasselbe. Ibid., 2. partie. p. 479— 486 (1891).
Die Perioesophagealdrüsen der Serpuliden, die Claparede als
tubipar bezeichnete und die also nach seiner Meinung die Röhren
absondern, sind, zumal da sie mit einem Flimmer apparat versehen
sind, als Nieren anzusehen. Ihre histologische Untersuchung ergab
keine Schleimabsonderung; ihre Exstirpation hinderte diese nicht.
Vielmehr sondern die Epidermis und namentlich die Schilder den
Stoff für die Röhren ab. Die Epidermis besteht aus einem Netz
von Faserzellen mit langen Fortsätzen, zwischen denen sich Schleim-
14*
212 Dl"- Carl Matzdorff: Bericht über die wisseiiscliaftl. Leistungen
Zellen finden. Der gleiche Bau kommt bei erranten Anneliden vor.
Derselbe (3). Etudes sur quelques points de l'anatomie des
Annelides Tubicoles de la region de Cette (Organes secreteurs du
tube et appareil digestiv). — Trav. Inst. Zool. Montpellier et Cette,
N. S., Mem. No. 2, Paris, 310 pp., 10 Taf.
Nachdem Verf. die allgemeine Körperform der Serpuliden mit
Rücksicht auf ihre sitzende Lebensweise behandelt hat, geht er in
einem ersten Theil auf den Bau und die Abscheidung der Rohre
ein. Einer historischen Einleitung folgen folgende Kapitel. 1. Die
Periösophagealdrüsen wurden an Spirographis Spallanzanii Viv., Sa-
bella viola Gr., Branchiomma vesiculosum Mont., Protula Meilhaci
Marion, Serpula infundibulum D. Gh., Hyroides pectinata Mrzllr.,
Myxicola oesthetica Mrzllr. und M. infundibulum Gr. untersucht. Sie
bestehen aus einem Flimmertrichter, einem Excretionsepithel und
aus dem Kanal, dessen Epithel dem der Körperoberfläche gleicht.
Die gemeinsame Aussenöffnung Hegt dorsal zwischen den Kiemen-
lappen. Ihre Funktion ist die von Nieren; mit der Bildung des
Schleimes und der Röhre stehen sie in keinem Zusammenhang.
2. Die plötzliche Rückzugsbewegung der Serpuliden hat zur Folge,
dass aus dem Kiementrichter Schleim in Knäuel- (Branchiomma,
Myxicola, Serpulideen) oder Fadenform (Spirographis, Sabella) aus-
gestossen wird. Er enthält Hauttrümmer, Fremdkör[)er ü. dergl.
Dabei finden Rotationsbewegungen statt. Wenn bei den Sabellideen
der Vorderkörper aus der Röhre hervorragt, stützen sie ihre Brust-
schilder gegen deren Rand. Der Kragen liegt oft mit seiner con-
caven Fläche der Röhrenöffnung auf. Die Serpulideen strecken da-
gegen stets nur Kiemen und Kragen heraus. Letzterer liegt stets
auf dem Rande des Kalkgehäuses. Die Eriographideen und vielleicht
Branchiomma verlassen ihre Wohnung und bauen sich eine neue
Röhre. Die Serpulideen, Sabella und Spirographis bauen keine
neue, sondern sterben bald. 3. Der genannte Schleim dient nicht
zur Bildung des Gehäuses; er wird wahrscheinlich von der Epi-
dermis ausgeschieden. Dagegen scheiden Branchiomma und Myxi-
cola, wenn sie ihre Galerieen verlassen haben, leicht, und zwar zu-
nächst am Hinterkörper, eine neue zarte Schleimschicht aus und
bauen so eine neue Röhre. Die Ausscheidung erfolgt sehr rasch.
Bei den Serpulideen, Sabella und Spirographis aber wird die Röhre
im Larvenzustand begonnen, während des Lebens fortgebaut und
nicht erneut. Da die Schilder und die Kragen bei ihnen im steten
Kontakt mit der Röhrenöffnung bleiben, so haben sie einen wesent-
lichen Antheil an der Bildung neuer Theile derselben. Doch dienen
auch die Schilder als Stütze und sie, sowie der Kragen, nebenbei
als Respirationsorgan. Die Epidermis scheidet das Röhrenmaterial
aus. 4. Die unter 2 geschilderte Schleimausstossung geschieht in
der Weise, dass der Schleim von der ,,copragogen" Furche von
vorn nach hinten befördert und dann, durch die Palpen in die end-
gültige Form gebracht, in den Kiementrichter gestossen wird. Es
wird auf diese Weise die Röhrenhöhle von allen Fremdkörpern und
in der Naturgeschichte d. freilel). Würmer während d. Jahres 1891. 213
allem Schmutz gereinigt. Die Drehbewegungen des Körpers ver-
einigen die Auswurfsmassen. Natürlieh kann dieser Schleim nicht
an der Röhrenbildung Theil nehmen. Die plötzlichen Rückzug-
bewegungen befördern gleichfalls durch Wasserspülung die Reinigung
der Röhre. 5. Sodann wird der Verdauungskanal beschrieben.
Der Mund und der Kiemenapparat. Die Palpen sind umge-
wandelte Kiemenfiedem. Sie sitzen auf der dorsalen Lippe. Die
Lippen tragen Wimpern. Zwei Kiemenfäden sind am Grunde
durch ein U-förmiges bewimpertes Polster vereinigt. Das Epithel
des Oesophegus hat zahlreiche einzellige Schleimdrüren. Magen
und Darm. Am Ende des letzteren wiederum Schleimdrüsen.
6. Ein centripetaler Strom läuft die Wiraperfurchen der Fliedern
und der Rachis der Fäden entlang, geht gegen den Mund längs der
ventralen Lippe, wo er sich mit dem unter 4 beschriebenen centri-
fugalen kreuzt, oder längs der Wimperregionen des Kopflappens.
Er bringt die Ergreifung der Schleimmassen zu Wege, die nun-
mehr entfernt werden.
Der 2. Theil betrifft den histologischen Bau der Epidermis.
Nachdem die früheren Untersuchungen, sowie die Präparations-
methoden auführlich erörtert worden sind (es wurde namentlich
grosse Sorgfalt darauf verwendet, die Zellen zu trennen und einzeln
zu studiren), werden die einzelnen Arten (s. o.) in erschöpfender
Weise abgehandelt. Die Epidermis (auch früher wohl Hypodermis
genannt) besteht aus Stützzellen, die ein alveoläres Netz darstellen,
in dessen Maschen Drüsenzellen liegen. Namentlich in den Schildern
ist die (überall vorhandene) subopidermale Schicht stark entwickelt,
und die Fülle der gefüllten Alveolen spricht für eine reiche Drüsen-
thätigkeit. Ebenso steht es mit der hinteren Fläche des Kragens.
Die Epidermis sondert also den Schleim ab, der zur Bildung der
Röhre dient. Die Drüsenzellen sind je nach der vorherigen Thätig-
keit des Thieres voll oder leer. Namentlich, wo eine rasche und
starke Schleimabsonderung stattfindet (Myxicola, Branchiomma), ist
die Epidermis stark ausgebildet. Das Bindegewebe der Subepidermis
giebt den Stütz- und Schleimzellen der Epidermis den Ursprung.
Die Faserzellen der Subepidermis sind ectodermalen Ursprungs,
gleichen aber trotzdem völlig denen des Mesoderms. — Weiter
wurden nun Terebelhden, Telethusiden , Maldaniden, Spionideu,
Amphicteniden und Capitelliden in den Kreis der Untersuchung ge-
zogen. Ueberall fand sich der gleiche Bau der Epidermis. Bei den
freilebenden Anneliden (die Aphroditiden, Euniciden, Glyceriden,
Nephthydiden, Sylliden, Phyllodocidon, Nereiden wurden untersucht)
sind die Alveolen sehr klein, und die eigenthümliche Verdickung
der Epidermis der Ventralfläche ist wohl der Ursprung der stärkeren
Verdickung, die bei den Tubicolen die Schilder darstellt. Auch die
Epidermis, ausschliesslich des Clitellums, der Oligochäten zeigt alveo-
lären Bau. Bei allen Formen steht die Grösse der Elemente im
Zusammenhang mit der Doppelfunktion der Epidermis: Schutz und
Secretion.
214 Dr. Carl Matzdorff: Bericlit über die wissenschaftl. Leistungen
Spencer, W. B. Notes on some Victorian Land Planarians. —
Proc. R. Soc. Victoria (New. Ser.) III, p. 84—93, Taf. XI— XIL —
10 sp. Geoplana (2 nov.). (F, S.)
Spengel, J. W. lieber die Gattungen der Enteropneusten.
Verh. deutsch, zool. Ges. I. Leipzig, 8«, 1891, p. 47-48.
Die 19 Arten bilden 4 Gattungen. Ptychodera hat nur äussere
Ringmuskeln, Balanoglossus gar keine, Glandiceps und Schizo-
cardium innere Ringmuskeln. Ptychodera zeigt einen eigenthüm-
lichen Kragen und, ebenso wie Schizocardium, Synaptikeln und
Lebersäckchen. Letzteres, sowie Glandiceps weisen einen Wurm-
fortsatz am Eicheldarm und zwei Ohren an der Herzblase auf.
Manche Schizocardium-, Glandiceps- und Balanoglossus-Arten haben
Darmpforten, Gl. hacksi einen Nebendarm. (S.)
Spoof, A. R, Notes about some in Finland found Species of
non-parasitical Worms (Turbellaria, Discophora et Oligochaeta Fen-
nica). Abo, 1889. 8^, 28 pp. _ _ (F.)
Steindachner, F. Veröffentlichungen der Commission für Er-
forschung des östlichen Mittelmeeres. Vorläufiger Bericht über die
zoologischen Arbeiten im Sommev 1891. — Sitzb. math.-natw. Gl.
Ak. Wien C, Abth. 1, Wien, 1891, p. 435-447 (Gephyrea und
Polychaeta p. 446—447).
Für eine Anzahl Fundorte werden Würmer aufgeführt. Im syste-
matischen Abschnitt werden 7Gephyreen genannt, darunter der für das
Mittelmeer neue Sipunculus phalloides Düb. et Kor. (1298 m), sowie
Aspidosiphon Mülleri Dies. (760 m) und Bonellia viridis Rol. (620 m);
auch neue Arten. Die 8 Polychaeten gehören den Gattungen Chloenea,
Notophyllum, Nephthys, Haplosylhs, Typosyllis, Eunice und Glycera
an. Die Chloenea ist nicht Chloeia fucata Qfg., sondern eine neue
Art, Chloenea explorata. Notophyllum alatum Langerh. aus dem
atl. Ocean. (F, S.)
Stiihlmaim, F. Beiträge zur Fauna centralafrikanischer Seen. I.
Südcreek des Victoria -Niansa. — Zool. Jahrbuch., Abth. Syst. V,
p. 924—926.
Im Uferschlamm eine neue Dero, 2 mm lang, mit 18 Segmenten;
die ersten 4 mit 5 Hakenborsten, die übrigen mit 2borstigen Dorsal-
bündeln. Das Hinterende 2 Hautanhänge und 2 Paar Kiemen. Kopf
breit, zum Ansaugen eingerichtet, Kopflappen mit feinen Borsten.
(F, S.).
Thiele, J. Die Stammesverwandtschaft der Mollusken. Ein
Beitrag zur Phylogenie der Thiere. — Jena, Zeitschr. f Nat. XXV,
p. 480—544.
Im Anschluss an Lang's Ansicht, dass die Polycladen durch
Vermittelung von Coeloplana und Ctenoplana sich an die Cteno-
phoren anschliessen, findet Verf , dass diese die am wenigsten modi-
ficirten Coelenteraten sind. Aus ihnen haben sich die Bilateralien
entwickelt, und jene beiden Gattungen stehen auf der Grenze der
Ctenophoren und Polycladen. Diese bilden die einheitliche Wurzel
des Bilaterienstammes, und alle Wimperlarven desselben sind von
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 215
der Müllor'schen Larve abzuleiten. Einerseits stammen nun hiervon
die Trematoden, andererseits die Turbellarien und hiervon die
Cestoden ab. Unter den Polycladen führen die mit einem Saug-
napf versehenen zu den höheren Bilaterien. Durch Vergrösserung
dieses Saugnapfes führen sie zu den Mollusken. Der Vergleich
dieser Gruppe mit den Polycladen wird weiter ausgeführt. Die
Solenogastres stehen in engen Beziehungen zu den Chaetopoden
und Nemertinen. Sie, sowie die Nematoden, Gastrotrichen und Ro-
tatorien sind auf geraeinsame Stammformen zurückzuführen. Zwi-
schen den Solenogastres und den Nemertinen stehen die Anneliden,
die, wie aus vielen Punkten hervorgeht, ersteren näher als letzteren
stehen. Die von den Turbellarien abstammenden Nemertinen haben
sich früher abgezweigt, als sich der Anneliden -Molluskenstamm
theilte. Von eben diesem Stamme entsprangen Gastrotrichen, Ro-
tatorien, Echinoderen und Nematoden. Gastrotrichen und Rotatorien
schliessen sich durch den Besitz von Pronephridien eng an die Tur-
bellarien an, stehen aber höher. Echinoderen und Nematoden nähern
sich mehr den Solenogastres. Die Larve der kotyleen Polycladen
ist durch Vereinfachung der präoralen Wimperschnur in die Tro-
chophora übergegangen. Auf diese Ableitung geht Verf. noch
weiter ein.
Thompson, P. G. A New Species of Dasydytes — Order Gastro-
tricha. — Science Gossip pp. 160 — 162, 2 Fig. 1891. — Ausz.: Journ.
R. Micr. Soc. 1891, p. 602. (P, S.)
Treadwell, A. L. Preliminary Note on the Anatomy and Hi-
stology of Serpula dianthus (Verrill). — Zool. Anz. XIV, Leipzig,
1891, p. 276—280; 2 Taf.
Das Thier hat ein Operculum, ein kleines Pseudoperculum, eine
nur die freien Theile bedeckende Cuticula, keine Cilien, eine all-
gemeine Hypodermis, weder Stern- noch Inselgewebe der Sub-Hy-
podermis. Diese Schicht ist umgewandeltes Connectivgewebe. Vom
Gehirn gehen wohlentwickelte mannigfache Nerven ab. Die ein-
zigen Segmentalorgane sind die röhrenbildenden Drüsen, die einen
gemeinsamen Ausführgang haben. Jedes hintere Segment hat zwei
Ovarien; die Eier liegen in der Leibeshöhle. Hinten hat jedes
Segment eine Ausführöffnung für die Eier.
Vaillant, L. Nouvelles etudes sur les zones littorales. — Ann.
Sei. nat., Zool. (7) XII, p. 39-50.
Leucodore ciliatus Johnston, auf dessen Bau und Gewohnheiten
Verf. eingeht, lässt die einzelnen Unterzonen der Strandregion deut-
lich erkennen, da er nicht lange ausser Wasser bleiben kann.
Vejdovsky, F. (1). Entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen.
Heft 2. Die Entwicklungsgeschichte von Rhynchelmis und der Lum-
briciden. Prag, 1890, p. 167—298, Taf. 11—20.
Cap.V. Die weiteren Furchungsvorgänge des Rhynchel-
mis-Eies bis zur Anlage des Embryo. Die Entstehung der Meso-
meren ist die folgende. Das erste sprosst hinter den Micromeren
hervor, wächst, w^andert nach vorn und verdrängt die vier Micro-
216 Di"- Carl Matzdorff: Bericht über die Wissenschaft). Leistungen
meren. Das zweite entsteht als Knospe über dem Protoplasma-
scliildchen, das der Bildung der Mesomeren vorangellt, wandert
nach vorn und verdrängt das erste Mesomer. Das dritte entsteht
wie das zweite, wandert aber nicht. Mit der Bildung jedes Meso-
meres nimmt das Protoplasma in dem hinteren Macromer ab. Das
Protoplasma der Mesomeren ist dicht und zähflüssig. Die Tochter-
periplaste entstehen endogen in dem Mutterperiplaste, der einen
hyalinen Hof um den Kern bildet. — Die Vermehrung der Micro-
meren erfolgt durch Theilung der vier ei'sten und durch Entstehung
neuer kleiner Zellen aus den vorderen drei Macromeren. Nach der
Bildung der drei Mesomeren erweitert sich das dritte in der Quer-
achse und theilt sich; ihm folgen das zweite und dann das erste.
Weitere Zweitheilungen erfolgen in den ersten beiden Paaren
und so entstehen aus jeder der 4 Zellen zwei Blastomeren, die sich
weiter theilen. Die beiden letzten secundären Mesomeren verharren
in ihrer Gestalt. Jetzt erscheinen auch neue aus den Macromeren
hervorgegangene Blastomeren, indem sich jedes Älacromer vergrössert
und theilt, wobei die neu entstandenen unterhalb der Micro- und
Mesomeren liegenden Macromeren kleiner als die Mutterkugeln sind.
Damit ist ein der Gastrula vergleichbares Stadium erreicht. Die
Micromeren und das Paar Mesomeren bilden das obere Keimblatt,
den Epiblast, die Macromeren das untere Blatt, den Hypoblast. Es
liegt eine Pachy gastrula vor. Sehr bald dringen nun die grossen
Mesomeren in die primäre Furchungshöhle ein, wobei sie von den
Hypoblastzellen unterstützt werden. Sie bilden nun die Anlagen
eines neuen Blattes, sind also Promesoblasten geworden. Die von
ihnen erzeugten Zellreihen stellen die Keim- oder Mesoblaststreifen
dar, die somit allein aus den beiden Promesoblasten hervorgehen.
Weitere Theilungen im Epi- und Hypoblasten folgen. Der erstere
wird durch eindringende Mesoblastzellen verstärkt, da er sich nur
schwach theilt. Zugleich verschieben sich die Keimstreifen vom
animalen zum vegetativen Pol; der Grund ist die fortwährende
Theilung der Hypoblastzellen. Sind die Mesoblaststreifen ganz auf
die untere Fläche des Hypoblastes verschoben, dann verengt und
schliesst sich endlich der Blastoporus. Es liegt dabei aber keine
Epibolie, sondern eine Art Invagination vor.
Kap. VI. Furchung des Lumbriciden-Eies. Das Ei theilt
sich in zwei gleich grosse Zellen. Ein dreikugeliges Stadium wurde
nur bei Allurus tetraeder gefunden. Schon frühzeitig sondern die
Micromeren in Canälchen entstandene Flüssigkeit ab. Weitere
Furchungsstadien. Die Verhältnisse ähneln denen bei Rhynchelmis
beschriebenen. Jedenfalls liegt keine typische Gastrula, sondern
gleichfalls eine Pachygastrula vor. Auch hier theilen sich die
Hypoblastzellen räch, während sich die des Epiblastes mehr passiv
verhalten. Nun schliesst sich der Blasto]3orus und jetzt stellt das
Tliier das jüngste Larvenstadium dar. Die Larve rotirt in der
Eiweissflüssigkeit, um so rascher, je dünner diese ist, durch die Be-
wegung des Flimmerbesatzes der Bauchfläche. Hier sind die Zellen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 217
etwas höher wie die des Epiblastes. Vorn Hegen zwei grosse
Zellen, hinten der grosse Promesoblast und sein erstes Theilungs-
produkt. Diese Larve ist der freilebenden Larve der Polychaeten
homolog, wobei sich der Vergleich auf die freie Bewegung und die
starke Excretion stützt. Auf die letztere wird näher eingegangen.
Die älteren Larvenstadien zeichnen sich vor allem durch die Anlage
der Mesoblaststreifen aus, die allein vom Promesoblasten gebildet
werden. Der larvale Excretionsapparat gelangt zur vollen Aus-
bildung. Weiter differenziren sich die Mesoblaststreifen und ihre
äusseren, zu beiden Seiten des Blastoporusrestes hinziehenden Theile
stellen die Anlagen des ersten Segmentes vor. Auch hier bildet
sich die definitive Hypodermis aus dem Epiblasten, der durch
Mesodermelemente, die in ihn eindi-ingen, verstärkt wird. Auf der
nächsten Stufe tritt das Stodomaeum auf als eine Röhre am Rande
des Blastoporusrestes. Vorn an dem Mesoblaststreifen gliedern sich
die Kopfkeime ab. Die hohlen Anlagen des ersten Segmentes bilden
die Splanchno- und Somatopleura. Es entsteht die Kopfhöhle durch
ihr Auseinanderweichen. Weiter gliedern sich die Mesoblaststreifen
zu Ursegmenten und fliessen in der ventralen Medianlinie zusammen.
Pronephridien^ Segmentbildung, Umbildung von Hypodermiszellen zu
Neuroblasten. Die Gestalt der Lumbriciden-Embryonen im Allge-
meinen.
Anhang. Ueber Zwillingsbildungen der Lumbriciden.
Sie werden bei Lumbricus terrestris, Allolobophora foetida, häufiger
bei A. trapezoides gefunden. Verf. geht auf die einzelnen Fälle
und ihre Entwickelung genau ein. Es wurden beobachtet Doppel-
raissbil düngen, wo die Individuen mit den Bauchflächen und mit den
Rückenflächen der ganzen Körperlänge nach vei^wachsen waren,
sowie polare Verwachsungen, bei denen die Individuen eine ver-
schiedene Lage zu einander hatten. Die „doppelschwänzigen" Regen-
würmer sind aus solchen Missbildungen abzuleiten. Die einzige Er-
klärung für sie ist ein als Doppeifurchung des Eies zu bezeich-
nender Vorgang. Dieselbe wird für Allolobophora trapezoides genau
geschildert und abgebildet. Warum bei dieser Art Doppelbildungen
häufiger vorkommen, dafür giebt der Verf einige Anhaltspunkte,
die Variabilität der Art (nur die grossen grauen Thiere bilden sie
häufiger), die Temperatur (im Juli und August ausnahmslos Doppel-
bildungen).
Kap. VII. Der Embryonalkörper von Rhynchelmis. In
eingehender Weise wird die Umbildung der larvalen Form zum aus-
gesprochenen Annulatenkörper geschildert. Die Einzelheiten lassen
sich hier nicht zusammenfassen.
Derselbe (2). Bemerkungen zur Mittheilung H. Fol's „Con-
tribution ä l'historie de la fecondation". — Anat. Anz. VI, p. 370—375.
Verf. betont, dass er die centrokinetischen Vorgänge im be-
fruchteten Ei von Rhynchelmis zuerst beobachtet hat. Van Benedens
Attraktivsphären sind seine Periplasten und dessen Centralkörperchen
sind die Tochterperiplaste. Nur ein Theil des Archoplasma ent-
218 ^^- Carl Matzdorff: Bericht über die wisseuschaftl. Leistungen
spricht dem Periplasten. Die vom Verf. gemachten Beobachtungen
sprechen gegen die Fol'sche Lehre.
Derselbe (3). Note sur un Tubifex d'Algerie. — Mem. Soc.
zool. Fr. IV, p. 596—603, Taf. XV.
Tubifex Blanchardi unterscheidet sich von allen Gattungs-
genossen durch das Fehlen von haarförmigen Borsten in den
Rückenbündeln. Es muss danach die allgemeine Diagnose der
Gattung abgeändert werden. Sonst ähnelt Tub. Bl. dem euro-
päischen T. rivulorum.
Anlässlich der Beschreibungen der Spermatophoren des ge-
nannten Wurmes geht Verf. im allgemeinen auf die Bildung der-
selben bei den Tubificiden ein. Entweder bilden jene sich in den
Samentaschen (Tubifex, Psammoryctes, Limnodrilus, Spirosperma,
Hemitubifex und vielleicht Camptodrilus und Lophochaeta) oder sie
sind an der Haut befestigt (Bothrioneuron, Criodrilus, Lumbriciden)
oder sie fehlen (Telmatodrilus und Ilyodrilus). Die Axe der
Spermatophoren von Tubifex wird von der Cementdrüse, ihre
äusseren Schichten werden von den Drüsenzellen der Samentaschen
gebildet. Da Ilyodrilus keine Cementdrüse hat, fehlen ihm auch
die Spermatophoren. Ferner sind diese in der ersten Gruppe
verwickelter als in der zweiten (Criodrilus u. s. av.) gebaut. Bei
Bothrioneuron entstehen sie in einem der Cementdrüse homologen
Organ, nämlich einer Drüsenrosette, der „Prostata", die in einem
birnförmigen Divertikel, dem „Paratrium", des Atriums liegt. Die
Prostadrüse Benham'scher Bezeichnung würde des Verfassers
Paratrium sein, von dem sich erst secundär Prostata- und Cement-
drüsen (Tubifex) abzweigen. (T, S).
Derselbe (4). Können die Enchytraeiden eine Rübenkrankheit
verursachen? — Zeitschr. Zuckerindustr. Böhm. XVI, 6 pp. —
Ref. Zeitschr. f. Naturw. LXVII (5. Folge Bd. V), p. 276—277 (1894).
Ref. nach: Natwiss. Wochenschr., VII, p. 147 (A. Collin)
Sie sind gefährlicher als Heterodera. Mit ihren messerförmigen
chitinigen Mundorganen verwunden sie die Pflanzen wurzeln, um
diese dann auszusaugen. Wahrscheinlich ist auch Dorylaimus für
die Rübenkultur nachtheilig.
Töltzkow, A. Vorläufiger Bericht über die Ergebnisse einer
Untersuchung der Süsswasserfauna Madagascars. — Zool. Anz.
XIV, p. 214-217, 221—230. (F).
Vogt, C. Sur le parasitisme transitoire d'une Turbellariee
triclade (Gunda sp.). — Assoc. frang. avanc. Sei. (Marseille) 1891,
Compt. rend., 1. partie p. 239 — 240.
Unter Leptocephalen war eine Fischlarve, wahrscheinlich auch
einer Muraenide, deren Haut kleine kreideweisse Kysten trug.
Diese enthielten junge Exemplare einer bei Nizza nicht seltenen
Gunda.
Voigt, W. [Planaria alpina Dana in der Nähe von Bonn]. —
Verh. nat. Ver. preuss. Rheinl. etc. Bd. XL VIII; Anhang: Sitzb.
niederrhein. Ges. Nat. p. 37 — 38. — Notiz über die Litteratur u.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 219
Verbreitung v. P. alpina u. Liste anderer dort gefundener Tur-
bellarien, Hirudineen u. Oligochaeten. (P).
Planaria alpina Dana ist wahrscheinlich mit F. abscissa Jij.
aus dem Thüringer Wald und F. arethusa Dal, aus England
identisch.
Waguer, F. you (1). Zur Kenntniss der ungeschlechtlichen
Fortpflanzung von Microstoma, nebst allgemeinen Bemerkungen über
Theilung und Knospung im Thierreich. — Zool. Jahrbuch, Abth. f.
Anat. IV, p. 350—423, Taf. XXII— XXV. — Ref.: Journ. R. Micr.
Soc. 1891, p. 198—199. — (cf. Vorlauf. Mitth. im Ber. f. 1889, p. 123.)
Verf. hält Micr. giganteum Hallez für verschieden von M. lineare
Oerst. ; ersteres unterscheidet sich besonders durch den Mangel von
Haftpapillen am abgestumpften Hinterende und den Besitz eines
mächtigen, fast bis an das Vorderende des Thieres reichenden prä-
ösophagealen Darmabschnitts; genaue Diagnosen beider Arten. Mit
der Schilderung der ungeschlechtlichen Fortpflanzung der
Microstomeen ist eine Besprechung der Ansichten von Graff und
Hallez verknüpft, I. Das Auftreten der Kettenbildung hängt nicht
von der Grösse des Thieres ab: bisweilen fand Verf. kleine Exempl.,
welche bereits Ketten darstellten, während viel grössere noch ohne
Andeutung von Ketten waren. Die erste Querwand grenzt nicht
immer das letzte Körperdrittel oder -viertel ab, sondern ist bis-
weilen der Körpermitte sehr genähert; es können auch 2 Septen
gleichzeitig auftreten. Der von Hallez und von Graff angegebene
Wachsthumsrhythmus ist nicht allgemein giltig: nur 20 — 30 % der
untersuchten ThierstÖcke zeigten jenes Schema, Die Schnelligkeit
der Frolification ist der Wachsthumsenergie proportional, welche
wieder von den Ernährungs Verhältnissen abhängig ist: reichliche
Nahrung beschleunigt das Wachsthum und dadurch die ungeschlecht-
liche Fortpflanzung. Ferner wächst ein mit der Anlage eines Theil-
thieres versehenes Individuum in der Längsachsenrichtung schwächer,
sonst aber allgemein und gleichmässig. Die Loslösung der Indi-
viduen erfolgt, wenn 3 oder 4 Zooide fertig sind; oft ist ein äusserer
Reiz der Grund.
IL Die inneren Vorgänge betreffen zunächst die Septenbildung
und die Ablösung. Die Bildung der Scheidewände geht vermuth-
lich von der Muscularis des Darmes aus. Hand in Hand mit ihrer
Entstehung geht die Bildung einer Darmfalte, die stets eine Ring-
falte ist. Sie wird durch das Längenwachsthum und durch die Re-
generation auf der Bauchseite eingeengt, bis die Fassage unmög-
lich wird. Das ist der Zeitpunkt der normalen Trennung. — Die
Betrachtung der Regenerationsvorgänge bei der ungeschlechtlichen
Fortpflanzung des Microstoma führt zu dem Schluss, dass sie auf der
ßildungsfähigkeit von Elementen des Farenchyms beruhen. Der
Schlundring stellt ein Pharyngealnervensystem dar, das zum Cen-
tralnervensystem keine Beziehungen hat. Er entsteht daher auch
bei der Regeneration unabhängig von diesem. Die neuen Ganglien-
zellen des Gehirnes entstehen aus Bindegewebszellen, wobei die
220 Dr. Carl Matzdorff : Bericht, über die Wissenschaft!. Leistungen
Längsnerven den Anstoss zur Neubildung des Gehirnes geben. Die
sehr rasch vor sich gehende Erneuerung des Pharynx beginnt mit
der Bildung von Epithel nahe dem Darm, die centrifugal fort-
schreitet. Das Epithel bildet erst spätei' Wimpern. Um den
Schlund herum entsteht aus Parenchym der Schlundring. Die
Augen treten wie der Schlund nach dem neuen Gehirn auf. Die
Flimmergruben setzen sich aus epidermoidalen Wimpergruben und
einer tiefer entstehenden Zellrosette zusammen, in welch letztere
die ersteren durchbrechen. Auch die Kopfdrüsen haben einen
parenchymatischen Ursprung. — Bei allen Turbellarien nehmen die
Regenerationen vom Mesoderm (Parenchym) ihren Ausgang.
Die allgemeinen Bemerkungen über Theilung und
Knospung im Thierreich geben vor allem eine scharfe Erörte-
rung und Definirung aller hierher gehörenden biologischen Begriffe.
F'ür die Klarlegung der Begriffe der Regeneration, der Dissection
und des Wachsthums, sowie der Knospung werden vielfach Bei-
spiele aus dem Gebiete der Würmer herangezogen.
Derselbe (2). Zur Kenntniss des Baues der sog. Haftpapillen
von Microstoma lineare Oerst. — Zool. Anz. XIV, p. 327 — 331 ; 1 Fig.
Diese Organe sind die über die Ej)idermis nahezu bis zur Höhe
der freien Wimperenden vorragenden Endabschnitte der Ausführ-
gänge einzelliger Drüsen. Es sind feine Röhrchen mit zarten con-
tractilen Wandungen. Die Drüsen, „Klebdrüsen", liegen dicht unter
der Epidermis; es sind 10 bis 30.
Walcott, C. D. The Fauna of the Lower Cambrian or Ole-
nellus Zone. — X. ann. rep. U. S. Geol. Surv. 1888/89 pt. 1, Geology,
1890 p. 515—658, Taf. 49—98, Fig. 45—69, (Annelida p. 588,
602 — 604). — Spuren und Röhren verschiedener Anneliden. (F, S.)
Ward, H. B. On some Points in the Anatomy and Histology
of Sipunculus nudus L — Bull. Mus. Comp. Zool. Harv. Coli.
Vol. XXI, Cambridge, p. 143— 182, Taf. I— III.
Nachdem die Einstülpung und die Tentakularfalten besprochen
worden sind, geht der Verf. auf den histologischen Bau des Thieres
ein. Die Körperwandung lässt zunächst eine Cuticula und die Hypo-
dermis erkennen, unter der eine Cutis liegt. Weiter finden sich
Farbstoffzellen und Hautkörper. Unter letzteren versteht Verf. zwei-
und mehrzellige Drüsen undSinnespapillen. Weiter werden die Muskel-
lager abgehandelt. An der Tentacularfalte werden die Oralwandung,
die Wanderzellen, die Muskeln, das Gefässsystem und die aborale
Wandung eingehend betrachtet. Das Nervensystem besteht aus
Gehirn, den Gehirnnerven, dem ventralen Nervenstrang und den
Plexis. Das mit dem bewimperten Kanal verbundene Gehirorgan
mit seinem Drüsenfelde betrachtet Verf. als ein activ functionirendes
Organ, das dem Wimperpolster von Phascolosoma homolog ist.
Watson, A. T. The protective device of an Annelid. — Nature
XLIV, p, 507—508; 3 Fig.
Bei einer kleinen Sabellide von Jersey rollt sich, wenn sich das
Thier in die Röhre zurückgezogen hat, ihr Anfang zusammen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 221
und schützt so durchaus den Eingang vor dem Eindringen von
Feinden.
Whitiuau, C. 0 (1). Spermatophores as a means of Hypo-
dermic Impregnation. — Journ. of Morph. IV, p. 361 — 406, Taf.
XIV, 3 I^ig.
Bei Arten der Gattung Clepsine aus Europa, Japan und Ame-
rika konnte nie eine Geschlechtsöffnung gefunden werden. Hier
dringen die Spermatophoren wirklich durch die Haut bis in die
Leibeshöhle ein. Durch die zur Zeit der Eireife stark ausgedehnte
Wandung der Eisäcke dringen ohne Frage ebenfalls die Spermato-
zoen, ohne dass eine Oeffnung da ist, zu den Eiern hindurch, wenn
auch dieses Durchdringen nicht wie das der Spermatophoren durch
die Körperwandung, beobachtet werden konnte. Verf. stellt die auf
diesen Punkt, die ,,hypo dermale Imprägnation", bezüglichen früheren
Beobachtungen über die Begattung etc. zusammen, und zwar für
folgende Egel: Clepsine complanata, C. tessulata, C. marginata, C. sp.,
Nephelis, Piscicola, Pontobdella, Hirudo, Aulostoma, Macrobdella.
Sodann wird auf Beobachtungen, die an Clepsine plana gemacht
wnirden, näher eingegangen. Die Ablage, der Bau und das Ein-
dringen der Spermatophoren werden ausführlich beschrieben.
Schliesslich geht Verf. in ähnlicher Weise, wie das für die ge-
nannten Egel geschehen, kritisch besprechend auf Turbellarien,
Rotatorien, Dinophilus, Tubificiden, Lumbriciden, Capitelliden und
Arthropoden ein. (F, S.)
Derselbe (2). Description of Clepsine plana. — Journ. of
Morph. IV, p. 407—418, Taf. 15.
Verf. giebt eine ausführliche Diagnose und Einzelbeschreibung
dieser Art. Die Artmerkmale dieser Egel sind schwierig festzu-
steUen. (F, S.)
Wilson, E. B. (1). The Embryology of the Earthworm. —
Journ. Morphol. III, Boston, p. 387—462, Taf. 16—22. 1889. —
Ref.: Journ. R. Micr. Soc. 1890, p. 327—328.
Beschreibender Theil. Es wurden Lumbricus terrestris,
communis und foetidus untersucht, deren Entwickelung in den all-
gemeinen Zügen übereinstimmte. Die Eier werden während des
ganzen Jahres, doch vornehmlich im Frühjahr und Sommer abgelegt.
Die Eifurchung ist ungleich und wechselnd; sie besitzt einen stark
abgeänderten Charakter. Der Mesoblast ist lange vor der In-
vagination der Gastrula differenzirt. Durch embolische Einstülpung
bildet sich eine Gastrula mit einem grossen Blastocöl. Der Blasto-
porus nimmt anfangs die ganze Ventralfläche ein, wird dann schlitz-
förmig (die Längsachse der Lage der des erwachsenen Thieres
entsprechend) und schliesst sich von hinten nach vorn. Der vordei'ste
Abschnitt bleibt als Mund bestehen. Die Keimstreifen sind schon
zur Zeit der Invagination gebildet und liegen zur Seite des primi-
tiven Blastoporus. Sie sind von Anfang an in der Mittellinie hinter
der Hinterlippe des Blastopores vereinigt, bleiben aber vorn bis zur
Bildung des Mundes getrennt, verbinden sich dann in der medianen
222 Dr. Carl Matzdorf f: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Rückenlinie und bilden so einen vollständigen Längsring um die
Gegend dos primitiven Blastopors. — Der gesammte Mesoblast ent-
steht aus zwei Meso- oder Teloblastzellen, die am hinteren Ende
der Keimstreifen liegen; keine Mesoblastelemente stammen von dem
die Keimstreifen bedeckenden Ectoblast ab. Jene primären Meso-
blastzellen differenziren sich im Laufe der Furchung und ihre Ab-
kömmlinge werden vor dem Beginn der Gastrulation in die
Segmentationshöhle gedrängt. Diese Zellen sind früh in zwei Gruppen
differenzirt, für die, unbeschadet ihres gemeinsamen Ursprungs und
ihrer bleibenden Zusammengehörigkeit, folgende Namen vorgeschlagen
werden. Eine Gruppe besteht histologisch aus Mesothel, bildet
die Mesoblasttheile der Keimstreifen in der Rumpfgegend und
schliesst die paarigen Cölomhöhlen ein: Der Rumpfmesoblast. Die
zweite Gruppe bilden mesenchymatische Zellen, gehen durch
Wanderung von den dorsalen und vorderen Abschnitten der Keim-
streifen aus, hüllen fast völlig den Rumpf ein und bilden auch vorn
den Kopfmesoblast des Präorallappens oder Prostomiums: Der
Wandermesoblast. — Die Keimstreifen bestehen nach ihrer völhgen
Entfaltung aus drei Schichten, 1. einer eine Zelle dicken Schicht,
dem Ectoblasten, der von dem ursprünglichen Aussenlager der
Gastrula abstammt und als Hypodermis persistirt; 2. einer Innen-
schicht, dem Mesoblast, dessen Zellen wie oben geschildert von zwei
primären Mesoblastzellen abstammen, und der die Muskeln, Disse-
pimente, Blutgefässe, das Peritonealepithel, die Geschlechtsorgane
und den inneren Theil der Nephridien bildet; 3. einer Mittelschicht,
die mittelbar vom Ectoblasten abstammt und dem Nervensystem,
den äusseren Abschnitten der Nephridien, den Borstendrüsen und
Borsten den Ursprung giebt. — • Das Archenteron nimmt das Eiweiss
wahrscheinlich durch amöboide Zellbewegungen auf. Das Stomo-
daeum verändert sodann die Form des Archenterons. Aus dem
Ectoblasten gehen sodann Storno- und Proctodaeum hervor. Die
oben genannte Mittelschicht liegt anfangs oberflächlich, sinkt dann
tiefer und besteht schliesslich aus (3 oder) 4 Zellreihen in jedem
Keimstreifen. Die innerste Reihe, die Neuralreihe oder Chorda,
liefert das Material für das Nervensystem, die beiden folgenden sind
nephritisch und bilden einen Theil der Nephridien und der Borsten-
drüsen, während die äusseren Reihen der letztgenannten wahr-
scheinlich von der vierten Zellreihe abstammen. Jede Reihe stammt
von einer Zelle her, die Verf. Neuro-, Nephro- und äusseren Telo-
blasten nennt; sie sämmtlich sind die vorderen Teloblasten. Die
hinteren oder raesoblastischen Teloblasten liegen ihnen entgegen-
gesetzt. Die Teloblasten der Mittelschicht sind anfangs ectoblastischer
Natur imd differenziren sich kurz nach der Vollendung der Gasti'u-
lation. — Der Kopflappen, das Prostomium, entsteht durch Ver-
einigung der vorderen Enden der Keimstreifen. Der mesoblastische
Abschnitt bildet sich durch Vorwärtswachsen und Vereinigung der
Mesoblaststreifen, indem dessen Zellen proliferiren und vorwärts-
wandern, aber nicht durch die Bildung neuer Mesoblastelemente.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 223
Die Praeoralganglien differenziren sich vorn von den Neuralreihen
zu einer Zeit, wenn diese noch mit dem Ectoblast zusammenhängen.
Keine Scheitelplatte, sondern ein Paar seitlicher ectoblastischer
Verdickungen.
Die allgemeinen Bemei'kungen betreffen erstens die Beziehungen
des Kopfes (Prostomium) zum Rumpfe. Vor allem betrachtet Verf.,
der die verschiedenen Unterschiede des Kopfes von den Rumpfringeln
durchgeht, die Kopfhöhle nicht als homodynam mit der doppelten
Höhle jedes Somites, sondern mit einer der beiden Höhlen, die in
jedem Ringel verschmelzen. Die Cölomhöhlen bilden einen langen
Ring, der im Kopfe durch dessen Höhle seine kurze Biegung hat.
Der Kopf ist dann nicht älter als der Rimipf, und die Verwachsung
der mesoblastischen und neuralen Streifen ist eine ererbte Er-
scheinuDg und nicht das Ergebniss späterer Abänderungen infolge
embryonaler Bedingungen. Diese Thatsachen und die daraus sich
ergebende Auffassung des Blastoporus lassen den Rückschluss auf die
Trochosphaera zu, dass diese keine primäre Larvenform, kein
Repräsentant eines urelterlichen Trochozoons, sondern secundär
durch Unterdrückung des Rumpfes und besondere Ausbildung des
Kopfes entstanden zu denken ist.
Derselbe (2). The Origin of the Mesoblast-Bands in Anne-
lids. — Journ. Morph. IV. p. 205—219; 6 Fig. — Ref.: Journ.
R. Micr. Soc. 1891, p. 190—191.
Der sehr strittigen Frage nach der Abstammung der den
Mesoblast begründenden Teloblasten tritt Verf. auf Grund von
Untersuchungen an Nereis limbata Ehlers und N. megalops
Verrill näher. Nach dreimaliger Theilung bilden den Embryo
8 Zellen, 4 Macro- und 4 Micromeren. Eine der ersteren ist be-
sonders gross, und wenn diese sich getheilt hat, stellt die eine
Theilzelle den ersten Proteloblasten dar. Aus dieser Theilung er-
geben sich zwei Proteloblasten, die der Ventralplatte, und deren
einer, der vordere, dem Mesoblaststreifen, der andere, der hintere,
den Neuralplatten, den Borstensäcken u. a. Organen den Ursprung
geben. Jener vordere theilt sich in die beiden primären Meso-
blasten. Wenn aus ihm dann 4, aus dem hinteren 8 Zellen ent-
standen sind, besteht die Ventralplatte aus 12 in 3 Reihen
stehenden Zellen. — Der erste Proteloblast von Nereis ist dem
Neuronephroblasten von Clepsine homolog, der zweite dem ge-
wöhnlichen ersten Mesoblasten dieses Wurmes. Die Ventralplatte
Ectoblast zu nennen, ist falsch. — Untersuchungen an Hydroides
dianthus und Polygordius lassen keine Teloblasten auf frühen Zu-
ständen erkennen. Es sind hier neue Untersuchungen nöthig.
Wistinghausen, C. y. Untersuchungen über die Entwicklung
von Nereis Dumerilii. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der
Polychaeten. Erster Theil. — Mitth. Stat. Neapel X, p. 41—74,
Taf. VI— Vn.
Die verschiedenen von Claparede beschriebenen Formen zeigen
das folgende Verhalten. Die kleine Nereis ist, solange sie 12 — 15 mm
224 D>'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
gross ist, die geschlechtsunreife Jugendform der zweiten Form (B),
die in Messina und Neapel geschlechtsreif wird; ihre Eier wurden
untersucht. Sie ist 15 — 30 mm lang und getrenntgeschlechtlich.
Die dritte Form, 55 - 65 mm lang, trägt in den Tuben keine Eier,
doch finden sich in ihr selbst unreife Heteronereis-Eier. Sie bildet
den Uebergang zu der vierten Form, zu der grossen Heteronereis
Dumerilii, die im August geschlechtsreif wird. Die 5. Form, die
kleine Het. Dum., ist im Februar und März reif. Sie entsteht aus
der kleinen Nereis. — Die Eier von Nereis entwickeln sich ohne,
die der kleinen Heteronereis mit Metamorphose (Trochophora). —
Das Ei hat eine Dotterhaut und eine Gallerthülle. Die Furchung
ist" total und inäqual. Das Ei zerfällt in 4 Furchungskugeln, von
denen eine grösser ist. Am animalen Pol schnüren sich 4 gleich
grosse Micromeren ab, die Encephaloblasten. Aus ihnen entwickeln
sich das Kopfganglion und die Sinnesorgane des Kopfes. Ferner
schnüren sich von den 3 gleich grossen Furchungskugeln noch
6 Micromeren und von der grössten 2 grosse Zellen ab, die Somato-
blasten. Aus den 6 Micromeren entstehen Epidermis und der
larvale Prototroch, aus den beiden Som.atoblasten Rumpf mit Aus-
nahme des Mitteldarmes und der Epidermis. Und zwar bildet der
eine Somatoblast 3 Zellreihen, die oberen Urzellen des Rumpfes,
der andere eine Reihe, die Myoblasten, und zwei Reihen, die
unteren Urzellen des Rumpfes. Die aus den Somatoblasten und
den Encephaloblasten entstandenen Anlagen vereinigen sich erst
secundär.
Wood-Mason, J. & Alcock, A. Natural History Notes from
H. M. Indian Marine Survey Steamer „Investigator" etc. No. 21.
Note on the Results of the last Season's Deep-sea Dredging. —
Ann. Mag. N. Hist. (6) VII, p. 186.
Fragmente von Chaetopoden aus der Bai von Bengalen. (P).
Woodworth, W. M. Contributions to the Morphology of the
Turbellaria. 1. On the Structure of Phagocata gracilis Leidy. —
Bull. Mus. comp. Zool. Harv. Coli. XXI, p. 1—46, 4 Taf.
Die ganze Oberfläche ist mit Cilien besetzt. Weder unbeweg-
liche Haare noch Geisseihaare kommen vor. Eine Cuticula fehlt.
Die structurlose Basalmembran ist ein Produkt der Hypodermis.
Das Pigment, das aus zerstreuten Körnchen besteht, ist intercellular.
Die Rhabditen sind verdichtete Ausscheidungen, die von einzelligen
Drüsen gebildet werden, welche im subhypodermalen Mesenchym
liegen, aber ectodermaler Natur sind. Diese Zellen haben einen
röhrenförmigen Hals, und die Rhabditen werden ausgestossen, worauf
in neuen Mutterzellen neue entstehen. Sie lösen sich langsam in
Wasser und dienen, um Beute zu erwerben, und zum Schutz. Die
Stäbchenstrassen der Rhabdocölen sind den Schleimdrüsen der
Phagocata homolog. Die pseudocoelaren Räume des Mesenchyms
entstehen als Intercellularen. Mit Fortsätzen der Mesenchymzellen
stehen Sagittalmuskeln in unmittelbarem Zusammenhang. Von allen
bekannten Tricladen unterscheidet sich Phagocata dadurch, dass sie
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 225
neben dem Pliarynx, das an der Vereinigungsstelle der drei Haupt-
stämme in den Darm mündet, einige weitere Pharynges von gleichem
Bau wie der mediane besitzt. Je weiter sie von diesem entfernt
liegen, um so kleiner sind sie. Das Nervensystem besteht aus einem
oberflächlichen und einem tiefer gelegenen Theil; beide werden
mittelbar durch einen Randnerven verbunden. Phagocata steht in
dieser Beziehung zwischen Gunda und Rhynchodesmus. Das Gehirn
zeigt eine vordere und eine hintere Commissur, die die Längsnerven-
stämme verbinden. Die sog. Substanzinseln sind Bindegewebe. Die
Hoden haben röhrenförmige Auswüchse, die vasa efferentia. Die
vasa deferentia haben am Ende Erweiterungen und dienen als
Samenblasen. Die Dotterdrüsen entstehen durch Zellproliferation
aus zwei Zellmassen, den Parovarien, die in unmittelbarer Berührung
mit den Ovarien stehen. Diese nahe Beziehung deutet auf eine
Differenzirung einer gemeinsamen Drüse in Ovarium und Vitellarium
hin. Der sog. Uterus ist nicht allein eine Drüse. Es kommen in
ihm die Geschlechtsprodukte zusammen, und es findet hier die Be-
fruchtung statt.
Zacharias, 0. (1). Turbellarien. In: Die Thier- und Pflanzen-
welt des Süsswassers. Einführung in das Studium derselben. Leipzig,
Bd. I, p. 237—274, Fig. 47—61.
Auf eine allgemeine Schilderung der Rhabdo- und Dendrocölen
folgen Beschreibungen einiger Arten der ersteren Gruppe, Macrostoma
viride E. v. Ben., Microstoma lineare Oerst., Stenostoma leucops
0. Schm., Mesostoma viridatum M. Seh., Vortex truncatus Ehrb.
Zum Schluss Präparationsmethoden und geographische Verbreitung
der Turbellarien.
Derselbe (2). Die Fauna des Süsswassers in ihren Beziehungen
zu der des Meeres. In: Die Thier- und Pflanzenwelt des Süss-
wassers. Einführung in das Studium derselben. 2. Bd. Leipzig,
1891, p. 295—312.
Monotus lacustris in kalten Seeen ist ein Ueberbleibsel aus der
Zeit, da diese als Schmelzwasserseeen am Ausgange der Eiszeit mit
dem nördlichen Meere in Vei'bindung standen. — Kleine Oligochaeten
werden vermittelst der Hakenborsten, Turbellarien durch ihre Kleb-
zellen an Transportthiere anhaften und dadurch verbreitet werden.
Zelinka, C. Die Gastrotrichen. Eine monographische Dar-
stellung ihrer Anatomie, Biologie und Systematik. Z. f. wiss. Zool.
Bd. 49, p. 209— 384; 10 Fig.; Taf. 11—15. — Ref.: Amer. Natur
XXni. p. 912-913. 1889. — Ref.: Journ. R. Micr. Soc. 1890, p.
187 — 188. — Z. giebt zunächst ein Litteratur-Verzeichniss mit In-
haltsangaben und berichtet über die Untersuchungsmethoden. Die
Grösse der Thiere liegt zwischen 0,0675 und 0,4 mm. Aus den
Betrachtungen über Körperform und Wachsthum leitet Z. drei Sätze
ab: Die Jugendform obwohl der Altersform unähnlich, geht ohne
Metamorphose durch einfaches Längen- und Breitenwachsthum der
Rumpfregion in die Altersform über, indem Kopf, Hals, Schwanz,
Ärch. f. Natmgesch. Jaliig.1893. Bd.U. H.3. 15
226 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenscliaftl. Leistungen
Stacheln und Oesophagus unverändert bleiben. Die relativen Dimen-
sionen einer Gastrotrichenform müssen für die Speciesbestimmung
mit Vorsicht angewendet werden, namentlich gilt dies für die in
früherer Zeit häufigen allgemeinen Angaben über die relativen
Längen des Oesophagus und der Stacheln. Die absolute Länge der
Stacheln, des Schwanzes, des Oesophagus, sowie die Breite des
Kopfes dagegen können bei der Speciesdiagnose verwerthet werden.
Die Haut besteht aus einer sehr dünnen, körnigen Hypodermis mit
verwischten Zellgrenzen und einer gegen Essigsäure und Laugen
resistenten Cuticula. Die Hypod. ist unter den Flimmerbändern
verdickt, wie bei Rotatorien unter dem Räderorgan. Zur Cuticula
gehören die Schuppen, Stacheln, die ,, Stirnkappe", die Seitenfelder
und die Endgriffel der Schwanzgabel. Stacheln allein ohne Schuppen,
wie sie beschrieben sind, dürften wohl nicht vorkommen. Ein-
gehende Darstellung des Baues und der Anordnung dieser Gebilde.
Die Stirnkappe ist ein verdicktes Stück der Cuticula selbst. Nirgend
sind mehr als 2 Cilienbänder vorhanden (nicht 4, Ludwig). Sie
besitzen bei den Euichthydinen einen grösseren Einfluss bei Herbei-
ziehung der Nahrung, als Stokes glaubt. Z. weist dieses experimen-
tell nach. Das beiderseits der vorderen Darmhälfte liegende Ex-
cretionssystem besteht aus einem Flimmerrohr, einem verschlungenen
Kanal und einem kurzen Endstück. Es steht tiefer als das der
Rotatorien, höher als das der Echinoderen. Die ventralen Mün-
dungen der Kanäle sind stets getrennt. Das Centralnervensystem
besteht aus Gehirn, das als Decke über dem Oesophagus liegt, mit
jederseits vier Ganglien. Vom peripherischen Nervensystem werden
ein am Darm entlang verlaufender Nerv, sowie im Schwanz Zellen
mit Ausläufern beobachtet. Sichere Sinnesorgane sind nur Tast-
haare am Kopf. Die Rückenhaare dienen zum Schutze. Als Augen
sind höchstens die vier dunklen Flecke am Chaet. brevispinosus zu
betrachten. Die Muskeln liegen theils der Haut an, theils sind sie
in der Leibeshöhle ausgespannt. Quer- und Ringmuskeln fehlen.
Von den Leibeshöhlenmuskeln laufen zwei Paare nach vorn, zwei
nach hinten. Am Verdauungskanal kann man folgende Theile
unterscheiden. Der Mund zeigt eine chitinige vorschiebbare Röhre mit
doppelter Wand. Der Vorderdarm (Oesophagus) ist vom Aus-
schlüpfen aus dem Ei an unveränderlich, daher seine relative Länge
sehr verschieden. Am Uebergang zum Mitteldarm findet sich eine
chitinöse Membran, die als Reuse den Wiederaustritt der Speise
verhindert. Vor und hinter der Einschnürung des Oesophagus liegen
Speicheldrüsen. Der Mitteldarm wh'd von vier Zellreihen aufgebaut
Darmdrüsen fehlen. Der Enddarm ist durch einen Sphincter vom
Mitteldarm getrennt; er erweitert sich birnförmig. Er erstreckt sich
als Rectum bis zu den Klebdrüsen und endet hier mit einem dor-
salen After. Die Leibesliöhle hat kein Epithel, auch fehlt dem Darm
die Zellumkleidung. Die Flüssigkeit in der Leibeshöhle ist gerinn-
bar. Der den Apodinen fehlende Gabelschwanz oder Fuss zeigt
einen Basal- und einen Endtheil. Im Innern befindet sieh der
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 227
Klebdrüsenapparat. Die Thiere verankern sich mit dem Klebestoff
und strudeln die Nahrung herbei. Die paarigen Ovarien liegen
hinter dem Sphincter ventral an der Wand des Enddarmes. Die
Eier waren stets sogen. Wintereier. Die ,, Sommereier" scheinen
nicht vorzukommen. Die Eier werden bei der Ablage sorgfältig
versteckt und verankert. Selten sind sie glatt, meist stachelig,
höckerig u. dgl. Der Embryo liegt, in der Mitte abgeknickt, Kopf
und Schwanz an demselben Eipole, in der Schale. Die männlichen
Geschlechtsorgane hat allein Ludwig richtig geschildert, doch kommen
sie nicht stets vor den Ovarien zur Reife.
Die Nahrung besteht aus kleinen Organismen; Beschreibung
der Aufnahme und Verdauung. Die Gastrotrichen schwimmen, Da-
sydytes saltitans springt. Die Kriechbewegung ist dieselbe wie die
des Schwimmens. Phänologische Thatsachen und geographische
Verbreitung.
Zur Festsetzung der Verwandtschaft muss vor allem ein Vei'-
gleich mit den Räderthieren gemacht werden. Derselbe ergiebt,
dass die Gastrotrichen diesen nicht zugezählt werden können, dass
sie ihnen aber nahe verwandt sind. Sie sind also auch von der
Trochophora abzuleiten. Mit Echinoderes dürften sie kaum (als
Nematorhynchen) vereinigt werden, doch entsprosste wohl Echino-
deres dem Variationsgebiet der Gastrotrichenurform. Die Diagnose
der Gastrotrichen muss lauten:
„Ohne einziehbaren Radapparat am Vorderende, mit zwei Cihen-
bändern längs der ganzen Bauchfläche, mit zwei geknäuelten, je
einen langen stabförmigen Flimmerlappen tragenden und getrennt
in der Mitte der Bauchfläche ausmündenden Wassergefässkanälen,
mit einfachem, zum Theil noch im Ektoderm befindlichen Gehirn-
ganglion, einfachen Muskelzellen, paarigen Ovarien, muskulösem, an
die Nematoden erinnernden Vorderdarme ohne Kieferapparat, mit
geradem drüsenlosem Mitteldarm, mit birnförmigem Enddarm, Rectum
und dorsalem After; mit primärer Leibeshöhle."
Mit den Räderthieren kann man sie als Trochelminthen zu-
sammenfassen.
System:
I. Unterordn. Euichthydina. Mit Gabelschwanz.
L Farn. Ichthydidae. Ohne Stacheln.
Genera: Ichthydium Ehrbg.
Lepidoderma n. g.
2. Fam. Chaetonotidae. Mit Stacheln.
Genera: Chaetonotus Ehrbg.
Chaetura Metschn.
IL Unterordn. Apodina. Ohne Gabelschwanz.
Genera: Dasydytes Gosse.
Gossea n. g.
15*
228 1^1'- Carl Matzdorff: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
Bestimmungstabelle der Gattungen:
Mit Gabelschwanz: Euichthydina 1
Ohne Gabelschwanz, Hinterende abgestutzt: Apodina . 2
1. Mit Stacheln ... 3; ohne Stacheln 4
o 1 Kopfm.TentakeljHinterende schwach gelappt Gossca n. g.
' J Kopf ohne Tentakel, Hinterende abgerundet Dasydytes Gosse
Q ( Schwanzgabel einfach Chaetonotus Ehrbg.
■ J Schwanzgabel dichotomisch .... Chaetura Metschn.
. \ Haut ganz glatt Ichthydium Ehrbg.
* I Haut mit Schuppen oder Höckern . Lepidoderma n. g.
(F, S).
Zschokke, F. (1). Weiterer Beitrag zur Kenntniss der Fauna
von Gebirgsseen. — Zool. Anz. XIV, p. 119—123, 126—129. — (F).
Derselbe (2). Die Thierwelt der Hochgebirgsseen. — Verh.
deutsch. zooL Ges. I, p. 48—49, Leipzig, 8".
Monotus lacustris Zach, im Rhätikon.
Saenuris velutina Grube in den Hochalpenseen littoral.
Planaria alpina im Rhätikon weit verbreitet. Sie ist wohl
unter dem Drucke der Hochgebirgsbedingungen vivipar geworden (F).
Derselbe (3). Die zweite zoologische Excursion an die Seen
des Rhaeticon; 23. Juli bis 15. Aug. 1890. — Verh. nat. Ges.
Basel IX, p. 425 — 508. — Es findet sich im schildernden Theil
der Arbeit eine Anzahl Beobachtungen über die Lebensweise der
beobachteten Würmer. (F).
II. Uebersicht nach dem Stoff.
A, Allgemeines und Vermischtes.
BibliograpMe. Kingsley (1) (2).
Oekououiisch Wichtiges. Schädliche Würmer (Bos); Euehytraeiden
(Vejdovsky [4]). Geologische Thätigkeit der Erdwürmer (Davison).
Fossile Würmer. Walcott.
Conservirung. Groult.
B. Anatomie, Histolof/ie.
Aeusscre Morphologie. Körperanhänge der Anneliden (Malaquin [2]);
Polydora commensalis (Andrews [6]). Siphonogaster millsoni (Beddard [1]);
Branchiura Sowerbii (Beddard [11]). Haementaria Ghilianii (Lang).
Gesammte Anatomie. Die ganze Thiergruppe (Hatschek, Roule [1]).
Chlorhaemiden (Bles, Haswell); Chaetopterus variopedatus (Joyeux-
Laffuie); Serpula dianthus (Treadwell). Sipunculus nudus (Ward); Pho-
ronis (Cori). Libyodrilus violacens (Beddard [4]); Pelodrilus (Beddard [5]);
Hyperiodrilus, Heliodrilus (Beddard [9]); Megascolex coeruleus (Bourne [1]);
Lumbricus jullieni (Horst [1]); Phreodrilus (Beddard [5]); Heterochaeta
costata, Spirosperma ferox, Psammoryctes barbatus (Ben h am [4J). Nemertinen
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 229
(Bürger [1, 3], Hubreclit). Turbellarieii (Zacharias [1]); Planarien
(v. Graff [3]); acöle Turbellarien (v. Graff [1, 2]; Plagiostomina, Cylindro-
stomina (Böhmig), Geoplana spenceri (Dendy [1]); ßipalium kewense (Leh-
nert); Pliagocata gi-acilis (Woodwortb). Gastrotrichen (Zelinka). Tricho-
plax (Schulze). Salinella salve (Frenzel [2, 3]).
Haut. Haut und Röhrenbildung der Tubicolen (Soulier [1, 2j). Drüsen
der unbewaffneten Gephyreeu (Jourdan [2]). Borsten von Tubifex rivulorum
(Benham [4]). Nesselorgane von Bipalium (Shipley [1]); Haftpapillen von
Microstoma (v. AVagner [2]).
Bindegewebe. Glycogenzellen (Jourdan [1]).
Muskulatur. Structur bei Pontobdella (Apäthy [2]).
Nervensystem. Verschiedene Gruppen (Haller, Retzius [1,2]). Rüssel
von Glycera (Jourdan [3]). Lumbricus (Lenhoss^k [1, 2]). Hirudineen
(Apäthy [2], Biedermann, Rohde [1, 2]). Nemertinen (Bürger [5]).
Sinnesorgane. Alle Gruppen (Jourdan [4j). Augen der Polychaeten
(Andrews [1, 2]). Gephyreen (Jourdan [2J). Flimmergrubeu der Landpla-
narien (Dendy [4]); Oerstedia (du Plessis).
Darm. Leber von Aphrodite (Malard [5]).
Circulationsorgane und Leibeshöhle. Blut und Lymphdrüsen (Cuenot[l]).
Lumbricus u. a. Oligochäten, Arenicola (Benham [1]); Megascolex coeruleus
(Bourne [1]; Anteus gigas (Horst [4]). Zellen im Rhynchocöloni der Nemer-
tinen (Bürger [2]).
Wassergefässsystem. Polycladen (Koningsberger [3]).
Excretionsorgane. Im Allgemeinen (Field, v. J bering). Lumbricus
u. a. Oligochäten (Benham [1]). Nemertinen (Bürger [4]).
(Geschlechtsorgane. Allgemeines (v. Jhe ring). Diopatra (Andrews [3]).
Eudrilus (Horst [2]); Perichaeta, Benhamia (Horst [3]); Nais elinguis (Ben-
ham [4]). Spermatophoren bei Egeln (Whitman [1]). Landplanarien, Geo-
plana spenceri (Dendy [1]).
C Ontogenie und Phylogenie.
Ontogenie. Vergleichende Ent Wickelung aller Gruppen (Korscheit
und Heider, Hatschek). Mesoblast der Anneliden (Wilson [2]); Nereis
Dumerilii (Wistinghausen); Spermatogenese von Eteoue (Pictet). Lum-
bricus (Wilson [1]); Furchung des Eies der Lumbriciden, Rhynchelmis
(Vejdovsky [1]); Karyokinese im Ei von Rhynchelmis (Vejdovsk y [2]);
Enchytraeoides Marioni u. Anneliden i. allg. (Roule [1]); Bildung der
Spermatophoren bei den Tubificiden (Vejdovsky [3]); Wachsthumszone bei
Urochaeta (Beddard [5]). Nephelis (Bürger [6]); Keimstreifen der Hirudineen
(Bergh); Keim- und Mesoblaststreifen der Hirudineen (Apäthy [1]). Tornarien
und ihre Entwickelung (Morgan [2]). Mesoderm von Lineus obscurus (Konings-
berger [2]).
Regeneration. Syllideen (Pruvot): Autolyteen (Malaquin [1]. Lum-
bricus (Randolph). Knospung der Naidomorpheu (Bourne [2]). Bipalium
(Lehne rt); Microstoma (v. Wagner [1]).
230 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wisseu seh aftl. Leistungen
Phylogenie und Verwandtschaft. Für alle Gruppen (Korscheit und
Heider, Hatsckek, Haller); insbesondere innerhalb der Trochozoarier (Roule
[2]; Verwandtschaft mit den Mollusken (Thiele). Stellung der Anneliden zu
den Wirbelthieren (Felix, Field). Phoronis (Cori). Regenwürmer (Wilson
[1]). Balanoglossus (Morgan [2]). i^Iemertinen (Bürger [1, 3]). Gastro-
tricheu (Zeliuka).
Z). Physiologie, Biologie.
Physiologie. Bipalium kewense, Geodesmus bilineatus (Lehnert). Gastro-
trichen (Zelinka). Nervenphysiologie von Hirudo und Nereis (Biedermann).
Blutfarbstoffe von Lumbricus (Griffiths).
Biologie. Bipalii;m kewense und Geodesmus bilineatus (Lehnert). Gastro-
trichen (Zelinka).
Färl)ung. (Simroth).
Schutzeinrichtung einer Sabellide (Watson).
Cystenbildung. Aeolosoma (ßeddard [lOJ).
Leuchten. (Matzdorff).
Relictenform. Monotus lacustris (Zacharias [2]).
AVohnort. Leucodore ciliatus (Vaillant).
Transport. Egel durch Hufthiere (Blanchard, Megnin). Oligochaeten,
Turbellarien durch Vögel (Zacharias [2]). Planarien mit Pflanzen (Lehnert).
Phaenologie. Nereis pelagica (Bergendal). Polygordiuslarven, Pilidium,
Tornaria (Holt).
Symbiose. Polydora commensalis mit Eupagurus und Hydractinia (An-
drews [6]). Arenicola mit Infusorien (Ouenot[2]). Chaetopterus variopedatus
mit Polychaeten, Nematoden, Bryozoen und Infusorien ( Joyeux-Laffuie).
Convoluta roscoffensis mit Algen ( Haberlandt). Trichoplax mit Zoochlorellen
(Schulze).
Parasitismus. Anneliden in anderen "Würmern (Braun). Pferdeegel
(Blanchard, Megnin). Nematoden in Geoplana (Dendy [1]). Gunda an
Fischen (Vogt).
Teratologie. Eegenwürmer (Collin [2]), Horst [3]); Zwillingsbildungen
bei diesen (Vejdovsky [1]); Lumbricus herculeus mit abnormen Geschlechts-
organen (Beuham [3]); Heterochaeta costata (Ben ha m [4]).
III. Faunistik.
A. Meeresfaunen,
Ostsee: Aphrodite sericea Aud. M.-E. (Malard [4]).
Bcrgeu: 70 Gattungen mit vielen Arten (Brunc borst).
Nordsee: Aprodite sericea Aud. M.-E., Uebergangsform zu A. aculeata
(Malard [4]).
Grossbritaimien. Plymouth, Cromarty Firth, Arran, Portobello,
Firth of Forth: Actinotrocha (Garstang). — Ilfracombe, Tenby, Sheer-
iu der Naturgeschichte d. freileb. WUrmer während d. Jahies 1891. 231
ness, Millport, Falmoutb, Plymouth: Phoronis hippocrepia (Ders.).
Firth of Forth: P. ovalis (Ders.). — West-Irland: Echiurus sp., Tereb.
nebul. Mont, Nereis dumerili A. M.-E. (Herdman).
Kanal: Uebergangsform zwischen Aphrodite sericea And. M.-E. und A.
aculeata (Malard [4]). — Boulonnais: Procerastea Halleziana n. sp. (Mala-
quin [1]).
Atlantischer Ocean. Roseoff: Convoluta sordida v. Graff, C. paradoxa
Oerst., C. Lacazii v. Graff, Aphanostoma diversicolor Oerst. (Graff [1]). —
Arcachon (Gironde): Eunemertes gracilis, Lineus longissimus (Duregne).
Aphrodite aculeata, Nereis fucata (Fischer).
Mittelmeer. Aphrodite sericea And. M.-E. (Malard [4]). — Oestliches
Mittelmeer: Gephyreen, u. a. Sipunculus phalloides Düb. et Kor., Aspidosiphon
Mülleri Dies., Bonellia viridis Rol; Polychaeten, darunter Chloenea explorata
n. sp., Notophyllum alatum Langerh. ( Steindacbner). — ; Triest: Convoluta
sordida v. Graff. (Graff [1]). — Dalmatische Inseln: Convoluta sordida
V. Graff (Lesina, Lissa, Meleda), C. paradoxa Oerst. (Lissa, Meleda), Proporus
venenosus (0. Schm.) (Meleda), Monoporus rubropunctatus (0. Schm.) (Lissa,
Meleda). (Graff [1]). — Ancona: Convoluta sordida v. Graff, C. paradoxa
Oerst. (Graff [1]). — Neapel: Ueber 80 Arten der Nemertinen. (Bürger [,3]).
Callizona nasuta Greeff. (Apstein). — Nizza: Oerstedia aurantiaca n. sp.
(du Plessis).
Grönland: Ausser schon früher dort beobachteten Arten Cephalothrix
linearis, Carinella linearis, Amphiporus lactifloreus?, Tetrastemraa candidum var.
od. n. sp. ?, Chasmocephala cordiceps (etwas abweichende Fonn); grosser Balano-
glossus; allgemeine faunist. Angaben. (Bergendal)
Atlant. Ocean: Vanadis sive Callizona fusca n. sp., V. longicauda n. sp.?,
Alciope cantrainii (Chiaje), Asteropa Candida (Cliiaje), Rhynchonerella fulgens
Greeff, Corynocephalus albomaculatus Lev. Greeffia celox (Greeff.) (Apstein.)
North Carolina. Beaufort: Polydora commensalis n. sp. (An drews [6]),
Diopatra magna n. sp. (Andrews [3]). Amphinome rostrata Qtfg., Lepi-
donotus sublaevis Verr., L. variabilis Webst,, Harmothoe aculeata n. sp., Nychia
cirrosa Malmgr., Lepidametria commensalis Webst., Sthenelais picta Verr.,
Acoetes lupina Stimps , Nephthys bucera Ehl, N. picta Ehl, Phyllodoce fragilis
Webst., Podarke obscura Verr., Syllis spongicola Gr., Paedophylax longiceps
Verr., Autolytus varians Verr., Proceraea tardigrada Webst., P. ornata Mar.
Bobr., P. rubropunctata Langerh., Nereis limbata Ehl., N. irritabilis Webst.,
N. pelagica L., N. megalops Verr., Eunice ornata n. sp., Diopatra cuprea Aud.
M.-E., D. magna n. sp., Marphysa sanguinea Qtfg., Drilonereis longa Webst.,
Arabella opalina Verr., Staurocephalus sociabilis Webst., Euglycera dibran-
chiata Verr., Rhynchobolus americanus Verr., Ophelina agilis n. sp., Arenicola
cristata Stimps., Chaetopterus pergamentaceus Cuv., Nerine agilis Verr., Polydora
caeca Webst., P. commensalis n. sp., Aricia ornata Verr., A. rubra Webst., Sco-
loplos robustus Verr., S. fragilis Verr., Notomastus latericeus Sars, Dasy-
branchus caducus Gr., Maldane elongata Verr., Clymenella torquata Verr.,
Axiothea mucosa n. sp., Petaloproctus socialis n. sp., Ammochares aedificator n. sp.,
Sabellaria vulgaris Verr., Pectinaria gouldi Verr., Amphitrite ornata Verr.,
Loimia turgida n. sp., Lepraea rubra Verr., Polycirrus eximius Verr., Sabella
232 Dl'- Carl Miitzdorff: Bericht über die Wissenschaft!. Leistungen
microphthalma Verr. , Protulides elegans Webst., Hydroides dianthus Verr'
(Andrews [4]).
Alabama. St. AndrewsBay: Polygordiuslarven, Pilidium, Tornaria (Holt).
Bahamas. Bimini-Insel: Phymosoma Weldonii n. sp. (Shipley [2]).
Mag'ellan-Strasse: Aphrodite magellanica n. sp. (Malard [3]).
Chilenisclie Küste: Vanadis latocirrata n. sp., Alciope cautrainii (Chiaje),
Greeffia celox (Greeff). (Apstein).
Australien. Queensland, Port Molle: Coppingeria longisetosa n. g.>
n. sp., (Haswell). Darnley-Iusel: Dasselbe Thier (Ders.). Port Jackson:
Stylarioides ciuctus n. sp., S. Horstii n. sp. (Ders.).
Bauda-See: Greeffia celox (Greeff) (Apstein). Amboina: Cerebra-
tulus albovittatus Stimps., C. psittacinus n. sp., C. tigrinus n. sp., C. spadix n. sp.,
C. pullus n. sp., C. luteus n. sp., C. coloratus n. sp ; Eupolia brocki n. sp., E.
niarmorata n. sp., E. ascophora n. sp. ; Amphiporus amboinensis n. sp., Drepano-
phorus latus n. sp., D. ceriuus n. sp., Prosadenoporus badio-vagatus u. g,, n. sp.
(Bürger [1]).
Java, ^oordwachter Eiland: Cerebratulus glaucus u. sp., C. galbanus n. sp.,
C. rubens n. sp., C. aurostriatus n. sp. ; Prosadeuoporus arenarius n. g., n. sp., P.
ianthinus n. sp., P. oleagiuus u. sp. (Bürger [1]).
Bai von Bengalen: Chaetopoden (Wood-Mason und Alcock).
Indischer Ocean: Vanadis fasciata Apst. (Apsteiu).
B, Land- und Süsswasserf atmen.
1. Europa:
Spitzbergen: AUolobophora foetida Sav.
Finnland. Landformen: Lumbricus rubel lus Hoffm., L. Agricola Hoffm.,
L. communis Hoffm., L. chloroticus Sav., L. olidus Hoffm., L. puter Hoffm.,
Enchytraeus galba d'üdek. — Formen des süssen Wassers: Lumbricus
tetraedrus Sav., Tubifex elongatus d'Udek., T. (?) annellatus Kessler, T. rivulorum
d'Udek., T. longicauda Kessler, T. Bonnettii Clap. (?) 1. verrucosus, Lumbriculus
variegatus d'Udek. et Ratze], Nais proboscidea Müll, (auch im brackigen Wasser),
N. eliuguis Müll., Clitellio minutus Grube. Tetrastemma obscurum M. Seh.,
Planaria torva auct., Dendrocoelum lacteum Oerst., Polycelis nigra Ehrbg. —
Diese Turbellarien sämtlich auch im Brackwasser. — Hirudo medicinalis L.,
Aulastoma sanguisuga Bergm., Nephelis octoculata Bergm., Piscicola piscium
Bergm., P. stellata Kollar-Diesiug, Clepsine binoculata Bergm., C. heteroclita L.,
C. sexoculata Bergm., C. marginata O. F. Müll., C. tessulata 0. F. Müll., C.
costata Fr. Müll., Acanthobdella pelediua Grube. (Spoof.)
Deutschland. Berlin, Leipzig: Bipalium kewense var. viridis. (Leh
nert.) — Bergedorf bei Hamburg (eingeschleppt): Benhamia bolavi n. sp.
(Michaelsen [1]). — Unterelbe (genaue Fundorte s. Orig.): Sagitta bi-
puuctata Quoy Gaim., Piscicola geometra (L.), Aulastoma gulo (Braun), Nephelis
octoculata (Bergm.), Clepsine sexoculata (Bei'gm.), Arenicola marlna (L.) Nereis
diversicolor (Müll.), Nephthys coeca (0. Fab.), Ophelia limacina Rathke, Hete-
rouiastus filiformis; (Clap.), Clitellio ater Clap , Linuiodrilus hoffmeisteri Clap.,
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 233
Enchytraeus vejdovskyi Eisen. (Dahl.) — Ostholstein: Allolobophora her-
manni Michaelsen, Allurus tetraedrus (Sav.) u. verw. Formen (Michaelsen [1]).
— Harz, Sachsa: Planaria alpina (Dana), P. gonocephala. (Collin [1].) —
Thüringen, Friedrichsroda: Planaria alpina (Dana). (Collin [1].) — Bonn,
Weiher bei Ippendorf: Planaria alpina Dana, P. torva M.Sch., Polycelis nigra
Ehrbg. ; Steuostomum leucops 0. Schra., Prorhynchus stagnalis M. Seh.; Clepsine
sexoculata Bergm., Nephelis vulg. M-Td.; Bohemilla comata Vejd., Slavina ajipen-
diculata Udek., Nais elinguis Müll., Chaetogaster diastrophus Gruith., Lumbri-
culus variegatiis Gr., Allurus tetraedrus Sav. Abfluss des Weihers: Pla-
naria gonocephala Dug. (Voigt.)
Oesterreich-Ungarn. Graz: Chaetonotus similis n. sp., Ch. brevispinosus
n. sp., Ch. macrochaetus n. sp., Ch. persetosus n. sp„ und viele andere Gastro-
trichen. (Zelinka.) — Thermen des Bischofsbades (Püspökfürdö) in
Ungarn: Chaetonotus larus Ehrbg., Ch. maxiraus Ehrbg. u. Microstoma lineare
Oerst. (v. Daday.) — Lissa: Allolobophora lissaensis n. sp. (Michaelsen [1].)
Buinänien: Allolobophora leoni n. sp., A. jassyensis n. sp., A. autipae n. sp.
Michaelsen [1].)
Schweiz. Hochalpenseen; Saeniiris velutina Grube (Zschokke [2]).
Rhätikon: Monotus lacustris Zach., Planaria alpina Dana (Zschokke [2]). —
See von Partnun (1874 m): Monotus lacusris Zsch., Mesostoma sp., Planaria
alpina Dana, P. subtentaculata Dug., Trilobus pellucidus Bast., Monhystera crassa
Bütsch., Mermis aquatilis Duj., Gordius aquaticus Duj., Saenuris velutina Grube,
S. variegata Hoffm., Bythonomus Lemani Grube, Lumbriculus variegatus O.P.Müll.,
L. sp. — In einer nahen Quelle: Planaria subtentaculata Duj. — Brunnen
und Bäche von 1742— 2250 m Höhe: Planaria alpina Dana. — See von Tili-
suna (2102 m): Mesostoma sp., Planaria alpina Dana, P. subtentaculata Duj.,
Trilobus gracilis Bütsch., Mermis aquatilis Duj., Saenuris velutina Grube, By-
thonomus Lemani Grube, Lumbriculus variegatus O.F.Müll., L. sp. — See von
Garschina (2189 ra): Mesostoma sp., Planaria alpina Dana, Trilobus pellucidus
Bast., Dorylaimus stagnalis Duj., Mermis aquatilis Duj., Saenuris velutina
Grube, S. variegata Hoffm., Lumbriculus variegatus 0. F. Müll., Clepsine biocu-
lata Sav., C. complanata Sav. — Lünersee (1943 m): Mesostoma sp., Planaria
alpina Dana, Dorylaimus stagnalis Duj. ,Saenuris'velutina Grube, S. variegata Hoffm.,
Bythonomus Lemani Grube, Lumbriculus variegatus 0. F. Müll. (Zschokke [1]).
Ferner wurden an folgenden Standorten des Rhätikons gesammelt: Partnun
(1874m), Tilisuna (2102), Garschina (2189), Lünersee (1943), Brunnen
von Partnun (1772), von Gafien (1772), am Schollberg (1962) u. Bäche
von Plassecken (2250). Folgende Ausbeute: Monotus lacustris Zach. (P.),
Mesostoma spec. (P. T. G. L.), Planaria alpina Dana (P. T. G. L. Bäche von
Plassecken), PI. subdenticulata Dbg. (P. T. Brunnen von P.); Trilobus pellu-
cidus Bast. (P. G.), T. gracilis Bütschli (T.), Monhystera crassa Bütschli (P.),
Dorylaimus stagnalis Duj. (G. L.), Mermis aquatilis Duj. (G. T. L.), Gordius
aquaticus (P), Saenuris velutina Grube (P. G. T. L.), S. variegata Hoffm. (P.
G. L.), Bythonomus Lemani Grube (P. L. T.), Lumbriculus variegatus O.F.Müll.
(P. G. L. T.), L. sp. O.F.Müll. (P. T.); Clepsine biociüata Sav. (G.), C. com-
planata Sav. (G.). (Zschokke [3].)
234 Dl'- Carl Matzdoiff; Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
(jrosstoritaunieu. Loudou: Victoria- regia -Becken: Pristiiia eqiii-
seta n. sp. (Bourne [2]), Branchiura Sowerbii n. g. n. sp., Chaetobranchus (ßed-
dard [11]). — Themse: Spirosperma ferox Eisen (Benham [4]). — Goring-
on-Thames; Stylodrilus Vejdovskyi n. sp. (Benham [4j). — Cherwell:
Spirosperma ferox Eisen, Psammoryctes barbatus Vejd. fBenham [4]). —
Bath: Bipalium kewense (Shipley [1]). — Essex, Teich bei Leyton-
stoue: Dasydytes bisetosum n. sp., D. Pisiformis Spencer, Lepidoderma rhom-
boides Stokes. — Chingford: Das. fus. , Lepid. rhomb. , Dasydytes gonia-
thrix Gosse. — Bedfordshlre, Oakley: Chaetonotus Schultzei Metschn.
(Thompson).
Frankreich. Montpellier, Wimereux, Lille, Groffliers: Photo-
drilus pbosphoreus Dug. (Giard).
Menorca: Allolobophora putris Hoffm. forma subrubicunda Eisen, Micro-
scolex dubius Fletch. (Michaelsen [1]).
Azoren: Lumbricus herculeus Sav., L. Eiseni Lev., Allolobophora trape-
zoides Dug., A. chlorotica Sav., Perichaeta heterochaeta Mich. (Michaelsen [3]).
2. Afrika uud Madagäsl^ar.
Afrika: Zusammenstellung der bekannten Lumbriciden (Michaelsen [2]).
Madeira: Allolobophora madeirensis n. sp. (Michaelsen [3]).
Algerien: Tubifex Blanchardi n. sp. in schwach salzigem Wasser zu Biskra,
in süssen Tümpeln zu Constantine (Vejdovsky [3]).
Tripolis: Allolobophora trapezoides Dug. (Michaelsen [3]).
Lil)eria: Lumbricus jullieni n. sp. (Horst [1]).
Akkra (Goldküste): Dichogaster mimus n. sp., Eudrilus pallidus n. sp.
(Michaelsen [3]).
Togo: Paradrilus ruber n. sp., Benhamia intermedia n. sp. (Michaelsen [3]).
Lagos: Hyperiodrilus africanus u. g, n. sp., Heliodrilus lagosensis n. g. n. sp.
(Beddard [9J), Libyodrilus violaceus n. g. n. sp. (Ders. [4]). — Yorubaland
im nördl. Lagos: Siphonogaster millsoni n. sp. (Beddard [1]).
Kamerun. Barombi- Station: Preussia siphonochaeta n. gen. n. sp.,
Paradrilus Rosae n. gen. u. sp. , Benhamia tenuis n. sp., Eudrilus jullieni
Horst. (Michaelsen [1]). — Paradrilus purpureus n. sp., P. Rosae Mich.
(Michaelsen [3]).
Lnnda (am unt. Kongo): Preussia (?) lundaensis n. sp. (Michaelsen [3]).
Westafrika: Dichogaster Hupferi n. sp. (Michaelsen [2]).
Sansibar : Perionyx sansibaricus n. sp., Eudriloides titanotus n. sp., E. gy-
psatus Mich. (Michaelsen [2]).
Ostafrika: Eudriloides titanotus n. sp. (Kinngasi), E. gypsatus Mich. (Kin-
segani, Kikoko in Useranu), Platydrilns lewaensis n. g. u. sp. (Lewa), P. mega-
chaeta n. sp. (Makakalla in Ost-Uuguru), P. (?) callichaetus n. sp. (Mbusini),
Megachaeta tenuis n. g. n. sp. (am Rufu), M. alba n. sp. (Mbusini), Stuhlmannia
variabilis Mich. (Rufu und Kihengo in Ost-Unguru), Reithrodrilus rainutus n. g.
n . sp. (Makakalla, Ost-Uguru), Metadrilus Rukajurdi n. g. n. sp. (Mbusini, Man-
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 235
gwalla, Mrogoro, Longa-Bach), Notykus Emini n. g. n. sp. (Longa-Bach), Poly-
toreutns coeruleus Mich, forma makakallensis (Makakalla), f. korogwensis (Ko-
rogwe), f. affinis (eh.), f. mhondaensis (Mhonda) (Michaelsen [2]).
Central- und Südafrika: Fauna von 33 Regenwürmem (Beddard [2]).
Yictoria-Niansa : Dero n. sp. (Stuhl mann).
Karague: Eminia equatorialis n. g. n. sp. (Benham [2]).
Capstadt: AUolobophora foetida Sav. (Michaelsen [3]).
Madagascar: Kynotus madagascariensis n. gen. n. sp., Perichaeta mada-
gascariensis n. sp. (Michaelsen [3]). Kynotus longus n. sp. (Michaelsen [2]).
— Mojanga u. Amparangidro in N. W. Madagascar: Ichthydium sp. nov.,
ohne Mundfaden und Augen. — Verschiedene Arten Clepsine; C. sp. (bioculata?)
(auf Schildkröten). Nephelis sp., Aulacostomum sp. — Kais sp. mit Rüssel und
farblosen Oeltropfen: Aeolosoma sp.; Dero, viele Arten mit den verschieden-
artigsten Kiemenbildungen. — Mesostomum sp., Vortex sp. (Voeltzkow).
3. Asien.
Torderindien. Madras: Pristina breviseta n. sp. (Bourne [2]).
Hinterindien. Birma, Distr. Chebä oder Biapö, Metello am Berge
Carin: Perichaeta carinensis n. sp., eb., Cobapo: P. Bournei n. sp., Perionyx ar-
boricola n. sp.; Unter-Birma, Pegu, Palon: Perichaeta campanulata n. sp., Ran-
goon: P. Peguana n. sp. (Rosa [2]).
Pliilippinen. Malamani: Perichaeta malamauiensis n. sp. (Benham [1]).
Pelew- Inseln: Fletcherodrilus unicus (Fletch.) var. n. pelewensis (Mi-
chaelsen [1]).
Sangir (Holl. Indien): Perichaeta sangirensis n. sp., P. ferdinandi n. sp.,
P. stelleri n. sp., Urochaeta sp., Perionyx Grünevpaldi u. sp. (Michaelsen [1]).
Malsiyisclier Arcliipel: Glyphydrilus weberi n. g. n. sp. (Horst [5]).
4. Australien, Neu -Seeland.
Australien: Photodrilus, Pontodrilus und Microscolex haben hier wahr-
scheinlich ihre Heimath (Giard).
Victoria. Viele neue Fundorte : Geoplana alba Dendy, sanguinea Moseley,
spenceri Dendy, coerulea Mos., dendyi Spencer , walhallae Dendy, frosti Sp.,
sugdeni D., mediolineata D., quinquelineata Fletcher et Hamilton, mc'mahoni D..
sulpburea Fl. et H., hoggü D., quadrangulata D., ventropunctata D., muuda Fl.
et H., adae D., fletcheri D., howitti Gr., lucasi D. (Dendy [2]). — Gegend
zwischen Marysville und der Yarra - Quelle, längs Wood's Point Road:
Geoplana alba Dendy, G. mediolineata Fletch. Hamilt , G. mc'mahoni Dendy,
G. hoggi Dendy, G. munda Fletch. Hamilt., G. sulpliurea Fletch. Hamilt.,
G. spenceri Dendy, G. dendyi n. sp. , G. walhallae Dendy, G. frosti n. sp.
(Spencer). — St. Kilda: Geoplana ventrolineata n. sp. — South Gipps-
land: Geoplana dubia n. sp., G. alba var. roseolineata nov., G. howitti var. obso-
leta nov., G. adae var. extralineata nov. — Bacchus Marsh: Rhynchodesmus
simulans n. sp. (Dendy [3]). — Mc Mahons Creek: Geoplana spenceri n. sp.
(Dendy [1]).
Neu-Seeland: Pelodrilus n. g., Phreodrilus n. g. (Beddard [5J).
236 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
5. Amerika.
Grönland: Gastrotrichen gemein: 4— 5 Arten ohne Namen (Bergendal).
Bermuda: Pontodrilus bermudensis n. sp. (Beddard [5]).
Vereinigte Staaten. Charles River, Watertown bei Cambridge:
Clepsine plana n. sp. (Whitman [1,2]). — Phila|delphia, Pa.: Hydrolimax
brnnneus n. sp.; Wyoming: Phagoeata coronata n. sp. (Girard). — Lans-
downe, Pa., Gewächshaus: Bipaliura manubriatum n. sp. (Sharp).
Olenellus-Zone des unteren Cambriunis: Planolites annularius
Walcott (Washington County, N. Y.), P. congregatus Billings, P. virgatus Hall
(sp.) (Swanton, Parkers quarry, Georgia), Helminthoidichnites marinus Emmons,
Scolithus linearis Haldeman, Cruziana sp. (AValcott).
Argentinien. Cordoba: Chaetonotus- ähnliches Thier, Catenula, Nema-
toden, Anguilluliden, Tubifex, Nais, Dero, Aeolosoraa. (Frenze! [1]). Salinella
salve n. gen. n. sp. (Frenzel [2, 3J).
6. Kerguelen.
Acanthodrilus Kerguelarum Grube (Michaelsen [3]).
IV, Systematik
Eintheilung im Allgemeinen. — Jhering, Korscheit, Hatschek.
Trochozoarier und ihre Eintheilung. — Roule (2).
Gastroneuren und ihre Eintheilung. — Schimkevs^itsch.
I, Folychaeten.
Acoetes lupina Stimps. — Andrews (4), p. 280.
Alciope cantrainii (Chiaje). — Ap stein, p. 4.
Amtnochares aedificator n. sp. — Andrews (4), p. 296 — 297, pl. XVni,
42 — 45.
Amphinome rostrata Qtfg. — Andrews (4), p. 278.
Amphitrite ornata Verr. — Andrews (4), p. 298.
Aphrodite magellanica n. sp. — Malard (3). Die von Mlntosh im Chal-
lenger-Rep. als A. echidna Qtfg. beschriebene Aphr. ist nicht diese, sondern
A. magellanica. — A. sericea Aud. M.-E. nur eine Varietät der mehr abgeschlos-
senen Meere von A. aculeata. Malard (4).
Arenicola cristata Stimps. — Andrews (4), p. 289— 290.
Asterope Candida (Chiaje). — Apstein, p. 5, Taf., Fig. 1 — 2.
Axiothea mucosa n. sp. — Andrews (4), p. 294— 295, pl. XVI, 29-35.
Callizona grubei Greeff — Apstein, p. 10 — 11; C. nasuta Greeff — Ibid.,
p. 11; C. fusca n. sp. — Ibid., p. 15, Taf., Fig. 22—24 (vergl. auch unter Vanadis).
Cällizonella n. g. (Alciopidae). „Kopflappeu erhebt sich auf der Unterseite
über die Augen. Ruder mit einem einfachen cirrenformigen Anhang. Borsten
einfach." C. lepidota (Krohn). — Apstein, p. 11—14, Taf., Fig. 17—21.
in der Naturgeschichte d. freileb. Würmer während d. Jahres 1891. 237
Chaetoptems Sämmtliche unter 9 Namen bekannten europäischen Formen
sind unter C. variopedatus Renier et Claparöde zu vereinigen. — Joyeux-
Laffuie. — C. pergamentaceus Cuv. — Andrews (4), p. 290 — 291.
Chloenea explorata n. sp. — Steindachner.
Coppingeria n. gen. (Chlorhaemiden) longisetosa n. sp. — Ha s well, p. 330,
Taf. XXVI, 1—3, XXVII, 9, 11-14, 20, 22, XXVIII, 25, 26, 28.
Corynocephalus albomaculatus Lev. — Apstein, p, 14 — 15.
Cruziana sp. — Walcott, fossil, p. 604, Taf. LXIV, 1, LXV, 1, 2, LXVI, 1.
Dasybranchus caducus Gr. — Andrews (4), p. 293.
Diopatra magna n. sp. — Andrews (3), p. 121. — D. cuprea Aud. M.-E.
— Andrews (4), p. 285-286; D. magna n. sp., — Ibid., p. 286-287, pl. XIV,
14 — 20.
Eunice ornata n. sp. — Andrews (4), p. 284-285, pl. XIII, 6—13.
Greeffia Mint. (= Nauphanta Greeff) celox (Greeff). — Apstein, p. 9
bis 10, Taf., Fig. 12—15.
Harmothoe aculeata n. sp. — Andrews (4), p. 278 — 279, pl. XII, 1—5.
Helminthoidichnites marinus Emmons. — Walcott, fossil, p. 603, Taf. LX, 1.
Loimia turgida n. sp. — Andrews (4), p. 298, pl. XVIII, 46—49.
Marphysa sanguinea Qtfg. — Andrews (4), p. 287— 288.
Nereis limbata Ehl. — Andrews (4), p. 284.
Ophelina agilis n. sp. — Andrews (4), p. 289, pl. XV. 21—26, 28.
Paedophylax longiceps Verr. — Andrews (4), p. 281—282.
Pectinaria gouldi Verr. — Andrews (4), p. 297.
Petaloproctus socialis n. sp. — Andrews (4), p. 295—296, pl. XVII, 36 -41;
Planolites annularius Walcott. — Walcott, fossil, p. 602, Taf. LX, 5;
P. congregatus Billings. — Ibid., Taf. LXI, 1; P. virgatus Hall. (sp.). — Ibid.,
Taf. LXI, 5.
Polydora commensalis n. sp. — Andrews (4), p. 291— 292, pl. X, 27. —
Andrews (6).
Proceraea tardigrada Webst. — Andrews (4), p. 282— 283.
Procerastea Halleziana n. sp. mit 20—22 Zähnen als Schlundbewaffnung. —
Malaquin (1), p. 175.
Rhynchonerella fulgens Greeff. — Apstein, p, 14.
Sabellaria vulgaris Verr. — Andrews (4), p. 297.
Scolithus linearis Haldeman. — Walcott, fossil, p. 603, Taf. LXIII, 1.
Stylarioides cinctus n. sp. — Ha s well, p. 333, Taf. XXVI, 4, 5, XXVII,
15, 16, 21, XXVni, 24; S. Eorstii n. sp. — Ibid., p. 335, Taf. XXVI, 6-8,
XXVn, 17.
Vanadis longicauda n. sp. — Apstein, p. 5— 7, Taf., Fig. 3— 8; V. lato-
cirrata n. sp. — Ibid., p. 7—8, Taf., Fig. 9 — 11; V. fasciata Apst. — Ibid., p. 8
bis 9 ; V. sive Callizona fusca n. sp. — Ibid., p. 15, Taf., Fig. 22—24.
II. Gephyreen (incl. Phoronis).
Echiurus chilensis Max Müll. — Coli in (3).
Phoronis. Systematische Stellung — Cori.
Phymosoma Weldoyiii n. sp. — Shipley (2), p. 111, Taf. XL
238 Dl'- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
III. Oligochaeten.
Eintheilung der Oligochaeten in Naido- und Lumbricomorpha, letzterer in
Micro- und Megadrili. — Beddard (5).
Eintheilung der Naidomorphen. — Bourne (2).
Eintheilung der Lumbricomorpha minora. — Giard.
Eintheilung der Eudriliden. — Beddard (4).
System und Diagnose der Teleudrilinen. — Michaelsen (2).
AUolobophora hermanni Michlsn. — Michaelsen (1), p. 5 — 7; A. leoni n. sp.
— Ibid., p. 15. — A. jassyensis n. sp. — Ibid., p. 15 — 16; A. antipaen.sp. — Ibid., p. 16
bis 17; A. putris Hoffmst. forma subrubicunda Eisen (= A. fraissei Oerley). —
Ibid., p. 18. A. lissaensis n. sp. — Ibid., p, 18 — 19. — A. foetida Sav. — Ku-
lagin, p. 91—92; A. tenuis Eisen. — Ibid., p. 92; A. carnea Sav. — Ibid., p. 92
bis 93. — A. madeirensis n. sp. — Michaelsen (3), p. 206.
Allurus tetraedrus (Sav.) u. verwandte Formen. — Michaelsen (1), p. 7—9.
Benhamia intermedia n. sp. — Michaelsen (3), p. 225—226. — B. holavi
n. sp. — Michaelsen (1), p. 9— 14, Taf., Fig. 1 — 2; B. tenuis n. sp. — Ibid.,
p. 21—22, Taf., Fig. 3.
Branchiura n. g. Sowerbii u. sp. — Beddard (11), p. 109.
Dendrobaena rubida Sav. var. — Ku lagin, p. 94—95.
Dero n. sp. — Stuhlmann.
Dichogaster Hupferi n. sp. — Michaelsen (2), p. 66. 67, Taf. IV, 31. 32.
D. mimus n. sp. Die Unterschiede zwischen dieser Art, D. Damonis Bedd. und
Benhamia rosea Mich, werden tabellarisch angegeben. — Michaelsen (3),
p. 212—215.
Eminia n. g. (Greoscoleciden) equatorialis n. sp. — Benham (2), p. 161
Taf. III. IV.
Enchytraeoides n. subgen. Enchytraei geueris mit rothbraunem Blut wie
bei Pachydrilus; E. Marioni = Pachydrilus enchytraeoides St.-Loup. — Roule (1).
Eudriloides titanotus n. sp. — Michaelsen (2), p. 10. 11. Taf. III, 19. 20.
Eudrilus pallidiis n. S2X — Michaelseu (3), p. 216—219, Taf. VIII, 9. —
E.jullieni Hort. — Michaeisen (1), p. 22.
Fktcherodrilus n. gen. unicus (Fletcher) mit den vier Varietäten unicus
(= Cryptodrilus unicus Fletcher), purpureus (= Cryptodrilus purpureus Mich.),
fasciatus (= Cryptodrilus fasciatus Fletcher) und peletvensis n. var. — Michael-
sen(l), p. 29— 33.
Glyphidrilus n. g. weberi n. sp. — Horst (5).
Heliodrilus n. g. lagosensis n. sp. — Beddard (9), p. 253, Taf. XVII— XX,
15—18, 21, 29, 32-43, 48, 52.
Heterochaeta costata Chaparede, System. Stellung und Varietäten. —
Benham (4).
Hyperiodrilus n.g. africanus n. sp. — Beddard (9), p. 236, Taf. XVI,
XVm, XX, 19, 20, 22-28, 30, 31, 44—47, 49-51, 56.
Kynotus n. gen. madagascariensis n. s}). Scheint Glyphidrilus Weberi Horst
nahe zu stehen. - Michaelsen (3), p. 207-212, Taf. VIII, 2. 6. 8. K.longus
n. sp. — Michaelsen (2), p. 63-66, Taf. IV, 33.
lAbyodrüus n. gen. violaceus n. sp. — Beddard (2), Eb. (3), p. 582.
in der Naturgeschichte d. freileb. "Würmer wahi'end d. Jahres 1891. 239
Lumbricus xanthiirus Templeton = L. puter Hoffra. = Dendrobaena Böckii
Eisen. — Friend, p, 273; L. gordianus Templeton = Allolobophora mneosa
Eisen. — Ibid.; L. omilnrurus Templeton = Omilurus rubescens Temp. =?L. ru-
belhis Hoffm. — Ibid.; L. rubescens (Tempi.). — Ibid. — L. julUeni n. sp. —
Horst (1). L. triannularis Gr. = L. rubellus Hoffmst. — Kulagin, p. 93;
L. brevispinus Gerstf. = AUolob. foetida Sav. — Ibid., p. 94.
Megachaeta n. gen. (p. 50) tenuis n. sp. — Micbaelsen (2), p. 17— 19,
Taf. I, 2—4; M. alba n. sjj. — Ibid., p. 19—21, Taf. IV, 26—28.
Megascolex coeruleus Templeton = Pleurocbaeta moseleyi Bedd. (? = Peri-
chaeta leucocycla Schmarda). — Bourne (1).
Metadrilus n. gen. Biikajurdi n. sp. — Mio ha eisen (2), p. 52. 28—32,
Taf. III, 21—24.
Microscolex dubius Fletch. — Michaelsen (1), p. 19—20.
Nemertodrilus griseus Mich, aberrante Form der Endrilideu. — Beddard (9).
Notykus n. gen. Emini n.sp. — Micbaelsen (2), p. 53. 32 — 34, Taf. II, 8. 9.
Paradrilus n. gen. Eosae n. sp. — Michaelsen (1), p. 26-29, Fig. 5. 7.
— T. ruber n. sp. — Michaelsen (3), p. 220-222, Taf. Vm, 4. 10; F. pur-
pureus n. sp. — Ibid., p. 222—224, Taf. VIII, 11.
Pelodrilus n. g. — Beddard (5).
Perichaeta malamaniensis n.sp. — Benham (1). — P. sangirensis n. sp. —
Michaelsen (1), p. 36—38; P. ferdinandi n. sp. — Ibid., p. 38—39; P. stelle)-i
n. S2). — Ibid., p. 39—41. — P. carinensis n. sp. — Rosa (2), p. 107, Taf. 1,
1. 2; P. Bournei n. sp. — Ibid , p. 110, Taf. I, 3-5; P. Peguana n. sp. — Ibid.,
p. 113, Taf. I, 6—8; P. campanulata n.sp. (? = P. Houlleti Bourne). — Ibid.,
p. 115, Taf. I, 9, 10; P. madagascariensis n.sp. — Michaelsen (3), p. 227
bis 228, Taf. VIII, 3.
Perionyx arboricola n.sp. — Rosa (2), p. 119, Taf. I, 11. -- P. Griine-
waldi n.sp. — Michaelsen (1), p. 33—36, Fig. 6. P. sansibaricus n.sp. —
Michaelsen (2), p. 4-6, Taf. I, 1.
Phreodrilus n. g. — Beddard (5).
Platydrilus n. gen. (p. 49. 50) leicaensis n. sp. — Michaelsen (2), p. 11
bis 14, Taf. n, 10; P. megachaeta n. sp. — Ibid., p. 14—16, Taf. II, 11 ; P. (?; cal-
lichaetus n. sp. — Ibid., p. 15. 16, Taf. III, 25.
Polytoreutus coeruleus Mich, formae makaJcallensis, korogiveensis, affinis,
mhondaensis. — Michaelsen (2), p. 34— 41, Taf. IV, 29. 30.
Pontodrilus bermudensis n. sp. — Beddard (5).
Preussia n.gen. siphonochaeta n. sp. — Michaelsen (1), p. 23—26, Fig. 4. 8.
— P. (?) lundaensis n. sjj. — Michaelsen (3), p. 219-220, Taf. VIU, 1.
Pristina equiseta n. sp. — Bourne (2), p. 352; P. breviseta n. sp. — Ibid.,
p. 353, Taf. XXVII, 11—15.
Pterostylarides macrochaeta n. sp. — Bourne (2), j. 349, Taf. XXVI, 1.
Beithrodrilus n.gen. minutus n.sp. — Michaelsen (2), p. 50. 51. 21 — 23,
Taf. VIII, 17. 18.
Siphonogaster mülsoni n.sp. — Beddard (1).
240 Dr- Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen
Stylodrilns Vejdovskyi n. sp. — Benham (4).
Tubifex Blanchardi n. sp. — Vejdovsky (3), p. 596, Taf. XV.
Urochaeta sp. — Michaelsen (1), p. 33,
IV. Hirudineen,
Clepsine plana n. sp. — Whitinan (1, 2).
V. Enteropneusten.
der Enteropnei
j von Balanog
Morgan (2)
System der Enteropneusten. — Spengel.
Stellung von Balanoglossus Kowalevskii, sowie mehrerer Tornarien. —
VI, Nemertinen.
Eintheilung der Nemertinen. — Bürger (1, 3).
Amphiporus amhoinensis n. sp. — Bürger (1), p. 26 — 27; A. reticulatus
n. sp. — Bürger (2).
Cerebratulus albovittatus Stimps. — Bürger (1), p. 11 — 13, Taf. I, 1;
G. psittacinus n. sp. — Ibid., p. 13—14, Taf. I, 2; C. glaucus n. sp. (=: Nemertes
collaris ? Schmarda). — Ibid., p. 15, Taf. I, 3; C. galbanus n. sp. — Ibid., p. 16,
Taf. I, 4; C. tigrinus n. sp. — Ibid., p. 16—17, Taf. I, 5; C. spadix n. sp. —
Ibid., p. 17—18, Taf. I, 6; C. pullus n. sp. — Ibid., p. 18 — 19; C. luteiis n. sp. —
Ibid., p. 19— 20; C rubens n. sp. — Ibid., p. 20— 21, Taf. I, 7; G. aurostriatus
n. sp. — Ibid., p. 21—22, Taf. I, 8; C. coloratus n. sp. — Ibid., p. 22, Taf. I, 9.
Drepanophorus latus n. sp. — Bürger (1), p. 27— 28, Taf. I, 12, 13, 13a;
D. cerinus n. sp. — Ibid., p. 28 — 29.
Eupolia brocki n. sp. — Bürger (1), p, 22— 23, Taf. I, 10; E. marmorata
n. sp. — Ibid., p. 24, Taf. I, 11; E. ascophora n. sp. — Ibid., p. 24 — 25.
Oerstedia Claparedii du Plessis. — Du Plessis; 0. aurantiaca n. sj). — Ibid.
Prosadenoporus n. g. (Enopla). — Bürger (1), p. 29 — 30; P. arenarius
n. sp. — Ibid., p. 30— 31; P. badio-vagatus n. sp. — Ibid., p. 31, Taf. I, 14;
Yi. ianthinus n. sj). — Ibid., p. 31 — 32, Taf. I, 15, 15 a; 'P. oleaginus n. sp. —
Ibid., p. 32.
Prosorochmus bistriatus n. sp. — Bürger (4).
VII. Turbellarien.
Eintheilung der acölen Turbellarien in 2 Farn, mit 5 Gattungen. — v. G r a f f (1 ).
Eintheilung der rhabdocölen Turbellarien nach Unterfamilien, Gattungen
und Arten. — Bö hm ig.
Systematische Stellung der Polycladen. — Koningsberger (3).
Ampldchoerus n. gen. (Acölen) für A. cinereus (Graff). — v. Graff (1).
Bipalium manubriatum n. sj). seht B. virgatum Stimpson nahe; Augen
konnten raacroskopisch nicht gesehen werden. — Sharp.
Convoluta Lacazii n. sp. — v. Graff (1), p. 62.
in der Naturgeschichte d/ freileh. "Würmer während d. Jahres 1891. 241
Geoplana spenceri n. sp. — Dendy (1). — G. ventropunctata n. sp. ist
G. quadrangulata Dendy var. wellingtoni ähnlich, aber weniger viereckig und
mit seitlichem dunklem Streifen, sowie mit braunen Flecken auf der Bauchseite.
— Dendy (2), p. 35, Taf. JV, 2, 2a. — G. ventrolineata n. sp. — Dendy (3),
p. 35— 36; G. dubia n. sp. —- Ibid., p. 36; G. alba var. roseoUneata nov. — Ibid.,
p. 36— 37; G. howitti var. obsoleta nov. — Ibid., p. 37; G. adae var. extralineata
nov. — Ibid., p 38. G. spenceri Dendy. — Spencer, p. 85—86; G. mediolineata
Fletch. Hamilt. — Ibid., p. 86, pl. XII, 15— 15a; G. dendyi n. sp. — Ibid., p. 86
bis 87. pl. XI, 1-5; G. frosti n. sp. — Ibid., p. 87— 88, pl. XI, 6—9; G. wal-
hallae Dendy. — Ibid., p. 88, pl. XII. 11-13; G. alba Dendy. — Ibid., p. 88
bis 89, pl.Xn, 16—17; G. sulphurea Fletch. Hamilt. — Ibid., p. 89, pl. XII, 14;
G. munda Fletch. Hamilt. — Ibid., p. 89-90, pl. XII, 10— 10a. (Alle Abbil-
dungen colorirt.)
Hydrolimax hrunneus n. sp. — Girard.
Monoophorum n. g. striatura Böhmig. — Böhmig, p. 435.
Monoporus n.gen. (Acölen) für M. rubropunctatus (O. Schm.). — v.Graff il).
Phagocata coronata n. sp. — Girard.
Plagiostoma Girardi v. Graff. var. minor nov. — Bö hm ig.
Planaria alpina Dana = P. abscisse Jij. = P. arethusa Dal. — Voigt.
Rhynchodesmus simulans n. s}). — Dendy (3), p. 38.
VIII. Gastrotrichen.
System der Gastrotrichen mit Diagnosen der Gattungen und Arten. —
Zelinka.
ChaetonotusmaximusEhrhg. — Zelinka, p. 402-407, Taf. XI, 1-3, 5—9,
11-13, 15; XII, 4-5, 10,12; Taf. XIII, 1-4, 6-9, 11-12; Gh.similis n.sp.—
Ibid., p. 407—408, Taf. XIII, 5,10; Ch. schultzei Metschn. — Ibid., p. 409-413
Taf. XV, 1; Ch. hystrix Metschn. — Ibid., p. 413-415, Taf, XIV, 17-20;
Ch. formosus Stokes — Ibid., p. 415— 416; Ch. slackiae Gosse. — Ibid., p. 416
bis 417, Taf. XV, 15; Ch. acanthodes Stokes — Ibid., p. 417—418, Taf. XV,
14, a, b; Cli. hrvispinosus n.sp. (= Ch. lams Feniald). — Ibid., p. 418-421,
Taf XIV, 11—14; Ch. tabulatus Schmarda — Ibid., p. 421—422, Taf. XV, 9; Ch.
acanthophorus Stokes — Ibid., p. 422—423, Taf. XV, 11; Ch. spinulosus Stokes
— Ibid., p. 423, Taf. XV, 2, 12; Ch. enormis Stokes - Ibid., p. 423— 424, Taf.
XV, 16; Ch. longispinosus Stokes - Ibid., p. 424-425, Taf. XV, 3; Ch. ma-
croehaetus n. sp. — Ibid., p. 425— 427, Taf. XIV, 7 -10a; Ch. persetosus n.sp. -—
Ibid., p. 427-429, Taf. XI, 16; XIV, 1-6; Ch. larus Müll. — Ibid., p. 430
bis 434, Taf. XV, 5, Ch. spiuifer Stokes — Ibid., p. 434-435, Taf. XV, 23,
a-e; Ch. bogdanowi Schimk. — Ibid., p. 435-437, Taf. XV, 6. Ungenau be-
schriebene Arten: Ch. jamaicensis Schmarda — Ibid,, p. 446, Taf XV, 10; Ch.
octonarius Stokes — Ibid., p. 446; Ch. (?) longicaudatus Tatem. (Bestimmungs-
tabelle für Chaetonotus,' ibid., p. 401 - 402 )
Chaetura capricoruia Metschn. — Zelinka, p, 437, Taf. XV, 22.
Dasydytus longisetosus Metschn.— Zelinka, p. 439, Taf. ZV, 21; D. sal-
titans Stokes — Ibid., p. 440-442, Taf. XV, 20; D. goniathrix Gosse — Ibid.
p. 442-444, Taf. XV, 8, (Bestimmungstabelle für Dasydytes, ibid., p. 439.) —
Aich. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. II. H. 3. 16
242 Dr. Carl Matzdorff: Bericht über die wissenschaftl. Leistungen etc.
D. bisetosum n. sp. steht D. longisetosum Metschn. nahe, hat 2 lange Schwanz-
borsten. — Thompson.
Gossea n. g. — Zelinka, p. 444; G. antennigera Gosse -Ibid., p. 444-445
Taf. XV, 7.
Ichthydium podura Müll. — Zelinka, p. 386-389, Taf. XIV, 15—16;
I. sulcatum Stokes-Ibid, p. 389-390, Taf. XV, 17.
Lepidoderma n.g. — Zelinka, p. 390; L. squamatmn Duj.-Ibid., p. 390—397,
Taf. XI, 4, 10, 14; XH, 1—3, 6—9, 11; XV, 13; L. ocellatum Metschn. -Ibid.,
p. 397—99, Taf. XV, 19; L. rhomboides Stokes-Ibid., p. 399-400, Taf. XV, 4 a-d;
L. conciunum Stokes-Ibid., p. 401, Taf. XV, 18, a, b, (Bestimnmngstabelle für
Lepidoderma, ibid., p. 390.)
Anhang.
Systematische Stellung von Tricboplax. ^ Schulze.
Salinella n. g., salve n. sp. — Frenz el (2), p. 66, Taf. VII; (3, 4).
Jahresbericht für 1891 und 1892
über die
Coelenteraten
mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen.
Von
Dr. E. Vanhöfien in Berlin, Museum für Naturkunde.
1. Alcock, A. „A Gase of Commensalism between a Gymno-
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vol X S. 207—214, London 1892.
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5. Derselbe. „Ueber das Vorkommen von rudimentären
Prinzipaltentakeln bei Lucernariden." Zoologische Jahrbücher Syst.
Bd. VI, S. 392—393. 1892.
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16*
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20. Derselbe. „Coelenterata (Hohlthiere)" in Bronn Classen
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21. Derselbe. „Die Dissogonie, eine neue Form der
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logischen Station in Neapel Bd. 10, S. 75—152. 1891.
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Rev. Sc. nat. St. Petersburg 1891, N. 4, S. 139-145.
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70. Derselbe. „Beschreibung der Hydroidenfauna und Ueber-
sicht der Medusen des Ufers der Solowetzkischen Inseln " (Russisch)
Rev. Sc. Nat. St. Petersburg 1891, N. 9, S. 334-342. 1891.
71. Schlumberger, C. „Preparation des Hydraires, Bryozo-
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1891. (S. Bericht f. 1890, S. 158).
72. Schneider, K. .C. „Einige biologische Befunde an Coe-
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—261. 1892.
248 Dr- E. Vauhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
73. Scliuize, F. E. „Ueber Umstülpungsversuche an Hydra
von Nussbaum und Ischikava." Sitzungsberichte naturforschender
Freunde 1891, K 1, S. 12-13. (Referat.)
74. Shepherd, T. „Cordylophora lacustris." Nature Bd. 44,
N. 1129, S. 151.
75. Simroth, H. „Entstehung der Landthiere. Ein bio-
logischer Versuch." 492 S. Leipzig 1891.
76. Sloan, A. D. „On the Occurrence of Haiistemma in
British Waters." Annais and Magazine of Nat. Hist. Ser. 6, vol. VH,
S. 413—416. 1891, mit einer Bemerkung von Mc. Intosh. S. 416.
77. Smith, P. „Gastrulation of Aurelia flavidula." Bulletin
Museum of Comp. Zoology Harvard College Bd. 22, N. 2, S. 115 —
125, 2 Taf. 1891.
78. Spencer, W. B. „On the Structure of Ceratella fusca."
Transact. R. Soc. Victoria, vol. H, Part. 2, S. 8—24, 3 Taf. 1891.
79. Thiele, J. „Die Stamm es Verwandtschaft der Mollusken."
Ein Beitrag zur Phylogenie der Thiere. Jenaische Zeitschrift für
Naturw. Bd. 25, S. 480—543. (Coel. S. 489—507).
80. Trautzsch, H. „Bemerkungen zu den Versuchen des
Herrn Dr. Loeb über Heteromorphose." Biologisches Centralblatt
Bd. 11, S. 200—212. 1891.
81. Tanhöifen, E. „Periphylla und Nausithoe." Zoolog. An-
zeiger Bd. 14, N. 355, S. 38—42. 1891.
82. Derselbe. ,, Ueber Turritopsis armata Köll." Verhand-
lungen der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte
(64. Versammlung, 2 Th., S. 121) in Halle. 1891.
83. Derselbe. „Zur Systematik der Scyphomedusen." Zool.
Anzeiger Bd. 14, N. 368, S. 244—248. 1891.
84. Derselbe. ,, Versuch einer natürlichen Gruppirung der
Anthomedusen." Zoologischer Anzeiger Bd. 14, S. 439—446,
N. 379. 1891.
85. Derselbe. ,,Die Acalephen der Planktonexpedition.'' Er-
gebnisse der Planktonexpedition Bd. H, K. d. 28 S., 4 Taf.,
1 Karte. 1892.
SG. Terworu, M. „Gleichgewicht und Otolithenorgan." Ex-
perimentelle Untersuchungen. Pflüger's Archiv Bd. 50, S. 423 bis
472. 1891.
87. Derselbe. „Ueber die Fähigkeit der Zelle activ ihr speci-
fisches Gewicht zu ändern." Pflügers Archiv Bd. 53 (Coel. S. 151
bis 152). 1892.
88. Weismaiin, A. ,, Bemerkungen zu Ischikawas Umkehrungs-
versuchen an Hydra." Archiv für mikrosk. Anatomie Bd. 36,
S. 627—638. 1890.
89. Weltner, W. ,, Ueber das Vorkommen von Cordylophora
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forsch. Freunde, Berlin 1892, S. 77-80.
90. Wilson, E. B. „The HeHotropism of Hydra." Amer. Natu-
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Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 249
Wood-Masou, J. und Alcock, A., s. Alcock.
91. Yung, E. ,,De l'influence des lumieres colorees sur
le developpement des animaux." Comptes Eendus T. 115, S. 620
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92. Ziegler, H. E. ,,Die biologische Bedeutung der amito-
tischen (directen) Kerntheilung im Thierreich." Biolog. Centralblatt
Bd. XI, S. 377. 1891.
93. Zoja, R. ,,Su alcuni esemplari di Dendroclava Dohrni
Weismann.' Bolletino scientifico Ann. XIII, N. 3 u. 4, S. 79 — 81.
Monitore zool. Ital. Ann. III, N. 1 u 2, S. 10. Annais und Mag. N'at.
Eist. Ser. 6vol. IX, S. 409—411. 1891.
94. Derselbe. ,, Sulla trasmissibilita degli stimoli nelle colonie
de Idi'oidi." Rendiconti Istituto Lombardo di Scienzi e lettere Ser. II
vol. 24. 1891.
95. Derselbe. ,,Sur la transmissibilite des excitations dans les
colonies des Hydroides." Archives Italiennes de Biologie. T. 27,
S. 304—313. 1892.
96. Derselbe. ,;Intorno ad alcune particularita di Struttura
dell' Hydra." Rendiconto Istituto Lombardo Milano Ser. II vol. 25,
13 S. 1892.
97. Derselbe. „Die vitale Methylenblaufärbung bei Hydra."
Zoolog. Anzeiger Jahrg. 15., S, 241—242.
Allgemeines.
Chiin (20) führt die Geschichte der Coelenteratenforschung
weiter bis zur Aufstellung des Coelenteratentypus durch Leuckart
und erwähnt noch die Anschauungen von L. und A. Agassiz und
von Huxley. Dann weist er die Einwände zurück, die man gegen
die Coelenteratennatur der Spongien und Ctenophoren gemacht hat,
characterisirt die Grundformen der Coelenteraten, erörtert die Homo-
logien unter denselben und giebt eine Uebersicht über die neuere
Classification der Coelenteraten von Forbes bis auf Haeckel, Claus
und Götte.
Fewkes (31) stellt die Coelenteratenfauna von Neu England
zusammen und macht Angaben über die üblichen Sammelmethoden.
Sie enthält 139 Hydroiden, 8 Siphonophoren, 4 Acraspeden, 4 Lucer-
nariden und 6 Ctenophoren.
Herdman (43) berichtet, dass im August 1890 bei der Fahrt
der ,,Argo" an der Westküste Irlands Lobate Ctenophoren und
Pleur'obrachia, Thaumantias und Sarsia und von Hydroiden: Hydrac-
tinia echinata, Bougainvillea (?), Clytia Johnstoni, Obelia flabellata,
0. geniculata, Campanularia negiecta, Calycella syringa, Filellum ser-
pens, Halecium halecinum, Sertularia pumila, Plumularia setacea,
P. halecioides, P. pinnata und Agiaophenia tubulifera gesammelt
wurden.
Garstaiig (32) fand bei Plymouth 1892 Haliclystus octoradiatus
250 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 mid 1892 über die
( = Lucernaria auricula) aufCeramium imdEnteromorpha zu Hunderten,
eine Colonie von Tubiclava (Merona) cornucopiae von 90 — 100 Po-
lypen in 15 Faden Wasser auf einer Aporrhais und mehrere Colo-
nieen von Haloikema Lankasteri G. C. Bourne.
Bei Plymouth war nach Bles (12) im Sommer 1892 Aurelia
aurita, die gewöhnlich gemein ist, selten, was ebenso wie das spär-
liche Erscheinen pelagischer Fische auf Mangel an Plankton
zurückgeführt wird. Hormiphora plumosa fehlte vom 17. Juni bis
Mitte September, wo junge Exemplare erschienen. Obelia lucifera
war im Juni sehr häufig. Beim Abtödten im Dunkeln zeigte sich
ein Ring von blauem Licht am Rande der Umbrella, der etwa eine
Minute anhielt. Saphenia mirabilis erschien in 9 Faden Tiefe am
Grunde, wie auch Irene viridula. Muggiaea atlantica Cunningham
wurde Ende August mit unreifen Eudoxien, Anfangs September mit
reifen Geschlechtsproducten beobachtet. Am 23. September wurde
eine junge Calyconula gefunden. Die erwachsenen Thiere waren
sehr reichlich, verschwanden aber bald darauf.
Von St. Andrews berichtet Holt (48), dass Anfang August 1890
Euphysa aurata Forbes, die Meduse von Corymorpha nana (Hincks)
an der Oberfläche der Bai gefangen wurde. Eine Art von Hybo-
codon kam im April und Mai in beträchtlicher Menge mit den Tiefen-
netzen herauf. Es sind demnach zwei Arten von Corymorpha dort
zu vermuthen. Von Coelenteraten wird noch die als Agalmopsis
von Sloan (s. S. 270) beschriebene Siphonophore erwähnt.
Ferner publicirt Crawford (25) seine Erfahrungen über das
Auftreten der Coelenteraten im Golf von St. Andrews vom Sommer
1890 bis Frühjahr 1891. Beroe und Cydippe waren im Sommer
gemein und blieben dort bis zum Herbst und Anfang des Winters.
Als ihre Zahl geringer wurde, erschien Lesueuria. Am 21. Januar
wurden noch mehrere Lesueuria und feine Beroe constatirt; bald
darauf verschwanden aber alle Ctenophoren.
Von Anthomedusen waren Tiara octona und Margeiis ramosa
(Bougainvillea britannica Forbes) zahlreich im August, die erstere
wurde noch am 7. October gefangen. Codonium pulchellum, vor-
her spärlich, zeigte sich zahlreich Ende September. Im Mai er-
schien nur ein junges Individuum, Von Euphysa aurata wurden
mehrere Exemplare, von Codonium gemmiferum nur eins im August
gefunden. Der Magen der letzteren, 6 mal so lang als die Um-
brella, war mit einer Knospenspirale besetzt. Hybocodon pflegt im
Juni zu erscheinen. Die wichtigsten Leptomedusen sind Thaumantias
hemisphaerica (Th. inconspicua Forbes), Th. ocellata und Laodice
cruciata (Thaumantias pilosella.) Sie schwärmten im August und
in geringerer Zahl im November. Tima Bairdi war nicht selten im
Herbst und Winter. Ein mehr als 2 Zoll grosses Exemplar wurde
noch am 21. Januar bemerkt. Danach verschwand die Art. Irene
pellucida (wahrscheinlich) trat im August in grosser Zahl auf.
Je ein Exemplar von MeHcertidium octocostatum wurde im
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Antbozoen. 251
August und reif im Januar gefunden, farblose Aglanthen erschienen
Ende September und zahlreich reif im Januar.
Die Narcomedusen wurden durch ein Exemplar von Polyxenia
cyanostylis (Polyxenia Alderi Forbes) im August repräsentirt.
Von Acraspeden waren Lucernarien häufig an Seegras, auch
Cyanea und Aurelia zeigten sich sehr häufig an der Küste. Planulae
von Cyanea wurden bereits im November erhalten.
Im April und Mai brachte das Tiefennetz hauptsächlich Antho-
medusen und Leptomedusen, besonders die letzteren, herauf. Ephyren
erschienen in überraschend geringer Anzahl.
Gregorio (37) beobachtete bei Palermo Rhizostoma pulmo
(nach Riggio: Cotylorhiza tuberculata) Velella spirans imd Charybdea
marsupialis.
Gogorza (33) untersucht den Einfluss des Süsswassers auf See-
thiere, unter denen sich auch Coelenteraten befinden.
Hydromedusen.
Experimentelle Untersuchungen an Hydroidpolypen.
Trautzsch (80j hält die Versuche von Loeb (vergl. Bericht für
1890 S. 166), durch welche dieser darthun wollte, dass es möglich
sei, bei Thieren an Stelle verlorener Organe nach Form und Lebens-
ei'scheinungen typisch andere, heteromorphe Organe zu erzeugen,
für nicht beweiskräftig. Im besten Falle kann Loeb aus seinen
Versuchen schliessen, dass die Polarität des Thierkörpers von seinen
beiden Enden nach der Mitte abnehme, nicht auf Grund derselben
die Theorie Allmans bestreiten. Microscopische Untersuchungen
der Neubildungen hätte vorgenommen werden müssen, um zu er-
kennen, ob das, was Loeb für Heteromorphose erklärt, nicht nur
Knospung ist. Wahrscheinlich ist das letztere der FaU und die
Lehre von der Heteromorphose nicht haltbar.
Driescli (29) setzt seine tectonischen Studien an Hydroidpolypen
fort durch Untersuchung von Antennularia. Der Hauptstamm der-
selben besteht aus unbestimmter Zahl regellos communicirender,
von Ecto- und Entoderm umschlossener Röhren. An der Ursprungs-
stelle der Fiedern vereinigen sich zwei Röhren zu einfachem
Schlauch, doch ist eine Beziehung der Zahl der Röhren zu der der
von den Fiedern gebildeten Längsreihen nicht vorhanden. Die
Fiedern sind in alternirenden Quirlen angeordnet. Die Zahl der
Fiedern in einem Quirl schwankt in bestimmten Grenzen (bei
A. antennina wurden 2-8, bei A. ramosa 2—4, bei A. tetrasticha
2 — 3 Fiedern in einem Wirtel gefunden) imd nimmt mit dem Alter
des Stocks zu. Die Jugendform der Antennularien ist plumularoid
gebaut.
Ein bestimmtes, untrügliches Merkmal zur Speciesunterscheidung
ist nicht vorhanden, doch ist A. antennina wohl nie, A. tetrasticha
sehr selten, A. ramosa fast stets verzweigt. Ein Seitenzweig zweiter
252 Dl'- E. Vanh offen: Jahresbericht für 1891 \\m\ 1892 über die
Ordnung wurde einmal bei A. tetrasticha bemerkt. Nur A. anten-
nina besitzt eventuell mehr als 4 zählige Wirtel; A. tetrasticba sehr
selten mehr als zweizählige. Bei allen 3 Arten scheinen 2 Nemato-
phoren zwischen je 2 Fiedern derselben Längsreihe typisch zu sein.
Bei jungen Exemplaren und der Spitze älterer ist oft nur einer
vorhanden. Bei A. ramosa traten einmal 3^ — 5, bei A. antennina
3 Nematophoren zwischen zwei Fiedern auf. „Ansatznematophoren"
traten vor dem ersten Perisarkeinschnitt der Fiedern bei A. tetra-
sticha stets in 2 Paaren, bei A. ramosa in einem Paar, bei A. an-
tennina gleich häufig in 1 und 2 Paaren auf.
Die Gonangien sind stets seitlich am Abgangsglied der Fieder
angeheftet.
Als allgemeines Resultat seiner Untersuchungen über Stock-
bildung bei Hydroidpolypen hebt Driescli (28) hervor, dass die
Polypenstöcke ein aus nahezu gleichen Einheiten gesetzmässig auf-
gebautes Ganze darstellen und dass das Wachsthumsgesetz „sich
gleichsam in eine Formel zusammenfassen lässt, welche die nach
potentieller Knospungsenergie verschiedenen Einheiten sowie die
Zahlen, in welchen jede in jeder Stockserie vorkommt, enthalten
muss." Der Aufbau des Hauptstammes und der Seitenzweige für
sich ist das Ergebniss von Selbstdifferenzirung; äussere Agentien
veranlassen correlative Differenzirung.
Driesch (30) berichtet ferner über heliotropische Erscheinungen
bei Sertularella polyzonias und fasst seine Resultate folgender-
massen zusammen: „Die unter ungünstigen Verhältnissen von
Serturella polyzonias an Stelle von Personen erzeugten Stolonen
sind, bis auf den ersten, von Anfang an sich vom Lichte ab-
wendenden, zuerst positiv und werden nach Erzeugung ihrer
Tochterstolonen negativ heliotropisch. Sie entstehen an der dem
Licht zugewendeten Seite des Mutterstolo." Der primäre Knospungs-
typus ^wird dabei modifizirt. Unbekannte Ursachen veranlassen
Wendungen in allen möglichen Richtungen, anstatt dass sich die
Stolonen, sobald sie negativ werden, in die Ebene des Stocks ab-
wechselnd nach verschiedenen Seiten wenden.
Loeb (55) macht Experimente über das Wachsthum von An-
tennularia und Tubularia. Sprosse von Antennularia wachsen stets
senkrecht nach oben, Wurzeln nach unten, wie man den ab-
geschnittenen Stamm auch stellen mag. An der Spitze eines nach
unten gekehrten Sprosses bilden sich Wurzeln aus, falls dieselbe
nicht abstirbt. Aus Fiedern der Unterseite eines schräg oder hori-
zontal liegenden Sprosses bilden sich Wurzeln, aus Fiedern der
Oberseite können Sprosse entstehen. Auch verzweigte Stolonen
wurden bei Antennularia erzielt, wodurch Loeb eine künstliche
Varietät erhalten zu haben glaubt.
An einem Stammstück von Tubularia bildet sich erst am oralen,
dann am aboralen Ende ein neuer Polyp. Die Polypenbildung
am aboralen Ende kann beschleunigt werden, wenn man das
Wachsthum am oralen Ende unterdrückt. Das Wachsthum und
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoeu. 253
die Regeneration von Tubularia werden bei reichlicher Wasser-
zufuhr verstärkt, durch geringe Wasserzufuhr vermindert. Bei
2,5% Salzgehalt ist das Längenwachsthum am bedeutendsten; es
nimmt ab, bis es einerseits bei 5,1%, andererseits bei 1,3 7o völlig
aufhört. Bei 5,1% findet noch Polypenbildung statt, bei 5,4°/o
hört auch diese auf. Hochgradiger Mangel an Sauerstoff verhindert
die Regeneration. Kalium und Magnesium sind für Wachsthum
und Regeneration von Tubularia nothwendig. 0,33 gr KCl zu
100 cbcm Seewasser heben jedoch das Wachsthum, 0,6 gr zu
100 cbcm auch die Regeneration auf. Die Quantität des See-
wassers hat keinen bemerkenswerthen Einfluss auf das Längen-
wachsthum von Tubularia.
Driesch (30) bestätigt die Befunde Loebs, dass bei ab-
geschnittenen und verkehrt in den Sand gesteckten Aglaophenien-
stöcken an der Schnittfläche ein Spross oder ein Stolo entsteht.
Dagegen bezweifelt er die Angabe, dass bei Sertularella sowohl
Spross als Stolo sich bilden und vermuthet Sprossbildung nahe am
Ursprung des Stolo. Adventivbildungen treten am Stamm von
Aglaophenia an Stelle fehlender (abgestorbener) Fiedern hervor,
wären daher auch Heteromorj)hosen. Heteromorphe Bildungen
ohne Operation bedürfen noch der Aufklärung. Bei Sertularella
sp. von Neapel waren die Tochterstolonen, die zenithwärts am
Mutterstolo sich bildeten, negativ geotropisch, während sie sich bei
der nahe verwandten Sertularella polyzonias vom Licht abhängig,
erst positiv und nach Erzeugung neuer Stolonen negativ heliotropisch,
erwiesen. Strauchartige Stolonensprossung wurde bei Sertularella
von Driesch und bei Antennularia ramosa von Loeb beobachtet.
Letzterer hielt sie irrthümlich für eine Eigen thümlichkeit einer
neuen Varietät.
Zoja (94, 95) stellt Versuche an über die Uebertragung von
Reizen bei Corydendrium parasiticum Cavolini, Coryne caespes
Allman, Eudendrium racemosum Cavolini, Podocoryne carnea Sars,
Pennaria Cavolini Ehr., Tubularia mesembryanthemum Allm und
Campanularia calyculata Hincks. Besonders geeignet erwies sich
Pennaria. Die electrische Reizung zweier Polypen von Pennaria,
die durch einen dritten getrennt sind, veranlasst in 1—2 Secunden
die Contraction der ersteren, etwas später die des mittleren Hy-
dranthen. Wird ein einzelner Hydranth oder werden zwei benach-
barte einer Reihe gereizt, so contrahiren sich auch alle übrigen in
bestimmten Intervallen der Reihe nach. Wenn zwischenliegende
Hydranthen entfernt sind oder fehlen, so erfolgen die Contractionen
in der Weise, als ob alle vorhanden wären. Wird ein distaler und
ein proximaler Hydranth gereizt, so schreiten die Contractionen in
Intervallen vom distalen zum basalen fort. Beim Reiz eines
mittleren Polypen contrahiren sich die distalen H3^dranthen früher als
die ebenso weit entfernten proximalen. Der Terminalpolyp verhält sich
etwas rebellischer als die anderen, er reagirt nicht so leicht auf
Reize durch Contraction wie jene.
254 Dl'- E- Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
Beim Reiz zweier Polypen auf zwei verschiedenen Querästen
verhalten sich die Hydranthen auf den gereizten Aesten wie vorher
angegeben; auf den nicht gereizten Aesten beginnt der proximale
Polyp sich zu contrahiren. Die übrigen folgen allmähUch nach
einander. Der Reiz theilt sich von den direct betroffenen Aesten
nach oben und unten den übrigen in der Weise mit, dass die
oberen etwas früher als die unteren darauf reagiren. Während
nach oben schon der zweite Ast die Einwirkung des Reizes zeigte,
war diese unten erst bis zum siebenten gelangt. Der Haupt- oder
Endhydranth contrahirt sich erst, nachdem der Reiz sich im vor-
letzten Aestchen gezeigt hat. Die angegebene Ordnung wird jedoch
nicht immer inne gehalten: Die jüngsten Hydranthen reagiren am
besten auf Reize; die Endhydranthen, die die ältesten des Astes
sind, reagiren langsamer. Bei einem gebrochenen Ast, der aber
noch im Perisark festhing, pflanzte sich der Reiz nicht über die
Bruchstelle fort. Das beweist, dass nicht die in Masse ausströmende
Electricität wirkt, sondern dass directe Leitung stattfindet. Wurden
Hydranthen verschiedener Stämme gereizt, so zeigte sich die
Reaction auch auf den übrigen, die sich von derselben Hydrorhiza
erhoben.
Ein Stock von Podocoryne contrahirt gleichzeitig in 3 Raten
alle seine Polypen, sterile wie fruchtbare, wenn zwei von ihnen
gereizt werden. Die Reizung erfolgte allgemein durch ziemlich
intensiven für Menschen fühlbaren Strom,
Yung (91) beobachtete, dass die ein Gemisch von übermangan-
saurem und chromsauren Kali passirenden rothen Lichtstrahlen eine
schnellere und reichlichere Entw^icklung von Hydra viridis bewirkten
als weisses Licht, dass ferner weisses Licht günstigeren Einfluss
auf die Entwickelung hatte als grünes Licht oder durch alkoholische
Lösung von Violet de Parme erzeugte violette Lichtstrahlen. Dunkel-
heit hinderte die Entwickelung.
Wilson (90) berichtet über den Heliotropismus bei Hydra.
Weismann (88) vertheidigt die Resultate Ischikawas über Um-
kehrungsversuche an Hydra gegen Nussbanm (vergl. Jahresbericht für
1890, S. 159). Er bestreitet, dass die Umstülpung durch Hervorkriechen
der Ectodermzellen an den Wundrändern eintreten könne und be-
tont, dass das Thier in 2 Fällen zu Grunde ging als die directe
Zurückstülpung eines umgekehrten Polypen durch kreuzweise Durch-
bohrung mit Borsten unmöglich gemacht war. Ein Herauskriechen
des Ectoderms, die heimliche Umstülpung nach Nussbaum, existirt
also nicht. Ferner erklärt Weismann den Umstand, dass die Rege-
neration abgeschnittener Tentakel, die nur Ectoderm und Entoderm
enthalten, zum ganzen Polypen stets dann ausbleibt, wenn das Stück
zu klein ist, da es sich nicht ernähren kann, also auf Theilung
seiner eigenen Zellen angewiesen ist. Ob intermediäre Zellen dabei
sind, ist gleichgültig. Rösel, Engelmann und W. Marshall berichten
über die Ergänzung eines Tektakelstücks — das wahrscheinlich
sehr gross war — zum ganzen Thier.
Coelenteraten mit Ausschhiss der Spongien und Authozoen. 255
Niissbaum (62) erwidert darauf, dass doch eine gleichzeitige
Rückstülpung von verschiedenen Stellen her stattfinde, wenn directe
nicht möglich sei und demonstrirt in Figuren durch einen Hand-
schuhfinger verschiedene Arten der Rückstülpung. Umgestülpte Po-
lypen, die nicht durch einfache und einheitliche Rückstülpung ihre
Leibesschichten umkehren konnten, blieben durch Rückkrempelung
unter Benutzung der Wundränder am Leben. Das Absterben der
von Ischikawa kreuzw^eise durchbohrten Polypen beweist nichts da-
gegen. Ob eine Regeneration eines Polypen aus abgeschnittenen
Armen, in denen nur Ectoderm und Entoderm, keine inter-
mediäre Zellen sich finden, möglich sei, bleibt unentschieden. Nuss-
baum hält es für unwahrscheinlich.
Ferner giebt derselbe die Methode an, nach der er seine Ver-
suche auszuführen pflegt und beschreibt die Ergebnisse weiterer
Umkehrungsversuche. Eine Knospe eines umgekehrten Polypen
kehrt sich erst selbst um und stülpt sich dann nach erfolgter Rück-
krempelung auch wieder zurück. Das Schicksal eines umgekehrten
imd mit sehr dicker Borste der Länge nach durchbohrten Polypen
wird folgendermaassen geschildert. Es beginnt der Polyp mit dem
vorderen und hinteren Rande des die Borste umhüllenden Cylinders
sich zurückzukremj)eln, so dass der Wundrand des Fusses und der
Mundrand sich berühren und an der Berührungsstelle verwachsen.
So entsteht ein hohler aussen durch Ectoderm, innen durch Ento-
derm ausgekleideter Ring, der in der Mitte die Tentakeln trägt.
Am dritten Tage ist der Ring an einer Stelle verdünnt. Das Ento-
derm verschwindet und das Ectoderm schnürt sich durch, so dass am
vierten Tage ein geschlossener Cylinder von der Borste abfällt, der
eine Längsreihe von Tentakeln auf der Aussenseite trägt. Aus
diesem Monstrum bildeten sich, durch Einschnürung der Quere nach
und Sprossung einiger neuer Tentakeln, zwei Polypen, in denen die
Axen genau wde in dem ursprünglichen Individuum orientirt waren.
Einer umgekehrten und von einer Borste durchbohrten Hydra, die
nach 8 Tagen eine complicirte Zurückstülpung durch Umkrempeln
des Mundrandes und Hervorkriechen des Fusses durch die Wunde
vollendet hatte, gelang es erst nach 5 weiteren Tagen, sich unter
Abstossung und Resorbiren unbrauchbarer Theile, sowie durch Ver-
wachsen der Wundränder von der Borste zu befreien. Ein umge-
kehrter Polyp kann 6 Tage am Leben bleiben, ohne sich zurück-
zustülpen. Nach der Rückstülpung bemerkt man dann Verkleinerung
des Thieres, wohl wegen behinderter Nahrungsaufnahme. Ein ab-
solut an der Rückstülpung gehinderter Polyp muss daher zu Grunde
gehen.
Aufbau der Gewebe und Entwicklung der Hydroiden.
Wegen ungenügender Uebereinstimmung der Resultate Kleinen-
bergs, Kerschners und Korotneffs unternahm Brauer (13) eine Nach-
untersuchung der Entwickelung von Hydra. Die beschälten Eier
256 Dr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
wurden mit heissem Sublimat, die unbeschalten mit Flemming'sclier
Lösung conservirt. Beim Schneiden der in Paraffin eingebetteten
beschälten Eier war es nöthig, das Objekt vor jedem Schnitt mit
einer Mastixlösung zu überstreichen. Nach der Form und Ablage
der Eier Hessen sich ausser Hydra viridis 3 Arten nicht grüner
Hydren unterscheiden. Die Merkmale sind:
//. viridis L.: Das Ei fällt ab, seine Form ist kugehg, die
Schale glatt.
//. grisea L.: Das Ei fällt ab, seine Form ist kugelig, die Schale
ringsum mit grossen an der Spitze meist verzweigten Zacken
besetzt.
H. fvscci L.: Die Eier werden einzeln angeklebt, sind unten
flach, oben convex ; die Schale trägt nur auf der oberen Seite kurze
Stacheln.
//. sp.: Die Eier werden meist zu mehreren an einer Stelle
angeklebt, sind kugelig, die Schale ist mit kurzen Höckern ringsum
besetzt.
Die Ergebnisse seiner Untersuchung fasst Brauer selbst folgender-
maassen zusammen: „Die Keimstätte bei Hydra ist das interstitielle
Zellenlager; eine Zelle des Ovariums wird zur Eizelle, die übrigen
werden aufgelöst, ihre Substanz in Dotterkörner, sogenannte Pseudo-
zellen, umgewandelt und als solche von der wachsenden Eizelle
aufgenommen. Die Reifung, die Befruchtung und das Auftreten der
ersten Furche erfolgen am distalen Pole des Eies. Die Furchung
ist total, äqual und führt zu einer grossen Coeloblastula. Durch
Einwanderung oder Theilung von Blastodermzellen erfolgt die Ento-
dermbildung; sie ist multipolar. Nach Verdrängung der Furchungs-
höhle sondern sich die beiden Keimblätter scharf von einander.
Vom Ectoderm werden eine äussere Hülle, die chitinöse Schale und
eine innere, die innere Keimhülle gebildet. Das Ectoderm bleibt
hierbei erhalten und geht continuirlich in das definitive Ectoderm
über. Wenn der Keim noch von der Schale umgeben ist, entsteht
ectodermal die Schicht der interstitiellen Zellen. Alsdann beginnt
die Differenzirung der Gewebe, die Stützlamelle wird erkennbar,
die Leibeshöhle beginnt sich auszubilden. Gleichzeitig platzt die
Schale. Nach dem Freiwerden des Embryos aus der Schale schreiten
diese Prozesse rasch weiter fort, die Tentakel werden angelegt und
der Mund gebildet. Der Mundpol ist identisch mit dem Richtungs-
körperpol."
In der Frage, welches die urs[)rüngliche Art der Entoderm-
bildung sei, ob multipolare oder polare Zelleinwanderung, ent-
scheidet sich Verfasser für die multipolare Entodermbildung, die
auf den Kreis der Coelenteraten beschränkt erscheint und nur bei
solchen Formen vorkommt, die kein frei schwärmendes Blastula-
stadium mehr haben. Hydra wird wegen ihres einfachen Baues
als ursprüngliche Form angesehen. Dazu stimmt der ursprüngliche
Modus der Entodermbildung, die regelmässig verlaufende Furchung
und die grosse Coeloblastula.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 257
Zoja (96, 97) wendet Metylenblaufärbung an zur Untersuchung
von Hydra vulgaris und Hydra grisea und findet complicirte Ver-
hältnisse, die keine allgemeinen Schlüsse über das Nervensystem
zulassen.
Da Weismann aus theoretischen Gründen — weil das Knospungs-
Idioplasma nicht in beiden Keimblättern vertheilt sein könne, sondern
sich wahrscheinhch nur in gewissen Zellen des Ectoderms finden
werde — anzweifelte, dass die Knospenbildung der Hydrozoen von
beiden Keimblättern ausgehe, veranlasste er Lang (53j, die Knospen-
bildung bei einigen marinen Hydroiden wie Eudendrium ramosum,
Eudendrium racemosum, Plumularia echinulata, ferner bei den Süss-
wasserformen Hydra fusca und Hydra grisea zu untersuchen. Dabei
ergab sich, dass die Knospe nicht eine Ausstülpung der gesammten
Leibeswand an einer bestimmten Stelle sei, sondern dass sie von
dem äusseren Blatt des Mutterthiers allein gebildet wird. Es tritt
an der Knospungsstelle, durch mitotische Kerntheilung eingeleitet,
eine rege Theilung der Ectodermzellen und dadurch Verdickung
des Ectoderms ein. Die der Stützlamelle zunächst liegenden
Ectodermzellen lösen diese auf, wandern durch sie hindurch und
bilden das Entoderm der Knospe. Die Stützlamelle wird dann
zwischen Ectoderm und Entoderm neu gebildet. Die eingewanderten
Ectodermzellen legen sich an die Stützlamelle als Entodermzellen
an, so dass zwischen ihnen ein Hohlraum entsteht. Dann erst be-
theiligen sich beide Keimschichten am Wachsthum der Knospe. In
dieser Knospenbildung finden sich auffallende Parallelen mit der
Embryonalentwicklung bei Hydroidpolypen.
Brauer (14) fand, dass die Geschlechtsproducte von Tubularia
mesembryanthemum aus interstitiellen Zellen des Ectoderms des
Gonophorenträgers entstehen, nahe der Ursprungsstätte eines Gono-
phors ins Entoderm übertreten und von dort ihrer Reifungsstätte
dem ectodermalen Glockenkern zuwandern. Die Furchung verläuft
auf zwei verschiedene Weisen. Entweder folgt jeder Kerntheilung
auch Zelltheilung oder es vermehren sich zunächst nur die Kerne,
worauf dann am Richtungskörperpol die Furchung beginnt und nach
der entgegengesetzten Seite fortschreitet. Das Entoderm entsteht
multipolar. Durch Verdrängung der Furchungshöhle seitens der
Entodermzellen bildet sich ein mehrschichtiger solider Keim, den
man früher irrthümlich als Morula bezeichnete. Er stellt nicht
das Endstadium der Furchung, sondern bereits den zweischichtigen
Embryo dar.
Gerd (34) untersucht die Keimblätterbildung bei ßougainvillea
superciliaris und bestätigt im Allgemeinen die von Brauer bei
Tubularia gefundenen Resultate. Bei Bougainvillea trennen sich
die Eier während der ersten Stadien der Entwicklung nicht vom
Manubrium, sondern bleiben durch besondere Füsschen, die aus
dem äusseren Epithel gebildet werden, angeheftet. Erst als typische
Planula löst sich der Embryo ab. Bougainvillea zeigt aequale
Furchung, in 2 und 4 Blastouieren, dann entsteht eine Coeloblastula,
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd.U, H.3. 17
258 I^i". E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
deren Höhlung durch Verlängerung der Zellen in radialer Richtung
sich verengert. Eine Einwanderung von Zellen, multipolare Mi-
gration, kommt noch dazu. So entsteht eine compacte Morula mit
vollkommen identischen peripheren und centralen Kernen ohne
deutliche Zellgrenzen. Gerd schliesst sich Brauer an, der erkannte,
dass dieses Stadium nicht Morula genannt werden kann und
schlägt dafür den Namen Pseudomorula vor. Die folgende Speciali-
sation der Ectodermzellen beruht nur auf weiterer Entwicklung der
peripherischen Schicht der Pseudomorula, die schon Ectoderm und
Entoderm in sich einschliesst.
Harcly (40) beschreibt die Gewebe und die Entwicklung von
Myriothela phrygia. Er berichtet erst über den Aufbau des Ecto-
derms, das im Tentakel tragenden, distalen und im Gonophoren
tragenden, proximalen Theil der Polypen verschieden gebildet ist,
dann über die frühesten Stadien der Gonophorenbildung und ihre
Beziehung zur Knospung und schildert ausführlicher die Structur
und Function des Entoderms.
Das Ectoderm des Tentakel tragenden Theils zeigt unter der
Cuticula lange Säulenzellen, die nach unten sich zuspitzen, ferner
Ganglienzellen, die zerstreut zwischen diesen Spitzen sich finden
und mit einem reichen Gewebe von Nervenfasern in Verbindung
stehen. Von dem Nervenfasergewebe in der tiefsten Lage des
Ectoderms, unmittelbar über den Muskelfasern, gehen Fibrillen
zwischen den Säulenzellen zur Oberfläche, um dort zwischen den
Säulenzellen einen oberflächlichen Nervenplexus zu bilden. Das
Ectoderm des Gonophoren tragenden Theils besteht in kurzen und
breiten Säulenzellen dicht unter der Cuticula, darunter zwei Arten
von Nesselkapseln, runde Zellen, die die Nesselkapseln bilden und
zu Unterst, zerstreut oder Haufen bildend, kleine runde Zellen, die
wesentlich zur Verdickung des Ectoderms beitragen und die An-
lagen der Geschlechtszellen darstellen. Dazu kommen noch nervöse
Elemente und Muskeln.
Fräh im Frühjahr, bevor die geschlechtliche Entwicklung recht
in Gang gekommen ist, kann man Knospen zwischen Stolo und
Polyp von Myriothela finden. Nur einmal wurde eine Knospe in
der unteren Tentakelregion beobachtet. Die Knospenbildung be-
ginnt mit einer Wucherung der Ectodermzellen, worauf die Stütz-
lamelle resorbirt wird und die hervordringenden Entodermzellen
mit den Ectodermzellen sich vereinigen, so dass eine Unterscheidung
von Ecto- und Entoderm unmöglich ist. Die Zellen beladen si^'h
dann mit Nährmaterial und bilden eine einem Ei ähnliche Masse,
die mit kurzem dickem Stiel am Mutterpolypen haftet. Die Ver-
bindung mit dem mütterlichen Polypen wird indessen früh gelöst,
fast bevor die Leibeshöhle entsteht und Entoderm und Ectoderm
der Knospe sich gesondert hat. Doch haftet die Knospe bis zu
völliger Ausbildung am Perisark.
Aehnlich ist die Bildung der Gonophoren, die sich in den
ersten Stadien von jungen Knospen nur dadurch unterscheiden,
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 259
dass eine Gruppe von Keimzellen in sie eintritt. Durch Wieder-
herstellung der Stützlamelle wird die junge Gonophorenanlage vom
mütterlichen Entoderm abgetrennt. In den frühesten Stadien sind
männliche und weibliche Gonophoren nicht zu unterscheiden. Doch
zeichnen sich die männlichen Organe bald durch schnelle Ver-
mehrung der Geschlechtsproducte aus. Von 2 bis 4 vergrösserten
weiblichen Geschlechtszellen entwickelt sich nur eine auf Kosten
der übrigen. Die Gonophoren sind als modifizirte Knospen zu be-
trachten, in die die Keimzellen aus dem Ectoderm des Mutterthiers
einwanderten.
Das Entoderm von Myriothela geht in der Mundregion, wo
sich die Stützlamelle verliert, ins Ectoderm über, eine Zone von
gemischtem Charakter bildend. Die Entodermzellen fallen an der
Lippe durch zahlreiche Vakuolen auf. In der Tentakelregion
werden 3 Zellarten des Entoderms unterschieden: 1) Eine ober-
flächliche Lage verlängerter Zellen, die mit feinen Cilien bedeckt
sind. An der Basis der Wimperzellen finden sich 2) runde Zellen,
von denen feine Fortsätze zwischen die Wimperzellen treten. Sie
werden als Sinneszellen gedeutet. Unter ihnen liegen 3) die
Pallisadenzellen. Unter der bewimperten Zone, die jedoch nur ein
schmales Band bildet, treten conische Zellen für die Wimperzellen
ein und die Sinneszellen verschwinden. Hardy bezeichnet dieses
Gebiet als Zone der Becherzellen.
Vom Entoderm werden conische Zellen gebildet, die nur im
oberen Theil am Munde und im P'uss fehlen. An der Spitze jeder
Zotte treten besondere Zellen, Spitzenzellen, auf, die zwischen den
Pallisadenzellen sich tief nach unten verlängern, eine muskulöse
Axe zu bilden scheinen und von der Spitze Pseudopodien entsenden
können. Im mittleren Theil der Tentakelregion verschwinden die
ßecherzellen des Entoderms und die Pallisadenzellen werden kürzer
und breiter, ähnlich den Vakuolenzellen bei Hydra und enthalten
gleich diesen auch runde hyaline Körper, die Reservenahrung re-
präsentiren. Zwischen den Vakuolenzellen erscheinen Drüsenzellen,
die Becherzellen ersetzend. Selten tragen dieselben ein zartes
Pseudopodium oder Flagellum. Diese Drüsenzellen sind sehr weit
im Entoderm verbreitet und treten am häufigsten in der unteren
Hälfte der Tentakelregion auf. Im mittleren und unteren Theil des
Körpers werden die Zotten weniger muskulös und die Spitzenzellen
mehr den Vakuolenzellen ähnlich. In der Blastostjdregion und im
Fuss setzt sich das Entoderm aus langen Säulenzellen zusammen,
auf denen sich statt der Zotten breitere von Vakuolenzellen be-
kleidete Falten erheben. Im hinteren Ende des Polypen ver-
schwindet die Stützlamelle wieder. Ectoderm und Entoderm sind
nicht deutlich getrennt und eine Art W^achsthumszone bildet den
Uebergang in den kriechenden Stolo.
Die Becherzellen dienen vermuthlich dazu, durch ihren schlei-
migen, klebrigen Inhalt die ergriffene Beute (Crustaceen) festzu-
halten. Die Drüsenzellen geben Körner ab, die sich in der ver-
17*
260 Dl"- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
dauenden Flüssigkeit lösen. Nach dem Mahl ist die ganze Leibes-
höhle von Flüssigkeit mit Brocken der Beute erfüllt. Die Ver-
dauung findet hauptsächlich ausserhalb der Zellen statt; nur die
amöboiden und beweglichen Spitzen der Zotten sind wahrscheinlich
fähig, Nahrung aufzunehmen und sie im Innern zu verdauen. Die
Reservenahrung in den Vakuolenzellen wird ähnHch wie bei Hydra
gebildet. (Greenwood.) Die Nahrungskugeln entstehen nach ein-
ander in besonderen kleinen Vakuolen, die die Zellen erfüllen. Im
Ectoderm der Tentakeln kommen, noch ohne erkennbare Regel auf-
tretend, andere Körper vor, deren Natur unbekannt ist und die als
Nährkörper nicht zu betrachten sind, obwohl sie gelegentlich in die
Leibeshöhle gelangen und dort von den Spitzenzellen der Zotten
verdaut werden. Das in den VakuolenzeUen aufgespeicherte Nähr-
material kommt auch entfernteren Körpertheilen zu Gute. Es wird
wahrscheinlich sowohl von Zelle zu Zelle selbst durch die Stütz-
membran weitergegeben als auch durch die Leibesflüssigkeit ver-
theilt. Nach dem Verbrauch der Nährkörper bleiben zuweilen Haufen
dunkler Pigmentkörner zurück. Der Spadix der Gonophoren ist
durch die Ausstattung mit Zotten geeignet, Nahrung aus der Leibes-
flüssigkeit aufzunehmen, die zweifellos von dem in den Vakuolen-
zellen aufgespeicherten Material stammt.
Systematik, Vorkommen und Biologie.
Spencer (78) beschreibt Ceratella fusca Gray und erörtert
ihre Beziehungen zu anderen Polypen. Das Skelet bildet ein
Maschenwerk von Chitingewebe, das dem der Hornschwämme ähn-
lich ist. Eigentliche Hydrotheken sind nicht vorhanden, nur
körbchenartige Stützen, aus denen sich die keulenförmigen, mit zer-
streuten geknöpften Tentakeln versehenen Individuen erheben. Die
Zweige erhalten durch diese Körbchen ein gesägtes Aussehen. Das
Skelet wird von einem dünnen, häutigen Gewebe umhüllt. Die
Polypen sind 1,4 mm lang und denen von Coryne ähnlich. Männ-
liche Gonophoren wurden beobachtet, die sich direkt vom Coenosark
erheben und nicht von modificirten Polyj)en oder Blastostylen ge-
tragen werden. Sie gleichen in derStructur denen vonPennariaCavolini
undCladocoryne. Jeder Gonophor kann mit mehreren Coenosarkröhren
zusammenhängen und sein Ectoderm ist die Fortsetzung des äusseren
Ectoderms der Colonie. Eine einfache Ectodermschicht, wie sie
sonst nur bei Hydrocorallinen und Hydractiniden bekannt ist, überzieht
die ganze Colonie. Ein Coenosarkrohr wird von Entoderm ausge-
kleidet, das mit dem der Polypen in Zusammenhang steht, und ist
von einzelligem Ectoderm überzogen. Im Ectoderm wurden Kerne,
Nesselzellen und hellgerandete Körper, die sich stark färben, ge-
funden. Nesselzellen sind in den Coenosarkröhren weit zahlreicher
als in der äusseren Ectodermlage. Die Nesselzellen werden in ähn-
licher Weise gebildet wie Moseley es für Millepora angiebt. Während
Ceratelladae und Hydractinidae im Aufbau des Skelets überein-
Coelenteraten mit Atisschluss der Spongien und Anthozoen. 261
stimmen, das ein chitiniges Netzwerk bildet, ebenso wie die Coeno-
sarkröhren ein Netzwerk sich verästelnder mid anastomosirender
Canäle zusammensetzen, ferner darin, dass keine eigentliche Hydro-
theken und Gonotheken gebildet werden, sondei'n dass sich die
PolyjJen direkt aus dem Netzwerk erheben und endlich darin, dass
die ganze Colonie von einer äusseren Ectodermlage eingehüllt wird,
unterscheiden sich die beiden Familien durch folgende Punkte: Die
Hydractiniden bilden incrustirende Massen, von denen sich einfache
Spitzen ohne Polypen erheben, die Ceratelladae dagegen bauen
freie, verästelte Stöcke auf. Sie besitzen immer Hydrophoren,
Stützen für die Polypen, die den Hj'dractiniden fehlen. Die Cera-
telladae haben geknöpfte, zerstreute Tentakeln, die Hydractiniden
einfache, im Kreise angeordnete Tentakeln. Die Gonophoren er-
heben sich bei den ersteren direkt vom Coenosark, während sie bei
den letzteren auf besonderen Polypen gebildet werden. Diese Unter-
schiede rechtfertigen die Trennung der Familien.
Die Familie der Ceratelladae umfasst folgende Gattungen:
Dehitella (Gray), Colonie dichotom verzweigt, von breiter,
kriechender Basis sich erhebend. Stamm glatt, cylindrisch. Hydro-
phoren röhrenförmig und an den kleinen Zweigen fast unter rechtem
Winkel abstehend. Von Ceratella hauptsächlich durch dickere,
cylindrische Stämme und buschiges Wachsthum verschieden:
Dehitella utroruhem von Delagoa Bay und Cap bekannt.
Ceratella (Gray), Colonie unregelmässig verästelt, mehr oder
weniger in einer Ebene ausgebreitet. Basis kriechend, Hauptstamm
wie flach gedrückt, Zweige rund im Querschnitt, mit körbchenartigen
Hydrophoren:
Ceratella fusca (Gray) aufrecht, Hydrophyton mit seinen Ver-
zweioimgen die Räume zwischen dem Chitinnetz erfüllend.
Australien.
Ceratella procKmhens Carter niederliegend, ockerbraun, purpurn
gefleckt. Hydrophoren aus kleiner, fast röhrenförmiger Schüssel
am häufigsten auf den Zweigen. Der Stamm bildet ein Fasernetz
mit fast rectangulären Maschen. Die Oberfläche der grösseren
Stämme trägt feine stumpfe Dornen. Cap und Natal.
Ceratella spinosa Carter nioderliegend, dunkelpurpurroth, Haupt-
stamm rund, bräunlich, mit kleinen, glatten, oft spatelartigen Dornen.
Hauptstamm aus verästelten Chitinfasern mit mehr oder weniger
oblongen Maschen. Von voriger Art besonders durch die Dornen
der Oberfläche, die langen und spitzen Zweige, längs geriefte, ver-
ästelte Fasern und Purpurfarbe verschieden. Ein Ast 4 V/g Zoll lang,
2 Zoll breit von Port Natal.
Chitina {Carter). Aufrecht, buschig, gelbbraun gefärbt, Stamm
unregelraässig gerundet, aus zahlreichen, verästelten, in schiefen
Bündeln strickartig geordneten Stämmchen zusammengesetzt. Die
Zweige vereinigen sich an den Berührungstellen mit einander und bilden
schhesslich einen buschigen Kopf. Polypen, lang, röhrenförmig, am
Ende der Zweige oder auf Sprossenhökern an den Hauptstämmen.
262 Dr- E- Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
Fasernetz fast rechtwinklig. Hydrophoren von mehreren Längs-
fasern röhrenförmig gebildet. Höhe ungefähr 14 Zoll. Stamm un-
gefähr 1 Zoll im Dmxhmesser. Hydrophoren im Durchschnitt
Vg Zoll lang, Veo Zoll breit, mit einer Oeffnung von ^/go Zoll
Durchmesser.
Clvitina ericopsis (Carter), Neu-Seeland.
Kirkpatrick (50) fand in dem von Haddon in der Torresstrasse
gesammelten Material 4 Gj'mnoblasten mit 3 neuen Arten: Coryne
(? Syncoryne) cylindrica n. sp., Cladocoryne Haddoni n. sp. und
Eudendrium infundibuliforme, sowie 24 Calyptoblasten mit der neuen
Art Diphasia scalariformis n. sp. Die neuen Arten sind beschrieben
und abgebildet. Ausser diesen 28 Arten sind noch 4 aus der
Torresstrasse bekannt. Ferner giebt der Verfasser ergänzende Be-
merkungen zu Eudendrium generalis v. Lendenfeld, Lafoea costata
Bale, Antennularia cymodocea Busk, A. cylindrica Bale, Acanthella
effusa Busk und Aglaophenia brevirostris Busk.
Brunchorst (16) beobachtete in der nächsten Umgebung von
Bergen folgende Hydroidpolypen: Clava squamata, Podocoryne car-
nea, Coryne pusilla, Eudendrium ramosum, Perigonimus abyssi, Tubu-
laria larynx und Tubularia indivisa; dann Obelia geniculata, Cam-
panularia verticillata, Salacia abietina, Halecium halecinum, Sertu-
larella polyzonins, S. Gayi, S. rugosa, Diphasia fallax, D. elegans,
Sertularia pumila, S. abietina, Thuiaria thuja, Plumularia setacea, P.
gracillima und Aglaophenia sp.
Scherren (67) fand Polypen von Cladonema auf einigen
Schwämmen von Jersey, wo sie vorher noch nicht beobachtet
waren .
Chworostansky (22) schildert das Auftreten der Hydroiden an
der Küste der Solowetzky-Inseln folgendermaassen : Auf Fucus in
der litoralen Zone fallen auf: Gonothyrea Loveni Allman, Sertularia
pumila L., Clava leptostyla Ag., die zweite durch Laminarien und
Florideen charakterisirte Zone von 4—8 Tiefe bewohnen: Obelia
geniculata L, Lafoea pocillum Hinks; die dritte Zone endlich von
8 — 26 Faden bevorzugen: Obelia gelatinosa Pall, Sertularia abie-
tina L., S. argentea EUis, Hydrallmania falcata L. var. bidens. Cam-
panularia volubilis L., C. verticillata L., Halecium labrosum Alder,
H. Beanii Johnst., Sertularella gigantea Mer., Calycella syringa L.,
Selag'inopsis mirabilis Ellis, Thuiaria thuja L., Polyserias Hincksii
Mer., Tubularia indivisa L. lieber die Hydroidenfauna am Ufer
der Solowetzkischen Inseln berichtet auch Schlater (70).
Verschiedene Berichte liegen vor über die Verbreitung der
Cordylophora lacustris. Nach Bidg00tl(7) findet sie sich in zahlreichen
Flüssen Englands z. B. Ant, Thurne und Bure an Orten, zu denen die
Flut nur ganz ausnahmsweise noch heraufreicht. Shepheard (74) be-
stätigt das Vorkommen von Cordylophora in englischen Flüssen
(Dee) und Canälen mit vollständig süssem Wasser, w^o sie be-
sonders unter Brücken, schattenliebend, 4 — 6 Fuss unter der Ober-
fläche gedeiht.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Authozoen. 263
Scherren (66) beobachtete Cordylophora in Thurne im grossen
Massen an Wasserpflanzen, die an der Oberfläche flutheten Ob-
wohl Cordylophora lichtscheu sein soll, waren an der Oberfläche
vegetirende Exemplare grösser als die tiefer wachsenden. Einige
dieser Exemplare wurden im Schatten schlaff, erholten sich aber
wieder im Licht. Vielleicht ist hier eine lichtliebende Race ent-
standen.
Simroth (75) erwähnt, dass Cordylophora, seitdem sie 1854
in den Grand Canal Docks und in Belgien entdeckt wurde, in der
Seine bis Paris vorgedrungen und nun gemein in den Süsswasser-
aquarien des J ardin des Plantes sei. In Deutschland wurde sie
im Binnenlande in den Havelseen und im salzigen See bei Eis-
leben, dessen Wasser 0,1 — 0,8 "/o Salz hat, nachgewiesen, doch ge-
lang es 1888 u. 1889 nicht, sie am letzteren Orte wiederzufinden.
Nach Weituer (89) lassen sich die von Cordylophora be-
wohnten Gewässer in 4 Gruppen ordnen: 1. Mit dem Meere in
Verbindung stehende durch Fluth oder Strömung salzige Gewässer:
Zahlreiche Stellen an Nord- und Ost-See und am Atlantischen
Ocean, Elbe bis Hamburg aufwärts und Hamburger Wasserleitung.
2. Untere Läufe der Flüsse mit beständig süssem Wasser.
Oberwarnow hinter der Schleuse bei Rostock, Cisterne und Docks
bei London, Kanal bei Ostende, bei Stockholm, Fairmont Reservoir
bei Philadelphia, auf Anodonta im Dniestr.
3. Brackische Gewässer des Binnenlandes: salzige Seen bei
Halle und Caspi-See bei Krasnawodck,
4. Süsse Gewässer des Binnenlandes: Seine bei Paris, Seen
und Canal bei Rüdersdorf bei Berlin und wahrscheinlich auch in
der Spree bei Berlin.
Vielleicht tragen Mollusken zur Verbreitung des Hydroiden
bei, da derselbe reichlich auf Dreissena u. Neritina fluviatilis ge-
funden wurde.
Alcock (1) beschreibt kurz einen neuen Hydroiden Stylactis
Minoi n. sp., der stets auf einem Scorpaeniden Minous inermis und
nur auf diesem vorkommend in der Bay von Bengalen entdeckt
wurde. Von netzförmig verzweigter Hydrorhiza, die die Kiemen-
öffnung des Fisches umgiebt, erheben sich grössere sterile und um
V3 kleinere, Gonophoren tragende Polypen, die denen von Podo-
coryne ähnlich sehen. Die sterilen Thiere, ungefähr 2 mm lang,
tragen 20 — 24 dichtstehende Tentakel, die in einfacher Reihe das
conische Hypostom umgeben. Die knospenden Polypen haben
höchstens 6 kurze Tentakel und treten besonders zahlreich im
Januar auf. Etwas über der Körpermitte erscheinen in einer Ein-
schnürung 2 — 3 Gonophoren. Daneben finden sich wenige sehr
dicke Polypen in jeder Colonie, die wie mit Nahrung vollgepfropfte
sterile Polypen aussehen. Das Verhältniss zwischen Fisch und
Polyp wird als Commensalismus oder Symbiose aufgefasst.
AurivilHus (6) fand, dass Hydractinia und Podocoryne, die
die Schneckenschale eines Einsiedlerkrebses bewohnen, im Stande
264 Dl'- E.Vanh offen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
sind, nicht nur Verletzungen des Gehäuses auszubessern, sondern
auch das Schneckenhaus für den Pagurus passend weiterzubauen,
so dass dieses ihm weit länger als sonst, eventuell zeitlebens, Ob-
dach gewähren kann. Solche vergrösserte Schalen wurden be-
sonders in Gebieten gefunden, die durch Mangel an grösseren
Schneckengehäusen auffielen. Bei Schalen, die Hydractinia er-
weiterte, fand zur Verstärkung und Glättung des Chitingerüstes
Kaikabscheidung durch den Krebs statt, die wahrscheinlich bei der
Erneuerung des Panzers nach der Häutung eintritt. Der Vortheil
der Polypen besteht bei diesem Zusammenleben darin, dass der
wandernde Krebs für Wechsel des Wassers und Nahrung sorgt,
während der Polyp als Gegenleistung das Gehäuse vor Bohrwürmern
schützt, es ausbessert und erweitert und durch besondere Special-
polypen an der Mündung desselben Feinde zurückhält, die das
weiche Abdomen des Eremiten oder seine Eier gefährden würden.
Craspedote Medusen,
Zoja (93) erzog junge Medusen von Dendroclava Dohrnii, die
in geringer Tiefe bei Nisida gefunden war, und glaubte die Me-
dusen trotz des Mangels an Nesselstreifen auf der Umbrella zu den
Pandaeiden, die Polypen zur Familie der Turriden rechnen zu
müssen.
Maas (56) fand bei der Durchmusterung der von der Plankton-
expedition gesammelten Craspedoten, dass diese Quallen zwischen
der Südspitze von Grönland und der Neufundlandbank, ferner
südlich vom Floridastrom im Beginn des Sargassomeeres und
westlich vom Ascension nicht gefangen wurden. Im Uebrigen
nimmt die Specieszahl gegen den Aequator zu. Auf hoher See
überwiegen die Arten mit direkter Entwicklung. Von ihnen
kommen die Aglauriden besonders im nördhchen Theil des at-
lantis;'hen Oceans vor; im mittleren Theil werden sie durch die
Trachynemiden ersetzt und im Süden treten Geryoniden, nach dem
Aequator an Menge zimehmend, auf. Es zeigte sich auch bei Be-
trachtung der Craspedoten eine Grenze südlich des Floridastroms
und eine Uebereinstimmung des mittleren Theils mit dem Mittel-
meer. Im Süden lässt sich ein östlicher und ein westlicher Bezirk
unterscheiden.
Yanböffeu (82) weist nach, dass Callitiara polyophthalma
Haeckel identisch mit Turritopsis armata Kölliker ist und dass
letztere wegen der den Mund umsäumenden Nesselknöpfe und der
soliden Tentakel zu den Margeliden, nicht zu den Tiariden gehört.
Yaiih offen (84) kritisirt Haeckels System der Anthomedusen,
zieht eine Menge von ungenügend unterschiedenen, häufig nur Ent-
wicklungsstadien anderer darstellende Gattungen ein und theilt
unter Berücksichtigung der die Medusen aufammenden Polypen die
Antliomedusen in Codoniden, mit ringförmigen Gonaden, die die
Familien der Syncoryniden, Pennariden und Corymorphiden um-
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 265
fassen und in Oceaniden mit 4 oder 4 Paar interradialen Gonaden
(perradiale Gonaden existiren nicht), die wiederum in Coelomerinthia,
mit hohlen Tentakeln, und Pyknomerinthia, mit soliden Tentakeln,
zerfallen. Zu den ersteren gehören Amphinemiden und Tiariden.
Die Pyknomerinthia werden noch in 3 Untergruppen zerlegt: 1) die
durch einzeln stehende Tentakeln ausgezeichneten Monerenemata
mit den Familien der Dendroclaviden, Podocoryniden und Tham-
nostomiden, 2) die Lophonemata, deren Tentakel in Büschel ge-
ordnet sind mit der Familie der Bougainvillidae und 3) die mit
zusammengesetzten gefiederten oder verästelten Tentakeln aus-
gestatteten. Cladonemata, zu denen die Familien Pteronemidae
und Dendronemidae gehören.
Hartlaub (41) Aveist darauf hin, dass er bei Cladonema eine
zusammenhängende ringförmige Gonade fand, ferner dass bei
Eleutheria die Geschlechtsproducte nicht am Manubrium, sondern
in besonderer Bruthöhle über dem Magen liegen und vermuthet,
dass die ganze Gruppe der Cladonemata zu den Codoniden zu
zählen sei, während Eleutheria eine besondere Unterfamilie Eleu-
theridae repräsentirt. Dann beschreibt er eine neue Meduse,
Turris coeca, aus dem Mittelmeer, die sich hauptsächlich durch
kürzeren Magen, längere Tentakeln und durch das Fehlen der
Längsmuskeln von der nordischen Turris digitalis Forbes unter-
scheidet. Bei einem Exemplar von T. digitalis konnte Hartlaub
die eigen thümlichen, die Kadialcanäle begleitenden Längsmuskeln
nicht finden, auch nicht die Angabe Haeckels, dass die Tentakel
in 2 Reihen stehen, bestätigen. Das sogenannte Mesenterium, das
Haeckel bei Oceaniden annahm, existirt nicht, es ist die erweiterte
schlitzförmige Mündung des Radialcanals. Die Vereinigung von
Pandaea u. Tiara, die Vanhöffen vorschlug, kann nicht anerkannt
werden, wegen der Unterschiede im Bau der Gonaden. Bei Tiara
finden sich nur seitliche oben hufeisenartig zusammenhängende
Querwülste, bei Turris kommt ein mittleres Balkennetz hinzu und
bei Pandaea bedeckt ein weitmaschiges Balkennetz die ganze
Magenfläche.
Cunniiigliam (26) fand in der Nacht des 16. Juli 1891 mehrere
Hundert Exemplare von Saphenia mirabilis Haeckel bei Eddystone,
von denen die grössten 12 mm breit waren. Vor ihm wurden an
der britischen Küste nur 3 Exemplare von Strethill Wright im
Firth of Forth 1859 beobachtet, die einen Zoll im Durchmesser
erreichten.
Haecker (39) ergänzt die früheren Beobachtungen von Claus
über die Entwicklung von Aequorea forskalea. Aequorea erschien
am 22. März bei Triest in ziemlich gleicher Anzahl in beiden Ge-
schlechtern. Die Männchen sind, wie Claus schon angiebt, durch
blaue, die Weibchen durch rosa Färbung der Gonaden äusserlich
erkennbar. Die Eiablage fand Anfang April zwischen 7 und 772
Uhr Morgens statt. Um 9 Uhr ist der erste Richtungskörper ab-
geschnürt, um 10 Uhr das Dysasterstadium der ersten Furchungs-
266 I>i"- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 \\m\ 1892 über die
Spindel und die erste Andeutung von Segmentirung zu erkennen.
Zwischen 10 u. 11 erste Furcliung, um 11 metakinetisclae Theilungs-
phase der Tochterkerne, um 12 4 Enkelkerne im Dysasterstadium,
um 3 Uhr Nachmittags Uebergang von 32- ins 64- Zellenstadium.
Die Kerntheilungen verlaufen, mindestens bis zum 64- Zellenstadium,
bei normalen Verhältnissen vollständig gleichzeitig und auch die
Blastomeren scheinen normaler Weise von gleicher Grösse zu sein.
Bei Individuen, die schon mehrere Tage vor der Ablage der Eier
im Aquarium gehalten waren, trat die Kerntheilung nicht mehr
gleichmässig ein und die Blastomeren hatten verschiedene Grösse.
Als Begleiterscheinung wurden pathologische Kerntheilungsformen
und Abweichung des Zellcomplexes von der Kugelform constatirt.
Auch frühere Angaben über Ungleichheit der Blastomeren bei Me-
dusen sind wohl durch Beobachtung pathologischer Veränderungen
zu erklären.
Eine halbe Stunde nach der Eiablage vermisst man im Keim-
bläschen den Kernkörper und in der Nähe des Keimbläschens tritt
der „Metanucleus" auf, der wahrscheinlich identisch mit dem Nu-
cleolus ist. Neben dem Metanucleus zeigt sich etwas später, zur
Zeit der zweiten Richtungstheilung, ein bläschenförmiger Kern mit
Strahlensonne, der Spermakern. Derselbe nimmt an Grösse zu,
bis er den Umfang des weiblichen Kerns erreicht hat, und liegt
vor der ersten Furchungstheilung dicht neben ihm, während bei
Tiara der kleinere Spermakern in den weiblichen Kern eintreten
soll. Verfasser glaubt den Metanucleus auch in Metschnikoffs
Zeichnungen vom Mitrocomaei zu erkennen, der ihn als Sperma-
kern deutet. Eine kleine Kugel neben den beiden bläschenförmigen
Copulationskernen in Eiern von Aurelia und der von Chun bei
Stephanophyes beobachtete Grosskern entsprechen wahrscheinlich
auch dem Metanucleus. In der zweiten Richtungsspindel des
Aequorideneies treten beim AuseinandeiTÜcken der Theilungs-
elemente jederseits 6 Chromosomen, in den Furchungsdysastern 12
derselben auf, während die Normalzahl bei Tiara 14 (nach Boveri)
ist. Haecker führt dann noch Beispiele aus anderen Thiergruppen
dafür an, dass den Theilungs Vorgängen der organischen Materie
überaus einfache Zahlenverhältnisse zu Grunde liegen.
Nach einer Uebersicht über frühere Arbeiten und Angaben über
die Behandlung seiner Präparate schildert Maas (57) den Bau und
die Entwicklung der Cuninenknospen. Der Knospenstock ist mehr-
fach verästelt, so dass eine Knospentraube entsteht. Ectoderm und
Entoderm sind im Schlauch weniger differenzirt als an den Medusen-
knospen, doch ist die Stützlamelle dort kräftiger als bei diesen ent-
wickelt. Unter dem äusseren Blatt des Schlauchs verlaufen longitu-
dinale, unter dem inneren circulare Muskelfasern. Die junge
Knospenanlage ist ein stumpfer Kegel, bei dem frühzeitig die
Mundöffnung durchbricht. Nach buckelartigen Verdickungen des
Ectoderms am Grunde der Knospe, von denen wahrscheinlich
8 auftreten und röhrenartiger Verlängerung der Knospe bilden sich
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongieii und Anthozoeu. 267
Tentakel und Lappen, beide als hohle Ausstülpungen des Gastral-
raums. Die Tentakel liegen über den Ectodermverdickungen. Der
Schirmrand ist von vornherein lappig und die Tentakel stehen am
Rande. Magen, Lappen und Tentakel verlängern sich, während
die Tentakelhöhle verschwindet und an der vorspringensten Stelle
jedes Lappens sich eine kleine Ausbuchtung mit einfacher Reihe
entodermaler Zellen bildet, die Anlage der Otocysten, die als den
Tentakeln homologe Gebilde erscheinen. Am unteren Rand der
Lappen und unterhalb der Tentakeln interlobular tritt als schwache
ectodermale Hervorwölbung die Anlage des Velums auf. Allmählich
macht sich durch Verkürzung des Magenrohrs zu flacher Scheibe,
Abflachung der Knospenscheibe und schärferes Hervortreten der
Lappen die Medusenform bemerkbar. Unterhalb der Tentakel
bilden sich die Nesselpolster zu ansehnlichen Peronien aus. Ge-
wöhnliches ex- und subumbrellares Epithel unterhalb dieses Polsters
wird mit Wilson als aufsteigendes Velum bezeichnet. Durch Ver-
mittelung desselben gelangt die Stützlamelle an den Stellen unter-
halb der Tentakeln auch ins eigentliche Velum. Nachdem alle
Organe der Meduse angelegt sind, tritt die Gallerte auf. Sie er-
scheint zuerst als entodermales Produkt auf der dorsalen Seite in
der Nähe des Stocks, an dem die Knospe noch festhaftet und
dringt von dort gegen den Rand vor. Indessen haben sich die
Entodermzellen der Magenhöhle durch Vakuolisirung vergrössert,
die Tentakel sind solide geworden und das Entoderm der Lappen
hat sich zu einschichtiger Lamelle geschlossen. Der Magen ist
einfach kreisförmig. Nun schnüren sich auch die Sinnesorgane ab,
in deren Nähe Ectodermzellen sich in Ganglienzellen und Sinnes-
zellen umwandeln. Durch reichliche Ausscheidung von Gallerte
rings um den Ursprung der Tentakel, so dass diese tiefer ein-
zusinken scheinen, kommt es zur Bildung der sogenannten Tentakel-
wurzel und durch fortschreitende Verklebung von dorsalem und
ventralem Entoderm, von den Lappen nach der Magengegend zu,
entstehen die Taschen. In der Tentakelgegend, wo das Ectoderm
an einen ernährenden entodermalen Hohlraum stösst, entstehen als
ectodermale Verdickungen auf der Unterseite des Magens die Ge-
schlechtsblätter. Der Nervenring macht wahrscheinlich denselben
Bogen wie die Lappen. Ein nervöser Radialstrang, der vom
Schirmrand zum Peronium aufsteigt, war nicht zu finden. So weit
ausgebildet, gegen 2 mm im Durchmesser, verlässt die Knospe den
Stock und wächst dann sehr schnell durch Gallertvermehrung.
Die Entwicklung bietet keine Anhaltspunkte, anzunehmen, dass bei
den Narcomedusen ohne Ringcanal Rückbildung eingetreten ist.
Verfasser glaubt, dass die Entwicklung der Cuninen einen einfachen
Generationswechsel darstellt, der allerdings nicht dem gewöhnlichen
der Hj^droidpolypen entspricht, und dass die Beziehungen der
Narcomedusen zu den übrigen Craspedoten weniger nahe sind als
angenommen wurde.
Korotneff (52) vermuthet, dass die von ihm 1888 als Larve
268 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
von Cunoctantha parasitica Metschnikoff beschriebene, im Magen
von Geryonia gefundene Larve zu einer anderen Meduse oder einem
anderen Polypen gehört und dass bei Cunoctantha ebenfalls Sporo-
gonie vorkommt, wie sie Metschnikoff bei Cunina proboscidalis ent-
deckte. Die jungen Larven der Cunoctantha sollen anfänglich als
Parasiten der Geryonia zwischen Ectoderm und Stützlamelle oder
im Ectoderm selbst leben, dann in die Gastrovaskularcanäle über-
wandern. Wegen der Festigkeit der Stützlamelle und wegen der
Verschiedenheit zwischen den im Gewebe und den in den Gastro-
vascularcanälen lebenden Larven nimmt Verfasser an, dass die
Parasiten durch das Ectoderm auskriechen und durch den Mund
wieder einwandern. Die parasitische Spore wird im Ectoderm von
einer grösseren Zelle, einem Phagocyten, umfasst, die sie trägt und
ernährt.
Hydrocorallinae.
Hicksoii (44) beschreibt die Medusen von Millepora Murrayi
und die Gonophoren von Allopora und Distichopora. Eine der
Millepora Murrayi, wahrscheinlich identische Art aus der Torres-
strasse, zeigte, nachdem sie entkalkt und in Schnittserien zerlegt
war, eine Reihe medusenartiger Organe, von denen jedes ein grosses
Spermarium trug. Sie lagen unmittelbar unter der Oberfläche und
waren von einem Deckel aus modificirten Ectodermzellen bedeckt.
Sie passen in die von Quelch entdeckten Ampullen des Skeletts
und erklären das Vorhandensein derselben. Die Medusen wurden
in allen Entwicklungsstadien unregelmässig vertheilt in den Zweigen
gefunden. Ein in die Subumbrella herabhängendes Manubrium
trägt zwischen Ectoderm und Entoderm das grosse Spermarium.
Radialcanäle und Ringcanal fehlen. Die Medusen sind als durch
Einwanderung von im Ectoderm der Canäle gebildeter Sperma-
mutterzellen und durch die Entwicklung derselben umgewandelte
Polypen zu betrachten. Die Spermamutterzellen fanden sich sehr
häufig in den Datylozooiden, in wenigen Fällen in den Gastrozooiden.
Wahrscheinlich kommt es daher, weil die ersteren zahlreicher sind
und gewöhnlich näher den grossen Coenosarkcanälen liegen. Im
letzten beobachteten Stadium war die Meduse vollständig vom
Canalsystem getrennt und lag frei in der Ampulle. Die Ent-
wicklung eines Glockenkerns durch Ectodermeinstülpung, wie bei
Hydroiden, findet nicht statt. Auch knospen diese Medusen nicht
wie bei Hydroiden vom Hydranthen.
Bei M. Murrayi liegen die Zooide im Gegensatz zu anderen
Arten, bei denen die Gastrozooide in der Mitte eines vollständigen
Kreises von Dactylzooiden auftreten, unregelmässig angeordnet, ob-
wohl Kreissysteme erkennbar sind, und ebenso sind die Medusen
nicht regelmässig vertheilt. Die grossen Nesselzellen, die die Mün-
dungen der Polypen umgeben, fehlen den Medusen, wenn sich der
Deckel vollständig gebildet hat.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Antliozoen. 269
Bei Distichopora sieht man die männlichen Gonophoren als
kleine weissliche Körper in den Ampullen der Zweige männlicher
Stöcke liegen. Sie finden sich stets oberflächlich, nie tiefer dem
Coenosteum eingesenkt. Ein bis drei knglige oder ei- oder birn-
förmige Gonophoren können in einer Ampulle auftreten. Die An-
lage des Spermariums ist eine homogene Protoplasmamasse mit einer
Anzahl grosser runder Kerne zwischen dem Entoderm und Ectoderm
einer Knospe. Beim Wachstum des Spermariums wächst auch das
Entoderm in dünner Lage um dasselbe herum, nur am freien Pol
bildet sich aus beiden Keimblättern eine verdickte Stelle, die Anlage
des Samencanals. Kurz bevor das Sperma reif ist, bilden Ectoderm
und Entoderm dort eine conische Erhebung, die die obere Decke
des Gonangiums durchbricht und den Spermacanal nach aussen
öffnet.
Bei Allopora sind die männlichen Gonophoren unregelmässig
in alten dicken Zweigen zerstreut und äusserlich nicht bemerkbar.
Es war nicht zu unterscheiden, ob Allopora herraaphroditisch oder
diöcisch ist. An kleineren, jüngeren Fragmenten wurden weibliche,
an dickeren, älteren männliche Gonophoren gefunden. Die männ-
lichen Gonophoren weichen nur in so fern von denen von Disticho-
pora ab, als das Entoderm einen hohlen, keulenförmigen Spadix
bildet, während es bei reifen Gonophoren der letzteren als solider
Stiel auftritt. Da die Gonophoren bei Allopora tiefer liegen, sind
die Sj)ermacanäle länger. Gewöhnlich tritt nur ein Gonophor in
eine Ampulle, selten kommen darin 2 - 3 derselben vor. Die
Gonophoren von Allopora sind viel grösser als die von Distichopora,
0,38 mm statt 0,19 mm. Die männlichen Gonophoren von Sporo-
dopora dichotoma, Pliobothrus symmetricus, Stylaster densicaulis,
Allopora profunda, Astylus subviridis und Cryptohelia pudica
wurden von Moseley beschrieben (Chall. Report 1881).
Die weiblichen Gonophoren von Distichopora können leicht
an den Hervorwölbungen des Stocks erkannt werden. Gewöhnlich
sitzen sie nur an einer Seite des Zweiges, gelegentlich aber auch
an der entgegengesetzten Seite, in kleinen Haufen. Die reifen Eier.
0,3 — 0,4 mm gross haben zahlreiche Dotterkugeln. Das Ei ruht, von
Ectoderm- und Entodermhülle umgeben, in tassenförmigem Tropho-
disk, der an seinem Rande 12 Taschen bildet. Während der ersten
Entwicklungsstadien wird der Trophodisk schnell rückgebildet. In-
zwischen wandern junge Eier aus den anliegenden Canälen in die
Ampulle aus und beginnen sich auf neuem Trophodisk zu entwickeln,
bevor die ältere Larve frei wurde.
Die jüngeren Eier sieht man häufig ganz tief im Canalsystem
liegen, die den Ampullen näheren sind grösser und amöboid. So-
bald sie die Ampullen erreichen, treten die Dotterkügelchen auf.
Moseley beschrieb die weiblichen Gonophoren von Pliobothrus
symmetricus, Erriua labiata und Cryptohelia pudica. (Chall.
Rep. 1881.)
Hickson stellt die Hydrocorallinen den Hydroiden (Tubularien
270 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericlit für 1891 und 1892 über die
und Campaimlarien) als besondere Ordnung gegenüber und begründet
seine Ansicht durch Vergleich der Gonophoren resp. Medusen beider.
Die Meduse von Millepora wird wegen ihrer Einfacheit als primi-
tive Form angesehen. Nur wenn sich nachweisen lässt, dass sich
eine dem Glockenkern entsprechende Einstülpung bei Hydrocorallinen
findet, dass die innere Membran, die das Spermarium umgiebt,
Ectoderm, nicht Entoderm ist, will Verfasser zugeben, dass die vor-
her beschriebenen Gonophoren degenerirte Medusen sind. Die
Stylasteriden besassen nie frei schwimmende Medusen. Die üeber-
einstimmung in der Form zwischen Gonophoren und Medusen und
der Ursprung der Medusen überhaupt beruht auf lokalem Reiz, den
die Geschlechtszellen ausüben, wenn sie eine gewisse Grösse er-
reichen. Ebenso wie Parasiten bei Hydrocorallinen durch allseitig
wucherndes Gewebe eingehüllt werden, so umgiebt auch wucherndes
Gewebe umbrellaartig die Geschlechtszellen. Bei Allopora und
Distichopora werden die Gonophoren (im Gegensatz zu Millepora)
unabhängig von den Zooiden als besondere Organe entwickelt.
Dennoch sind beide Arten von Gonophoren als homolog zu be-
trachten, ganz gleichgültig, ob sie in dem ersten Falle nur Organe,
im zweiten Individuen repräsentiren.
Hickson (45) beschreibt ferner Millepora Murrayi. Distichopora
violacea und Stylaster gracilis nach von Haddon in der Torres-
strasse gesammeltem Material, macht auf die Aehnlichkeit der
Gonophoren von Allopora und Stylaster aufmerksam und auf die
Schwierigkeit der Trennung beider Genera. In starkem Alkohol
conservirte Aeste von Milleporiden genügen für innere Untersuchung.
Das reife Ei von Errina labiata fand Hickson (46) von Ectoderm-
und Entodermschicht umgeben, während Moseley die letztere nicht
erkannt hatte.
Sipliouoplioreu.
Sloan (76) bringt eine ausführliche Beschreibung und gute
Abbildung einer Haiistemma, von der 2 Exemplare von 41,5 mm
und 12,5 mm Länge in der zweiten Hälfte des Mai bei St. Andrews
gefunden wurden. Mc'Intosh bemerkt dazu in einer Note, dass
Siphonophoren in der Regel an der Ostküste Britanniens sehr
selten sind, dass Diphyes sehr selten gut erhalten sich zeigte, 1865
aber in Lochmaddy North Uist sehr schön unter Salpenschaaren
erschien. An der Westküste zeigt sich gelegentlich Physophora,
häufig Velella.
Von Mitte September bis Mitte October 1892 beobachtete
Cuuningliam (27) bei Plymouth eine Monophyide von 3 — 7 mm
Länge, Muggiaea atlantica, die zuletzt recht häufig wurde. Sie
unterscheidet sich von Muggiaea Kochii dadurch, dass das Hydroe-
eium 1/3 der Höhe der Schwimmglocke erreicht und dass der lange
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Änthozoen. 271
Somatocyst mit dem Oelbehälter die Höhlung der Schwimmglocke
überragt und von Diphyes Chamissonis durch schmälere längere
Form der Schwimmglocke und ungezähnte Eänder.
Vielleicht ist die Art mit einer von Haeckel bei den Canaren
beobachteten Art identisch, die er mit Unrecht M. pyramidalis
nennt, da Monophyes primordialis Chun = Monophyes pyramidalis
Haeckel und Eudoxia pyramidalis Will Entwicklungsstadien von
Muggiaea Kochii sind. Peach beobachtete 1849 schöne „Diphyiden"
wahrscheinlich M. atlantica in Fowey Harbour von Juli bis October
in grosser Menge. Wahrscheinlich erscheinen sie jährlich in den
britischen Gewässern.
Bigelow (8) führt seine frühere Mittheilimg über PhysaUa
(s. Bericht 1890 S. 172) etwas weiter aus und erwähnt gelegentlich,
dass die Oeffnung an der Spitze der Luftblase sich nicht freiwillig
erweitern kann (gegen Haeckel). Die auf der Hochsee beobachteten
Thiere hielten ihren Kamm gewöhnlich aufrecht, während er bei
den an der Küste gefundenen schlaff war. Die ersteren zeichneten
sich durch tieferes Blau und wirksameres Gift der Tentakeln aus.
Fischer berichteten, dass Physalia erwachsene Makrelen leicht
überwältigt.
Nachdem Chuu (17) nochmals gegen die Grundlage von
Haeckels System der Siphonophoren und gegen die überflüssige
Bildung neuer Familien, Gattungen und Arten seitens desselben
Autors protestirt hat, giebt er eine ausführliche Schilderung „einer
der glanzvollsten Erscheinungen unter den duftigen pelagischen
Organismen, Stephanophyes superba Chun." Die Art erschien 1888
von Januar bis März vor Orotava vereinzelt und selten. Bruch-
stücke derselben waren im Mittelmeer bei Neapel im Dezember 1884
und Januar 1887 gefischt. Nur wenige Stunden war es möglich,
diese zarteste aller Siphonophoren vor Beginn der Auflösung lebend
zu beobachten. Die Gattung Stephanophyes steht Lilyopsis am
nächsten. Wie diese hat sie in der Jugend 2 Hauptschwimmglocken
mit einfach gabeltheihgem Saftbehälter, ähnlich geformte, dach-
ziegelig angeordnete Deckstücke mit 6 Gefässästen, Specialschwimm-
glocken und am Stamme reifende Gonophorentrauben. Sie unter-
scheidet sich von Lilyopsis im erwachsenen Zustande durch mehrere
kranzförmig in einer Ebene angeordnete Schwimmglocken, mit viel-
fach dichotom getheiltem Saftbehälter und zugleich von allen übrigen
Calycophoriden durch das Auftreten heteromorpher Tentakeln an
kleinen mundlosen Polypoiden in den Internodien. Es wurde daher
für sie eine besondere Familie geschaffen, Stephanophyidae, die
sich folgendermassen in das System der Calycophoriden einfügen:
Calycophoridae Leuckart.
I. Monophyidae Claus.
1. Sphaeronectidae Huxley
2. Cymbonectidae Haeckel
272 Dr. E. Vanhöffeii: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
IL Diphyidae Eschsch.
1. Epibulidae (Diphyopsidae) Haeckel
2. Abylidae L. Agassiz
3. Amphicaryonidae Chun
Genera: Amphicaryon Chun
Mitrophyes Haeckel
4. Prayidae Kölliker
Genera: Praya Blainville
Lilyopsis Chun
III. Stephanophyidae Chun.
Genus: Stephanophyes Chun
IV. Desmophyidae Haeckel.
Genus: Desmophyes Haeckel
V. Polyphyidae Chun.
Genera: Hippopodius
Vogtia Kölliker.
Die 4 Hauptschwimmglocken von Stephanophyes superba fallen
durch dichotomisch verzweigten oberen Slantelcanal auf, der dem
Oelbehälter der Monophyiden und Diphyiden entspricht. Die Aeste
endigen mit roth gefärbter knopfartiger Anschwellung", die einen
Oeltropfen enthält. Bei den älteren Glocken ist der Canal weniger
stark als bei den jüngeren verästelt. Am Stamm finden sich unter
den Hauptschwimmglocken die Reserveschwimmglocken, dann treten
proximal die jüngsten, distal die ältesten Stammgruppen auf, von
denen einige als Eudoxien sich loslösen. Zwischen diesen Stamm-
gruppen, die aus einem Magenschlauch mit zugehörigem Fangfaden
aus einem Deckstück, einer Specialschwimmglocke und einer männ-
lichen oder weiblichen Gonophorentraube bestehen, erscheinen inter-
nodial 1 — 4 kleine mundlose Polypoide mit lieteromorphen Fang-
fäden. Die letzteren werden höchst wahrscheinlich als neue inter-
nodiale Bildungen secundär eingeschaltet. An dem Schirmrande
der Hauptschwimmglocken sowohl wie der Specialschwimmglocken
treten links von der Einmündung des Ventralgefässes in den Ring-
canal und auch nach rechts übergreifend 12 — 14 eigenartige Rand-
körper auf, die allmählich an Grösse abnehmen, sich durch dunkel-
rothe Farben bemerklich machen und Sinneskörper oder auch
Leuchtorgane sein können. Die Specialschwimmglocken sind den
Hauptschwimmglocken homolog und werden ebenso wie diese durch
Reserveglocken verdrängt. Die Magenschläuche sind deutlich in
4 Abschnitte gegliedert: Magenstiel, Basalstück, Hauptmagen und
rüsselförmiger Mundtheil. Ein prachtvoll smaragdgrüner Schiller
verräth allein die durchsichtige Colonie im Wasser. Eine Pylorus-
klappe tritt entsprechend den Angaben Huxley's zwischen Stiel und
Basalmagen auf, nicht, wie Haeckel meint, zwischen Basalstück und
Hauptmagen. Die secundären nierenförmigen Nesselknöpfe, die
bisher allein von Calycoi^horiden bekannt waren, bestehen aus dem
geknäuelten Stiel, aus 4 Gerüstzellen, die eine Länge von 0,8 mm
erreichen und daher den Namen Riesenzellen verdienen, aus dem
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 273
Nesselband oder der Nesselbatterie mit 7 Reihen alternirend ge-
stellter kommaförmiger Nesselkapseln von 0,045 mm Länge, ohne
Muskelstiele und Cnidocils. In einer Batterie wurden 966 Nessel-
kapseln gezählt. Die ganze Batterie wird von einer hyalinen ge-
fensterten Lamelle überzogen. Quer über der gefensterten Membran
hegend wurden Bogenzellen gefunden, deren Anzahl der Menge zu
einer Längsreihe gehöriger Nesselkapseln entspricht. Wahrscheinlich
sollen sie ein vorzeitiges Sprengen der Batterie verhüten. Die
Aussenseite der Batterie wird von Drüsenepithel bekleidet. Der
Innenseite der beiden proximalen Gerüstzellen liegen lange stab-
förmige Nesselzellen an, die, bei Stephanophyes 0,1 mm lang, zu 22
jederseits auftreten. Die Anlage des Nesselfadens geschieht inner-
halb der Kapsel, wie es Bedot und Schneider gegen Jickeh und
Nussbaum bereits betonten. Schliesslich finden sich im Nesselknopf
noch: das elastische Angelband, eine merkwürdig modifizirte Partie
der Stützlamelle, die mit den Kapseln der Batterie in keinem Zu-
sammenhang steht, und birnförmige Nesselkapseln am Distaltheile
des Nesselknopfes, die mit einem Vogelschnabel ähnhch gekrümmten
Cnidocils und langen Muskelstielen versehen sind. Der Endfaden
des Nesselknopfs wird von 2 langen Muskelfasern durchzogen, an
denen kleine stabförmige und birnförmige Nesselkapseln alterniren.
An die letzteren treten Muskelstiele heran. Die Entladung des
Nesselknopfs und das Einwirken der verschiedenen Arten der
Nesselbatterien nacheinander wird auf Grund der anatomischen
Befunde anschaulich geschildert.
Die mundlosen Polypoide. die nicht als Taster bezeichnet werden
können, da ihnen keine Sinneswahrnehmungen zukommen, dürften
als Sammelreservoire für die in den Senkfäden circulirende Flüssig-
keit dienen. An den Senkfäden dieser Polypoide und auch an den
Tentakeln jugendlicher Magenschläuche finden sich die sogenannten
primären, eicheiförmigen Nesselknöpfe, die von den vorher be-
schriebenen secundären verschieden sind. Die ersteren werden an
den Tentakeln der Magenschläuche später von den letzteren ver-
drängt. Die Nesselbatterie der primären Nessel knöpfe besteht aus
7 Längsreihen schwach sichelförmig gebogener Nesselzellen und am
distalen Ende umsäumen 24 birnförmige Nesselzellen in einem
Halbkreis geordnet den Nesselknopf, die sich durch besonders
kräftige, schnabelartige, den Eindruck von Widerhaken machende
Cnidocils auszeichnen und den Endfaden bei den secundären Nessel-
knöpfen ersetzen können. Gleichzeitig funktioniren die Cnidocils
als Sinneshaare, worauf das Vorhandensein der Muskelstiele hin-
weist, die gestatten, dass bei Berührung auch nur eines Cnidocils,
durch Erregung nervöser Apparate ganze Gruppen von Nesselzellen
entladen werden können.
Die Colonien von Stephanophyes sind monöcisch. Abwechselnd
treten männliche und weibliche Gonophorentrauben auf, so dass auf
einige männliche immer einige weibliche folgen. Selten finden sich
Gonophorentrauben in den Internodieu neben den mundlosen Poly-
Arch. f. Naturgesch. Jahrg.1893. Bd.n. H.3. 18
274 Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
poiden. Die Gonophoren sind Medusoide , die aus einem Stiel,
einer Schwimmglocke mit Veliim, vier Kadialcanälen mit Ringcanal
und grossem Manubrium bestehen. Sie üben Pumpbewegungen aus,
lösen sich jedoch nicht ab. Die Ei- und Samenzellen gehen aus
dem Entoderm von „Urknospen" hervor, an denen nach einander
die Gonophoren knospen. Die Urknospen bleiben bei den Calyco-
phoriden zeitlebens erhalten und functioniren für die männlichen
Gonophoren als Hoden, für die weiblichen als Ovarien, während bei
den Physophoriden die Urknospe nicht persistirt. Nach der Dar-
stellung der Entwicklung der Gonophoren und der Geschlechts-
producte schliesst der Verfasser mit einem Hinweis darauf, dass die
festsitzenden Gonophoren, im Gegensatz zu den Ausführungen Weis-
manns, ursprünglichen Verhältnissen entsprechen, während das Auf-
treten freier Medusen bei VeLella und Porpita in Correlation mit
dem Aufgeben activer Schwimmbewegung dieser coniplicirtest ge-
bauten Siphonophoren steht.
Schneider (72) weist im Stamm von Forskalia und Haiistemma
die Epithelzellen als Muskelzellen, bei Apolemia muskelhaltige und
muskelfreie Epithelzellen nach, beschreibt die Riesenzellen am Fors-
kaliastamm mit ihren Ausläufern, die er, wie Korotneff und Bedot,
für nervöse Zellen hält, und erkennt, dass die Nesselzellen in einer
Ectodermverdickung am basalen Ende des Polypen von Forskalia
sich bilden, sowie dass der Nesselfaden bei Forskalia extracapsulär
angelegt wird.
Chun (18) betont dagegen, dass weder bei Calycophoriden noch
bei Rhizophysa und Physalia die Nesselpolster der Polypen Kapseln
ausbilden, welche auf die Tentakeln überwandern, und hält es da-
her auch für Forskalia für nicht wahrscheinlich. Der Nesselfaden
wird innerhalb der Kapsel angelegt. „Das, was Schneider für die
Anlage des Fadens anspricht, sind ganz entschieden die concentrischen
Verdickungsstreifen in der Wandung der Nesselzelle."
Chun (18) berichtet ferner über die Canarischen Monophyiden.
Die Monophyiden sind Calycophoriden mit nur einer einzigen defini-
tiven Schwimmglocke. Nie w^erden bei ihnen Reserveglocken ange-
legt. Mit Ausnahme von Monophyes und Sphaeronectes, bei denen
die primäre Glocke wahrscheinlich persistirt, wird bei Monophyiden
und auch bei allen übrigen Calycophoriden eine heteromorphe pri-
märe Glocke angelegt, die später abgeworfen ward. Dieser ersten
Schwimmglocke der Calycophoriden ist die Pneumatophore der
Physophoriden homolog, die sich ebenso wde eine Schwimmglocke
mittelst eines Glockenkerns anlegt. Die definitive Glocke ist bei
Monophyes und Sphaeronectes mützenförmig oder halbkugelig, ohne
Kanten auf der Exumbrella, bei den Cymbonectiden (Cymbonectes,
Muggiaea, Doramasia, Halopyramis) pyramidal vier oder fünfkantig
gestaltet.
Die Gruppenanhänge des Stammes bei Monophyiden gleichen
denen der Diphyiden so sehr, dass sie nur zur Unterscheidung von
Gattungen und Arten, nicht von Familien Verwendung finden können.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 275
Jede Gruppe, aus Magenschlauch mit Fangfaden, Deckstück und
Genitalschwimmglocke zusammengesetzt, denen sich bei Doramasia
noch eine sterile Specialschwimmglocke zugesellt, nimmt am Anfangs-
theile des Stammes aus einer einzigen Knospe ihre Entstehung.
Das verdickte ectodermale und entodermale Epithel der Ventralseite
des Stammes, die der Subumbrella abgewandt ist, gliedert sich in
eine Reihe von Knospen. Aus dem distalen Theil jeder Knospe
bildet sich der Polyp, aus mittlerer Ausbuchtung auf der dem
Stamm abgewandten Seite der Knospe der Tentakel und aus einer
Anschwellung an der Basis oben das Deckstück, unten die Genital-
schwimmglocke. An der völlig ausgebildeten Stammgruppe liegt
das Deckstück dorsal, die Genitalschwimmglocke rechts ventral, der
Polyp links ventral und axial und der Tentakel links ventral und
abaxial. Die Specialschwimmglocke von Doramasia schnürt sich an
der Urknospe ab, bevor die Gonophoren angelegt werden und liegt
in der Mediane der Ventralseite. Die später knospenden Gonophoren
liegen stets rechts neben derselben.
Wahrscheinlich alle Monophyiden haben freie Eudoxien. Zu
Monophyes und Sphaeronectes gehört als Eudoxie Diplophysa Geg.
zu Muggiaea Eudoxia Eschsch., zu Doramasia Ersaea Eschsch., zu
Halopyramis Cuboides Quoi und Gaimard. Von Cymbonectes ist
die freie Eudoxie noch unbekannt. An sämmtlichen Eudoxiengruppen
der Monophyiden persistirt die Urknospe, aus der succesive in
regelmässigem Wechsel, erst links, dann rechts die Gonophoren
sprossen. Die Urknospe functionirt ols Ovarium oder Hoden bei
Cuboides, den monöcischen Eudoxiengruppen von Halopyramis, als
Zwitterdrüse bei den Diplophysen von Monophyes und Sphaeronectes,
den Eudoxien von Muggiaea und den Ersaeen von Doramasia, die
diöcisch sind.
Die Gattungen werden folgendermaassen characterisirt :
MonopJtyes Claus: Schwimmglocke mützenförmig, Hydröcium
(Scheide) nicht bis zur Mitte der Glocke ragend, Oelbehälter gerade
aufsteigend.
Sphaeronectes Huxley: Schwimmglocke halbkugelig, Hydröcium
bis zur Mitte der Glocke ragend, Oelbehälter geknickt.
Cymbonectes Haeckel: Schwimmglocke pyramidal 5kantig, Stamm-
gruppen ohne Specialschwimmglocken, Eudoxien, Hydröcium bis
über die Mitte der Schwimmglocke reichend, Oelbehälter kurz und auf-
getrieben. Ventrales Subumbrellargefäss lang, Deckstück helmförmig.
Muggiaea Koch: Schwimmglocke pyramidal 5kantig, Stamm-
gruppen ohne Specialschwimmglocken, Eudoxien, Hydröcium kurz, nur
im unteren Viertel der Glocke, Oelbehälter bis zur Mitte der Glocke ver-
längert, ventrales Subumbrellargefäss verkürzt, Deckstück helmförmig.
Doramasia Chun: Schwimmglocke pyramidal ökantig, Stamm-
gruppen mit Specialschwimmglocke, Ersaeen, mit schildförmigem
Deckstück, Oelbehälter kurz und breit, Distalabschnitt der Sub-
umbrella röhrenförmig.
Halopyramis Chun: Schwimmglocke pyramidal 4kantig, Stamm-
18*
276 'Dr. E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 imd 1892 über die
gruppen ohne Specialschwimmglocke als Cuboides, mit würfel-
förmigem Deckstück, Oelbehälter kurz mit zwei breiten basalen
Aussackungen, Genitalglocke mit mehr als 4 scharfen Firsten, Sub-
umbrella dorsal, Oelbehälter und Hydröcium central, ersterer gerade
aufsteigend und flaschenförmig verlängert.
Beschrieben werden: 1. Monophyes brevitrimcata Chun (Januar-
März bei Orotava) mit Diplophysa codonella Chun (März), 2. IMono-
phyes irregularis Claus (Winter), die sich von voriger durch auf-
fällig kurzen Oelbehälter und durch längeren Stamm mit zahl-
reichen, bis 24, Knospengruppen unterscheidet. 3. Sphaeronectes
gracilis Claus mit Diplophysa inermis Gegenbaur (Winter). Der
Oelbehälter ist hier aufwärts, bei der sehr ähnlichen pacifischen
Art Sphaeronectes Köllikeri Huxley mit dem distalen allmählich an-
schwellenden Abschnitt nach abwärts (dem Schirmrande zugekehrt)
gebogen. 4. Muggiaea Kochii Chun mit Eudoxia Eschscholtzii Busch
(Winter). 5. Doramasia picta Chun mit Ersaea picta (Sept.-April),
für die im pacifischen Ocean Doramasia Bojani Chun vikariirend
auftritt. Die pacifische Art unterscheidet sich von der atlantischen
dadurch, dass der Oelbehälter bei Ersaea Bojani auffällig niedrig
zu seiner Breite ist und sich auf der rechten Seite in einen schräg
aufwärts steigenden Fortsatz auszieht, der bei Ersaea picta nur
ganz schwach angedeutet ist. Bei Doramasia Bojani fällt im Gegen-
satz zu D. picta die Verbreiterung der 5 Flügel und die spirahge
Drehung der Flügelkanten im oberen Drittel der Glocke auf. Die
Seitenzähne sind bedeutend breiter und grösser als der Dorsalzahn.
Der untere Rand des Hydröciums ist nicht eingebuchtet und die
röhrenförmige Verlängerung der Subumbrella ist relativ kürzer als
bei D. picta. 6. Halopyramis adamantina Chun mit Cuboides ada-
mantina Chun (Jan.-Febr.). Die Monophyiden zeigen merkwürdige
Aehnlichkeit und Beziehungen zu den Diphyiden, so dass sich fol-
gende Parallele der Gattungen darbietet:
Monophyes Claus — Amphicaryon Chun.
Sphaei'onectes Huxley — Praya Qnoi und Gaimard.
Muggiaea Will — Diphyes Cuvier.
Doramasia Chun — Diphyopsis Haeckel.
Halopyramis Chun — Abyla Quoi und Gaimard.
Im pacifischen Ocean finden sich mehrfach den atlantischen
Monophyiden ganz nahe verwandte Formen, vicariirende Arten, die
in folgendem Verzeichniss der atlantischen und pacifischen Mono-
phyiden gegenübergestellt wurden.
Atlantischer Ocean. Pacifischer Ocean.
Monophyes irregularis Claus — Monophyes princeps Haeckel.
— brevitruncaa Chunt —
Sphaeronectes gracilis Claus — Sphaeronectes Köllikeri Huxley.
— Cymbonectes Huxleyi Haeckel.
Muggiaea Kochii Chun —
Doramasia picta Chun — Doramasia Bojani Chun.
Halopyramis adamantina Chun — Halopyramis Vogti Huxley.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongieu und Anthozoen. 277
Brooks lind Conklin (15) untersuchten die Gonophoren einer
vom Albatross bei den Galapagos-Inseln erbeuteten Siphonophore,
die wahrscheinlich zum Genus Rhodalia gehöi't. Während Haeckel
angiebt, dass männliche und weibliche Gonophoren vorkommen,
wurden nur weibliche gefunden, die nichts von dem Variiren zeigten,
das Haeckel beobachtet zu haben glaubte. Vielmehr nehmen die
Verfasser an, dass die Variationon als Entwicklungsstadien anzu-
sehen sind, und dass Haeckel wahrscheinlich einige lange, spindel-
förmige Gynophoren, die mit Dotter erfüllt waren, in denen der
Eikern noch fehlte oder herausgedrückt war, für Androphoren hielt.
Die polyovonen Gynophoren Haeckels sind Eitaschen, die mit der
verdauenden Höhle des Stammes communiciren. Die Gynophoren
entstehen in diesen Eitaschen als Knospen, in denen sich durch
Invagination ein Glockenkern bildet. In diesem Glockenkern liegt
das Ei zwischen Ectoderm und Entoderm von fingerartigen Entoderm-
fortsätzen umfasst, die das Ei ernähren. Wegen der Thatsache,
das nur weibliche Gonophoren bei dem untersuchten Object sich
fanden, und bei der Wahrscheinlichkeit, dass Haeckels Angabe über
die Androphoren irrig ist, während bei Physalia sich 40 — 50 unter-
suchte Individuen als rein männlich erwiesen, wird weitgehender
Geschlechtsdimorphismus bei diesen Siphonophoren vermuthet.
Pictet (63) verfolgte von Januar bis März in Villafranca die
Spermatogenese der Siphonophoren. Durch Bewegung des Wassers,
in dem sich Haiistemma befindet, erreicht man, dass die Hoden ab-
fallen. Diejenigen, die nur Spermatocyten enthalten, erscheinen
farblos und durchsichtig, die reifen dagegen weiss und undurch-
sichtig. Die sphärischen oder ovalen Spermatogonien oder
Spermamutterzellen; 25 — 30 ,u- lang, besitzen einen grossen Kern
von 20 n und kleinen Nucleolus. Sie theilen sich lebhaft
karyokinetisch und bilden mehrere Generationen von Tochter-
zellen, Spermatocyten, die 12 ^ messen und deren Kern, von grosser
Nucleinschleife ganz erfüllt wird. Durch nochmalige Theilung
bilden sich aus ihnen die Spermatiden, Zellen von 9 — 10 p mit
6 — 7 n grossem Kern, die sich direct zu Spermatozoen umwandeln.
Das geschieht folgendermassen : Das Nucleinnetzwerk verschwindet,
während im Zellplasma ein Nebenkern auftritt, und die Zelle ver-
längert sich birnförmig, worauf über dem kurzen, schwanzartigen
Anhang an dem nur von dünner Plasmaschicht umhüllten Kern
zwei glänzende Kügelchen erscheinen. Sie zeigen grosse Aehnlichkeit
mit den Zellmikrosomen, welche den Nebenkern bildeten. Bald
verschmelzen beide zu einer Kugel, die etwas vom Kern und dem
nahebei liegenden Nebenkern abrückt und den Anfang des nun be-
reits weiter verlängerten und verdünnten Schwanzes bezeichnet.
Das glänzende Körperchen verschwindet schliesslich, indem es wohl
mit dem Nebenkern verschmilzt. So besteht dann das reife Sperma-
tozoon aus sphärischem Kopf von 5 — 6 ^ (Kern und Nebenkern
von Zellmembran umhüllt) und dem sehr feinen Schwanzfaden von
70 — 80 [i Länge, der sich in raschen Schwingungen bewegt.
278 JDr- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
Ganz ähnlich wie bei Haiistemma verläuft die Spermatogenese
bei anderen Siphonophoren. Forskalia contorta zeigt keine Ab-
weichung. Bei Physophora hydrostatica ist die Bildung des Schwanz-
fadens insofern etwas verschieden, als hier ein feiner Faden ent-
sendet wird, längs dem die Protoplasmatröpfchen herabsteigen, die
ihn verlängern; auch wird der Nebenkern sehr spät gebildet. Bei
Gleba hippopus finden sich zwei Nebenkerne im Kopf. Bei einer
Diphyide war die Entwicklung der Spermatozoon ähnlich wie bei den
Physophoriden.
Chun (18) beobachtete directe Kerntheilung in den Schwimm-
glockengefässen der Siphonophoren. Bei Abyla wurden unregel-
mässige Contouren der Ectodermkerne unter Anwendung schiefer
Beleuchtung im Leben gesehen. Hanteiförmige, plump verästelte
oder von spaltförmigen oder runden Lücken durchbrochene Kerne
sind häufig bei Siphonophoren. In keinem Fall bedingt directe
Kerntheilung bei Siphonophoren auch nachfolgende Zelltheilung,
sondern es wird eine Brut von Kernen in der Zelle gebildet, die
zeitlebens vielkernig bleibt. Das Auftreten von Gefässnetzplatten
an der Subumbrella deutet darauf hin, dass vielkernige Zellen
dort zur Verwerthung gelangen, wo besonders intensiver Stoff-
wechsel stattfindet. Die jüngsten Eizellen im Entoderm der Ur-
knospe von Stephanophyes haben einen einfachen, runden Kern; an
den mittleren und grösseren Eizellen dagegen wurden 2 verschieden
grosse Kerne, ein chromatinarmer Grosskern von 0,09 — 0,2 mm
Durchmesser und ein Kleinkern von 0,03 mm bemerkt. Der Klein-
kern geht beim Wachsthum der Zelle verloren, löst sich scheinbar
im Plasma auf. Einmal wurde ein Stadium beobachtet, das zeigt,
dass der Kleinkern am Grosskern knospt. Der Grosskei-n wird als
Fortpflanzungskern, der Kleinkern als Stoffwechselkern nach BütschH's
Bezeichnung gedeutet.
Ziegler (92) führt die Beobachtung Chuns, dass amitotische
Kerntheilung in den anastomosirenden Ausläufern der Radialcanäle
von Siphonophoren stattfindet, deren Epithel in möglichst grosser
Fläche mit den umgebenden Geweben in Berührung kommt und
für die Ernährung der Schwimmglockenmuskulatur von Wichtigkeit
ist, als Beispiel dafür an, dass amitotische Kerntheilung vorzugs-
weise (vielleicht ausschliesslich) bei solchen Kernen vorkommt,
welche einem ungewöhnlich intensiven Secretions- oder Assimilations-
prozess vorstehen.
Scjpliomedusen.
Götte (35) constatirt, dass seine früheren Angaben über die
Entwicklung und den Bau der Scyphistomen durch die Beob-
achtungen von Claus, der ja in die Furchungshöhle einwandernde
Zellen und ectodermale Auskleidung des Schlundrohrs der Scy-
phistomen gesehen habe, im wesentlichen bestätigt werden und
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Antliozoen. 279
weist darauf hin, dass er die Bildung des Kranzdarms, der Septal-
trichter, die Bildung der Tentakeln und der Magentaschen sowie
die Anlage der Otolithen unterhalb der Tentakeln richtig dargestellt
habe und dass der Nachweis wirklicher Uebereinstimmung im Bau
der Scyphistomen und Anthozoen sein Verdienst sei.
Auch in den Larven von Pelagia findet Gölte (36) trotz mancher
Rückbildungen wesentliche Züge der Anthozoen ähnlichen Vor-
fahren der Scyphomedusen. Von der Bildung eines Scyphistoma
fehlen den Pelagialarven nur die Tentakel und die Trichtermuskel
vollständig. Die Uebereinstimmung in der Entwicklung von Pe-
lagia mit der von Aurelia und Cotylorhiza ist im übrigen sehr
weitgehend. Doch nimmt die Aehnlichkeit der Scyphistomen mit
ihrer Anthozoen ähnlichen Grundform von Aurelia über Cotylorhiza
nach Pelagia zu ab.
€hun (20) hat sich von der Richtigkeit der Götte'schen Dar-
stellung über Anlage der Magentaschen und über die ectodermale
Entstehung der Täniolenmuskeln überzeugt. Dagegen ist eine ecto-
dermale Auskleidung des sogenannten Schlundrohrs nicht vorhanden.
Vielmehr findet sich ein schornsteinartig vorgezogenes Mundrohr,
dessen ganze Innenfläche von Entoderm bekleidet ist. Um Klarheit
in die Verwandtschaftsverhältnisse der Scyphomedusen zu bringen,
untersucht Claus (24) die Entwicklung der Scyphistomen von Coty-
lorhiza, Aurelia und Chrysaora von neuem. Er stellt fest, dass
Knospung nicht nur bei gut ernährten Scyphistomen von Cotylo-
rhiza, sondern allgemein und wiederholt auftritt und dass auf diese
Weise sich die Polypen reichlich vermehren. Im Monat August
wurden bei Cotylorhiza ganz allgemein nur monodiske Strobilen ge-
bildet. Die Gallertscheibe der Ephyra erwies sich als Ausscheidung
des Entoderms. Vom Entoderm treten zellige Elemente ein, die
sich reichlich vermehren. Da bei Alcyonarien und Sympodium das
Stützgewebe (Kowalewsky und Marion) als tiefste Schicht zum
Ectoderm gehört, so ergiebt sich, dass die früher als Mesoderm
bezeichnete Gewebslage bei Coelenteraten keine einheitliche und
überall gleichwerthige Bildung ist. Der Begriff Mesenchym von
0, und R. Hertwig ist bei den Coelenteraten nicht verwerthbar. Auch
genügt die abweichende Bildung des Mesoderms bei Ctenophoren
(Metschnikoff) nicht, diese als besonderen Thierstamm von den
Coelenteraten zu trennen.
Bei erneuter Untersuchung an Schnitten von gut conservirten
Scyphistomen zeigte sich, dass der Verfasser übereilt Götte die
Auskleidung der Proboscis mit Ectoderm zugegeben hatte. Der
Mundrand bildet die Grenze zwischen Ectoderm und Entoderm und
die innere Auskleidung der Proboscis ist eine entodermale. Während
der Trennung der Ephyren bildet der Basalpolyp Tentakelansätze
und schon vor Ablösung der letzten Ephyra kann er einen voll-
ständig regenerirten Tentakelkranz besitzen. Eine in die Täniolen
übergehende Höhlung, die zum Septaltrichter werden könnte, existirt
weder bei dem Basalpolyp noch bei den Ephyrascheiben. Die Ein-
280 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
Senkungen, welche Götte dafür hielt, treten ausserhalb der Proboscis
in beiden Fällen als Einsenkungen des ectodermalen Peristombelags
selbstständig auf. Die Homologie des axialen Taschenmuskels der
Lucernarien mit dem Täniolenmuskel der Scjphostoma (Götte) ist
nicht haltbar. Trotz dieser Ergebnisse betont Claus, dass er an
seiner schon vor Gottes Untersuchungen über Beziehungen zwischen
Anthozoen und Scyphomedusen publizirten Anschauung festhalte,
dass das Scyphostoma mit den Anthozoen nahe verwandt sei, dass
beide von gemeinsamer Ausgangsform, dem mit 4 septalen Magen-
wülsten und alternirenden Magentaschen versehenen Polypen ab-
stammen. Im Gegensatz der 4gliedrigen Scyphostoma zur Sgliedrigen
Ephyra glaubt Claus eine phylogenetische Entwicklung zu erkennen
und sucht so die Eintheilung in 4 gliedrige und 8 gliedrige Scypho-
medusen zu rechtfertigen. Vanhöffens Einwänden wird nur formeller,
kein sachlicher Werth beigelegt. Den Schluss bildet eine aus-
führliche Erörterung über die Verwandtschaftsbeziehungen der
Periphylliden und Ephyropsiden mit Bemerkungen über die als
Tetrameralia zusammengefassten Scyphozoen.
Smith (77) sucht die Frage nach der Gastrulation bei Aurelia
zu lösen. Bei Aurelia fiavidula bildet sich als Furchungsresultat
ebenso wie bei A. aurita eine Blastosphaera mit einzelliger Wand.
Nachdem durch Zelltheilung über 400 Zellen entstanden sind, bildet
sich durch Invagination die Gastralhöhle, die durch einen engen
Canal, den Blastoporus geöffnet ist. Ungefähr beim Beginn der
Invagination rücken einige Ectodermzellen herab, so dass ihre
Kerne an der Innenwand der Blastosphära liegen. Bereits vor der
Invagination können zuweilen 1 — 3, selten mehr als 3, Zellen der
Wand der Blastosphaera in die Furchungshöhle einwandern. Wahr-
scheinlich haben die einwandernden Zellen, wie Claus bereits an-
nahm, keine besondere Bedeutung und werden rückgebildet. Selten,
wohl zufällig, treten auch 1 — 2 sehr kleine Zellen in der Furchungs-
höhle auf, die wahrscheinlich von den in die Tiefe gerückten
Ectodermzellen abstammen. Solche Einwanderungen erklären den
Irrthum Gottes, der wohl auf dicken und schiefen Schnitten den
Blastoporus übersah und verschiedene Schnitte durch dasselbe In-
vaginationsstadium für Schnitte durch verschiedene Stadien hielt.
Da bei den meisten Embryonen keine Spuren der Einwanderung
sich zeigten und in den anderen die eingewanderten Zellen sich
nicht bei der Entodermbildung betheiligten, so ist es auch un-
wahrscheinlich, dass bei Aurelia gelegentlich das Entoderm durch
Zelleinwanderung gebildet wird.
Zum Schluss werden frühere Ergebnisse über Gastrulation der
Scyphomedusen zusammengestellt. Die Entwicklung von Lucernaria
steht dem bei Scyphostomen gewöhnlichen Process so fern, wie Lu-
cernaria diesen selbst. Bei Cyanea arctica entsteht nach Mc Murrich
(58) eine solide Planula durch Einwanderung von Blastulazellen,
aus der sich, nachdem sie eine Höhlung erhalten, ohne Invagination
eine Gastrula bildet. Bei C. capillata (Hamann) findet Entoderm-
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoeu. 281
bildung durch polare Einwanderung statt und ähnlich ist es bei
Chrysaora (Clausj. Bei Aurelia aurita (Claus) nähert sich die En-
todermbildung mehr der Invagination und bei A. flavidula zeigt
sich diese fast typisch, da die Gastr-alhöhle von vorn herein offen
ist. Cotylorhiza tuberculata hat ebenfalls eine Invaginationsgastrula
(Claus, Kowalewsky), die der von A. flavidula sehr ähnlich ist, und
bei Pelagia noctiluca und Nausithoe marginata finden wir typische
Invagination (Metschnikoff). Wenn überhaupt eine Art der Gastru-
lation für Scyphomedusen characteristisch ist, so kann es demnach
nur die Invagination sein.
Bigelow (9) giebt eine vorläufige Beschreibung von Cassiopeia
xamachana n. sp. von Kingston Harbour, Jamaica, die C. andro-
meda Eschsch. und C. polypoides Keller sehr ähnlich ist. Derselbe
beobachtete (10), dass Knospung der Scyphistomen, die bei Aurelia
und Cyanea gelegentlich vorkommt, bei der trägen Cassiopeia xa-
machana einen Hauptfactor für die Verbreitung und Erhaltung der
Art bildet und schildert ausführlich die Entwicklung einer Knospe.
Ferner berichtet Bigelow (11), dass die Rhopalien entgegen der
früher von ihm vertretenen Ansicht bei Cassiopeia xamachana im
basalen Theil der Larvententakeln sich bilden, wie es Agassiz und
Claus gegen Götte bei andern Scyphomedusen bereits festgestellt hatten.
Die Distalenden der Tentakeln werden dabei allmählich resorbirt.
Kishiiiouye (51) fügt der ausführlichen japanischen Beschrei-
bung von Cyanea nozakii n. sp. folgende deutsche Diagnose an:
„Schirm flach scheibenförmig, 5 mal so breit als hoch, Schirmradius
3mal so gi'oss als der Radius des Centralmagens. 16 Ephyralappen
abgerundet, doppelt so breit als lang. Oculartaschen fast recht-
eckig, Tentakeltaschen an der Basis doppelt so breit, in der Höhe
der Sinneskolben 2^/2msi[ so breit als die Oculartaschen, Farbe
milchweiss, Schirmbreite 160 — 260 mm. Fundort: Japan, In-
ländisches Meer.
Vanhöflfen (81) constatirt solide Tentakel bei Periphy lüden ent-
gegen den früheren Beobachtungen Haeckel's und hebt die Be-
ziehungen der Periphylliden zu Stauromedusen und Ephyropsiden,
speciell zu Nausithoe, hervor. Die Trennung der Acraspeden in
Tetrameralia und Octomeralia ist aufzugeben, da alle Medusen (ab-
gesehen von wenigen Ausnahmen) vierstrahlig sind, was durch den in
dieZoologie neu eingeführten Begriff der Symmetrieebenen sich ergiebt.
Dafür wird folgende Eintheilung der Acraspeden vorgeschlagen:
Acraspedae Geg.
I. Cathammata, mit Verwachsungsleisten oder Septalknoten.
a. Incoronata ohne Kranzfurche und Lappenkranz.
Charybdeidae.
Lucernaridae.
Depastridae.
Tesseridae.
b. Coronata mit Kranzfurche und Lappenkranz.
Periphyllidae.
Ephyropsidae.
282 Dl"- E. Vanh offen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
IL Acathammata, ohne Verwachsungsleisten oder Septalknoten.
a. Semaeostomata.
b. Rhizostomata.
Claus (23) berichtigt den Begriff „octomeral" zum Unterschiede
von Sstrahlig dahin: dass dieser die peripherische Gliederung des
Scheiben ran des bezeichnen soll, wie sie bei der Umgestaltung des
Scyphostoma in die Ephyra erreicht wird und weist auf die Be-
deutung der Umwandlung des tetrameralen Scyphostoms in die octo-
merale Ephyra hin, welche letztere die Grundform der höheren
Discomedusen darstellt. EndKch wird gegen die allgemeinere Fassung
der Cathammata noch hervorgehoben, dass der Begriff der Catham-
mata lediglich für Periphylliden und Ephyropsiden zutreffend er-
scheint, nicht für Beutelquallen mit 4 langen Septen passt und für
Becherquallen garnicht verwerthbar sei.
Vauliöffen (83) zeigt, dass die Eintheilung der Acraspeden in
Octomeralia und Tetrameralia nicht haltbar sei, weil auch am Schirm-
rande der Tetrameralia Züge von Sstrahligem Bau vorkommen und
dass die Namen Octomeralia und Tetrameralia überhaupt ungeeignet
sind, weil sie etwas ganz anderes ausdrücken, als Claus damit
sagen will. Die Begriffe Antimeren und Parameren werden mit
Hilfe der neu eingeführten Symmetrieebenen unabhängig von ein-
ander definirt. Parameren sind die zwischen 2 interradialen Sym-
metrieebenen gelegenen Theilstücke; die von Radius und Inter-
radius begrenzten Stücke heissen Antimeren. Eine Meduse hat
4 Symmetrieebenen, 4 Radien, 4 Parameren und 8 Antimeren. Ein
2 strahliges Thier hat 2 Symmetrieebenen, 2 Radien, 2 Parameren
und 4 Ajitimeren. Monosymmetrisch = einstrahlig sind die Bilateral-
thiere, deren Körper einem Paramer entspricht. Asymmetrische
Radiärthiere, clinoradiale Thiere nach Chun, z. B. Velella, haben
keine Symmetrieebenen. Ihre Theilstücke werden Clinomeren ge-
nannt. Die S3'mmetrieebenen lassen keinen Zweifel, ob man mehr
Werth auf das Centrum oder die Peripherie legen soU. Sie be-
weisen unzweideutig den 4 strahligen Bau der Medusen. Die Ein-
theilung der Acraspeden in Cathammata mit Incoronata und Co-
ronata und in Acathammata wird aufrecht erhalten.
J. Wood Masou und Alcock (2) berichten, dass Atolla in der Bay
von Bengalen in 840 und 920 — 690 Faden Tiefe gedretscht wurde.
Die beiden Exemplare waren durch ungelappten, obwohl nicht un-
gezähnten Rand von Atolla Wywillei und A. Bairdii verschieden.
Weitere Beschreibung fehlt.
Vauliöffen (85) berichtet über die Acalephen der Plankton-
expedition. Zur Untersuchung kamen Periphylla hyacinthina Steen-
strup, Atolla Bairdii Fewkes, Pelagia phosphora Haeckel und P.
perla Haeckel, die im Atlantischen Ocean bei der von Hensen ge-
leiteten Expedition erbeutet wurden. Zum Vergleich sind noch
Nausithoe punctata aus dem Mittelmeer und 3 pacifische Arten
herangezogen : Nausithoe Clausi n. sp. Nauphanta Vettoris Pisani n. sp.
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen. 283
und Periphylla dodecabostrycha Brandt, die Chierchia bei der Welt-
umseglung des Vettor Pisani erbeutet hatte.
Die Gattungen Periphema und Periphenga (Haeckel) werden
als unbegründet eingezogen; die dazu gerechneten Arten gehören
zu Periphylla. Durch den Nachweis solider Tentakeln bei Peri-
phylla wird diese ihren Verwandten, den Pericolpiden und Ephyrop-
siden, näher gerückt. Bei P. dodecabostrycha deutete ein Gallert-
zipfel, in den die Magenhöhle als Rest eines Stielcanals sich fort-
setzte, an, dass bei Periphylla wahrscheinlich auch Generations-
wechsel stattfindet. Die Beziehungen von Periphylla zu Nausithoe
und ihre Stellung im System werden erörtert.
Atolla Bairdii wurde südlich der Capverden bei einem Zug aus
4000 m Tiefe erbeutet. Die Uebereinstimmung im Bau des Schirm-
kranzes zwischen Atolla und Periphylla ist ein weiterer Beweis für
die Verwandtschaft der Periphylliden und Ephyropsiden.
Pelagia allein gehört von den Acraspeden sicher in allen ihren
Entwicklungsstadien zum Plankton. Sie wurde in zwei Arten ge-
funden. P. perla erschien in einem Exemplar nördlich der Hebriden,
P. phosphora war in jüngeren und älteren Stadien nicht selten im
warmen Gebiet. Nachdem in einer Uebersicht über das System
der Acraspeden den vorher angedeuteten Beziehungen zwischen
Periphylla, Nausithoe und Atolla Rechnung getragen ist, wird die
geographische Verbreitung der Cathammata dargestellt. Die Ephyrop-
siden sind durch sämmtliche Zonen verbreitet, die Charybdeiden ge-
hören ausschliesslich den warmen Meeren an. Die übrigen Incoro-
naten sind mit Ausnahme von Depastrella carduella nur aus dem
Mittelmeer, dem nördlichen Atlantischen Ocean bis zum Eismeer
und durch zwei Vertreter aus der antarktischen Trift bekannt.
Antipa (4) beschreibt einige Lucernarien, die von Küken-
thal 1889 bei Spitzbergen in 10 — 35 Faden Tiefe gesammelt wurden.
Dieselben zeichnen sich durch ihre Gröse aus, da sie bis 20 cm
Länge erreichen, und durch complicirter als sonst bei Lucernarien,
gebaute Gonaden. Während diese sonst „einfache Drüsen mit einem
einzigen Sinus und Ausführgang darstellen," setzt sich bei den
neuen Arten jede Gonade aus zahlreichen getrennten Genitalsäckchen
zusammen, die alle gelappte Drüsen sind. „Jedes Genitalsäckchen
baut sich aus vielen Follikeln auf, die ihren eigenen Sinus und
Ausführgang besitzen." Nach diesen Unterschieden in der Aus-
bildung des Geschlechtsorgans werden 2 Genera der Lucernarien
unterschieden:
1. Lucernaria 0. F. M. mit einfacher Structur der Gonaden.
2. Lucernosa (Haeckel) Antipa mit zusammengesetzter Structur
der Gonaden.
Die spitzbergischen Lucernarien gehören zur zweiten Gattung,
von der drei neue Arten beschrieben werden. Die Artunterschiede
sind folgende:
L. Walteri conservirt 150 — 160 mm lang, 50 — 60 mm breit,
700—750 Tentakel an jedem Arm, Gonade breit.
284 Dr. E. Vanh offen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
L. Kükenthali conservirt 150 — 160 mm lang, 55 — 60 mm breit,
800 — 850 Tentakel an jedem Arm, Gonade schmal.
L. Haeckeli conversirt 60—65 mm lang, 27 mm breit, 80 — 90
Tentakel an jedem Arm, Gonade breit.
L. Walteri, Schirmstiel etwas kürzer als Schirmhöhe, perradiale
Randbuchten, 2 mal breiter als interradiale.
L. Kückenthali, Schirmstiel so lang als Schirmhöhe, perradiale
Randbuchten, 3 mal breiter als interradiale.
L. Haeckeli, Schirmstiel Vs so lang als Schirmhöhe, perradiale
Randbuchten, etwas breiter als interradiale.
Die äussere Beschreibung wird durch einige Bemerkungen über
den Aufbau der Gewebe und durch Abbildung von Schnitten ver-
vollständigt. Ferner erwähnt Aiitipa (5), dass von ihm bei Helgo-
land ein Craterolopiius gefunden wurde, der in 4 benachbarten
Octanten, in den Perradien und Interradien, je einen kleinen Ten-
takel trug. Der eine dieser „rudimentären Principaltentakeln", deren
Auftreten als Atavismus zu deuten ist, besass einen einfachen
Pigmentfleck.
Schlater (68 und 69) untersucht die Gewebselemente der
Sinneskolben einer Varietät von Haliclystus auricula aus dem
weissen Meer. Er kommt zu dem Resultat, dass diese Lucernarie
Ganglienzellen in den Tentakelknöpfen und in den Randkörpern be-
sitzt, die mit den Sinneszellen, den Nesselzellen und unter einander
in Verbindung stehen. Die Randkörper sind den Sinneskolben der
Akraspeden analoge Gebilde, nur niedriger organisirt. Sie besitzen
eine Muskulatur wie die Tentakel, die jedoch im Bereich der Wülste
stark reducirt ist.
Melly (59) verglich Esperia (wohl Esperella) bauriana be-
wohnende Spongicola mit Exemplaren aus E. Lorenzi und fand bei
verschiedenem Wuchs gleichen Bau. Untersuchung von Schnitten
mit 1 % Osmiumsäure conservirter Thiere gab Veranlassung zu Er-
örterungen über die Retraction des Thieres beim Reiz, sowie über
den Bau der Längswälle.
Ctenoplioren.
Terworn (86) experimentirte mit lebenden Ctenophoren, die
theils unversehrt, theils mit zerstörtem OtoHth beobachtet wurden,
um die Funktion dieses Organs festzustellen. Er bestätigt zunächst
Chuns Angaben über den Bau der Ctenophoren und schliesst sich
ihm auch darin an, dass die von Eimer beschriebenen Ganglien-
zellen und Nervenfasern der Ctenophoren Kunstprodukte seien.
Die Bewegung der Ctenophoren geschieht durch die Rippen. Durch
Muskelthätigkeit kommen nur Contractionen und Gestaltveränder-
ungen zu Stande. Dagegen können diese Thiere ohne Thätigkeit
der Muskeln und Flimmerplättchen einfach durch Veränderung des
specifischen Gewichts aufsteigen oder herabsinken. Als Gleich-
gewichtslage wurde für Beroe, Eucharis, Bolina, Cestus die senk-
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongieu und Anthozoen. 285
rechte Stellung mit aufwärts oder abwärts gerichtetem Mundpol
nachgewiesen. Die Rückkehr in die Gleichgewichtslage nach einer
Störung geschieht durch die Bewegung der Ruderplättchen, die
durch den Otolithen reguhrt wird. Nach Beobachtungen von Eimer
und Chun äusserte Engelmann, dass der Otolith durch verschiedenen
Druck oder Zug eine verschiedene Plättchenthätigkeit auslösen
könnte, um das Thier nach einer Störung in die senkrechte Lage
einzustellen. Die Experimente Verworns zeigten, dass nach Ent-
fernung des Otolithen durch Ansaugen mit feiner Pipette bei Eu-
charis und Bohna oder durch Ausbrennen mit feinem glühenden
Draht bei Beroe die Gleichgewichtseinstellung regelmässig ausblieb,
während sie eintrat, wenn allein das unter dem Otolith liegende
Gewebe zerstört war. Bei einer Beroe, deren Otolith durch eine
Hakennadel zerstört war, trat am dritten Tage Neubildung des
Otolithen ein und damit war die Fähigkeit gewonnen, die Gleich-
gewichtsstellung wieder einzunehmen. Auf Grund der anatomischen
Verhältnisse ergiebt sich dann, dass die Kegulirung des Plättchen-
schlages durch active Bewegung der Federn des Otolithen erfolgt
und dass die Bewegung der Aufhängefedern in den verschiedenen
Lagen des Thiers gesetzmässig durch Druck und Zug des Otolithen
beeinflusst wird. Die Experimente bestätigen also Engelmanns
Vermuthung. Acustische Funktionen kommen dem Otolithen nicht
zu; daher sind die Namen Otohth und Otocyste durch Statolith und
Statocyste zu ersetzen, die der Funktion der Organe gerecht werden.
Die Gleichgewichtseinstellung wird als eine Form des Geotropismus
aufgefasst.
Yerworn (87) macht ferner auf das geringe specifische Gewicht
der Ctenophoren, deren Körper 96% Wasser enthält und auf den
Vakuolenreichthum ihrer Gewebe aufmerksam. Die Vakuolen-
flüssigkeit ist an Salzen ärmer als das umgebende Meerwasser, weil
das lebende Protoplasma für Salze undurchlässig ist. Die Thiere
können durch Vermehrung der Vakuolenflüssigkeit ohne active Be-
wegung der Locomotionsorgane aufsteigen, oder bei Verminderung
derselben hinabsinken. Das Abnehmen des Körpervolumens bei in
Gefangenschaft gehaltenen Ctenophoren und anderen pelagischen
Thieren beruht auf Verminderung der Vakuolenflüssigkeit. Daher
sinken solche geschrumpften Thiere zu Boden, ebenso wie absterbende,
deren Protoplasma den Salzen des Meerwassers nicht mehr den
Eintritt in die Vakuolen verwehrt.
Chun (20) stellt auf Grund neuer Untersuchungen eine ecto-
dermale Entstehung der Sexualorgane bei Ctenophoren entschieden
in Abrede und konstatirt (gegen Hertwig) das dieselben im Entoderm
der Meridionalgefässe entstehen ohne complizirte Wanderungen zu
unternehmen.
Chun (21) giebt einen ausführlichen Bericht über die Dissogonie,
eine neue Form geschlechtlicher Zeugung, die er bei gelappten
Ctenophoren des Mittelmeeres entdeckte. Die Dissogonie wird definirt
als Geschlechtsreife eines und desselben Individiums in 2 verschie-
286 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
denen Formzuständen, zwischen welche sich eine mit Rückbildung
der Geschlechtsproducte verbundenen Metamorphose einschaltet. Die
Formverschiedenheit der geschlechtlich thätigen Zustände ist hier an
ein und dasselbe Individuum geknüpft, während sie bei der Heterogonie
sich auf verschiedene in gleichmässigem Cyclus auf einander folgende
Individuen erstreckt. Ebenso wenig wie Heterogonie dürfen Fälle
von Paedogenesis , ungeschlechtliche Vermehrung in unreifem Zu-
stande und Erscheinungen von Frühreife, das Eintreten der geschleht-
lichen Thätigkeit zu einer Zeit, wo noch jugendliche Charactere
dem Organismus anhaften, mit der Dissogonie zusammengeworfen
werden. Geschlechtsreife cydippenförmige Jugendformen der ßolina
hydatina von 0,5 — 2,2 mm Länge wurde von Anfang September bis
Ende October 1886 gemeinsam mit geschlechtlich thätigen aus-
gebildeten Bolinen gefunden. Bei sämmtlichen Jugendformen waren
die 4 subventralen Meridionalgefässe in ihrer ganzen Ausdehnung
in Zwitterdrüsen umgewandelt, welche reife Eier und Samenmassen
produzirten. Bei mehr als 200 Exemplaren traten nur in wenigen
Fällen anormale Bildungen 6 oder 3 oder 2 Zwitterdrüsen auf. Da die
Larven entsprechend der Magen- oder Sagittalebene comprimirt sind,
würden sie den Mertensien anzureihen sein; bei den Arten, bei denen
nur 4 Meridionalgefüsse geschlechtlich thätig sind (Euchlora, Chari-
stephane) werden stets in den 4 subventralen Gefässen Samen und
Eier gebildet.
Die Eier der Jugendformen sind kleiner als die der ausgebildeten
Ctenophoren, 0,13 — 0,14 mm im Durchmesser, und von einer 0,35
bis0,4mm breiten Gallerthülle umgeben. Der Kern misst0,04 — 0,05mm.
Die Embryonalentwicklung zeigt keine Abweichung vom normalen
Entwicklungsgang. Bereits nach IV2 Tagen verliessen die jungen
Larven die Eihülle. IV2 — 2 Tage nach dem Verlassen derselben
beginnen die 4 subventralen Gefässe zu schwellen und den Habitus
von Zwitter drüsen anzunehmen. Die Brut wird demnach 2 — 3 Tage
nach dem Ausschlüpfen geschlechtsreif. Unter den Larven waren
2 Grössen zu unterscheiden. Die grösseren stammen wohl von den
grösseren Eiern der ausgebildeten Thiere, die kleineren von den
kleinen Eiern der Jugendstadien ab. Die geschlechtlich thätig
gewesenen Jugendformen wurden bis zu 6 Wochen lebend in Gefässen
gehalten und wuchsen bis zu 2 cm Länge heran, unter Rückbildung
der Geschlechtsprodukte, indem sie durch Verlängerung der Meridional-
gefässe, Vermehrung der Rippen, Anlage der Lappen allmählich
die Gestalt erwachsener Bolinen annahmen. Sobald die Aurikel
als stämmige Zapfen angelegt waren und die Tentakelrinnen auf-
traten, war bei keinem Exemplar auch nur eine Spur von Eiern
und Samenmassen nachweisbar. Bei giösseren 3 cm langen
Bolinen, die frei gefischt wurden, aber im Habitus durchaus den
ältesten gezüchteten Individuen glichen, waren bereits Eier und
Spermamassen in sämmtlichen Meridionalgefässen entwickelt.
Die Geschlechtsproducte der Ctenophoren sind entodermalen
Ursprungs. Die^flimmernden Säckchen, die Hertwig für die ectoder-
Coelenteraten mit Ausschluss der Spongien und Anthozoen, 287
male Anlage der Geschlechtsorgane bei Callianira hielt, fehlen den
übrigen Ctenophoren, ausser Lampetia, und sind wahrscheinlich als
eigenthümliche Sinnesorgane der genannten Arten zu deuten. Der
Werth der Vermehrung durch Dissoo-onie liegt darin, dass sich die
gelappten Ctenophoren, die nicht die geschützten Tiefenregionen auf-
suchen können, durch solche Massenproduction unter dem Einfluss
einer erhöhten Oberflächentemperatur des Meerwassers die Erhaltung
der Art sichern.
Unter vollständigenExemplaren wurden auch nicht so selten halbe
Larven gefunden, die auch in den beiden Subventralgefässen Eier und
Sperma entwickelten. Sie gehen hervor und wurden auch künstlich
erzeugt, durch Trennung der beiden Furchungskugeln, die bei Cteno-
phoren nur lose zusammenhängen. Aus der Form der halben Indi-
viduen, bei denen übrigens, nach aufgefundenen Stadien zu urtheilen,
die fehlende Hälfte regenerirt zu werden scheint^ ergiebt sich, dass
die erste Furchungsebene mit der Magenebene (Sagittalebene)
zusammenfällt.
Samassa (62) untersucht die Gewebe von Euchlora rubra,
Hormiphora plumosa, Callianira bialata, Eucharis multicornis, Cestus
Veneris, Beroe ovata und Beroe Forskalii. Das Epithel ist am ein-
fachsten bei Euchlora gebildet. Alle Epithelzellen sind Körner-
zellen ; Drüsenzellen und interstitielles Gewebe sind noch nicht diffe-
renzirt. Bei Hormiphora treten bereits im Magen und im Drüsen-
streifen Drüsenzellen und interstitielles Gewebe auf. Die höchste
Differenzierung findet sich bei Beroe und Cestus, wo das interstitielle
Gewebe bindegewebigen Character mit faseriger Structur annimmt.
Die Sekretion ist bei Hormiphora am primitivsten. In den Drüsen-
zellen treten vertheilt Vakuolen auf, die Körnchen absondern. Ver-
breiteter ist es bei Ctenophoren, dass die Vakuolen den Kern um-
geben und das Protoplasma an die Zellwand zurückdrängen.
Das in den Vakuolen gebildete Sekret verlässt in Form von Körnchen
die Zelle. Bei Beroe und Cestus zerfällt eine homogene Sekretmasse
in Schollen, die sich zu Körnchen ausbilden. Die FluorescenzzeUen
Chun's, die sich durch glänzendes, stark lichtbrechendes Aussehen
kennzeichnen, stellen vermuthlich Zellen im ersten Stadium der
Körnerbildung dar. Erhöhte Secretionsthätigkeit der Drüsenzellen
wird als Ursache desLeuchtens sowohl wie des Erblauens angenommen.
Bei Beroe werden die Drüsenzellen in der Nähe des Sinneskörpers,
der Wimperrinnen und der Ruderplättchen allmählich kleiner und
das interstitielle Gewebe geht in cubisches Epithel über. Am aboralen
Ende des Magens treten einfache grosse Zellen statt der Drüsenzellen
im Zwischengewebe auf. Die von Hertwig als Taststifte bezeichneten
Epithelborsten in der Umgebung der Wimperrinnen stehen auf dem
Zwischengewebe zwischen den Drüsenzellen ohne bestimmte Anordnung
zerstreut. Besondere Sinneszellen, wie Hertwig angab, stehen damit
nicht in Verbindung. Die säbelförmigen Cilien, die in der Nähe des
Mundrandes den Magen auskleiden, dienen wahrscheinlich, wie Chun
annahm, zum Festhalten ergriffener Beute. Die Cilien gehören ebenso
288 I>i'- E. Vaiih offen: Jahresbericht für 1891 und 1892 über die
wie die Borsten dem interstitiellen Gewebe an. Darauf folgt nach
dem oralen Pol zu im Magen eine einzige Reihe grosser Zellen, die
wahrscheinlich besondere Drüsenzellen sind, dann der Ringder Flimmer-
zellen und eine breitere Schicht von Drüsenzellen. Der Mundrand
selbst wird von interstitiellem Gewebe und von den sogenannten
Giftzellen gebildet. Hertwig und Chun hielten die Stacheln derselben
für Tastborsten. Die Giftzellen haben mit den Nesselzellen keine
Homologie, da ihnen ein Nesselfaden fehlt.
Bei Cestus trifft man an den lateralen Enden modifizirtes
Epithel gewissermassen in embryonalem Zustande mit spärlichen
Kernen, ausgedehntem Zwischengewebe, einfachen rundlichen und
vakuolisirten grösseren Zellen. Ferner sind die Spitzen der Tast-
papillen eigenartig gebildet. Grosse Drüsenzellen sitzen in halb-
kugelförmigen Bechern des interstitiellen Gewebes, dem reichliche
Kerne eingestreut sind.
Die stark lichtbrechenden Körper im Epithel von Euchlora sind
nicht als Nesselkapseln (Chun), sondern als weitverbreitete Aus-
scheidungen zu deuten. Die von Chun als 4 Streifen lichtbrechender
Körper bei Callianira beschriebenen Organe sind Drüsenstreifen. Die
Otolithen sind nicht Zellproducte, sondern Epithelzellen selbst. Wenn
die Zelle das Epithel verlässt, ist der Otolith bereits gebildet. Die
Wimperrinnen sind nicht eine verdickte (Hertwig), sondern eine ver-
dünnte Parthie des Epithels. Die Ruderplättchen sind durch zahl-
reiche verklebte, ausserordentlich lange Flimmerhaare gebildet; die
dazugehörigen Zellen bilden einen Wulst, das Basalpolster (Chun).
Der Bau der Basalpolsterzellen wurde durch Engelmann und Frenzel
richtig geschildert. Die Verbindung der Ruderplättchen einer Rippe
geschieht bei den Lobaten und Cestus durch Himmerstreifen, die den
übrigen Ctenophoren fehlen. Nach Chun sollten bei diesen die Basal-
polster direct einander berühren. Nur bei Euchlora fand Verfasser
dieses Verhalten. Bei Callianira waren sie 0,2, bei Hormiphora
0,3 mm von einander entfernt. Die Verbindung der Basalpolster
übernehmen dicke, stark lichtbrechende Fasern, die an ihren Enden
direct in die zu äusserst gelegenen Zellen der Basalpolster über-
gehen.
In den Polplatten wurde nur einschichtiges Flimmerepithel ge-
funden, Sinneszellen, die Lendenfeld für Neis angiebt, waren nicht
wahrzunehmen.
Während Hertwig die Tentakel der Ctenophoren aus dem Ekto-
derm ableitete und Kleinenberg die Tentakelanlage für entodermal hielt,
stehen die Beobachtungen Samassa's mit Metschnikoff's Ansicht in
Einklang, wonach die Tentakelaxe aus dem Mesoderm entstehen
sollte. Die sogenannten Greifzellen sind mindestens aus 2 Zellen
zusammengesetzt, von denen die eine den Drüsenantheil, die andere den
Central- und Spiralfaden bildet. Die Homologie der Greifzellen mit
den Nesselzellen der Cnidarier ist daher unhaltbar. Im Tentakel-
apparat von Callianira und Hormiphora sind keinerlei nervöse Ele-
mente zu finden.
Coelenteraten mit Ansschlnss der Spongien und Anthozoen. 289
Ein Einwandern von Entodermzellen in die Gallerte, die dort
zu Muskelzellen werden (Kowalewsky und Chun), findet weder beim
Embryo (Metschnikofi') noch beim ausgebildeten Thier statt. Ver-
fasser schliesst sich daher Metschnikoif an, der annahm, dass die
Zellen der Mesodermstreifen sich in der Gallerte vertheilen und zu
Muskeln umgestalten. Muskeln und Bindegewebsfasern der Gallerte
wurden vielfach als nervös gedeutet. Samassa fand keine nervösen
Elemente in ihr. Auch sonst waren weder Nerven- noch Sinneszellen
zu finden. Der von Hertwig im Ectoderm gefundene Nervenplexus
beruht wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit dem interstitiellen
Gewebe. Verfasser hält es daher für erwiesen, dass die Ctenophoren
kein Nervensystem besitzen. Möglich ist dagegen, dass dünne Ver-
bindungsfasern zwischen den Muskeln Reize übertragen oder dass
dem interstitiellen Gewebe nervöse Function zukommt. Sinneskörper
und Meridianstreifen werden als Vorläufer des Nervensystems be-
trachtet. Den ursprünglichen Zustand stellen die Flimmerstreifen
bei Lobaten und Cestus dar. Sie werden bei Callianira und Hormi-
phora ersetzt durch Fasern, Fortsätze der Basalpolsterzellen, mit
nervenähnlicher Function, während bei Beroe sich bereits besondere
Zellen, Epithelzellen des Basalpolsters, zu Verbindungsfasern um-
wandelten. Diese können eventuell als Nervenfasern aufgefasst
werden.
Nach einer Erörterung der Beziehungen der Ctenophoren zu
zu Cnidarien und Turbellarien kommt Verfasser zu dem Resultat,
dass die Lösung der Frage nach der phylogenetischen Stellung der
Ctenophoren noch aufgeschoben werden muss.
Thiele (79) glaubt behaupten zu dürfen, dass die niedersten
Ctenophoren unter allen Coelenteraten dem Urmetazoon am nächsten
stehen. Wesentliche Aehnlichkeiten der einzelnen Organe bei Spongien
und Ctenophoren sind nur dadurch erklärbar, dass man einfache
Rippenquallen als Stammeltern der Poriferen ansieht. Die als Ur-
schwämme beschriebenen einfachen Formen sind, weil sie wenig
verwandtschaftliche Züge mit den Ctenophoren zeigen, als rück-
gebildet anzusehen. Auch die Cnidarien sind von Ctenophoren
ähnlichen Thieren abzuleiten. Andererseits entwickelten sich aus
Ctenophoren die Polycladen, die den Uebergang von Coelenteraten
zu Bilaterien bilden.
Hatscheck (42) erscheint die Ableitung der Trochophora von
der Medusenform (Kleinenberg) nicht annehmbar; mehr Gründe
sprechen dafür, dass die Ctenophoren der Stammform der Zygo-
neuren nahe stehen. Er leitet die Coelomsäcke und Nephridial-
kanäle der Zygoneuren (Sackgonaden der Scoleciden) von den Gastro-
kanälen der Ctenophoren ab und möchte den Mitteldarm der Zygo-
neuren morphologisch nur mit dem Centralmagen dei' Coelenteraten,
speciell der Ctenophoren, vergleichen. Die aberranten Ctenophoren
Ctenoplana und Coeloplana kriechen wahrscheinlich nicht mit der
aboralen Fläche, sondern mit dem ausgebreiteten Schlünde. Coelo-
plana ist eigentlich noch eine pelagische Form. Die Zone der
A.rch. f. Natuigesch. Jaliig. 1893. Bd.U. H.3. 19
290 Dl'- E. Vanhöffen: Jahresbericht für 1891 inul 1892 etc.
breiten Flimmerplättchen bei Charistephane wird mit dem präoralen
Wimperkranz der Trochopliora verglichen. Beide Bildungen leiten
sich wahrscheinlich von gemeinsamem Typus ab. Die Ctenophoren-
tentakel sind nicht den Primärtentakeln der Trochopliora homolog.
Ob die Trichterebene oder die Schlundebene der Ctenophoren mit
der Transversalebene der Bilateralthiere übereinstimmt, ist nicht zu
entscheiden. Die apicale Sinnesplatte der Ctenophoren wird der
Scheitelplatte der Trochophora homolog sein.
Fossilia.
Nicholson (61) beschreibt: Stromatopora antiqua Nich, & Murie
aus Niagarakalk vonOntario; Stromatopora hudsonica Dawson, die
für St. typica in der Neuen Welt einzutreten scheint und dieser sehr
nahe steht, aus dem Silur von Albany River, Hudsons Bay und
Cape Churchill; Stromatopora sp. (cf. St. bücheliensis Bargatzkyj
aus dem Devon vom Winnipegosis See, Dawson Bay und Snake
Island; Stromatopora sp. (cf. St. Hüpschii Barg.) aus devonischem,
dolomitischem Kalk am Lake Winnipegosis ; Stromatopora Carteri
Nich. aus Silur von Hayes River, Hudsons Bay; Stromatopora bo-
realis Nich. aus Silur von Kattripank auf Oesel; Actinostroma ex-
pansum Hall und Whitf. aus Devon von Rockford, Jova; Actinostroma
Tyrrellii Nich. aus devonischem dolomitischem Kalk vom Winni-
pegosis See, Canada; Actinostroma Whiteavesi Nich. aus Devon vom
Little Red River, Canada; Actinostroma matutinum Nich. aus Chaleur
Group Div. 1, von L'Anse au Gascon, Quebeck; Actinostroma fene-
stratum Nich. aus dolomitischem devonischem Kalk „Pentamerus
Point" am Lake Manitoba und Devon vom Winnipegosis See; Sy-
ringostroma ristigouchense Spencer aus dem Silur von Dalhousie
New Brunswick; Sy^ringostroma nodulatum Nich. und Syringostroma
densum Nich. aus Devon von Kelley's Island, Ohio. Die Structur
der beschriebenen Arten wird durch 3 Tafeln und mehreren Text-
illustrationen erläutert.
Pohlig' (G4) hält auf Grund von Beobachtungen über das Ab-
sterben von Quallen am Strande die von Nathorst als Quallen-
ausgüsse beschriebenen Reste eher für alles andere als für fossile
Medusen. Er bildet dann Medusites atavus n. sp. ab aus einem
Steinbruch im Rothliegenden am Nordfusse des Gottlob bei Friedrichs-
roda, der nicht mehr in Betrieb ist. Ueber die systematische Stel-
lung des Fossils ist nichts Positives zu sagen, nur dürfte sicher
sein, dass es nicht zu den Rhizostomen gehört.
Mobere; (60) beschreibt Clonograptus tenellus Linnarsson und
zwei neue Graptolithen: Bryograptus (?) Hunnebergensis n. sp. und
Bryograptus (?) sarmentosus n. sp. und Grurloy (38) berichtet über
neue Arten von Graptolithen aus den Schiefern von Arkansas,
Bericht
über
die Leistungen in der Spongiologie während der Jahre
1895 und 1896.
Von
Dr. W. Weltner.
Inhalt
Recente Spongien.
ecenie töpunyien.
Litteraturverzeichniss p. 291.
Allgemeines p. 297.
Methode p. 298.
Schwammzucht und Schwammgewinnung p. 299.
Anatomie und Histiologie p. 302.
Nadelnomenclatur p. 304.
Physiologie p. 305.
Ontogenie p. 309.
Phylogenie p. 313.
Systematik und Faunistik p. 315.
Allgemeines. Calcarea. Triaxonia. Tetraxonia. Monaxonia.
Ceratospongiae. Besondere Faunen. Neue Genera, Species,
Varietäten und Synonymie.
Atteratur über fossile Spongien.
Li
Litteraturverzeichniss.
Allen, E. J. (1). Report on the Sponge Fishery of Florida
and the Artificial Culture of Sponges.
Journ. Marine Biol. Assoc. Unit. Kingdom N. S. 4, p. 188 — 194.
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and the Artificial Culture of Sponges.
Das. p. 289— 292. 189G.
Bidder, G. P. (1). Porifera. Zool. Jahresbericht (P. Mayer)
für 1894. 12 p. 1895.
19*
292 ^i'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
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— (3) Note on Projects for the Improvement of Sponge-
Fisheries. Journ. Marine Biol. Assoc. N. S. 4, p. 195—202. 1896.
Plymouth.
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— (2) Kalkschwämme von Ternate (Molukken) nach den Samm-
lungen Prof. W. Kükenthal's. Vorl. Mitt.
Das. p. 433-435. 1896.
— (3) Amphoriscus semoni, eine neue Art heterocoeler Kalk-
schwämme. Vorl. Mitt.
Das. p. 435— 436. 1896.
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294 Dr- W. Weltner: Bericht über die Leistnugen
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bis 394. 1896.
— (5) Referat der Arbeiten von Allen, Report on the Sponge-
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Das. p. 688— 690. 1896.
— (6) Die Berechtigung des Gattungsnamens Homandra. Zool.
Anz. 19. Bd. p. 495—96. 1896.
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Das Resultat dieser Arbeit ist dasselbe, wie das der unter etwas
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Bericht 1894.
in der Spongiologie währeud der Jahre 1895 und 1896. 295
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p. 178—180 ungarisch, p. 238—240 deutsch, Taf. 3. 1895.
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— (6). Der Bau des Süsswasserschwammes. Das. p. 277 — 285.
7 Fig.
Allgemeines.
Das Kapitel Schwämme in Keller's Leben des Meeres schildert
den Bau der Spongien, die Skeletelemente , die Farbstoffe und die
Fortpflanzung. Sodann werden die einzelnen Ordnungen besprochen.
Die beigegebene Tafel in Farbendruck enthält einige Spongien des
roten Meeres (Grösser und besser in Keller's Spongien des rot. Meeres
1889 und 1891).
Granger's Uebersicht der Spongien Frankreichs beginnt mit
einer historischen Einleitung. Es folgen die Kapitel über den Bau
eines Schwammes, die Entwickelung, Wohnorte, Nutzen, Schwamm-
zucht, Sammeln und trockene Aufbewahrung, Determitation einer
298 D>* W. Weltner: Bericht über die Leistungen
SjDongie. Die häufigsten Formen werden erläutert und durch Ab-
bildungen illustrirt. Die Schilderung ist populär gehalten.
Blick {\) stellt aus der Litteratur das wichtigste über das
Fischbrod des Bodenseees zusammen und bemerkt, dass hier noch
heute wie vor einem Jahrhundert unter dieser Bezeichnung Spongillen
verstanden werden, welche aber nicht blos in der Tiefe des Sees leben,
wie Wartmann angegeben hatte. Nach Bück bezeichnet man in der
Schweiz mit Fischbrod übrigens auch den auf den See gewehten
Blüthenstaub der Nadelgewächse.
Methode.
Zur Konservirung von Spongien und anderen wasserhaltigen
Meeresthieren wendet Hornell eine 57o Lös. des käufl. 407o Formalins
an. Im allgemeinen nimmt man bei Meeresthieren 2 — 8% Lösungen,
am praktischsten nicht unter 37o- Für Schwämme ist Konservierung
in Formol für histol. Zwecke weniger gut als eine gute Konservirung
in Alkohol. Mangelhaft in Alkohol präparirte Stücke sind aber
weit schlechter, als solche, die mit Formahn konservirt sind. Für
ganze Spongien ist Formalin dem Alkohol vorzuziehen, da es nicht
schrumpfend wirkt und die oft vorhandene Oberhaut vorzüglich er-
hält. Die lebhaften Farben der Spongien wurden aber mit Formalin
schnell ausgezogen, Crustaceeen dagegen behalten ihre Farben gut.
Pintnerhat „Suberites domunc. massa, Clathria corall., Aplysina
aeroph. etc" unter Erhaltung von Form und Farbe in 1% Formal-
dehydlösung mit bestem Erfolge conservirt. Die Präparate, welche
erst einen Monat alt sind, haben sich in diesem Zeitraum unverändert
gehalten. Auch die nachfolgende Färbung und Entwässerung behufs
Einschliessen in Canadabalsam lassen in Formol konservirte Objekte
nach P. zu. — Hierher Bogdanow, dessen russisch geschriebene
Arbeit mir unverständlich ist.
Bück (1) führt drei Arten von Süsswasserschwämmen aus dem
Bodensee aus 25 — 31 m Tiefe an und behandelt ihre Zucht im
Aquarium, \velches stark durchlüftet wurde. Als Futtermittel erwies
sich als das beste ein Aufguss von aufgeweichtem faulenden Salat,
in dem es in kürzester Zeit von Infusionsthieren wimmelt (s. Bericht
1892-94, p. 192.
Um gleichmässig gefärbte Schwämme, die beim Konserviren in
Alkohol ihre Farbe verlieren, wie z. B. die grüuen Spongillen, zum
Zwecke einer Konservirung künstlich zu färben, hatte Referent
(Sitz. Ber. Ges. Naturf. Freunde Berlin 1892 p. 58) vorgeschlagen,
die lebenden Schwämme mit einer passenden Farbstofflösung zu
füttern, er hatte mit Erfolg Chromgrün verwandt. Bruim schlägt
jetzt vor, die in Alkohol abgetöteten Objekte in eine wässerige
FarbstofQösung zu legen, in der sie sich rasch hinreichend damit
imprägniren.
Ein beim Händler gekaufter Badeschwamm wird mit Wasser,
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 299
dem etwas Salzsäure zugesetzt ist, gereinigt. Das Seifigwerden der
Schwämme wird dadm-ch verhütet, dass man sie stets gut ausdrückt
und etwa alle vier Wochen in heissem Wasser, worin etwas Soda
gelöst ist, gut durchknetet. Weltner (4).
Bück (2) empfiehlt, in Gemmulae übergegangene Schwämme
aus dem Wasser zu nehmen und zu trocknen und sie im Frühjahr
wieder ins Aquarium zu bringen. Gemmulä, die an Wasserpflanzen
oder Steinen haften, also nicht fortgeschwemmt werden können,
kann man indessen ruhig im Aquarium belassen. Schwämme, welche
man stets bei gleicher Wassertemperatur hält, gehen keine Gem-
mulabildung ein, sondern überwintern.
Zum Studium eines lebenden Kalkschwammes empfiehlt
Bidder (2) Sycon comjjressum, von dem dünne Schnitte bei Leitz,
Oelimmers. Vi 2 die Kragen und Geissein der bei dieser Spongie
allerdings sehr grossen Kragenzellen deuthch zeigen. Der genannte
Schwamm lebt bei Plymouth zur Ebbezeit 1 — 2 Stunden vom Wasser
entblösst, er hat während dieser Zeit nur dasjenige Wasser, welches
in seinem Körper suspendirt ist. Man kann daher den Schwaunn
aus dem Wasser nehmen und Schnitte anfertigen, welche lebend
untersucht werden können, da die Geissein noch 2 — 2'/2 Stunden
lang schlagen, allerdings wird die Gestalt der Kragenzellen schon
nach einer Viertelstunde verändert. Konservirte Stücke nach der
Paraffinmethode geschnitten zeigten eine Kontraktion der Zellen von
5 : 4 (linear) im besten Falle. Verf. macht genaue Angaben über
Veränderungen, welche die Kragenzellen bei der Konservirung und
der Herstellung von Schnitten erleiden, sowie über Konservirung
und Färbetechnik (p. 33 - 39).
Schwammzucht und Schwammgewinnung.
Die Schwammfischerei bei Batabano auf Cuba wird nach dem
amtlichen Berichte von Graells von 180 Fischern betrieben; das
Gebiet, auf dem Spongien leben, umfasst ca. 8000 Quadratmeter
Die Einwohner Batabanos sind der Ansicht, dass sich die Schwämme
während des ganzen Jahres hindurch geschlechtlich fortpflanzen.
Die Schwammfischerei ist vom 1. Febr. bis 31. Mai untersagt. Die
Fischer unterscheiden c^ und ? Schwämme (!), von beiden werden
elf Sorten unterschieden. Verf. macht genauere Angaben über die
Methode der Fischerei und der Reinigung der Schwämme, und
druckt das Reglement der Schwammfischerei auf Cuba ab. Die
jährliche Ausbeute an Spongien betrug nach Angabe der Fischer
im Jahre 1891: 560000 Frcs.
Nach Allen (1) wurden Badeschwämme in Amerika bis zum
Jahre 1850 aus dem Mittelmeer und den Bahamainseln bezogen.
Erst seit 1850 datirt die Schwammfischerei in Florida. Zur Zeit
sind die Insel Key West und die Stadt Apalachicola die Haupt-
plätze dieser Industrie. Man unterscheidet in Florida: Sheepswool
300 ^^- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
(Hipposp. eqviina var.), Glove (der Eusp. offic. entsprechend, aber
unter den amerikanischen Schwämmen der am wenigsten wertvolle),
dann zwischen Sheepswool und Glove stehend: Velvet (Hipposp.
equina var.), Yellow und Hard-head (beides var. von Eusp. zimocca),
Grass (Spongia graminea, wahrscheinlich eine var. von Eusp. offic,
aber von geringem Werte). Von allen diesen 6 Sorten ist der
Sheepswool die wertvollste. Die Schwämme werden in Amerika
nicht durch Taucher, sondern mit der Gabel gefischt, man bedient
sich zum Aufsuchen der Schvv'ämme des Sponge-glass. Verf. macht
einige Angaben über die Art des Fischens und der Reinigung der
Schw^ämme. Auch in Amerika werden die Schwämme gekalkt
(liming) und dann getrocknet, um ihnen eine hellere Farbe
zu geben, wodurch der Wert der Waare erhöht wird. Dieser
Process muss sehr sorgfältig geschehen, damit nicht die Haltbarkeit
des Schwammgewebes Einbusse erleidet. Verf bespricht dann die
von Schmidt & Buccich in's Leben gerufene künstliche Schwamm-
zucht und die Erfolge, welche seit der Zucht in Florida erzielt sind
(nach Ratbun's Bericht von 1887, da neuere Experimente in Florida
seitdem nicht vorliegen).
Allen (2) theilt mit, dass M. Monroe in der Biscayne Bay auf
Florida von 1889 — 91 künstliche Schwammzucht getrieben hat.
Genannte Bucht war durch ihre verschiedenen Bodenverhältnisse
besonders günstig für diese Versuche. Monroe verfuhr wie folgt:
er schnitt je einen Schwamm in etwa 25 Stücke und befestigte jedes
Stück von 1 Kubikzoll Gi'össe in verschiedener Weise im Meere.
Er fand, dass sich zur Zucht am besten der Sheepswoolschwamm
eignete, von welchem Theilstücke unter günstigen Umständen in
sechs Monaten die doppelte Grösse erreichten, so dass bis zwei
Jahre genügen würden, um einen marktfähigen Schwamm zu er-
halten. M. ist der Ansicht, dass unter staatlichem Schutz und mit
besseren Methoden in Florida Schwammzucht mit Erfolg betrieben
werden könne, er selbst hat seine Versuche nicht weiter fortgesetzt.
Bidder (3) untersucht in seinem Aufsatze zur Förderung der
Schwammzucht zwei Hauptfragen: Uebertrifft das Gesammtwachstum
der Theilstücke eines Schwammexemplares diejenige Grösse, welche
der ungetheilte Schwamm in derselben Zeit und bei gleichen Bedin-
gungen im Meere erreicht? Sind ferner die nach Buccich's Methode
gezüchteten Schwammstücke besseren oder schlechteren Wachsthums-
bedingungen ausgesetzt als die am Meeresgrunde wachsenden Schwäm-
me? Verf. beantwortet die erste Frage verneinend, er verlangt
genauere Untersuchungen über das Alter, welches Badeschwämme
erreichen, über ihre Grössenzunahme und über die Grösse, welche
die Schwämme überhaupt erlangen. Zur zweiten Frage macht B.
Vorschläge zur Verbesserung der von Buccich erdachten Methode
der Schwammkultur; er ist der Ansicht, dass sich Mittelmeerspongien
nach den Bahamas transportiren und hier anpflanzen lassen, Verf.
giebt hierzu Anweisungen; er glaubt aber, dass wenn sich die
Schwämme in Westindien fortpflanzen würden, sie doch nicht die-
in der Spongiologie während der Jahre 1895 imd 1896. 301
selben werthvollen Eigenschaften der Mittelmeerscliwämme bewahren
würden, welche an Güte den Bahamaspongien weit überlegen sind.
Diese Ansicht theilt Lendenfeld nicht, sondern glaubt, das die
Aenderung äusserer Umstände auf die in Florida eingeführten Schwäm-
me keine so bedeutende Wirkung haben würde, dass aber diese
Schwämme im Konkurrenzkampfe mit dem, den dortigen Verhält-
nissen gewiss viel besser angepassten einheimischen minderwerthigen
Spongien unterliegen müssten, natürlich könnten aber mediterrane
Schwämme in den Bahamas künstlich gezüchtet werden. L. meint,
dass ein junger unverletzter Badeschwamm in besonders günstige
Umstände gebracht, um ein vielfaches schneller wachsen würde als
die Buccich'schen Theilstücke. Bidder (1) berührt noch kurz die
Frage nach einer Schonzeit in der Schwammfischerei und bemerkt,
dass F. E. Schulze bei Lesina den feinen Badeschwamm (Eusp.
offic.) das ganze Jahr hindurch in geschlechtlicher Vermehrung an-
traf. Bidder giebt ein ausführhches Litteraturverzeichnis über
S ch wammzucht.
Nach dem Bericht von Smith ist die ßiscayne Bay (SO Florida)
reich an Badeschwämmen, die hier schon seit vierzig Jahren gefischt
werden. Es finden sich hier, nach ihrer Güte geordnet, der Sheeps-
wool, der Yellow und der Grassschwamm, welche alle von feinerer
Qualität und schnellerem Wachsthum sind, als die auf den Riifen
(diese liegen zwischen Key West und Cape Florida) wachsenden.
Das spezif. Gewicht des Wassers betrug 1,023, in Wasser von ge-
ringerem Gewicht kommen Schwämme nur in geringen Mengen vor.
Wie die Versuche von Munroe bewiesen haben, eignet sich die Bai
erstens ganz vorzüglich für die künstliche Aufzucht von Bade-
schwämmen, zweitens ergab sich, dass die in das Meer eingesetzten
Schwammschnittstücke in den ersten Monaten nicht wachsen, dass
aber, sobald das Wachstum des Schwammes beginnt, die Grössen-
zunahme eine sehr rapide ist, so dass schon nach 8 — 10 Monaten
(vom Einsetzen des daumendicken Schwammstückes an gerechnet)
marktfähige Schwämme von 5 Zoll Durchm. erhalten werden. Leider
hat Mr. Monroe seine Zucht in Folge mangelnden Schutzes gegen
Zerstörungen und wegen fehlender Hülfe, die Versuche fortzusetzen,
aufgeben müssen. Der auf diesen Aufsatz von Smith folgende
Bericht von Monroe behandelt dessen Methode der künstlichen
Schwammzucht ausführlicher. Refer. hebt daraus hervor, dass
bisher die richtige Art und W^eise, wie die Schwammstücke im
Meere anzubringen sind, noch nicht gefunden sei und dass die ein-
gesetzten Stücke unter günstigen Umständen in 6 Monaten um das
Doppelte wachsen und in 18 Monaten bis zu zwei Jahren markt-
fähige Schwämme ergeben.
Die Arbeit von Leonardi hat Ref. nicht gesehen.
Ueber Zucht von Süsswasserspongien in Aquarien s. Methode
und Physiologie.
302 Dl'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Anatomie und Histiologie.
ßidder (2) hat den Bau der Kragenzellen von heterocoelen
Calcarea genau untersucht. Sie sind im normalen Zustande kurz
und tonnenförmig mit cylindrischen Kragen, welche niemals mit
einander verbunden sind. In gewissen pathologischen Zuständen
erscheinen die Zellen sehr verlängert und der Durchmesser des
Kragens ist verringert, in solchem Zustande können die Kragen mit
einander in Kontakt sein. In gewissen anderen pathologischen Zu-
ständen ist das Kollare verschwunden, kann aber offenbar regenerirt
werden. Dergleichen Veränderungen stehen nicht im Zusammen-
hange mit der Aufnahme der Nahrung. Verf. findet ferner, dass
bei der Nahrungsaufnahme die Kragenzellen nicht in das Innere
rücken; eine solche Einwanderung scheint aber bei aussergewöhnlich
krankhaften Zuständen stattzufinden. Das Kollare besteht aus un-
gefähr 30 parallelen Stäbchen, welche durch eine Membran mit
einander verbunden werden; die Geissei ist bis zum Nucleus zu
verfolgen und mit dessen Hüllmembran verbunden. Zwischen den
Kragenzellen ist eine Interzellularsubstanz nachweisbar. Im Kragen
scheint sich eine Sphinktermembran zu befinden. Bidder kommt
wie Lendenfeld und Vosmaer nun auch dahin, dass die Sollas'sche
Membran ein Kunstprodukt ist. B. beobachtete bei einem Acan-
thella stipitata ähnlichen Schwämme Kammern von nur 0,006 bis
0,008 mm Durchmesser ! Zur Bezeichnung der verschiedenen ZeUe-
lemente wendet er die Ausdrücke Ectocyte, Mesocyte, Endocyte und
Gonocyte an.
Schulze (1 u. 2) findet bei Hyalonema masoni n. sp, und einer
nicht näher bestimmbaren Lyssacine kleine Kieselkugeln, gleich
denen von Pheronema gigant. Schulze 1893. Ref. will hier be-
merken, dass er ähnliche „Kieselperlen" öfter bei Ephydatia fluv.
gefunden hat. Schulze (2) macht weiter Mitteilungen über den
Skeletbau von Euplectella oweni und konnte bei Eupl. aspergill,
Graphiocome und bei Eupl. jovis Oxystauractine nachweisen.
Topsent (1) unterscheidet bei den Carnosa (s. Systematik) drei
verschiedene Anordnungen des Kanalsystemes: euryphyles, aphodales
und dolichodales. Das diplodale verwirft er, es existire bei den
Spongien überhaupt nicht. Die Unterscheidung der beiden Typen
aphodal und dolichodal basirt bei Topsent nur auf der ver-
schiedenen Länge der (allerdings nach dem verschiedenen Wasser-
füllungszustande der Spongien in ihrer Ausdehnung sehr verschieden
langen Ref.) Abfuhrskanäle: aphodal mit kurzem, dolichodal mit
langem und engen ausf. Kanal z. B. Chondrosia. Die euryphylen
Kammern haben keinen besonderen Abfuhrskanal. Schulze (3)
legt die Behauptung Topsent's von der Nichtexistenz eines diplo-
dalen Kammersystems ad acta, indem er photographische Bilder
von dünnen Schnitten von Corticium candel., Chondrilla nucula und
Oscar, lobul. genauer erörtert. Topsent (1) hält die Bezeichnung
Subdermalräume (cavites superficielles von Delage) für unzutreffend,
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 303
statt derselben unterscheidet er cavites preporales und intracorticales,
erstere liegen unter dem Ectosom, letztere sind im Ectosom selbst
liegende Lakunen. Wenn eine einporige Chone in gerader Richtung
von dem Stomion zur Pore oder zur präporalen Höhle hinabsteigt,
so ist eine solche Chone eine direkte oder Euthuchone; die indirekten
Verbindungen der cribriporalen Stomions werden Plagiochone ge-
nannt, doch kommen auch hier Euthuchone vor. Diese beiden
Termini lassen sich auch auf die ausführenden Chone in Anwendung
bringen: eine solche mit einem Proction von Chondrosia renif. oder
Caminus vulc. ist ein Euthochon, die mit mehreren von Geodia
ebenfalls; dagegen die von Ancorina ein Plagiochon. Verf. macht
genauere Angaben über die Anatomie und Histiologie seiner Carnosa
(die einzelnen Arten siehe unten unter Systematik).
Weltner (6) hat den Bau von Spongilla (Ephydatia) fluviatilis
untersucht und giebt eine kurze Schilderung desselben. Das netz-
förmige Skelet besteht aus derberen Haupt- oder Längsfasern und
dünneren Verbindungs- oder Qnerfasern, die Anzahl der Nadeln,
welche die einzelnen Bündeln der Längsfasern bilden, beträgt 12
und mehr; die Querfasern bestehen aus 1 oder 2 — 6 Nadeln. Bei
Ephyd. fluv. ist die Kittsubstanz gering, sie findet sich meist nur
an den Enden der Nadelbündel, bei Eusp. lacustris sind dagegen die
Nadeln der Längsfasern wie bei Chaliniden ganz in der Spongiolin-
masse eingebettet. Das ganze Gerüst ruht auf einer basalen Spon-
giolinplatte, die sich der Unterlage eng anlegt und oft noch Kerne,
die Reste der Bildungszellen der Membran, erkennen lässt. Verf.
stellte das relative Gewicht des kieseligen Skelets einer Ephyd. fluv.
fest, das Gewicht aller Nadeln betrug Vis des Gewüchts des lebenden
Schwammes. Von dem unter der Oberhaut gelegenen grossen Sub-
dermalraum gehen die Einfuhrskanäle senkrecht oder schief in den
Schwammkörper hinab und verzw^ eigen sich hier derart, dass das
ganze innere Parenchym nur ein Balkennetzwerk mit grossen und
kleinen Kanälen darstellt. Die Geisseikammern liegen den Einfuhrs-
kanälen seitlich überall an und haben 3—5 Einlassporen und eine
grosse Ausfuhrsöffnung, die ersteren öffnen sich gewöhnlich in einem
einzigen Zufuhrskanal, sie können aber auch mit mehreren in Ver-
bindung stehen. Der abführende, direkt mit der Kammer in Ver-
bindung stehende Kanal ist gewöhnlich grösser als der einführende.
Die Abfuhrskanäle vereinigen sich entweder in einer Kloakenhöhle,
die mit einem grossen Loch an der Schwammoberfiäche endet, oder
sie münden hier getrennt von einander in besonderen Ausströmungs-
bezirken von oft sternförmiger Gestalt. Stets durchsetzt das Kloaken-
rohr oder der subdermale sternförmige Ausströmungsbezirk den
Subdermalraum mit geschlossener Wandung. Verf. betont, dass die
Ein- und Ausfuhrkanäle stets durch die Geisseikammern getrennt
sind, und dass eine solche Abbildung vom Kanalsystem des Süss-
wasserschwammes wie sie Goette Taf. 5 1886 gegeben hat, un-
richtig ist. Die Haut besteht aus drei mitunter vier Schichten:
äusseres Epithel, Bindegewebsschicht und inneres Epithel, die unter
304 Dr. "W. Weltner: Bericht über die Leistungen
der mittleren Schicht gelegene hyaline Membran (vierte Schicht) ist
als Produkt der Bindegewebsschicht aufzufassen. Letztere besteht
aus hyaliner Grundsubstanz mit darin drei Sorten von Zellen: Zellen
mit einem Inhalte von fast gleich grossen Körnern, die den Zellleib
fast ganz erfüllen, mit einem Kern und ohne ein Kernkörperchen,
hier und da begegnet man Zellen, in deren Kern man einige Nucleoli
beobachtet; Zellen mit einem Inhalte von ungleich grossen, groben
und feinen Körnchen, mit Kern und grossem Nucleolus; Zellen
mit einem Inhalte von ungleich grossen Körnchen, die Körner
sind feiner als vorher, ein Kern ist vorhanden, das Kern-
körperchen fehlt, gelegentlich findet man mehrere kleine Nucleoh.
Diese Zellen tragen meist lange Ausläufer, mit denen sie oft unter
einander verbunden sind; die Gestalt der Zellen ist sehr verschieden,
im allgemeinen langgestreckt oder sternförmig, sie bilden die
Hauptmasse der mittleren Schicht der Haut. Die hier kurz charak-
terisirten Zellen sind keine starren Gebilde, sondern ändern ihre Form
und ihre Lage in der Grundsubstanz. Vermittelst ihrer Fortsätze
sind sie im Stande, sich miteinander zu verbinden; an konservirten
Schwammstücken sieht man solche Verbindungen besonders deutlich
bei den Zellen der dritten Gruppe. Am lebenden Schwämme beobachtet
man, wie sich die Verbindung zweier Zellen wieder löst und wie
sich die Fortsätze mit anderen Zellen wieder vereinigen. Als seltenes
Vorkommen fand Verf. auch porenlose Geisseikammern in der Haut.
Das Osculum besteht in seinem proximalen Theile ebenfalls aus 3
Schichten, im letzten distalen Ende nur aus den beiden Epithelien.
Die Sub dermalräume sind von Plattenepithel ausgekleidet; ganz
dünne, nadelfreie Parenchymbalken, welche diese Räume durchsetzen,
entbehren eines sie umkleidenden Epithels. Der Bau der mittleren
Schichte (Bindesubstanzschichte) des inneren Balkennetzwerkes wird
absichtlich in dem Zustande beschrieben, in dem sich der Schwamm
nach der Periode der geschlechtlichen Fortpflanzung befindet; von
Geschlechtsprodukten und den sie begleitenden Zellformen kommen
bei der Ephydatia fluviatilis des Tegeler See Eier auch in allen
Wintermonaten vor. Verf. findet auch im inneren Parenchym die
drei aus der mittleren Hauptschichte genannten Zellformen. Von
ihnen führen nur die ungleichkörnigen Zellen mit Kern und deut-
lichem Kernkörper die Zoochlorellen resp. die braunen Pigmentkörner.
Die Geisseikammern haben einen Durchmesser von 0,028 — 0,05 mm
Die Zellen der Kammer stossen entw^eder dicht aneinander und sind
dann mehreckig oder sie werden durch die hyaline Grundsubstanz
von einander getrennt und sind dann gerundet. In den Kragenzellen
konnte Verf. die Geissei bis an den Kern hin verfolgen, wie es schon
Bidder bei Kalkschwämmen beobachtet hatte.
Nadelnomenclatur.
Deudy nennt Microtylota solche Microsclere, welche die
Gestalt eines langen dünnen an beiden Enden geknöpften Schaftes
haben.
in der Spongiologie während der Jahre 1895 nnd 1896. 305
Hanitsch (3) bezeichnet die wnrstförmigen, gedornten Micro-
sclere von Physacophora als Selenaster. Sie unterscheiden sich von
den Sterrastern hauptsächlich dadurch, dass alle Strahlen von einer
Linie ausgehen, bei den Sterrastern vom Centrum der Kugel.
Schulze (1) entdeckt bei Hyalonema alcocki bilateral-
symmetrische Amphidisken, die er Paradiske nennt.
Derselbe Autor (2) führt für die besondere Form der paren-
chymalen Hexaster von Regadrella phoenix und Aphrocallistes
ramosus den Terminus Onychaster ein, ferner für die mit Glocken-
form endenden Strahlen der Hexaster von Dictyaulus die Be-
zeichnung Codonhexaster und für zwei neue Nadelformen desselben
Schwammes die Namen Drepanocom und Sigmatocom.
Unter Exotyl begreift Topsent (4) stabförmige Nadeln, deren
distales Ende differenzirter als das proximale ist und sich als
Defensivspikula im Ektosom von Pozziella und Gomphostegia finden.
(Die Bezeichnung der Lage von Nadeln sollte nicht mit der Form-
bezeichnung verbunden werden: Exo u. Tyl).
Physiologie.
Nach den Untersuchungen von Vogel (Gelehrte Anzeigen,
München, No. 157 u. 158) ist das Jod in den Spongien in der Haupt-
sache nicht in Form von Jodiden enthalten, sondern in organischer
Verbindung. Von den Schwämmen enthält der Badeschw. nur sehr
wenig Jod, weit mehr wies Hundeshagen bei tropischen und sub-
tropischen Aplysiniden und Spongiden nach, daneben kommen noch
beträchtliche Mengen von Brom und Chlor vor. H. fand bei Luffaria
cauliformis Gart, im Horngerüst 8 — 10% J-? bei einer Aplysina
(compressa?) 9 — 10% J-, bei Verongia plicifera 11 — 14% J. und in
der eingetrockneten Fleischmasse des zuletzt genannten Schwammes
10% J. ; bei allen diesen Spongien fand H. noch 1 — 27o Brom und
Chlor, welche wie das Jod organisch gebunden waren. Nach den
bisherigen Untersuch, von H. scheint eine grössere Menge Jod nur
bei bestimmten Arten vorzukommen; bei den Aplysiniden der
tropischen Meere war ein hoher Jodgehalt vorhanden, bei der
Aplysina aeroph. nur Spuren davon. Das Skelet der Jodspongien
(das sind die Spongien mit reichem Jodgehalt) enthält lufttrocken
11 — 12% N. , die Asche, aus den nicht zu beseitigenden Ver-
unreinigungen und den Kalk- und Kieselnadeln der Hornfasern be-
stehend, beträgt 4— 67() und besteht zu etwa DO^/o aus Calcium-
carbonat, der Rest ist Kieselsäure und gei-inge Mengen Alkalisalze.
Die Hornsubstanz verhält sich gegen chemische Agentien wie folgt:
„1. Beim starken Erhitzen für sich verkohlt sie, indem sie sich
bläht, unter Entwicklung deutlich violett gefärbter empyreumatischer
Dämpfe, die Jodgeruch verbreiten.
2. Durch Wasser wird sie, selbst beim Kochen, nur wenig
angegriffen, es lösen sich vorwiegend amidartige Stoffe mit nur
Arch. f. Natuigeseh. Jalirg. 1893. Bd.U. H.3. 20
306 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Spuren von Jodverbindungen. Bei erhöhter Temperatur und unter
Druck bewirkt Wasser mehr oder weniger vollständige Auflösung,
doch werden die jodorganischen Verbindungen unter Abspaltung
von Jodammonium u. s. w. zum grössten Theil zersetzt.
3. Organische Extractionsmittel, Alkohol, Aether, Chloroform
und dergl. lösen nur geringe Mengen Substanz mit Spuren von Jod.
4. Mit conc. Schwefelsäure im Reagenzrohr erhitzt, löst sich
die Schwammsubstanz unter Schäumen, Schwärzung und Ausstossen
violetter Joddämpfe, die sich an den kühleren Stellen des Glases
zu glänzenden Kryställchen verdichten. In ähnlicher Weise wirken
conc. Salzsäure und Salpetersäure.
5. Verdünnte Mineralsäuren lösen die Hornsubstanz bei fort-
gesetztem Kochen, unter allmähhcher Entbindung von Jodwasserstoff
und eigenthümlich riechenden anderen Jodverbindungen und unter
Verflüchtigung von Ameisensäure, Essigsäure, anderen Fettsäuren
und etwas Schwefelwasserstoff.
6. Alkalilaugen, Barytwasser und dergl. lösen die Substanz
beim Erwärmen ziemhch leicht bis auf einen Rest von 5 — 7% unter
Entwickelung von 2 — 3,57o Ammoniak. Aehnlich, aber weniger
stark lösend, wirkt Ammoniakwasser. Nach dem Absättigen der
Base durch Kohlensäure und Ausziehen des Trockenrückstnndes
mit Alkohol erhält man ein Extract, das beim Eindampfen eine
amorphe syrupöse Masse zurücklässt, welche viel Jod in organischer
Verbindung enthält und mit Millon's Reagenz eine starke Reaktion
auf Tyrosin giebt.
7. In der alkalischen Lösung der Spongiensubstanz erzeugt,
nach der Uebersättigung mit Salpetersäure, Silbernitratlösung nur
einen geringen Niederschlag von Halogen- und vSchwefelsilber; das
organisch gebundene Halogon wird nicht gefällt. Bei anhaltendem
Erhitzen der sauren Lösung, oder Eindampfen, besonders auf Zusatz
von rauchender Salpetersaure, tritt Zersetzung ein, und das organisch
gebunden gewesene Halogen scheidet sich ganz oder nahezu voU-
ständio; in Form von Jodsilber, vermischt mit etwas Brom- oder
Chlorsilber ab.
8. Wird die alkalische Lösung der Spongiensubstanz genau
neutralisirt und dann mit Silbernitrat im Ueberschuss versetzt^ so
lässt sich alles Jod als organisches Silbersalz, allerdings stark ver-
mischt mit andern organischen Silbersalzen, ausfällen. Bei frac-
tionirter Fällung sind die ersten Niederschläge am reichsten an
Jodvei'bindungen. Sämmtliche Niederschläge sind, bis auf eine Ver-
unreinigung mit Schwefel- und Halogensilber, leicht löslich in ver-
dünnter Salpetersäure. Auch durch Lösungen anderer Schwermetalle,
wie Kupfer und Blei, lassen sich in Salpetersäure lösliche jod-
organische Salze fällen."
9. „Eine eigenartige Zersetzung unter Verflüchtigung von Jod-
verbindung scheint die Jodspongiensubstanz zu erleiden, wenn sie
der Wirkung gewisser Fermente unterliegt." H. erörtert einen Ver-
such in dieser Richtung und weist darauf hin, dass die von ihm
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 307
mitersucliten Jodspongienskelete , welche meist mehr oder weniger
ausmacerirt waren, von dem ursprünglich in ihnen enthaltenden Jod
schon einen Theil verloren hatten d. h. von Natur noch jodreicher sind.
10. „Bei der Zersetzung der Jodspongiensubstanz wurden als
organische Spaltungsprodukte erhalten: Glycocoll, Leucin, Tyrosin
und möglicherweise noch andere Amidosäuren; ferner, wohl sekundär
auftretend, niedere Fettsäuren und Ammoniak. Unter diesen ist das
Tyrosin besonders bemerkenswerth , da es bei der Spaltung des
gewöhnlichen Spongins nicht erhalten wird. Jod, bez. Jodwasserstoff,
und Schwefelwasserstoff treten als sekundäre anorganische Spaltungs-
produkte auf."
Es gelang Verfasser nicht, die organische Verbindung, in welcher
Jod in dem Spongin enthalten ist, abzuscheiden, da diese Jod-
verbindungen sehr leicht zersetzbar sind. Verf. nimmt an, dass diese
letzteren jodirte Amidosäuren sind und zwar Jodamidofettsäuren
oder Jodtyrosine oder beiderlei zugleich; neuerdings hat wie H.
mittheilt, Drechsel in Bern aus jodhaltigen Seethieren auch wirklich
jodirte Amidofettsäure in krystallisirter Form erhalten.
„Als natürlicher jodorganischer Komplex muss demnach wohl
ein jodirtes sponginähnliches Albuminoid angenommen werden. Ich
möchte dieses zur Unterscheidung von der jodfreien Hornsubstanz
der Ceratospongien, dem gewöhnlichen Spongin, als „Jodospongin"
bezeichnen, obwohl es, da ja in den Zersetzungsprodukten der
Schwammsubstanz Tyrosin nachgewiesen wurde, vielleicht nicht direkt
vom gewöhnlichen Spongin sich ableitet, mit dem es aber, entsprechend
dem sehr verschiedenen Jodgehalt der Ceratospongien, in den ver-
schiedensten Mischungen vorkommt. Die das Jodospongin begleitenden
Brom und Chlor enthaltenden Komplexe der Hornsubstanz wären
dann als Bromospongin und Chlorospongin zu unterscheiden."
Verf. vergleicht zum Schluss den Jodgehalt des Tanges mit
dem der Jodspongien. Nach der vollkommensten Methode der Ver-
arbeitung der Tange erhält man aus 1 Million Kilo Tang 1300 Kilo
Jod, das ist ein Durchschnittsgehalt von 0,13% Jod. Dagegen beträgt
der Jodgehalt der gehaltsreicheren Jodspongien 8 — 14% J-? also
im besten Falle mehr als 100 mal so viel als beim Tang. H. be-
rechnet, dass in I gr. trockenen Spongins das Jod aus mindestens
130 Liter des Meerwassers aufgespeichert sind, während 1 gr. Tang-
substanz nur das Jod aus 1,3 Liter gebunden enthält.
Eine technische Ausbeutung der Jodspongien ist bei ihrer ge-
ringen Anzahl und ihrem geringen Wachsthum nur durchführbar,
wenn es gelingt, die Schwämme in flachem, ruhigem Meeresbecken
zu züchten.
Buck (1) macht Mittheilungen über die Farbe der Spongillen
des Bodensees, ihr Wachsthum und ihre Vermehrung im Aquarium.
Die Farbe von Spongilla fragilis und Ephydatia mülleri ist im
Leben fleischroth, ein solches Kolorit ist bisher bei keinem Süsswasser-
schwamm beobachtet worden ; im Aquarium wurden die Schwämme
hellgelb, gelblich weiss und (Eph. müll.) später braun. Eine
20*
308 Dr. W. Weltner: Bericlit über die Leistungen
Spongilla fragilis tlieilte sich im Aquarium in fünf Stücke, jedes
Stück lebte weiter. Die Vermehrung der eingesetzten Schwämme
erfolgte auf dreierlei Weise: freiwillige Theilung (bei Spong. fragilis),
gesclilechtlich und dm-ch Gemmulae. Verf. giebt Tabellen der
Grössenzunahme seiner Schwämme. Er fand ferner, dass ein 8 Wochen
altes 5 mm grosses Exemplar von Ephyd. müUeri 30 — 40 Gemmulae
erzeugt hatte. Potts hatte früher angegeben, das ein aus einem
Keim entstandener Schwamm von Frühjahr bis Herbst eine solche
Grösse erreicht, um nun 12 und mehr Gemmulae zu bilden. (Leider
hat Potts nicht angegeben, wie gross der Schwamm von Frühjahr
bis Herbst geworden war; es lassen sich daher die Angaben von
Bück und Potts nicht vergleichen. Ref.) Bück beobachtete, dass ein
Theil seiner Schwämme, welche Gemmulae erzeugt hatten, weiter
lebten, während andere abstarben (Bestätigung der Ansicht des
Referenten). Es kann der Fall eintreten, dass es in einem Jahre
zweimal zur Gemmulation kommt; in dem Aquarium hatten die
Schwämme zuerst in der letzten JuHhälfte Gemmulae gebildet, sie
wuchsen darnach weiter und erzeugten vor Beginn des Winters noch-
mals Gemmulae. Verf. machte die Beobachtung, dass einige Theile
eines vier Stunden lang in trockenem Papier aufbewahrten Schwam-
mes in das Aquarium gesetzt lebenskräftige Exemplare heferten
(wobei vielleicht die in den Stücken enthaltenen „wenigen noch un-
ausgebildeten weissen Gemmulae" mitgewirkt haben. Referent),
Allen (2) teilt mit, dass Monroe floridanische Badeschwämme
mehrere Stunden lang unbeschadet ihrer Lebensfähigkeit im Trocknen
Hegen lassen konnte, dass Badeschwämme in stagnirendem Wasser
aber schon nach sehr kurzer Zeit abstarben.
Bidder (4) stellt die Angaben von Lee, Lamiral, 0. Schmidt
und Rathbun über das Wachsthum des Badeschwammes zusammen,
darnach scheinen die Schwämme bei Florida am schnellsten zu
wachsen. Verf. fordert zu neuen Versuchen auf und erwähnt noch
verschiedene bekannte Fälle schnellen Wachsthums bei anderen
Spongien (Sycon, Tethya, Hymeniacidon und Spongilla). Ausführliches
Litteraturverzeichnis.
In einer kurzen Notiz macht Weltner (5) darauf aufmerksam,
dass Euspongilla lacustris, welche im ausgewachsenen Zustande
bekanntlich in Gestalt mehr oder weniger verzweigter Büsche auf-
tritt, gelegentlich auch als unverzweigte Masse im geschlechtsreifen
Zustande vorkommt. Die dieser Notiz in den Blättern für Aquarien-
und Terrarienfreunde No. 23. 1896 beigelegte Tafel stellt eine ver-
zweigte Form dar, ein unverzweigtes Exemplar findet man bei Weltner
in Zacharias, Thier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Bd, 1, p, 212.
Angaben über die Farben und den Sitz der Farbstoffe der Carnosa
siehe bei Topsent (1) p. 520; er unterscheidet drei Gruppen nach
der Vertheilung der Farbstoffe.
Den bekannten Fällen von Knospung bei Tetractinell. (Thenea
muricata, T. Schmidti, Sanidastrella coronata) fügt Topseut (1)
Poecillastra saxicola (p. 584) hinzu.
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 309
Auch Buck (2) ist der Ansiclit, dass die Schwämme von fein-
zertheilten, faulenden Stoffen leben, es schien ihm aber, als ob jede
Art der Spongillen ganz bestimmte Stoffe benöthigte.
Garstang giebt in dem Kapitel Notes on the Breeding Seasons
of Marine Animals at Plymouth seiner Abhandlung als Hauptfort-
pfianzungszeit der Spongien die Monate Juli-September an,
Topseut (1) fand bei Dercitus plicatus und Chondrosia renif.
vom November bis März keine Geschlechtsprodukte.
Letellier konnte auf Grund zahlreicher Versuche zeigen , dass
die Perforationen in den Austernschalen von den Bohrsch^vämmen
auf mechanischem Wege erzeugt werden: die kontraktilen Zellen
des Schwammes lassen protoplasmatische Reste hinter sich, welche
zwischen den Kalkprismen eindringen und dieselben nach dem Princip
der hydraulischen Presse auseinandertreiben; durch Zerrung und
Drehung werden alsdann die kleinen Kalktheilchen abgerissen, welche
man in dem centralen Kanal der Spongie findet. Hierher M'Jntosh
(Nichts Neues).
Yangel weist auf das Zusammenleben von Bryozoen und Spon-
gilla hin und sucht diese Symbiose zu erklären.
Weltner (1) beschreibt zwei neue Arten von Scalpellum und
Megalasma am Stiel von Hyalonema masoni Schulze n. sp. aus dem
indischen Ocean.
Die von Lendenfeld bei Chondrosia renif. gefundenen blasigen
Elemente hält Topsent (1) für Algen (Pheophyceen).
Nach Piersig setzt Hydrachna inermis Piers, ihre Eier auch
an Süsswasserschwämme ab.
PriiYOt erwähnt Spinther miniaceus und Typton spongicola als
häufige Bewohner von Esperella syrinx bei Banyuls.
Oka fand Syllis ramosa wimmelnd in der Gastralhöhle sowie
in den zahlreichen Ausführungskanälen eines Kieselschwammes
(Crateromorpha meyeri) in 300 — 400 Faden c. 25 km südl. von
Misaki in der von den Fischern Hombas genannten Meeresgegend.
Nach Oranger lebt Suberites dom. auf Cerithium vulgatum,
Turritella communis, Murex brandaris und auch Natica; der Pagurus
ist P. prideauxi, striatus, noch häufiger maculatus.
Lendenfeld (3) hebt die Thatsache hervor, dass je weiter wir
von dem warmen Seichtwasser der Tropen gegen die kalte Tiefe
und die kalten Pole vormcken, umsomehr schwindet bei den
Monactinelliden das Spongin.
Die Porozoa (Porifera) sind nach Mastermann's physiologischer
Eintheilung der Thiere multicellar animals with polyc}i:ic Ingestion
and egestion and monocytic digestion.
Ontogenie.
Minchin (1) fand, dass die jüngsten Nadeln von Leucosolenia
coriacea von sechs Zellen umgeben werden, welche Abkömmlinge
der äusseren Plattenepithelzellen sind. Wahrscheinhch wandern drei
der Epithelzellen nach innen und theilen sich dann in sechs, drei
310 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
Zellen liegen im Innern und sind gegen die Gastralfläche des
Schwammes gerichtet, während die drei andern der dermalen
Oberfläche nahe liegen. Nur die drei inneren Zellen bilden die
Nadel und zwar erzeugt jede der Zellen einen Strahl. Die drei
Strahlen verschmelzen dann später. Die Spongien sind zweischichtig;
die beiden Schichten sind die dermale und gastrale. Die dermale
Lage besteht aus flachen kontraktilen Epithelzellen und einem
inneren Bindegewebe. Die gastrale Schicht wird durch die Kragen-
zellen repräsentirt; dieser Schicht sind vielleicht auch die amöboiden
Wanderzellen zuzurechnen. Da die drei Strahlen jeder Nadel für
sich in je einer Zelle angelegt werden, so haben wir die Dreistrahler
als Verschmelzungsprodukte von monactinen Nadeln anzusehen;
diese Folgerung spricht für die Theorie Schulze's, steht dagegen
mit der von Dreyer über die Grundform der Schwammnadeln in
Widerspruch.
Mincliin (2) hat in Banyls-sur-Mer und Roseoff die Ent-
wicklungsgeschichte von Leucosolenia variabihs fast lückenlos
verfolgt und auch die von L. cerebrum und reticulum studirt. Von
cerebrum erhielt er die Larven im Juni, von retic. im Juli und von
variab. im August bis in den September, von coriacea im September.
Die Larve von variab. ist eine Amphiblastula und sehr klein, 70
bis 80 ^i lang und 50^60 [i breit, die Untersuchung war daher
eine sehr schwierige. Die Larve besteht aus vorderen cylindrischen
Flimmerzellen und hinteren grossen Körnerzellen, im Centrum findet
sich eine gelbbraune Masse. Zwischen Flimmer- und Körnerzellen
findet sich eine Zone intermediärer Zellen. Die FHmmerzellen
werden im weiteren Verlauf zu letzteren und dann zu KörnerzelleUj
so dass bei der Larve nach 24 Stunden die Körnerzellen an Zahl
zunehmen, während die Cylinderzellen zurückweichen. Auf Dünn-
schnitten erscheint die zentrale Masse als eine Röhre, welche einen
linsenförmigen gelatinösen Körper einschliesst, d. i. der Rest der
Furchungshöhle. Verf. hält diese ganze zentrale Masse für ein
lichtempfindendes Organ. Die ganze Larve besteht also aus vier
Zellsorten. Die Larve setzt sich nach höchstens 48 Std. mit dem
vorderen Pol fest und die Körnerzellhälfte umwächst die Cylinder-
zellen. Die Larve plattet sich dabei ab und besteht bald aus zwei
Zellschichten: einem äussern flachen Epithel in einfacher Lage,
„Dermallager" und einer inneren kompakten Masse, dem „Gastral-
lager". Die zentrale Masse ist nun verschwunden. In dem Gastral-
lager entsteht eine Höhle, um die sich die Zellen radiär anordnen
und sich zu Geisselzellen umwandeln, an einer Stelle der Wand der
Höhle liegen keine solche Kragenzellen und hier bricht das Osculum
durch. Das Dermallager differenzirt sich in zwei Schichten: ein
Theil der Zellen verändert sich nicht erhebhch und bleibt an der
Oberfläche des jungen Schwammes, diese Zellen bilden später die
grossen Einstrahier, die andern Zellen rücken in die Tiefe, sie sind
durch kleinere Kerne ausgezeichnet und sind die Bildner der Drei-
strahler. Wie die Poren entstehen, hat Verf nicht beobachtet. Die
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 311
Dauer der Entwicklung bis zur Ausbildung des Osculums beträgt
ca. sechs Tage.
Die Larven von Leucosolenia cerebrum, reticulum und coriacea
sehen anders aus. Ihre Wandung besteht nur aus cylindrischen
Wimperzellen, im Innern der Larve ist eine grosse Höhle, also eine
Blastula. Aus einigen der Wimperzellen entstehen Körnerzellen, die
in die innere Höhle einwandern. Eine solche Larve ist eine
Parenchymella zu nennen. Die Cylinderzellen werden auch hier
zum Gastralblatt, die Körnerzellen zum Dermalblatt, also auch hier
eine Umkehr der Schichten. Bei Leuc. cerebrum konnte Verf. die
Bildung der Dreistrahler verfolgen.
Die vorliegende Arbeit ist ein Resume einer grösseren Studie,
die wir zu erwarten haben. Als die wichtigsten Resultate ist die
Bestätigung der Umkehr der Keimschichten anzusehen (die Delage
und Maas bei den Kieselschwämmen feststellten), ferner das
Faktum, dass die Geisselzellen der Larve direkt zu den Kragen-
zellen des Schwammes werden und drittens, dass sich das Dermal-
lager in zwei Schichten differenzirt, welche bei L. var. beide das
Skelet bildeten. Verf. giebt am Schlüsse allgemeine Betrachtungen
über die Entw. der Calcarea.
Maas hebt noch einmal das wesentlichste Ergebniss der neueren
Arbeiten (von Maas, Delage und Nöldeke) über die Entwickelung
der Spongien hervor. „Bei der Metamorphose der Schwämme ge-
langt das äussere Lager von Geisseizellen nach innen, die innere
Masse körniger Zellen nach aussen und liefert Haut, Nadelbildner
u. s. w." Damit ist für die Kieselspongien (d. h. Monaxonia Refer.)
eine Uebereinstimmung in der Ontogenie mit den Calcarea, wie sie
von F. E. Schulze und Metschnikoff lange Jahre vorher gegeben
war, festgestellt. Maas betont ferner die wichtigsten Unterschiede
seiner und der Auffassung von Delage und Nöldeke über den Bau
der Larve und der Entstehung der Geisseikammern und unterwirft
die Arbeit von Wilson, übservations on the Gemmule and Egg
Development of Marine Sponges 1894, einer strengen Kritik. Wilson
hatte schon 1891 die Resultate seiner 1894 in extenso erschienenen
Arbeit veröffentlicht, inzwischen waren 1892 und 93 die Abhandlungen
von Delage und Maas erschienen, und da Wilson die Ergebnisse
dieser Arbeiten in seiner 1894 erschienenen Abhandlung nicht mehr
kontroUiren konnte, so ist er auf seinem alten Standpunkt über die
Ontogenie der Schwämme stehen geblieben. Maas wendet nun gegen
Wilson ein, dass dessen Gemmulae nicht als solche angesehen werden
können, sondern Larven darstellen, mit denen sie ja auch im Bau
vollständig übereinstimmen. Auch die Behauptung, dass die Gem-
mulae als innere Knospen entstünden, ist nach Maas ganz ungerecht-
fertigt. W. hat den ganzen Vorgang in der Entwickelung seiner
Gemmulae nicht erkannt, in den meisten Fällen handelt es sich hier
um weiter nichts als um die Entwickelung von Eiern zu Larven.
Die weitere Darstellung der Metamorphose ist ebenfalls unrichtig
gedeutet, die Umkehr der beiden Keimschichten hat W. nicht er-
312 Dl"- W. Weltuer: Bericht über die Leistungen
kannt, obwohl er einzelne Stadien dieses Processes ganz richtig
gesehen hatte. Was die Entstehung der Geisseikammern betrifft,
so stimmt W. weder mit Delage, noch mit Maas, noch mit Nöldeke
überein, so dass nach Maas dieser Punkt einer erneuten Untersuchung
bedarf. Am Schluss wendet sich Maas gegen die Theorie von Braem,
dass in der physiologischen Bedeutung das Kriterium des Keim-
blattes zu erblicken sei und zeigt an den Spongien und den Coelen-
te raten die Unrichtigkeit dieser Auffassung.
Schulze (2) war in der glücklichen Lage, Mittheilungen über
die postembryonale Entwickelung einer HexactineUide, Euplectella
Simplex n. sp., zu machen. Was die Gesammtform dieses Schwammes
betrifft, so waren nennenswerthere Verschiedenheiten zwischen den
jungen und alten Exemplaren nicht zu bemerken; die kleinsten sind
im Ganzen schlanker als die grösseren; der Querschnitt der grösseren
ist elhptisch, bei den kleineren Exemplaren kreisförmig. In Bezug auf
das Wachsthum der Nadeln konnte festgestellt werden, dass im All-
gemeinen die Principalia gleicher Form und Lage während der
fortschreitenden Entwickelung alhiiählich an Länge und Dicke zu-
nehmen, das Dickenwachsthmn geschieht durch Auflagerung von
Kiesellamellen auf die einzelnen Strahlen in Gestalt dünner Hohl-
cy linder, das Längenwachsthum durch Aufsatz einer kürzeren oder
längeren tütenförmigen Kappe auf die Spitze der Nadeln. Die queren
Verbindungen (Synapticula) der Längsbalken entstehen wahrscheinlich
durch einfach lokales Verschmelzen der durch Auflagerung von
KieseUamellen sich verdickenden Balken, die so entstandene Lötstelle
wurde bei weiterer Verdickung dann zu einem Querbalken. Die
Zahl und Anordnung dieser Synapticula und der Längsbalken bei
verschieden grossen Exemplaren ergab, dass sich bei fortschreitendem
Wachsthume die Anzahl der Querbalken bedeutend, diejenige der
Längsbalken dagegen nur unerheblich vermehrt; letztere, soweit sie
einander parallel liegen, rücken beim Wachsthum des Schwammes
einfach auseinander, wobei sie zugleich etwas dicker werden. Bei
den jüngeren Schwämmen liegen die Querbalken im unteren Ende
des Schw^ammes dichter aneinander als im oberen, bei grösseren
Individuen nimmt der Abstand der Querbalken von einander von
oben her bis zur Mitte kontinuirlich zu, um dann bis zum unteren
Ende ziemlich gleich zu bleiben. Beim fortschreitenden Wachsthum
des Schwammes vermehren sich die Längs- und die Querbalken,
dies geschieht durch Längsspaltung und langsames Auseinanderrücken
der Spalthälften und zwar finden sich diese Längsspaltungen häufiger
bei den Synapticula als bei den Längsbalken. Die Hauptwachsthums-
zone des Schwammes liegt am oberen Ende der Röhre, dieser Theil
ist daher der jüngste, das untere Ende des ganzen Stützgerüstes
dagegen als der älteste Theil des ganzen Sch-wammkörpers anzusehen.
Die terminale Siebplatte wächst durch Verlängerung und Verdickung
der parenchymalen Principalia, ebenso durch ErAveiterung und durch
Vermehrung der Maschen mittels Abtrennung neuer Balken der all-
mählich stärker werdenden älteren. Was Schulze schon in dem
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 313
ersten Theile seiner indischen Hexactin. besonders hervorhob, dass
nämlich die Microsclere von vornherein in ihrer definitiven Grösse
und Gestalt im Schwämme angelegt werden, das fand er beim
Vergleich der 10 verschieden altrigen Exemplare von Euplectella
simplex bestätigt.
Auf Lendenfeld's (1) Artikel hat Referent schon im Jahres-
bericht für 1894 hingewiesen. L. wendet sich gegen Heider (Zool.
Anzeiger 17. 1894) und hält die von Sollas 1884 gegebenen Abbildungen
gefalteteter Blastulae von Oscarella für vollkommen naturgetreu
(gegen Heider 1886), Heiders Vorwurf war also ungerecht.
Die beiden von Montgomery erwähnten Fälle von protandrischem
Hermaphroditismus bei Spongien sind: Aplysilla violacea und
Amorphina coahta und aus meinem Jahresbericht für 1882/84 und
1888/91 entnommen.
Perez spricht seine Verwunderung darüber aus, dass die Deutung
der Keimblätter bei den Spongien, wie sie Delage 1892 (Archives
zoolog. exper et gener.) gegeben hat, nicht schon seit langem von
den Spongiologen als die richtige erkannt worden ist. Seit er (Perez)
die Arbeit von Barrois (Embryol. Eponges de la Manche 1876)
studirt habe, habe er die von Delage vertretene Auffassung gewonnen
und gelehrt. P. nimmt nur 2 primäre Keimblätter, Ecto- und Ento-
derm an; das Mesoderm ist eine sekundäre Bildung und daher giebt
es in Wahrheit nur zwei Keimblätter. Die weiteren Bemerkungen
des Verf. beziehen sich auf die entwickelungsgeschichtliche Theorie
von Delage (1892) und Robin (1869—71).
Belage hält die Gemmulae der Süsswasserschwämme für indiffe-
rente Theile des Körperparenchyms, die von einer Kapsel umschlossen
werden.
Phylogenie.
Minchin (3) stellt einen Stammbaum der Asconen auf, siehe
sein System dieser Gruppe unter Systematik, Nach M. entspringen
von einer gemeinsamen Wurzel zwei Stämme, der Ascetta- und der
Ascyssastamm, ersterer läuft in die Arten des Genus Clathrina aus,
von ihm zweigt sich Ascandra falcata ab ; der Ascyssastamm liefert
die Leucosolenien und als Abzweigung die Syconen (Formen wie
Sycon raphanus). —
Haeckel betrachtet die Spongien als 2*"" Stamm der Metazoen,
deren erster die Gastraeaden (Urdarmthiere) sind. Aus dem be-
fruchteten Ei der Spongien entsteht eine schwärmende Blastula, aus
dieser durch Invagination eine Gastrula, welche sich mit dem
Prostoma festsetzt und sich durch Porenbildung der Leibeswand in
die characteristische Jugendform aller Spongien, den Olynthus, ver-
wandelt. Das äussere Keimblatt, Exoderm, desselben, differenzirt
314 Dl". W. Weltner: Bericht über die Leistungen
sich frühzeitig in zwei Schichten: in das sekundäre Exoderm (Epidermis)
nnd in das connective Mesoderm, welches ein echtes Mesenchym ist.
Als das Schwammindividium oder besser die Spongienperson betrachtet
H. den Olynthns, welcher homolog der Gastraea und auch homolog
der GeisseU^ammer (Camaroma) ist. Nur die Spongien, welche
auf der Olynthusstufe stehen bleilDen, sind einfache Schwammpersonen
(Monospongien) alle übrigen sind Schwammstöcke (Coenospongien).
Ein solcher Schwammstock (Cormus) besteht aus so vielen Personen,
als Geisseikammern oder Radialtuben vorhanden sind. Cormidien
(Stöckchen 1. Ordnung) sind die einzelnen Personengruppen,
welche zusammen einen gemeinsamen Ausführungsgang haben.
Alle Schwammstöcke sind aus Schwammpersonen entstanden und
zwar durch laterale Knospung oder Gemmation. Da diese auf
dreierlei Weise erfolgt, so entstanden die 3 verschiedenen Typen
des Gastrokanalsystems : Asconal-, Syconal- und Rhagonaltypus,
welche genauer besprochen werden. H. unterscheidet indessen nur
2 Hauptformen des Gastrokanalsystems, welche den beiden Haupt-
spoDgiengruppen, Asconaten und Camaroten, entsprechen. Die Asco-
naten (Röhrenschwämme) umfassen die hypothetischen Archispongien,
ferner die Ammoconiden und die Asconiden (s. Calcarea Homocoela);
die Camaroten (Kammerschwämme) umfassen alle übrigen Spongien,
bei welch letzteren sich das Mesoderm bedeutend verdickt hat und
meist zu einem massigen Coenenchym geworden ist, in dem die
Geisseikammern eingebettet sind. Diese Eintheilung der Spongien
und Camaroten war bereits früher von Polejaeff für die Calcarea
geschaffen (Homocoela und Heteroc). — Von Organsystemen lassen
sich bei den Spongien nur 2 unterscheiden: das innere Gastrokanal-
system und das äussere Gonodermalsystem, ersteres vom Entoderm,
das letztere vom Exoderm der Gastrula herstammend. Das Gastro-
kanalsystem dient der Ernährung; das Gonodermalsystem vermittelt
alle übrigen Funktionen und umfasst folgende Organkategorien:
Epidermis, Maltha (von den Mesocyten ausgeschieden), Skelet, Endo-
thelien und die Sexualzellen, ev. auch die sog. Muskeln. — Die
Kieselspicula führt H. auf 6 Hauptformen zurück: Monaxillen, Trigo-
nillen, Tetraxillen, Hexactillen, Pollaxillen und Anomaxillen; die
Phylogenie dieser 6 Gruppen ist noch sehr in Dunkel gehüllt, H.
neigt sich der „polyphyletischen Hypothese" zu. Unter den Kalk-
spicula unterscheidet H. Trigonillen, Tetraxillen und Monaxillen, für
welche die monophylethische Hypothese viel besser begründet ist
als bei den Kieselspongien, für welche die meisten Spongiologen
eine monophyletische Herkunft annehmen. — Die Classification wird
auf 15 Seiten behandelt, Verf. pflichtet nicht der Ansicht bei, dass
alle Hornschwämme ursprünglich von Kieselschwämmen abstammen,
er hält ferner die Eintheilung der Spongien in Calcarea und Non-
calcarea für- unlogisch und bezeichnet die Hypothese als willkürlich,
dass für jede der grösseren Gruppen der Kieselschwämme eine typische
Nadelform als ursprüngliches Skeletelement vorhanden war, von der
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 315
alle anderen Nadelformen abzuleiten sind. Das System von H. ist
(p. 78 etc.) :
Classe I. Malthospongiae (Korkschw.).
Legion I. Myxospongiae (Fam. Archolynthida, Hali-
sarcida).
„ IL Psammospongiae (Fam. Ammoconida und
Psamminida).
„ in. Cornuspongiae(Stannomida,Spongelida,Eu-
spongida, Aply sinidae und Darwinellida) .
Classe IL Silicispongiae (Kieselschw.).
Legion VI. Monactinella (Suberitida, Renierida, Hali-
cbondrina und Chalinida.).
„ V. Pollactinella(Rhizomorina, Megamorinaund
Chondrillida).
„ VI. Tetractinella (Tetramorina, Tetracladina,
Plakinida und Geodinida).
„ VII. Hexactinella, (Hyalenomida, Euplectellida,
Receptacellida, Inuncinata, Clavularia
und Scopularia).
Classalll. Caicispongiae (Kalkschw.)
Legion VIII. Leuconella (Asconidae, Syconidae und
Leuconidae).
„ IX. Pharetrella(Pliaretrones undProcyathones).
Den Stammbaum der Spongien findet man auf p. 79.
Systematik und Faunistik.
AUyetneines.
Ortmann hat in den „GrundzUgen der marinen Thiergeographie" die
Spongien sehr kurz behandelt und bleibt mit seiner aus Vosmaer's Porifera
von 1887 entnommenen Darstellung um 9 Jahre zurück.
Nach der Zusammenstellung von SoUas woirden auf der Challeger- Expe-
dition gesammelt: 30 Arten Calcarea (23 neu), 90 Hexactinelliden (69 neu),
87 Tetractin. (73 neu), 213 Monactinell. (158 neu), 34 Keratosa ,21 neu), 26 Tiefsee-
keratosa (alle neu) [Nach des Keferenten Bericht von früher wurden 97 Hexactin.
(60 neu) erbeutet.] Im Ganzen erhielt der Challenger nach SoUas" Bericht also
480 Arten, davon 370 neu.
Lenz führt als „nicht selten" folgende Spongien der Bucht von Trave-
münde lOstsee) an: Halisarca dujardini, Amorphina panicea, Pellina bibula,
Chalinula Ovulum und Halichondria panicea. Im Süsswasser Spongilla fluv.
und lacustris.
Herdman (1 u. 2) nennt als neu für die Spongienfauna der Liverpoolbai ;
Leiosella (Spongionella) pulchella Sowerby, 14 Meilen von Liverpool erbeutet,
bisher nur von Durham, den Skerries, Shetlands, W. Ireland, Ost Groenland und
Nord Pacific bekannt, ferner Myxilla irregularis Bwk. von Port Erin und Flesh-
wick im Seichtwasser, die Art war bisher nur bei Hastings gefunden, und
drittens eine Leucandra gossei von Port St. Mary, bestehend aus wenigstens
316 Dr. AV. Weltner: Bericht über die Leistungen
16 Personen, wähi'end Haeckel bis 5 und 8 Personen angab. Bei Herdman (3)
keine fürs Gebiet neue Form.
Lameere schätzt die Zahl der Spongien- Arten Belgiens auf zehn. Er
nennt Grantia conipi'essa Fabr., Cliona celata Grant, Spongilla (Ephydatia) fluv.
Linn., Sp. lacustris Linn , Halichondria panicea Pall. und Siphonochalina oculata
Linn., Verf. macht Angaben über die Häufigkeit dieser Arten.
Granger nennt die häufigeren Arten der französischen Spongienfauna, Ab-
bildungen sind beigegeben. Populär gehalten.
Pruvot nennt die häufigsten der in den verschiedenen Regionen dea Meeres
bei Banyuls sich findenden Spongien, er nimmt 3 Regionen mit 6 Zonen an.
Topsent (2) giebt ein Verzeichniss der Spongien, welche die Yacht Princesse
Alice von Gibraltar bis in den Golf von Gascogne im Jahre 1894 erbeutet hat:
22 Arten. Ferner eine Liste der Hexactin. und Tetractinell., die von derselben
Yacht 1895 erlangt wurden; auf der 1895 ausgeführten Campagne wurden
15 Hexactinell , c. 20 Tetractinell. und 70 Monactinell. erbeutet. Neue Formen
werden nicht beschrieben.
Die Ausbeute der Expedition Caudan im Golf de Gascogne lieferte nach
Topsent (5) 23 Arten Spongien, darunter 2 neue.
Hauitsch (3) fand unter einem an der Westküste Portugals gesammelten
Spongienmateriale 28 Formen, dabei 6 neue.
Die Ausbeute Kükenthals an Kieselspongien bei Ternate belief sich nach
Kieschuick auf 50 Arten, worunter allein 36 Arten neu.
Thurston giebt eine Zusammenstellung der uns schon aus den Ann. Mag.
Nat. Hist. 1887 und 89 bekannten Spongienfauna des Golfes vor Manaar.
Lambe hat die von Dawsou und Whiteaves schon vor mehreren Jahr-
zehnten an der Küste von Nova Scotia und im St. Lawrence Golf erbeuteten
Spongien bearbeitet, es sind Halichondria panicea, Eumastia sitiens, Reniera
rufescens und mollis, Chalina ocul., Gellius acroferus und flagellifer, Desmacella
peachi var. groenlandica, Esperella lingua und n^odesta n. sp., Cladorh. abyssol.
und nordenskiöldi, Desmacidon (Homoeodictya) palmata, Jophon chelifer, Myxilla
incrustans, Clathria delicata n. sp., Phakellia veutil., Suberites ficus und hispidus,
Polymastia robusta und mammillaris, Trichostemma hemisph., Tentorium semi-
suber., Stylocordyla borealis, Cliona celata, Thenea muricata, Leucosolenia can-
cellata, Sycon protectura n. sp. und asperum n. sp. und Grantia canadensis n. sp.,
von diesen sind nicht weniger als 26 Arten abgebildet.
Calcarea,
Minchin (3) kann sich weder mit dem System der Asconiden von Haeckel,
noch von Polejaeff, noch von Lendenfeld einverstanden erklären. A perfect
Classification can be obtained only when all species of Ascons have been studied,
Verf. war nicht in der Lage, dies zu thun, seine Untersuchungen haben ihn
jedoch dahin geführt, ein mehr natürliches System an die Stelle der genannten
zn setzen. Verf. hat sich mehrere Jahre mit den Asconen beschäftigt und
kommt zu dem Schlüsse, dass sich fast jede Species nach ihrem Habitus ei'-
kennen lasse, ganz besonders im lebenden Zustande. Nachdem der Verf. eine
kritische Uebersicht der bekannten Arten der Asconen gegeben hat, entwirft
er folgende Eintheilung: er nimmt drei Genera au (Clathrina Gray, Leuco-
solenia Bwk. und Ascandra Haeck.), giebt die Diagnosen dieser Gattungen und
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 317
zählt die von ihm als hierher gehörig erkannten Arten anf (s. Neue Genera,
Arten etc.). Verf. weist auf die Wichtigkeit hin, welche die beiden von Haeckel
als Genus Ascyssa beschriebenen Arten haben; wenn Haeckel's Angaben sich
bestätigen, so haben wir in beiden Formen die niedrigsten bekannten Asconen
zu erblicken. Für die Bezeichnung Homandra falcata (von Lendenfeld für Sy-
candra falc. Haeckel aufgestellt) führt M. die alte Gatt. Ascandra wieder ein
und da er alle anderen Ascandraarten in die Genera Clathrina und Leucosolenia
stellt, so fasst er Ascandra falcata als Typus dieser Gattung auf. Dagegen
protestirt aber Lendenfeld (6), nach ihm ist der Typus der Gattung Asc. va-
riabilis oder reticulum, Homandra muss also bleiben.
Kirk beschreibt drei neue Calcarea von Neuseeland.
Der von Duncan 1880 als Kalkschwamm (Möbiusispongia parasitica) be-
schriebene Organismus ist nach Jenuings eine Foraminifere (Ramulina).
Triaxonia.
Die Anzahl der Tiefseespongien, welche der Investigator (Marine Survey of
India) seit dem Jahre 1885 im indischen Ocean gedredscht hat, betrug etwa 50
Arten, darunter 30 Hexactinelliden in 80 Exemplaren, welche von F. E. Schulze
(1 und 2) bearbeitet worden sind; der erste Theil dieser Monographie behandelt
die Hyalonematiden, welche besonders reich vertreten waren und fast durchweg
neue Arten lieferten, der zweite Theil enthält die Hexasterophora. Die Gesammt-
zahl der aufgefundenen Hexactin. betrug 26, die sich auf 11 Gattungen und
6 Familien vertheilen, als neu wurden 13 Arten von Hyalonematiden und 8 Arten
Hexaster, beschrieben. Am Ende des zweiten Theiles ist eine Uebersicht der
Verbreitung aller Arten im indischen Ocean gegeben. Eine Bestimmungstabelle
aller bekannten Hyalonematiden s. bei Schulze (1), einen Schlüssel für Euplec-
telliden und für die Arten der Gatt. Bathydorus bei Schulze (2). Die Durch-
arbeitung der indischen Euplectelliden veranlasste den Verf. eine Revision
dieser Familie vorzunehmen, die Resultate der Untersuchung findet man auf
p. 44—51, ferner wurde die Diagnose der Semperellinae und der Gattungen
Hyalonema und Semperella etwas geändert; im übrigen blieb nach Abschluss der
Untersuchung dieses grossen Hexactinelliden-Materials das früher vom Verf. auf-
gestellte System unverändert.
Als Unterscheidungsmerkmal der Arten der Hyalonematiden erwies sich
neben anderen Merkmalen die absolute Grösse der Amphidisken, der Pinule und
der parenchymalen Hexactinae als besonders verwerthbar. Dagegen zeigte es
sich, dass Nadeln, welche für eine Art charakteristisch sind, in wechselnder
Zahl gefunden wurden, so zwar, dass bei sehr jungen Exemplaren nur wenige
dieser Nadeln oder gar keine angetroffen werden, während sie bei grösseren
Stücken zahlreich sind. Ferner macht Schulze auf einen anderen sehr wichtigen
Umstand aufmerksam: dass bei der Untersuchung verschiedener Exemplare
einzelne Nadelformen, die der Regel nach an bestimmten Stellen des Körpers
vorkommen, vermisst werden, dass man aber bei wiederholter Untersuchung der
Exemplare hier und da noch die Anwesenheit der betreffenden Nadelsorte kon-
statiren kann, wodurch natürlich die systematische Stellung des Schwammes
eine andere wird.
318 Dr. W. "Weltner: Bericht über die Leistungen
Teti'axonia.
Topseut (1) theilt die Carnosa (s. Bericht 1892/94, p. 220) jetzt folgend
ein : Microtiaenosa Diagu. p. 495 mit Dercitus, Corticella, Rhachella, Triptolemns,
Thrombus, Samus.
Microscierophora Diagn. p. 496 mit 3 Familien: Corticidae, Gattung Corti-
ciura; Placiuidae, Gattung Placina, Placortis und Placiuastrella; Oscarellidae
Gattung Oscarella.
Oligosilicina, p. 497, mit der einzigen Familie Chondrosidae, Gattung Chon-
drilla, Chondrosia, Thymosia, die Gattung Halisarca gehört nicht zu den Carnosa.
Verf. giebt detaillirte Beschreibungen von Dercitus bucklandi, plicatus,
Thrombus abyssi, Corticella stelligera, Corticium candelabrum, Placina monolopha,
dilopha, trilopha, Placortis simplex, Placiuastrella copiosa, Oscarella lobularis,
Chondrosia reniformis, Thymosia guernei und im Anhange Poecillastra saxicola
und amygdaloides. Bestimmungstabelle p. 526 und 587. Diagnosen der Gattungen
p. 497-513, Resume p. 514. Von allen Carnosa besitzt nur das Genus Tripto-
lemus Megasclere. Im Anhang wird das System der Tetractin. Lendenfelds
1894 besprochen.
T. glaubt, dass die Megasclerophora aufzulösen seien: Proteleia gehöre zu
den Suberitiden , Tricentrion zu den Clavuliden und Tethyopsilla in die Nähe
von Tetilla. Die Unterschiede der Systeme von Leudf. und Tops, ersieht man
aus der Vergleichung des ohen angeführteu Systems von Topsent mit dem von
Lendenfeld im meinem Bericht für 1892/94, p. 223.
In der späteren Arbeit Topsent (3) werden alle bisher bekannten Arten
der Tetractin. und z. T. der Carnosa von den Küsten Frankreichs aufgezählt.
Monaxonia.
Dendy behandelt in der Fortsetzung seines Kataloges der Noncalcarea von
Port Philipp Heads die Desmacidonidae, 58 Arten werden beschrieben, darunter
28 neue, drei neue Genera (s. unten).
Papillella (Papillina Schm.) suberea Schm. ist in der Jugend ein Bohr-
schwamm und wächst, nachdem der Stein zerstört ist, zu massigen Körpern aus.
Wahrscheinlich sind andere als Bohischwämme beschriebene Formen syn. mit
Pap. sub., z. B. wohl sicher Cliona dissimilis Ridl. und Dendy. Lendenfeld (2).
Nach Levander sind Spongilla lacustr. und Ephydatia fiuv. die einzigen
Spougien des finnischen Meerbusens.
Scliarf erhielt Spongilla fluv. aus dem Fluss Barrow in Irland und giebt
an, dass man aus Irland Spongilla lacustr., parfitti und fluviatilis kenne.
Creig'hton erwähnt Spongilla lac. von Ballyshaunon in ColumbkiJle Lough
(Irland). Nach Hanitsch (2) war die von Cr. untersuchte Spongilla indessen
Tubella pennsylvania Potts.
Hanitsch (1 u. 2) weist für Irland zwei amerikanische Spongilliden nach
(Heteromeyenia ryderi und Tubella pennsylv.), eine dritte Form kann vielleicht
Ephyd. crateriformis Potts sein, so dass wir von Irland sechs Arten kennen,
von denen drei bisher in Europa nicht gefunden. Nach der Zusammenstelhmg
von Hanitsch kennen wir jetzt aus Europa folgende 11 Arten: Eusp. lac, Spong.
frag.. Ti(.chosp. horrida, Epliyd. fluv., mülleri, hohem., cratei'if., Carter, step ,
Heterom. repens, ryderi und Tuhella pennsylv. Verf. glaubt, dass die oben ge-
iu der Spongiologie wahrend der Jahre 1895 und 1896. 319
nannten 3 Formen als Gemmulae durch Vögel oder durch Treibholz von Amerika
nach Irland verschleppt vpui'den (ebenso wahrscheinlich auch durch importirte
Hölzer). Verf. beschreibt dann die Spongilliden Irlands.
Hanitsch (3) erwähnt Euspong. lacust. von Portugal.
SoukatscUoflf hat in dem 1378 m tiefen Baikalsee bis zu 140 m Tiefe ge-
dredscht. Die grösste Tiefe, in der im Baikalsee bisher Spongilliden erhalten
wurden, betrug nach Verf. 80 m, Dybowski habe sie nm- bis 15 m Tiefe ge-
funden. (Dyb. 1880 giebt aber 100 m an. Ref.) Verf. beschreibt eingehend
vier neue Formen und macht genaue Maassangaben der Skeletelemente nach
Art von Dybowski 1880. Es gelang zum ersten Male bei dem Baikalseeschwamm
Larven aufzufinden.
Die von Weltner (2) gegebene Uebersicht der bekannten Süsswasser-
schwämme vmifasst 84 Arten in 10 Gattungen, davon 82 lebende und 2 fossile
Species. Jeder Art ist die wichtigste Litteratur und die Fundorte beigegeben;
am Ende der Arbeit sind die 12 neuen Arten kurz beschrieben (ohne Abbil-
dungen). Verf. theilt die Spongillidae ein in: Spongillinae (Spougilla), Meyeninae
(Trochospongilla, Ephydatia, Heteromeyenia, TubelJa, Paimula, Carterius, Uru-
guya, Potamolepis) und Lubomirskinae (Lubomirskia); darunter Spongilla mit 27,
Trochosp. mit 4, Ephydatia mit 19, Heterom. mit 7, Tubella mit 9, Parmula
mit 4, Carterius mit 4, Urug. mit 5, Potam. mit 4 und Lubomirskia mit 4 Arten
Die Höhenverbreitung erstreckt sich bis zu 2150 m, die Tiefenverbreitung bis
100 m. In dem Kapitel Geographische Verbreitung sind die einzelnen Länder
mit den in ihnen gefundenen Spezies genannt. Die weiteren Abschnitte be-
handeln brackische und marine Süsswasserschwämme, Angaben über nicht näher
bestimmbare Formen, fossile Arten, Verbreitung der Gattungen nach zoogeo-
graphischen Regionen in einer Tabelle veranschaulicht, aus der man ersieht,
wie gering unsere Kenntniss von der Verbreitung der Süsswasserschwämme ist.
Traxler (1) untersuchte die sich im Schlamm des Hevizsees findenden
Schwamm spicula, ohne zu einem bestimmten Resultat über die betr. Schwamm-
spezies kommen zu können ; lebende Schwämme, die zum Vergleich hätten heran-
gezogen werden können, waren iu dem See nicht aufzufinden. Bemerkenswerth
unter den Nadelsorten ist ein an beiden Enden abgerundetes Spiculura, wie es
bei Urugiiaya (Potamolepis) vorkommt.
Traxler (2) beschreibt und bildet ab die Nadeln von Tubella thumi n. sp.
aus dem Kieseiguhr von Brasilien, wahrscheinlich von Saö Paulo.
Traxler (3) hat den Polirschiefer von Bilin in Böhmen untersucht und
findet daiin alle die von Ehrenbg. beschriebenen und abgebildeten Nadeln wieder,
die nach Traxler nur zu Spongilla fluviatilis Turpin = Eusp. lacustris
(Lbkn.) gehören können. Verf. will für die Ensp. lacustris (Lbkn) den I^amen
Turpin's: Sp. fluviatilis beibehalten. Der von Meyen 1839 als lacustris be-
schriebene Schwamm sei die Heteromeyenia repens Potts 1887 und Wierzejski
1892, diese müsse daher Heterom. lacustris Meyen heissen.
Den von Chilton von Neuseeland (Kakahufluss in Canterbury) beschriebenen
Süsswasserschwamm hatte Lendenfeld als zu Ephyd. fluv. gehörig erklärt. Nun
hat Traxler (4) eine Probe des Originals von Chilton untersucht und beschreibt
den Schwamm als Ephyd. kakahuensis n. sp.
Traxler (5) nennt aus dem Kieseiguhr von Geelong in Victoria: Spongilla
320 J^i'- W. Weltner: Bericht über die Leistungen
sceptroifles Hasw., Epliyd. fluv. (Lbkn.) und Ephyd. lendenfeldi n. sp. Der Re-
ferent möchte es als fraglich bezeichnen, ob die von Tr. abgebildeten Amphi-
diskeu dieser n. sp. alle zu dieser Art gehören.
Ceratospongiae.
Haeckel (1) bleibt bei seiner Ansicht, dass die von ihm als Tiefseespongien
beschriebenen Organismen wahre Schwämme sind.
Besondere Faunen,
Harine Schwämme.
Arktisches Meer: Breitfuss (1) Kalkschw. von Spitzbergen,
Atlantischer Ocean: Lenz u. Brandt Ostsee; Marshall Deutsche Meere; Herd-
man (1, 2 u. 4) Liverpool Bay ; Scott Schottland, eine Species; Topsent
du. 3) Kanal La Manche; Topsent (1 u. 3) Mittelmeer; Topsent (2 u. 5)
Gibraltar bis Golf von Gascogne; Hanitsch (3) Portugal; Topsent (4)
Azoren; Granger und Topsent (1 u. 3) Küsten Frankreichs; Pruvot
Golf von Lion; Lameere Belgien; Lambe Kanada.
Stiller Ocean: Dendy (1) Australien; Kirk Neu Seeland; Ijima (1 u 2) und
Oka Japan.
Indischer Ocean: Schulze (1 u. 2); Keller Rothes Meer; Breitfuss (2) und
Kieschnick Ternate; Thurston Golf von Manaar.
Süsswasser- Schwämme.
Alle Erdtheile: Weltner (2).
Europa : Creighton, Hanitsch (2). Lenz, Levander, Schärft', Traxler (1 u. 3).
Asien: Soukatschoff Baikalsee.
Amerika: Traxler (2).
Australien: Traxler (5).
Neu Seeland: Traxler (4).
Neue Genera, Species, Varietäten und Synonymie.
Calcarea.
1. Homocoela.
Ascandra Haeckel, Diagnose bei Minchin (3', Typus ist Asc. falcata Haeck. ;
dagegen Lendenfeld (6), der die für diese Spezies aufgestellte Gattung Homandra
beibehält.
— angulata Ldf. ist syn. zu Clathrina lacunosa Johnst. Minchin (3).
— botrys Haeckel und ? Ascandra nitida Haeck. syn. zu Leucosolenia
botryoides (Ell. Sol.) Minchin (3).
— cordata, densa und panis von Haeckel gehören wahrscheinlich zu Clathrina
Minchin (3).
— echinoides, sertularia, botrys, nitida und pinus von Haeckel gehören zu
Leucosolenia Minchin (3).
— pinus Haeckel syn. zu Leucosolenia complicata Mont. Minchin (3).
Clathrina Gray Diagnose bei Minchin (3). Hierher Grantia clathrus Schm.,
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 321
Spongia coriacea Mont., Grantia lacuuosa Johnst., Nardoa reticulum Schra., Leucos.
contorta Bwk , Gnancha blanca Mickl. , Ascetta primord. H., Ascaltis cerebrum
H. und Ascetta spinosa Ldf.
Leucosolenia Bwk. Diagnose hei MincJiin (3). Eierher Spongia botryoides
Ell. Sol., Spongia complicata Mont., Grantia lieberktihni Schm., Ascandra varia-
bilis Haeckel.
— intermedia n. sp. Kirk, Neu Seeland.
— laxa n. sp. Kirk, Neu Seeland.
— nanseni n. sp. Breitfuss (1) Ostspitzbergen 15—16 Fad.
— pulchra 0. Schmidt und vielleicht auch spongiosa Köllik. sind syn. L.
coriacea Minchin (3), p. 357 Anmerkung.
— rosea n. sp. Kirk, Neu Seeland.
Leuconia somesi Bwk. syn. zu Leucosolenia variabilis Minchin (3).
2. Heterocoela.
Amphiute paulini n. g. n. sp. Portugal, Hanitsch (3).
Ainphoriscus semoni n. sp. Breitfuss (3) Amboina litoral.
Ebnerella kükenthali n. sp. Breitfuss (1) Ostspitzbergen 40 Fad.
— schulzei n. sp. Breitfuss (1) Ostspitzbergen 40 Fad.
Grantia canadensis n. sp. Lambe St. Lawrence Golf 46 — 56 Fad.
Leucandra bulbosa n. sp. Hanitsch (3) Portugal.
Pericharax polejaevi n. sp. Breitfuss (1) Ostspitzbergen 40 Fad.
Sycetta asconoides n. sp. Breitfuss (1) Ostspitzbergen 55 Fad.
Sycon aspeiTim n. sp. Lambe, St. Lawrence Golf in 56 Fad.
— protectum n. sp. Lambe Das.
— raphanus n. var. aquariensis Bidder (2), p. 10. Ohne Beschreibung!
Noncalcarea.
1. Triaxonia.
Aphrocallistes Bemerkungen über die Gattung und der drei Arten: beatrix,
ramosus und bocagei bei Schulze (2).
Aulosaccus schulzei n. g. n. sp. Jjima (2) Sagami Bay. Ohne Gatt. Diagn.
Zu Rosselliden.
Bathydorus laevis n. sp. Bengalischer Meerbusen, 3652 m Schulze (2).
Chaunoplectella caveiiiosa n. g. n. sp. Jjima (2) Sagami Bay. Ohne Gatt.
Diagnose. Zu Euplectelliden.
Dictyaulus elegans n. g. n. sp. Schulze (2) Laccadiven 1290 m.
Euplectella aspera n. sp. Schulze (2) Busen von Bengalen 2506—2816 m
und Laccadiven 1830 m.
— Simplex n. sp. Andamanen, 457, 402—439 m Schulze (2).
— cucumer, crassistellata, nodosa und suberea Bemerkungen bei Schulze (3).
Euplectella marshalli n. sp. Sagami B;iy, Jjima (1).
Holascus robustus n. sp. Bai von Bengalen, 3279 m Schulze (2).
— teuer n. sp. Bai von Bengalen, 2506 — 2816 m Schulze (2).
Hyalascus sagamiensis n. g. n. sp. Jjima (2) Sagami Bay. Ohne Gatt.
Diagnose. Nahe Asconema.
Hyalouema Erweiterung der Gattungsdiagnose. Schulze (1).
Arch. f. Naturgesch. Jahrg. 1893. Bd. IL H. 3. 21
322 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
— aculeatum n. sp. Andamanen, 457 m. Schulze (1).
— alcocki n. sp. Laccadiven, 2288 ra. Schulze (1).
— heideri n. .sp. Andamanen, 457 m. Schulze (1).
— heymonsi n. sp. Bai von Bengalen, 3008 m. Schulze (1).
— indicum n. sp. Laccadiven, 1830 m, und Andamanen, 1250 ra, mit den
beiden Formen laccadivense und andamanense. Schulze (1).
— infundibulum n. sp. Golf von Gascogne, 1710 ra. Topsent (5).
— maehrenthali n. sp. Andamanen, 457 nnd 485 m. Schulze (1).
— masoni n. sp. Bai von Bengalen, 3200 m. Schulze (1).
— ovatum n. sp. Sagami Bai. Ijima (1).
— pirum n. sp. Andamanen, 475 und 485 m. Schulze (1).
— stellatus, fibulatus, polejaevi u. ridleyi, Besehreibungen ergänzt. Schulze (2),
— weltneri n. sp. Laccadiven, 1830 m. Schulze (1).
Malacosaccus vastus u. unguiculatus, Beschreibungen revidirt. Schulze (2).
Gattungsdiagnose p. 15.
Pheronema, Gattungsdiagnose bei Schulze (1) p. 7.
— cii'cumpalatum n. sp. bei den Andamanen, 435—530 m. Schulze (1).
— raphanus n. sp. Andamanen, 316 und 530 m. Schulze (1).
Placopegma solutum n. g. n. sp. der Rössel liden, Bai von Bengalen, 3008 m.
Schulze (2).
Poliopogon ist syn. Pheronema. Schulze (1).
Regadrella okinoseana n. sp. Ijima (2). Sagami Bay.
— phoeuix 0. Schm. keine Euplectelline, sondern zur Unterfani. Taege-
rinae. Schulze (2).
— Phoenix, Bemerkungen bei Topsent (5).
Rossella longispina n. sp. Ijima (2). Sagami Bay.
Saccocalyx pedunculata n. g. n. sp. der Asconematiden, Bai von Bengalen,
3207 m. Schulze (2).
Semperella, Gattungsdiagnose bei Schulze (1).
— cucumis n. sp. Andamanen, 435 — 530 m. Schulze (1).
— stomata u. sp. Ijima (2). Sagami Bay.
Taegeria pulchra. Bemerk, bei Schulze (2).
Walteria flemmingi, Bemerk, bei Schulze (2).
— leuckarti n. sp. Ijima (2). Sagami Bay.
Tetraoconia.
Aucorina cerebnun 0. Schm. non. syn. A. radix Marenz. Topsent (1).
Caminella Ldf. syn. Isops. Topsent (1), p. 581.
— loricata Ldf. syn. (?) Isops intuta. Topsent (1).
Chondrilla embolophora 0. Schm. syn. von Chondr. nucula. Topsent (1).
— phyllodes 0. Schm. ist eine Spirastrella. Topsent (1).
— sacciformis Gart, ist Magog. Topjsent (1).
Chondrosia tuberculata 0. Schm. syn. von Oscarella lobul. Topsent (1).
Corticium abyssi und kittoni gehören zu Thrombus Topsent (1).
— parasiticum Gart, gehört nicht zu den Carnosa. Topsent (1).
— plicatum ist ein Dercitus. Topsent (1).
— stelligerum ist eine Corticella. Topsent (1).
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 323
Cydonium sphaeroides n. sp. Kieschnick^ Ternate, litoral.
Discodermia claviformis u. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— conica n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Dorypleres incrustans Tops. 1892 gehört zu Coppatias und ist vielleicht
var. von Copp. incouditus. Topsent (2).
Erylus inaequalis n. sp, Kieschnick, Ternate litoral.
Gumniina gliricauda 0. Schm. und ecaudata 0. Schm. syn. von Chondrosia
reniformis. Topsent (1).
Halisarca lobul., cruenta und bassangustiarum sind Oscarellen. Topsent (1).
— mimosa Giard syn. von Oscarella lobul. Topsent (1).
Poecillastra armata n. sp. Ranitsch (3), Portugal.
Pachastrella abyssi 0. Schm. ist syn. P. monolifera 0. Schm. Topsent (2).
— delibis Tops, ist syn. P. araygdaloides Gart. Topsent (2).
Psammastra conulosa n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Spiroxya n. g. Aciculide mit echten Spirastern, gelegentlich noch eine
andere Sorte von Microscleren. Topsent (3).
— heteroclita n. sp., Küste von Roussillon. Tojjsent (3).
Spongoserites n. g. Epallacide von kompacter Struktur , ohne Microsclere.
Topsent (3).
— placenta n. sp. Topsent (3) Concarneau; Azoren, 550 m.
Stryphnus mucronatus 0. Schm. syn. S. carbonarius 0. Schm. und S. niger
Soll. Topsent (1).
Synops alba n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Stelletta aspera n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— boglici 0. Schm. syn. S. grubei O. Schm. Topsent (1).
— dorsigera 0. Schm. non syn. S. grubei 0. Schm. Topsent (1).
— lobata n sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— porosa n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— reniformis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— sphaeroides n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— stellifera n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— truncata n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Tetilla ternatensis n. sp., Kieschnick, Ternate litoral.
Thenea muricata (Bwk.) syn. ist Dorvillia echinata Verrill. Lambe.
Thymosia n. g. Topsent (1) Chondroside, deren Skelet aus Spongienfasern
besteht, die eine warzige Obei-fläche zeigen. Lendenfeld (4) bemerkt hierzu mit
Recht, dass diese Gatt, mit Druinella Ldf. zu den Homschw. gehört.
— guemei n. sp. Concarneau, Topsent (1).
Monaxonia.
1. Marine Formen.
Acarnus tenuis n. sp. Dendy Port Philipp Heads.
Amphiastrella n. g. der Desmacidoniden. Sponge consisting ot a massive
hody throwing off hoUow fistulae from the upper surface and (sometimes) with
root-like processes below. Body with a dense cortex of horizontally-placed
spicules. Megascleres diactinal, strongyla or tylota. Microscleres amphiasters
21*
324 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
(birotulates), to which other raay be adcled. Bendy , erriclitet für Carters
Phloeodictyon birotuliferum.
Amphileptus pilosus R. et D. var. nov. Kieschnick, Ternate litoral.
Axinella agnata n. sp. Topsent (3), Atlant. Küste Frankreichs.
— atropurpurea Cart. syn, Raspailia atrop. Dendy.
— chalinoides et var. cribrosa syn? Ophlitaspongia subhispida Cart. Bendy.
— chalinoides var. glutinosa Cart. vielleicht syn. Raspailia pinnatifida Cart.
Bendy.
— cladoflagellata Cart. syn. Raspailia pinnatifida Cart. Bendy.
— coccinea Cart. syn, Jotrochota cocc. Bendy.
— echidnea n. sp. Kieschnick, Teniate litoral.
— guiteli n. sp. Topsent (3), Mittelmeerküste Frankreichs.
— padina n. sp. Topsent (3), do.
— pedunculata n. sp. Topsent (3), do.
— perlucida n. sp. Topsent (3), do.
— setacea Cart. syn. Raspailia pinnatifida Cart. Bendy.
Clathria alata n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— angulifera n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— delicata n. sp. Larnbe, Prince Edward Insel et Maine, Austernbänke.
— imperfecta n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— myxilloides n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
Chondrocladia ramosa n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Cladorrhiza depressa n. sp. Kieschnick, Ternate litoral,
Columnitis squamata 0. Schm. ist eine Tethya, Topsent (1).
Damiria australiensis n. sp. Bendy.
Dendoi"yx syn. Myxilla Bendy.
Desmacella annexa Bemerkungen bei Topsent (5),
— porosa Fristedt 87 ist syn. Gellius flagellifer R. et D. 86 Lambe.
Desmacidon (?) arenifibrosa n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
Desniacidon australis u. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— fragilis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— intermedia n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— nodosus n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— ternatensis n. sp. Kieschnick, Teniate litoral.
— palmata (Johnst.) syn. Halichondria palm., Isodyctia palm., Chalina palm.
und Homoedictya palm. Lambe.
Dictyocylindrus cacticutis Cart. syn. Raspailia cact. Bendy.
— pinnatifidus Cart. syn. Raspailia pinn. Bendy.
— piniformis Cart. syn. Clathria pin. Bendy.
Dysidea chaliniformis Cart. syn. Desmacidon (?) chal. Bendy.
Echinoclathr'ia favus var. arenifera Cart. syn. Echinocl. arenifera Bendy.
— gracilis Cart. syn. Ophlitaspongia subhispida Cart. Bendy.
— nodosa Cart. syn. Ophlitaspongia nod. Bendy.
— subhispida Cart. syn. Ophlitaspongia subh. Bendy.
— teuuis Cai't. syn. Ophlitaspongia ten. Bendy.
Echinodictyum arenosum n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— ridleyi n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
— spongiosum n. sp. Bendy, Port Philipp Heads.
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 325
Echinonema anchoratiun Cart. syn. Clathria typica Dendy.
— flabelliforrais Cart. syn. Clathria typica Dendy.
— caespitosa Cart. syn. Plumohalichondria caesp. Dendy.
— incrustans Cart. syn. Plumohalichondria incr. Dendy.
— pectiniformis Cart. syn. Clathria typica Dendy.
— typicum Cart. syn. Clathria typica Dendy.
Esperella crassa n. sp. Dendy, Port Philipp Heads,
— lingua Bwk. mit den Syn. Hyraeniacidon und Raphiodesma lingua von
ßwk. Lamhe.
— modesta n. sp. Lanibe, Golf von St. Lawrence.
— parasitica Cart. syn. Esperella enigmatica Cart. Dendy.
— philippensis n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
— rara n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
— spongiosa n. sp. Dendy, Poit Philipp Heads.
— toxifer n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Fibulia carnosa Cart. syn. Desmacidon carn. Dendy.
Forcepia carteri n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Fusifer n. g. der Desmacidoniden. Sponge massive with fistular projections,
The only inown species has an intensely saudy body, covered by a thin dermal
membrane. Megascleres monactinal, smooth and spined styli or tylostyli. Charac-
teristic microscleres microxea, to which others may be added. Dendy.
— fistulatus n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Gellius flagellifer, Bemerkungen bei Topsent (5).
— irregularis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— pyrrhi n. sp. Hanüsch (3), Portugal.
— truncatus n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Gomphostegia n. g. Steht nahe Esperella, Ectosom mit einem Panzer von
Exotylen. Topsent (4).
— loricata n. sp. Topsent (4), Azoren, 845 m.
Grayella cyatophora Cart. ist eine Yvesia. Topsent (1).
Halichondria birotulata Cart. syn. Jotrochata coccinea Cart Dendy.
— fragilis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— incrustans n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— isodictyalis Cart. syn. Myxilla isod. Dendy.
— pustulosa Cart. 1886 syn. Myxilla victoriana n. sp., non Hai. pust. Cart.
1882. Dendy.
— saburrata Johnst. ist Myxilla incrustans Johnst. Lambe.
— scabida Cart. syn. Microciona scab. Dendy.
— stelliderma Cart. syn. Desmacidon stell. Dendy.
Histioderma polymasteides Cart. syn. Histoderma verrucosum Cart. Dendy.
Holopsamma laminaefavosa Cart. vielleicht syn. Echinoclathria arenifera
Cart. Dendy.
— turbo Cart. syn. Esperiopsis turbo. Dendy.
Jotrochota acerata n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Latrunculia corticata Cart. ist eine Spirastrellide. Topsent (1).
Leptosia koehleri n. sp. Golf von Gascogne, 1220 m. Topsent (5).
Lissodendoryx syn. Myxilla. Dendy.
Menanetia n. gen. Renierinae ä ectosome epais, remarquablement coriace,
326 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
ponrvu de spicules abondants et enchevetres en tontes directious dans son
epaisseur, et fortenient adherent au choansorae ; Cavites preporales tres reduites.
Tojisent (3).
— minchini n sp. Topsent (3), Roseoff.
Microtylotella n. g. der Desmacidoniden. Megascleres diactinal (tylota).
Microsc. isochelae and raicrotylota, to which others may be added. Dendy.
— güntheri n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Myxilla ramosa n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— victoriana n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Ophlitaspongia axinelloides n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
— gabrieli n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Osculina polystomella O.Schm. ist syn. von Clioua viridis O.Schm. Topsent (1).
Papillella nigricans Schm. besitzt Spiraster und ist syn. Vioa viridis Schm.,
syn. Cliona subulata Soll., syn. Vioa carteri Ridl., syn. Cliona caribbea Cart.,
syn. Osculina polystomella Schm. Die Bezeichnung Vioa viridis wird bei-
behalten. Lenden feld (2).
Phakellia papyracea Cart. syn. Ophlitaspongia tenuis, non syn. Phakellia
pap. Ridl. & Dendy. Dendy.
— ventilabrum var. australieusis Cart. syn. Clathria typica. Dendy.
Phloeodictyon birotuliferum Cart. syn. Amphiastrella birot. Dendy.
Pseudoesperia enigmatica Cart. syn. Esperella enigra. Dendy.
Plumohalichoudria gravida n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
— mammillata Cart. syn. Plumoh. incrustans. Dendy.
— plumosa var. purpurea Cart syn. Plumoh. purpurea. Dendy.
— tenuispiculata n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
— uncifer n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Physacophora n. g. Placospongide mit tylostylen Megascleren und einer
Rinde, die hauptsächlich aus Selenastern besteht. Hanitsch (3)
— decorticans n. sp. Hanitsch (3), Portugal. Ist nach Lendenfeld (Zool.
Centralbl. 1895) eine echte Placospongia.
Pozziella n. g., Esperelline sich an Hamacantha anschliessend, aber das
Ectosom mit einem Panzer von Exotylen. Topsent (4).
— clavisaepta n. sp. Topsent (4), Azoren, 550 und 1165 m.
Raspailia formidabilis n. sp. Hanitsch (3), Portugal.
— vestigifera n. sp. Dendy, Port Philipp Heads.
Rhabderemia spinosa n. sp. Topsent (3), Cap TAbeille bei Banyuls sur mer.
Rhaphidophlus Ehlers syn. Clathria. Dendy.
Raphidophlus ramosus n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Rhizaxinella elongata. Bemerkungen bei Topsent (5).
Rhizochalina crassispicula n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Sideroderma navicelligerum R. & D. var. nov. Kieschnick, Ternate litoral.
Sigmatella turbo Ldf. syn. Esperiopsis turbo. Dendy.
Siphonochalina claviformis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Spirastrella cylindrica n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— dilatata n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Stylocordyla borealis. Bemerkungen bei Topsent (5).
— borealis syn. sind Polymastia stipitata Carter und Stylocordyla stipitata
R. & D. Lambe.
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 327
Suberites biceps Gart, syn* Forcepia colonensis Gart. Dendy.
— hispidus (Bwk.) syu. Tethea hisp. Bwk. & Verrill. Lambe.
— oculatus n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
— radiatus n. sp. Kieschnick^ Ternate litoral.
Tentorium semisuberites (0. Schmidt) syn. sind Thecophora ibla Wyv.
Thompson & Verrill. Lambe.
Thrinacophora incrustans n. sp. Kieschnick, Ternate litoral. Verf. schreibt
Tricanophora.
Toxochalina ternatensis n. sp. Kieschnick, Ternate litoral.
Vosmaeria levigata n. sp. Topsent (3), Atlant. Küste Franki'eichs.
Wilsonella australiensis Gart. syn. Clathria anstr. Dendy.
— echinonematissima Gart. syn. Glathria echin. Dendy.
2. Süsswasserformen.
Ephydatia facunda n. sp. Wettner (2), Rio Grande do Sul.
— fortis n. sp. Weltner (2), Luzou.
— kakahuensis n. sp. für Eph. fluviat. Ldf. Traxlo- (4), Neuseeland.
— lendenfeldi n. sp. Traxler (5), fossil, Victoria.
— subtilis, n. sp. WeUner (2). Florida.
Euspongilla lacustris (Lbkn ) syn. von Spongilla fluviatilis Turpin. Traxler {%).
Heteroraeyenia insignis n. sp. Weltner (2), St^ Gatharina.
Lubomirskia baicalensis Fall. nov. var., ferner intermedia Dyb. nov, var.,
tscherski n. sp. n. fusifera n. sp. Soukatschoff\ Baikalsee in 80, 55, 80 u. 4—44 m.
Parmula cristata n. sp. Weltner (2), Rio Tapajos in Brasilien.
Spongilla biseriata n. sp. Weltner (2), Gairo.
— lacustris Meyen syn. Heteromeyenia repens Potts, letztere hat also
Heter. lac. (Meyen) zu heissen. Traxler (3).
— loricata n. sp. Weltner (2), Afrika.
— permixta n. sp. Weltner (2), Deutsch-Ost- Afrika.
— sansibarica n. sp. Weltner (2), Sansibar.
Tubella multidentata n. sp. Weltner (2), Queensland.
— pottsi n. sp. Weltner (2), Ghiloango.
— thumi n. sp. Traxler (2), fossil, Brasilien.
Uruguaya amazonica n. sp. Weltner (2), Amazonenstrom.
Ceratospongiae.
Dysidea chaliniformis Gart. syn. Desmacidon (?) chalin. Dendy.
Halisarca dujardini Johnst. und rubitingens Gart, haben einstweilen keine
bestimmte Stellung im System, Topsent (1).
— guttula 0 Schm. syn. von Hai. dujardini, Topsent.
Thymosia n. g. siehe unter Tetraxonia.
Anhang.
Cellulophana 0. Schm. ist auch nach Topsent (1) eine Tunicate.
Hexadella n. g. Krustige, weiche Hexaceratine ohne Nadeln und ohne
Homfasern; das Ektosom besitzt allein eine gewisse Konsistenz und bildet eine
Art äusseres Skelet, Topsent (3).
328 Dr. W. Weltner: Bericht über die Leistungen
— racovitzai n. sp. Topsent (3) Cap TAbeille bei Banyuls sur mer.
— pruvoti n. sp. Topsent (3) daselbst.
Lacinia stellifica Selenka ist eine Tunicate, Topsent (1).
Sarcomella medusa 0. Schm. bleibt räthselhaft, Topsent (1),
Litteratur über fossile Spongien.
Wie schon im letzten Jahresbericht (dies. Archiv. 1896, p. 241) angegeben,
hat Rauff in seinerj Palaeospongiologie die Litteratur über fossile Spongien
zusammengestellt; dies Verzeichniss reicht bis in das Jahr 1893. Im Nachfolgenden
gebe ich eine Liste der mir bekannt gewordenen Arbeiten von 1893 bis Ende 1896.
Bleicher, Contribution k Tetude des Bryozoaires et des Spongiaires
de l'oolithe inferieur (bajocien et bathonien) de Meurthe-et-Moselle. Bull. Soc.
Sc. Nancy (2) 13. p. 89—102. PI. 1—3. 1895. Paris.
Cayeux, L. (Precambrian Sponges). Ann. Soc. geol. Nord. 32. 1895. Lille.
Clerici, E. Sülle spugne fossili del suolo di Roma (Potamospongie) Boll.
Soc. geol. Ital. 13. p. 23-31. 1894. Roma.
Deecke, W. Eocäne Kieselschwämme als Diluvialgeschiebe in Vorpommern
und Mecklenburg. Mitth. naturw. Ver. Neu- Vorpommern und Rügen. 26,
p. 166-170. 1 Taf. 1894. Berlin.
Desmazieres, 0. Note bibliographique sur les Spongiaires d'Anjou et de
la Touraine. Bull. Soc. etud. scientif. Angers 1894, p. 147 — 153.
Dollfus, 0. F. Spongiaires. Annuaire geol. 9 , p. 897—909. 1894. Paris.
Fric, A. Studien im Gebiete der Bömischen Kreideformation. Paläonto-
logische Untersuchungen der einzelnen Schichten. V. Priesener Schichten. Archiv
Landesdurchforsch. Böhmen. 9. p. 1 — 135. 194 flg. 1894. Prag.
Uaeckel, E. Systematische Phylogenie. 2. Theil. Systematische Phylogenie
der vdrbellosen Thiere (Livertebrata). Spongien p. 49— 90. Berlin 1896.
Binde, G-. J. On a new Fossil Sponge from the Eocene of the E. Oural.
Mem. comite geol. St. Petersbourg. 12, p. 253—257. 1 Abb, Russisch und eng-
lisch. St. Petersburg.
— On a Well-marked Horizon of Radiolarian Rocks in the Lower Culm
Measures of Devon, Cornwall, and West Somerset. Quart. Journ. Geol. Soc.
London 51. p. 609-668. PI. 23-28. 1895. London. Spongien, p. 644.
— Descriptions of new Fossils from the Carboniferous Limestoue. I. On
Pemmatites constipatus sp. n. , a Lithistid Sponge. Daselbst, 52. p. 438 — 440.
PI. 22, flg. 1, 1 a _ Im 1896.
James, J. F. Sponges, recent and fossil. Americ. Natural. 29, p. 536—545.
7 fig. 1895 Philadelphia.. Unwesentlich.
Koken, E. Die Leitfossilien. Ein Handbuch für den Unterricht und
für das Bestimmen von Versteinerungen. Leipzig 1896.
Malfatti, P. Silicospongie plioceniche. Rend. Accad. Lincei. Roma (5)
Bd. 4. p. 116-121. 1895.
Merill, J. A. Fossil Sponges of flint-nodules. Bull. Mus. Compar. Zool.
Harvard College 28, p. 1—26. 1895. Cambridge Mass.
in der Spongiologie während der Jahre 1895 und 1896. 329
Rauff, H. PalaeospoDgiologie. 2. Theil, 1. Hälfte. 5. und 6. Lief., p. 233-346
17 Tafeln. Palaeontographica. 40. Bd. 1894 Stuttgart. Siehe meinen Bericht
1892-94, p. 241.
— Palaeospongiologie 7. ,und 8. Lief. , 2. Theil, Fortsetzung, p. 347 — 395,
Fig. 78—124 im Text. Taf. 18—24 des Separatabdrucks. Palaeontographica,
41. Bd., p. 223—271. Stuttgart 1895.
Behandelt die Spongien des Silurs : Lithistiua.
— Ueher angebliche Organismenreste aus präcambrischen Schichten der
Bretagne. Neues Jahrb. Mineral, etc. 1896. Bd. 1, p. 117-138. Mit 17 fig.
Traxler, L. s. unter recente Spongien, Litteraturverzeichnis: Traxler 2,
3 und 5.
Weltner, TV. Spongillidenstudien III. Arch. f. Naturg. 1895. 1. Bd.
p. 114—144. 1895. Berlin (p. 136 fossile Spongilliden).
Winchell, N. H. and C. Scliuchert, Sponges, Graptolites and Corals from
the Lower Silurian of Minnesota. The Geology of Minnesota. 3, p. 55—95.
17 fig. 1895. cf. Rauft. Palaeospoug., p. 342.
Gedruckt in
Kroll's Buchdruckerei, Berlin S.,
Sebastianstrasse 76.
MBL WHOI LIBRARY
UH IflÖE C